Nr. 269 Erstes Blatt M. Jahrgang Ter Gletzener A«zeia«r erscheint tätlich, außer SornttagS. - Beilaqen: Githener Kamiltenblätter; Kfeisblatt für den Ureis Hießen. Bezugspreis: monatl. 90 Pf.. Vierteljahr!. Mt. 2.65-, durch Abhole- u. Zweigstellen inonatl. 30 Pf.: durch diePost DU. 2.45 Vierteljahrs ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: für dieSchristleitunq112 Verlag, Gesch«ft4steße51 AuschriftfürDrahtnach- - .... ^ - - rächten: Anzeiger Gießen, öwillmgrrunddruck u. Verlag: Vnlhk'sche Univ.-Vuch- u. Zteindruckerei R. Lange. Zchriftleitung. Geschäftzftette tt. Druckerei: Lchuiftr Mittwoch, j5. November Mb Postscheckkonto: Frankfurt a.M. U686 General-Anzeiger für Oderhessen Vankverkehr: Gewerbebank Gießen Annahme von Anzügen die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher, öeilenpreir, s. Anzeigen: örtlich 20 Pi.. Ver- mietungeu u. Stellengesuche 15Pf., auswärts 25 Pf., b. Platzvorschrist 30 Pf., Reklamen 75 Pf., bei Platzvorschrist 90 Pf. Hauptschristleiter: Aug., Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz. Stadt und Land,Ve«nnschtesu.Ge- richtssaal: Fr. R. Zenz.> Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Erbitterte Wmpfe beiderseits der Ancre. /0tf Großes Hauptquartier. 14. Nov. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalseldmarschalls Kronprinz Rupprechtvon Bayern. Beiderseits der Ancre spielten sich gestern erbitterte Kämpfe ab. Durch konzentrisches Feuer schwerster Kaliber vorbereitet, erfolgten gegen unsere im Winke! nach Südwcsten vor- spnngende Stellung starke englische Angriffe, bei denen es dem Gegner unter beträchtlichen Opfern gelang, uns aus Beaumont — Hamel und St. Pierre-Divion und den seitlichen Anschlutzlinien in eine vorbereitete Riegelstellung zurückzudrängen. Zähe Verteidigung brachte auch uns erhebliche Verluste. An anderen Stellen der Angriffsftont von östlich He- vuterne bis südlich Grandcourt wurden die Engländer, wo sie eingedrungen waren, in frischen Gegenstößen unserer Infanterie hinausgeworfen. Französische Angriffe im Abschnitt Sailly-Saillisel scher terten. Heeresgruppe des Deutschen Kronprinzen. Aus dem östlichen Maasufer war die Artilterietätigkeit in den Abendstunden lebhaft. Erkundungsvorstötze der Franzosen gegen unsere Hardaumont-Linien wurden ab gewiesen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Keine besonderen Gefechtshandlungen. Front des Generalobersten Erzherzog Kart. Nordöstlich twn Jakob c ny in den Waldkarpathen wurden russische Abteilungen aus dem Vorgelände unserer Stellungen durch Feuer vertrieben. Vor dem Angriff deutscher und österreichisch-ungarischer Truppen ist im Gyergyo- Gebirge der Russe gegen die Grenzen zurück gegangen. Auch südlich des Toelgyes-Passes machten trotz hartnäckiger Gegenwehr Bayern und österreichisch-ungarische Bataillone Fortschritte. Beiderseits des Ottos-Tales haben auch gestern kleinere Gefechte um einzelne Höhen stattgefunden. An der Südfront von Siebenbürgen dauern die Kämpfe für uns e r so l g r e i ch an. Es wurden wieder mehrere hundert Gefangene gemacht, am Roten- Turm-Paß allein sechs Offiziere und sechshundertfünfzig Mann. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalseldmarschalls von M a ck e n s e n. In der D o b r u d s ch a nichts Neues. Die bewährten österreichisch-ungarischen Monitore brachten nach Feuergeftcht vom rumänischen Donauufer bei Giurgiu sieben Schleppkähne, davon fünf beladen, ein. Mazedonische Front. In der Gegend von Korea kam es erneut zu Schar mützeln unserer Seitenabteilungen mit französischer Jnfan terie und Kavallerie. Der Angriff der Entente ^TruppeninderEbenevonMonastirundnörd- »lichder Cerna dauertan. Die Kämpfe sind noch nicht zum Abschluß gekommen. Mit großem Erfolg hat auch im Monat Oktober unsere Fliegertruppe ihre, vornehmlich auf dem westlichen Kriegsschauplätze, schwere und vielseitige Aufgabe erfüllt. Insbesondere gebührt den Beobachtungsfliegern der Artillerie und Infanterie Anerkennung und Dank. Ihr wirksamer Schutz war durch Kampfflieger, die auch ihre Sonderausgaben glänzend erfüllten, und durch das Feuer unserer Flugabwehr- kanonen voll gewährleistet. Wir haben siebzehn Flugzeuge verloren. Unsere G e g n e r im Westen. Osten und aus dem Balkan b ü ß - len 10 4 Flug zeugeein, davon im Luftkampf 83, durch Abschuß von der Erde 15, durch unfreiwillige Landung hinter unseren Linien sechs. Jv unserem Besitz befinden sich 60 feindliche Flugzeuge jenseits der Linien sind 44 erkennbar abgestürzt. Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff. * # * r Die neueste Umwälzung, die der Krieg hervorruft, indem er durch das geplante Arbeitspflichtgesetz tief in die Freiheiten des Einzelnen einzugreifen verspricht, hat sogleich, bevor die Absichten der Regierung vollständig begannt sind, lebhafte und interessante Erörterungen gezeitigt. Wie ibei den Produktiv ns- und Preisregelungen, den Beschlag- i nahinungen von Unterhaltungsmitteln und der Verteilung durch den Staat, sind auch jetzt wieder Vergleiche mit den ^^^Ecmokratischen Zielen aufgetaucht. Marschieren wir in i 6 .N^enröte des „Zukunstsstaates" hinein? Hören wir . zunächst darüber den „Vorwärts", der an diesen siegreichen . Vormarsch in sein Parteiideal vorläufig nM, nicht recht > giauoen will, uns aber gewisse triumphieret Beweisfüh- .rurmen vorsetzt, mit denen man sich schon auseinandersetzen ! muss Das Blatt schreibt u. a.: ,,Das Wort ist gefallen: „Der ganze Krieg wird mehr und E iv. euier Urfcciterfcagc." An dieser Arbeiterfrage müssen ■ SL bl ' M«st gehört werden. Wie oft ist ihren Bcr- ,rretem un viesMage frei viel bescheideneren Reformen, die sie twn der Produktion im allgemeinen Volksinteresse, das Zurückwellen aller Einzelintercssen hinter das Gesamtinteresse. Aber ihr A^ l e d cn s sozialismus ist doch etwas ganz anderes als der „K r i e g s s o z i a l i s m u s" von heilte, denn er erstreb, ein allgemeine Erhöhung der Lebenshaltung, während der Kriegs- ft-wlismus eine entgegengesetzte Wirkung nicht ansschließt. Die Arbeiter werden nur einer solchen Lösung des Problems zustimmen können, die sie vor einer Verschlechterung ihrer Lebenslage schützt. Wir haben schon ausgeführt, daß der Arbeit^wang für Müßiggänger etwas ganz anderes i>t als der Aroeitszwang für Arbeiter, vynt ersten Fall ist er ein Zwang zur Arbeit überhaupt, im Meilen ern Zwang zu bestimmter Arbeit. Ern Zwang, besser lohnende -lrbeit auszugeben und sie mit schlechter lohnenden zu vertauschen, ein Zwang, auf besser lohnende Arbeit zu verzichten und bei der schlechter lohnenden zu verbleiben, darf nicht ausgeübt werden! Bei einer entsprechenden Organisation wird auf die Ausübung des Zwanges überhaupt so gut wie ganz verzichtet wer-, den können. Dazu bedarf es tätiger Mitarbeit der Gewerkschaften. denen alle Arbeiter angeschlossen werden sollten. Dann kann die Organisation der Arbeiter-Selbstverwaltung zu entsprechenden Bedingungen Kräfte überall dorthin vermitteln, wo sie gebraucht werden. Je besser der Loh n , die allgemeinen Arbeit sbedin- g u n gen, die Unterkunft, die Ernährung, die Sicherung der etwa zurückbleibenden Familie, desto sicherer wird mit der Meldung der notwendigen Freiwilligen zu rechnen sein. Bleiben sie trotz alledem aus, so können die organisierten Arbeiter — ähnlich wie bei.Streiks, wo zunächst die Unverheirateten abreisen — selbst aus ihrer Mitte diejenigen bestimmen, die dem Rufe nach der neuen Arbeitsstelle! zu folgen haben. Die grundsätzliche Anerkennung der Arbeitspflicht durch den Staat, einer Arbeitspflicht, die sich am die wohlhabenden schichten erstrecken soll, bedeutet einen solchen Umschwung des Denkens, daß alle kommenden Umwälzungen der Wirtschaftsordnung in ihr schon im Kern enthalten.-sind. Alles was uns in ber Polemik der Vorkriegszeit als Schattenseiten einer sozialisti- lchen Ordnung breit entgegengehalten wurde, alleS das erleben wir jetzt. Eugen Richters Frage, wer im „Zukunstsstaat" die Stiefel putzen soll, wird im FeK»e mit überraschender Einfachheit gelöst. Die Vereinfachung der Produktion, unter Außerachtlassung „individueller" Neigungen, die rationalistische Zuteilung der wichtigsten Lebensmittel haben wir schon und bekommen sie immer mehr zu spüren. Und zu alledem kommt jetzt die grundsätzliche Einführung der Arbeitspflicht. „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht kften!" Zu befürchten Hecken wir vom Sozialismus, vom wirklichen Sozialismus also gar nichts mehr; wir haben nur von chm zu hoffen!" Da sind doch einige Einwendungen zu machen. Der >Üen, daß wir in einer ...Vorwärts" wird selbst nicht sagen wo..^.„ .«««, ... u.a. glücklichen, wohlgeordneten Zeit leben. Gewiß, wir haben es oft zugeben müssen: „auch der Krieg hat seine Ehre, der Beherrscher des Menschengeschlechts", allein auch der eingefleischteste Militarist hat niemals gesagt, daß der Krieg dauernd etwas Natürliches sei, daß die Menschheit ihn beibehalten müßte, weil sie einige seiner harten Lehren als notwendig erkannt habe. Auch unser Heer, das wir loben und an dem wir nicht rütteln dürfen, ist ja nicht Selbstzweck. Wir brauchen es im Zustande der Verteidigung gegen den äußeren Feind. Undso brauchen wir auch das neueAr- bertspflichtgesetz zur Abwehr unserer Feinde. lst eine Maßregel zur Verteidigung, keineswegs eine olche, die als Jdealerkenntnis aus den Wirren der Zeit servorgegangen wäre. Der Krieg hat sie erzwungen, wie er die Ernstettung der Achtzehnjährigen erzwingt, die ja auch an sich mcht gepriesen werden kann. Wie heilfroh werden wir ein, aus dem „Sozialismus" der Nahrungsmittelproduk- tton und -Verteilung in glücklicheren Zeiten nach dem Kriege wieder herauszukommen! Nicht in erster Linie darum, weil wir nach den Fleischtöpfen des Friedens Sehnsucht hatten! Llber das Einsetzen aller Volkskräfte zur Wehr gegen den äußeren Feind, das heute unbedingt erforder- uch ist, kann und darf ja nicht fortdauern, und wir führen Krieg um zum Frieden zu gelangen. Dann aber sollen die Volkskräfte, die heute einem harten, aber gerechtfertigten Zwang folgen müsseii, wieder freie Bewegung erhalten, soweit der»vernünftige Staatsgcdanke es zuläßt. Die Büunie und Straucher unserer Kultur, die jetzt im Winter des Krieges zwar lebensvoll, aber kahl und laublos dastehen, werden wieder im grünen Schmuck, in holder Blütenbekrönung da- tehen. Dafür kämpfen und leiden wir jetzt. Das Leid des Arbeitszwanges sott uns fteilich nicht chwer werden. Auch im Frieden ist der Müßiggänger ein Tropf und keine beneidenswerte Figur. Ob es unbedingt nötig ist, die Gewerkschaften zur Arbeitsvermittlung und -Verteilung mit heranzuziehen, wie es der „Vorwärts" will, ist nicht recht einzusehen. Warum soll es der Staat nicht selber machen? Gewiß, der Krieg ist auch eine Arbeiterfrage — Hindenburg selbst weist uns heute in einem '^.^^Enswerten Brief an den Reichskanzler (siehe Blatt» darauf hin. Aber die Arbeiterftage ist nur eine Frage des staatlichen Lebens, es gibt zugleich andere, für die Gesamtheit des Volkes wichtige Probleme und Rücksichten. Jawohl, auch Rücksichten! Nicht ans Geldsack und Wohlleben Einzelner. Sondern auf die bestmögliche Produktion, auf die Bewegungsfteiheit von Handel und Industrie. Gercwe der Krieg hat uns gelehrt, wie vielfache Vorzüge die Privatwirtschaft vor der staatlichen und bureaukratischeir Organisation voraus hat. Unsere Kriegsindustrie hat nicht nur Gewinne gemacht, sondern uns das siegreiche Dn.rchhalten erst ermöglicht:. Aus diesen Gründen ist es zu verstehen, wenn der natiouallib Krale Abgeordnete Stcesemann int „Deutschen Kurier" zu der geplanten Arbeitspflicht folgende Bemerkungen macht; „Auf das Unvereinbare von Unternehmer gewinn und den Zwang der Arbeit wird hingcwiesen, und für eine besondere Industrie — für die Rüstungsindustrie — wird bereits die Verstaatlichung gefordert. In einer solchen Entwicklimg, ausgedehnt auf weite Gebiete, möchten wir für deutsches Wirtschaftsleben keinen -ftorteil, nur einen Nachteil erblicken. Ter deutsche Handel und die deutsche Industrie sind auf dem Unternehmergeist und der Arbeits- sreudigkeit des Einzelnen aufgebaict. Durch Vcrstaatlichung wird die Erdrosselung dieser beiden Faktoren und damit gleichzeitig Ausschaltung des deutschen Handels, der deutschen Industrie und der Konkurrenzfähigkeit mit anderen Ländern herbeigeführt." * * * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 14.Nov. (WTB. Nichtamtlich) Amtlich wirk verlautbart: 14. November 1916. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresfrontdes64eneralfeldmarschallS v o n M fl d c n f t n. Unsere Donaumonitore erbeuteten nächst G i u r g i u be' stärkster feindlicher Gegenwirkung sieben teils beladen Schlepper. Heeresfront des Generalobersten ^ ^ „ Erzherzog Karl. Bei Orfova säuberten wir das rechte Cerna-Ufer. Im Norden der Walachei verlaufen die Kämpfe dauernd günsttg. In den letzten zwei Tagen haben wir vier 1600 Gefangene, neun Maschinengewehre und ein Geschütz eingebracht. Im Oitoz-Paß setzten die Rumänen ihre An- griffe fort. Im Abschnitt von Toelgyes wurden die Russen gezwungen, mehrere Höhen westlich der Grenze aufzugeber Mrdlich von Jakobeny scheiterte ein russischer Vorstoß. Heeresfrontdes Generalfeldmars challs Prinzen Leopold von Bayern. Nichts Neues. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse von Belang. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant. * Ereignisse zur See. In der Nacht vom 13. auf den 14. ds .Mts. hat ei nes unserer Seeflugzeuggeschwader militärffche Ob- ickte von Doberdo und das feindliche Abwehrflugfeld von B e l i g n a mit Spreng- und Brandbomben sehr wirkungsvoll belegt. Mehrere Hangars wurden voll getroffen und ein großer Brand erzeugt. Trotz heftiger Beschießung kehrten unsere Flugzeuge unversehrt zurück. Flottenkommando. * * * Die Beute von Constantza. Köln, 14. Nov. (zf.) Die „Kölnische Volkszeitung" meldet aus Sofia: Die Zählung der in Constantza aemachten Beute ist nahezu beendet. Es wurden gezählt 30 000 Tonnen Petroleum, 27 000 Tonnen Benzin, 17 000 Tonnen Mineralöle, ungeheure Vorräte an Getreide, Zucker, Kaffee, die für eine mehrmonatige Verpflegung der rumänischen Dobrudscha-Armee und die Bevölkerung bestimmt waren. Der englische Bericht. 13. Novenrber, 10.30 abends. Wir haben heute morgen aus des Ancre angegriffen und es gelang uns, in die endlichen Lrmen einzndringen aus einer Front von 8 Mometer. Das stark befestigte Dorf St. Pierre-Divion (IV, Mo- metcr nordwestlich voii Thiepval. D. Red.) ist in unsere Hände gefallen. Der Angriff war während des Tages in einem dichten N e b e l unternommen worden. Wir brachten dem Feinde bedeutende Verluste bei. lieber 3300 Gefangene sind bis jetzt gezählt und andere sind rwch gemeldet. Der Kampf dauert an. Das auf- dem Norduser der Ancre gewonnene Gelände war eine außerordentlich starke deutsche Verteidigungslüne. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 14. Nov. (WTB.) Amtlicher Heeresbericht vom 13. November. Im Laufe des Vormittags des 11 No- venrber warfen vier feistdllche Flugzeuge einige Bomben auf Birelseba, die keinen Schaden verursachten; zrv-ei Arbeiter wurden verletzt. Diese feindlichen Flugzeuge lourden durch die unsrigen vertrieben. An ider persischen und Tigrisfront betätigen sich die Runen unh Engländer, da sfe selben, daß sie keinen militärischen Erfolg erzielen konnten^ üi Angriffen ans unverteidigte Dörfer und Stämme und in schainloser Plündermrg und Verheerung Unsere gruppen »verden die Räuber bestrafen. K a u k a s n sfront; Für iins günstige Scharmützel. 'An den übrigen Fronten kein Ereignis von Bedeutung. Der Stellvertretende Oberbefehlshaber. * * * LebenSmittelmarrget und N-Bootkrieg im englischen llnterhauS. Rotterdam, 14. Nov. (WTB. Mchtamtlich.) Der „Nieuwe Notterdamsche Courant" meldet en, eine Er- klärmtg über die Regelung der Lebarswitteleinfuhr abMgeben. Bc- kmmtlich sei Runeiuran wegen der Schiffsvn'lnste Infolge des U-Boot-Krieges in Sorgen. — Lluch andere Blatter befassen der gesteigerten Tätigkeit der deutschen kU-Boote. „Times" druckt an miffallnGer Stelle eine Liste ber Schiffsvcrluste, btc am Samstag und Sonntag gemeldet wurden, ab. „Dally Chronicle" bringt in einem Leitartikel die Le- ^ bensmittelpreise und den U-Boot-Feldzug miteniander in Ver- lbrndung. Das Blatt sehrerbt: Das Problem des Schiffsraumes ftst wieder in ein schwieriges Stadüun getreten, zum Teil, wenn auch nicht ausschließlich infolge des U-Bvot-Ktteges. Man braucht nur die täglichen Verluste an Handelsschiffen, die in den Grund gebohrt werden, zu beachten, um einzusehen, daß der Kampf zwischen der britischen Admiralität und den Piraten, der 22 Monate auf Und niederschwankt, im Augenblick zugunsten der Piraten verläuft. m AuS der französischen Kammer. Paris, 14. Nov. (WTB .) Meldung der Agence Havas. Der Minister der öffentlichen Arbeiten, Sembat, erörterte in der Kammcr in Beantwortung der Interpellation über die Transportkrise eingehend die Fragen des Eisenbahnwesens, der Schiffahrt und der Einfuhr, sowie alle Bemühungen, die darauf abzielten, die Bedürfnisse der Armee mit den übrigen öffentlichen Bedürfnissen in Einklang zu bringen. Betreffs der Anregung, daß die Leitung des Eisenbahnwesens dem Minffterium der öffentlichen Arbeiten übertragen werde, drückte Seinbat die Ansicht aus, daß diese Frage ganz besondere Schtvierigkeiten im Kriegsgebiet aufweise, wo die Militärbehörden in dringendster Weise die Eisenbahnen brauchen. Sodann legte der Minister ausführlich die zur Beseitigung der Transportkrise ergriffenen Maßnahmen dar. Der radikale Abgeordnete Andrö Hesse beantragte, daß zunächst über die von ihm und mehreren Parteigenossen eingebrachte Taaesord- rumg abgestimmt werde, in der der Regierung wegen ihres Mangels an Tatkraft das Vertrauen verweigert w/ird. Ministerpräsident Brian d forderte die Kammer auf, die Frage in ihrer Gesamtheit zu erwägen. Wttrn Amerika, dessen! Eisenbahnwesen so wunderbar ausgestaltet sei, seine Verkehrswege überlastet sehe, könne man sich nicht wundern, daß Frankreich eine Transport krise durchmache. Aber man dürfe nicht sagen, daß die Lage in Frankreich kein Vertrauen verdiene. Denn in dem Lande ' lebe das tiefe Gefühl, daß der Krieg in e i§i e entscheidende Phase eingetreten sei und dem Siege entgegengehe. Was das Land wolle, sei, daß die Regierung die .Schwierigkeiten überwinoe, die notwendig entstehen mußten und den allgemeinen Plan annehme, der das gegenwärtige System unter Mitwirkung aller zuständigen Stellen und aller beteiligten Kreise abändere. Briand appellierte an das Vertrauen der Kammer. Die Regierung nahm schließlich eine Tagesordnung des Llbgeord- neten Radier an, in der eine einzige Leitung und die Annahme des allgemeinen Planes verlangt, so»vie die Hoffnung ausgesprochen tvird, daß die Regierung altes aufbieten werde, um die Verwirklichung dieses Programms durchzusetzcn. Die Priorität der Tagesordnung wurde mit 413 gegen 103 Stimmen angenommen und dem Paragraphen, der der Regierung das Vertrauen ausspricht, mit 415 gegen 86 Stimmen zugestimnrt. Die gesamte .Tagesordnung wurde durch Handausheben angenommen. Berlin, 14. (Nov. (Priv.-Tel.) Die „Vossische Zeitung" > meldet aus Zürich: Nach einer Nachricht der „Züricher Post" aus Genf ist der französische Minister Sembat stark bloßgestellt durch die Gewährung einer Konzession an eine englische Gesellschaft füH die Petroleumselder in Algier. Sein Rücktritt gelte als sicher, der Rücktritt des ganzen Kabinetts als wahrscheinlich. Berlin, lö.Nov. Aus der französischen Kammer wissen! verschiedene Blätter zu berichten, daß Briand zugerufen worden sei: „Was uns fehlt, ist eine zielbewußte Führung, ein energisches Chef. Wir haben eine Regierung, die nicht regieren will. Es ifi? bedauerlich, daß nach 28 Monaten unsere Minister nicht zlkr Erkenntnis der erforderlichen Notwendigkeiten gelangen konnten." Eskimos an der französischen Front. Berlin, 15.Nov. lieber London erfährt die „Boss. Ztg.", daß an der französischen Front in den Vogesen dieser Tage Eskimo s mit Hunden ankamen, die für Munitions- und Proviantver- sorgmrg abgerichtet waren. Die Ernte in Frankreich. Bern, 14. Nov. (WTB.) Nach einer Mitteilung des französischen Ackerbaunrinisterrmns wurden die Feldarbeiten im Oktober durch schlechte WitterungSverhclltnisse in fast ganz Frankreich in ziemlich großem Ausmaße behindert. Tie Kartoffelernte ist weniger befriedigend als der Futterrübenertrag. Die Ernte in Italien. Bern, 14. Nov. (WTB.) Nach Nachrichten des amtlichen Bureaus für landwirtschaftliche Statistik in Rom beträgt die diesjährige (Maisernte nur 19,5 Millionen Doppelzentner, ivas einen Ausfall gegenüber dem Vorjahr von fast 10 j Millionen Toppelzentirern bedeutet. Der Maismangel wird besonders hart in Oberitalien empfunden werden, da die dortige Landlbevölkerung die aus Mais bereitete Polenta als Hauptnahrun- ! genießt. Bern, 14. Nov. (WTB.) Tie Aussichten auf die italienische Olivenernte, über die die Statistiken auffallender Weise »noch keine Zahlen geben, sind nach verschiedenen Presseäußerungen igeradezu trostlos. Infolgedessen ist seit einiger Zeit die Ausfuhr itxm Olivenöl ausnahmslos verboten. Tie amtliche Statistik über den italienischen Außenhandel für die ersteir fünf Monate des laufenden Jahres weist eine Unterbilanz \ 1,8 Millionen Lire auf. Tie Ausfuhr betrug 1,2 Millonen, diel j Einfuhr trber 3 Millionen Lire. Ter Landwirtschaftsminister gibt bekcumt, daß in den Provinzen Grosseto und Rom, sowie denen Süditaliens und der JUsctn für die Bebauuug brachliegender Felder mit Weizen, Mais und jjSifet für den Hqktar 50 Lire Prämie bezahlt werden. Der Kohleymangel in Frankreich und Italien. Bern, 14. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Laut „Journal" .müßte eines der bedeutendsten Pariser Elektrizitätswerke kn der Nacht vom Samstag zum Sftmttag die Strom'liefen .rung einstelleir. Die sämtlichen nordwestlichen Vorstädte von l',Paris wurden davon betroffen. Mehrere Fabriken, die, wie das „Journal" hinzuffigt, auch Sonntags arbeiten und einen hohen Stromverbrauch haben, haben die Arbeiter vorläufig, entlassen müssen. Der einzige Grund des Stillstands des Elektrizitätswerks liegt darin, daß die Kohlenvorräte aufgebraucht sind. Bern, 14. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) „Corriere dekla Sera" .meldet: Da infolge Arbeitermangels die Erzeugung von! ^Holzkohle, die in ganz Italien allgemein zu Heiz- und Koch- ^zwecken benutzt wird, stark zurückging, bat die Regierung beschlossen (Kriegsgefangene zu Kühlen arbeiten heranzuziehen. Daß durch diese ?Naßnahrne der Holz- und Kohlenmangel nicht im geringsten behoben wird, erhellt aus,der Tatsache, daß die Holzeinfuhr ' in dem holzarmen Italien in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres nicht einmal den vierten Teil der Holzeinfuhr von) 1913 erreicht. Sie beträgt nach den amtlichen Statistiken nur i.2,3 Millionen Doppelzentner. Bern, 14. Nov. (WTB.) Meldung der „Agenzia Nationale": Aus berechtigten Sparsamkeitsgründen werden in den zuständigen Ministerien Maßnahmen geprüft, um die .Dauer des Straßenbahnverkehrs und der öffentlichen Vorstellungen einzuschränken. Wahrscheinlich werde der Halbelfuhrschluß auch auf sie ausgedehnt, um 'der Kohlenknappheit entgegenzutreten. „Corriere della Sera" meldet: Die italienische Kammer wird ans Gründen verschiedenster Art erst am 6. Dezember wieder eröffnet werden. Zum Tode des Prinzen Heinrich von Bayern. Berlin, 14. Nov WTB. Nichtamtlich.) Am 7. November wurde Prinz H e i n r i ch v o n B a y c r n in iden Kämpfen südlich des Roten Turm-Passes rötlich verwundet. Von der Obersten Heeresleitung wird hierM geschrieben: Tie Brigade Epp, zu der das Jnfanterre-Leibreglmenl unter Führung des Prinzen Heinrich von Bayern gehörte, hatte am 6 . November durch einen kühnen Flankenstoß vom Mte. Säte her das Becken Perisani östlich des Roten Turm-Paffes geöffnet. Im weiteren Verlauf sollte sich die Brigade (in iden Besitz des 300 Meter höher gelegenen Poiana Spinului (südlich des Mte ©ate) setzen, um dann wieder als Stoßflügel ttnen Angriff beiderseits der Straße Perisani Saltrucu zu unterstützen. Tie Wegnahme von Poiana Spinului sollte dem Infanterie-Leibregimenl zufallen. Das dortige Angrigsgelande ist sehr zerklüftet und zerrissen. Eine eingehende Erkundung war nötig. Nur nach persönlicher Erkundung ist es dem Truvpenführer im Gebirge möglich, solche Angriffe gegen stark ausgebaute Stellungen zu erkennen. Am 7. November vormittags wünschte der Brigadcführer zusammen mit dem Führer des Jnfanterie-Leibregiments Prinz Heinrich Klarheit über die Angriffs möglich kecken und das Zusammenwirken vchn Infanterie und Artlllerie zu gewinnen. Aus der vordersten Linie am Mte Säte, die auf einer mittleren Jnfantette^Sch.uß-Ent- ferirung dem Feinde gegenüber lag, war das Angriffsgelände zu übersehen. Ohne Rücksicht auf die eigene Person versuchte ber Prinz mit der ihm eigenen Gewissenhaftigkeit die möglichen Wege und Angriffsverhältnisse für die Bataillone und Kompagnien sest- zustellen. Anfänglich gedeckt durch ein Strauchwerk, scheint der Prinz im Eifer diese Teckung verlassen und seine hohe Gestalt scheint sich am Horizont abgehoben zu haben. Ein Schuß fiel und schlug sich neben dem Prinzen ein. Wie immer der Gefahr nicht achtend, setzte der Prinz mit größter Kaltblütigkeit die Erkundung fort, obwohl gleich darauf noch einige Schüsse emschlugen. Plötzlich beim vierten Schüsse, sagte dev Prinz leise s „Ich bin verwundet, am Oberschenkel" und sank zu Boden. Ter Prinz wurde sofort in die Teckung zurückgelragen. Die Untersuchung ergab einen Schuß in die Lebergegend, fast nur wie ein Streiffchuß aussehend. Innerlich scheint aber ein größeres Blutgefäß zerstört worden zu sein. Ter Prinz wurde in seinen nahe gelegenen Gesechtsstcmd zurückgetragen und der Obhut seines Arztes übergeben, um am nächsten Tage, falls sein Zustand es erlaubte, in ein Feldlazarett übergeführt zu werden. Am Abend war das subjektive Befinden des Prinzen gut und zuversichtlich. Er äußerte nur sein Bedauern, daß er morgen den schönen Angriff des Regiments nicht toerde leiten können. Der Arzt sah den Zustand als ernst, jedoch nicht hoffnungslos an. Ter Prinz selbst dachte nicht daran, daß er den kommenden Tag nicht erleben sollte. Noch um 2,15 Uhr sprach er mit dem Arzt in zuversichtlicher Stimmung. Um 2,30 Uhr morgens ttat eine plötzliche Schwäche ein. „Noblesse oblige" waren seine letzten ^Worte. Kurz nach 2,30 Uhr war er ganz verschieden, als tapferer Soldat, als echter Offizier. Im Morgengrauen, als der Angriff seines Batalllons gegen Poiana Spinului im siegreichen Fortschreiten war, wurde seine Leiche zu Tal getragen. Das Heer hatte einen tapferen Soldaten verloren. Der Seekrieg. Berlin, 14. Növ. (Priv.-Tel.) Der italienische Dampfer „Mudros", früher deutsche Levantelinie (3137 Br.-R.-T.) und der Italienische Segler „Giovanni Anteri Be - retta" (332 Br.-R.-T.) sind versenkt worden. Bern, 14. Nov. (WTB.) Der „Matin" meldet aus Brest: Ter italienische Dampfer „Margab" (800 Tonnen) wurde versenkt. Die Besatzung ist von dem Torpedoboot „Sainte Jeanne" in Brest gelandet worden., London, 14. Nov. (WTB.) „Llovds" meldet: Der englische Dampfer „Morazan" (3486 Br.-R.-T.) ist versenkt worden. Der Kapitän wurde gefangen genommen. Auch die englischen Dampfer „Caterham" (1777 Br- R.-T.) und „Kapund w' (3097 Br.-R.^T.) sind versenkt worden. Christiania, 14. Nov (WTB.) Meldung des Norwegischen Telegramm-Bureaus. Der Dampfer „Camma" (1794 Br.-R.-T.) aus Toensberg ist laut einer Meldung aus Bilbao an das Ministerium des Aeußern am Samstag versenkt worden. Die Mannschaft wurde gerettet. Das Vizekonsulat in Garrucha drahtet: Der Dampfer „Tripel" (nicht in Lloyds Register, auch als „Kripel" gemeldet), 4633 Br.-R.-T., aus Trammen wurde gestern vor Gariao versenkt, die Mannschaft ist gerettet. Das Vizekonsulat in Coruna meldet: Der Bergener Dampfer „Fors dalech' (2835 T.) wurde von einem deutschen Tauchboot versenkt. Seine Mannschaft und die Mannschaft des norwegischen Dampfers „Balto", je 25 Mann, wurden in Comarino gelandet. Mit den übrigen heute gemeldeten Dampfern hat die norwegische Kriegsversicherung einen Verlust von M/s Mill. Kronen erlitten. London, 14. Nov. (WTB. Nichtamtl.) Lloyds meldet, daß bte, Fischd am pfer „Our B oy e" und „S u p p e rb" versenkt wurden. Die Besatzungen sind gelandet. Amsterdam, 14. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der Korrespondent der „Times" in Washington meldet, der Bericht, daß der amerikanische Dampfer „Columbia" erst versenkt wurde, nachdem sich das stürmische Wetter genügend gelegt hatte, um Boote aussetzen zu können, habe in Washington beruhigend gewirkt. Aus dem Reiche. Die Einberufung des Reichstags. Berlin, 15. Nov. Ueber den Wiederzusammenttitt des Reichstages wegen der Beratung über die allgemeine Zivildienstpflicht ist man nach der „Voss. Ztg." in Reichstagskreisen selbst der Meinung, daß vor Anfang Dezember an eine Einberufung nicht zu denken sei. Der „Vorwärts" schreibt: Der Reichstag wird auf alle Falle mit der Angelegenheit befaßt werdev und zwar noch vor Weihnachten, da das Gesetz womöglich schon zu Neujahr in Kraft tteten soll. Eine Versammlung der .^konservativen. • Berlin, 14. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Berliner deutsch-konservative Wahl verein nahm am 11. November in einer zahlreich besuchten Versammlung ein- sttmmig folgende Entschließung an -j Die, heute in Berlin in den Sophien-Sälen versammelten zahlreichen konservativen Frauen und Männer sprechen ihre feste Ueberzeugung aus, daß jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau bis zuFlt letzten Atemzuge kämpfen und helfen muß und wird, dem Vaterlande einen Fr i ede n zu erringen, der unsere künftige Unabhängigkeit, Freiheit und Entwickelung und Sicherheit verbürgt. Sie geben aber auch der festen Erwartung Ausdruck, daß ohne jede Rücksicht auf ftemde Interessen alle Mittel angewandt werden, die wir besitzen, um unseren Todfeind England niederzuringen, weil nur dann unserem Vaterlande und der Welt ein dauernder Friede errungen werden kann. * Berlin, 14 Nov. (MDBJ Die außerordentliche Generalversammlung des deutschen Holzarbeiterverbandes, die am 14. November abends tagte, erklärte sich mit den zwischen den Verttetern der Arbeitgeber und Arveiter getroffenen Vereinbarungen einverstanden und beschloß, den noch bis zum 10. Februar 1917 geltenden Tarifvertrag nicht zu kündigen. Ares Stadt und Land. Dießen, 15. November 1916. Deutsche Hausfrau ermüde nicht! Der Kreisvorstand der Vaterländischen Frauenvereine schreibt uns: Unsere Feinde leben in der Hoffnung, uns aushungern $u können. Briefe, die bei deutschen Gefangenen gefunden wurden, m denen sich die Frauen in übertriebenen Klagen über die Schwieria- feit der Ernährung ergingen, müssen diesen Wahn der Feinde immer wieder stärken. Darum schaltet in den großen Zeiten kleine Alltagssorgen aus. Bürdet sie denen an der Front nicht noch auf, tragt sie sttll und mutig als einen winzig lleinen Teil von deü großen Bürde des Krieges, die auf uns allen liegt. Vielleicht wird manche Landwirtsfrau sagen: die Schwierigkeiten, die die Städterinnen jetzt hoben, sind nur ein Ausgleich für die unendlich viel größeren Schwierigkeiten, die sich bei uns auf dem Lande abspielen. Sollen wir zu dem allen vielleicht unserm schwer arbeitenden Gesirrde die Fleischmahlzeit kürzen ober unser Vieh hungern lassen, um die Städter zu versorgen? Aber ivenn nKr den Blick aufs große Ganze richten, dann müssen andere Gedanken die Oberhand gewinnen. Dann müssen wir uns sagen: Tic städtischen Haushalte sind abhänarg von der Versorgung durch unsere Wittschaften. Ich muß ihre Not als meine Not ansehen und ihnm liefern, was ich nur absparen kann, sonst steigt die Not irn gemeinsamen^Vaterlcmd^ Im Haus wie im Stall muß mit allen nutzbaren Stoffen aufs sparsamste umgegangen werden. Wieviel dadurch gewonnen werden kann, sollen einige Beispiele zeigen. Es ist berechnet worden, daß von dem irn Kraftfutter enthaltenen Eiweiß so viel vergeudet wird, daß von dem, was bei fiebert Kül)en unnörig verbraucht wird, eine achte Krrh vollständig ernährt werden könnte. Es ist berechnek worden, daß bei der Aussaat der Kartoffeln, wenn man sich die Mühe nimmt, sie sachgemäß zu' zerteilen, leicht 35 000 000 Zentner im Deutschen Reich erspart werden könnten. Es ist berechnet worden, daß durch richtiges Schälen der Kartoffeln 2 Millionen Tonnen gespart weröm können. Daß durch Konservierung des Gemüses 300 000 Tonnen, des Obstes 250 000 Tonnen erhalten werden könnem Daß, wenn jeber Deutsche täglich ein Gramm Butter weniger essen wollte, also so viel, als man auf ein Brötchen spärlich streicht, die Milch von! 277 000 Kühen gespart werden könnte. So oft denkt man: Ach, was ich als einzelner tue, darauf kann es ja schließlich nicht ankommen. Wenn aber die kleinen Nachlässigkeiten und Unbedachtsamkeiten von Millionen begangen werden. Sie lehren uns bei jedem Tun und Lassen zu fragen: „Was wäre die Folge, wenn Millionen Frauen so handeln wollten wie ich." Es ist einmal gesagt worden, wenn eine Denkmünze auf diesen Krieg geschlagen werden sollte, so müßte eine deutsche Frau, die den Pflug führt, darauf verewigt sein! Gewiß, das würde zum Ausdruck bringen, was sie dem Vatcrlande geleistet hat. Die schwerste Arbeit hat sie nicht gescheut, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Mann, Sohn, Knecht hat sie ersetzt und noch nebenbei ihre Hausfrauen- und Mutterpflichten erfüllt. Man kann wohl sagen, unsere Lcmdftauen sind ein treues Heer im Dienste des Vaterlandes gewesen. Aber der Krieg wöhtt lang und die Gefahr ist, daß manche ermüdet und der Last ihrer Sorgen zu erliegen droht! Denn cs ist ja nicht allein die körperliche Arbeit, die sie zu leisten hat, sondern auch das Denken und Verfügen, das Plänemachen und Entschlüssefassen, was ihr obliegt, besonders wenn sie den abwesenden Mann) zu vertteten hat. ^ Da halte sie sich immer an dem Gedanken aufrecht, wie wichtig der Posten ist, auf dem sie steht, und daß cs ihre heiligste Pflicht ist, treu auszuharren. Wollte sie die Flinte ins Kvrn werfen, alles gehen lassen, tvie es geht, die Zügel aus dem Boden fdjtrtifeit obetf gar die ^Wirtschaft ganz irn Stich lassen, so wäre das wahrlich eine Fahnenflucht. Das Vaterland verlangt, daß in jeder Wittschaft jetzt das Aeußerste geleistet und das Höchste produziett wird. * ** E i n Polen-Roman beginnt in unserem Ikii tigen Familienblatte. Der Verfasser Carl Busse, dessen Dichtername guten Klang hat, ist in Lindenstadt in Posen geboren. Er kennt das polnische Land und das polnische Volk, und „Königsträumc" ist nicht der einzige Roman, in dem er die Polen diesseits und jenseits der Grenze schildert. In diesem Romane, der bei den augenblicklichen Begebenheiten in Polen urrseren Lesern besonders willkommen sein wird, stellt Carl Busse mit hinreißender Gestaltungskraft und kraftvoller, leidenschaftdurchglühter Sprache die Ereignisse des letzten Polenaufstandes in den 60er Jahren dar. Die spannende Handlung, die dem letzten Nachkommen der polnischen Könige die Tochter eines deutschen Gutsherrn zum Schicksal werden läßt, hält bis zum Schluß die Leser in ihrem Bann. * ** Der Großherzog ist gestern in Begleitung der Flügeladjutattten Major Freiherr von Massenbach und Rittmeister von Schroeder an die Front abgereist. ** Jungwehr. Mittwoch, 15. November. Antreten 81/4 Uhr. Komp. 620 (1.): Realgymnasium. Komp. 621 (2.) 1. Abteilung: Oberreätschule; 2. Abtellung: Gynrnasium ** Eine öffentliche S itzung des Provinzial ausschusses ftndet Mitttvocki, den 22. November 1916, vormittags 9 Uhr irn Sitzimgssaal des Regierungsgebäudes mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage des Ottsarmenoerbandes Frankfutt a. M. gegen den Ottsarmenverband Gießen wegen Anerkennung der Unterstützungspflicht für Bernhard Sünger. — 2. Klage des Ortsarmenverbandes Frankfutt a. M. gegen den Ottsarmenverband Gießen wegen Erstattung von Arrnenpflcge- kosten für Elisabeth Weber geb. Hilberg aus Oberweimar. — 3 Klage des Ottsarmenverbandes Frankfurt a. M. gegen den Ottsarmenverband Gießen wegen Rückerstattung von Pfleggeld für das Kind Otto Heinz Jublle. ** Tie am 1. Dezember ds. Js. stattfindende Volks - und Berufszählu ng sowie die Aufnahme des B i e b b e ft a n d e s erftlgen Lemeindcweise unter Leitung der Großh. Bürgermeistereien (Oberbürgermeister, Bürgermeister', denen die nötigen Zählpapiere durch die Großh. Zentralstelle für die Lairdesstatistik in den nächsten Tagen zugehen werden. Die Volkszählung wird mittels Haushaltungslisten, welche der Haus haltungsvvrstand cru^ufüllen hat, vorgenommen, während der Viehbestand von den Zählern unmittelbar in die Zählliste ein- gettagen werden muß. ** A ch t e t auf die G e l d st ü ck e. In der letzten Zeit werden wieder falsche Einmarkstücke angehalten. Sie sind schlecht geprägt, haben eine dunkle Färbung und fast keinen Klang. Sie tragen die Jahreszahl 1905. Alte Fünfzigpfennigstücke, erkenntlich an der großen Zahl 50, sind ebenfalls im Umlauf. Sie haben geringen Silberwert und sind seit einigen Jahren außer Kurs gesetzt. Ferner befindet sich Geld feindlicher Staaten im Umlauf. Besonders zahlreich findet man russische Rubel mit dem Bildnisse des jetzigen Zaren und der Jahreszahl 1897. Man verwechselt diese 6)eldstücke sehr leicht mit Dreimarkstücken. Daher fei man recht vorsichtig. « ** Vom Taba kbau in beiden Hessen. Der vor- läungen Nachweisung über den Tabakbau im deutschen Zollgebiet ist folgendes zu enttrehmen: In Hessen-Nassau haben im Jahre 1916 rund 616 Tabakpflanzer 682 ar mit Tabak bebaut, davon halten 433 Grundstücke mehr als 4 ar und 249 weniger Flächen- größe. Im ganzen sind in Hessen-Nassau in diesem Jahre 13,6 ba Land mehr wie im Vorjahr mit Tabak bepflanzt worden. Im Großherzog rum Hessen stellte sich die Zahl der Tabak- pslanzer auf 1019. Diese hatten insgesamt 2098 ar, davon 2025 Grundstücke über 4 ar und 73 unter 4 ar Größe mit Tabak bepflanzt. Gegen das Vorjahr bedeutet dieses ein Mehr von 138^1 ba. Hinzugefügt sei, daß une in beiden Hessen, im ganzen deutschen Zollgebiet mit Rücksicht auf die gestiegenen Tabakpreise bedeutend mehr Tabak gebaut wurde, nämlich 3690,3 ba mehr wie im Vorjahr. ** Der Ö«fft|d>e iöoLt^iil^ciitejiDcceiii Dtcjeitbet tn großem Umfange an die hessischen feldgrauen an allen Kanrpf- srotrten dem Lesebedürfnis der enrzelnen ?üxr es säten entsprechenden Lesestoff und bittet für die Bücherversendung zu Weihnachten um Angabe' weiterer Adressen an den Schriftführer, Lel>ver Hassinger, Tarnrftadt, Stistsstr. -13, namentlich aber von solchen, denen «' «i ne Angehörige Büchersendungen zu machen ntdj in "der Lage chid. Biele Hunderte von Briefen, die denr Schriftführer des Vereins gingen, bezeugen, urie dankbar unsere feldgrauen sind, wenn ihnen als Grus; ans der Heimat -eine geistige Anregung geboten wird, die von dem entsetzlichen Erleben dieses fruchtbaren Krieges ablenkt und dem in dem Schrecken des Kampfes fast abgestumpften Geist eine Erfrischung bietet. Tie Versendung an Einzeladressen gibt die Sicherheit, das; der Lesestoff in die Hände der an der äußersten Front Kämpfenden gelangt und dort eifrig von Hand m Hand geht, wo er selten ist und sehnsüchtig erwartet wird wie fast aus jedem Dankbriefe *u ersehen ist. Wenn der Hessische Votksschristenv-ercin sich die Aufgabe gesetzt hat, die geistigen faden mit den feldgrauen draußen durch seine an die einzelnen Persönlichkeiten gerichteten Gaben der Heimatliteratur fester zu knüpfen, so darf er wohl der erbetenen Mitwirkung und jeder sonstigen Unterstützung sicher sein. ** Der nach st e Städtische S e e i i s ch m a r k t beginnt Donnerstag, den 16. November 1916, nachmittags 3 Uhr, in den Marktlauben. Zum Verkauf kommen nur beste frischeste Seefische (Schellfisch, Eabliau, Schollen), Miesmuscheln und Nauchsisch als Ersatz für Rauchfleisch. Mitbringen von Verpackungsmaterial erwünscht. ** Irrtümliches über die Apfelweinerzeugung. Einige Blätter haben darüber Beschwerde geführt, daß die Erzeugung von Apfelwein im ganzen Deutschen Reiche verboten sei. In dieser form ist die Nachricht unrichtig. Ein formelles Keltcrverbot besteht nicht. Allerdings ist das Keltern vor-- lvufiq im allgemeinen ausgeschlossen, weil alles fabrikobst der Marmeladcindustric zugeführt wird. Es sind nur Ausnahmen, in denen das Keltern möglich ist, nämlich einmal den Obstgartcnbe- sitzern für den Gebrauch im.eigenen Haushalt und dann in dem Falle, das; eine Kelterei, die in einem beschlagnah me freien Bezirk liegt, Kelterobst bereits im Besitz hat. ** Blu Menpflege. Ter Monat Noventber ist der richtige Zeitpunkt, die Zwiebeln der Hyazinthen in Töpfen einzusetzen. Man benutze daM eine lockere Blumenerde und verwende kleine Töpfe: denn in kleinen Töpfen erzielt man reichlicheren Blumenflor als in großen. Die Töpfe mit den Zwiebeln werden alsdann Vilbel, 14. Nov. Der Musketier Emll Jost beim Infanterie-Regiment 116 wurde, mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet und zuM Gefreiten befördert. Der Schütze Wilhelm! Düplors, bei einer Mchchinengewehrabteilüng, erhielt die Hess. Tapserkenitsmedoille. Tie gleiche Auszeichnung erhielt Musketier Kart Breiter im Res-Inf.-Rgt. 81 Ebenfalls unter Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse zum Unteroffizier beftödert wurde per Gefreite Andveas Wagner hier. — In letzter Zeit wurden hier in drei fallen tu oer od)uU und frankfurter Straße, sonne auf der Dilbeler Höhe dem Arberberftande angehörenden Leuten eine größere Anzahl Kaninchen (Stallhasen) mittelst Einbruchs ge- sWhlen, ohne daß es bis jetzt gelungen ist, die Täter zu ermitteln. Ebenso )- :-nt dem zum Heeresdienst eingezogenan Schäferei- l>esitzer H ctmann dahier en. — Die drei gestohlenen Schafe fallen einen Wert von 500 Mark gehabt haben. Starkenburg und Rheinhessen. fc. Worms, 14. Nov. Für die Unterstützung von Familien eiuberufener Kriegsteilnehmer sind vom hiesigen Kreise bis Ende September d. Js. 5 600 000 Mark ausgegeben worden. — Von der Bergstraße, 15. Nov. Die Weinernte des 1916er Bergsträßers ist in der Menge recht schlecht ausgefallen. Dagegen ist seine Güte, twie jetzt durch Untersuchungen scstgestellt wurde, keineswegs schlecht, so daß sich eine Zuckerung des Mostes erübrigt. Der Starkenburger Winzervereiu erntete von 3354 Kilogramm Trauben nicht ganz 2700 Liter Most. F. C. AuS Rheinhessen, 14. Nov. AuS einer Anzahl rheinhessischer Ortschaften wird berichtet, daß die W e i n w i r t e hh r e Betriebe schließen, da die Wirte bei den fabelhaft hohen Weiupreiscu nicht inehr aus ihre Rechnung kommen. Im feltte erwarten unsere Angehörigen dm regelmäßigen cingang ües hcimat» blattcs. Um eine Unlcrvrcchnng in der rnskcllung )u vermeiden, wolle man den fcldpofk vcrug des öicßener Anrcigcrz fllr vcicmbcr schon jctzk erneuern Alle i'ostamic r nehmen die vcskcitung entgegen, vcr monatliche vctug vc- trägt ms. 1.22 cinschllcßiich der Um« schlag-öcbuhr. Außerdem vcrmittcll die vcslcliungcn wie Vi 5 her auch die öcschäsizslclic de; Sicßcncr Anrelger; Hessen-Nassau. 0 Fronhause n, 15. Nov. Den: Unteroffizier Grebe, der sich bei der Erslürinung von Tutrakan auszeichuete, wurde das Eiserne Kreuz und das Bulgarische Silberne Tapferkeitskreuz mit Schwertern verliehen. Ferner erhielt das Eiserne Kreuz der Pionier Georg Haas von hier. — Frankfurt a. M., 14. Nov. Einen sehr empsilldlichen Schaden erlitt durch Spitzbubenhand eilt Handioerksnteisler aus dem Tanntts, dein sämtliche T r e i b r i e m c tt g e st o h l e n imirbeu. Da er feinen Betrieb auftechterhalten mußte, kaufte er netle Rienten ein, die ihn 2200 Mk. kosteten. Tie alten hatte er ehedein für 500 Mk. erworbeit. --- Frankfurt a. M., 14. Nov. Unter die gesamte Schutz- inannfchast sollten große Mengen frischer Knochen an« Armee- fchlächtereien abgegeben werden und die Abgabe sollte sich in Abständen voll 14 Tagen wiederholen. Leider war die Freude verfrüht. Die Knochenausgabe kann nicht erfolgen, da unter dent verfügbaren Viehbestand die Maul- nnb Klauenseuche auSge- gebrochen ist. fc. Frankfurt a. M., 13. Nov. Auf behördliche Altordnung soll die dem ehemaligen Großbritannischen Generalkonsul in Frankfurt a. M., berüchttgten Sir Fraitcis Opveuheimer, gehörige Liegenschaft Bockenheilner Landstraße 8 dahier nuttntehr veräußert werden. DaS Grundstück, HanS mit Garten ufw., ist mit einer Hypothek von 409 000 belastet, die vom Erwerber zu überuehmeit ist. Der diesen Betrag übersteigende Teil de- Kaufpreises ntuß bar bezahlt werden. Angebote sind bis zum 15. Dezember d. Js. a»t den Zwangsverwalter gn richten. ra. Biedenkopf, 14. Nov. DaS Kreiskomitee vom Rotelt Krettz, in dem die Kreisvereine vo,n Roten Kreuz und vont Vater- läitdischen Frauenverein lvährettd des Krieges zusatnntenwirken, hat zu Weihnachten 1914 insgesamt 4000 und zu Weihnachtelt 1915 rttltd 3700 Weihnachtsgaben abgeliefert. o». Settlberg, 1b. Nov. Gestern vollendete Förster i. R. K i s s e l sein 80. Lebensjahr. Er war bis 1. April 1905 Forstwart in den Waldungen von Petterweil, Ober- und Nieder- Erlenbach. wSchentl. Ueberficht der ToßessSNe L b. Stadt Gießen. 44. Woche. Born 29. Oktober bis 4. Noveinber ISIS. Einwohnerzahl: altgeitontutelt 51t 33100 (iukl. 1800 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 25,13 •/<>.. Nach Abztlg von 12 Ortsfremden: 6,29 °l 00 . ES starben an Zus- gewachsene im 1. Lebensjahr vom 2 bis 15. Jahr Altersschwäche 1 1 — Diphtherie HD — — Kl) attdereu Wttndkrankheiten l 1 — — Lungentuberkulose l 1 — — Ttiberkulose mtderer Organe 2(2) r(2) — — Lungenentzündung Krankheiten der Atmungs- 1 (1) Kl) i(i) KD organe Krankheiten der Kreislaufs« 4(3) organe 6(5) 2 (2) Krankheiten des Nerven fystems Anderen benannten Todes- KD KD ursacheit KD 1 (1) — — Summa: 16(12) 12 (8) — 4(4) Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Giehett gebrachte Kranke kommen. Veröfsenllichung des Großh. Krcisgesundheitsamts Gießen. Dr. Walger, Vded.-Rat. vermischtes. — Wür^bncg, 15. Nov. Das Gemeindekollegium faßte einen Beschluß, dessen Nachahmung jeder Gemeinde emp- pfohlen lverden kann. Alle jungen noch nicht militärpflichtigen Burschen, die sich fanlenzend in den ^näßen herumtteibett und dabei nur schlechte Str ichc verüben, sollen fottan zlvangswcisc zur Arbeit angehalten werden. Bei der Tiirct-führnng dieser Maßnahme will die Stadt die Hilfe des zuständigen Generalkommandos erbitten. Sport. — S p 0 r t v e r e t tt „M e r k u r" — Vereins ü r Rase n- spiele (1900). Am Sonntag, den 12. Nov., trafen sich ans dent Sportplätze obige Manttschafteit 51t dent verpflichteten Rückspiele. Das Spiel fetzte sofort mit beiderseitigen schnellen Vorstößen ein. Durch einen ' guten Vorstoß des Sportvereins „Merkur" errang dieser durch den Rechtsatißen in der ersten Viertelsttmde das erste Tor. Leider eitdete das Spiel mit starkem Mißton. Trotz aller Anstrengung der Rasenspielcr blieb Sportverein „Merktic" mit 1:0 Toren Sieger. Meteorologische veobochtungen der Station Gießen. Nov. 1916 u *-< o i-> «o.« O 's - s c - M s = S-/ £ 8 L /-> ov q r lo — to gS l'I -^3 rr> 4* 6Ö | 1 N •e 'S 1 ® - s 2 £ = 5 Z liietter 14. 2» 7.5 52 67 _ 10 Bed Himme 14. 9" — 5,3 57 86 — — 10 it „ 15. 7" 1 2,9 5,0 89 2 Bew. „ Höchste Teinperatttr am 13. bis 14. Nov. 1916: -f- 11.5° Niedrigste „ „ 13. ,, 14. . 1916: + 6,2° C. Niederschlag 0,1 mm. Letzte Nachrichten. Luftangriff auf einen französischen Flugplatz. Berlin, 14. Nov. (WTB. Amtlich., Am 13. November belegte eines unserer Marim'flngzenge Lnstschifshafen und Flugplatz St. Po l bei D ü n k i r ch e n mit B 0 m b e n. E-s wurden einwandfrei Treffer aus die Fabrikanlage uitb einig-' Gebäude beobachtet Das Flugzeug ist unbeschädigt zurüct- gekehrt. Neue Pariser Besprechungen. Genf, 15. Nov. Gestern, Dienstag, trat in Paris eine Ministerkoilferenz zusammen, an der der stellvertretende italienische Getleralstttbschef General Pyrro, der italienische Muni tionsminister dell Ollie, der italienische Finaitzminister Carcane und der ueuc italieuifclvc Gesandte in Paris Marchese Salvego Raggi teilnahmetr. dell-Ollic I>atte am Sonntag eine Zusammen fünft mit dent französischen Munitionsutiutster Thontas in London und eine Besprechung mit Lloyd George, Salvego Raggi, der gestern in Paris ankam, hatte auf seiner Heimreise im italienischen Hauptguartier eine Besprechung mit Cadorna und dem König. General Porro traf gestern vorntittag in Paris ein. Das „Eclio de Paris" ldeutet an, daß wichtige Entscheidungen getroffen werdeit sollen. Italienische Stimmung gegen die Bundesgenossen. Lugano, 15. Nov. Der Unwille gegen England scheint in Italien wieder im Wachsen m sein, da das „G i 0 r n a l e d'I 1 a l ia" es für nöttg findet, rn einem eigenen Artikel „törichten Anklagen" etttgegeuMtreten imd vor lfinterlistigen Unfrieden^ stistern zu warnen. Das Blatt -ählt vier Hauplanklagen aus, die gegen England erhobett werden: X. England zieht den Krieg in die Länge; es will Deritschlmrd erschöpfen rmd es ist ihm.gleichgültig, w-enn mick/ seine eigenen Bundesgenossen dabei erschöpft werden. 2. Italien ist dem deutsckien Einfluß nur entgangen, um unter Engllutds Hernchast zu fällen. 3. England beutet die Bundes genossen aus und läßt sie die Hauptlast des Krieges tragen. 4. Ettg- land treibt Wucher nrit Geld itnd notwendigen Gütern. Daran! envidert „Wornale d'Italia," daß 1. ein Friede in diesen: Augenblicke Italien das nicht bringen würde, wofür es den .Krieg begann, 2. sei Englatrd nie der Verbündete Oesterreichs gewesen und stehe Italiens ^Aspirationen nicht im Wege, 3. habe England doch die allgemeine Wehrpftickit eingefülirt, 4. seien alle wirtschaftlichen uttb finanziellen Mrgelegenbeiteir zwischen beiden Ländern in herzlicher und befriedigender Weise geordnet. — Es ist begreiflich, daß das Blatt des Niinisterinnts des Aetlßern die englische Politik Sonninos mit diesetr lähmen Gründen verteidigt. Interessant aber ift,_ dadurch zu. erfahren, daß diese heftig angegriffen wird, und daß, wi'ei m^tgeteilt wird, diese Angriffe sich arich gcgeiy Frankreich richten, das Hilfstrnppcti verlangt, und gegetr Rtlßland, dessen Sieg die größte Gefalsr für Italien bilde. Wörtlich sagt das „Gioruale d'Italia": Es liandelt sich da mn eine außerordentlich misgedehnte Propaganda. Das Blatt fordert die Italiener auf, ihr überall entgegcrrzuttelen und fügt hinzu, daß diese Propaganda von Deutschland ausgel)e, als ob es nicht Italiener geben könnte, die von selber vernünftig sind. Der italiettische Burgfriede erledigt. Lugano, 15. Nov. „Seeolo" be.zeickmet den Burgfrieden in Italien als beendigt. Die Einigkeit der Parteien, die der Errichtung des. gegenwärttgen Ministeriums zugrunde gelegen lsabe, habeaufgehört, und das Land müsse alle Kräfte darauf verwenden, um fru verhüten, daß die Verfechter e t n e s falschen Friedens die Oberhand gewinnen. „Popolo d'Italia" schreibt: Der Krieg an der inneren Front ist erklärt. Es ist die lfachste Zeit, daßl der v e r r ä t e r i s ch e tr Hydra, die mit dem Feinde l i e b ä tr g e l t, der Kopf zertreten wird. Die Haltung Norwegens. Kopenhagen, 15. Nov. Wie „Polttiken" aus Kristiania berichtet, erllärte das liberale Stortingsmitalied Skaar, die norwegische Bevölkcrmtg könne beruhigt sein, Norwegens Ant- w 0 r t an Deuts chl a n b sei in Inhält und Form genmt durchdacht und vermeide alles, was einer HerMtsfordermtg oder tmoor- s'ickfiigen Handlmtg chleichkomme. Keftteswegs habe die Neuerung einen Rückzug' angetreten, der einer Verletzung der nattonalen Selbständigkeit und Ehre bedeuten^ könne. Zahlreiche gntt norwegische Männer seien in dieser Zeit tätig gewesen, und sie hoffen, daß siir dieses Ptal das Unwetter für Norwegen vernrieden werde. OttimU. Ultterricbt ln Mfi 8 chmen 8 clipe!ben Stenographie Buchführung 11. allen Handelsfächern. Tagen* n.Abendknrse HonorarMk.10.- Anmeldniiß fäprlich. Kostenlose Stellen Vermittlung. FranzVogt&Co.,Cieflen Goelhestr. 32 . Toi. 2084 . 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Gros; fei unser Dank! unsere Der Oberbürgermeister. Keller. Die Vorsitzende des Alice-Frauen- Der Vorsitzende des Zweigver- Vereins Zweigverein Gietzen: eins Gietzen vom Roten Kreuz: Frau B. Gebhardt. Wiener. In der Stabt findet die Sammlung für die Weihnachtsspende in der gewohnten Weise durch Vüchsensammlung verbunden mit dem Verkauf einer von einem hiesigen Künstler entworfenen Weihnachtspostkarte am 18. und 19. November in den Häusern und auf den Straßen statt. Außerdem nehmen die Kasse des Roten Kreuzes, die Geschäftsstellen des Gießener Anzeigers und der Oberhessischen Dolkszeitung. die hiesigen Banken und Bankgeschäfte, sowie d.ie Bezirkssparkasse Spenden entgegen. Die Einzeichnungslisten liegen dort während des ganzen November auf. Telephon 119. — Prompter Versand nach auswärts. L 9 ' lebend- frische Schellfisch, Kabeljau. Schollen usw. I 013291 bet r.I. Simon, Walllorstr. 4:5. Gassparherde empfiehlt 012520 in grotzer Auswahl billigst Installations-Geschäft Lndwlffstraßo dO. Statt Seife nimmt man zum Waschen für- zarte .Hgut besser Karns 8 Schulst: ventral - vrogerls. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Batten, Vaters, Schwiegervaters und Großvaters sagt herzlichen Dank Familie Seibel. Londorf, 13. November 1916. b-ür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Helmgange unserer lieben Entschlafenen , sowie für die zahlreichen Blmnenspenden sagen fct mir lnmgsten Dank. Georg Horst u. Kinder. M w i Gietzen, 15. November 1916. 8225 fM puma ts Ranpon'.eim, ftfirlelpaider. ( rf213 Otto Schaaf, Seltersv. 39. Wer unseren Fliegern im Felde eine Weihnachtsfreude bereiten will, wird herzlich gebeten, bis zum 20. November bei der Mitteldeutschen Creditbnrrk einen Geldbetrag einzuzahlen für das Konto Frauenverband des Deutschen Luftflottenvereins Ortsgruppe Metzen. s81241) Offizier-Unterzieii-Pelzmantel wasserdichter Bezug, mit Lammfell, Wildkatze, Bisam etc. gefüttert, offerieren jetzt: 3Wk. 610.— bis Mk> 175.— Statt ^Karten. usfei SFaß <§eovg JSudwig Spielmann jCeutnant u. SComp. -^üßrev j£andw.-£7nf.-3Zegimeni 116 Verfaßte gießen. Sfov. 1916. groß-Stein fieim. Die Geburt eines gesunden Sollll©S zeigen hocherfreut an Professor Garten und Frau Clara wo geb. Birch-Hirschfeldt. Leipzig, 13. November 1916. Getai*£8e!eB* Stamm, Verdingung. Nachstehende Lieferungen, Arbeiten und Fuhr- leistungen für die Wassergenossenschaft Harbach sollen durch schristl. Angebot in einzelnen Losen vergeben werden. Lieferung von Drainröhren veranschl. zu rd. 350 Mk. „ „ Steinzeugröhren (2. Wahl) „ 37 „ „ „ Drainageausmünduugen „ 10 Fuhrleistungen „ 52 „ Drainagearbeiten „ 704 Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Harbach zur Einsicht offen. Angebote, nur in Prozenten des Voranschlags, sind verschlossen und postfrei mit entsprechender Aufschrift versehen bei Großh. Bürgermeisterei Harbach einzureichen, wo die Eröffnung Montag, den 20. November d. Js., vormittags 10 Uhr statt- fmdet. Freie Auswahl ausdrücklich Vorbehalten. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 13. November 1916. Großh. Kulturinspektion Gießen. H. Steinbach, Großh. Aaurat. 8m o Vortragsvereinigung Haiifniönniider herein. MßtMerbe-Verein. Gießen. Dortrag Nr. 2 findet am Donnerstag nicht statt. Er must verschoben werden. [819Jc 4A Am Vvnntao, den 1 i>. November 1816 , uac: mittnßd ilbv, findet int 8«al dcS Felsenkellcr. Bahnhof- und Llebigstralrc in Gicffcn, eine Versammlung unseres Bereins statt, in der Herr Professor Dr. Kleberger, Gießen, einen Vortrag über „Unsere Kartoffel- und Gemüse - Versorgung halten wird. Indem wir zu dieser Versammlung, die im Hinblick aus die darin zu erörternden überaus wichtigen Fragen der Bolksernährung von grötzter Bedeutung ich nicht nur die Mitglieder unseres Vereins, sondern alle Landwirte des Bezirks, die an diesen Fragen naturgemäß gleichfalls interessiert find, hiermit cinladen, bitten wir um einen möglichst zahlreichen Besuch. Insbesondere ist es erwünscht, daß die Herren Bürger mcrfter oder deren Stellvertreter im Interesse ihrer Gemeinden an der Versannnlung teilnehmen, und das; auch die Herren Lehrer möglichst zahlreich vertreten find. Die Herren Bürgermeister werden hiermit ersucht, daS Vorstehende ortsüblich zu veröffentlichen. Gietzen, den 13. November 1916. 8229D Namens des Vorstandes des Landwirtschaftlichen Bezirks- Vereins Gietzen _ Dr. U s inger, Geheimerat. Gießener Konzert-Verein Sonntag, den 19. November 1916, abends 5 Uhr, in der neuen Aula. Das Ohne Bezugschein Cafe Amend Heute Mittwoch, 8 Uhr: Familien-Konzert ohne Bezugsschein Alle Reparaturen schnell und preiswert Gebrüder Waag Schirm-Fabrik Gießen, Seltersweg Nr. 58 in grössten Riesensortcn empfiehlt, da jetzt beste Pflanzzeit, preiswert. Gärtnerei langes., Mar I burger Strage 07. , 1 Betreffend: Anfuhr von Straßenunterhaltungsmaterialien auf die Kreisstraßen des Kreises Friedberg. VergebungvonFuhrleistungen. Für die Anfuhr der demnächst für das Rechnungsjahr 1917 zur Vergebung gelangenden Straßen- unterhaltungsmaterialien für die Kreisstraße des Kreises Friedberg, von den in Betracht kommenden Bahnstationen bezw. Steinbrüchen aus die Kreis- straßtzn, zum Teil schon in den kommenden Wintermonaten, werden Fuhrunternehmer gesucht. Angebote über Fuhrleistungen mit Ein- und Zweispänner und Wechselwagen unter Angabe der Straßenstrcüen sowie der Fuhrlöhne können bis zum 21. ds. Mts. auf meinen Amtsräumen Bismarckstraße 32 eingereicht werden. Friedberg, den 13. November 1916. Der Großh. Kreisbauinspektor: I. V.: Lorenz. 8245 D aus Dresden. Hofkonzertmeister Paul Wille, Alfred Wille, Bernhard Unkenstein und Professor Georg Wille Streichquartett D-dur (Köchel-Verz.575) Mozart. Streichquartett A-moll op. 41 Nr. 1 Schumann. Streichquartett C-dur op. 59 Nr. 3 Beethoven. Der Ueberschuss kommt Kriegswohlfahrtszwecken = zugute. EINTRITTSKARTEN: 1. Platz M. 3.. 2. Platz M. 2.-. 3. Platz M. 1.—, 4. Platz 50 Pf ff., sämtlich numeriert. Studentenkarten 75 Piff., für Schüler und Militär vom Feldwebel abwärts 30 Pfg. sind in der Musikalien-Handlung von Ernst Challier, Telephon 671, und abends an der Kasse zu haben. 8182D Oeffnung des Saales 4V 2 Uhr. tiefer« In Jeder gewünschte« Ausstattung stilrein u.preiswert «üa BrühTsebe Uaiv.-Dnuktfii Perfekte Friseuse kann noch Damen zum Frisieren annehmen. Näheres Schmidt, Goethestr. 23 p. oissw 1864-1914 Samstag,18. Nov. abends 8 Uhr bei Carle im Löwen 8222 D Der Vorstand. Obstbäume weg. gänzl. Räumung billigst. Ttsilicl-ii.Fohaimislicerell starke Pflanzen empfiehlt OK r. l*te iITe»',Baumscuu(e Schiffenberger Weg 30. s7832 vir.: UermLnn Slsingostler. Freitag, 17. Nov. 1816: abends 8 Ubr Gewöhnt. Preise lermätzigl» Neuheit! Neuheit! 4. Freitags - Abonnements« Vorstellung: Jer pflirntf Äz Lustspiel in 3 Akten von Schanzer und Welisch. * m o Ende gegen 10>/° Uhr.