Kr. 25 z Ter GietzEr Anzeiger erscheint tätlich, außer Sonntags. - Beilagen: Sietzener.^muilienviatter; Areirblatt fSr den Kreis Sietzen. Vezugspreis: rnsnatl. 90 Bi., viertel- jLhrl. Mk. 2.65-. durch Abhole- u. Zweigstellen inonatl. 80 Pf.: durch diePost Mk. 2.45 Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Ferilsprech - Anschlüsse: für die Schrütleitungl 12 Verlag,Geschästsstelleöl Anschriit sür Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Erster Blatt M. Jahrgang ietzLner An General-Anzeiger sür Gderhessen Mittwoch, l. Uooember Lnuabme von Anzeige b die Tagesnununec b:s zun:Nachmittag vorher, öerlenpreir. f. Anzeigen: örtlich 20 Pf.. Vermietungen u. Stellengesuche 15Pf., auswärts 25 Ps., b. Platzvorschrist 30 Pi., Reklamen 75 Pi., bei Platzvorschrist 90 Ps. Vauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: van,oerkehr: Aug. «»eh. Stadt und 8-w-rb-ban, «Ziehen Land.Vermncht«r>u«°- postscheittonto: Zranksurt a.M. U686 ** ** ar 1 w * " . . u _ Anzeigenteil: v. Beck Zwittingrrunddruck u. Verlag: Vruhl'sche Univ.-Vuch- u. Zttin-rttckerei R. Lange. Schriflleitiittg, Geschaslsstelle A.Druckerei: dchmstr.r. sämtlich in Gießen. richtssaal: Fr. R. Zenr. ö. Br ' Eine Rede Mlssm über Amerikas VeziehUMN «nd den kommenden Welisneden. (WTB.) Großes Hauptquartier, 31. Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des General-Feld- marschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern. Ungünstige Witterungsverhältnisse schränkten die Gesechtstätigkeit an der Somme ein. Abteilungen dcS Gegners, die gegen unsere Stellungen nordöstlich und östlich von Les- boeuss vorgingcn, wurden durch Feuer zurückgewiesen. Der gegen La Maisonnette gerichtete Angriff einer französischen Kompagnie scheiterte; ebenso mißlangen Versuche, mit Handgranatentrupps in unsere neuen Gräben südlich von Biaches einzndringcn. Ein Angriff stärkerer französischer Kräste gegen Ablainconrt und beiderseits der Straße Chaulncs—LihonS kam in unserem Abwehrfeuer nicht znr Durchführung. Heeresgruppe des Deutschen Kronprinzen. Auch im Maasgebiet war es ruhiger als in den Vortagen. Nur in Gegend von St. Mihiel erreichte das Artillerieseuer zeitweilig größere Stärke. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Im Morgengrauen griff der Russe nach kurzer Fener- steigerung unsere Schtschara-Stellung bei Kraschin an. Sr ist blutig abgewiescn worden. Nordwestlich vonBeresteczko am oberenStyr hatten Vorfeldkämpse einen für uns günstigen Ausgang. Auf dem Ost Ufer der Najarowka nahmen otw- manische Truppen im Sturm mehrere Vorstellungen des Feindes nordwestlich von Molochow. Weiter südlich bemächtigten sich deutsche Regimenter wichtiger Höhenstellungen westlnh von Folw. Krasnolesie und wiesen Gegenangriffe der Russell ad. Vier Offiziere, einhundertsiedzig Mann, neun Maschinengewehre wurden eingebracht. Südwestlich von Slanislau blieb ein Vorstoß russischer Abteilungen ohne Erfolg. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. An der siede,ibürgischen Ostfront Ruhe. Im südlichen Grenzgebirge dauerten trotz starken Nebels und zeitweisen Schneesturms die Kämpfe an. Nördlich von Eampolung und bei Boerzeny. nördlich : von Orsova. versuchten die Rumänen vergeblich ihnen entrissene Höhen zurückzugewinnen. Seit dem 10. Oktober hat die Armee des Generals der Infanterie von Falkenhayn 151 Offiziere, 9920 Mann zu Gefangenen gemacht und außer vielem anderen Kriegsgerät den Rumänen an Beute 37 Geschütze, 47 Maschinengewehre und eine Fahne abgenommen. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. In der Dobrudscha ist die Lage unverändert. Mazedonische Front. Nach anfänglichem Erfolg wurden serbische Ltbteilungen im Ostteile des Cernabogens durch Gegenstoß bulgarischer Infanterie Verlustteich in ihre Ausgangsstellungen zu- rückgemorfen. Der erste Generalguartiermeister _ _ Ludendorff. Man darf nicht immer etwas Entscheidendes erwarten, wenn .Herr Wilson, der heute noch Präsident der Vereinigten Staaten ist, das Wort nimmt. Seine Reden sind zumeist verschwommen, im Zwielicht von Allgemeinheiten schwingt er seine berühmte „Fackel der Menschlichkeit", und wenn man . seine Absichten herausschält, so kommt man immer zu der ( Ueberzeugung, daß dieser Mann trotz seiner idealen Gebärde etwas Hinterhältiges, UndeutscheA hat. Wie viel Male hat er ; das Wort von dem Rechte der Menschheit und Menschlichkeit i ausgesprochen,! Bei einem Staatsmann ist das verdächtig. )Denn dessen Richtschnur ist zunächst das Interesse des eignen ■ Landes, der Wille, das eigne Haus zu schützen und zu schirmen, das Recht des eignen Volkes in den Vordergrund zu rücken. Auch von Wilson wird dies verlangt, und er weiß es. Man muß seine Taten, sein ganzes Verhalten im Weltkrieg betrachten, wenn man seine Stellung würdigen will, nicht feine schillernden Worte. Zwei Seelen streiten in seiner Brust. Die eine bängt am Katheder, wurzelt in Theorien, die andere treibt ihn an, seine menschliche Voreingenommenheit und Parteistellung, womit er im politischen Daseinskampf die Interessen Amerikas glaubt wahrnehmen zu sollen, in Wille und Tat zu übersetzen. Er ist ein staatsmännischer Pharisäer, wie es wenige gegeben hat. Seine neueste Rede, die wir nachstehend wiedergeben, läßt dies wieder klar hervortreten. Aus der einen Seite der Ausdruck von Trauer und Gefühlsseligkeit über die Härten des Weltkrieges, auf der anderen die Abwägung der Interessen des eignen Landes. Es klänge unharmonisch, wenn es sich ergeben würde, daß Amerika mit den Tränen des Weltkrieges ein glänzendes Geschäft gemacht habe. Wilson muß zugeben, daß sein Land in den beiden letzten Jahren einen außerordentlichen wirtschaftlichen und handelspolitischen Aufschwung und Gewinn gehabt hat. Aber da leugnet er es salbungsvoll ab, daß der Krieg den Vereinigten Staaten neuen Reichtum in den Schoß geworfen habe. Wer und was aber sonst? Der Präsident schmeichelte den Amerikanern ihre Tüchtigkeit vor, die amerikanische Industrie brauche dem Auslande nichts Besonderes zu danken. Denn die Ausfuhr, besonders diejenige von Heeresbedürfnissen für die kriegführenden Staaten, bettage nur einen sehr kleinen Bruchteil des Gesamthandels. Wilson will also unterstreichen, daß Amerika, ind em es durch Lieferung von Waffen und Munition für unsere Feinde den Krieg verlängert hat, kein großes Geschäft, nicht das eigene Glück damit geschmiedet habe. Der Harmlose, betrügt er sich nicht selbst? Er hat in seinen Auseinandersetzungen mit Deutschland immer den Standpunkt des Buchstabenrechtes in dieser Frage vertreten; das Moralische ließ er dadei — amerikanische Lieferanten würden ihm dies sonst auch stark übel genommen haben — zurück. Er predigt doch aber die größte Menschlichkeit, und so sucht tx hinterher die Wirkung seiner Waffenausfuhrpolitik zu übermalen. Wie er aber seinen Zuhörern in Cincinnati so «gewaltige Verdrehungen vorsetzen konnte, setzt doch in Erstaunen. Gr stempelt dest Llnffchwu.nO des iame- rikanischen Mnnenhandels zum ureigensten Verdienst der amerikanischen Tüchtigkeit! Wollte er das harte Wort vermeiden, daß Amerika durch den Weltkrieg ein glänzendes Geschäft mache, so brauchte er uns doch wenigstens nicht mit solchen Nausen zu kommen. Amerika hat verdient, weil es die Konjunktur ausnntzen, die Konkurrenz ausschalten mll> die Preise diktieren konnte. Binnenhandel läßt sich nicht mit einem abgeschlossenen und ummauerten Binnensee veri^eichen. Amerika richtet seine Politik nickst nach Menschlrchkeit und Moral ein, sondern nach der Aussicht des Berdienens! ßbuch in den kommenden Zeiten wird sich dies nicht ändern, ob nun Wilson oder sein Gegner den Präsidentenstuhl besetzt. Wilsons Rede enthielt eine Antwort auf die letzte Ansprache Sir Edward Greys an die neutralen Publizisten. Er blies in dasselbe Horn! Wieder kann er das englische Blut in seinen Adern nicht verleugnen. Seine „Gesellschaft der Nationen" würde uns Deutschen so wenig behagen wie diejenige des Leiters der englischen Politik. Auffällig war der folgende Satz in Wilsons Rede: „Der Krieg hat jetzt einen Umfang angenommen, der die Stellung der Neutralen früher oder später unerträglich macht." Das ist eine neue Verbeugung vor England. Wir haben so lange nichts davon zu befurchten, als die Scheu des jetzig«: Präsidenten vor bestimmten, gewaltsamen Eingriffen bestehen bleibt. Sein Hinweis auf die „Not der Zeit", die wir mindestens so lebhaft fühlen, wie die Amerikaner, laßt uns kühl bis ans Herz hinan. Mr werden durchhalten und uns den siegreichen Frieden nicht durch fremde Scheinheiligkeit verwässern lassen. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 31. Ott. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 31. Oktober 1916. Oestlicher Kriegsschauplatz. HeeresfrontdesGeneralsderKavallerie ErzherzogKarl. Bei Orsova und jenseits der südlichen Grenzgebirg? Siebenbürgens wird weiter gekümvft. Diewon den Rumänen nördlich von Eerna Heviz und nördlich von Eampolung unternommenen Angriffe scheiterten. Au der ungarischen Ostgrenze und in den Waldkorpathm herrschte auch gestern verhältnismäßig Ruhe. Die österreichisch-ungarischen und deutschen Streitkräfte des Generals von Falle nhayn haben seit dem 10.Oktober 151 Offiziere und 9920 Mann als Gefangene eingebracht, die Beute beträgt: 37 Geschütze, 47 Maschinengewehre. eine Fahne und viel Kriegsgerät. HeeresfrontdesGeneralfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Bei Livnica Dolna bemächtigten sich die deutschen Truppen, südlich von Brzezany türkische Bataillone stark verschanzter feindlicher Stellungen, wobei 4 Offiziere, 170 Mann und 9 Maschinengewehre in der Hand der Angreiftr blieben. Bei Lobaczewka in Wolhynien wurden russische Vorstöße abgeschlagen. Italienischer Kriegsschauplatz. Teile der Küstenländischen Front stehen unter Artillerie- und Minenfeuer wechselnder Stärke. In Tirol wurde der Angriff eines Alpinibataillons gegen den Gardinal in den Fassaner-Alpen unter erheblichen Feindverlnsten ab- gewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei den österreichisch-ungarischen Stteitkrästeu nichts von Belang. Der Stellvertreter des Chefs des Genecalftatzs v. Hofer. Feldmarschalleutnant. * . * Das Ministerium Koerber. Wien, 31. Oktober. (WTB.) Tie morgige ..Wien« ,Zei- tung" veröffentlicht ein Hauhschreiben an ten Ministervräsidenten v. Körber, durch das der Kaffer in Genehmigung der Anträge des Ministerpräsidenten den österreichischen Ministern die erbetene Enthebung vom Amte in Gnaden gewährt und gleichzeitig ernennt: den Minister a. D. Dr. Franz Klein zum Justiz minister, den Generalob erste,: Frhr. von Georgi neuerlich zum Land esv erteidigungs ininister. den Frhrn. v. H u s s a r e k neuerlich zum Minister sür Kultus- und Unterricht, den Frhrn. v. Trnka neuerlich zum Minister für öffentliche Arbeiten, den Zweiten Präsidenten des Verwaltungsgerichtshoses Frhrn. v. S ch w^a r z e n a u zum Minister des Innern, den Statthalter a. D. Bobrzynski zum Minister, den Sektionschef a. D. Franz Stibral zum Handels minister, den Sektionschef Karl Marek zum Finanzminister, den Generalmajor Ernst Schaible zum Äsenbahn-- minister und Heinrich Grasen Clam-Martinz zum Ackerbauminister * . * Wilson über die Beziehung Amerikas zur übrigen weit. New Do r k, 27. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Funkspruch von dem Vertreter des WTB. Verspätet eingettoffen. In einer Rede in Cincinnati, die sich fast ausschließlich mit den Bezie- hun ge nAmerikasizuder übrigen Welt wach! d-em Kriege beschäftigte und stürmischen Beifall bei den Tausende:: von Zuhörern hervorrief, sagte Wilson: Die Besorgnisse des Handels vor einer Ueberschwemmung mit billigen Auslandswaren gründen sick: ans völliger Unkenntnis. Und sollte dies selbst ein treten, so, würde die Nation bereit sein, dem zu begegnen. Wilson fuhr fort: Wir sollten uns jenen Völkern nicht mit Firrcht, sondern mit Sympathie zuwenden, wir sollten uns vor Augen halten, daß sie nach ihrer Erschöpfung uns brauche:: tverden und daß wir sie nicht zu' fürchten brauchen. Ich würde mich eines jeden Amerikaners schämen, der eine Minderung der physischen Kraft Europas mit Be- sriedigurig bettachter: inürde. Die ganze Nerven- und Körperkraft dieser Nationen wird eine — ich weiß nickst wiie Handel — Zeiö des Wiederaufbaues brauchen, bis sie wiederhergestellt ist. Niemand mit einem Herzen im Leibe kann das mit Befriedigung Mt anseben und sagen: Ties ist die Gelegenheit ft'ir Amerika, wobei er meint, die Gelegenl-eit für Amerika, Nutzen daraus für sich ;u ziehen. Es wird eine Gelegenheit für Amerika seü:, aber eine Gelegenheit zu etwas sehr viel größeren:. Miau bedenke die Lage der Verein ffsten Staate::. Die Bereinigten Staate:: haben in den letzten zwei Jahren eine Belebung ihrer Industrie erfahren, wie sie nie vorher erlebt worden ist und wenn nun: sich einbildet, daß dies dem Handel zuzuschreiben ist, der durch dm: Krieg groß- gezogen worden ist, so läßt inan die Tatsachen aus dem Äuge., Wenn mm: sich die Ziffern unseres Binnenl-andcls und unseres auswärtigen Handels vergegenwärtigt, so wird man finden, daß unser auswärtiger Handel selbst bei bescheidensten: Ansatz der Ziffern: für unseren Binnenhandel nickst einmal vier Prozent (vier vom Hundert) des ganzen Handels ausmacht und die Ausfuhr von Munition und zwar nicht allein von Munition, sondern: alles dessen, was zur Besorgung von Heeren gehört, wie Zugtieren, Automobilen, Gespannen und Lebensmitteln, die unmittelbar dem !or chweren sich darüber, daß die Regierung der Vereinigten (Staaten nicht von demselben Geiste beseelt ist, wie die Regierungen anderer Staaten, die die Macht ihrer Heere und Flotten hinter me Unternehmungen in anderen Ländern stellen. Das tun, heißt Nch in das Chaos der miteinander wetteifernden oder einander feindlichen Bestrebungen zu stürzen. Hat jemand jemals davon gehört, woraus der gegenwärtige Krieg entltanden ist? Wenn ja, dann wünschte ich, er würde das bekannt- geben denn so weit ich sehe, weiß es niemand. Keine einzelne Tatlache hat den Krieg hervorgerufen. sondern alles Dinge im allge- meuren IN Guropa war ein gegenseitiger Argwohn entstanden, wechselseitige Vermutungen waren entstanden über das, was diese Regierung im Begriffe stand zu tun. eine Verknüpfung von Bündnissen und Verständigungen, ein verwickeltes Gewebe von ^yittricrcn rfttü Spionage, das mit Sicherheit die ganze Völkerfamilie auf jener Seite des Ozeans in seinen Maschen fing.. k CTT ft stch, daß es nach diesem Kriege früher oder P??«. . einen solchem Krieg geben könnte und daß dies der letzte Krieg ist, der die Welt umfaßt, in dem die Vereinigten Staaten ■ neu tral bleiben konnten? Ich sage das, weil ich glaubt, daß es ■ mit dem Neutralsein vorbei ist sbnsineß of nentrality is over), nicht weck ich wünsche, daß es so wäre. Aber ich mfeiue dies. Der '-r.r^^F haJ jetzt einen Umfang angenommen, der dre Stellung der Neutralen früher oder später unerträglich macht, gerade so, wie Neutralität für Mich unerträglich wäre, wenn ich in einer Gemeinschaft »L m der jeder sein Recht durch Gewalt schützen mutzte so daß ich mich an meinen Nachbar wenden .und ihm sagen würdei So kann das nicht weiter gehen Wir ,-w ollen n n s zu samm en schließen und dafür sor gen daß Niemand mehr den Frieden stören kann. Das jvE der Anfang der gesellschaftlichen Mndung. Wir haben Nock i • na»' Kraftt für oie jsicherriNg dieser Rechte aus dem ganzen Erdenrund m die Wagschale zu werfen Während seiner Anwesenheit in Eiueinnati wurde Wilson von zahlreichen Zurnien: „Wir wollen den Frieden!" begrüßt. Der »Fürst von Hohenzoktern an der siebenbnrgischen F^ront. Sigmaringen, 31. Oft. (WTB.) Der Fürst von Ho- menzollern verläßt heute Signraringen, um sich nach der siebenbur gischen Front zu einem Besuche bei seinen ^gegen Rumänien kämpfenden Truppen zu begeben. Der bulgarische Bericht. Sofia, 31. Oktober. (WTB.) Bericht des Generalstabs vom 31. Oktober. ^ Mc edonis che Front: Wir warfen von neuem bei Seoritza 'dache feindliche LlbteilUirgen zurück, die ein wenig süd- ^wettlich vom Naliksae vorrückten. Im Oßabschnitt des Cerna- Do ge ns versuchten die Serben anzugreifen. wurden aber durch erneii, Gegenangriff m ihre Ausgangsstellungen z-urückgeworfeu. ^Mar uywgen gleichfalls euren schwachen feindlichen Angriff bei IDouropolte ab. .vm Moglenioa-Tale und auf beiden Seiten des -Mardar Patronulengesechte. An der Front der Belasica Planina $mr : an her Struma beschloß die feindliche Artillerie ergebnislos emig.- vewohnte Ortschaften an der Front. An der Küste der Aegäischen Meeres Rühe. Rn manische Front: Lage unverändert. Kabinettswechssl in Rumänien? (Priv.-Ttzl.) Der Züricher „Bund" MMret nach russischen Quellen, daß der König von Ru- Sm«nren den früheren Ministerpräsidenten Marghilo- Ni a n , den ^Führer der konservativen Partei, zu sich berufen habe. Die Stellung Bratia uns gelte erschüttert. Die Besetzung von Nordepirrrs durch Italien. ' A mst e r b a m , 31. -D!t (WTB.) Ein hiesiges Blatt berichtet -aus London daß der italienische Gesandte in Athen der griechischen •Siegiermig bie Versicherung gegeben habe, daß die Besetzung v O K R ordepirus mit provisorisch sei und keineu Einfluß darauf habe, was später mit diesem Gebiete geschehe. Ans Griechenland. 31 Oft. (WM. Nuwanrtlich.1 Di- mel° (***"“•? jtotWwt dem Köni, und den Gesandten der Mflirerten mecke über ö-n Sckvitz der Interessen der qrie- 'u\-r n , r 'A*. f nationalen Bewegung aN- ^chkeszen. ver,«adelt. ,v.in nicht die offiziell-- Neutralität Grie«l>en- ^.^sen. imben die Offiziere wahrscheinlich --um rlne EnÄassung bitten, nnt dein Recht, später ihren alten Rang >-in der gnekbnchen Armee Nnedcr einzrmrhmen. Der türkische Bericht. , Kvn fta ntin o vel, 31.0« iWTB.l Amtlicher Heeres- fÜtTifm vom 30 Dm. — ?^^kZront: Untere Freiwilligen unternahmen am Oktober euren uberraschende-n^Angriff auf die semdlickM La- latze der ^cheik sxrid. Sre drangen bis zu einem Schuppen zerstörten ein dann benndlichLs englisches Flng.zeng und wohlbehalten zurück. Tie Engländer, die für btefe fiifino i Front: Am 27. Oktober warfen unsere vor- ^geschvbenen die die Russen 50 Kilometer nördlich H a -> flnadan zu Aumärungszivecken an verschiedenen Stelbm ange- UtFyV} hatten^ den F«nd «aus dieser Wegeno zurück und fügten ibm r .V’ 55etfufte zu. Dieser Angriff lieferte uns sehr nützliche Ini-JfV ‘ n iü ^ Vrrbn.kt.na der feindlichen Trupven Wir m achten bei diejem Angriff einige Gefangene, zerstörten ein Traht- Menge Vorräte und Msunition, - ?kusgabe sind die Truppen wobl- l vl rr ^'Lunaeu nördlich von Hamadan zurückgekehrt kUtn toThMhb? Xngftnt nötbtid* von Sakis zu über- je *cn verw«hte, wurde mit Verlusten für ihn adgenn-sen. ^ sn s f r ont: Wir haben Ueberfälle.und Gefechte feindlicher Aufklärungsabteilungen mit Verlusten abgeschlagen. Bon den übrigen Fronten ist nichts Bemerkenswertes zu melden. Norwegen. --. 4 -^ ^/^ **** ^**' ^Et. (WTB.) In einigen norwe glichen Blattern und auch in manchen Kreisen des norwegi- scheu Volkes scheint ein gewisser S timmung summt) Wwn g dahin cingetreten zu sein, daß der deutsche Standpunkt gegenüber der norivegischen Tauchbootsver- vrdnung vom 13./10. größere Würdigung zu finden ocginnt. Man ist sich der .Gefahr, in den Weltkrieg hineingezogen zu werden, durch die letzten Ereignisse, besonders durch die englischen und französischen, nicht mißzuverstehenden Winke plötzlich mehr als bisher bewußt geworden. So werden Mt 'Bernül)iin_ge 11 sichtbar, einen Ausgleich in der äugen olicrlichen deutsch-norwegischen Spannung zu finden, der an- ichetnend entsprechend dem deutschen Ersuchen eine Revision der Verordnung in den Bereich der Möglichkeit rückt. Besondere Beachtung verdient in dieser Richtung der Leitartikel des Reederorgans „Sjoefartstidende", überschrieben, „Ein Ausgleich", in dem u. a. ansgeführt wird: Wenn auch zNTeisellos die norwegische Regierung bei dem Er- laß ihrer Verordnung überzeugt war, in jeder Hinsicht auf deml Boden,des Volwrrechts zu stehen, sei es andererseits gänzlich aus- geichlopen, datz >re ger-ade die Tauchboote als ungesetzmäßige .ürtegsfahrzeuge^ brandmarken wollte, weil ja sie gerade der einzige Oahrzeugchp feien, der den Kleinstaaten die Hofsnimg gebe, sich eme esfektive Seewehr zu schaffen. Ta die deutsche Regierung erklärt I)abe. datz die deutsche^. Tauchboore norlvegisches Territorialge- waper: nicht benutzen, liege die prinzipielle Frage vor, ob Mx-, wegen völkerrechtlich die Befugnis habe, eine solche Verordnung zu erlafün. Das Blatts ist überzeugt, daß die norwegische Regierung mit Meuden diese Seite der Sacke zum Gegenstand einer näl-eren llnteriuchuiig machen werde, will sie nicht in Zweifel ziehen daß die andere Seite eben,o sicher ihres Rechtes sei! Deshalb werde es im beideileitigen Jntere,se sein, in der Lösung Zweifel finden. Aehnlich äußert sich der uorweaische Reichsgerichtsanwalt Emil Stang im Blatte „Socraldemocraten", der bic N?!^mtg darauf hinweist, daß ihre Verfügung höchst unglücklich habe wirken müssen und eine schwere Gefahr für das Land m sick) trug, ein Standpunkt, dem sich das Blatt „Socialdemocraten" in einem Leitartikel „Die Lage" an- chließt. Rotte r b am, 31. Okt. (WTB.) Anfangs voriger Woche sind vom d^yne nicht weniger als 18norwegische Dampfer mit Re g l e r u n gs ladung nach Frankreich in See gegangen (Die norwegilche Reederei wird sich angesichts solcher Transporte nicht wundern dürfen, ivenn sie erhebliche Schiffsverluste durch den deutschen Kreuzerkrieg hat. — D. Schriftl.) diger Seite folgendes: Der Dampfer „GeorgoiS M. Embv- ricos" war ausweislich der Schiffspupiere mit einer Mais- ladung nach Bnixh-am für Ordre bestimmt. Das Schiff führte keinerlei Abzeichen der Unter st ützungskom» Mission für Belgien, auch enthielten die Schiffs-- Papiere nicht den ge^ngsten Hinweis d«rLuf, daß die Ladung für die Uiiterstützungskonrmission für Belgien besttmmt war. Da das Schiff hiernach Lebensmittel nach Englands mithin Bannware, an Bord führte, erfolgte die Versenkung nach den Bestunmunigen der Priscnordnung mit Recht. Bern, 31. Ockt. (WTB. Nichtamtlich.) Wie „Temps" meldet, ist der französische Dampfer ,^Frma" (&44 sonnen) versenkt und die Besatzunig durch einen englischen Dampfer gerettet worden. London, 31. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der Danipfer „Cabotia" aus Glasgow ist am 20. Oktober zum Sinken gebracht worden. London, 31. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der norwegische Dampfer „Falkefiell" ist zum Sinken gebracht worden. Kristiania, 31. Okt. (WDB. Nichtamtlichst Meldung von Norsk Telegramm-Bureau. Der mit Ballast nach Barry besttmmte norwegische Dampfer „Thorsdal" ist am Samstag, wie der norwegische Generalkonsul in Lissabon meldet, vor Kap Vincent von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden. Die Besatzung ist in Rettungsbooten in Faro eingetroffejj. Aus dem Reiche. Ter Kampf in Oftafrika. o rw-! ^ \ Oll. (WTB.) Meldung der Agence Havas: L?.. 'O jt- Afrika warf eine Kolonne, die auf unserem linken Flügel operierte, nachdem sie 200 Kilometer zurückgelegt hatte, den Femd ans vorgeschobenen Vetteidigungsstellnngen bei Newalla und nahm am 26 Oktober diesen Ott. Im Verlaufe des Kampfes beantwortete der tfemb die Beschießung der portugiesischen Trup- pen mit Artillenefener. Der Kampf war sehr heftig. Der Feind mußte sich zurückziehen, doch steckte er.vorher die Verteidi- ?^^^?brke: in Brand; die portugiesischen Verluste sind leicht Man halt die Verluste des Feindes für bedeutend. Notiz des WTB.: Nach dreimonatigen unentwegten Siegen gelang es alw den Dottugiesen, die Richtigkeit der vorstehenden Meldung vorausgesetzt, ganze 20 Mameter. nicht 200 Kilometer, rme es in der Me^nng heißt, nördlich des Grenzflusses Rovuna vorzudmgen Die Bemerkung, daß die zurückziehenden Deutschen „ibre BetteidigungÄverke in Brand steckten", läßt darauf schließen, daß es sich bei dem portugiesischen Sieg bei Newalla um die Aufgabe eines denchchen Blockhauses handelt. Dafür spricht auch, daß Zch die Portugiesen über die angeblichen deutschen Verluste nur m Vermutungen ergehen können. Der §eekrieg. Glückliche Heimkehr des „II 53". Berlin. 31. Okt. (WTB. Amtlich.) Das Da u chb o o t ,U o3" ist von seiner Unternehmung über den Atlantischen Ozean wohlbehalten in die Heimat zurü ckgekeh r t. * N<- rr - Berlin, 31. Okt. (WTB.) Drei kürzlich nach dem Heimatshafen zurückgekehrte Unterseeboote versenk- t e n i m e n gli s ch e n K a n a l in wenigen Tagen insgesamt Schlffe mit rund 28 500 Tonnen, darunter befanden sich solgende bisher in Zeitungsmeldungen noch^ nicht genannte Schiffe: die französische Bark „Co ndor", 760 Tonnen, die französische Bark „C anneb i e re", 2454 Tonnen, mtt Farbholz, der französische Dveimastschoner „Saint Ch arles", 521 Tonnen, mit einer Ladung von 421 Tonnen Fischen. Berlin, 31. Okt. (WTB.) Der Kaiser verlieh dem Vizeadmiral Souchon. Chef der deutschen Mittelmeerdivision und in der jetzigen Dienststellung zugleich Chef der verbündeten osmanischen Flotte, den Orden Pour te merite in Anerkennung seiner Verdienste um die ^.eekriegführnng im Mittelmeer und Schwarzen Meer. - (WTB.) Eines unserer kürzlich aus oem Mlttelmeer zurückgekehrten Tauchboote wurde bei der Führung des Handelskrieges Joiederholt v o u b e wa f f- neteu Dampfern angri ffswei s e, oder bei Einleitung der Ausübung des Untersnchsungsrecbtes und zwar insgesamt nicht weniger als siebenmal, beschossen Es handelte sich fast stets um englische Dampfer, die durchweg ein oder mehrere moderne 7,5 Zentimeter-Ge- Ichutze führten. Auf dasselbe Boot wurde übrigens bei einer vorausgegangenen mehnvöchigeu gleichfalls im Mittel- ntecr vorgenommenen Unternehmung nicht weniger als sechsinal Feucrc durch feindliche Dampfer eröffnet. Es aelana bei der letzten Unternehmung der Geschick,lchkert und GeistergeUesMmrt des Kommandanten und ieiner Besatzuirg, sich dem feindlichen Feuer rechtzeitig zu entzieheir. ’ o » London 3> Okt. (WTB.) Der griechische Dampfer „Germaine (2niZ Tonnen) ist am 28. Oktober von eurem deutschen Unterseeboot versenkt worden Die Mannschaft- wurde gerettet. - Die Besatzung des französischen Fischerbootes „Saint Charles" landete in Plv- jnonth und berichtete, das; ihr Fahrzeug versenkt wurde^ w . "'t^Okd lWTB.i Der englische sseitnngsdienst Poldhn vom SO. Oktober behauptet, ein deutsches Tauchboot habe ohne iqgjl,che Milde den griechischen Dampfer „Georgois M. Embiricos" versenkt, obgleich dieser wampfer mit Mais für den belgischen Hilfsvevein nach Rotterdam besttmmt b«>vesen sei. Der englische Untcr- suchuugisrichter habe mrtgeteilt, datz dieser feige Akt eine direkte Verletz>rug der Amerika gegebenen Biirgschaft dar- slctlc. Zn diesen, neuen Versuch, die Vereinigten Staaten gegen Deutschland auszuhetzen, erfahren wir von zustän- Aus den ReichsiagsLUsschüssen. Berlrn, 31.Okt. (WTB., Der Ausschuß des Reichs- Handel und Gewerbe nahm einen nationallibe- raten ttntrag an, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, zwecks Uri Le r stutz ung und Förderung der Leipziger Messe eine Million Mark aus Reichsmitteln in den Etat einzustellen. Hierauf wandte jich die Beratung Fragen der Uebergangswirtschaft zu ^m Hauptausschuß des Reichstages erklärte auf Zsinrchtungen von konservativer Seite wegen einer Gefährdung der Viehdurchhaltung durch Herabsetzung der Viehpreise Präsident von Bat ocki, diese sei erst für die Zeit nach der Mastperiode in Aus- r Bei Erörterung von mit der Zenttal-Einkaufs- gestlUchaft zu^aminenhangenden Fragen äußerte Unterstaatssekretär Freiherr v. ^te rn sich über den früheren Geschäftsverkehr mit Rnmanien der im Interesse des Reiches solange als möglich auf- recht erhalten wurde, und beantwottete Fragen iwer den Geschäfts-- verkehr der Zentral-Ernkaufsgesellschast überhaupt. Bei Fragen der «ms r a u . n 9 erklärte ein Vertreter des Kriegsministeri- .^^chlagnahme von Lederabfällen werde wohl angeordnet werden, die Beschlagnahme von Kalb- und Ziegenfellen stehe bevor Die Beisetzung Boelckcs. Dessau, 31. Okt. (WTB.) Die Beisetzung des Flic- gerhLuptmanns Boelcke findet voraussichtlich am Donncrstoa nachmcktags um dre, Uhr^statt. Die Schulen, Junqwehr und Vcr -une bilden Spalier, dre >stadt trägt Trmierschmuck. Am Babnhof werden zwei Trauermasten errichtet werden. c 31 - (WTB.- Der Kaiser richtete, wie der „Anhaltische StaatsanMger" meldet, an Professor Mar Boelcke folgendes Telegramm: M^B>oelcke, Ziebigk bei Dessau. Aufs schmerz- lichste beklage ich mit dein ^ganzen deutschen Volke den Todchres Heldlww^^' meines tapfersten, erfolgreichsten Fliegevoffizier- Mit Ettvlz werden ,re auch nach seinem Lode seiner gedenke^ und seinem leuchenden Vorbild nachueifern streben. Gott tröste Si' in ^prem Lchmerz. Neues Palais, den 30. 10. W16. Von dem deutschen Kronprinzen ^t^^olqeackre- Telegramm ein: ^ ^ ^ Drof^sor Vvelcke, Dessau. Der .Heldentod Ilnrs vortrefflichen, nnerschwckenen Lohnes, der mrch meiner Armee und mir vor vorzüglich Dienste geleistet hat. erfüllt mich mit ganz besonders aujrichtiger lherzificher Betrübnis. Seien Sie und ^re rMmitte meiner wärmsten Anteilnahme versichett. Mt Pfoten ^ 9 ^ anctc Nation, an der Ifcofre t 1 * stehen seine Leistungen ^ stolz um Växt deutsche Aitriot ihn zu den SettLn. ».und ^infach blieb er trotz aller Ehrungen. Sein volkstümliches Bfld wrrd immerdar von unverwelklichem Lorbeer um- selN^Jedernmnn imrb seines lieben Hanptmmms Boelcke m Bewunderuilg und Verehruirg allchit gedenken Aus dem FÄde, 30. 10. 1916. x p ?^ssau, 31. Oktober. (WTB. Mchtamtlich.) Bei dem Vater des Fttegerhailptmanns Boelcke sind zahlreiche weitere Bei- te i d 6 t e p eg ramme emgegangen, darunter von dem Primen Heinrich von -Brechen, der Prttizessin Charlotte von Reuß, der 5xrzogin von Mcklenburg, dem anhalttschn Staatsminister Laue und den Offizieren der Militär-Fliegerschule Halberstadt. Großadmirals Prinzen Heinrich lautet: Kiel. Jnnigft ergriffen sende ich Ihnen mein tie^mpfundenes Beileid zum Hwschiden Ihres Flieger-Heldensohnes. * c-. .? 31. Okt. (WTB.) Der Kaiser richtete anläßlich des Hmschidens der Gemahlin des Reichstagspräsidenten folgendes Beileidstelegramm an S. Exzellenz Dr. Kämpf: „Zu memeni großen Bedauern erfahre ich soeben von dem Hinscheiden Ihrer Gattm. Ich spreche Ihnen zu dem schweren Verluste meine herzliche Teilnahme aus. Wilhelm I. R." Berlin, 1 . Nov. Zum Streit um den „Vorwärts" schreibt der Parteivorstand, er werde alles tun um der Meinungisäußerirny aller Mchttmgen, soweit das unter den jetzigen Verhältnissen möglich sei, freien Spielraum zu!gewahren, um dem „Vorwärts" zu jener Stellung in der Zeitimg^welt zu verhelfen, auf die er als Zentral- ovgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands Anspruch habe. Aus Stadt und Land. Gießen. 1. November 1916. ** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß- herzog hat am 28. Oktober l. Fs. dem Pfarrer Heinrich Weiß zu Wallernhausen die zweite evangelische Pfarrstelle zu Baben- l-aiffen ubettragen und den vom Fürsten zu Stolberg-Wernigerode auf die evangelische Pfartttelle zu Usenborn präsentierten Pfarr- verwalter Karl Werner daselbst für diese Stelle bestätigt. —. UeBertragen wurde am 26. Oktober Um Lehrer Hans Berdes zu Mzey eine Lelwerstelle an der Volksschule zu Uffhofen. Kreis Alzey. ** Kriegsehrenzeichen. Der Großherzog hat ,o lg enden Beamten der städtischen Verwaltung für Verdienste auf dem Gebiet der Kriegsfürsorge das „Kriegsebren- zerchen" verliehen: Jak. A l t v a t e r , Gottfr. Dörr, Andr Göbel, Peter Grobe, Hch. Höhn, Herm. Köhler Wrlh. Muhl, Wilh. Schwalb, Karl Treser, Karl Wredmeyer. ** Universitätsprofessor Dr. Skalweit bat zufolge seiner Berufung in das Kriegser nä h run g s- a m t in Berlin das Amt des Vorsitzenden des Vorstande« des Oberhessischen Viehharrdelsverbandes niedergeleqt An einer Stelle ist Universitätsprofessor Dr. Rosenbera ru Gießen zum Vorsitzenden des Vorstmchies dieses Verbandes ernannt worden. ** Die Ausstei 1 nug von Kartofselbezugs- scheinen erfolgt ausschließlich auf den Brotmarken- bezirken währertd der GeschäftSstunbon. Es darf hüch^ stens 1 Pfund für die Zeit bis 15. 2lMust 1917 für den Kop f u nd T a g in Ansatz gebracht werden. Um Stockungen in der Kartoffelversovgung der einzelnen Familien zu vermeiden, werden bei Ausstellung von Kartofselbezugsscheinen 3 Wochen bei der Berechnung der Bedarfsmenge in Abzug gebracht; für diese werden sofort Kartoffelmarken ausgehändigt. Es ist so jedermann in der Lage, sich inzwischen auf Kartoffelmarken Kartoffeln zu kaufen, bis er auf seinen Bezugsschein Kartoffeln erhalten kann. Es ist verboten, daß jemand, der bereits die ihm bis 15. August 1917 zustehende Höchstruenge an Kartoffeln auf Kartoffel- bezugsschein erhalten hat, daneben noch Kartoffeln auf Kartoffelmarken kauft. ** Kart of fe l preise. Wir verweisen auf die heutige Bekanntmachung über Kartosfelpreise. Danach ist es den Landwirten gestattet, für die Lieferung gesackter Kartoffeln frei Keller des Verbrauchers zu dem Erzeugerpreis von 4 Mark für den Zentner einen weiteren Zuschlag von 80 Pfennig zu nehmen. Es darf wohl erwartet werden, daß die Landwirte von diesem günstigen Preis von 4.80 Mk für den Zentner reichlichen Gebrauch machen und erhebliche Mengen Kartoffeln in die Stadt an Verbraucher liefern. ** Höchstpreise für Gelberüben. Der Präsident des Knegseruahr u ngs am tes hat mit rückwirkender Kraft Erzeuger-Höchstpreise für Rüben festgesetzt. Für Geisternden beträgt der Höchstpreis 4 Mark für den Zentner. r * ? u s-de nt Stadttheaterfrureau. Vor der Aufführung der Kleinstadtkomödie „Das Alter" von PaulQuensel, - ^^^^9 in Szene geht, dürfte eine Besprechung kvsks Hamburger Blattes (General-Anzeiger) interessieren. Es Mt, da: „Was an dieser Klcinstadtkomodü, die im Thüringer 1***«', i° herzlich erfreut, das ist die prachtvolle Lebens- wahrheit der Geschlten und der warme Humor ihres Schlüpfers. A9/Ü cm 1 r Ein billiges Lustig machen, eine überlegene Ironie. Diese Mcnnchen Hnb im Tiefsten begriffen und ibre Besonderheit i)t mit Respekt gezeichnet. Ter Verfasser schuf einen sehr guten, und wirksamen Kontrast. Aber das (gegenständliche ist es am Ende gar nicht, was an diesen drei Akten so gut gefällt. Es ist die Klein- vrbert, find die entzückenden Kleinstadtfiguren und die famosen Pomten des sicher geführten Dialogs. So darf inan sich also dieses reizenden Stückes ehrlich, freuen uird ihm eilt recht günstiges Dühnenschicksal wünschen. Der Gesamteindruck des Abends war vortrefflich und weckte einen starken Erfolg." * 2 5 j ä h r i g e s A r b e i t s j n b i l ä n m. Der Modell- schremer Martin Wacker aus Wieseck feiert heute, 1. Nov.. bei der Firma H. Schaffstaedt, G. in. b. H., Gießen, sein 25jährigeS Arbeitsjubiläum. Dem Jubilar sind seitens der Geschäftsinhaber wie des Personals uiid seiner Mitarbeiter reiche Ehrirngen zuteil geworden. ** Gebühr für d i e B e n a cd r i ch t i g n n g ü b e r d i e Ankunft v o n G ü t e r n. Vom I. November d. Js. ab beträgt die Gebühr für die Zustellung der Beiiachrichtigunaen (Avise) durch einen Boten der Eisenbahn am Stationsorte für eine Benachrichtigung oder mehrere gleichzeitig bestellte Benachrichtigungen allgemein 10 Pfennig. Die Erhöhung ans 10 Pfg. hat sich als not- wendig erwiesen, da die seitherige Gebühr von 5 Pfg. nicht die der Eisenbahnverwaltnng bei der Zustellung entstehenden Selbstkosten deckt. ** Der nächste Städtische Seefisch in a rkt beginnt Donnerstag, den 2. November 1916, nachmittags 3 Uhr, in den Marktlauben. Zum Verkauf kominen nur beste frischene Seefische (Schellfisch, Kablicni, Schollen, Bratfisch) und Miesmuscheln zu Setbstkolten der Stadt. Landkreis Gießen. l-l Grüningeir, 1. Nov. Dem Pfarrer Weber wirrde das Ehrenzeichen für Kriegsfürsorge verlieheii. l-l Lang -^önS, 1. November. Pfarrer W eber und Kauf v«rm Konvad Klös würbe vom Großherzog das Ehrenzeichen für Kriegssürforge verliehen. — Musketier Karl Fischer, n*1 cher als vermißt gemeldet wurde, macht seinen Eltern die Mitteilung, daß er sich in französischer Gefangenschaft befindet. - Ka nonrer Wilhelm Veile wurde die Hessische Tapserkeitsmedaill.e verlnchen. — Zwei jugendliche Mädchen von Gieße n wurden frei einem hiesigen Landwirt ertappt, wo sie die Schränke auf suchten und Geld. Speck usw. stah-ken. Kreis Büdingen. — Büdingen, 31. Okt. Auch im Kreise Büdingen haben dre Landwirte mit der A n l i e f e r u n g von K a r t o s f e l n an die Zentral-Sammelstelle in bedenklicher Weise nachgelassen. Das Kreisamt droht nunmehr, wenn die Landwirte ihren Verpflichtungen nicht Nachkommen, mit Enteignung der vorhandenen Kartoffeln. oa. Blofeld. 31. Oft. Das Eiserne Kreuz wurde verliehen dem Wehrmann Heinrich Schwarzhauvt von hier. nt. Henchelheim, 1. Nov. Dem Lehrer Maurer dahier wurde für seine Tätigkeit in der Krieqsfürsorge vom Großherzog das KriegS-Ehrenzeichen verliehen. Dieselbe Auszeichnung wurde auch seiner Tochter, der Frau Lehrer Weiter zu Nonnenroth zuteil. na. Nidda, 1. November. Dem Unteroffizier Ludwig Uhl von Nidda, Ins.-Regt. 160, der bereits im Januar 1915 die Hessische Tapserkeitsmedaile erhielt, wurde das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehen. — Ebenfalls das Eiserne Kveutz erhielt Kanonier Hch. Jost aus Geiß-Nidda. 6. Batt. Feld-Art.-Regiment Nr 25 iür Tapferkeit vor dem Feind. — Dieselbe Auszeichnung wurde dem Kanonier Rich. Köblitz, z. Zt. Lazarett Schillerschule in Augs bürg, zuteil. Kreis Lauterbach. rr Schlitz. 31. Okt. Die Treibjagden haben nunmehr in unserer Gegend ihren Anfang genommen, und ihr Ergebnis an Rehwild ist mit, an Hasen dagegen sehr gering. So wurden in der Gemarkung Queck 6 Rehe und 5 Hasen, in der Gemarkung Sandlofs 12 Webe, 4 Hasen und dazu 2 Füchse zur Strecke gebracht. — Musketier Heinrich Kern vom Jns.-Rgt. 186 erhielt die Hessische Tapferkeüsmedaille. Er liegt zurzeit in einem Lazarett zu Leipzig. rr. Schlitz, 31. Oktober. Gestern konnte unser ältester Mitbürger, der frühere Schneidermeister und jetzige Rentner Konrad Marx, ut staunenswerter körperlicher und geistiger Frische den 93. Geburtstag feiern. Marx ist seit Bestehen der kirchlichen Ge- merndevertretung Mitglied dieser Körperschaft und außerdem schon ,ert langen fahren Vorstandsmitglied des hiesigen Armeuvercins an dessen Lutzungen er auch heute noch regelmäßig teilnimmt' Der Jubilar hat selber die Hoffnung, auch den 100. Geburtstag noch feiern zu dürfen. Kreis Schotten. -^Schotten, 31. Okt Tie Kartoffelernte ist im Kreise Feststellungen des Kreisamtes zufolge sehr gering ausgefallen. Infolgedessen erließ das Amt sehr einengende Vorschriften über die Verwendung von Kartoffeln zu Speise- und Futter zwecken. Kreis Friedberg. «Friedberg, 91. Okt. Voiu 1. November ab erfährt in- tolpe der Erhöhung der Sackpreise der Preis für das an die Bäcker und Mehlhändler abzuqebende Mehl eine Steigerung um 7 w r?a ' l, J bcu Die Erhöhung gilt für die Kreise Friedberg und Offenbach, hat jedoch aus die Brotpreise nnd die Preise des Mehls im Kleinhandel keinen Einfluß. oa. Ir i e d b d rg, 4. Nov. Dem ältesten Sohne von Justtzrat Wmdecker, Hauptmann Kurt Win deck er, der als Führer einer schweren Batterie an der Somme steht, wurde das Eiserne Kreüz e r st er Maße verliehen. nt. Nieder-Wöllstadt, 1. Nov. Dem Unterossizier Paul Goldman n, z. Zt. bei einem Reserve-Jnfanterie-Regiment in Wumfritn kampstnd, wurde da« Eiserne Kreuz verliehen. S^rkeuöurg mw Rheirchessen. Schwerer StrichmdchttMsammenstoß. bl. Okt. Aus der eingleisigen Strecke der Straßenbahnlinie Kastel—Kostheim stießen Montag abend zwei owtorwagen mit voller Wucht gegeneinander, so daß sie sich form Uch lnernander keilten. Bon dem Fahrpersonal und den Fahr gallen wurden vier Personen schwer und fast alle anderen kZayigaste leicht verletzt. Die Wagen wurden vollständig in Trümmer gedrückt. Hessen-Nassau. u r * a -^-' 31. Oft. Durch die Verordnung der ^ezirksfettstelle für den Regierungsbezirk Wiesbaden hat der vom l. November an vorgesehene Milchpreis für Frankfurt a. M. entgegen der Verfügung des Magisttats eine — Preisherabsetzung mP* ^ tx . Kleinhandelspreis darf für Vollmilch 36 und für Hermilch 26 Pfennig das Liter nicht übersteigen, während der Magistrat den Händlern für die Zubringung der Milch ins Haus noch 2 Pfennig für jedes Liter Milch zugestanden hatte. „ --Frankfurt a. M., 31. Okt. Im Hause des Arnsburger Hofes 4 brach heute nacht gegen 1 Uhr ein Brand ans, der sich rn wenigen Augenblicken auch auf die benachbarten Häuser 3 und 5 ausbreitete. Da der Brandherd sich im entlegensten Teil Alt- srankfurts befand, dauerte es geraume Zeit, bis die Feuerwehr alar ^Ert wurde. In vierstündiger angestrengtester Arbeit gelang ti schließlich den Wehren ziveier Wachen, des Feuers Herr zu werden und auch die in den Häusern wohnenden Menschen zu retten. Der Sach- und Gebäudeschaden ist sehr bedeutend. Viele der vom Brandschaden betroffenen Mieter, ausnahmslos arme Leute, waren nicht ^Ersichert. — Die Sammlung für den Marine-Opfertag am 1. Oktober erbrachte in Frankfurt einen Reinertrag von 123 50£ -JJccin. Von dieser Summe brachten die Schüler von 96 hiesiger Lehranstalten allein 107 860 Mark auf. — Höchst a. M., 31. Okt. Auf dem hiesigen Bahnhof wurd, der verheiratete Rangierer Wilhelm F r a n k e n b a ch von einen durchfahrenden v-Zug zur Seite geschleudert und auf der Stell getötet. X. Hanau, 31. Okt. Zwischen Hanau und Frankfurt a. M Ut aus einem v-Zuge der in einein Artillerie-Regiment dienend, Lffizier-Stellvertreter Rcinhold aus Naumburg a. d. S. geslürz und überfahren worden. Alle Begleitum 'ände lassen daran schließen, daß der Verunglückte in der Schlaftrunkenheit statt de 'Aborttür die Ausgangstl'u fleöffnct hat und dadurch hinaus ge,türzt ist. — Fulda, 31. Okt Am Spießberg wurde heute früh de Förster Fauch mit durchschossener Brust tot aufgesunden. An scheinend hat er in einem K a in p f e in i t W i l d e r e r li sein Lebei eingebüßt. ^ Idstein, 31. Okt. Die Stadtvcrordnetenver> s a m m l u n g lehnte aus Antrag des Magistrats die vom Kriegs ernährungsamt gewünschte Erhöhung der Hundesteuer einstimmi; ab. Dagegen beschloß sic alle Jdsteiner Kriegsteilnehmer mit einen Einkommen von iveniger als 3000 Mark für das letzte Rechnungs lahr von der Gemeinde-Einkommensteuer zu befreien. Oktober 1916 . von Altenstad Vilbel sind von Schlacht . ._ dahin abgr Mark und Frau M Grcßcner Strafkammer. 'Gießen, den 27. Der Landwirt Heinrich Philipp Wilhelm K. und die Ehefrau des Metzgers Wilhelm M. in Schöffengericht Altenstädt wegen Ueberfchrcitung der Höchstpreise für s 'ch w e i n e indem K. am 22. März t. I. der Frau M. 3 Schlachtt'chwein von zusammen 452 Pfund Lebendgewicht - Einzelgewicht untc 90—100 Kilo — zu 1,08 Mark statt zu 0,68 bezw. 0,98 Mat das Pfund verkaufte, zu Geldstrafen voll 12 bezwl 8 Mark verurtei worden. Um eine Erhöhung dieser Strafen zu erwirken, verfolg! die Gr. EStaatsanwaltschafi gegen das Urteil Berufung und si hatte auf Gnirrd der Beweisaufnahme auch insofern Erfolg, al das erstinstanzliche Urteil hinsichtlich des Strafmaßes ändert tvurde, daß K. eine Geldsttafc von 30 eine solche, von 50 Mark erhielt. Die Angeklagten: 1. Handelsmann Jakob K. in Holzhcin 2. Handelsmaim Nathan G. daselbst, 3. Handelsmann Josef % daselbst, 4. Handelsmann David E. in Grüningcn. 5. Landwü Adam Boten* B. daselbst, 6. Lairdwirt Peter Heinrich E. daselbs smd angeschuldigt, am 30. bezw. 31. Januar 1916 ohne Erlaubni Vieh aus dem Großherzogtum ausgeführt zu haben. Wegen Vergehens ssegen §8 4, 5 der Verordnung de Bundesrats vom 26. 8. 15 in Verbindung mit Ziffer 6 und der Bekmrntmachnng Gr. Ministeriums des Innern, betr. Erwe terung des Schlachtverbots vom 25. 1. 16 erhielten sic zunäch -Strafbefehle in Höhe von 200 bis 50 Mark. Auf hiergecren ei hoüenen Einspruch wurden sie vom Schöffengericht Gießen frei gefprochen. Gegen dieses Urteil verfolgte die Gr. Staatsanwalt schast Berufung. Auf Grund der Beweisaufnahme stellte da Gericht fest, daß die sämtlichen Angeklagten, trotzdem diese fit teils daraus berufen, daß sie die fragliäie Bekanntmachung vor 25. 1. 16 nicht gekannt hätten, sich vorsätzlich gegen diese Bcstim mung vergangen haben, und verurteilte die Angeklagten zu Geld strafen und zwar: K. und B. von je 50 Mark, B. von 40 Mar G. und E. von je 30 Mark und E. von 20 Mark. Der Theodor St. Witwe in Grünberg wird zur Last geleg am 16. Juni 1916 aus Fahrlässigkeit vor einer zur Abnahm einer Versicherung cm Eides Statt zuständigen Behörde, der Gr. Amtsgericht Grünberg, eine solche V.e r s i ch e r u n g falsch abgegeben zu lxrben. Am 18. 4. 16 starb der Ehemann der Angeklagten mi Hmterlassung eines mit der Angeklagten gemernschastlich er richteten Testaments. Nach dessen Eröffnung beantragte die Fra bei dem Amtsgericht Grr'rnberg zwecks Erheburrg einer Lebens Versicherungssumme von 1000 Mark die Erteilung eines Erb scheins. In diesem Anträge erklärte sie u. a.. daß das aus ihre Ehe hervorgegangene Kind, geboren am 22. Dezember 1889, an 27. September 1907 ohne Leibeserben verstorben sei. Si versicherte an Eides Statt, daß ihr nichts bekannt sei. ivas de Richttgkeit ihrer Angaben entgegenstehe. Diese Erklärung ist falsch denn tatsächlich l>at die vorgenannte Tollster Minna am 22. Anguj 1907 zu Wehen i. T. ein uneheliches Kind, namens Kurt ge boren, das heute noch am Leben ist und das schon über ein Iah mit der Angeklagten zusammen ist und von ihr verpflegt wird Auf Grund der Beweisaufnahme erkannte das Gericht dem Antrag der Gr. Staatsanwaltsllwft entsprechend gegen die Angeklagt auf eine Gefängnisstrafe von einem Tag. Univevßiiäts-Nacbvtcbten. [] Marburg, 31. Okt. Tie theologische Fakultät d knestgen Unlversttät verlieh dem a. o. Professor hie. tdeol. Walt au er in Göttinnen, früher Privatdozent in Marburg, dieWür eines Doktors der Theologie. — Frankfurt a. M., 31. Okt. Die detltschen Handelshoc schuleil treten am kommenden Samstag in der Universität au ein Vertreterkoufereuz zusammen. = Frankfurt«. M., 31. Okt. Professor Dr. M. v. Lau Z^dmanus für.thevrettsche Physik, ist zur llebernahmc wisse, chaftlrcher Arbeiten für die Heeresverwaltung von der Berpfliä knng zur Ablwlttiug vou Vorlesungen für das Winterl)albjal 1916 bis 1917 entbunden worden, hält aber gleichwobl eine zwe sttindige Vorlesung über Thermodynamik. Da der kürzli durch den Tod des Prof. Dr. Deckert erledigte Lehrstuhl ff Geographie noch ilicht wieder besetzt werden konnte, wird im g> geuwärtigen Wintersemester vertrettnrgsweise Prof. Dr. M. S i'e Vers, Ordinarius für Geographie an der Universität Gießen Dienstags und Freitags Vorlesungen halten. 8ricf?afktt dev Redaktion. lVltto»ryme -tnsrageu bleiben unberückfichttgt.» X ü). Aufwandcntschädigungen an folbatcitrcic Famüien werden auch während des Krieges gezahlt, jedoch erhalt Familien der Mannschaften, die — der Reserve, Landwehr oder dem ausgebildeten Landsturm cürgehörig — erst infolge der Mobilmachung zum Heeresdienst einberufen werden, keine Aufwandentschädigungen. Das gleiche gilt bei der (Nnberufung eines uw- ausgcbildeten Landsturmpflichttgen oder eines Ersatzreservisten Familien, deren Anspruch schon vor derMobilmachung begründet war, erhalten auch während des Krieges die Entschädigung. 18- und 19 jährige Wehrpflichttge, die eingezogeir werden, genügen prakttsch ihrer aktiven Dienstpflicht und ihre Dienstzeit von 2 bezw 3 Jahren kommt zur Anrechnung. Ihre Ansicht, daß Aufwand- entschädigung ab 1. Oktober 1917 zu zahlerr sei, dürfte daher zutreffend sein. Letzte Nachrichten. Die Heimkehr von U 53. Berlin, 1. Nov. Der ^Berliner Lokal-Anzeiger" schreibt: Am 8. Oktober wurde bekannt, daß in New Port (Rhodeisland- daS deutt'che Unterseeboot ,,U 53" nach einer Reise von 17 Tagen ans Wilhelmshafen eingetroffeir war. Die Nachricht machte umso mehr Aufsehen, als hinzugefügt wurde, ,,11 H3" habe nach einem Aufenthalt von zwei Stundeir ohne Ergänzung von Brennstoff oder anderem Material den Hafen wieder verlassen. Das ohn mächtige Wutgeschrei in allen Blättern des Vierverbandes, das durch diese ungewöhnliche Leistungssähigkeit eines deutschen Un- terseekreuzerS auSgelöst wurde, schwoll noch melrr an, als die .Kriegstaten von ,,U 53", mit dem nach von deutschen amtlichen Stellen ausgehe-nden Nachrichten noch andere U-Boote zusammen- arbeiten sollten, bekannt wurden. Mcht alle Schisse, die kurz von der amerikanischen Küste in die Tiefe des Ozeans versenkt wurden, sind amtlich bekannt geworden. Die erste Liste von acht versenkten Schissen wußte sechs davon zu benennen, wovon Dampfer von 3000 bis 5000 Tonnen Eine vollständige Ucbersicht über den Kreuzerkrieg im Atlantischen Ozean läßt sich angesichts des lückenhaften Nachrichten Materials nicht geben, vielleicht ist sie jetzt nach oer Rückkehr von ,,U 53" von deutscher amtlickier Seite zu erwarten — wenn dem nicht militärische Gründe entgegenstehen. Wie dem werden mag, jedenfalls steht fest, daß die U-Bootsahrt nach Amerika den Feinden materiell und moralisch ebenso geschadet wie uns genützt hat. Unsere U-Boote, die rund 40 Tage ohne Einnahme von Prooiaut, Brennstoft, anderem Betriebs- und Kriegsmaterial unterwegs sein können, ohne aut Stützpunkte in neutralen Gewässern oder auch nur auf die Durchfahrt durch neutrale Gewässer augewiesen zu sein, liefern so den Betveis einer brauchbaren'Waffe, an dcr der mit Zeitungsarttkeln und Noten geführte Feldzug des Vierverbandes gegen unsere Unter- seebootsührung wirkungslos verpufft. Kanrmerpräsident D^schanel über Deutschlands National- gefühl. Genf, 1. dkvvenrber. Wie die^ „Basler Nachrichten" aus Paris melden, sagte der Kammerpräsident Deschanel in einer vor den versammelten fünf französischen Akademien gehaltenen Polin scheu Rede u. a.: Frankreich habe sich selbst nicht gekannt und habe Deutschland erst recht nicht gekannt. Etwas spät, kurz vor dem Krüge, habe sich die französische Literattrr bemüht, Deittfchland und Frankreich bekannt zu machen. Man rede von der Notwendigkeit, den deutschen Militarismus zu zerstören. Mer selbst die Deutschen sagen, daß der G e i st d e r A r m e e d e r f e l h c sei wi e derdes Volkcs. Die Wahrheit sei, daß in Deutschland das Nationalgefühl am stärksten gmrfen sei, das alle Rivalität besiegt, habe. Amtlicher Teil. Bekanntmachung betreffend Aenderung der Bekanntmachung über die Verwendung von Benzol und Solventnavhta sowie über Höchstpreise für diese Stoffe. Aus Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand vvm 4. Juni 1851 (G. S. S. 451 ff.), des Gesetzes betreffend Höchstpreise vom 4. August 1914 in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Dezember 1914 (R. G. Bl. s. 516), der Bekannttnachung betrefsend Aenderung dieses Gesetzes vom 2. Januar 1915 (R. G. Bl. S. 25- und der Bekannttnachuilg über Vorratserhebung vom 2. Februar 1915 (R. G. Bl. S. 54) wird hiermit verordnet: Artikel I. Tie durch Bekanntmachung des stellv. Generalkoinmandos 18. Armeekorps vom 29. 1. 1916 Abt. Ilc B Nr. 329 außer Kraft gefetzten 88 3 und 6 der oben bezeichneten Bekannttnachuttg über die Verwendung von Benzol usw. treten wieder in Kraft und zwar wie folgt (8 3 verändert, 8 6 unverändert»: 8 3. Das Benzol von der in 8 2 gekennzeichneten Beschaffenheit darf in letzter Hand nur geliefert werden: - soweit nicht das Kriegs Ministerium oder in seinem Aufträge die Jnspektton des Kraftsahnvefens durch Sondererlaß darüber verfügt hat oder verfügen wird — a'' an chemische Fabriken (Farbwerke), soweit eS nachweislich zur Herstellung von Benzolderivaten für die Heeresverwaltung dient: b) an larchwirislliaftliche, staatliche oder kommunale Betriebe, wenn es rmchweislich als MotorenbetriebSswfs (jedoch nicht für Kraftwagen) zu landwirtschaftlichen, staatlichen oder kommunalen Zwecken bemitzt wird: e) an gewerbliche Betriebe als Motorenbetriebsstoff sowie allgemein als Kraftwagenbetriebsstoff, jedoch nicht über rund 15 v. H. der Erzeujl4,I98|18,120 Bei längerem Asfscbnb der Rentenzahlung wesentlich höhere Sätze. [IBid Für Frauen gelten besondere Tarife. Aktiva Fnde 1914: 125 Millionen Mark. Tarife und sonstige Auskunft durch: Herrn W. Rarndt in Frankfurt a. IM., Bleichstr. 52. 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Bei einem Verkauf unter einem Zentner dürfen für das Pfund Kartoffeln ab Lager oder Verkaufsstelle nicht mehr als 5 l / 2 Pfennig gefordert und genommen werden. II. Der Höchstpreis für Kartoffeln aus der Ernte 1916 be tragt beim Verkauf durch den Kartoffclerzeuger für die Zeit vom 1. Oktober 1916 bis 15. Februar 1917 vier Mark für den Zentner. _ ?-ür Lieferung gesackter Kartoffeln ausschließlich tLack rret Keller des Bestellers kann höchstens ein Zuschlag von 80 Pfennig zu dem Höchstpreis von TT 4 für den Zentner Kartoffeln gefordert werden. III. Diese Bestimmungen treten am 1. November 1916 in Kraft. Giehen, den 30. Oktober 1916. Ter Oberbürgermeister. Keller. Wilhelm straf;e 10 p. 6-Zim- mer-Wohng., Friedrichstr. 15, 3. Stock 5-Zimmer-Wohnung z. vermiet. Näh. Frankfurter Straffe 29. [4806 s. Engros-Geschäst gesucht.F"^ Karl Ampt, Bahnhofstr. 39. Junger BSaasbnrsche gesucht. Carl Frensdorf, Neustadt 1. [013010 2», 3- u. 4-Zimmerwobn. zu vermieten. Wehrnm, Crednerstraffe 50. 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Zuwiderhandlungen werden stra»rechtl»ch verfolgt. Gieffewchden 31. Oktober 1916. [7866B Ter Oberbürgermeister. Keller. Bekanntmachung. Nuch Beschluß des Schulvorstandes soll der Unterricht in der allgemeinen Fortbildung^ schule am 2. November ds^Js. beginnen. Es werden deshalb alle Knaben, die wahrend der drei letzten Zähre aus der Volksschule zu Gießen entlassen wurden, wwre die Schüler aller höheren Schiulen, die nach Ab- laus^des achten Schiuljahres attstreten, ohne mindestens ern >zahr der OL-ertertia angchört zu haben, aufgefordert, Donnerstag, den 2. November 1916, n a ch m i t t a g s 2 Uhr, im Schulhause der Stadtknabenschule — West-Anlage 43 — pünktlich zu erscheinen, um Stundenplan und andere Mtttcilungeit entgegenzunehmen. Auch alle diejenigen Schüler ans anderen Gemeinden, die hier in Gießen wohnen also polizeilich angemcldet und'der hiesigen Fortbildungsschule überwiesen worden sind — haben ebenfalls an genanntem Tage zu erscheinen. Alle anderen auswärtigen Fortbildungsschulpflichti- ^en jedoch, die täglich in ihren Heimatsort zurückkehren, werden wegen Mangel an Platz und Lehrkräften in die hiesige Fortbildungsschule nicht ausgenommen. Gießen, den 26. Oktober 1916. 7785B Ter Schulvorstand. Keller. an einzelne Dame zu verm. Frankfurter Str. 11. 17773 Sch.Manfarden-Wohnung z. verm. 012954 Kreuzvlatz 10. Mo bl. Zimmer Blöbl. Zlm. m. Pension zu »er* mieten. Süd-Anlage 7. [ 75M Gnl möbl. W.- n.Schlafs.m. 293. a. einzeln nt. Gas preisw. zu v. Lsnsgr.-Fbi!.?!. 10 1. | 012657 Möbl. /Jinnicr zu üev» mieten. Kaiser-Alles 52 1. 0129W oisooi] Einfach möbl. Zimmer z. verm. Grabenftr. 4 III r. Möbl. Zimmer z. vermieten. In Löbers Hof 9 p. [013002 Einige schön möbl.?Zimmer mit voller Pension, Gas und eleklr. Licht, zu vermieten. 01300 9) West-Anlage 35. Braves, älteres Mädchen, das kochen kann, ans guter Familie ges. Frau Heinr. 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