Nr. 25H ZMettes Blatt Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme deZ Sonntags. Beilagen: „Gietzener Zamittendlätter" und „Nrelzblatt für den Nreis Gießen". Postscheckkonto: Frankfurt am Main Nr. U686. Vankverkehr: Gewerbebank Gießen. für Gberheßen §amrtag, 28. Moder lW ZwillingSrunddruck und Vertag: A r ü tzl-lche ttnrversuälS-Buch-u.Stnndruckereu R. Lange, Gießen. Zchriflleitnng. Geschäftrstelle und Druckerei: Schulst:ni;e 7. >» eschäs ^>:elle m Bermg: <^ss-b1, Schriftleuung: dE 112. Anschriftfnr Tr ht wchrlchten:AnzeigerGießen. Line Mahnung aus Len Schützengräben. Einer unserer Leser stellt uns den Brief eines jungen Reserveoffiziers zur Verfügung, der jetzt nahezu 27 Monate die Schrecken und Entbehrungen des Krieges durchgemacht hat und in seinem Schreiben zeigt, daß unsere Kampfer draußen manche Erscheinungen und Äußerungen von Flaumachern in der Heimat mit recht gemischten Gefühlen aufnehmen. In dem Briefe heißt es: Was man in diesem Kriege alles lernt, das ist großartig. Ich «glaube, an das friedcnsmäßige Arbeiten kann ich mich später gar nicht mehr gewöhnen. Auch wird es wohl noch sehr lange dauern, bis man daran wieder einmal denken kann. Jede Partei ist gegenwärtig fest entschlossen, bis zum letzten Man:: zu kämpfen. Europa reibt sich gegenseitig auf und andere Völker des Ostens oder Amerika werden später den eigentlichen Nutzen haben, ohne daß sie sich jetzt überhaupt beteiligen. Aber einerlei, nur dürfen nicht eher ruhen, als bis unser Hauptgegner, England, entscheidend geschlagen ist und von der Liste der Großmächte verschwindet, Nur dann sind ünsere Opfer bezahlt. Die paar Neutralen. Europas müssen sich ja über kurz oder lang zu einer Partei bekennen ltnb aktiv beteiligen. Mit der Ansicht versckstedener Parteien des Reichstages betr. Rückgabe von Belgien, Serbien usw. ist keiner e i n v erst an d e n, am wenigsten diejenigen, w el che dort gekämpft ihaben. Deutschland muß größer ans diesem Kriege her- vorgepen als cs war, das ist unser aller Ansicht. Wie Urlauber erzählen, ist die Stimmung in der Heimat ja gerade nicht erbaulich. Aber die Leute sollten doch zufriedener sein. Die meisten können sich die Schrecken des Krieges ja auch tarn Vörstetten. Wie wäre es, wenn der Feind im Lande wäre und Haus und Hof zusammen geschossen würde. Wegen des leiblichen Wohls einen verfrühten Frieden zu schließen, wäre Sünde und würde sich später schwer an uns rächen. WarumistmanimSchützengrabenzufriedenerals in der Heimat? Sisiüiß. , Uns wird geschrieben: Nachdem unsere siegreichen Truppen sich Predeal erkämpft haben, dürsten sie, wenn auch unter weiterem erbitterten Widerstande des Gegners, bald Sinaia erreicht haben, jene feenhafte Sommerresidenz des verstorbenen Königs Carol von Rumänien, von welcher so oft schon die Rede ge- Ivesen ist. In der Tat, wie ein Traum aus dem Märchenlande mutet es hier dem Fremden an. Bald murmelnd da- hinfließende, bald trotzig, auf schäum ende Wild büche, Berg Und Tal bestanden mit mächtigen Dannen- und Buchenwäldern, in denen schön angelegte und sorgsam gepflegte Wege sich stundenlang dahinziehen, das alles eingerahmt von grotesk geformten Bergriesen, die, in ihren Höhen mit Edelweiß bewachsen, bis hinauf in die Wolken ragen und deren Gipfel mit ewigem Schnee bedeckt sind — wahrlich, ein Bild, das sich jedem unverlöschlich in das Gedächtnis prägt, dem es vergönnt ist, diese Herrlichkeit zu schauen. Auf einen: dem wilden Gebirge vorlagernden, von der Prahova umspülten Hügel erbaute 1695 der Spatar Michai Cantacuzinu ein Kloster, das derselbe nach dem ckbn ihm kurz vorher besuchten biblischen, seit Jahrhunderten ebenfalls mit einem Kloster bebauten Berge Sinai in Arabien benannte. Nahezu zwei Jahrhunderte lebten hier die frommen Mönche in ihrer Waldeinsamkeit, selten aufgesucht von müden Wanderern, welche den Weg über den Predealpaß genommen hatten oder nehmen wollten, bis König Carol auf seinen Reisen durch das ihm anvertraute Land ihr Kloster betrat. Seit diesem Zeitpunkte ist Sinaia seiner Weltabgeschlossenheit entrückt. Ueberwältigt von der Schönheit der landschaftlichen Szenerie und entzückt von der milden reinen Gebirgsluft, beschloß Carol, die Sommermonate im Kloster zu verbringen, und durch viele Jahre war er ein ständiger Gast der Mönche. -Gern begnügte er sich mit seiner Gemahlin mit den wenigen und kleinen Zimmern, die die Mönche ihm zur Verfügung stellen konnten, Räume, die so beschränkt waren, daß die Ndahlzeiten in der Säulenhalle eingenommen werden mußten, welche den Klosterzellen entlang dem Hofe zu gerichtet steht. Aber schließlich mußte man doch daran denken, ein eigenes, den fürstlichen Ansprüchen und Repräsentationspflichten entsprechendes Heim zu errichten, und so entstand in dem Fürsten der Plan, hier einen Sommersitz zu erbauen. Aber erst nach langen Verhandlungen wegen eines Baugruw- des, die dadurch bedingt waren, daß das von Carol gv- wählte Areal zu dem unveräußerlichen Besitz des Klosters gehörte, war es möglich, 1874 mit dem Bau zu beginnen. Fürst Carol selbst zeichnete die Skizzen, die dann der Wiener Baumeister Doderer, der mit der Bauausführung betraut wurde, in genauere Pläne ausarbeitete. Das ursprünglich umfassendere Projekt mußte freilich im Laufe der Zeit nicht unwesentlich eingeschränkt werden, indessen ist doch ein Schloß entstanden, das seinesgleichen sucht. Manches ist ja später von den früheren Plänen auch nachgeholt worden. „Pelesch" hat König Carol d-as 1894 vollendete Schloß genannt, nach dem Buche, der unweit desselben entsprängt. Es ist ein im altdeutschen Stil errichteter, in seinen Motiven dem Charakter des ihn umgebenden Hochwaldes angepaßter Bau, der mit seinen Erkern und Galerien, fernen Butzenscheiben und Türmen uns gar lieblich anmutet. Im Innern ist das Schloß reich mit Holzschnitzereien versehen und in allen Teilen auf das Prächtigste und zugleich Traulichste eingerichtet. Zahllos sind die Gegenstände, die in dem Schlosse Aufstellung gefunden: Geschenke gekrönter Häupter und Liebesgaben des rumänischen Volkes, kunstvolle Schnitzereien von der Hand des Königs Carol und Gemälde von der Staffelei seiner Gemahlin, der unvergessenen Carmen Sylva. Vor dem Schlosse sind auf weitem Plane Tcppichbeete angelegt, und der dicht an das Schloß anstoßende Wald ist parkähnlich umgestaltet. Tief im Waldesinnern auf hoher Bergeslehne, von wo man einen herrlichen Ausblick hat, erblickt man im Geäst starkstämmiger Tannen einen wunderlichen Bau: „Das Nest der Kronprinzessin", wie er nach der jetzigen Königin Marie, der einstigen Kronprinzessin, genannt wurde. Auf zum Teil ihrer Krone beraubten Bäumen ist ein Miniaturhäuschen im Schweizer Stil errichtet, welches außer einer et man bald an der Schwelle, bald iit den Zimmern, bald im Hof, bald unter dme Dach Tote, fast ausschließlich Rumänen. Die Einrichtung ist dabei verwüstet, alle Schubladen sind aufgerissen, ihr Inhalt ist zerstreut. Tie stummen, wächsernen Menschen, die d'a liegen, haben das getan, ehe ihre Sieger eindrangen: und es war im eigenen Lande! Eine Besonderheit im Anblick des verwüsteten Predeal ist, daß Brände an dem Zer stör ungstverk nur wenig beteiligt waren; umso rcichlick^r lassen sich neben reinen Zerschmctte- rungswirkungen die des Luftdrucks platzender Geschosse verfolgen, ebenso die Sprengstückwirkungcn schwerer Granaten. Ich.sah große Trichter, die erst in: Abstande von etwa 200 Meters da aber ringsum von Baulichkeiten umgeben waren. Das platzende Geschoß hat sich hier rings iin Kreise in Gestalt gewaltiger Breschen dem Mauerwerk e in gezeichnet. Aus dem im Laufe bH Kampfs zur Ruine werdenden langgestreckten Bahnhofsgebäude heraus hielten: zwei Maschinengewehre. die von einer wackeren Mannschaft bedient waren, die dort vorgehenden Hvnveds lange auf. Deutsche Artillerie funkte sie zusaminen. Als die Honveds in den Bahnhof ein dran gen, fanden sie nickst #vti, sondern drei Maschin engetvehre vor, von denen eines indessen überhaupt noch nicht gefeuert hatte. Tie Mannschaft zechte in einem von ihr unter dein Bahnhof entdeckten Weinkeller. Als die Hvnveds erschienen, schoß einer der betrunkenen Rumänen einen von ihnen nieder. Ich verzichte auf Ausmalung dessen, was svl-be. Es bedarf für den Augenzeugen an Ort und Stelle wenigstens keiner Erläuterung. Bei meinen: heutigen Besuch Predeals war eine ^anze Anzahl deutscher und ungarischer Batterien in der Grenzstaot und rings um sie bereits wieder-in Stellung. Wo der. Feind noch sichtbar war, wurde er beschossen. Auch deutsche schwere Artillerie harrte des Befehls zur Ausnahme des Feuers. Deutsche Infanterie derselben Regimenter, die in den wenigen Wochen von Petroseny bis Predeal immer neuen Lorbeer an ihre Fahnen geheftet, klärte auf und sicherte. Adolf Zimmermann, Kriegsberichterstatter. MeeiektKßcral. □ Laubach, 26. Okt. Wegen Milchpantsch erei stand die Ländwirtsfrau Meerboth von Wetterfeld heute vor dem hiesigen Schöffengericht als Angeklagte. Sie war wegen des gleichm Vergehens schon vorbestraft und wurde heute zu 8 Tage:: Gefängnis und 200 Mk. Geldstrafe verurteilt. Außerdem wird ihr Vergehen öffentlich bekannt gemacht iverden. ][ Marburg, 27. Okt. Bier junge Burschen aus Nieder- zrenzebach im Kreise Z:ege«hain hatten sich heute vor der hiesigen Strafkammer wegen Störung des Gottesdienstes und wegen Uebertretung der Bestimmungen des Generalkommandos hinsichtlich des Rauchverbotes für Jugendliche zu verantworten. Den Angeklagten, die sämtlich noch keine 18 Jahre alt waren, wurde zur Last gelegt, am 27. Januar ds. Js. in der Kirche zu Niedergrenzebach während des Gottesdienstes Zigaretten geraucht zu haben. Drei der jugendlichen Uebeltäter wurden zu je zwei Wochen und einer zu einer Woche Gefängnis verurteilt. RtrehUche Nachrichten. Lvangelijche Gemeinde. Sonntag, den 2 9. Oktober, : 9. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadtlirche. Dorm. 9'/, Uhr: Pfarrer Schwabe. Dorm. 11 Uhr: Kinderkircke für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 6 Uhr: Pfarrer Mahr. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Markusgemeinde, stehe Wartburg-Verein. — Montag, den 30. Oktober, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgeineinde. - Dienstag, den 31. Oktober, nachmittags 4 Uhr, im Matthäussaal: FrauemnissionSvereür»— Am nächsten Sonntag findet im AdendgotteSdienst Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und MarknSgemeinde statt. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. — )n der Iohanneskirchr. Vorm. 9X Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vorm. II Uhr: Kinderkirche für die 'Johannesgemeinde. Pfarre: A u s f e l d. Abends 6 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Abends V(, Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgeineinde iin Lukassaal, desgleichen der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde im Johannessaal. — Dlitt- woch, den 1« November, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer A u s f e l d. — Freitag, den 3. November, abends 5*/, Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannes- gemeinde im JohanneSsaal. — An: kommenden Sonntag, den b. November, findet im Abendgottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für die LukaS- und Johannesgemeinde statt. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. — Am Reformationsfest, den 5. November, wird in beiden Kirchen eine Kollekte für evangelische Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung erhoben, von diesem Tage an beginnen die Abend- gotteSdienste um 5 Uhr. Kirchberg: Sonntag, den 39. Oktober, vorm. 10 Uhr. Ernte- Dankfest. Heil. Abendmahl für Daubringen und Ruttershausen. — Kollekte.^ Pfarrer B e ch t o l S h e i m e r - Gießen. Uathokische Gemeinde. GotteSdienst. San:Stag, den 2 8. Oktober: Nachm. 5 Uhr und abdS. 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte, bonntag, d e n 29. Okt., 2 0. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. 6V, Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte; 7 Uhr: Hl. Mefie. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachn:. 6 Uhr: Christenlehre; darauf Rofenkrauzandacht. — Montag und Dienstag, vormittags 6)* Uhr ist Rosenkranz. - Dienstag abends 8 Uhr ist Kriegsbittandacht. Diaspora-Gottesdienst am 29. Okt.: In Hisrrgeu 9* Uhr. In Lich 8 Uhr. Zpietplan der Sietzrver 5tadttheatea. Direktion: Hermann Steingvetter. Sonntag, den 29. Oktober, nachmittags 3'/, Uhr, bei kleinen Preisen: ^Familie Schiinek.^ Ende gegen E>7, Uhr. Abends 7K Uhr, bei gewöhnlichen Preisen (ermäßigt): .Unter der blühenden Linde/ Ende 10'/, Uhr. Dienstag, den 31. Oktober, abends 8 Uhr (acrßer Abonnnement), bei gewöhnlichen Pressen, (ermäßigt): Gastspiel von Kurt Westermann vom Hoftheater in Darinstadt: .Der Weibsteufel/ Drama in b Akten von Karl Schönherr. Ende 10 % Uhr. Freitag, den 3. November, abends 8 Uhr, bei gewöhnlichen Preisen (ermäßigt), 8. Freitag-Abonne- lnents-Vorstestung: .Das Alter/ Ende nach 10 Uhr. Sonntag, den 5. November, nachmittags 37, Uhr, bei Volkspressen: BolkS- und Schüler - Vorstellung: .Nathan der Weife/ Ende gegen 6'/, Uhr. Abends 77, Uhr, bei kleinen Preisen: .Wo die Schwalben nisten." Ende 10H Uhr. SPMplsir -er vereinigten Kremksurter Staütcheater. Opernhaus. Sonntag, den 29. Oktober, nachmittags 3ZL Uhr: „Mignon." Abends 7V, Uhr: „Der fliegende Holländer/ Montag, den 30. Okt., abends 7# Uhr: „Das Dreimäderlhaus." Dienstag, den 31. Okt., abends 7 Uhr: „Figaros Hochzeit." Mittwoch, den 1. November, geschloffen. Donnerstag, den 8. November, abends 7 Uhr: „Mar gnrethe." Freitag, den 3. November, geschlossen (3. Museums-Kon- zert). Samstag, den 4. November, abends 7*/, Uhr: „Der Waffenschmied/ Sonntag, den 5. November, nachinittags 3 Uhr: „Hoff- manns Erzählungen." Abends 7V, Uhr: „Das Dreimäderlhaus." Montag, den 6. November, geschlossen (1. Rühl-VereinS-Konzert). Zchauspielhaus. Sonntag, den 29. Okt., nachmittags 3 Uhr: „Die zärtlichen Verwandten." Abends 6*/, Uhr: „Peer Gynt." Montag, den 30. Okt., abends 7V, Uhr: „Nosmersholm." Dienstag, den 31. Oktober, abends 7^/, Uhr: „Judith." Mittwoch, den 1. November, abends 77 a Uhr: „Viel Lärm um Nichts." Donnerstag, den 2. November, abends 67, Uhr: „Peer Gynt." Freitag, den 3. November, abends 7^ Uhr: „Der siebente Tag." Samstag, den 4. November, abends 7,7, Uhr: Zum ersten Male: „Der Revisor." Komödie in 5 Auszügen von Nikolaus Gogol. Sonntag, den b. Noveinber, nach- mittags 37, Uhr: „Wie einst im Mai." Abends 77, Uhr: Erstes Gastspiel des Herrn Adolf Klein: „Der Kaufmann von Venedig." Montag, den 6. November, abends 77, Uhr: „Der siebente Tag." Börsen-Wochenbericht. Frankfurt a. M., 27. Oktober 1916. Im freien Verkehr der Börse herrschte in dieser Woche vorwiegend wieder recht feste Haltung. Manchcrseits zeigte sich wohl mit Rücksicht auf die vielfach ergangenen Warnungen vor einer Ueberspekulation, das Bestreben, die großen Gewinne der letzten Zeit sicherzustellen. Es gilt dies namentlich für den Markt der hoch gestiegenen Rüstungswerte, von denen Deutsche Waffen, Rheinmetall, Köln Rottweiler, Ludwig Loewe und Dv- iramit größerem Angebot unterlagen und stärkere Kursrückgänge erfuhren. Die allgemeine Stimmun g wurde dadurch aber nur wenig i ————m— i Für Belgien) berührt. Diese blieb vielmehr angesichts der voin Balkan cingelau- fenen Siegesmeldungen, namentlich seit der Eroberung Eonstantzas, sehr zuversichtlich. Die günstigen Berichte aus denr Wirtschaftsleben, und der leichte Geld st and gaben im übri- geir der Börse eine wesentliche Stütze. Die 47 Milliarden Kriegs- aiilerhe haben eben doch viele Kapitalien in Bewegung gebracht, namentlich mich aus solchen Stellen, die früher keine Berührungspunkte mit den öffentlichen Effektenmärkten hatten, und da der bekannte Kreislauf dieser Gelder immer von neuem begirrnt, so ist an verfügbaren Geldmitteln kein Mangel, wie das auch schon die starre, Kräftigung des Reichsbankstatus, die flotten Einzahlmigen aus die Kriegsanleihe und die ttotzdem billig gebliebenen Geldsätze zeigen Während aber sefther Montan- und Rüstungslverte im Vordergründe des Interesses standen, waren in dieser Woche die so genannten Friedens werte bevorzugt. Reben Schi ff - fahrtswerten, die durchweg lebhaft'uttb zu höheren Kursen verkehrten, wurden Kaliattien auf Erörterungen der Fachpresse über die Möglichkeit eines Kaliinoiwpols stark gefragt, besonders Heldburg, Deutsche Kali- und Wcsteregeln. Von Montanwer- t e n warm nur einige schlesische Werte auf die günstigen Berichte aus der oberschlesischen Industrie, insbesondere auf die Erhöhung der Kohbenpr-eise gerichtete Bestrebungen besser, iv-ie Laura, Oberbedarf und Hohenlohe. Tie führenden rheinischen gemischten Werke standen iinter dem Truck von Glattstellungen, so Phoenix und Bochumer, aber auch Stahlaktien waren durchgängig niedriger: m erster Reihe Gelsenkirchener Gnßstahl, Wittener, Buderus und Haspe. Festere Haltung zeigten dagegen einige Maschincnfabrik- aktien, wie Augsburg, Nürnberger und Deutsche Maschinen Größere Kauflust bestand ferner für T e u t s ch e E r d ö l - A k t i e n und Steaua Roman a, die ansehnliche Kurs des serun gen erzielten im Zusammenhang mit dem siegreichen Vorgehen in Rumänien und der damit zu erwartenden Vorteile für die Petroleum-Industrie Von chemischen Werten waren namentlich Griesheim-Elektron begünstigt. Elektro werte lagen fest. Mehr Interesse zeigte sich auch nach langer Vernachlässigung für Bankaktien, besonders für Deut,.che Bank, Tiskonto-Commandit, Rationalbauk für Deutschland und russische Banken. Von Bahnen waren Schantungbahn lebhaft gefragt und höher. Deutsche Anleihen waren fest Von ausländischen, Anleihen waren italienische Werte gebessert auch Argenttnier und Chilenen gefragt, Ruinänier schwächer Pcivat- diskont etwa 47« o/o. Märkte. Gießen, 28. Okt. Marktbericht. Auf dein heutigen Wochenmarkt kostete: Butter das Pfund l,90—0,00 Mk.: Hühner- eier. das Stück 00 Pfg.; Käse 0 Pfg., Kasematte 3 Pig. das Stück. Lülmer das Stück 4,00—6.00 Mk., Lahnen das Stück 3,00—4,00 Mk.' Ochsenfleisch das Pfund 2,10-0,00 Mk., Kuhfleisch 2,10-0,00 Mk. das' Pfund. Rindfleisch das Pfund 2,10-0,00 Mk., Schweinefleisch das Pfund 1,80-0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 2,00-0,00 Mk., Haniw.elfleisch das Pflind 2,20—0,00 Mk.; Kartoffeln 50 Kilo 0 Mk..- Zwiebeln das Pfund 18-00 Pfg.: Milch das Liter 30 Pfg.; Meerrettig 20—25 Pfg. d.Pfd.; Spinat 25-00 Pfg. das Pfund, Weißkraut das Stück 20—40 Pfg., Rotkraut 20-50 Pfg, Wirsing 10—30 Pfg. das Stück, Kohlraben 10-20 Pfennig das Stück, Rote Rüben 15—00 Pfennig das Pfund; Gelbe Rüben 15 bis 18 Pfg. das Pfund, Endivien 10 — 15 Pfg.; Seflerie 10—25 Pfg., Lauch 5—8 Pfg., Blumenkohl 20-70 Pfg.; Tafeläpfel das Pfund 20-22 Pfg., Wirtfchaftsävfel 10—12 Pfg. das Pfund; Birnen das Pfund 22-25 Pfg. — Marktzeit von 8 biö 2 Uhr. Militärfreie nicht bei oder für Heeresarbeiten beschäftigte Maurev Eiserrbieger Zementierer Flechter Zrmmerleute Erdarbeiter Schreiner Bauarbeiter sowie Poliere und Schachtmeister mit großen Kolonnen sofort gesucht. Guter Lohn, freie Fahrt, freie Verpflegung und Unterkunft. 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Dienstknecht, geb. am29.7.1878zuWiederau Kreis Mittreida. wohnhafl gewesen zu Stockhausen bei Mücke, der flüchtig ist oder sich verborgen hält, ist die Untersuchungshaft wegen unerlaubter Entfernung — Vergehen gegen 864M.-St.-G.-B. — verhängt. Es roird ersucht, ihn zu verhaften und an das Unterzeichnete Gericht oder die nächste Militärbehörde zum Weitertransport hierher abzuliefern. Alsfeld, den 26. Okt. 1916. Gericht des Landst.-Jnf.- Ausb.-Batls. XVIII/50, Alsfeld. Der Gerichtsherr: Frhr. von Rots mann, Oberstleutnant u.BataillonS- kommandeur. Beschreibung: Alter: 38 Jahre: Gestalt: .schlank,- Größe: 1,78 m,- Haare blond;. Kleiner blonder Schnurr- > bart: Kleidung: Uniform,. am Kragen XVIII/50. [ 7 ™D wschkil rrlaail mit Reifen Ersatz ,Heros i ' glänz, bemachtet. Paßt auf jedes Rad. 1 Paar 10 Mk. Nachn, Porto nnd Berp. 1 Mk. Vertreter gesucht. Prosp. gratis. ,Hero&'-tlesellsclui!t m. v. 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