Nr. 2^ Der Gietz«er Lnzel-n erjcheurt tägkich. außer Sa«ntatz-. — Veilaqen: ilcftcitcr ^tttsUIicnblötter; KuUblfltl fSr den Kreis Stehen. Vezvgrprets: mowatl. 90 Pt., viertel- jährl. Mk. 2.65. durch Abhole- u. Zweigstellen moitatf. 80 Pt.: durch diePost Mk. 2.45 viertel- jährl. arrsschl. Bestellg. gecnsprect) - Anschliisie: sür die Schrillt eitung 112 Verlag,Geschäftsstelle»! Anschrist furDrcchtnach- rühten: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt |66. Jahrgang Donnerstag, p. Gaooer M postschecllonto: Zrankfvtt a.M. N686 General-Anzeiger sür Oderhessen Vankverlehr: Gewerbebank Gießen Swillingrrunvdruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- u. Steindruckerei R. Lange. Schristlettung, Geschästrstelle u. Druckerei: Schiilftr. ?. - i.uhu.e von Anzeige.. dic^Tngesnummer vis ,um Nachmittag vorher. Zetlenpretr, s. Anzeigen: örtlich 20 Pf., Vermietungen u. Stellengesuche 15Ps., auswärts 25 Pf., b. Mahvorschrist 30 Ps., Reklamen 7b Pi., bei Platzvorschritt 90 Ps. Hauptschristleiter: Aug. Goeß. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz, Stadt und Land, Vermischt es u.Ge- richtssaal: Ir. R. Zenz. Anzelgenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Eine Aussprache im Reichstag. (WTB.) Trotzes Hauptquartier, 11.Oktober. (Amtlich.) WestlicherKriegSschauplatz. In einzelnen Abschnitten der Armee des Generalseldmarschalls Herzog Albrecht von Württemberg und auf der Artois-Front der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Nu pp recht von Bayern entfalteten die Engländer wieder lebhafte Patrouillentätig- keit. An der Schlachtfront nördlich der S o m m e folgten dem starken, weit über die Ancre nach Norden übergreifenden feindlichen Feuer abends und nachts zahlreiche Teilangriffe, die auf der Linie Morval-Bouchavesnes besonders kräftig mehl'fach wiederholt wurden. Hier hat sich südwestlich von Sailly der Gegner auf schmaler Front in unserer ersten Linie festgesetzt, während er im übrigen durch Feuer und im Nahkampf abgeschlagen wurde. Nordöstlich von Thiepval ist der Kampf um einen kleinen Stützpunkt noch nicht abgeschlossen. Südlich der Somme gelang es den Franzosen nach dem meliere Tage andauernden Vor- bereitungsfeucr in dem auf Nermandovillers vorfpringen- den Bogen unserer Stellung einzudringen und unsere Truppen auf die vorbereitete, den Bogen abschneidende Linie zu- rückzudrücken. In der aufgegcbenen Stellung liegen die Höfe Genermont und Bovent. Unsere Flieger schossen vier Flugzeuge hinter der feindlichen, vier hinter unserer Linie ab. FrontdeS Deutschen Kronprinzen. Bei P run a y (südöstlich von Reims) stietz eine deutsche Erkmwungsabteüung bis in den dritten französischen Graben vor mw machte Gefangene. Die bereits in den letzten Tagen erhöhte Feuertätig- keit im Maasgebiet nahm besonders östlich des Flusses zeitweise noch zu. Abends kam es zu kurzen Handgranatenkämpfen im Abschnitt Thiaumont —Fleury. Oestlich von Fleury wurde ein französischer Vorstotz abgewiesen. Oestlicher Kriegsschauplatz Von beiden Heeresfronten nichts Neues. Kriegsschauplatz inSiebenbürgen. Im Marostal leistet der Feind noch zähen Widerstand. Im Goergenytal und nordöstlich von Parajd gab er erneut nach. Oestlich von C s i k—S z e r e d a und weiter südlich im Alttale wurde er geworfen. Die Verfolgung der bei K r o n st a d t (Brasso) geschlagenen zweiten rumänischen Armee wurde fortgesetzt. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. An der Donau und in der Dobrudscha keine Ereignisse. Unsere Flugzeuggeschwader bombardierten mit Erfolg Truppenverkehr bei Constanta. Mazedonische Front. Neben stellenweise lebhaften Feuerkämpfen kam es an der Cerna, an der Nidze-Plcknina und in Gegend von Lium- nica (westlich des Wardar) zu ergebnislosen feindlichen Vor- stötzen. Der erste Generalguartiermeister Ludendorfs. Der deutsche Reichstag hat gestern eine große Aussprache über unsere .Kriegspolitik gehabt. Was konnte man von ihm erwarten in dieser Zeit einer wogenden Entwicklung, die uns allen zwar die volle Zuversicht hochhält, daß es ein gutes Ende nehmen werde, aber uns doch auch wieder bei den Ergebnissen einzelner Tage den großen Widerstreit der Gefühle wachruft, den Shakespeare seinem Heinrich VI. in die Seele geschrieben hat?: „Dies Treffen steht so wie des Morgens Krieg von sterbendcnl Gewölk mit regem Licht, dann, wenn der Schäfer, auf die Nägel hauchend, es nicht entschieden Tag noch Nacht kann nennen. Bald schwankt es hierhin, wie die mächtige See, gezwungen »Zn der Flut dem Wind zu trotzen. Bald schwankt es dorthin, wie dieselbe See, gezwungen vor des Windes Wut zu weichen. Bald überwiegt die Woge, dann der Wind: nun stärker eins, das andre danck das stärkste. . . . Beid um den Sieg sich reißend, Brust an Brust, keins Ueberwinder noch auch überwunden: Solch Gleichgewicht hat dieser grimme Krieg." . . . In dieser Stimmung waren auck) die Reden unserer Parlamentarier abgetönt, und was sich ihnen an Wünschen für die innere Gestaltung unseres Reiches abrang, das waren nicht Willenswerte von feftent und sicherem Gepräge, sondern ein phantasievolles Herbeisehnen von Zuständen bestimmter politischer Ideale. Was die auswärtigePoli- tik anlangt, so war die Ernte des Tages spärlich. Wir bescheiden uns ja auch damit, daß die wichtigste Streitfrage, die sich um den U-Bootkrieg dreht, in ihren Einzelheiten unter keinen Umständen vor dem Ohre des Auslandes erörtert wenden darf. So blieb es bei den Allgemeinheiten, die wir aus der Presse zur Genüge kennen. Der konservative Redner, Graf v. Westarp, betonte, seine Partei wolle im Gegensatz zur Regierungspoliiik den s ch ä r f st e n und rücksichtslosesten Krieg gegen England. Auf die Begründung verzichtete er; aber wir wissen, daß im Hauptausschuß des Reichstages in dieser Frage die Meinungen auseinandergegangen sind. Der nationalliberale Führer Bassermann, der für seine Person in der U-Bootfrage wohl auf demselben Standpunkt steht wie Graf Westarch hat wohl nur darum mit einer temperamentvollen Verteidigung der sogenannten „Kanzlerfronde" sich begnügt, weil in seiner Fraktion in diesen Dingen keine Einstimmigkeit herrscht. Das ist wohl bei allen bürgerlichen Parteien, mit Ausnahme der Konservativen, der Fall. Dieser Umstand hat, neben der Rücksicht auf das Ausland, auch den Ausschußbeschluß erleichtert, von öffentlichen Erörterungen des Für und Wider in Sachen des U-Bootkrieges abzusehen. Wir dürfen mit der Stimmung unseres Reichs pen könnten, wird kein einsichtiger amerika- m ^^ v . Staatsbürger glauben. In auffallendem Gegensatz zu diesen dreien Klagen steht die Tatsache, daß seit Dttegs- begnrn englische Kreuzer amerikanische Häfen be- )P c ^ en u ?^_^ or New Aork z. B. so nahe an die Küste heran- kommen, daß man sie von den Dächern der hoh-en Häuser der ©tafrt mit unbewaffnetem Auge sehen kann. Amerika und U 53 « Ä5* Dork, 11. Oft. (WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuter»chen Bureaus. In amtlichen Kteisen wird die Frage auf Mvorfen, ob Deutschland an der amerikanischen Mste des Atlan-- tischen -Ozeans eine Basis für U-Boote habe. Das Justizdeparte- weni erklärt. Lerne Beweise dafür zu besitzen. Das Marinedepar tement richtete an die Funkeinstattonen die Wlarnung, daß sie ge- sasichsen werden würden, ivenn sie sich nickst der Zensur und den! bestehenden Regeln unterwürfen. Tie Funkenstationen erhielten von dem Marinedepartement den Auftrag, alle Berichte unerwünschten Inhalls aufzuhallen. Mnniral Gleaves, der das Kommando über die Torpedo- bootsswttille führt, erklärte, daß seine Offiziere alle darin einig irren, daß Sonntag nur.ein U-Boot, wahrscheinlich „U 53", ivar. Am Montag suchten die Torpedojäger ver- Erch die Gewässer nach der Besatzung des Dampfers „Kingston" A- Admiral glaubt, daß sich die Leute an Bord eines nach Osten fahrenden Schiffes befinden rmd daß dem Schiffe untersagt worderr »er, drahtlos Nachricht von der Rettung zu geben. Admiral Glear^s erklärte ferner, daß er über die Absichten von „U 53" bn setn^ Abreise von Newport nichts wußte. Er habe erst durch das Nolsrgnal von dem Dampfer „Westpoint" erfahren, daß das U-Boot Angriffe auf Handelsschiffe unternehme. In Offiziers- .^ersen der Marine glaubt man, daß das Unterseeboot nach der Dattgtttt am Sonntag Mangel an Munllion haben muß. Die Gerüchte, daß sich an der Küstt des Atlantischen Ozeans eine Basrs für U-Boote befinde, werden immer zahlreicher Gestern ging das Gerücht, daß in Georgs Bank (südlich von dem Bovgebrrge Code) eine solche bestehe. Der Torpedosäger „Samson" erhielt gestern abend den Auftrag, nach der Buzzard-Bay zu fah- da das Gerücht geht, daß in der Nachbarsck>aft ein U-Boot An der Strvmafrvnt schwache Pativerillengesechve. ^ dln der ä gar scheu Küste beschoß ein feindlicher Kreuzer tfim Erfolg dve Hohen nördüch Kavalä. Rumänische Fiuont: An der Donau bei Bidin schwache Artülerretätl gkett. Unsere Batterien brachten die Kindlichen Battr- rren zum Lchweigen. In dm: Tobrudscha westlich der Eisenbahn Dobric-Nedjide RuHe.^ Oestlich dieser Linie schwaches Artilleriefeuer An der Küste des Schwarzen Meeres ^schöß ein feindlicher >1 Manyalia. Torpedojäger die Stadt' motD€it sei. Von den Dampfern „Cameronia" und „Fre- oenck 8 sind drahtlose Berichte eingelaufen, daß sie sich auf dem Mcffe nach Newhork befinden, aber weit außerhalb der normalen Schiffsroute fahren. m Rotterdam, 11. Oft. Die „Times" erfährt aus New DE Es beftnden sich etwa 20 Schiffe in der Nähe der gefährlichen Zone. Man ist sin «gjvöjtzter Sorge wegen der„C a- V* o tt t a" von der Anchir-Lnie und des französischen Postdanrpfers „Espagne" Beide sollen heute hier an- konrnven. Der erste habe etwa 600, der zweite etwa 50 Passagiere an Bord. Trotz der Gefahr ist der italienische Passaaier- dmnpfer „Dante Aliaieri" mit 400 Passagieren an Bord gestern von hier nach Neapel ausgefahren. Das Schiff ist Jg* ^ ^Dreizollschnellfeuergeschützen auf dem Achter- schtss bewaffnet. Die Kanoniere waren, als der Damvfer ausfuhr, auf ihrem Posten. — Die Korrespondenten der englischen Blätter melden übereinstimmend, daß in den Derelmgten Staaten große Empörung darüber herrscht, daß y 16 Pchsmt." „Boston Jonvncrl" schreibt: „Wenn die UdE mittelbar oder unmittelbar Verluste von amerika Mchen Ncenschemeb-en an der nordamerikanischen Mste verursachen, so werden die Bereitnaten Staaten nichts anderes als den Krieg zu erklären. Wilsons Lage ist sehr Au- Griechenland. London, 11. Okt. (WTB.) Die „Times" meldet aus Athen: Das neue Kabinett setzt sich folgendermaßen zusammen: Lambros Präsidium und Unterricht, Zalo- caftas Aeußeres, Tselos Inneres, Drakos Krieg, Daminos Marrne, Tsanotouleas Finanzen, Argyropoulos Eisenbahn, Justrz und Handel. * * * Feindliche Flieger über Lörrach. Lörrach, 11. Oktober. (WTB. Nichtamtlich.) Heute nacht griffen ferndliche Flieger Lörrach au. Dem Angriff sielen bm Perlonm zum Opfer. Ter Sachschaden ist gering. Militärischer Schaden ist nrcht angerichtet worden. — Ein Angriff auf Mühlheim blleb erfolglos. * Amerikanische Freiwillige an der Westfront. Genf, 12. Okt. Wie die Blätter melden, wird die kanadische RegreruTig demnächst Die amerikanische Legion", die sich aus tteiwilligen amerikanischen Staatsangehörigen rekrnttert, an die ftanzosische Front schicken. Die amerikanische Legion hat ihre Offiziere und trägt an den Mützen eine Sternen ko karde, ähnlich dem amerikanischen Sternenbanne. Der Kaiser besichtigt Kämpfer gegen Rumänien. * '? erI Ä,i L Okt. (WTB. Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser besichtigte im Laufe des Tages Truppen, die auf dem Transport nach dem rumärrischen Kriegsschauplatz das Große Hauptquartier berührten. Die Verfolgung der geschlagenen Rumänen. Berlin, 13. Okt. (WTB. Amtlich) Aus dem Großen Haupt- Mieb^ ^ über die dreitägige Schlacht von Kr^nft^dt Am Westmnde des Geiste rwaldes war die zweite Armee am 5^Oktober zum ersten Male ge^ sich «lf den mm beiderseits Kronstadt ernwt I ? mc!t ' uuksomehr, als sie hierhin nennenswerte Ver- ^ungen herangezogM hatte. Aber bereits am 7. Oktober warben Ät f m' b lL ^ S^ ttänt>em bes Geisterwaldes scharf nachdräMenben verbMdetan «Wen getoorfen. Noch am gleichen .Tage drangen diese Ä 8 *? 9 . v»r. tn der die Rumänen hartnäckige Widerstand lerstet^i und durch einen Gegenstoß der Berwlgung ^ 2? LU sttze" versuchten. Am 8. Oktober morgens war der Ra^d ^Kronstadt gewomrew In der Stadt entbrannte ein oier- Am morgen ögJL Oftober ftri btc Entscheümng. Ter Feind wich der ^n Westen aus der Rrchdmg.Toerzbürg tDoerezvar) und von angesetzten doppelten Umfassung. i 0 ? Gebrrge restlos verfolgt Tie bluttaeu Mrlnite des lFnudes waren auch in dieser Schlacht wieder sehr Unter den erbeuteten 25 Geschützen bffiTiden ftch vier 10 Zerrttmeter-Kanonen. Die in unsere sind fast alle mit LeL Mitteln, ernige mtt Bekleidungsstücken belüden^ * * * Der bulgarische Bericht. Sofia, 11 Ott (W.B.) Amtlicher Bericht vom 10. Ott. < devonische Front: Zwischen Prespa-See und Tscherna lebhafte Klrttllerretatigttit An der Front Tscherna-Kni«, WUMN wir alle Angrrffe des Femdes durch unser Artillerieseuer,- y2l^ €l Kr havd) Gegenangriffe, ab. Im M o gl en rc a-Ta le K?^k^^^eseuer. Auf beiden Seiten des Wardar Ruhe. mm Fuße der Belaste« schwaches Artillerieseuer. An der fÄ x ^ ma ^^ xx>nt Patrouillengeftchte. Au der ägäischen Mste 'lebhaftes Kreuzen. , Längs der Donau und in der >Ddbrudscha Ruhe. Au der Mste des Schwarzen Meeres beschossen füns russische Kriegsschiffe den .Hafen I n i a d a. Auch die Doyen um Tatladjeköj wurden von der feindlichen Flotte beschossen ILO® 5 - Amtlicher General- An der mazedonischen Front vom Prespa-See bis zur Cerna swwachx Arttllerietätrgkeit. Im Cerna-Bogen das gewöhnliche Ar- E etl eseuer, das von Mt zu Mt stärker wtztrde'. Nördlich und nordöstlich des Dorfes Skotchivrr nahmen Wir das Dorf Brvd Eer und wresen mehrere Nachtangriffe ab. Auf den Hängen der ^ri^ben »vir ztvei scindliche Kompagnien, di« ^^obwpols vorzugehen versuchten. Im Mocleuica-Tal die gewöbickiche Artillerie- und Mmeutätigkeit. des War dar »chlvaches Artillerieseuer unb Gefechte Sto oerTi’? t ? fl : en AbteilnngM. Bei dem Dorfe .Hadiibatoi^ Achteten Mir durch Feuer und einen Bajonett- IW 4 & £ Xt <$ e Kompagnien. Oestlich des War- Kano^sÄseH^ ^ P'lanin« stellenweise «rein-elto Der Seekrieg. Der versenkte Truppentransport. \ n r '■ H (WTB. Nichtamtlich.) Zur Versenkung der „Gallia" meldet .Llemps", daß die Zahl der Opfer dadurch vermehrt wurde, daß der Torpedo in den Vorrats- rammern am Heck explodierte. Nach einer Meldung des Kriegsministeriums befanden sich an Bord das 35. Infan terre-Regiment, ferner die Landwehr-Regimenter Nr. 55, 59, ^3 und dre 5. Tvain-Schwaidrvn^ außerdem 13 fra.nzösische .Rttttars verschiedener Einheiten und eine serbische Truppen- aoteilung. Die Versenkung norwegischer Schiffe. ' 11 - Okt- (WTB. Nichtamtlich) Meldung des ^wrwegiichcu Telegramm-Bureaus. Da in letzter Zeit eine Reihe Schiffen von deutschen U-Bootett w ^ ? buk t Worden sind, sind der Presse vom Minister ^leußern folgende Mitteilungen zugegangen: t norwegische Regierung hat bereits Verhandlungen mit der SL euigeleitct und wird dies auch künftighin tunl wegen aller Falle, wo nach Erkundigungen der norwegischen Re- ^ernng gegeii die Pflicht verstoßen wurde, unter allen Umständen Personen, welche sich an Bord der Schiffe beftnden, in Sicherheit zu bringen, bevor das Schiff versenkt wird. Alle Fälle von Vier- Schffft, welche letztlftn stattgefroiden haben:, hmlängliche Rücksicht auf die Sicherhell der Besatzungen genommen worden ist, werden! genau von der Regierung untersucht. Die Regierung »vird dann in J lct) ver Anlaß dazu hevaussteltte, aufs neue Rutschen RegErung vorltellig werden »vegen der Außer- völkerrechtlichen Bestin.mnn^ 11 ■ 0rt (WTB.) Vom 30. September bis §um 5. Oktober versenkte eines unserer Unterseeboote nn englischen Kanal fünf feindliche, be- zrehungsweise mit Bannware beladene neutrale Han- Tonnen 1 ^ C e ^ nem Ges am tto nnengehalt von 5575 Kristiania, 10. Okt. (WTB.) Meldung des Norske Telegrambyran. Bis heute betrugen die G e s a m t v e r - lüfte Norwegens 171 Schiffe von zusammerr 235 000 Tonnen und die Versicherungssumme 84 Millionen Kronen Moglicherlverse 140 Seeleute fanden bis zu diesem Zeit- punkt den Tod. In den Häfen Nordnorwegens liegen zurzeit 6 biv 8 Schiffe, dre Isür die Mittmianhäfen besttmmt sind ■iJlrL a £$^S. lten worden: neue Befrachtungen finden Nicht statt. Dre Kriegsversicherunjg! zeichnet bis aus tveiteres kerne Versicherungen für diese Gewässer. m ^ -i V Okt. (WTB.) Der norwegische Dampfer ,,£81 r l rft un Mtttellneer auf der Reffe nach Marseille tvr v e d i e r 1 ivorden. Die Msatzung nmrde gerettet. Von Bcndö hat „Twens TeM" die Nachricht erhalten, daß Dampfer „Astoria" (4262 Tonnen) 40 Seemeilen außerhalb Nordskyn am 9^ Okwber 7 Uhr mvrgens von einem Tauchboot versenkt wurde. Die aus 16 Maun bestehende Be satzung umrde gelandet. ^ A«O Stadt und Land. Dießen, 12. Oktober 1916. Kartoffelernte. Vom Lande schreibt man uns: Tie Kartoffelernte ist größtertteils geborgen. Manche Sorten llewrn einen guten Ertrag, während aridere »nieder recht gering« (H:ttage ^gcben Tie Bodenverhältnisse »'pielarr dveses Jahr auch cme große Rolle. Auf stach gelegenen urrd feuchten Aeckern wird die Arbeit des Landmanns schlecht gelohnt: auf trockenen, durchlässigen Böden sind die Kartoffeln grtt geraten. In der Wetterau kann die Kartoffelernte als gute Mittelerrtt« bezeichnet werden; in den meisten Gegerrden des Vogelsberqes ist das, Ernteergebnis sehr gering. Wenig Kartoffeln ernten auch die- lerngen Laiidwrrte, die berells zum 4., 5. oder 6. Mal ihre Kar- als Saatgut ver»oenden; es sollle jeder Bauersmann daraus bedacht »ein, daß er miiidestens alle drei Jahre die Sorten! wechselt und neue, in anderem Bodeii geioachsene Kartoffellt »teckt. Dies wird von sehr vielen Bauern noch nicht genügend beachtet. Hier und da beginnt die Einerntung der Hackfrüchte. Vor- aussichttlch kommen sehr viele Rnnkeln zmn Verkauf. Gut ge- valen sind auch die Zuckerrüber. Trotzdem ja der Zuckerrübenbau! emge»chräntt worden ist, dürfte infolge dev Zuckert-erteilungsr- regelung eine Znckerknappheit nicht eintreten. .. Die Herbstbestellung hat begonnen; die Sämaschinen Nnd in Tättgkert. An Grünsutter mangell es nicht; der Stop- pel> klee hak, t— eine sehr sellene Ersckieiming — Köpfe. Einen Stand zeigt auch der Raps. Tie Schlagmühlen siird nt ^angreü, und manche Bauerssamilic kann sich freuen, daß deM ^.elkrugleiii nicht mangelt. Von 60 Psstmd Samen, die ja bekanntlich vem (Stirne und s a m me l e! Am dem Reiche. König Otto von Bayern f. München, 11. Okt. (WTB.) Die Korvespvndenz Hofft mann meldet: König Otto von Bayern ist aestern unter Magenblutungen erkrankt. Der Zustand ist mtft München, 11. Okt. Mnig Otto ist heute abend 8.50 Uhr rn Fürsterrrted gestorben. König Otto war am 27. April 1818 als der zweite Sohn des Königs Maximilian II. und der Prinzessin Marie von Preußen geboren. Ms junger Prinz von 18 Jahren nahm er nn Hauptquartier seines Oheims, des Prinzen Karl von Bayern, an dem Feldzug 1866 teil; im Feldzug 1870 war er im Großen Hauptquartter Kaiser Wilhelms I. An der Käiser- proklamation in Versailles nahm er in Begleitunig seines Oherms, des späteren Prinzregenten Luitpold voii Bayern, terll Damals schon, aber noch stärker und deutlicher im Jahre 1872, zeigten sich bei ihm gieisttge Störungen, die es nottg machten, ihn einer sorgfältigen ärztlichen Ueber- wachung zu überantworten und ihn von der Oefsentlichkeit tunlichst auszuschließeii. Er bekam zunächst seinen Aufenthalt im Bayerischen Wald, in Ludwigstal, später in den Königlichen Schlpfferii zu Schleißheim und Nymphenburg. Vom Fähre 1883 cch war Fürstenried sein ständiger Aufenthalt. * .B>(enlin, 11 Oktober. (WTB.) Der Aeltestenrat des Reichstages ist vor Beginn der Vollversammlung zusaniwen- getreteii und erntgte sich dahin» in dieser Woche drei Voll-- versa m wl n n g«n abzuhallen Nrll den Tagesordnungen Auswärtiges Ami und kleinere Gesetzmttvürft. Der S«mstag soll ätzuirgsfter bleibet, da die ReichstagAlnitglieder an diesem Tage die charllativen ^Krregseinrichtungen der Stadt Berlin besichttqent tt Die nächste Woche soll für den H a n p t a u s s ch ü ß reigelassen werden und zwar zur Beratung über GtnälwuNas!- wagn,-und rn der Deitffchrift über »virtschaftliche Maßnahmen! erortette Materten Iü der übernächsten Woche sollen die Vollversammlungen wieder entsetzen. ** Amtliche Personalnachrichten. Der Großherzog hat am 7. Ottober dem Obettehrer i. R. Geh. Schulrat Eduard Wirnter zu Darmstadt die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse dev Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Der Gr ob Herzog hat a»n 7. d. M. dem Obersteuerinspettor Finanz- rat Pull mann zu Gießen die Erlaubnis zur Annahme uiw zum Tragen des ihm vom Kaiser verliehenen Roten Adlerordens vierter Klasse erteilt. "Auszeichnung. Leutnant d. Res. Joseph K ü b e l von hier, der rm 8. Rhein. Fuß-Art.-Rgt. im Felde steht, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. ** Maßregeln zur Siche ru na der M armeladen- c r z e ugun g. Ter Präsident des Kriegsernährungsamts hat die zuständigen Behörden ersucht, Taseläpfel von der an geordneten Beschlagnahme der Aepfcl sreizngeben und dabei besttmmt, daß als Tasclapsel ausschließlich gepstückte, sortterte, in festen Gefäßen verpackte Aepftl anzuseheii sind. Wo Tapseläpfel ohne besondere Verpackung ortsüblich in Kähnen verladen werden, kann die untere Venvaltungsbehörde diese ausnahnrsweffe als Taseläpfel aner- kennen. Zugleich hat der Reichskanzler für geschüttelte und Fallapfel einen Erzeugerhöchstpreis von 7,50 Mk, für gepstückte Wirt- sstaftsapsel erneu solchen von 12 Mk. vorgeschrieben. Beim Ber- kaus durch den Kleinhandel erhöhen sich diese Preise um 5 Mk für den Zentner. Tie Spannung fft absichtlich gering bemessen, damit die Aepsel nicht dem Kleinhandel, sondern der Industrie zugeführt werden. Um den Verhältnissen einer angemessenen Ueber- gangszeit Rechnung zu tragen, ist gleichzeittg bestimntt, daß dieser Kleinhandelspreis erst am 13. Ottober in Kraft tritt. Die Preisbestimmungen finden ihre Ergänzung in einer in der Verordnung vorgesehenen Enteignungsbesugnis bezüglich solchen Obstes. Diese Maßnahmen waren neben der Ausrschterhaltung der Beschlag- nähine der Schüttel- und Wirtschaftsäpsel unvermeidlich, weil die Anlieferung von Aepseln für die Marmeladcnrindustrie noch well hinter dem Bedarf zurüchbleibt. Es ist noch nicht einmal der Rohstoff für deti Heevesbedars an Aiarmelade, geschweige denn für den Bedarf der Groß- und Industriestädte, sich,ergeMlt. Diese Sicherstellung ist aber unbedingt notwendig, damit nicht bei der herrschenden Fettknappheit unmittelbar unerträgliche.Zustände im nächsten Winter eintreten. Es ist bedauerlich, daß die Bevölkerung wenig! oder gar keine Wirtschaftsäpsel für den eigenen Gebrauch erhalten kmtn, sie muß aber verzichten, da die höheren allgemeinen Interessen vorzugehen haben. Es ist zu hoffen, daß durch Anordnungen der Landeszentralbehörden auch die noch seiend« Aepsel menge bald aufgebracht wird. ** Der Kartoffelzusatz im Roggenbrot bleibt. Durch dre Blätter ging eine Meldung, die dre Wiedeveinführimgj eines reinen Roggenbrotes in Aussicht stellte, da einerseits genügende Reserven an Roggen und Roggen»nehl vorhanden seien, andererseits mit einer Knappheit an Kartoffeln gerechnet werden müsse. In der Berliner Bäckerinnung sollten berells Mittetlungxn darüber gemacht worden sein; und zum weiteren Belege wurde ein Bescheid des Kriegscrnährungsamtes angeführt, der im Junis auf eine Beschwerde eines Hermsdorser Blirgers erteilt worden war und Mitteilung von Erivägungen machte, die damals üb«! den Wegfall des Kartoffelzusatzes zum Brot im Gange waren. Um kerne Jrrtümer auskvmmen zu lassen, muß darauf hingewiesen werden, daß jener Bescheid vonr 26. Juni inzwischen veraltet rft- Der Kartvffelzusatz bleibt. Es hat sich nicht als zweckmäßig erwiesen, ihn in Fortfall zu bringen. ** Anmeldung von Angehörigen verbÄndeter u nd fremder »DtaevteN Es wird nochmals darxruf hinge- wiesen, daß Angehörige verbündeter und neutraler Staaten beim Wechsel rches Aufenthaltsortes sich sowohl bei ihrer Abveift wie bei ihrer Anttmft bei der Polizäbehörde innerhalb der vvrge- schriebenen «Frist zu melden haben, und daß diese An- und Ab- Meldung^ auf dcm Pässen vermerkt sein muß. In Zukunft werden alle Per»onen, die hiergegen verstoßen oder die ohne Pässe ange- troffen werdqn, sofort in Haft genommen. Stadttheater. Llus dem Stcchttheaterburvau wird mit- geteilt: Die morgige Vorstellung des Volksstückes „Wo die <3.!^*1/0^ nisten" gibt noch verschiedenen neuverpstichteten Mitgliedern Gelegenheit, sich in größeren Rollen einznsühren. p’ 0 hat Herr Steinmeyer, der neue jugendliche Konnker m dem,Miops" eine stücktragende Rolle, und auch die »reue Naive Frl. Kall mar (vordem am neuen Theater in Frankfurt) kann ich rn einer bedeutenderen Aufgabe zeigen. In erster Linie rnd außerdem beschäftigt die Damen Delosea und Scheidler, sowie die Herren Goll, Falken, Theilig und Werthmann. Die Neuhell hat sich bisher überall als sehr wirkungsvoll erivieseu, in den letzten Tagen wiÄ>er am Hoftheater in Deffau. ** Radsahrverkehr. Es wlld nochmals darmff hingewiesen, daß die bis 1. Ottober einschließlich nicht frviivillia abgelieferten Fahrradbereisimgen bis spätestens 15. Ottober bei dem Oberbicrgermerster der Stobt Gießen nach bestimmten Vvr- druck angenreldet welchen ntt'ffsen; ** Kohlen und Kartoffeln. Hmlshaltungsvorständen deren steu^crres Einkommen 900 Mark nickst übersteigt werden Koisten ärnd Kartoffeln auf .Antrag zu ermäßigten Preisen ae- Blickte 33efanittmacrjlllt9 bL ' § Oberbürgermeisters im feutim ** Eine Bekanntmach u n g im heutigen Blatte reoelt die Futtermengen und die Beschaffung beS Hqfers. "gelt *• D«S heutig e Kreisblatt Nr. 126 enthält Bekanntmachungen über Bucheckern; Arbeitskräfte zurKartoffel- ernte: das Einhalten der Tauben zur Saatzeit und Prüfung der israelitischen Religionslehrer. Landkreis Gießen. — Ettingshausen, 12. Okt. Der Unteroffizier Oppen von hier verunglückte auf dem Truppenübungsplatz Orb tödlich. Die Leiche wurde nach hier gebracht und auf dem hiesigen Friedboi bestattet. Ter Verunglückte hatte bereit? 17 Monate im Felde gestanden und war Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Hessi. scheu TapferkeitsmedaiNe. ** Garbenteich, 12. Okt. Dem Landsturmrekrut Heinr Mohr von hier, der in der 6. Komp. Jnf.-Rgt. 118 im Felde steht, wurde für tapferes Verhalten in den Kämpfen um Verdun und Somme die Hessische Tapferkeitßmedaille verliehen. r,. Geilshausen, 11. Okt. Gefreiter Wehrmann Konrad S ch o >n b e r wurde mit der Hessischen Tavferkeitsmedaitte ausgezeichnet und Wehrnrann Gefreiter Friedr. Schnabel mit dem Eisernen Kreuz. Beide in den Kämpfen im Westen. -k- Großen-Linden, 12. Okt. Der Eisenbahner, Musketier Julius Menges, Sohn des Güterbodenarbeiters' Philipp MengesVI., wurde wegen nmtigen Verhaltens vor dem Feind mit der .Hessischen Tapferkeitsmedaillc ausgezeichnet. Gerade vor einem Jahre wurde er ausgehoben und rückte im Februar dieses Jahres ins Feld. Er gehört dem Infanterie-Regiment Nr. 186 an, das int Heeresbericht vom 7.-Oktober bei den schweren Kämpfen im Sommegebiet ehrenvoll genannt worden ist. dp. Langd, 11. Okt. Ludwig Veite von hier, bei einer Artillene-Mumkiou kolonne im Westen, wurde mit der Hessischen Tapierkeitsinedaille ausgezeichnet. — Gefreiter Hugo Walter, der seil Ende Juli vermißt war, hat dieser Tage aus russischer Gefangenschaft geschrieben. tt Treis a./Lda., 12. Okt. Der Opfertag für die Marine brachte im Bezirk der Ortsgruppe des deutschen Flottenvereins' Treis-Aslendorf den Betrag von 323,25 Mk., wovon 130 90 Mk. in Mendorf a./Lda., 167,35 Mk. in Treis a./A>a. und 25,30 Mk. in Climbach durch Vermittelung der Ortsausschüsse für das Rote ftroi* und Kriegs Hilfe durch .Haussammlung aufgebracht wurden. Vermißt wird seit Mitte September in den Kämpfen bei L u ck lder Musketier Heinrich Will von hier. Nach Mitteilung eines Kameraden soll er in russische Gefangenschaft geraten sein. — Für lvrvorragende Tapferkeit wurde der Unteroffizier Ludw. Bennen, Sohn des hiesigen Bürgermeisters, zurzeit bei der 2. Masch.- Gew.-Abt. des Jnf.-Regts. Nr. 118, mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. ** 11 t p h e , 11. Okt. Wiederum kam heute ein Mann au§ unserer Gemeinde, der Wehrmanu August Schäfer, geschmückt mit dem Eisernen Kreuz aus Urlaub. Er kämpft seit Anbeginn des Krieges im Jnf.-Rgt. 116. Kreis Büdingen. # Echzell, 12. Okt. In unserer vierklassigen Schule wurde duuck, die Schüler der Betrag von 9 713 Mk. (4. Anleihe 8100 MH.) zur 5. Kriegsanleihe gezeichnet. —, In der Nachbargemeinde Bisses wurden 414 Mk. Schüler Zeichnungen cmgemeldet. # Düdelsheim, 12. Okt. Das Eiserne Kreuz er st er Klaffe erhielt der Leutnant d. Res. Friedr. Nos, dieselbe Auszeichnung 2. Klasse der Bizefeldwebel Simon im Landst.-Jnf.- Ngt. Nr. 20. # Nidda, 12.Okt. Die Spronenfurcht ist immer noch sehr groß. Am vergangenen Mittwoch ging der Jagdaufseher F öger , ein Kriegsinvalide und Inhaber des Eisernen Kreuzes, der seit kurzem bei der dtiddaer Jagdgesellschaft in Diensten steht, durch die Gemarkung WaUernhLnsen. Er trug ein „Cape". Tes- iKtCb mußte er ein Spion sein. Ein Eimvohner wollte bemerkt! Habei:, daß er sich im Wallde umgekleidet habe. Man fand au-ch wirklich an der betreffenden Stelle einige Streichhölzchen, die nur von -ihm herrühren korrnten. Sofort wurden die WaMleute desj Wachtkommandos für Kriegsgefangene aufgeboten, die durch Feld u:rd Wald streiften u:rd den Verdächtigen bald stellten. Er entpuppte sich aber als harmloser Jagdaufseher, der sich nicht umgekleidet und auch keine Stteich Hölzchen gebraucht hatte, da er suh seine Zigarre mit einem Benzin-Feuerzeug anzüzünden pflegt. — Was die Einbildung tut! # Oberau, 12. Okt. Das Eiserne Kreuz er st er Klasse erhielt der Unteroffizier L e i st e r. 4 Ortenbcrg, ,11. Oft. Peter Fürkel, .Unterofftzrer! bei einer schweren Mörserbatterie, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Er befindet sich augenblicklich zum zweiten Male schwer venrrundet in der Heimat. — Die gesamte O öfter nt e des Hefigen fürstlich-stolbergisch-roßlaischen Obst gutes ging in den Besitz einer Ersatzabteilung eignes Tarmstädter Feld-Artillerie-Regr- «mentes über. Für den Zentner wurden 13 Mark bezahlt. — Der hiesige fürslliche Oberförster Pröhl wurde von dem Fürsten Christoph Martin zu Stolberg-Roßla^Ortenberg zum Forstmeister ermmrtt. Kreis Alsfeld. z. Alsfeld, 11. Okt. Unter überaus .großer Beteiligung wurde am Sonntag nachmittag auf dem hiesigen Friedhof'der an seiner schweren ^erwsnndung im herzoglichen Krankenhaus zu Brajunschweig verstorbene Garde-Grenadier Lehrer Werner Hart- Mann von hier beigesetzL. Es ist bereits der dritte Sohn neben einem Schwiegersohn, den die schwer betvoffene Familie des Bäckermeisters Hartmann damit dem Vaterlande geopfert hat. Pfarrer Möbus hielt die tiefergreifende Trauerrede, der Vorsitzende der vaterländischen Vereinigung Karl Waitz legte für die in Kriegs z eit auf feine Veranlassung zusammcugeschlossenen vier Vereine, Veteranen- und Kriegerverein, Militärverern, Freiwillige Samtäts- kolonne und Jungmannschaft einen Kranz nieder, Dekan Sauerwein sprach für die Altersgenossen, ein Unteroffizier des hiesigen Landsturmbataillons widmete unter den Worten „Deutschland soll leben, wenn wir auch sterben", den von dem braunschweigischen Herzogspaar übersandten, aus prachtvollen Farrn- kräutern gewundenen Kranz dem auf dem Felde der Ehre gefallenen Kameraden. Zu wünschen wäre für die Folge in ähnlichen Fällen eine dem Empfinden der Bevölkerung und den schwergeprüften Familien Rechnung tragende stärkere Beteiligung des jhveftgen Landsturmbataillons, insbesondere auch eine Teilnahme des Osfizierkorps. # Ilsdorf, 12.Okt. Zur 5.Kriegsanleihe sammelte Leh- ' rer Jüngst von 25 Schulkindern den Betrag von 2320 Mk., an Sammelzeichnungen m der Gemeinde wurden 16 000 Mk. dem Väterlande zugeführt. Up. Ruppertenrod, 12. Okt. Ten Eltern des Albert D i e h l hier wurde aus Rußland durch der: Divisionspfarrer Konrad die traurige Nachricht zuteil, daß der 19j ährige Jüngling den Heldentod fürs Vaterland erlitten. Tie stündliche Kugel traf ihn abends bei Stellungsarbeiten. Mit militärischen Ehren und unter den .Klängen der Militärkapelle wurde der Gefallene im Einzelgrab bestattet. Die VopschußkcM in Grünberg verliert in ihm einen tüchtigen Gehilfen, seine Eltern cwn braven Sohn und seine Kompagnie, wie der Kompagnieführer schreibt, einen beliebten, tapferen Kameraden. — Ein anderer, 20jähriger Soldat, August Beck von hier, der !in Unter-Seibertenrod im Dienste gestanden, wird in den Sommeschlachten vermißt. —i Der Kanonier Albert Kertz von hier, der durch eine Schrapnellkugel am Beine verwundet im Lazarett zu Frankfurt a. M. liegt, wurde am letzten Sonntage mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. up. Ausdem Ohmtal, 12. Okt. Nach keinem Wirtschafts- gcgenstand herrscht zurzeit größere Nachfrage als nach — den „Honigdippen". liebet alt sind in den einschlägigen Geschäften die Honigtöpfe ausverkauft und erst Mich wieder neue Zufuhr kommen, ehe die Aufträge erledigt werden. Es gibt wohl kaum eine Familie, in der nicht „Zwetschenhonig" gekocht wird. Tie Zwetschen gehen nun zu Ende, sie faulen an den Bäumen und dörren ein. Die mebe Zwetschenernte erinnert an die noch reichere des Jahres 1878, ebenfalls eines Schaltjahres. Damals! folgte im Jahr 1879 ein sehr strenger Winter, und die Meisten Zwetschenbäume erfioren. Noch jahrelang darnach hieb Man die verdorrten Zwetschenbäume um und verbrämte das Holz. s F.C. «US Oberhessen, 12. Oft. In den Kreisen Alsfeld und Lauterbach, sowie im nördlichen Teile des Kreises Schotten fallen in Kürz« 46 Ortschaften mit Elektrizität versorgt werden. Kreis Lmlterbach. ** Freien st einau, 12. Oft. Am letzten SamStag in der Abenddämmerung wurden im Walde zwischen dem benachbarten Reichlos und der sogenannten Heckenmühle 4 durchgegaugene Russen von dem zurzeit beurlaubten Unterosfizier Friedrich Euler von Freiensteinau (Landsturm-Jns.-Bat. Gießen 18/9) und seinem Schwager Lehrer Roth, Holzmühl, festgenommen. Nachdem sich die 4 Ausreißer anfangs ernstlich widersetzt hatten, gingen sie schließlich, eingeschüchtert durch das energische Auftreten der beiden, doch gutwillig mit. Sie gaben an, aus dem Gefangenenlager Aschaffenburg zu stammen und in Oberbach bei Brückenau gearbeitet zu haben. Sie hatten sich mit Zivilkleidern und Zivilhüten versehen, befanden sich bereits 3 Tage unterwegs und waren noch reichlich mit Mundvorrat versehen. Kreis Schotten. UL. E i ch e l s d o r f, 11. Okt. Eine seltene Auszeichnung wurde dem hiesigen Reservisten Louis Würz zuteil. Nachdem er seit Kriegsbeginn für das Vaterland kämpfte, innerhalb der letzten 4 Monate zum Gefreiten und Unterosfizier befördert worden war und das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten hatte, wurde ihm am 26. September das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. — An Krieger unserer Gemeinde ist bisher außerdem 20 mal das Eiserne Kreuz 2. Klasse, 20 mal die Hessische Tapserkeiisinedaille und 2 mal die Hessische Verdienstmedaille verliehen worden. — 21 Krieger haben den Heldentod für das Vaterland erlitten. ** jG'edern, 12. Okt. Asm' vergangenen ,Sonntag wurde unseren: Orte eine besondere Freude Imb Ehre zuteil. Der Fürst Christian Ernst Asu Stoibergi-Werni gerade und Feine Gemahlin, die Fürstin Marie geb. Gräfin Castell-Rüdenhaufen ferer- ten hier das Fest ihrer Silbernen -Hpchjze.it. Schulkinder sangen am frühen Morgen ,ben Choral ,.,2lch bleib mit deiner Gnade" vor dem Schlosse. In der prächtig geschmückten Kirche, in her das Fürstenpaar int Kreise zahlreicher hoher Verwandten vor dem Altar Platz nahm, fand um 1 / 2 11 Uhr der Festgottesdienst statt. Hofprediger Widmann hielt die Festansprackie. Die Feier verschönten Gesänge des Kirchenchors', der, vom! Ortsgeistlichen geleitet wurde, wie auch zwe: ^Sologesänge von Frl. Thilde Walther ans Darmstadt, die mit klangvoller, geschulter Stimme lintb innigem! Enrpfsmden das »Arnold MlendeWsohnsche „Stark wie sder Tod ist die Liebe" und das Beethovensche „Gott deine Güte reicht so weit" zum Vortrag brachte. Am Abend huldigten hem hohen Jubelpaare einige Gederner Vereine vor dem Portals des Schlosses, die jugendlichen Turner mit gewandten, turnerischen Leistungen der Kirchenchor mit patriotischen Gesängen und die zahlreich- erschienenen Einwohner, denen ber Fürst in markiger, vaterländischer Rede seinen und der Fürstin Dank mit einem Hinweis zu unerschütterlichem! Dirrchshalten zUM Ausdruck brachte. — Nicht unerwähnt bleibe die Gabe des Fürsten für die Bedürf- tigen Gederns im Bettag von 2000 Mark. ** Groß-Eichen, 12. Okt. Der Schloffer Heinrich Bär, Sohn von Rudolf Bär, Schütze in der Maschinengewehr-Kompagnie Regt. 28, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Kreis Friedberg. oa. Friedberg, 11. Ott. Dem Unterosfizier Ernst Mai, Sohn des Kaufmanns Isaak Mai, bei einer Artill«rie-Meßtruppe im Westen, wurde die Hessische Tavierkeitsmedaille verliehen. Q. Bad-Nauheim, 12.Okt. Ter Zweigverein vom Roten Kreuz beschloß in seiner letzten Sitzung, fiir Unterstützung notleidender Kriegerfamilien — einschließlich des städtischen Zuschusses — in den Wintermonaten jewils 1800 Mk. auszuwerfen. Für Mstensendungon an Truppen des 18. Armeekorps zu Weihnachten wurden 1000 Mk. bewilligt. Tie im Felde stehenden Bad- Nauheimer erhalten außerdem vom Verein noch jeder ein Weihnachtspaket besonders zugesandt. Ferner wurde beschlossen, den hier zur Genesung «weilenden Kriegsteilnehmern, in Gemeinschaft mit der Großherzoglichen Bade- und Kurverwaltung im Konzerthaus eine allgemeine Weihnachtsfeier mit Bescherung zu bereiten. Der Kriegskinderkrippe wurde ein monatlicher Zuschuß von 168 Mk. bewilligt. dar. Bad--Nauheim, 11. Okt. Es erhielten die Stabsärzte Dr. H i r s ch , Dr. H e ß . Dr. Schmidt, Dr. L i l i e n - stein, Dr. Wen? das Militär-Sanitätskreuz am Kriegsbande; dieselbe Auszeichnung am rot-silbergestreiften Bande erhielten Sani- tätsrat Dr. Müller, Dr. Pape und Dr. Martin. — Das Kriegs-Ehrenzeichen erhielten Zahlmeister Richter vom hiesigen Bataillonsstab, Lazarettinspektor-Stellvertreter Simon und Sani- tätsunterosfizier E r k e l. vt. Bruchenbrücken, 11. Okt. In hiesiger Gemeinde stellt der Familienvater Johannes S ch l e u n i n g vier Söhne fürs Vaterland ii:s Feld. Der jüngste Sohn kämpft im Osten im Infanterie-Regiment Nr. . . während die anderen drei im aktiven Regiment 118 waren. Wegen tapferen Verhaltens in den letzten Kämpfen an der Somme wurde dem Schützen Otto Schleuning das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen; er wurde zu gleicher Zeit zum Gefreiten befördert. oa. Holz hausen. 11. Okt. Dem Weißbinder Wilh. Wien wurde die Hessische Tavferkeitsmedaille verliehen. oa. Melbach, 11. Oft. Die Sammlung für den Marine- O p f e r t a g ergab in Melbach 300 Mk., in Wölsersheim-Södel 23b Mark. Kreis Wetzlar. Wa. Wetzlar, 11. Okt. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet wurde Unteroffizier Jak. S t a a b , Feld-Art.-Rgt. Nr. 3, mit der Hessischen Tapferkeilsmedaille Wehrmann G 0 n d 0 l s, Jnf.-Rgt. Nr. 81. ra. Wetzlar, 12.£)ft. Dem Vorstand des hiesigen Eisenbahnbetriebsamtes, Geh. Baurat Dr. v. R i t g e n , wurde die nachgesuchte Entlassung aus dem Staatsdienst erteilt. An seine Stelle als Vorstand wurde Regierungsbaumeister M i ck e l aus Hoyerswerda nach hier versetzt. Hessen-Nassau. ü Au s dew Kr eise Marburg, 12. Okt. Iw Fronhausen wurden gestern zwei russische Gefangene, dre ans Wetzlar entsprungen waren, wieder festgenonrmen. — Das Generalkommando zu Kassel übersandte dem Rentenempfänger Naumann in Wehrshausen, der kürzlich zwei durchgegangene -russische Gefangene er- nckttelte pnd für deren Festnahme.sorgte, eine Belohnung von 10 Mark. AKirchhain, 11. Okt. 2luf Veranlassung der Kasseler Landwirtschaftskammer wurden gestern hier 44 Zuchtkühe, Simmentaler Rasse, zum Verkauf aus geboten. Weil die Preise zu hoch waren, sie bewegten sich zwischen 1400—2000 Mark, blieb ein U eberstand. ][ Frankenberg, 12.Okt. Landrat Dr. Stapenhorst macht folgendes bekannt: Es ist mir gemeldet worden, daß PeiFonen in letzter Zeit Lebensmittel, insbesondere Butter und Eier, unter Mißbrauch meines Namens aufgekcrnst haben. Auch geht das iir- fame Gerücht, daß ich wöchentlich das Doppelte und Dreifache an Fleisch erhalte, als mir nach den Bestimmungen zu stände. Ich bitte, mir diese Schwindler nach Feststellung der Personalien zu Melden. --- Frankfurt a. M., 12. Okt. Zur besseren Versorgung der Stadt mit Milch> hat die Stadtverwaltung bei den Pflegämtern und Stiftungen Frankfurts M ilch kühe einstellen lassen. Neuerdings erhielten auch! zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe der Provinz Oberhessen Milchkühe überwiesen mit der verttaglichen Verpflichtung, die Milch dieser Kühe nach Frankfurt zu liefern. Wie nun aber in der hessischen Landwirtschaftskammer amtlich durch Ministerialrat Schliephake mitgetellt wurde, erkennt die Hessische Regierung die zwischen Frankfurt und den oberhessischen Landwirten geschlossenen Milchlieferungsverttäge als nicht rechtsverbindlich' an. — Königstein, 12. Okt. Die Großherzogin Maria Anna v 0 n L u x e m b u r g ttaf mit ihrer Tochter, der Prinzessin Hilda, zu längerem Aufenthalt im hiesigen Schlosse ein. — Der 6)roßberzog von Baden reiste Dienstag abend über Frankfurt nacb Karlsruhe zurück X Gelnhau sen, 12. Okt. Ein ergötzli ches Wucherstückchen hat sich in einem Nachbardorf zugettagen. Kam da ein Frankfurter Bürger, um Eier einzukaufen. Er bietet der Bauevs- fvüt 18 Dslgl pro SLück, sie erWSE, kerne haben, er bietet 20, 25, 30 imb 35 Mg., immer noch sind kerne Eier da. Erst naettfem er fein Gebot auf 40 Pfg. erhöhte, bringt die biedere Bauer;)rraul aus purein „Mitleid" 100 Stück von ihrem verborgenen ^ck)atz. Der Frankfurter ließ sich die 100 Eier schön einhacken und legtei dem Höchstpreis erttsmochend 18 Mk. auf den Tilch und erklärtet „wegen des Restes können Sie mich verklagen, hi'er meine Adresse und — ging! X. Schlüchtern, 11. Okt. Der bisherige kommissarische Landrat des Kreises Schlüchtern, von Trott zu Solz, ist vom Kaiser zum „Königlichen Landrat des Kreises Schlüchtern" ernannt worden. --- Diez, 11.Okt. Den Auftakt fiür die zweite Woche der Kriegs-VolkSakademie des Rhem-Mainisch n Vrrchandesi für Volksbildung bildete eine stimmungsvolle Gedächtnis-^ f ei e r für die Gefallenen. Einleitend zeigte der Frankfurter Mnst-> Historiker Professor Dr. Hülsen in einem Vortrag über . -elden- Verehrung in der Kunst" der großen Zuhörerschar^di- Wog .nnmm in der Vcrelwmig der Helden bei den verschiedemten Völkern und erläuterte sic durch eine Fülle glättender Lichtbllder. Später versammelte man sich am hochgelegenen Ruinchen zur Eimoeihung eines Heldenhains für die aus Diez gefallenen .Krieger. Die Pfarrer Fr e s en i u s-Essenheim und Ewsi n ger-Diez hielten begeisternde Ansprachen über die Bedeutung des Heldenhains für Gegen- wlart und Zukunft. Beigeordneter Heck pstanzte inmitten des Hains eine (Ache. Musikalische Darbietungen gaben der schlichten Feierstunde einen Würdigen Rahmen. Abends vereinigten sich die Teilnehmer der Mademie mit der Diezer Bürgerschaft zu einem geselligen Beisammensein, das durch Ansprachen und musikalische Vorttäge aller Art wirkungsvoll verschönt wurde. ra. Von der unteren Lahn, 12. Okt. Mit der Lese der Frühtrauben ist jetzt an den unteren Lahnbergen begonnen worden. Die Menge ist gering. Das Mostgewicht beträgt zwischen 70 und 85 Grad. Die Preise sind hoch, 50 bis 60 Mk. für den Zentner Trauben. vie Parade des W5 er Moselweines. Die Moselgegend steht im Zeichen der arrrückenden Wernvev« steigerungen. Dicsmckl wird es, so schreibt uns ein Mitarbeiter aus Trier, eine Riesenverfteigerung geben, denn es gilt den Weinsegen^ des 1915 er Jahrganges auszubieten. Spannung erfüllt die Herzen aller weinfieudigen Moselaner, denn auf ihren 1915 er find sie sehr stolz, ist doch seit 1893 im ganzen Moselgebiet kein so vollkommen edler Tropfen wieder gewachsen, wie dieser! Und reich ist er ans D^enge ausgefallen, weiß man doch, daß vergangenen Herbst selbst die kleinen Meinbautteibenden ihren Rebensegcn mcht bergen konnten, da es ihnen an Gesäßen, an Fässern u. a. fehlte. In Ab-' ständen muß der Wein deshalb versteigert werden: im November bis Tezenrber und der Rest gar erst im neuen Frühjahr. Ein klingender Name ist dem 1915 er bereits verliehen worden; er ist der sieghafte,^ besitzt bei seiner Blume, die (so sagen die Wein kundigen) nach Rosen mtb Trauben duftet, viel „feurige Rasse", dabei ist er süß, „stahlig" und natürlich „reintönig". Diese -Fachausdrücke werden von den Weinzungen rmch gewissenhafter Prüfung dem Weine erst angefügt, denn nurn glaubt als Fernstehender gar nicht, welche bestimmten Eigenschaften — d. h. Vorzüge oder Nachteile ^ ein naturreiner Wein besitzen kann. Die Weinschmecker haben emj ganzes Lexikon über Weineigenschaften gebildet, das für die Kurv-« digen sehr wichttg ist. Ein Jahrgang kann Berühmtheit erlangen, aber auch ebensogut in Verruf geraten, hieß doch der 1671 et wegen seiner „Rauheit" schlankweg der „Turko". Die Vorbe- reimngen zur Versteigerung sind im flotten Gange. Durch die Sttaßen fahren die typisch langen Weinkarren mit leeren imd gefüllten grünen Moselweinflaschen, von den Bahnhöfen kommen die ovalrunden Holzfässer aus den Moselweindistritten, die sog. Fuder, und die Kaufliebhaber und Probierer werden dann wieder — auch trotz des Krieges — aus allen deutschen Gauen unsere „moselumranktt" alte Weinstadt aufsuchen. vermischte». — AuS dem Spessart, 12. Okt. Durch einen «gen- artigen Unfall verunglückte der Förster Martert aus Groß- Wallstadt in schwerer Weise. Während er beim Frühstück aus einem Baumstumpf saß, trat sein Hund auf dar am Boden liegende Gewehr. Dieses entlud sich und der Schuß zerschmetterte dem Förster den rechten Arm vollständig. * Wie die Rumänen Budapest erobern wollen. Je weniger es den Rumänen gelingt, in da3 so heißbegehrte Ungarn vorzndringen, desto mehr suchen die neuerdings rumänenbegeisterten Pariser sie mif andere Weise zu entschädigen. So wird im „Figaro^ der Vorschlag gemacht, die Ungarn zu bestrafen und die Rumänen mit Ruhm zu kröuen, indem man die in Paris befindliche „Buda- pester Straße" kurzerhand in eine pBukarester Straße" umtauft. Selbst die siegestrunkensten rumänischen Krieger we-rden wohl kaum gedacht haben, daß Budapest so leicht und schnell »rumäni- siert" werden könnte. Aniverfitäts-Aachkichte«. — Frankfurt a. M., 11. Okt. Der Ordinarius für Astto* nomie und Versicherungswissenschaft an der Frankfurter Universität, Professor B re n d el, der auf einer Reise in Frankreich vom Ausbruch deS Krieges überrascht wurde und seitdem interniert war, ist zurückgekehrt und nimmt mit dem Beginn des Winterhalbjahrs feine Vorlesungen wieder auf. Letzte Nachrichten. Die deutsche U-Bootstatigkeit. Amsterdam, 12. Ott. „Daily Mfil" erfahrt, daß Verhandlungen über die plötzliche U-Boottättgkeit in den Nordamerika-, nischen Gewässern zwischen den Botschaftern Englands imb Frankreichs in Washington einerseits und der amerikanischen Regierung andererseits im Gauge sind. Besonderer Nachdruck wird aus die Tatsache gelegt, daß die Verhandlungen gemeinsam tm Namen der britischen und französischen Regierung geführt werden. Die Jni- tiattve liegt bei dlmerika und in Llhwartung der Schritte AmerikasI wird die Entente von einer Aktion vorläufig abseben. Nach der Ansicht der Ententeregierung-en ist eine Situation ein getreten, wie sie die Regierungen in ihrem Memorandmn vorausgesagt hatten. Haag, 12. Okt. Der „Manchester Guardian" meldet aus! New-Pork: Als „U53" mit einem amerikanischen U-Boot einftihr, glaubte jedermann, es handele sich um ein Handeläurtterseeboot, bis der Kommiandant der Station Knight -informiert wurde. Ms zu diesem Augenblick hatte niemand irgendwelchen Verdacht. Graf Dernstorff schickte den Botschaftsrat,' um mit denr Kapitrn des Schiffes zu sprechen und die Depescherx zu übrrnehnien. Der Protest des englischen Botschafters ging sofort beim Stcwtsdeparte- nvent ein. „U53" war gleich von einer Flotte lleiner Boote umringt und Leutnant Rose empfing auf dem Deck des U-Bootes die Berichterstatter. Där deittsch Kommandeur war sehr entgegenkommend und machte keine Umstände. Die Berichterstatter dursten das U-Boot flüchtig ansehen. Es ist nicht eines der neuesten und größten deutschen U-Boote. Auf dem Turm weht die deutsche Flagge. Rose rühmte sich, daß er sich monatelang hätte auf See halten! können. Washington, 12. Ott. Das Pafsagierschiff „Blommcrdijk" wurde .nicht torpediett. Vielmehr öffneten, nachdem die Mannschaften und die Passagiere das Schiff verlassen lmtteu, dr<'. .vntfrf* Seeleute die Wasserlucken und versenkten es. Tie Jdentizbät der drei letzten Schiffe ist noch nicht festgestellt. Von einen: Verlust an .Menschenleben wird irichts berichtet. Tic diplomati Ge- sichtspuntte, soweit sie die Regierirng betreffend, find '.^sofern; zufriedenstellend, als die Teutsck^en m Uebeveinstimmnng rrii dem Gesetz tunb dem in Berlin gogcbeinn: Verfp,-«chen. blieben. „World" behandelt die AngÄegeicheit ruh«. JRem f TrmeS" imb „ditto Nort Harald" find sehr erregt. Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Vaters, sowie für die zahlreichen Blumenspenden, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Familie August Heß Familie Otto Trinks. ta-nmai garantiert reinen Lebertran empfiehlt Med.-Dpog. Zorn taplatz _Kreuzplatz 9. 787 *a Gießen, den 10. Oktober 1916. 7333 Nachruf! Am 14. September starb an seiner schweren Verwundung unser treues aufmerksames Mit- glied Gefreiter Karl Kinn Jnf.-Regt. Skr. 116. 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[73188 LiirgsrwslRisrami Krofdorf Krei s Wetzlar. i Für den nichtliohen Polizei- dienat «Wetzlar» militürfr., durch aus zuverläss iger IW“ Hann -Mn für bald ges. Meid, üteüsn. MauSburg 16 II. [01255(5 Für Kriegsarbeiten Maurer, Bau-u. Erdarbeiter, Betonier- und Zimmerleute, Lokomotiv führer und Baufclinned siir längere Bcschäsligung l sofort [73700 Eine Arbeiterin sowie ein Lehrmädchen für Damen- schneiderei gesucht. [012557 E.Weidig,Dammstr.22ISt. Taedagogiun» (Höhere Privatschule Sexta — Oberprima) Aufnahme neuer Schüler jederzeit. Gute Erfolge. Einjährigen-, Prim »reife-, Abiturienten- prtifnng. Durch den Besuch der Unterstufe genügen Kinder nnt. 14 Jahren der gesetzlichen Schulpflicht (Minist Verfügung vom 13. V. 14). Näheres durch 4717 Direktor Brackemann, Lud wigstr.70, Fernr. 633 Mtig für glniitufcl Kessel «kert sofort in Gust- nnd Stahlblech in jeder Gräfte. Willi. DürbeckAaohf., Diezstrafte 6. 1012178 Dieselben eignen sich vorzüglich zum Hontgkochen. Soeben erschienen und in jeder Buchhandlung vorrätig: K Das für laden Geschäftsmann überaus wichtige 6 einsn vom I und 26. Juni 1916 [7357 Frachturkundenstempelgesetz Mit den Ans2fihrnngsbestimmnn0an hierzu.’ Text-Ausgabe mit Kernworion, Anmerkungen, Tabellen nnd alphabetischem Sachregister. 1.—5. Anflage. «o^fstet von K. Hahn, 1. Staatsanwalt ln München. Nr. 667,670 der Deutschen Reichsgesetze. Preis 80Pfg. Der!. Zeitungsträgepii L Welnert, Neuenweg 9, 17874 Suche für baldigst ein kräftiges, williges Mädchen für Küche u. Hausarbeit. nicht über 22 Jahr, guter Lohn, dauernde Stelle, Kodien nicht erforderlich. Schriftliche Angebote an Frau Dp. Schlömann. Vrissheimb.Frankfurta.M. Goldsteinstrafte 2. 7368s- und gegen Hoben Lohn"s'ö fort gestrcht. Schlafstellen u. gute Küche vorhanden. Arbeitszeit 10—12 Stunden. Nkeldttngen bei konlisgen u. Schenk, ISange«ch&ft, Sieg bürg (Rhld.) sticht z. j. Mldcden f. Küche u. Hausarbeiten ges. Fran Prof. We ber, Bi s mark str. 46. 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Dezember 1916. 57, .Zentner für den aanzen Zeitraum, an einem Tag tm Durchschnitt 4,5 Pfund b ? 9 lÄ^i 3 ^ tDuü f? n Zeit vom 1 September 1916 bls 31. Dezember 1916: 3 Zentner für den ganzen Zeitraum, an einem Tag rm Durchschnitt 2,5 Pfund, c) an leben Slrbeltsochsen tn der Zeit vom 1 Sevtember 1916 bi« 31. Dezember 1916: 3 Setimw“ür den Mnze,' Zeitraum, an einem Tag tm Durchschnitt 2,5 Pfund. d Z"K^bgenbock in der Zeit vom 15. September 1916 bis 31. Dezember 1916: 1 Zentner für den ganzen > ZkUraum für einen Tag im Durchschnitt 1 Pfund, e) an höchstens zwei ArbettSkühe eines landwirtschaftlichen L3°it o°". IS. September 1918 bts 30. November 1916: 1 Zentner für eine Kuh für den l^Pfun^"^^^ ön Clnem ZaQ tm Durchschnitt O S . II. «cftbrtffunn des Hafers. v* * SSm??' ui ^bst Haler gezogen haben, find be- rechtigt, die vorstehenden Mengen für die unter a-d oe- nannten Tiere aus ihren Vorräten ohne weiteres zu ent- nehmen. Für die Arbeitökübe ist bet Mangel anderer ArbettStierc ein entsprechender Antrag bei dem "ebenst mittel amt, Oltanlage 39, Zimmer 4 zu stellen. Tierhalter dle Hafer nicht selbst gezogen haben, werden im Wege des Ausgleichs mit Hafer versehen. Auch hier ist unter den namltchen Bedingungen, daft andere Arbeitstiere nicht zur Verfügung stehen, für höchstens zwei Arbeilökübe ein entsprechender Antrag zulässig, welcher ebenfalls beim Lebensunttelamt lOstanlage 39,» zu stellen ist. Gieften, den 11 . Oktober 1916 73 WZ Der Oberbürg-ermeister. Keller. vir.: Hermann Steingoetter. Freitag, 13. Okt. 1916: abendS 8 Uhr 1. Freitags - Abonnements- Vorstellung. Gewöhnl. Preise lermäftiat) Neubett: Neuheit! VolkSstück tn 5 Bildern von Leo Kästner u. Hans Lorenz Ende 10 s / 4 Uhr. Bekanntmachung. stressend: Beschlagnahme und VestandSerhebung von Fahrradbereifungen «Einschränkung des RadfabrverkebrS» i wrrd nochmals darauf bingewiefen, daft die bis zum 1. Oktober emschlteftllch mchl freiwillig abgelieferten Fahr, radberetfungen bis. spätestens 15. Oktober bei dem Ober, burgermetster der Stadt tzlieften nach bestimmtem Bor. ™ I rw!I n * melbct P crbcn . müssen,- die Hierzu erforderlidien Dieldeschetne werden auf dem Stadthaus, Zimmer Nr 15 kostenlos abgegeben. Sämtliche auf diese Art gemeldeten Fahrradbereiiilngen werden später enteignet "^^eren Gieften. den 11. Oktober 1916. nnan Der Oberbürgermeister. Keller. LIIErji Bekanntmachung. 12 Uhr auf dem Stadthaus - Zimmer ^ in * nommen. AnSgcnommen sind die Empfänger werben (3UnöCn ' Öa Öicfc üül1 öcr Gieften, den 11. Oktober 1916. v367ß Cbfrbüvacrwatet. Keller.