Kr. 265 3,'cv öte&eiKr AnzeL-rr erscheint täglich, a»lßer Sonntags. - Beilagen: Giehener Kamllienblütler; Kreisblctt für den Kreis Gietzen. Bcjugsprcis: monatl. 90 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.65: durch Abhole« \u Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch die Post Dlk.2.45 viertel- jährl. arcsschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: für dieSchristlcitung112 Verlag,Geschcütsstelle51 Anschrist fürDrahtnach« richten. Anzeiger Gießen. Erstes Blatt lbb. Zahrgang Postscheckkonto: Zranffurt a.M. U686 Freitag, fü. November (W Bankverkehr: Gewerbebank Gießen 3willingsrunddruü ».Verlag: Brühl', che Unio.-Vuch- u.Steindruckerei «.Lange. Schristleitung. Seschästsstelle v. Druckerei: Schulstr.7. ^ nnaknne Tagesnummer von Anz^. die zrnn Nachmittag vorhe . oeilenpreir, i. Anzeigen: örtlich 20 Pf., Vermietungen u. Stellengesuche 15Pf., ansivurts 25 Pf., b. Plahvorschnst 30 Pf., Reklamen 75 Pf., bei Plahvorschrist 90 Pf. Hauptschriftleiter: Aug. (Soet}. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz. Stadt und Land, Perm ischtesmGe- richtssaal: Fr. R. Zenz. Anzeigenteil: v. Beck, sämtlich in Gießen. rkanzler über Vergangenheit mb (WTB.) Großes Hauptquartier, Y.November. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern. Angriffsabsichten der Engländer und Franzosen zwljchen Le Sars und Bouchavesnes. sowie südlich d e r S o m m e bei P r e s s o i r e erstickten fast durchweg schon im Sperrfeuer. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. An der Front beiderseits der Bahn Zloczow — Tar- n o p o l lebte der Feuerkampf wesentlich auf. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Im nördlichen Gyergvo-Gebirge wurden russische Angriffe abgeschlagen. BeiBelbor und imTöl- gyes-Abschnitt warfen frische deutsche Angriffe die vorgegangenen Russen zurück. Südöstlich des Roten- Turm-Passes wurde in Fortsetzung unseres Angriffes der B a i e st i - A b s ch n i t t überschritten und Sa rd o l u mit den beiderseits anschließenden Höhenstellungen genommen. Wir haben etwa 150 Gesa n g e n e gemacht und zwei Geschütze erbeutet. Rumänische Angriffe hatten hier ebenso wenig Erfolg wie im Predeal-Abschnitt und im Vulkan-Gebirge. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. In der nö rd l ich e n Do b rud sch a wichen vorgeschobene Aufklärungsabteilungen befehlsgemäß dem Kampf mit feindlicher Infanterie aus. Mazedonische Front. Kein Ereignis von besonderer Bedeutung. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. Der Reichskanzler hat seine gestern angekündigte !Rede im Hauptausschuß des Reichstags gehalten, und wir sehen über die Ziele unserer amtlichen Politik etwas klarer als zuvor. Zwar hat Herr v. Bethmann Hollweg sich spröde davon zurückgehalten, sich an die Deutschen, an das deutsche Volk selbst, zu wenden, um Mißverständnisse zu beseitigen und neues Vertrauen zu sammeln. Wir haben aufs neue erfahren, daß unser jetziger Kanzler eine herbe, strenge Natur .ist, die es sich versagt, alle Mittel diplomatischer Kunst zu > gebrauchen, um seine Zwecke zu fördern und seine Stellung zu festigen. Wenn uns dies hin und wieder auch als ein Mangel erscheinen will, so ist das persönliche Gepräge des Mannes uns doch sympathisch, der entschieden und pflichtbewußt seine großen Aufgaben im Auge behält und einen ; festen Willen bekundet, auch seinerseits am Steuer des Reiches : durchzuhalten. Was ihm an einschmeichelnden Künsten fehlt, .um sich die Volksgunst zu erringen, das ersetzt er durch eine (im Kerne volkstümliche Politik. Wie vielen, die heute trauern , und sorgen, rückt er nahe durch die wieder von ihm besonders ^unterstrichene Erklärung, daß das deutsche Volk diesen Krieg als Verteidigungskrieg zur Sicherung seines nqtionalen Da- fferns und seiner freien Torentwicklung führt. Wenn er hin- iZustrgt. daß anders diese Riesenentfaltung von Opfermut und Riesenkräften im deutschen Volke auch garnicht zu erklären sei, so tasten wir Hierbei wohl auch an eine Haupttriebfeder seines Wollens, seiner Taktik. Wir fühlen in seiner Rede ein vorsichtiges Abtasten aller noch unscheinbaren und lichwankenden Möglichkeiten, aus dieser Riesenwirrnis von Haß und Weltunordnung wieder auf eine einigermaßen gangbare Straße zu gelangen. Und so vermeidet er alle starken Wünsche 'und Forderungen, so knüpft er klug an Sir Eduard Grehs Bemerkung an, in der es heißt, „wenn es wahr »wäre, daß der Krieg Deutschland anfgezwungen worden sei, .dann sei es nur logisch, wenn Deutschland Sicherheiten gegen -einen künftigen Angriff verlange". Durch klare, eindrucksvolle > Zusammenstellung der Tatsachen, die den Kriegserklärungen ,vorausgingen, hat er danach den Deutschen einen neuen, .großen Dienst getan. Freilich, ob Grey sich überzeugen ,lassen will, ob ehrlicher Friedenswille bei unserem schlimmsten Gegner auch nur schüchtern in die Erscheinung getreten itffc, ob überhaupt nicht die im Kriege erworbenen Mach trist eil ungen ganz überwiegend dem Friedensschlnß und , dessen Zeitpunkt gebären werden, während die Untersuchun- ,geii der Ursachen des Krieges nach dieser Richtung praktisch -nur eine höchst bescheidene Rolle spielen Urtxmx, das ist »etne andere Frage. Ein Redner der Konservativen hat dies !oir trotz der Aenderung, die in der Situation seither durch die Vdobrlrsierung RuHands eingetreten ser, gerne bereit seien, dem Vorschläge Sir Eduard Gochs zlmschen uns und Serbien zu vennitteln, näher zu treten. Tie Voraussetzung unserer Einnahme sei jedoch natürlich, daß unsere mllllärischen Msichlen gegen Serbien einstweilen ihren Fortgang nehmen, und daß das englische Kabinett die russische Regieinmg bewege, die gegen uns gerichtete russische Mobllmachung zum Stillstand zu bringen, in welchem Falle ftlbstverständlich die uns durch dieselbe aufge- zwungenen defensiven mllllärischen GegemnaßregeLn in Galizien/ sofort ivieder rückgängeg gemacht würden. Ick stelle dem folgenden Sckiritt Lord Greys gegenüber: Am 27. Juli 1914 gab er aus die Bemerkung des rujfischen Botschafters in London, in deutschen und ö sterreichstch-amparische,: Kreisen bestehe der Eindruck, daß Etgland ruhig bleiben werde, die Antwort: Dieser Endrnck wird durch die Befehle beseitigt, die ich der ersten Flotte gegeben habe. Am 29. Juli gab Grey von seiner vertraulichen Warinmg an unseren Botschafter in London, daß Deutschland aus rasche Entschlüsse, d. h. seine Teilnahme am Kriege gegen uns gefaßt sein müsse, sofort den: französischen Bvtsck>after Keimtnis. Konnte doch Grey annehmen, daß eine solche Eröffnung -an den französischen Botschafter de,n Frieden diene:: solle? Mußte der Franzose diese Erösfmmg nicht als Zusage der Waffenhilse .für den Kriegsfall ansthen? Mußte Fvankreick. dadurch nicht ermutigt welchen, Rußland die seit Tagen dringend verlangte Zusage der unbedingten Kriegsgefolgsch»st zu geben? Und rnußle Rußland nicht durch die Sicherheit der englischen und französischen Bundes- genossenschast in seiner .(striegsabsvcht aufs äußerste bestärkt werden? !Mm 7lbenc> desselben Tages, des 29. Juli, beauftragte Herr Sa'onow de,: russischen Botschafter ft: Paris, der französischen Remerung die aufrichtige Dankbarkeit für die ihm von dem sran- -o>: o«n Botschafter gentackst e Erklärung auszusprechen, daß Ruß- larw voll und ganz aus die Unterstützung des verbündeten Frank- .reichs «chn-en Tümz. Also Rußland stand in der Nacht vom 30. zum 31. Juli ovr der Tatsache der brach unsere Einwirkung herbeigesührren Nachgiebigkeit Oesterreich-Ungarns, die den Weg zur Erhaltung des Friedens freftnachte: es stand gleichzeitig vor der durch die Eröffnung Lord Greys an Herrn Charles Cainbon gewährleisteten Sicherheit der englischen und ftanzösischen Waffenhllse, eine Sichcr- l-ell, die ihrn überhaupt erst die Möglichkeit eines Krieges gab. Es wählte die Mobllmachung und damit den Krieg. Wet ist nun schuldig an dieser schicksalsschweren Entscheidung: Wir, die wir dem Wiener Kabinett mit Nachdruck die äußerste Nachgiebigkeit lmb die Annahme des englischen Bermittlungsvor- schlages empfahlen, oder das britische Kabinett, das Frankreich und Rußland in der kritischen Stunde seine Waffenhilse in Aussicht stellt? Lord Grey hat von diesen entscheidenden Dingen nichts gesprochen, dafür aber die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer aus Nebensachen abgelenkt. Das Haager Schiedsgericht, das der „TeMps" anbot, llingt ja äußerlich sehr bedeirtungsvvll, aber es wurde angeboren, als bereits die russischen Truppen gegen uns in Bewegung gesetzt lvaren. Seine eigenen Kriegsvvrschl-äge — ich habe das nneder- holt im Reichstag aus geführt — hatte Lord Grey selbst zu Gunsten unserer Vermittelung zurückgestellt. Und Belgien! Ehe auch nur ein einziger deutscher Soldat seinen Fuß auf belgischen Bodenj gesetzt hatte, hat Lord Grey dem ftanzösischen Botschafter nach dessen Bericht an seine Regierung wörtlich erklärt: Falls die deutsche Flkstjte in den Kanal einfahre oder die Nordsee passieren sollte, in der Absicht, die französische Küste oder die französische Kriegsflotte anzugreisen und die französische Handelsflotte zu beunruhigen, zu beunruhigen, meine Herren, lvürde die britische Flotte ein- greifen, um der französischen Aüarinc ihren Schutz zu gewähren, in der Art, daß von diesem Augenblick an England und Deutschland sich im Kriegszustand befinden würden. Kann derjenige, der das Auslaufen unserer Flotte, als cafus belli erklärte, wirklich noch im Ernst behaupten, einzig und allein die Verletzung der belgischen Neuttalietät habe England seineft Witten in den Krieg getrieben? Und schließlich die Behauptung, wir hätten, um England von dem Krieg fernzuhalten, der britischen Regierung das unwürdige Angebot gemuckst, sie möge zur Verletzung der belgischen Neutralität die Augen zudrücken und uns freie Hand lassen, die französischen Kolonien wegzunehmen. Ich fordere Lord Grey auf, in seinem Blaubucb und in seinen Akten! sein Verhalten nachzuprüsen. Ich habe in dem ernsten Bestreben, den Krieg zu lokalisieren, den britischen Botschafter in Berlin schon am 29. Juli zugesichert, daß wir unter Voraussetzung der Neutralität /Englands die territoriale Integrität Frankreichs gewährleisteten. Am 1. August bat der Fürst Lichnowsky Lord Grey gefragt, ob im Falle einer Verpflichtung Deutschlands die Neutralität Belgiens zu achten, England sich seinerseits zur Neutralität verpflichten könne. Er stellte ferner in Anssicht, daß, im Falle der englischen Neutralität die Integrität nickt nur des ftanzösischen Mutterlandes, sondern auch der französischen Kolonien garantiert werden könne. Er gab in meinem Austrage die Zusicherung, daß wir bereit sein:, auf einen Angriff auf Frankreich zu verzichten, falls England die Neutralität Frankreichs verbürgen, wolle. J:< letzter Stunde noch machte ich die Zusage, daß. so lange England 'ich neutral verhalte, unsere Flotte die französische Nordküste nicht angreifen und unter Voraussetzung der Gegenseitigkeit keine fellch- licheil. ^Operationen gegen die französischen .Handelsschiffe vornehmen werde. Lord Grey hatte ans alles dies nur die Antwort, er nttlsse endgültig jedes Neutralitätsoersprechen ablehnen und er könne nur sagen, daß England sich die .Hand freizuhalten wünsche. Hätte England diese Neutralitätserklärung abgegeben, so wäre es nicht, wie Lord Grey meint, der Verachtung der ganzen Welt preisgegeben worden, sondern es hätte sich damit das Verdienst er-> worben, den Ausbruch des Krieges zu verhindern. Auch hier frage ich: Wer hat den Krieg gelvollt? Wir, die lvir England jede erdenkliche Sickierheit, nicht nnr für mrmittelbar englische Interessen, soichern auch slir Frankreich :rnd Belgie:: zu/ geben bereit waren, oder Engliand, das jeden unserer Vorschläge, ablehnte und sich weigerte, seinerseits irgend einen Weg zur Ei- Haltung des Friedens zwischen unseren beiden Lcnrdern auch, nur anzudeuten? Meine Herren! Ich wiederhole: Alle diese Tinge sind von der deutschen Regierung teils in nreinen Reden, teils in amtlichen Publikationen so oft dargestellt lvorden, daß es mir, nachdem der! Krieg nun über zwei Jahre wütet, im Grunde widerstrebt, diese rhetrospektiven Betrachtungen zu erneuern. 4kbcr, es handelt sich nicht um Polemik. Wir alle haben das größte Interesse daran, den immer wieder künstlich genal-rten Glauben, als sei Deutschland der Angreifer gewesen, so gründlich als möglich zu zerstören. Und trifft volle::ds Lord Greys Ansicht Ku, daß die Erkenntnis über die ivahrc Ursackw des Krieges für seine Beendigung und für die Friedensbedingungen von großer Dedeuttmg ist, so weisen seine Worte doch auch auf die Zukunft hin. Lord Grey hat sich endlich, ausführlich mit der Zeit nach dem Kriege, mit der Gründung! eines internationalen Bundes zur Wahrung des Friedens beschäftigt. Auch dazu wlll ich einige Worte sagen: Wir haben nichts als ein Hehl aus unseren Zweifeln gemacht, ob der Friede durch internationale Organisation-en, swie Sckstedsgeeichte, dauerhaft gesichert Werden könne. (Die theoretische Nollvendigkeit des Programms will ich nicht erörtern. Aber prakttsch werden wir ietzt und im Frieden W der Frage Stellung nehmen müssen. Wenn bei und nach der Beendigung des Krieges seine entsetzlichen Verwiistungen an Gut und Blut der Welt erst zum vollen Bewußtsein kommen werden, dam: wird durch die ganze Menschl>ell ein Schrei nach Abmachungen und Verständigungen geben, um, soweit es irgend in Menschenmacht liegt, die Wiederkehr einer so ungeheuerlichen Katastrophe zu verhüten. Dieser Schrei wird so stark und so berechtigt 'ein, daß er z-'u einem Ergebnis führen muß. Deutschland wird) jeden Versuch, eine praktische Lösung z-u ftnden. ehrlich mitprüsen und an seiner möglichen Verrvirklichung Mitarbeiten, das unn'o mehr, wenn der Krieg, wie wir zuversichtlich erwarten, politische Zustände hervorbringt, die der fteien Entwicklung aller Nationen, großer wie kleiner, gerecht iverden. Tabe: wird das Prinziv des Rechts und der fteien Entwicklung nicht bloß au: dem Festlande, andern auch auf dem Meere zur Geltung zr: bringen sein. Davon hat Lord Grey allerdings nicht gesprochen. Die internationale, Friedensbürgsckiaft, die ihm vorschwebt, zeigt mir überhaupt einen eigenartigen, auf (bic speziell-ün englischen Wünsch»? z^ügesschnit- tenen Charakter zu l>aben. Während des Krieges haben nach einem Willen die Neutralen zu schweigen und jeden Zwang der englische,: Weltherrschaft aus oem Meere geduldig hinzunehmen> Nach dem Kriege, wenn England, nfte es meint, uns aufs Haupt geschlagen und über die Welt nach seinem Witten neu disponiert haben wird, dann sollen sich die Neutralen zu Garanten der neuen englischen Weltordnung zusammenschließen. Zu dieser Weltordnung ivird »auch folgendes gehören: Aus zuverlässiger Quelle ivissen wir, oaß England und Frankreich bereits im Jahre 1910 Rußlnno die Territorialherrschaft über Konstantinopel, den Bosporus und das Westufer der Dardanellen: mit Hinterland zusicherten und Kleinasien unter den Enteirtemächten auf'geteist haben. Die englische Regierung ist Anfragen bierüber, die im Parlame::t gestellt worden sind, ausgewichen. Mer diese Pläne der Entente sind doch wahrscheinlich auch für den Bölkerfriedens- bünd>, der sie später garantieren soll, von Interesse. So sehen dis Annexionsabsichten unserer Gegner aus. ,vozn auch noch Elsaß- Lothringen kommt, während ich bei der Besprechung unserer Kriegsziele die Annexion Belgiens niemals als unsere Absicht bezeichnet habe. Eine solche Gewaltpolitik kann nicht die (Grundlage zu einem ivirksamckit internationalen Frnedensbund abgeben. Eins ölche Gewaltpolitik steht in krassem Widerspruch mit den von Lord Grey und Herrn Asgnith angestrebtcn idealen Zuständen, in denen das Recht über die Macht herrscht, und alle Staaten, die die Familie der zivilisierten Menschheit bilden, ob groß oder klein, sich unter den gleiche:: Bedingungen und in UebereinK ttmmUng mit ihren iwtürlichen Anlagen frei entwickeln können. Will sich die Entente ernstlich auf diesen Boden stellen, dann sollte ie auch damit rechnen und handeln. Tut sie das nicht, dann» bleiben auch die erhabenen Worte über Friedensbund und einträchtiges Zusammenleben der Völkersamilien Schall und Rauch, Die erste Vorbedingmrg für eine freie Enllvicllung der internationalen Bc^iehmrgen auf dem Wege des Schiedsgerichtes und des friedlichen v/:öpi.:;v- .tgegenstehender Gegensätze loäre, daß irch, keine agsressive o^xullivn mehr blloet. Deurschllrad ist jüderzett' bereft, einem Völkerbunde bcizutreten, ja sich an die Spitze eines: Völkerbundes zu stellen, der Friedensstörer im Zai:me hält Tie Geschichte der fttternationalen Beziehur:gen vor dem Kriege liegt klar vor den Au^en aller Welt. Was führte Frankreich an Rußlands Seite? Elsaß-Lothringen! Was wollte Rußland? Konstan- tinopel! Warum schloß sich England ihicen an? Well ihm Deutschland in friedlicher Arbeit;u groß geworden war! Ibnd was wollten wir? Grey sagte : Deutschland habe mit seinem ersten Angebot der Integrität Belgiens und Frankreichs die Erlaubnis Englands erkaufen wollen^ von den französischen Kolonien zu nehmen, wa^ ihm beliebe. Selbst dem hirnverbra:rntesten Deutschen ist nie der Gedanke gekonrmen, über Frankreich herzu fallen und ihm ferne Kolonien zu nehmen. Nicht das war das Verhängnis Eirrvpas, sondern, daß die englisä-c Regierung die russischen Erobernngs-- gelüste begünstigte, die ohne eine:: europäischen Krieg nicht zu. erreichen waren. Diesem aggressiven Charakter der Entente gegenüber hat sich der Dreibund stets in Defensivstcllung befunden. Kein ehrlicher Beurteller kann das leugnen. Nicht im Schatten: des preußischen Militarismus hat die Welt vor dem Ktieg gelebt,, sondern im Schatten der Einkreisungspolitik, die Deutschland nie-- derhalten sollte. Gegen diese Polittk, mag sic diploinattsch als^ Einkreisung, militärisch als Vernichtungskrieg, wirtschaftlich als Weltboykott in die Erscheinung treten, l)ick>en wir von Anfang an in der Verteidigung gestanden. Das deutsche Volk führt diesen Krieg als Verteidigungskrieg zur Sicherung seines nationalen Daseins und seiner freien Forlmtwickelung. Memals ist anderes von uns behauptet, niemals anderes gewollt worden. Wie wäre auch sonst diese Entfaltung von Riesenkräften, dieser unerschöv: - lich«, zun: letzten entschlossene Opsernmt zu erklären, der unerhött: in aller Menschengesckichte ist in der Hartnäckigkeit. Gegen einen Feind, dem das Aufgebot militärischer und materieller Hilfskräfte aus aller Welt dienstbar gemach: wird, hat sich unser« Widerstandskraft zu in:mer härterer Entschlossenheit gestellt. Was England auch noch an Kräften cinsetzen mag, auch Englands Machtgebot hat seine Grenzen und ist bestimmt, an unseren^ Lebenswillen zu scheitern. Dieser Wille ist unbezwingbar und uw- vettvüsllich. Wann unseren Feinden die Erkennttns davon kommen, wird, das warten wir in der Zuversicht ab, daß sie kommen muß. Die Aussprache. Nack> der Rede des Reichskanzlers nrachte der Hauptausschuß eine halbstündige Pause. 9Lach Wiedereröffnung der Sitzung sührn-. zunächst ein Vertreter deck Zentrums ungefähr folgendes aus r Neu in^der Rede des Reichskanzlers sei namentlich, daß der rufische Befehl von 1914 die Mobilmachimg als identisch mft einem Krieg gegen Deutschland bezeichne. Dadurch gcnckinne die russischst Mobilmachung eine:: ganz neuen Charakter. Er begrüße die Erklärung, daß Deutschland ftch an einem! Staatenbundc zur/Erhaltung des Friedens beteilige, ja fick/ an dessen Spitze zu stellen bereft sei. Klar sei, daß in einen: solchen Staatenbunde nicht per majora über: Lebensfragen der Staate:: abgestimmt werden könne. Iw 'Haag sei die Negative etwas zu stark in den Vordergrund gestellt worden gegenüber den Positiven, daß man jeden ehrlichen Versuch zun bessere:: Sicherung des Friedens unterstütze:: solle. Die Erfahrungen des K-rieges würden das Verlangen nach einen: besseren SÄu:. unserer Grenzen rechtfertigen. Unter diesem Gesichtspunkt sei auck: die polnische Frage zu betraMen. Der Sinn der Prollamation sei. daß Polen Gelegenheit gegeben werde, sich an den Westen ait> zuschließen. anstatt nach Osten, bei freier selbstänc-iger Entwickelung Die Proklamation könne als ein hochherziger Entschluß begrüß: werden. Selbstverständlich sei sie in erster Linie bestimmt, nnserca: Interessen zu dienen, und es. sei sogar die Pflicht eines leitendem Staatsmannes, diesen Gesichtspimft in klarer kalter Erwägung: in den Vordergrund treten zu lassen. Dieselben gruichsätzlichen Erwägungen müßten in Belgien maßgebend sein. Wenn der Reichs^ kanzler wiederhole, daß er niemals eine Annexion Belgi^ms verlangt l>abe. so scheine er noch auf diesem Standvmrkt zu stechen. Allerdings müsse aber dafür gesrgt werdeno, daß Belgi-m niemals wieder als Ellllallstor gegen Deutschland dienen könne. Er beziclie sich auf eilte frühere Erklärung des dlbgeordneken Spahn, daß Belgien polftisch, miliärisckfte und wirtsck-aftlich in deutscher Hand bleiben müsse. Bon einen: nationalliberalen Redner wurde ausgeführt. daß die letzten Darlegungen des Reichskanzlers dankenswerte Klarheit über die Vorgänge vor dem Kriege gebracht haben ES fei zu wünschen, daß diese Darlegungen weite Verbreitung im neutralen Auslände fänden. Bemerkenswert seftn besonders dft Miltellungen über die Vorgänge am 129. und 30. Jilli. Eß sei wichtig, daß ein englischer Vermittlm:gsvorschlag von uns weite: gegeben und und in Wien angenommen worden sei. Ebenso bemerkenswert sei. daß wir aus die direkte Verständigung ztvischcn Wien und Petersburg hingewirkt hätten. Der Reichskanzler habe auch die .Kriegsursachen behandelt. Es sei dem zuzustimmen, daß der Krieg das Ergebnis der Gesamtc^rtwickelung sei, die mit der Einkreisungspolitik einsetzte. Dem gegenüber sei die deutsche Politik durchaus friedlich gewesen. Mit Rußland hätten wir, wie die Ver-- bandlungen von Potsdam und Baltischport bewiesen haben, versucht, astf guten Fuß zn kommen. Das Hindernis seien die russische:: Wünsche am Balkan und auf Konstantinopel gewesen. Die Marokkofrage sei mft dem Ziele einer endgülttgen Verständigung mit Frankreich behandelt worden. Wenn das Ziel nicht erreicht wurde, sei es nicht unsere Schuld gewckse::. Die Verhandlungen, die unmittelbar vor dem Kriege mit England über einen Interessenausgleich geführt wurde::, seien ebenfalls ein Beweis friedliches Politik. Wenn wir nun trotzdem gegen unseren Willen in den Krieg verwickelt worden seien, sei die Schlußfolgerung richttg, daß wir uns durch bessere Grenzen schützen müssen. Er wolle nicht aus die polnische und belgische Frage eingehen. Els sei jedenfalls zweisel- hast, ob es richtig wäre, jetzt deftnitive Berichte auszusprechen. Er könne bestätigen, daß der Reichskanzler niemals von einer Annexion Belgiens gesprochen habe: das sei auch nicht von den Herrckn geschehe::, die sich von eitZ zu Zeit bei dem Reichskanzler versammel-- ten. Mit den heutigen Ausführungen des Reichskanzlers seien aber nicht preisgegeben seine früheren Aeußernngen, daß der status guo ante nicht wiederkehrcn könne, daß wir reale Oiarantien haben müßten und daß Belgien nicht der Brückenkopf für englische Machtpläne auf den Kontftrent sein dürfe. Sonst würden wir für den Fall eines künftigen Krieges schlechter stehen als diesmal. uZr Frage eines internationalen Bundes zur Bewahrung des Friedens äußerte der Redner namens seiner Fremftre das Einverständrns damit, daß die deutsche Politik jeden Versuch zur Schaffung derartiger Jnstitutio neu mitprüft und eifrig daran mitarbeftet. Lebensinteressen könnten. wie ja auch die genannte Ghrenklausel besagt, keiner internationalen Entscheidung unterworfen werden. Natürlich ,dürft nicht alles auf die englischen Interessen zugespitzt werden, aus eine englisch« ^sorniundschaft übelv dst Neutralen Un.dÄber das Meer. Die deutschen Interessen dürsten durch englische Uebermacht nicht ge- sckstdigt werden. Ausschlaggebeift mü stßtesur für unfmer Vorgehen immer die deutschen Interessen sein. (Schluß folgt.) AuS dem euglischeu Unterhaus. London, 9. Nov. (WTB.) Im U n t e r h a u s e sand eine lebhafte Erörterung über den Regierungsantrag aus Verkauf des feindlichen Eigentums in Nigeria statt. Nach den: Antrag der Regierung soll das feindliche Eigentum nur an englische Untertanen oder (Gesellschaften, ferner an Neutrale unter gewissen Bürgschaften verkauft werden. Der Unionist Leslie Scott brachte eine Entschließung ein, in der erklärt ivird, das ganze feindliche Eigentum in den englischen Kronkolonien und Schutzgebieten solle nur an englische Untertanen und Firmen verkauft werden. Carson unterstützte den Antrag und griff die Politik der Negierung heftig an. Ueber die allgemeine Frage der Behandlung feindlichen Eigentums erfolgten sodcurn scharfe Auseinandersetzungen zwischen Bonar Law imd Carson. Bonar Law verteidigte lebhaft die in Nigeria befolgte Politik und erklärte, die in der.beantragten Entschließung enthaltene Poli- ttf |et oas Gegenteil leder gejunüen L)andelspoUttt des Reiches: sie werde für die Verbündeten Englands nicht annehmbar sein. Er machte die Frage zum Vertrauensvotum. Die Entschließung wurde darauf mit 231 gegen 117 Stimmen verworfen. Einige Radikale stimmten mit Carson in der Minorität. Lo nd o n, 0. Nov. (WTB . Nichtamtlich.) Im Verlause der Unterhaus-Debatte über den Verkauf der deutschen Besitzungen in Nigerien befürwortete Carson, zum Kaufe nur Briten und britische Gesellschaften zuzulassen. Er isrug, ob die Regierung beabsichtige, die Früchte des Krieges, die bis jetzt kümmerlich genug seien, allein den Briten zugute kommen zu lassen, oder ob sie auch andere teilnehmen lassen wolle .Er sagte ferner, die Minister wüßten nicht, wie gereizt die Stimmung im Lande wegen des Einflusses und der Anstrengungen der Feinde sei. Das einzige Kriegsziel sei. das Preußentum und die Einmengung Deutschlands in den britischen Handel zu vernichten. Der Seekrieg. London, 9 Nov. (WTB.) Lloyds meldet'. Der norwegische Dampfer „Furnland" ist gestern nachmittag ver- |) enkt worden; die Besatzung ist gelandet. London, 9. Nov. (WTB.) Meldung des Reuterschen .Bureaus. Wie Lloyds Agentur berichtet, ist der norwegische Dampfer „Reime" (913 Tonnen) versenkt worden. Kristiania, 9. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mitteilung an das Ministerium des Aeußern wurde der Dampfer „Dulaug^ am 7. November von einem deutschen U-Boot vor Kap Le Havre versenkt. Ein Boot mit chem Kapitän nnd drei Mann traf in Havre ein. Das zweite Boot mit dem Steuermann, Maschinisten, Koch und zwei Heizern wird noch vermißt. Amsterdam, 9. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Reuter meldet: Der britische Dampfer „Sufsolk Coast" <780 Bruttoregistertonnen) ist g e s u n k e n. Nus dem Reiche Berlin, 9. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der Erzbischof von Posen-Gnesen, Dr. Balbor, telegraphierte an den Kaiser: Eure Kaiserliche und Königliche Majestät wollen geruhen, daß ich zugleich namenß meiner in unverbrüchlicher Treue zu Ihrer Majestät verharrenden Diözesauen für die Wiederherstellung eines selbständigen polnischen Königreichs meinen untertänigsten Dank ausspreche. Ich bete zu Gott, daß der hochherzige Entschluß Eurer 'Majestät zum Wöhle ^Deutschlands und des neuen Staates gereiche, der, wie ich Zuversichtlich hoffe, seine geschichtliche Mission erfüllen wird, ein Schutzwall der abendländischen Kultur und Träger des katholischen Gedankens im Osten zu sein. Der Kaiser antwortete: Eure Erzbischöfliche Gnaden haben zugleich im Namen Ihrer Diözesanen anläßlich der Verkündung der Errichtung des polnischen Staates in den bisherigen russisch-polnischen Gebieten mich erneut der unverbrüchlichen Treue der .preußischen Polen zu ihrem Landesherrn versichert. Ich danke herzlich für diese Kundgebung. Sie soll mir in diesem historischen Augenblick eine Gewähr dafür sein, daß der gefaßte Entschluß zum Segen des Deutschen Reiches und des neuen Staates, wie zur dauernden Sicherung der europäischen Kultur gereichen wird. Berlin, 9 Nov. (WTB.) Ein Berliner Blatt hat die Behauptung aufgestellt, das preußische Staatsministerium habe von dem polnischen Plane der Meichsleitung erst amtlich erstchrrn, als schon alles fest- gestanden habe. Die „Nordd Mgem. Ztg." stellt demgegenüber folgendes fest: „Das Staatsministerium ist selbstverständlich gehört worden, und zwar in jedem Stadium Der Verhandlungen uud vor der Fassung der endgültigen Entschlüsse. Es hat das gesamte Für und Wider eingehend und zu wiederholten Malen durchgesprochen und sich auf den Boden der mit der kaiserlichen Kundgebung einaeleiteten Politik gestellt/' A«» Stadt «nd Land. Gießen, 10. November 1916. Höchstpreise für Zwiebeln. Wenn auch die Zwiebel im Frieden ein Spekulitionsobjekt gewesen, ist, so darf doch nicht zngelassen werden, daß sie es auch in Uriegszeiten bleibt. Es muß da^r dafür gesorgt werden, daß dieses .besonders jetzt beim Rtangel anderer Gewürze notwendige Würzmittel nicht durch Preistreibereien über gebührlich verteuert ivird. 'Die Zwiebel der diesjährigen Erme hatte anfangs angemessene Preise. Man sah daher von der Festsetzung eines Höchstpreises ab, warnte nur vor Spekulationen und Preistreibereien, indem man, falls die Preisbemessung eine zu auffteigende Linie einnehmen sollte,' Hüchstpreisfestsetzung in Aussicht stellte. Ta die Preise in der letzten Zeit ungeheuer in die Höhe gegangen sind, hat der Präsident des Kriegsernährungsanrts sich' jetzt veranlaßt gesehen, die Festsetzung eines Zwiebelhöchstpreises zu beantragen. Durch eine Verordnung des Stellvertreters des Reickiskanzlers sind Zwiebelhöchstpreise festgesetzt worden, die bis -um 14. November 191>6 für je 50 Kilogramm beim Erzeuger 7ch0M. betragen und dann von Monat zu Monat Um je 75 Pfg. steigen, bis sie am 15. 2lpril 1917 12 M. erreichen. Der Preis gilt ausschließlich Sack frei nächster Verladestation des Verkäufers und schließt die Kosten der Verladung daselbst ein. Falls der Erzeuger unmittelbar an den Kleinhändler verkauft, darf er einen um 2 M. höheren Preis nehmen. Für den Weiterverkauf von Zwiebeln im Handel ist ein Zuschlag von insgesamt 3,50 M für je 50 Kilogramm als höchster zulässiger Zuschlag vorgesehen. Die Kleinverkaufspreise sind auf höchstens 14 Pfg. für ein Pfund für die Zeit bis zum 14. November 1916 vorgesehen und steigt dann monatlich um je 1 Psg., bis sie am 15. April 1917 20 Pfg. erreichen dürfen. Für besondere Zwiebelkarten können Ausnahmen ftuaelassen werden. Tie Höckstpreisfestsetzung ist begleitet von einer Bestimmung, die eine Enteignung der Zwiebeln zuläßt und eine Auskunftspfficht vorschreibt. Wenn durch diese Festsetzung Händler, die zu höheren Preisen Zwiebeln erworben haben, geschädigt werden! so haben sie sich das nach der früher ergangenen Warnung selbst zuzn schreiben. Daß sich die Höchstprcissestsetzung nicht auch aus künstlich, gedörrte Zwiebeln bezieht, soll nur zur Vermeidung! etwaiger Zweifel hervorgehoben werden * ** Amtliche Personalnachrichten. Ter G r o ß h e r - ft o g hat am 1. November den Kommerzienrat August Feine zu Mainz zum Mitgliede der XI. ordentlichen evarrgelischen Landessynode des Großherzogtums Hessen ernamit. — Ter Großher- %o g hat am 8. November den Aktuar bei dem Amtsgericht Laubach Georg Denn zum Aktuar bei dein Amtsgericht Mainz und den Dilfsgerichtsschreiber bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg -Qflo Christ zum Aktuar bei bem Amtsgericht Laubach, beide mit Wirmng vom 10. November 1916 ernannt. — Ernannt wurden: Ain 8. November der Aktuariatsassistent bei deni Amtsgericht Ober- Jngelherm Ludwig Bolz, z. Zt. im Heeresdienst, zum Aktuariats- asftstenten bei dem Amtsgericht Grünberg und der GerichtSschreiber- asmrant Friedrich Winkler in Friedberg, z. Zt. bei der Zivilverwaltung im Osten, zum Mtuariatsassistenten hei dem Amtsgericht Ober-Ingelheim, beide mit Wirkung vom 10. November 1916. Ter Großh erzog hat am 14. Oktober ds. Zs. den Rrgierungsbaumerster Karl Pietz -u Worms zum Vorstand eines ELsendatmbetrlLvsamtL5 ui der oessißb--Preußischen EÜeubcchn gemeinschaft vom 1. November ds. Zs. an ernannt. — Ter Großherzog hat am 14. Oktober ds. Zs. dem Gütervorsteher Wilhelm Jung zu Frankfurt a. M., dem Bahnmeister Otto S ch o l l m a y e r zu Frankfurt a. M., sowie dem Eisenbahn-Assistenten Zakob Trundt zu Herborn /Titlkreis), sämtlich in der Hessisch-Preußischen Eiscnbahngcmcinschast, die unkündbare Anstellung verliehen. — Am 14. Oktober ds. Js. wurde den Zugführern Adolf H e u r i tz i zu Bad-Homburg und Georg S t r a u ch zu Friedberg (Hessen); den Lademeistern Johannes Volk zu Gießen und Valentin S ch i e b e l h u t h zu Frankfurt a. M., sowie beit Lokomotivführern Franz Zinnelzu Attenkirchen, Georg S ch u ch m a n n , Peter SimMermacher und Ludwig L a u b e r zu Frankfurt a. M, sämtlich in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft, die unkündbare Anstellung verliehen. Der Großherzog hat dem Postdirektor Hugo Schäfer in Gießen dre Kwone zum Ritterkreuz 1. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Postsekretär Philipp Fasig in Mainz das Ritterkreuz 2. Kl. desselben Ordens verliehen. ** Preisgestaltung und Versorgung am Gemüse m a r k t. Mitteilung aus dem Kriegsernährnngsamt °. Ten hohen Preisen am GemüseMarkt, die zu vielfachen Klagen Veranlassung geben, ist zum Teil dadurch bereits entgegengetreten worden, daß für Kohlrüben und Möhven Höchstpreise festgesetzt worden sind. Zn gleicher Art bei Weiß-, Rot- und Wirsingkohl vorzugehen, empfiehlt sich nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres vorläufig noch nicht, ebensowenig erscheint es angängig, den Verkauf dieser Kohlarteu nach Gewiäst vorzuschreiben, da sich für den Verkäufer mannigfache Gelegenheit durch Mitwiegen des Strunkes be$ Krautes oder der Umblätter bieten, wodurch der Käufer erheblich geschädigt werden könnte. Tie immer noch freie Marktversorgung, die teilweise noch, durch Versteigerungen ansgeführt wird, scheint allerdings mit dem Bestreben, niedrige, Preise durchzusetzen, in Widerspruch zu stehen. Tie Erfahrung hat aber gelehrt, daß die Obstmärkte mit ihrer Anziehungskraft und ihrer •in der Öffentlichkeit sich vollziehenden Preisbildung nicht preiserhöhend wirken. Traten solche Tendenzen auf, ivar ihnen durch Sperrung der Preise verhältnismäßig leicht entgeaenzutreten. Jedenfalls hat sich gezeigt, daß die Preise auf den unkontrollierten Märkten leichter, schneller und höher gestiegen sind, als auf den dirrch die Oesfentlichkeit kontrollierten. Es empfehle sich daher von Eingriffen in die freie Preisgestalttrng und Versorgung, deren Schäden und Nachteile offenbar sind, so lauge als mögliche abzusehen. ** Kassen ärztliche Bescheinigungen über die Vollmilchbedürftigkeit von Kranken sind nach den Anordnungen der Reichsstell'', für Speisefette vom 4. Oktober 1916 zu der Bekanntmachung über die Bewrrtschaftung von Milch und den Verkehr mit Milch vom 3. Oktober 1916 von den Kommunalverbänden, vorbehaltlich der Nachprüfung durch die von ihnen zu bezeichnenden Stellen, d-er Entscheidung über die Milchzuweisung zugrunde zu legen. Tieie Anordnung ist deshalb getroffen worden, rveil nach den bestehenden Bestimmungen Kassenärzte nicht verpflichtet werden können, die von den KonrmunalverbänÄen vorgeschriebe nen Bescheinigungen ohne Berechnung besonder-". Kosten für die Antragsteller zu benutzen und weil es gegen das allgemeine Interesse verstoßen wiird", bedürftige Kranke zu zwingen, erst erhebliche Geldovter zn bringen, bevor sie in den Genuß der für sie notwendigen Milch kommen können. Es ist aber zu hoffen, daß im Interesse einer glatten Mwicklung des Geschäftsverkehrs bei den außerordentlich überlasteten Medizinalstellen großer Städte die Kassenärzte sich freiwillig der vorgeschriebenen Formulare bedienen werden, und daß sie für die Benutzung solcher Formulare den Kassenangehörigen kerne besonderen Gebühren in Rechnung stellen. ** Betreffend Herstellungsverbot von Garnen und Geweben aus Mischungen von Papier und Wolle oder Kunstwolle Nr. W. I. 2939/9. 16. K. R. A. ist am 10. November 1916 eine Bekanntmachung in Kraft getreten. Durch diese Bekanntmachung wird »die Verwendung von Wolle oder Kunftwolle oder Mischungen von Spinnstoffen, in denen Wolle oder Kunstwolle enthalten ist, zur Herstellung von Garnen oder Geweben unter Mitverwendung von Papier verboten. Lediglich die bei Inkrafttreten der Bekanntmachung gebäumten Papierkelten dürfen unter Verwendung von Wolle oder Kunftwolle, soweit es nicht bisher bereits verboten war, abgearbeitet werden. Der Wortlaut dieser Bekanntmachung ist im heutiaen Kreisblatt enthalten. Oel aus Zwetschenkernen. Die Oelgewinnunq aus Zwetschenkernen ist keineswegs neu, sondern wurde schon in längst vergangenen Zeiten geübt und auch in der unsrigen Gegend. So erzählt eine 82jährige, geistig noch recht regsame Frau zu Steinbach, daß ihre Großeltern, die auf der Dickmühle bei Steinbach wohnten, nicht nur aus den gewöhnlichen Oelfrüchten und aus Bucheckern,' sondern auch auS Zwetscheukernen Oel geschlagen hätten. .. ** Ma st vertrage. Landwirte, die über genügend Futter verfügen, können mit deni Oberhessischen Viehhandels-Verbande günstige Mastverträge abschließen. Die Tiere bleiben Eigentum deS Perbandes; eS besteht daher kein Risiko für den Mäster, der fast den ganzen Mehrerlös aus der Mästung erhält. Die näheren Bedingungen erteilt der Oberhessische Viehhandels-Verband Siehe Anzeige. **TieBestimmungendesneuenFuttermittel- ge setz es, daß Mischfutter in Zusammensetzung und Herstellung der Kontrolle und Genehmigung der Reichsfuttermittelstelle unter- liegen, hat, tvie das Kwiegsernährungsamt mitteilt, in den Kreisen der Futtermittelindustrie eine völlig unberechtigte Aufregung her- vorgernfen. Tie Annahme dieser Kreise, daß die Herstellung guter Mychfutter verhindert werden soll, ist nicht berechtigt, denn die Bestimmung verfolgt nur den Zweck, die Futterverbraucher gegen dre zahlreichen, zu Phantasiepreisen auf den Markt kommenden, oft wertlosen Futtermischungen zu schützen. Dem gleichen Zweck dient auch die Bonchrift, daß alle Futtermittel durch die Bezugsver- enngnng der deutschen Landwirte abzusetzen sind. GleiMeitig soll dre Vorichrift erreichen, daß alle Futtermittel den Verteilungsstellen der' einzelnen Bundesstaaten zufließen und somit gleichmäßig an die Verbraucher verteilt werden können. Tie Befürchtung, daß die reelle Futtermittelindustrie durch die Verordnung geschädigt werde, ist daher durchaus nicht begründet. ** Ein Nachtrag zu der Bekanntmachung betreffend Beschlagnahme und B e st andser Hebung von Web- Wirk- und Strickwaren vom 1. 2. 1916 Nr. W. .M' 1000/11. 15. K. R. A. ist >am 10. 11. 1916 erschienen, der im wesentlichen den .Krers der von der Beschlagnahine betroffenen Gegenstände auch auf diejenigen Waren ansdehnt, die unter Mit Verwendung von Papier hergestellt sind. Der Wortlaut des kurzen Nachtrags ist im lfenffgen Kreisblatt enthalten. ** Bon den Viehseuchen. Nach dem neuesten Bericht über den Ltand der Brehjeuchen in Deutschland war die RLaul und Klauenseuche am 31. Oktober in der Provinz Hessen-Naffau völlig erloschen. Im Großh. Hessen beslchränktc sie sich auf ein Gehöft rn Rheinhessen. Die Schweinescrvche herrschte dagegen im Regierungsbezirk Kassel in 56 Gehöften, welche sich auf 33 Gemeinden in 9 Kreisen verteilen, und im Regierungsbezirk Wiesbadcu in 36 Gehöften, welche sich auf 20 Geineinden in 9 Kreisen verteilen Im Großherzogtum, Hessen ist sie in der Pvovinz Oberhcssen ganz erloschen, während sie in Starkenburg in einer Gemeinde in fünf Gehöften und in Rheinhessen in zwei Gemeinden in je enieni Gehöfte festgestellt wurde. , ** Flachs, Hanfstroh, Bastfasern. Am 10. Noveni ber 1916 ist eine Bekanntmachung betreffend Beschlagnahme, Ber Wendung und Veräußerung von Flachs- und Hanffttoh, Bastfasern (Jute, Flachs, Ramie, europäischer und außereuropäischer Hauff und von Erzeugnissen aus Bastfasern erschienen, die an Stelle der beiden bisherigen Bekanntmachungen W. HI. 3500/7. 16 K. R. A. betreffend Beschlagnahme von Bastfasern und Erzeugnissen ans Bastfasern und W. III. 300/6. 16. K. R. A. betreffend Beschlagnahme und Bestandserhlchung von Flachs- und Hanfstroh getreten ist. Tie neue BekanntmackMug ist hauptsächlich eine einheitliche Zusammenfassung der bisher in den beiden vorgeuannten Bekanntmachungen ausgestellten Bestiminungen, soweit sie noch von Bedeutung sind. An neueii Bestimmungen sind im besonderen wescnt- liä, die Herabsetzung der für die Veräußerung und Lieferung von Abfallen im freien Verkehr erlaubten Mengen von 10 000 Kilogramm auf 6000 Kilogramm, sowie die Vorschrift, daß die Ber äußerung und Lieferung derartige. Aofälle nicht mehr an Verarbeiter von ihnen zulässig ist. Ter Wortlaut der Bekanntmachung die noch einige weitere Abweichungen von den bisherigen Bestimmungen enthält, ist im heutigen Kreisblatt enthalten. D i e S a m m e l st e l l e der N a s s a u i s ch e n Sparkasse in Rodheim wurde, nachdem Lerr Dudenhöfer sein Amt als Verwalter sreiwillig niedergelegt hat, nach Bieber verlegt. Mit der Verwaltung der Sainmelstelle Bieber ist Herr Hauptlehrer Fr. Loll daselbst betraut. Die Geschästssührung erfolgt in der bisherigen Weise. Siehe Anzeige. Landkreis Gießen. " Alten-Buseck, 10. Nov. Zur 5. Kriegsanleihe zeichneter die Schulkinder zu Alten-Buseck 1220 Mk., die Schulkinder zu Lohr 828 Mk. B. Großen-Buseck, 10. Nov. Musketier Philipp Spuck von hier, seit dem 3. Juli dieses Jahres vermißt, hat jetzt aus rrlssischer Gefangenschaft geschrieben. Er dient bei dem 129. Ins.- Regiment. — Das Eiserne Kreuz erhielten Musketier Bellofs, Wehrmann Theiß und Sanitäter Isaak Rose«>- berg, welcher z. Zt. verwundet in Nürnberg im Lazarett lieqi. Sämtliche Ausgezeichnete stehen seit Kriegsbeginn im Felde. ** Leihgestern, 10. Nov. Dem Garde-Grenadier Wikh Arnold im Garde-Grenadier-Regiment 262 wurde wegen tapferer Verhaltens vor dem Feinde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Arnold befindet sich seit fast zivei Jahren im Felde. - S t e i n h e i rn bei Hungen, 10. 9tov. Für seine rege Betätigung auf dem Gebiete der Kricgssürsorge wurde unser Lehrer B e p p l e r mit dem Kriegsehrenzeichen ausgezeichnet. Ebenso ivurde Bürgerineister Niklas das Kriegsehrenzeichen verliehen. Kreis Büdingen. Büdingen, 10. otov. In einem Feldlazarett starb m einer schweren Verwundung der Unteroffizier Kreiling. F. C. Büdingen, 10. Nov. Ter Metzgerverband gibt bekannt, daß infolge der neue»! Jettregelnng für die Folge das F e t i nicht mehr von dem Metzgerverband, sondern durch den Komin u n a t v e r b a n d verteilt wird. 4ß G l a u b e r g , 10. Nov. Das Kriegs-Ehrenzeichen erhielten der Großh. Bürgermeister Koch und Pfarrer Jäger. * W a l l e r n h a n s e n, 10. Nov. Mit dem Eisernen Kreuze wurde ausgezeichnet der Landwehrmann Theodor Bach im Jns.-Regt. Nr. 385. Das Eiserne Kreuz ilnd die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt Musketier Adoli Westerweller, Jus.-Regt Nr. 222. Kreis Alsfeld. Up. V o n d e r O h m , 9. Nov. Das bisherige Novembettvetter istf d»em Lesen der Bucheckern günstig. Wer die Körbe voll Eckern überschaut, welche die fleißigeu Hände der Schüler geleim, der kam: auch ermessen, welche Bedeutung das Snmmeln der Bucheckern für die Oelversorgung hat. Trotz allem Fleiß ist es wohl nichi möglich, den Segen der Wälder alle zu fassen. Der Blattabwll er schwHevt idas Auslesen der Früchte, weil das Laub beim Lesen weg- gescharrt werden muß. Doch auch so bringt das Auflesen guten Erfolg. Kreis Schotten. 4ß Eichelsachsen, 10. Nov. An einer schweren Gasvergiftung starb in einem Feldlazarett der Landsturmmann Wilh. Hippel im Res.-Jnff-Rgt. 22l. Ober-See inen, 10. Nov. Infolge des Todes des Bürgermeisters P e p p e l wird die hiesige Bürgermeisterei von dem Gemeinderatsmitglied Philipp Sittel geführt. Hessen-Nassau. F. C. Marburg, 9. Nov. Dem Landrat des hiesigen Kreises wurde nachgefagt, er besorge sich jede Woche seine neun Pfnnd Butter. Tie amtlichen Nachforschungen haben ergeben, daß an diesem Gerücht kein wahres Wort ist. Der Urheber und Verbreiter des Gerüchtes hat alles zurückgenominen. Frankfurt a. M., 9. Nov. Aus den Räumen einer Brotkommission wurden in der letzteil Nacht 40000 Brotkarten g e st o h l e n. — Frankfurt a. M., 10. Nov. Die städtische BroLkommisfioi hat eine Herabsetzung des Brotpreises von 69 aiü 57 Psennig für das Dreipsundbrot beschlossen, nicht, wie es irr- tümlich bloß, für das Vierpfundbrot. — Kassel, 9. Nov. Die gerichtliche Untersuchung deS im Walde bei Kehrenbach tot aufgelundenen Tagelöhners Wilhelm 0 e st e ergab, daß dieser duvck) zwei Schüsse mit Hasenschrot getötet ivorden ist. Auf die Ermittlung des Täters hat die Staats- anwaltschaft eine Belohnung von 500 Mk. auSgeseht. ke. Kassel, 9. Nov. Die Stadtverwaltung erhöhte der Milchpreis um 4 Pfennig und setzte als Entschädigung den Be^ wohnern den Brotpreis um 4 Pfennig für ein Roggenbrot (1900 Grainm) herab; ebenso den Preis für Weizenmehl um 1 Pfennig für das Kilo und der des Roggenmehls um 2 Pfennig. g. Eschwege a. d. Werra, 9. Nov. Der Eisenbahnschafftier Gotting von hier geriet gestern auf dem Bahnhof Seesen bei dem Ankuppeln der Maschine zwischen die Puffer und wurde getötet. g. Corbach , 9. Nov. Auf dem benachbarten Kupferbergwerk I ni m i g h a u s e n st ü r z t e gestern der Bergarbeiter Wilh. L a in m aus Dorfitter von einem G e r ü st ab und erlitt schwere äußere mrd innere Verletzungen. Er verschied auf dem Transport nach dem hiesigen Landkrankenhause. F. C. Langen sch walbach, 9. Nov. Ter Vaterländische Frauenverein gibt bekannt, daß vom 13. d. Mts. ab schulpsiichtige Kinder und Kinder der Kleinkinderschule in seiner Suvpenküche im Doniänen-Rentamt ein Mittagessen erhalten können. Ter Preis beträgt für den ganzen Tag 20 Pfg. für das erste Kind. 15 Pfg. für das zweite, 10 Pfg. für jedes weitere Kind. DaS Essen ivird nur wochenweise abgegeben. _._ Märkte fc. Wiesbaden, 9. Nov. Heu- und Strohmarkt.f Man notierte: Heil 7,50 bis 0,00 Mark, Stroh (Richtstroh^ 5.00-0.00 m, Kornlangstroh 0.00 Mk. Alles für 50 Kilo. _ Letzte Nachrichten. Die Konferenz in Boulogne. i. Köln, 10. Nov. Die „Köln. Ztg." ineldet aus Zürich: lieber die Ministerkonferenz in Boulogne erfährt die Schweizer Zeitungs-Agentur von zuverlässiger Äete, daß man zu folgenden Schlüssen gekommen. Die allgemeine finanzielle Lage sei im Augenblick nicht befriedigend. Der amerikanische Kredit ist ziemlich verbraucht. Was noch in Amerika deponiert ist, dient als Reserve für laufende Bestellungen. Der in London vorhandene russische Goldvorrat von 37o Millionen Rubel sott zwischen dem 14. und 17. Nov. nach Amerika überbracht werden. Der von Italien in ?lme- rika aufgenommene Kredit ist verbraucht und die von italienischer Seite 1916 empfangenen amerikanischen Waren sind aus englische Rechnung bezogen worden. Im Hinblick auf seine finanzielle Lage erbittet Italien von England und Frankreich einen neuen Vorschuß von 200 Millionen Lire, den England bezahlen wird. Rumänien ist bisher dem Londoner Svttderfriedensabkommen noch nicht beigetreten. Um der Möglichkeit entgegenzutreten, daß die rumänische Rogiernng einen'Sonderfrieden würde schließen können, sind die' russische Regierung nnd die diplomatischen Vertreter hierauf ansinerksam geniacht worden. Die Präsidentenwahl. London, 10. Nov. (WTB. Nich.tamtlich.) Das Reiilerlmrean meldet aus Nein Port: Dei' republikanische Nationalausschuß gibt bckaimt, daß in den Staaten, in denen die Zahl der für die beide» Kandidaten abgegebenen Sttmmen annähernd gleich ist, dainnter Californien, Nord-Takvta, Minnesota, New Mexiko, New Hampshire, wahrscheinlich eine 9rackHühlung vorgenommen ivird. Wilson gewählt? London, 10. Nov. (WTB. Nichtamtlich) Das Reutrsiche Bureau meldet mis Neiv Vork: Wilsdn ist geioählt. Statt besonderer Anzeige. Heute morgen entschlief sanft im 82. Lebensjahre unser lieber Gatte, Vater, Schwiegervater und Grossvater Johannes Seibel Wachtmeister I. P. was wir Verwandten, Kollegen und Bekannten mit der Bitte um stille Teilnahme mitteilen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Seibel. Londorf, den 9. November. 1916. ^093 Die Beerdigung findet Sonntag, den 12. Nov., nachm. 3 Uhr, statt. Jung und einfach war sein Leben, Treu und fleißig seine Hand. Und so wollt’ er weiter streben, Muß nun ruhn in Feindesland. Wie hast du wohl ln letzter Stunde Gesehnt dich nach dem Elternheim, Nun ruhe sanft, du lieber guter, O braver Sohn, geliebter Bruder, Sollst nie von uns vergessen sein. Die Todesstunde schlug zu früh. Doch Gott der Herr bestimmte sie. Plötzlich und unerwartet erhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß unser geliebter, guter, braver und hoffnungsvoller Sohn und Bruder Heinrich Schmidt Musketier 5m Infanterie-Regiment 186, 7 . Kompagnie im blühenden Alter von noch nicht 21 Jahren am 8. Oktober den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. In tiefer Trauer: Georg Schnaidt u. Frau Luise geb. Schneider y ... ,,, . XT . Friedrich Schmidt, z. Zt. im Felde Lützellinden, 10. November 1916. nebst allen Angehörigen. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung, mi [013184 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen, sowie iür die zahlreichen Blumenspenden sagen innigsten Dank. 0l3180 Ispoße Familie Hermann Vogt. ■ -SV Ä ÄL Das.Regiment beklagt den Verlust mancher tapferer Unteroffiziere und Mannschaften, die in den schweren Kämpfen des September den Heldentod gefunden haben. Mit ihrem Loben besiegelten sie die Treue zu Kaiser und Reich. Ehre ihrem Andenken. Mitihnen mussten wir nachstehende Offiziere zu Grabe tragen: Leutnant von Dietlein (Drag. 6) Leutnant der Res. Manns Leutnant der Res. lilmer Tapfere Offiziere, echte Kameraden, gaben sie, dem Feinde entgegenstürmend oder todesmutig in der Stellung ausharrend, ihren Untergebenen ein edles Beispiel wahrer Soldatentugenden. "Wir werden ihrer stets inTreue gedenken. von Westernhagen 18066 D Major und Führe „Kaiser Wilhelm“ Wer rerrlssenes Sduihr werk, Geschirre, Leder, Zellstoffe, Fahrradmäntei, Filz usw. seihst ausbessern will, verwendet vorzüglich die Nähahlc Stepperin D. R. O. M. Solide, beste Konstruktion. Niiht Stepp*» stich wie Maschine. Leicht zu handhaben. Garantie für Brauchbarkeit. Viele Anerkennungen. — Preis Mit. 2.CD mit Nadeisor® ticrung und Leinenzwirn, verpackt und postfrcl. In Loderhandlungon käuf- lieh oder direkt durch Job. Zuckes* Stuttgart-Botnang. Einhärcjetöpfe, Milchtopfe, Nachttöpfe, runde Scfiüss eln, Waschschüsseln, Loffaiblec ne zu sehr billigen Preisen. — Mur solange der Vorrat reicht Beachten Sie gefl. mein Speziai-Fensier Titania bestens bewahrtes, deutsches Fabrikat, liefert sofort 78ia August Weber, Lieh M«ed. Werkstätte, Telef. 211 Major und Führer des Infanterie-Refdments Großh. Hes9.) Nr. 116. 12. und Damenabtellunff. Samötag, 11. November Verein «abend, l 808 ^ n. Bumenvoröiii Babelsberger Samstag, 11. Nov. 1816 abendöSUbri. „Postkeller" Bereinsabend Allseitiges Erscheinen erwünscht. 18092 c Die Vorstände Witt die über genügend Futter verfügen, Können mit unserem Verbände günstige MmM _ abschliehen. Die Tiere bleiben Eigentum [feric! StUBTl des Verbandes, daher Kein Risiko für den Master, der fast den ganzen Mehrerlös aus der Mästung erhält. Zwecks Entgegennahme der näheren Bedingungen wende man sich 0Tt ^ en 8087D AttMchMiHaMvwlWi! Gießen. Geschäfts st elle : Molt kest raße 30 I. blühenden Linde Dir.: Hermann Steingoetter. Freitag, 10. Nov. 1916 nbcubd 8 Ubr Zu 6ffiificrä KebüMag AusterAbonnementKl.Preise Trauerspiel in 6 Aufzügen von Fr. v. Schiller. ^ Ende 11 Uhr. Sonntaa,12.Novbr.l916, imcUnuttaaö 3-/, Ubr. Kl. Preise. Neuheit BolkSstiick in 6 Bildern von "eo Kästner u. Hans Lorenz. Nbeudo 7Vg Ubr Gewölml. Preise'(ermästtgtj ltntex der Omcksäciißii illßr Irl üi* ErfeW'sato Uaiv.-Dnickftrtd Dr. Gentner's Ein fröbl. 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(Nachdruck verboten J In der VormitlagsrJehung wurden Gewinne Ober 240 Mark gezogen. 4 Gewinne zu 6000 M 30729 227833 86 Gewinne zu 3000 M 6231 6510 12076 18998 36244 60172 62618 66043 69364 81816 82646 92730 93014 04418 122056 124518 123930 133942 139216 141086 149654 160648 150702 151262 154056 166299 169913 171102 171248 172764 173538 174856 185100 186067 206043 208148 210728 212099 215393 220625 223490 227318 230908 162 Gewinne zu 1000 M 1140 2091 3235 7666 8463 8936 13018 13762 18316 26726 17414 17608 18092 19681 23837 27823 28520 39420 41449 60665 62354 52954 54051 55301 69460 63464 66300 67353 69509 79808 80881 86090 80244 88264 88995 94138 96248 103714 114196 116258 122835 127772 127876 129583 139834 144017 149183 149880 163835 166362 167341 168791 160322 166776 189400 171100 177168 177191 183524 184154 185153 187451 188514 191803 193240 104383 200746 203571 209847 213012 216159 216658 216932 216998 220398 222270 223518 223696 229475 230635 231367 176 Gewinne zu 600 M 0829 7319 7648 9973 11759 17990 19263 23199 23187 29947 30470 36704 39436 42625 45463 45803 49072 49394 49637 52949 64044 54277 69792 60371 68358 73654 73970 77490 80276 64823 89067 91706 92352 93378 96578 98142 98220 99623 100343 101742 103452 107110 112256 113761 114605 119897 121126 124977 127037 131643 138337 139974 144714 145349 145448 147710 348083 148663 149068 151400 157030 159619 161599 164138 170079 170631 170927 173347 176627 179347 180434 180913 181487 182798 183089 189109 190635 191267 395960 198141 203152 203285 210187 210652 213468 220964 228246 232310 In der Njicbmitiagsziehung wurden Gewinne Uber 240 Mark gezogen. 2 Gewinne zu 150 000 M 211699 2 Gewinqo zu 15 000 M 222944 2 Gewinne zu 10 000 M 160971 8 Gewinne zu 6000 M 4483 7633 154528 1559« 74 Gewinne zu 3000 M 1100 21580 41894 66320 66976 67259 71003 73258 80714 86779 96052 98288 100806 104372 107750 117044 117965 129760 131393 132796 142637 149099 159954 160803 169189 171540 173699 181750 197792 200483 204925 205703 211782 213020 222374 229701 233193 148 Gewinne zu 1000 M 1622 2571 8790 9190 9083 10001 12757 15714 18340 23132 32166 33965 34689 46700 47814 40478 67200 69069 60065 60339 63547 66692 71065 76730 77974 79561 82370 84035 86439 87477 69988 90162 91938 96774 98227 98391 101473 104922 110656 114393 120104 123825 129407 137163 138124 130962 149163 151030 153754 155175 156305 159746 161403 107068 173711 176124 176663 179999 182561 183603 185844 186231 189239 199102 200741 200027 210246 216175 215201 215879 216648 224113 227433 228403 218 Gewinne zu 600 M 208 3857 8269 11581 13616 13644 15474 18363 19276 20918 21486 22082 23060 23677 23678 23852 29620 30444 31648 31906 35982 41903 48751 50299 56100 66753 61973 61977 63789 63957 66414 67043 68848 69528 70038 70210 72137 72413 74958 80354 81468 81521 81738 82101 82499 08592 88915 89145 92030 98155 98611 103665 106101 106433 106048 107816 108832 109698 114140 114683 118848 118883 119711 119803 127121 128311 138676 129014 129627 132555 135571 136743 167447 138983 139472 140093 140209 144912 145042 148338 148202 160709 163669 154070 168667 169560 163629 184208 166718 171130 171806 171979 180966 190098 192127 198909 197172 204372 216069 220623 221864 221960 224261 225377 220237 226948 231384 232839 232972 ^abritgelände gesucht m der Nütze der Batzn und möglichst mit Gleiöanschlun, eveuil. mit ausstetzeuden Gebäuden. Ausführliche Angebote mit Preis, Bedingungen, kleiner Skizze nur solche werden berücksichtigt, unter 8OO8 an den Gietzener Anzeiger. Gewinn-Auszug der 8. Preussisch-Süddeutschen (234. Königlich Preuss.) Klassen-Lotterlc 5. Klasse. 8. Ziehungstag 9. November 19ii Anf jede gezogene Nummer Bind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, nnd zwar Je einer anf die Losu gleicher Nummer In den beiden Abteilungen I nnd II (Nachdruck verboten.) (Ohne Gewihr.) In der Vormitlagszichung wurden Gewinne übet 240 Mark gezogen. 2 Gewinne zu 40 000 M 168012 2 Gewinne zu 16 000 M 196630 4 Gewinne zu 10 000 M 153349 194047 8 Gewinne zu 6000 M 59051 130048 164346 162121 70 Gewinne zu 3000 M 26 997 1215 10901 14341 16082 16456 36566 66561 67304 63960 71355 72112 83926 85728 110137 111994 119370 127024 129681 132785 133968 135455 156945 159276 169110 172958 177574 192078 202504 204457 204476 209581 226287 228608 122 Gewinne zu 1000 M 3991 6048 7883 12393 15017 16674 17037 22255 37336 41916 45563 46108 43481 60749 60753 63311 56943 67086 67976 706:6 74333 79836 89772 91507 108516 112331 114618 117914 118045 129033 129261 132465 138342 138373 140500 144547 145721 148895 153608 154424 173273 175530 176918 176971 178922 181122 185508 186086 189752 194466 195949 197496 197901 201784 204392 209748 211299 218960 222505 227684 233276 248' Gewinne zu 500 M 2053 2647 5400 6503 11072 12282 14275 15395 15458 15732 15755 18631 18726 21164 27087 27772 29538 33720 36642 37302 30593 39627 39863 40978 41442 43356 44147 47928 60758 53525 64228 56229 55000 56940 57589 62299 62669 636C0 66917 68982 69102 69485 69761 70994 74086 75555 76401 78843 84092 86801 93921 98533 98822 100078 1Q2590 105713 105741 105908 106797 108309 110498 110670 112358 113990 116190 116620 118718 120353 121006 . 121143 122054 122872 123972 124626 126786 127680 131958 132210 133665 133936 141313 143886 145905 146263 146909 148723 151945 159727 160103 162377 163380 165685 167651 169642 169661 176781 176224 179270 187194 188864 199099 200545 200900 201190 205051 209130 209190 213787 214054 214810 215860 218852 219364 221402 221814 222141 223138 223330 224528 225820 226788 231194 232294 233367 In der Nachmitlagszichung wurden Gewinne über 240 Mark gezogen. 2 Gewinne zu 500 000 M 90852 2 Gewinne z.u50 000 M 31555 2 Gewinne zu 30 000 M 116129 2 Gewinne zu 10 000 M 97499 4 Gewinne zu 5000 M 103586 137488 10Q Gewinne zu 3000 M 2266 2939 3467 4701 14231 25425 26369 26735 28784 37973 1.1080 43461 47908 52710 69857 68698 68078 68797 75364 77676 •78219 93149 110203 112911 117267 132177 133377 136679 141990 142149 350462 154961 156704 163582 175496 179701 181386 188658 191537 198798 210463 810814 212030 222616 225905 227129 227290 227847 230098 230637 188 Gewinne zu 1000 M 290 2200 9598 10291 10699 12442 15669 16490 21230 24134 20476 29418 30846 38446 47448 48244 51444 63861 05244, 65973 67658 67792 70476 70788 71072 71605 72200 74411 76065 76528 79425 80271 04388 84505 86316 87805 90521 93580 99174 105371 111159 111220 117773 119828 120537 122162 128901 129507 130477 132109 136502 140524 141381 141433 144785 148854 150234 156695 167093 160946 162150 162551 169174 174939 176878 182023 183751 183874 187228 187525 188626 188896 194319 197948 193501 205761 210343 212386 214900 217145 224283 226600 228501 2S0574 208 Gewinne zu 500 M 1034 10079 13298 14344 14431 18333 19769 20995 21465 21607 27613 35275 36626 40443 40519 43554 45811 47584 52351 66644 57286 69262 60232 63762 04342 67615 71917 74017 B4781 87845 87911 07947 88237 88294 91377 98840 99260 100231 100965 102320 102541 103548 103970 I?^!. 1 ? 4769 106973 107672 109500 111022 11300S 114203 118611 119080 120004 120069 120295 121671 123610 123960 127284 128592 130921 131066 134701 lf°If 5 142361 143491 148329 146024 147669 15161t 153305 154085 154689 169354 160695 164828 167477 174297 170820 377548 180065 18äl94 183362 107737 189052 194095 196056 200689 201973 203686 203757 211667 211778 212238 214728 210404 220019 230440 223932 225078 230325 232101 233806