Nr. 248 Ter Siehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Otetzener Familienblätter; Urettblall für den ttreir Hießen. Vezugrprelr: monatl. 90 Pi.. Vierteljahr!. Mk. 2.65. durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch die Post Mk. 2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellst, sternsprech - Anschlüsse: für dieSchristleituug112 Verlag,Geschäst^stelleöl Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehen. Erst« Blatt *66. Jahrgang Postscheckkonto: Frankfurt a.M. **686 General-An 99 Samstag, 2*. Moder *9*6 Bankoerkehr: Gewerbebank Gießen Zwillirigsrunddnick n. Verlag: vriihl'sche llniv.-Such- u. Steindruckerei R. Lange. Schristlettung, Seschästrstelle g. Druckerei: Schuiftr. 7. . lue Tagesnummer bis ainNachmittag vorher. 3eilenprci$, y. Anzeigen: örtlich 20 Pf., Vermietungen u. Stellengesuche 15Pf., auswärts 25 Pf., b Plahvorschrift 30 Pi., Reklamen 75 Pi., bei Plagvorschriit 90 Pf. Hauptschriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich si!i Politik u.Feuilleton: Aug. Goey. Stadt und Land, Vermischt es m^e- richtssaal: Fr. R. Zenn. v. Beck, Anzelgenteil: säintllch ln wichtige (WT-'-L.) Großes Hauptquartier, 20. Olt. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des General-Feld- marschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern. ' Bei regnerischem Wetter blieb der gegenseitige Artilleriekamps ans beiden Somme- uscrn lebhaft. Ein Angriff entriß den Engländern den größten Teil der am 18. Olt. in ihrer Hand gebliebenen Gräben westlich der Straße Eaneourt l'Abbaye— Le Barque. In den Abendstunden scheiterten Vorstöße englischer Abteilungen nördlich von Eoureelette und östlich von Le Sars. Nachttäglich wird gemeldet, daß die Engländer sich bei den letzten großen Angriffen auch einiger von ihnen so gerühmten Panzer- krastwagen (Tanks) bedienten. Drei liegen durch unser Artillerieseuer zerstört vor unseren Linien. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalseldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Bor den von uns gewonnenen Stellungen nördlich von Siniawka am Stochod brachen mehrere russische Gegenangriffe verlustreich zusammen. Südwestlich von Swistelniki ans dem Narajowka.Westuser stürmten deutsche Bataillone eine wichtige russische Höhen- ftellnng mit ihren Anschlußlinien und schlugen Wiedereroberungsversuche blutig ah. Der Gegner ließ hier wiederum vierzehn (14) Offiziere, zwei- tausendsünszig (2050) Mann und elf (11) Maschinengewehre in unserer Hand. 'YAdrsAz/ / f mQjtf fswsf&jH y,„- %/s/jyr^S o* Sf*. if ' Aß^' ^Särjhn ‘T • ( I 77 ZV 7 e//r/p'e/r///r ySe/7s//7 r xjsAa/ej. Maffia < Die Front in Mazedonien Moglenifis-Taf MutmäSsJ/cfipFront Jini« y- ——. u hm. Mi Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Im Südteil der verschneiten Waldkarpathen wurde der Feind vom Gipfel des Mt. Rusului geworfen. An den siebenbürgischen Grenzkümmcu nehmen die Kämpfe ihren Fortgang. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Die Gefechtstätigkeit an der Dobrudscha-Front ist lebhafter geworden. Mazedonische Front. Nach anfänglichem Erfolge wurde ein serbischer An- gnff ttn Cernabogen zum Stehen gebracht. Nördlich der Nidze Planina und südwestlich de§ Dojran- Sees scheiterten feindliche Teilvorstöße. Der erste Gcneralguartiermeister Ludendorsf. Wir haben aus unseren amtlichen Berichten seit ein paar Tagen über den Feldzug gegen Rumänien nicht mehr vrel gehört, aber in der feindlichen Presse mehren sich die ängstlichen Stimmen. Sie sagen sich wohl, daß Vorbereitungen im Gange sind, wobei sie bezweifeln, daß ihre eigne Mächtegruppe für diesen Kriegsschauplatz genügend Kräfte heranziehe, um dem Lande das Schicksal Serbiens zu ersparen. Heute wird gemeldet, daß General French, der frühere englische Oberkommandierende in Flandern und Nordfrankreich, mit mehreren englischen Generalstabsoffizieren nach Rumänien unterwegs sei. Wenn er nicht Soldaten genug mitbringt, wird sein „Genie" dort mchts ausrichten. Unsere lustigen Zeitschriften könnten sich em hübsches Bildchen aussinnen von dem Erscheinen Frencbs zwischen Fcrlkenhuyn und Mackensen: uns scheint, daß dem Ankömmling keine strategischen Früchte mehr übrig gelassen sind; er kann höchstens seine Erfahrungen bereichern und später für den englischen Generalstab die Gefthichte der Niederwerfung Rumäniens schreiben. Denn noch ein anderer ist an diesen Dingen stark interessiert, Hindenbura, der mit Ludendorf den Angriff vorgesehen und vorbereitet hat. Er soll vor einigen Vagen einen Mitarbeiter des „Budapesti Hirlap" im Großen Hauptguartier empfangen und zu ihm gesagt yaoen: „Sie sind in einem glücklichen Augenblick zu mir gekommen, denn in Ihrem Vaterlande, in Siebenbür- gen, verlaufen die Dinge großartig. Wir bedrängen den Feind hart und in kurzer Zeit werden wir den letzten ^rumänischen Soldaten aus dem Lande vertrieben yaven. werde mich darüber sehr freuen; denn ich wünschte und erwartete diese rasche Wendung und dieses -verhangms, welches den neu erstandenen Feind ereilt." Der Besucher trug dem Feldmarschall einige dicke.Schmeicheleien vor, die dieser wohlwollend entgegennahm, wobei er in bezug auf die harte, verantwortungsvolle Arbeit, die er zu leisten habe, erklärte: „Gewiß müssen wir arbeiten, und zwar täglich von morgens 8 Uhr bis 10 Uhr nachts, und viele unter uns arbeiten bis 1 Uhr nachts. Aber," so fügte er lächelnd hinzu, „i ch h a l t e d u r ch." Hindenburgs Methode findet allmählich auch bei unseren Feinden Bewunderung. Herve schreibt in der letzten Nnmmer seiner „Victoire": „Die schlimme Lage der Rumänen verbessert sich nicht. Die Do- brudscha-Armce Mackensens weicht nicht zurück, die siebenbürgische Falkenhayns macht weitere Fortschritte. Tie militärische, finanzielle und moralische Bedeutung des Zusammenbruchs Rumäniens läßt es undenkbar erscheinen, tau die Alliierten nicht die höchste Anstrengung machen werden, um diesen Kelch an uns vorübergehen zu lassen. Man rettet aber Rumänien nicht mit einer Kraftentsal- tnng auf verschiedenen Fronten. Diese indirekten Wirkungen sind nicht stark genug. Rumänien muß aus dem Balkan geholfen werden. Die Russen können am schnellsten Hilfe bringen, aber auch wir andern müssen neue Opfer bringen. Wann werden wir endlich einmal die deutsche Methode nachmachen, die es Deutschland erlaubt, von aller Welt blockiert, numerisch der Entente mehr als zur Hälfte unterlegen, aus allen Fronten durchzuhalten und gleichzeitig auf verschiedenen, vom deutschen Generalstab ausgesuchten Punkten, solch fürchterliche Keulen sch läge aus- zuteilcu? Was betautet unsere, nach zwei Jahren endlich erreichte Einheitsfront, nxnn j ed er General stab für eigene Rechn ung zu handeln scheint und Tränen vergießt, wenn er ein Armeekorps für eine andere Front abgeben muß? Als.ob jedem sein eigener Ruhm mehr am Herzen läge, als das Ende des großen Gemetzels herbei- zuführen. Wir brauchen einen internationalen General- st a b, damit die Anhäufung der unglaublichen militärischen Fehler, die nach dem Eintritt Rumäniens in oen Krieg begangen wurden und jedermann in Bestürzung versetzten, endlich aufhört/' Ein „internationaler Generalstab", welch eine köstliche Gabe! Steht eine internationale Persönlichkeit an der Spitze, oder läuft es doch wieder auf einen Kriegsrat hinaus? Wer befiehlt, wer fügt und beugt sich, wer will den Ruhm und wer will seine Heere einem fremden Feldherrn unterstellen? Man lächelt, wenn man die Entente- Genossen nebeneinander anfstellt und die Erfahrungen der beiden Kriegsjahre betrachtet. Nein, da läßt sich nicht viel machen. Kritik nach Herdes .Art zu üben, ist leicht, aber damit werden die unüberwindlichen Schwierigkeiten nicht aus der Welt geschafft. Der Berner „Bund" erörtert ebenfalls eine Frage, die der internationale Generalstab zu lösen haben würde, indem er nämlich zu der Schlußfolgerung kommt, daß die Durch- bruchsversuche der Franzosen und Engländer im Westen zwar ungeheure Verluste verursachen, das Ziel aber nicht erreichen können, es sei denn, daß aus den internationalen Kontingenten eine neue große Armee für den westlichen Kriegsschauplatz bereit gestellt werden könnte. Der „Bund" schreibt: Offenbar genügen die englisch-französischen Aufwendungen an Menschen und Material noch nicht, einen Durchbruch zu erzwingen. Ter Durchbruch ist bekanntlich an sich, ein unglückliä>es Verfahren, das wohl in finem Ausnahmefall uwer ganz besonderen BüüngUngen einmal ge fing en und sich lohnen kann, in der Regel aber zu keinen! Ergebnis führt. Versteift sich nun die englischi-sranzöfische Heeresleitung darauf, ihre Offensive, möge sie sie nun Durchs bruchs- oder Druck»ffensive nenrren, sortzusetzen, so wird ihr nichts übrig bleiben, als eure neue große Armee ins Feuer zu schicken, eine Armee von einer Größe und Güte, wie sie im Westen! nicht mehr zu Gebote steht. Sind doch die Verluste an der Somme mit 500 000 Mann zu niedrig bemessen, (firgland und Frankreich werden sich also fragen müssen, ob die Vereinhefttichung der En- tenleanslrengungen so tveit gediehen ist, daß mau als letztes Mittel vcrsucheu kann, eine solche Armee aus fremden Kontingenten zusammenzustellen, falls solche noch verfügbar sind." Die letzten „Großkampftage" an der Somme haben die Feinde nicht ermutigen können; einige Londoner Blätter ergehen sich in resignierten Betrachtungen und meinen, daß die Kriegskarte für 1916 im großen und ganzen jetzt schon abgeschlossen sei. Sie hoffen dabei für Rumänien, daß russische Verstärkungen und vor allem der Winter die deutschen Vormärsche abkürzen würden. Was die feindlichen Erwartungen im Westen herabmindern muß, ist die Tat- sacl>e, daß die deutsche Artillerie dort lvesentlich verstärkt worden ist. Hierzu schreibt Major Moraht im „Berl. Tgbl.": „Unsere Oberste Heeresleitung weist ausdrücklüt) hin am unser „starkes, gut geleitetes Artilleriefeuer". Und in der Tat sind in den letzten Kampftagen eine Anzahl Angriffe lediglich durck unser Artilleriefeuer zum Scheitern gebracht. Aus den französischen Kampsberichten können wir entnehmen, daß auch in- fanteristisch> unsere Abwehr durchaus aktiv geführt wird. Es wird eine große Reihe deutscher Stürme gemeldet. Es wird also die Lüge von der Erschütterung der deutschen Front durch tae gegnerischen Berichte selbst widerlegt. Wenn der Durchbruch der Feinde gelingen soll — was bleibt ihnen übrig, als noch mehr Menschen und noch mehr Material heran^u- führen? Das Können aber begrenzt tan Willen, ganz tasontars was^ England .anbetrifft, denn die zunehmende Zerstörung .des englischen Schiffsmaterials gefährdet zugleich die Zufuhr für den unm!ttelbaren Kampf, Me die Heranschaffung Don 'Rohstoffen und Lebensmitteln." Mir sehen heute aus dew vorliegenden Bericht über die Sitzung des englischen Unterhauses, daß der ^chatzkanzler die Ausgabe der sechsprozentigen Schatzscheine mit fragwürdigen Hinweisen verteidigen mußte. Die englischen Aufwendungen nehmen zu. Die Munitionsbeschaffung und — die Vorschüsse an die Verbündeten erforderii stetig vermehrte Ausgaben. Und dennoch wird auch England die Einheitlichkeit der Kriegführung auf der Seite der Entente niemals erzwingen können. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 20.Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 20. Oktober 1916. Oestlicher KriegssÄauplüh. Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. An der ungarisch-rumänischen Grenze wird weiter gekämpft. Südöstlich von Dorna Watta wurde dem Feinde der Monte Rusului entrissen. Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. An der Narajowka nahrnen deutsche Tnrppen dem Feinde bei der Ersfirrmung einer Höhe über 2050 Gefangene und elf Maschinengewehre ab. Am obersten Stochod schciter' ten mehrere Angriffe. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Pasubio-Gebict dauern die Kämvke fort. Nach langer heftiger Beschießung griffen gestern X Uhr nachmittags die Italiener unsere Stellungen nördlich des Gipfels an. Wieder kam es zu erbitterten Nahkänrvfen. Unter Führung ihres Oberst-Brigadirrs Elliseu schlugen die tapferen Tiroler Kaiserjäger des 1., 3. und 4. Regiments sämtliche Angriffe erneut blutig ab. Alle Stellungen blieben in ihrem Besitz. Ueber hundert Italiener wurden, gegangen. Durch starke Artillerie unterstützt, griff an der FleimS-- tal-Front ein Alpini-Bataillon die Foreelladi-Sadele und den Kleinen Couriel an. In unserem Maschinen gewehrfeuer brach der Angriff zusammen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö fe r, Feldmarschalleutnant. Der Kaiser im Westen. Berlin, 20. Okt. (WTB. Amtlich.) S. M. der Kaiser weilt seil einigen Tagen bei tan Truppen an tar Westfront. Am .17. Oktober besichtigte er bei Mercy-les-Bas in Gegenwart des Heerführers Kronprinz Wilhelm Teile tar ?lngriffstrilpt>en vor Verdun und nahm den Vortrag der Generale von L o ch o w und Freiherr von Lütt Witz entgegen. Nach Besichtigung von Rekrutendepots, Landsturm truppen und eines vom Kreise Wolmirftedt gestifteten Soldatcn-Erl)vlungsheimes begab sich Seine Majestät in Begleitung des Kronprinzen »veiter in den Befehlsbereich des Generals von Mudra, mrschließend am 19. zur Armee des Generalobersten von Einem. Er verlieh dem Generalobersten von Einen! und tan Generalen tar Infanterie von Vcudra und von Zwchl das Eick-enlaub zum Orden Pour le Mörite und den Truppen eine Anzahl Eiserner Kreuze erster und zweiter Klasse, ■Öfrrfw, 20. Ott. (WTB. Amtlich.) Seme Majestät der Kaiser ttxrf am 19. Oktober früh an der Somme front ein. Er besuchte zunächst Verwundete aus den September- und Oktoberkämp fen in den Kriegslazaretten, in denen er längere Zeit, besonders bei den Schioerverwundeten, verweilte und ihnen Ausz-eich- mrngen überreichte. In Begleitung Seiner Königlichen Hoheit des Kronprinzen Rupprecht und des Oberbefehlshabers der Armee. General von Below, fuhr er darauf an ber Kampffront nördlich der Somme entlang und begrüßte unterniegs Truppenteile, die eben mrs dem Kampfe kanren und Abordnungen dort eingesetzter Regimenter aller deutschen Stämme. Seine Majestät begrüßte im be- Jonberen Offiziere und Mannschaften, die sich in den Kämpfen besonders ausgezeichnet hatten. Teri Truppen überbrachte er die Grüße der Kameraden von der Ostfront und sprach ihnen seinen kaiserlichen Dank ans im Namen des ganzen deutschen Volkes für das, was an der Somme Unendliches geleistet werde und worin noch spätere Geschlechter die leuchtendsten Beispiele des deutschen Siegerwillens erkennen würden. Eine Reise des Prinzen Waldemar von Preußen nach Konftantinopel. Berlin, 20. Okt. (WTB. Amtlich.) Prinz Waldemar von Preußen be^ab sich am 18. Oktober im besonderen Auftrag des Kaisers nach Konstantinopel. Der Prinz ist begleitet vom kaiserlich ottomanischen General- leutnant Zeki Pascha, attachiert beim Deutschen Kaiser, und dem diensttuenden Generaladjutcrnten Generalleutnant v. Chelius. Er wird zur Wiederkehr des Tagest an dem vor zwei Jahren den beiden Kaiserreichen ein tapferer Vu-ndesgenosse erwachsen ist, dem Sultan einen Ehrensäbel überreichen. Prinz Heinrich zum Großadmiral ernannt. . Wien, 20. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „Streffleurs Militärblatt" meldet: Der Kaiser hat den Prinzen Heinrich von Preußen zum Großadmiral ernannt. Die Notlage Rumäniens. Berlin, 21. Oktober. Rugnänische G e ne ralsta b s - offizrere sollen, wie die „Vvssische Zeitung" erfährt, in feindlicher Stimmung gegen Bratianu sein, weil dessen Politik das Land in sein jetziges Elend gebracht habe. Sie hätten dies Bratianu in einem Briefe selbst mitgeteilt und seien darauf ihrer Stellungen enthoben und nach Rußland M anderen Truppenverbänden gesandt worden. Der rumänische Generalstab sei durch eine Anzahl russischer, französischer nnd englischer Offiziere ergänzt worden. Berlin, 21. Oktober. Laut „Berliner Tageblatt" reiste French mit 13 englischen Stabsoffizieren, wie gesagt wird, in wichtiger Mission. über Skandinavien nach Rumänien. Aus.Kronstadt meldet die „Kreuzzeitung", die Rumänen hätten dort sämtliche Geschäftsläden ausgeplündert, Wohlwngen verwüstet und Möbel wegge schleppt. General Crainiecanu habe allein Pelzwaren im Werte von 38 000 Kronen gestohlen. Ein Gewerbetreibender wurde auf der Promenade erschossen, weil er einen rumänischen Unteroffizier nicht grüßen wolüe. — Diarghilouwn wird, wie verschiedene Blätter berichten, entgegen französischen Pressemitteilungen nicht in das neue Kabinett Brattanus emtreten. Au§ Griechenland. London, 20. Oktober. (WTB.) Dem „Daily Telegraph" wird aus Athen gemeldet: Als gestern 11 Uhr abends 80 französische Matrosen die Hauptstraße abpatrouillierten, begann in der Stadionstraße die Menge, die der Patrouille folgte, zu johlen. Rufe: „Weg mit „Es lebe der König!" wurden laut. Ter frar^ostsche £>ffrzier ließ darauf die Patrouille kehrt machen und dre Manuestcmten angreifen. Es entstand ein Handgemenge, m dem neun Demonstranten verhaftet wurden. Die i'ibrigen ucfen davon. Airs der anderen Seite der Straße sah eine berittene Patwuille zu, ohne etwas zu unternehmen. Tie fran- zösttche Patvouille nahm die Verhafteten in die Mitte und kehrte wich dem Papvevonpart zurück. An einer anderen Stelle der Stvaße begögrietc die Patvouille einem ganzen griechischen Batail- ton, das ans den Bürgersteig auswich, um den Weg frei zu machen. Als dre französische Patrouille das Ouarticr im Zappeionpark er reichte, wurden die neun Verhafteten untersucht, sechs sofort frei gelassen rmd drei in Haft genommen. Einer davon ist Dr. Konstan- ttnev, bei dem ein Brief o? die Königin gefunden wurde Ter Tvktor gab zu, „Weg mit Frankreich!" gerufen zu haben und einen Rev^ver bei sich zu führen. — Nach einer Meldung dev Telegram Company heißt der Angehaltene Alexion. < * m königlichen Stallungen und gab einen Rc- volverschuß ab. tu!u+ derlin, 21 Okt. Dem „Berliner Lokal-Anzeiger" zufolge shätte der griechische Ministerpräsident Lambros die Absicht geäußert, zuruckzulreteu. da es ihm nicht gelungen sei, Benizelos mtt der von dem gegenwärtigen Ministerium vertretenen Richtung zu versöhnen — In diplomatischen Kreisen in Athen verlautet, griechische Heer aufgelöst und auf der Basis der venize- listtschen Organisation neugeordnet werden solle. Da» Nachspiel zur Versenkung der „LnfitanLa". Berlin, 21.Okt. Der ,Mffsischen Zeitung" zufolge stehe Präsident Wilson (nunmehr auf dein Standpunkt, daß die Versenkung der „Lusttaniia" entschuldbar gewesen sei. Er habe eine vom Grafen Bern stör ff überreichte Note angenommen, in der die deutsche Regierung es ablehne, die Versenkung der „Lusitania" zu desavouieren. Eine Dampffährenverbindung zwischen Schweden und England. Kopenhagen, 20. Ott. (WTB.) Die „Berltngske Tidende" Meldet n Teil westlich £r 4en t ™£ nlntfyafyiuom Tangaw,ika-See noch Tobora und in einem Abstand Kilometer östlich von diesem Orte besetzt^ Der Feind zer- ftbtte auf dein Rückzüge sämtliche Brücken, ober die Belgier Wten den Tongonjik-^ec noch Kigonm und bnr - Nach den letzten Meldnngm rst der Eisenbahnchenst «if einer Strecke von 80 Kilometern wsed» ausgenommen. Dre Linie Tonganjira-See-Tabora wird in l Zeit wieder eröffnet. Dre Deutschen beschädigten mich die Lin e b°n Tobora zum Meere stark und zerstörten wichtige Brücken Rch vxr Wwdecherftellimg der Linie rickcheten die Engländer Ct einer ,aomobUh, e nft cm. Nördlich der Zentroleisenbahn befindet sich ®« Feind ist aleichfalls von den Ufern des unb Tongonnka-Sees vertrieben. Die Zahl der Öta? 1wilb "--f tausend geschätzt Tie Truvvcn in Annahening der siegreichen alliierten STCÄ Ämrit meumn3a u-» s«d jetzt in der Gegend von Frederrkshamn, 20. Okt. (WTB.) Meldung des Rrtzauschen Bureaus. Der Dampfer „Eos" brachte nachts hier dre Besatzung von 18 Manu und drei Frauen des Gvtenburger Dampfers „Norm an ist" ein. Ein Tauchboot hielt dre „Normanistt', die mit Eisen und Maschinen von Gotenburg nach Rouen unterwegs war, Mischen Brnga und dem Skagensfeuerschrff an. Der Mannschaft wurde^ befohlen, von Bord z.u /gehen. Darauf ist der Dampfer wahrscheinlich versenkt worden. London,19. Okt. (WTB.) Der britische Dampfer -Alaunra" rst gesunken. Die „Alarmra" ist ein Cu- nard-Dampfer von 8000 Nettotonnen (13 405 Bruttoreqister- tonnen). Der Kapitän und 163 Mann der Besatzung wurden gelandet. Ungefähr 180 Fahrgäste, darunter 'eine Anz-ahl Frauen und Kinder, wurden früher gelamdet. Aus dem Hauptausschuß des Reichstags. Berlin, 20. Okt. (WTB.) Der Hauptausschuß des Rerchstages^ setzte heute die allgemeine Aussprache über E r n ä h r rr n g s s r a g e n font. Fn Beantwortuirg der Rede ernes sozialdemokratischen Mgeordneten firhrte Herr v. B a t o ck i arrs, in den letzten Wochen seien in Preußerr täglich 5000 Waggons Kartoffeln, die höchste mögliche Zahl, zur Verladung gelangt. So werde in wenigen Tagen der nur an einigen Orten hervorgetretene Kartoffelmangel beseitigt fern. Für eine Beschlagnahme des im Konsum sich befindlichen Schnapses könne er sich nicht ohne weiteres aussprechen in Rücksicht auf die Versorgung der BevMe- rung. Die gleichnnißige Fett- mid Meischzutellung werde in kürzester Zeit dnrchgeführt sein. Den Schwerarbeitern werde eine größere Ration von Fett, 125 Gramm pro Kovf und Woche zugeteill. In der Fortsetzung der Aussprache gab Staatssekretär Dr. Helfferich Angaben über die Sterblichkeit Die Ziffern bewegen sich von 1911 bis 1916 auf l4 0 bis' 19 7 pro Tausend; das Jahr 1916 zeigt in den ersten sieben Monaten 16,0. Die Kindersterblichkeit bewege sich in absteigender Mchtung. Präsident v. Bato'cki stellte für 1. Dezember 1916 eine Art Volkszählung in Aussicht durch die auch festgestellt werden solle, woher es konime, daß nach 3ahl .der ausgegebenen Brotkarten die Bevölkerunas- ö?hl 4 Mionen Menschen mehr betrage, als nach der Statistik nachgewresen srnd. Aus öcm Kelche. Neirregelung des Käsehandels. ' erlin, 20 Ott. Der Bundesrat hat gestern eine neue ^r- ordnung über den ^Verkehr mit Käse besMassen Die K ä se p r e i s r werden, nicht etwa mit Rücksicht aus höhere Gewinne der Produ- i w. lyuitii, t-"LT -jj 1.-LIU 1 I 4«Dte*ut Verfütiernng der Schw-üre wandÄ. Bei der der Pr-dse für verschz-d-m», G»rten. die „wrgen vrröffenE werden soll«, fmd. so M»bt die „Frfi. Zt.r". die I wer-ssenten gehör worden. Die festgesetzte Söchstv.cis, sollen ein Konitzromik dar,teilen, auch träte Lenich,ch:,zm,i der feb- mawitafalKofn «rn dukrwnSverMvlllse im Norden und Süden, Osten Xsfcii« Reiches. Entsprechend den alten Wünschen, sind auch Grob- und Mee,ch«^k^nsckWgc, also Erzarg«-., Wroh- und Kleinhandels prmse festgesetzt. <: 22 ? em ^P e Verteilung zu sichern, ist das angekün- mgte Verbot der direkten gewerbsmäßigen Post- und Frachwer- jienDung vom Erzeuger cm den Verbraucher ergangen. Die Versen- urtter Privatpersonen wird z-imächst noch zugelassen sein, forschinfttn beziehen sich auf eine Beschränkung der Sorten, den ,Zettgehall usw. Die rroch iminer in relativ großen Men- gen «mgebotenen hochgradig fetthalligeii Weichkäse (Camembert, einen gennssen Luxusv-erbralich und sollen daher an- gejrchltt der Fettknappheit in der Erzeugung eingeschrantt werden^ /'Emmertthaler" wird ttinftig nicht mehr als 25 bis 30 vom Hundert Fettgehall (in der Trockenmasse) haben dürfen. >vasur werden aber auch einige andere Sorten Hartkäse mit nicht fveigelassen. Die Erscheinung, daß dre Kase^ndelsgeiellschasten der Einfachheit halber vielfach Grvß- usw) bevorzugen, wird auch von den Be- exT S!rf i öertolgt. Sollten die jetzt getroffewOi Maßnahmen hier keine Be, jerung bringen, so wird vermutlich eine Ratrorrierung, wenigstens durch, die Kommunalverbände, dnrchgeführt werden. .Kleine Anfragen im Reichstag. Beim Reichstag sind zwei kleine Ajnfragen eingelaufen. Die eine Anfrage ist gestellt von Abg. Dr. Werner-Gießen (Deutsche Frakt) und betrifft die Handhabung der politischen! ^ufUr. Sie nrm'mt zunächst Bezug auf die vom Berdrtertage des Reichsverbandes oer deuffchen Presse angenommene Ent- ichließung,^cne statt der versprocherren Milderung eine BerfchärfMig der polrttschen Zensur konstatiert. Dann heißt es: auch der Herr Reichskanzler (vergl. die Rede vom 5. JUnr d- .ffs-) die Verhällnisse auf oem Gebiete der Zensur als «rer-, Uuuscht empftTidet, frage ich hiermit an, was er zu tun «denktt üm' !den bisherigen Zustand zu beenden? Ist er inbesondeve, um das Geheimschrifteutzvesen! ^ beseitigen berert, das Verbot der Kritik an seiner Pokffik auszuheben, sowre dre gegen einzelne 'Schriftsteller ergangenen Vorzensurmaßnahmen satten zu lassen Und die erngezogeaent Bücher fveiz^geben? Mir genügt eine schriftliche^ Boanvoorttmg. Tie zweite von drei nationalliberalen Mgeordueten v. Rtcht- hofen, Dr. Rreßer und Roland-Lücke gestellte Anfruqe lautet: Im Jahve 1914 hat der Herr Staatssekretär des Mswärffcxu rm HaushaltÄmssthuß des Reichstags gewisse Reformen 'be- stimmt m Aussicht gestellt, welche betreffen: 1. Dweinheitlichuug der Prüfung der Anwärter aus den Konsular- und diplomatischen ^lienst; 2. Eine erhebliche Erwellerung der Prüftrngs- gegenstcmde: T-ie Zusicherung von zwei Vertretern des prartischen Wirtschaftslebens zu den Examinaturen. Ist eine dreser Reformen bereits durchgeführt uuv ist der Herr Reiche ^./b.^^^nter Vorbehalt grnndlegender Reformen, soweit dieses noch nicht geschehen, auch/ während des Krieges zu verwirklichen. Der neue 12 Milliarden-Kredit. Berlin, 20. Oktober. (WTB. Nichtamtlich.) Dem Reichstag wird morgen eine Vorlage zugehen, durch! die ein neuer redit von 12 Milliarden angefordert wich. * , 20. Okt. (WTB.) Der „Reichsänzeige^ nrel- det: Dem bayerischen Generalleutnmtt Freiherr Stetten, Führer eines Armeekorps, ist der Orden Pmrr le merrte verliehen worden. s. 20. Okt. (WTB.) Nach Vereinbarung mit der Obersten Heereslertnng steht das Ausscheiden des Majors Ur r 'rr b< ? Kriegspresseamts, aus dem Militärischen Dienst, und fern Enitritt in das AuSwär- tige Amt bevor. Hier wird Herr Deutelmrffer sich, wäe nur Horen, zunächst mit den Geschäften der Nachrichtenabteilung unter Leitung eines Ministerialdirektors vertrant machen, um später dessen Nachfolger zu werden. Ans Stadt nnd Land. Gießen. 21. Oktober 1916. Sonntagsgedanken. Alles nimmt in diesem Kriege einen kaum übersehbaren Umfang an. Weit, wie die Räume, in derven er in allen Himmelsgegenden geführt wird, sind die Entfernungen, die uns daheim von den Bergen und Tälern trennen, in denen unsere Heere kämpfen. Und den riesenhafieu Menschenmassen, denen m jenen Fernen der Krieg zum harten Handwerk geworden ist, stehen daheim die Mengen derer gegenüber, die ihre Arbeit allein auf die Versorgung diesett Truppen im Felde haben einstellen müssen. Zwischen beiden reißt die Verbindung niemals ab. Wie das ganze Volk den Krieg führt, stellt sich uns in diesem Wechselfferkehr dar. Arien kämpfen, die Andern sorgen für die Kämvsenden. Die Einen stellen ihr Leben, die Anderri ihre-Arbeit in den gleichen Dienst der Heimat. Mer nicht rrur so unpersönlich, durch den einen Gedanken des Vaterlandes vermittelt, gehen die Beziehungen zwischen bei: beiden Teilen des hin und her. Wir wissen, ganz unmittelbar stt jedes Hans fast der Heimat mit den Kämpfenden draußen verbunden. Die Feldpost vermittelt den Verkehr zwischen beiden Teilen. Es bedarf keiner Zahlen — wir haben ja voif Zeit zu Zeit solche lesen dürfen —, um den Riesenp unisang der Arbeit uns zu vergegeriwärtigen, die dies Friedenswerk mitten im Kriege bewältigt. Mer wie erstaunlich, wenn wir seiner gedenken, zeigt sich uns der Umschwung der Zeiten. Und wie dankbar sehen wir an ihm, wie die rastlos friedliche Arbeit der Jahrhunderte unser Volk aufwärts geführt hat. Vor Verwundeten in einem unserer Lazarette habe ick im ersten Kriegsjahr von Miefen Friedrichs des Großen aus dem Siebenjährigen Kriege gesprochen. Feldpostbriefe vergangener Zeit wagte ich sie zu nennen. M^r ich mußte sagen wie wenig solcher Feldpostbriefe vor anderthalb Jahrhunderten geschrieben wurden. Dem König und neben ihm wenig Auserwählten standen die Boten zur Verfügung, die sie ans dem Felde den in der Heimat Sorgenden überbrachten. Langsam, wissen wir, ist die Post zu einem Ge- ^^"6ut des ganzen Volkes geworden. Aber man kann auch sagen, sie war nicht vorhanden, weil man ihrer nicht bedurfte, oder eben jene Auserwählten sich ihre Sonderboten zu verschaffen wußten. Unsere Post, und unsere H-eldpoft vollends, ist mit unserer Volksschule erst zur mi- entbehrlichen Verkehrseinrichtung geworden. In diesen Feldpostbriefen sehen wir die überlegene Bildung unseres Volkes vor uns. Und beinahe, wenn ich das überdenke kann ich über all das Klagen und Schelten ruhig mich hinwegsetzen, das zumal in der ersten Zeit und wieder bei jeder leisen Swckung über unsere gute un- jere liebe, unsere unbezahlbare Feldpost ergangen ist'Das Klagen sagte uns ja, wie dies Volk ohne dies Verkehrsmittel gar nicht mehr ineinte leben zu können. Und es sagte zugleich, wie innig man daheim mit denen draußen sich ver- buiiden wußte. Hier war das Volksheer lebendig und die Heiinat wußte, daß es das Bolksheer war, die eigenen Män- uc-. und Sohne, die für die kämpften. Gegenseitig war und ist das Bedürfms. Wer hat mclst non den Augenblicken ac- .!orl oder in Zeichnungen |ie gar abgebildel gesehen in beiten in der Etappe, an der Front, im Schützengraben'die Post $ur Verteilung kommt. Wie gespannt man untersucht, Ku'k&c^ Glück die Karte, der Brief, das Paket bei den wahrlich Glücksbedürfligen verbreitet. Und toenn es glückte, einen der „Vergessenen" zu erreichen, wie bald war die Antwort in der Heimat angelangt, in der vielleicht in unbehilflichem Wort, aber mit herzlichem Empfinden sich der Dank aussprach! Und nun werden, wieder im Felde und daheim, die Postsachen sorgsam aufgehoben. Wie wird die persönliche Seite dieses Krieges, die in keiner öffentlichen Urkunde und m keiner Darstellung der Presse zu vollem Ausdruck kommt, in diesen Feldpostbriefen der Zukunft überliefert werden. Kinder und Kindeskinder werden diese Schätze hüten, an ihnen die Größe dieser Zeit sich immer wieder in die Erinnerung zurückruftn. Welch ein Quell von Vaterlandsliebe sprudelt in diesen unscheinbaren Blättern, und will sich vererben auf kommende Jahrhunderte! An ihnen auch wird man ul ferner Zukunft erkennen, wie alle, alle an diesem Krieg beteiligt waren, dem großen Welt- und Volkskrieg um Deutschlands Leben und Ehre. 'Gesegnet sei die Feldpost. Unser heißer Dank gebührt all ihrer treuen Arbeit. Unausgesprochen empfinden ihn Unzählige tagtäglich für sie. Wir aber wollen wieder Feldpostbriefe lesen und sammeln, in ihnen unfern eigensten Anteil an der großen Zeit treulich hüten. Eck. E h r e n d o k t o r. Die philosophische Fakultät der Landesuniversität hat den Geh. Oberschulrat und Vortragenden Rat im Ministerium des Innern in Darmstadt, Lud- .wig No d n ag el, zum 20.Oktober ehrenhalber zum Doktor der Philosophie ernannt. — Geheimer Oberschulrat Nodnagel feierte gestern in Dann stad t sein goldenes Amtsjubiläum im Dienste des hessischen Schulwesens. In dem Jubilar verkörpert sich der Aufstieg des hessischen Schulwesens der letzten Jahrzehnte in lebendiger Weise. Ursprüng- ' lief) Leiter der Realschulen zu Gr.-Umstadt und Gießen, wurde Nodnagel 1888 zum Direktor des Gymnasiums und der Realschule zu Worms berufen. Seit 1899 ist er im Darm- städler Ministerium des Innern, Abteilung für Schul- angelegenheiten, an leitender Stelle mit ausgezeick)netem Erfolge tätig. Dem jugendfrischen Greise verehrten die Wormser Lehranstalten gestern zu seinem Ehrentage ein von Fritz M u th (Worms) gemaltes Bildnis des Doms zu Worms und einen künstlerisch ausgestatteten Glückwunschbrief. ** Amtliche Personalnachrichten. Ter Großherzig hat dem Vortragenden Rat im Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenl^iten, Geheime,: Oberschulrat Ludwig Nodnagel in Tarmstadt, pm 50 jährigen Dienstjubiläum am 20. Okt. 1916 die Krone zum Komturkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Tas Ehrenzeichen für Mitglieder frerwttliger Feuerwehren wurde vom Großherzig verliehen: Heinrich Bauer, Otto Müller, Heinrich Rain II., Heinrich Schwalm, sämtlich zu Lollar. ** Ober hessischer Kunstverein. Die zur Ausstellung angemeldeten Bilder sind teils eingetroffen und unterwegs, südaßwie vorgesehen, am Sonntag, den 29. Oktober, die Eröffnung der Ausstellung erfolgen kann. Die zur Ausstellung gelangenden Werke bekannter Meister waren bisher in der Berliner Großen Kunstausstellung, im .Kunstsalon Casf irer -Berlin und im Mün- ckener G l a s p a l a st ausgestellt. ** Als Kartoffel-Höchstpreis für Kartoffeln aus der Ernte 1916 ist festgesetzt: Bei Lieferung gesackter K>.rrtoffeln frei Keller des Bestellers in Mengen von einem Zentner und mehr für Erzeuger aus Gießen für den Zentner 4.20 Mk., ans anderen Orien für den Zentner 4.60 Mk.. für Kartoffelhändler für den Zentrier 4.85 Mk., beim Verkauf in Mengen von weniger als einem Zentner ab Lager oder Verkaufsstelle für das Pfund 5i/ 2 Kg. ** Kartoffelernte. Wie die Schulabteilung des Großh. Ministeriums des Innern bekannt gibt, ist mit Rücksicht auf das eingetretene Frostwetter dorr, wo ein Bedürfnis dazu vorliegt, der Unterricht zum Einbringen der Kartoffelernte auszusetzen. ** Gunter Null. In dieser Nacht hat es zum ersten Male gefroren Dre Temperatur sank auf 1 Grad unter Null. Heute morgen torqne man auf den Wieseckbrücken die zur Schule gehenden Lchüler ans Eisbahnen schlittern sehen. In Laulerbach erreichte dce -^euweralur ern Minimum von 4 Grad und wies heute morgen irochj 1 Orad. Kälte auf. Für die noch nicht eingeernteten Kartoffeln vffteht ernstliche Frostgefahr. Auf dem Feldberg sank das.Thermo- mLUr (uif ungefähr -.4 Grad. Wie wir erfahren, wird sich die Lllgemeintemperatur etwas erhöhen, sodaß in der nächsten Nacht nur noch in höheren Lagen Frost zu befürchten ist. ... Frühdruschprämie für Hafer. Tas Kriegser- uahrungsamt gibt bekannt: Um rechtzeitige Deckung des Herbst- bKari?..der HeEsverwcütung an Hafer sicherzustellen, ist für die ffül-zeiti^ Ablieferrn^ des Hafers eine Frühdruschprämie in der lyotm festgesetzt wocken, dav der Höchstpreis für die Tonne Hafer brs zum 30. September 1916 auf 300 Mark, von da ab bisam weitere Festsetzung auf 280 Mark festttnmt wurde. In welcher Höhe i er Höchstpreis endgültig festgelegt ivird, steht noch nicht fest Tie weitere Herabsetzung wird, da ^er Heeresbedari Tur bie nächsten Monate noch erheblich ist, aber ®J lbe November erfolgen. Bis dahin wird den Landwirten, muh wenn man dre Verspätung der Ernte und die sonstigen ^ckiwlerigkerten berücksichtigt, möglich sein, den Hafer erforderlichen Menge znm Preise von ^«0 Mark zur Ablieferung zu bringen, ohne daß die ordnungs- maw^e Turchnrhrung der Herbstbestellung und die Einbringung der leifet^^^ ^ntn der Beschleunigung der Haferanlieferung ^ ** Des s_ischeOstpreußenhilf e Vor einiger Zeit wurde ^^dlrbetter und Beamten des Eisenbahndirettions- L d?- der Hessischen Ostprenßenlstlfe einen uberwiesen haben. Nunmehr ist der gleiche Be- ^ l/000 Mark) durch den Präsidenten des Eisenbahndirektions- be^irkv Marnz im Namen der Beamten und Arbeiter seines Bezirks filmfeeth« als erste Leistung des Mainzer Ortsausscl>usse? bn SpelHidjcii Cftpreußerifnlle überimesen worden. Autzerdeni Hot der Borsch«ide des FniMNwsschusses dcs Wormser Zweigvereins vom „Roten fiten, mit geteilt, daß das vorläufige Ergebnis der Sammlung der Stadt Worms einen Betrag von 25 000 Mark für t!“ Ostpreußenhilfe ergeben habe. Endlich wurde ihr von Gchennerat Heichelheim en Gießen ber JI 5000 Mark übenviesen. Allen Spendern hat der Minister des ^nnern als Vorsitzender des Gesamtvorstandes berzlickien ausgesprochen. Möchten diese hochhtigert'und reichM Spender von guter VorbedÄung für das Ergebnis der jetzt überall im Land einsetzenden Sammttmgen sein. (Nachdruck erwünscht) n- ^Deutsche Kriegsanleihe Die MitteldeuNckiP Ereditbank, Filiale Gießen, gibt in unserem Anzeigenteile bekannt ®2J E t ü} nmc & c außer den Stücken von Mk. 100.-. Mk. 200 —' ? ^ ^OW.-allch die Stücke von nom M k' „ 0 S;7> 4 : Deutschen Kriegsanleihe erschienen sind und von oen ** l $ nern m Empfang genommen werden können. wird knapper Aus Braueveikreisen wird Mitgeteilt, -bafe die Brauereien ihre Lieferungen an die Wirte ein- aussen, weil durch die späte Ernte und durch die geringe Cn * bie dr^Eendie Lieferungen in der bis- ÖJf"' jZEls schon verminderten Hohe nicht mehr ansgeführt ^S^ ü ^ tkn ra° m d'arch diese Maßnahme haltw ^können ^^brlreferniigen brs zur neuen Ernte aufrecht er- 9 i Vahnhofftr. 34. Der Spielplan voin D -fimn ! sollfende interessante Neuerscheinungen aus: i\ ? * *1« § " b e." E,ne Kriegsepisode in 3 Akten. D e r *2 Interessante Naturaufnahme. „D e r höchste Wurs." Ein Drama in 3 Men. In ü°n Hauptrollen Rudolf del Zapp, Lotte Erol, Arthur Berger, Heinz Alexander. Dazu das gute Beiprogramm. Landkreis Gießen. a. Göbelnrod, 21. Okt. Am letzten Donnerstag wurde nn vom Wachkommando in Lauter b. Grünberg entwichener engl. Geangener auf der Landsttaße Grünberg—Gießen durch unseren Lehrer unter Mithilfe eines dazu gekommenen hiesigen Mannes festgenommen. Der Ausreißer wurde nach Grünberg zurücktrans- porttert und fand einstweilige Aufnahme im dortigen Spritzenhaus. Eurl Rühl, Sohn des hiesigen Bahnwärters Heinrich Riihl, welcher mitte Juli an den heftigen Kämpfen in Rußland teilgenommen hatte und von seinem Truppenteil als'vermißt gemeldet, hat vor kurzem seinen Angehörige aus russischer Gefangen- schaft geschrieben. Er ist in einer Metallwarenfabrik in Taganroy beschäftigt, wo es ihm bis jetzt gut geht. vrd. Lich, 21. Oft. Der Gast- und Landwirt Karl Vogt starb in Siebenbürgen den Heltzeiuov fürs Vaterland. Vogt er- ^ute sich überall großer Beliebtheit. — Dem Wachtmeister Weber und dem Polizeidiener Mcper hier wurde das Kricgs- verdienskehrenzeichen am Ba^de der Tapferkeitsmedaille verliehen. Kreis Büdingen. # Tübingen, -'1. Cft. - ic Hessische Tapferkeits Medaille erhielt der 5lanonier Georg Schäfer. B l e i ch e n b a ch, 21. Okt. Nach einer schweren Verwundung starb den Heldentod der Masa inengeivehrschühe Heinrich D e s ch. 2lls vermißt gemeldet wttrde der Wehrmann Reidelbach. Die H e s s i s ch e T a p s e r k e i t s in e d a i l l e erhielt der Gefreite L e i ß , Sohn des Metzgers Leih. . ißberg, 21. Okt. Schon bürge entbehrte unsere Gerneinde eme Turmuhr. Landwirt Wilhelm Senm stellte 1100 Mk. dafür zur Berftigung. Die Uhr soll eine bleibende Erinnerung an seinen auf dem Felde der Ehre gefallenen Sohn sein. Tie Uhr wird nach den Plänen des Großherzoglichen Tenkmalspflegers Professor Walbe-Tarnistadt entworfen und ausgeführt. Andere Glieder unserer Gemeinde haben zur Erinnerung an die gefallenen Helden eine Kriegergedächtnis st iftnng errichtet, deren Kapital der evangelisck^en Kirche zur Berftigung gestellt wurde. 4h Wolf, 21. Okt. 9tach dreimaliger schwerer Verwundung starb in einem Feldlazarett in Galizien der Wehrmann Stock. )( Aus dem Niddertal, 20. Okt. Mit aller Macht setzte rnder vergangenen Nacht der Frost ein, das Thermometer zeigte selbst an gefckchtzter Hanswand als üiedrigste Temperatur — 2,5 0 R. E die/ Kartoffelernte ziemlich beendet: ob an den üoch.znr Hälfte stehenden Runkelrüben Schaden angerichtet worden Ulf, lqHt sich noch nicht beurteilen. Die Kartoffelernte ist sehr schlecht ausgefallen, manche Aecker brachten noch nicht die Hälfte des vor- lährigen Ertrages, auch das Spätgemüse ist schlecht geraten, die Arbeiten auf däm Feld und in den Härten sind überhaupt noch sehr zurück, da der Boden durch das anhaltende fenclste Witter zu naß ist und der Mangel an Arbeitskräften immer größer wird. Sehr eifrig ist die Bevölkerung, sotveit jit Zeit dazu hat, mit dem Einsammeln der Bucheckern beschäftigt, mit Rechen, Tüchern, Sieben und sonstigen Geräten sieht man Alt und Jung pst in die Wälder ziehen, um den reichen Segen zu bergen. Am besten hat sich bis letzt die Methode des Auflesens bewährt, die zwar sehr mühsam und lang)am ist, aber dafür die Nacharbeit des Siebms erspart und nur gute Früchte liefert. Kreis Alsfeld. ^ Fe. Alsfeld, 21. Okt. Für den Kreis Alsfeld sind für S ch l a ch t g e flü g e l folgende Richtpreise jetzt festgesetzt worden: Einkaufspreis vom Züchter: Landgänse unter 10 Pfund Schlachtgewicht das Pfund 1,60 M., über 10 Pfund das Pfund 1,80 Mark. Verkaufspreis für Händler an Verbraucher 10 Pfennig mehr das Pfuard. Junge Hähne, geschlachtet und ausgenommen das Pfund 1 80^—1,90 Mart, (Gefieder abgenommen). Hühner bei einem chchlachtgQvick-t bis zu drei Pfund das Pfund 1,50 Mark, über drei Pfund 1,65 Mark, ansgenommene Ware ohne Gefieder. Kreis Lauterbach. B e r m u t h s h a i n , 20. Okt. Der zweite Sohn des Landwirts Rausch wurde in den letzten Kämpfen verwundet. Der älteste Sohn, der Lehrer ist, wurde bereits wegen schwerex Schulterverletzung vom Heeresdienste entlassen. ^ . ü- Gunzenau, 20. Okt. Nur kurze Zeit befaßen wir in dem Schulverwalter Hof aus Gedern einen eigenen Lehrer. Herr H o f wird nämlich versetzt, da der im benachbarten Ober-Movss stehende Lehrer Müller vom Heeresdienst entlassen ist und nun gemeinsam mit Lehrer Wolf in Metzlos den Unterricht an der hiesigen Schule versieht. ü. Nieder-M o o s, 20. Okt. Vor mehreren Tagen wurde der rn der Nähe gelegene, den Frei Herrn v. Riedefel gehörige große Teich a n s g e f i s ch t. Das Ergebnis war recht zufriedenstellend. In Friedenszeiten lockte dieses Schauspiel viele Schulklassen der Umgebung und sonstige Zuschauer aus nah und fern herbei. Auch Heuer fehlte es nicht an Schau- und Kauflustigen, denn „Frische Fi,che, gute Fische!" Kreis Schotten. ** Gedern, 21. Okt. Dem Großh. Gendarmerie-Wachtmeister Vogel wurde vom Großherzog das Kriegs-Ehrenzeichen verliehen. Kreis Friedberg. F r i e d b e r g , 21. Okt. Der Kommunalverband setzte den Preis für Molkereibutter im Großhandelsverkehr auf 2,40 Mk. und im Kleinhandelsverkehr auf 2,60 für das Pfund fest. 9’ § r t e b b e r g , 21. Cft. Im Kreise Frtedberg betrugen b,§her die G o l d a n k n u f s e r g e b u i s s e 20 604,65 Mark. Starkenburg und Rheiuhessen. Fc. Aus dem Odenwald, 21. Okt. Ter fahnenflüchtige Gr-emm von Hambach treibt sich seit einem Vierteljahr im Odenwald herum und führt mit seinem! 17jährigen Sohn die schwersten Diebstähle aus. Der Sohn stahl vor einigen Tagen nt Knoden am hellen Tage im Hanse einer Frau, deren Mann, im Felde stehft 125 Mark, Taschenuhren usw. Ter Vater stand während dem Schmiere. Einer anderen Frau in Hambach stahl der lunge Gremm einen Anzug. Außerdem stahlen Vater und Sohn in der Umgegend von Lindenfcls noch alles mögliche, ohne daß es bis letzt gdmig, die Diebe festzunehmen. Die Bewohner ftirchten ,ich vor den Drohungen der Bande. Kreis Wetzlar. ra. Dauborn, 20. Okt. Tie älteste Einwohnerin unseres Ortes, die Witwe Deuster, ist im hohen Alter von 97 Jahren gestorben. Hessen-Nassau. ü Marburg, 20. Okt. Das Jäger-Ersatzbataillon beging heute gemäß einer Berftigung des Kriegsministeriums in entsprechender Weise eine G e d e n k f e i e r .zu dent am 20. Oktober erfolgten Sturm auf jLes trois Maisons, an dein das Bataillon sich in ganz hervorragender Weise auszeichnete. r^. Biedenkopf, 20. Okt. Ter Vorstaiid der Landwirt- schastskauimer für den Regierungsbezirk Wiesbaden beschloß, folgeiiden Gemeinden des Kreises Biedenkopf Beihilfen für die Zusammenlegung zu geivähren : Crumbach und R o ß - b a ch je 590 Mk. imd O b e r w e i d b a ch 800 Mk. X Hanau, 21.Okt. Bei den immer schwieriger werdenden Verhältnissen in der Versorgung mit Milch> die allerorts zu schive- ren Unzuträglichkeiten zwischen Produzenten, Kommuiren und Verbraucher führeii, gehen die Einrichttuigen der demnächst in Bettieb zu nehmenden st ädtischen M i l chkn hwi rt scha ft im ftül- heren I9Rarstalle des Altstädter Schlosses ihrer Vollendung entgegen, die für den kommeirden Winter urld die übrige Tauer des Krieges eine feste Grundlage in der Milchversorgung des Stadtkreises Hanau bilden soll. Für den Betrieb dieser Milchwirtschaft haben die Stadtverordneten kürzlich 200 000 Mk. zur Verfügung gestellt. Ter Betrag hat zur Anschaffung Dem 50 Milchkühen im Gesamtwerte von 85 000 Mk. sowie zur Anschaffung ausreichender Mengeri von Futtermitteln für die Kül>e mit 60 000 Mk. Verwendung gefunden. Man hofft, durch den späteren Verkauf der Kühe und den Erlös für die zu gewinnende Milch einen beträchtlichen Teil des jetzt benötigten Geldes zurückznbekommen. Die Milch aus der städtischen Milchikuhwirtsck>aft soll in erster Linie den Kindern, Kranken und Wöchnerinnen zugute kommen. Aüch jdie Butlerver- siorgung soll eine wesentliche Besserung in unlevra Stuv: .o fahren. Nastätten, 21. Okt. Im nahen Casdorf äscherte ein ^rotzfeuer die mit Erntevorräten gefüllte Scheune der Witwe PiMiipv Arrton Bonn ein. Das Feuer griff auf das Gehöft des Landwirts Busch über und legte Teile desselben ebenfalls in ttschc. Durch Unvorsichtigkeit zweier fünfjähriger seuaben soll das Feuer entstmiden sein. .j a - ^. u 3 Nassau, 20. Okt Ter Bezirksverband Nassau errichtet ewe Kr i e g shil f s ka s ,'e mit dem Zweck der Wahrung von Darlehen an Kriegsteilnehmer oder deren Angehörige ttneieu [mb. Der Bezirksverband stellt der Kasse eine Million Mark zur Verfügung, die spätestens 10 Jahre nach Friedensschluß zuruckzuzahlen sind. Ter Staat leistet ebenfalls einen Zuschuß von einer Million Mark, die nach Abzug von 15 v. H- Rücklage, iic ölttdjeix Jahreszahlungen vm: 1919 ab znrückzugebeu sind. Das Tarlehn soll 3000 Mk. nicht übersteigen, der Zinsfuß nicht 4 v. H. < 1 um selbstauoigen Mittelstände gehören alle diejenigen, die ihren Lebensunterhalt nur oder hauptsächlich durch den .Betrieb eines Gewerbes, Landwirtschastszweiges oder die Ausübung eines freien Beruses erwerben oder ein mäßiges Jahreseinkommen, gewöhnlich riicht über 4000 Mark erz ielen. Unrverfitcrts-rLckchrrchten. 7^ Frankfurt a. M., 20. Ott. Die Feier des Rektorats- wechjels au der Universität findet am Mittwoch, den 25. Oktober in der Universitätsaula statt. Mit der Feier wird die Enthüllung n Konsul Kotzenberg der Universität gestifteten Adickes- sOuste verbunden. —_ Professor Dr. v. Laue, der bekannte Nobelpreisträger und Ordinarius der theoretischen Physik an der hiesigen nmpcriitat hat den an ihn ergangenen Ruf nach Wien abgelehnt. Geriehtrsaal. ^ ^ ,.21 Ott. Vor einiger Zeit erhielt ein Tierarzt rm Kreise Biedenkopf ernrge Postkarten beleidigenden Inhalts. Der Erdacht der Täterschaft lenkte sich auf einen Fleischbeschauer, der schließlich auch unter Anttatze gestellt und auf Grund der ei ^gezogenen Gutachten Sachverständiger wegen Beleidiguiig zu 100 Mk Gelbst rase verurteilt wurde. Die gegen dieses ersttnstanzliche Urteil eingelegte Beruning wurde heute von der Strafkammer verworfen. Märkte. Gießen, 21. Oft. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter das Pfund 1,90—0,00 Mk.- Hühnereier das Stiick 00 Mg.; Käse 0 Pfg., Käsematte 3 Psq. das Stück- ttuhner das Stuck 4,00-6.00 Mk., Hahnen das Stück 3,00-4,00 Mk' Nlenflestch das Pfund 2,10-0,00 Mk.. Kuhfleisch 2,10-0.00 Mt. das Pf""d, Rindfleisch das Psuttd 2,10-0,00 Mk., Schweinefleisch das Pfund 1,80-0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 3,00-0,00 Mk Hammelfleisch das Pfund 2,20—0,00 Mk.: Kartoffeln 50 Kilo 0 Mk.: Zwiebeln das Pfund 18-00 Pfg.: Milch das Liter 30 Pfg.; Nüsse 100 Stück 00-00 Pfg.: Spinat 25-09 Pfg. das P'und, Weißkraut das Stück 20-40 Pfg., Rotkraut 20-50 Pfg Wirsing 10—25 Pfg. das Stück, Kohlraben 10-20 Pfennig das Ltuck, Rote Rüben 15-00 Pfennig das Pfund; Gelbe Rüben 15 bis 18 Pfg. das Pfund, Endivien 10-15 Pfg.; Sellerie 10-35 Pfg.. Lauch 5—8 Pfg., Blumenkohl 30-70 Pfg.; Tafeläpiel das Wund 10-22 Pfg., Birnen das Pfund 22-00 Pfg. — Marktzeit Letzte Nachrichten Eine Konferenz der leitenden Minister der Bundesstaaten. . Berlin , 21. Ott. Wie dem „Berliner Lokal-Lftizeiger" berichtet wird, ftndet heute eine Bevatmrg aller leitswcn Minister der Bundesstaaten ünd Elsaß-Lochringens in Berlin statt. Die Einladungen hat der Reichskanzler ergehen l-assen. Wie wir hören, wird es sich bei diesen Beratungen üm die Winterversorgung des Reiches mtt Kartoffeln und um sonstige Fragen der allgemeinen Volksern-ährung handeln. Der Wechsel in der Presseabteilung des Außenamtes. B e r l i n, 21. Oktober. Der „Berliner LoSolanzeiger" schreibt: Wie wir erfal/ren, wird der Wechsel in der Presseabteilung des Auswärtigen Amtes beretts am 1. November eintreten. Tie Ernennung des Majors Tentelmoser zum Nachfolger de§ Gehei mrats Hamann dürfte, da nun einmal mtt dem Llusscheiden des bisherigen Leiters der Presseabteilungen des Auswärtigen! Amtes gerechnet werden muß, in der Presse allgemein begrüßt werden. Schon lange vor Beginn des Krieges hatte das Kriegsministerium die Notwendigkeit erkanitt, eine bessere Verbindung mit der Presse zu erhalten. Es wollte zu diesem Behufe eine eigene PresseabteilnTig Mer ein Nachrichtenbnreau, wie es im Reichs marineamt schon seit Jahren z um Vorteil aller beteiligtm Kreise besteht, einrichten, an dessen Spitze Major Tentelmoser treten sollte. Leider machte der Reichstag damals erneu Strich durch den wohlerwogenen Plan, wett er die Mittel für neu zu schaffende Amt ablehnte. Als dann der Krieg ansbrach, wurde Major Deutelmvser in die Presseabtettung des Großen Generittstabes berufen, wo ihm als Nachfolger des Majors Mkolai die Leitung des Verkehrs mit der Presse zufiel, und als dann im vorigen Jahre das KriegspresseMitt eingerichtet wurde, wurde Major Deutelmoser sein Chef. Die deutsche Zeitungswelt dürfte sich dazu beglückwünschen, daß die Wahl auf diesen Offizier fiel, denn er zeichnet sich durch weitgehendes Verständnis für die Bedürfnisse der deuttchen Presse Mls. Persönlich von größter Liebenswürdigkeit, zeigte er im amtlichen Verkehr, so weit er dies konnte, Entgegenkommen ftft- hie Wünsche und Anregungen, die ihm vorgetragen wurden, suchte erfolgreich Gegensätze nach Möglichkeit auszugleichen, Reibungen oorzubengen und, wenn sie zutage traten, sie glättend aus der Welt zu schaffen. Nach alledem darf man dem Wirken des Majors Deutelmoser mit Vertrauen entgegensetzen. Schon vor seiner letzten Tättgkeit im Kriegsmiinsterinm war der damalige Hauptmaun Deutelmoser dort zur Dienstleistung kommandiert bei der ersten Armeeleittrng unter deni Abteilungsches Oberst von Bergmann. Vorher stand er 'fei dem 7. rheinischen Infanterie-Regiment 69 in Trier, wo er die 11. Kompagnie kommandierte. Haupttnann war er am 21. Mai 1906 geworden. Englische Besorgnis wegen drr Kriegslage in Siebenbürgen. Rotterdam, 21. Okt. T-tt „Time s" meldet aus Bukarest: Obgleich die Rumjänen die Pässe kräftig besetzt halten, könne noch nicht angenommen werden, daß die Krise endgültig vorbei ist, denn die Deutschen werden wahrscheinlich so lange Verstärkungen senden, wie das günstige Wetter Kriegshandlungen in diesem hügeligen Gebirge ermöglicht. Der Timeskorrespondvrt berichtet noch, daß die rum änffchen Soldaten brennende Fässer von den Berges hüben, herabrollen. „Daily Chroniclck^ erführt, daß die Schlacht um die rumänischen Pässe andauere. Die Tatsache, daß der .Feiud vor Anfang der Woche bereits vor Ricuar starid und in jener Gegend mrr etwa 3200 Meter von dem wichtigen Eisenbahnendpuntt KttnpolUng entfernt ist, zeigt, daß die Lage für die Rumänen noch imNiier gefährlich ist. ächte Godever Mineral- Pastillen , Nachahmungen weise man zurstch Heute verschied nach kurzer, schwerer Krankheit meine liebe, gute Frau, unsere gute Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Elisabeth© Pauly geb. Hofmann im Alter von 62 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinr. Pauly VII., Beigeordneter. Langsdorf, den 20. Oktober 1916. 7ÄÖJ Die Beerdigung findet statt Montag, dem R8. Okte- ber 1916, 3 Uhr nachmittags. Z igaretten direkt von der Fabrik si Orioiaalprolsai IM ZlgoTGtt. SltlKT. 1,1 4 1.43 10« .. .. s ..r.so 1« .. .. * „2.21 1«« .. .. 4.2 „I. 2« 1« „ „ 1.2 „4.30 »an« jeden Zuschlag f. neu© Wteaern.Z®«l cr,| öhnn5 7ifr»ppin prima Qualitäten ^ arrga 75.-b.200. M.p.Mille iües Hai S. m. k, H. KÖLN, Ehromtrasse 34. Telefon A 9068. (»*>D Bestellungen mrf Saatroggen und Saatweizen au» anerkannt, norddeulsch-n Saatgutwlrtschasten werden entgegenaenommen. vstrsiSsdlaLsr tt. ja. b. E., CMtfisn tc 1.14« ii.3XM. Sriedrichltv.8. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der langen Krankheit, bei dem uns so schmerzlich betroffenen Verluste unseres innigstgeliebten unvergesslichen Hans und für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir allen auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: I. d. N. Karl Sommerkorn, Schutzmann. Giessen, Ederstrasse 19, 21. Oktober 1916. .. Wühl- und ScHubrad- Todes-Anzeige. Ruhe sanft, du gutes Herz. Du hast den Frieden, wir den Schmerz. Schmerzgebeugt machen wir Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dak unser braver, treusorgender Sohn, Bruder. Schwager. Onkel und Bräutigam Ludwig Körber Landfturmmann in der 2. Kompagnie des Jnf.-Regts. Nr. 118 am 2. September nach kaum vollendetem 31. Lebensjahre in schweren Kämpfen sein all- zufrühes Grab gesunden hat. In tiefstem Web und Schmerz Die trauernden Hinterbliebenen: Familie FuftuS Körber II. Wilh. Körber Heinrich Körber Heinrich Pfeiffer Kaspar Bötz „ Louis Einhäuser Anna Hofmanu, Braut. Alten-Buseck, Meiches, Battenberg, 21. Okt. 1316. Schirme iärilspite Bußäe H Go., Soltersweg; 82, Giessen. 7598 Kcffcl vorzüglich zum Honig- kochen, Schlachten, Wäsche- und Futter- kochen, empfiehlt i. feinster Qualität zu billigstem Preis sofort ab Lager August Lotz, Eisenhandlunt', T-lks. 1079. Wicseck. Ferner empfehle: Kcffelmäntel 7415 Futterdämpfer Kartoffelquetschen Dezimalwagen Fauchepumpen in bester Ausführung. Bankbeamter Hans Tränkner und Frau Maria geh. Müller beehren sich, ihre Vermählung amuzeigen. Giessen (Landgrafenstr.4), 21. Okt. 1916. für Herren und Damen von Anfang November bis 1. April (etwa 40 Stunden!. Anmeldungen bis 24. 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