Gr. 255 Der Siehener Anzel-er erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: Sietzener Familienbliitler; Krrisdlalt ffir den Kreis Hießen. Bezugspreis: rnonatl. 90 Pi., viertel- jährl. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch diePost Mk. 2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: für die Schrütleitunq 112 Verlag,Sicschä'tsstelleül Anschrist sin i mWnacf)- richten: Anz.^r Gießen. Erstes Blatt lbö. Zahrgang Montag, 39. Gttober m* . i.i.ahme von Knzi:,,. Postscheckkonto: Zranksurt a.Kl. U686 Bankvettchr: Sewerbebank Gießen Zwillingsrunddruck u. Verlag: Brnhl'fche Univ.-Vuch- u.Lteindruckerei «.Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle ».Druckerei: Schulstr. 7. die Tagesnuminec l' 1 -z um:Nachmittag vorher. Zeilenprcir, s. Anzeigen: örtlich 20 M.. Vermietungen u. Stellengesuche 15Pf., auswärts 25 Pf., b. Platzvorschrift 30 Ps., Reklamen 75 Ps., bei Platzvorschrift 90 Ps. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz. Stadt und Land, Vermischt es u.Ge- richtssaal: Fr. R. Zenz., Anzeigenteil H. Beck, sämtlich in Gießen. Wechsel im preußischen Kriegsmini f Voelcke tödlich verunglückt. es Spor: und Spiel, für die man tributäre Völker in die Arena ^treibt, für uns ist es das Heiligste was es gibt, der Kampf um junsere Altäre, um das Recht des Daseins und dafür, daß unsere iKinder und Kindeskinder einst als frohe Menschen auf freiem! l Boden wohnen können. — In der „Kreuzpeilung" heißt es Eine Laufbahn, kurz, aber au Ruhm und Ehren reich, hat ihren -Abschluß gesunden. — Der „Berliner Lokal-Anzeiger" führt aus Unsere großen Flieger mögen fallen und nach menschlicher Be- -rechnung fallen müssen, aber jeder von. ihnen hinterläßt in Hunderten von jungen Kämpfern das sehnliche Verlangen, ihnen '.gleich zn werden, zum Heil des Vaterlandes. — Tie „Post" sagt Micht vom Feinde bezwungen, sondern einem unglücklichen Zufall -zum Oopfer gefallen, ist Boelcke Jmmelmann gefolgt Er war 'mehr als nur der erfolgreichste deutsche Kampfflieger. Seine bei Ispiellosen Siege in der ßuft erhoben ihn zum ersten Flieger der Welt. Wechsel im KriegSminifterium. Berlin, 29. Oktober. (WTB. Amtlich.) Se. Majestät der Kaiser hat den Kriegsminister Generalleutnant Wild von Hohenborn mit der Führung eines Armeekorps im Westen Pemrftragt und den Führer des 14. Reserve-Korps, Generalleut (narrt von Stein, zum königlich preußischen Kriegs- und Staats kminister ernannt. Diese Veränderung ist durch die Notwendigkeit .'veranlaßt, daß der über die militärischen Maßnahmen im HeiMat .gebiet entscheidende Minister über die in zunehmendem Umfang maßgebenden Bedürfnisse des Feldheeres durch umfassende Erfahrung als Truppen sührer unterrichtet sein muß. Der bulgarische Bericht. Sofia, 29. Oktober. tWTB5 Amtlicher Heeresbericht. Mazedonische Front: Südlich des Prespa-Soes schwache, Gefecht" zwischen Au sklärungsabteilnngen. Westlich der Bahn Bitolia —Lerin lebhafte Artillerietätigkeit. Jur Eerna-Bogeu wiesen wir einige serbische Angriffe ab. Ebenso mißlangen schwächere Angriffe des Feindes aus den Berg Dobrovolje rmd auf die Dörfer Tuechiu -und Monte (?). Aus dnden Wardarufern schwaches Artillerie^ rfciier. Von! Fuße der Vlasica-Planrna rmd an der Struma-Front ist außer vereinzelten Kanonenschüssen nichts Wichtiges zn melden. An der Aegäischen Küste-Ruhe. An der Küste des Schwarzen Meeres und in der Dobrudscha fortgesetzte Verfolgung des Feindes. Unsere Abteilungen stellten überall fest, daß der Feind überstürzt .und in Unordnung nach den Pontonbrücken bei Harsova, Braila, 'Jsaktscha und Tultscha flieht. Die Brücke bei Harsova wurde jam Morgen des 26 Oktober zerstört. Unsere vorgeschobenen W- 'teilungen erreichten die Linie Ostrowo und die Gegend südlich von Ba ba dagh. Im Lause der zwei letzten Tage machten wir über 80 0 Gefangene und erbeuteten sieben Kanonen , fünf Munitionskästen und viele Wagen. Längs der Donau stelleuweise Gewehrfeuer. Wir besetzten eine Insel östlich von Silistria. Sofia, 29. Okt. (WTB. Nichtamtlich. Bericht des Generalstabes vom 29. Oktober. ' Mazedonis che Front: Zwischen Prespa-See und der lCerna lebhafte Tätigkeit der Artillerie. Wir schlugen durch Gegen- ^angrifsc einen feind tickren Angriff zwischen der Eisenbahn Bitolia— Lerin und der Cevna ab. Mehrere Angriffe des Gegners beim , Eerna-Bogeu at ihren Widerstand an der Somme nicht wesentlich geschwächt. Das Ministerium Koerber. Wien, 28. Ott. (WTB.) Die „Wiener Zeitung^ veröffentlicht vier kaiserliche Handschreiben, wonach Baron Burian zeitweilig mit der Leitung des gemeinsamen Finanzministeriums sowie mit der ZentraNeitung! in der Angelegenheit Bosniens und der Herzogewina betraut wird und dem Minister v. Koerber volle Anerkennung und wärmster Dank für die in diesen Aemtern geleisteten aus- >gezeichneten Dienste ausgesprochell werden. Die Demission der bisherigen Minister wird genehmigt und Ministerpräsident v. Koerber mit der Bildung des neuen Ministeriums betraut. Aus der Türkei. Konstantinopel, 29.Oft. (WTB. Nickstunttlich.) Anläß- lvchi des zweiten Jahrestages der Eröffnung der Feind- Türken und Russen veröffentlichen die glatter Arttkel, m denen hervorgehoben wird, daß die Türkei in das dritte Kriegsjahr stärker als je eintrete. Sie geben einen' über die Kriegsereignisse, in deren Verlause sich die türkische Armee nnt unvergänglichem Rrihm bedeckt l>abe und geben ihrer festen Ueberzeugung von dem endgültigen Siege der Verbündeten Ausdruck. 29. Oft (WTB. Nichtamtlich^ Der Watt und Mmmandaiit von Nedfcha, Mdull dltziz Jbn Suud Pascha, landte an den Sultan ein Telegramm worin er ihn zu dem Siege der Türken beglückwünscht ,mb verlangt, es möge ihm durch Jrade der imverzügliche Marsch gegen den gewesenen viTniE ÖOlt 5D?CFJCt Vftllffoirt irtlt f rrt>/>i0fcit%+t tnÄVv'K/wi —. . < Vereinigung regt habe. Russein anfgegeben >verden, dessen Empörung und mit den Feinden des Jslanr alle Stäniwie tief er- England und die Tauchbootgefahr. London. 26.M (W. O b«r hans. Lord Svü e nh a m richtete an die Regierung eine Frage über die Torpeoierung des „Stephano" und anderer brittscher iind neutraler Schiffe durch aas Tauchboot 53". Der Redner fragte, ob die Tor- ^diermngeii rn Ueberernstimmung mit deii deutschen Zusagen w.ären. Er führte emie Erklärung des Präsidenten der Vereinigten Staaten an, daß ein Zuwider handeln den 'Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika zur Folge haben wurde. Sydenharn behauptete, daß wiederholt Schiffe ohne War- ßikng versenkt und Seeleute dabei deir Tod gesundeii hätten Verpflichtmig, die die deutsche Regierung eingegangen sei sei ^ En konische Regierung hätte trotzdem nichts sich huren ckajseii Fast wden Tag komme es vor, daß neutrale Schiffe versenkt wurden. Was inüßten die klemeii neiltralen Staaten ston ihren, nrächttgen Vertreter denken? Die Deutschen sübreii ■ ort : E? Schiff zu. versEir, dem ihre Tauck>- bovte begegneten Der cmzige Unterschied sei, daß> sie nicht inehr ^rpediert würden, aber sie vernichteten die Schiffe eben,a idk vorher, tvenn sie auch nicht so häufig Mord- bemngeii. Am 15. August habe Lord Crewe im Oberhause ZflLpuE gesprochen, wo es Englalch möglick- sein würde, mcht nur m semem, sondern auch im Namen seiner Verbündeten une endgültige Erfiäruug über die Politik zu gebeii, ore gegen^ über dieser ungeheuerlichen Gefahren befolgc werden sollte. Es läge im Interesse der Verbündeten und der Neutralen, die keinen Vorkämhper besäßen, daß diese Erklärung sobald als möglich erfolge^ Lord Beresford sagte, er habe immer angenommen, oaßj die derttsche Regierung beabsichtige, die Vereinigten Staaten in den Krieg hineinzuziehen. Weirn die Vereinigten Staaten an deü Friedenskonferenz teikrehmen würden, so würde das ein bettacht-- licher Vorteil für Deutschland sein. Tie Vereinigten Staates hätten gerade dazu beigettagen, diesen abscheulichen Zustand aufrecht zu erhalten. Die Tauchbootgefäh'r werde von Dag zu Dag ernster. England 'müsse von der Tatsache Kenntnis nehmen, daß sich die Vereinigten Staaten in dieser Hinsicht T nxdyt voll-' kommen neutral verhalten hätten. Grey sagte, er halte die Erörterung .dieser Frage im Augenblick für zwecklos. Die deutsche Regierung sei gegenüber der amerikanischen, nicht der englischen Regierung die Verpflichtung eingegangen. Es sei nicht zweckmäßig, die am^erikanische Politik gegenüber der deutschen Regierung in dieser Frage zu erörtern. Nicht die englische, sondern dre amerikanische Regierung habe darüber zu entscheiden, was die Vereinigten Staaten zu tun hätten. Der Seekrieg. Kristiania, 28. Okt. (WTB.) Wie „Astenposten" erfahrt, ist ein deutsches Tauchboot igestern früh 4 Uhr in Hon- ninigsvaag mit 23 Mann Besatzung des englischenDam- fers „Pola" eingietroffen, der 30 Meilen nördlich vom Noiä>kap cnn Donnerstag 3 Uhr versenkt worden war. „Pola" war mit Kohlen von New Castle nach Alexandrowsk nnterweigs und ist 3500 To^rnen groß. Bergen, 29. Okt. (WTB.) Der Dampfer „Pan" (795 Tonnen) aus Bergen ist gestern versenkt worden. Der Darnpfer war mit einer Kohlenladung von England nach Frankreich unterwegs und war mit 670000 Kronen kriegsversichert. Kopenhagen, 29. Okt. (WTB.) Der dänische Dreimastschoner „Valbor^^ (207 Tonnen) von Sverrdborg> mit einer Ladung von Planken und Brettern von Kanada nach Tunis unterwegs, ist im Mittelmeer von einem Tauchboot versenkt worden. Die Besatzurrig wurde gerettet. Die Eröffnung der bulgarischen Nationalversammlung. Sofia, 28. Okt. (WTB.) Meldung der Bulgarischen Telegraphen-Ageutur. Heute um 4 Uhr nachmittag'hat Ministerpräsident und. Minister des Aeußern Radoslawow im Namen des Zaren der Bulgaren die dritte ordentliche Tagung der 17. ordentlichen Nationalversamm- l u n!g mit folgender Thronrede eröffnet: Meine Herren Deputierten! Unser Nachbar Rumänien, der unter Ausnutzung der nrißlichen Lage des im Kriege mit seinen tteu- losen Verbündeten stehendeir Bulgariens im Jahre 1913 in frevelhafter Art in das Gebiet unseres Königreiches eingedrnngen ist und uns unsere fruchtbare und reiche Dobrudscha geraubt hatte, hat am 27. August des laufenden Jahres der verbündeten österreichisch-ungarischen Monarchie den Krieg erklärt und zu gleicher Zeit durch die Beschießung unserer Dvnaustädte Bulgarien angegriffen, ja, noch vorher haben fetrte Truppen unerhörte Grausamkeiten begangen uttb mit der Ausrottung der bulgarischen Bevölkerung auf dem von ihm geraubten bulgarischen Boden begmmen. Dieses Vorgehen Rumäniens l>at mich gezwungen, unserer tapferen Armee den Befehl zu erteilen, in Rumänien einzudringen, um seine unerwarteten Angriffe zurückzuweisen, Rumänien für das von ihm im Jahre 1913 begangene Unrecht zu züchtigen und unsere Brüder in der Dobrudscha aus der Sklaverei zu befreien. Mit ungestümem Drang und beispielloser Tapferkeit haben unsere Armeen urrd jene unserer Verbündeten — Deutschlands und der Türkei — die feindlichen Truppen in der Dobrudscha besiegt, sie nach kurzer Zeck zur Ohnmacht gezimmgen and dadurch unseren in der Sklaverei schmachtenden, zur barbarischen Ausrottung und zunr Märtprertode vernir- teilten Bin'idern Freiheit und Befreiung gebrackft. Verneigen wir uns vor dem Andenken der für das Vaterlarrd gestorbenen Helden und Märtyrer! Ruhm und Ehre unseren tapferen Armeen, die ebenso sehr in der Dobrudscha wie an den übrigeir Fronten sich mit unvergänglichen Lorbeeren bedeckt haben! Meine Heroen Abgeordneten! Die Benrühnngen, welche meine Regierung im Einvernehmen mit den Verttetern der Nattonalversammlnng aufwendete, um die Verpflegung der Armee und der Bevölkerung sicherzustek- len. haben bereits ihre Früchte fertigt. Ich bin überzeugt, daß durch das Zusamnrenwirken aller Regierungsfaktoren und mit Un- terftützung der Bevölkerung diese Bemühungen von jenem Erfolge gekrönt sein werden, der unumgÄr glich notwendig ist für das Gelingen des nationalen Werkes, tvelches das bulgarische Volk in dem gegcnwärttgcn Kriege verfolgt. Meine Herren Abgeordneten! Meine Regierung wird Ihnen zur Genehmigung unterbreiten ein dreimonatiges Budgetprovisorium für das Jahr 1916 und das Budget für 1917 sowie Vorlagen bettesfend Maßnahrnen, die mit dem Kriegsbedarf und der Verwal- ttmg des Königsreiches und der jüngst befreiten und angegliederton Gebiete zusammenhängen. Ich bin überzeugt, daß Sie, dnrchHrun- zgeu von der entscheidenden Bedeutung der Ereignisse, welche unser Vaterland jetzt durchlebt, eines Sinnes sein werden bei der Beratung dieser Maßnahmen, die unerläßlich sind, damit bei endgültige Erfolg unser gigantisches Ringen ttöne. Ich rufe deir Segen >es Allmächtigen auf Ihre Arbeit herab und erkläre die dritte ordentliche Tagung der 17. Nationalversancmlung für eröffnet. Es lebe die bulgarische Nation! Es lebt die tapfere bulgarische Armee! Nach Verlesung der Thronrede beantragte der Präsident der Sobranj-e, Dr. Watschew, der Armee den Gruß der Sobranje zn entbieten, das Andenken der auf dem Felde der Ehre gefallenen Helden zn ehren und Glückwunschtelegramme an den Generalstabschef Jekow sowie an den Kommandanten der dritten, in der Dobrudscha operierenden Armee zu 'enden. Der Antrag des Präsidenten wurde einnlütig unter Zustimmnnigskundgebungen angerwmmen. Aus dem Hauptausschuß des Reichstags. Berlin, 28. Oktivber (WTB.) Der H au pt an s schu ß des Reichstag s beg-ann die Berattmg der F l e i s ch v e r s o r g u n g Der Vorsitzende der Reich-ssleischstelle vertrat die Ansicht, daß es möglich sein iverde, eine Fleischmenge von 250 Gramm wöchentlich M geben. Lhuch die Zulieferung von Mndvidh ür das Heer sei in den letzten Mvimterr nicht nur befriedigend geivesen, vielmehr seien 104 bis 105 Prozent der angefordarten Menge geliefert NMrden. Nicht in dar gleichen Höhe erfolgt die Schweinelieserung. Mit der Erlaubnis voir .Hausschlachtungen sei man schon etwas zu weit gegangen. Ter korffervattve Anttag, Geflügel voll der Verbrauchsregelung auszimehmen, die gemeinsame Mästung von sogenannterr Pensionsschweiuen M erwaitern usw. Werse den ganzen Berso-rgungsplan über den Haufen. Präsident B a t o ck i erklärte, Hühner müßten bei der Mschlachtung gus die Fleischkarle angereäaut werden, tveil sonst Gasthöse und Wohlhabende .einen Sturmlaüf ans die Hühner unternehmen würden und so die Eierversorgung noch mehr eingeschränft werde. Tie Wirkung der Druschprämien sei, daß melir Futtermittel heran- gebracht Umrden. Ti-e Gerstenbaner könnten 40 Prozent rlwer Gerste behalten. Bedauerlich sei, daß nicht überall 250 ©ramm Fleisch gewährt werden könnten. Es lverde aber hoffentlich in einigen Wochen möglich sein. Es sei versucht worden, die Viehpreise zu enken und Höchstpreise für die verschiedenen Tiere festznsetzen. Mer der Durchsührnng ständen große Schwierigkeit^! entgegen. Den Schiebungen mit Fleischkarten in den Gasknürtsbetrieben toerde er entg-egentteten. Ein Vertreter des Kricgscrnährungs-amtes erklärte, Höchstpreise für Gänse würden erwogen. Der Hauptaussckmß wandte sich sodann der Versorgung mit Milch, Butter, Speisefetten und .Eiern zu. Der -borNpenLe der JKcia^ieuuu.i mu, tau uutiau üic VUHu* ferung von Milch mrd Butter tvntrolliert werde. Eine Kontrolle des Erzengerverbrauches fei allerdings nicht möglich. Es sei zu hoffen, das: in wenigen Wochen die in Aussicht genommene Ration an Fett und Butter geliefert werde. Die Milch,Versorgung für die Bedürftigsten >1 ranken, Wöchnerinnen und Kinder sei gesichert. Der Leiter t Reichsfettstelle erläuterte sodann das Verfahren, das die Beff.rverung von Magermilch auf weite Entfernungen sicherstellen soll. Aur dem welche. Empfänge beim Kaiser. Berlin, 28. Okt. (WTB.) Der Kaiser und die K a i - s c r i n besuchten heute vormittag die städtische Volks- speisung in der Zentralmcrrkthalle. Später hörte der Kaiser im Schloß Bellevue den Vortra,g> des Chefs des General- stabs, Gcneralfeldmarschall v. Hindeuburg. Er empfing hierauf den sächsischer! Gesandten Nostiz-Drzewiecki, den mexikanischen Gesandten Jubaran Capmiuy und den brasilianischen Gesandten S. Guvgal do Arnaral. Die Gesandten wurden hiernach auch von der Kaiserin empfangen. Zur Frühstückstwct iin Schloß BcNevuc waren auch General- feldmarsäMli v. Hindeuburg mit Gemahlin und Tochter geladen. Gestern nachmittag hörte der Kaiser im Neuen Palais einen längeren Vortrag des Reichskanzlers. * Berlin, 30. Oft. Verschiedene Blätter lassen sich melden, daß in Rußland die Lösung der polnischen Frage auf unbestimmte Zeit vertagt sei und vorläufig von allen Vergünstigungen für die Polen Abstand genommen werden soll. vre GolöankauWelle ist morgen von 3 bis 5 Uhr geöffnet! Aus Stadt und Land. Dießen. 30. Oktober 1916. *• Amtliche P e rf o n a lna ch r i ch t e n. Der G robbe r z o g hat am 28. Oktober ds. Js. dem ständigen 'Hilfsarbeiter im Ministerium der Finanzen, Abteilung für Finanzmirtfchaft nnd Eisenbahnwesen, Oberfinanzassessor Dr. Franz S ch r o d , den Charakter als „Finanzrat" verliehen. L. U. Von der Landes Universität Gießen. Professor Dr. Hamann (Marburg) wird auch in diesem Wintersemester Kunstgeschichte und Archäologie vertretungs- tveise lesen, und zwar Dienstag von 5—6 Uhr Hessische Kunststätten (Schiffenberg, Arnsburg, Münzenberg, Gelnhausen, "Marburg, Frankenberg, Schotten, Hirzenhain, Wetzlar, Friedberg, Büdingen), Donnerstag von 6—8 Uhr Italienische Frührenaissance, Dienstag von6bis 8 Uhr Einführung in die griechische Vasen- und Wandmalerei. Die Vorlesungen beginnen am Dienstag, den 7 97ovember. L. U. Kriegsauszeichnungen an Angehörige der Landesüniversität. Se. Kyl. Hoheit der Groß Herzog hat verliehen:Das Ehrenzeichen für Kriegs Verdienste am Kriegs bände dein Geh. Hofrat Prof. Dr. B e h a g h e l. Geh. Iustizrat Prof. Dr. L e i st, Geh. Me dizinalrat Prof. Dr. Geppert, Prof. Dr. König; das Kriegschrenzeichen dem Geh. Hofrat Dr. Haupt, Prof. Dr. Kahle, Geh. Hofrat Prof. Dr. Fromme, Prof. Dr. H e n n e b e r g, Prof. Dr. Helm, Prof. Dr Meyer, -Oberbibliothekar Dr. Heuser, Univ.-Sekretär Erle, stellv. Sekretär des Berwaltungsausschnsses Keß ler, Kliniksverwatter Treppinger nnd Jung, stellv. Ktiniksverwalter S ch l ö r b und Freund lieb, Univ. Diener Schädel, Kanzleidiener Scherf, das Militär- Sanitäts-Kreuz dem Operationswärter Schmidt, Oberpfleger Poppert, Wärter Frischkorn. ** Für verwundete und erkrankte Kriegsteil nehmer findet morgen abend in der Anatomie ein durch Licht bilder erläuterter Vortrag über die Geltendmachung der Ansprüche der Kriegsteilnehmer aus der Kranken- und Invaliden Versicherung statt. , ** Warnung vor Grobheit. Der Frankfurter Polt zeipräsident gibt bekannt: „Aus Veranlassung eines Sonderfalles weise ich darauf hin, daß grobes und unhöfliches Verhalten gegenüber Personen, welche Nahrungsmittel oder sonstige Gegenstände des täglichen Bedarfs einkaufen wollen, unter Umständen als Un zuverlässigkeit des Gewerbetreibenden in Bezug auf den Handelsbetrieb anzusehen ist und zur Untersagung des Handels führen kann Ich bemerke ausdrücklich, daß mir erfreulicherweise bislang nur vereinzelte Beschwerden nach dieser Richtung zu Ohren gekommen sind" Hierzu schreibt der „Frkf. Gen.-Anz": Die War nung isst» sehr am Platze. Es ist wiederholt vorgekommen, daß Verkäufer oder deren Angestellte sich in der Rolle eines Gnaden- austeiler- gefallen und das Publikunc anschnauzen, weil jetzt die Zuchtrute der Konkurrenz nicht vorhanden ist. Die Bekanntmachung des Polizeipräsidenten mag solchen Leuten zur Warnung dienen Die Warnung ist» nicht allein in Frankfurt, sondern auch an vielen anderen Orten ani Platze. ^ ** Kart'vffelprerse. Immer wieder tauchen noch Nach richten aus, daß Kartoffeln in der Hoffnung auf spätere Erhöhung der Preise zurückgehalten werden. Der Präsident des Kriegser nährungsamts I>at in der Vollsitzung des Reichstags am l2. Okt den Vertretern des deutschen Volkes die Erklärung abgegeben, daß, solange er Präsident des Kriegsernähvungsamtes Wäre, Höchstpreise unter kernen Umständen nachträglich erhöht würden. Eh -r sich entschlichen werde, einmal vorgenommene Preisfestsetzungc! nachträglich l>crauszusetzen, würde er zum äußersten Mittel schreiten Man sollte annchmen, daß diese feierlich abgegebene Erklärung die Hoffnung einzelner Produzenten aus eine nachträgliche Er Höhung der Kartoffelpreise endgültig zerstören müßte. •* Aus d e in Stadttheaterbureau. Es sei darum hmgewiesen, daß die morgige Aufführung von SchöuherrS Drama Der W e i b s 1 e u f e l" mit Herrn Kurt W e st r r m a n n vom Darmstädter Hoftheater in der Rolle des Mannes" die. unbedingt letzte des vielumstrittenen Werkes ist. •* Prämie für Großvieh. Ein Antrag des Ober hessischen Viehhaudels-Verbandes auf Gewährung einer Prämie sür besonders gute Fütterung von Großtieren mit dem Erfolge, daß sie reichen Fettansatz haben und demzufolge bei den Schlachtungen besonders gute Schlachtergebnisse bringen, wurde von einer Kon ierenz der hessischen ViebhandelS-Verbände angenommen. In Z»l kauft wird für jedes Stück Großvieh, das ein Schlachtge,vicht von 35 Prozent eraibt, eine besondere Vergütung von 10 Mt. gewahrt ** Der HomuneUlus-Ftlm, den das Lichtspielhaus iBahnhosstiraße 34 am Samstag brachte, behandelt m origineller Weise die Idee des künstlichen Menschen Homunculus Das Ergebnis einer 'wissenschaftlichen Forschung ist Mimisch lute jeder andere auch, nur fehlt ihm das Höchste, was Men scheu he wen bewogt, dre Liebe, mrd^s erwächst ihm ein vermchtender Btennw'n haß. Diesen 'Konflikt hat der Verfasser z u emem Riesen film wette ausgebaut, dessen erster Teil „Gebürt und erstes Abenteu ces Hoiwunrulus" ein vielversprechender Anfang war. Olas Foeliß, der Darsteller des HomuneulUs, bietet eine s >ruspielerische Glanz leisttmg, die in ihrer dramatischen Giesdal tu ugs kraft oft ^ Atem versetzt. Dazu hat die Regieführung glänzende Mlder er sonnen, die allem fllmtechnisch dein Werke große Bedeutung ge een. ner Firiu ul iuij*> ^-orciepuugen gegeben. Der erste Leit wird bis Donnerstag gespielt, der zaveite erscheint in ungefähr vier Wochen. Landkreis Gießen. «'IVj ckt HolzheiNi, 29. Oft. Die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt Leh- er Friedrich Hering, zirrzeit verwundet im St Florian- stift in Broinberq. lll L a n g - G ö >i S , 27. Okt. Dem Gesreiten Will). Aiüller beim Art.-Rgt. 25 wurde das Eiserne Kreuz verlieheii. Wilhelin Müller steht seit Auiang des Krieges im Felde; er ist der Sohn des Johs. Mütter XXXVIII, Landwirt. v. Lollar, 30. Okt. Lehrer T a a b lvurde das Kriegs- e h r e n z e i ch e n vom Großherzog verliehen Sein Sohn Karl Daab, Unteroffizier im Feld-Art.-Regt. Nr. 205, wurde zu" Vize- machtttieister lind Offiziers-Aspiranten befördert lind sei> Sohn Kllrt Daab, Unteroffizier und Offiziers-Aspirant, erhielt das Eiserne Kreuz in beu Sommefrt’mpfnt. Kreis Büdingen. B ü binnen, 30. Oti. Dein Oberleutnant R. Dingelde in, früher im Jnf-Rgt. Nr. t l6, jetzt Führer einer Radfahrer-Kompagnie in ben Karpathen, wurde das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen. = Büdingen, 30. Okt. Zu den vielumstrittenen Versügun- gen über das Sammeln von Bucheckern hat der Gemeinderat einen recht beachtenswerten Entschluß gefaßt, in dem es U.a. heißt: Die Gemeinde Büdingen als Beisitzerin einer der größten Buchenwaldungen Deutschlands ist mit der Gesamtbevölkerung Büdingens mrd der Uin-gegend der festen Ueberzeugung, daß unter den bis jetzt getroffenen Verordnungen keine oder nur sehr wenige Bucheln gesammelt werden. Diese werden zum größten Teile ungenutzt int Walde zugrunde gehen. Der Gemeinverat macht daher folgende Vorschläge: Jeder eckernsammellrd-en Haushaltung find vorab 25 Kllo Eckerii ohne Beschränkung ftei zu geben, darüber hinausgehende Sammlungen jedoch an den Kommünalverband abzuliefern. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 29. Okt/ Unter der Leitung des Kreisrats Tr. Heinrichs tagte hier eine aus allen Orten ^s Kreises stark be- chickte Konferenz, die fick mit der Versorgung des gesamten Kreises mit elektrischem Licht und elektrischer Kraft beschäftigte. Den Verhandlung eit mahnten auch Prooinzialdirektor Geheimrat Dr. U s i n g e r und Baurat S ch ö b e r l aus Gießen bei. Letzterer sprach in einem einleitenden Vortrage über den großzügigen Plan. Das bisherige Versorgungsgebiet umschließt die Gemeinden Alsfeld, Deckenbach und Homberg, erfährt aber eine Erweiterung, der 55 Ortschaften des Kreises angefügt werden sollen. Nun beabsichtigt die Provinz das erste Elekttizitätsnetz dadurch zu erweitern, daß noch 3 0 Gemeinden im nördlichen und westlichen Teile des Kreises ihm angefügt werden. Es sind dies: Arns- l)ain, Bernsburg. Bieben, Elbenrod, Eulersdorf, Fischbach, Gleimenhain, Gontershausen, Grebenau, Haarhausen, Heidelbach, Her- gersdorf, .Höingen, Hopsgartcn, Lehrbach. Liederbach, Münch-Leusel, Ober-Sorg, Reimenrod, Ruhlkirchen. Scbadenbach. Schwabenrod, Schwarz, Seibelsdorf, Udenhausen, Unter-Sorg, Wallersdorf, Wahlen, Wettsaasen und Zeilback). Infolge des Krieges und des Materialmangels kann allerdings mit der Verwirklichung des Planes in absehbarer Zeit noch nicht begonnen werden, voraussichtlich erst nach Friedensschluß. Dreizehn Ortschaften aus dem neuen Versorgungsgebiet l)aben aus sachlichen Gründen die Anschlußver- träge uoch nicht unterschreiben können, die Gemeinde Brauer- chwend zögert noch mit dem Anschluß - Mit der Vollendung des Projektes wird der größte Teil der Provinz Oberhesftn elektrisch ersorgt und damit unabhäiigig von der sich immer mrßlicher gestaltenden Petroleumbeleuchtung bezw. -Versorgung sein. Kreis Schotten. Ws. Gedern, 30. Okt. Das Ergebnis der Sammlintgen beim M a r i n e - 0 v f e r t a g betrug in den der hiesigen Orts grtlpve des Detitsckien Flottenvereins angegliederten 6Zemeindeit Burkhards 50 Mark. Gedern 180,72 Mark, Ober-Seemen 109,73 Mark. # Hocke rsdors, 29. Oft. Das Eiserne Kreuz erhielt Musketier Heinrich Weber. # Lardenbach, 29. Oft. DaS Eiserne Kreuz erhielt der Wehrntauii Eduard S ch o m b c r t. # O b e v I a i 8, 29. Oft. Da? KriegS-Ehrenzeichen erhielten Lehrer Heiur. Al o h r rutd Bürgeruteister S ch a tl e r nt a n n G Rainrod, 29. Okt. Auf dem Felde der Ehre starb der Mitsketier Ailgust Jost uw Res.-Jnf.-Rgt. 87. Kreis Friedberg. chß Ga mb ach, 29. Okt. Ten bayerischen Milttärverdienst orden 4. Klasse mit Schwertern erhielt der Oberleiltnant Lehrer Stroh dahier. Starkenburg und Rheiilhessen. = Darmstadt, 30. Okt. Der Fürstlich Leiningensche Guts S a n s h o f bei Dielbrunn wurde in der Freitagnacht dirrch mrttlun.g ves vaiwralsamts wurden heute hier 30 Militär- Pferde an Landwirte verteilt. _ • — Frankfurt a. M., 29. Oktober. Ter Magistrat hat mit Wirkung vom 1. Novembei an eine neue Milchpreis- verordn n n g erlasse. Der Preis beträgt .bei Lieferitng „frei Rampe Bahnhof Fraiikftlrt" für Vollmilch 30 Pfg. und für Magermilch 20 Pfg. das Liter. Tie Händler dürfen, wenn die Milch bei ihnen im Laden abgeholt wird, aufs Liter 0 Pfg., bei Lieferung frei ins Haus 8 Pfg. aufs Liter aufichlagen. Es kostet demnach für die Verbraucher das Liter Vollnrilch 38 und das Liter Magermilch 26 Pfg. Das ist gegen den Mai 1916 eine Preiserhöhung von 26,66 Prozent für Vollmilch und von 40 Prozent für Magier- milch. - Idstein i. T., 30. Oktober. Das unter Denkmalsschutz stehende prachtvolle F a s s a d e n h a u s T h i m i g in der Obergasse wurde von dem Besitzer der Stadt znm Ankauf angebvten Tie Regierung hat das Angebot befürwortet. Mit der Erwerbung des Gebäudes durch die Stadt eröffnet sich die Möglichkeit, baß das baukünstlerisch werwolle Denkmal vor weiterem Verfall geichützt wird, zumal auch die Regierung daun Brul/ilisgelder in beträefn l ich er Höl)e zur Verfügung stellen wird. Falls das Haus -vhtmig in 'tädtifchen Besitz übergeht, erhofft man, daß in dem Erdgeschoß ein Orrsmusenm, für das die Anfänge bereits vorhanden sind eingerichtet wird. — Dillenburg, 28. Okt. I» der vergarigenen Nacht ivurdeu in fünf Wohnhäusern des Bcihnbwsviertcls schwere Ei n- rüche verübt. I" einem Falle c b :tctcn die Einbrecher für inehr als 1500 Mk. Silberzeug. Be» einem iveiteren Einbruchs- versuche wilrden die Diebe überrascht und verscheiicht. Darlehenskassen nnd Kriegsanleihe. Aus die fünfte Kriegsanleihe waren bis zum 23. Oktober vvllbezahlt 8422,7 Millioiten = 79,1 Prozent des bisher bekannt gewordenen Zeichmtnqsergebnisses von 10 651,7 Millioneu Mark. Die voll den D a r l e h n's k a s s e n für die Zwecke der ünften Kriegsanleihe hergegebenen Darlehen hatten sich am 15. Ok tober 1916 auf 56,6 — 0,77 Prozent des voll bezahlten Anleihe betvages belaufen. Am 23. Oktober war die Darlehenssumme aui 235,1 = 2,79 Prozent des vollbezahtten Anleihebetraaes gestiegen, wobei zu berücksichtigen ist. daß der 18. Oktober — ebenso lote im Jahre 1915 — der erste Pflichteinzahlungsterminaus die neue fünfte Kriegsanleihe war. Wenn trotzdem nur 2,79 Pro^ zent des vollbezahlten LlnleiHebetrages unter Anspruchiiahme dcr TarlelMskassen eingezahlt sind, so ist das ein sehr günstig^ R- stltat — noch günstiger als das, das zur gleichen Zeit des Jahres 1915 bei der dritten und am 23. April 1916 bei der vierten Kriegs anleihe zu beobachten war. Es waren näntlich am 23. Oktober 191 6,5 Prozent und am 23. April 1916 1,8 Prozent der damals v L bezahlten Anleilubeträge lauf die dritte bezw. vierte Krregsanl als Kriegsanleihedarlehen von den Darlehnskassen Herges worden. Für die ersten vier Kriegsanleil-en und deni bisher vollbczv ten Anleihebetrag der fünften Kriegsanleihe sind die Tarlehnskas|eu am 23. Oktober 1916 mit zusammen 1087 Millionen Mark — 2,4 Prozent von rund 45 Milliarden Mark k.ni Anspruch genommen gewesen. 2lm 23. Oktober 1915 waren die Tarlehnskassen für die Zwecke der ersten und zweiten Kriegsanleihe, sowie für die bis znm 23. Oktober 1915 geleisteten Einzahlungen auf die dritt.- Kriegsairleihe mit 1034 Mill. Mark -- 4,6 Prozent der damals für 'die drei Anleihen geleisteten Einzahlungen in Anspruch ge noinnten Ani 23. Llpril 1916 betrugen die Kriegsanleihedarlehen der Tarlehnskassen 1062 Mlll. Mark = 3,1 Prozent der bis zum 23. April 1916 geleisteten Einzahlungen auf die erste, ziveite. dritte und vierte Kriegsanleil>e. Es ist also die bemerkenswerte Feitstellung zu machen, datz die Inanspruchnahme der Tarlehnskassen für die Zwecke der Kriegs atlleihen im Laufe der Zeit nicht etwa stärker, sondern Verhältnis' mäßig geringer geworden ist. Das stimmt mit der Beobachtting überein, daß die fünfte Kriegsanleihe besonders gut und leicht untergebracht worden ist. Briefkasten der Redaktion. iAuouyme Rnsrage» bleiben nnberücksichttgt.» w. K. G. 1. 5lriegsverwendungsfähig, 2. dgl. für. Stetlungs ttnnps. Die Einberufung hängt von dent jemeiligeit Bedarf ab. beftimmter Terntin kann daher nicht angegeben werden. Ei.- ein Großfener fast völlig eingeäfchert. Neben den Gebäuden wurden auch alle Getreidcvorräte, sowie zahlreiche? Groß- und Kleinvieh ein Raub der Flammen. Ver.nutlich liegt Brandstiftung durch russische Kriegsgefangene vor. Der Sanshof war einer der bedeutendsten Gntshoie im Odenwald. ** Darmstadt, 29. Okt. Geh. Oberbau rat von W e l tz i e n, bi? 1898 Referent für Hechbauwesen in der Ministerialabteilun-g für Bauwesen, beging vorgestern die Vollendung seines 80. Lebens jahres in voller Rüstigkeit. Ter Gertannte wurde von Berlin tm Fahre 1888 als Oberbaurat hierher berufeti, wo sich ihm ein umfangreicher Wirk'.tngskreiS eröffnete. Nach seinen Enllvürscn und unter seiner Leitung wurde eine große Anzahl staatlicher Hochbauten in Angriff genommen und ausgeführt, die sich ans die verschiedensten Gebiete des öffentlichen Bauwesens erstreckten. So entstanden zahlreiche Neubauten für Verwaltung und Rechtspftege, für Unterricht und Gesundheitspflege, die im Laufe der nachfolgenden 10 Jahre ihrer Lösung entgegengefuhrt wurden. Von den größeren Bauten die in die Amtstätigkeit von Weltziens fatteil, ntögen hier nur als besonders bemerkenswert die Neubauten der Jrrenklinik und des Hygienischen Instituts in Gießen, die Neubauten der Fellensttafanstalt in Butzbach und die umfangreiche Bauanlage der Landes-Heil- und Pflegeansvalt Philippshospital bet Goddclari bervvrgehoben werden. Von nichtswatlichen größeren Bauaus fuhrunoen erwähnen ivir den Bau der Lungenheilanstalt ^andbach i Odw und der P r o v i n z i a l V f l e g e a n st a l i für Ober- fbei'ien in Gießen. Geh. Oberbaurat von Weltzien trat am I September 1898 in den Rultestand. bei welchen Anlaß ihm das Kowturkreuz 2. Kl. des Philipps-Ordens verliehen wurde, nachdem er schon im Jahre 1896 durch Verleihung des Ritterkreuzes 1. Kl. des Ludew'igsorvens ausgezeichnet worden war. Hessen-Nassau. 1 s M ai-biu a, 28. Ott. In der hettte im Fürstenhaus unter tun Vorsitze des Königlichen Landrats v. L o e w e n st e i n abge- Imltencu Kreistagssi-tzung mürben zur Deckung der 2luS- gaben für Kr i e gs u n t erftü tz u n g e n zwei Anleihen tm Be- traae von je 600 000 Mk. genehmigt. Ebenso genehmigte man den L a n d w e g eb a u e t a t für 1917 tu Höhe von 90 000 Mk. und II 511 Mk für den „K r i e g s h' i l f s v e r e i n des Regierungsbezirkes Kassel für den Landkreis Stallupönen". Ferner beschloß man beu Beitritt zur „Hessischen Kr i e g s hji l f s k a s s e" zur Ueberlveisung von Notdarlehen an znrückkehrende Sieger und zum Verband o er preußischen Landkreise". Als Mitglieder des K u r h e s s i s ch en K o mm uu al-L an dtages wnr- deti Oberbürgermeister T r o i e - Marburg tmd Burgermelster B r e i t st a d t - Hassenhausen wieder- nnd Univeriitätskurator Ha ssenpsl u g-Marburg an Stelle des zurückgetretenen Forst- meisters Wals Wetter neu ge wählt Schließlich wählte man nach langer Erörterung über die E r n ä h r u n g s f r a g e n usw. und entern diesbezüglichen Vorträge des Unlversitätskurators. Geh. Ober-Regierungsrat H a s s e n p f l u g, einen A u s s ch u ß , der tu Stadt liild Land zur Ausgleichrng ellva entstehender Gegensätze und Meinungsverschiedenheiten tätig sem soll. — ^«r Stabsarzt Tr A b e e nnd der Leutnaitt der Reserve O. E t & c \ b e r n wurden mit dem Wernen Kreuz erster Klasse ausg'-eichuet. — Durch Der- Letzte Nachrichten. Rumänien vor dem Abgrund. Berlin, 30. Okt. Der Stockholmer Korrespoildeut des „Ber liner Malern*eigerS" meldet: Ich erhielt in Viesen Tagen einen Bericht aus Bukarest, der eine höchst benrerkenswerte Darstellung der inneren Lage Rumäiffens gibt. In Rtlmänien ziveifelt danach heute kaum ein polittsch Denkeiiber daran, daß das Land dem Ab- grtmd entgegensteuert. Trotz der pessimistischen Auffassung der Kriegslage herrscht jedoch int Lande bemerkenswerterwepe keine Pwffk mehr. In Bukarest sind zwar einige Flüchtlinge von dcr Grenze eingetroffen, aber sowohl die reickiiüre als auch die ärmere Bevölkerung der Hauptstadt beabsichtigt gegenwärtig iitcht m Me- hen, obwohl die Stadt durch ein deutsches Vordrnigen bis Ploeßti bereits von der 'Außenwelt abgffchnitleu märe und in der Hliuptstadr das Gerücht umläuft, daß die deutschen Truppen bereits dort steheil. Die allgemeine Auffassung ist, daß es besser sei, in die Hände der Detttscheu zu kommen, als Rußland auf Gnade oder Ungnade aus geliefert zu ifein. Vielfach hört man den Trost, daß es nid)t in deutschen Interesse wäre. Rumänien gänzlich zu veriiichten. Brananu, der iu der Oessentlichikeit jeden Boden verloren hat, beftndet sich vollständig in Händen der Encetite. Aus diesem Grunde sind d i e B e r s u ch e, ein Ministerium a u < breiterer Grundlage zu bilden, gänzlich fehlgeschlagen. Die Leiter der konservativen Partei, Carp, Marg lsiloman und Majoreseu, halteti .heute ein Zusaminengehen mit Bratianu für ausgeschlossen und »vollen imr selbständig versuchen, die schwere Bürde, die Rumänien durch die Kurzsichtigkeit Bvalianiw auserlegt ist, auf ihre Schulterrt M nehmen. Aber dieser Augenblick sei noch nicht gekommeii. Ta Bratiaitu auch in der eigenen Presse alleittlMlben Widerstand findet, ist die Einberufung des Parlantents in gbsehbarer Zeit nicht zu erwarten. Die Libe ralen haben rin Lande allen Boden verloren. Die Oesfentkichkeit fordert ein konservatives Ministerium. Auch Japan führt Schwarze Listen ein. Haag, 30. Okt. Reuter meldet aus Tokio: Die Japanische Regierung bereitet die Ausgabe einer Schwarzen Liste vor. In der Kammer sollen Gesetzesvorlagen'eingebracht werden, durch die solcheii Firmen, die bisher noch ungehindert Händel mit dem Feinde tt'eiben konnten, das Hatidiverk gelegt werden soll. Auch soll die deutsche Propaganda, welche sich in letzter Zeit gegen den ueuen Ministerpräsidenten Terauchi wandte, scharf beobachtet werden. Förman gegen Echniyffep Papier-Bindfaden = m allen Stärken liefert prompt und billigst. Asterweg 53 Ludwig luizjirus Fernspreclierc>05 Mehrere Bureaugehiisen gesucht. Meldungen mit Lebenskauf und Zeugnissen unter Angabe der Gehaltsansprüche erbeten an das 78 i 4 v Sekretariat der Stadtverwaltung. Statt Karten Statt besonderer Anzeige. Heute nachmittag 4 Uhr entschlief sanft unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Ihre Kriegstrauung zeigen an Heinz Bachmann, Mittelschullehrer, cand. phil. und Helene Bachmann geb. Höchst Cassel-Wi. Odenhausen geb. Rühl im 80. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Lehrer Grün und Frau Elise geb. Amend Marie Amend Hermann Grün Reiskirchen, Wiesbaden, den 29. Oktober 1916. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 1. November nachmittags 2 Uhr in Reiskirchen statt. Von Blumenspenden bitten wir auf Wunsch der Entschlafenen absehen zu wollen. 7007 Anfertigung von Jackenkleidern ■ 111 vttniivi 1 ifimivii Mäntel Pelzwaren - Backfisch-Kostüme, ümarbeitea nach neuester Mode jetzt besonders günstig - zu billigsten Preisen -- Jede Garantie für tadellos. Sitz u. besteVerarbeitung Die besten Referenzen stehen zu Diensten F. Rohr, Gießen, jetzt Seltersweg 611 und Frankfurt a. M. om62 Arbeitsvergelmng Für die Feldbereinigungsgesellschaft Attcn- dorf a. d. Lda. Kreis Gießen sollen vergeben werden: 1. Los I u. II Herstellung von Wiesengräben ver- anschl. zu 2122 Mk. 2. Lieferung von Zementröhren 237 Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. zur Einsicht offen. 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Gestern morgen 6 Uhr entschlief sanft in Gott nach kurzem schweren Leiden mein innigstgeliebter Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Nomano Mase Obsthändler im Alter von 41 Jahren, was wir Verwandten, Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Teilnahme anzeigen. Gießen (Bahnhofstr. 48), 30. Oktober 1916. In tiefer Trauer: Frau Masv und Kinder. Die Beerdigung findet Mittwoch, 1. Nov. nachmittags 2 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 7821 7794 hv sucht bei hohem Lohn l Kreisabdeckerei, _Garbenteich. An selbst.Arbeiten gewöhnter junger Mann, der seine Lehrzeit in einer Zigarrenf. soeben beendet, sucht, gestützt a. g. Emvf., anderw.Kontorp. Schr. Ang. u. 012948 a. d. G.A. Junger Mann mit'flotter Handschrift nimmt sofort schriftliche Heimarbeit an. Schriftl. Angebote u. 012950 an den Giehener Anzeiger. Fräulein, welches flott stenographiert u. Schreibmaschine bedient u. m. all. kaufm. 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