Nr. 252 Zn ©ic&cncr A«z«1-er erscheint täglich, außer SonntagS. — Beilagciu Giehener ^amilienb!L1ter; NrcirdlaU für den Areis Sietzen. Vezugrprels: monatl. 9» Ui., vcertel- jährl. Mk. 2.85. durch Abhoks- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch die Post Mt. 2.45 v iertel- jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: für die Schristleituug112 Verlag, Geschäitsstelleöl Auschrist für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. Erstes Blatt *66. Jahrgang Donnerstag, 26. Oktober MS die Tagesnummer tos zürn Nachmittag vor he . seilenpreis,'. Anzeigen: örtlich 20 Vf, Ver- niietungen n. Stellengc- srr6)e15Ps.. auswärts 25 Pf., b. Plahvorschrist 30 Ps., Reklamen 75 Pi., bei Platzvorschrist 90 Pf. Hauptschristleiter: Aug. Goe tz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz, Stadt und SewerbebönHietzen Land Bern,sichtes^Gc- richtssaal: Fr. R. Zenz.i Anzeigenteil' Ä Verk SwilNngsrunddruck u. Verlag: Vrühl'sche Univ.- Buch-u. Steindruckerei R. Lange. Schristlettung, SeschSstrstelle u.vruckerei: Schulstr.r. sämtlich in Gi-ß-m Postscheckkonto: Frankfurt a.M. N686 eneral-Anzeiger für Gbechefte t/k Vankverkehr: (WTB.) Großes Hauptquartier, 25.Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Nupprecht von Bayern. Infolge regnerischer Witterung hat gestern die Gcfcchts- tätigkeit im Sommegebiet nachgelassen; das Artilleriefeuer steigerte sich nur zeitweilig. In den Abendstunden sind französische Teilangriffe auf der Linie Lesboeufs — R a n- eourt vor unseren Hindernissen verlustreich und ergebnislos zusammengebrochen. Heeresgruppe des Deutschen Kronprinzen. An der Nordostfront von V e r d u n hat ein französischer Angriff bis zum brennenden Fort Douaumont Boden gewonnen. Die Kampfhandlung dauert fort. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarsch alls Prinzen Leopold von Bayern. Hin Gasangriff der Nüssen an der S ch t s Ä a r a mißlang; ebenso blieb einem Angriff russischer Bataillone bei Kol. Ostrom (nordwestlich von Luck) jeglicher Erfolg versagt. Ä , Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Im S üd tei le der Waldkarpathrn blieben bei Gefechten minderen Umfanges die gewonnenen Höhenstellungen in unserem Besitz. ^ t ^ , An der Nordoftfront von Siebenbürgen hat sich bei örtlichen Kämpfen die Lage nicht geändert. Nördlich von Campolung machte unser Angriff Fortschritte. . ... Der Vulkan-Pah ist von deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen gestürmt worden. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarfchalls vonMackensen. Die Verfolgung geht planmäßig weiter. Cernavodaiftheute früh genommen. Emzel- heiten sind noch nicht bekannt geworden. Damit ist die in der Dobrudscha operierende rumänisch- russtsche Armee ihrer letzten Bahnverbindung beraubt und ein ungemein wichtiger Erfolg erzielt. An der Mazedonischen Front herrscht Ruhe. Der erste Generalguartiermeister L u d e n d o r f f. Während MaLkensen seinen Siegesschritt beflügelt, während Rumänien das letzte Bollwerk des östlichen Douau- ufevs, Cernavoda, in die Hand seiner Feinde fallen sieht und seine Verführer, die uns feindlichen Großmächte, Seufzer der Enttäuschung und Besorgnis ausstoßen — wie ist da die Kriegslage im Innern des Reiches ? Mut und Hoffnung richten sich stolz empor. Wir haben alle das Gefühl, daß unsere Kräfte ausreichen, diesen ungeheuren Kampf siegreich durchzuhalten. Wir begreifen das ängstliche Erstaunen unserer Gegner über die Sicherheit und Kühnheit der deutschen Strategie. Auch der kleine örtliche Erfolg der Franzosen bei Verdun, von den: uns Ludendorf gestern berichtete, kann uns nicht kopfscheu machen. Hatte der Bernev „Bund" nicht vor einigen Wochen geschrieben, daß Hinden- burg vielleicht nicht davor zurückschrecken würde, die ganze deutsche Front im Westen der neuen Lage entsprechend umzugestalten, das heißt Rückzüge in die Wege zu leiten, sobald der große strategische Gedanke dies verlange? Nun, Hindenburg hat es nicht nötig gehabt, solche Aenderungen vorzunehmen. Wir halten die bisherige deutsche Front, und unsere Angreifer müssen sich die Erwerbung jedes einzelnen zerschossenen Grabens mit den teuersten Opfern erkaufen. Es ist dazu oft gesagt worden, wie viel Zeit unsere Feinde wohl brauchten, um in dem bisherigen Tempo zu ihrem Ziel, an den Rhein, zu kommen, mrd wir lachten dazu. Wer wir warten nicht etwa nur ab, und wir.vergeuden keineswegs diese auch für uns kostbare Zeit? Haben die Franzosen jetzt um Douaumont ein paar Quadratkilometer Gelände gewonnen, so sind wir dafür mit einem schnellen Riesenschritt unserem Ziel im Osten, in der Dobrudscha, näher gekommen. Was das bedeutet, ist in zahlreichen Kommentaren genug hervorgehoben worden. Hören wir die Franzosen, wie sie in ihrem amtlichen Bericht vom 24. d. M. ihren Vorstoß bei Verdun darstellen: „An lder Front von Verdun wurde nach gründlicher Artillerievorbereitung der aus dem! reckten Mäasufer geplante Apgrifs um 11 Uhr 40 Minuten angesetzt. Tie feindliche Linie, die aus einer Frrout von ;7 Kilometern Mißgriffen wurde, ist überall durchbrochen, in der Mitte in einer Tiefe von 3 Kilomietern. Tors und Fort Do u a u tn o n t sind m unserem Besitz. Auf dem linken Flügel haben sich unsere Truppen, Wer das Werk und Gehöft von Thiaumont vorgehend, des Steinbruches von Haudremont bemächtigt und längs des Weges, der von Bcas nach Dvuauinont führt, festgesetzt. Auf dem rechten. Nägel geht unsere Linie von dem Fort nördlich des Eailette-Gehölzes längs des WaldrMrdes, westlich . des Dorfes Vaux, am Waldrand östlich des Fumin-Gehölzes, daun weiter nördlich des Chenois-Gehölzes und der Batterie D a m - loup. Gefangene treffen ein. Die bislxw festgestellte Zahl beträgt über 3500, darunter etwa 100 Offiziere. Das erbeutet^ Kriegsmaterial ist noch nicht festgestellt. Unsere Verluste sind gering." Die Front durchbrechen — der Ausdruck geht wohl etwas weit. Ein 'Stein ist aus der deutschen Mauer herausgebrochen worden, zugegeben, aber die Mauer ist weder umgestürzt, noch ist sie überstiegen worden. Vielleicht wird die Armee unseres Kronprinzen demnächst ebenfalls ein solches Ueberraschungsmanöver veranstalten und die kleine Schlappe wieder wettmachen. Wir haben den Trost, daß die „große Offensive" unserer Feinde im Westen wie im Osten im kritischen Zeitpunkt der siegreichen Schlachten gegen Rumänien uns nicht sonderlich stört. Das verdanken wir ben sorgfältigen Abwägungen unseres großer: Gen ralstabs. Wie aber sieht die Lage im Inner:: aus? Neue Verordnungen in den Etmahrungsfragen stehen im Vordergründe; der Horizont erscheint uns auch in dieser Beziehung nicht schwarz bewölkt, und mit Vergnügen lesen wir in den französischen Zeitungen, daß die in Constantza erworbene Beute an Getreide uns das Leben im Kriege vielleicht ein Jahr verlängern würde. Wir hoffen auch, daß diese Beute recht groß sei und noch mehr, daß wir sie nicht unbedingt notig haben, um noch ein Jahr durchzuhalten. Wir essen, um zu leben, aber wir leben nicht, um zu essen. Die wirkliche Lage im Reiche, oder der „Geheimsinn des Krieges", wie sich Friedr. Lienhard in einem Feuilleton des „Tag" ausdrückt, ist noch etwas dunkel. Wer es geht hier wie im Leben des Einzelnen so häuftg. Wissen wir immer, wohin unsere Lebensreise geht, fehlt uns nicht oft die Möglichkeit, auch nur ein Jahr der nächsten Zukunft für unser persönliches Geschick hell zu überblicken? Und doch geben lvir uns zufrieden damit, wenn uns der innere Friede gegeben ist. So sollte es im Leben des Volkes auch bestellt fern. Lienhard Lagt in seinem Aufs abteilungen. An der Küste des ägäischen Meeres hat ein feindliches Torpedoboot die Küste westlich von Maronia erfolglos beschossen. Rumänische Front: In der DobrUdscha verfolgen die verbündeten Tvilppen den Feinds Lljm! Abend des 24. d. Mts. erreichten sie jdie Linie Taschavlu-Soe—Höhe 144 (westlich der Ortschaft Ester Dobabantu)—Doktomak—Gote 126 bei Test ca iHöhe 114)—Höhe 117—Movila—Mossuo—Oprea—Kokurteni. Heute früh hat die erste Infanteriedivision (Sofia) Cer- nxavoda genommen. Die Verfolgung dauert sort. Die in Con stanza geinachte 'Beute ist beträchtlich. Sie betrügt 500 Waggons und mehrere Lokomottven, (der Bahnhof ist unbeschädigt geblieben), iza hl reiche Pettoleumbehälter, fast sämtlich gefüllt, Schuppen am Hafen^ und Magazine, gleichfalls mit Waren gefüllt und im Hafen selbst eine Flott e von 70 türkischen Fahrzeugen, die von den Rumänen zurückbehalten worden waren. Längs der Donau Ruhe. Die Türken in der Dobrudscha. Konstantinopcl, 25. Okt. (WTB.) Aus das Telegramm Mackensens, in dem gesagt wird, die osmanischen Truppen hätten an drei Tagei: währeird der siegreichen^ Kämpfe bei Dopraisar nnd Eobadiml überaus ruhmreich teilgenommen, u:ü) das den Sultan dazu beglückwünscht, daß er solche Soldaten besitze, antwortete der S u l t a n in folgendem Telegramm an der: Generalfell- marschall: Das von einem so tapferer: Befehlshaber mterirerr Truppen gespendete Lob erfüllt ririch mit gerechtem' Stolz. Ich spreckw dem großen Befehlshaber, der sie znm Siege geführt, nreinen Tarik aus. Das Telegramm! schließt mit einem Glückwunsch für den Generalfeldmarschall und dem Wunsche, tz^ott möge wetter solche glorreichen Siege geben. Der rumänische Bericht. Bukarest, 24. Oktober. Nord -und Nvrd West front: Bei Fülghes, Bicaz und im Trotustale ist die Lage imverändett. Im Uzuetale rvurde der Feind rvestlich von Caliriere und Uzul zurückgeworfeu. Der Karnpf dauert mit Heftigkeit fort. Bei Ottuz griften rvir die ganze Front au und nahmen 10 Offiziere, 302 Soldaten gefangen und crbeitteten 10 Maschiuengttoehre. Bei Vrancea leichte Gefechtstätigkett, in deren Vcwlanf lvir ein Maschinengewehr erbeuteten. Im Buzeu-Tale Artilleriekampf. Bei Tablabuzi Ruhe. Bei Bratooea w:d Predckut anhaltendes Artilleriefeuer. Bei Pro deal unternahm der Fettw drei Angriffe. Ter Kamps dauert au. An der Grenze in der Gegend vor: Drage - ftawie heftiger feindlicher Angriff: unsere Trupps: litten chre Stellungen. Im Mt-Tale griffe:: wir den Fenrd an und lvarfcn ihn aus das' linke Mtufer zurück. In: Jiul-Tale befttge Allgriftc der Feinde, die leichte Fortschritte nmcksten. Bei Orsdlva lviesen lvrr eins: feirchlichen Angriff zurück. bndersMge ^eucrtäüflfttt. rr» lTinVr ^t, r £^ V ® lc Aiigrrife des Fordes bauerfea «. rntjcr tafet_^ßü? n ü C CT Somme Itwr am 22. ds. Mts. r>ei klarem Wetter «M-rst rege. Tre deutschen Flngtzeuge führten gn diesem Frontabschnitt allem über 500 Flüge aus. In 209 Lustkämpfen wurde tar Ge gner an diesem Tage angegriffen, und allein im Svmme- Wschmtt der AbschußE von 16 Flugzeugen einivandfrei festgestellt. Eine wertere Anzahl von feindlichen Flng.zerigen mußte hinter ihrer Front notlanden. Bon den an der Westfront am 22 ds Mts im ga-i^en abgeschossenen 22 Flugzeugen sind elf in deutschem Besitz Deutsche Flrcger griffen Truppenlager und Kolonnen mit Bomben und D.aichinengcivehren an und beschossen aus niedriger mt Maschinengewehren feindliche SMtzengraben. In der Rächt mm 21. Oktober warfen deutsche Flugzeuggeschwader mehrme tausend Dlogramnr Bomben auf den Bahnhof von Longueau bei Annens, das Munitionslager von Amiens, die Munitionslager Ea^fh nnd Marceleävc imb auf das Lager Bray g'ur -Somme Ter Bahuhvs von Longirecru geriet in Brand. Es erfolgte eine "Ä* Vau Explosionen, die anscheinend voü Mnnitionszügen her- ruhrten. Gewaltiger Feuerschein war noch lange nach dem'Angriff der Nacht zum 22. Oktober warfen deutsche Geschwader mchv-rc tausend Kilog-rmüni Bomben mit starker Wirkung auf dem Bahn hos von Montdidier, Truppenlager nnd Munitions- inagazme ber ^.nenrieooiirt, Ehuignelles, Harbonnieres uiid Pveyart fvime mp zur ^ront marschierende Kolomieu. Bulgarische Auszeichnungen für deutsche Parlamentarier. ^ S.vfi a, 35. Okt. .(WTB. Nichtamtlich.) Der König hat den ^talvederr! der deuttchen parlamentarischen Abordnung, die :Tm,U^ Bulgarien besuclOe, die folgenden Orden vettiel^en: Den .tterchslagsabgeordneten von Heydebrand und der Lafa und Bafser- ww dem M^gliede des preußischen .Herrenhauses, Fürst .Dzauki-Lntackr tat Ltern der Großofsiziere des St. Alexander-. Ortais: tan Reichstagsabgevrdneten MMer-Meiningen, Dr Erz- Ä: ^ Dr. ©hcfemamt, Dietrich, Tr, Psrnffer und >. .eyer den >^tern der Großoffrzieoe des nationalen Zivilverdienft- wcner dein BotsMftsrat von Radowitz, zur,^it mrt der Mahrnehnumg der Geschäfte des Deutscheri Reiches tm KonstantinopÄl beauftragt, den Stern der Gcoßoffizierc des St. Alexander-Ordens verl-iehen. Das Geschäftsleben in London. ^London, 26. Okt (Pr.-Tel zf.) Das Ministerium des Innern ordnete an, daß alle Geschiäste mn Samstag um 9 Uhr mW F-rettags um 8 Uhr, an den anderen Tagen um 7 Uhr schließen müssen. Ausgeuommen hiervon sind die Gasthäuser, die Metzgereien und die Zeitungsläden. Russische Eisenbahnbauten. Petersburg 25. Okt. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegraphenagentur. Für 1917 werderl 283.3 MiMonen Rubel für KL,-?.! 1 v $£ c r Staatsbahnen und die Ausdehnung des bereits . wZ&towf™- Im Jahre 1917 nni© mitJocnt olau von elf Linien begonnen werden. Zn dieser ffiWg? dw Bahnen.- von Rjäsan nach Tula, von Mvskau nach wdas,m uiid Icmez, von Nftchnr-Nowgorod nach Sinlbirsk und mm Kotlas rmch Soroki, sMeßlich die Irans kau kasiftl« .Glseiibahn, Die Gesamtlänge aller dieser Linien wird 7777 Werst vetvagen. ' Norwegen und Deutschland. I Kristiania. 25. Oft. (WTB.) Der Dampfer „Ull I ist am Samstag in der Nähe der englischen Küste versenkt > worden Der Dampfer „Al ix", auf der Reise zwischen ! England und Frankreich, wurde gleichfalls versenkt. Die Besatzung ist gerettet. Kristiania, 25. Okt. (WTB.) Die von Bardoe an Aftenposten telegraphierte Meldung, daß ein russisches Wachtschrff versenkt wurde, bestätigt sich. Es soll das armierte Sckstff „Kolgujeff" sein. Amsterdam 25. Okt. (WTB.) Nach einer Lloydmeldung wurde der schwedische Schoner „Lekna" am 20 Ottober in der Nordsee von emein deutschen Unterseeboot in Brand gesteckt. Der Kapctan urcd >iebpr Mcnru wurden gelandet. Am 22. Oktober uorwegische Barke vom Feirrde angezündet. Die ! Manuichasten beider Schiffe wurden gelandet. ^ JL m L cr ^ öm ' c ^ Lkt. (WTB.) Lloyds meldet aus Bilbao: Ter spanische Dampfer „Victor Chavarri" brachte die Besatzung des norwegischen Dampfers „S he st ad" (2360 Tonnen) und der eng- Mn Dampfer „Barbar a" (3740 Tonnen) und „M i d l a n d" (4247 lAonnen) mrt, tue sämtlich versenkt worden sind. * ?J L (WTB. Nichtamtlich.) „Oestfinmar- rens Foleblad meldet: Der Dampfer „Dag" von Dront- henn ,von Archangelsk nach England init einer 5Ivlzladnna unterwegs, i)t vormittags 11 Uhr vor Berlevaag von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden. Die Mannschaft ist gerettet. ’ ' Kristiania, 25, Oft. (WTB, Nichtamtlich.) Der nor- ^rsche Konsul in Mgrer hat telegraphiert .daß der Danip- ser ^Ravn crm 22, Oktober bet t>.unis versenkt worden ist. Die Besatzung ist gerettet worden und befindet sich ans Heimwege. Der Dampfer „Ravn" war in Kristiania * ? 5 * Okt. (W. Nichtamtlich.) Die norwegische Gesandtschaft in Paris berichtet ,daß der Dampfer den Ausführungen wßÄ^% het : lVä ^ af Nädern über die Finanzlage des Reichs dre Beratung der Regelung der Genrüse-, Obst- und Zuckerversorgung. 5)err v. Batocki teilte mit, daß die Preisfestsetzung für Kohlrüben abgeschlossen sei und noch heute ausgegeben werde. Runkelrübeii und Wurzelfrüchte mußten nt die Höchstpreisverordnung einbezogen werden. Nriftiania, 24. Okt. (WTB.) Außer tax ? Vnegsversichert für 660 000 Kro- Tt^), von deutschen ^eesttettkrafteü tn der Nordsee beschlagnahmt mchimä-enxem taitschen .Hafen aufgebracht , norden sind. Tie vor- Wäsche..Kl7i^oer,ick>erung,^n der sämtliche norwegische Reeder be- teittgt sind erlndet mit Mm Schiffen allein einen Gesamtverlust WeAalb sie ihre Poämwn lvffent- auch private Kasko-VersichenmgsgcseNschaf- getan haben und mich die norwegische Wärenkriegsver- Nmd^ ^ ^ ^siÄl,aft. dal; Amerika ein Ansfuhrver- bot für Schisse zu erlachm beabsichttge, was zwar arff eine bU £ 1 ^ "^Erttge Amt nicht be- bctilen f ^ tn Reetackoeisen für sehr nchglich ge- Ta norweAff^- Reedereien für angeblich bis zu 500 Mllioneii Mmten vnt Ausland bestellt haben, davon den grüßtn äer^e m Amerika unjö England, verfehlen die,'e Nachrichten ^irc Ta K L i d,len ßegentoärtigen Versenkungen m tat Wi^rM Schiffahrtskreisen großes Aufsehen zu mrnfn s>^^se vorläufig durch die Presse gemeldeten Nach- » er»bt ftch für Norwegeri die Nottornidigkeit, in seinem Berng von S chi s s sb a um'a te ri a l allem m.f Deu t schind ?-s^^^lenzn fern das heW ans das Land, dem es ans eng- rvfc 1 bcn 5^2 -Eveais^ Nstl«rci. ' «Ejltch MMmtgvS«- Mcngeii zu tvrslizeu Zur neuen AäseverorSuuug. Die auHeuordentliche Kriapphcit vmt [jat 5cm KricqS. Mi^mmg^mt Veraulaisung gegeben, Maßnahmen m ergrcifei Erhöhung dev Produktion unditzu einer einigermaßen gerechtst Berteilmrg fuhren sollen. Diese Maßnahmen kommrn w ^r BundesEsvevo^m.ng, welclie m tar nächsteti offentlicht ivk-rtai wird, zurm Llusdriick. Dre beabsichtigte Ei'höhnng der Pvodukttear will die mre Ber° ^"Äsbrretchen, daß sie für eine ganze Reil>e von Käse- > ^s -8^^prerse und tanxmstpveckMld axrch die Bcrkau s- ! w^se erhöht. Bn den gesteigerten Milckwvodnckttonswsten waren die bisherigen Kaseprexse niäü inehr m falten, nwrn nicht die Gefahr bestA-en sollte, taß erne große Meiriie — nanvmtlvch von Niager^ milä) tai Bevatbettung auf Käse jetzt dringetid erwünscht ist zur Berfütterung m dre Ställe gebrngen sollte. Wenn die Ver- lvertung der Magennilch bei Verarbeitung aus Käse eine wesentlich geringere fft als Im der Berfütterung, so kann man es tan'Land- jmrt — zumal ta der heutigen großen Kixappheit an Fntternritteln — mcht verdenken, wenn er das eigene Produkt seines Betrieb die Dtagermrlch, zur Aufzucht und Mästung von Schweilten ver wendet. Das Kriegsernährnngsantt hofft, durch di emäßig erhöhten Preise einen Anreiz zur vernrehrten H-erstellung von Käse zu geben Die bisherigen Viißstände in der Verteilung des Käses hatten ihrexi Haieptgrund davin, daß nicht mehr der im Frieden übliche nattrrliclie Verkehr tziviscl>en Käsereien, Großhandel, Kleinhandel nnd Berbrrmckver stattfand. Dw bisherige Vcrordmmg ließ dem H'-rstellcr die Möglichkeit, bis zil 5 Kilo auswärts dirett an den Verbraucher Postpakete mit Käse zu versenden. Der Umfang dieses Poftversandes war ui letzter Zett ein derartiger, daß eine ganz ungerechte und durchaus nusoziale Berteffung des Käses statt'änd, welchfe in den meisten Fällen den Uiohlhab areen Kreise ix zugute kam und zur Folge hatte, bar, der Käse vom Ladenttsch immer mehr verschwand Es steht zu hoffen, daß das Verbot des gewerbsmäßigen Post- imb Fvachtversandes diesem Nebel steuern wird, nnd daß durch dieses Verbot auch eine 'bessere Kontrolle über die Einhaltung der Hochst- preiie erzielt wcrtax farm. Hat die nunmehr ergriffene Maßnahme Erfolg, ,o wird sich eine^Bewirtschaftung des Inlandkäscs. die mit ganz außerordentlichen Schwierigkefteri verbunden sein würde er- brigen. Wcmi schon eine Bewirtsch-aftuixg der Butter nnd der Eier auf ungeheure Hindernisse stößt, wieviel inehr inüßte eine vollständige Rattoniernng des Käses bei tan vielen, vielen Sorten und ihren verschlietaneii Preisen — z-unurl bei tau jetzt vorhandenen genügen Mengen Schwierigkeiten begegnen. Der dritte Zweck tar neuen Verordnung, der an Bedeutung Zden beiden ersten gewiß nicht nachfteht, verfolgt das Ziel, die Vollfettkäserei vollständig zu beseitigen und die Dreiviertel- und Halbfettkäserei auf eftr denkbar geringes Maß eiuzuschränken Das LrnegsernähaMgsantt vertritt den Stmrdpunkt, daß alle Fett^ Kartoffeln und Vranntweinherstellung. .Berlin, 26. Okt. (W.T.B. Nichtwntl.) Um einen Ueberblick iata 6 / 17 ^^^^^ Kartoffeln im Betriebs^ |Xi 9 i 6 /^ mT jpvtfMking;Je* für Zwecke des Heeres un- m Anspruch genommen werden muß, ^ KttegsernähruugSamtes angeorduet, daß l /dP ^Kartoffeln verarbeitenden Brennerei bis »um! ^ovEtar 1916 dem Mstandxgeu Kommunalverband (Landrat, h glexchzeittg tar Spirituszenttale m Berlin, Schellmgstraße 14/15 anzUzeigeti hat: 'Linen Brennereibettieb im Brennereibettiebsjatzch mb/n bereits aufgienoUimen hat oder noch^ aufnehmen wül: d0 Hundertteilen des- altgemeftieü Durchschnittsbrandes ferner Brennerei entspricht: ^Kärtoffelmeiige in Zentnern zur Erledigung tar 90 Hunderttcxle tav allgememen Durchschnittsbrandes unter Zugrunde- legUng von 18 Zentnern Kartoffeln auf tan Hektoliter Brannte Wern erforderlich ist: 4. ivelche Kartoffel menge einschließlich tar seit Bettiebseröff- uung auf Branntwein verarbeiteten Kartoffelik aus seiner eigenes Oruke ihm für den Brennereibetrieb zur Venügiuig stehen. ^^?orgeschneben, daß derjenige, tar dieser Anzeige- Pflicht nicht rechtzeitig genügt, nicht nur Strafe zu gewärtigen hat kndern^xm Betnebsiahr 1916/17 Kartoffeln auf Branntwein gilt für denjenigeii, der tan Bren- ?Ebettich mcht spätestens am 15. November 1916 eröffnet hat, selbst wenn er die Anzeige am 1. November rechtzeitig erstattet bat. Diese letztere Vorschrift bezweckt mittelbar einen Zwang zur De- triebserofNiilug bis höchstens 15. November 1916. Der Vorsitzende Nett-ftbA^Eoeinstelle kann Ausnahmen zulassen, wenn die Betrieboeroffnung ans tat 15. November 1916 infolge behördliches Anordnnngen sowohl hmsiclülich des Betriebes selbst als auckil lnmichtlich der Lreferurigspfticht der .Kartoffeln eigeixer Ernte rwr f ° l if ™ ^ Macht des B^vr-vueidesitzerst liegender Umstande insbesondere Kohlenmangel. Maschinenschäden und Perfonenmangel unmöglirli! war. m 'rPw Okt. (WTB.) In verschiedenen Zeitimgen Deutichlands ist das Gerücht verbreitet, daß die Einfuhr von Käse aus Holland freigegeben worden sei. Wie dre Zentral-Einkaufs-Gesellschast mitteilt, ist die Nachricht unrichtig. Für die Einfuhr und den Vertrieb von Aus- landskuse bleiben die bekannten Besttmmungen unverändert rn Kraft. Aus Stadt ttn5 £attö. Gießen. 26. Oktober 1916. Kartoffetversorgurrg der Stadt Gieße«. Da über die KUrtoffelversoraung Unklerrheiten bestehe^ sex zur Aufklärung auf folgendes hingewief^n. Die^r- sorgung der Stadt Gießen, eiuschließlich Mniken und Anstalten, liegt nach den gesetzlichen Besttmmungen dem Kommunalverband (Kreisamt Gießetl) ob. Die angeließerten Kartoffeln werden vom der St-adt durch die bekaxmt gegebenen 5kartoffelhändler nach Maßgabe der Verbrauchsregelung an die Einwohnerschjast und die Anstalten abgegeben. Der Stadt steht daher Sein Einfluß auf die Menge der vom Kommunalverband mrgelieferten Kartoffeln zu; nur dieser ist in der Lage, dafür zu sorgen, daß genügend Kartoffeln in der Stadt vorhanden sind. Fm Anschluß hieran sei darauf hingewresen, daß dieses Fahr die Landwirte Kartoffeln nur in geringen Mengen in die Stadt bringen. Dies ist darauf zurückzuführen, daß dre Landbürgermeistereien die Anfuhr von Kartoffeln aus ihrer Gemeinde durch öffentliche Bekanntmachung verboten haben. Diese Ausfuhrverbote sind durch Großh. Kreisamt Gießen ausdrücklich auf- gehoben worden. Jeder Landwirt ist daher berechtigt, Kartoffeln direkt in die Stadt an Verbraucher zu liefern. E-> iverden wohl auch die meisten Landwirte mit Rücksicht aus dre Zeit nach, dem Kriege gern an ihre Kundschaft zur Aufrechterhaltung der alten Geschästsbeziehungen liefern. Der Preis beträgt 4,60 Mk. für den Zentner frei Keller des Verbrauchers. Voii vielen Landwirten ist weiter die Besorgnis geäußert worden, daß die Lieferungen auf Kartosfelbezugs- 'cheine ihnen auf die ihnen auferlegten Pflichtlieserurngen ati den Kommunalverband nicht augerechnet würden. Das ist irrig. Nach Ziffer 12 Abs. 4 der Bekanntmachung des Kreisanits vom 14. 9. 16 über die Kartoffelversorgung ind die Bezugsscheine „voii dem lieferiltan Kartoffel erzeuger der Bürgermeisterei seiner Gemeinde zu übergeben, die den Erzeuger in der Liste der Kartofselerzeuger um die gelieferte Menge zu entlasten hatt'. Wer sich also durch ordnungsmäßige .Kartoffelbezugsscheine über den di- refteit Verkauf von Kartoffeln an Verbraucher austveisen l auli, bekoliunt die eutsprecheiide Menge von der für den Konnnunalverband in Anspruch genommenear Menge abgezogen. Es hat daher niemand einen Nachteil dadurch daß er direkt au Verbraucher liefert. * ** Amtliche Personal Nachrichten. In den Ruhe- -tttttd versetzt wtte am 16. Scptanfer der Hauslehrer an ber Volksschule zu M«rmz Mw-ael Schloßer aus sein Nackäutai unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Xioifbc vom 16 November 1916 an. Ihm wurde aus diesem Anlaß tar Titel „Rektor" verliehen: am 18. Oktober der Lehrer an der Voldffcsmte zu Oppeuhmu Bernhard Frolob aus sein Nachsuchen miler Anerkennuiig seiner mehr als bOjähngen treuen Dienste vom 1 VttHjembet 1916 ait. Ihm wurde ans bresem Anlaß öer Tttvl ^Reklvr" verlichen: die Lehrerin an der Volks sckpcke M Worms Luise Reiller aus ihr Nachfuche:: wi'gen ge^vach^^mdherl «inter Anerkmmma iswer treuen Drmste vom 1. ^Ember 1M6an . Ter Grostheizeg bat «nt 14. Oktober den Oberlehr«, an.dem jAmnnasium zu Worms Professor Dr. Otto Se:p aitt sem Narb- suchen unter Anerkennung seiner lawgiäiTjriflen treuen Dienste mit Mrkung vom 16. Oft ober 1916 au in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß! die Krone zum Ritterkreuz 1. .Klasse des Derdienswrdims Plnlipps des Großmütigen verliehen. ** Warn u n g- Die Großh. Direktion der Landes-Heil- und Pfleqeanstalt Gießen teilt mit: Der frühere Wärter der Heil- und Pflegeanstalt Gießen Konr. Decker aus Garbeuteick treibt leider immer noch sein Wesen in unserer Provinz und Hessen-Nassau, und brandschatzt Angehörige von Patienten und Personal der Anstalt, die töricht genug sind, seinen rührseligen Schilderungen Glauben zu schenken. In Friedberg, Limburg a. L.. Obermörlen hat er kürzlich Beträge, am letzteres: Ort im Werte von 100 Mk.. ausgeschwindelt, in Elz, Weckesheim es versucht. Er tritt jetzt auch mit gefälschten Bescheinigungen auf, sein Benehmen wird immer frecher und sicherer. Jeder, bei dem er vorqesprochen hat, sollte unverzüglich Anzeige erstatten, damit der Behörde endlich die Festnahme des gemeinschäd- 5icken Betrügers möglich wird. ** Zu Hausschlachtungen sind nach den Bestimmungen des Kriegsernäbrungsamts nur wirkliche Selbstversorger berechtigt. Als Selbstversorger ist aber nicht derjenige anzusehen, der nur ein Schwein für seinen Haushalt schlacktet, sondern es gehört dazu, daß er dieses Schwein miitdestens 6 Wochen lang gehalten und wirklich gemästet hat. In neuester Kit hat sich nun vielfach der 'Gebrauch eingeführt, daß namentlich vermögende Personen schon ausgemästete schwere Scliweine von Landwirten oder Mastern erwerben und sie, um zur Hausschlachtung berechtigt zu sein, «och sechs Wochen in ihren Räumen halten ohne Rücksicht darauf, ob die Schweine noch ferner in ihrem Gewicht zu mehmen oder gar abnehmen. Ein derartiges Vorgehen ent spricht nicht dem Begriff „Mästung". Um aber dem erwähn ten Mißbrauch vorzubeugen, hat Gr. Ministerium des In nern neuerdings im Interesse der übrigen Versorgungs berechtigten den nicht zweckmäßigen Ankauf von Schweinen über 140 Pfund Lebendgewicht zum Zweck demnächssiger Hausschlachtung verboten. ** Kunstgewerb 1 irches. Daß während des Krieges auch Kunstwerte geschaffen werden, hatten wir Geloqeniheit uns in den Werkstätten der Hofmöbelfabrik Db. Brück, hier, zu überzeug^. Ein selten schönes Stück Arbeit ist tm Laufe eines Jahres von tüchtigen Arbeitern geschaffen worden. Das Werk, eine Kanzel mit an- schlieszendei- Treppe, Treppenbrüstung und Schalldeckel, wird in allernächster Zeit dem Süden gegangen. Welch feiner Instinkt diese Zug Vögel beherrscht, beweist die ihrem Wegzüge unmittelbar folgende Winterkälte. Der Frost überraschte unsere Lmidwirte beim Ern kbringen der Herbstgewächse. Die iwch im Felde stehenden Tick wnrz wurden durch den Frost gedrückt, ziehe:: aber wohl wieder aus Den Gartengewächse:: l>at der Frost das Scheidelied gesungen. Als ein seltenes Vorkommen muß es gelte::, daß mkm noch Mßtte Ok tober grüne Bioh::eii und Erbsen pflücke:: konnte. Den einzeln noch hier und da hängenden Zwetschen hat der Frost nicht geschadet^ sondern sie nur noch süßer gemacht. Zwetschenkuclien — Ende Ok tober, das kommt sehr fetten vor. Kreis Schotten. Ober-Seemen, 22.Okt. Unser langjähriger Bürger^ meifter Peppel erlag plötzlich einem Schlaganfall: nachdem der Kampf ikms VaterlanL ihm! in den letzten Tagen einen ferner Enkel und zu Beginn des Krieges einen Sohn von 35 Jahren entrissen hatte. 71jährig, in ferner 4. Amtsperiode stehend war Bürgermeister Pepoel in den lange:: Jahren seiner Amtstätigkeit bei aller Sparsanlkeit im Gerneiiidehans'liialt dock: auch stets lebent 1 gesunden Fortschritt zugetan. Der Verschiedene war Direktor der hiesigen Spar- und Darlehnskassc und Präsident des Kriegerver eins. Unter überaus zahlreicher Beteiligung fand die Beerdigung! sijalt. Pfarrer Re pp zeichnete ein getreues Lebensbild des Ber storbcnen, und die in Urlaub weilenden Soldaten erwiesen denk 1870/71 Tat eines Verbrechers heraus. Vor einigen Tagen wurde veretts der sehrs charfe Hu:id der Familie vergiftet aufgeftmden. Man nimmt an, daß der Mörder das Tier vor Begehung seiner Tat beseitigen wollte. Die Frmi wurde gestern iwn ocm Mörder durch eine:: Sttch ins Herz getötet. Der Verbrecher floh und konnte entliehen, obwohl die Bluttat schon nach wenigen Augenblicken zur .Mmntnis ka:n. Die Polizei ist der Ansicht, daß der Mörder mit den: Räuber identisch ist, der die Raubüberfälle ans der Zeil, der Kaiserstraße und in der Ncngasse an allein sich in Geschäfts raumen aushaltenden weiblichen Personen verübte. Da verschieden« Gegenstände verniiht werden, handelt es sich um einen Raubmord Im Laufe des heutigen Tages wurden versclnedcne Festnahmen vorgenommen, die aber keine AufNärung brachten. ul. Bad Soden, 26. Okt. Im Alter von 35 Jahren starb hier der Kaplan Heinrich M e u r e r. Der Priester, der schon längere Zeit leidend war, wurde während der Predigt von einem Herzschlag betroffen. '* B a d S o d c n a. d. Werra, 23. Okt. Unser beliebter Kurkapellmeister, Nlnsikdirektor Eduard Lertz, ist in Köln a. Rh. im besten ManneSalter plötzlich verschieden. ul. Limburg, 26. Okt. Bürgermeister Philipp H a e r 1 e n von hier ivurde mit der Rotc-Kreiiz-Medaille dritter Klaffe ausgezeichnet._ _ rm un be tapferen Streiter u::d Inhaber des Eisernen Kreuzes von 1870/71 die letzten militärischen Ehren. Es wurden Kränze niedergelegt u. a vom Kreisa:nttnann Sch ä fr r-Sclwtten, Geineinderatsmitgliev Sittel und Lehrer Keller. — Bor kurzem T>at ein Einnwhücr unserer Gemeinde empfindliche Sttaftn wegen verschiedener Ver gehen! «iegen die Kriegsgesetze erhalten. Weil er Frühjahre seine Dauerwaren, Getreidevorräte und Kartoffeln richtig angegeben liatte, erhielt er 200 Mk. Geldsi/ralfe, die durch Einziehung der nicht angemeldeten Vorräte noch erlieblich ver stärkt >vu:de. GleickMittg wurde er we^en Berl-eimlichang eines kupfernen Kessels beittaft, der ihm ebenfalls ohne Vergütung schlagiiahmt wurde. Kreis Friedderg. "Södel, 26. Okt. Unser»: Pfarrer Beckel ist vom Großherzog das K r i e q s e h r e n z e i ch e n verliehen worden * Ansder Wetterau, 24. Okt. In diesem Jal/re bereitet !das Wetter dem Bauersniann manche Sorge. Heu-, Getreide- mch Grummeternte waren verregnet: der Erntesegen mußte, wenn miau so sagen darf, „gefangen" werden. Jetzt habe:: wir Frost. Die Temperatur sank stellenweise so tief, daß ein Deik der Hackfrüchte erfrcwen ist. Ganz besonders haben die Dickwnrz gelitten, die am> Tage vorher ausgemacht und über Nacht nicht z-ugedeckt «uf dem! jAcker lagen. Auch die Runkeln mit schleckst ausgebildetem Kraut sind nickst olwe Schaden davon gekommen. Die Herbstansscrat ist im Gange: doch ist ein sehr großer Deil noch aus^usäen. Der Mangel an Arbeitskräften macht sich sehr fülstbar. Die Lieserrnig der Zuckerrüben tot bereits begonnen. Man ist mit dem Ertrage zufrieden. Kreis Wetzlar. n. Atzbach, 26. Oft. Einen erfreulichen Anblick gewähren jetzt unsere Krantf el der. Kapes ist sehr begehrt und wird im Zentner mit 7 Mk. bezahlt. Aus Station Dorlar wurden bereit« mehrere Waggons verladen, eS gilt in erster Linie die Bedürfnis: der Kreisbewohner zu decken. Hessen-Nassau. 0 Marburg. 24. Okt. Daß in diesem Herbst auf dem Lande in der näheren und ferneren Umgebung unserer Stadt viel Zwei sckiennms gekocht wurde, zeigte die rege Nachfrage bei den hiesigen Töpfer::, die die weitbekannten „M arb arger Dippcrchc n" machen. Die Bestellungen gingen so reickstich ein, daß alle Vorräte schnell aus verkauft waren und alle Töpfe, die nur zu l^abe:: waren als Mustöpfe Berwerldling fanden. Dem Töpfergcwcrbe, das infolge der dlurch den Krieg stocke::den Ausfuhr von Waren ilach den: Auslände sehr geschädigt ivurde, ist die Einnahme wohl zu gchmen. — sDem Leutnant und Kompagiiieführer Budde im Jnf.-Reg. 2?, Sohn des Univcrsitätsprofessvrs Geh.-Rat Budde :vurde vom Kaiser das Eiserne Kreuz 1. Klasse persönlich über reichst. --- Frankfurt a. M., 25. Okt. Die Mordtat in de Kölner st raste, der am Dienstag nachmittag die 30 jährige Ehefrau des Gastwirts Fritz Lähnemann zun: Opfer siel, stellte sich den bisherigen Ermittlungen zufolge als die wohlüberlegte vermischte». * Stockholm, 25. Okt. (WTB. Nichtaintltch. Der neue Trollbättan-Kanal, der bedeutend vergrößerte und verbesserte Verkehrsweg zwischen de:n Weener-See und der Nordsee, ist nach siebenjähriger Arbeit heute vom König feierlich eröffnet worden. Ein Sonderzirg führte gestern abend den König mit Prinz Wilhelm und dern Prinzen und der Prinzessin Karl, der Herzog dieses LandeSteileS ist, nach Göteborg und heute früh nach Mille Edet, von ivo der Kö,:ig, die Fürstlichkeiten, die Behörden und die geladenen Gäste ans dem Kanal nach Trollbättan zn der eigentlichen Eröffnungsfeier und nach Weenersdorf fuhren. Dem neuen Wasserweg wird eine sehr große Bedeutung für dnS Verkehrswesen in wichtigen Teilen Schwedens von der Preffe beigelegt. _ Universitäts-Nachrichten. — Frankfurt a. M., 25. Okt. In der Universität fand heute die fricrltrfje Uebergabe d e s Rektorats an den mm-, ^wählten Rektor der Universität, Geheimrat Dr. von Arnim, tatt. Mit dem Festakt war die Ernweilsnng einer vom Konsul! Kotzenberg gestifteten Marmorbüste von Franz Adicke-, dem Schöpfer der Universität, verbunden. An der Feier nahn:en nebe:: vielen Ehrengästen auch der Rektor der Universität Gießen und der Prorektor der Technische:: Hochschule zu Darmstadt teil. Der Vorsitzende ides Kuratoriums, Oberbürgernreister Voigt gal' während seiner Festansprache eine neue mehrere Millionen Ma r k unfassende Stisttmg für die Universität bekannt. Der Spender soll aber, da die Satzungen und EinzeNieiten der Stif^ tung noch nicht sestgelegt sind, vorläufig nickst genannt werden. Ferner stiftete:! Kuratorium und Lehrkörper der Universität zum Andenken an Oberbürgermeister Adickes einen Adickesfondst in Hülfe von vorläufig 20000 Mk. für junge Gelehrte zur Förderung ihres Studiums in Form eines Reisestipendiums. Das Ehepaar Ludwig und Rosa Cohnstädt stellte zun: Gedächtnis an ihren im Felde gefallenen Sv-Hn der Universität 12 500 Mk. ür wissensckwftliche Forschungen zur Verfügung. Weitere Sttf- hingen fielen der Universität im letzten Jahre zn von A. Laden.g bürg, A. Meston, Freiherrn von Hvlzhausen und der Familie Keller. — Aus dem Jahresberickst. den Prof. Pohle als scheidender Rektor erstattete, ging hervor, daß der Besuch der Univer- 'ität sich ständig steigert. Im letzten Sommer Halbjahr betrug er 1343 Sttidenten. Von der Studentensckxaft ftelen 24 im letzten: Jahre. Dottorpromvtionen fanden 6 statt. Oberbürgermeister a. D. Mickes sollte von der Technischen Hvckstckiule zu Darnistadt zum Clnendoktor ernamtt werden, die Ernennung unterblieb aber infolge seines raschen Dahinscheidens. Eine »wertvolle Gabe in Form einer Festschrift stiftete der Verein akademisch gebildeter Lehrer Fvankfurts. Der Neubau der Universität ist fertiggestellt und bietet Raum für 2 — 3000 Studenten. Dr. v. Arnim behaiidelte in seiner Antrittsrede das Tliema: „Gereckstigkeit und Staatsrwtwenbigkeit". Nirche und Schule. IsMarbur g . 25. Okt. Unter großer Beteiliaung wurde heute rn: PhÜipvsHause die Missionskonferenz für den .Konfifto- rialbezirk Kassel abgehalten. Nach Ansprachen des Pfarrers H 11 1 - mann und des Vorsitzenden, Konsistorialrat Prof. 0. Born- häuser, sowie Erstattung des Rechensckxiftsbericksts durch den Superinteaidenten Grimmei ans Kaufnngen. hielt daS Ehrenmitglied der Misiionskonferenz, Geheimer Konsistorialrat Professor v. Mirbt aus Göttingen einen über einstündigen Vortrag über Tic evangelische Vdissim: unter dem Druck des gegenwärtigen Krieges" Er schob die Schuld des Brnck?s der Kongoakte auf England. Dadurch seien die farbigen Völker chit in den Krieg gezogen und die Mission in der ganzen WAt geschädigt worden. Ten Vorteil hätten die heidnischen Religionen. Ueberhaupt würde die Verdrän- gung der Vorherrschaft der weißen Rasse die Folge sein Ferner erwähnte xr das merkwürdige Veihalten in dei: neutralen Ländern, besonders in Amerika, das doch sonst sich überall melde, ,wo Unrecht geschehe Cr schloß seine Ausführungen mit dem H:nwnie,,daß auch bei der Mission das Durchhalten geboten sei Abend-5 fand eine öffentliche Dersanistilung statt, wo ebenfalls noch Vorträge über die Lage der Mission in Indien und die Gefangenenlager von Pfarrer Bader-Marburg und Wessel-Obe-rllsttngen gehalten wurden. " Gießen, 26. Okt. Der Rasensportverein »Hessen^ bittet uns um folgende Berichtigung: Am Sonntag hat nicht die 1. Mannschaft deS Sportvereins „Hessen", sondern eine gemischte 2. und 3. Mannschaft gespielt. ES wäre außerdem noch zu bemerken. daß der Sportverein „Merkur" mehr mit einer geliehenen als mit einer KriegSmannschalt spielte, da sich darunter verschiedene Svieler eines auswärtigen Vereins befanden. _ :en heute von itber- Cciitc ttäehrtet»fett. Das Kabinett Kverber. 26. Okt. In parlameutarisck^en Kreisen wucke nachmittag mitgeteilt, daß der gemeinsame Finanzurniister Dr. Kverber sich entschlossen habe, die Kabinettsbildung zu nehmen. Um Vs4 Uhr nachmittags erschien der Obersthofmeist^r des Kaisers, Fürst Montenuovo, bei ihm. Der Sieg in der Dobrudscha. Budapest, 26. Okl. „Az Eft" meldet aus Softa: In der Dobrudscha schreitet die Verfolgung des geschlagenen Feindes fort. Der verfolgenden Kavallerie folgt Jnfantene und Arttllerre beinahe auf dem Fache. Die feindlichen Nachhuten wurden nach erbitterten Kämpfen gelvorfen. Mr den.Feind lvar das Einsetzen des Angriffes am linken russifckxumä:fischen Finget eine große Ueberraschung, da der Angriff el?ec im Mschnitt Cobadinn erwartet w::rde. Die unvorhergesehene. Ve.rleg.Nng des Angrincs in die Nähe der Küste rief eine Panik hervor, deren Anze,ck>en im feindlichen Heere immer dealtlicher heroortreten und täglich stärker werden. Der anfgescheuchte Feind wird von den Verbnlndeten mit beispielloser Energie verfolgt, so daß es ihm nicht gelingt, fick: von dem Drucke der Verfolger loszulösen. Die größte Beute wurde m scharfem Nackidräugen bei Mranmrat gemacht. Bern, 26. Okt. Wie die schtweizerisck)e Presse mdbet, erklärte Rumänien die Gebiete links der Donau als Ki'ie.gszone Die Mittet Mächte halben bisher imgefähr 20 000 Quadratkilometer runräniifchen Bodens besetzt. . ^ Budapest, 26. Okt. Einem Journalftten erklärte Khuen Hedervarv: Die Rumänen haben nur eine einzige Rückzugrsiinie in der Richtung nach J a s s ß. Die Besetzung von Cernavoda bedeutet einen raschen Fortschritt. Die 14 Kilomieter lange Eisenbahnbrncke über die Donau und die Nhnnstirebiete dürften die RuMMlen zn«r sprengen. Die zienrlich stark gebaute Binicke. die einen .Kostenanf- wand voi: 24 Millionen Francs erforderte, wird aber von den Rumänen kannr bis auf die Grundpfeiler vernichtet lverden können, und unseren brave:: Piumäeren :vird es Klingen, die Brücke rasch wiederherzustelle::. Nachruf! Todes-Anzeige. Meine liebe Frau, unsere gute, treue Mutter ist gestern abend gestorben. Dr. Carl Klein und Familie. Giessen, 26. Oktober 1916. 77310 Wir bitten dringend, von Beileidsbezeugungen irgendwelcher Art abzuseben. ü Das Regiment beklagt den Verlust mancher tapferer Unteroffiziere und Mannschaften, die in den schweren Kämpfen des September den Heldentod ge unden haben. Mit ihrem Leben besiegelten sie die Treue zu Kaiser und Reich. Ehre ihrem Andenken. Mit ihnen mussten wir folgende Offiziere zu Grabe tragen: OberSeutn d. Res. Keicher Leutnant der Res. Bazlen Leutnant der Res. Sievers Leutnant der Res. Schäfer Tapfere Offiziere, echte Kameraden, gabensie, dem F einde entgegenstürmend oder todesmutig in der Stellung ausharrend, ihren Untergebenen ein edles Beispiel wahrer Soldatentugenden. Wir werden ihrer stets in Treue gedenken. [7718 D von Westernhagen Major und Führer des Infanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm“ (2. Großh. Hess.) Nr. 116. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten teile ich hierdurch tieferschüttert mit, daß am 25. Oktober mein innigstgeliebter treubesorgter Mann Herr Wilhelm Schmidt VIII. Rechner der Spar- und Vorschuß-Aktiengesellschaft und Gemeinderats-Mitglied zu Großen-Buseck nach langem schweren, mit Geduld getragenem Leiden, im Alter von 51 Jahren, sanft in dem Herrn entschlafen ist ifat *\ In tiefstem Schmerz: Frau Katharina Schmidt geb. Wagner nebst allen Angehörigen. Großen-Buseck, den 26. Oktober 1916. Die Beerdigung findet Sonntag, den 29. Oktober 1916, nachmittags 3 Uhr statt. 7728 »sj f iiiniiimminmnnmmmiimimTirrnniiiimmimmiiiiimmnmmrm Aonntag:, den 29. Oktober 1916 — 5 1 /* Uhr, in der neuen Aula — Kammersänger Ludwig Hess-Berlin (Tenor) Beethovens Liederkreis: An die ferne Geliebte. Lieder von :: Schubert und Schumann :: Arnold Föidesy-I (Cello) Konzert von Haydn. Sonate von Locatelli. Zigeunerweisen :: :: von Sarasate-Földesy :: :: Am Klavier: Professor Trant mann. Eintrittskarten: i-PiatzM-3-, 2.pi a tz me-, s.piat z ■■■■-■ ■ M.L-, 4. Platz 50 Pfg.,sämtl. numeriert, Studentenkarten 75 Pfg., für Schüler u. Militärpersonen, die nicht im Offiziersrange stehen, 30 Pfg. sind in der Musikalienhandlung von Ernst Challier, Tel. 671, und abends an der Kasse zu haben. 73100 Schwarz-Weiß-Theaterjgltog8i 3inr noch heute nnd morgen die mit so großem Beifall aufgeuommenen Filmwerke: Radinnaraub m 4 Akten Irrfahrten der ILlebe m 3 Akten sowie das Pracht-Beiprogramm. Heute Konxert-BegleltuiMI WkWmbllnn, Sttmtertlilitr, MmMilkk, MKiilitten lufttrocken in groben und kleinen Mengen zu kaufen gesucht. 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Für die Hinterbliebenen: In stillem Leid F. J. Altvater. Gießen, den 25. Oktober 1916. Die Beerdigung findet Freitag, den 27. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Beileidsbesuche dankend abgelehnt. [7710 Danksagung. Für die UNS dargebrachten Beweise inniger Teilnahme an dem schweren Verluste unsrer teuren Entschlafenen sagen wir aufrichtigen Dank. 012870 Im Namen der Familie: Lina Hahn Gießen, (Landgrafenstr.2), 26. Oktbr. 1916. Gafe Ernst Ludwig Heute [7163 KÜNSTLER-KONZERT Schellfische in prima lebendfrischer Ware treffen wöchcntlidi Dienstag, Miltwoch 11. Donnerstag ein bei Ang. Wallenfels Gießen, Marktplatz 17. _Telefon 262. 17323 Dir.: Hermann Steingoette Freitag, 27 . Okt. 19 1 abends 8 UOv Volksvrelfe Bolkspri Volks-Vorsiellmii Nkthlll! litt Mi Dramatisches Gedicht ir Aufzügen von Gotth. Er Lessing. 177 Ende gegen 11 Uhr.