»r. 241 Der Siehencr Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: GiehenerZamiNenblättcr; Kreisblatt für den Kreis Stehen. Bezugspreis: monatl. 90 Pf., viertel- jshrl. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Ps.: durch die Post Mk. 2.45 oiertel- jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: sür die Schriitleitung112 Verlag, Geschäftsstellebl Anschrist für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Erste; öl«« <66. Zahrga«g gteiiag, <; Gietzener Änzeiger Zreiiag. \z. Moder M ..nnahine von Anzeige.^ die Tagesnunlmer vis ?,um Nachmittag vorher, öeilenpreis, f. Anzeigen: örtlich 20 Pf. , Vermietungen u. Stellenge- suche 15Pf., auswärts 25 Pf., b. Platzvosichrift 30 Ps., Reklamen 76 Pf., bei PlahvorschriftOO Ps. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich, für Politik u. Feuilleton: Bankoerkehr: Aug. Eoetz, Stadt und Sewerbebank Giehen Land, Vermischttsu.Ge. nchtssaal: Fr. R. ^nz^ Zwlllmgsrunddruck ».Verlag: Brühl',che Unio.-Buch- u. §tein»ruckerei «.Lange. Schriftlettung. Geschäftsstelle ü. Druckerei: Schulstr. 7. fSu'cfu, dieftn Postscheckkonto: Frankfurt a.M. U686 General-Anzeiger für Oberhessen Weiterer Wckzng der Kummen. Die Auslieferung der griechischen Kolte. (WTD.) (Amtlich.) Großes Hauptquartier, eftlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern. BeSerseits der Somme nahm die Schlacht ihren Fort- gsn-g. Av der ganzen Front zwischen Aucre und Somme entfalteten die Artillerien große Kraft. Jnfanterieangrifft der Engländer vor Thiepval. sowie auf der Linie Le Sars- Gueudecourt sind meist schon im Sperrfeuer gescheitert. Gegen übend setzten auf der Front Morval-Bouchavesncs starke Angriffe ein. die bis in die frühen Morgenstunden fortgesetzt wurden. Gegen die Stellung des Infanterie-Regiments Nr. 68 und des Reserve-Regiments Nr. 76 bei Sailly stürmte der Feind sechsmal an. Alle Anstrengungen waren ergebnislos. Unsere Stellungen sind restlos behauptet. Siwlich der Somme geht der Kampf zwischen Gener- rnont-Chaulnes weiter. Mehrere französische Angriffe wurden abgeschlagen. Die heiß umstrittene Zuckerfabrik von Genermont ist in unserem Besitz. Im Dorf Ablaincourt entspannen sich erbitterte Häuserkämpfe, die noch im Gange sind. Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Kriegsschauplatz in Siebenbürgen. Fm Marostale hielt der Feind dem umfassenden Angriff nicht stand. Auch weiter nördlich beginnt er zu weichen. Er wird aufderganzenO st frontverfolgt. Die zw eite rumänische Ar me e ist in dieGrenz- ftellungenzurückgeworfen. Zn den Gebirgskämyfen der beiden letzten Tage sind 18 Offiziere, 6 39 M an n, ein 16 Zentimeter-Geschütz, fünf Maschinengewehre, viel Munition und Gewehre in unsere Hand gefallen. Feindliche Vorstöße beiderseits des Vulkan-Passes wurden abgeschlagen. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Die Lage ist unverändert. Mazedonische Front. Zahlreiche feindliche Angriffe an der Eerna sind gescheitert. Westlich und östlich des Wardar machte der Gegner erfolglose Vorstöße. Der erste Generalguartiermeister . _ - Ludendorff. Die gestrige Reichstagssitzung war nüchterner, hatte auch greifbarere Gegenstände der Unterhaltung als die vorangegangene. Zwar hörten wir vom Präsidenten des Kriegsernährungsamtes, daß auch eine Kartoffelernte, ähnlich wie die Ernte eines Krieges, sich nur mit großen Schwierigkeiten abschätzen läßt, allein da läßt sich doch, wenn nur der Himmel und das Wetter dem Gedeihen günstig sind, durch vielerlei Maßregeln ein ausreichender Bestand sicherstellen. Kriegszustand herrscht auch im Wirtschaftsleben. Was uns der heimische Boden zur Ernährung der Bevölkerung im reichsten Maße zur Verfügung stellt, das ist die Kartoffel, die uns mit an erster Stelle das Durchhalten gewährleistet. Da war es schon begreiflich und nützlich, daß der Reichstag eine besondere Sitzung dem Kartoffelbedarf- und Verbrauch gewidmet hat. Es gab in einer langen Rede des Herrn von Batocki eine Hülle und Fülle willkommener Belehrungen aus die Anfragen der Parteien, wie eine Kartosselversorgung schnell und sicher iv die Wege geleitet werden könne. Diese Versorgung drohte etwas zu stocken. Bei den hohen Preisen für Frühkartoffeln hatten manche Landwirte halbreife Früchte aus der Erde geholt und auf den Markt gebracht, und die ungünstige Witterung hat die Kartoffelernte sodann verzögert. Da ionvden, besonders in den Jndustriegegenden, Klagen über Mangel und Befürchtungen wegen ausreichender Versor- gnrhg laut. Herr v. Batocki nannte die Hindernisse: und .bestritt nicht die mancherlei Schrvierigkeiten, die diesen Arbeiten entgegenstehen. Vor allem mahnte er zur Sparsam- kert. Die Kartoffelernte ist dieses Jahr nicht so reich und gut gediehen wie im vorigen Jahr; allerdings ttvitfr dies ans geglichen durch eine vorzügliche Getreideernte. Wir werden auÄkommen, und es wird keine Not eintreten. Zahlreiche Maßregeln zur Kartoffelversorgung sind bereits rechtzeitig in die Wege geleitet. Kriegsgefangene sollen in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt werden, um bei dem bestehenden Leutemarigel die Ernte rechtzeitig 12. Oktober. heimzubringen. Auch Pferde und Wagen Null die Heeres- I Verwaltung, soweit es pötig ist, leihen. Der Saatguthandel joll auf weiteres verboten werden, um vor allem die zur a^nschlichen Ernähruna nötige Versorgung sicherzustellen. Allerdings waren gerade bei diesem Gegenstände die Ausführungen Batockis von einem gewissen Ernste getragen, indem er darauf hinwies, daß die diesjährige, nicht so günstige Ernte zum Teil ans schlechtes Saatgut zurückzn- fuhren ist. Die Anforderungen der Brennereien, die für die Heeresverwaltung arbeiten, sollen herahgedrnckt werden, sich immer ermöglichen läßt. Der landwirtschast- lichen Bevölkerung ließ Herr v. Batocki volle Gerechtigkeit widerfahren. Darum will er auch an Enteignungen nur da Herangehen, „wo wirklich ein böser Wille vorhanden ist". Was er von der Psyche der landwirtschaftlichen Bevölkerung !^6te, insbesondere derjenigen der Frauen, die heute zumeist me Wirtschaft führen, dürfen wir im Drang und Zwang der Not unserer Zeit nicht kurzerhand von uns abweisen. Es liegt da viel Menschliches zugrunde, und Menschen sind wir nun einmal alle, auch die Verbraucher, die gern laut zu ichreren pflegen. Es war jedoch ein Höhepunkt in den Batocki- jchen Ausfuhrungen, als er der landwirtschaftlichen Psyche, da wo sie auf falsche Bahnen gelangt war, zu ihrem eignen einen Prellbock vorsetzte. „So lange ich Präsident des Kriegsernährungsamtes sein werde", so erklärte S? erhobener Stimme, „wird es unter keinen Umstanden wieder passieren, daß Höchstpreise nach- traglich erhöht werden. Ich würde eher zum a n ß e r st e n M 11 1 e 1 schreiten, ehe ich mich entschlie- wurde, eine einmal vorgenommene Preisfestsetzung nachträglich zu erhöhen." Der Landwirt und die Landwirtin werden sich also nichts davon versprechen dürfen, wenn sie ihre .Hacktrüchte in der Erwartung yohcrer Preise zurnck- Valten Höchstens würde ihnen das ermähnte „äußerste Mittel blühen, das in der Enteignunig besteht. Wir hoffen, die angeführten technischen Maßregeln und die gesunde Moral alter Beteiligten werben unsere Kcrrtoffelversoranna prompt zur Durchführung bringen! Die ganze Bevolrerung ward zur Mitarbeit an der Kartoffelernte er- toeröen. Und so werden wir/ nach Batockis Wort mit Ruhe auch dem neuen Jahre entgegensehen. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. verlautbart:' 12^Oktober^1916. Nichtamtlich.) Amtlich wird Oestlicher Kriegsschauplatz. Auf dem Vulkan-Paß scheiterten rumänische Vor- Jtone. Im Raum von Brasso mußte der Feind gegen die Grenzpage zuruckweichen. In den letzten zwei Tagen wur hier 18 Offiziere, 639 Mann, ein schweres Geschütz fünf Maschinengewehre und viel Kriegsgerät eingebracht, o* @ ö e r 6 e n im ® e & t r ö e und beiderseits der l?t rumänische Widerstand gebrochen worden. Unsere Truppen sind in der Verfolgung. ... twn Zolotwina in Ostgalizien wurde ein russi scher Borstoß abgeschlagen. Italienischer Kriegsschauplatz. Auch am gesttigen dritten Tage der großen Jnfanterie- kampfe am Sudflügel der küstenlä n d i sch e n Front haben sich unsere Truppen gegen den Ansturm des Feindes behauptet. Mrdlich der Wippach und südlich^dieses Flusses bis ln die Gegend von Lokovrca wurden alle Angriffe der Italiener abgewiesen. Oestlich und südlich von Ovpacchiasella gttvann der Gegner Raum. Nova Vas ffel in seine Hände. Weiter südlich bis zum Meere drang er wiederholt in einzelne Frontstücke ein. wurde aber immer wieder hinau^- geworfen. Alpenlandischc Truppen haben sich im Kampfe neuerdings hervorgetan. Die Zahl der gefangenen Italiener hat sich auf 2 <00 erhöht. An einzelnen Stellen der Kärntner und Tiroler Front betätigten sich schwächere feindliche Abteilungen in erfolglosen Angriffsversuchen. Am Pasubio, wo unsere Stellung seit vorgestern vom Cosmagon auf den Boite-Rücken zurückgenommen wurde, verliefen Tag und Nacht ruhig. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei unseren Stteitkrästen nichts von Belang. Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabs [2 l . v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Der bulgarische Bericht. Sofra, 12. ßfto&et. (WTB. Nicht«mtlich.) Amtlicher Bericht des Generalstaües vom 12. Oktober. Mazedonische Front. Dom Prespa-See bis zur Ccrni dos übliche Artrlleriefeuer. An der Front am Cerni-Bogen lebhafter Kampf. Sechs Aufeinanderfolgende Angriffe des Feindes in der Umgebung des Dorfes Skolschiijo wurden mit großen Verlusten für den Feind zurückgeschilagen. Ern Versuch der feind- scttütette^ nmtterie ' ^Uich der .Höhe Dobnowvlje vvrzugehen, Im Moglen.ica-Tal lchhafte ArtillerietatigSeik, stellen- ^rbmdung mit Maschinengewehr- und JNfantcrieseuer vorgeschobenen Erkundungsabteilnngen wardar wurde ein feindliches Bataillon, das nach tlerievorberertung gegDi die Höhen südlich des Dorfes Bagovoditza vorzugehen versuchte, mit schweren Verlusten NrrLck- feu'er^^ ^ U ® c ^ ^ ö ^ ca Planrna schwaches Artillerie- ntoJEHZZ lebhafte Tätigkeit der Erkimdungs- §1?lu"gen. Ein Versuch zweier feindlicher Bataillone, unter dem OMb Wgen Artilleriefeuers gegen Barakti Tichumaja vorzu- unserem Feur. Die feindliche weittragende Ar- wu^m Ene Stadt Seres, in der 10 Einwohner getötet^ Län§s der Tonau sEenweisc WSn. dvtrouillen. ^n der Dobrndscha ist die Lage un- m?o/ge) chobenen Abteilungen vertrieben den Feind aus dein T^fe Malszrovo, das sie besetzten. , 4 n des Schwarzen Meeres griff am 10 Okto- non Wasserflugzeugen den Hafen von Eon- § Sfßf Brande rn den Hafenanlagen mrd Petto- lenmbehaltern anrichtete. gez.: Minister RadvslawMv. Deutsche Bomben auf rnsiische Transportdampfer. Berlin 12. Okt. (WTB.) Deutsche Geeflua- ^ 0- Oktober und in der Nacht zum 10. Transportdampfer in Konstantza erfolgreich mrt Bomben. Ein neuer Rusientransport in Saloniki. (WTB.' Nichtamtlich) Meldung dev ^genee Havas. Hier nt ein neuer russischer Truppentransport em getroffen. Ein Sonderfriede mit Rußland? ~ 12. Oft. (WTB.) Me „Köln. A,." oM , ton neutralen Sarö>mt aus verbreiteten Gerüchte von entern angeblich bevorstehendmr Sonder- HintergrÜndL^ Rußland entbehren des tatsächlichen Die neue russische Kriegsanleihe. ™r>5 0 i’,^ a9 i n ' Oft. (WTB., „Berlinsfe TitumLe" melDet aus Petersburg: Der Direktor der Kveditkanzlei teilte nnt, daß die neue russische K r i e q s a n l e i b e in Höbe von drei Milliarden Rubel am 15. November alten Stils zur Zeichnung aufgetegt werde. Der Bettag soll im Jnlse Latm am 3. August mit einem Verlust von 3166 Gefangenen und vier Geschützen nötigte den Feind, sich 20 Meilttr weit znruckzuziehen. Sie rückte die Gefahr eines Angriffs auf den Kcmal rn die Ferne und minderte das türkische Ansehen in Syrien und Arabien. Au der Westfront von Aegypten seien die Senusn,zur Ndachlloftgkeit verurteilt. Diese Tatsachen bereiteten im Verein mit den Mmpfen in Darftir den tüMch-dentschen Muken in Aegypten und dem Sudan wirh'am ein Cxde. In Sa lo- n i k i erlftelten die alliierten Stteitttäfte beträchlliche russffche und italienische Verstärkuirgen und sie ergriffen Anfang SeptEer die ^^ftsive mit dem Ziel, ihre Tätigkeit mit der der russische Und rnwanischen Truppen in Siebenbürgen und der Do b r n d - ''cha zu vereinigen. Diese Offensive hatte einen bettäEicheu Er- iolg. Auf dem' rechten Flügel setzten sich die Briten auf dem linken Struma-Ufer fest, !w>o sie die bulgarischen Stellungen nabmen, wiederholte Gegenangriffe abschlugen und dem Feind schwere Verluste zu fügten. Auf dem linken Flügel schlugen die Russen, Franzosen und Serben die Bulgaren, nahmen Florina und vertrieben! den Feind von den Grenzhöhen. Sie befänden sich nun etwa 8 eng- I lisch- Meilen von der wichtigen Stadt Monastir entfernt Die Operation^ der Alliierten in dieser Gegend brachten nicht nur deni * Feinde schwere Verluste bei. sondern verhinderten ihn auch, Truppen tarn Mazebonjien nach der Dobrudscha zu schaffen. Sie leisteten dadurch dem russischen und dem rumänischen Alliierten wertvolle Dienste. ä^n 1 eines Ueberblickes über die militärische Lage sa^de ASqurth: Es da rf nicht sein, daß dieser Krieg mit einem von unierem Willen abhängigen entehrenden Kompromiß, mit emem ttlickwerkendet, das sich hinter der Maske eines so ge 4 nannten Friedens verbirgt. (Laute Beifallsrufe.) Wir sind es denen, die ihr Leben dahingaben, schuldig, daß sie das Opfert ihres Zevens nicht vergeblich gebracht l)aben. Die Ziele der Alli- .mrterl sind wohlbekannt. Es sind keine selbstsüchtigen oder rachsüchtigen Ziele, aber sie fordern eine angemiessene Genug- tu 1111 g für die Vergangenheit und Sicherheit für die Zukunft. (Erneuter Beifall.) Lloyd George führte in Beantwortimg der von Holt lilberal) an seiner bekannten llnterredung -mit einem amerikanischen! Prepevettreter geübten Kritik aus-, er habe nur wiederholt, was» bereits häufig von AsgUith erklärt wurde. Eiche Jnterven-, tion im jetzigen Augenblick würde ein Triumph Deutschlands, das Verderben Englands sein. Er nehme jetzt nicht eine einzige Silbe zurück. (Beifalls) Es sei nicht de» Ausdruck seiner eigenen Meinung, sondern die Meinung des Kabinetts, des .Kriegsausschusses der militärischen Berater und sämtlicher Miierten. (Beifall.) Es sei von wesentlicher Bedeutung gewesen, die Erklärung abzngeben, die er gemacht habef. Nach kurzer Aussprache, in der die lebhafte Zustimmung zu .AsHuiths Rede und Lloyd Georges Interview zum Ausdruck kam, nahm das Haus einstinimig die Kreditvorlage an. Amsterdam, 12. Okr. (WTB.) Nach Meldungen des Reuters cheu Bureaus aus London begrüßen dis englischen Blätter die gestrige Rede Asquiths mit Zustimmmrg. Die „Times" schreibt: So lange die Regierung den Krieg in dem Geiste weiterführt, -den Asqnith, Lloyd George und Carsvn zeigten, tvird die Unterstützung, die sie bei dem Parlament und bei dem Volke findet, nicht erlalynen. Die Armee ist dem Volke teuer genwrden, denn sie ist eine konkrete Aeußerung des Willens des Volkes, zu siegen. wort der Bereinigten Staaten auf die Note der Entente betreffend die Behandlung der U-Boote in politischen Kreisen Englands wegen ihrer harten Form und ihrer heftigen Sprach eine Uebervaschnng hervorgerufen habe. Wilson habe nach der Meinung seines Standpunktes keinen Grund gehabt, hinzu- zusügen, er werde keinerlei Einmischung seitens der Alliierten dulden, noch weniger aber zu der Bemerkung, die Alliierten müßten für etwaige Zwischenfälle verantwortlich gemacht irerden. Bei den Alliierten wisse man ganz genau, wie weit das Recht und die Verantwortung ihrerseits gingen. Sie bedürften keiner Unterweisung durch die Vereinigten Staaten. Nus dem Reiche. Ms dein Hauptausschntz des Reichstags. Berlin, 12.Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Im Hauptausschuß des Reichstages legte Staatssekretär Dr. Hel ffe- rich! heute dar, daß auf die Heranziehung der in den besetzten Gebieten brachliegenden Arbeitskräfte inr Interesse dieser Gebiete selbst nicht verzichtet werden könne- Der StaatÄsekreftär verwich lauf das englische Munitionsarbeitergesetz, das im „freien England" einen für britische Arbeiter selbst kaum verdeckten Arbeitep- zwang geschaffen liabe. Die von uns getroffenen, auf dem Boden des Völkerrechts sich bewegenden Maßnahmen seien im Lichte der Kriegsnotwen.digkeiten zu beurteilen. Ministerialdirektor Dr. Lewa ld verwies auf die in den besetzten Gebieten erlassene Verordnung, wonach die, die eine öffentlick-e Unterstützung beanspruchten und sich auf öffentliche Kosten ernähren lassen wollten, zur Arbeit zwangsweise herangezogen werden könnten. Die Verordnung beziehe sich auf die besetzten Gebiete in Belgien urtib Nordsrankreich fottrte im Osten. General Frie dr ick) gab Auskunft über die Lagerverhältnisse in Ruhleben und teilte mit, daß infolge eines Austauschvertrages mit England demnächst 600 internierte Engländer, die ^über 45 Jahre alt seien, aus Ruhleben weggeschafsst werden sollten. * vie Auslieferung der griechischen Flotte. Athen, 11. Okt. (WTB.) Meldung des Rntterschen Bureaus. Der französische Flottenchef richtete ein Ultimatum an diü griekchischü Negierung, in dem er mit Rücksicht auf die Sicherheit der Flotte der Alliierten die Auslieferung der! gesamten griechischen Flotte bis auf den Panzerkreuzer ,I4eorgios Averoff" und die Linienschiffe „Lemnos" und „Kilkisch" bis 1 Uhr nachmittags fordert. Ebenso wird die Herausgabe der Piräus—-Larissa—Eisenbahn verlangt. Bern, 12. Okt. (WTB.) Übereinstimmende Blättermeldun- gen der „Tribuna" und des „Secolo" wollen wissen, daß die grie- ;chische Regierung in die Auslieferung der griechischen Flott e an die Alliierten gewilligt habe. Laut „Giornale d'Jtalia" sollen auch die griechischen Eisenbahnen übergeben worden sein. London. 12. Okt. (WTB.) „Daily Chronicle" meldet aus Athen: Mit der Enftwaffnun. g der griechischen Flotte ist begonnen worden. Es verlautet, daß die kleinen Schiffe an die provisorische Negierung in Saloniki geschickt werden sollen. Tie größeren Einheiten werden abgerüstet und im Golfe von Kecat- sini belassen. Tie französische Marine übernahm am Nachmittag ohne Störung alle Kriegsschiffe; von einigen sind die Besatzungen bereits entfernt worden. Auf ein kleines Kriegsschiff kam französische Besatzung. In Athen und in Piräus herrscht Ruhe. * , .Tas neue griechische „Geschäftskabinett" Lambros hat seine Tätigkeit — wenn man von einer solchen überhaupt reden darf — mit einer überhaus traurigen und besäumenden Amtshandlung begonnen. Es mußte die strategischen Eisenbahnen, die Fotts- imd Küstenverteidigungswerke und die gesamte Flotte Griechenlands an die Entente, die „Beschützerin" der kleinen Nationen,-ausliefern. Hellas wird auf der Folterbank nicht mehr gemartert, es wird nach allen Regeln der Kunst abgeschlachtet. Man sage nicht, daß dies nur geschieht, um Griechenland wehrlos und unschädlich zu machen. Die Entente braucht die Kriegsmittel, die sie jetzt räuberisch an sich reißt, sehr notwendig. Sie schielt nach diesem i .Besitz seit den Tagen, da die griechische Post in.Saloniki an die Franzosen überging, ein Wald von englischen Schiffskanonen seine Rohre gegen die blockierte griechische Küste richtete und im französischen Institut zu Athen 200 französische Marinesoldaten sich! einschlichen, um sich, wenn es ginge, Körrig Konstantins zu bemächtigen und Venizelos zur Macht zu bringen. Aber es ging dmnat-5 noch nicht und es gcht ja auch heute nur stückweise uud allmählich vor sich. Bon den zwei großen Gabelungen der Effenbahn Patras-Athen und Mhen-Lariftä erhofft sich die Entente eine große Verbesserung ihrer Stellung in Saloniki. Der mühselige und wegen der „U-Boolspest" gefährliche Wasserweg um den Peloponnes herum fällt weg. Man kann die .Kriegsoorrate und aufgepäppelten Serben künftig von Korfu der sicheren Küste entlang nach PatraS bringen icnd von da per Achse über Piräus-Athen- Larissa nach Saloniki. Ter wichtige Anschluß Larissa-Saloniki wurde ja im Sommer dieses Jähres hergestellt und wenn die Engländer und Franzosen jetzt ihre Truppen darauf verfrachten, werden sie bald behaupten, daß die Strecke Piräus-Larissa-Athen eigentlvch schon immer ihnen gehört habe. Ter Bau der Bahn Mt ihrer Verzweigung nach Chalkis und Lamina wurde 1880 nämlich einer englischen Gesellschaft übertragen. London, 12. Oktober. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung der „Daily Mail" aus Athen vom 11. Okt. wurde nach dem Empfang der Note der Alliierten ein Minifterrat abgehalten, der von 61/2 Uhr bis 81/4 Uhr dauerte. Unmittelbar darauf meldete der Chef des Generalstabes dem Ministerpräsidenten, dem Minister des Innern, dem Minister des j.Aeußern und dem der Marine, daß der .König sie in dem Palast 'm Athen erwarte, wohin er sich von seinem Schlosse Tatio aus im Automobil begeben hatte. Die Beratung dauerte eine halbe Stunde. Um 9 Uhr fuhr der König nach dmr Milais des Prinzen Nikolaus in Kepihissia, wo Prinz Andreas ihn er- nxrttete. Admiral Palmer wurde berufen und es wurde mit dem Marineminister beratschlagt. Um 10 Uhr kehrte der Wnig nach Athen zurück und bersch einen neuen Minifterrat ein. Er reiste dann um Mitternacht nach Tatoi. Inzwischen war im Marme- ministerium ein Minfftervat abgehalten worden, dem' Admiral Palmer beiwohnte. Um 1 Uhr wurde ein dritter Ministerrat ab- gehalten, der his 3 Uhr früh dauerte. Bern, 12. Okt. lWTB. Nichtamtlich.) Mailänder Blätter mcelden aus Athen, die Note der Entente habe verlangt, daß die griechischen .Kriegsschiffe „Kylkis", „Lemnos" und ,Awe- roff" sich bis spätestens nachmittags 1 Uhr an ihrem Ankerplatz befinden müßten und daß ferner die Verschlußstücke der Geschütze, die Torpedos und die Munition ausgeschifft und die Schiffsbesatzungen und Schiffsstäbe auf den drei Schissen verringert würden! Außerdem sollten die kleineren Schiffe in voller Ausrüstung nach Keratsini übergeführt werden. Den Besatzungen soll es freistehen, ob sie die Schiffe verlassen wollen. Schließlich verlangt die Note der Entente die Besetzung der Batterien und der Unterstände, die .die Bey uick> die Aquädukte beherrschen sowie die Besetzung' dSr beiden wichtigsten Häfen imd die Entwaffnung der übrigen Hafen- plätze. Offiziere der Alliierten werden zur Ausübung der Polizei- .gewalt und zur Ueberwachung des Schiffsverkehrs im Piräus f bestimmt werden, um die Flotte der Alliierten und die Orient- ,armee zu sichern. Anderen Offizieren der Alliietten wird die ! Ausübung des Polizei- und des Eisenbahndienstes übertragen - werden. Tie griechische Regierung sagt, daß sie gegen den kurzen TernUn sowie gegen die gestellten Forderungen zu protestieren sich verpflichtet fühle, sich aber trotzdem zwingender Umstände halber unterwerfe. Wilson und die Engländer. (WTB. Nichtamtlich.) In einer Kvrrespor ^dcnz des „'ZxeoLo aus London wird ausgesührt, daß die Ant Ein nalionallweraler Zcnsurantrag. Die nationalliberale Rei ch s tag s fra kti on hat einen Zensurantrag eingebracht, der fotzende Bestimmungen enthält: 8 1. Wenn im Deutschen Reiche auf Grund des 8 5 des Preußischen Gesetzes über den Belagerungiszustand vom 4. Juni 1851 oder eines an dessen Stelle tretenden Gesetzes eine Zensur der Presse eingeführt wird, so geht die vollziehende Gewalt in Angelegenheiten der politischen Zensur auf den Reichskanzler über, der damit die Verantwortung für die Handhabung der politischen Zensur übernimmt. Die Besttmmungen des § 4 des Gesetzes vom 4. Juni 1851 bleiben für das Deutsche Reich nur insoweit verwendbar, als es sich um die Zensur militärischer Angelegen- beiten handelt. Die Festsetzung der für die Ausübung der polittschen Zensur erforderlichen Organe erfolgt durch Bundesratsverordnung. 8 2. Dieses Gesetz tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. * Berlin, 13. Okt. Der Stellvertretende Kvmman- dierende General des 2. Armeekorps hat, um die E i n b r i n - gung derKartoffel-und Rübenernte zu beschleunigen, bestimmt, das; Kriegerfrauen, welche Kriegsunterstützung beziehen, wo es notwendig ist, täglich mindestens einen halben Tag bei Ausnahme der Kartoffeln und Rüben zu helfen haben. vie GoldankauMe ist morgen von 10 bis 127* Uhr geöffnet! Aus Stadt und Land. Gießen, 13. Oktober 1916. Deutscher, in eiserner Zeit verzichte aus Goldschmuck! Bring ihn dem Vaterland dar, das Dir den Goldwert bezahlt! Wer sich dem Rufe verschließt, erschwert unserm Volke den Sieg r * Auf was wartet mau? Tie starken Anforderungen, die zum Bierteljahresfchkuß an den Geldmarkt heranttaten und von der Reichsbanr-Leitung wieder in bewundernswerter Weise befriedigt worden sind, rücken die Bestrebungen, den Goldbestand der Reichsbank zu stärken, ins rechte Licht für reden, der sehen will. Trotz der Auslandsverpflichtungen hat der Zugang an Gold glücklicherweise ausgereicht für die Befriedigung der Nachfrage nach Banknoten. Wieviele aber überhören den Ruf, dem 'Vaterland das Gold zu bringen und die wirtschaftliche Rüsttmg stark zu erhalten. Tas Reich könnte ruhig eine Auslobung veröffentlichen, wonach IM illiardedemjenigenver-- s p r 0 ch e n wird, der die Unrichtigkeit des Satzes nachweift: „Wer sich dem Rufe verschließt, erschwert unserm Volke den Sieg." Wer Goldschmuck trägt, könnte unter heutigen Berhältnffsen gerade so gut eine französische Lilie oder ein englisches Sympathiezeichen tragen. Merkwürdigerweise wird vielfach die bedauerliche Zurück- halttmg mit dem Hinweis darmif entschuldigt, daß die Goldwaren- geschäfte nach m, bei der Werter Versicherung, sofern mindestens 100 Marken währei.'d verftcherungspflichtiger Beschäftigirng geklebt worden sind, auck 200. andernfalls 500 Wochen, bei der Selbstversicherung ebenfalls £00 Wochen. Ist die Wattezeit erfüllt, so müssen zur Aufrechterhaltung der Amvnttschaft auf Rente usw. innerhalb zwei Jahren vom Tage der Ausstellung der Quittungskarte gerechnet, mindestens 20 Marken (bei der freiwilligen Versicherung 40 Marken) geklebt werden^ außerdem muß zur Vermeidung von Nachteilen die Jnvalidenkatte alle zw e i I a h r e u m>g e 1 a u s ch t öder zur Verlängerung der Frist an der Umtauschstelle (Bürgermeisterei, Krankenkasse usw.) vorgezeigt werden. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, so besteht Anspruch auf Invaliden- bezw. Kcankenrente, sofern der versicherte Kriegsteilnehmer mehr als 26 Wochen invalide im Sinne des Gesetzes (d. h. mehr. als % arbeitsunfähig) ist. Handelt es sich um dauernde Invalidität, so wird Invalidenrente vom ersten Tage der >Verwundung oder Erkrankung an gezahlt, ist der Versicherte dagegen nur v orübergehend invalide, so wird Krankenrente vom Beginn der 27. Woche für die weitere Tauer der Invalidität gcivährt. Während nach den gesetzlichen Besttmmungen die in den Lazaretten untergebrachten versicherten Kriegsteilnehmer nur dann Anspruch auf Rente haben, wenn sie invalide im Sinne der Reichsversicherungsorduung sind, hat das Oberversiche- rungsamt Tarmstadt kürzlich entschieden, daß alle versichetteni Kriegsteilnehmer, die länger als 26 Wochen im Lazarett sind^ Anspruch auf Rente haben, auch dann, wenn sie nicht invalide (d. h. mehr als 2/3 erwerbsbeschränkt) sind. Allerdings ist diese Entscheidung vom Reichsversickeruugsamt noch nicht bestätigt wor- den An den Vortrag schloß sich eine sehr anreg-ende Aus sprächet, an der sich neben dem anwesenden Leiter des .Berwundeten-Unter-- richts. Professor Tr. H e n n e b e r g, die Verwundeten sehr lebhaft beteiligten. ** Stadttheater. Mus dem Stadttheaterbureau schreibt man: Nochmals 'sei auf die Aufführung des neuen BolksstückeS „Wo die Schwalben nisten.. . . ." in der häutigen Freitag- WonuementsVorstellung hingowiesen. Auch der nächste Sonntag bringt eine Neuheit und tzwar bas flotte und- liebenswürdig^ Singspiel „U n t e r d e r b l ü h e n d e n Linde" von Fr. Gellett. Wiederum! werden bei dieser Gelegenheit sich einige neue MitgftÄver vorsdellen, so vor allen die Posseiisubrette Frl. Frfr Bo r t, vordem jatm! Franikfurter Schilmanir-Operettentheater, und die Luftspicl- soubrette Hermiue Wossidlo. Weiter sind in großieren Rollen des (Stückes beschäftigt die Herren .Steinmeyer, Goll, Theiling^ Hellmüth, Fallen und Werthmann, sowie die Damen Delosea, Kalltuar Und Kretzer. ** Belegte Brötchen. Die Bundesratsverordnung vom ^ r die Regelung des Fleischverbrauches bestimmt im 8 4, daß Fleisch und Fleischwaren auch in Gastwirtschaften usw. nur gegen Fleischkatte abgegeben werden dürfen. Durch diese Bestimmung sind entgegenstehende Magistratsverordnungen aufgehoben worden. Daher ist auch die hier bisher zulässige A/bgabe von belegten Broten mit Fleisch bis zu 25 Gramm 0 h n e F l e i s ch k a r t e nicht mehr zulässig. Wer eine belegtes Brot essen will, muß also dem Kellner usw. eine Fleischmarke abgeben. ** St äd ti sche r F et tv er kau. f. In der Woche vvn Montag, den 16. bis Samstag, den 21. Oktober 1916 wird in den Verkaufsstellen der Molkerei Gebr. Grieb Fett abgegeben. Der Verkauf findet bezirksweise entsprechend der firr den Butterverkauf vorgeschriebenen Bezirkseinteilung statt Auf die Fettkarte wird Vs Pfund Fett abgegeben Die Verkaufspreise sind in den Verkaufsstellen ausgehängt. ** Br otzul a ge für Jugendliche. Gemäß Verfügung der Reichsgetreideltelle kami jugendlichen Personen im Alter von 12 bis einschließlich 17 Jahrwi eine tägliche Zulage von 50 Gramm Mehl gewährt werden. Diesbezügliche Auttäge sind in den Brotmarkenbezirken zu stellen. Siehe Bekanntmackmng. ** Bezug von Torf streu Von der Reichsfuttermittelstelle Berlin wurde der Landesverteilungsstelle für Futtermittel in Darmstäot für die Monate November, Dezember nochmals ein Posten inländische Torf st reu zur Verfügung gestellt. Bestellungen, die biszum2 5. Oktober 1916 bei der Zentralgenossenschaft der Hess, l an dw. Konsum vereine, e. G. nt. b. H., Darmstadt, Sandstraß e 36, II, eingeveicht werden, können noch Berücksichtigung finden. Später eingehende Bestellungen müssen zurückgewiesen w^den. Da die diesjährige Ernte einen empfindlichen Ausfall an oerardeitungssähigem Torfboden ergeben hat, werden alle größeren Viehhaller — besonders solche der gewerblichen Betriebe — nochmals eindringlichst daraus hingewiesen, ihren Bedarf in Torfstren bis 15. April bei der sich jetzt noch, bietenden Gelegenheit zu decken. ** Tel t owe r Rüb chen. Vom Lande wird uns geschrieben: Wie alljährlich, so sind auch in diesem! Jahr viele Weiß- oder Stoppelrüben, auch Teltower Rüben genannt, angebaul worden. Tie genannten Mben zeigen da, wo nicht zu dicht gesät, einen prächtigen Stand. Sie'sind ein gutes Viehftttter und eignen sich auch zur menschlick>en Ernährung vorzüglich. Weißrüben mit geschmorter Hammelkeule, geschmotter Ente oder Bratwurst waren für manchen ein recht beliebter Mittagstisch. Hammelkeule, Ente und Bratwurst sind nun recht seltene Erscheinimgen. Immerhin sollten sich diejenigen Familien, die Hausschlachtungen vornehmen, für Weißrüben sorgen, da auch Solberfleisch zu den Rüben recht gut schmeckt. Es ist vielleicht noch nicht genügend bekannt, daß man Weißrüben, in kleine Scheiben geschnitten, genau wie Sauerkraut einmackMi kann. Man hcft sich ja das Fleischessen sozusagen abgewöhnt imd es schmecken eingemachte Weißrüben, mit Mttoffeln vermischt, auch ohne Fleisch sehr gut. Auf dem Lande ist es jeder Hausfrau möglich, sich für Teltower Rüben zur menschlichen Ernährung zu sorgen. In der Kriegszett haben ja sehr viele städtische Hausfrauen Beziehungen zum Lande, und es dürfte ihnen nicht schwer fallen, auch einige dieser genannten Rüben zu erwerben. ** Einübe raus gutesPilzjahr haben wir diesmal. In Anbetracht der teuren .Kriegszeiten ist dies doppelt erfreulich! und es wird ausgiebig Gebrauch von der Gelegenheit gemacht, sich kostenlos ein nahrhaftes und wohlschmeckendes Gericht bereiten zu können. Noch nie wurden die Pilze so in den Wäldern gesucht wie diesmal. Nicht selten wandern die Pilzsucher gruppentveise unter Leitung sachkundiger Personen durch die herttichen Wälder unserer Gegend. Teurer Bienenhonig. Nach Feststellungen der sachverständigen Imker war das diesjährige Bienenjahr das schlechteste seit Jahrzehnten. Der für die Bienenzucht wichttgste Monat, der Juni, war bis auf einzelne Tage leucht, kalt und windig, so daß die Bienen wenig Nahrung fanden. Vielfach fehlte eS an Zucker, den man den Bienen hätte als Ersatz reichen können. Ganze Völker gingen zu Grunde. Die Preise für Honig ziehen an, viele Bestellungen bleiben unberücksichtigt. **Die Auszahlung der Familien unter st ü tz ungen an dio Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen für 1K. bis Ende Oktober findet statt vom 16.—18. Oktober im Stadthaus, Zimmer 7. Siehe Bekanntmachung. ** Verkehr mit Leim. Angehörige der Leim verarbeitenden Gewerbe — ausgenommen des Schreinergewerbes — wie Buchbinder, Trechsier. Maler, Tapezierer, Wagner, Weihbinder, Zimmerer können Meldescheine über Bestand, Verlnanch und Bedarf von Leim unmittelbar von der Handtverkskammer in Darnistabt, Saalbausttoße 60, beziehen. Siehe Anzeigenteil ** Pferdeverfteigerungen. Mvntag, den 16. Oktober, vormittags IO1/2 Uhr, kommen aus 'dem Hofe des Jagdschlosses Kranichstein etwa 50 Stück etwa l-l/sjährige reqnirntte Fohlen französischen Typs zur Versteigerung. Ferner findet D 0 n - n erstag, den 1 9. Oktober, vormittags IO1/2 Uhr, ebenfalls auf dem .Hofe des Jagoschlosses Kranichstein eine Versteigerung von etwa 45 SWk kriegsunbrauMarm Pferden statt, Kn de« wenjetfimmgen Versteigerungen tarnten- nur i^iiiplK ^uaoauirte teuiieljmeu, t£|i£ erfolgen nur tfegen Barzahttmg. Landkreis Gietzcn. . »SUUnbni a.D. üöa., 12. Olt Er!atzr°iern,st Heinrich P,°nn,n ü ! l o r, Soft» ->°n W.Iw. M°. nmi,N°r ft,er, - * £„« Ciftcue Rreuj 2- Rinde. Plannmuller steht iiuutitcrlu-odicii zwei Jahre ciw den schweren Kämpfen genommen. Gienen), 11. Oft. Die letzte Sepdemberwoche erhielt am 1. November bei dem gleichen Regiment und hat bei Verdun und an der Somme teil- .Är^tztere verlor bedauerltcherweffe em: «teilt. Auch «not ®fr Eiferten haben wir zu beklagen. Der: Mrentod 'fürs Vaterland! Musketier Karl Kirchmann, der Bruder des verwundeten ^irbw Kirchmann. Aus den Kämpfen tm Olten kam Hemr. Scharr ins Lazarett nach Weimar. — Auch einige 'Auszeichnungen' Imn-deu'an hiesige Kriegsteilnehmer verliehen. Gefr. Heinr. HahN SSSxSJ!.* Nr. 117) und Wehrmann Wilh. Haas (Inf.-Regt, und Musk. hielten das Ehrenzeichen für Tapferkeit, tfi.hm Kirchmann enipfing das Eiserne Kreuz. Y La n q-Göns, 13. Oft. Dem Vizefeldwebel Albert Schmidt. Jns.-Rgt. 116, 1. Komp., wurde vom Großherzog da? Kriegs-Ehrenzeichen verliehen. — Dem Sanitäter Karl Böller —bte Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. — Watzenborn, 13. Oft. Ter Vizeseldwebel Stausen- t,era Jns.-Rgt. 116. 4. -Komp., wurde am 8 . Oktober mit dem Eisernen Kreuz er st er Klasse ausgezeichnet. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse und die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt er schon tzn früheren Kämpfen. Kreis Büdingen. F. C. Büdingen, 12 . Oft. Am 16. Oktober wird hier in chen unteren Räumen des neuen Schulhauses eine Volksküche Betrieb eröffnen. — Dom 22. Oktober ab werden im dies Einaen Kreise Reichs-Reisebrotmarken Anwendung " Altenstädt, 13. Okt. In unserer Gemarkung, die be- muntlrch bezüglich des Obstbaus eine der besten bvn ganz Ober- Wessen ist, beträgt das Ergebnis der diesjährigen Ale ps el e r n t e Zorn nur ein Drittel gegen voriges Jahr. Eines ungemein reichen MbstseyenS hatte sich dagegen auch in diesem Herbste die benachbarte Gemeinde Himbach zu erfreuen. Aus ihr wurden kürzlich auf dem Bahnhof allein etwa 25 Eisenbahnwagen voll ättelobst 'verladen, die für die Müitärverwalttmg aufgekauft morden waren. Kreis Lauterbach. 2R- Schlitz, 12. Oft. In dem benachbarten Hutzdorf feu >«rte gestern nackyntttag der 42jährige Heinrich Hosmann auf feen chm auf der Straße nach Sandlofs begegnenden Ortsgnftlräien, Werver zur Rieden, mehvere Revolverschüsse, die jeooch rcherweise meist fehlgingen nnd nur geringe Verletzungeil ver- cbten. Hierauf richtete der Däter die Masse gegen sich selbst sprang, nachdem er einen Schütz auf sich abgegeben hatte, tn nahe vorbeiflietzende Fulda, aus der er alsbald als Leiche her ördert wurde. Wjas Hosmann zu dieser Tat veranlatzte, ist ,nicht bekannt. Er sollte am selben Tage zur Musterung in Lauter pach erscheinen, dem Gestellungsbefehl leistete er jedoch kerne Folge. sEr galt als ein sehr nervös veranlagter Mensch und dürfte auch Bei Ausführung der Tat in einem überreizten Zustande gewesen sein. Dem Pfarrer soll er zugerufen liaben: „wir haben auch noch "miteinander abzurechnen". Kreis Schotten. § Aus dem oberen Vogjelsberg, 13. Okt. Nach den 'wenigen Tagen Unterbrechung hat man sich nun wieder fest daran -hegten. die Kartoffeln zu bergen. Doch der Ertrag ist tn 'diesem Jahre sehr mangelhaft. Gar oft kommt es auch auf die «n- >*dnat Sorten der Kartoffel an: so z. B. ist die Industrie-Kartoffel Einlich gilt im Ertrage ausgefallen. Aeltere eingesührte Sorten Dagegen sind schlecht, denn bekanntlich artet die Kartoffel mit der Mnge der Jahre einmal aus. Eine solche Kartoffel gibt erst den doppelten, selten den dreifachen Ertrag des Saatgutes. Grummet Jifl hier und da auch noch manche Fuhre zu ernten. Noch zwei bts drei Tage Sonnenschein würden hierzu genügen, doch scheint es schlecht damit bestellt zu sein. Schon weht der Herbstwind rauh und lhart, reißt das noch ziemlich grüne Laub von den Baumen und wenn Man mit den alten Regeln sich befassen möchte, steht ein früher Winter zu erwarten. Das Getreide konnte, Gott sei Dank, alles erngefahren werden. Es wird wohl noch selten ein Stück spättetser Daser auf unseren hochgelegenen Fluren zu ernten sein. Kreis Friedberg. va. Friedberg, 12. Okt. Dem Unteroffizier Fritz Staubach, Sohn des Gemeindeeinnehmers Karl Staubach in Bauern tzeim, wurde, nachdem er bereits mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl und mit dem bayrischen Militärverdienstkreuz 3. Kl. mit Kvone umd Schwerbern ausgezeichnet war, die .Hessische DapferkeitSmedaille verliehen. — Gefreiter Philipp Bunn im Inf.-Regt. 170 wurde Mtit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Die Hessische Tapferketts- Müdaille hat er schon früher erhalten. — Dem Trompeter Unter- .vffizier Holler im 13. bayr. Feldart.-Rgt., Inhaber der Hess. wurde auch das Eiserne Kreuz verliehen. F. C. Butzbach, 12. Okt. Hier wird ein Erinnerungs «zetch e n an die Eiserne Zeit aufgestellt werden, dessen Mittelpunkt was von einem eisernen Eichenblattkranz umrahmte Stadtwavpen bildet. Demnächst wird die im Dienste der Kriegssürsorge stehende Magelunq erfolgen. Der Entwurf stammt von Architekt L i p p e r t aus Wetzlar, einem geborenen Butzbacher. Starkenburg und Rheinhessen. — Benshei >n, 12. Okt. Die 20jährige Tochter Lina des Gipsarbeiters Leidig aus Weinheim war» sich aus Liebeskummer -vor den Darmstädter Frühzug und war sofort tot. •• Mainz, 13. Okt. Im Mainzer Krematorium haben im 3. Vierteljahr 1916 65 Einäscherungen stattgesunden. Von i diesen waren 15 au« Wiesbaden, 18 aus Mainz, 6 aus Köln .3 aus Biebrich und Gonsenheim, 2 aus Essen, Rüsselsheim und Saarbrücken, je eine aus Aachen, Alzey, Bonn, Ereseld, Cleve, Darmstadt. Düsseldorf, Elberfeld, Godesberg, Klrn, Kreuznach. Neuwied, Sonnenberg und Schweinfurt. Unter den Eingeäscherten waren 47 männliche und 18 weibliche Personen 8 . W e i s e n a u , 13. Okt. Gestern entstand in der Mann heimer Portland - Zementfabrik eine Explosion, die durch Kohlengase hervorgerufen wurde. Dreizehn Arbeiter wurden schwer verbrannt nnd mußten nach Mainz ins Krankenhaus überführt werden Einige der Arbeiter dürften mit dem Leben nicht davon kommen. Hessen-Nassau. , ss Marburg. 12. Okt. Wie aus dem etwa zwei Stunden «von hier jenseits der Lahnberge auf einem 363 Meter hohen Basaltkegel im Ohmtal gelegenen Städtchen Amöneburg gemeldet wird entstand dort gestern abend gegen Ist Uhr tn dem sogen. - Stift" einem alten Ktostergebcutbe, das jetzt als Pfarrhaus, Ärzt- wohnung und Lateinschule dient, ein gewaltiges Feuer, «dessen Schein weithin ins Ohmtal leuchtete. Tie Feuerwehren von ^ Amöneburg, Kirchharn usw. waren eifrig bemüht, die Gefahr au? ihren Herd zu beschränken und Mobiliar, Akten usw. nach Möglich feit in Sicherheit zu bringen. Leider wurde dabei ein in Urlaub be Endlicher Soldat namens L o tz aus Amöneburg so schwer v e r letzt, daß er m>ch in der Nächst in die hiesige chirurgische Klinik gebracht werden mutzte. — In unmittelbarer Nähe der Brandstätte steht die gotische Kirche, und zwar vermutlich aus demselben Platze, wo einst Bonifazius, der von hier aus seine Missionslätigkff unter den heidnischen Deutschen begann, die ersten Taufen vollzog und im Jahre 732 zu Ehren des heiligen Michael eine Kapelle baute. Gleichzeitig gründete er das erste Benediktinerkloster in Deutschland, das im Jahre 1360 in ein Kollegialstift umgemandelt tvurde. F.C. Dotzheim. 12. Okt. Die hiesigen Schulkinder haben 17 Zentner Roggen und 7 Zentner Weizen durch A e h r e n- lesen znsammeugebracht. Der Erlös dafür wurde dem hiesigen Krtegskinderhort zugeführt. = Frankfurt a. M., 12. Okt. Ans Einspruch des Lebensmittelamtes bei der hessischen Regierung hat diese das vom Kreis- amt Friedberg verfügte Mltchausi uhrverbot aus dem^rrelse Friedberg nach Frankfurt a. M. wieder aufgehoben. = Frankfurt a. M., 12. Okt. Der Stadtteil Bockenheftn wird augenblicklich vioct einer Einbrecherbande nicht nuü nackts, sondern auch am l-ellen Tage schtver heimgesucht. Mitttvoch- nacht jtfimberte die 'Bande die Geschäftsräume der Waschanstalt von Gckbr. BoM >aus. In der letzten Nächst drangen die Diebe in die Frankfurter Fischkonservenfabrik ein und erbeuteten hier neben großen Mengen von Konserven auch eine erhebliche Summe Geldes. Heute mittag brachen sie sodann in die Geschäftsräunve der Holzhandlung .von Frischnmnn au der Hausener Landstraße ein, wobei ihnen ebenfalls ein größerer Geldbetrag in die Hände fiel. Von! den! Einbrechern fehlt bislang jede Spur. Bei verschiedenen Einbrüchen sielen Mktztei langen der Polizei zufolge den Tätern bedeutende Summen anheim, in einzelnen Fällen sogar das gesamte Vermö- ßen. Wenn bei diesen Einbrüchen große Summen verloren gingen, so ist dies auf die Aengstlichkeit gewisser Leute zurückzusühren, die aus Furcht vor eveutl. Beschlagnahme infolge zweifelhafter Kriegslage ihr gesamtes Vermögen zu Hause behielten^ statt es der Bank oder Sparkasse anzu- vcrtrauen. — Bei dem Verkauf von 69 Doppelzentnern Graupen von Bensheim a. B. nach Frankfurt a. M. schob sich der Häusermakler Jakob Gans als Vermittler in das Geschäft und verdiente dabei im Handumdrehen 724 Mk. Die Strafkammer verurteilte ihn dafür wegen Kriegswuchers zu 800 Mk. Geldstrafe. = Frankfurt a.'M., 13. Oft. Für die Versorgung des Hauptbahnhofs und des Güterbalpthoss mit elektrischem Licht und «Mrischer Kwaitzt Läßt die Eisenbahndirektion geaenwärtig ein, gigen-es Elekttizitätswerk errieten. Das Werk erhält seinen Platz am Main in der Nähe der Adchn-Neckarbrücke. Viisher wurden der Personen- und Güterbahnhvf vom städtischen Elektrizttülsf- werk versorgt. Die Gebäude sind im Rohbau nahezu vollendet. X. Hanau, 13. Okt. Daß es immer noch Landwirte gibt, die sich um die Geschicke ihrer Mitmenschen in den Städten den Teufel küntmern Und denen der behördlich festgelegte Kartosfelhöchstpreis Mit 9.50 Mk. per Malter noch zu niedrig sä>eint, dafür liefert der folgende, an Betrug grenzende Vorfall wieder einen Beweis: In einer hiesigen Verkaufsstelle wurden dieser -Tage Kartoffeln angeliefert, 'unter denen sich faustdicke Steine befanden. Beim Verkauf stellte sich heraus/daß die g a n z e L a d u n g mtt Steinen vermengt >war. Bei einem anderen Waggon Kartoffeln wurden; bis zu fünf Zentnern Steine und Dreck gefunden. 11m gegen einen solch unerhörten Schwindel entschreiten zu können wurden eine größere Anzahl Steine gesammelt und der m Betracht kommenden amtlichen Stelle ^ur Weiterverfolgung der 'Mgelegen heit übergeben. X. Hanau, 13. Okt. Zur Uebernahme de» vom 1 . September 1917 auf 2 Jahre zur Neuverpachtung allsgeschriebenen Hanauer Stadttheaters sind über 40 Bewerbungen eingelausen. ko. Wiesbaden, 12. Okt. Am 20. November d. Is. findet tm hiesigen Kurhaus eine Versteigerung von 30 000 Liter Wem auS den Königlich Serbischen Weinbergen in Semendria statt. D,e Weine lagern z. Zt. in den Prinzlichen Kellereien des Schlosses Reinhartshausen im Rheingau. E s ch w e g e a. d. Werra, 12. Okt. Der Erlös au§ dem diesjährigen O b st v e r k a n s der Landgemeinden des Kreises Eschwege betrug 40 009 Mk. gegen 22 392 Mk. im Vorjahr. Der Magistrat bewilligte sämtlichen städtischen Beamten eine Kriegs- tellerungszlllage voit jährlich 150 Mk. rL. Weilburg, 10. Okt. Lehrer Schmidt, der seit 1. April 1661 an der hiesigen Unterosfiziervorschule wirkte, ist in Ruhestand getreten, aus welchem Anlaß ihm der Rote Adlerorden verlieben wlrrde. jul. Limburg, 13. Okt. In der Rächt vom,Dienstag auf Mittwoch ereignete sich auf dem hiesigen Bahnhof ein schwerer Unfall. Der 17 Jahre alle Blahnarbetter Reinhardt aus Fröienbiez geriet beim Rangieren unter, die Rädgr eines Eisän bahnwagens, wobei ihm beide Beine abgefahren wurden. Er wurde' sofort in das Dt. Vinzenzhospital gebracht, tvo er jedoclf nach kllrzer Zeit seinen Geist ausgab. Fc. Aus dem Regierungsbezirk Wiesbaden, 13. Okt. Der Fischerei-Verein für den Regierungsbezirk Wiesbaden hat in den letztet: 18 Jahren in den Rhein, Main und Lalm sol gende Fischmengen einsetzen lasseit: 10 000 Stück Forellen^brut, 5 600 Setzlinge von amerikanischen Bachsaiblingen, 92 000 Stück Brut von Regenbogenforellen und elf Zentner laichreise Regen bogensorellen, 29 700 Stück einjährige Zandersetzlinge, 113 500 Stück einsömmerige Karpfen und 37 Zentner zweisömnterige Kärp fen, 104 000 Stück Aalbrut und sechs Zentner Llalsetzlinge, 3 700 Stück ein- und zweijährige Zwergwelse, 100 000 Stück Hechtbrut, 19 000 Stück einsömmerige Schleien und 9 800 Stück zweisömmerige Sch«leieti. Die Erfolge sind sehr verschieden: die Regenbogenforelle hat sich in den Flstssett nicht eingebürgert. In einzelnen; kleineren Bächen hat sie sich gehalten. Das! Aussetzen, von Zander hat auch nicht deti gewünschten Erfolg gehabt. Die Aussetzungen von Karpfen und Schleien und vom Aal haben sich bewährt. Ueber das Resultat des Einsetzens von Hechtbrut ist ein abschließendes Urteil noch nicht vorhanden. tyrer neueit ’Jit. 4 i oaran, oav es iegl roo^ayre per ,:no, ,e». erste Kulmhaus unter Dach gebracht wurde. Das anerkennens- werte Bestreben der „Schweizer Illustrierten Zeitung", nickt ledtg- lich vont Kriege zu berichten, koinmt auch im literarischen Teil oet neuen Ntunmer zttm Ausdruck und in trefflichen Bildern von der Feria de Valencia", einem spanischen Volksfest. Immerhin fttzden die Nachrichten der Tageszeitungen ihre Erläuterung durch Bilder aus dent Sommegebiet und der Dobrudscha, von der Aufstandsbewegung auf Kreta, von der Ankuuit des 4. griechischen Armeekorps in Görlitz usw. Die „Schweizer Illustrierte Zeitung* kostet im Abonnement Mk. 5,—, einzeln 2b Pfg. pro Numuter. wöchenll. Uebersicht -er Todesfälle i. d. Stadt Siehen. 39. Woche. Vom 24. bis 30. September 1916. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100 (inkl. 1600 Mann Aiilitär) Sterblichkeitsziffer: 23,56 °l on . Nach Abzug von 6 Ortsfremden: 14,13°/ Ev Kinder Es starben an Zus. Angeborener Lebensschiväche 1 Diphtherie 1 (1) Ttiberkulose 3 Krankheiten der AtmungS- organe 2 Krankheiten der Kreislaufsorgane Gehlrnschlag anderen Krankheiten der Der- dauungsorgane Entzündung des Wurmfortsatzes Krebs Verunglückung ^ wachsene im i. Lebensjahr 1 NY 1 2 ( 1 ) 2 ( 2 ) 1 1 ( 1 ) vom 2. bt? 15. Jahr 1 ( 1 ) 1 1 ( 1 ) 2(1) - 1 1 ( 1 ) 2 ( 2 ) 9(2) 5(4) Summa: 1b ( 6 ) . Anm.: Die in Klammern geschten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. ^ . - Veröffentlichung des Grotzh. Kreisgesundhettsamts Gtehen. Dr. W a l g e r, Med.-Rat. Märkte. ke. Wiesbaden, 12. Okt. Heil- und Stroh markt) Man notierte: Heu 5,50 bis 6.00 Mark, Stroh (Richtslrob 0.00-0.00 Mk., Krummstroh 0.00 Mk. Alles für 50 Kilo. Mitterungsbericht. (Oeffentlicher Wetterdienst.) Gießen, den 10. Oktober 1916. Fast diese ganze Berichtswochc hindurch — 4. Oktober bis 10. Oktober — herrschte in ganz Deutschland unbeständiges Wetter. Im Nordwesten lagerte nämlich ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet, das uns ständig mit Randwirbeln beeinflußte. Auf seinem Zuge nach Osteit kamen wir am Donnerstag, den 5. Oktober, sogar vollständig unter seinen Einfluß, so daß erhebliche Regensälle m un serem Bezirk nieder gingen. Ter Kern des Tiefdruckgebiets zog nunmehr nordostwärts ab und auf seiner Rückseite breitete sich von Südwesten her hoher Truck nach Deutschland hin aus.Wir behielten zunächst noch bei lebhaften Winden aus westlichen Richtungen vorwiegend bedeckte, nur zeitweise aufheiterndes, im allgemeinen' trockenes Wetter. Erst heute heiterte sich tms Wetter fast vollständig auf und brachte uns einen schönen, milden Herbsttag, ueber- hanpt waren während der ganzen Berichtswoche die Temperaturen relativ hoch, sowohl die Tages- wie die Nachttempecattiren. So «betrug z B in Gießen das Tempcrattirmaxtmum -ff 16—18 das Temperaturminimum ff 11-14° und das Temperatuttages- mittcl säMankte um ff 14 ° herum. Zlvar steigt, «ine gesagt, der Druck von Südwesten her an, von Nordwcsten scheint ledoch nneder- itm eine neue Depression heranzunahen, so daß wir weiterhin nnt unbeständigem, bei westlichen Winden jedoch vorwiegend trübem Wetter mit zeitweisen Niüxrschlägeit rechnen müssen. Meteorologische Veobachtungen der Station ffileften. Okt. 1916 12 . 12 'l 13. 1 »- 5 ° s 1 ®- 2 , i g l N >- 1 ? C a* 6V ^ ' .g *05 O.S. | «1 5=1-3 VO | tfO C3 3 'S V X2 c i 0 ■a Xi c Z — 'S s •2=° ~ c 2 E s.3 Z 5« ibette' 18,5 105 I 66 1 Sonnenschein __ 16,0 104 1 82 — — 9 13,8 9.5 I 80 9 Vermischtes. " Rede, damit ich dich sehe. An eine schlagfertige Entgegnung auf britische Anmaßung, deren Richtigkeit sich gegenwärtig aufs tieue bestätigt, erimiert das neueste Heit der bekannten Familienzeitschrist „Das Buch für All e" (Union, Deutsche Verlags-Gesellschaft, Stuttgart). Thomcis Aiountoii, ein englischer, als höchst verschlageil bekannter Diploinat, hörte den Rat Kaiser Ferdinands I., Johann Lang, vor der Tafel heftig Deiltsck reden. Mounton verstand diese Sprache nicht lind sagte englisch 51 t Lang: „Ihr Deutschen redet nicht, ihr brüllt l,nd donnert. Ich glaube, Gott hat zu Adam lind Eva, als er ihr Urteil im Paradies ver kündete, in dieser grobeil Sv racke geredet." — „Das weiß ich nicht," erwiderte der kaiserliche Rat. „aber toenn ich euch ansehe und bedenke, wozu ihr aildere schon überredet habt, dünkt es inich, daß die Schlange im Paradies und der Teufel Englisch gesprochen habeil." ' Ein neues B a l l 0 n a b w e h rq es ch ü tz ist in der Marine der Vereinigten Staaten zur Einführung gelangt. Es handelt sick um eine 7,6-Zentimeter-Kailone von a»,ßerordentlicher Felierschnelligkeit, an deren Konstruktion und Verbesserung die amerikanischen Ingenieure mehrere Jahre gearbeitet haben. Die Geschütze werden — nach englischein Muster — aus den Dächern der großen Trehtürme aufgestellt, eine Maßnahme, die für die Bedienungsmannschaft den Vorteil eines freien, übersichtlichen Schliß- feldes hat vücherttsch. — In der Bearbeittlng von M. Hahn, Erstem Staats anlvalt in München, bringt der Emil Roth'sche Verlag in G i e ß e u soeben ein Gesetz zur Ausgabe, das für iveiteste Kreise von Wichtigkeit und Interesse ist, weshalb wir die Leser unseres Blattes hierauf besonders hinzuweisen nicht unterlassen, wollen. — Es ist das Gesetz über einen Warenumsatzstcm pel. Vom 26. Juni 1916 in Verbindung mit dem Fracht urkundenstempelgesetz. Vom 17. Juni 1916. Nebst den Ausführungsbe ft immun gen hierzu. Text-Ausgabe mit Kernworten, Anmerkungen, Tabellen und einem Sachregister. 1 —5. Auflage. Preis 8 0 Pfennig. — Dieses wohl jedem Geschäftsmann unentbehrliche Gesetz umfaßt die Nummeim 567/570 der von Geh. Juftizrat Univ.-Prof. Dr. Karl Ga reis München begründeten, wohlangesehenen Sammlung von Text-Ausgaben Deutscher Neichsgesctze in Einzelabdrucken, wie,sie jede bessere Buchhandlung vorrätig zu halten pflegt. — Diese Ausgaben zetchnen sich durch Korrektheit und guten, klaren Druck aus. — K ü r s ch n e rS B ü cherschatz. Band Nr. 1084: F r i e d e ls Liebe. Roman von Anny von PanhuyS. 96 Seiteil Umfang — Preis 20 Pfg. — Hermann Hillger Verlag, Berlin IV 9, Pots damer Straße 124/125. . — Die „Schweizer Illustrierte Zeitung" (Verlag Ringier & Eie., Zofingen) erinnert in einem interessanten Artikel Höchste Temperatur am 11. bis 12. Okt. 1916: ff 18,5° C. Niedrigste „ „ 11. » 12. „ 1916: ff 14,3 C. Niederschlag 0,0 mm. Letzte Nachrichten. Der dcutsckft' U-Bootskrieg. Kopenhagen, 13. Oft. Aus Paris berichten „Politiken": Dem amerikanischen Korrespondenten des „Petit Parisie^ tst von einem Vertteter des Ministemrms des 2luswärttgen erftart worden die Blockierung des New Yorker Hafens durch englische Kriegsschiffe sei später mts Wunsch der amen* kanischen Regierung zurückgezogen worden. Ste liefe sich mtt per Tätigkeit der deutschen U-Boote nicht vergletchen, da d-te deutschen U-Boote weite außerlialb der vorgeschriebenen drei MeUen-L.errt- torialgrenze operierten. Anschlag auf dic Königin von Rumänien? Stockholm, 13. Okt. Am Dienstag nactznittag machte die Königin von Rumänien int Aittomvbil eine Lpaziersährt durch Jassy. ^Z-n der Nähe des russischen Konsulats sprang em etwa 35 jähriger Mann gegen das Auto und feuerte aus etuer Mauserpistole, ohne die Königin zu treffen. Ter anscheinend Jrrstimige wurde sofort von Geheimagenten sestgononmten. Bei der Vernehmung beqaim der Verhaftete später zu toben. Es handelt sick irm einen Volksschullehrer, der wegeit Verfehlungen vor vier Jahren entlassen wurde und drcrch Schreiberdienste seinen Lebensunterhalt erwarb. Die rumänische Presse durfte nichts über das Attentat bringen. Russische Schreckensherrschaft in Rumänien. Budapest, 13. Okt. Tie Bukarester Zeitlmg „Dimineata" sagt, in Rumänien Inrrsche die fürchterlichste russische Reaftiou. UN'er Land war bisher vollkommen frei,, jetzt aber spüreit wir überall die russische Hand, auch im politisckZeit Leben wurde das russische System ein geführt und niemand kann seine Klagen frei äußern Die rumänische Armee ist voll von russischen Ftttwiütgen nnd auch bei ben rumänischen Militärbehörden inacht sich der russische Truck fühlbar. Peter Carp kann mit vollem Recht sagen, daß seine Prophezeiung erntet raffen sei. Tie schöne Hafenstadt Konst antza bietet einen traurigen Anblick. Infolge der zahl- reichen Luftangriffe flüchtete die Bevölkerung und jetzt plündert der Mob alles. Aus B u k a re st geht keine Post. Das Lebeit in Bukarest selbst ist im Erlöschen. Zahlreiche Prozesswuen gehen in die Kirche, unt ben Sieg der rumämsckwn Waffen zu erstehen. — Um das Bild pollstmtdig zu machen, erwähnt das Blatt zum ^ckchrtz. daß die russischen Soldaten mit Entrüstung darüber ftageit, wte schlecht die rumänischen Bürger sie behandeln. ----- = in allen Stärken liefert prompt und billigst Asterweg 53 Ludwig Lazarus Fernsprecher 505 ) p r Ü deU neuesten ^affinen ausgestatiei, ocßreißmafcßinen-Bureau fertigt alle vor kommenden Zerreißmaschinen- un Vfnrvieljaltigungsarßeiten schnell, /außer und vec Jcfjxviegen ßei ßilligster Berechnung an. vollständig, fast neu, zu verk. - - - - [012174 Srttt-Aalawo 201. ' äu kaufen gesucht. Schr. Ang. m. Preis u. 012566 n. d. G. 21. £oetßestraße 32. 6681V Eichenholz, bell, m. Rolladen, zu kaufen gef. Schr. 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November 1916, vorm. 107* Uhr, sollen auf hiesigem Amtsgericht Znnmer14die nach benannten, dem Heinrich Baduin I "J Ziehen zugeschriebenen Grundituckezwangsweisever- steigert werden. Fl V Nr. 1847w = 3038 qm ^^v^garten a. d. Weinerde, yl.. V Nr. 1857w -- 532 qm Hoiratte,Leihgest. Weg Nr. 21 j Die amtsgerichtliche Ver- Uigung ist im OrtsgerichtS- znnmer öffentlich auSgehängt. Gietzen, den 7. Juli 1916. Grofib. Ortsgericht. ._ Simon. 4945B wir gütigst abzusehen täglich erntkl. Tambupsfza-g(apelie _Hotel Rappen. mn gesucht f.Garten, Park, Heizung, Bewegungen und laufende Nebenarbeit, leichter Dienst, 100 Mk. monatl. Lohn. Mit Zeugn. vorzust. Butzbach. „Waldbelmat", Kühn. s?Z 90 Täglöbner und Fuhr mann gesucht. (7343 Blrkcnstock & Schneider. Austräger oder Austrägerin b'ir Zeitschriften gesucht. Log. krees sehevalv. Snehh., _ Seltersweg 70. _ Hansbnrsche gesucht. 'liVitftrtXt >)4 r a m--< I Statt Karten. Die Verlobung unseres Sohnes PAUL mit Frl. 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