llr. 258 in chietzrmr Auzergrr erscheint tätlich, außer SomnagZ. — Beilagen: Glcheuer Fa«Meub!ät1er; «reirblett für öev «reis Gießen. RfSags^ets: monatf. 90 Pi., viertel- jährl. Mt. 2.65: durch Anhole« iu Zweigstellen monall. «0 Pf.: durch diePost Mk. 2.45oiertel- jcihrl. ausfchl. Bestellg. stenqprech - Anschlüsse: jfir die SchriMeitunollZ Erstes Blatt 166. Jahrgang Donnerstag, 7. November 19# PostscheStont»: Zrankfurt a.M. N686 eneral-Anzeiger ilirdleSchruneituna Verl«a,Geschättssteueb1 AnschriktfürDrahtnach- ^ wr » richten: Anzeiger Gießen. owttlmgsrunddrlick u. Verlag: Vruhl'jche Univ.-Vuch- u. ZteindruckereL rr. Lange. Sankverkehr: Gewerbebank Gießen SchrSstleitmlg, GeschSstrsteHe ».Druckerei: Schulstr.7. Zunahme von Anzeige. die Tagesnunnner bis MinNachmirtag vorher. Zeilenpreir, f. Anzeigen: örtlich 20 Bi., Ver- inietuugen n. Stellengesuche 15Ps., auswärts 25 Pf., b. Platzvorschrist 30 Pf., Reklamen 75 Pi.,, bei Platzvorschrist 90 Pf. Hauptschrittleiter: Aug. Goet;. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz, Stadc ui d Land, Vermischt cs u.Ge- richtssaal: Fr. N. Zenz., Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. redeal. iWTV.) Großes Hauptquartier, l November. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Geueral-Feld- marschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern. Mit besser werdender Sicht setzte im Sommezebiet an mehreren Abschnitten lebhaftere Artillerietätigkeit ein. In den Abendstunden gingen Engländer aus der Gegend von Courcelette und mit starken Kräften ans der Linie Guende- court-Lesboeufs znm Angriff vor. Nördlich von Courcelette kam in unserem Abwehrfeuer der Angriff nicht vorwärts. Westlich von Le Transloy brach er verlustreich, an einzelnen Stellen im Nahkampf, zusammen. Heeresgruppe desDeutschen Kronprinzen. DaS Geschützseuer aus dem O stuf er der Maas war nur zeitweilig lebhaft. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalseldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Gegen die am 30. Oktober von uns genommenen Stellungen auf dem ö st l i ch e n N a j a r o w k a - U f e r führte der . lasse nach starker Artilteriewirkung bei Einbruch der Dun- n%.it heftige Gegenangriffe, die fünfmal wiederholt unter blutigen Verlusten scheiterten. Auch dieottomanischenTruppen hielten das gewonnene Gelände gegen starke Angriffe und warfen an einer '^rück Dfn Ungebrochenen Feind durch schnellen Gegenstoß An der Bistrycza Solotwinska wiesen oster rerchisch-ungansche Truppen feindliche Abteilungen im Fm«r o». Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. In Siebenbürgen ist die Grsamtlage unverändert. Einen wichtigen Erfolg errangen westlich der Predeal-Straf;« österreichisch-ungarische Regimenter, die in die rumänische Stellung einbrachen und zehn Infanteriegeschütze und siebzehn Maschinengewehre erbeuteten. Südöstlich des Roten-Turm-Passes machte unser Angriff Fortschritte. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalseldmarschalls von Mackensen. Keine Ereignisse von wesentlicher Bedeutung. Mazedonische Front. Cernabogen und zwischen Butkovo und Ta- hinos-See nahvr die Artillerietätigkeit weiter zu. Der erste Generalguartiermeister ^ ^ , Ludendorff. . ^ etner überraschenden Lebhaftigkeit hat der deutsche Reichstag der Regierung seine 'Meinung über Zensur und Belagerungszustand gesagt, und der Nach rc ^r Presse hat uns gezeigt, daß ein großer Ernst und eine gewisse Bitterkeit wirklich vorhanden Und. Des „Vorwurfs glühend bittere Pfeile" zielen m erster Linie auf den Kanzler. Von ihm wird alles Mögliche verlangt, je tiefer er sich in Schweigen hüllt. Er hat Gegner auf der Rechten und auf der Linken, und mancher 'matz da den Bogen überspannen in der Hoffnung, ihn zu verdrängen. Wir würden eine solche Hetze beklagen, finden aber, daß der oberste Beamte sich mit den Volksstimmungen und den an ihn gerichteten Fragen selbst auseinandersetzen sollte. Sein Stellvertreter, Staatssekretär Dr. Helfferich, ist unseres Erachtens ein wenig zu viel in den Vordergrund getreten, und Herr v. Bethmann Hollweg sollte bemüht sein, zu zeigen, daß er sich nicht ängstlich verbirgt, daß er noch die Fröhlichkeit und die gute Laune eines Mannes der Tat besitzt, deren Ausdruck im Lande befreiend wirken würde, m „Wir brauchen einen frischen, ermunternden Geist im Volke, dessen Gemüt zwar bedrückt wird von der Härte und schwere der Zeit, das aber in der Sicherheit seines Rechtes, seiner Kraft und seines Willens gerade die Schatzkammern seiner Frohnatur erschlossen habeil möchte. Mit Recht wird das finstere Gesicht der Diktatur verschmäht und zurück- gewrestn. Herr'Helfferich hat nicht die volltönendsten Saiten angeschlagen. In der „Voss. Ztg." wird ihm sein Exkurs in die römische Geschichte mit gesalzenem Spott gelohnt. In eurer Zpschrrst an das Blatt, die sicherlich von einem Verehrer der Lehren des Altertums herrührt, heißt es u. a.: ... Professor und Doktor der Skaatsimssen- MW Wwcö jagte yr seiner Erwiderung ans die erschütternden Enthüllungen des Abgeordneten Dittmann in der Sonnabend- Litzcmrg des Reichstages u. a.: Das Wort Diktatur ist lateinisch, dre ^uilitutton stammt aus dem alten Nom, wo man, wenn das Ltaatswefen vor einem Existenzkampf stand, den Ausweg fand, es einem Diktator anzuvertrauen. Mit unserer Schutzhaft und unserem Belagerungszustand bleiben wir dagegen denn doch noch sehr zurück. Der erste L>atz des Herrn Professors ist, wie jeder Obersekundaner oef.atrgen wird, durchaus richtig; der zweite Satz dagegen ist ein Drchtertraum! Herr Helfferich höre hier narr einige Sätze, die der beste Kenner des alten römischen Rechtes, I Hering, über die Machtstellung der römischen Beamten im! allgemeinen und die des Diktators im besonderen fiormickiert, mrd einen besonders E^-Zs^E" „Fall", den Ihering mitteilt zur Beleuchtung der Rechtsstellung des Diktators, wie sie wirklich war, iricht in der naiven Phantasie des! vion ihr im Reichstage tertiamerhaft plaudern-, den deutschen Vizekanzlers. „Wenn wir heute zu lagen pflegen (so schreibt Jhering im „Geist des römischen Rechts", § 36): Das Amt macht den Mann, fo wnnen wir für die römische Welt den Satz dahin umdrehen' Der Mann machte das Amt." „Ich habe oben gesagt, daß die Amtsgewalt sich wesentlich nach der moralischen Kraft ihres Lagers richtete.. Am ausfallendsten zeigt sich dies an dem Ver- haltms der versckstedenen Staatsgewalten zueinander. .. Die Machtgebiete der einzelnen aus so heterogenen politischen Elementen gebildeten Gewalten durchkreuzten sich in seltsamer Weise, die .Grenzen waren vielfach sehr unbestimmt. . . Dazu kam, daß das Znterzesfivnsrocht der Tribunen — (Herr Helfferich hat cs vor mehr als dreißig Jahren in der Quarta gelernt, also begreif- licherwerse heute längst vergessen) — die Befugnis gewährte, felüst m das zweifellose Gebiet einer anderen Macht hinüberzugreifen." „Der Erfolg ihrer Drohungen bestimmte sich ganz nach dem Verhältnis der sich gegenüberstehend eil moralischen Kraft. Während sie in diesem Fall machtlos war und verlacht ward, erreichte sie dort ihren Zweck. Bald zwingt mittels ihrer cm £n5im den Konsul, bald wieder ein Konsul den Dublin . . . bau» wird der Drohung von der einen Seite eine Drohung von der anderen entgegengesetzt — so suchte ein Diktator die Plebs von ihren Vorsätzen abzuschrecken, indem er ankündigt, daß er eine Aushebung veranstalten und die unrubige Mannschaft aus der Stadt führen werde, und die Tribunen ihrerseits antworteten ihm darauf mit einem Plebiszit, wodurch ihm für diesen Fall eine Strafe von etner halben MÄliivn auserlegt ward." . Die römischen Volkstribunen (anfangs zwei, später zehn) sind mit ihrem Einspruchsrecht und Veto staatsrechtlich der Prototyp der modernen gewählte^. Volksvertretung. Wie würde wohl Herr Helfferich mit der Faust auf den Bundesratstisch schlagen, wenn die deutsche Volksvertretung seine falsche Lehre, der römische Diktator habe eine viel größere Gelvatt besessen, als der preußisch- deutsche, dadurch in die Tat Umsetzen würde, daß sie (in folgerichtiger Anwendung der vvn Helfferich zugebilligten relativ' größere n Volksrechte gegenüber dem Diktator) beschließen würde ihm, dem Obersten der Diktatoren, wegen seiner Reichstagsrede vom 27. Oktober eine Strafe von einer ganzen Million aufzuerlegen ?! Ernst erscheint uns die Zeit, aber nicht finster. Im Innern des Reiches herrscht trotz einiger Gegnerschaft, die üer Reichskanzler besitzt, keine Spur von Konflikt- oder Um- turzstimmun'A Darum wollen wir nicht mit Stirnrunzeln und der Rute regiert sein. Der schreiblustige Aba. v. Zedlitz und Reukirch igefällt sich in einem paradoxen Gedanken, den er in der „Post" ausspricht. Er meint, die autokratischen Tendenzen der ReWerung bildeten eine Gefahr für die Selbständigkeit der Regierungsgewalt, späterhin, in Friedenszeiten! Er entrollt noch einmal das Register von Untugenden an der Regierung: „In zahlreichen Fällen war ern so hohes Maß von Kleinlichkeit, Aen-gstlichkeit und bureaukratischer Engherzigkeit wahrzunehmert, daß man "chwer glauben kann, die Handhabung entspreche den Ab- ichten der leitenden Stelle." Und dann schließt er: „Von der Stimmung, die so in weiten Kreisen der Bevölkerung ausgewst ist. geben die Reichstagsverhandlungen der letzten Tage ernen Vorgeschmack. Unter der Herrschaft des Belagerungszustandes muß ste sich aus gesetzgeberische Notbehelfe beschränken: nach Friedensschluß aber tvrrd iie sicher zum Sturm anschwellen, der den Kriegsabsolutismus wegzufegen und zum Parlamentarismus im wahrsten Sinne des Wortes zu führen ^ r v h t- Soll dw Selbständigkeit der Regierungsgewalt nach Frie- oensMutz erhalten bleiben, so ist es als dringend notwendig, daß uugeiaumt mit dm autokratischen Tendenzen aufgeräumt rnrd mit der Oeffnung legislativer Mid administrativer Sicherheitsventilc vorgegangen wird. Nochi so schöne Wvrte des Vertrauens zumj Volke tuns nicht mehr, die entsprochende Betätigung Muß hinzu- ronimen und zwar bald, wenn ernster Schaden verhütet werden soll." Zunächst wünschen wir uns, daß der Reichskanzler"selbst noch einmal erscheint, um die letzten Zweifel zu beseitigen, ore auch Herr v. Zedlitz in dem oben angeführten Satz vor- gebracht hat. Hat der „Zeiten Spott und Geißel" ihm das fröhliche Lebenselement verflüchligt oder will er uns die Hoffnung wiedergeben, daß War mit Würde und Ernst, aber auch mit Grazie und igjutem Humor über die Schwierigkeiten der Politik hinwegZukominen ist? Ein befreiendes Wort der Lossagung Vom Geiste kleinlicher Zwing- und Zwang-Herrschaft würde Wunocr wirken. Der öfterreichifth-ungarLsche Tagesbericht. W i e n, 1. Nrv. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 1. November 1916. Oe stlicherKriegsschau platz. HeeresfrontdesGcneralsder Kavallerie Erzherzog Karl. ^Westlich des Predeal-Tales gelang es unseren Truppen ln me feruollche Stellung einzudringen, wobei 10 Infanterie- gefchutze und 17 Maschinengewehre erbeutet wurden. Südöstlich des Roten-Turm-Passes wurde Gelände gewonnen. Heeresfront des Generalseldmarschalls Prinzen L e o p o l d v o n B a y e r n. Nach heftiger Artillerievorbereitung versuchte der Feind bei Ernbruch der Dunrelh.it, sich der am 30. Oktober verlorenen Stellungen am östlichen Narajowka-Ufer zu bemächtigen. Trotz sünftnaligem Massenanlauf wurden unsere Stellungen restlos bchauptet. Ebenso scheiterten starke Angriffe gegen die ottomani- lchen Truppen. An der Bystrißa Solotwinska wurden ftindlichr Bb- terlungen durch Feuer vertrieben. Italienischer Kriegsschauplatz. -, .Auf dem Södflügel der küstenländischen Front steigerte UM lm Laufe des gestrigen Tages das feindliche Artilleric- und Mmenfcuer wieder zu großer Kraft. Von 3 Uhr nachmittags an begann feindliche Infanterie im Wippach-Tale u?d auf der Karsthochfläche gegen untere Stellungen vorzu- Urhlen. Wo fte unsere zerschossenen Gräben für sturmreif wert, setzte fre auch zu Angriffen an, die jedoch durch Sperrfeuer und durch Gegenstoß abgeschlagen wurden. Abends flaute das Feuer ab, setzte jedoch nachts erneut Mit großer Heftigkett ein. cm- ^^^enffche Flieger warfen auf Duttoulele, Sesana und Mramar zahlreiche Bomben ab, ohne nennenswerten Schaden zu veimrsachen. Hauptmann Schuenzek schoß über der Bucht von Panzano einen Caproni ab. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei den k. und k. Truppen keine Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Geueralstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant. Der Feldzug gegen Rumänien. Bern, 1. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Temps" meldet aus Bukarest: General G u l g e r ist an Stelle D r a - galinas, der im Jui-Tal verwundet wurde, zum Oberbefehlshaber der ersten rumänischen Armee ernannt worden. ... .Amsterdam, 1. November (WTB. Nichtamtlich.) Ter mili- tarpcye Vtttarbeiter der „Tr j b" schrewt über den xumäni s chc n Feldzug: selten wurden in der Kriegsgeschichte auf einem so begrenzten Kriegsschauplatz so viele strategische Mißgriffe gemacht uno es i)t sehr wahrscheinlrch, daß die begangenen Fehler nicht mehr gut zu machen, lern werden, mrd daß Rumänien die Rech-rmra wird bezahlen müssen. Es hat das allerdings auch reichlich verdient, sowohl wegen der wenig .synrpathischeu Werse wie es rn den Krreg emgriff, als auch lvegen der sehr unklugen Art, in der >es dre Operatronen dnvchgeführt hat. Ein ^Armeebefehl Mackensens. -cdin, 1. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Generalfeldmar- schall von Mackensen hat arn 26. Oktober nachstehenden Armeebefehl an die ihm unterstellte Dobrudscha-Arrnee erlaßen: Bei Medgidia, 26. Oktober 1916. Arincebcsehl! Soldatcrr ^r mrr unterstellten Heeresgruppe! Seine Majestät der Deutsche Karser hat mrch beauftragt, Euch mit seinen Grüßen seine Ancr- tennrrng und fernen Dank ausznsprecherr für Errre Taten irr der Dobrudscha. Ihr habt diese gekrönt durch die Einnahme von Eonstmrtza und Cernavoda und die Verfolgung des darüber hrnaus geflüchteten Gegners! Wie habt Ihr die Rumänen bei Tutrakan und Slrstria überrascht, lme b$i Dobrrc ilyiten und den Russen Halt geboten! Bei Musubej und Aptast habt Ihr ste so gelchlagen, daß sie in ihren schon im Frieden vorbereiteten vom schwarzen Meer bei -vuzla bis zur Donau bei Ralova liegenden elten Stellungen Schutz suchen mußten. Bei Toprarsar und Co- H-en Hmlptsüitzpunkten, empfingen sie noch dazu erheb-. lrche Verstärkungen. Wer vb ne auch vom Meere l>er rrnd über to? ^ontm fm.wra ®urc »fattfat s»6etota versuchten, in drei- tamgem Sechen Jungen habt Ihr Russen. Rumänen und Serinn aus ihren Feldbejcstignngcn vertrieben, in uncrmiidlienlcrnd nur eine Regierung anerkennen ^ könnten. Auch diese Nachricht sei von der antiliberalen Presse mit 1 Jubel ausgenommen worden und werde als Gnadenstoß gegen die l revolirtionäre au 1ibulgarische Bewegung betrachtet. I Der Korrespondent der „Morning Post" berichtet ferner, \ daß die Anhänger von V e n i s e l o s überrascht und enttäuscht i seien und fügt hinzu, daß die Alliierten offenbar eine neue Dumm- \ heit begangen haben. Eine Folge der ungeschickten Politik der * Alliierten gegenüber Grieclnmlaird sei, daß die königstreue Partei < jetzt ganz sich mit der deutschgesin-nten Partei identifiziere und der 't liberalen Partes in Alt- und Neu-Griechenland die Zähne zeige, l Kmrig, Generalstab und Kabinett träfen bereits Vorbereitungen, t um alle Beamten, die sich Veneselos anschlössen, zu entlasse. .Alle Offiziere und Unteroffiziere von Armee und Flotte, die bei den Freiwilligen in Salonik Dienst nähmen, würden sofort aus der Rangliste gestrichen und vor ein Kriegsgericht gebracht iverden. I Alle Offiziere und Mannsck>aften, die in dem Verdacht ständen, s daß sie nach Salonik gehen wollten, befänden sich in Haft oder Xavttt strenger Bewachung. Die Richter der aufständischen Bezirke f die auf ihren Posten blieben, sollen entlassen werden. Unter den t Offizieren und Beamten gingen Listen zur Zeichnung und Überschrift um. Dies sei gleichbedeutend mit einem Treueid an den ' König. Wer sich weigere, zu zeichnen, werde ausgeschrieben und später bestraft werden. Salonik, 1 . Nov. (WTBü Meldung des Reuterschen Bureaus. Bei Guida an der Eisenbahnlinie Salonik— » Verrya, kam ein unangenehmer Zwischenfall vor. Ein f Bataillon Infanterie, das von Verrha nach Salonik ging, wurde von Truppen aus Ekaterini. die der Regierung in Athen treu ge- < blieben waren, angegriffen Es wurden einige Schüsse ge- \ wechselt und verschiedene Soldaten verwundet. Das Bataillon schlug sich schließlich durch die Angreifer durch. Das ist die erste ( Heindscligleit unter den beiden einander gegenüberstehenden Gruppen der griechischen Armee. 1 Die Erfolge unserer Torpedoboote im Kanal. Die Vergewaltigung der Neutrale» durch England. Köln, 1. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Kölnische Zei-, tung" meldet aus Berlin unter der lieber schrift: „Die englisch«! Faust auf der Kehle der Neutralen" n Die Vergewaltigung der neutralen Handelsschiffahrt d-urch dre .Engländer nimmt! immer groteskere Formen au. Wie der Kapitän eines neutralen Dampfers, der kürzlich von einem imserer U-Boote an gehalten und versenkt lverden mußte, dem Kapitän des letzteren zu Protokoll gab-, ivurde das Schiff auf der Reife nach seinenr Heimatshafen von den Engländern angehalten und nach Newport geführt. Dort hielt man ihn vier Mprurte lang fest und verweigerte die Abgabe von Bunker - kohle für die Heimreise,. Als seine Geldmittel aufgebracht waren- fügte der Kapitän sich schließlich unter dem Druck der Notlage, der englischen Forderung, Kohlen nach Italien zu bringen, um nur sein Schi ft wieder in der Hand zu haben. Tie Folge war schließlich die Versenkung des Schiffes. — Ter holländisckM Dampfer „Roster- tvijk" -der Holland-Amerika-Lirrie wurde auf der Fahrt von Newport Ne>vs nach Rotterdam von den Engländern angel-alten und gezrvungen, einen Teil der Ladung in Liverpool zu landen. Wir können derartige, allem Recht und Billigkeit hohnsprechenden lieber griffe auf die Tauer nicht ruhig hinnehmen. Bringen die Neutralen, wie es leider den Anschein hat, nicht mehr das Selbstgefühl auf, sich gegen solche Vergewaltigungen energisch zur Wehr zu setzen, so wird es schließlich Sache DeutsMands sein, im eigenen! Jnterefte und zur Wahrung des Restchens des Völkerrechts, das die schrankenlose englische Willkür bisher verschont hat, auch seinerseits entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Man wird es der deutschen Kriegsleitung wahrhaftig nickst verübeln dürfen, falls sie sich gezwungen sehen sollte, mm auch ihrerseits die bestimmtesten Bürgschaften von den Neutralen zu fordern, daß die Ladungen, neutraler Schifte für das eigene Land bestimmter Schiffe auch voll und ganz ihren Bestimnrungsort erreichen und nicht etwa ganz oder teiltveise in England hängen bleiben. Berlin, 2. November. Eist Mitglied des dänischen Folketing, das dieser Tage von einem Besuch auf den Faröerinseln zurückkehrte, sagte, wie der „Berliner Lokal-Anzeiger" berichtet, die Stimmung unter der Fischerbevölkerung, die früher ausgesprochene Sympathien für England hatte, ist jetzt^nicht mehr e rc g l a n d f r e u n d l i ch infolge der übergroßen Schwierigkeiten, die England dem Handel bereitet. Die Entlassung der Zivilgesangenen in Deutschland und Frankreich. Berlin, 1. Nov. (Amtlich.) Zwischen der deutschen und der französischen Regierung ist im Januar ein Abkommen wegen Entlassung der beiderseitigen Zivil- gefangenen getroffen worden. Nach diesem Abkommen haben alle in Frankreich internierten deutschen Frauen und Mädchen, sowie männliche Personen unter 17 und über 55 Jahren und dienstuntaugliche Männer zwischen 17 und 55 Jahren Anspruch auf Entlassung und H>eimbeförderung, soweit sie nicht wegen gemeiner Verbrechen oder Vergehen strafrechtlich verfolgt werden. Die französische Regie- rirnig hieltdas Abkommen insofern nicht inne, aks einer größeren Anzahl Deutscher, insbesondere Elsaß- Lothringer, die nach dem Abkommen zu entlassen waren, darunter auch Frauen und Kindern ohne Angabe vo-n Gründen die Mreise verweigert wnrdk. Da die von deutscher Seite erhobenen Vorstellungen erfolglos blieben, entsch-loß sich die deutsche Regierung nmcmehr, Vergeltung zu üben und zuitächft 200 französische Männer nnd Frauen ans angesehenen Familien im besetzten französischen Gebiet festnehmen und nach Deutschland bringen zu lassen. Sie werden solange sestgehalten werden, bis die vertragswidrig festgehaltenen Deutschen nach Deutschland zurückgekehrt sind. Die rusfische Kriegsanleihe. Petersburg, 1. Nov. (WTB.) Ein kaiserlicher Ukas gibt dem Finanzminister Anweisurrg zur Ausgabe einer Kriegsanleihe mit kurzer Titzringsfrist. Der Betrag der Anleihe beläuft sich auf drei Milliarden Rubel. Sie soll zu 5Vs Prc^ent verzinslich sein und in zehn Jahren zurück- gezahlt werden. Aus Holland. Haag, 1. November. (WTB.) Der vorläufige Ausschuß- bericht der Zweiten Kam vier über die allgemeinen Betrachtungen des Staatshaushaltes bot im ganzen die äußere Politik der Regierung. Bersckstedene Mitglieder des Ausschusses lstelten die nwglichst schnelle Verstärkimg der indischen Welirmacht für notwendig. Die Erklärung in der Thronrede, die von dem festen Entschluß spricht, die Unabhängigkeit, so gut es geht, zu verteidigen und die Rechte der Niederlande auftecht zu erhalten, rief bei verschiedenen Mitgliedern den Eindruck hervor, daß die Regierung die Gefahr, Hollarrd könne in den Krieg hineingezogen werden, für besonders groß halte. Man ftagte, welche Gründe hierfür beständen, mrd bemerkte weiter, ob nicht die Regierung die Kriegsgefahr vielleicht für größer erachte, als sie wirklich sei. Viele Mitglieder äußerten erneut den Wunsch, die Regierung möge die Kammer mrsführlick-er und häufiger über die Beziehungen zum Auslande unterrichten. Andere Mitglieder erklärten dagegen, daß derartige Mitteilungen, auch wenn sie im allgemeinen Ausschuß geschehen würden, Unruhe verursachen könnten, daß die gute Lösung der Meinimgsverschiedenheiten mit fremden Mächten durck) die Kammerdebatte darüber nicht gefördert NTürden. Ankunft der „Deutschland" in Amerika? New London (Connecticut), 1. Nov. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das deutsche Handelsunterseeboot „Deutschland" ist heute früh hier angekommen. In Bremen ist bisher iwch keine Nachricht über die Ankunft der „Deutschland" eingegangen. In die Reuter-Mel- vung sind einige Zweifel zu setzen. Der beeüieg. London, 1. Nov. (WDB.) Lloyds meldet aus Gibraltar: Der Miechische Dampfer „Mass-ali^ wurde versenkt. London, 1. Nov. (WDB. Mchtcrmtlich) Lloyds meldet: Me britischen Dampfer „Mero^ und „Dorirro" fütb versenkt worden. Bern, 1. Nov. (WTB. Mchtamtlich.) „Journal" meldet aus Marseille: Me englischen Dampfer „Cluden" und „Herkneß" sind versenkt worden. Äur dem Reiche. London, 1. Nov. (WTB.) Unterhaus. Bal fou r sagte auf eine Anfrage ivcgen des den tschen/An griffe s im Kanal: Me deutsche Mtteilung, daß terff Zerstörer verloren ging, war falsch. Deutsche Zerstörer wurden von unserem Artilleriefeuer getroffen, aber es ist nicht behauptet worden, daß sie durch Ge- fchützfeuer versenkt seien. Nach Mittellungen, die bei der Admiralität eingingen, stießen zwei deutsche Zerstörer auf Minen m aus- aelegten Nutzen und flogen in die Luft. Sie sind rvahrscheinlich gesunken. Sechs Netzleger sind untergegangen, aber die „Qiueen" konnte gerettet werden, wenn der Kapitän sick) vor dluge^r gehalten! hätte, daß sich das Schiff noch sechs Stunden über Wasser halten! würde. Der Zerstörer „Nubis", der die deutsche Fwtilbe angriff, wurde torpediert imb konnte gerettet werden, wenn nicht der Sturm gewesen wäre. Der Zerstörer „Flirt" »vurde in der Dunkelheit Überrascht und aus kurze Entfernung versenkt. Wenn es das Ziel des Feindes roar, den Dienst qüer über den Kanal erhebliche z>ü stören, so gelang dies nicht, obwohl er die Vorteile des Angreifers bezüglich der Wahl der Zeit und des einznschlagenden Weges auf Der Bundesratsausschutz für auswärtige Angelegenheiten. Berlin, 1. Nov. (WTB.) Am 30. und 31. Oktober tagte, wie schon wiederholt !w>ährend des Krieges, unter dem Vorsitz des bayerischen Staatsministers Grafen Hertling im Reichskanzlerpal-ais der Bundesratsausschuß für auswärtiige Angelegenheiten. Der Reichskanzler machte auch diesmal dem Ausschüsse eingehende Mitteilungen über die gesamte militärische und politische Lage. Aus Stadt und Land. Gießen. 2. November 1916. Ehrenurkunden an Personen des Handwerkerstandes. Me Handwerkskammer Darmsbadt wird, wie in früheren Jahren, an unselbständige Personen des Handwerkerstandes, Gesellen, Gehilfen usw., die mindestens 25 Jahre in ein ünd demselben Betriebe uüu n t er b r ochen tätig gewesen sind, als Aner-. kennung für die treue Arbeit Ehren-Urkündet verleihen. Bei dem wirtschaftlichen Umschnmng, den eine große Zahl Berufsgruppen in den zwei letzten Jahrzehnten genommen hat, ist ein öfterer Wechsel in dem Personal wie früher zu verzeichnen.^ Ein Verbleiben von 25 Jahren bei eftr und deinselben Meister gehört immerhin schon zu den Seltenheiten und setzt Treue, Fleiß, Ehrlichkeit nnd rechtschaftenen Sinn voraus. Diesen Personen zur Anerkennung und andern zur Aneiferung dienend, sollen die vor- genannterr künstlerisch gehaltenen Ehren-Urkunden nach folgenden Verleihungsbeftimmungen verliehen werden. 1. Die Verleihung erfolgt an Weihnachten. 2. Me Anträge zur Verleihung sind von der gewerblichen; Korporation, der der Arbeitgeber angehört, bei der Handwerkskammer zu Darmstadt bis spätestens 15. November l. Js. einzureichen. 3. Den Anträgen ist ein ausführlicher Lebenslauf des zur Aus- zeickinung Borgeschlagenen, ein von dem Betriedsinhaber ausgestelltes, ortspolizeilich beglaubigtes Arbeitszeugnis, das gleichzeitig den Nachweis der 25jährigen ununterbrochenen Dienstzeit in ein und demseLben Betriebe entl-alten muß, sonne ein von der Polizeibehörde ausgestelltes Leumundszeugnis beizuschließen. * Salzpreise. Vielfach werden in der Presse Klagen über wucherische Salzpreistreibereien laut. Bei der Nachprüfung dieser Klagen hat sich ergeben, daß das Publiftim mit einen Teil der Schuld trägt, daß solche Preistreibereien überhaupt möglich werden. Trotz wiederholter Aufklärungen der Presse lassen, sich gewisse Kreise dicrch irgendwelche, von unlauteren Elementen in die Welt gesetzte Gerüchte über bevor- steheiwer: Salzknappheit immer wieder zu Angstkäufen größerer Mengen Salz verleiten-. Diese Massenailfkäufe, aus die die Händler nicht vorbereitet sind, erzeugen danrr tatsächlich eine augenblickliche örtliche Salzuat, was Naturgemäß von gewissenlosen Händlern sofort zu Preistreibereien ausgemctzt wird. Es wird hier rroch einmal auf das Nackiidrücklichste erklärt, daß Deutschlmrd nicht nur imstande ist, den Salzbedars der eigenen Bevölkerung im weitesten Umfange zu befriedigen, sondern daß es darüber hinaus in recht beträchtlichem Umfange Salz an das neutrale Ausland abgeben kann. Wenn irgendwo örtliche Schwierigkeften in der Salzversorgung entstehen, so brnn dies nur dararif zurückgeftihrt werden, daß plötzlich ein Salzbedarf auftritt, den die Händler iricht voraussehen konnten und für pen sie daher nicht erngedeckt waren. Wo sich irgendwie Spekulationsaufkäufe des Handels oder Zurückhaltung zum Zwecke von Preistreibereien bemerkbar machen, wird hiergegen seitens der zuständigen Behörden, insbesondevä seiiens der Preisprüfungsstellen, auf das schärfste vorgegangen, werden. Gegen derartige unlautere Preistreibereien kann auf Strafeu bis M ^^m Jahr Gefängnis öder ans Geldstrafe bis zu 10 000 Mark erkannt werden. * ** Amtliche Personal Nachrichten. Ter Großherzog hat am 28. Oktober 1916 dm Hvfchorsängern Friedrich Lang und Christoph Speer das Silberne Ehrenkreuz des Philipps- Ordens verliehen. — Der Großherzog hat am 1. November den ständigen Hilfsarbeiter im Ministerium des Innern Regierungsrat Gustav Spa mer zum Kreisral des Kreises Offenbach, den Kreis- amllnann beim Kreisamt Offenbach Regierungsrat Ferdinand K i r n b e r g e r zum ständigen Hllfsarbeiter im ..Minisberium des Innern und den Regierungsassessor Paul-Stimme! zu Offen- buch zum Kreisamtmann ernanrrt. — Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Fen.erwehren wurde vom Großherzog verliehen, dem Philipp Frank und Peter Herdt zu Langen. — Der Großherzog hat am 7. Oktober dem Komnnrnalforstwart Förster Adam Trantmann in Ober-Ramstadt aus Anlaß seiner Ver- setznn.g in^ den Ruhestand das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Auszei cf) n u n g. Der Leutnant Emil H e i m e r, Sohn des Kaufmanns Heiiner hier, wurde bei einem Feld-ArtiNeric- Regin^ent im Westen mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet. •* Auszeichnungen. Vom Großherzog wurde folgenden Polizetbeamten des Großh. Polizeiamts Gießen das KrieqS-EH re n zeichen verliehen: Kriminalschutzmann Stock, den Schutzmännern Schäfer, Zimmer, Reinhardt, Seitz, Klos, Bender, Hau, Becker, Fleischhauer, Dier- lamm, MöbuS und Bertram. — Der Großherzog hat dem Standesamtssekretär Karl B r o d dahier für Verdienste auf dem Gebiete der Kriegsfürsorge das Kriegs-Ehrenzeichen verliehen. — Kaufmann Karl Christian Pfeiffer von der Kreisverteilungsstelle des Koinmunalverbandes ist für seine ersprießliche Tätigkeit das Krieas-Ehrenzeichen verliehen worden. ** Silbernes Dienstjubiläum. Bor wenigen Tagen konnte der Glasierermeister Wilh. Hainer aus Hcuchelheün die Wiederkehr des Tages feiern, an dem er vor 26 Jahren in den Dienst der Garlschen DaiTtpfziegelei und Tonwarenfabrik in Gießen eingetreten ist. Jü Anerkennung seiner treuen imd gewissenhaften Mitarbeiterschaft in dem indtrstriellen Werke wurde der J^rbllar von dem Verein deutscher Donindustrieften, vom Deutschen Verein für Ton-, Zement- und Kalkindustrie und vom Verein der Fabriken feuerfester Prc^mkte durch eine Ueberreichung eines Gedenkblatts nnd einer silbernen Medaille misgezeichnet. Der Seniorchef der Firma ehrte den Jubilar in einer Ansprache und überreichte ihm eine Jubiläirms-Ehrengabe. Wilh. Hainer gehörte zu den ersten Arbeitern, welche bei Grüirdung des Werkes beschäftigt wurden, er hat sich durch vegen Fleiß und Interesse für die Donwaren- herstellüng ausgezeichnet, und so war es natürlich, daß er sich vom einfachen Mberter zum Glasierermeister ernporgearbeitet hat. ** Kein e Kl aiqe b rie fe a n d ie S oldat e tr! Es sei wiederholt darauf jsinHetviesen, wisei wenig liebevoll und töricht es ist, wenn die Heimat den im Kampfe' stehenden oder in Gefangenschaft geratenem Angehörigen das Herz s ch w e r m a ch t durch ausführliche Schilderung der eigenen, im Verhältnisse zu dem Schicksal der Wmpfer und Gefarrge- nen doch verhältnismäßig geringfügigen Mühen und Entbehrungen, wie sie das Aushungerungssystenr Englands uns auferleigt. Cs kann nicht genug betont lverden, daß derartige Schilderungen auch in hohem Maße dem Vaterlande schaden, weil sie dem Gegner Aufschluß über die Verhältnisse in Dentschland geben urtd von ihm in natürlich übertriebener Weise benutzt werden zirr Au.frichtuny der eigenen Bevölkerung uno zur Steigerung der Siegeszuversicht seiner Truppen. Beweise dafür liegen vor. Mso keine törichten Klagen, die auch den Feldgrauen nichts nützen! ** Jahresversammlung der hessischen Anwalts kiammer. Am letzten Samstag farid in Tarmstadt die Jahresversammlung unserer hessischen Rechtsanwälte statt. Der Geschäftsberichst mib die Jahresrechnung für das abgelaufene Rechnungsjahr 1915/16 wurde genehmigt. Aus dem Geschäftsbericht warm in Hessen zu Begiim des Jahres im ganzen 261 Anwälle tätig, vou denen im Laufe des Jahres 6 verstorben sind, darunter in Oberhesserl die Rechtsanwälte Oppenheimer - Gießen und S c r i ba-!Bad-Nauheim. Von den Anwälten haben 2 sich von! ihrem Berufe freiwillig zurückgezogen, darunter in Oberhessen Geh. Justizrat Hirschhorn- Gießen. Neu zugelassen wurde 1 Anwalt, so daß die Zahl der Anwälte in Hesseir am Schlüße des Berichtsjahres 254 beträgt, von denen auf die einzelnen Provinzen entfallen: Starkenburg 106, Oberhessen 54 und Rheinhessen 94. Die 5s4 in Oberehssen ansässigen Rechtsanwälte verteilen sich auf die Amtsgerichte toie folgt: Gießen 22,'Alsfeld 4, Btad- Nauheim 3, Büdingen 3. Butzbach 2, Friedberg 7, Grünberg 2, Herbstein 1, Homberg 1, Laulerbach 2, Lich 1, Nidda 2. Orten- berg 2, ^Sckwtleu 1 und Vilbel 1 Rechtsanicall. Von, den ver-, stotbenen 6 hessischen Anwälten blieben 2, nämlich Dr. D i e h l iirrib Blöden heim er, beide in Tarmstadt, auf dem Felde der Ehre. An Beschwerden gingen in 1915/16 der Kammer mit deir aus dem Vorjahre noch rückständigen 12, 55 Anträge zu, die erledigt wurden, ohne das; cs beim «röbbar Dckk einer de- Vorstandes Gedurft hätte. Ter weitaus größte Teil Mer Be- fcf narben konnte als unbegründet zurückgewikffen werden, in einen größeren Zahl von Fällen konnte die Entspring ggällt werden, vUu' die betreffenden Anwälte zu Hoven. Mt der Beratung des- V o r o n f rt; I a fl c S für 1916/17 W ern Airlrag des Vorstandes verbunden, der dadin ging., den «-NtM »« LMAasse sur deut- scle RechtSamEe in Leipüg von laluirÄ Mk. 20.— pro Anwalt frn- sämtliche Kanlmerimtglieder auf die Anwallskamwer zu über- ue'l mcir Dieser Antrag umvde cmer eingeheirden längeren Be AreiS Alsfeld. uh. Ruppertenrod, 1. Nov Tie dritte hiesige Familie h-at einen zweiten Sohn dem Vaterlande geopfert. Es ist die Familie Heinrich Philippi, die der des Konrad Pr. iß rasch hierin gefolgt. Ter erste Sohn Heinrich fiel anr 22. August 1914 bei Anloy. Der ziveite Sohn Karl starb jetzt den Heldentod bei Verdun. Der dritte und älteste Sohn Otto steht als Fahrer bei einer Bespannungsabteilung an der Somme. Mit den Vermißten beträgt die Zahl der gefallenen Helden, die hier geboren. 23. np. Ans dem Ohmtal, 1. Nov. Die letzte Arbeit des ,-L SH.IU.WM ‘. -7. x~Z' : C r • c r c ff I "0- U C UL SU l/IUUU, ^ -c-iv LX-yn- «.ivu sprechung unterzogen und emstrmINNg gmemngit, daß rnfolge dessen Feldes, das Umpflügen der Stoppeläcker, findet eben statt Kammerbeitrage von Mr^15^— mif Mk.^35.— er- | Ackerfelder sind durch die fortwähr enden Niederschläge wä bi> bl werden sollen. Die bisherigen Mitglieder dies Vorstandes der Anwaltstcrmnrer und die Mitglieder des Ehrengerichts bleiben, im Amt Das Ehrengericht hatte im abgelaufcnen Jahre keine Veranlassung zu einer Sitzung. In der Versammlung erstattete Rechtsanwalt Dr. Br ad en-Mainz über die Teilnahme der Rechtsanwaltschaft am Postscheckverkehr einen eingehenden Be- «Wh Znftizrat Metz- Gießen berichtete über die Versamm- lnna der Kantnrervorstäude in Berlin vom 26. März 1916. »»Don der Verband- und K r a n k e n - E r f r i s ch u n gs st eile de§ Roten Kreuzes anr Bahnhof Gießen wurden im Monat Oktober 1916 10 252 durchreisende Soldaten und Verwundete erfrischt, sowie 373 Transporte ausgesührt und in 144 Fällen foustme Hilfe geleistet. •• AuS dem Stadttheaterbureau. E§ fei darauf bingewiesen, daß die Aufführung von Lesstngs „N a t h a n" am kommenden Sonntag nachmittag die letzte Aufführung des Werkes in dieser Spielzeit ist. Es gelten dabei Volkspreise. ""Abgabe von S ü ß st o f f - S a c ch a r i n. In der Zeit vo>n 1. bis 10. November d. Is. wird gegen den Lieferungsabschnitt 4 der Süßstoffkarten „H* (blau) und „0" (gelb) von den Snßstoffabgabestellen Süßstoff abaegeben. Siehe Bekanntmachung. ** Herstellung von Wurstwarcn. § 4 Satz 1 der Bekanntmachung vom 11. Mai. 1916 über Höchstpreise für Schweinefleisch und Fleischwaren (Gießener Anzeiger vom 12. Mai 1916), wodurch bestimmt ist, daß „bei allen gewerblichen Schlachtungen nur höchstens Vs des Schlachtgewichtes des Schweines, z'ut Wurst vcrarbeftet werden darf", wird ausgehoben. Diese Bestimm mung tritt am 1. November 1916 in Kraft. ** 12 0 Gramm Fleisch. Tie Höchstmenge au Fleisch und Flciscbnxireu, die wöchentlich aus die Fleischkarte entnommen werden darf, wird bis auf weiteres auf 120 Gramm S-chlgchtviehfleisch mit eingetvachsenen «Mirochen festgesetzt. Auf jede gültige Fleischmarke können entnommen werden: entweder 12 Gvam>m Schlacht- viehslei sch mit eingewachsenen Knochen, oder 10 Gramm Sclstachtz Viehs lei sch ohne Knochen, Schinken, Dauerwurst, Zunge, Speck, Rohsett, oder 24 Gramm Frischwurst. oder 24 Gramm Wildbret, Eingeweide, Fleischkonserven einschließlich) des Tosengewichtes. " Die h e s s. L a n d e s b e z u g s s ch e i n e f ü r Z u ck e r für die Zeit vom 1. bis 30. November 1916 sind eingetroffen. Die Scheine müssen spätellens bis 30. November 1916 durch einen zu gelassenen Großhändler bei der Einkauisgesellichast für das Groß Herzogtum Hessen in Mainz zum Umtausch in Reichszuckerscheine vorgelegt sein. Siehe Bekanntmachung. Sie während des ganzen Sommers sehr stark vergrast. Darum darf feilt Stoppelfeld ungestürzt bleiben. Der Ernst der Zeit mahnt daran, auch im Herbste schon die Kultur des Bodens, für den kommenden Frühling im Auge zu behalten. Während die Regel zur Kornsaat „Korn in Schorn (Scholle)" nicht wahr gemacht werden konnte, traf sie für den Weizen^ der im Boden „geklebt" sein soll, zu. Landkreis Gießen. X Gründern. 31. Okt. Dem Schulverwalter E r n st Kauf; von dahier, z. Zt. Unteroffizier im Ins.-Negt. (Kaiser Wilhelm) Nr. 11'- wurde da? Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen. z G e i l s h a u s e n , 1. November. Sergeant H o f m a n n im Landwehr-Insani-erie-Ragiment Nr. 116, früher Schutzmann in Gießen, wurde zum Kompagnie-Feldwebel und Unteroffizier Christian Nieberg all im Infanterie Regiment Nr. 186 zum Vizefeldwebel befördert. — In schweres Leid hat der Krieg in* Familie Fr. Stein hier gebracht. Der älteste Sohn, der den Krieg seit Beginn mitgemacht und schon zweimal verwundet war, ist seit' 25 September in den Kämpfen an der Somme vermißt. Dar zweite Sohn, ist seit der Schlacht bei Hermannstadt vermißt. Er hat seit einem Jahr an der Nordo st front gestanden — Ferner wird als vermiß- gemeldet LandsturM-Rekrnt Kvnrad Gunkel Vau hier seit den letzten Kämpfen bei Verdun „ X Stangenrod, 1. Nov. Lehrer Wilhelm G o r a von dahier, Vizeseldwebel und Offiziersaspirant. Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klaffe und der Hess Tapferkeitsmedaille, in einem Land- Wehr-Regiment im Westen, wurde zum Leutnant der Land w e h r befördert. *• Wieseck, 1. Nov. Der Kraftwagenfuhrer Adou Ran, welcher seit Kriegsanfang im Felde steht, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klaffe. Kreis Büdingen. # EckartSborn, 1. Nov. Die Hessische TapferkettSmedaille erhielt der Wehrmann Karl K ü h n e m a n n im Landwehr-Juf. . «eqtmevt^ , 2. Nov Wegen ihrer erfolgreichen Betäti aung auf dem Gebiet der Kriegssürsorge wurden Bürgermeister Krempel und Lehrer Karl mit dem l>essisckpm Kriegsehren zachen ausgezeichnet, beide sind seit Beginn des Krieges Vertrauensmünner des ZweiaVereins Ortenberg vom Roten .Kreuz ^ . . J) ENolderbach, 2. Nov. Lehrer schafer erhielt das Hessische Kneasehrenzeichen, seiiie Tochter, die schon seit Ausbrucb des Krieges im Lazarett in Büdingen tätig ist und vor ewiger Leit das Eramen als Hilfsschwester abgelegt hatte, wurde mit dein Hessischen"S an i tätskre uz ausgezeichnet. T> s*ißbei- g . 2. Nov. Wegen seiner Verdienste auf dem Ge biet der Kriegssürsorge uiid der Schule wurde Pfarrer Lic. H er vcl das Kriegselwenzeichjen am rot-weißen Baude verlieh«:, dieselbe Auszeichnung erhielten Bürgermeister Seum und Muhlen- besitzer 2 . November. Bei schönstem Wetter ist knesuml der Kalte Miarkt verlm.fen, der Arrftrieb mrRiKvreh war sehr schlecht, der an Schweinen bedeutend besser, auch die Preise toaxni für Schweine bedeutend höher als man erwartet hatte der Krammarkt war ktein, der Besuch des Zanzlen Marktes dem Ernst der Zeit entsprechend mäßig. — Da bei den neuen Bestimmungen ein großer Teil der B u ch e ck e r n erntt e verloren zu gehen droht richtete der hiesiae Zweigverein vom Noten Kreuz enre drrnglichÄ Eingabe an den Präsidenten des Kriegsernährnngsamtes, Exzellenz von Batocki, mit der Bitte um Abänderung der Bestimmungen, insbesondere um die Zuteilung einer größeren Menge zum Selbstverbrauch der Leser. ^ „ . ä Rodenbacb, I. Nov. Im Kampfe gegen Rumänien erlitt durch Kopfschuß den Heldentod der Musketier Gg. Loh. D Schwickartshausen, 2. Nov. Pfarrer Naumann wurde vom Großherzog wegen seiner verdienstvollen Betätigung für das Rote Kreuz das Kriegsehrenzeichen am rot-weißen Bande verliehen # Stockhetm, 1. Nov. In der Ohrenklinik zu Gießen starb der Sanitäts-Gefreite Bernhard Bo ruhe im, vorher im Refe^e-Inf.^Rgt.^16. ^ ^ Bürgermeister Müller erhielt das Kriegsehrenzeichen. — Endlich hat unsere Gemeinde wieder einen fest angestellten Pfarrer erhalten. Pfarrverwalter Werner, der schon längere Zeit hier unter größtem Segen wirkt und von dein Fürsten zu Stolberg-Weringerode auf die hiesige Pfarrstelle vorgeschtagen wurde, hat die Stelle nun sest übertragen bekommen. ( Kreis Lauterbach. rr. Schlitz, 1. November. Was an Kriegssürsorge auch in einem Landstädtchen geleistet wird, läßt der Bericht des hiesigen Armenvereins über seine bisherigen Aufwendungen während des Kriegs erkennten. Hat er doch während dieser Zeit nicht weniger, als 6470 Laib Brot an Bedürftige verabfolgt und 250 Mark für Weihnachtsbeschermrg an Kriegerskinder bezw. Geldunterstützungen aufgewandt. Im ganzen wurden während^ der Kriegszeit bis 'heute verausgabt 5 600 Mark. Für unsere L>tadt eine außerordentlich hohe Summe. Sie wurde ausgebracht aus Mitgliederbeiträqcn, einem bedeutenden jährlichen Zuschuß des Grafen von Schlitz und aus früher angesammelten, nunmehr abgehobenen Kapitalien. Der Armenverein ist eine Einrichtung der hiesigen Kirchengemeinde. Kreis Schotten. = Schotten, 1. Nov. Im hiesigen Kreise gehen fortgesetzt schlachtreife S ch w e i u e an Rotlauf und anderen Krankheiten em deren Fleisch bei rechtzeitiger Schlachtung zur menschlichen Nah rung verwendet werden könnte. Das Kreisamt ordnete daher die rechtzeitige Notschlachtunq solcher verdächtigen Tiere an und behalt sich nach Untersuchung des Fleisches die Verwendung desselben für die menschliche Nahrung vor. ,. , . , # Schotten, 1. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Wehrmann Adani Spam er'II.. dasselbe Ehrenzeichen der Gefreite Hofmanu iin Jns.-Rgt. 118. . T Burkhards. 1. Nov. Das Kriegs-Ehrenzeichen erhielt der Großh. Bürgeruieister Lildwig Schäfer III. G B u s e n b o r u . 1. Nov. Jur Westen starb nach e,ner schweren Verwunduiig der Vizeseldwebel Friedrich Bingel un Feld-Rekruten-Tepot der 25. Res-Division. § H erchenhain, 1. November. Nach langer Ungewißheit wurde den Eltern des Musketier Karl Schaub, 4. Komp., Infanterie-Regiment Nr. 116, die Nachricht zuteil, daß ihr sohn :n der Herzoglichen Heil- und Pflegeanstalt in Hildburg hausen besinnungslos darnieder liege. Schaub wurde vor etwa vier Wochen mt der Somme, der Arntee-Stoßtruppe zugeteilt, schwer verwundet ' eitdem fehlte jegliche Nachricht von ihm. b Aus dem oberen Vogelsberg, 1. November Tie Kartoffelernte hat nun wohl allerorts ihren Abschluß ge funden. Tek Ertrag war im ganzen Gebiet sehr gering. Manche Erzeuger haben noch nicht einmal ihren zustehenden ^ahresvedarf bekommen. Auch ist die Güte und der Nährwert der Kartoffel weit hinter der des Vorjahres zurück. Zurzeit üt man noch fest mit dem Heimfahren der Hack sr ü ch t e befchastigt. Tie Kohlraben sind entsprockfend aut geraten, doch die Dicknnirz (Runkelrüben! sind ebenfalls, durch das viele Regenweiter ge.chädigk, m der Entwicklung weit zurückgeblieben. In Kraut oder Kopfkohl ist ebenfalls, wie alljälwlich. eine hiesiger Geaend entsprechende mittlere Ernte, denn der Vogelsberg ist kein „Kappusgartwr. / Viel Arbeit erfordern mm aber noch die Stoppelfelder. Soll im konrmenden Sommer wieder aut geerntet werden, nruß :mn schon das Feld wriwer gedüngt und gepflügt werdeii. Tie Erde braucht Nahrung und Pflege, und wer dies seinem Felde nicht geben kann, steht bei der kommenden Ernte im Ertrag zurück. Kreis Friedberg. O Bad-Na uheim, 29. Okt. Die hiesige Mteilung der Deutschen Ko l o ni a l ge s e l l s cha ft hielt gestern abend eine Hauptversammlung ab. Der stellvertretende Vorsitzende, Oberamtsrichter Dr. Fuhr, gedachte der aus dem Felde der Ehre gefallenen. Mitglieder, Rentner Laugenbach und Ferd. Bittong, und b^gruMe die Versammlung, insbesondere den vom Felde beurlaubten-Schrift- fühver, Lehrer Oswald, der von draußen die Grüße des 1. Vorsitzen den, Oberstabsarzt Dr. Schrade, und des Rechners, Jlrspertor Lauge, überbrachtc. Nach dem vom Rentner Post, dem stellver- tretniden Geschäftsführer, vorgetragenen Jahres -' und» K a s s ende richt ist die Mitgliederzahl der Abteilung trotz des .Krieges auf der alten Höhe geblieben, ein ZeuMis dafür, daß der koloniale Gedanke in unserer Badestadt weiter lebt. Ihn auch weiter zu pflegen, das war der allgemeine Wunsch der BersaniMlung. Es soll daher im Laufe des Winters einen Vortrag zugunsten des Roten Kreuzes für die Kolonien veranstaltet werden. Außerdem foll em Teil der Barmittel der Mteil'ung für wohltätige koloniale Zwecke verwandt werHeii. Der bisherige Vorstand wurde durch Zustimmung wieder- gewählt. Hessen-Nassau. Eisemroth. 1. Nov. Pfarrer Hermann O b e r s ck m i d t aus Oberroßbach ist zum 1. November zum Pfarrer der Krrchen- qemeinde Eisemroth ernannt worden. £. Esch wege a. d. Werra. 31. Okt. Durch em verheerendes Großseuer wurde heute das dem Freiherrn v. Gilsa gehörige Rittergut in dem benachbarten Dorfe Völkershausen o o l l st a n d ig e i n g e ä s ch e r t. Mitverbrannt sind die diesjährigen Erntevorrate. etwas Kleinvieh und einige fette Schweine. Der Schaden betragt etwa 300 000 Mk. Die Entstehmigsursache ist noch unbekannt. ra. Hahnstätten. 1. Nov. Dein Königl. Regierungsball meister Emil Erbe. Leutnant und Kompagnieff'ihrer in einem Marine-Jnfallterie-Regiment. Sohn des Hailptlehrers Erbe dahier, wurde bei den schweren Kämpfen an der Somme das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen. ^ ... . a . = Frankfurt a. M., 1. Nov. Ueber dem Kouigsplatz mt Stadtteil Bockeuheim erschien heute mittag gegen 1.Uhr ein mächtiger Doppeldecker, senkte sich bis auf etwa 50 Meter herab und warf dann, während er langsam wieder emporstreg, ein. Sand- Eckchen aus die Erde. An dem Säckchen war die Wreffe der nur wenige hundert Meter entfernt wohnenden (Robert Mayerstraße 53^ Familie des Flugzeugführers befestigt. Die Luftpost wurde von einem Schulbuben, der mit ungezählten anderen Personen dem sek tenen Schauspiel beiwohnte, ausgenommen und prompt den Emp sänaern zugestellt. Dem Boten wurde erne hübsche Belohnung zu teil Der Doppeldecker entfernte sich in racher Fahrt m fudwest- licker Richtung. — Unter dem Namen „Dr. Karl und Mathilde Kaufmann-Stiftung" sind der Stadt 100 000 Mk. überwiesen wor den. Die Zinsen sollen für Kinder reden Alters und Glaubens zu Erholungszwecken Verwendung finden. ^ Franks urt a.M., I.Nov. Die Stadtverwaltung erhielt die Befugnis, zu den von der Wiesbadener Bezirksfettstelle seft gesetzten Höchstpreisen für Vollmilch und M a g er m rl ch euren Zuschlag rau 2 Psemrfgm fürs Littr zu erobert. Dl-sm erhalten die Händler, wenn sre den Verbrauchern di^Mllch^srei ins Haus liefern. Demzufolge kostet vvu heute ab das Liter Bol! milch 38 und das Liter Magermilch 28 Pfennig — Bad Homburg v. d. H., 1. Nov. Filr die hier zu errichtende Osfiziers-Hellanstatl bestimmte der Kaifer e,n 14 000 Quadratmeter großes städtisches Gelände in den Kuranlageki zwischeii dein Elisabethenbriuinen iind der Kaiserin Friedrich- Promenade. Zu den Baukosten der Anstalt stellte bekanntlich Generaldirektor Becker in Millich (Rhld.) eine Million Mark dem Kaiser zur Verfügung. . . .. . . ul. Limburg, 1. Nov. Die Polizei :,t Dreier Tage emex Reihe von Diebstählen auf die Spur gekommen, m die eine größere 2hnzahl Personen verwickelt ift. Seit langen Monaten wurden aus dem Bahnhose P o st p a k c t e , oft ganze P o st f a ck e, gestohlen, ohne daß. man ben Langfingern auf tue spur gekommen wäre. Nun wurden Mei Familien, Flath imd schwertel, als Täter ermittelt. Man fand bei den Haussuchungen eine Mcmgc gestohlener Sachen vor. Die Festgenomnrenen wuroeu nach Abschluß der Untersuchungen vorläufig aus freien Fuß gesetzt und sehen ihrer Bestraftmg entgegen. Es sollen, wie vermutet wird, nrcy weitere Personen in die Geschichte verwrckelt fern. Die Totenfeier für voelcke. Berlin, 1.Nov. MTB.) Ueber die Totenfeier !ür Boelcke, die am 31. Oktober in Eambirai stattsand. berichtet Prof. Georg Wegener dem „Berl. Lokalanz/^ u. a.: Bor dem Hochaltar der prachtvollen Kathedrale war der m:t deutschen Farben geschmückte Sarg zwisck-en Lorbeerbäumen und brennenden Kerzen aiifgebahrt. Am Sarge zugegen waren die E l - t e r n und die bei der Armee stehenden Brüder des Gefallenen. Unl 3 Uhr nachmittags erschien der Höchstkommandierende der Heeresgruppe, Kronprinz Ruppr e.ch t von Bayern, ferner Erzellenz o. Below und die Kommandierenden Generale Frhr, von Marschall und Sftt v. Arnim u. a. mehr. Divisionspfaiwer selter pries den schönen soldatischen Tod des Gefallenen, den kern ^erno sich rühmen könne, besiegt zu haben und der trotz fernes hohen Ruhms ein so wunderbar einfacher Menfch blieb und der Held unseres Volkes bleiben werde in alle Fernen serner Geschichte. Während der Sarg aus der Kirche getragen wurde krerften am Himmel deutsche Flieger. Er wurde auf eine mit Flaggen und Lorbeer geschmückte Geschützlafette gelegt und durch die nu hellsten Sonneuglanz strahlende Stadt Cambrai nach dem Bahnhof geführt. Hier hielt Exzellenz v. Below, der als Erster dem ^arge folgte, eine Ansprache zu Ehren des unvergleichlichen Helden, d^ 40 Gegner im Einzelkampf fällte, und legte als Vertreter des Kaisers und aus dessen Befehl einen Kranz am Sarge nieder. Hierauf sprach ein junger Offizier der Flieger-^zagdftaffel, deren Führer Boelcke lvar. Er erzählte den Hergang des Untergangs von Boelcke. Nicht, wie anfängliche Kunde behauptet, fei Boelcke ourd) einen gegnerischen Schuß gefällt worden, sondern bet einem Geschwaderkampf mit englifchen Fliegern wurde sein Flugzeug outtl) Zusammenstoß mit einem anderen deutschen Apparat beschädigt. Boelcke vollzog aus über 2000 Meter Höhe einen frcheren Spiralgleitslug bis auf 500 Meter; schon glaubten die Kameraden ihn gerettet, als das Fahrzeug in Böen geriet, denen es fernes Schadens wegen nicht mehr standhalten konnte. Boelcke stürzte ab und starb durch Schädelbruch. Kernen Schuß wies sein wenig entstellter Körper auf. ^ t .... , v Unter ben Klängen: „Ich hatt' einen Kameraden! wurde der Sarg in den Bahnwagen gehoben. Wicshrend eine Kompagnre der Garde mit mittelalterlichen Stahlhelmen donnend eine dreifache Salve abschoß, setzte sich der Eisenbahnzug langsgm in Bewegung. Dessau, I.Nov. (WTB.) Die Beisetzung Boelckes erfolgt nach den neueren Bestimmungen bereits Donne^tag, nachmittags 3 Uhr von der Johanwiskirche ans. — Von der Kars erin ist folgendes Beileidsschreiben bei, den Angehörigen des verunglückten Fliegerhauptmanns Boelcke eingegangen: , . N e u e s P a l a i s , 31. Okt. Seren Sie und dre Ihrigen meiner wärmsten Teilnahme an bem Opfertod, den Ihr tapferer Sohu im Kampfe für Kaiser und Vaterland fand, versichert, ^ch bedauere mit dem ganzen deutschen Volke den jungen Helden. Vriefkaften der Redaktion. Muouhme Anfragen bleiben unberücksichttgt.» y. K. Metzger sind nicht berechtigt, nrebr Anteilmarken von der Fleischkarte abzutrennen als die gelieferte Fleifchmenge betragt. Ein solches Vorgehen wäre sogar strafbar. ° Letzte Nachrichten. Das Handelsunterseeboot „Deutschland". Amsterdam, 2. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter- sche Bureau meldet mis Waftstugton: Die Zollbehördeu von New London berichten, >daß sich an Mrd der Dentfchl and kerne Waffeii und Munition befinden. Es wiirde der^ Befehl ertertt, die Deutschland als Handelsschiff zu betrachten. ^ie Ladung besteht