Kr. 251 Ter Siebener »nzeißer erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: SietzenerZamiliendlätler; Kreisbloit Wt tzen Kreir Sieben. Vezugrpreis: monatl. 90 Pf.. Vierteljahr!. Mk. 2.65: durch Abhole« u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch diePost Mk. 2.45 viertel« jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüße: fürdieSchriitleiti»ng112 Verlag,Gcschäitsstelleol Anschriit für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. Erster via« 166. Jahrgang Postscheckkonto: Frankfurt a.M. N686 General-Anzeiger Zwillingsrunddruck u. Verlag: vrühl'sche Unio.-Buch- u. Steindruckerei 8. Lange. Schristleitung, Geschäftsstelle u.Druckerei- Schulstr. 7 Mittwoch. 25 . ©Höbet 191« . ul.abme von Anzr,^. '.die Tagesnummer bis ?.imc Nachmittag vorher. Äeilcnpreis, i. Anzeigen: örtlich 20 M., Vermietungen u. Stellengesuche 15 Pf., auswärts 25 Pf., b. Platzvorschrift 30 Ps., Reklamen 75 Pf., bei Platzvorschrift 90 Pf. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Ang. Goetz, Stadt und Land, Vermischt es u.Ge- richtsjaal: Fr. R. Zenz. Ailzeigenteil: H. Beck, vankverkehr: Gewerbebank Gietzen ( 'A f r i predeal, Medgidin und Ra Sir Edward Grey über TOJ Großes Hanptyuartier, 24.Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Wie der 22. Oktober war auch der 23. ein Schlachttag von höchster Krastentfaltung. . Um den Durchbruch um jeden Preis zu erringen. setzten Engländer und Franzosen ihre mit starken Kräften geführten Angriffe fort-, sie holten sich trotz ihres Masseneinsatzes nördlich der S o m me eine schwere b l u t i g e N i ed e r l a g e. Nach Meldung von der Front liegen vornehmlich westlich von Le Transloy ganze Reihen von Toten übereinander. Die Haltung unserer Truppen war über alles Lob erhaben. „ w „ . rjr ^ . Besonders zeichneten sich das brandenburgffche Infanterie-Regiment Nr. 64. das braunschweigische Rcscrve-Jnfan- terie-Regiment Nr. 92. das rheinische Infanterie-Regiment 9tr. 29 und die bayerischen Infanterie-Regimenter Nr. 1 und ^ der Somme kam ein sich vorbereitender Vorstoß im Abschnitt Ablaincourt—Chaulnes in unserem Vernichtungsfeuer nicht zur Entwickelung. Heeresgruppe des Deutschen Kronprinzen. Seine Angriffe an der Somme wollte der Gegner durch Angriffe bei Verdun unterstützen. Unsere Stellungen aus dem Ostufer der Maas lagen unter kräftigem Artillerre- fcuer. Die feindliche Infanterie ist unter unserer starken Artilleriewirknng in ihren Gräben niedcrgchalten worden; die Angriffsversuche sind damit vereitelt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Vom Meere bis zu den Waldkarpathen keine größeren Ereignisse. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Südlich von Kro nstad t (Brafso) ist gestern von deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen in erbittertem Kampfe Predeal genommen worden; sechshundert Gefangene wurden eingcbracht. ^ .. Ä ... . Am Sndausgang des Roten-Turm-Passes ist ln den letzten Tagen starker rumänischer Widerstand gebrochen worden. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Jp scharfer Verfolgung des vor dem rechten Armeeflügel in Auflösung weichenden Gegners hat Kavallerie der Verbündeten die Gegend vonCaramurat erreicht. M e d g i d i n und Rasova sind nach heftigem Kampfe g e n o m m e n. Die Gesamtbeute, einschließlich der am 21.10. gemeldeten beträgt 7 5 Offiziere. 6 6 9 3 M ann, eine Fahne. 52 Maschinengewehre. 12 Geschütze, ein Minenwerfer. Die blutigen Verluste der Rumänen und der eiligst herangeführten russischen Verftärkiingen s i n d s ch w e r. Die Festung Bukarest ist erneut mit Bomben beworfen worden. Mazedonische Front. Nichts Neues. . , Der erste Generalguarttermeister Ludendorff. * Berlin. 24. Okt. (WTB. Amtlich) Eines unserer Marineflugzeuge belegte am 23. Oktober vormittags Hafenanlagen und Bahnhof von Margate an der Themsemündung mit Bomben. , ^ a Am Nachmittag des gleichen Tages wurde an der flandrischen Küste Wer See ein feindliches Flugzeuggeschwader, bestehend aus drei Flugbooten und zwei Landkampfslng- zeugen. von zwei deutschen Seeflugzeugen angegriffen und nach erbittertem Luftgefecht in die Flucht geschlagen. Im Laufe des Gefechts wurde ein feindliches Flugboot ab geschossen. Der Flugmeister Meyer (Karl) hat damit sein viertes feindliches Flugzeug vom Seeflugzeug aus im Luftkampf vernichtet. Nach einiger Zeit kamen die feindlichen Flugzeuge verstärkt durch sechs weitere Flugzeuge zurück. Sie wurden von acht unserer Flugzeuge angegriffen und verjagt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Der Angriff Mackensens in der Dobrudscha schreitet mit unerlvarteter Schnelligkeit vorwärts. Unsere und unserer Verbündeten .Kavallerie hat bereits Caranrnrat erreicht, das beinahe 30 .Kilometer nordwestlich von Conftantza -liegt! Medgidin, der wichtige Eisenbahnknotenpunkt, ist in ! unseren Hunden, und an der Donau ist Rasowa erfaßt worden, so daß wir noch etwa 15 Kilometer von dem vorläufigen Zielpunkt Cernavoda stehen. Es find nicht nur Glanzleistungen deutscher Truppen, die die Kriegslage im Osten so günstig ändern. Mackensen hat, nach dem neuesten türkischen Bericht, dem Sultan zur Tapferkeit seiner in der Dobrudsck>a kämpfenden Truppen gratuliert, mrd encktißüe Meldungen lvisfeu ebenfalls die Tatsache, daß auch türkische Verstärkungen zu Mackensens Heer gestoßen find. Der rumänische Bericht gibt mit unverhüllter Angst den Rückzug in der Dobrudscha $u, während die amtliche Petersburger Veröffentlichung die schlimme Tatsache verzuckert mit dem Bemerken, daß die rumänisch^russischen Truppen sich „etwas" zurückgezogen hätten. Am meisten und wirkungsvollsten hat der Hieb gegen Rumänien — abgesehen von diesem Lande selbst —in E n g- land eingeschlagen. Dort erwachen wieder alle trüben Geister von Antwerpen, Gallipoli und Knt el Amara. Konrmen wir denn wieder, wie immer, zu spät, so fragte ein Offizier und Wgeordneter im Unterhause, und die Regierung wandte sich schädigend ab. Fast aber scheint es, als habe Sir Edward Grey, der ränkereiche Schöpfer dieses Krieges, in seiner nachstehend nritgeteilten Rede bei einem Bankett der fremdländischen Presse in Loirdon schon neue Saiten auf die nicht mehr ganz klangvolle britische Geige aufgezogen. Auch über ihn ist offenbar die Depression von Conftantza hergesallen, wie über die „Times", die der: Fall dieser Stadt als ein großes Unglück bezeichnet. Grey liebt in der Tat die zarteren Geigentöne, während seine Kollegen Asquith, Lloyd George und andere die kriegs gewöhnteren Instrumente, Trommel und Pauke, vorziehen. Er konnte natürlich den Lärm dieser Ministermnsikanten nicht übertönen, das wollte er auch nicht, aber er versuchte, die Ohren der fremdländischen Presse, die auf die Prahlereien der englischen Minister mir den Schwerterklang im Osten gehört hatten, wieder sanft in das Konzert der Entente zurückzuführen. So sehr er sich aber auch anstrengte, in die Wirbelschläge seiner Kollegen und in seine eigne Auffassung einige Harnwnie zu bringen, so wuchtig fällt es ins Auge, daß seine Rede, ganz im Gegensatz zu denen der Herren Asquith und Lloyd George, von einer gewissen Kriegsmüdigkeit getragen war. Er erging sich nicht in großen Ankündigungen, malte uns nicht das künftige Siegesweltbild Englands aus. Im Gegenteil, er ließ in der Frage der künftigen Weltgestaltung ganz bescheiden den — Neutralen den Vortritt! Es ist die alte; gute englische Tradition, andere Völker für sich arbeiten zu lassen, besonders dann, wenn die Kräfte des eigenen Armes nicht ausreichen, oder geschont werden müssen. Was war uns von unseren Feinden alles angekündigt und angedroht worden! Allen denen, die Deutschland „zerschmettern", „strafen" und zerstückeln wollten, muß Grey heute als ein arger Flaumacher erscheinen. Denn er gefiel sich nicht in stürmischer Umarmung dieser glorreichen Zukunft, sondern er beschränkte sich darauf, mit der 'Vergangenheit einen stillen, intimen .Händedruck zu wechseln. Wenn man den Frieden erwähnt, so sprach er, darf man niemals vergessen, wie es zum Kriege gekommen ist. Ein Vorwand, um die von seinen englischen Vorrednern krumm gezerrten Drähte wieder gerade zu biegen. So wärmte er die ollen Kamellen der Kriegsgründe wieder auf. Da ihm die militärische Ueberzengungs- kraft Englands Enttäuschungen bereitet hat und ihm davon für die Zukunft nichts Gutes schwant, versucht er den Krieg durch diplomatische Sophistik zur Entscheidung zu bringen und zugleich den guten Glauben der Völker an Englands Uneigennützigkeit und Ungesährlichkeit wieder neu zu stärken. Will aber Sir Edward Grey wirklich einen baldigen Frieden? Das geht aus seinen Aus- führungennichtmitgenügenderKlarheither- v o r. Wir können seine Erörterung der Schuld am Kriege ganz übergehen, es sind wirklick) nur sophistische Erneuerungen der alten Behauptungen. Wesentlich scheint es uns nur, daß Sir Edward Grey nicht müde wird, auf die Neutralen einzuwirken, und daß er nicht mehr so sehr auf die eigenen Machtmittel Englands pocht, um den Krieg siegreich zu Ende zu bringen, sondern auf das große Weltgericht der „Völkerfamilie" Hatte König Eduard uns fürden Kriegsfall ei nzuk reisenversucht, so bemüht sich jetzt die englische Staatskunst, unsfürdenkommendeuFriedeneinzukreisen. Die Konferenzidee wird wieder in den Vordergrund geschoben. Hat der Leiter der englischen auswärtigen Politik noch volles Vertrauen in den Pariser Vertrag, nach dem die Verbündeten den Frieden nur gemeinsam schließet wollen? Er deutete an: „Deutschland sucht eineu vom andern zu trennen, um sein Ziel zu erreichen." Ob er Rußland ein wenig mißtraut? Ob er die Folgen der Niederwerfung Rumäniens mit jedem Tage ernster fürchtet? Es berührt uns eigenartig, einen so nüchternen Staatsmann plötzlich reden zu hören vom „Andenken an den gemeinsamen >0Eut, der uns durchhalten läßt", wodurch ein dauerndes Sympathieband zwischen England und seinen Verbündeten geschaffen werden solle. Alles in allem ist Greys Rede ein Spiegelbild der wachsenden Sorge Englands vor einem ungünstigen Ausgang des Krieges. Aus diesem Grunde sollen die Neutralen mobilisiert werden. Von kurzen Auszügen, die uns telegraphisch übermittelt wurden, scheint uns eine Stelle aus dem politisch „neugeborenen" Vorwärts das Zutreffendste zu sagen. Das Blatt urteilt: „Schon Kant hatte seine eigenen Gedanken, wenn Staatsmänner der großen Idee der internationalen Gerechtigkeit ihre Ver beug ung machten. Grey ist kein Kantianer, wohl aber hat er als Freund des Angelsports ein Buch über d e n Fischfang ges dyciebeti und er weiß, daß die Idee in der Politik oft dasselbe ist, wie beim Angeln der Regenwurm. Es fragt sich, ob das deutsche Volk im Friedensbund der Völker ein freies, gleichberechtigtes Mitglied sein soll, oder ob der Versuch fortgesetzt roeiden soll, alle wikdenj Drohungen zu verwirklichen, die gegen dieses Volk geschleudertj werden. So lange das deutsche Volk mit dem zweiten Teil dieser Alternative rechnen muß, so lange auf der anderen Seite der Wille vorherrscht, es zu vernichten, muß es sich gegen ein solches Ende, toie seine Gegner es träumen, wehren." Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 24. Ott. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlaulbart: 24. Oktober 1916. Oestlicher Kriegsschauplatz. HceresfrontdesGeneralsderKavallerie Erzherzog Karl. Ocsterreichisch-ungarische und deutsche Truppen nahmen nach erbitterten Kämpfen den Ort Predeal und machten 600 Mann zu Gefangenen. Südlich des Roten-Turm-Passcs macht unser Angriff Fortschritte. HeeresfrontdesGeneralseldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die Lage ist unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. An der küsteuläudischen Front hält das italienische Geschütz- und Minenwerferfeuer an; namentlich an der Karst- Hochfläche sind zeitweise heftige Arttllerie- und Minenkämpfe im Gange. Unsere Flieger belegten ein großes Trainlager bei Sa- vegna erfolgreich mit Bornben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der Vojusa keine Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generaistabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Der türkische Bericht. K o n st a n t i n o P e l, 23. Oktober. (WTB.) Amtliche Meldung. An der Euphrat-Front griffen unsere Erkundungspatrouillen in der feindlichen Stellung eine Batterie an und machten ein Geschütz unbrauchbar. In Persien schlugen unsere Meilungen nordwestlich von Sewudschi Blak eine feindliche Abteilung unter großen Verlusten für diese zuriick. . „ ^ „ Kaukasusfront: int allgemeinen für uns günstige Scharmützel, wobei wir eine Anzahl Gefangene machten. Von den übrigen Fronten ist kein Ereignis von Bedeutung zu melden. Unsere Truppen, die mit beit Verbündeten dir Linie Conftantza — Me diidie überschritten, setzen die Verfolgung des fliehenden Feindes erfolgreich fort. Generalfeldmarschall vvn Mackensen beglückivünschte'den Sultan zu dem Erfolg, den die Tapferkeit unserer Truppen in der Dobrudscha davongetragen hat. Unsere Unterseeboote versenkten dieser Tage vermiedene nach Conftantza bestimmte mit Lebensmitteln beladene Segelschiffe und einen großen Transvortdampfer von 3000 Tonnen Gehalt an der rumänischen Küste. , _ r e Ein Teil unserer nrit der Unterdrückung des Aufstandes beauftragten Streitkräste traf am 6. Oktober im Wfchrritt Bir Ruha Situl 6 Kilometer südwestlich von Medina auf die verschanzten Aufständigen. 9?aben, wobei alle Staaten, owv wie kleine, in Uebereinstimmung mit ihrer Veranlagung Uch als eine Familie der zivilisierten Menschheit auf- bauen In diesem Kampfe setzen wir alle unsere Hüssmut-el au Reich- tum und Material jdivie unsere ganze Arbeit eut. Wir hatten setzt Zeit, eine große Armee auszurüsten und auszubilden. ^Wir setzen, das beste Lebensblut der Nation ein und vergießen es Seite an Seite mit unseren Alliierten, angefeuert durch die Tatkraft, die sie bei der Verteidigung ihres Lande? zeigen. Wir vergießen es, weil lvir wissen, unsere Sache ist die ihrige, und in der Zukunft stehen und fallen wir zusammen, ohne daß sich einer von denr anderen trennt, in dem Bewußtsein, daß die Einigkeit wesentlich ist, nicht allein für den Sieg, sondern auch für unsere Zukunft nnd unser Leben. Deutschland sucht einen vom andern zu trennen, um sein Ziel zu erreichen. Keine Woche vergeht, die nicht unseren Entschluß bekräftigt, mit den Alliierten bis ans Ende zu gehen, und ich hege die Zuversicht, daß nach dem Kriege das Andenken an den gemeinsamen Mut, der uns durch halten läßt, ein dauerndes Sympathieband zwischen unserer Regierung und unseren Verbündeten sein wird. Ich möchte hierbei noch ein Wort über einen anderen Gegenstand sagen. Wenn ich meinen Blick auf die Zeit nach dem Kriege richte, kommt mir der Gedanke, was können die Neutralen tun. Ich schrieb einem Korrespondenten, der mich über diesen Gegenstand befragte: „Ich glaube, das beste, was die Neutralen im gegenwärtigen Augenblick tun können, ist, nach Möglichkeit zu v e r h ü t e n ch laß ein Krieg, wie dieser, sich wieder ereignet. Wenn die Nationen, in einem solchen Abkommen geeinigt, wie im Juli 1914, bereit und entschlossen gewesen wären, daß der Sttcit einer Konferenz oder dem Haager Schiedsgericht unterbreitet, und daß der belgische Berttag beobachtet werden müßte, würde es jetzt keinen Krieg geben! Von den Kriegführenden kann nicht erwartet werden, daß sie viel Zeit verwenden, nachzudcnken, lvas nach denr Siege geschehen könnte, aber die Neutralen können dies tun. Ich sehe, daß reicht Wilson, sondern auch Hughes, die sich um die Präsidcntsckprst der Vereinigten Staaten bewerben, einen Bund unterstützen, der gegründet würde, nicht zu dem Zwecke, den Teilnehmern dieses Krieges in den Arm zu fallen, sondern zu dem Zwecke, eine internationale Pereinigung für die Zeit nach dem Kriege zu schaffen, die das ihrige tun soll, den Frieden in Zukunft zu sichern. Das ist das Werl' der neutralen Länder, auf das wir alle mit Wohlwollen und Hoffnung blicken sollten. Nur nnissen wir im Auge behalten, daß, wenn die Nationen nach dem Kriege imstande sein sollen, etwas Wirksames zu tun dadurch. daß sie sich selbst binden zu dem gemeinsamen Zweck, den Frieden aufrechtzuerhalten, sie auch bereit sein müssen, nicht mehr zu unternehmen, als sie selbst imstande sind, mit Geioalt ansrechtzuerhalten, und darauf zu sehen, daß. wenn eine Krisis kommt, ihr mit Gewalt entgegengetreten wird. Wir müssen sie fragen, wenn die Zeit kommt: Wollt Ihr Eure Rolle auf Euch nehmen.? Die Ausgabe dieses Bundes ist es, darauf zu sehen, daß die Verttäge gehalten werden, und daß (jedes weitere Aushilfsmittel versucht wird, bevor der Krieg zum Ausbruch kommt. 1914 bestand ein solcher Bund nicht. Miemi man sich vorstcllt, daß die Verhältnisse, wie sie 1914 bestanden, ustederkehren, nnd daß dann ein solcher Bund vorhanden ist, wird alles davon ah hängen, ob das nationale Gefühl, das hinter ihnr steht, von den Lehren dieses Krieges so durchdrungen: ist, daß es jede dcation gezwungenermaßen als ihr Lebensinteresfe ansieht, den Frieden anders als durch Gewalt auftechtzuerhalten. Aber man muß mehr als dies haben, man muß nach dem Kriege ein Abkommen über die Methoden haben, nach denen: der Krieg geführt werden darf., Grey verurteilt in seinen weiteren Msführungen die d e u t s ch e Art der K r i e g f ü h r u n g und wies dabei aus das wahllose Ausstreven von Minen, auf den Gasverbrauch, ans das Versenken von .Handelsschifsen mit Mannschaft nnd Passagieren und aus die Greuel in den besetzten Gebieten 'hin. Tie Neutralen hätten ein Interesse daran, zu sehen, daß etwas getan werde, um sie künftig zu sichern. Es müßten Bestimmungen niedergelegt nnd gestützt werden, wvdnrch klar wird, daß jede Nation, die von ihnen, abwiche, in der ganzen Welt als gemeinsamer Feind der menschlichen Rasse betrachtet würde. Grey schl-oß: Jahrelang vor dem .Kriege lebten wir unter dem riesen Sch-rtten des preußischen Militaris- mn s. Es darf keinen Frieden geben mit Ausnahme eines Friedens, der daraus abzielt, sicherzustellen, daß die Nationen Europas zukünftig frei leben. Sie wollerc leben in freier Luft, im Lichte der Freiheit: dafür kämpfen wir. Die schwierige Lage Englands. Kopenhagen, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Das hiesige Handels- nnd Schiffahrtsblatt „Börsen" schreibt: Die schwierige Lage, in der sich Großbritannien infolge der schweren Verluste der englischen Handelsflotte befindet und die sich sicherlich rcvch verschlimmern wird, ist gegenwärtig in der englischen Presse Gegenstand ausführlicher und leibhafter Erörterungen. Von allen Seiten >wird darauf hin gewiesen, daß die englische Handelslotte verhältnismäßig schwerere Verluste erlitten bat, als irgend eine andere, da sich diese in den zfvei Jahren des Krieges aus ungefähr vier Millionen Tonnen oder rund 20 Prozent der Gesamttonnage belcuifen. Gleichtzeittg fverden heute Magen darüber erhoben »daß die Regierung nichts zur Verbesserung der Zustände unternähnce. Das Blatt führt dann englische Blätterftimmen an, in denen es heißt: Ein Mngreifen des Staates ist eine Notwendigkeit, wmrn die Interessen des Schifssbanes und der Reedereien Englands wvr dem langjährigen Wettbewerb weit besser vorbereiteter Länder geschützt werden sollen, wenn die Handelsflotte, die Lin Haupt- äktor des industriellen Wohlstandes des britisck^en Reick>es ist, ihr Ansehen wieder gewinnen will, wenn lvir unsere .Kriegsschulden 'ollen ertragen können, ohne niedergedrückt zu werden und rventt wir nicht zu einenr ungünstigenFriedensschlnß gezwungen werden sollen: denn eine Verlängerung der Feindseligkeiten' erstickt unsere Zufuhren. Es müssen schnell Maßnahmen ergriffen werden, um unsere gegeuwärtige Lage zu verbessern. Die Frage eines Eingreifens .des Maates ist von größerer Wichtigkeit^ als die Ereignisse auf irgendeinem der Kriegsschauplätze. Eine Aeußerung der „Times". Amsterdam, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Wie einem' hiesigen Bstzltte aus London gerneldet wird, gibt der militärische Mitarbeiter der „Times" zu, daß der Fall von Conftantza ein schwerer Schlag für die Alliierten ist. Er glaubt, daß die Wiederaufnahine der Offensive durch Mackensen auf die Ankunft,von Verstärkungen, die zumeist aus Türken bestände::, zurückzuführen sei und hofft, daß die Rumänen alles ausbieten' werden, um Hindenburgs Plan zu vereiteln, während die Alliierten Mi der Westfront und in Mazedonien dafür sorgen, daß die Feinde keine Truppen von diesen Fronten wegnehmen könktten. Bern, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich) In einem Londoiwr Telegramm des „Secolo" über deir Fall von Conftantza beißt es: Die Nachricht von der Besetzung Conftcmtzas wird in politischen nnd militärischen Kreisen als die schlimmste Nachricht betrachtet, die seit Monaten ein getroffen fft. Man habe erwartet, daß die Rumäne:: doch länger Widerstand! leisten würden. Die Gährung in Irland. Berlin, 24. Okt. Wie die „Vossische Zeitung" aris dem Haag meldet, wurde in der irischen Stadt B o y l e das Standbild König Wilhelms 3. von Englmrd von der Menge umgeworsen. Auf den Sockel schrieb man: Hoch Sinn Fein! Nieder mit England! In einer Kirche Südenglands sagten die Geistlichen von der Kanzel herab, die in Dublin erschossenen irischen Rebellen seien christliche Märtyrer, die von den englischen Soldaten wie tolle Hunde erschossen worden seien. Von den Kanzelrednern wurde auch Sir Roger Cassement als Märtyrer verherrlicht. — Im ganzen Süden nick» Westen Irlands herrscht der „Liverpooler Post" zufolge unter dem englandfreundlichen Teil der Bevölkenmg eine Parrik. * * * Der Kampf mit englischen Fliegern. Amsterdam, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Eine Mitteilung der englischen Admiralität besagt: Ein feindliches Wasserflugzeug wurde nachmittags durch eines unserer Flugzeuge abgeschossen und zerstört. Es ist in die See gefallen. Nach der Zeit zu urteilen, ist es wahrscheinlich das Wasserflugzeug, das Sheernetz orueit Gesuch abgestaltet hat. Anmerkung der Red.: Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, ist die Nachricht von den: Abschießen eines deutschen Wasserflugzeuges unzutreffend. ' Eine neue russische Kriegsanleihe. Kopenhagen, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Hiesige Blätter melden aus Petersburg, daß eine neue russische Kriegsanleihe in: Betrage von 3 Milliarden Rubel am 1. November alten Stils zur Zeichnung aufgelegt wird. Die Zeichnungsfrist läuft am 21. Dezember, für die Sparkassen jedoch erst an: 1. Februar 1917 ab. Der Kohlcnmangel in Italien. Berlin, 23. Okt. Im italienischen Wintersahrplan «ollen laut „Berliner Tageblatt" wegen der Kohlennot 2000 Züge ausgefallen sein. Deutschland und Norwegen. Kopenhagen, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „Politiken" berichtet aus Kristiania: Wie mitgeteilt wird, wird die deutsche Note noch nicht veröffentlicht werden, es sei denn, daß die deutsche Regierrrng die Veröffentlichung wünscht. Die Antwort der norwegischen Regierung wird in einigen Tagen erwartet. König Konstantins 2intwort. Berlin, 25. Okt. Ueber König Konstantins Antwort auf die neueste Zumutung der Entente heißt es in verschiedenen Blättern, der König habe die Forderungen mit der größten Entrüstung empfangen und er soll gesagt haben, daß er den Alliierten den Oelzweig anbieten wollte, aber wenn dies die Art sei mit welcher die Anerbietungen ausgenommen würden, so nehme er die Vorschläge zurück, die er gemacht habe. Der Seekrieg. Kopenhagen, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) >,Na- tionaltidende" erfährt aus Kristimna: „Verde:^gang" hat von mehreren Seiten Meldungen erhalten, daß deutsche: Unter fee boote außerhalb des Kristtaniafjords gesehen worden seien. Das Verteidigungsministerium bestätigte auf eine Anfrage diese Meldungen mit dem Hinzufügen, daß eine Verletzung des norwegischen Seegebiets nicht erfolgt sei. Kopenhagen, 24. Okt. (WTB.) Die Stavangerer Bark „At he nie::" mit Grubenholz nach Hartlepool unterwegs, traf in Egersund ein. Ms sich die Bark gestern nachmittag 5 Uhr 40 Seemeilen vor Ryvingen befand, sah man. daß eines der vier anderen Schiffe, in deren Gesellschaft die Bark fuhr, brannte. Gleichzeitig lvuche ein Unterseeboot in der Nähe des be-> treffenden Schiffes gesichtet. , Athenien" steuerte mit allen Segeln nach.Nordnordostcn mrt Winde. Dreißig Minuten später brannte das zweite Schiff, nach abermals einer l-alben Stunde das! dritte, vier Stunden später das vierte. Das letzte Schiisf, lvahrscheinlich die „G u n n", versuchte am Wind gleichen Kr:rs wie „Athenien" zu halten, segelte aber schlecht. Unter den anderen! Schissen war, soweit bekannt, die „Cevera". „?lthenien" löschte die Lichter und erreichte Egersund, wo sie vorläufig liegen bleibt, da sie die Ausfahrt nicht wagt. „Gunn" !var eine Bark aus Kristiania von 483 Tonnen, „Cevera" ein Porsgrunder Schm:er von 439 Tonnen. . Kopenhagen, 24. Okt. lWTB. Nichtamtlich.) Meldung des Ritzauschm: Dirroaus. Nach einem Telegramn: an die hiesige Dampfschiffali'rtsgesellsckiaft Heimdal ist der Dampfer „Helgo" von einem deutschen U-Boot torpediert worden. Die Besatzung ist in Brest gelandet worden. Die „Heliw" war mit Korkabfällen von Lissabon nach Dundee in Schottland unterwegs. Kristiania, 25. Okt. (WTB. NichtanEich.) Die heutig«: Abendblätter bringen an erster Stelle u:tter großen Ueberschriften di^ heute eingelansencn zahlreichen Telegramme über die- die neue Versenkung von sieben rrorwegi schon Schiff«:, fünf Dampfeim und zwei Segelschiffen, sowie über die Ausbringung zweier weiterer Schiffe durch deutsche Seestreitkräfte, wodirrch die norwegische Kriegsvcrsicherung >einei: Gesamt Verlust von 3 755000 Kronen auf einmal erleidet. Ties verfehlt nattirlich gerade bei der gege:rwärtigei: Lage nicht, nicht nur in den zunächst beteiligteir Reederkreisen, sonder:: auch in allen Schichten der Bevölkerung besonderes Au flehen zu erregen. Kristiania, 24. Okt. (WTB. Mchtamtlich.) Die Morgenblätter melden aus Verdoe, daß gestern früh der Dampfer „R e h s i j e l l" (783 Tonnen) fünf Meiler: vor Vardoe versenkt wurde. Die Besatzung wurde gerettet. Der Darnpfer war mit 580000 Kronen versichert und in Kwistiansund beheimatet. In dem Drontheimer Seeverhör anläßlich der Versenkung des rumänischen Dampfers „Bystritza" berichtete dessen Kapitän, ein U-Boot-Kommandant habe ihm erklärt, es befänden sich 10 deutsche U-Boote in: Eismeer. Kristiania, 23. Oktober. (WTB.) Meldung des Ritzauschen Buroaus. Einem Tclegranün' zufolge ist der nottvogische Dampfer „R a f f s u n d", von Narvik nach E::gländ mit Erz imterwvgS, gester:: 130 Seemeilen südwestlich von Marstenen versenkt worden. Die Besatzung wurde in Haugesund eingebracht. Der Dampfer „Secunda" von Haugesund (1512 Brutto- registertonnen) ist versenkt worden. Der Dampfer „E d a m" ans Kristiania wurde nach Emden aufgebracht. Ebenso rvurde der Dampfer „Fjaldli" aus Bergen nach einem deutschen Hafen gebracht. Der Dampfer „Groenhaug" (667 Brnttoregistertonnen) wurde 100 Meile:: vm: der «lglischen Küste versenkt. Das Schiss war von Goeteborg nach Hüll mit einer Ladung Eisen unterwegs und wurde bei Tagesanbruch von einem Unterseeboot angehalte::. Die Mannschaft erhielt zlve: Minuten Zeit z::m Verlassen des Schisses. Sie wurde später von dem norwegischen Dampfer „Losna" ausgenommen. Kristiania, 24. Oktober. (WTB.) Während des Monats Oktober betrug der Gesamt Verlust an .Dampfern bisher 18 Schisse mit insgesamt 22 375 Brnttoregistertonnen und einer Versicherungssumme voir 15 035 000 Kronen. „Llsl-onposteu" erfährt auf Anftag.' bei den Kriegs Vers ichenrngs - gescllschasten, daß die Schiflsversenkungen zweifellos eine Erhöhung der Prämie:: zur Folge haben werden. Eine Bestimmung lßettiber sei jedock: noch nickit getroffen. London, 24. Oktober. (WTB.) Lloyds Agentur meldet: Der Tvottvegische Dampfer „Drasn" ist verstnkh worden. Tie dänische Owelette „Fritz Emil" und die rwrwegischen Dampfer „Rabbi" und „Risoy", sowie der dänische Segler „Le kn a" wurden versenkt. Der grieckxische Dampfer „George M. E m b i r i c v s" ist am Saimstag versenkt worden. Zwölf Mann der Besatzung werden vermißt. Bern, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „Temps" zufolge ist der englische Dampfer „M o m b a s s a" versenkt lvorden. Die Besatzung, 101 Näann und 21 Passagiere, wufldc gerettet. Amsterdam, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich ! Wie Lloyds meldet sind die britischen Dampfer „Cluden" und „W. Har- s ogesunken. _ Aus dem hauptausschuß des Reichstags. Berlin, 24. Okt. (WTB.) In der heutigen Sitzm:g des Hauptausschusses des Reichstages, in der die auf Brotgetreide, Mebl, Hülsenftüchte usw. sich beziehenden Fragen beraten wurden, stellte der Berichterstatter Graf Westarp fest, daß die Schätzungen des Ernteausfalls ein um 4^j Millionen Tonnen höheres Ergebnis hatten, als! ttn vorigen Jahre. Der Präsident des KriegSernahrungs- mntes v. Batocki wies darauf hin, daß der Anbau von Roggen nicht zurückgegangLN ist, sondern sogar zugenommen hat. Er teilte mit, daß das Gerstenkontingent der Brauereien auf 25 vom Hundert herabgesetzt wurde, wozu der Beirat bereits die Zustimmung gegeben habe. Bayern müsse im Hinblick auf seine anders gearteten Ernährungsverhältnisse dieselbe Menge Bier für die Bevölkerung erhalten; aber auch die bayerischen Brauereien müßten die Ausfuhr einschränken. In der weiteren Beratung der Brot- und Mehlversorgung beantragte ein fortschrittlicher Redner eine Erhöhung der Brot- und Mehkration auf Grund des günstigen Ernteausfalles. Er wünschte außerdem eine Herabsetzung des Gerstenkontingents der Bräuereien im Interesse der Verwendung der barste zu anderer: Zwecken. Auf eine Bemängelung der Frühdruschprämien erwiderte der Präsident des .Kriegsernährungsamts v. Batocki, die Frühdruschprämie für alte Getreidearten habe sich ztvar als ein Nebel erwiesen, sie sei aber im.Hinblick auf den Getreidebedarf und zwecks einer schnellen Anlieferung gewährt worden. Unterstaatssekretär Michaelis erklärte, die Frage einer Erhöhung der Brotration um 50 Gramm könne erst nach der am 1. Dezember stattfindenden Volkszählung in Erwägung gezogen werden. Aus dsm Reiche. Kleine Anfraaen im Reichstag. Beim Reichstag sind die folgenden beiden Anfragen eingelaufen i Eine Anfrage des Abg. Bassermann (ntl.): In Portugal ist deutsches Eigentum mit Beschlag belegt worden. Ist der Herr Reichskanzler in der Lage und bereit, nähere Mitteilung hierüber zu machen? Welche Gegenmaßnahmen hat der Herr Reichskanzler getroffen? Ferner eine Anfrage des Abg. Schisser- Magdeburg (ntl.): In Spanien ist wegen der Versenkung von Früchtschiffen durch deutsche U-Boote eine gewisse Erregung entstanden, obgleich diese Maßnahme sich durchaus im Rahmen 6er völkerrechtlichen Bestimmungen hält. Ist der Herr Reichskanzler in der Lage, darüber Mitteilung zu machen, ob die königlich spanische Regierung wegen dieser Vorgänge vorstellig geworden ist und wenn dies der Fall gewesen ist, welche Antwort ihrg eqeben wurde? Berlin, 24. Okt. (WTB.) Die Kaiserin hat aus ihrem Besitz der Goldschmucksammlung eine große Anzahl Schmucksachen von hohem Wert, dämmter schwere Ketten, Armbänder, Broschen und Ringe, überwiesen. Berlin, 24. Okt. (WTB.) Die Bezugsvereinigung der deutschen Landwirte, Strohabteilung, Berlin, Genthiner Straße 38, weist anläßlich wiederholter Umgehungen ihres Strvhverkaussrechtes nachdrücklich daraus hin, daß der Verkehr mit Stroh und Häcksel nach wie vor den bestehenden besonderen Verordnungen unterliegt. Wer Stroh ab- .lsetzen will, hat es nach Maßgabe der Verordnung vom <8 November 1915 zunächst der Bezugsvereinigung anzu- ckieten Daß die in der Futtermittelverordnuna vom 5. Oktober 1916 enthaltenen Ausnahmen sich lediglich auf diese Verordnung beziehen, ist so klar, daß bei einer Umgehung der Angebotpflicht von einer gutgläubigen irrtümlichen Ge- letzesauffafsung nicht die Rede sein kann. Zuwiderhandlungen werden daher grundsätzlich zur strafrechtlichen Verfolgung gebracht. Air- Stabt nnb €anb ♦ Gießen, 25. Oktober 1916. S.U Bon der Landesuniversität Gießen. Mn neuer Anfangerkursus für Türkisch wird in chem kommenden Winter-Semester am Dienstag und Freitag Don 6—8 Uhr von Professor Kahle zusammen mit dem Lektor Mehmed Ali Bey abgehalten. Die Teilnahme ist auch Nichtstudierenden gestattet. Beginn 31. Oktober. •* Beförderung. Vizewachtmeister Schuchard in der Ersatz-Abteilung des Feld-Art.-Rgts. Nr. 40 ist zum Leutnant der Landw.-Feld-Art. 1. Aufgebots befördert worden. ** Kartoffelversorgung. Wir verweisen aus eine ^Bekanntmachung des Kreisamtes und Oberbürgermeisters un heutigen Blatte. Da ein größerer Teil der auslvärtigen Lieferung erledigt ist, ist den Inhabern von Bezugsscheinen, die bisher vielleicht von Landwirten zurückgeschickt worden sind, anzuraten, sich von neuem bei diesen zu erkundigen, ob der Bezugsschein jetzt eingelost werden kann. Sollte dies sich nicht ermöglichen lassen, so ist in dieser kritischen Zeit die Stadt, die mit Kartoffeln ständig beliefert wird, verpflichtet, wenigstens abschläglich, bis einige Zentner vorerst auf den Bezugsschein hin zu verabfolgen. Ein entsprechendes Gesuch ist bei dem Oberbürgermeister, dem die Versorgung der städtischen Bevölkerung obliegt, anzubringen. — Gleichzeitig wird bekannt gegeben, daß auf den Kopf und Tag höchstens 1 Pfund Kartoffeln verbraucht werden dürfen. Auf die Kartoffelmarken der Stadt Gießen dürfen nicht mehr als 7 Pfund Kartoffeln abgegeben werden. Die Kartoffelhändler sind angewiesen, auf Kartosfetbezugs- scheine nicht mehr als drei Zentner Kartoffeln aus den Kops für die auf dem Bezugsschein angegebene Personenzahl abzugeben. Die eigene Kartoffelernte ist von dieser Menge in Abzug zu bringen. Noch nicht cingelöste Kartoffelbezugsscheine sind, falls mehr als 3 Zentner Kartoffeln für die Zeit vom 21. 10. 1916 bis 15. 8. 1917 in Ansatz gebracht sind, auf dem städtischen Lebensmittelamt, Ost-Anlage 39, zur Aenderung vorzulegen. Kartoffelerzeuger dürfen von ihrer eigenen Ernte höchstens IV2 Pfund Kartoffeln für den Kopf und Tag verbrauchen. An Schwerarbei- ter kann eine tägliche Zulage bis zu 1 Pfund Kartoffeln gewährt werden. Diejenigen, die bereits fünfZentner Kartoffeln auf den Kopf bezogen haben, dürfen gleichfalls nichtmehr alseinPfund für den Kopf und Tag verbrauchen. Die Einziehung der überschießenden Menge bleibt Vorbehalten. Kartoffeln, die zu Speisezwecken verwendbar sind, dürfen nicht verfüttert werden. Der Handel und Verkehr mit Saatkartoffeln ist verboten. **KartoffelaussuhrgegenBezugsscheine. Die Bekanntmachung des Kreisamts vom 19. Oktober 1916 (betreffend Einlösung der Kartoffelbezugsscheine scheint aus ' dem Lande noch n»cht genügend bekannt zu sein. Es sei deshalb an dieser Stelle daraus hingewiesen, daß die Bürgermeistereien nicht berechtigt sind, die Aussilhr von Kartoffeln ous ihrer Gemeinde zu verbieten. Es ist jedem L a n d - ßvirt gestattet, Kartoffeln gegen Bezilgs- i w er ne zu verkaufen. F e t t. Um eine gleichmäßigere Verteilung des in den Metzgergeschäftcn bei den Schlachtungen gewonneneil Fetts durchführen zu können, werden von Mittwoch, den 25. Oktober 1916, in den Metzgergescbäften rohes Fett, ausgelassenes Fett (Schmalz), W u r st f e t t und Speck nicht mehr verkauft werden. Die Verteilung erfolgt künftig zusammen, mit den sonstigen Fetten (Margarine und Feintalg) bezirksweise in den Filialen der Molkerei Grieb. Jede ^Fettausgabe wird besonders, bekannt gemacht. ** Jungwehr. Mittwoch, 81/4 Uhr, Komp. 621 (2.): Turnhalle deS Realgymnafrums. Komp. 620 (1.): 1. Abtei- lung: Oberrealschule; 2. Abteilung Gymnasium. ** Der Konzertverein beginnt seine musikalischien Veranstaltungen ' am nächsten Sonntag. Es sind 7 Konzerte vorgesehen anstatt der vorjährigen sechs. Maßgebend für die Erioeite- vung war der Zudrang zu der: letzten Konzerten, die teilweise vor ausverkaustem Saale stattfanden. Das Programm berücksichtigt alle wesentlichen Musikgrattungen und umfaßt: Orchestermu- siik, Chor-Werke, Kammermusik sowie Svlovor- träge Hervorrageicker Gesangs- und Instrumental- Künstler. Folgende Künstler und Künstler-Vereinigungen sind für die Konzerte gewoimen ivovden: der wohlbekannte Tenorist und Konzertsänger Ludwig Heß aus Berlin, Arnold Földesy aus Berlin, ein neuer Meister des Cellospieles, der Baritonist Adrian van der Stap aus Frankfurt, Musikdirektor Fritz Büsch aus Aachen (Klavier) und Adolf Busch aus Wien (Geige). Adolf Busch spielte hier im Jahve 1912 und errang sich damals außerordentlich starken Erfolg. Er wird dieses mal zusammen mit seinem Bruder mehrere Sonaten zum Vorttag bringen und außerdem solistisch wirken. Seit vielen Jahren ist kern Vokal-Quartett in unserem Konzertsaale erklungen. Die Stuttgarter Solisten der vorjährigen Aufführung von Beethovens Missa 1 Frau Kammersängerin T e ste r, Fräulein D i e st c l und die Herren Ackermann und Feuerlein iverden diese Lücke mit dem Vortrage weltlicher, mehrstimmiger Gesänge (Brahms und Schumann) ausfüllen. Weiterhiu kommt das Willequartett aus Dresden, von dessen Mitglickern: Hofkonzertmeister Paul Wille, Alfred Wille, Bernhard Unken st ein und Professor Georg Wille, der letztere sich durch seine Glanzleistungen als Eellovirtuos von einem früheren Konzerte her ein gutes Andenken gesichert hat. Wilhelm Backhaus will sein durch die Eile der Uebersiedeluirg nach Berlin unterbliebenes Abschiedskonzert- nachhvlen und hat sich dem Kouzertverein zugunsten 'der Kriegsfürsorge, der übrigens der Ertrag sämtlicher Konzerte zugute kommen soll, zur Verfügung gestellt. Er wird als Herrscher auf seinem Instrumente nicht nnr allein, sorckern nach seinem Wunsche auch mit Professor Trautmann zusammen auf zwei Klavieren spielen. Die W eihnachtsaufführu n g m der Stadlkirche gruppiert sich um Bach' s che Chor w/. r k e für Orchester, Soli und 'Chor. Professor Trautmann hat Maus dem schier unerschöpflichen Born Ba -ch' scher Kantaten drei ausgewählt, die textlich! und musikalisch der Weihnachtssttmmung und dem Ernste unserer Zeit Rechnung tragen. Sie sind ebenso schön wie unbekannt. Den Beschluß der Spielzeit soll das Konzert des verstärkten Frankfurter Palm en ga r t e n 0 r che - sters unter Professor Trautmanns Leitung im Stadttheater machen. Ern derartiges Konzert hat sett drei Jahren leider nicht mehr stattfinden können; seine Aufnahme in das Programm wird sicherlich dankbar begrüßt werden. Jede sonst gewünschte Auskunft über die Konzerte, Zuteilung der Plätze, Verkauf der Eintrittskarten u. a. vermittelt die Musikalienhandlüng von Ernst Challier, Neuenweg 9, Telephon 671. *• D e in S ch w a r z - W e i ß - Tj) c n t e v ist es gelungen, für diese Woche das große Filnrwerk »Der Radiumraub", mit Leo- poldine Konstantin vom Deutschen Theater in Berlin in der Hauptrolle, zu gewinnen. Ein besonderes Interesse erhält dieses Film- werk dadurch, daß die in dem Drama verwendeten Instrumente zur Radiumbehandlung von der Radiogen A.-G. Berlin zur Verfügung gestellt wurden. Ferner bringt der Spielplan das Drama in 3 Akten „Irrfahrten der Liebe" und ein vorzügliches Bei- programm. ** Das heutige KreiZblatt Nr. 135 enthält Bekanntmachungen über die Abänderung der Preise für Knochenmehl; über Futtermittel: über deu Verkehr mit Web-, Wirk- und Strickwaren und über Kartoffelverforgung. ** Der Städtische S e e f i s ch m a r k t, der am Donnerstag nachmittag 3 Uhr in den Marktlauben beginnt, bringt außer besten Seefischen auch Miesmuscheln zum Verkauf, ivorauf wir besonders Hinweisen. Von allen zum Verkauf stehenden Waren ist genügend Vorrat vorhanden. Landkreis Gießen. -k* Großen-Lin den, 25. Okt. Der Unteroffizier Landwirt Ludwig Luh X, wurde in den schweren Kämpfen an der Somme durch Granatsplitter am Kopse verwundet. Im Frühjahr 1915 wurde er zum Gefreiteu und Unteroffizier befördert und mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. ü. Lollar, 23. Okt. Dcm Großh. Gendarmerie-Wachtmeister Brück wurde vom Großherzog das Kriegs-Ehrenzeichen verliehen. pf. Londorf, 24. Okt. Wieder hat der Krieg ein Opfer und zwar nät ihm das 19., aus unserer Gemeinde gefordert. Gestern erhielt die Familie Johanns Wa gner durch ihren Sohn Philipp und dessen Beutnant die traurige Mitteilung, daß ihr Sohn Johannes, der bei Kriegsausbruch aktiv diente, arn! Morgen des 16. Oktober durch Kopfschuß den Heldentod fürs Vaterland m Galizien gefallen sei. Er und sein Bruder standen in einer Kompagnie, der dritte Bruder kämpft ebenfalls in Galizien. Don den beiden als vernvißr geineldeten Johannes A u m a 11 u und Salli Ka res haben die Eltern ttotz aller Bemühungen noch keinerlei Nachricht erhalten. Kreis Büdingen. — Büdingen, 25. Okt. Vom 1. November ab führt die Mehrzahl der hiesigen Geschäftshäuser den Achtuhr-Laden- s ch l n ß ein. Fc. Büdingen, 24. Okt. Ter diesseitige Metzgerverband verteilt in diesen Tagen Fett an die Landgemeinden. Das Fett wird nur an solche Haushaltungen verteilt, die weder durch. Hausschlachttmgen, noch mit Butter oder Margarine selbst versorgt sind. Landwirte, die Milchkühe besitzen, sind von der Verteilung ausgeschlossen, ebensolche Haushaltungen, die bereits Antrag auf Genehmigung einer Hausschlachtimg gestellt haben. — Die hiesige städtische Volksküche erfreut sich eines großen Zuspruchs. Ende voriger Woche wurden täglich bereits 350 Portionen, pro Portion acht Pfennig, ausgegeben. Die Küche ist jetzt eine Woche im Betrieb. 44 Calbach, 25. Okt. Die Hessische TapserkeitSmedaille erhielt Füsilier A l t e n b u r g. # Nieder-Mockstadt, 25. Oft, Die Musketiere Wilh. 6 cf) a u b a cf) und Karl Neitz erlitten am 20. Sevtember den Heldentod. Beide standen im 21. Lebensjahre. — Das Eiserne Kreuz erhielt der Gefreite Adolf Kern. Kreis Alsfeld. — Alsfeld, 25. Okt. Die Aufkäufer und Zwischenhändler aus Westfalen kaufen gegenwärtig in den Kreisgenwinden alle nur irgendwie erreichbaren Lebensmittel zu jedem Preise auf, durchweg weit höher als die festgesetzten Höchstpreise. Die Polizeibeamten des Kreises ivurden zu unnachsichtlichem Einschreiten gegen die Leute angewiesen. Kreis Lauterblich. z. Bermuthshain, 24. 0fr. Bei der am vorigen Samstag hier abgehaltenen großen Treibjagd, welche der hiesigen Gemeinde zusteht, wurden 8 Rehe und 20 Hasen erlegt. Die m den Feldjagden der Nachbargeureinde gemachte Beute hatte ein fast gleiches Ergebnis. — Die seinerzeit gegen den hiesigen Bei- geordireten Rausch wegeir Urkundenfälschung von der Großh. Strafkammer Gießen erkannte Gefängnisstrafe von 6 Wochen ist auf dein Gnadenwege in eine ansehirliche Geldstrafe rrmgewandelt worden. Kreis Schotten. — Schotten, 25. Okt. Das Kreisamt wies die Kreisbewohner an, die gesamte Kartoffelernte bis zum 28. Oktober restlos zu bergen. Die Nrchtbeiolgmrg dieser Anordnung bedroht es mit empfindlichen Strafen. Wo es an Arbeitskräften mangell, vermittelt das KreiSamt sofortige militärische Hilfeleistung- S ch 0 t t e n , 25. Oft. Die Hessische Tavierkeits- Medaille erhielt der Musketier W e i tz im Res.-Jirf.-Regt. 80, daß Eifer »re Kreuz Musketier Wehl er im Reserve-Jnf.- Regt. 222. # Glashütten, 25. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gardist Ritzel im Jns.-Regt. 115. Ober-Seemen, 24. Okt. Wegen Vergehens gegen die Kriegsgesetze wurde ein hiesiger Larrdwirt mit der Geldstrafe von 200 Mk. belegt. Er hatte iin Frühjahr seine Kartoffeln, Getreideernte, Dauerwaren unrichtig angegeben. Kreis Friedberg. Q. Bad-Nauheim, 25. Okt. Ein ftüher im hiesigen Sprudel-Hotel tättg gewesener Hausbursche stahl seinem Brotgeber in verschiedenen Nächten über 2000 Eier. All^ er heute nacht! das dritte 1000 holen wollte, tvurde er von einem Schutzmann ertappt. Bei seiner Berhasttmg leistete der Bursche heftigen Widerstand und verletzte den Schutzmann durch Messerschnitte und -Stiche an Kopf und Händen in gefährlicher Weise. Am Schluß des Ringens «gelang es dem Spitzbuben zu entkommen. Er wurde heute ftüh in Friedberg verhaftet und unter sicherer Bedeckung ins hiesige Amtsgerichts-Gefängnis überführt. Starkenburg und Rhcinhessen. — B e n 8 h e i m a. d. B., 24. Okt. In den Porphyrwerker bet S ch r i e s h e i in wurde ein italienischer Arbeiter drrrch a b - st ü r z e n d e F e l s m a s s e n erschlagen; zwei andere Arbeiter trugen Verletzungen davon. — Worms, 24. Okt. Zur Erinnerung au die erste Wiederkehr des Todestages seiner Gemahlin stellte Reiichstagsabgeordne- ter Freiherr Hehl zu Herrnsheim der Stadt zur Beschaffung von Kohlen für die Armen 10 000 Mark zur Verfügung: eine gleiche Summe erhielt der Wormser Frauenvereiu zur Verabfolgung von unentgeltlichem Mittagessen an arme Frauen und Kinder. Außer- bem stellte er die Mittel für die unentgelttiche tägliche Speisung von 300 Kindern: und 100 schwangeren oder nährenden Frauen während des Winters bereit. Hessen-Nassau. Die Milchpreiserhöhung. --- Frankfurt a. M., 24. Okt. Tie Vermittelungsversuche der zuständigen Regierimgen des Frankfurter Wirtschaftsgebietes zwischen den Stadtverwaltungen und den Landwirten unr Vermeidung einer Milchpreiserhöhnng sind an dem Widerstand der Landwirte gescheitert. Diese beharren unter allen Umständen auf der Erhöhung des Preises für das Liter von 24 auf 30 Pfennig frei Empfangsstation. Dadurch würde sich der Verkaufspreis auf '36 Pfg. erhöhen. Gleichzeitig fordern aber nun die Händler auch eine Erhöhung ihres Gewinnes von 6 auf 8 Pfg. für das Liter, so daß sich dieses fortan auf 38 Pfg. stellen würde. Da ein Nachgeben der Landwirte ausgeschlossen gilt, sieht sich das Lebens- mittelamt gezwungen, den Verkaufspreis auf 36 Pfg. zu steigern. Ueber die Forderung der Händler wird die nächste Sitzung des» Amtes Beschluß fassen. = Frankfurt a. M., 25. Okt. In der Schaukwirtfchaft des Gastwirts Fritz Lähncmanu, Kölner Straße 62, trug sich gestern nachmittag eine folgenschwere Bluttat zu. Tie Ehchrau des Wirts wurde kurz nach 3 Uhr, loährend sie sich allein im Lokal aufhielt, vorr einem Burschen niedergestochen und getötet. Der unbekannte Täter entfloh und konnte bisher nicht ermittelt rverdcn. Geraubt wurde, den bisherigen Ermittelungen zufolge, nichts. X. Fulda, 24. Okt. Von der Behörde des Kreises Fulda jtTtb einschneidende Maßnahmen gegen das Zurückhalten der entbehrlichen Kartoffeln angekündigt worden. Vom 15, November d. I. ab werden die Kartoffeln, welch? bis dahin nicht geliefert oder zur Llblieferung gemeldet sind, zum Preise von 2,50 Mk. ftir den Zentner enteignet. Dieser Enteignungspceis ist um 1,50 Mk. niedriger als der -übliche Preis. Außerdem n>?rden diese Produzenten denr Staatsanwalt cnrgezeigt und ihre Namen in den Zeitungen ver-- öffentlicht. ke. Fulda, 24. Okt Für U n t e r st ü jungen der Frauei und Kinder der Kriegsteilirehmer bewilligten die Stadtverordneter einen weiteren Kriegskredit von 100 000 Mark einstiinmig. Universitäts-Nachrichten. — Frankfurt a. M., 24. Okt. An der hiesigen Universität h a b i l i t i e r t e sich für das Gesanrtgebiet der Hygiene und Bakteriologie Professor vr. meä B 0 e h m k e. — In der rechtswissenschaftlichen Fakilltät wird im Winterhalbjahr vertretungsiveise Professor Dr. A. Mendelssohn-Bart Holdy aus Würzbirrg überZivil- prozes; nrrd bürgerliches Niecht lesen. Gent, 24. Okt. WTB. Nichtamtlich.) Heilte vormittag fand die feierliche Eröffnung der v l a m i s ch e n Universität in Gent statt Etwa 1000 Persoiren aus allen Teilen Belgiens wohnten dem feierlichen Akte in der Aula bei. Vrieskasten Ser Redaktkon. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigte Mehrere Bürger. Aiionyme Eingesandts können ivir nicht be* rücksichtigerr. Wir bitten um deu Namen des Einsenders. Letzte Nachrichten. Der Kampf gegen Rumänien. Ein TageÄrefehl des Königs von Rumänien. Genf, 25.Okt. König Ferdinand erließ an das rumänische Heer folgenden Tagesbefehl: Keine Einheit darf zurückgehen. Jede Truppe müß ihve Stellungen um jeden Preis behaupten. Jede verlorene Stellung muß unverzüglich wiedergmommen lverden. Tie Berge, die seit Tausenden von Jahren Schild unserer Rasse sind, müssen eine unüberfteig- bare Mauer bilden. Ehre und Heil des Vaterlandes stehen aus dem Spiel. Mit Gottes Hilfe wird der Sieg uns gehören. Stockholm, 25. Ott. Der Fall Constantzas wird der Buka- rester Oeffentlichkeit überrasärend kommen. Nach Mitteilungen Pariser Meldungen hatten bei Beginn der deutsck^en Offensive in der Tobrudscha die rumänischen Berichterstatter ein Ableugnungsshstenr begonnen. Noch zwei Tage vor dem Fall Constantzas schreibt der offiziöse „Vittorul": Die neue rumänische Verteidigungstaktik kann gute Ergebnisse verzeickmeu. Nach Vollendung der Umgruppierung werden unr erneut offensiv Vorgehen. Dagegen hat die russische Prelle die naherrdeir deutschen Ä,iege geahnt. Der englische Botschafter Buchanan reiste laut „Noivoje Wäemtja" in das russische Haupt guarti er ab. * Zur Nedr Greys. i. Kölu, 25. Ott. Laut der „Köln. Ztg." dürfte der Reichskanzler aus die Rede Lord Greys eine gebührende Llnllvort geben. Grey stelle allgeineine Ziele auf, nachdem er nur nebenbei betont hecke, worauf es England allein ankomme, daß. die Bmrdesgenossen nach Friederrsschluß bei der Stange bleiben und daß sie über die Opfer Englands möglichst hoch denken, wozu Rußlmrd und Frank reich schwerlich mehr zu bewegen sein werden. Bei den Neutralen wird Grey die Erfahrrrngen, die sie mit England gemacht baben. durch schöne Worte nicht me ln verwischen können. Die Stimmung in Spanien. i. Köln, 25. Ott. Die „Köln. Ztg." meldet aus Madrid: Die S timni u n g s irr a che in der T a u chb 0 0 t f r a g e wird fortgesetzt. Bemerkenswert 'sind die Aeußerungen des Mattes der spanischen Kolonie in Havanna „Drario Mariua", welche ausführen,. Frankreich sei immer zu Lande und England zu Wasser ein Feind Spaniens gewesen. Forman gegen Schnupft? iDose öOA, Tieferschüttert erhielten wir am 16. Oktober die schmerzliche Nachricht, daß unser innigstgeliebter, hoffnungsvoller, braver Sohn, mein herzensguter, unvergeßlicher Bruder, unser lieber Enkel und Neffe Sch ul Verwalter Karl Meid 7705D SB Kriegsfreiwilliger, Vizefeldwebel d. R. (Offiziers-Aspirant), Infanterie-Regiment 155, 5. Kompagnie im jugendlichen Alter von 21 Jahren nach 21monatiger treuer Pflichterfüllung, am 5. Oktober von einem Granatsplitter am Kopfe getroffen, auf dem Felde der Ehre für das Vaterland gefallen ist. In tiefem Schmerze: Stangenrod, den 24. Oktober 1916. Familie Meid btW ■ Auf dem Felde der Ehre fielen unsere lieben Bundesbrüder August Neutal Student der Naturwissenschaften Leutnant d. R. in einem Inf.-Regt. Inhaber des Eis. Kreuzes Willy lOomJmeeM Bankbeamter Gefreiter in einem Inf.-Regt. Faul Schuster Kandidat der Theologie Vizewachtmeister in einem Feldartillerie-Regiment Inhaber des Eisernen Kreuzes Ehre ihrem Andenken! Der Verein Deutscher Studenten zu Giessen 7706 D und sein Ä. H.-Bund. äüaieiiiiää« tsrtaul« zum Besten der Gießsner Kinderfürsorge Samstag, Sonntag, Montag, den 28 .—39. Oktober- vorm. 16—1, nachm. 3—7 Ubr, im kleinen Saal des Gesellschastsvereins. [7707ÖJ Eintritt 20 Pseunig. _ ^er AlieefrauenvL r irr . Gegen Erlaubnisschein pressen wir jedermann bis 30 Kilo Raps-, Sonnenblumen: und Mohnsamen oder bis 25 Kilo Bucheckern. Oel kann bei Ueberbringung sofort mitgenommen werden. Bei Bahnsendungen nach Station Dotzheim erfolgt sofortige Oel- rücksendung. Haselnüsse tauschen gegen Oel oder übernehmen zu höchsten Preisen jedes Quantum. '495 Geifabn! Dotzheim. Fluß-«. seelische Heule erhielten wir die schmerzliche Nachricht, dab unser einziger, lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Schütze Wilhelm Usch Maschinengewehr-Kompagnie 116 Inhaber der Hess. Tapferkeitsmedaille im Alter von 20 Jahren an seinen schweren Verwundungen am 19. Oktober im Kriegs- lazarett gestorben ist. 7689 Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Gilbert Koch Ferdinand Herzberger, z. Zt. im Felde, Familie Ludwig Dörr, und Familie Birklar, Darmstadt, Ltch, den 23. Oktober 1916. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. W. M. Schulhof £ j Telephon 119. — Prompter , Versand nach auswärts. Wühl- und Scbubrad- Statt jeder besonderen Anzeige. Heute nachmittag 3Uhr verschied nach kurzem schweren Leiden unsere liebe Mutter, Grog- mutter und Schwiegermutter « Fm Anna Murg. Kiffer Wiv. geb. Henrich iin 75. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Pfeiffer Ludwig Pfeiffer und Familie Georg Pfeiffer, z. Zt. im Felde Otto Schleenbeeker. z.Zt. im Felde » nnd Familie Ludwig Lenz, z. Zt. im Felde und Familie Heuchelheim. Giefien, Traunstein, den 24. Oktober 1916. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 26. Okt. vom Trauerhause Giefiener Str. .52, nachmittags Vs2 Uhr statt. 7692 mit Entleerung direkt in den Sack, l 0030 « eiserne Wende- und Universalpflüge Eggen Rübenschneider und Futter-Schneidemaschinen etc. empfiehlt Gj. Schielerslei Maschinenfabrik. Lieh. Wildlieferung. | Die Stadt Darmstadt sucht von jetz? ab bis auf weiteres zum Abschub kommendes Wild «Not- und Damwild, Sauen, Siebe, Hasen, wilde Kaninchen und Federwild) zn evimvittt, um ihrer Bevölkerung, besonders auch den Minderbemittelten, in dieser Zeit der Fleisch- knapvheit ein nahrhaftes und wohlschmeckendes Lebensmittel bieten zu können. 1 Jegliche Wildmenge wird angenommen. Die Stadt zahlt die bestehenden Höchstpreise, die für Darmstadt voraussichtlich in Bälde mit ministerieller Genehmigung auf die für die Stadt Frankfurt a. M. gültigen Höchstpreise erhöbt werd.cn. Es wird weitestes Entgegenkommen hinsichtlich der Abnahme des Wildes und der Auszahlung des Ankaufspreises zugesagt. Jagdbercchtigte werden gebeten, sich mit dem Unterzeichneten \vcc,cn Wildlieseruna alsbald in Ver- ' bindung zu sehe«. Darmstadt, den 20. Oklober 1916. 76060 Der Oberbürgermeister^ I. B.: Müller. Julius, Rosenbaum Thekla Rosenbaum geb. Reinhold Vermählte 761)0 New York Chicago Cafe Amend Heute Mittwoch, 8 Uhr: Familien-Konzert KalÄVlda- Luftkurort Seeheim ß. d. Bergstraße. 7586 Für den Winter ermäfiigtc Preise. Sehr gute und reichliche Verpflegung. Für dauerndenAusenthalt sehr geeignet. Danksagung. Für die Beweise inniger Teilnahme an dem Verluste unserer lieben Mutter sagen auf diesem Wege herzlichen Dank Familie L. Weber Familie H. Weber. 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Die Verteilung erfolgt künftig zusammen mit den sonstigen Fetten [Margarine und Feintalg! bezirk- weise in den Filialen der Molkerei Grieb. Jede Fettaus- gäbe wird besonders bekannt gemacht. 7684k Giefien, den 24. Oktober 1916. Der Oberbürgermeister. Keller. Wcrkrteilt-"^-„7»-.r^ Schr. Ang. m. Preisangabe unter 013832 an den G. Anz. Hüte werden garniertu. umgearb. L. Bob, Kaiser-Allee 2. [ om3a lucht Privat- Mittag- cknd Abendtisch. Schriftliche Angebote mit Preis unter 7682 an den Giefiener Anzeiger. Welche grnnüie hat Angehörige beim Leib Inf. Rat. 117, i!. Komp. Um freund!. Meldung bittet Fra» Wöll Ww., (Sieben, Neustadt 49. 1012836! Kartoffel-Verbrauchsregelung. Zluf Grund der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 14. Oklober 1916 über Kartoffeln iGiefiener Anzeiger vom 20.10. 16) wird folgendes bekannt gemacht. 1. Auf den Kops und Tag dürfen höchstens 1 Pfund Kartoffeln verbraucht werden. Ans die Kartoffelmarken der Ctadr Giefien dürfen nicht mehr als 7 Pfund Kartoffeln abgegeben werden. Die Kartoffelhündler sind angewiesen, ans Kartoffelbezugsscheine nicht mehr als drei Zentner Kartoffeln auf den Kovf für die auf dem Bezugsschein angegebene Personenzahl abzugeben. Die eigene Kartoffelernte ist von dieser Menge in Abzug zu bringen. 2. Noch nicht eingelöstc KartoffelbezugSscheine sind, falls mehr als 3 Zentner Kartoffeln für die Zeit vom 21.10.1916 bis 15.8.1917 in Ansatz gebracht sind, aus dem städtischen Lebensmittelamt, Ostanlage 39, zur Aenderung vorzulegen. 3. Kartoffelerzeuger dürfen von ihrer eigenen Ernte höchstens IV, Pfund Kartoffeln für den .Kops und Tag verbrauchen. An Schwerarbeiter kann eine tägliche Zulage bis zu 1 Pfund Kartoffeln gewährt werden. 4. Diejenigen, die bereits 5 Zentner Kartoffeln auf den Kovf bezogen haben, dürfen gleichfalls nicht mehr als 1 Pfund für den Kovf und Tag verbrauchen. Die Einziehung der iiberschiefienden Menge bleibt Vorbehalten. 5. Kartoffeln, die zu Sversezwecken verwendbar sind, dürfen nicht verfüttert werden. 6. Der Handel und Verkehr mit Saatkartoffeln ist verboten. Giefien, den 24. Oktober 1916. 76858 Der Oberbürgermeister. Keller. Entlaufen 7693J) 16. Okt. tlontsolisr Schäfer* hnail, tragt Maulkorb, Rufname „Nex", aus denk Weg von Münster nach Albach i. Vogelberg. Hohe Belohn, zngefichert. Nähere Mitteilung Grüne walä, Frankfurt a. §!., Forsthausftr. 123. Dir.: Hermann Steingoetter. Freitag, 27. Oft. 1916: abends 8 Ubr Volkspreise Volkspreise Volks-Borstellmiq MW iier Weise Dramatisches Gedicht in 5 Aufzügen von Gotth. Evbr. Lessing. [7688c Ende gegen 11 Uhr. Städtischer Seefischmarkt. Donnerstag, den 26. Oktober 1916, nachmittags 3 Ubr beginnend, in den Marktlauben. Verkauf von besten irischen Seefischen iSchellfisch, Kabeljau, Schollen) und Miesmuscheln zu Selbstkosten der Stadt. 76866 WtWmhMU, Vrmlieerbliitter, WeerbMer, Kugebutteir lufttrocken in groben und kleinen Mengen zu kaufen gesucht. Offerten erbeten an 769853 Hermann Lis, Gonsenheim b. Mainz. 17 I. W