Nr. 244 Der vithener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: Cnehener ^amilienblätter; Nreisdlatt für den Ureis Sietzen. Bezugspreis: monatl. 90 Pf., viertel- jahrl. Mt. 2.65: burdj Abhole- iu Zweigstetlell monatl. 80 Pf.: durch diePostMk.2.45viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: slir dieSchriitleitung112 Verlag,Geschäftsstelleöl Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen. Erstes Blatt 366. Jahrgang Postscheckkonto: Frankfurt a.M. 33686 eneral-Anzeiger für Oderhessen Zwillingsrund-ruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Buch u. Zteindruckerei R. Lange. Dienstag, ff. Oktober 3A- ..«nähme vsu Anzetg«. die Tagesnummer bii 5 uinNachmittag vorher, äeiknprcis, l Anzeigen: örtlich 20 Pf., Vermietungen u. Stellengesuche 15Pf., auswärts 25 Pf., b. Platzvorschrift' 30 Pi., Reklamen 75 Pf., bei Platzvorschrist 90 Pf. pauptschristleiler: Aug. Ä 0 etz. Verantwortlich für Politik u.Feuilleton: Bankvrrkehr: Aug. Goetz. Stadt und, SewerbebanlGiehen Land.VermischtesmGe- richtssaal: Fr. R. Zenz. Schriftleitung. SeschSstsstelle ». Druckerei- Schulftr. I. fämtWti. die tlt Angriffe gescheitert. (WTD.) Großes Hauptquartier, 16.Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeld marschalls Kronprinz R u p p r e ch t v 0 n Bayern. Im Kampfgebiet derS 0 mme hielt die lebhafte beiderseitige Artilleriefeuer tagsüber an. Ein englischer Vorstoß nordöstlich von Gumdecourt drang in geringer Breite in unseren vorderften Graben, der im Gegenangriff völlig zurückgenommen wurde. Franzosen griffen morgens und abends die Stellungen westlich von Sailly an und wurden cibgewie- sen, südwestlich des Dorfes durch frischen Gegenstoß. Front des Deutschen Kronprinzen. In den Argonnen und auf beiden Maasufern lebte das Artilleriesener zeitweilig auf. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeld nrar sch allS Prinzen Leopold von Bayern. Westlich von Luck brachen durch heftiges Artilleriefeuer vorbereitete starke Angriffe im Abschnitt Zubilna— Zaturcy unter schweren Verlusten für den Feind zusammen. Teilvorstöße südlich der Bahn Brody — Lemberg und in der Grabcrka-Niederung scheiterten gleichfalls. Beträchtliche russische Mäste wurden zu einem tter gegliederten. aber erfolglosen Angriff an der Najarowka zwischen Lipnica Dolna und Skomorochy eingesetzt, auch hier tonnten wir dem Feinde schwere Verluste bereiten. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. In den Karpathen wiesen deutsche Bataillone bei Erweiterung ihres Erfolges am Smotrec Gegenangriffe ab und machten drei Offiziere, dreihunderteimmdachtzig Mann zu Gefangenen. Am D. Eoman nahmen bayrische Truppen im Sturm mehrere russische Gräben, Oestlich Kirlibaba sind bei den Angriffskämpfen österreichisch-ungarischer Regimenter russische Gegenstöße zu- rückgeiviesen worden. Die Zahl der eingebrachten G e - fangenen beträgt über tausend. Südwestlich von Dorna Watra drängten die verbündeten Truppen die Gegner über das Neagratal zurück. Auf dem Kriegsschauplatz in Siebenbürgen dauern die Kämpfe an der rumänischen Grenze an. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Keine Aenderung der Lage. Mazedonische Front. Im Cerna-Abschnitt beiderseits Brod hatten heftige, nachts wiederholte Angriffe serbischer Truppen keinen Erfolg. Auch Tcilvorstoße bei Grunista und rrördttch der Nidze Planina wurden unter erheblichen Verlusten des Feindes abgewiesen. Der erste Genera lguartiermeister L u d c n d 0 r f f. Im vorigen Jahr gelang trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit die Niederwerfung Serbiens. Die Lage ist heute ähnlich, insofern Mackensen und Falkenhayn Rumänien angepackt haben, um es aus der Reihe unserer Feinde auszuscheiden. Wir haben in dein abgelaufenen Jahre, seit der Besetzung Serbiens, manche Spannung^ manche Besorgnis und, man darf es wohl aussprechen, auch manche Enttäuschung auszuhalten gehabt, weil wir die Gesamtlage nicht hinlänglich zu überblicken vermocht hatten und nach unseren Laienerfahrungen vom Frühjahr 1916 die Krönung der deutschen Siege durch neue Schläge erwarteten, die nach allgemeiner Annahme im Westen ausgeteilt werden sollten. Nur unsere Heeresleitung hat sich nicht verrechnet: sie wußte, daß das neu erstandene englische Heer in Anschlag zu bringen sei und daß die deutsche Strategie darum wieder einmal zuexst wägen, dann erst wagen müßte. Es hat uns lang gedauert, dieses Jahr 1916: die Russen bereiteten uns durch die Reorganisation ihrer Heere, durch die neue Mobilmachung ungezählter Menschenmassen eine neue Ueber- raschung. Auch der politische Wetterhimmel war uns öfter verdüstert, denn die Feinde kündigten ihre „Generaloffensive", die mit neuen und frischen Kräften bewirkt werden sollte, mit einer überlegenen Stimmungsmache an. Wir hatten die Schwierigkeiten mit Amerika, und die Neutralen drohten den. Respekt vor der siegreichen deutschen Schlagkraft zu verlieren. Rumänien ist das Opfer dieses Gedankens. Wenn wir später, in dem Abstande, der ein ruhiges und kritisches Beschauen der Kriegsereignisse erst abschließend ermöglicht, auf das Jahr 1916 zurüpkblicken, so werden wir es dennoch gehobenen Herz-ens als ein ruhmvolles und glückliches Jahr feiern. Denn es hat erst die ar osten Rechnungen beglichen. Unse-8 Hauptfeind, England, hat die ,,stärkste seiner Künste" ins Spiel gebracht, t und — er hat sich verrechnet. Das Weltreich hatte auf seine WWfem S&ttet pLLtra^t, hWe fiema&uk Dmtjchlanch nach dessen übermäßigen Kraftanstrenaungen, schließlich doch erschöpfen und mit Hilfe seiner zahlreichen Verbündeten niederzwingen zu können. Allein das Sorgenjahr war auch für England eine große Quelle bitterer Enttäuschungen. Für die ihm an den Dardanellen erwachsene empfindlichste Niederlage, die beim Jahreswechsel besiegelt wurde, erwuchs ihm kein Trost. In Mesopotamien erlitt es den neuen Schlag gegen seine Unternehmungen und sein Ansehen. Wir dürfen uns unseren schlimmsten Feind heute nicht im Gewände des Triumphators vorstellen, soviel auch Asquith und Lloyd George prahlerisch reden mögen. Englands Werktagskleid ist nichts weniger als stolz und prächtig, sondern vom Kampfe verstaubt und zerschlissen. Seine Finanzkräfte werden mehr und mehr erschöpft, und schon sorgt es sich ernstlich um die fehlenden Reserven. Wenn wir etwas länger auf die^neuesten Verhandlungen des Unterhauses Hinschauen, als die Rede des Ministerpräsidenten gedauert hat, sehen wir ernste Mienen und Stirnrunz-eln. Bon den vielen Volants am Rocke der Dame Englaird ist nicht viel Imponierendes übrig geblieben: der letzte Ansatz, aus Rumäniens Spende, hängt schon als ein schlapper, mißfälliger Lappen herunter, und da Herr Asquith in seiner Rede dies ganz übersehen hat, wiesen einige irische Redner desto eindringlicher mit dem Finger darauf. Die Lektüre dieser englischen Parla-- mentsreden bereitet uns ein uneingeschränktes Vergnügen. Asquith hatte gesagt, Deutschland wolle aus Haß und Rache Rumänien zerschmettern. C a r s 0 n meinte dagegen, man müsse besorgt sein, ob es nicht die deutsche Politik war. die Rumänien von Anfang an zerschmettern wollte! Das ist eine erfreuliche Einschätzung des deutschen Vermögens! Und indem Carson den rumänischen Lappen in die Höhe hebt, bemerkt er, daß das diplomatische Kleidungsstück schlecht gefüttert sei. Es liest sich, was die irischen Kritiker gesagt haben, alles so viel realer, verständlicher und überzeugender als die Redensarten der Minister. Eine gesunde Atmosphäre von Pessimismus geht davon aus. Der Ire D i l l 0 n erklärte, e's würde ein beispielloses Unglück sein, wenn.England Rumänien üher den Hausen rennen ließe. Asquith hatte den Rumänen ein böses Schicksal, aber keine weitere Hilfe in Aussicht gestellt, und das wurde ihm nachdrücklich und in sgjhr peinlicher Weise vorgehalten. Was soll er'tun? Auch Sarrail hatte, nach Dillon, größere Forderungen von Unterstützung vorgebracht, und, so fuhr der irische Redner fort, die ganze Welt würde einen gewaltigen Schreck bekommen, wenn sie die Antwort auf Sarrails Ersuchen lesen würde. Es sind im ganzen Ankündigungen neuer, schwerer Schlappen für England, mit einer gewissen Dringlichkeit und Schadenfreude vorgebracht. Auch die Ruhmredigkeit des .Herrn Asquith über die Erfolge iu Frankreich wurde stark abgespült. Die großen Verluste, die noch zu leistende Her- lulesarbeit, die Sorge um Reserven lassen den Engländern das Lächeln ersterben. Der liberale Abgeordnete Holt tadelte Lloyd George: Die britischen Soldaten gingen nicht wie sportmäßige Gladiatoren in den Krieg, sondern wie christliche Krieger. Man lächelt, wenn man die Möglichkeit aussinnt, dergleichen könne auch einmal einem deutschen Reichskanzler gesagt werden. Das übrige Ausland wird die Dinge genau so scharf verfolgen wie wir in Deutschland. Ist dann das „namenlose Unglück" der Zerschmetterung Rumäniens vollbracht, so wird es mit der Beschützerrolle Englands doch wohl allmählich zu Ende gehen. * . * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 16. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird berlautbart: 16. Oktober 19i6. Oestlicher Kriegsschauplatz. HeeresfrontdesGeneralsder Kavallerie Erzherzog Karl. An der rumänischen Grenze leine wesentliche Aenderung in der Lage. Es wird weiter gekämpft. In der Drcilän- derecke südlich von Dorna-Watra drängten wir die Russen über den Negra-Bach zurück, wobei sie einen Offizier, 217 Mann und zwei Maschinengewehre in unserer Hand ließen. Bei Kirlibaba wurden in den letzten Kämpftn fünf Offiziere, 1097 Mann und fünf Maschinengewehre, auf dem Smotrec drei Offiziere und 381 Russen eingebracht. In beiden Abschnitten scheiterten gestern russische Gegenstöße. Im Ludowa-Gcbict bemächtigten sich bayerische Bataillone einer feindlichen Stellung. HeeresfrontdesGeneralfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. An der N a r a j 0 w k a, am obersten S e r e t h und südwestlich von Brody hatte die Heeresgruppe des Generalobersten von Böhm-Ermolli starke Allgriffe abzuwehren: der Feind wurde liberall unter schweren Verlusten geworfen. Die Armee des Generalobersten von Tersztyansty stand den ganzen Tag über unter schwerem russischen Artilleriefeuer. Beiderseits von Zaturcy brach auch die feindliche Infanterie zum Angriff vor. der Namentlich nördlich des eben genannten Ortes unter großem Massenaufgebot mehrmals wiederholt wurde. Der Feind erlitt abermals einen schweren Mißerfolg. Italienischer Kriegsschauplatz. In den Kämpfen bei Sober haben unsere Truppen zwei Offiziere, 212 Mann gefangen genommen und drei Maschinengewehre erbeutet. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts zu berichten. Der Stellvertreter des Ehefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Aus dem englischen Unterhause. Befürchtungen wegen Rumänien. London, 11. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Nachdem Asquith die Kredite beantragt hatte, sprach Carson. Er meint, daß dieOperativnenam Balkan Anlaß zu einer gewissen Besorgnis zu geben schienen. Ich bin natürlich froh und dankbar, wie der Premierminister s-elb-st sagte, daß die Rumänen eingegriffen haben, aber die, welche die Ereignisse verfolgen^ müssen recht besorgt sein, ob es nicht die deutsche Politik war, die Rumänen zu zerschmettern. Das würde meiner Ansicht nach ern großes Unglück sein. Wenn konsolidierte Balkanstaaten sich unter deutscher Herrschaft befänden, wenn Friedensvorschläge gemacht werden, so würde es mir scheinen, daß die Armahme solcher Vorschläge sehr erschwert werden würde. Tie Nation sollte ihre Aus- smerksamkeit aus'die Tatsache richten, daß die aggressive Polittk der deutschen Regierung nicht nur aus Europa, sondern aus'den Balkan gerichtet ist mit der Absicht eines weiteren Angriffes aus den Orient, wo wir so große Interessen haben. Das sollten wir niemals außer ■ acht lassen, wenn wir die verschiedenen Operationen ins Auge fasseii, die wir veranlaßt' sind zu unternehmen. Mir yaben seit dem 1. Juli iu unseren Operationen an der Somme Fortschritte gemacht. Der Premierminister sagte, wenn ich recht verstanden habe, daß wir als Ergebnis -von dreimonatigen Operationen sieben Meilen aus einer neun Meilen breiten Front gewonnen haben. Wir alle wissen, daß wir diesen Gewinn durch großen Mut, aber auch mit großen Bexlusten gemacht haben, und es hat keinen Zweck, daß wir uns' dieser Taffache verschließen, weil sie täglich, den ganzen Tag, bekanntgegeben wird. Machen mir uns klar, was das bedeutet. Wir wollen diesen Kampf bis zum Ende auskämpfen. Was das bedeutet, kann niemand sagen. Aber wenn wir die Verluste und unsere Fortschritte der letzteih drei Monate und dabei natürlich die gesamten Operationen in Anschlag bringen, so können wir uns und der Nation nicht verhehlen, daß wir nocheine Herkulesarbeit voruns ha - b e-n r *wt den endgültigen Sieg zu erringen, den die ganze Nation entschlossen ist, zu gewinnen. Carson sagte, er habe nur das Wort in der Aussprache ergriffen, um den Kriegssekretär Zu fragen, ob er die notwendigen Versicherungen über die mil it ä ri s chen Reserven geben könne. Das sei im Augenblick die vitalste Frage für die ganze Kriegführung und es sei höchstlich zu bedenken, daß England jetzt nicht alte ausgebildete Reserven habe. Ter liberale .Abgeordnete Holt lenkt die Aufmerksamkeit auf das Interview Lloyd Georges mit einem amerikanischen Journalisten. Ta die auswärtigen Angelegenheiten in den sicheren Händen zweier Minister lägen, sei es verwunderlich, weshalb der Kriegssekretär überhaupt ein Interview gegeben habe. Aber das ist eine Kleinigkeit gegenüber bent Charakter des Interviews. Tie britischen Soldaten gehen nicht wie sportmäßige Gladiatoren in den Krieg, sondern wie christliche Krieger, die für eine große und heilige Sache kämpfen. Wir gehen mit den edelsten Zielen in den Krieg und wir wollen Sorge tragen, daß die Zi^e nicht entarten. London, 12. Okt. (WTB. Nichtamtlich.! Im Uitterhruse sprach Dillon (Ire) sein Bedauern aus, daß Asquith in seiner Rede vom Tage vorher dem rumänischen Volke keine Versickerung gegeben habe, daß England alle seine Hilfsmittel ausbieten werde, um Rumänien vor der Gefahr zu retten, das Schicksal Belgiens und Serbiens zu teilen. Mau spreche von sehr befremdlichen Aeußernngen, daß das Kriegsamt und besonders der Gensral- stab alles getan haben, was in ihrer Macht läge, um die Sallmiki- expeditivn zu entmutigen und sie nicht zu unterstützen und taffäch- lich habe man sie als eine Abweichung von den strategischen Grundsätzen bettachtet, die für die Führung des Krieges maßgebend sein müßten. Es wäre wünschenswert, daß der Kriegssekretär.noch während der Aussprache etwas sagte, um dem rumänischen Volke zu versichern, daß England alle Kräfte anspannen würde, um ihm ohne Verzug durch eine starke Gegenoffensive in Mazedonien zu.Hilfe zu kommen. Cs würde ein beispielloses Unglück sein, wenu En gl and Rumänien über den.Haufen rennen ließe. Dillon sagte, ihm seien aus Quellen, die er nicht gut an- geben könne, Gerüchte zu Ohren gekommen, aber eine Quelle könne er nennen, nämlich die Berichte Tr. Dillons im „Daily Telegraph", daß man dieFordcrungdesGeneralsSarrail nickt beachtet hätte urrd daß, wenn man seine Forderung und die darauf erfolgte Antwort veröffentlichen würde, die ganze Welt einen gewaltigenSchreckenbekommenwürde. seien Gerüchte im Umlauf gewesen, daß hinter der Siene zwi- sckwn dem Generalstab iu England und gewissen anderen Einflüssen ein fortwährender Kämpf gespielt habe, ob die Expedition. nach Saloniki nicht vernachlässigt und schließlich ganz von der Tagesordnung abgesetzt werden sollte. Der Redner sagte, er habe stets geglaubt, daß die Entscheidung des Krieges im Balkan fallen würd« und wenn man Rumänien besiegt werden ließe, so könnte es geschehen, daß England den endgültigen Sieg niemals erringen lvürde Der bulgarische Bericht. Sofia, 16. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Heeresbericht vom 15. Oktober: Mazedonische Front: Nach rrgänzerrdeu Meldungen wurde der feindliche Angriff am 14. Oktober beiderseits der Eiselrbahn Bitolia (M 0 11 a sti r)—Serin (Fl 0 rina) unter ungeheuren Verlusten für die Franzosen abgeschlagen. Allein vor der Front eines unserer Bataillone begruben wir 485 Gefallene, darunter vier Offiziere. In: Lause der beiden letzten Tage, des 14. und 15. Oktober, machten die Serben unerhörte Anstrengungen, um unsere Front an der Cerna -wisch« den Dörfern Brod und Skatchime ;u durchbrechen. Llber alle Anstrengungen blieben vergeblich In der Nacht vom 15. zum 16. Oktober 'unternahmen die Serben acht auseinanderfolgern)e sehr erbitterte Angriffe in demselben Abschnitt, wurden aber mit großen Verlusten zurückgeschlagen. Unsere Infanterie ließ sic bis an die Drahthindernisse vor ihren Gräben hermrkommen und schlug unerschütterlich alle acht Angriffe ab, wobei sie durch einen Gegenangriff bie Gerben in ihre Ausgangsstellungen zrnTückwarf. B>ir natmven erneu Bonrbemverfer und ein Maschinengewehr. An der Moglen i ca - Front lebhafte Artillerietätigkeit. Ein i d-nuTcfx'T fembhrfn'T ^nsanterievorstoß Nördlich von Grimischie Knwde durch lunser Jener angeHaiteu. Westlich und östlich des *£J I ® 0T bis j-urrt Dojran-See schwaches Artilleriefeuer. Feindliche Flugzeuge warfen erfolglos Bomben auf den Bahnhof von Demir- Am rmtze der Belasika Planina gegenseitiges Artil- lerrefeuer und eru für urrs günstiges Platronillengesecht bei dem Dorfe Burmk^ An der Struma-Front Gefechte zwischen Aufklärungsabteilungen und stellenweise Artilleriefeuer. All der Küste deS ägäischen Meeres Ruhe. Bei Tckxriaza schossen lmr ern feindliches Flugzeug ab, das unsere Artillerie zerstörte. An der rumänischen Front keine Veränderung. Der L,ag verlief ruhig. Der türkische Bericht. > Konstantinopel, 15. Okt. (WTB.) Amtlicher Bericht vom 15. Oktober: Persische Front: Drei Schwadronen feindlicher Kavallerie. die von allen Seiten sich Bidschbr zu nähern versuchtes, wlirden abgewiesen. ‘ Kaukasusfront: Auf bent rechten Flügel Scharmützel. Eine feindliche Abteilung, die in dichten Reihen vorzudringen versuchte, wurde durchs tvicksames Feuer zerstreut. Ein feindlicher lleberiall auf einen Teil unserer Stellungen am linken Flügel wurde durch Feuer aufgehalten und durch Gegenangriff zurückgewiesen. Ans diesem Flügel liefen Zusammenstöße von Patrouillen vorteilhaft für uns aus. — Kein wichtiges Ereignis an den anderen Fronten. Aus Griechenland. Berlin, 17. Okt. Aus Athener Berichten verschiedener Blätter hat die Lage in Griechenland nunmehr ein neues kritisch e s ^S ta d i u m erreicht. — Als der König die Offiziere und Mjannschciften der Flotte Revue passieren lassen wollte, v e r - prügelt ein die Reservisten, die sich unter die Menge gemischt hatten, dieVenizelisten. Infolge dieses Zwischenfalles wurde die Revue auf den nächsten Tag verschoben. Bern, 16. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der Mitarbeiter des „Corriere della Sera" in Athen drahtet: Mit großer Spannung erwartet man die Rede, die der Köni g bei der Parade üher die ausgeschifften griechischen Marinetruppen halten wird. Der König wird bei dieser Gelegenheit vielleicht Anlaß nehmen, gegen die letzten Maßnahmen der Alliierten zu protestieren. Die Ausschiffung französischer Offiziere und Seesoldaten im Piräus dauert an. Sie haben süh im Sitz der Hafenbehörden eingerichtet und verhindern hier und in anderen Häfen jeglichen Truppentransport. In mtmfterktleii Kreisen wird eine weitere Note Fouruets erwartet, in der die Zurücknahme der griechischen Truvpen im Peloponnes verlangt wird. Ein Dekret setzt die Eröff- nlmg der Kammer auf den 13. November fest. London, 16. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter- scl>e Bureau meldet, daß die Kontrolle der Miierten über die griechische Polizei nicht nur eine äußere Form sein soll. Man beabsichtige, die Polizeiaufsicht auf gesunder Basis aufzurichten und Heu tBü r g c r n d i e Fr e i - heit zu geben, ihre Gefühle zu äußern. (!) Die Mamen der Offiziere der Mliierten, die die Aufsicht über die Eisenbahn nach Larissa übernommen haben, sind dem Ber- rehrsministerium zugeschickt worden. Der Passagierverkehr geht ungestört weiter, aber die Militärpersonen, die die . Bahn benutzen wollen, müssen mit den nötigen Ausweisen versehen sein. Der Transport von Soldateuabteilungen zwischen Athen und Larissa und den Zwischenftationen ist strengstens verboten, ebenso der Transport von Waffen und Kriegsmaterial. Sonst ist der Verkehr zwischen Larissa und Athen keinerlei Einschränkungen unterworfen. Für den Gütertransport ist t .ne besondere Erlaubnis nötig. Filipescu t Berlin, 17.Okt. Zum Tode Filipescus, der nach erner Genfer Meldung aus Bukarest wegen eines unheil- 'baren nervösen Herzleidens schonkwährend der letzten Wochen 'stch jeder politischen Tätigkeit enchalten mußte, sagt der 'Berlrner „Lokalanz.": Seine eigentliche Rolle als Kriegshetzer begann er erst nach Ausbruch des Weltkrieges. Er hat 'den so Hertz erstrebten Krieg ausbrechen sehen, aber er mußte auch die furchtbaren Niederlagen Rumäniens noch .'iraterfcten. - Die „Voss. Ztg." sagti Filipescu setzte sich Zusammen aus sehr viel Temperament und sehr wenig Hirn imt einem starken Zusatz von Falstafieitelkeit. Ein Ministerrat in Rom. Berlin, 17. Okt. Wie sich das „Berl. Tagebl." mel den laßt, wurde in Rom gestern plötzlich der Minister- rrat einberufen. Es habe sich um eine überaus wichtige Krane gehandelt, die die politischen Kreise mit lebhaftester Aesorgnis erfülle. * * * Papiermangel in Frankreich. , Bern, 16. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Bei einer Besprechung der P a p r e r k r i s e in F r a n k r e i ch und der Ab- Wt erner wetteren Einschränkung des Formats der fraw- Mfichen Zettungen ruft der Senator H u m b e r t im „Jour .nal aus: „Was für ein Sieg wäre das für Deutschland!". sDie deutjchen Zeitungen erwecken weder durch ihr Format noch durch ihre Zusammensetzung den Eindruck ir- -gendwelcher Papierknappheit. Es ist klar, daß die deutschen Zeitungen, die im.neutralen Ausland weit verbreitet sind ernen vorteilhaften Eindruck über die Lage Deutschlands erwecken. Die Zeitungen beweisen durch ihre Größe, daß trotz der Blockade Deutschland von seiner Kraft und Ueberlegen- /pett uberzeugt ist und von innerer Tätigkeit überschäumt. Mit einer werteren Einschränkung der französischen Zei- tungen würde man Deutschland einen Gefallen tun und ihm .Die höchste Genugtuung zuteil werden lassen, da es zusehen ckonnte, wie die bisher ungebrochene moralische Kraft der französischen Presse zusammenbrechen würde. Schweden und England. Kopenhagen, 16. Okt. (WTB.) Wie die „National Erdende" aus Stockholm meldet, ist der Handelsverkehr mit England in vollem Umfange wieder auf- >geno7nmen worden. Kopenhagen, 16. Okt. (WTB.) „Politiken" meldet paus Stockolm: „Aftonbladel" spricht sein Bedenken gegen #ie Zusammensetzung der Abordnung aus die Morgen nach England abreist, um über den Abschluß eines .neuen Handelsabkommens mit England zu verhandeln. Die Bedenken gründen sich auf die Nachricht die jiangeblich aus bester Quelle stanimt und die besagt, daß die iKttdung eines großen sch w e d i s chen Ei n f u h r tr u ste s -unter der Leitung einer einzelnen Bank vorbereitet werde. Dieser Trust werde die gesamte Einfuhr aus dem Westen «eiten Dre staatliche .Handelskomnussion solle weiter bestehen blerben, aber als eine besondere Institution. In den Trust soll die vrelerorterte HandelSaeseltschaft Transits ausgenommen werden (Die Bank, die an Stelle des Einfubr- frujtes treten soll, ist die Stockholmer Enskildabank.) Der Seekrieg. Ein Zusammenstoß zwischen englischen und französischen Kriegsschiffen. Berlin, 16. Okt. (Priv.-Tel.) Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Rotterdam: Im Kanal von M essina fiim es infolge Nebels zu ernem Ins a m m e n st o ß zwischen englis chen und franzojrjchen Kriegsschiffen, die einander beschossen. Em schwer beschädigter englischer Panzerkreuzer wurde nach Neapel geschleppt. Ein italienisches Linienschiff in die Luft geflogen Berlin, 16. Okt. Der „Berliner Lokal-Anzeiger" meldet aus Wien: Wie verlautet, ist das italienische Linienschi 5 „ Jiie g rna Margheri 1 a" im Hafen von Spezia in die Luft geflogen. Die Bewaffnung der englischen Handelsschiffe. New York, 16. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Funkspruch von dem Vertreter des WTB. Der „New York" erklärte ein hoher englischer Beamter, es werde das Erscheinen eines Erlasses der Admiralität erwartet^ falls, dieser nicht überhaupt schon veröffentlicht worden ist, in dem alle Schiffe angewiesen werden, Geschütze so schweren Kalibers an Bord zu nehmen, als dies ihre Bauart zuläßt Dies soll ausschließlich zu Zwecken der Verteidigung geschehen. Der Erlaß weist die Kapitäne aller Kauffyhrtei- Passagrer- und Transportschiffe an, für ausgebildete Ge- schMlnannschaften zu sorgen, um auf den Schiffen für den Fall eines Angriffes bis zum äußersten zu kämpfen: * Berlin, 16, Okt. Die „*& Z. a. M." meldet aus Kristiania: Aus Honigvaag wird gemeldet, der norwegische Dampfer „Furmarken" sei mit der Mamrschaft des englischen 7000-Tonnendampfers „Astoria", der 15 Meilen von Nordkyn torpediert wurde, vorbei gekommen. Außerdem sei etiyas weiter östlich Nordkyn noch ein zweiter großer englischer Dampfer „Barlby" (2489 Tonnen) von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden. Amerikas Antwort an den Vierverband in Sachen der U-Voote. New Bork, 11. Okt. MTB. Nichtamtlich.) Funkspruch von dcni Vertreter des WTB. Bcrspäter eingetrossen. Die amerikanische ^enfichrrst vom 31. August ist jetzt im vollen Wortlaut veröffenl- licht worden. ^.as Staatsdepartement antwottet darin auf das vom 23. August datierte VerlMrgen der Alliierten, das; Unterseeboote der «Megfirhrendcu von den neutralen Gewässern ausge schlossen würden, in folgender Weise: Tie Regierung der Vereinigten Staaten hat gleichlautende Denkja>rrften von den Regierungen des Vierverbandes erhalten, m «denen die neutralen Regierungen ersucht werden, Wirksame Maßregeln zu ergreifen, um Unterseeboote der Kriegführenden, ohne Rücksicht auf den Verwendungszweck, daran zu verhindern, neutrale Gewässer Ankerplätze und Häfen zu benutzen." Diese Regierungen wer,en auf die Leichtigkeit hin, mltt der sich solche Fahrzeuge 'der Ueberwachung, Durchsuchung, Feststellung der Nationalität und Weiensart entziehen können und auf die Fähigkeit, „Schaden anzu- riwten, wie es rn ihrer Natur liege", wie auch auf die „besonderen! Erlerchterimgen", die ihnen gewährt werden, wenn sie Plätze zur Verfügung haben, an denen sie sich aufhüten und ihre Vorräte ergänzen können. Offenbar auf Gruiid dieser Feststellmrgen sind dre Regremngen der TMiierten der Meinung, ,chaß Unterseeboote von dem. Genuß der bisl>er völkerrechtlich anerkannten Regeln über den. Aufenthalt von Handels- oder Kriegsschiffen in neutralen Ge- wapern, Ankerplätzen iind Häfen ausgeschlossen werden sollten, ^^ede^ ttnlerieeboot cünes kriegführenden Staates, das einmal einen neutralen Hafen anläuft, sollte dort festgehalten werden" und des- yato „wirntar dre Regieriingen der Mliierten die Neutralen vor der .großen Gefahr des Fahrens neutraler Unterseeboote in Gewässern, mc von Unterseebooten der Kriegfi'ihrenden besucht werden." Zn Erwiderung hierauf muß die Regierung der Vereinigten Staaten ihr Eritaunen ausdrücken, daß es das Bemüheii der Regierungen der Alliiertchi zu sein scheint, für die neutralen Regierungen Regeln dafür, was die „nejue Ärge" in Bezug auf den Gebrauch von U-Booten ncimen, aufzustellen und die Anweddung dieser Regelü oder wenigstens eines Teiles davon zu erzwingen, mdem. ste die nentvalen Mächte vor der großen Gefahr stir ihre Unterj eebocüe rn Gewäsjern, die von Unterseelwoten der Krieg- führeiwe noesucht werden könnten, warnen. Nach der Meinung NegreOmg der Vereinigten Staaten haben die Mliierten betteffend der Gebrauch von Handels- ünd Kriegsunterseebootenl mchtv ^ vorgeb rächt, noch kann die Regierung ber 15 e i n J- g t e v einen Anlaß dazu sehen, wodurch die bestehenden Regeln des Völkerrechts auf diese nicht anwendbar würden. Angesichts dieser Tatsache, sowie der Mittei- lung und Warnung der Alliietten, die in ihrem Meinorandum airs- gejprochen und m Erwägung gezogen ist, steht sich di-e Regierung der Vereinigten Staaten gezwungen, den Regierungen Frankreichs Großbritanniens, Rußlands und Japans mitzuteilen, daß, was die Behandlung von Handels- oder Kriegsuiiterseebootcn in den amerikanischen Gewäßern betrifft, die Regierung der Vereiiligten Staa- lungsfrei heit in jeder Beziehung« sich v o rbe h al t, und solche Falp^euge so behandeln wird, wie nach ihrer Meinung das Verhalten der Macht zu sein hat, vou der gesagt werden kann, daß sie die erstell Schritte zur Festlegung der Grunomtze der Neutralität tat, die über 5ahrhmrderte diese Grundsätze m dem überlieferten Geiste und mit dem hohen! Smn sur Unparteilichkeit austecht erhielt, aus dem heraus ste geboren sind. Damit aber kein Mist Verständnis über die 5ml- ttmg der VereiNlgteii Staaten bestehe, teilt die Regierung der Vereinigten Staaten den Alliierten nstt, daß sie es für die Pflicht der Kriegführenden hält, zwischen den Unterseebooten neutraler und kriegführender Nationalität zu unterscheiden und daß die Verantwortung für jeden Zwischenfall, der zivischen Krieas- schiisfen der Kriegführend en und neutralen Unterseebooten iiisolgr der Außerachtlassung einer solchen Unterscheidung zwischen diesen vlxten von Unterseebooten entstehen kann, völlig ans den diese Unterscheidung vernachlässigenden Mächten ruhen wird. Großkampftage an der 5omme. Berlin, 16, Oft, MTB. Nichtamtlich). Don zuständiger militärischer Seite wird uns geschrieben: Die näheren Einzelheiten über die Kämpfe der letzten Tage an der. Sonime lassen immer deurlicher erkennen, daß die Angriffe zwilchen dem. 9. und 13. Oktober mit zu den größten Kampfhandlungen der Sommeschlachr gehören. W/a pa u m e und P e r o n n e, das waren die Ziele dieser gewaltigen Kump^anstrengungen der Franzosen und Engländer. Tie H-auptioucht der zahlreichen feindlichen Angriffe richtete sich nörd- lich der Somine 'besonders gegen die Front von Eonrcelette bis zum St. Pierre Vaaß-Waldc, südlich der Somme gegen die Front zlmschen Fresnes-Mazanconrt und Chaulni Tie größte Heftigkeit erreichten indes; bisher die Kämpfe nördlich der Somme während des 9., 10. und 11. Oktober. Vor allem in der Gegend nördlich Thieppal und nördlich Eonrcelette bei Sailly und am St. Pierre Baast-Walde, die Hauptbrennpunkte des Kampfes waren, richtete 'ich am 12. ein großer einheitlicher Angriff gegen die ganze Front von Eonrcelette südöftlich Bouchavesnes. Besonders erbittert ivaren an diesem Tage die Kümpfe bei Le Sars, Gueudecourt, Les Beufs, Sailly und im St. Pierre Vaast-Walde. Bei Saillli stürmte der Gegner am 12. nicht weniger als seclfsmal vergeblich an. Einge- lettet war hier der Angriff bereits am 11. Oktober durch stärkstes vom Morgen bis zum. Abend sich ständig steigerndes Trommelfeuer, das am 12. Oktober unter Einsatz allerschivcrstcr Kaliber äußerste I gasung aller Verbindungen der Teutscherr, fowie sämv« stcher irgend Deckung bietenden Mulden und Ortschasienj statt. Diese waren durch Handgraiiaten in Flammen gesetzt worden.. Der außergewöhnliche Umfang des feindlickxen Abu- nrtionseinsetzes ließ klar die Absicht erkennen, einen; entscheidenden Angriff jiinternehmen zu wollen. Offenbar tu oer Hoffnung, seiner Infanterie durch diese gewaltige Kraftaustrengung der Artillerie den Weg zu einem leichten Siege geebnet zu t-aben, brach die englische uiid französische Infanterie gegen Mittag aut der ganzen Linie irt dichten Massen, sechs bis zehn Wellen hintereinander, dahinter wieoevum dichte Koloiinen, zum Angriff vor, letztere geführt von Offizieren hoch zu Pferde. Dev Feind glaubte beitim mt, die deutsche Infanterie durch diesen Masseneinsatz schwerster Kaliber bereits völlig vernichtet zu haben. Laut johlend und schreiend stürmten die Massen dem sicher gewähnten! Siege entgegen. Um so erschütternder war, was nun folgte. Der .Tod hielt reiche Ernte. Die deutsche Jufanteriq hatte trotz haefer tagelangen schwersten Beschießung, trotz des fehlenden Schlafes «und der Unmöglichkeit einer ausreichendenl Verpflegung bei .der Bedrohung der rückwärtigen Verbindung ihren inneren Halt und Kraft zuw Tiurchhalten nickst eingebüßt. Groß war die Zähigkeit, mit der der Feind trotz blutigster Verluste immer wieder von neuem anstürmte, größer aber war der Todeswut, unt dem dre deutsche Infartterie trotz der großen zahlen^ «mäßigen Ueberlegenheit des Feindes ihre Stellungen nicht nirri hielt und verteidigte, sondern den Feind auch da, w«o er ernge-s drungeu war, rn schneidigem Gegenstoß stets wieder hinauswarf.. Beispielsweise verlietz die Jufanterie der 6. Infanterie-Division bei Gueudecourt bei dem Vorbrechen des Feindes zum Angriff ihre zerschossenen Stellunaen und die kaum Schutz gewährenden Granatlücher Und schoß stehe ud freihändig die dichten englischen Massen Mit Gewehr und Maschinengewehr völlig zusammen. Tie dichten Kolonnen waren m dem überlegenen Feuer der dentschen Infanterie, Maschinen^ gswehre nnb Artillerie an einzelnen Stellen im wahren Sinne des Wottes niedergeniäht. An den Hauptbreiinpiinkten des Kampfes so vor allsm vor dem St. Pierre-Vaast-Walde, befindet sich eint wahre ,,L eichen Harri ka.de" . , 13 Oktober ließen die feindlichen Angriffe schon an Heftig- kett nach-. Au diesein^ -vage richteten sich die Hauptanstrengunget^ des Fundes gegen L>allly, den St. Prerte. Vaast-Wald und die Gegend östlich Bouchavesnes. An allen genannten Stellen kam ru erbitterten Nahkämpfen gegen die stark überlegenen feindlichen Massw. Es ist, außer allem Zweifel, daß der Feind mit dieser gewaltigen Krastanstrengung die große Entscheidung suchte, namentlich! am 12. Oktober einen Tnrchbruch größten Stiles be- abstchtigte Nach uberemjtimmenden Aussagen aller Gefangenen und Meldungen unierer Truppen haben die Verluste der Feinde, namentlich der Engländer, eine bisl>er noch nie dagewesene Höhe erreicku. ^ie franzojijchen Jnfanteriekomvagnien zählm nach Ge- sangciienanssageii zurzeit kaum noch, die Kopfstärke voii 50 Mann äer tteiiid ist offensichtlich stark geschwächt. Die französische Führung hatte, um den KampfesmUt ihrer Truppen zu beleben, zu dem bedenklichen Mittel gegriffen, die Infanterie vor devi Antreten zum ^turm überreichlich mit Alkohol zu versehen. Diese Tat- mche beleuchtet blitzartig die wahre Stimmung im französischen Heere. Mlc Gefangenen schilderten diese als ,,kr i egs müd e". Sie lelber^waren froh, durch ihre Gefangennahme, der „Hölle eutvonnen zu sein. Ten Angriff vom 12^ Oktober bezerchueten sw als „eine nutzlose Schlächterei" " tl K e * .^Swecklose Vergeudung wertvoller Menschen- bie französischen und eng- dieser Tage nur kurz berühren oder Ne zum Teil vollständig verschweigen. Man will die Schwere des ^«erfolges verheimlichen, da bei den gespannten Erivartungew rer Rückschlag iwturgemaß ernster imd die Stimmung gedrückt ist. Um so zuversichtlicher Und ffegessroher ist die Stimmung der tapseren Vetteüdiger an der Somme. Ihre Kraft und Ausdauer wachsen mtt der Schwere und Größe der Aufgabe. Die Kampftage *2-. ^ o ? omme 0. bis 13. Oktober waren Großkampftage; Ä' stellen emen ebenso großen und vollen Erfolg ^ Waffen, wie eine schwere Mederlage der Franzosen und Engländer dar. Das Drama an der Somme scheint sich seinem Höhepunkt zu nähern. ^0- Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Wie .der „Reichsanzeiger" meldet, ist dem General der Infanterie von Gronau % w bes Feldarfillerie-Regiments Generalfeldzeugmeister (1. Brandenbg.) Nr. 3, Oberbefehlshaber einer Armeeabkeilung und dem Generaladiutantenl General der Infanterie von Scheu k Komandierenden General einels' Armeekorps, der Orden pour le msrite verliehen worden. ' // Au§ dem Reiche. Ein Antrag Baffermann über die Zensur. _ T d e rl in, 16. Okt. (WTB.) Dem Reichstag ist ein Antrag Bass ermann zugegangen, der in Fornr eines Gesetzentwurfes verlangt, daß, wenn im Deutschen Reiche aufgrund des preußischen Gesetzes Wer bw Verhängung des Belagerungszustandes vom 4. Juni 1851 oder eines an dessen Stelle tretenden Reichsgesetzes eine Zensur der Presse eingeführt wird, die vollziehende Gewalt in Angelegenheiten der politischen Zensur aus den Reichskanzler übergeht, der damit die Verantwortung für die Handhabung der politischen Zensur übernimmt. 6 4 des obengenannten Gesetzes bleibt nur für die Zensur militärischer Angelegenheiten. Aus 5iaM und Lund. Gießen, 17, Oktober 1916. Deutscher, in eiserner Zeit verzichte auf Gold- chmuck! Bring ihn dem Vaterland dar, das Dir den Goldwert bezahlt! Wer sich dem Rufe verschließt, erschwert «nserm Bolle den Sieg! Sammelt Bucheckern! Tie Zeit des Fallens der Bucheckern rückt heran! Die Buch- eckerii enthalten Oel und alle Waldbesitzer sollten im vaterländische Interesse dafür sorgen, daß keine Buchecker ungenützt liegen bleibt und der Oelerzengung entzogen wird. Ter . Kriegsausschuß für Oele und Fette, Berlin NW. 7, Unter den Linden 68a, ^zahlt allen Waldbefitzern. welche selbst eine Sam mel stelle eröffnen, und den Sammlern 0.50 Mark für das Kilo frischer Bucheckern und außerdem 0.10 Mark ür 1 Kilo dafür, daß sie ihre Waldungen für die Sammluirg i wr Verfügung stellen. Tie Abnahme erfolgt durch die vom Kriegscncsschuß bestellten Kommissionäre. In jedem noch so kleinen Platz muß eine Samnrelstelle eröffnet loerden. Tie Schulen sollten sich bei der Saurmlung beteiligen und überall sollte zur Sammlung anfgemuutett iverden. Den Sammlern wird der hohe Sammellohn von durchschnittlich 0.50 Mark für 1 Kilo bezahlt. Sie dürfen y 4 der von ihnen zu- ja ni men gebrachten Menge bis zu 25 Mo für jeden Haushalt zur Oellrzeugung belwltcn und getviunen auf diese Weise ein Mmackhaftes billiges Oel. Die Waldeigentülyer sowie ihre bei der Sammlung beteiligten Beamten dürfen ebenfalls bis zu 25 Mo ür den einzelnen Haushalt in Anspnijch nehnren. Wenn mit Eifer gesamntelt wird, können große Mengen Bucheckern zusammengebracht und große Mengen an Speiseöl gewonnen werden. Wer Bujchcckern abliefert, hilft zur Beseitigung der Fettnat WTB. * ** Erfolgreich e Stenographen: Gelegentlich des im September in Frankfurt a. M. abgehattenen Verbandswcttschreibens um iz. ^uijuiL uniin ^m,as auermüverner Maiiber au«;er«te ^eprcmoer IN kVvaniiuri a. wc. aogeyairenen xzeroanbswcttschreiberr 5aefiigkell erreichte. GlmckHeittg fand eine systematische B.ep - Gabelsberg er'scher Stenographen, errang fcte .Stenograp lxAgejcLl OxibeUberocr und Dameuabteilung (c. 35.) rtrteberum anC i«tt stattliche Anzahl von Preisen. Es erhielten in her Abteilung 180 Silben : Lina Brasch einen 2. Pr.. 140 Silben: Lilli Her- nt a n n 2. Pr., 100 Silben: Willi Neinhardt, Luise B o e cf, Ernst Pfeiffer, Emmy O s w al d 2. Pr., Karl Port, Auguste Wilker 3. Pr., Henni Meininger lobende Erwähnung. 80 Silben : Elli B in g el, Ottilie R ü hl. Marie Krauskohl, Lilln Hofmann, Gcrtrnde Kraft, Julie Schlemm, Elise Lict,. Auguste Lang Elisabeth Tren ker, Frieda Kalbfleisch. Heinrich Weber Marie Faß 1. Pr., Else Fischer, stnsta N e e s , Mathilde B r e r a u . Ernst Becker, Wilhelm Hermann, Tilli. S chu b e cke r, Toni B e ch t s (Lollar) 2. Pr.. Michael Schäfer, Karl S i m m e r, Otto Schnell, Emilie Sch »van 3. Pr. . _ ^ ** 25 Jahre Handfertigkertsuntcrricht. Xie Scl ülerwerkstatt Spießen ^kann in diesem Winter auf 25 Jahre ihres Bestehens Mrückblicken. sie ging als eine der ersten aus der damals noch jungen Bewegung.hervor, die der „Deutsche Verein für er- ftiehlia:.' Kmckenlhandarbeit" bauf der Unterstützung durch weitblickende städtische und staatliche Körpersck-aften allmählich zur Anerkennung zu bringen verstanden liat. Anfangs mit einer, von 1894 an mit zwei Lehrkräften arbeitend, die beide ihre Aus- Lnldung im Diabenhandarbeits-Seminar zu Leipzig erhielten, hat sich die Zahl der Schülerckbteilnngen von 2 auf 4, zeitweise auf 5 erhöht. In jeder Abteilung vereinigen sich, im Alter von 11 bis 16 Jahren. 16 Säzüler, Angehörige sämtl. Knabenschulen unserer ptabt, zu gemeinsamer Tätigkeit. Unterrichtet »vird in P a p p - Arbeit und Schnitzen an den freien Nachmittagen zwier Wochentage mit im ganzen drei Unterrichtsstunden. Die ge- areiteten Gegen stänbde »verden am ScUuß pes Schuljahres öfsent- licki ausgestellt und gel)en in das Eigentuni der Schüler über, ytachdem der Unterricht während des Krieges infolge Raum- imangAs aussctzen mußte, können die Kurse in diesem Winter wieder abgchalten werden. Die Anmeldung^ hierzu findet nächsten M i t t w o ch in der Turnhalle der Stadt-Käabenschule lNord- Anlage^ statt. (Siehe Anzeige. ' ** Das Schwa rz--W ei ß,-T h ea ter bringt diese Woche wiederum ein interessantes Filmereignis: Tielscher-, der bekannte Berliner Komiker im Filni, in der Hauptrolle des reizenden, Lustspiels ,,Guido (und seine Kinder". Ueber Tielschers Komik und.Humor braucht kein Wort gesagt zu werden. Außerdem bringt der Spielplan noch ein Drama „Fürs Vaterland" oder „Tie Braut des Reserveleutnant" sowie ein sehenswertes Beiprogramm. ** Lichtspielhaus B a h u h o f st r a ß e 34. Die Spiel- solge weist von heute ab folgende Schlager auf: Der Riesenbrand, der großen Oper von Newyork oder Schmetterlingsschicksale. Großer Sitten- und Gesellschaftsschlager in 4 Akten: Teddy als Ehe- Äffer. Humoreske; Ter König der Lüste, Drämia in 2 Akten. Dazu das Beiprogramm. ** Die Besitzer von Tauben werden unter Hinweis auf daS Feldstrafgesetz aufgefordert, ihre Tauben wegen der Saatzeit von jetzt ab bis zum 1b. November 1916 einzuhalten. Siehe Bekanntmachung,. ** Altqumm i. Die Beträge für das im städtischen Gaswerk abgelieserte Altgumnn können dort in Empfang genommen werden. Siehe Anzeige. ** 2 00 Gramm Fleisch. Die Höchstmenge an Fleisch und .Fleischwaren, die wöchentlich auf die Fleischkarte entnommen werden darf, »vird bis auf weiteres auf 200 Gramm Schlachtviehfleisch mit eingcwachsencn Knochen festgesetzt. Siehe Bekanntmachung. ** Feldpolizeiliche Anordnung. Sämtliche offenen und eingefriedigten bepflanzten Grundstücke sind von abends 9 Uhr bis morgens 6 Uhr geschlossen. Siehe Bekanntmachung. ** Die DurchführungderVerordnungü der Eier wird durch eine Bekanntmachuirg der Landes-Eierstelle in unserm l-eutilien Blatte neu geregelt. Wir machen besonders darauf aufmerksam. da die bisherigen Ausrveiskcrrten zum Eierankauf ungültig sind. — Das heutige Kreisblatt Nr. 130 enthält Aus- fübrungsbcslimmungen über den Verkehr mit Zucker im Betriebs- lahre 1916/17; eine Bekanntmachung über Preisbeschränkung bei Verkäufen von Schuhwaren: sowie Ergänzung der Bekanntmachung über den Verkehr mit Knochen, Rindersüßen und Hornschläucheu vonr 13. April 1916; und Unterrichtseröffnnug au der Landw. Winterfchule Lich. Landkreis Gießen. •• Allendorf a. d. Lda., 17. Okt. Eberhard Lotz, Schütze bei der Maschinengewehr-Kompagnie im aktiven Jnf.°Rgt. Nr. 81, wurde mit der Hessischen Tapserkeitsmedaillc ausgezeichnet. ** Linden st ruth, 16. Okt. Als heute morgen die Alten der Gemeinde in unserem Kirchlein zur Feier, des hl. Abendmahls versammelt waren, wurde plötzlich die Türe aufgerissen, in den feierlichen Ernst der religiösen Handlung klangen wirre Rufe: „es brennt", „Feuer", die Glocke wurde gezogen und zur offenen Türe drang Rauch herein. Noch hörte man die Wotte: „Ter Herr segne euch und behüte euch und das ganze Torf Lindenstruth" und hinaus strömten alle Besucher, um draußen z!u helfen an dem in per Scheuer des Landwirts Maurer ausgebrochenen mit rasender Geschwindig- keit um sich greifenden Feuer. Rasch waren sämtliche Eimer des Torfes zur Stelle und gingen von Hand zu Hand. Die sofort her- beigebrachte Spritze trat ungesäumt mit zwei Schläuchen aut der Nachbarhofreite, von wo sie die drei zunächst gefährdeten Gebäude nebst der brennenden Scheuer bestreichen konnte, in Tätigkeit. Haushoch schlug die Flamme empor, als das Dach der strohgesiillten -Scheuer zusammengestürzt war. Aber zum Glück des ganzen Dorfes herrschte nur geringe Lnftbewegung, und da die nach der Nachbar- hosteite hin aufgerichtete Brandmauer standhielt. konnte man bald erkennen, daß es möglich war, das Feuer aus seinen Herd zu beschränken. Als die erste Spritze von auswärts ankam. wurde dies zur Gewißheit. Dem raschen Ineinander greisen der Spritzenmannschaft, die im dichten schwelenden Rauch ihre Arbeit tat. und von Alt und Jung, Mann und Weib ist die Verhinderung der Ausbreitung des Brandes, der in. den vollgefüllten Scheuern überall Nahrung gefunden Hütte, zu danken. Allgemeines Mattew regr ncy mit der betroffenen Familie, zumal der Vater nach vierwöchentlichem Urlaub gerade am Tag vorher wieder zu seinem Truppenteil abgefahren war. Kreis Büdingen. 4ß Echzell, 17. Okt. Im Westen starb den Heldentod der Musketier Holler. Die Faniilie beklagt in dem Gefallenen schon den zweiten Sohn, der fürs Vaterland gestorben. 44 Stockheim, 18. Okt. Dernnächst wird eine Fern- prechleitung von Hirzenhain nach Usenborn erbaut. Kreis Alsfeld. k. Nieder - Ohmen , 17. Okt. Die hiesigen Schüler beteiligten sich an der 5. Kriegsanleihe mit der ansehnlichen Summe von 3369 Mk. — An der Spar- und Darlehnskasse dahier ivurden diesmal etwa 120 000 Mk. gezeichnet. 02 . Romrod. 17. Okt. Dem Gefreiten Wößner, Sohn des Desinfektors Wößner, wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde das Eiserne Kreuz verliehen. Ebenso ivurde der Pionier Heinrich S ch m e h l. Cohn der Witlve Schmehl, mit derselben Auszeichnung bedacht. Beide kämpfen nun schon säst 22 Monate für das Vaterland. Kreis Schotten. § H e r ch e n h a i n , 14. Okt. Ersatz-Reservist Karl O e ch l e r , beim Infanterie-Regiment -Dir 169, welcher kurze Zeit als vermißt geineldet ivurde, hat aus französischer Gesangelischaft geschrieben. — Mnsketier Heinrich Niest von der 5. Kompagnie Infanterie-Regiment Nr. 116 erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. [1 Laubach, 17. Okl. In der Nacht von Freitag auf Samstag gegen Morgen wurde in der „Lippe" im Hofe des Metzger- meister Kaufmann von einem Nachbar Feuerschein bemerkt. Es brannte der vollgefüllte Holzschuppen dort lichterloh. Durch von allen Seiten herbeigeeilte tatkräftige Hilfe konnte das Feuer gelöscht und somit großes Unglück verhütei »verden, denn in den eng zusammengebauten Hofreitcn, gefüllt mit Erntevorräten, hätte das Feuer reiche Nahrung gefnnden. Der Brand soll durch ausgeleerte heiße Asche entstanden sein. — De letzten Erträgnisse der überaus reichen Zwets ch e n e r n t e sind in vergangener Woche an hiesigem Bahnhof für die Heeresleitung verladen worden. Trotz größerer Abgabe ist in allen -Haushaltungen soviel Zwetschenhoni^g gekocht »norden, daß die in Großstädten »vohnende Verwandtschaft noch ihren Bedarf bekommen hat. Leider mußten »nanche Hausfrauen trübe Erfahrungen mit den neuen Kesseln machen, in denen der Honig g ekocht, völlig ungenießbar »vurde. An den Kreis str aßen ist nur Tafelobst zur Versteigerung gekommen, während von der Gemeinde sämtliches Obst ausgeboten wurde. Der Gesamterlös betrug in diesem Jahr 1513.80 Mk. — D e diesjährige Kartoffelernte ist in unserer Gemarkung schlecht ausgefallen. Manche. Landwirte erhalten noch nicht den eigenen Bedarf und die nötigen Saatkartoffeln. Ter Höchstpreis ist aus 8 Mk. festgesetzt Wo die Ernte stellenweise günstiger ausgefallen ist, werden die Kartoffeln dochj. in der Hoffnung auf Erhöhung der Preise, zurückgehalten. Im benachbarten Ruppertsburg und Wetterfeld sollen reiche Erträge geerntet worden sein. Kreis Friedberg ; bz. L o ch - W e i s e l, 17 Oft. Unteroffizier Heinr. K a u st be einer Maschinengewehrabteilnng an der Westfront erhielt die Hessische TapferkertS medaille und das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. # Ober-Eschbach, 17. Okt. Durch die sieißige Werbearbeit der Schuljugend wurden vom 1. lns 4. Oktober noch weitere 1500 Mk. für die 5. Kriegsanleihe aufgebracht. vt. Petterweil, 16. Okt. Karl Wagner erhielt für hervorragende Leistungen das Eiserne Kreuz. Er bediente ivährend der Soinmeschlacht unerschrocken ein 'Maschinengewehr, nachde>n der Führer des Maschinengewehrs gesallen war. Wagner wurde selbst dabei verivuiidet. Dt, Rodhei nt v. d. H., 17. Okt. Ter Ersatzreservist August Wien, der zurzeit an der Somme kämpit und dem bereits im Sommer ds. Js. die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen ivurde, hat nunmehr das Eiserne Kreuz erhalten ; gleichzeitig ,vurde er zum Gefreiten befördert. Starkenburg und Rhcinhessen. # Hohcnsladt, 16. Okt. Die hiesige cinklassige Schule zeichnete zur 5. Kriegsanleihe den ansehnlichen Betrag von 4710 Mark. 4b Jugenheim (Rheinhessen), 16. Okt. Hier zeichnete die Schuljugend ^en Betrag von 2537 Mk.; in S ch w a b s b n r g wurden von 80 Schülern 1434 Mk. znsaminengebracht. Hessen-Nassau. — Frankfurt a. AI., 16. Okt. In der vergangenen Nacht risien sich ans der Bebraer Linie bei Mühlheim a. Bk. von einem G ü t e r z n q e m e t» i e r c Wagen l o s und rollten einem nach- iahrenden Personenznge entgegen. Obivohl der Zngführer die Ge- sahr rechtzeitig benierkle, konnte er einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Hierbei e n t g l e i st e n die Güterzng,vagen und legteir sich gner über die Geleise. Leider ivurde bei dem Zusammenstoß ein Heizer getötet, ein and rer schiver verletzt. ^ Soden a. T.. 16. Okt. Zu einer ergiebigen Steuer- guellc machte die Gemeindevertretung die Sodener Hunde. Ter erste Hund eines Besitzers kostet fortan 25 Mk., der zweite 60 Mk. nnd der dritte gar 100 «Mk. Hundezucht er dürfen gegen eine Iahrcs- gebühr von 100 Mk. soviel Hunde züchten nnd halten »nie ihnen beliebt. — Idstein, 16. Okt. Im benachbarten .Oberroth ivurde die 30jährige Schiviegertochter des Allbnrgermtisters Scherf tot ans dem D o r f t e i ch e gezogen. Der Mann steht im Felde. Ob ein Anfall oder ein Verbrechen vorliegt, konnte noch nicht sesl- gestellt iverden. Von den vier Söhnen der Familie Scherf sind die beiden jüngsten bereits im Felde gefallen. ra. Geisenheim, 16. Okt. In der abgelaufenen Woche fand an der König!. Lehranstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau die große Hauptverjammluirg des uaffauischen Obst und Garte n b a u v e r c i n s statt. Tic Ortsgruppen »varcn sämtlich ver- rreren, eoeirio »varen Vertreter der Regierung anwesend Unter anderem wurden zwei groß" Vorträge gehalten. Geh. R. Prof. Dr Wort mann sprach über die Grundlagen der Ernährung der Menschen, wobei er die Vorteile der Ernährung durch Obst und Gemüse hervorliob und diese Erzeugnisse als Volksnahrunb bezeichnte. lieber den gegcnrvärtigen Stand der Kleingärten sprach Gartcniilspektor I u n g e. Er sprach sich über die Entwickelung, die diese Einriß,ug genommen hat, aus, erkannte sie an und gab Richtlinie lUIsür die weitere Fortführung. Es »olgte zum Schluß ein Gang durch die Obst und Gemüse-Ausstellung. ch. Vom M i t t e l r h e i n, 16. Okt. Von dem Schranben- schleppdampser .Wacht am Rhein" wurde der im Heimbacher Loch gesunkene und ivieder gehobene Kahn talwärts ^ abgeschleppt. Ter Kahn ivurde durch zwei links und rechts längsseit liegende Leerschiffe ans der Wasserfläche gehalten. Unter ständigen Pumparbeiten ging die Fahrt zu Tal. Ans diese Weise gedenkt man, den Kahn nach dem Niederrhein zu bringen. „Gedenket der GeburtZiagsspende fiir’s Rste ttreuz"! Universitäts-Nachrichten. ][ Marburg, 17. Oft. Wie in der gestern nachmittag ab- gehaltenen Sitzung der Stadtverordneten mitgeteilt wurde, soll das ehemalige Scheuk'sche Pensionat auf Veranlassung des Vereins blinder Akademiker Deutschlands, der in Mavbnrg seinen Sitz bat. als Blindenheim für Akademiker eingerichtet \iKrbcn Leiter wird der Vorsteher des Blindenlyzeums in Braunfchweig, Tr. Menke . _______ ^kirchliche Nachrichten Gottesdienst der israclitischen Neligionsgesevschaft. Rlittwoch morgen 6.15. Donner s t a g, den 19., nnd Freitag, den 20. Okt. 1 9 1 ^: S ch l u st f e st u n d G e i e tz e s f r e n d e. 1. Tag : Vorabend 5.15 Vorm. 8.00, nachm. 4.00 Uhr. 2. Tag : Vorabend 6.15. Jugendfeier. Vorm. 8.00 Uhr. Märkte. Gießen, 17. Okt. Dt a r k l b e r i ch t. Auf dein heutigen Wochenmnrkte kostete: Butter das Pfd. 1,90-0,00, Hühnereier das Stück 00-00 Pfg., Käse das Stück 10-00 Pfg., Kasematte 1 Stück 3 Pfennig, Kartoffeln das Pfund 5*/, Pfennig, Milch das Liter 30 Pig„ Spinat 0» Pfg. vas Pfd., Gelbernben 18—00 Pfg. das Päckchen, Rosenkohl 00 Pfg. das Pfd., rote Rüben 15—00 Pfg., Zwiebeln das Pinnd «8-00 Pfg., Nüsse 100 Stück 00-00 Pfg., Blumenkohl 30—80 Pfennig, Sellerie 10-20 Pfennig das Stück, Kovfsalat 5—10 Psg. das Stück, Kohlraben 10—20 Pfg, Römisch Kohl 10—12 Psg. das Päckchen, Lauch 0-00 Pfennig das Stück, Weißkraut 20 bis 40 Pfennig, Rotkraut 20 bis 50 Pfennig. Gurken große 00-00 Psg., kleine 5—8 Pfg., Bohnen 00—0) Pfg. das Pfd., Birnen 22—00 Vfg. das Vfd., Tafeläpsel 20—22 Pfg. das Pfund. — Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. Letzte Nachrichten. Die französischen Sozialisten und Scheidenmnns Rede. ^ Bern, 17. Okt. Unter den französischen Antworten auf Scheidemanns Reick>Stagsrede ist jetzt auch die der nationalen Sozialisten bekannt geworden. R e n a u d e l schreibt in der „H u - m a n i t 6", daß die Scheidemannschen Worte aut den französischen Sozialismus nicht ei-ndrncksvoll geblieben sind. Zwar gibt sich Renaud.l anfangs Mühe, den starken Mann zu spielen, und sagt, die französischen Sozialisten haben die Scheidemann schm Ver- fprecl,ungen wicht nötig, um üb«?rzengt zu sein, daß Belgien und Serbien ihre ^Freiheit zurückerhalten, nnd sie haben auch noch nicht vergessen, daß man nicht mit einent Feinde verhandelt, der sich auf besetztem Gebiete befindet, aber schließlich nnd endlich iinde-t es Renaudel doch an der Zeit, mit allergpößtent Nachdruck von der Negierung die Bekanntgabe ihrer Friedensziele zu verlangen. Nock einmal rufen wir euch zu: Beeilt euch! Die Regierung braucht nicht zu befürchten, daß dadurch die Kampfkraft und Widerstandsfähigkeit des Landes gefck)wächt »vird, ivewn sie gerecht handelt. Englische 45 Zentimeter-Geschütze an der Somme. Rotterdam. 17. Ott. Der englische Korrespondent Beach Thomas schildert die jüngsten englisck>en 2lngriffe an der Somme ain Donnerstag nachmittag, die in einem verhältnismäßig klernen Stil stattfanden und von einem Artillerieduelle von beispielloser kdeftigkcit zwischen Iber britischen und deutschen AZrttllerie begleitet waren. Zum ersten Male wurden cnglischerseits dabei Geschütze von 18 Zoll (45 Ztm.) verwandt. 34 Danwfer an der Murmanküsti' versenkt. Amsterdam, 17. Ott. Der Petersburger Vertreter der LloiidVersicherung meldet: Bis zum 11. Ottober, 6 Uhr abends, wurden insgesamt 3 4 T a »n p f e r , die sich aus der Fahrt nach AleLan- drotvSk oder Archangelsk lwfandcui. von deutschen U-Booten versenkt. Weitere Fahrzeuge sind noch überfällig. Nur ein Teil dieser Schiffe ist bei Lloyds versichert. Neun darunter sich bcfindlick)e M u n i t i o n s d a m p f e r muffen von der russischen Regierung ersetzt werden!, da diese die Garantie für die Fahrt übernommetl hat. Zurzeit stockt die Einfuhr nach Archangelsk fast vollständig. Auch in England werden jetzt die Transporte nach der Murinanküste und nach dem Weißen Meer zum Teil zurückgehalten.' Die Zarin im Hauptguartier. K o v e n b a g e n , 17. Okt Die Kaiserin von Rußland ist mit ihren Töchrcrn nach dem russischen Hauptquartier von Petersburg abgereist. ~wo±ajn. vorf ei2 3ei fparfanißejn Verbrauch erf=>ien Konzerte im voraus bis 20. Oktober in der Musikalienhandlung von Ai!fii ler n CSCrVierfc ’ Mitgliedern des Konzert-Vereins, Saalbau-Vereins und Akadem. Gesangvereins werden bei Entnahme von Karten für alle sieben Konzerte die Mitgliedsbeiträge, wie seither, in Abzug gebracht. Eintrittskarten : L Plat - z ?•-. 2. piat* Mk. 2.-. 3. put* Mk. l-, 4. putz 9 p . ., - 77 - ' m *5- 0 .o 0 , sämtlich numeriert, Studentenkarten Mk. 1 .— (für den 30P^ Klnrl in HZ? vr*? b *i r ' tlÄ, L fur Schüler und Militär vom Feldwebel abwärts Chal.i», ‘ - Scstaapae - Heiss -Theater** Selters weg 81. Direktion H. Bakof. Telephon 911. Spielplan vom 17. bis SO. Oktober 1916. Sie müssen: Guido Tielscher B d e e 2iä»Ä Guido u. seine Kinder urkomisches Lustspiel in S Akten, .gesehen haben. Außerdem das spannende Drama in 4 Akten aus der Gegenwart: Fü r« Vaterland oder die Braut d. Reserveleutnants dazu das interessante, sehenswerte 012650 bchwarz - Weiss - J_ Fieater - Beiprogramm. Wiedersehn war seine und unsere Hoffnung. 7455 Todes-Anzeige. acht entschlief sanft llter von 1 '/. Jahren Elisabeth. u.»k$f U i e SÄ ? 4 entschlief sanft nach kurzem Leiden im Alter von 1 '/. Jahren unser liebes Sfttto Um stille Teilnahme bitten vr. Walther und Frau geb. Rübe. Alzey, 15. Oktober 1916. 7493 Lebertran-Emulsion garantiert reinen Lebertran empfiehlt Med.-Drog. Z. tazplalz Kreuzplatz 9 7372 a Sendung prima Preiselbeeren ein getroffen und empfehle dieielbcit billigst. liianLcl, Neuen Bäue7, Telephon 612. ol3!WS Danksagung. 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