rrr. 256 Ter Sietzeurr Svzei-. Druckerei.- Schulstr. 7. Vankoertehr: Gewerdebank Gießen ifM il iU . ui? Tagesnummer Im. ainNacbmillag vorhei. Aeilenpreis, f. ^Anzeigen: örtlich 20 Vl.. Ver- inietungen u.,Stellenge- suche 15Pf., answ ärts 25 Pf., b Pwhvorschrtft 30 Pf., Neklainen 75 Pf., bei Platzvorschrilt 90 Pf. Hauptschriitleuer: Anq. G o e l;. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz. Stadt »i d Land, Vermisch: es n.Ge- richtsiaal: Fr. R. Zenz. Anzeigenteil: H. Peck, säiiillich in Gietzen. La Maffonnette an (W.TB.) Großes Hauptquartier, 30. Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalseld- marschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern: Auf vielen Stellen der Front nördlich der Somme lag von uns kräftig erwidertes feindliches Feuer. Bei einem Angriff aus der Linie Les- boeuss—Morval gelang es dem Gegner, seinen Einbruch in unseren vordersten Graben östlich Lesboeufs sich nach Süden in geringer Ausdehnung zu verbreitern; an allen'anderen Punkten, an welchen er durch unser Sperr- fener hindurch vorwärts kam, wurde er blutig abgcwiesen. Aus dem Süduser der Somme wurden das Gehöst La Maisonnette und die sich von dort nach Biaches hinzieheudeu französischen Stellungen in frischem Angriff durch das aus Berlinern und Brandenburgern bestehende Infanterie-Regiment Nr. 359 gestürmt, dem die durch Bcobachtungsfliegcr vortrefflich unterstützte Artillerie wirkungsvoll vorge- artzeitet hatte. Vierhundertzwölf Gefangene, daruuter süufzehu Offiziere, sind eingebracht. Heeresgruppe des Deutschen Kronprinzen: An der Nordvstsront von Verdun hielt der Geschützkamps an. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Gcneralfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern: Ein russischer Mafsensturm. durch stärksten Munitions- emsatz vorbereitet, brach westlich von Pustemyty und bald oarau. östlich von Szelwom gegen unsere Stellungen vor. Beide Angriffe scheiterten im Abwehrfeuer unter blutigen Verlusten. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. In den Waldkarpathen und dem südlich anschließenden ungansch-rumänischen Grenzgebirge herrschte, abgesehen von Patrouillentätigkeit, bei regnerischem Wetter Ruhe. Südöstlich des Noten-Turm-Passes wurden. Erfolge Hannoverscher und Mecklenburgischer Jäger vom Vortage erweiternd mehrere zäh verteidigte rumänische Hohen st ellungen im Sturm genommen. Aus den letzten Kämpfen in dieser Gegend End acht Zehn Offiziere und über siebenhundert Mann gefangen zurückgrft'ihrt worden. . Südwestlich des Szurduk-Passes haben die Rumänen nne unserer Seitenkolonnen zurückgedrüngt. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. In der Nord-Dobrudscha stehen unsere verfot- geiwen Abteilungen ln Fühlung mit russischer Infanterie und Kavallerre. Mazedonische Front. Nach starker Artillerievorbereitung griffen gestern mehrmals serbische und französische Truppen an der Cerna zunächst in schmalen, dann in breiteren Abschnitten die deutschen und bulgarischen Stellungen an: im Sperrfeuer nord östlich von Veljeselo durch Gegenstoß, mißlangen die Angriffe vollkommen. Ebenso vergeblich blieben Vorstöße des Feindes bei Kenali und Gradesniea. Der erste Generalguartiermeister L u d e n d o r f f. Der Krieg ist ein Verkürzer und ein Vergrößerer zu- ,jKeich. Daß er ein Verkürzer ist, wird sogleich allgemein jverstanden werden: abgesehen von seiner traurigen Zerstörung blühender Leben zerknickt er mit grimmer 5oand ' auch Ansprüche, Rechte und Freiheiten der Lebenden. Wie >sind uns die kühnen Triebe frischen Wachsens abgehauen ) worden! Wie viele Räder im Wirtschafts- und Erwerbsleben sind still stehen geblieben! Da hat der allgemeine Wille j zum Siege, die Suche nach Recht und Gerechtigkeit auf ' öie Leidenschaften stark angehänft und angespannt. . Das ist der Krieg als Vergrößerer. Wo die uns ausgezwun- /geue spartanische Lebensart Fehler innerer Verwaltung oder Mrßgrfffe und Willkür merkt, da fühlen wir es heute doppelt Wrr stellen an unsere Negierung und ihre Organe dre höchsten Ansprüche. .Herr v. Batocki, der Präsident des. Krlegsernahrungsamtes, hat jüngst in einem auch von uns veröffentlichten Aussatze auf die .Natürlichkeit hingewiesen. bie darin liege, daß bei der Neuordnung der Versorgung mit^ Lebensmitteln manches verderbe, volkswirtschaftliche Werte nicht voll ansgenützt werden könnten. Das Personal sei spärlicher und habe nicht die Schulung ltn . e früher tätigen, auf ihre Berufsersordernisse gut eingeschossenen Handels- und Erwerb.skreise. Der Aufsatz Ba- tockis klang wie eine große Entschuldigung. Er hatte in Winen allgemeinen Darlegungen recht, aber die Kritik muß doch gerade deshalb wachsam bleiben und in den Fehlern, die gemacht werden, darf ein bestimmtes Maß nicht überschritten werden. Wir werden ja aber nicht nur materiell ernährt und verpflegt, sondern auch unsere geistige Kost wird von amtlichen Küchenmeistern und Zuteilern mit Kriegsstrenge überwacht. Die uns auch hier auferlegten Einschränkungen versteht und billigt das Volk ohne weiteres Es konnte auch ein zweiter Batocki kommen und uns sagen: habt Geduld, unser Personal ist klein, verfügt nur über ein geringes Maß von Erfahrung, und cs läßt sich nichts daran andern, daß mancher nicht auf dem richtigen Platze steht. Das wurden wir aber nicht so geduldig und entgegenkommend hinnehmen wie die Bitten Batockis. Denn da kommt der Krieg als Vergrößerer. Draußen, im Felde der Gefahr, jind die Anforderungen an die Leistungsfähigkeiten des Einzelnen ins ungeheure gewack)sen. Wir verlangen auch von denen, die dieses in vielen Lebenszweigen beengte Volk re- gieren, einweit strengeres Maß von Fähigkeit und Verständnis. Mittelmäßigkeit ist heute unzulänglich. Das be- tannte Wort „Mein Sohn, du weißt nicht, mit wie viel Einin falt die Welt regiert wird", mag sür die Staatskunst lu Unebenheiten einige Geltung haben; im Kriege fände ein schlinunerer Batocki. der uns solches sagen wollte, kein Ver- standnis, kein Einsehen. Das haben uns die letzten Sitzungen des Reichstags erwiesen. Schutzhaft und Zensurtätigkeit — daL) sind zwei Tinge, die wir nicht mit einem gewöhnlichen Ellenmaß gemessen haben wollen. Durch die Einschränkungen des Krieges wollen wir nicht zu Menschen nie- derer Ordnung werden. lind wenn uns aus der einen Seite die Kiir keineswegs schadet, die wir jetzt in Entbehrungen und Sparsamkeit durchmachen müssest, so wollen wir auf der anderen Seite auch zufrieden damit sein, das; der Geist der Rechtlichkeit aufgerüttelt wird und das schöne Ziel der Menschenwürde auch in harter Zeit uns nicht vernebelt wird, taatvsekretar Dr. Helfferich hat nach der Ueberzeugung der Kriegsausbruch. Die Volksstimmung ist gut, die Lage steht, nach Hindenbnrgs Wort, so günstig, wie nur möglich. Da dürfen manche Schranken des Zensors fallen. Darüber ist man sich von der Rechten bis zur Linken des Reichstags völlig einig. Die Negierung will ja auch weiter abbauen, und Staatssekretär Dr. Helfferich verspricht uns eine neue Organisation der Zensur. Der Krieg als Vergrößerer hat sein Amt erfüllt. Und wir wollen nicht schelten über manche vielleicht übertriebene Leidenschaftlichkeit. Der Belagerungszustand muß gemildert werden. Der freikonservative Abg. Frhr. v. Zedlitz macht im „Tag" dazu folgende Bemerkung: ^Manches legt auch die Vermntnng-'nahe, daß die oberen Stellen nicht bloß durch Gehenlassen und Mangel an Aufsicht gefehlt haben. Gründlicher Wandel ist unerläßlich und so dringlich wie möglich. Zu einer Reichstagsverhandlung wie der vom 27. darf nicht noch einmal Anlaß gegeben werden." Und im „Vorwärts" erklärt Scheidemann, wenn kein völliger Systemwechsel leinträte, sei der Sturm im Reichstage nur ein Vorspiel des Kommenden gewesen. Wir wollen hoffen, daß das System bald in schöneren Farben erglänzt. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 30. Olt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 30. Oktober 1916. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Bei Orsova nichts Neues. Südwestlich des Szurduk-Passes drängte der Feind Teile unserer Gefechtstruppen um einige Kilometer zurück. Südöstlich des Veres Toronyer- (Roten Turm-) Passes erweiterten wir unsere Erfolge. Nördlich von Campolung wurden rumänische Vorstöße abgeschlagen. An der ungarischen Ostgrenze ließ die Kampstätigkeit nach. Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. , ... dci Pustomnty versuchten die Russen nach kurzem, aber heftigem Artilleriescuer einen Masseusturm. Ihre Kolonnen brachen teils vor. teils in unseren Hindernissen zusammen Lbenso scheiterte ein feindlicher Massenstotz bei Szclwow. Italienischer Kriegsschauplatz. - - sSi* ungünstigen Sichtverhältnissen mar gestern die feindliche Gefechtstatlgkeit im Küstenlande geringer als an den vorhergcgangencn Tagen. S ü d ö st l i ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz. Bei unseren Tnippcn unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Gcncralstabs v. Höf er, Feldmarschalleutnant. ;u nüchtern Mehrheit des Reichstags zu viel entschuldigt << Ä^^.aoprüft. Auch in der gestrigen Sitzung waren fast alle Parteien wieder darüber einig, daß die Zensur duldsamer, großzügiger und weiser als bisher ihres Amtes walten könne. Dazu gehört vor allem die geeignete Einwirkung von oben Das System muß besser werden. Auch die Rück- ^ das Ausland und die Vorsicht vor Spionage oder .lngunstigen Stimmungen lassen es zu. daß der Garten gei- , beit langsam wieder aufgebaut werde. Daß eine Zeit der Dürre eintrat, war verständlich, denn die Zeit war ernst und es waren wirklich-Gefahren vorhanden bei einer etwaigen Freizügigkeit des Wortes. Aber die Bremse braucht nicht dauernd so streng angezogen zu werden, als am Anfang, nach Errichtung eines neuen KriegsamteS. 30.Okt (Priv.-Tel.) Tic Abendblätter melden: Ikit der Neubesetzung des preußischen Kriegsministeriums erfolgt zugleich die Errichtung eines neuen Kriegsamtes, bas -dem Äriegsmimiterium angegliedert wird. Zu heu Ausgaben des Krregsamtes gehört die Beschaffung von Rohstoffen zur Dertzeliung von Munition und anderem Kriegsmaterial Als Leiter des Kriegsomtes ist der bisherige Chef des Eisenbihnmesens General Grauer onsrrsehen. Seit dem Bestehen des Kriegs- ernahrungsamtes gehört General Gröner auch dem Vorsts« vieles Amtes an. Der Kaiser an Mackensen. Berlin, 30. Okt. (WTB. Amtlich.) Ter Kaiser richtete an Genevalseldmarschall von Mackensen nachstehendes Telegramm : Mein lieber Feldmarschall! Nach dem glänzenden Verlauf der Operationen in der D o - brnchcha^ die unter ^hrer bewahrten und musterhaften Leitung Ä Cernavo da gekrönt sind, danke ich Ihnen für alles das, was Sie und die Ihnen miterstellten Truppen nfl gemeinsamer Waffenbrüderschaft erneut geleistet haben. Ich will meinem königlichen Dank dadurch besonderen Ausdruck geben, daß fortan mich von dem Truppenteil geführt wird, O w rfü- r !cf u% e schon ernannte nnd bchtimnre, daß das 3. Weftpreutzische Insanteric-Regiment Nr. 129 fortan die Be- zeichiiung „^nsanterie-Regiment Generalfeldmarschall von Mackensen, 3. Westprenß isch.es M. 129" zu führen hat. Ich bitte den ^hnen unterstellten Truppen meine wärmste Anerkennung und Gruße zu übermitteln. Großes Hauptguartier, den 25. Oktober 1916. m. Wilhelm R. Ein Nachrns sür Boclcke. Berlin 30. Oktober. (WTB ) Ter Oberbefehlshaber einer Armee, General der Jnsanterle v. Be low, veröffentlicht folgenden Nachruf für Hanptmann Boelcke: Mitten im schärfsten Angriff stel unbesiegt am 28. Oktober seines Flugzeuges der kühne Fliegerbauptmann Oswald Boelcke, Führer einer Jagdstaffel und Ritter des Ordens Pour le merrte. Tieferfckmttert stehen wir und mit uns das ganze deutsche Volk an der Bahre dieses sieggewochiten und imver- gleichlichen Helden. Vorwärts weist uns das Leben und Sterben dieses unerschvockenen tapferen Streiters, der irn-äblige Male hock oben zwischen vrmmel und Erde sich todesmutig ciugesetzt bat für des Vaterlandes © 7 «. Mit SM»! »OWRbennu nur - posten Beiderseits der Eisenbahn Bitolia—Serin lebhafte Ar- tillerretütigkeit. Ein schwacher Angriff des Feindes südlich von! Gradesnica und ein serbischer Angriff gegen Kenali wurden zurnck- gewiesen. Im Cerma-Bogen enrste Kämpfe Unsere derttschen Ber- bündeeen schlugen tagsüber neue starte Angriffe des Gegners bei Boljeselo durch Gegmrrngriffe zurück. Ter Feind wiederholte mehrere Male seine erbitterten Angriffe aus einer ausgedehnteren Front, wurde aber mit blutigen Verlusten für ilm znrückgeloorfen. Im Moglenica-Tal und beiderseits des Wardar schwaches Artille rief euer. Wir ivarfen die Serben .aus ihren Gräben südlich von Nonte. Eine feindliche Gruppe nnirde nördlich von Ljnmnitza durch Feuer vernichtet. Am Fuße der .Belasica Planina und an der Strumafront schwaches Artilleriefeuer und Gefechte zwischen Erknndnngsabtci- lungen. An der ägäischen Küste Rübe. Rumänische Front: Gs ist nichts Wichtiges zu melden. Die Notlage Rumäniens. Bern, 30. Oktober. (WTB. Nichtamtlich.) Dem „Seeolo" zufolge sind in Rom auf diplomatischem Wege Nachrichten aus Bukarest eingetroffen, wonach die Frage des Mannschafts- ersatzes fü r Rumäniennicht so dr in glich und wichtig sei als die Beschaffung von K r i e g s m a t e r i a I, besonders M li n i t io n. In dieser Hinsicht tue Rußland alles, um Rumänien in Stand zu sehen, den Kampf fortzusehen. Berlin, 31. Okc. Infolge der von den österreichischen und deutschen Fliegern gegen Bukarest ansgeführten Luftangriffe verliest, nach Meldung des .„Berl. Tagebl.", ein großer Teil der Bevölkerung die rumänische Hauptstadt, um sich nach Jassy zu flüchten, wo bereits 20 bis 30 rumänische Abgeordnete cingctroffeu seien. Berlin, 31. Okt. Unter den durch die Einnahme von Constantza den Zentralmächten in die Hände gefallenen grasten P e tr o len m vo rr ä t en befinden sich laut „Berl. Lokäl-An- zeiger" solche, die die Rumänen bereits an verschiedene Entenieländer verkauft hatten und wofür sie, trotzdem die Lieferung noch nicht erfolgt war, bereits 75 Prozent der Zahlungen durch telegraphische Anweisungen erhalten hatte. Gegenmaßregeln gegen Rußland. Bureaus. Der Dampfer „Jylland" setzte in Frcderikshaven die Besatzung des norwegischen Dampfers „Stenshest" an Land, der mit Eisen und Holzmasse pon Göteborg nach Hüll unterwegs war und in der Nordsee versenkt wurde. Er sank innerhalb 5 Minuten. Das Tauchboot schleppte die Boote mit der Besatzung 4 Stunden lang, worauf es sie an Bord des schwedischen Dampfers ,,Dorothea" brachte. Von ihm übernahm „Jylland" die Besatzung bei Skagen. London, 30. Oktober. (WTB.) Lloydsrneldung. Der russische Seigiler „Ingers oll" und der dänische Dampfer i f" wurden versenkt. Außerdem ist der russische Dampfer „Klein", von Archangelsk nach Leith unterwegs, lwr Rattrati auf Strand gelaufen. Er ist gänzlich verloren. 22 Fahrgäste und 62 Matrosen wurden gerettet, sieben werden vermißt. London, 30. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet, man glaube, daß der Dampfer „Marina" (5204 Tonnen) versenkt worden ist. London, 30. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „Daily News" erfahrt aus Athen, daß der D am p fe r „A n g e l i k i" am 2d. Oktober 9 Nshr abends l l /‘> Meilen ivom Piräus von einem deutschen U-Boot versenkt worden ist. Das Schiss hatte 3(X1 Freiwillige der nationalen Armee in Saloniki an Bord. Die Zahl der Ertrunkenen wurde zuerst mit 30 angegeben, man glaubt aber, daß sie größer ist. Ymuiden, 30. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der niederländische Dampfer „Hector", der aus Buenos Aires hier ailgekommen ist, brachte den Kapitän und 10 Mann der B-c- satznng des norwegischen Seglers „Regi na Skien" mit, der mit einer Ladung Grubenholz ans dem Wege nach England am 23. Oktober von einem deutschen U-Boot in Brand gedeckt und versenkt worden war. Stockholm, 30. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung dev Schwedischen Telegraphen-Bureaus. Aus Gefle wird berichtet, daß das Motorschiff „E l l y", das am 22. Oktober von Oeregruiid nach Raiimo in See gegangen war, von einem deutschen U-Boot versenkt worden ist. Die Besatzung wurde gerettet. Stockholm, 30. Okt. (WTB'. Nichtamtlich.) Hiesige Blatter melden aus Kristiania: Der S ch o o n c r „Elle n", der mit Grubenhölzern nach England unterwegs war, wurde ui der Nordsee von einem deutschen U-Boot versenkt. Die Besatzung wurde in Norwegen gelandet. Winter Schnoewasser durch und beeinträchtigt die Festigkeit der Dachbalken und Sparren. Der später dadurch eintretende Schaden ist dann zehnmal so groß als die 'kleine Ausgabe für eine rechtzeitige Reparatur. Landkreis Gießen. ** u s e n , 30. Okt. Weyrmaim Karl Schienbein, der seit dem 7. August d. Is. vermißt wurde, hat nunmehr aus französischer Gefangenschaft geschrieben. — Dem Landsturmmann Johann Reist im Jnd-Regt. 121 wurde wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. e. Steinbach, 31. Okt. Durch nachträgliche Gaben — Zahl der Spender nunmehr 132 — erhöhte sich für die hiesige Gemeinde das Ergebnis des Opfer tag es für die Kaiserliche Marine auf 274 Mk. — Die Kinder unserer 2. Kriegsklasse stifteten den Erlös Mir gesammelte Arznei- und Teekräuter mit 10 Mk. derp Deutschen L u f t i l o t t e n - V e r e i n zum Besten der „Kriegs-Lustflotte". * U t phe, 29. Okt. Ter Gardist Otto Schwarz wurde mit der Hessischen Tapferkeitsdenkmünze ausgezeichnet. Als Ersatz-Reservist wurde Schwarz bei Beginn des Krieges eingezogen und nach seiner Ausbildung dein Infanterie-Regiment Nr. 115, in welchem er sich jetzt noch befindet, zugeteilt. Kreis Büdingen. — Büb ingen, 31. Okt. Das Kreisamt setzte den Steuer- wert des Vermögens der politischen Gemeinden des Kreises Büdingen für das Rechnungsjalw 1916 aus 192 495 800 Mk. fest. Die Gemeindeii mit dem höchsten Steuerwerk sind Büdingen mit 21 037 900 Mk., Nidda mit 12 824 500 Mk., Echzell mit 10 993 500 Mk., Berstadt mit 7 179 700 Mk., Attenftadt mit 6 149 100 Mk., Düdelsheim mit 6 159 000 Mk. und Hirzenhain mit 5 578 900 Mk. Die ..ärmste" Gemeinde ist Bösgcsäß mit 241 900 Mk. steuerpflichtigem Vermögen. ^O r t e n b e r g , 31. Okt. Gerichtsdiener Bremmer, zurzeit Wachtmeister in der Ersatzabteiluna eines Feldartillerieregi- urents, erhielt vom Großherzog dar- 'hessische Kriegsehrenzeichen am rotwersten Bande Unteroffizier Roberc Wendel, zurzeit Ba- taul.msfchreiber in einem Infanterie-Regiment des Ostens, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet: die hessische Tapfcrkeits- medaille erhielt er bereits vor einiger Zeit. — Unser Städtchen steht seit gestern im Zeichen des K a l t c n Ma r kt e s. der Pferde- markt war trotz Kriegszeit außerordentlich gut beschickt, auch die Nachfrage >ehr gut, der Verkauf ging jedoch bei den nngcwöhiilich l sti.ai Preisen, 3000—5000 Mk. für ein aut es Pferd, sehr langsam vmstatten. Heute imd morgen siirdet Rindvieh-, Schweine- und Krammarkc statt. **, Untcr-ffiib bcraöeim, 30. Okt. Lehrer Bramm und Burgcrmeitter Schneider wurden mit dem Kriegs-Ehrenzeichen für Kriegshilfe ausaereichuel. Berlin, 30. Okt. (WTB.) Tie „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt unter der Ueberschrift: „G e g e n m a ß r e g e l p gegen die völkerrechtswidrige Behandlung deutscher Gefangener in Rußland: „Tie in der letzten Zeit erfolgten Veröffentlichungen über die Leiden unserer Kriegsgefangenen in Rußland erregten in weiten Kreisen Deutschlands und des neutralen Auslandes Entrüstungen. Bei diesen Veröffentlich'lngen ist darauf hingewiesen worden, daß die deutsche Regierung unter Androhung von Gege.a- mpprügeln die unverzügliche Abstellung dieser Mißstände und die sofortige und energische Durchführung von Maßnahmen zur Besserung der Verhältnisse, in denen unsere Gefangenen in den russischen Gefangenenlagern leben, forderte. Der der russischen. Regierung gesetzte Zeitpunkt ist nunmehr abgelaufen, ohne daß auf die deutsche Note bisher eine befriedigende Antwort erfolgt ist. Tie Heeresverwaltung hat daher vor einigen Tagen eure größere Anzahl E russischer Offiziere, die bevorzugten Regimentern angeboren, intern Sonderlager überführen lassen, in dem sic insbesondere einer strengen Behandlung rmterworsen iverden. Diese Vergelttmgsmaßnahmen nerden so lange anhalteir, bis die russische Regiermrg der deutschen Forderung nachkommt." Die TranSportkrisis in Frankreich. Bern, 30. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Wie Oberst Cas- s o u r n , Vorsteher der Abteilung für Transportwesen im französischen Kriegsmini ft erium dem „Matin" zur Transportkrise mitteilt, sind von 35 000 im vorigen Jahre im Anslande bestellten Waggons bis jetzt nur 3000 geliefert worden. Cassouin hofft, daß von November ab monatlich 2000 Waggons geliefert werden können. Wie dasselbe Blatt berichtet, können infolge der Transport- ckrisis fast keine Aepfel aus der Normandie ausgeführt werden, während andererseits die Normandie nicht genügend mit Kartoffeln versorgt werden könne. Holland und Norwegen. Rotterdam, 30. Okt. (WTB.) Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet, daß holländische Firmen,, die norwegische Schiffe mit deutschem Material reparieren, auf die deutfche schwarze Liste kommen würden. Im Anschluß an diese Meldung teilt das Blatt mit. es habe erfahren, daß den Rcparatnr- Emrrcbtnngen in Holland s angekündigt wurde, sie mürben auf die beut s ch e schwänze Liste gesetzt werden, wenn sie irgend ein norweguches Schiff reparierten, gleichgültig, ob sie dabei deutsches Materral verwenden oder nicht. Für Schiffe dänischer oder schw.'di- scher Nattonalttät muffe vor Beginn der Reparatur die Erlaubnis der deutschen Behörden eingeholt werden. Aus Griechenland. London 29 Okt. lWTB.) „Observec" meldet aus Athen vom 27. Oktober: Jl te Regierung hat den sofortigen Abtransport der griechischen Armee aus Thessalien befohlen. Nur zwei Regimenter werden dort bleiben. Gestern wurden in Salonik die angekommenen Offiziere rmd Soldaten der nationalen Armee von Venyelos unter großem Jubel in Dienst gestellt Ans Stadt und Land. Gießen, 31. Oktober 1916. ** ^ in t l i cf) e Personal nach richte n. sür Aiitglieder ireiivilliger Feuerwehren Das Ehren . . - wurde von verliehen an Joses Marlin H o ch g e s a n d t z Der Zeekrieg. England und unsere U-Boole. Rotterdam, 30. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) In Betrachtung des deuffchen Vorstoßes in den Kanal schreibt die „Times : Die törichte Annahme, daß Deutschland nicht im- stande sein irerbe, eme große Zahl neuer U-Boote zu bauen und daß es! nicht genügend geübte Mannschaften dafür ailfbringen' wurde, ist Lügen gestraft. Die deutschen U-Boote sind jetzt größer ra!cher, zahlreicher und stärker bewaffnet als früher. Jeder Mensch ' r /2 r d'.e Organisation der Admiralität gegen die U-Boot-Gefahr rn demselben Maße verbessert worden wäre ^zn einem Briefe des unionistischen Abgeordneten Leverton Da r xx s wird vorgeschlagen, daß die Regierung endlich ein für aUmnal erklären solle, daß sie nach dem Kriege deutschen Sckstffen anch wenn sw unter anderer Flagg- salwen, verbieten werbe ins britischen Kohlenstationen Kohlen cinzuneh.neir. Ferner verlangt tzarriS, daß in keinem Teil, der Welt englische Kohlen an deutsche schisse geliefert werden dürten. Man müsse zsvar bezsveifeln, ob ein derartiger schritt dem U-'st'iotkrieg. dessen unmittelbarer Zweck ern militänscher sei, ein Ende macken würde, aber eine solche Ver- fügung würde einen großen Einfluß auf die deutsche U-Voot-Polittk haben und es sei an der Zeit, um die eine oder andere Erklärung rn dieser Richtung abzugeben. Man rnüsse Deutschland zwingen zu glauben, day der Augenblick kommen würde, in dem für alle' die Verwüstungen, die durch seine U-Boote angerichtet worden seien eme lßntstbod'gung gegeben werden müsse und daß eine Strafe für diese Politik kommen werde. Inzwischen liege es an der eng- listßeii 7Lmnralüät, neue Schritte zu unternehmen, um mit den windlichen U 2sooteii abzureckpien, um den unbestreitbaren Erwla des letzten Ärhres zu wiederholen. " ch At»en,.DOIt. lWTB.' Der Dampfer „Anaeliki" mit ,^reuiUlgen nach Saloniki unterwegs, wurde versenkt ri°»-ilh°aen, 30.0U. (WTB.) Meldung des Mäuschen zeichen Großherzog Gonsenheim. t *4 ^ ^ i v rd e r° u n g. Sergeant H o f m a n n, Landwehr Ini.-Regt. 116, Lchntzmaiin dahier, wiirve zum Komp.-Feldweb bewrdert. " Auszeichnung. Gefreiter Fritz Kühl aus Gieße venu Jni.-Regt. 2-,4 wurve mit dem Eisernen Kreuz 2. Ktas ausgezeichnet. Tie Hessische Tapierteitsmedalllc erhielt « stbon 1914. - Unlerossizier Olto Emrich. schwere Küslei Aiorserbatterie, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. L. U. Kursus zur Erlernung der Pnnktsckris Ter „Verein der blrndcn Akademiker Deutschlands", Sitz Marbur. hat sich u. a. hie ^ä>asffing einer Bibliothek sür wi,sensch?sllic!' FachUteratnr in Blindenschrift zur Ausgabe gestellt. Da der Dru ailerJ>enötiotcu Bück>er, von denen meist nur eine geringe Anzak von Stücken hergesteilt zu werden braucht, ganz uuverljälttliomäßi hohe Kosten verursachen würde, suctst der Verein Helfer und Help rinnen, die ihrerseits die Punktßchäft erlernen, um dann die fii boS &tuhium unentbehrlichen Werke in Punktschrift 311 übertragLi Gr will daher in den Monaten November und Dezember ds. Jc auch hier in Gießen einen Kursus zur Erlernung de Punktschrift veranstalt en. Der Kursus wird wöckwntlil w zwei <2ttmden (wahrscheinlich an den Samstag Naclnnittgg'p umfassen. Jrgendwelck-e Verpflichtungen oder Kosten sind dam nicht verbunden,' nur wird es dankbar begrüßt werden, wen die Teilnehmer das notwemdige Material an Papier usw. selb stellen Es steht KU hoffen, daß Helfer (Damen und Herren fit auii mer in Giesten zahlreich finden. Bereiterklürnngen sind bi spätestens Samstag, 4. November, dem Univ.-Sekrc lärmt, Blsmarckstraße 22, znzustellen. ** Beschränkung d e s P e r s 0 n e n z u g v e r reyrs. Hauptsächlich auf den weniger wichtigen Neber bahnen hat sich eine weitere Einschränkung des Personen Zugverkehrs als notwendig erwieseri. Arbeiter- und Schulet zü'ge sind möglichst unberührt gelassen worden. Für unser Bezirk kommen folgende Aenderungen in Frage: Vom 1. Nr vembcw d. I. ab wird der Pz. 772, Kassel ab 11.06 nachm Friedberg an 3.49 vorsn., auf der Strecke Friedbera- Frankfurt im Plan des Pz. 702 F r i e dber g ab 4.34 vorm Fran kf urt an 5.47 vorm., befördert. Pz. 702 Friedberq- Frankfurt fällt aus. Das dadurch eintreteude längere Still lager des Pz. 772 in Friedberg wird bei Einführuim de Fahrplans vom 1. Dezember wieder beseitigt. Ferner fäll vom 1. November ab der Pz. 784, Vilbel ab 1.16 siachm Frankfurt an 1.50 nachm., aus. —Vom 1. Novembe b. I. fallen die Züge 4189, N i d d a ab 9.55 nachm., Schot Leu an 10.45 nachm., und 4190, Schotten ab 8.55 nachm Nidda an 9.45 nachm., aus. — Vom 1. November d I a fallen die Züge 4764, Hersfetd ab 7.47 vornk,'Als feld an 9.36 vonn., und 4765, Alsfeld ab 10.12 vorm Hersfeld an 12.45 nachm., aus. ** P r e u ß i s ch - S ü d d e u t s ch e K l a s s e u l 0 t t e r i e Di Erneuerung der Lose zur ffinften Haupt- und Schlußklasse 'nur unter Vorlegung des Vorklassenloses bis zum 3. November abend 6 Uhr, geschehen. Auch müssen bis zu diesem Termin die^Freilos gegen Rückgabe der Gewinnlose eingelöst werden Die Ziebun dieser Haupt- und Schlußklasse beginnt am 7. November und endia am 2. Dezember. ^ A ll s dem S t a d t t h e a t e r b u r e a u. In der ar Freitag stattfindenden erstmaligen Ausführung von Paul Queuscl Kleinstadt-5komödie „Das Alter" sind in iwuptrollen beschästic die Herren Hellmuth, W e s 0 l 0 iv s k i, Falken, sowie da gesanite Herrenpersonal ; außerdem die Damen Dornhöiel GerSdors und Kollmar. Die Spielleitung führt Her Hellmuth. J v 2) a 2 Fest ihr^ r Silbernen Hochzeit beainae^ am 20. Oktober in aller Stille die Eheleute Oberbahnmeiste P a t t b e r g. , " Jbr SS,ähriq-Z Ar b e i t s j „ b i l ä n m beqcht -in 1. November ^ralilem Meliue Dorn er von hier als Näherin de Chirurgischen Universitäts-Klinik. ^ ^ s Schwarz-Weiß-Theater, SelterSweg, bring diese Woche wieder einen ansgewahlten und abwechseluugsreichei Spielplan. Besonders interessieren dürste die entzückende Kino konigm Ebba ^.homsen in deni Drama ^Sterbende Glnteii" ebens die zil den Sternen am Kinohrniinel gehörende Else Fröhlich i, dein sp«mieiiden Drama „Das Rätsel der verschlosseiien Tür" ** Dächer Nachsehen ! Das Nachsehen der Dächer' aut Herbst — im Frühjahr geschi-eht's fast allgemeiu — empfiehl srch aus mehreren Qkünbm. Erstens können auch dte Herbststtirm W stark werden, daß lose Dachziegel l-erabgerissen werden und dei Hausbesitzer m fühlbare Schadenersatzansprüche etwa verletzter Per sonen verwickeln können. Zweitens ist wegen der Schneelast, die da^ Dnch rm Wmter zu tragen l>at, eine sorgfältige Verhntnug vm Lucken und Spalten rm Dachbelag unerläßlich. Sonst sickert in Kreis Schotten. Wg. Gedern, 31.0kt. Die Ebelenke Gemeindeeinnehmer Plnlipp Franz und Frau Emilie geb. Oberheim begehen am .Mittwoch das Fest der Silbernen Hochzeit. Herr Franz hat in leiiirr langjährigen Amtsführung sich als selbstloser und vfliclst- treuer Beamter bewährt und volle Anerkennung geffrnden und im Kriege im Verein mit feiner Gattin sich in der aufopferndsten Werie kn der Fürwrge für nufere Krieger betätigt. Starkenburß und Rhciilheffen. _ ,ha Jugenheim, 29. L kt. Der Verkehrsausfchuß der Berg- straße lnelt beute nachmittag 4 Uhr hier im Hotel zur Krone seine Hauptversammlung ab. Im allgemeinen wird der Verkehr im ,wche 1916 als günstiger bezeichnet denn im Vorjahre, genaue :9ncnt waren nicht zu erhalten. Die Jabresreckmung schließt iw. Einnahme und Ansgabe mit 5122,80 Mark ab. die Mitgliederzabt bat sich um 100 erhöht. Die Kasse der Jmmobibien-Abteilung. die ge 1 ändert geführt wird, zeigt in Einnahme und Ausgabe 715 Mark, .ils zentrale VermittlnngssteUc bei Käufen, Verkäiuen und Vermietung ist in Verbindung mit der öffentlichen Geschäftsstelle in Auerbach eine sogenannte Jnimobilien-Ilbteilung ins Leben ge- runni worden. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde der alte Vorstand durch Zuruf wiedergewählt. Die nächste HcnrptVersammlung soll in A n e r b a ch stattfinden. >4i. Bingen, 31. Okt. Wie auch in ben Vorjahren, wird in bieü'm Fahre die Stadt Bingen allen im Felde stehenden Bingern als Weihnachtsgabe zivei Flaschen Binger Wein senden. Da die Zahl der im Felde stehenden Einwohner recht groß ist, dürfte auch eine ganz nette Flaschenzahl znm Versand koinmen. Bei den im >vcfbc stehenden Soldaten wird diese Svende, ivie auch im Vorjahre als Gruß aus der Heimat große Freirde erivecken. Kreis Wetzlar. wn. Wetzlar, 30. Okt. Ter zuneh,ueude Personalmangel Zwingt die Eüenbahnverivaltliug, eine Anzahl von Zügen, denen geringere Verkehrswichtigkeit znkonnnt - hauptsächlich auf Neben- bahuen - demnächst a n s f a l l e n zu lassen. So werden vom I. Olovember l. Js. ab aus der Solmsbachtalbahn die Züge 4711 (Usingen ab 6 ^, Wetzlar an 753); 4712 (Grävenwiesbach ab 5jW Ufingen an 6 ^, und 4710 (Wetzlar ab 922 , Grävenwiesbach an 10 M) lns auf weiteres ansfatlen. ra. Wetzlar, 30. Okt. Das stattliche Bahnhofsgebäude geht allgemach seiner Vollendung entgegen; das alte Stationshaus rnirb für Wohnzwecke eingerichtet. Dem Bediirfnis der Vorstadt entsprechend, ,vurde auch ein Bahnhofsposlgebände direkt an der Uebcrst'lhrnng errichtet. ra. Kinzenbach, 29. Oktober. Um den S p a r s i n n unter der Jugend zu pflegen und zu fördern, hat die hiesige Spar- und Tarlehnskasse vor einem Jahrzel/nt einen sogenannten Sparkartenverkehr eingeführt. Ter Erfolg ist ein ganz gewaltiger, es sind auf diese Weise seit Oktober 1903 von unserer Jugend insgesamt 51 691 Mk. in kleinen Beträgen verzinslich angelegt worden. Auch das nahe Vetzberg hat Anschluß in dieser gemeinnützigen ^Sache an die lstesige Kasse genommen, seit 1. Januar 1912 wurden von dort auf Sparkarten 3810 Mk. eingezahlt. ra. Leun, 30. Okt. Leun war einst größer und bedeutender als alle benachbarten Orte. Es wird zuerst in einer Urkunde König Konrads I. vom Jahre 912 erwähnt, )var Sitz mehrer Adeliger und twhielt durch die Gunst der Grafen von Solms-Braunfets im 15. Jahrhundert Marktgercchtigkciten. Seine eigentliche Blütezeit begann im Jahre 1664, wo es aus Veranlassung des Grafen Heinrich Trajeklin von Solms zur Stadt erhoben und mit Mauern umgeben wurde. Tie Abnahme der Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten erklärt sich durch die Answmiderung vieler Bergmanns- familieu nach Lothringen. ra. Ans d e m K r e i s e Wetzlar, 30. Okt. .Zurzeit wird den Gemeinden, die jetzt mit der Zusammenlegung vorgelien, noch der übliche Beihilfenanteil von 6 /io der Kosten von Staat und Provinz bewilligt. Höclsttwahrscheinlich jedvck wird in Zukunft das üblickw Beihisfenmaß aus 4 /io der Kosten herabgesetzt. Die beteiligten Grundbesitzer würden alsdann den größten Teil der Znsammenlegungskosten selbst anfznbringen haben. AuS dem Westfonds rvurde zuletzt der schöne Gesamtbetrag von 45 600 Mark für 18 beteiligte Kreisgemeinden bervilligt. Hessen-Nassau. Kri easd eschü d igten-Fürso rge. — Frankfurt a. M., 30. Okt. Am Sonntag und Montag tagte hier der Landesausschnß ff'ir Kriegsbeschädigte in: Regierungsbezirk Wiesbaden. Die Verl-andlungen wurden durch eine Vorbesprechung über Besichtigung der einzelnen Merkstatt-Lazarette eingeleitet. Der Hauptversammlung wo Hirten etwa 250 Personen mis allen Teilen Nassaus bei. Dr. Karl Hallgarten! (Frankfurt) wies in einem kurzen Bortrage ans die Bedeutung der Knegsbeschädigten-Fürsorge für Staat, Gemeinde und Familie hin. Bürgermeister Dr. Luppe (Franffnrt) sprach über „Rentenfragen und Kapitalabffndung". lieber Ansbildungsmöglichkeiten! im Bereich des 18. Armeekorps verbreitete sich in längeren Ausführungen Assistenzarzt Dr. Liertz. Das gegenwärtig angewen- dete System der mannigfaltigsten Lehrwerkstätten zur Ausbildung Kriegsbeschädigter für andere Berufe habe sich ausgezeichnet bewährt und werde in der begonnerren Weise fortgesetzt. Nach dem Zßriege erhoffe nian jedoch eine unrfassende Untersttitznng der privaten Kreise, vornehmlich der Industrie. Prof. Dr Gold stein sprach über „Innere Kwiegsleiden, namentlich über Ojebirnver- letzungen und Nervenleiden". Zu Schluß der Tagung gab Ge- sckMSführer Balz er ^Frankfurt) eine Reihe sachlicher tmb geschäftlicher Erläutevmgen über^ die Kriegsbeschädigten-Fürsorge. ---- Frankfurt a. M., 31.Okt. Eine vom Kriegsausschuß ritr Kmi su m en teu Jutere ssen im Monat April 1916 veranstaltete Erhebung über die Lebenshaltung in 858 Familien nrit 4079 Köpfen, nämlich 2261 Erwachsene, 758 Kinder zwischen 1! urib 16 986 Kindern Wmhm ein «nd zehn Jahren und 74 Säuglittgeti, in 55 Städten beachte sehr interessante Ergebnisse insofern als fostgestellt wurde, daß 52,14 Prozent der gesamten Einnahmen auf die Ernährung verwendet iverden. Es entfielen weiter 10,67 Prozent auf Miete. 7ch1 Prozent auf Kleidung, 3,60 Pro- gnt auf Beleuchtung und Heizung, 3,09 Prozent ans ©teuern. Wenn sckwn im April mehr als die .Halste des Einkommens für die Ernährung Berwendimg fand, so hat sich bis heute der Prozentsatz des für die Ernährung aufgewendeten Einkommens zweisel- ws ganz wesentlich erhöht tmd dürfte im Hinblick auf die steigende Teuerung aller Lebensmittel mit 65 Prozent nicht zu gering veranschlagt sein. rn. D i l l e n b u r g, 30. Oft. Zum k o nl m i s s a r i s ch e n 2 a n b r a t des Dillkreises wurde zum 1. November Regie- rungsral v. S y b e l ernannt. X. Fulda, 30. Okt. Der Kreishaushaltsetat des Kreises Fulda für 1916 schließt ab in Einnahme und Ausgabe mit 1978 000 Mark: der Haushaltsonschlag des Kreisspritzenverbandes mit 4000 Mark: der Haushaltsanschlag des Kreissiechenhaus- wnds mit rund 34 579 Mark. — Der Gesamtbetrag der Staats- Einkommensteuer belief sich auf 313 674 Mark. Die Ergänzungsstenn'Veranlagung ergab 61643 Mark: ferner betrug die Ge- bändestener 120 377,55 Mark: die Grundsteuer 61915,54 Mark: ^ie Gewerbesteuer 51599 Mark: die Betriebssteuer 5550 Mark. Der Gesamtbetrag der Kreissteuern (einschl. der Bezirkssteuer) hat rund 200 467 Mark ergeben. Trotz des Krieges hat sich das der üTeisbesteuernng zugrunde liegende Gesamtsteuersoll um 44 700 Mark erhöbt. An Kriegsfamiliennnterstützungen wurden im Jahre 1915 bezahlt: tm Stadtbezirk Fulda 284 635 Mark; int Land- Bezirk Fulda 831 172 Mark: insgesamt 1 115 807 Mark. Infolge her kriegswirtschaftlichen Maßnahmen hat die Kreiskommunalkasse im vergangenen Jahre einen Gesamtumsatz von zirka 9 087 247 Mark erreicht, eine Summe, die den Umsatz in Friedensjahren im das 7Vr fache übersteigt. nu NiederselterS, 20. Oft Leutnant und Kompagnie- hibrer A. Gilb erg, Sohn des Kgl. Bahnmeisters a. D. Gilberq, n'urde mit dem Eisernen Kreuz er st er Klasse ausgezeichnet. rL. Aus Nassau, 30. Oft. Negierungs-- und Schulrat Dr. Grau wurde als Provinzialschulrat nach Magdeburg versetzt. _ Wie Veste vaux sich ergab. Jnnitage, o ihr heißen schweren großen'Junitage des Jahres 1916, da Feste Vanx, die uneinnehmbare, doch schließlich von unseren Helden truppen erobert wurde — nie werdet ihr aus der Erinnerung des deutschen Volkes verschwinden! Nun wird diesen Tagen ein schönes Denkmal errichtet: die Kriegszeitschrift der 50. Infanterie-Division, die sich hübsch „Die Feldgraue" trennt, ocröffent- Ocht im Insel-Verlage ein Büchlein, worin die Kämpfe um die Feste Vaux von Mitstreitern geschildert werden. Mft schier atemloser Spvnnrmg verfolgt man in diesen schlichten und doch so -nächtig pochenden Berichten das gewaltige Drama des Ringens um die Bergfeste. Schon war sie nach wütenden Kämpfen zum Teil besetzt, aber mach hielt sich im Jnnerrt der zähe, bis aufs äußerste kämpfende Feind. Leutnant Müller-Werner, der damals mit seinen Renten unmittelbar neben und oberhalb der Gewölbe lag, in denen Ter Franzmatrn noch saß, schildert, wie wenig gemütlich diese Lage -ür ihn und seine tapferen Leute war. Die höchsten Anforderungen an die körperliche und seelische Spannkraft wurden gestellt und gemistet In dieser schwierigen Lage war es Morgen geworden, als Fo berichtet Müller-Werner) der Posten ganz erregt an den Eingang gestürzt kommt: „Herr Leutnant, die Franzosen haben eine Fahne aufgesteckt!" Ich eile, diesmal nichts Gutes ahnend, hinauf ilnd finde ettoa zehn Meter vor dem Ausgang und fünf Meter hin- ter unserm Maschinengewehr — also int Rücken unserer Feuer- lellung? — wie ich später fest stellte, befand sich hier ein Loch, das ins Fortinnerc führte — ein kleines weißes Fähnchen. Ich dachte ;nerst an eine schneidige feindliche Patrouille, die. bis hierher gelangt, utis zum Hohn das sign'um-amieitias hergestellt hatte. Wie ick mich dem ftatternden Phänomen nähere, um es genau zu untersuchen. taucht vor dent Gewehr eine zweite Fahne mit längerent Dtiel aus, mit ihr drei Franzmänner. Ich machte die Pistole frei und der erste ruft bereits „tritt schießen!" Aus mein „Voulez-vous capitulet?" erklärt er mir in gebrochenem Deutsch, er habe einen Brief für unseren Kommandanten, den er mir übergab. Wirklich! „An cow Mandant des troupes allemands attaguant Ve Fort de« Vanx!" köstlich dies „attaguant, wo wir doch berefts eine „Etage" bezogen hattett! Ich ließ ihn mit der Ordonnanz und seinem Hornisten folgen und in beschreiblichem Jubel ging es durch den männergefüllten Gang: „Kinder, die Franzmänner ergeben sich! Binder, die Franzmänner kapitulieren!" Es wirkte wie ein elektrischer Schlag! Alles, wie ich selbst, war wieder mobil und wie! umgewandelt! Endlich am Ziel! Die Treppe hinauf — ein einzig jubelnder Sckren „Herr Hanptmann, die Franzosen konrmen!" Sckwn aber atte der die Arme geöffnet, wie ich die meinen, und für Augenicke wußte keiner ein Wort zu sagen vor so viel Glück und wbü!- Dann wurde das Siegel gebrochen. Bedingungen, wie sie für leöcii Deutschen selbstverständlich sind: Völkerrecht, Privateigentum, „Trairement avec egard" — kurz, Formalitäten. Ter Hanptmann! Ivb mir seine Weisung mrd betraute mich mit der großen Mission, Mt dem Kommandenten zu verhandeln. Also zurück! — — — Ich nahm mir zwei Unteroffiziere mit und husch ging es über Deckung dem schneidigen Leutnant Bonazet — dieser war der Unterhändler — nach. Etwa drei Meter unterhalb der Mündung unseres Gewehres verschwand er in einem verfallenen Eingang. ..Eilends folgten die Treuen!", denn diese Ecke war besonders das Ziel der feindlichen Maschinengewehre und hatte bereits Opfer gefordert Im Innern empfing uns ein Offizier — ich glaube, er nannte sich Rei — und fragte galant: „Offizier allemand?" „„Oui, Monsieur!"" „Beuillez fuivre!" Und nun kam ein unvergeßliches Bild: ein langer, etwa zimmerbretter hoher gewölbter Gang, durch große Lampen symmetrisch beleuchtet, in dem zu beiden Seitetr eitte unabsehbare Reihe behelmter Franzmänner stand. Auf das schneidende „garde ä vous!" memes Führers standen die Kerle wie die Rekruten ünd die 'Chargen legteit, während wir hindurchschritten, die .Hand an den Helm. — Tas war nun allerdings eine „Ovation", ans die ich, nicht vorbeseitet war, und mir blieb nichts anderes übrig, als zu danken, bei td;i doch unmöglich „bonjour, messierurs" sagen koirnte. Ans manchem verstohlenen Blick glaubte ich dennoch zu lesetr: „Also so sieht ein boche allemand in der Nähe aus!" — „S'il vv'us platt', ä br-ott!" Wir waren beim Kommandanten! In der Höhle des belagerten Löwen! — Mit der Rechten auf den kleinen Tisch gestützt, der den im „rein gotischen" Kcllerstil gehaltenen Raum „zierte", stand er stolz und aufrecht da und erwiderte, als ich mich vorstellte, mit einem würdevollen „CoMmandant Raynal". — Bald waren bte Bedingungen neu fixiert und beiderseits unterschrieben. Fort Vaux war deutsch! — Geschrieben am 7. Juni 1916, 6 Uhr vormittags!_ _ Monat!. Ueberficht der Todesfälle in der Stadt Gietzcn. Monat September >916. Einwohtterzahl: angettommen zu 33100 (inkl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 20,66°/,.. Nach Abzug von 29 Ortsfremden: 10,15°/,,. Es starben an Zus. Erwachsene jtinoeu im 1. Lebens- vom 2. bis jabr 15. Jahr Angeborener Lebensschwäche 1 — 1 — Altersschiväche 1 1 — — 5lindbettfleber i(i) MD — — Diplstherie 3(3) — 3(3) Kenchbtlsten 1 — 1 Wnndkrankheiten 2(2) 2(2) — — Ttrberkulose der Lungen 4(1) 3 MD — Tuberkulose anderer Organe 2 ( 1 ) — 2(1) Agem. Atiliarkuberkulose 4 (1) 4(1) — Ltmgettentzündung Krankheiten der AtmungS- 1 1 5(1) — organe Krankheiten der Kreislaufs- 5(1) 4(4) organe . 4(4) — — Gehirnschlag 2 2 — — Minderen Krankyeiten des • NervensyNems 2(2) Kl) — 1(D Änderet) Krankveiten der Der- dauungsorgaue Entzündung des Wurm- 5(4) 4(3) 1(1) fortsatzes 3(3) — — 3(3) Krebs 8 ( 2 ) 8(2) — — Attdcren Neubildungen 1 (I) 1 (1) — — Seldslmord 2 (1) 2 (1) — — Beruttglücktmg Anderen benannten Todes- 3(2) 3(2) Ursachen 1 1 — — Unbekannter Ursache 1 M — — 1 Summa 57 (29) 43 (19) 3(1) 11(9) Anm.: Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Veröffentlichung des Großh. Kreise esu ndhejtsamts Gießen. _ Dr. Walger, Med.-Rat._ Letzte 27nciv uttcit Der deutsch-norwegische Konflikt. i. Köln, 31. Okt. Der „Köln. Ztg." zufolge behauptet der Pariser Mitarbeiter des „Corriere della Sera" in einem alarmierenden Telegramm: Der Konflikt zwischen Deutschland und Norwegen spitze sich immer mehr zu und Deutschland sinne aus nichts geringeres, als Norwegen anzugreifen. Die Lage sei derart ernst geworden, daß ein Bruch zwischen bett beiden Staaten keinerlei Aufsehen mehr erregen werde. Deutschland beabsichtige mit diesem tollkühnen Plane offenbar einer Gefahr, die es bedrohe, rechtzeftig zuvorznkommen. Von Anfang des Krieges an habe es immer versucht, Rußland von seinen westlichen Verbündeten zu isolieren, um so zu bewirken, daß es ans seinem trngeheuren M en schert material den richttgen Nutzen ziehe. So seien die Türkei und Bulgarien in ben Kästeg hineingezogen worden, um die Durchfahrt durch die Dardanellen und den Balkan für Rußland zu sperren. Später seiDeutscli- lands Msicht dahingegangcn, auch Skandinavien in den Konflikt zu verwickeln. Wjestl das nicht so gelungen sei, komme es Deutschland nun nicht darauf an, die skandinavischen Länder sich sogar zu Gegnern zu machen, nur um seinen Plan zu verwirklichen und die Verbindung der Westmächtc mit Rußland, die durch die Mur- manbahn neuerdings besser geworden sei, an einem anderen Orte zu unterbrechen. Daher sei auch der Unterseebootkrieg an der norwegischen Küste in Szene gesetzt worden und aus dem gleichen Grunde dürfte Deutschland keine allzu großen Bedenken haben, mit Norwegen sogar Krieg anzufangen, um an seiner Küste Stützpunkte für seinen U-Bootkricg anlegen zu können, nwbei die deutsche Flotte die norwegischen Fjorde, die der Kaiser selbst ans seinen zahlreichen Reisen studiert habe, nur zugute kämen. In der französischen Presse, berichtet der Mitarbeiter des „Corriere della Sera", wurde der Etttwicklung des Konfliktes eine große Bedeutung beigemessen und matt verhehlte sich nicht die Gefahr, die er im, Gefolge lxiben könne. Die allgemeine Sttnkmnng könne mit deü Worten zusammengefaßt werden: Vor allem sei es notwendig, daß sich die bei den Verbündeten im Orient begangenen Jrrtümer nicht noch einmal nnederholten. Redmoud fordert .Homerule. Haag, 31. Oktober. Der irische Parteiführer R e d m o n d hat in Sliego (Irland) ösferttlich an die britische Regierung appelliert, sofort in Irland Homertcke einzuführen und damit dem irischen Volke zu helfen, das .Vertrauen zu England wieder zu gewinnen. Diese eine große Tat der brittschen Regierung würde mehr dazti beitragen, den Krieg zu gewinnen, als der Anschluß von einem halben Dutzend neutraler Mächte. Die Iren könnten ihre Rechte in Uebereinstinrmung Mit der Verfassung verlangett. Red- mvnd warnte aber auch die Iren, nicht durch eigene unbeionnene Maßnahmen Irland in Gefahr zu bringen. Neue englische Gewaltmaßnahinen. London, 31. Oktober. Die von der City-Corporatton ernannte Kommission schlägt der Regierung vor, alle den t i wen Banken in England baldmöglinü" — schließen und unverzuglta» alle feindlichen Handelsbeziehungen aufzulösen. Krawalle in Moskau und Kiew. . Stockholm, 31. Okt. In Moskau, Kiew und ui den Städten des Wolga-Gebietes kamen in den letzten ^Fklt ernste Unruhen vor. In Moskau wurde im Fnncrn der ^tadr eine Reihe von Fleisckchuden gestürmt, ohne daß sich ober l orrcn'' in ihnen befanden. In Kiew erforderte ein Krawall vet emer Juckerbude, bei dem die Polizei cingrin, zwei Men) chm leben« Schlägereien !>et Wartenden, die in langen Reihen oft über orer Straßen viertel hinwegreick)en. stehen aus der Tagesororrung. 4 n den Städten des Wolga-Gebietes wird die .Bevölkerung tmmw mehr gegen die Behörden aufgehetzt. Jn^ Petersburg selbst l-errscht einstweilen RÄHe, obwohl die Versorgung nicht beper geworden ist. .Kürzlich sind wieder 400 000 Pud Mehl ttt oett städtischen Speichern v.rootben Aus dem Lande brmgi die Baiurn- bevölkerung der neuesten Regteruttgsverordnung über das .ne- quisitionsrecht aller Nahrungsmittel passiven Wtoer,tand entgegen. Tie Militärbehörden hatten zuerst einen ckusrtn rlanen, tn dem gesagt wurde, die Armee brauche Brot und die Regternng erwartete von der Vaterlandsliebe der Vauerm, dotz dtest ihre eigenen Interessen dem Staatswohl opfern würden. Als der patriotische Aufruf erfolglos blieb, wurde die Requititton durchge- führt, die infolge der unerhörten llttterschlagungcn der Beamten und von Gewaltaktetr der Behörden Empörung verursacht. Russische Militärkritik über die Lage in der Dobrudfcha. S t o ck h o l m, 31. Okt. Nach dem Urteil der russischen Mrlrtär- kritiker sei es kaum wahrscheinlich, daß Mackensen allzuweit von der Linie Constantza—Cernavoda in die. Dobrudscha vorzudrrngen beabsichtige. Es sei im Gegenteil anzunehmen, daß. Mackensen, wenn er noch weiter als einen halben Tagemarsch Vordringen sollte, stehen bleiben werde, um sich dort zu befestigen und General Falkenhayns Operationen abzuwarten. Außerdem würde ein weiteres Vordringen, abgesehen von dem Widerstande, den er vorftnden könnte, auch aus Geländeschwierigkeiten stoßen. Um Falkenhayn entgegenzukommen, müsse er die Donau forcieren, ^was in Anbetracht der vielen Flußarme und der sehr niedrigen User eine äußerst schwere Ausgabe wäre. — Der Militärkritiker des „Njetsch" führt zum Schluß seiner Ausführungen an, das; auf den verschiedenen Fronten des europäischen Kriegsschauplatzes 12 bis 13 Millionen Mann sich gegenüberstehen. Russifthe Verstärkungen in der Dobrudscha? Haag, 31. Oktober. Dem „Daily Telegraph" wird aus Rom berichtet, daß nach Meldungen mis Petersburg russische Truppen in der Dobrudscha angekommett sind, so daß das Zahlenverhältnis zwischen der russisch-rumänischen und der detttsch-bul- garisch-türkischen Armee wieder hergestellt ist. Bukarest geräumt? Genf, 31. Oktober. Ter Lyoner „Progres" berichtet aus Bukarest, die Stadt sei bereits zum Teil geräumt. Tie Einwohner flohen nach Jassy, wohin sich auch etwa 30 rumänische Abgeordnete begeben haben. Bissolatis Kriegsziele. ' Lugano, 31. Okt. Sonntag abenü hielt Mmister- B i s s o - lati in Cremona eine Re-oe zur Feier des „Märtyrers"' Cäsaro Datisti, in der er erklärte, daß Deutslchand nicht vernichtet, die Existenz und Unabhängig keil des deutschen Volkes nicht angetastet werden sollten. Ties wäre auch im Jttteresse der Kultur. Tetitsch- lanb müsse nur für sein „Attentat" b e st r a s t werden und ihm die Waffen entrissen werden. Daß er die alte Lüge von dem alles zermalmen wollenden deutschen Militarismus wieder aufwärmte, ist selbstverständlich. Oesterreich-Ungarn müsse dagegen vollständig vernichtet werden. Bissolati erklärte zum Schluß jeden für einen Hochverräter, der jetzt von Frieden spreche. Schiffsbestellungen der Entente in Amerika. Genf, 31. Oktober. Um dem empftndlichen Mangel an modernen Hochseetransportschiffen abzuhelfen lyat, wie der „Matin" berichtet, die Entente bei amerikanischen Reedern 20 0 solche'' Schiffe mit je500 ?.8. und Dieselmotoren in Auftrag gegebebvk Ter Preis beträgt 150000 Dollar für jedes Schiff. _ Amtlicher Teil. XVIII. Armeekorps. Stellvertretendes Generalkommando. Abt. VII. Tgb.-Nr. 1. Frankfurt a. M., den 25. Oktober 1916 Da nach zuverlässigen Mitteilungen heute noch größere Bestände an Kartoffeln und sonstigen Landesprodukten nicht eingebracht sind, sieht sich das stellvertretende Generalkommando erneut! veranlaßt, auf die Dringlichkeit der Einbrirtgung sämtlicher noch draußen stehender landwirtschaftlichen Erzeugnisse hinzuweisen. Um die Einerntung nach Möglichkeit zu unterstützen und zu beschleunigen, sind sämtliche im Korpsbereich befindlichen Ersatztruppenteile angewiesen worden, auch auf direkte Anforderung der unteren Verwaltungsbehörden toeitgehendst Mannschaften zur Erntearbeit zur Verfügung zu stellen. Im Interesse raschester Erledigung solcher Gesuche wird der telephonische Verkehr emvfohlen. Den Landwirten dürfte besonders zur Pflicht zu machen sein, von dieser Möglichkeit der Beschaffung ausreichender Arbeitskräfte ausgiebig Gebrauch zu machen. Sollte trotz aller Mabnungen und aller Unterstützung die Einerntung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse nicht mit dem erforderlichen Nachdruck betrieben werden, muß das stellvertretend« Generalkommando — abgesehen von einem Vorgehen auf Grund seiner Verordnung betreffend Sichetmng der Ernte vom 21 August ds. Js. — die Enteignung der noch draußen stehenden Bestände und die zwangsweise Ehnertung auf Kosten der säumigen Besitzer veranlassen. Von seiten des stellvertretenden Generalkommandos. Der Chef des Stabes: de G r a a s f, Generalleutnant. ■Man. verfange auädrüddidb. Uhloxx. bei den O eJrittj ti äts Mzehen und J nft a l Udxuntui Beim Vorgelien auf den Feind fiel am 21. Oktober unser geliebter, guter Bruder und Onkel Di*, ined. Franz Kutscher Arzt am Werk- und Armenhaus in Hamburg Hauptmann d. L. im Ersatz-Keserve-Inf.-Regt. Nr. 3 Kitter des Eisernen Kreuzes I. Klasse im 54. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Mathilde Eichbaum geb. Kutscher Professor Friedrich Kutscher Frieda Eichbaum. Giessen, Marburg, Oktober 1916. 7813 Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß eS Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere liebe Mutter und Großmutter Frau geb. Kern am 30. ds. Mts., nachmittags 5 Uhr, im Alter von 71 Jahren zu sich zu rufen. Familie Friedrich Heinrich Familie Ludwig Heinrich. Allendors a. d. Lahn, Münchholzhausen, den 31. Oktober 1916. ^2939 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 2 . November, nachmittags ^3 Uhr, in Allen- dorf statt. Auf dem Felde der Ehre fiel am 25. Oktober an der Spitze seiner Kompagnie mein lieber Sohn, unser treuer Bruder und Schwager, Reichsbankbuchhalter Adolf Leib Ober-Ltnt. d. R. und Komp.-Führer Inf.-Regt. 418 Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Hessischen Tapferkeitsmedaille. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: H. Leib. Gießen (Seltersweg 87), den 30. Oktober 1916. Beileidsbesuche dankend abgelehnt. 7831D m MH T- v WWW Statt besonderer Anzeige. Heute mittag 1 I 2 3 Uhr hat Gott der Allmächtige meine herzensgute, treue Frau, meine liebe Mutter Susanna Hartmann geb. Wehrheim nach eben vollendetem 59. Lebensjahre unerwartet durch einen sanften Tod zu sich in die Ewigkeit abgerufen. In tiefstem Leid: Julius Hartmann, Lehrer Ernst Hartmann, Gerichtsassessor. M Gießen (Goethestraße 29), den 29. Oktober 1916. 17836 Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 1. November nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen abzusehen. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A. wuroe heute bezüglich der Firma „Victoria Drogerie, Eduard Guth, Apotheker. Gießen" eingetragen: Das Geschäft ist mit Aktiven und Passiven auf Apotheker Eduard Guth Witwe, Hedwig geb. Poppe zu Gießen übergegangen, welche dasselbe unter der seitherigen Firma unverändert weiter führt. 7{5 ^B Gießen, den 25. Oktober 1916. Großherzogliches Amtsgericht. Turnverein v.1840 Hauptversammlmns: am 1. November. nbc»b3 9 Mir im Gambrinus. T a a e s - Or dn >i n a: Berich!. RechnnnaSablane, (iitilntiuun deZ Rechners, Wollt her Rechnnnac.- vnimimö Vvoimuiffion, daS 7()jn0» riae Bestehen des Bereins, Lln<- lvsnno iwn Ameilsd,einen, verschiedenes. Um zahlreichen 'Besuch ersucht Der Vorstand. 7Ki4 D Den Heldentod fürs Vaterland starb am 19. Sept. 1916 unser lieber Bundesbruder cand. med. Heinrich Harre aus Duisburg aktiv 8. S. 12. , Vizefeldwebel d. R. Ritter des Eisernen Kreuzes II. Klasse. Burschenschaft Frankonia! I. A. Louig. Giessen, den 30. Oktober 1916. 17815 D Im Etappenlazarett starb am 17. Oktober, infolge eines Herzschlags, auch mein zweiter lieber Sohn, mein guter Bruder und Onkel, der Jngenieur Wilhelm Nagel (Telegraphist). In tiefer Trauer: 7S34 Edmund Nagel Wilhelmine Wahren geb. Nagel und Kinder. Gießen (Ost-Anlage 7), den 31. Oktober 1916. Tieferschüttert erhielten wir die schmerzliche Nachricht, dass unser braver, unvergesslicher Sohn, Bruder und Neffe, mein innigstgeliebter Bräutigam, der Gefreite Hans Wagner Res.-Inl.-Regt. 222, 4. Kompagnie im Alter von 24 Jahren, nach fast 27 monatiger treuer Pflichterfüllung den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. In tiefer Trauer: Joh. Wagner und Frau Elisabeth geb. Launspach Philipp Wagner, z. Zt. im Felde, und Braut Wilhelm Wagner, z. Zt. im Felde Minna Warner und alle Angehörigen Christine Häuser als Braut Familie Joh. Jak. Häuser. Londorf, Watzenborn, den 23. Oktober 1916. rsia