ltt. 210 Der Siehever Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: Gießener jjfonti! ienblfiUcr, K*ei$W sprechen. Der Mann macht das Amt. Das sehen wir auch ihier, Die Größe seiner Aufgabe, die das Maß der Forderungen, die wir an den Reichskanzler stellen, nach Wichtig- .'Aeit und Ausdehnung heute überragt, gesellt sich zu dein einheitlichen Vertrauen des Volkes zu seinem Genie, seiner ^absoluten Zuverlässigkeit, zu seinem unbeugsamen Willen «für Deutschlands Größe Und Aufstieg. Dem Reichskanzler obliegen freilich gleichfalls höchst bedeutsame Aufgaben und Pflichten. Er hat abgerissene diplomatische Fäden langsam rfüt ben kommenden Frieden wieder anzuknüpfen, niuß allen Woa xra d«L Ziele des Friedens erdenken. Aber er kann dies keinesfalls ohne inniges Einvernehmen mit der Obersten Heeresleitung. Heute ist dieses Einvernehmen noch viel wichtiger, als es etwa in den Kriegsjahren 1870 und 1871 erfordert wurde. Denn überall liegen große Ziele um uns herum; eins muß'vielleicht dem andern weichen, und überall, wo diese Ziele sich auftun, ringt und würgt das Schwert mit. Der staatsmännische Wille ist unfreier als in anderen Kriegen. Auch der oberste Führer der Heere kann — .Hindenburg hat es uns ausdrücklich gesagt — keinen fertigen Plan in der Tasche Nachträgen, aber er ist doch eher imstande, zu prüfen, wo die n ä ch st e n Erfolge zu erringen sind, wie aus Scherben Neues aufgebaut werden kann. Und hier liegt das große, allgemeine Ziel des Krieges. Man hat oft sagen hören, das vergossene Blut darf nicht umsonst geflossen sein. Das ist ein ernstes und wahres Wort. Es bedarf einer Ergänzung: Das Werk muß vollbracht werden, eine k un dige Hand muß walten, die Ergebnisse des Krieges, die ferneren Aussichten abzuschätzen, Unl zum Frieden zu gelangen. Der Friede muß ein Kunst- und Fachmannswerk, keine Pfuscherarbeit sein.. Wir alle, die wir zu Hause sitzen, können da nicht mit hineinreden. Denn unsere Friedenssehnsucht würde uns verleiten, über nützliche und zweckmäßige Anbahnungen, die sich noch auf den blutigen Feldern der Gefahr vollziehen und nur dem Auge des leitenden Meisters sichtbar werden, achtlos hinwegzuschreiten. Nur wer über hie Grenzen der Heimat die Blicke hat hinaus senden, können in alle Bezirke, wo der Krieg schasst und entscheidet, wer nicht nur Zeitungen und Berichte liest, sondern die Bücher der Geschichte selbst mitschreiben hilft, der kann erkennen, wie stark der Friede werden mag und wann er kommen könnte. Herr Scheidenrann kam: dies gewiß nicht. Er plädiert mit vollem Munde für den Frieden, für ein Friedensbild, das nur im Weiß der Unschuld, des sentimentalen Gefühls und der Theorie erglänzt. Wir aber ltriffeit, daß von dem Gemälde mehr verlangt wird, als daß es nur eben fertig werde. Sch<5idemann stößt alle Farbenkübel um und predigt schädliche Stimmungen, denen der Ernst tieferer Ueber- legung fehlt. In der Mittwoch-Nummer des ,^Vorwärts" stützt er sich wieder auf die Reden und das Schweigen des Reichskairzlers, indem er sich Sachkunde anmaßt zu erklären, daß es in diesem großen Kriege keine Sieger und keine Besiegten geben könne. Darm fährt er fort: „Für Deutschland ist die Mwehr einer ungeheuren Uebermacht Sieg genug. Denn dieser Sieg bedeutet, daß das Reichsgebiet unversehrt bleibt, daß,die politische Selbständigkeit des Reiches ebenso unangetastet bleibt, wie seine lvirtschaftliche Entwicklungssreiheit. Was wollten wir mehr? Wir sind in diesen Krieg nur zur Verteidigung gegangen und stehen noch immer im Zeichen des Worts, das am Anfänge dieses Krieges stand: „Uns treibt nicht Eroberungslust !" Deutlicher noch als bisher hat der Reichskanzlei am 9. November verkündet, daß er niemals daran gedacht habe, Belgien zu annektieren. Daß er noch weniger daran gedacht hat, den Franzosen Landgebiet zu entreißen, ist selbstverständlich. Freilich hat Herr v. Bethmann Hollweg früher einmal oon „realen Garantien" im Westen gesprochen. Schon vor Jahr und Tag habe ich daraus hingewicsen, daß solche Garantien am besten durch einen Vertrag gegeben werden, auf den sich ein dauerndes Frieden gründen kann. In diesem Sinne sind ja auch aus allen kriegführenden Ländern heraus im Laufe dieser Kriegs; ahre internationale Abmachungen verlangt worden, die Garantien gegen die Wiederkehr eines Krieges bieten sollen." Es ist köstlich, wie er ausspricht, die Ausführungen des Reichskanzlers „in vier Punkte zusammenfassen" zu können: „1. Deutschland hat diesen Krieg nicht gewollt. 2. Deutschland führt diesen Krieg nur als eineu Verteidigungskrieg. 3. Deutschland bat nie daran gedacht, Belgien zu annektieren. 4. Deutschland ist bereit, einem Internationalen Bund zur Bewahrung des Friedens beizutreten. Turchl diese Erklärung des ReickiskanKlers ist eine Grundlage gegeben, aus der über den Frieden verhandelt werden kann wenn die andern verhandeln wollen." Scheidenr-ann kommt eben, nur „vom Lesen der Journale" und glaubt sich als Wegekamerad des Reichskanzlers ausbilden zu können.. Das birgt gewisse Gefahren, auf die wir schon hingewiesen habeil und" die heute wieder in bemerkenswerter! Artikeln zum Ausdruck kommen. So meint die „Köln. V olks zt g.": „Wenn inan in den letzten Tagen die Weltlage nur nach Ministerreden und nach sozialdemokradischen Blatter stimmen be urteilte, dann konnte man daran glauben, daß wir bereits mitten in den ,Friedensverhandlungen mit England stecken. Man hätte den Eindruck daraus gewinnen können, als sei sogar alles schon soweit fertig, es handle sich nur noch um die Höhe der Entschädigung, die wir für „das Unrecht an Belgien" bohlen müßten." Noch entschiedener trägt die „N a t l. K o r r e s p." ihre Bedenken vor: ^ „Das Volk lat den dringenden Wunsch, daß endlich Herr schieidemann aufhört, eine Gegeirparole ausMgeben gegen die l>erzstärkenden Losungsworte, die Hindenburg und Lndendorsf gesprochen haben. Es erwartet, das; Herr Scheidemann, wenn er schon wicht von selbst die Einsicht lg ben sollte, von der Stelle zur Ordnung gerufen wird, aus die er sich bei seiner Propaganda fortgesetzt beruft. Herr Scheidemann hat das neuerdings wieder getan. Er hat dem Niederländischen Friedensbund auf die Frage geantwortet, nrit welchem Rechte er dem feindlichen Auslande das besetzte Frankreich und Belgien als einen sofort fälligen Friedenspreis versprochen habe. Herr Scheidemann hat geantwortet, dos; Neunzehntel aller Deutsck>en so dächten, und döst auch das Sckstveigen des Reichskanzlers zu seinen Worten nicht anders gedeutet werden könne.. So setzt diese Stimmungsmache mit neuer Kraft ein und droht immer weitere Kreise zu ziehen. Ihre Wirkung reicht schon bis an die Front, wo man sich erstaunt frage, woher denn dieser deutsche Friedensprophet seine Weisheit nimmt." Wir hoffen, die Sache steht so: Scheidemann denkt, .Hindenburg lenkt. Und wenn es den Anschein hat, als teile der Reichskanzler manche Scheidemannschen Ideen, so dürfen wir uns vielleicht trösten mit der.Erwartung, daß e», tofa viele Diplomaten, redet und schweigt, um seine Gedanker zu verbergen. * * * Der öfierreichisch-nngartsche Tagesbericht. Wien, 15. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 15. November 1916. O e ft l i ch e r Kriegsschauplatz. Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Karl. In der nördlichen Walachei wurden die Kämpfe mit Erfolg fortgesetzt. Die Rumäne n ließen 23 Offiziere. 1800 Mann und vier Geschütze in unserer Hand. Im östlichen Grenzraum und in den verschneiten Waldkarpathm keine besonderen Ereignisse. Heeresfron tdesGeneralfeld marschalls Prinzen Leopold von Bayern. Bei den k. u. k. Streitträften nichts von Belang. . Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Oestlich von Görz nahmen unsere Truppen einen italienischen Graben, machten 5 Offiziere, 475 Mann zu Gefangenen und erbeuteten sieben Ma schinengewchre. S ü d ö st l i ch e r Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. * Ereignisse zur See. In den frühen Morgenstunden des 14. laufenden Monats griff eines unserer Seeflngzcuggeschwader dic feindlichen Stellungen von Ronchi.Vermigliano und Doberdo sehr erfolgreich mit Bomben an. Ein feindliches das Geschwader angreifende Landflugzeug wurde in die Flucht gejagt. Flottenkommando. Da» Oberkommando unserer Luftstreitkräftc. GroßesHauptquartier, 15. Nov. (WTB. Amtlich.) Die wachsende Bedeutung des Luftkrieges hat es erforderlich gemacht, die gesamten Luftkampf- und Luftabwehrmittel des Heeres im Felde und in der Heimat in einer Dienststelle zu vereinigen. Der einheitliche Ausbau und die Bereitstellung dieser Kriegsmittel ist einem Kommandierenden .General der Luststreitkräste übertragen worden. Mit der Wahrnehmung der Geschäfte eines Kommandierenden Generals der Luftschiffwaffe ist Generalleutnant von Hoeppner, bisher Führer einer Reservedivision, beauftragt. General von .Hoeppner ist 1860 zu Wollin in Pommern geboren und im Kadettenkorps erzogen worden. Seine militärische Laufbahn führte ihn frühzeitig au den Generalstab und in das Kriegsministerium. Vor dem Kriege war er Chef des Generalstabs _ des 7. Armeekorps, Abteilungsches im Großen Generalstab und Kommandeur des Husarenregiments Nr. 13 in Diedenhofen. Während des Krieges ist Generalleutnant von Hoeppner längere Zeit hindurch Chef des Generalstabs einer Armee gewesen. Baron Burian in Berlin. Berlin, 15. Nov. (WTB.) Der österreichisch-ungarische Minister des Aeußern Baron Burian, begleitet von dem Botschafter von Merey und dem Grafen Hoyos, ist von Wien hier eingetrpffen. * * Die Eröffnung des türkischen Parlaments. Konsitantinopel, 14. Nov. (WTB.) 'Das Parlament wurde heute nachmittag 1 Uhr in Anwesenheit des Kabinetts, der Würdenträger der Armee, der Führer der deutschen Mission und der Botschafter eröffnet. Der Sultan hielt eine Thronrede, in der er aus die türkischen Siege an den Dardanellen, bei Kut-el-Amara und Persien hinwies, wo die türkischen Soldaten Hermanscha und Hamadan von den Russen befreiten und sich Teheran näherten. Er sagte weiter: „Eines der Ziele, das lvir in diesem Kriege befolgen, besteht darin, Persien alle für eine von Hemmungen freie Entwicklung günstigen Bedingungen gewinnen zu sehen. Unsere fern von der Berührung mit dem Vaterlande kämpfenden Truppen im Deinen haben die englische Armee bis in das Gebiet von Aden geschlagen, die Krieger in Tripolis, in Afrika, die von unseren dorthin gelangten Offizieren geführt iverden. bringen unseren Feinden Niederlagen bei." Die Thronrede würdigt die Festigkeit des Scheichs der Senussi, Achmed Scherif Pascha, uirü erwähnt ferner die Niederlage der Eilterrtt bei der Saloniker Expeditton und den Eintritt -Rumäniens in den Krieg, das dmrk dein zermalmenden Vormarsch der Heere der Mittelmächte eine Niederlage erlitten hätte. Sie würdigt außerdem die Tapferkeit der türkischen Truppen, die in Galizimr und in der Do- brudscha Schulter an Schulter nrit den tapferste;; und bestorganisierten Heeren der Welt kämpfen. Die Tlzrourede fährt dann fort: Die politischen Beziehungen der verbündeten Mächte entwickeln sich voll wechselseitigen Vertrauens und beiderseitiger 2lufrichttgkeit und verstärken sich täglich. Wie ich in einer Rede im oergaugeneu Jahre sagte, wird unsere gemeinsame Politik gegenüber unseren Feinden bestehen, den Krieg unter wechselseitiger Hilfeleistung aus allen Fronten jortzusetzen zur Bey Und bis zur Erlangung eines Friedens, der die Entwicklung der eigentümlichen Fähigkeiten und natürlichen Eigenschaften unserer Länder und Völker gestattet. Unsere Beziehungen zu den rreutralen Staaten silrd freundschaftliche. Me Thronrede würdigt ferner die Hingebung der Nation und fordert das Parlament auf, mit der Einmütigkeit zu arbeiten, welche es bisher gezeigt habe. Nach Verlesung der Rede schritt das Parlament Wahl des Präsidiums und des Bureaus. Hcrdji Adil wurde zum Präsidenten und Hussein Dschahid Bey Achmed Geizi Pascha zu Vizepräsidenten gewählt. Luftangriff auf Kairo. Kairo, 15. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Bei dem heutiger Luftangriff wurden 14 Personen getötet, darunter 1 Europäer, und 25 Personen, darunter 4 Europäer, verwundet. * ?«- * Die Eröffnung der russischen Duma. P e t e rs b u r g, 15. Nov. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. Die Duma ist nach einem feierlichen Tedeum in Gegenwart des Kabinetts eröffnet worden. Petersburg, 14. Nov. (WTB der Petersburger Tclegraphen-Agenttlr. Das ganze diplomatische Korps wohnte der Wiederauchahme der Tagung der D u m a bei. Der Dumapräsident Rodzianko hielt eine Rede, in der er unter anderem sagte: Ter Feind ist bereits nieder geworfen. Aber -er, leistet noch jetzt verzweifelten erbitterten Widerstand nnd fühlt Mne Niederlage voraus. Ter Redner forderte dann auf, in diesem Augenblick, da sich der Sieg vorbereite, noch größere Anstrengungen zu machen, um die grroße Sache der Befreiung der Welt zu einem Mten Ende zu führen. Ter Präsident schlug der Duma vor, n 5r? 11 * c IT k pIt neuen Verbündeten, herzlich? zu begrüßen, und alle Mgeordneten riefen dem rumänischen Gesandten lebhaft zu und,brachten daraus den Vertretern der Verbündeter Länder Kundgebungen^ dar. . . -ZA seiner Rede forifahrend, sagte Rodzianko, Rußland werde ferne Verbündeten nicht verraten nnd mit Entrüstung je Yen Gedanken an einen Sonderfrieden zurück weisen -^er Abgeordnete Schildewskh verlas im Namen des wrtschrrttnchen Blocks eine Erklärung, in der es heißt, die Duma möge rn dreien Tagen der Prüchng bekräftigen, daß der Krieg Nichtamtlich) Meldung Stockholm, 15. Nov. (WTB.) Der schwedische Dampfer „Astrid", der vor dem Kriege als Lustyacht „Saga" in den Schären Stockholms verwendet wurde, ist von einem deutschen Tauchboot auf dem Wege von Stockholm nach Raumo in Finnland versenkt worden. Me Mannschaft wurde gerettet. London, 15. Nov. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Es wird gemeldet, daß die Dampfer „Berini- c i a" und „C o r i n t h" versenkt worden sind. Die Mannschaft-des letzteren ist gelandet. Auch der englische Dampfer „P e t r o l i n e" ist verloren gegangen. London, 15. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Mau glaubt, da,ß der britische Damp fer „P olpedu" versenkt sei. Bern, 15. Nov. (W.T.B.) Nach einer Meldung der Agence Havas aus Mädrid griff vorgestern morgen „U 49" den englr- schen Darnpfer „Clan Buch an an" an. Auf drahtlose Hilse- rufe erschien der Postdampfer „Hollandia". Einzelheiten über die Rettung fehlen. Die Besatzung oes Danrpsers „Elisa Marine" erklärte, daß ein Tauchboot nachts das Meer mit riesigen Scheinwerfern überwache. Amsterdam, 15. Nov. (W.T.B.) Aus Vlissingen wird den Blättern gemeldet, daß dort gestern etwa 20 Passagiere des Postdampfers „Koningin Regentes", der am Freitag nach Zeebrügge aufgebracht wurde, angekommen sind. Die männlichen Passagiere des Dampfers, die Untertanen Deutschlands und feindlicher Länder nmren, wurden von Bord geholt. Drei von ihnen hatten sich versteckt; sie wurden erst am Samstag entdeckt. Als die freigealssenen Passagiere von Zeebrügge abreisten, lag die „Koningin Regentes" unter Dampf vor !bmn Hafen. Tie Behandlung durch die Deutschen war korrekt. Kopenhagen. 15. Nov. (W.T.B.) Der dänische Dampfer „Beirat" landete in dem portugiesischen Hafen Brieham (?) die Besatzung des im Atlantischen Ozean von einem deutschen Unterseeboot versenkten englischen Dampfers „Mera- s a n o". halten, so daß ein Zentner in der genannten Packung beim Hersteller höchstens 40 Mark, im Großhandel 44 und im Klein verkauf 55 Mark kostet. * Berlin, 15. Nov. WTB.) Der Kaiser hat eine größere Anzahl Goldsachen aus seinem Privatbesitz durch seinen L-chatull- Vermögensverwalter Geh. Regierungsrat Grimm der Goldankaufsstelle überweisen lassen. zuin.guten Ende geführt werden müsse, nnd daß eine andere Lösung unmöglich sei. Der Redner sagte zum Schluß, daß Rußland zu seinen Verbündeten, besonders zu dem großen England, l ^ er trauen hege, und -richtete einen Gruß an das vmrnsche Volk, das die Freiheit nur in einer Verbindung mit den Alliierten wieder gewinnen werde. „J eters bü rg, 15, Nov, (WTB, Nichtamtlick,,) Bet, der Erossmmg der Duma verlas der Führer der polnisches parlamentarischen Gruppe Carcußvic eine Erklärung, in der es beißt: |rt eurem Augenblick, wo. der Krieg im vollen rn t>er es heißt: In einem Augenblick, wo der Gcmge ist hatten die deutschen Mächte die .Kühnheit, das Geschick Nicht nur Polens, sondern von ganz Mitteleuropa vorwegzunehmen Das durch die Deutschen geschaffene Königreich Polen wird in welen Beziehungen abhängig sein von den deutschen Mächten. DaS polnische Volk wird dieser deutschen Lösung der Frage nicht zu Mmmen die allem fernen Bestrebungen widerspricht. Laßt uns ^asttg Einspruch erheben. Es war ein Deichcher, der die Teilung Polens betrieben hat es ist ein Deutscher, der die historische Notwendigkeit der polnischen Einigung zu verhindern sttebt. Tie folgen der deutschen Handlungsweise drohen den wirklicksen Willen Panischen Volkes zu entstellen. Diese Handlungsweise sucht Egenscheinlich Zwist zwischen Polen, Rußland und seinen Alli lertm zu erzeugen, um eine in den Augen der zivilisierten Welt ^rpöremde Rettuttenrng zu rechtferttgen. Wir sind sicher, schloß t^Qpsevic, daß in dieser tragischen Lage das polnische Volk nicht Vergehen der deutschen Kaiserreiche -2? ohne Nachtmrkung bleiben wird, daß Rußland und die alli- ietten Machte vor der Welt Einspruch erheben werden und daß die pomtsche Frage in ihrer Gesamtheit gelöst werden wird ,(Es handelt sich hier offenbar um bestellte Arbeit der russischen Regierung, die das polnische Volk gebührend einzuschätzen wissen wrrd.) * * * Aus Griechenland. Athen, 15. Nov. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der französische Kriegsminister General Rou ques hatte bei König Konstantin eine Audienz. Der Hauptgegenstand der Unterredung war die Errichtung einer Zone, die die Reibereien zwischen der Armee des Königs und den Venezelisten verhüten soll. * Hollands Handelslage. S^rUix, 15. Nov. (Priv.-Tel.) Me Reutermeldnng über den Abschluß eines englisch-holländischen Handelsvertrages ist irreführend. Ein solcher Vertrag rst nicht abgeschlossen. Es begab sich lediglich ein hollän- drscher Ausschuß nach England, um sich über die beiderseitigen Wunsche zu verständigen. Auch von seiten Deutsch- lands ist auf Antrag Hollands eine Kommission nach Holland geschickt worden, die die Wünsche Deutschlands uni) Hollands austauschte. Die Verhandlungen führten zu einem Deutschland durchaus beftiedigenden Ergebnis. Beschlagnahme des Brotgetreides in Schweden? Kopenhagen, 15. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) „Berlingske Trde^e berichtet aus Stockholm: Ter sehr fühlbare Mangel cm Brot und Mehl veranlaßte die Lebensmittelkommission, dem Landwirffchaftsmmister vorzuschlagen, das gesamte Brotgetreide As,Landes für Rechnung des Staats zu beschlagnahmen und die Emfuhr ausländ:,chen Getreides in die Wege zu leiten Tie Grän gesberggesell schaft verhandelt mit der Goetewerst in Göteborg- über Me Lieferung von 18 Schiffen zum Gesamtpreis von 40 Millionen Kronen. Tie Schiffe sollen nach Friedensschluß in Menst gestellt werden. ' Der Seefrfeg. Ein feindlicher Transportdampfer versenkt. Berlin 15, Rov. (WTB, Amtlich.» Eines unserer Unterseeboote hat am 5. November 80 Seemeilen westlich von Malta einen feindlichen Transportdamv- fer von etwa 1 200 0 Tons der von Zerstörern und Mschdampfern geleitet war, durch Torpedoschutz versenkt V New York, 15. Nov. (WTB. Nichtamtlich. Verspätet erngetrosfen.) Die 113 Personen an Bord der versenkten „Columbia" waren Amerikaner. Me Mannschaft belief sich aus 50. Sonst waren noch an Bord Militärdien st- Pferde aus Boston, von wo die „Columbia" mit 1500 Pferden nach St. Nezaire in Frankreich am 18. Oktober abgefahren war. Von hier war das Schiff am 2. November mit dem Rest seiner Stahlladung nackt Genua in See gegangen Berlin, 15. Nov. (WTB.) Me feindliche Presse verbreitet geflissentlich die Behauptung, daß der griechische' Dampfer „Ange li ki" durch ein deutsches Tauchboot ver-! senkt worden sei. Wie wir an zuständiger Seite erfahren ! diese Behauptung falsch. Mr die Torpedierung der kommt ein deutsches Tauchboot nicht in Frage. I ist Angelikft Aus dem Reiche. Die Einberufung des Reichstags. Berlin, 16. Nov. Wie die „Bossisch^ Zeitung" hört, soll der Reichstag zum 5. Dezember einberufen werden. Zur Wiedereröffnung des Preußischen Landtags. Berlin, 16. Nov. Zum heutigen Zusammentritt des preußischen Aussprachen meint die „Germania", reichlich Stoff zn politischen Aussprachen liege vor, Ter Landtag werde unter anderem auch die Rückwirkungen der Kriegsteuerung auf die Lebenshaltung der Festbesoldeten im Staatsdienste erörtern müssen. Ob man die Polcnfrage gleich im Plenum besprechen werde oder ob eine, vorherige Klärung im Ausschuß versucht werden solle, sei noch unsicher. Der Großhandel und die Zentral-Einkaufsgesellschast. Berlin, 15. Nov. (WTB.) Der Verband deutscher Großhändler der Nahrungsmittel- und verwandten Branchen, E. V., hat in folgender Erklärung zu der Kriegsernährungswirtschaft Stellung genommen: Der Verband deutscher Großhändler der Nahrungsmittel- und verwandten Branchen erkennt an, daß die Entwicklung der Verhältnisse aus den Auslandsmärkten eine Zentralisation des Einkaufs wichtiger Lebensmittel erforderlich inachte, und daß eine straffe Durchführung der Zentralisatton ohne Zulassung von irgendwelchen Ausnahmen in den: dringendsten volkswirtschaftlichen Interesse liegt. Ter Verband enthält sick? dabei zurzeit ;eder Kritik darüber, ob die Z. E. G. und die in Bettacht kommenden. .Kriegsgesellschaften in ihrem Ausbau die richtige Grundlage für die zweckmäßigste Erfüllung ihrer Aufgaben besitzen. Tie teilweis oder gänzliche Fernhaltung des Großhandels von der Mitwirkung und Uebernahme des kommunalen Warenvertriebs ist im Interesse einer schnellen und zuverlässige Versorgung des Kleinhandels und damit des Konsums von großem Nachteil Tie Behörden können nicht die nöttge Fachkenntnis, Erfahrungen Und technischen Einrichtungen wie der Handel besitzen, so daß größere Mengen Waren durch» rrnsachgemäße Lagerung und Behandlung verderben, in einer Zeit der Warenknappheit ein besonders empfindlicher Verlust. Die Kommunalverwaltungen verursachen dnrchl die Anmietung von Lägern, durch die Einrichtung öffentlicher Gebäude zu solchen, durch die Anwerbung des Personals und Fuhrwerken neue Spesen, die in der Gesamtheft: höher sind, als der normale Nutzen des Großhandels beim Warenvertrieb beträgt. Ter Großhandel ist in der Lage und gewillt, sich» bei Lagerung, Vertrieb und über 'bie Rationierung der Waren jeder er forderlichen Kontrolle zu unterwerfen. Er erwartet umsomehr daß seinem Wunsche Folge geleistet wird, als dadurch die vorhandene, letzt brachliegende Kraft und'die Einrichtungen benutzt und beschäftigt werden, die den Betrieb auch steuerlich erhalten und neue überflüssige Ausgaben vermeiden. Tie im Wesen des Großl>andels liegende schnelle Anpassungsfähigkeit befähigt ihn, die bei der Versorgung des Konsums im Nahmen der vorhandenen Vorräte austretenden Schwiettgkeiten zu vermeiden und durch seine Organi- satton auch für größere Gebiete befriedigendere Verhältnisse im Interesse der Allgemeinheit zu schaffen. Handel mit Seife, Margarine, Orlen und anderen Fettstoffen aus dem Auslande. In der letzten Zeit wird der deutsche Markt vom Auslande, besonders von Hvlland aus, mit einem Angebot von Seife und Margarine geradezu überschwemmt, nnd zwar zn Preisen die im Verhältnis zu den Werten, zu welchen in den betreffenden Ländern tatsächlich gekauft werden kann, als ganz außerordentlich hoch zu bezeichnen sind. * ^Die Ursache ist, daß diejenigen Stellen, welche die Angebote ergehen lassen, dre EinkaufssteNe des Kriegsausschusses für pflanzliche und tierische Oele und Fette G. m. b. H. zu übergehen suchen, um bessere Preise zu erzielen. Verschiedene Käufer haben sich auch bewegen lassen, solche Angebote anzunehmen, um z. B. Seife und Margarme nach Deutschland einzu führen. Nachdem laut Bundesratsverordnung vom 4. März sämtliche hereinkommende Seife, Margarine usw. wdoch an den Kriegsarisschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette abzuliefern ist und nur durch diesen m den Verkehr gebracht werden darf, setzen solche Käufer sich der Gefahr eines ganz erheblichen Verlustes aus. Der Kriegsausschnß macht deshalb auf diesem Wege auf die vorerwähnte Verordnung aufmerksam, laut welcher aus dem Zollauslande bezogene Seife Margarine, Oele, Fette und Fettgemenge aller Art nur durch ihn iw den inländischen Verkehr gebracht werden dürfen urld empfiehlt, daß sich jeder von solchen Geschäften zurückhäll, wenn er nicht Gefahr laufen will, einen großen Verlust zu erleiden. Höchstpreise ffir Kunsthonig. Berlin, 15. Nov. (WTB.) Me Verwendung von Kunsthonig als Streichimittel hat im Lmrse des Krieges an Bedeutung! sehr gewonnen. Es warf 'sick? ine vorigen Jahre der Kettenhandel ganz besonders aus diese Ware, so daß der Kunschonig, der von den Fabriken zu etwa 35 Mark für den Zentner abgegeben wurde im Zwischienhandel auf 80 Mark und mehr hmaufgetriebeii wurde Der Preis im Kleinhandel kam daher oft auf über dm Mark pro Pstrnd zu stehen. Sobald die amtliche Bewirti'chasttmg des Zuckers einsetzte, fand naturgemäß eine Bindung der Preise für Kunstbonia statt, der zu Prersünfteln aus Zucker besteht. Für'ein Pfunden Paprerpackmig wurde ein Preis von 0.50 Mark bei der Abgabe an dre Verbraucher im Kleinverkaus festgesetzt. Da durch die Bindung an drese Vertragspreise aber nicht sämtlicher .Kunsthonm getroffen wurde, also die Kontrolle sehr erschwert war, hat sich o°5^VsernahrungSamt nunmehr zn Höckfftpreisen für Kunsthonig ^entschlossen. «Bekanntnr. des Stellv, des Reichskanzlers vom 14. Nov. R. G. Bl. S, 1271.) Trotz der Steigerungdes PZes ^ Fabnkzucker war es möglich, die bisherigen Vertragspreise zn Ans Ltadt und Land» Gießen, 16. November 1916. Ein -Lufruf an die Frauen! Ein halbamtlicher, an die Frauen gerichteter Aufruf lautet: Am 15. August 1916 hat der englische Munittmrsminister Montagil im Unterhause die großen Fortschritte in der Entwicklung der englischen R ü st u n g s i n du st r ie geschildert, welche England in den Stand setzen, seine Verbündeten nicht nur mit Geld, sondern auch mir großen Mengen vom Waffen und Munition eigener Erzeugnisse zu versehen. Er hat dabei hervor gehoben, daß diese großen Fortschritte nur durch die weitgehendie Verwendung von Frauenarbeit möglich gewesen sind. In der englischmi Rüstnngsindlistrie waren im Somrner 1916 doppelt soviel Frauen eingestellt wie ein Jahr zuvor! In den nationalcns Geschoßfabriken Englands steigt die Beteiligung der Frauerr bis zu 95 Prozent der gesamten Belegschaft! Mtt berechtigtem Stolz sagt der englische Munitionsminister: „Auch die Frauen haben m hingehendster Weise ihren Äknteil an den notweirdigen Opserir gebracht. Ihre Leistungen in dem anstrengenden und monotonen Betriebe-der Munitionsfabriken wurden noch vor einem Jahre für unmöglich gehalten, und es kann mit Recht gesagt werden, daß die englischen Frauen unsere Heere gerettet haben. Tig Anzahl der Arbeitsarten, an welchen Frauen jetzt beschäftigt sind, bettägt ungefähr 500, und zwei Drittel von diesen waren vor zwölf Monaten noch» nie voir sveiblicher Harrd vollsü'hrt worden." Auch unsere deutschen Frauen haben schon Rühmliches aus Gebieten geleistet, auf denen man früher die Frauenarbeit für unmöglich hielt. Unsere Industrie, und namentlich unsere Lcrnd- wirtschaft verdanken ihre beivundernswerten Leistungen zunt guten Teil der Frauenarbeit, aber noch viel, viel mehr ist zu tun! Es ist vaterländische Pflicht jeder deutschen Frau, ob verheiratet oder nicht, sich ernstlich die Frage vvrzulegen, ob ffe nicht auch ihre Kräfte im allgemeinen Interesse nutzbar mache,r kann, sofern das ihre häuslichen und gesundheitlichen Verhältnrsse irgendwie zulassen. Besonders fehlt es an jlingeren, kcästtgep Frauen für die Kriegsindustrie, und gerade hier tvnrde man-chmal die bedauerliche Beobachtung gemacht, daß namentlich jüngere k r i e lg s g e t r a n t e Frauen, welche bislang fitr die Rüstungsindustrie arbeiteten, es als „Kriegerftauen" reicht mehr nötig zu haben glauben, weiter zu arbeiten! Sie nehmen einfach die Untersttitzung von Staat und Gemeinde in Anspruch und bedenken nicht, wie sehr das Vaterland jetzt auch Ihrer Arbeitskräfte bedarf, und welch höheren Verdienst und größere innere Befriedigung sie erzielen, wenn sie sich wieder der praktischen Arbeit widmen. Auch der alte t ö r i cht e Käste n g.e i st spiett oft mit. Manche Frau hält es unter ihrer Wurde, „in die Fabrik" zuj gehen, obsvohl Arbeiter und Arbeiterinnen in der Fabrik oft genau so wichtig für unseren Sieg sind, toie der Soldat draußen! im Felde. Darum auf, Ihr deutschen Frauen, die Ihr gesund? Hände und Arme habt, und nicht durch häusliche Pflichten gefesselt seid, auf in die Kriegsindustrie,' wo Eure Arbeit dem Vaterlande und Euch selbst Segen bringt. *• Amtliche Personalnachricht en. Der G r o ß- Herzog hat am 25. Oktober d§. Js. dem Lademeister in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemcinschaft Emil S ch erre r zu Aiainz aus Anlaß der Vollendung seiner 50jährigen Dienstzeit das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Auszei ch nun g. Dem Gefreiten Richard H o f von hier, Sohn des Zugführers Hof, Landwehr-Jnf.-Regt. Nr. 120, 6 Kvnc- pagnie, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. ** Auszeichnung. Karl Dehö aus Gießen, welcher z. Zt. als Unterseeboots-Obermaschinisten-Anwärter schon verschiedene ersolgreiche Unternehmungen seines U-Bootes (U 18) mitmachte, erhielt dafür das Eiserne K r e u z 2. Klasse. ** Weihnats Verlosung des Roten Kreuzes. Nicht nur den Millionen deutscher Männer, die Weihnachten 1916 draußen vor dem Feirrde verbringen müssen, will das Rote Kreuz einen Liebesgaben grüß zukommen, lassen, auch» die Tausende, die in Kriegs- und Feldlazaretten liegen oder Gäste unserer h e i m i s ch- en L a z a -r -e 11 e sind, sollen nnt Weihnachtsgaben -erfreut 'werden, denn gerade sie haben es wahrhafttg redlich verdient. Um auch diesen Teil des großen Werkes gelingen zu lassen, will das Rote Kreuz eine Weihnachtsverlosung veranstalten, die dank dea: Mitthilfe zahlreick?er frermdlicher Spender aus hiesiger Stadt ganz besonders wertvolle und erfteuliche Gewinngegenstände zur Verlosung bringen wird. Wie aus der Llnzeige in der heuttgen Nummer hervorg-eht, können die Lose nmrmichr zum Preis von 30 Pfennig das Stück verkauft .werden, da die Ziehung bereits am 14. Dezember unter behördlicher Aussicht stattfindet. — Ferner ist eine ständige Ausstellung .von Gewrnngegenständen im Sch-aufenster des Ladens des Hausftauen-Bereins in der Mäusburg. — Es wäre ganz besonders zu begrüßen, wenn in der nächsten Zeit noch» Gewinngegemstände gestiftet würden (Abzugeben iit den Geschäftsräumen des Roten Kreuzes, Alte Klinik) zur Erhöhung der allgemeinen Gewinnmöglichkeit. ** Etwa 800 gefangene Franzosen wurden heute morgen gegen 8 Uhr nach dem Gießener Lager gebracht. Es handelt sich bei diesen, wie bei dem letzten Transporte vor einigen Tagen um Einzelgefangene, die in der Etappe gesammelt und zusammengestellt worden sind. ** Das U ms chau fel n des Ge treides darf jetzt nicht versäumt werden, damit das Getteide bei längerer Lagerung nicht dumpfig wird und das daraus gewonnene Meh^ nicht an Backfähig keit leidet. Me Arbeit des Umschauf-elns darf jedoch nur bei trocke nem Wetter vorgenonilnen werden, da sonst feuchte Luft zwischm das Getreide kommt, das die Feuchtigkeit bekanntlich nur um so gieriger aufsaugt, je trockener es ist. Das Umschaufeln hat derart cg zu erfolgen, daß das Getreide aus möglichst langent Wege die Luft dcrrchschneidet. Bei solcher Behandlung wird es zweifellos trocken nrid es wird, wenn man bis Dezember fleiUg umgeschanfett hat. ovn da ab ausr?eicheird sein, wenn man das Getreide alte vier Wochen einmal wendet. Bei Regen- oder Tauwetter darf nicht umge- schaufelt werden. Auch untersuche Man von Zeit zu Zeit den auf- geschütte>ten Getreidehaufen, ob er im Innern nicht warm wird. Sollte das der Fall sein, so muß UMgeschauselt tverden. ** Verein Freunbinnen junger Mädchen. Die Teeabende für Mädchen, die im Erwerbsleben steheir, haben ihren Anfang genommen. Professor Schian hielt an dem ersten Llverw einen sehr interessanten Bortrag über „eine Rjckse nach, Sffebcpr? bürgen Und Rumänien". Am zweiteir Albend sprach eine Dame über Frauenberufe". Der nächste Abend soll ein Musikabend werden. Tie jum.Ml Mädchen haben sich zu einem Verein zusammen- geschlossen, der „Lydia-Verein" getauft ist. Eine Lehrerin hat sich bereit erklärt, uuentgettlich französische Stunden zu geben. Me erste Stunde ist heute, den 16. November. Anmeldungen znm Verein und zur Stunde nimmt entgegen: Frau Prof. Gisevius'. ** 5. Ausgabe von Süßstoff. (Saccharin). In der Zeit vom 11. bis 20. November d. Js. wird gegen den L i e s e r u n g S a b s ch n i t t 5 der Süßstoffkarten „H* (blau) und G" (gelb) von den Süßstoffabgabestellen Süßstoff abgegeben. ^Ausnahmsweise gelangen wiederum zwei Briefchen bezw. zwei Schachteln aus den Abschnitt zur Ausgabe. Mit dem 20. November verliert der Abschnitt 5 seine Gültigkeit. Nach diesem Zeitpunkt nicht abgeruiene Süßstoffmengen dürfen von den Abgabestellen frei verkauft werden. ** Die Hess. Lazarett-Zeitung Nr. 32 bttngt in. ihrem allgemeinen Teile: Erfahrungen des Krieges von Knrt Patzer. Kriegsteilnehmer imfc Krankenkassen. Das veil verfahren) nach der Entlassung aus dem Heeresdienste. Mahnung der Berufs- »utt» Ärbeitsgenvssen an alle Kriegsbeschädigten, ttnsere Kriegskost. Beschäftigung in Lazaretten. Lazarett-Berautng. Rätsel-Ecke. — Die Gießener Beilage enthält : 5xüige Zeit, von Paul Enderling. Zum 25. Mvember 1916, von Dr. Ernst Goetz. Stellen für Kriegsbeschädigte. Berwundeten>-11nterricht. ** Tas Kreisblatt Nr. 147 enthält Bekanntmachungen über die Vornahme der Volkszählung am 1. Dezember, ein Verzeichnis der Schwerstarbeiten, Verbot des Verkaufs von Patenten, Musterschntzrecksten und Fabrikationsgeheimnissen, sowie Bekanntmach,ung über Ausdehnung der Verordnung, betreffend die Einfuhr von Futtermitteln, Hilfsstvffen und Kunstdünger. Landkreis Gießen. ” Rödgen^ 16. Nov. Wehrmann Jakob Schmidt wurde mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Am Anfang des Krieges zog er mit dem Landmehr-Regiment Ne. 116 in Gießen ans, wurde verwundet und befindet sich jetzt beim Landsturm- Bataillon Darmstadt. Kreis Büdingen. # Düdelsheim. 16. Nov. Die Hessische Tapferkelts- medaille erhielt der Landsturmmann Krämer im Landwehr- Jnfanterie-Rgt. 81. 4s: Glaub erg. 16. Nov. Nach 18monatiger treuer Pflichterfüllung starb den Heldentod der Musketier Wolf. 4h Himbach, 16. Nov. In Rumänien starb an einer schweren Verwundung der Musketier Heinrich Wächter. 4h Orleshausen, 16. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Unteroffizier Eckert im Jnf.-Rgt. 173. # Vonhausen, 16. Nov, Die Bayerische Tapferkeits- medaille mit Schwertern erhielt der Kriegsfreiwillige Stork. wg. Gedern, 15. Nov. Me im Vorjahre, so beteiligt sich auch diesmal wieder der hiesige Zweigverein vom Roten Kreuz an der großen Weihnachts-Liebesgaben-Sen- dung der Rote-Kreuz-Organisatton im Großherzogtum Hessen, Fivankfurt a. M!. und Wiesbaden Gr hat zu diesem Zwecke der Matettalien-AbteilUng des Hessischen Landesvereins vom Roten 'Kreuz in Dirmstädt den Betrag von 3 30 Mark überwiesen, welcher ziur Ausstattung einer Ginheitskistse für 250 Mann verwendet wird. Kreis Alsfeld. Up. Ruppertenrod, 16. Nov. Dem Sohn aus der Gastwirtschaft „Zum Löwen" hier, dem Schützen Heinrich Her st wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Er hatte die Erstürmung von Bou- chavesnes am 20. September mitgemacht und war durch einen' Granatsplitter am Knie verwundet worden. up. Von der Ohm, 16. Nov. Vor Beginn der Feldjagd begegnet man öfters'der Ansicht, die H asien seien in diesem Jahre besonders geraten. Deut ist aber nicht so, unsere Jäger berichten nur von einem mäßigen Ergebnis der Hasenjagd. Das nasse Som- mcrwetter ist ebenso wie bei den Rebhühnern dem Hasen nicht förderlich gewesen. Zudem kommt der Hase stets häufiger in der Ebene als im Gebirge vor, wie auch die Jagdergebnisse aus solchen Gegenden viel besser lauten. Kreis Schotten. 4£ Schotten, 16. Nov. Am dem „Lebrerheim* sind sieben heimatlose Feldgraue, die ihren Urlaub bei kostenloser Verpflegung dort zubriugen. 8 An s dem oberen Vogelsberg, 15. 9Lov. In Pen letzten Tagen der vorigen Woche, als die Herbstsonne mit so freundlichen Angen zu uns niederschaute, wurde man beim Anblick des httnrfahrenden Landmanns in eine Zeit versetzt, die längst schon dahin geschwunden ist und fast an die Heu- oder Grummeternte glauben gemacht. Tie letzten Tage des September, die am unseren Bergen den Grummetschnitt so recht in Fluß gebracht hatten, waren plötzlich wieder auf des Svinmers gewohnte Leier verfallen uttb hatten mit einem nicht wieder endenden Regen eingesetzt. Gar manche Fuhre Grummet lag da noch auf den Wiesen und konnte nicht geerntet werden. Nun, da die Sonne wieder so lieblich blickte, dachte so mancher Landmann wieder an seine Wiesen mit lagerndem Grummet. Wenn dieses auch keinesfalls wehr zum Füttern verwendet werden kann, so ist es doch, in etwas getrocknetem Zustande auf den Heuwagen verladen worden, um zu Hause zum Streuen im Stalle Verwendung zu finden. up. Aus dem V o g e l s b e r g, 16. Nov. Die Ungunst des Wetters erschwert jetzt nicht bloß das Auslesen der Bucheckern, sondern macht es für Schäler unmöglich. Das Laub, das jetzt den Waldboden bleckt, ist naß und kalt geworden. Da werden die Kinderhände bald so steif, daß sie keine.Eckern zu fassen vermögen. Und doch liegen noch so viele Eckern auf dem Waldboden! Man sollte, sobald das Wetter sich, bessert, einmal das Verfahren) vrobieren, bei dem das Sammeln der Eckern rascher geht und die Hände weniger mit dem nassen Laub in Berührung.kommen. Dieses Verfahren besteht darin, daß man die Eckern mit dem Laub beetweise zusammenrecht, dann mehrmals duvchvecht und zuletzt durch ein Aehrensieb treibt. Tann liegen die Eckern beieinander am Boden und lassen sich leicht einsanrmeln. Kreis Friedberg. bz. Hochweisel, 16. Nov. Dem Musketier Wilhelm K a U ß von hier, im Infanterie-Regiment Nr. 132 wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 15. Nov. Der bevorstehende Totensonntag erinnert daran, daß dieser ernste Feiertag vor 100 Jahren, am 17. November 1916, durch König Friedrich Wilhelm III. zum! Gedächtnis der in den Befreiungskriegen gefallenen Offiziere gestiftet wurde. In der Kabinettsordre wird bestimmt, daß der letzte Sonntag des Kirchenjahres dem Andenken verstorbener Krieger und auch anderer dahtngeschiedener Personen gewidmet sein solle. ra. Aus dem Kreise Wetzlar, 15. Nov. In sehr erfreulicher Weise wird die B u che cker n s a m m lu n g jetzt überall mit großem Eifer beriebten. In den letzten Tagen gingen fast alle Sckulen aus Stadt und Land in den Wald auf die Suche, und es ist ganz erstaunlich, welche Menge Bucheln fleißige Kinderhände oft in wenigen Stunden znsammenbringen. Leider verfügen aber nicht alle Kreisgemeinden über einen Buchenwald, aber auch hier wollen die Kinder nicht znrückstehen, es wurde ihnen gestattet, in emenis Nachbarbezirk zu lesen. Hessen-Nassau. slMarburg, 16. Nov. Die hiesige Polizeiverwaltung teilt irr den hiesigen Tageszeitungen die Namen und genauen Adressen derjenigen Personen mit, die im Monat Oktober wegen Feld- und Gartendiebstählen polizeilich rechtskräftig bestraft Wurden — Die von vielen Zeitungen gebrachte Meldung, daß hier ein Landwitt Kohl zu 5 Pfg. das Stück verkaufte, ist dahin zu verstehen daß es sich um Mnterkvauskohl (nicht etwa Weißkohl) handelte/Der Mann, der aus einem großen Acker zunächst Frühkartoffeln erntete und dann den Winterkohl pflanzte, hat ein gutes Geschäft und viele Familien mit Sonntagsgemüse versorgt. ul. Limburg, 16. Nov. Mit der Rote-Kreuz-Medaille zweiter Klasse ausgezeichnet wurde Frau Kaufmann K o r k h a u s von hier, mit der Rote-Kreuz-A^daille dritter Klasse Frau Apothoker Dr. Wolfs und Kreissparkassenreudant Grammel von hier. — Bad Homburg v. d. H., 15. Nov. Die gestrige Stadt- verordneten-Versammluug erklärte ihr Einverständnis zu einem Beschluß, nach dem im Winterhalbjahre zur Ersparung der Kosten die Straßenbeleuchtung, soweit es möglich ist, eingeschränkt werden soll. Der Magistrat gibt zur Kenntnis, daß der Rechnungsabschluß der Stadskasse für das Jahr 1914 eine Mehrausgabe von 284 964,29 Mk. ausweist. ** Oden hausen, 16. Nov. Dem Landsturmmann Heinrich Krug aus Odenhausen a. d. L-, der zurzeit in Rumänien kämpft, wurde am 5. 11. für hervorragende Tapferkeit vom seinem Kom- pagnieführer das Eiserne Kreuz 2. Klasse überreicht. Mietssteigerungen nach dem Kriege. Man. schreibt uns: Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß nach dem Kriege auch die Befriedigung des Wohnbedürfnisses sowohl durch Hausbau als durch Miete mit erhöhten Kosten verbunden werden soll. Zur Lebensmittelteuerung kommt die Wohuungs- und M i e t e 1 e u e r u n g — ein neues, wichtiges Gebiet für die Arbeit des organisierten Konsumentenschutzes. Um so wichtiger, als sich gesteigerte Wohuungs preise sofort in gesteigerte Lohnforderungen, und gesteigerte Gestehungskosten der ganzen Gütererz engung um- setzen. Wie die Dinge liegen, Muß eine Verteuerung der städtischen Wohnungspreise ingewissem Umfang unvermeidlich ersckieinen. Wir haben es dahin kommen lassen, daß die Mietskaserne sich in Unseren Großstädten immer weiter ausbreitet. Ein großes 'Massen miethaus aber kann der Mann aus dem Mittelstände, oer aus Geschäftsgründen oder aus Kapitalanlage Immobiliarbesitz erwirbt, aus eigenen Mitteln allein iveder bauen noch kaufen. In beiden Fällen zieht er gegen Hypothek Leihkapital heran. Nun kommt die infolge des Krieges und der Kriegsanleihen cingetrttenc Erhöhung des Zinsfußes und ergreift auch das Hypothekenkapital. Der Hausbesitzer, der künftig mehr Zinsen für seine Hypotheken zahlen muß, sicht sich um seiner nicht ivmiger als beneidenswerten Existenz willen genötigt, aus seinem Hause einen höheren Ertrag herauszuwirtschaften nnd die Mitten zu steigern. Es sind, was hier in Frage steht, Folgen von Zuständen, die zwar keineswegs unausweichlich wie ein Naturereignis über uns kamen, denen wir vielmehr durch eine rechtzeitige Änderung» unseres Bodenrechtes und durchs grundlegende B o d e n r e f o r nt hätten Vorbeugen können: nachdem aber dieses Vorbeugen unterblieben ist, können wir uns den Folgen dieser Unterlassung nicht von heute aus morgen unterziehen. Damit ist allerdings noch lange nicht gesagt, daß wir der Preissteigerung auf dem Wohnungsmarkt ganz tatenlos zuiehen sollten. Läßt sich die Entwicklung selbst auch nicht ganz aufhalten, so läßt sie sich doch bremsen und in ihrem Tnnpo sowohl als rn der Höhe der Mietsteigerungen mäßigen. Solche Bremsmaßnahmen erscheinen von vornherein um so aussichtsvoller, je mehr sie das Uebel an der Wurzel zu fassen suchen, und je michr sie sich! dem' ttnzelnen Fall anpassen können. Deshalb werden Höchstpreise für Mietwohnungen iinlner etwas Mißliches behalten und nur für den Fall äußerster Not als erste, rasch wirkende Hilfsmaßregel von vorübergehender Dauer, ins Auge gefaßt werden können. Aussichtsvoller wäre ein Verbot, den Zinsfuß früher gegebener Hypotheken unmittelbar nach dem! Kriege zu erhöhe n. Denn in dem Umfang, in dem sich dieses Verbot durchsetzen läßt, entfällt für den Hausbesitzer der Zwang, aus seinem Hause einen höheren Ertrag herausznwittschaften und die Mitten zu erhöhen. Bei den öffentlichen Sparkassen der Städte/ Kreise nsw. darf es wohl als selbstverständlich gelten, daß der Zinsfuß für die hypothekarisch angelegten Gelder nicht erhöht wird. Es wäre ja ein vollendeter Widersinn, wenn Gelder, die doch zukn größten Teil aus dem Kreise der Konsumenten stammen, mittelbar dazu dienen sollten, den Sparern selbst die Wohnungen! zu verteuern. Auch für die privaten Hypotheken b a n k e n bedeutet diese Forderung feilt allzu schweres Opfer. Denn iie haben ja das Geld für die hier in Frage stehenden Hypotheken langst beschafft und denken, auch wenn sie den Zinsfuß nachträglich mranf- setzen, nicht daran, den Inhabern ihrer alten ^Pfandbriefe eme höhere Verzinsung oder einen besseren Kurs zu sichern. Durch all das kann man auec nur auf den Kreis der von früher her Ichon vorhandenen Wohnungen einwirken. Eine Verteuerung des Baugeldes für neue Wohnungen und Häuser läßt sich so nicht hmtan^ halten. Zu diesem Zweck ist eine lebhafte Förderung des genossenschaftlichen iui b gemeinnützigen Wohnungsbaues sowie der Kr t e gerhe t m st a t te n b e we - gung durch Staat und Reich im Interesse der Konsumenten unerläßlich. Besonders die Hilfe des Reiches wrrd nicht entbehrt wenden können, iveil nach dem Kriege nur das Reich sich Gtt» in oem hier nötigen Umfange wird beschaffen können, ^arrn de«- ruht die allgenieine Bedeutung ttnes ReichsgesetzeS über K'rteger- httmstätten, wie es der Berliner „Hanptausschuß für .KriegerHeimstätten" erstrebt, für alle Wohnungskonsumenten. . . Eine zweite, davon unabhängige Forderung ist, daß die im Kriege so trefflich bewährten Miet-und Hypotheken et nr-i g u n g s ä m t e r im Interesse der Koch umenten auch nach dem Kriege beibehalten und mit der Befugnis, rechtskräftig zu entscheiden, ausgestattet werden. Darm ist eine Instanz vorhanden, vor welcher jeder strittige Fall von Mietsteigerung unter Berücksichtigung seiner individuellen Besonderheiten verhandelt und entschieden werden kann. __ vermischtes» * Görlitz, 15. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Am Sonntag früh wurde in seiner Wohinmq in einem Hause der Neichenberger Straße der griechische Major des 2 3. Infanterie- Regiments. MelitiosZacharias, tot aufgefunden. Die Feststellungen ergaben, daß ein Unfall vorsiegt und der Tod infolge Gasvergiftung erfocht ist. Heute vorniittag fand unter inilitärischem Gepräncie die icicrlicbe Beisetzung Itatt._ Gerichtssaal. X. Offenbach a. M., 16. Nov. Eine exemplarische Strafe verhängte das Offenbacher Schöffengericht über den Milchhändler Adam Weilmünster von Dietzenbach (Kr. Offenbach a. M.). Ber einer Milchprobe wurde sestgestellt. daß -die Milch bei einem Fettgehalt von 188 Prozent einen W a s s e r z u s a tz von 32 Prozent hatte. Als Veranlassung zur Tat schützte der Angeklagte vor Gericht die M i l ch k n a p p h e i t vor. DaS Urteil lautete auf 2 Monate Gefängnis und 10 0 0 M k. G e l d st r a f e. Universitats-Nachrichten. München,15. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Akademie der Wissenschaften ernarmte in ihrer heutigen Jahressitzung u a zu korrespondierenden Mitgliedern der mathemattsch-plwsi- kalischen Klasse die Professoren Emanutt Kayser-Marburg und Georg Klebs-Heidelberg, zu korrespondierenden Mtgliedern der historischen Klasse die Professoren Eberhard Gothttm-Hetdell>erg und Otto Hirschfeld-Berlin. Airchttche Nachrrchtew. Israelitische Religionsgemeindc. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, den 18. November 1916. Vorabend 4.30 Uhr. Morgens 9 Uhr. Abends 4.55 und 5 30 Uhr. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. Sabbatieier den 18. N o v,.e m b e r 1916; Freitag abends 4.15. Samstag vorm. 8.30, nachm. 3.30 Uhr. Sabbatausqang 5.30 Uhr. — Wochengottesdienst: morgens 6 45, abends 4 00 Uhr. _ Letzte Nachrichten. Botschafter v. Tschirschky y. Wien, 15. Nov. (Zf.) Der deutsche Botsckmster von Tschirschky ist heute nachmittag mrcf, mehrtägiger Krankheit gestorben. Im „Berliner Lokal-Anzeiger" heißt es Mm To-dc Tschirschlvs: ES genügt, zu erivähnen, daß in die Zeit serrter Tätigkeit m Wien die bosnische Krise, der libysche Krteg, der erste und der zweite Balkankrie'g und der Ansbruch des Weltkrieges fielen, um die Fülle der Aufgabeii zu umsckrrttben, die dem Verstorbenen ans diesenr Posten zu wuchsen. Ein führender Parlamentarier über die schwebenden Fragen. Berlin, 15. Nov. lieber eine Reihe der brennendsten po- litrschien Fragen lfat fid> einer der führenden Atänner des Rttck>s- tages einem Mitarbeiter deS Lokab-AnÄetgers gegenüber auscp> sprochien Zunächst bestätigt der Abgeordnete, wie auch aus den von uns heute wiedergegebenen Aeußerungen der Kreuzzertmtg, bervorgeht, daß im Hauptausschuß die belgische Frage in der Tat bkffprock/en worden ist. Wenn der über diese Sitzung veröfsent- lick/te Bericht hierüber nichts gebracht habe, so seien die Gründe, die diese Untettassung veranlaßt hätten, unerfindlich. Er glaube, daß der Bericht von ttnem Zenttumsführer verfaßt sei. Herr von Bethmann Hollweg habe es sich wohl versagen müssen, hier ttnzugrttfen, da er den Befchlnß des Harrptausschusses über die Ber- össentlichung der Vorgänge auch für sich bindend erachttt habe. ES treffe aber durchaus zu, daß der ReichBkan-ler sich gegen die Annahme verwahrte, sein Schwttgen zu den Reden des Herrn Scheidemann stelle deren Mkligung dar. Vielmehr habe er sich mit aller Entschiedenhett darauf berufen, was er über unsere künftige Stellung Belgien gegenüber mehrfach dargelegt habe. Was die Frage der Z i v i l die n st p fl i ch t bc Ireffe, so wäre deren Lösimg noch in ziemlicher Ferne. Unser Ge- währsinann bemerkte hierzu, i>aß den maßgebenden Krttsen die ausgedehnte Erötterung dieser so einschneidenden Maßnahmc gegew- wärtig nicht einmal erwünscht sei. Die ganze Frage stt für eins Erledigung doch noch nicht fest umttssen genug. Den Verhandlungen des Bundesrates ivürden sich Beratungen der Vertrtteo der Großindustrie anschließen, und erst daraus werde sich der Gesetzentwurf für den Rttchstag entwickeln. Davon könne kerne Rede sein, im Wege der Verordnung ein solche Werk ms Leben zu rufen. Ein derattiger Eingttsf in die persönliche Frttheit müsse sttne Verantwortung durch die Volksvertrttung finden. Jedenfalls aber werde diese noch vor Wtthnachten znsammentreten. Dem von Hindenburg an den Reichskanzler gettchteten Appell, in erster Linie die schwerarbeitenden Industriearbeiter mit Fett zu versorgen, Ammte unser Gewährsmann von Herzen zu. Diesem Ruse müsse unter allen Umständet Gehör geschenkt werden, und wenn die übrige Bevölkerung sich hiettn noch erheblicheren Be- schränklmgen unterwerfen müßte. Bezüglich des Kttegsernährungs- amtes sowie dessttr Lttters und seinen Leistimgen sprach sich dev Parlamentatter mit vollster Befriedigimg aus. Herr von Batvckr lttstete 'unter den gegebenen Verhältnissen das Menschenmögliche, nnd damit müsse man sich zuftieden geben. Die Zivildienstpflicht. Berlin, 16.Nov. Die Bossische Zeitmrg schreibt: Es ist in den letzten Tagen vielfach die Befürchtung ausgesprochen worden, daß die Zivildienstpflicht ein Herabdrücken derLöhnc nach sich ziehen kömtte. (ttne derattige Folge ist jedoch nicht beabsichtigt, Und wo sie eintreten könnte, hat die Behörde die Möglichkeit, derartigen Bestrebuitgen der Arbeitgeber entgegenzutreten, wie dies ja jetzt schon hin mrd wieder ttsivlgt ist. Rücktritt Balfours? Haag, 16. Nov. Tie Ktttiken an der btttischen Admiralität, die hauptsächlich in der Northeliffe-Presse nnd in der „Morning Post" zum Ansdruck kamen, haben in Verbindung mit den schwebenden Schwicttgkttten zwischen dem britischen Kriegsministerinm und der Admiralität über die Ltttung des Flugwesens den Ma- rincminister Balsour veranlaßt, demnächst als Marmeminister abzudanken, da das Marineministettnm in Sachen des Flugwesens gegenüber dem Kriegsministerrum wahttchttnlich nachgeben Muß. Tie Versuche, durch ein Kompromiß die Schwierigkeiten zu lösen, sind gescheitett. Wilson. Genf, 16. Nov. Laut ,/Temps" wird Wilson der englischen Regierung eine neue Note übersenden, in der der amettkaniiche Protest gegen die Einschränkung des amettkanischen Handelsverkehrs durch die Postbeschlagnahme, die Schwarzen Liften und die Verzögerung bei der Durchsuchung nach Bannware erneut uiü> verschärft tmtd. Rotterdam, 15. Nov. Ter Daily Telegraph bettchttt aus Washrngton: Seit der Wiederwahl Wilsons beschäftigen sich die hiesigen Plätter nrit Wilsons bekanuten W ünschen, Europa den Frieden Mederzugeben. Eine Depesche des Washingtoner Korvespandenten der Newyork Evenrng Post, die über die Wünsche und Pläne des Präsidenten ansgezttchntt nnter- ttchtet sttn soll und in den letzten Jähren täglichj nrit ihms im Weißen Hause in engster Beziehung stand, wird jetzt als ein Versuchsballon angtt'ehen, der allgemein Beachtung findet. Der Korrespondent erklätt bestimmt, daß^ Wilson in einigen Monaten, vielleicht schon im Laufe des Winters, imstande sttn dürfte, ttne Fttedensbewegung in Gang zu bringen. Wilson stt durchaus unterttchtet über die ^ Aussichten auf eiltenj baldigst Frieden und dürfte btt der ersten bestert Gelegen'httt Vorgehen, was früher der Fall sein werde, als die Oeffenttichkttt annimmt. Es stt zwttfelhaft, ob der Präsident eine Beschleunigung des Ktteges ervttchen könnte, wenn er einfach sttne guten Dienste zur Vermittelung des Fttedens anböte. Er würde aber die kriegführenden Mächte bttten können, eine von ihm einberufene Konferenz zu beschicken, welche sich über die Mindeft-Friedensbcdingungen jedes einzelnen Staates zu mtter- richten hätte. Eine derarttge Konferenz würde zwar nicht sofort zur Einstellung des Kanrpfes oder zu einem W a f f e n st i l l ft a u b führen, aber wenn die Vertttter der europäischen Regierungen einmal zusammenkämen, dürfe doch bezweifelt werden, ob sie ansttnandergehen werden, ohne wenigstens ttnen Waffenstillstand und später ehrenvolle Friedensbedingungen für alle gutzuhttßen. Rußlands Polen-Protest. Haag, 16. Nov. Die russische Regierung erklätt ossizittl: Tie deutsche Und die österrttchisch-nngattsche Regierung haben, von der Besetzmtg eines Tttles des russischen Bodens Gebrauch machend, eine Trennung des polnischen Gebietes von RuUand und dessen Erhebung zu einen: selbständigen Staate proklamiett. Unsere Fttnde bezwecken offenbar, durch russisch-polnische Rekruten ihre Armeeit aufzufüllen. Die russische Regiertmg erblickt in dieser Tat von Deutschland und Oesterreich-Ungarn eine grobe Verletzung der Gttindsätze des internattonalen Völkerrechts, die diese Bewohner eines besetzten Gebittes dazu zwingt (!), die Waffen' gegen ihr eigenes Vaterland zu erbebeit. Tie russische Re- gferung erachtet die Prollamatton als wettlos. Rußlaitd hat sich seit Beginn des !,ßtteges zwttmal über die polnische Proklamation ausgesprochen und plane die Bildtrng eines .Königreiches Polen, das sämtliche polnischen Gebitte umfassen soll. Die Bombenopfer von Padua — -ertrunken. Lugano, 16. Nov. Der „Avanti" meldet aus Padua, daß der Tod von 62 Pettoneit während des österrttchischen Fliegeran- gttsses auf die Stadt am Abend 'des 11. November der "Nachlässigkeit der italienischen Behörden zuzuschreiben ist. Es mar schon ausgefallen, daß die bisherigen kargen Bettchte über die Umstände der schweren Katastrophe wohl von Ertrunkenen, nicht aber durch die Explosion Getöttter uitd Verwundeter zu melden wußte. „Avanti" berichtet nun, daß die großen, der Bevölkerung wider Bombenangriffe der fttndlicheit Flieger zur Verfügung gestellten unterntdi- sch.en Mumie während der letzten Ueberschwemmung sich ,mit Wasser gefüllt hatten. Die Behörden hatten es aber unterlassen, die Bevölkerung davon zu benachttchtigen. Während der Bomberi- ivütte entstand eine Panik, und in der Tunkelhttt stürzten die Leute massenhaft in das Wasser und ertranken. Eine Krisis in Australien. Amsterdam, 15. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach' einer vorliegenden Meldung der „Times" aus Sydney haben 30 000 Bergarbeiter die Arbeit niedergelegt. Hunderte von Dampfern liegen still. Die WoII- auktionen sind eingestellt, weil kein Schiffsraum mehr zu bekommen ist. Die Mehrheit der Bergarbeiter beschloß, über sämtliche .Kohle deir Boykott zu verhängen, um den Betrieb der Eisenbahnen und Sttaßenbahnerr zu verhindern. Die Lebensmitteleinfuhr ist beschrankt, die Preise schnellen in die Höhe. In einer großen Bergarbeitorver- sammlung wurde beschlossen, von der Staatsregierung den achtstündigen Arbtttstag zu fordern. Gafe Ernst Ludwig Mente [7163 KÜNSTLER-KONZERT Tchmiüt-SkkWrnMmii Sifjn. Den werten Mitgliedern zur Bekanntgabe, das; sich die noch fehlenden SntzungSexemplare im Druck befinden und demnächst an die Mitglieder, welche noch keine besitzen, versandt werden. Gleichzeitig wird bekannt gegeben, datz dteienigen Mitglieder, welche ihren Schweinebestand aufgeben, durch Zahlung von 25 Pfg. pro Quartal die Mitglied- ichait bis auf weiteres erhalten können. [8258 NB. Die Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt sofort narb der Besichtigung der Schweine durch den Vorsitzenden Carl Valentin, Krofdorfer Strafte 17, in das Vereinsregister. Der Vorstand. Große Auswahl angekleideter Puppen in .jeder Prelsüajjo. Celenk-Piippen üdo Haides Pnppeo-Iiple und -Oesfelle Puppen-Wäsche, -Kleider,-Schuhe, -Strümpfe, -Häubchen USTT. Echte Haarperücken Puppen-Sitz- und Liege-Wagen J. II. Fuhr Sonnenstraße 25 8081 Fernruf 632 Puppen des Boten Ureuzes Grehen zugunsten unserer verwundeten Ziehnng: 14 . Dezember INI« Futterkalk ur Aufzucht von Schweinen, Zieh und Hühnern in der Central-Drogeric,Schulstr. _ Emil Karn. 17669 sofort gesucht, evtl, genügt Bankbürgschaft od. Deponierung von Kriegsanleihe. 8rhr hoho VerLinsunzx, großer Gewinn-Anteil. MeichhaStiere Sicherheit, daher jedes Rfdcoansereschlossen. Schrift!. Angebote unter 013298 an den Gicftener Anzeiger. Betreffend: Anfuhr von Straßenunterhaltungsmaterialien auf die Kreisstraßen des Kreises Friedberg. Vergebung donFuhrleiftuugen. Für die Anfuhr der demnächst für das Rechnungsjahr 1917 zur Vergebung gelangenden Straßen- unterhaltungSmaterialien für die'Kreisstraße des! Kreises Friedberg, von den in Betracht kommenden Bahnstationen bezw. Steinbrüchen aus die Kreisstraßen, zum Teil schon in den kommenden Wintermonaten, werden Fuhrunternehmer gesucht. Angebote über Fuhrleistungen mit Ein- und Zweispänner und Wechselwagen unter Angabe der Straßenftrerlen sowie der Fuhrlöhne können bis zum 21. ds. Mts. aus meinen Amtsräumen Bismarckstraße 32 eingereicht werden. Friedberg, den 13. November 1916. Der Großh. Kreisbauinspektor: _ I- V.: Lorenz. _ 8 ä* 5 D Gewinn-Auszug der 8 . Preassisch-Süddentscben (234. Königlich Preuss.) Klassen-Lotterte 5. KI**se. 7. Ziehungstag. 14 . 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Aut Jede wjo-mu Nummer etnd zwei gleich hohe «©. wlane gefRJiea, and nrar Je elaer nof <«, Lm« pieie-ier Jammer la den beiden Abtellnutfea I aad II Wasserdichte Westen und Füßlinge | ßndde H Co., Seltersweg 52. [6179 (Ohne Gewähr.) 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