Nr. 2i>4 Der fcicfeener Sttjeigef erscheint täglich, nufer Sonntags. — Beilagen: •itfttner Kamillen blötter; Kreisblatt fLr den Kreis Gießen. Bezugspreis: monatt. 90 tzj.. viertel- jährl. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen inonatl. 80 Vi.: durch die Post Mk.2.45 viertel- jährb ausschl. Bestellg. Fentsprech - Anschlüsse: iürdie SchriitleitungllL Verlag,Geschäftsstelleöl An s chriil fü r Dra h ? i t a ch- richten: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt lbb. Zahrgang Donnerstag, 9 . Uovember \%b Postscheckkonto: Frankfurt a.M. tt686 WO Bankoerkehr: Gewerbebank Gießen 3wllli»grrund-ruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Such- u. LteindruLerei R. Lange. Lchristlettung, Geschäftsstelle a. Druckerei: Schuistr. 7. Annahme von Anzeige., i die Tagesnummer dis zum Nachmittag vorher. 5ei!enprct5, f. Anzeigen: örtlich 20 Pf., Vermietungen n. Stellenge-^ suche 15Pf., auswärts 25 Vf., b. PlatzvorschrisL 30 Pi., Reklamen 75 Pf.^ bei Platzvorschrift 90 Pf.. Hauptschristleiter: Aug., Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz. Stadt und Land, Vermischtes mGe-^ richtssaal: Fr. R. Zenz. Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. (WTB.) Großes Hauptquartier. 8.November. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz N u p p r c ch t von Bayern. Nördlich der Somme ging tagsüber die Geftchts- tatigkeit über müßige Grenzen nicht hinaus. Nächtliche englische Angriffe zwischen Le Sars und Gueudecourt -scheiterten in unserem Feuer. Südlich der Somme griffen die Franzosen beiderseits von Ab la i n co u r 1 an. Unsere in dem Südteil von Ablain- court vorgeschobenen Abteilungen wurden zurückgcdrängt. das Dorf Pressoire ging verloren-, auf dem Nordflügel des Angriffs wurde der Feind zurückgeschlagen. Heeresgruppe des Deutschen Kronprinzen. Lebhafte Artillerietämpfc im Maasgebiet. O e ft l i ch e r Kriegsschauplatz. , Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nichts Neues. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Der T o e l g y e s - Abschnitt war auch gestern der Schauplatz lebhafter Kämpfe. Der Gegner errang weitere kleine Vorteile. Vorwärts des Bodza-Passes sind den Rumänen in den letzten Tage!' gewonnene Teile unserer Höhenstellunsen wieder entrissen, amTatar-Havas-Paß sind feindliche Angriffe abgeschlagen-, der Erfolg in der Gegend von Spi.ni konnte weiter ausgenutzt werden. Die Gefangenenzahl erhöhte sich. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Keine besonderen Ereignisse. Mazedonische Front. Feindliche Angriffe im Cernaöogen blieben erfolglos. Rege Artillerietatigkert an Der B e l a s i c a - und Stru- m afro nt. Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff. * * * ' Wir werden vielleicht heute eine Reichskanzlerrede zu erwarten haben. Der verstärkte Budgetausschuß des Reichstags tritt freute zusammen, um Mitteilungen über Fragen der auswärtigen Politik und über sonstige Kriegsfragen entgegenzunehmen, und nach der „Frkf. Ztg." verlautet in parlamentarischen Kreisen, daß der Reichskanzler nicht nur über die polnische Frage, sondern auch über andere Fragen der auswärtigen Politik sprechen werde. Wir haben früher schon bemerkt, daß ein offeneres Hervortreten des Kanzlers uns lvünschenswert erscheine. Der sozialdemokratische Führer 1 Scheidemann, der schon öfter „Feststellungen" in den Fragen unserer Ziele gemacht hatte, die vom Regierungstisch unbeantwortet blieben, so daß in manche Gckmüter Zweifel und Ungewißheit einzog, tritt heute dem Kanzler wiederum in 'den Weg, um ihn auf bestimmte Absich-ben festzulegen. Scheidenicmn gebäwdet sich ßx einem Artikel „Nach der- Ber- tagirn#", den er im „Vorwärts" veröffentlicht, radikaler und unzufriedener als er es im Reichstag zu zeigen pflegt. Wahrscheinlich trägt er da der bisherigen Tradition des früheren Zenbralorgcrns Rechnung, das augenblicklich in jseinen Berliner Leserkreisen wegen der bekannten Schritte i des Parteivorstandes gegenüber der Zensurbehörde einen Boykottierungsfeldzug zu beschwiclftigen hat. So nennt Scheidenrann die Ergebnisse der Reichstagstagung „kümmerlich". Seine Klagen über Beköstigung und Behandlung der Soldaten, über die Teile- rung auf dein Lebensmittelnrarkt und ähnliches urehr haben aber absolut nichts Ergreifendes mehr. Das Volk hat sich langst daran gewöhnt, daß es Entbehrungen und Lasten tragen muß, und es lernt allmählich zu leiden, ohne stündlich dasselbe Klagelied vorzubringen, lind wenn Scheidemann auf die vielen „sachkundigen Ratschläge" verweist, an denen es im Reichstage nicht gefehlt habe, so ist das etwas verwunderlich. Die meisten Zeitungen haben nach jeder Verhandlung festgestellt, daß „nicht viel dabei herausgekommen" sei. Wir hegen aber die Hoffnung, daß die bisherigen Erfahrungen unsere Regierung und unsere Behörden in die Lage setzen ioerden, immer zweckmäßiger die wichtigen Fragen zu lösen, die der Krieg an die Heimatbezirke stellt. Wenn wir bemerkt haben, daß der Abg. Scheidemann Herrn v. Bethmann Hollweg neuerdings „gestellt" habe, so entnehmen wir dies seinen folgenden Sätzen ftn „Vorwärts": ,,Von alldeutschen Organen bin ich hcs'ig angegriffen worden, weil ich m Beantwortung der Rede des Reichskanzlern gesagt habe, daß die Hauptgrmrdlage, auf der der k o m m e n t> c Friede geschlossen wecken müsst, diese sei : Was französisch ist. soll franzö- Ulchi bleiben, was belgisch ist, soll belgisch bleiben, und was deutsch Nt, soll deutsch bleiben. ^6as ich und mit mir Millionen andere« fürstMtverftkmdlich halten, erregt bei mancher leidenschaftlichen, Wrdersvruch. Sie verschließen sich her Einsicht, daß der Krieg vielleicht noch jahrzehntelang fortgesetzt werden müßte, wenn! Deutschland belgisches und französisches Land behalten wollte oder wenn gar umgekehrt die feindlichen Mächte unsere Grenze bis an den Rhein Au rückschieb en wollten. Wiederholt Habe ich ausge- . sprachen, daß ich tzlaube ans den R e bnihe s R r i dt - f a nzlers . schließen zu du rfe n, daß er zu einem Frieden ans der Grund - , läge bereit sei, die ich am 11. Oktober im Reichstag skizziert habe. Daß der Reichskanzler inir nicht widersprach, ist ihm auf jener Seite arg verdacht worden. Ans der andern Seite wird er heftig angegriffen, weil seine Friedensreben jener Klarheit ermangeln, die auch ich für dringend trotwendig halte." Nun wird der Reichskanzler, wenn er heute im Budget- ausschuß sprechen sollte, nicht umhin können, Scheidemanns Auffassung entweder zuzustimmen oder sie abzuweisen und zu widerlegen. Wir möchten doch annehmen, daß der Reichskanzler ein wenig erschrickt vor diesen mageren und hageren Zielen, die man ihm zutraut. Seine früheren Erklärungen im Reichstag können doch auch etwas anders ausgelegt werden als Scheidemann es getan hat. Ter Zentrumsführer Spahn hat bekanntlich die damaligen Kanzlerausführungen im entgegen gesetzten Sinne wie Scheidemann unterstrichen. Wollte der Reichskanzler heute die Scheidernannscke Auffassung bejahen, so käme dies fast einen! neuen Friedensangebot gleich. Wir sind gespannt darauf, wie Herr v. Bethmann Hollweg aus dieser sachlichen und taktischen Schwierig- keit — eine solche ist's, wenn der oberste Bean!te innerlich Scheidemanns Standpunkt nahe stecht — sich herauswickeln wird. Wir meinen, die Kriegslage steht so, daß wir wahrhaftig nicht nötig haben, in eine Flaumacherei zu verfallen. Bemerkenswert ist, daß Scheidenrann auch mit der Regelung der Polenftage nicht recht einverstanden ist. Er schreibt: „Hätte die deutsche Reichsregier,mg zum Beginn des Krieges erklärt daß ihr erstes und hauptsächlichstes Ziel die unversehrte Erhaltung des Deutschen Reiches sei, daß sie aber auch darüber hinaus ein freies Polen als Ergebnis der künftigen Friedens- Verhandlungen anstrebe, so hätte diese Erklärung wohl in den breitesten Massen des Volkes Anklang gefunden. Jetzt, nach 2'.\ Jahren des .Krieges, in Polen ein Mittelding von Freiheit (mit Erbmonarchie) und „Tbnlehnung" zu schassen, gilt vielen als ein zweifelhaftes Experiment." Welche Weisheit! Ms Deutschland von allen Seiten überfallen wurde, als wir noch nicht ahnen konnten, auf welchen Wegen Mars unsere Geschicke führen würde, als Hindenbnrg noch nicht als der beste Meister unserer Politik int Osten konnte, da sollte Herr v. Bethmann- Hollweg erste Erklärung über — Polen ab geben! Jeder Deutsche hätte wohl seinen Augen und Ohren nicht getraut! Scheidemann vergißt ,daß Kriegsziele und Erkenntnisse künftiger Gestaltungen wachsen oder sich ändern und nicht wie dürres Reisig brennfähig im Speicher liegen. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 8. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 8. November 1916. O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. HceresfrontdesGeneralsder Kavallerie Erzherzog Karl. Südlich und südöstlich des Sz u rd u k - P a sses wurden rumänische Angriffe abgeschlagen. Bei Spini und südwestlich von P r e d e a l drängten wir den Feind weiter zurück. Beiderseits der Bodza-Straße find wir wieder im Besitz aller unserer früheren Stellungen. Nordwestlich von Toelqyes vermochten die Russen abermals etwas Raum zu gewinnen. Bei Tartarow schoß ein österreichisch-ungarischer Flieger einen russischen Nieuport-Doppeldecker ab. Heeresfron tdesGeneralfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Ruhe imGü rzi sche n hält on.AnderFleimS- tal front wurden Angrifft einzelner italienischer Bataillone im Col Brieon-Gebiet und an der Bocche-Stellirng abgewiesen. Drei Offiziere, '50 Mann und zwei Maschinengewehre fielen hierbei in unsere Hand. Südöstlicher Kriegsschauplatz Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer. Feldmarschatleutnant. * Ereignisse zur See. Am 7. ds. Mts. nachmittags haben feindliche Flieger auf die Städte R o v i g n o . P a r e n z o und C i t t a N o v a Bomben aügeworftn. Es wurde nicht der geringste Sachschaden angerichtet und niemand verletzt. Eigene Flugzeuge stiegen zur Verfolgung auf. Eines derselben. Führer Linien- schiffsleulnant Drakulic, schoß einen feindlichen Flieger ab, der bei in hoher See befindlichen Torpedofahrzeugcn nieder- ging. Diese wurden von unseren Flugzeugen mit Bomben angegriffen und entfernten sich gegen die feindliche Küste. Am Abend des gleichen Tages warf ein feindlicher Flieger gleichfalls erfolglos Bomben bei Nmago ab. Eigene Seeflugzeuge bewarfen abends die militärischen Objekte von Vermegliano sehr wirkungsvoll mit Bomben und kehrten unbeschädigt zurück. F l o t t e n k o m m a n d o. * * * Prinz Heinrich von Bayern gefallen. M ü n a. cn, 8. Nov. (WTB. Richtamtlickä P r i n z H e i n - r i,cki n s u Bia*; e r n hat deu H e 1 dentod erlitten. Der Prinz rvnrde am 7. Novemlnr aelegenillll? rin er Erkundung fcl.ircr ver - wund et und ist in der Nacht vom 7. ans den 8. November gestorben. Prinz Heinrich war am 24. Juni 1884 als das einzige Kind des Prmzenpaares Armrif gcborerr. Sein Vater ist am 12. November 1907 in Venedig gestorben. Die Mutter, Prinzessin^ Theresia, stammt aus dem fürstlichen Hause Lichtenstein. Prinz Heinrich stand seit Beginn des Krieges im Felde, zuerst als Rittmeister bei der schweren Reiterei und wurde gleich in der Schlackt irf Lothringen verivundet. Später führte er als Major ein Bataillon ld-es Infanterie - Leibregiments, in dem er seine Dienstzeit begonnen hatte. Tie allgemeine Teilnahme, welche der Heldentod des Prinzeft Heinrich von Bayern erweckt, kommt in den Blättern zum Ausdruck. Wieder hat ein Prinz aus deutschen! Herrscher hause, sagt der „Lokal-Anzeiger", sein Leben für das Vaterland hingegeben. Wie die „Voss. Ztg." erfährt, hatte der Prinz, der im Laufe des Krieges bereits mehrfach, verwundet wurde, das letzte Rial beim Sturur aus Fleury an der Hand und am Kopf, jetzt eine Verwundung an der rechten Schulter zwischen Schulterblatt rmd Brust erhalten. Tie Verwundung nwr 'unbedingt tödlich. Tie Kugel ging durch das rechite, Schulterblatt hindurch und zerschmetterte nicht nur das letztere, sondern zerriß auch edlere Teile vollständig. Gin ANi^ kommen wäre niemals möglich gewesen. Aus dem französischen Heeresbericht. Vom 7. November, nachmittags. / Tie Franzosen und Engländer machten vom 1. Juli bis % u nt 1. November an ber Somme 71532 deutsche Soldaten und 1449 Offiziere zn Gefangenen. Das im gleichen.Zeitabschnftt durch die Wliierten erbeutete Kriegs gerät beläuft sich auf 173 Feldgeschütze, 130 schoere Geschütze, 215 Grabenmörser, 988 Maschinengewehre. Ter Anteil der Franzosen an der Gesamtsumme beträgt 40 796 Soldaten,^ 809 Offtziere, 77 Feldgeschütze, 101 schwere Geschütze, 104 Mörser, 535 Maschinengewehre. Es ist nichts zu melden ans dem Verlaufe der Nacht mit Ausnahme von zeitweilig mlssetz von der Stellung von Fellahie ans dem rechten Ufer des Flusses zerstreuten imseve freiwilligen Krieger eine feindliche Schwadron, schlugen zwei Jir- fanterie-Bataillone, die der Fenü> zur Verstärkung schickte, und zwangen sie zum Rückzug. Im Verlauf dieser Kämpfe, die für uns mit einem vollen Erfolg endeten, erlitt der Feind große Verluste, während unsere Verluste garrz unbedeutend sind. An der K a u k a s u s f r v n t auf dem rechten Flügel Scharmützel, die zu unseren Gunsten ausftelen. Im Zentrum zerstreuten wir den Feind durch unser wirksames Artilleriefeuer. Auf dem linket: Flügel wiesen wir mit Erfolg feindliche Erkundungsangriffe zurück. Am 4. und 5. November unternahmen wir einen überraschenden Angriff gegen die Insel Kecowa, wesllrch von Antalia, die seit langem den Banditen als Zufluchtsort dient, die unter den: Schutze der feindlichen Flotte unsere Küste überfallen und plündern. Unsere llnternehmnng war erfolgreich. Eine große Anzahl Gewehre, eine Menge Mehl, sowie Vieh wurden erbeutet. Tie Bandtten hatten hundert Tote. Wir machten einige Gefangene, die gehängt werden sollen. Eitt feindliches Flugzeug, das am 6. November um 2 Uhr nachmittags von Metelin kommend über Deneseta in Gegend von Smyrna flog, witrde ditrch eins unserer Flugzeuge abgeschossen und fiel ins Meer. Ter Beobachter und der Pilot konnten nicht gerettet werden. Kein Ereignis von Bedeutung auf den anderen Fronten. Ter Stellvcrtreteirde Obet der Abwehr mcüüberiegener iAaffen als unbezwing- darre Helden bewährten, höchstes Lob urrd stellt fest, daß keines der Ziele Cadornas erreicht wurde, weder der Durchbruch durch die österreichisch-uttgarische lüften ländische Front, noch eine Ent- laKung Rttmäniens. Man dürfe begierig sein, wite sich nunmehr Eadorrra der immer dringender werdenden Forderungen der Ententemächte nach der Entsendung größerer italienischer Truppen- Wrper nach Frankreich und Saloniki entziehen werde. Hinsichtlich des siebend ürgi sch en Kriegsschauplatzes heben die Blätter I)ervvr, daß trotz der Ungunst des Geländes und der Witterung und trotz der Hemmnisse der schon im^ Frieden jenseits der Grenze von den Rumänen angelegten Befestigungsbauten' wesentliche Fortschritte erzielt worden seien, denen mir kleine Erfolge des Feindes im nördlichen Siebenbürgen yegenüberständen. Die Presse hebt hierbei hervor, daß sich die Än- griffsbewegungen in einem schwer zugänglichen bewaldeten Mittelgebirge, das ncitunter, wie beispielsweise westlich der Predeal- streße, zu Höhen von mehr als 2000 Metern emporsteigt, vollziehen, weshalb den verbündeten Truppen höchste Beivnnderung gebül re. Mcht unerwähnt soll bleibew daß die Gegenangriffe der Rumänen für diese die schwersten Einbußen zur Folge hatten. So wurden initcr anderen nach sechstägigen Kämpfen in einem Frontraume nur weniger Kilometer mehr als tausend Feindes leichen von den verbündeten Trupven bestattet. Die Wahrheit über Griechenland. Bern, 8. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Eine Korrespondenz des „Eorriere della Sera" aus Athen schildert die Zustände in Griechenland, wie sie wirklich sind. Der Korrespondent erwähnt zuerst, wie die französischer und englischer Korrespondenten die Wahrheit fälschen und glauben machen wollen, ganz Griechenland stünde auf seiten der Regierung in Saloniki. Die Wahrheit sei ganz anders. König K o n st a n ti n sei z w c i fell o 4 deu4 s ch s reu n dl i.ch^ und man müsse ihm Gerechtigkeit ividerfahren lassen, daß >er daraus niemals ein Hehl gemacht habe. Noch unlängst, als die Entente bereits auf Griechenland gedrückt habe, sei er in der Uniform eines deutschen FeDdmarschalks aus dem Königsvalast her aus getreten, um sich aus die deutsche Gesandtschaft zu begeben. Wegen dieses Besuches habe mair stark gegen den König agitiert, aber nicht von griechischer Seite. Man rmifte dein König Gerechtigkeit widerfadreu lassen, und da die Entente für Gerech- tigkeic und Freiheit kämpfe, solle sie die Vorliebe de§ Königs für Deutschland achten. Königs Konstantin sei für Teutschlaird, rvie Benizews für die Entente sei. Aber sehr wahrscheftrlich würden die Sympathien des Königs dem Kaiser rveit n>eniger kosten, wie die Sympathien Benizelos' der Entente. Nicht nur der König, sondern ganz Griechenland und das ganze griechische Volk wvl l en vom Kriege nichts w is sen. Ter König habe nichts seinen Willen dem Volke auigezwungen, sondern er hckbe nur den Willen des Volkes ausgeft'ihrt. Ter beste Beweis für diese Behauptung liege in dem Fiasko der revolutionären. Bewegung des Herrn Benizelos. Benizelos habe mit allem Lärm, den er angestellt habe, im ganzen 2000 Mann zusammen beronnnen. llm diese 2000 Manu zn sammeln, habe man 10 Millionen ausgegeben. Die französische offiziöse Agentur Radio suche die Wahrheit zu verlor gen. ober umsonst. Diese Agentur verbreite Na-ckrichten, wonach 50 000 Griechen aus Amerika kommen würden, um für das Vaterland zu kämpfen. Die Wiahrheit sei aber ganz anders. Mein in zwei Monaten seien 30 000 Griechen, welche nribftärpftichtig waren, nach Amerika ausgewandert, um sich den: Kriege zu entziehen. Jeden? Tag könne man im Piräus sehen, !vie Geiwarmen hinter Leuten herlaufen. um sie zu verhindern, sich einzusclnifsen. Sarrail habg selbst gesagt, daß Benizelos nur 2000 Mann zusammengcbracht I«be. Tie Rekrutierung auf Cypern hänge vou der Billigungj Englands ab. Aber man habe sich> noch nicht darüber ausgesprochen. In Saloniki widersetze sich das Judentum der Rekrutrerung, mrd die Entente müsse durch Verlxfftturgen und Bestrafungen dieser Rekrutierung zum Erfolge verhelfen. Amsterdam, 8. Nov. (W.T.B. Nichtamtl.) Der „Times" wird aus A t hen gemeldet, die griechische Regierung^ habe Deutschland um lArufklärung über die Bringungen? ersucht, die die griechischen Dampfer enthalten müssen, um von U- Boots-Angriffen verschmtt zu bleiben. Bern. 8. Nov. (W.T.B. Nichtamtl.) „Corriere della Sera" Meldet aus When: Die Gesandten Frankreichs und Englands haben ^gestern abend einen neuen wichtigen Schritt bei der griechischen Regierung unternorw men, über den 4ne Alliierten sich verpflichteten, vorläufig völliges Stillschweigen M bewahren. Inzwischen nmrde bekannt, daß die griechische Regierung Admiral Fournet eine lange Note überreichte, in der die Gründe dargelegt ivrrden, weshalb die Forde- nmg, die Torpcdvbootsflottille den Alliierten zu überlassen, abgelehnt wurde. (Las Gerücht, daß bereits einige beschlagnahmte Torpedoboote unter französischer Flagge mit französischer Besatzung verwendet lverden, entbehrt noch der Bestätigung. Dasselbe Blatt meldet, die Gerüchte, wonach der Dampfer „Angeliki" untergegangen und 150 Griechen ertrunken seien,, bestätigen sich nicht. Es sind nur fünf Mann ertrunken. Bon dem „Angeliki" selbst wurde nur die Bugspitze zertrümmert. Das Schiff befindet sich im Piräus, wo die Ausladung stattsand. Die nsrwetzifche Änttvsrtnote. Kristiania, 8. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die norwegische Antwortnote ist heute dem deutschen Gesandten überreicht worden. Aus Belgien. Brüssel, 8. Nov. (WTB.) Durch eine Verordnung deSi Generalgouverneurs in Tlbänderung der bestehenden Verordn imgevj zur Verwaltung des Elememarmfterrichits, des nrittleren Unter-, rechts und des höheren Unterrichts für Wissenschaft und Literatur im Min i ft e r i u m für K unst un d Wissenschaft wird für jÄ>en dieser Geschäftszweige je eine v l a m i s ch e und wallonische Abteilung errichtet. Twr vlamischen Abteilungen liegt' «die Bearbeitung der Angelegensten der Uuterrichtsverwaltungj für den vlamischen Landesteil und der hochdeutschen Sprachgebiete ob. Die ivallonischen. Abteilungen haben die gleichen Obliegen-« heften für die wallonischen Landesteile. Unsere Feinde und Polen. Petersburg, 7. November. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agerrtur. Tie gesamte russische Presse nimmt die Unabhängigkeitserrlärung der besetzten Gebiete Russisch-Polens durch Oesterreich und Deutschland mit großer Ruhe auf. Nach der einstimmigen Meinung der Blatter hat diese Tat der Zentralmächte, die von neuem die Prinzipien des Völkerrechtes gröblich verletze, unzweifelhaft keinen anderen Zweck, als ihre erschöpften Reserven aufzusüllen. Das polnische Volk wird niemals einer so selbstmörderischen Politik zusammen, selbst wenn sie ihm in der Form der Unabhcbtgigkeit aufgeredet ivird. Die verschiedenste politischen Richtungen sirrd einig, die Lage unter diesem Gesichtspunkt anzusehen. „N o w o j e W r e m j a" bemerkt, daß die ruhmreichsten Traditionen der polnischen Waffen sich an die Schlacht von Tannenberg knüpfen, wo polnische, litauische und klcmrussische Regimenter den deutschen .Horden Niederlagen beigebracht haben. Tc^s vor fünf Jahrhunderten unternomuiene Werk soll gegenwärtig zu einem guten Ende geführt werden. Tie „B ö r s e n z e i 1 u lt g" sbgt: Entgegen allen _ Grmrd- sätzen des Völkerrechts haben Österreicher und Tentfck>e beschlossen, Aushebungen vorzunehmen, und dies unter der Form eines Königreiches Polens mit sogenannter politischer Unabhängigkeit zu tun. Dieser Mummenschanz wird niemanden täuschten, denn es handelt sich hier nidv urn eine gesetzmäßige Politik, sondern um ein« einfache internationale Räuberei. „Rj et sch" stellt fest, daß der tatsächliche Zweck dieses hastigen deutsch-österreichischen Aktes irr der Erklärung über die Rekrutierung enthalten sei. Die vou den-Oesterreichern urrd Deut/.heu prokia- nrierte Rekrutierirng stelle eineu Aft der Vergewaltigung und die Erklärung der UnabhÜn^glert Polens eine Heuchelei dar. In gleichem Sinne äußern sich andere Blätter, darunter das Organ der äußersten Linken, welches hervorhebt, daß die polnischen Voltsmassen und die polnisch e Demokratie das, was geschehen sei, als 'ein neues nationales Unglück betrachten würde. Die Zeitung „Nawvsti Dnia" zitiert die Worte einer der bekanntesten polnischen Personlchßeiten, des Grafen Velopolski, der erklärte: Indem sie, Kaiser Wilhelm und Frarrz Joses, russischen Provinzen Rechte einräumen, ivoilen sie v'h einige Hunderttausend polnische SpU-aten ausheben. Diese zutage lEgende Absicht werde unzweifelhaft von den Polen verstanden werden, die sich nicht durch solche, heuchlerische Geschenke täusckui lassen werden. Bern, 3. Nov. 'WTB. Nichtamtlich.) Zur Lösung der Pvlen- srage schreibt H « r ö e: Man muß den Mut^häbcn, anzuerkennen, daß die Ereignisse in Russisch-Polen keinen Sieg für uns bedeuten. Der Streich, den uns Deuischtand spielt, ist zynisch und eme schöne Anwendung macchiavellistischer Gedanken. Auch verrät er Geschicklichkeit und es ist notwendig, daß die allnerten Regierungen mit Ernst der neuen Sachlage Rechnung tragen. Ms einzige Möglichkeit, das deutsche Manöver sofort zu parieren, verlangt .Herve ein gemeinsame s M a n i f e st sämtlicher Alliierten an Polen. Er glaube iedoch daß ein solches Vianifest, selbst wenn es pvn allen Alliierten 'unterzeichnet wäre, die Polen nicht cntentesrenndlich machen würde, wenn, nicht zum mindesten sofort an die Bildung eines polnischen Heeres gegangen tvürde, das an der Seite der Russen kämpfen würde. B ern, 8. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) „T emps" zufolge hat der Abgeordnete Varenne deuc französischen Ministerpräsidenten mitgeteilt, daß er ihn in einer der nächsten 'Kammersitzungen über Maßnahrnen interpellieren werde, die die alliierter Negierungen ergreifen würden, um dem ö st e r r ei ch i s ch -den t-. scheu M a n ö v e r der U n a b h ä n g i g k e i t s e r k l ä r u n g Polens entgegenzutreten. Ans dem englischen Unterhaus. Amsterdam, 8. Nov. lW.Bs Wie einem hiesigen Blatte fcu§ London gemeldet wird, erklärte Ramsay Macdonald vor einigen Tagen in einer öffentlichen Versammlung, daß alle, die jetzt aus ren Schlachtfeldern in Frankreich und Belgien fallen, um- ionst sterben. Gestern fragte O ü t h w a i t e (liberal) im U n t e r h a u s e, ob alle Alliierten gleichmäßig zu oer Gesamttruppenmacht beitrügen. L lo v o Georg e antwortete, es 'sei unerwünscht, darüber Aufschlüsse geben. Ontbwaite begnügte sich damit nicht, son-- dern stand nochmals auf. Es erschollen von allen Seiten Protest- ntre. Man rief: Sitzen bleiben, wir brauchen hier keine Deutschenfreunde.' Oberst Eraig (Unionist) fragte, ob es nicht möglich sei, Fragen zu verhindern, die offenbar bezweckten, Schwierigkeit ei, zwischen ?un Alliierten hervorzurufen. Der Sprecher erklärte, er würde das gern zur Regel machen, wenn das Haus einen derartigen Antrag anneymc. Er habe nichts dagegen, daß die Viitglieder des .Hauses ihre Neimingen zum Besten geben, könne aber nicht zu- laffen, daß die Verl.andlungen gestört werden. Hierauf fragte Outhwaite, ob das Kriegsamt Lord N o r t h c l i f f e gewiffe Jnfor- matvanr;? gegeben habe. Bon radikaler und konservativer Seite wurde ioegen der Ereignisse in A?t he,n am Auswärtigen 9bnt Kritik geübt. Es wurde der Wunsch nach kräftigeren Maßregeln gegen die Deut- schenftetmde in Griechenland geäußert. Einige Abgeordnete verlangten. daß die Alliierter endgültig mit König Konstante n b r e d) : n sollten. Lord Robert C e c i l erklärte, daß die 'vuiür uu euerguche Schritte tim würoen, um zu verhüten, daß die griechrichen ..Patrioten", die sich der Salvniker Betvegung an- . oni Schwierigkeiten stoßen. Im allgemeinen hätten die ^bgierik'Mi / ci; illiT' m keine Ursache zur Unzufriedenheit über vre wrt, un griechische Regierung ihren Verpflichtungen nach- Der Zeekrieg. B.erlin, 8. Nov. (Privalteiegramm.) Außer den bereits gemeldeten sind in den letzten Tngen noch folgende feindliche Handelsschiffe versenkt worden: Die englischen Dampfer Rappa.Hannock (3871 Toniren), North Wales (4072 Tonnen), A. B. Davidson (1640 Tonnen) und Barrumble (3823 Tonnen), die französischen Segler Iduna (165 Tonnen) und Felix Louis (275 Tonnen) und der italienische Dampfer Ostmarck (4400 Tonnen). Rotterdarn, 8. Nov. (WTB.) Nach einer Londoner Meldung ist Lev P o st d a m p f e r „A r a b i a" (7933 Tonnen) am 6. November im Mittelmeer ü er feit ft worden. Alle 437 Passagiere wurden in Sicherheit gebracht. Kristiania, 8. Nov. (WTB.) Meldung des Norwegischen Telegrammbureaus. Ein r u s s i s ch e r Torpedo- jaget* beschoß en Arbeitsgemernschjaft gestellten Antrag* zum Gesetz betreffend die Unterstützung von Fanrilien in den Dienst einge- treieuer Mannschaften nicht zngestinrmr hat. Ter Fraktionsvorsttrnd sagt: die Anträge der 'Arbeitsgemeinschasl erwecken wiederl)olt den Eindruck, als ob sic nur gestellt worden seien, um bei ihrer Ablehnirng durch die sozialdemokratische Fraktion Anklagen gegen diese erheben zu können. * Berlin, 8. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Das Direktorium der Reichsgetreide st elle erinnert daran, daß die zurzeit von der Reichsgetreidestelle gewährte Drusch- Prämie von 12 Mark auf die Tonne nur noch für Brotgetreidelieserungen bis einschließlich zum 15. November gewährt wird. Nur dem ReiKe. Die Reichspartei zur Polenfrage. Die Leitung der Reichspartei gibt in der „Post" folgende Erklärung bekannt: „Sobald von dem Plane der Schaffung eines mit weitgehender Mtvnomie ansgestcrtteten Königreichs Polen sichere Kenntnis angetan gt war, hat die Reichspartei im Einverständnis mit der Parteileitung und den in Berlin anivesenden Mitgliedern der fteikonser^ Vativen Fraktion des Abgeordnetenhauses wiederholt schriftlich und mündlich ihre schweren Bedenken gegen diesen Plan bei der Reichsleitung und den zuständigen preußisck-en Ministerien nach- dn'icklich geltend gemocht und mrsftihrlich begründet. Nach Erlaß Aus Sia-t «nd Land. Dirßecr, 9. November 1916. Die Asche als Brandstifter. Angesichts der Tatsache, daß sich in der Tages presse die Mitteilungen über Schadenfeuer kleineren und größeren Umfanges mehven- läßt uns einer unserer Leser nachstehende sehr becuhtenswerte Zeilen^ zu gehen, die wir gerne wiedergeben. ' Wenn man bedenkt, daß zurzeit in Stadt und Land die besten Männerträfte zur Fahne einberrrsen sind, überkonrmt einem die bange Sorge, tvas werden soll, wenn in kalten stürmisckiLN Winternächten ein Brand ausbricht. Infolge der vielen Arbeit werden die Feuerwehrübungen, die die Daheimgebliedenen in der Handhabung der Geräte unterrichten sollen, uotgedrim.gen vernachlässigt, Führer, Obleute und die besten Mannschaften sind nicht zur Stelle. Unter diesen Umständen sind größere Unglücke fast unausbleiblich. Dabei ist zu bedenken, daß verbramtte Erntevorrätc durch Geldeswert nicht zu ersetzen sind. Die beste Mwehr eines solchen Unglücks ist dem Unglück Vorbeugen. Was aber sind mm die Ursachen vieler, vieler Brände? Wohl wird zn besonderer Vorsicht in Beaufsichtigung der Kriegsgefangenen gemahnt, denen man wohl Brandstiftungen, teils aus Fahrlässigkeit, teils auch mit Absicht, zutrauen kann, aber das ist meiner Ansicht nach der Nebel größtes nicht. Ich kenne einen anderen Feind, dem man entgegen arbeiten mftß, es ist die anj und für fich harmlose A s ch e. Ich glaube^ man kann ruhig die Hälfte aller im Winter ausgebrochener Brände dem unvorsichtigen und fahrlässigen Auf bewahren der A s ch c zuschreibeu. Am heimtückischsten ist die Asche von Braunkohlen nrrd Briketts, in der sich nachgewiesenermaßen Funken chgelmrg erhalten. „Es glüht ein ^uter Funke noch in der Asche fort" heißt's in dem bekannteir Turnerliede, aber es ist nicht i'nxnu-'T ein guter Funke, sonderm oft, gar oft ein böser und zerstörender. Wo nun findet man die Aufbewahrungsorte der Asche? Im .Holzschuppen, iin Keller, in einer Ecke zwischen Stall und Scheune steht ein hölzernes Fäßchen, bestenfalls ein Eimer ohne Deckel usw. und dahinein wird, oft am Abend, wenn das Feuep größerer Beguernlichkeft wegen schon für den nächsten Morgen znrechtgemacht wird, die rwch heiße Asche gebracht. „Sie war ganz tms," sagt das zur Rede gestellte Mädchen, wenn es, nachdem es />en Asck>enkasten oder sonstiges Gerät schnell entleert hat und von Kälte und rauhem Wind zur Eile getrieben, rasch wieder dem sckuätzenden >Hanse zuspringt. Nicht immer war es aber so, der Zugwind bläst das sck-ou erstorbene Fünkchen wieder an, die ganze schon Tage vorher erkaltete Menge kommt wieder ins Glühen, wird durch die hölzernen Dauben des Fasses, die Bretter einer alten Kiste nsw. zur Flamiue genährt und das Feuer ist da. Vielfache Aürd wach der Aschenkasteu direkt auf die Miststätte entleert, wo ebenfalls durch Sttoh und dcvgl. die Funken wieder zum'Feuer )verden können. Strengste Beaufsichtigung der Ascheu- Auflewahrungsorte durch die Polizei sind ebenso notwendig, wie das Nachspüren von Kaminsehlern und durchgebrannten Rohren; hier kann gar rricht streng genug vorgegangen werden. Ein System, das sich gut bewährt hat, ist folgendes: Man stelle etwa vier eiserne Behälter (alte Eimer, eiserne Krippen nsw.), an eine Reil)e, füllt sie der Reihe nach mit der wegzubringenden Tlsche, bis alle gefüllt sind, alsdann er stwird ber Inhalt des zuerst gefüllten in ein größeres Faß, eine Grube oder dergl. gebracht und der leer gewordene Behälter wieder vorn hingestcllt zur Ausnahme der irächsten Entleerung. Dadurch erhält man die sichere Gewahr, daß die Asche einige Tage alt und wirklich vollständig erkaltet ist: selbstverständlich müssen die Gefäße mit gut- schließenden Deckeln versehen sein. * ** Auszeichnung. Dern Artillerielerrtnant Jos. Kübel von hier, der im Westen steht und der bereits mit dern Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet ist, wurde nun auch die Hessische Tapferkeitsnredaitle verliehen. ^ ** Beförderung. Zum Mze-Jeldwebel der Res. befördert wurde Unteroffizier der Res. Ludwig Unverzagt im Jnfanterie- Regt. 390. früher 116. ** Universitäts-Kinderklinik. Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer gestrigen Sitzung der Großh. Regierung den Betrag vo»7 35 000 Mk. zur Verfügung gestellt, um dern Staat den Errverb der Universikäts-Kinderklinik zu er- 7nöglichen. ** Höch stpreis f ü t Milch. Für den Kleinverkauf von Milch frei ins Harrs finb laut Bekanntmachung des Oberbürgermeisters folgende Höchstpreise festgesetzt: Für das Liter Vollmil ch 3 6 P s e n n i g, für das Liter süßer Magermilch 2 6 P f c n n i g. ** Kart offe l-Vers orgung. Wer bisher auf seinen Bezugsschein hin keine Kartoffeln erhalten konnte, erhält, wenn er den. Bezugsschein rechtzeitig dern zuständigen Brotmarkenbezirk vorlegt, Kart o ffe lm ar fe u für drei Wo che n — auf Wunsch auch für längere Zeit — und einen neuen Kartofselbezugsschein. Höchstens ein Pfun d Kartoffeln darf für die Zeit bis 15.' Augirst 1917 für den Kops und Tag auf dern Bezugsschein in Ansatz gebracht und verbraucht rverden. Wer den vollen ihrn zustehenden Winterbeüarf bereits erhalten hat, nracht sich strafbar, wenn er weitere .Kartoffeln auf Kartofselmarkelt kauft Sind auf Grrtnd des Dom 1. bis 21. Oktober 1916 geltenden Satzes von IV 2 Pfund für den Kopf und Tag bereits größere Mengen Kartoffeln bezogen worden, als nach dem jetzt qelten-' den Satze von 1 Pfmrd für den Kopf und Tag bis 15. Äugust 1917 znstehen, so gilt die Menge, die die zulässige Höchstmenge übersteigt, als beschlagnahmt. Der Besitzer ist zur pfleglichen'Aufbewahrung dieser Kartoffelmengen verpflichtet; der Erlaß näherer' Borschristeir über die Einziehung bleibt Vorbehalten. Ms auf weiteres wird mit Rücksicht 'auf die geringen Anlieferungen höchstens ein Zentner Kartoffeln auf jeden Bezugsschein abgegeben, damit jedem die Möglichkeit geboten ist, Kartoffeln Zu erhalten. ** Jahres- Versamml!ung des Oberhessischen Vereins für Innere Mission. Die Jahresversammlung wurde am 8. Novenrber 1916 im Gemeindehaus, Kirchftr. 9. owit Vorsitzenden llniversftätS-Professor v. Schian eröffnet. Pfarrer Schwabe sprach ein kurzes EnnsMrgKvort, in welchem er auf die großen, wachsenden Aufgaben Lei Iün-eren Mission hinwies, und die Hoffnung aussprach. daß! die Liede Christi alle Mitarbeiter beseelen möge, uw den Aufgaben der Inneren Mission an unserem schwer innige suchten Botte gerecht zu werden. Der hieraus vom Dorfttzenden erstattete Jahresbericht gab einen kurzen lieber- blick über die geleistete Vereinsarbeit. Der Vereins geistliche, Pfarrer Memmert - Darmst-adt hat in verschiedenen Dekanaten Predigtgottesdienste über Innere Mission abgehalten. Die Schriftenver- vr-eituttg, besonders in oberhessischen Lazaretten, hat. guten Fortgang Mwmmen. Der Betrieb der H e r b e r g e zur Heimat in Gießen hat ourch den. Krieg wenig Störung erfahren, indem' er sich den Verhältnissen des Krieges angepaßt bat. 'Auch die Ent- Nncklung des Elconoreu ho s p iz e s zu Bad-Nauheim hat einen günstige!: Verlaus genommen. Einen kurzen Ueberblick über die Kassenverhältnisse gab sodann Fabrikant Kaufmann, hier, der von einem guten Stand der Kasse berichten konnte. Daraus hielt Direktor J). Schwel l-Friedberg den an ge kündigt du Borg ' trag über -Mas fordert die gegenwärtige Lage von der Innerem Mission?" Er stellte fest, daß der Krieg die überaus groß gewesene Kultur- und Menschen Vergötterung zerstört imd das religiöse Leben vielfach gestärkt habe. Andererseits habe der Krieg «euch bei vielen einen bedauerlichen Mangel an religiöser Erkenntnis zutage gefördert, viele Glaubenszweifel geroeckt. und die Gleichgültigkeit gefördert. Demgegenüber fei an der erkenntnismäßiges Begründung des Glaubens zu arbeiten, die christliche Sitte zu fördern, die Zweifelnden zu gewinnen und allerhand Einwände abzuwehren. Daraus ergibt sich die Aufgabe für die Innere Mission, in Wort Und Schrift für die Vertiefung christlicher Erkenntnis in populärer Weise einzutreten, z. B. durch Gemeindeblätter, religiöse Vorträge u. a. der Pflege des christlichen Familienlebens in weitestem Sinne ist besondere Beachtung zu schenken. Hier bringt mangelndes Gottvertrauen und Mangelnde Gottesfurcht viel sittlichem Schaden. -Hoffentlich wecke der Krieg auch in dieser Beziehung Gutes. AU der sich an den Vortrag anschließenden Aus- svrache beteiligten sich die Herren Pfarrer Fritsch, Bechtolsheim er, Prof^v. Schian, Kirchenrat D. Schlosser u. a. Am Abend fand in der Sbadtkirch? ein Llbendgottesdienst statt, in welchem Oberpfarrer Und Dekan Müller-Lauterbach predigten. *' Zum Städtischen S e e f i s ch m a r f t sind heute noch Miesmuscheln zum Verkaui eingetroffen. '* Ihre Goldene Hochzeit feiern am 11. November Albert Schufst und Frau, Frankfurter Straße 69. ** Herabsetzung der Preise für Hafernährmittel. Durch Verordnung des Reichskanzlers sind die Höchstpreise für Hafernährmittel neu geregelt worden. Gegenüber den bisherige:' Preisen bedeuten die neuen Höchstpreise eine erhebliche Verbilligung. Sie betragen im .Winverkaufe für Haferflocken, Hafergrütze und Hafermehl lose 44 Pfennig für das Pfund, für .Haierflocken und -grütze in Packungen n6 Pfennig für die 1 Pfund- Packung und für Hafermehl in Packungen 32 Pfennig für die I 3 2 Pfund-Packung. Für Hafernährmittel, die sich beim Inkrafttreten der neuen Höchstpreise bereits im Kleinhandel befinden, karnm die Landesbehörden für eine kurze llebergangszeit die er- sorderlichan Ausnahmen zulassen. ** Zum B u ch s n h r u n g s k n r s e f ü r H a n d w e r k e r - Frauen und -Töchter, den der Allgem. Deutsche Frauenverein (Ortsgruppe Gießen) veranstaltet, ist Anineldung Freitag, 10. Nov., abends 8 Uhr, in der 2. Klasse der Mädchenschule, Nord- Anlage 14 (Eingang Dainmstraße), erforderlich. '* Land sturm rolle. Die im Oktober 1899 geborenen Landsturmpflichtigen der Stadt Gießen müssen sich am 15. November d. Js. zur Landsturmrolle melden. "Das heutige Kreisblatt Nr. 143 enthält Bekanntmachungen über Hansschlnchtungen; Veröffentlichung von Anzeigen über die Beschäftigung von Arbeitskräften jeder Art; Lieferung von Benzol für die Landwirtschaft; Mahlkarten ; Schutz der Telegraphenleitungen ; Regelung des Fleischverbrauchs bei Wild; Geschästs- > stunden der Gerichtsschreibereien Landkreis Gießen. -m. Birklar, 9. Nov. Heute früh gegen 2 Uhr brach in dem Wohnhaus des G. M ü Her ein ZImmerbrand aus, der bedenkliche Folgen hätte nach sich ziehen können, da das Wohnhaus in einer Hosreite gelegen ist, an die sich mehrere andere direkt an- schließen. Nachtwächter Wolf bemerkte das Feuer rechtzeitig, und die sofort herbeigeeilte Feuerwehr, die jetzt ausschließlich aus alteu Männern besteht, konnte des Feuers Herr werden, bevor es weiter um sich griff. -r-. Großen-Linden, 9. Nov. Der Bäcker Wilhelm D e r n, ein Sohn des Landwirts und Bäckers Georg Dern II., Gefreiter in einem Infanterie-Regiment, wurde in den Kämpfen an der Somme mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Dern rückte mit Ausbruch des Krieges ins Feld. ll. Lang - Göns , 9. Nov. Gestern wurde von Holzheim berichtet, daß Ankäufer von Gerste usw. auch hier ihr Wesen treiben. Dies stimmt, den Landwirten wurden für den Zentner Gerste hohe Preise geboten; täglich sieht man solche Ankäufer mit Schließkörben, damit es nicht der Polizei auffallen soll. Es soll Leute darunter geben, die das Aufkäufen berufsmäßig treiben, um danut ein gutes Geschäft zu erzielen. El Laug-Göns, 9. Nov. Wehrmann Jakob Z e i ß. 3. Landünrm-Bat., erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. Zeiß diente früher beim Landw.-Rgt. 116. b. Steinbnch, 8. Nov. Das Kriegs-Ehrenzeichen wurde hier verliehen außer an Frau Pfarrrr Köhler noch an Pfarrer Köhler, Bürgermeister Krämer und Rechner N i c o l a u s. -m. Villingen, 9. Nov. Dem seit über einem Jahre an der Front in Galizien befindlichen Musketier Karl Ziegler wurde am 23. Okt. das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Kreis Alsfeld. np. O b e r - O h m e n , 9. Nov. Die beiden Söhne des hiesigen Schmiedemeisters Peter Maurer, die in der Sommeschlacht in einer Koiupagnie kämpfen, wurden für ihre Tapferkeit mit dem Ehernen Kreuz und der Hessischen Tapserkeitsmedaille ausgezeichnet. 3p. Ruppertenrod, 9. Nov. Dem Kanonier Adam Schott vor: hier, der in Galizien kämpft, wurde die Hessische Taplerkeitsiuedaille verliehen. — Der zuletzt ans unserer Gemeinde den Heldentod erlitt, Karl Philipp, ist nicht an seiner Verwundung gestorben, sondern, wie die Mitteilung besagt, an empfangenen giftigen Gasen. Kreis Schotten. -irp. Aus dem Vog^el s berg, 8. November. Durch den Weltkrieg und den dadurch, hervorgerusenen Mangel an Arbeitskräften blieb das Kalken der Ob st bäume seit 1914 ans. Jetzt findet es an den Pflanzungen der Landstraßen nieder statt. Wie ungel-euer wichtig eine zielbewußte Obstbaumpflege ist. wozu in erster Linie das Kalken der Stämme gehört, haben uns die zwei verflossenen Jahre gezeigt. Wo irgend angängig, soll sichs aber auch, der private Obstzüchter in diesen! Herbste angelegen sein lassen, nach so langer Zeit die Obststämme mit Kalk anzustreichen. Das! ' gelinde, günstige Novemberwetter läd dazu ein. Kreis Friedberg. ~ Ans der Wetter au, 8. Nov. Die zahlreichen großstädtischen Händler, die vor der Festsetzung der .Höchstpreise für Sveiserüben diese Frucht aus Gewinnsucht von den Laubhütten zu Märchen preisen aufkauften. erleben au dem Handel wenig Freude. Sie haben große Mengen lagern, die sie bei der .'Abnahme bar bezahlten, jetzt aber *u* den voryeschriebenen Höchstpreisen veräußern müssen. Der Schaden, der diesen Herren dadurch erwächst, ist in diesem Falle sehr erheblich. -Y Kirchgöns, 9. Nov. Gestern wurde hier durch die Polizei Frucht beschlagnahmt, welche von Leuten ans der Gegend von Siegen ansge kaust wurde. Hessen-Nassau. Marburg, 9. Noo. Aus Veranlassung der Landwirt- schaltskaininer für Knrhessen fand gestern mittag auf dem städtischen Viehinarktplatze die Versteigerung von 10 0 Saanen-Mntter- z i e g e n und Mutterlänunern an 'Mitglieder des Kreis-Ziegenzucht- verein^ Marburg statt. Die Preise bewegten sich zwischen 50 und llO ML. Es verblieb ein Ueüerstaud. “ Frctnkfurta. M.. 9. Nov. Die Stadtverwaltung hat im Verein mit den in Frage kommenden Körperschaften während des Sommers 1916 rund 14 009 bedürftigen Kindern einen Erholungsaufenthalt lgewähren können. Hiervon fandet 4000 Kinder infolge einer Zuwendung von 50 000 Mk. seitens der Ortskrankenkasse eine Erholung außerhalb Frankfurts, besonders im Westerwald, Odenwald, dem Vogelsberg, bei Landlenten im Hunsrück und in den Soolbädern Bad Orb !und Wimpfen. Weiteren 1000 Kindern gewährte die Kriegsfürsorge unentgeltlichen Mittagstisch. = Frankfurt a. M., 8. Nov. Die städtische Brotkommission hat eine Herabsetzung des Brotpreises von 69 auf 57 Pfennig für das Vierpsnndbrot beschlossen. F. C. Wiesbaden, 8. Nov. TenereAepfel. Zwei Wiesbadener Frauen lasen iin Herbst in der Totzheimer Gemarkung jede etwa 3—4 Pfund Falläpfel auf. Die Polizeistrafe lautete hierfür 5 Mark, die die Schöffen heute auf 1 Mark herabsetzteu. Durch die beträchtlichen Gerichtskosten werden die Falläpfel doch noch viel teurer als der außerordentlich hohe Ladenpreis damals war. “ Sindlingen a. M., 8. Nov. Unter Beteiligung fast aller Ortseinwohner nahm die Bürgermeisterei heute die Verlosung von 186 Hasen vor, die von der hiesigen Feldjagd angckauft waren. Um niemand zu benachteiligen, wählte man bei dem Verkauf der. Hasen die Form der Verlosung, eine Lösung des Hasenverteilungsproblems, die sich aufs beste bewährte. Das Stück wurde mit 5.70 Mk. abgegeben. Der Neubau des deutschen Familienlebens nach dem Nriege. Darmstadt, den 8. November. , Der Ausschuß für die Fragen der Volks Mehrung der deutschen Gesellschaft für Bevölkerungspolitik begann gestern feine Tagung über die Frage des Neubaues des deutschen Familienlebens nach dem Kriege in der Turnhalle am Woogsplatz. Oberbürgermeister Gl äs sing erösfnete die Versammlung mit einer Begrüßung der Erschienenen und mit Dank an das G r o ßh er z o g s p aar, das durch sein Erscheinen daS Interesse für die Veranstaltung bekunde. Unter der zahlreichen Versammlung bemerkte man u. a.: Geh. iRat Dr. Tietz, Oberlonsistorialpräsident D. Nebel. Oberbürgermeister Köhler- Worms, Generalstaatsanwalt Pree- torius, Prälat D. Dr. Flöring , Prooinzialoirektor (v>eh. Rat Feh. Hierauf ergriff Geh. Rat Dr. von G r u b e r - München das Wort über das Thema: Der Neuaufbau nach der gesundheitlichen Seite. Der Redner führte etwa folgendes ans: Für unsere Zukunft hängt alles davon ab, wie viele Gesunde, zeugungsfähige Menschen wir in den Frieden hinüberbringen werden. Neue Schwierigkeiten stehen der OKburten Hebung nachdem Krieg entgegen: Frauenüberschuß und Verselbständigung der Frau. Manche merkwürdige Pläne sind schon geäußert worden. Aber unser Untergang wäre besiegelt, wenn wir mit der Einehe in ihrer heutigen strengen Form brechen wollten. Die monogame Dauerehe muß auch in Zukunft die Grundlage unseres Familienlebens sein. Die Früheste besonders der Männer aus gebildeten Ständen muß unter allen Umständen gefördert werden. Ferner ist notwendig, daß die Konkurrenz der Frau da verschwindet, wo ein Beruf einem Manne die Familiengründung ermöglich!:. Besser und notwendiger als .Kinderkrippen u a. ist kws Heim der Mutter. Das bedingt bessere Wohnungsverhältnisse, Förderung der Mutter im eigenen Heim, Förderung der Familie um jeden Preis ans jede Weise. Aber auch für die Unehelichen muß gesorgt werden und besser als bisher. Für das uneheliche Kind muß der Vater nach seinem Stand und seinem Einkommen auf- kommen. t Es ist aber auch Pflicht auf die Gesundheit der Ebe- schließenden zu achten. Zu fordern ist Herstellung von Gesundheitsregistern. Notwendig ist vor allem die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten und zivar durch Zwangsmaßnahmen. Die Eheschließung berufstätiger Frauen soll nicht erleichtert werden. Die Mädcheuerziehnng nruß mehr die Erziehung zur Mutter als Ziel haben. Die Frau als Leiterin des Konsums ist wichtiger als die Frau als Leiterin der Produktion. Die rein wirtsäwftliche Auffassung des Lebens ist %u tief gedrungen und damit bewußte Einschränlüng der Kinderzahl, daher können nur wirtschaftliche Maßnahmen abhelfen, so ein 2lusgleich der wirtschaftlichen Lage der Kinderlosen und Kinderreichen. Erst tvenn der widersinnige Zustand beseitigt. ist, daß Kinderreichtuni als Last, ja geradezu! als Strafe erscheint, wird ein dauernder Erfolg zu erwarten sein. (Fortsetzung folgt.) Der neue öaralong-Zall. London, 6. Nov. (WTB.) Die Admiralität gibt folgendes bekannt: Die deutsche Presse sucht Kapital aus einer Erzählung zu schlagen, die sie als einen zweiten „B a r a l o n g"- Fall bezeichnet. Einesteils ist dabei vermutlich beabsichtigt, wieder einmal die. öffentliche Meinung Amerikas gegen England aufzu- reizen, andernteils, Gründe für einen „uneingeschränkten" Tauchbootkrieg zu schaffen. Die Tatsachen sind ganz llar. Am Morgen des 24. September 1915 fyar im weUichen Teil des Kanals „11 41" damit beschäftigt, ein englisches Handelsschiff zu versenken. Während es dies tat, näherte sich ein zu einciu Hilfsschiff der Flotte umgewandelter und ausgerüsteter Handelsdampfer dem Unterseeboot und dem sinkenden Handelsschiff. Sein Charakter wurde nicht sogleich erkannt, und damit das Unterseeboot nicht untcrtauche, bevor der Hilfskreuzer in Schußweite war. hißte dieser eine neutrale Flagge, eine vollkommen legitime Kriegslist. Ms er in Schußweite war, hißte er die Kriegsflagge, wie es von allen englischen Kriegsschiffen verlangt wird. Er feuerte auf daS Unterseeboot und ve r- sen kte es. Die unmittelbare Sorge des Kommandanten nmr. die Mannsckiaft des durch das Unterseeboot versenkten englischen Handelsdampfers zu retten, die geznmngen war, 50 Meilen von dem nächsten Hafen entfernt, in die Boote zu gehen. Ms dies getan war, näherte sich das Hilfsschisf einem dar Boote des gesunkenen Dampfers, welches zertrümmert trieb und in das zwei Ueber- lebende von der Mannschaft des Unterseebootes gelletterl waren. Diese wurden gerettet. Der Gebrauch ein'er Neutralen Flagge, um sich auf Schußweite den: Feinde zu nähern, ist ein anerkanntes Verfahren des Seekrieges und ist von den Deutsckien selbst in diesem Kriege oft angewendet worden. Tie „Möve" z. B. sicherte sich ihre Opfer meist auf diese Werse. Es ist schwer zu glauben, daß irgend jemand außer einem Deutschen auf diese Tatsache die Llnllage der „Brittalität" gründen würde, weil zuerst die englischen und nicht die deutschen Ueberlebenden innerhalb fünf Minuten gerettet wurden. Die ganze Anschuldigung bietet ein sehr treffendes Beispiel für die typische deutsche Sinnesart. Für die Deutschen besteht keine gegenseitige Berpftichtung. Jede Ueber- raschung oder Kriegslist seitens der Deutschen ist legitim, alles nnrd aber illegitim, wenn es gegen die Deutschen geübt wird. Tie Bc;l)auptung, daß die Admiralität Befehl gegeben habe, daß Ueberlebende von in Not beftudlichen deutschen Unterseebooten nicht gerettet werden sollen, ist eiste unbedingte Lüge, und ist ausdriicllich in der Note der englischen Regierung über den „Bara- long-Fall" ttmi 25. Februar 1916 widerlegt worden. Hierzu wird dem WTB. von zuftändiger Seite geschrieben: Die englische Admiralität bestreitet von allen deutscherseits ruitgeteilten Tatsachen nur eine einzige. Sie behauptet, da.ß das englische Kriegsschiff das deutsche Tauchboot nicht bei wehender amerikanischer Flagge, sondern unter englischer Flagge beschossen und versenkt habe. Mgesehen hiervon bestätigt also die englische Admiralität den deutschen Bericht Punkt für Punkt durch beredtes Schweiben. Damit ist unbestritten festgestellt: Das Boot mit den beiden Ueberlebenden lvurde absichtlich von dem englischen Kriegsschiff überfahren, um so die letzten Zeugen hinzumorden. Die beiden Ueberlebenden wurden, als dies nicht gelang, erbarmungslos ohne Hilfeleistung für die Schwerverwnndeten in einen kleinen käfigartigen Verschlag gesperrt. Den Schwerverwnndeten warf man mit seinen noch offenen Wunden ins Gefängnis, alles tat man, um ihn an seinen Wunden sterben zu lassen. Seine Auslieferung nach der Schweiz verweiger t e man trotz der Befiirwortung durch die Schweizer Aerzte-Kommission. Man hat alle Versuche des Mißhandelten vereitelt, über die amerikanische Botschaft in London an die deutsche Regierung zu berichten. Angesichts dieser nahezu vollen Bestätigung des dent-' scheu Berichts kann die englische Admiralrtät nicht verlangen, daß man dem deutschen Bericht in dem einen Punkt, den die Admiralität als falsch hinzustellen versucht, den Glauben versagt. Es war selbstverständlich zu erwarten, daß der Mißbrauch der amerikanischen Flagge zu einer der aranenvoltsten Taten der Seekriegsgeschichte von der englischen Admiralität nicht zugegeben inerden würde. Trotzdenr bleibt der deutsche Bericht auch in diesen! Punkte wahr Dieser neue „Baralong"-Fall bestätigt erneut ,daß ein Befehl der Admiralität besteht, nach dem Ueberlebende deutscher Tauchboote nicht, gerettet zu werden brauchen. Die englische Note vom 25. Februar 1916 hat oies nicht widerlegt, sondern nur bestritten; aber auch dies Bestreiten ist nur englischer Heuchelei möglich. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel Übermmmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Etwas mehr Rücksicht! Gestern abend ereiFnetc sich nach Schluß der Theater-Vorstellung ein bedauerlicher ZwisäMrfall. Ungefähr 10 Kriegsrnva- liden, die den Verlust eines Beines M beklagep haben, verließen beschwerlich das Theater. Mehrere Theaterbesucher äußerten sich unwillig darüber, daß man di^se Invaliden ausgerechnet zwei Treppen hoch auf den zweiten Rang (!) schickt. Unglücklicherweise ftcl ein Invalide infolge der Glätte des Linoleums zu Boden - Leicht hätte er sich durch unglückliches Fallen noch mehr Schaden zufügen können. Es wäre sehr am Platze, wenn die Theatevleitung den Invaliden wenigstens das Treppensteigen ersparen könnte. So anerkennensivert die Einrichtung auch ist, den Verwundeten freien Zutritt zu den Vorstellungen zu gewähren, so muß jedoch in Bezug auf Plätze etwas mehr Bedacht genommen werden. L. F. A n m. d. Red.: So peinlich ein derartiger Anblick jeden mitfühlenden Theaterbfiucher berühren muß, so kann doch der Theaterleitung schwerlich ein Vonourf daraus gemacht werden. Ties stellt unseres Wissens nur die Plätze zur Verfügung, Hai aber kernerlei Einfluß darauf, welchen Verwundeten von der Lazarettverw-altung die Plätze zugeteilt werden. Es bedarf wohl nur dieses Hinweises, um die Lazarette zu veranlassen, der angegebenen Sachlage Rech»» nung zu tragen. Handel. = Grünberg, 8. Nov. IU der hiesigen Gemarkung wurde kürzlich unter der Bezeichnung „Hessen" ein neues Bauxit- Bergwerk in Betrieb gesetzt. Besitzerin des Bergwerks ist die Firma Obermayer & Eo. in Hanau. Das Bauxit ist bekanntlich für die MuminiumIndustrie vom großer Bedeutung. Bis zum Ausbruch des Krieges bezog Deuts chlaud die meisten Bauxite aus Frankreich. Seitdem wurden in Deutschland zahlreiche Bauxitlager erschlossen, vor allem im Bogelsberg, der Hauptfundstätte dieses wichtigen Gesteins, das sich in der Hauptsache aus den Zersetzungsprodukten d es tiefstehend en Basaltgebrrges zusamm en setzt. Meteorologische veodachtungen der Station Gietzen. Nov. 1916 S«, n o zz *«> ! § 1 o ^ ■z »» , L | « i .2*5 => 5 23? .2.3? «§ cJ 5 5 « 1 eo 5? 1 f yQ I £ ; 2 § e|« E- K ’S 10 “ 5 ^ cS Wette» 8.| 2” 1 11.4 1 1 8.4 83 10 Bed. Himmel 8. 9" — 8,8 7,0 83 — — 5 Bew. Himme! 9. 7» 1 5,6 | 6,2 91 10 Nebel Höchste Temperatur am 7. bis 8. Nov. ISIS: ch- 12,2' C. Niedrigste „ „ 7. „ 8. , 1916: ch- 7,8 0 C. Niederschlag 1,0 mm. Letzte Nachrichten. Fiiianzsürgen im Vierverband. Amsterdam, 9. Nov. Wie aus London gemeldet wird, beabsichttgen die Alliierten demnächst eine neue Konferenz abzu- halten, die wahrscheinlich in London stattftnden und sich mir mit Finanz fragen beschäftigen wird. Die Beschaffung der .Gelder für die Kriegführung und die Bezahlung der in Ameri^l gemachten Bestellungen swßen bei einigen der Verbündeten auf große Sckpvie- rigreiten. Es sind Garantten der Großmächte gegenüber den kleinen Verbündeten und die Frage des russischen Kredits in Amerika und Japan zu besprechen. England will die Finanzanbe- legenheiten der Verbündeten für die Dauer nnes vo'llen Kriegsjahres geregelt wissen. Die hierzu erforderlichen sehr b^eutenden Summen sind aber selbst in Amerika nicht zu haben, da keine hinreichende Deckung von seiten Frankreichs und Rußlands geboten werden kann. Für weftcwe Kredite Rußlands Garantie zu leisten, 'herrscht im übrigen in LondonIund Paris ivenig Neigung, da Rußland infolge des rnssifch-iavanischen Vertrages und infolge der an amenkanische IMeressenten verliehenen Jn- dustriekonzessionen England und Frankreich nur noch geringe Sich^erheften zu bieten hat. In den Erwägungen der englischen Frnanzkreise spielt auch die polnische Frage eine große RMe, da der dauernde Verlust Polens nctturgemäh den .Kredit Rußlands bseinträchjtigen muß. Zusammenkunft Ioffres mit Cadorna. Lugano, 9. Noveml>er. dlmtlich wird mitgeteilt, daß die Generäle Cadorna und Ioffre am 7. ds. Mts. in Äarnt Michel de Mauriemre..in der Nähe der französisch-ftalienisckien Grenze bei Modaine an der Linie Turin-Lyon eine Zusammenkunft hatten. Minister Bissolati besuchte gestern die Stellungen der Alpenjäger im Pasubio. Aus Rußland. Petersburg, 8. Nov. (WTB.) Meldung der Petersburgev Telegraphen-Agentttr. Der Unterriästsminister hat der Duma den! Entwurf eines Gesetzes unterbreitet, der die Einführung der wllgemeinen Schulpflicht in Rußland vorsieh/. Petersburg, 8. Nov. (WTB.) Meldimg der Petersburger Telegrap'hen-Agentur. In einer Zusammenkunft der Vertreter der Bezirksausschüsse der mobilisierten Industrie wurden im einzelnen! alle Regierungsentwürfe über neue Eisenbahnlinien Oort insgesamt 100 mit einer Gesamtlänge von 70 000 Werst geprüft und die Mehrzahl der in Aussicht genommenen Eisenbahnen gebilligt. Die wichtigsten davon sind die Orel-Nowgorod-(771 Wersty die Ummr-Nicolajew- (461 Werst) chie Sarawff-Asowsches Meer- (90 Weißt) und die Kertsch-Tuapee-Bahn (280 Werst). ? in allen.Kerzenstarken und Spannungen KannsoF liefern E.Kahle G.m.b.H. ' Fra n kfu rh a /M . G u t le u f sf r 1. Am 25. Oktober fiel an der Spitze seiner Kompagnie der Kaiserliche ßankbitchhalter bei der Reichsbanknebensfelle in Konstanz Adolf Leib Oberleutnant der Res. des Inf. -Regt. 87 und Komp.-Führer im Inf.-Regt. 418 Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse und der Hess. Tapferkeitsmedaille. Kaum von schwerer Verwundung wieder hergestellt, zog er zum zweiten Male begeistert ins Feld, um nach wenigen Wochen den Heldentod zu erleiden. Wir verlieren in ihm einen Mitarbeiter von hervorragender Tüchtigkeit, dem wir allezeit ein ehrendes und herzliches Gedenken bewahren werden. Die Vorstandsbeamten und Beamten des Reichsbankbezirkes Freiburg i. Br. Freiburg i. Br., den 6. November 1916. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. Ach, es ist ja kaum zu fassen. Daß du nie mehr kehrst zurück; So jung mußt du dein Leben lassen, Zerstört ist unser größtes Glück. So ruh’ nun sanft, du treues Herz, Wer dich gekannt, fühlt unsern Schmerz. Unerwartet erhielten wir die tieferschütternde Nachricht, daß am 31. Oktober 1916 infolge eines schweren, am 30. Oktober erhaltenen Kopfschusses mein innigstgeliebter, unvergesslicher Mann, der treubesorgte Vater seiner drei Kinder, unser guter braver Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Körbächer Gefreiter d. L. im aktiven Inf. Regt. 1 16, 5. Kompagnie Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse nach 27 Monat treuer Pflichterfüllung in einem Feldlazarett im Alter von 36 Jahren sein Leben lassen mußte. 8048 Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Odenhausen a. Lumda, Geilshausen und Gießen, 8. November 1916. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass unser lieber guter Vater, Schwiegervater und Grossvater Peter Sehrt nach kurzer Krankheit im Alter von 78 Jahren sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinr. Sehrt und Frau geh. Arnold Heinr. Sehrt, z. Zt. im Felde Anna Sehrt Ludwig Sehrt Heinr. Zinkaim nnd Frau Heinr. Zinkann. Lindenstruth, den 8. November 1916. Die Beerdigung findet Freitag, den 10. November, nachmittags 1 Uhr statt. [013167 Wasserdichte WöStBU Ufld Füßlinge T1 ’ 3 Go-, f s a <*X Selteraweg 52. [6179 Bauurwollwareu, Kleiderstoffe auch ganze Manufakturwaren-Läger zu kaufen gesucht. Offerten per Eilboten rtrt: [8961ss Kanfhans Plaut «L Daniel, Siegen J. W. Konkursverfahren. lieber bcu Nachlaß des verstorbenen Schreinermeisters Karl Sommer in Gießen wird heute am 7. November 1916, vormittags 11 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Rechtsanwalt Leun in Gießen wird znm Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 30. November 1916 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung deS ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläuliiger- ausschuffes und eintretendenfalls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichnten Gegenstände' und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Donnerstag, den 7. Dezember 1916, vormittags 9 Uhr, vor dem Unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 3, Termin anberanmt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, lvird aufgegeben, nichts an den Gemeinjchuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlcgt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigllng in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis znm 30. November 1916 An- zcige zu machen. iS045ß Großherzogliches Amtsgericht in Gießen. EiSrmamrs Backpulver von höchster Triebkraft j 1000 fach VT\ stens bewahrt/^ 8046 D v oewirtn gewinn, reichste //«/ findet am 18. November 1916 statt. Kleine Losanzahl. • Hohe Gewinn» anzahl. • Nur Geldgewinne, ! Auf SO Lose I Oowinn cjamitisrt, § 6763 Geldgewinne Mark Hauptgewinn Mark i.i 762 Geldgewinne Mark G0CD Geldgewinne Mark SOOO 6763 Geldgewinne Msrk 148000 Lospreis 2M., 6 Lese 11 M„ 11 Lose 20 M. 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Näheres durch 4711 Direktor Brackomann, Ludwigstr.70,Fernr633 Bekanntmachung. „ unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma „von Münchow'sche Hof- und Universitätsdruckerei Gießen" eingetragen: Die Firma ist geändert in „von Münchow'sche Hof- und Universitätsdruckerei Otto Kindt Wwe.", Gießen. Gießen, den 3. November 1916. G roßher^ygliches AmtHg-ericht. Für die Siebenbürger Sachsen! Nach italienischem Vorbild begründete Rumänien seinen Treubruch mit dem Wunsche, sich die von Rumänen bewohnten Gebietsteile des Habsburger- Reiches, besonder- Siebenbürgen, einzuverleiben. Wie nichtig dieser Vorwand ist, geht schon daraus hervor, daß dem heimtückischen Uebcrfalle in erster Linie die SiedelungSgebietc unserer deutschen Volksgenossen, der Siebenbürger Sachsen, znm Opfer sielen. Die Gespanschasten Hermannstadt und Kronstadt, seit acht Jahrhunderten Pflanzstätten deutscher Arbeit und deutscher Sitte, mußten dem walachischen Eindringling vrci-gegeben werden: die deutschen Bauern und Bürger, die jene herrlichen Täler bewohnen, mußten Haus und Hof verlaffen, um mittellos hinausznziehen, zum Teil unter volksfremde Mitbürger, die ihnen selbst beim besten Willen auch nicht einen Schatten dessen ersetzen konnten, was sie verloren hatten. Nicht nur der zukünftige Wiederaufbau der von den Rumänen verwüsteten Gebiete, nein, auch die augenblickliche bittere Not der Flüchtlinge heischt rasches und tatkrästigeS Eingreifen. In diesen Tagen, da die völkische Begeisterung in früher nie geahnter Stärke emporlodert, wird jeder Splitter unseres Volkes zum kostbarsten Gut, das zu bewahren als heilige Pflicht erscheint. Wie wird es die armen Vertriebenen stärken nnd aufrichten, wenn man im Reiche ihrer gedenkt, wie wird jeder Pfennig, der von den Volksgenossen im Reiche kommt, schon durch den Geber Segen wirken und Früchte tragen! Laßt uns darum in unserem kleinen Kreise den Anstoß geben, damit das werktätige Mitleid für die Not der Siebenbnrger Sachsen in allen Kreisen unseres Vaterlandes geweckt werde, nicht als ob wir Gießener uns vordrängen wollten, sondern wie der ansblitzende Funke, der die Flamme entfacht und dann in ihr aufgeht! Laßt uns mit diesem Ruse zuerst unsre Mitbürger und dann durch diese im ganzen deutschen Reiche die Herzen gewinnen und die Hände öffnen zu einer Gabe für die unglücklichen Siebenbürgischen Deutschen! Gaben werden unter dem Stichwort „Siebenbürgischer Notpfennig" von der Mitteldeutschen Creditbank, Filiale Gießen, von der Bank für Handel und Industrie, Niederlassung Gießen, von der Ferber'schen, Frees'schen und Ricker'schen Buchhandlung und von der Geschäftsstelle des Gießener Anzeiger? entgegengenommen. ießen, im Oktober 1916. '7-OD Professor Altenöors, Geh. Hofrat Professor Dr. Vrhaghel, August Zrees, Geh. Kommerzienrat Dr. Gail, Frau Geh. Justizrat Gebhardt, Professor Dr. Smelin, Landgerichtspräsident Dr. Güngerich, Geh. Hofrat Professor Dr. Haupt, Geh. Kommerzienrat Heichelheim, Frau Professor höhlbaum, Kommerzienrat Alingfpor, Professor Dr. König, Stadtverordneter Krumm, Bnchdruckereibesitzer Lange, Frau Oberstleutnant Naumann, Professor Dr. Noloff. Professor Dr. Schian, z. Zt. Rektor der Universität, Professor Dr. Schlesinger, Professor Dr. Schmoll, Pfarrer Schwabe, Professor Dr. Sievers, Geh. Hofrat Professor Dr. Spengel, Amtsgerichtsrat Wachtel. Offizier-Unterzieh-Pelzmäntel wasserdichter Bezug, mit Lammfell, Wildkatze. Bisam etCi gefüttert, offerieren jetzt i IHk. 110.— bis Mk. 175. Ohne Bezugschein! 8081 Gefor&BsSeB* Sbmm, @BeSIen (E. V.) Außerordentliche Generalversammlung am Sonntag, 12. November, nachm. 3 1 /* Ubr, Hotel Hovield (BabnbofSbotel). Tagesordnung: 1. Nichtabhalten der beschlossenen Generalversammlung. 2. Verwerfung des Protokolls der letzten Generalversammlung seitens des VerwallungS. Ausschusses. 3. Wahl eines Ausschusses für Beschaffung und Verteilung von Kuttermitteln. 4. Kulterbeschaffung. 8. Verschiedenes. Im Aufträge der einberufenden Mitglieder 8680 v Der Vorsitzende. Allg.Deutsch. Franenverein (Ortsgruppe Giessen) Vuchführungtzkursc für Handwerker- Frauen und -Töchter. Anmeldung bierzu: Freitag 19. Nov. abends 8 Uhr II. Klasse der Mädchenschule, Nord-Anlage 14 (Eingang Dammstrasse). 8050 D Gafe Ernst Ludwig Heute [7163 KÜNSTLER-KONZERT ■iS Statt Karten. v. Die glückjiche Geburt eines gesunden Kriegsjungen zeigen an Assessor Otto Steuernagel *. zt. im Felde Greta Steuernagel geb. Wagner. Grunberg, 8. November 1916. J 8047 B IttsacMirl Itoferf hi Jetftr gtvfhtteMo« AHMtattuag stilr*iau. preiswert «fe IHfeTtebe Penfioil Braiidl. ÄT» «Bellevue.) Bor-ügl. Privat' Mittags- u. Abendtisch, f 7 ** 4 In gutem Hause Privat-Mrttallstisch 78381 B is marckftrasse 6 I I. ül8,76 l Braaa.KlndersobQh verl Schubm. Marktvl. 17. V:C.-V.H.CI Sonntag, 12. November: dttederweimar—Krauen berg—Ntarburg. Abfahrt 12l°SonntagSkarte Marb urg. QjöJ. DM. a 1 . i Ubr. f Dir. : Hermann Steingoetter. Freitag. 10 . Nov. 1916: abends 8 Ubr Zu Äillers ßeburtsted AusserAbonnemenrKl.Preise Maria Stuart Trauerspiel in 5 Anfängen von Fr. v. Schiller. Ende 11 Uhr. ;8054c