yr. 238 Ter Sietzerrer Lnzelgrr erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Gietzener ^«milUnblätter; rlreisblaN für öen Ureis Sietzen. Vrzugspreir: monatl. 90 Pf., Vierteljahr!. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 86 M-: durch diePost Mk.2.45 oiertel- jährl. ausschl. Bestellg. äernsprech - Anschlüsse: für die SchriAeitung112 Verlag,Geschäftsstelleöl Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietze«. Erstes Blatt {66. Jahrgang Postscheckkonto: Zrailkfnrt a.M. U686 General-Anzeiger sür Oberheffen Dienstag, ff. Oktober WL Bankverkehr: Gewerbebank Giehen , iralnne von Anzetg die Lagesnummer bi - zilmNachmittag vorher. 3eilenpreis,f. Anzeige. : örtlich 20 Vt.. Äer- »Nietungen u. Stellengesuche 15Ps., auswärts 25 Pf., b. Plahvorschrist 30 Pf., Reklamen 75 Ps., bei Platzvorschrist 90 Pf. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goeh: Stadt und Land, Vermischtesu.Ge- richtsjaal: Fr. R. Zenz. Anzeigenteil: H. Beck, Zwillingrrunddruck u. Verlag: vriihl'sche Um».-8uch- u.SteixtniSerei ».Lange. Schristleitung, SeschSstsjtelle u.Druckerei: Schulstr.7. Amtlich ,n Gießen! Die Rumänen bei Mönstadt ges eutjche Tauchboote an der amerikanischen (WM.) Großes Hauptquartier. 9. Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Herzog Alörecht von Württemberg. Nahe der Kiffte und südlich von Ypern, sowie auf der Artois-Front der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern rege F 2 uer- und Patrouillentütigkeit. Die gewaltige S o m m e s ch l a ch t dauert an. Fast steigerten gestern unsere verbündeten Feinde noch ihre Anftren- gungen. Um so empfindlicher ist für sie die schwere vertu st reiche Niederlage, die ihnen Die heldenmütige Infanterie und die starke Artillerie der Armee des Generals von Below bereitet haben. Nicht das k le i nstc G ratz e n st ü ck auf der 25 Kilometer breiten Schlachtfront ist verloren. Mit besonderer Heftigkeit und in kurzer Folge stürmten Engländer und Franzosen ohne Rücksicht auf ihre außerordentlichen Verluste zwischen Gucudecourt und Bouchaves- nes an. Die Truppen der Generale von Boehn und von Garnier haben sie jedesmal restlos zurückgeschlagcn. Bei Le Srrrs nahmen wir bei der Säuberung eines Engländcr- nestes neunzig Mann gefangen und erbeuteten sieben Maschinengewehre. Der Artillerrekantpf erreichte muh nördlich der Ancre und in einzelnen Abschnitten südlich der Somme, so beiderseits von Vermandovillers, größere Heftigkeit. Front des Deutschen Kronprinzen. Umfangreiche deutsche Sprengungen in den Argonnen zerstörten die französischen Gräben in beträchtlicher Au^deh- nung. Ocstlich der Maas frischte das beiderseitige Feuer merklich auf. * Die äußerste Anspannung aller Kräfte verlangt auch von unseren Fliegern im Beobachtungsdienst der Artillerie und bei den hierfür erforderlichen Schuhflügen außerordentliche Leistungen. Die schwere Aufgabe der Beobachtungs-Flieger ist nur zu erfüllen, wenn ihnen die Kampfflieger den Feind fernhalten. Die hiernach auf eine noch nie dagewesene Zahl gestiegenen Luftkämpfe waren für uns erfolgreich. Wir verloren im September: 20 Flugzeuge im Lustkampf. 1 Flugzeug wird vermißt. Der französische und englische Verlust beträgt: im Luftkampf .... 97 durch Abschuß von der Erde.25 durch unfreiwillige Landung innerhalb unserer Linien 7 im ganzen 129 Flugzeuge. Er verteilt sich etwa zu gleichen Teilen aus unstren und den feindlichen Bereich. Oeftlicher Kriegsschauplatz. [Z Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Gegen einen Teil der kürzlich angegriffenen Front westlich von Luck wiederholten die Russen gestern ihre Angriffe. Sie haben an keiner Stelle Erfolg gehabt und wiederum grötzteVerluste erlitten. Auch hier eine blutige Niederlage unserer Feinde. Südöstlich von Brzezany wurden russische Vorstöße abgeschlagen. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. In den Karpathen schoben wir durch überraschendes Vorbrechen an der Baba Ludowa unsere Stellung v-r und verteidigten den Geländegewinn in heftigem Nahkampf. Kriegsschauplatz in Siebenbürgen. Der Vormarsch in Ostsiebenbürgen wurde fortgesetzt. 'DieRumänen sind in derSchlncht vonKron- stadt (Brasso) geschlagen. Vergebens griffen ihre von Norden eintrefteuden Verstärkungen in den Kampf nordöstlich von Kronstadt ein. To e r c z v a r (Toerzburg) wurde genommen. Der Gegner weicht auf der ganzen Linie. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Deutsche Truppen, uutersttitzt durch öfterreichisch-unga- rMe Monitors, setzten sich durch Handstreich in Besitz der Donmnnftl nordwestlich von Svistov, nahmen zwei Offi- L!^-5' 5?^""^Ertfünfäig Ältann gefangen und erbeuteten sechs Geschütze. Mazedonische Front. Westlich der Bahn Monastir—Florina wurden feindliche Angriffe abgeschlagen. Ocstlich der Bahn gelang cs dem Gegner, auf dem linken Cerna-Ufer Fuß zu fassen. Der erste Generalguartiermeister Luden darf f. * * * Ein neuer Tag und neue Erfolge im Weltkriege! Wir feiern nicht, läuten nicht mit den Glocken und hängen nicht einmal die Fahnen heraus — unb doch ist der neueste deutsche Tagesbericht eine einzige frohe Botschaft. Ein neuer englisch-französischer Durchbruchsversuch zwischen Ancre und Somme ist gesck-eitert, und Ludeirdorff spricht von einer schweren, verlustreichen Niederlage sür den Feind. Im Lustkampf waren wir in den letzten Wochen den Engländern und Franzosen in überraschend starkem Maße überlegen, nicht was die Zahl unfern: Kampfflieger anlangt — zahlenmäßig ist der Feind uns über—, sondern wgs die Zahl der S i e g e r im Einzelkampfe angeht. Auch im Osten dasselbe erfreuliche Bild. Westlich von Luck haben die Russen wiederum eine blutige Niederlage erlitten: sie müssen allgemach doch wohl die Hoffnung aufgeben, an dieser Stelle die deutsche Front aufzu- brechen. Die deutsche Heeresleitung scheint mit dem siegreichen Abschluß dieser Kämpfe zu rechnen, sonst würde der Kaiser nicht an die Truppensübrer, die dort Wacht halten, aus dankerfülltem Herzen Auszeichnungen verliehen haben. Aber das hervorstechendste Ereignis ist doch der neue glänzende Sieg Falkewhayns über die Rumänen, die 'in der Schlacht bei Kronstadt geschlagen wurden und auf der ganzen Linie weichen. Von Norden herb ei geeilte feindliche Verstärkungen find ebenfalls besiegt worden. Unsere Front schob sich im Burzenlande bis nahe an die Grenze vor, und Törzburg sowohl wie Kronstadt sind zurückerobert! Nicht genug damit, haben Truppen Mackensens auch an der Donau einen erfolgreichen Vorstoß rxenracht uiid durch Handstreich sich in den Besitz einer Donauinsel nordwestlich von Svistov gesetzt. Was das bedeutet, ist leicht zu erraten! Wir gehen kaum fehl, daß der eiserne Besen, der den in die Länder unserer Verbündeten eingedrungenen Feind zurückgetrie- ben hat, bald auch in Rumänien selbst ein Reinemachen anheben wird. Läuten auch nicht die Glocken im Lande zu unseren Siegen — die lange Kriegsdauer, die Gewöhnung an schwere, sich fortschleppende Kämpfe haben uns äußerliche Feierfreude etwas eingeschränkt —, so läutet es doch in unserem Herzen ob der stolzen Tage, da die feindliche Welt, in ihren Kräften gebunden, vergeblick) sich gegen uns abmüht, indessen unsere überschüssigen Kräfte ein 'Kriegsspiel entfalten, das die Landkarte noch e i n m a l zu unseren Gunsten umzugestalten verspricht. Und drüben, über dem atlantischen Ozean, hat unsere Marine eine ganz ungewöhnliche Arbeit ausgenommen! In der Nähe der amerikanischen Küste wirken unsere Tauchboote zum Verderben der feindlichen und unneutralen Handelsschiffahrt! Die „Ratten" Churchills, die in ihren Schlupflöchern aufzusuchen die englische Flotte sich vermessen wollte, scheinen sich tüchtig vermehrt zu haben, und neue Gattungen sind entstanden, die ihre Wanderungen in die entlegenen Gebiete des Eismeers und sogar bis an die Gestade der „Neuen Welt" erstrecken konnten. Wie benft Amerika, wie denkt Herr Wilson, der zur Stunde noch die Politik der Vereinigten Staaten leitet, von dem neuen, deutschen Unternehmungs.geist? Brennt seine Fackel der Menschlichkeit noch, unter deren Rauch die Munitionstransporte für unsere Feinde ungehindert dahinziehen konnten? Das Reuter-Bureau meldet, daß auf einem der versenkten Dampfer dreißig amerikanische Passagiere sich befunden hätten. Zweifellos soll dies ein Rippenstoß für den Wächter im Weißen Hause sein. Allein da wird sich nichts machen lassen. Wenn das deutsche Tauchboot den Dampfer angehalten, seine Passagiere in Sicherheit gebracht und erst dann ihn versenkt hat, wird die internationale oder neutrale Polizei nichts dreinzureden haben. Allzu große Aengstlichkeit scheint die Führer unserer U-Boote bei ihrem Werke nicht mehr zu beeinträchtigen, und unter den Augen der Amerikaner geht deutsches Kriegsrecht unbeirrt und furchtlos seine Bahn . . . Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Dien, 9. Okt. (WM. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 9. Oktober 1916. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Front gegen Rumänien. Die verbündeten Truppen des Generals von F a l k e n - kayn haben gestern den Feind bei Törczvar (Tocrz- burg) geworfen und Brassoin erbitterten Straßcnkämpsen gesäubert. Die aus der Haronrszock herbeieilenden Verstärkungen des Feindes wurden südöstlich von Foelbvai (Ma- rienburg) angehalten und geschlagen. Die Rumänen räumen überall das Schlachtfeld. Gegenüber der in das Hargitta- und Gocrgeny-Gebirge eindringenden Armee des Generals von Arz leistet der Gegner stellenweise Widerstand. Nächst Svistov an der bulgarischen Donau bemächtigte sich unsere Donau-Flottille, unterstützt durch deutsche Abteilungen und österreichisch-ungarische Pioniere einer von den Rumänen besetzten Insel, wobei 6 Geschütze eingebracht und 3 Offiziere, 155 Mann gefangen wurden. Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Im Ludowa-Gebiet entrissen deutsche Bataillone den Russen eine Höhe. Auf dem Pantyr-Sattel wurde ein Vorstoß des Feindes abgeschlagen. Hecresfront des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Unsere Stellungen zwischen S w i n i u chy und K i s i e - l i n bildeten gestern abermals das Ziel starker russischer Angriffe, die beiderseits von Zaturcy drei- bis viermal nacheinander wiederholt wurden, aber für den Gegner neuerlich mit einem vollen, von den schwersten Verlusten begleiteten Mißerfolg endeten. Italienischer Kriegsschauplatz. Die feindliche Artillerie- und Minenwerftrtätigkeft im südlichen Teile der küstrnländischen Front dauert fort. Italienische Infanterie, die an der K a r ft h o ch f l ä ch e südlich von Nova Vars und aus dem Abschnitt Görz gegen St. Katarina zum Angriff vorzugehen versuchte, wurde durch Sverrfeuer abgcwiesen. In den F a s s a n e r Alpen kam es im Abschnitt Gar- dlnal-Coldose zu stundenlangen erbitterten Nahkämpfen. Der angreifende Gegner — mehrere Bataillone stark — wurde völlig abgcwiesen. Alle Höhenstellungen wurden von unseren Truppen behauptet. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. m EreignissezurSee. In der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober haben unsere Seeflugzcuge Bahnhof und militärische Objekte von San Giorgio di Nogare und Latisana, ferner die Abwchr- batterien von Porto Buso, den Jnncnhafen von Grado und Batteriestellungen am unteren Jsonzo erfolgreich mit Bomben beworfen. Alle Flugzeuge sind trotz heftiger Beschießung unversehrt eingerückt. Der bulgarische Bericht. Sofia, 9. Okt. (W.T.B. Nichtamtl.) Amtlicher Bericht des GenerälstabeS: Mazedonische Front: Westlich der Bahnlinie Lerin (Florina)—Bitolia (Monastir) ans beiden Seiten das gewöhnliche Artillerieseuer. Oestlich der gleichen Baihastrecke eröffnet^ die feindliche Artillerie gegen unsere Stellungen von Kenali bis Skotschioo ein Srotnlmirffeirer, unter dessen Schutz einige feindliche Bataillone die Cerna überschritten. Es wurde aber alsbald ein Gegenangriff auf sie gemacht. Der Kampf geht weiter. Im Moglenica^Dal beiderseitiges Artillerieseuer und Minenkampf. Oestlich und westlich ldes Vardar, am Fuße der Belasica Planina, schwache Artillerre- tätigkeit. Wir Zersprengten durch unser Ferner einige feindliche Kompagnien, die sich bei den Dörfern Skolowo und Radlle vev-« schanzten. An der Strumä-Front Pattouillengefechte. An .der Küste des Aegäischen Meeres Ruhe. R n m ä n i s ch e Front: An der Tionau besetzten wir durch einen plötzlichen Angriff mit Unterstützung der Donanflottille eine Insel am Ostausgang des Belen-Känals, westlich von Zinnrca. Wir Wächtern zwei Offiziere und 150 Mann zu Gefangenen tund erbeuteten sechs Geschütze. In der Diobrudscha Und an der Küste des Schwarzen Meeres Ruhe, Aus Griechenland. Athen, 9. Okt. (WDB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Ter Führer der > griechischen Arbeitern neppe Drakoules batte eine Audienz beim König. Er stellte dem König uor, daß er eine gefährliche Politik verfolge, die ihm schließlich den Thron kosten könne. Ter König erwiderte. daß, wenn das Land unter- ginge, es wenig darauf ankäme, was aus den: Thron toürd?. Ter .König gab zu verstehen, daß er noch immer au diemilitäris che llebermacht T e u t s ck l o n d s glaube, und daß eine deutsche Invasion das Ende Griechenlands bedeuten würde! Haag, 9. Okt. zf.) Reurer meldet aus Athen: Professor L a m b r o S wurde mit der Bildung des neuen. Kabinetts betraut. Nack dem „Tally Telegraph" ist er einer der ersten Philo 'apyen und AlchaUogen Griechenlands. Er hat bis jetzt noch keine Holllrsche Rollt geipielt. Er gilt als deutschfreundlich, soll aber M -symspachren für Italien stag die Ermächtigimg dazu erteilt hat. Weiter willdas Zentrum nichtgehen. Der Reichskanzler könne nach Schließung des Reichstages den Zusammentritt des Ausschusses uur veranlassen, wenn dieser vorher durch ein besonderes Gesetz ermöglicht worden sei. Ter Staatssekretär des Au sw artigen Amtes erklärt, daß die Regicriing vollkommen die Wünsche des Reichs tages verstehe. Kein Parlament werde so gründlich über auswärtige Fragen inform ie r t, wie der deiitsche Reichs tag. Jeder Abgeordnete Chatte die von ihm gewünschten Jnsor mationerl, weim er sich ins Auswärtige Amt begebe. Andere Regierungen informiertni ihre Parlanrente weit weniger tfrt'ind lich, als dies bei uns geschehe. In Frankreich herrsche Absolutismus und Terrorismus der Regierung. Der Haushalttmgsausschuß reick>e für die vor geschlagenen Ausgaben nicht ans. Welche Funktionen wolle man aber den Sonderausschüssen gebet: ? Die Verantwortung bleibt trotz alledem bei der Regierung. Wichtige Entschlüsse müssen schnell gefaßt werden: höre man erst den Ausschuß an, .so sei es nackfher zu spät. Letzten Endes käme allles nur auf E r t e i I u- n q) von Informationen hinaus. Was die nationalliberale Partei wünsche, sei eine Art Mitregieren des Par l a m e n t s, hiergegen sprächen aber z a h l * lose Be denken. Gerade bei den wichtigsten Eittscheidungien sei schnelle Entschlußfähigkeit notwendig, free nrirke der Ausschuß hemlnend. Ejn Redner der Soz. Arbeitsgem. weist auj^ die sozialdemokratischen Aiiträge aus ,deM,J^abre 1908 .hin. Wären diese seinerzeit angenommen worden, brauchste män sich heute mit der ganzen Frage nicht zu befassen. Ter Redner hez-eichnet die vorliegenden Anträge als V er leg enhei t s p ro d i: kte. Der Redner spricht sich für den Zentru m siantra g aus, ohne an seine Wklkungen optimistisch' Hoffnungen zu knüpfen. Ein Redner der sozialdemokratischen Fraktion ist der Ansicht, der Haushaltsausschuß sei der geeignete Platz für Du Beratung der auswärtigen Politik, denn er ist gewissermaßen d c r Reichstag i nt Kleine n. Der Redner ist gegen einen e s o n d e r e n Auss ch u ß für die auswärtigen Angelegenheiten. Von einem Staatsrat für auswärtige Angelegenheiten ver- preche sich die Sozialdemokratie nichts. Ein konservativer Sprecher hält die versassungs- rechtliche Darlegung der Regicruitg für Uitansechtbar. Der unbefriedigende Zustand liege darin, daß man in Aeußerungen über die auswärtige Polittk vielfach behindert sei. Der Redner erklärt bie liberalen Anträge für unannehmbar, das gle ich e gelte aber auch von deni Zentrumsantrag. Bei eister Ansprache mit den leitenden Stellen käme nicht viel heraus: geteilte Verantwortung sei vom Uebel. Die Reichsleitung tue doch schließlich, was sie für gut hielte. Exekutive und I Parlanient müssen getrennt gehalten werden. Ter vom Reichs- ' reiß Bah« jedem Tüch-, t t g en" f e t doch bei uns wohl j a>o u durch^eführr^ wie Limite man in der auswärtigen Politik dulden, daß der weniger Tüchtige dem Tüchtigen ins Handwerk pfusche! Ein Redner der Deutschen Fraktion hält den Z c n 1 r u m s a n t r a g für den richtigen; es fehle an Männern, die sich dauernd den Arbeiten eines Sonderausschusses widmen köirnten. Man könne doch auch den Haushaltsausschuß nicht von den Beratungen der auswärtigen Politik ausschließen, so hätte man, wenn ein Sorrderausschuß beschlossen würde, zwei Ausschüsse nebeneinander. In der Abstimmung werden die liberalen Anträge abgele,huch, dagegen lvird der Antrag Gröber (ZtrZ Kegen die Stimmen der Konservativen angenomme Nach Erledigung dieses Punktes werden die Verhandlungen fortgesetzt. In den weiteren vertraulichen Beratungen ergrisi der Reichskanzler von Bethmann Hollweg das Wort zu längeren Ausführungen. Die Verhandlungen wurden bis 6y,> ?lhr abends fortgesetzt: dann vertagte sich der Ausschuß auf Dienstttg, 9 Uhr vormittags. Das Zentrum und der U-Bootkrieg. Berlin, 8.Okt. Tie Zentrum- Parlaments-Cor^ respondenz schreibt: In einem „Reichstag und die auswärtige ffsolitik" küberschriebenen Arttkel behauptet der Berliner Lvkabi 'Anzeiger Nr. 516 bolm 8. Oktober, die Frennde der bekannten^ „Rücksichtslosen" in der Kriegführung gegen England hätten „aus dem Zentrum bedeutenden Zuwachs erhalten", svdaß sie Aussicht hätten, die Mehrheit des Reichstages für ihren Standpunkt zu «gemimten. Diese Deutung, welche der Berliner Lokalanzciger der Stellnngnahmc der, Zenttumsmitglieder im Haushaltsausschusse «gibt, ist, wie nur auf das bestimmteste versichern können, nach allen Richtungen völlig Unberechtigt. 2'ie Erklärung des Zentrums und die Stellungnahme seiner Acitglieder im Ausschuß, die, wie wir ausdrücklich hervorheben 'möchten, durchaus einbeitlich ist, ist nur in der Richtung zu deuten, die Verantwortlichkeit des Reichskanzlers bem Reichstage gegenüber festznlegen ^ür die polittsche Seite der Frage -des rücksichtslosen U-Bvotkrieges. Für die Beurteilung der militärischen Seite der ganzen Frage kann natürlich nur die Oberste Heeresleitung, also letzten Endes Hindenburg, maßgebend sein. Aus dreier Haltung der Zentrums Mitglieder des Ausschusses aber eine Annäbernng an jene Gruppe, die unter allen Umständen den rucklichtslosen U-Bootkrieg verlangen, m folgern, das geht denn doch, nicht an. Das Zentrum wird im übrigen, wie schorr so oft, so auch hier den ehrlichen Versuch machen, die innere poki-- tische Geschlvfseuheit des iReickMages aufrecht zu erhalten und zwischen iden einander ander strebenden Anschauungen zu vermitteln. Aus Stadt und Cattd. G ießen) 10. Oktober 1916. Amtliche Personalnachrichten. Der Groß- Herzog hat an: 7. Oktober den Lehrainlsassessor Jakob Beck zum Oberlehrer an der Höheren Mädchenschule zu Gießen ernannt. A ttj§ % e i cf) n it li g. Leutnant Erich Völker im mit dem Eisernen Kreuz n Ji erst ns.- er Regt. Kaiser Wilhelm wurde Klasse ausgezeichnet. _ "^Hessischer Verbraucherausschuß. In der Vor- Uandsgitzung, die am 4. Oktober in Tarmstadt stattfand und die von Vertretern der größeren hessischen Städte besucht war, konnte anerkennetid fcstgestellt werden, daß^ die hessische Regierung der Grundsorderung des Ausschusses auf Zuziehung von organisicir- leu Verbrauchern zu den amtlichen Lebensmittelorganisatione^i Rechnung zu tragen beginnt. So wurde in letzter Zeit je ein Verbraucher in bic Landesfleisch-, die Obst-, die Fetr- und die Milchüelle aufaenommen. Lehrer Valentin Müller ist als Verbraucher zur Landeskartosfelstelle zugezvgen worden. Zur Milch- srage konute der Ausschuß auf Grund der ihm bisher bekannt gewordenen Mitteilungen .über die schw-ebenden Verhandlungen noch incht zu einem abschließenden Urteil Kommen ^ *-* Mustern na und Nnshcbnng. In der Zeit »nur u. ins zum ,28. Oktober findet in Gießen in der Turnhalle der Ltadtmadchenschule. Schillcrstraße 6, die Musterung . 1 . der im ^ahre 1898 geborenen Landsturmipflichttgen, 2. der bei srichereii. Musterungen als zeitig untauglicki zurückgestellten, m 1892 bis 1896 geborenen Militärpflichtigen, 3. d^r bei den Frievensmuste- rungeii als dauernd untauglich erklärten, in der Zeit vom 8. 9. 1870 bis einschließlich 1875 geborenen LandsturmMichtigeu, insoweit sie nicht bei der Musterung im Febvuar/März d. Js. als kriegs- 'verwendungsfällig oder als dauernd untauglich befunden worden sind, statt. Siehe Bekanntmachung. ** Landsturmrolle. Tie im September 1899 geforemm Landslurmpflichttgen der Stadt Gießen müssen sich anr 16 Okt d. Js., vormittags von 8—12 und nachmittags von 2—6 Uhr :m alten Rathause am Marktplatz zur Lan dfturmrolle melden. . ** Zigaretten st e uer. Fm Interesse unserer zahlreichen mit der Zigarettensteuer unterliegenden Waren Handel treibenden Leser machen wir an dieser Stelle auf die einschneidende Besttmmung in 8 15 des Zigarette n st e n e r g e s e tz e s besonders aufmerks-am, wonach derjenige, der sich gewerbsmäßig mit dem Verkauf von Zigaretten, Zigarettentabak, Zigarettenhülsen und -Blättchen befassen will, dies vorher der Steuerbehörde anzuzeigen hat. Die Anmeldung hat im Bezirk eines Steueramts bei diesem, im übrigen aber unmittelbar bei dem zuständigen Hauptsteueramt zu erfolgen. — Die Beachtung dürste um so mehr erforderlich sein, als Zuwiderhandlungen gegen die betrestenden gesetzlichen Vorschriften nrit besonders hohen Strafen, bis zu 300 Mk., geahndet werden. *• Stadttheater. Aus dem Stadltheaterbureau wird uns geschriebeu: Nochmals sei auf die heutige Eröffnungs-Vorstellung hingewiesen, die Lessings .Nathan der Weise" in guter Be° setzung und sorgfältiger Einstudierung bringt. — Don unserer Bühnenleitung sind die neuen Einakter von Ludwig Thoma- »Brautschau^, ^DichterSEHrentag^ und „Die kleinen Verwandten" zur Aufführung erworben worden. ** Beeren, die uns das Feld schenkt. Zu den Beeren, die uns im Herbst das Feld schenkt, gehört die Bwm> beere und die Fliederboepe oder bie Frucht des Hollunders Tie Brombeere wächst an Wällen undlKnicken, an sonnigen Waldbeständen und Slbhängen. Ihre süße, aromatische Frucht ist im September reif. Sie eignet sich sehr zur .Herstellung von Marmelade, freilich am besten in Milverwendung einer anderen Frucht, wie z. B. Apfel «oder. Birne. (Aber auchj mit der Mohrrübe zusammen gibt die Brombeere eine wöhlschmeckcndelMarmislade. Suppen oder -L-aft zum Getränk für den Winter macht die Hausmutter ebenso gern von der Brombeere wie 'von der.Fliederbeeve. Dieser Saft ersetzt Tee und ähnliche Getränke aufs beste. Neben der Brombeere reift in roter Pracht «die Hagebutte. Hagebuttensast mid Hagebuttenbrei gehören auf dem Lande zu den Bestandteilen der Speisekammer. Ta Hagebutten für Kinder ihres Nährgehaltes wertvoll sind, ist zu hoffen, daß steißige Hände auf den: Lande auch diese Frucht für die Städtekinder miternten werden. Aber auch Nüsse sind jetzt reif. Ihr Nährivert steht überall an erster Stelle, da die Nuß außer Eiweiß und Kohlehydrat viel Fettgehalt hat. lind der Wald schenkt Bucheckern und Eicheln, die für uns reiche Verwendung finden zur Gewinnung von Oel, zum Herstellen von Kaffee und zu Futterzwccken. Das sind nur wenige Beeren und Früchte, die hier angeführt lsind. Wald und Feld sind überreich^ und wir lernen immer besser, uns ihre Schätze nutzbar inachcn. ** E r s a tz t ee. Die wiederholten Anregungen, Ersatz für den teureii chinesischen Tee aus unseren Wälderir zu Men, scheinen, bisher auf wenig dankbaren Boden gefallen zu sein. Deshalb sei jetzt in letzter Stunde bor Begimt der Winterzeit itochnnrls daran erinnert, daß die Blätter unserer Erdbeerm, Brombeeren, Himbeeren, Preißelbeeren, ja selbst des Heidekrautes und des Schlehdorn einen sehr brrnichbaren Tee liefern. Tie Blätter werden sofort itach dem Sammeln in hellen lustigen Räumen, am besten auf den Böden, unter wiederholtem Umwenden getrocknet und, dann zerkleinert. Me Zubereitung ist tm bdm chinesische Ax. (gntmdMeiisiwrt ist etn Gemisch von verladenen derartigen ein- heimischen Blättern. Wenn die Apotl^ker und Dvog-nhcmdler das Einsammeln des einheimischen Tee-Ersatzes gegen Entgelt fördern ivürden. so könnte dieser Tee-Ersatz cm bandcl auch denjenigen zugänglich gemacht werden, die nicht in der Lage sind, sich'selbst damit zu versorgen. Jedenfalls sollte ,nan auch dieses kleine Mittel nicht als zu gering ansehen, um unseren heimischen Markt immer mcabhängiger vvn der ausländischen Zufuhr zu machen. ** Hauptmann Ernst v. Peutz, einer der tüchtigsten Offiziere des hiesigen Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Nr. >116. fand am 16. September den Heldentod, v. Pentz wurde fcm 7. Dezember 1877 zu Fulda als Sohn des Oberstleutnants von AZentz geboren, absolvierte das Kadettenkorps und wurde am 7. März 1896 :m Regiment 116 Sekondeleutnant, am 10. April 1906 Oberleutnant uud aM 22. März 1912 .Hauptmann und Kompagniechef. Dom 2. Oktober 1905 bis 21. Juli 1908 war er zur Kriegsakademie kommandiert. — Wärt entern gediegenen militärischen Wissen aus- gestattet, füllte er seine Stellum: in hervorragender Weise aus und erwarb sich in hohem Grade die Achtung seiner Vorgesetzten. Bei seinen Untergebenen war v. Peutz als gerechter Vorgesetzter, der stets väterlich für sie sorgte, sehr geliebt. Der Feldzug ließ seine glänzenden Soldateneigenschasten hell auflenchten und trotz zweimaliger, leichter Verwundung blieb er als 'Führer des 1. Bataillons rm Felde. Für sein tapferes Verhalten erhielt er das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klaffe, die Hessische Tapferkeit smedaille und das Ritterkreuz mit Schwertern des Königl. Hausordens von Hohen- zollern. Sein Andenken wird nicht erlöschen, auch nicht bei seine,: zahlreichen Zivilfreunden, die den schlichten, charaktervollen Om- zier hoch eiuscl-ätztep. Um ihn trauern Frau und Söhnchen. Er ruhe in Frieden, inmitten seiner mit ihm gefallenen Helden: er war der Bes ten einer. ** Keine Bevorzugung der Gastwirtschaften. Der „Reichsverband deutscher Gastwirteverbände" hatte an den Bundes rat die Bitte gerichtet, die Reisenden und eventuell die Gastwirtschaften überhaupt etwas besser mit Fleisch und Eiern Lu versorgen, als in der allgemeinen Regelung vorgesehen ist. Begründet wurde die Bitte unter anderem damit, daß in den Familien unter den Familienangehörigen ein besserer Ausgleich zwischen den verschiedenen Nahrungsmitteln geschaffen werden körme, als im Wirtshaus, wo jeder Gast nur nach Maßgabe einer Lebensmittelkarte Nahrungsmittel erhalten könne. Das Kriegs- ernLhrungsamt ist auf diese Wünsche der Gastwirte jedoch nicht «ngogmrgen, sondern hat dem Verband in Berlin folgende Antwort krtnlt: Die Höhe der Fleischrattonen einseitig für Reisende, die gezwungen sind, ihre Mahlzeiten in den Hotels einzunehmen, Hu verbessern, muß ich zu meinem Bedauern ablehnen. _ Es ist fein Grund vorhanden, den Fleischverbrauch auf der Reise höher Hu gestalten als in der Familie, zumal jeder Reisende auchi Angehöriger seiner Familie sein dürfte. Außerdem steht der Ausgabe höherer Kvrten für Reisende auch die Schwierigkeit der Kontrolle, jdaß sie nur auf Reisen verwendet werden, entgegen. Dieselben Mttmde sprechen gegen eine vcnMgsweise Behandlung des Gast- ßoirffchaftsgewerbes bei der Eierversorgung. Bei deren Durchführung muß Wert darauf gelegt werden, daß die geringe Menge Eier, die in gegenwärtiger Jahreszeit zur Verfügung steht, -tmstichst gleichmäßig verteilt wird. ** Tic Zahl der Pvstscheckkunden tst rm Reichs Wostaebiet Ende September 1916 aus 137 693 gestiegen (Zugang im Monat September 4012\ 9luf den Poststheckrechnungen wurden Lm September gebucht 2 737 Millionen Mark Gutschriften und 2 704 Millionen Mark Lastschriften. Bargeldlos wurden .3 349 Millionen Mark des Umsatzes beglichen. Das Gesamtguthaben der Postscheckkunden betrug im September durchschnittlich 370 Millionen Mark. Im Ueberweffungsverkchr mit dem Auslande wurden 6 Millionen Mark umgefetzt. " O ess en tliche Bücherhalle. Im September wurden £427 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1488, Zeitschriften 192, Jugendschriften 170, Literatur geschichtet Gedichte und Dramen 38, Länder- und Völkerkunde 64, Kulturgeschichte 25, Geschichte und Biographien 98, Kunstgeschichte 26. Maturwissenschait und Technologie 87, Heer- und Seewesen 22, ,HauS- und Landwirtschaft 10, Gefundheitslehre 2b, Rettgwn und Philosophie 59. Staatswissenschast 11, Sprachwissenschaft 12, Fremd sprachliches 17 Bände. Nach auswärts kamen 31 Bände. Das heutige Kreisblatt Nr. 124 enthält Bekannt- »nachungen über Verkehr mit Zucker im BetriebSjahre 1916/17; Höchstpreise für Kartoffeln: Behüten der Wiesen; Einhalten der ^Tauben zur Saatzeit; Provinzialvermittlungsstelle für Ferkel i verkauf: Hinterkorn: Vertilgen der Blutlaus : Einsendung von Kirckenrechnungen; Fortbildungsschule: Süßstoff; Ergänzungswahl ideS Kreistages und Mttverfehen von Schulstellen. •• Die Obst - und Gemüsedarre im städtischen Elek trizitätswerk ist nunmehr fertiggestellt. Die Anlieferungen müffen Lrei Tage vorher angemeldet werden. •• D i e Friedhöfe sind in der Zeit vom 16. Oktober bis 15. November 1916 von 9 Uhr morgens bis 6 Uhr abends geöffnet. Landkreis (Sieben. "Birklar, 10. Okt. Der Musketter Hermann Düringer wurde zum Gefreiten befördert und mit dem Eisernen Kreuz 2. Klaffe ausgezeichnet. * Reiskirchen. 9. Okt. Dem Kriegsfreiwilligen Telephonisten Heinrich Walter, Sohn des Bahnwärters Ph. Walter von hier, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen. g. Steinbach, 10. Okt. Bet hiesiger Schule gingen ein für .Kriegssparkarten 1688 Mk., für eine Anleihezetchnung (zu gunsten eines KindeS) 100 Mk., sonach im ganzen 1788 Mark ^Dieser Betrag ist über das Doppelte desjenigen bei der 4. Anleihe — Der Opfertag für die Kaiserliche Marine erbrachte in hie ftger Gemeinde von 91 Spendern — leider konnten wegen Kürze Ler Zeit nicht alle Haushaltungsvorstände besucht werden — die Summe von 243 Mk. 25 Psg. Kreis Büdingen. 7. Bad-Salz hausen, 10. Okt. Obgleich die diesjährige Badesaison vorüber ist, weilen immer noch eine größere Anzahl Kurgäste in den hiesigen Gasthäusern. Im Kaufmanns-Erholungsheim wohnen noch 62 kaufmännische Angestellte und im Kinderheim ,Sonnenblick sind 26 erholungsbedürftige Kinder unter »gebracht Außerdem läßt «herziger Weise im Kurhaus 7. Kohden, 10. Okt. Heinrich Koch, Sohn des befreiten befördert worden. # $ibba, 9. Okt. Flotte" ergab den Betrag die Großherzogin von Hessen in hoch 72 Kinder aus ihre Kosten verpflegen Der Fahrer im Feld-Art.-Regt. 61 Gastwirts LouiS Koch dahier, ist zum Die Sammlung für die »Deutsche von 1071 Mk., eingeschlossen sind die Gaben aus den Nachbarqemeinden Bad Salzhausen und Kohden — Das Eiserne Kreuz erhielt der Musketier Karl Rau. Kreis Schotten. A Ober-Lais, 10. Okt. Das KriegS-Ehrenzeichen erhielt Her hiesige Beigeordnete Karl Schauer mann, Sanitäts-Unter osfizrer im Landst.-Jus.^Ers.-Bat. Gießen. H-Rebgeshai.r, 10. Okt. Das Ehrenzeichen für Krieg Fürsorge erhielt die hiesige Handarbeitslehrerin Marte Geiß. Kreis Friedberg. bz. Griedel, 9. Oft. Die Gemeinde Griedel hat den ver .wunderen und kranken Feldgrauen im hiesigen Reservelazarett eine ^Ueberraschung und Freude bereitet, indem nicht weniger als 56 große srischgebackene Zwetschenkuchen zum Sonntagsnachmittags tfaffee zur Austeilung kamen. — Zun: Major befördert wurde : Hauptmann D 0 m i z l a s s, Kompagniechef im Jnf.°Rgt. Nr. 168 .zum Oberleutnant befördert Leutnant Holst in dems. Regiment. ' --»Aus der W etterau, 10. Oft. Wir stehen eben mitten Om der «Kartoffelernte. Zu dieser Zeit hat der Landmanp alle Hände voll zu tun. Während m früheren Fahren zwischen Grummeternte und dem KartoffelauDmachen eine kleine Panse ein jgutteten pflegte, mußte sich biefe£ Fahr der Bauersmann beeilen -mit den Herbstarbeiten. Und immer wieder wirft das schlechte Wetter behindernd auf die Arbeiten ein. So hat er dem: eben alle Hände voll zu tun. Dazwischen kam noch die Obsternte, die strich- Iveise guten Ertrag und damit auch viele Arbeit verursachte. Was' nun m $ (BtoM&fafaR cuchehmgt, so konnte ixm vior der ZäÄ dieser Ernte manche nicht gerade hoffnungsvolle Mutmaßungen- von seiten der Landwirte vernehmen. Gpttliob, es ist anders ein-, getroffen, als man erwartete. Die Grträge sind nach Lage und! Bodenart — wie jedes Fahr — sehr verschieden, doch steht es fest, Mi der Durchschnittsertrag befriedigend ist. Aus gutem Kartoffelboden wurden über 100 Zentner auf dem Normal- morgen geeerntet, in geringeren Lasen im Durchschnitt immerhin 60—70 Rentner, Das bedeutet nach dem Urteil erfahrener Landwirte immerhin eine gute Mittelerrrte, die allerdings um ein Geringes hinter der vorjährigen Kartoffelernte znrücksteht. Es ist damit wieder der Beweis erbracht, daß die Kartoffel eher Trockenheit als Nässe ertragen kann. Eine gewisse freudige Ueberrafchung bringt die Kartoffelernte auch insofern, als Erkrankung und Fäulnis der Kartoffel nicht so stark auftreten, als man infolge der großen Nässe befürchten mußte. Der Prozentsatz solcher verdorbener Kartoffeln ist nicht größer als in normalen Jahren, Nur in sehr feuchtem Gelände sind- die Kartoffelstöcke noch frisch grün, die Kartoffeln 'chlecht ausgereift und vielfach auch angesault, wo aber das Wasser nicht abfließen konnte, da sind sie, nüe der Bauersmann sagt, er- offen. Bereits ist ber Landmann daran, die abtzeernteten Kartoffeläcker mit Winterfrucht auszusttllen. Starkenburg und Rheinhessen. *' Darmstadt. 9 Oft. Gräfin Sophie zu Erbach-Erbach und von Wartenberg-Rot ist Samstag vormittag 11^ Uhr zu Erbach i. O. nach kurzem Leiden infolge einer Lungenentzündung im Alter von 65 Jahren verschieden. II Osfenbach a. M., 8. Okt. Im städtischen Schlachthause standen vor ewigen Tagen etwa 5 Zentner B ä r e n s l e i s ch zum Verkauf — ohne Fleischkarte. Das ausgezeichnete Fleisch war in kurzer Zeit ausverkaust. — GroßSteinheim, 8. Okt. Am Morgen ihres 80. Geburtstages erlitt die Witwe Barbara Reul einen Herzschlag, der ihren Tod nach wenigen Augenblicken zur Folge hatte. ob. Bingen, 7. Okt. Die Leiche eines jungen Mädchens wurde hier geländet. Es handelt sich um ein junges Mädchen aus guter Familie in Mainz, das verlobt war und dessen Bräutigam sich im Felde befand. Wie nun erzählt wird, haben die Verlobten unter sich verabredet, daß. im Falle der Verlobte im Felde lallen würde, auch die Braut den Tod solchen werde. Nachdem die Nachricht vom Tode des Verlobten eingetroffen war, hat die Brallt auch wirklich im Rheine den Tod gesucht. Hessen-Nassau. Die Frankfurter Milchkonferenz. Man schreibt uns: ---- Frankfurt a. M., 10. Okt. Die seit vier Wochen ge pftvgenen Besprechungen der einzelnen Fnteressentengrnpven über eine Neuregelung des Milchpreises ft: den Städten des Frank- fiurder Wirtschaftsgebietes haben bisher noch z-n keiner völligen. Einigung geführt Die Landwirte und sonstigen Milchproduzenten ssordern für das Kittr Milch.frei Station des LieferungsorteÄ 80 Psg. gegen 24 Psg. bisher. Wenn die bisherige Spannung! zwischen Ein-und Verkaufspreis vvn 6 Psg. für die Händler bliebe, dann «würde im Falle einer Einigung der Verkaufspreis t artart 86 Psg. betragen. Doch erklären zahlreiche Händler, daß ihnen der Verdienst von 6 Psg. am Liter im Hinblick aus die erhebliche Verringerung der Milchzusuhr und der dadurch bedingten Verdienstminderung zu klein ist, Mmal auch die sonstigei: Unkosten für An- «und Abfuhr, Pasteurisierung usw. die gleichen geblieben, vrelsach aber ebenfalls gestiegen seien. Zur endgültigen Festlegung der künftigen R^ilchprerft werden von der Konferenz gegenwärttg be: den verschiedenen in Frage kommenden Kreisen, besonders landwirtschaftlichen, Gutacküen eingehvlt. Man hofft, :wch im Lause «dieses Monats eine alle Teile befriedigende Lösung der Milchprers- frage zu sinlden. die vor atfem' auch eine möglichst geringe sinan-i zielle Belastung der Verbraucher vorfteht. * X Hanau, 9. Oft. Gegen .das Zurückhalten der Kartoffeln wendet sich der Landrat des Landkreises Hanah in einer geharnischten Bekanntmachung. Er betont, zu 1 einem Bedauern sehen zu müssen, daß nttt den angeordneten Arbeit«: zur Versorgung der dem Kommnnalverband Hanau zugeteilten Städte 'Hanau irrib Frankfurt a. Ml teilweise noch nicht begonnen sei, und daß man fogar die Ausführ der Kartoffeln hindern und den beauftragten Ifttterkommissionären jede Mithilfe zur Deckung der Not nicht nur versage, sondern ihnen im Auskaufe noch Schwierigkeiten bereite, wodurch die Städte in äußerste Not geraten seien. Er könne sich auch eines Vorwurfes vielen Landwirten gegenüber nicht enthalten, die die ihnen für den eigenen Bedarf nicht zustehenden Kartoffeln trotz der ihnen bekannten Kartoffelnot in den Städten Mrückhalten und mit den Preisen nicht zufrieden seien. Freie Kartoffeln, die nachgewiesenermaßen bei Feststellungen an Ort und Stelle nach dem 10. Oft. versteckt gelagert angetrvffen werden, seien ohne Ausnahme dem Kommünalverbande Versalien, ohne daß eine Entschädigung dafür gewährt werde. Tie bis zum 10. Oktober wicht beveitgestellten Kartoffeln des Kommunalvier- bandes würden alsdann im Wege der Enteignung aufgebracht, wobei der Preis 3 Mark unter dem Höchstpreis zurückbleiben würde. F. C. 2B i e § b a b c n, 9. Okt. Redakteur Dr. Ernst K n 0 t t e, der in Berlin an der Kaiser-Wilhelni-Gedächtniskirche von einem Auto überfahren und getötet wurde, ist aus Wiesbaden gebürtig und war längere Jahre Redakteur an der „Wiesbadener Zeitung." fc. Wiesbaden, 10. Okt. Der jährliche Pachtertrag aus sämtlichen fiskalischen Fischereien im Regierungsbezirk Wiesbaden betrug im Jahre 1677 7785 Mark. Dieser Pachtertrag hat sich bis zum Jahre 1914, also in 37 Jahren, auf 42 600 Mark, also um rund 35,000 Mark, fast um das fünffache, gesteigert. X Fulda, 9. Okt. Der Landrat des Kreises Fulda hat in Erfahrung gebracht, daß von verschiedenen Landwirten die Kartoffeln zu rückgeha>l t e n würden. Er droht an, bei nicht freiwilliger Hergabe der Kartoffeln Enteignung derselben zu niedrigeren Preisen. F. C. Kassel. 9. Okt. Der 14jährige Schüler N 0 t n a g e rettete ein dreijähriges Kind, das in die Fulda gefallen war, von dem sicheren Tode des Ertrinkens. Der wackere Junge hat damit das dritte Kind aus dem Wasser gerettet. ra. Aus dem südlichen Hinterlaud, 6. Oft. Der uralte Bergbau unserer Gegend fyal wieder neue Belebung gefunden, überall werdea: in den Waldungen die Schlackenhatt^nj aufgeräumt und abgefahren. Die Namen: Eiserne Hand, Eisen- roch, Jsselscheid. Jffertal, Schmitte und Schmelzhütte sind älter als jede geschichtliche Ueberlieferung. Cbausseen und fahrbare Wege kannte man aber noch nicht, so wurde der hochhalttge Roteisenstein von Königsberg in Körben auf Pferde- und Eselsrücken nach den Ufern der Salzböde auf die Schmelzmühle ge- braäst.___ ' Eine neue Kriegs waise im Zoologts che n Garten in Frankfurt a.M. DaS galizifche Reh Rosa, das sein Leben unseren Feldgrauen dankt, hat seit einigen Tagen ein Gegenstück im Garten. Der Frankfurter Arzt Dr. Rauch brachte aus den: Osten in seinem Urlaub einen seltsamen Begleiter nttt, der trotz seiner Jugend schon eine recht interessante Geschichte hat. Mitte Jnli fand bei Olkjeniki, ungefähr 40 Kilometer südlich Wilna, eine gröbere Jagd gegen die lästig werdenden Wölfe statt. Hierbei wurden zwei alte, sehr starke Tiere mit ihren Jungen ab- göfchnitten, und es gelang einigen Frankfurter Kriegern, eines der Wölkchen lebend für den Zoologischen Garten ihres Vaterlandes einzufangen. Der kleine Kerl, dem man den Namen ^Peter" beilegte, wurde in einem primitiven Holzgatter gehalten und vorwiegend nut Krähen gefüttert, wobei er sich sehr gut entwickelte. Durch sein außerordentlich zahmes, zutrauliches Wesen erwarb er sich bald viele Freunde. Mehrere Tage lang kam das Elternpaar des Kleinen in der Dunkelheit bis zur Wachtstation an das Gatter ihres Sprößlings. Die Reise ist dem kleinen Russen gut bekommen, und sein neues Quartier, das Gehege nebei: dem Wombat am großen Weiher, scheint ihn: sehr zu behagen, umsomehr, da ihm als OZespieliu das schon als „Kindermädchen" der verschiedensten Raubtiere (Löwen, Tiger, Pumas und Bären) bewährte Hündchen „Butzi" zugesellt wurde. Gelegentlich darf das Wölkchen, von den» Wärter an der Leine geführt, Spaziergänge im Garten unter- nehmen. __ Lin dänisches Tauchboot gesunken. Kvpenha gen, 9. Oft. (WDB.) Als heute das dänische Tauchboot „D y k k er e n" bei Taarbaek auftauchte, wände es von einem norwegischen Dornpser angerannt und sank. Drei Mann von der Besatzung des Tauchbootes wurden gerettet. vermischtes. — Schlüchtern, 9. Ott. Im Nachlaß eines vor etlichen Jahren verstorbenen Schlüchterner Bürgers fand man 1 7 gleich- lauteiü) beschriebene und mit Adressen sorgfältig versehene Postkarten, die aber von den Angehörigen aus gewissen Gründen nicht, wie es der Verstorbene gewünscht, sofort nach seinem Ableben abgesandt wurden. Der Inhalt der Karte wurde jetzt aber doch beörnnt. Er lautet !u. (tu.: „Wem: Sie diese Karte erreichen w:rd, bin ich gestorben, und Sie werde:: die Absicht haben, mich auf meiner letzten Fahrt zum Friedhof zu begleiten. Ich bitte Sie herzlich: Tun Sie das nicht! Ich müßte mich wahrscheinl:ch im Sarge umdrehen wenn Sie auch lstnter ihm mit ihren Wegge nossen sv sckanüos taut sich unterhalten lvürden, wie ich das an Ihnen schon über 20 Jahre bei Beerdigungen beobachtet habe Ich möchte meine Angehörigen davor bewahren, solches Tun als eine Rücksichtslosigkeit zu empsiiweu und vermieden lvissen, daß Sie meinen letzten Weg zu einem Schwatz benutzen. Auch haben Sie wirklich Betrübte durch Ihr Geschwätz immer wieder ge ärgert. Also bleiben Sie, bitte, sreuEchst daheim. Hub nichts für ungut. Ihr N. A." Univerfitäts-Nachkichten. ]\ Marburg, 10. Oftober. Die Einführung des neuge^ wählten Rektors der llniversttät, Pros. Dr. jur. L e 0 nha rd, findet am Sonntag, den 22. Oft., ft: üblicher Weise in der Aula der Universität statt. — Die Anmeldungen von Studierenden zu dem am 15. Oft. beginnenden Wintersemester an der hiesigen Universität werden von diesem Tage an bis zum 5. Nov. im ^Sekretariat entgegengenommen. Für das Belegen der Vorlesungen ist der 12. dtovember der letzte Termin. Gietzener Strafkammer. Gießen, 6. Oktober 1916. Der bereits 16 mal wegen Betrugs vorbestrafte, zurzeit inl Sttafhaft befindliche 68 Jahre alte Taglöhner Johannes Philipp R.. vlon Hainchen war wiedermn eines vollendeten und des versuchten Bletrugs in 4 Fällen angeklagt. Er hat versucht, in Dtichelau bei Büdinge:: durch! die falsche Vorspiegelung, er habe 7 Söshile im Felde, zwei davon seien gefallen, seine Frau sei kürzlich giestorben, er habe noch Holzgeld ^u bezahlen und würde bald gepfändet und dergleichen mehr — Geld zu erlangen. In einem Fall erhielt er auch 50 Pfennige, in den aubern 4 Fällen hatte er keinen Erfolg. Das Gericht erkannte gegen den geständigen Angeklagten, inden: es ihm wegen des geringen Betrags noch einmal mildernde Umstände zubMgte, unter Einbeziehung der gege:: ihn untenn 9. Mai 1916 erkannten Gesamtstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten Gefängnis an eine Gesamtgefängnisftrafe von 1 Jahr ftnd 9 «Monaten. Der Angeklagte erkannte das Urteil alsbald als recbtskräfttg an. Der vom Schöffengericht Nidda wegen Mißhandlung einer Ehefrau zu 2 Wochen Gefängnis verurteilte Lan!> wirt Karl Sh. von Wallernhausen verfolgte gegen dieses Urteil Berufung, um eine mildere Sttafe zu erzielen^ Schon fett einer Reihe von Jahren herrschen in der Fcmttlie Sch. Zwisttgkeitern,' die auch zu Tätlichkeiten auAarten. Sch. wjird beschuldigt, am Morgen des 25. April l. Js. im Felde seine Frau zu^ Boden geworfen und ihr dam: mit einem Dfftelstecher mehrere Schläge versetzt zu haben, wobei der Stiel des Disdelsteckilers entzwei ging. Die Frau mußte wegen dieser Mißhandlung einige Wochen das Bett hitten, auch stellten sich bei ihr die seit langen Jahren nicht mehr ausgetretenen Kränff)fe wieder ein. Das Gericht konnte wegen des brutalen Vorgehens des Angeklagten seiner Ehefrau gegenüber zu einem milderen Urteil nicht kommen, verwarf vielmehr die Berufung und bestätigte somit das erstinstanzliche Urteil. Keinen Erfolg hatte die von der Staatsanwalffchaft gegen das Urteil des Schöffengerichts Grünberg vom 23. August l. Js. eingelegte Berufung, durch ivelches der Gutspächter Wilhelm P. auf dem Warttzof bei Grünberg vojn der Anklage der Milch- sälschuug freiigesprochem wuüde. Nach dem Gutachten des chemische Untersuchungsamts waren der Milch etwa 17 Prozent Wasser zugesetzt worden. Das Gericht konnte sich auch heute aus Gn:nd der Beweisaufnahme von der Schuld des Angeklagten nicht überzeugen und wies deshaM die Berufung der Staatsanwalts schast zurück. Gerichtssaal. X. Hanau, 9. Okt. Die Ehefrau des Maurers Kreß in Fulda hatte ihr 5 Jahre altes voreheliches Kind schwer vernachlässigt und mißhandelt und deshalb vom Schöffengericht Fulda 6 Monate Gcfäirgnis erhalten. Die Strafkammer Hanair als Berufungsinstanz hat heute die Strafe auf 3 Monate herabgesetzt. Israelitische Religionsgesellschast. Donnerstag, den 12. und Freitag, den 13.Okt.1916- Hütten fest. 1. Tag: Vorabend 5.25. Morgens 8.00 Predigt Nachm. 4.00. 2. Tag: Vorabend 6.25. Morgen? 8.00. - Sabbat- feier den 14. Oktober 1916. Vorabend 5.10. Dorm. 8.00. Nachm. 4.00. SabbatauSgang 6.25. Wochengottesdienst: Morgens 6.30, abends 5.00. Märkte. Gießen, 10. Oft. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenrnarkte kostete: Butter das Pfd. 0,00-0,00, Hühnereier das Stück 00 - 00 Pfg., Käse das Stück 10-00 Psg., Kasematte 1 Stücj 3 Pfennig, Kartoffeln das Pfund 5 1 /, Psennig, Milch das Liter 30 Psg., Spinat 00 Psg. das Pfd., Gelberüben 15—18 Psg. das Päckchen, Rosenkohl 00 Psg. das Pfd., rote Rüben 12—15 Pfg., Zwiebeln das Pfund 18-00 Psg., Nüsse 100 Stück 80—00 Psg., Blumenkohl 30—80 Psennig, Sellerie 15-30 Pfennig das Stück, Kopfsalat 5—10 Psg. das Stück, Kohlraben 15—25 Psg., Römisch Kohl 10—12 Psg. das Päckchen, Lauch 0—00 Pfennig das Stück, Weißkraut 20 bis 40 Pfennig, Rotkraut 20 bis 50 Psennig, Gurken grobe 00-00 Pfg., kleine 6—8 Psg^ Bohnen 35-00 Psg. da? Pfd., Birnen 18—22 Pfg. das Pfd., Tafeläpsel 20—26 Pfg. das Pfund. — Marktzeit von 8 bi» 2 Uhr. _ Letzte Nachrichten. Ausländische Zeichnungen auf unsere Kriegsanleihe. Berlin, 10. Oft. Als ein Zeichen des unverminderten Vertrauens zu unserer militärischen und wirtschaftlichen Kraft uud Leistungsfähigkeit kann die Tatsache betrachtet werden, daß die Zeichnungen aus die fünfte deutsche Ki'iegsanleihe im neutralen Auslande laut „Berl. Lokalanz." nicht unerheblich selbst gegen das vorige Mal zugeuommen haben. Neue K'riegskreditc. Köln, 10. Oft. Die „Kölnische VollszeituncL' meldet aus parlamentarischen Kreisen, daß in der Tägung des Reichstages ein neuer Kriegskredit von 12 Milliarden geftr- dert werden wird. Die Schlacht bei Kronstadt. Berlin, 10. Oft. Ter Berickittrstatter des „Berliner Tageblattes" Dr. Köster meldet von dem 2lrmeeoberkommant« Falkenhayn inner dem 8. Oft.: Die Kämpfe, die der Einnahme von Kronstadt voraus und parallel gingen, spiettci: sich :M Oste:: und Nordwesttm der Stadt ab. Schon am Nachmittag dos 7. Okt. drängten deutsche Kräfte auf der Sttaße Höltvmny- .Kwn- stadt von Nlvrdeii her bis an die Eisenbalmlinie am Rande der Stadt vor, :vv sie bei Einbruch der Dunkelheit in Kämpft bfctH wickelt wurden. Weichzeittg stießen nnMrisäw Trmppen mm Wes^n her über Vidoinbak gegen die Station Brassv Bertalon vor. Du: R:m:änen, die sich überall käinpfend zurückzogen, zündeten hrerbei Fabriken und Magazine au. Ilm 4 Uhr flog eine Petroleumraff: , mrie im Westen der Stadt in die Luff. Die Spadnnnfabrck östttch, des Hauptbahnhofes brannte seit mittag. De:: ganzen 2lbe:rd leuchteten rote Fenerbrände aus der Richtung Kronstadt über das Burzener Land, in dessen deutschen Dörfern rührende Svoges^ feiern zu Ehren der Befreier stattftrnden. Fern von seiner lieben Heimat, in fremdem Lande, mußte auch er sein junges Leben dem Vaterlande opfern, des. 40. V. 30. Jung und einfach war sein Leben, Treu und fleißig seine Hand. Und so wollt er weiter streben, Muß nun ruhn in Feindesland. Wie hast du wohl in letzter Stunde Gesehnt dich nach dem Elternheim, Nun ruhe sanft du lieber, guter. 0 braver Sohn, geliebter Bruder, Sollst nie von uns vergessen sein. Die Todesstunde schlug zu früh, Doch Gott der Herr bestimmte sie. Wiedersehn war seine und unsere Hoffnung. Allen Verwandten und Bekannten hiermit die schmerzliche Mitteilung, dass unser lieber, unvergesslicher Sohn und Bruder, Karl Reeh Musketier im Inf.-Regt. 250, 7. Komp. am 21. September nach 17 monatiger treuer Pflichterfüllung im Alter von 21 Jahren den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. In tiefer Trauer: Familie Reeh. Jung und einfach war sein Leben, Treu und fleißig seine Hand. Und so wollt’ er weiter streben, Muß nun ruhn in Feindesland. Du hofftest auf ein Wiedersehn, Doch war es rasch um dich gescheh'n. Nun ruhe sanft, du braves Herz, Wer dich gekannt, fühltunsern Schmerz Plötzlich und unerwartet erhielten wir die tieftraurige Nachricht, daß unser innigstgeliebter, herzensguter, hoffnungsvoller Sohn, Bruder und Schwager [012485 Grenadier Friedrich Geis im Grenadier-Rcgt. \r. 11, 6. Komp., 2. Batl. am 28. September 1916 im Alter von nahezu 20 Jahren den Heldentod für sein Vaterland erlitten hat In tiefem Schmerz: Leonhard Geia n. Fran Gertrud© Gels u.'Bränüsam z. Zt. in Konstantinopel Oskar Geis z. Zt. Monteningen Karoline Geis. Luhmühle—Großen-Linden, Lützel-Linden, 9. Oktober 1916. Reehmühle bei Bieber, den 8. Oktober 1916. 7325 D Londorf, den 9. Oktober 1916. 7297 Wiedersehn war feine und unsere Hoffnung! Du gingst von unS mit frohem Herzen Und hofftest auf ein Wiederfeh'n: Doch gröber sind jetzt unsere Schmerzen, Da es nunmehr um dich gescheh'n. Nun ruhe sanft, du gutes Herz, Wer dich gekannt, fühlt unfern Schmerz. Aus dem Felde erhielten wir am 30. Sept. die traurige Nachricht, dah unser lieber Sohn Landsturmrekrut Heinrich Sauer Akt. Jnfanterie-Regt. 116, 6. Komp. im Alter von 23 Jahren, nach 7monatiger treuer Pflichterfüllung, am 26. Sept. durch Granatschub fürs Vaterland gefallen ist. In tiefer Trauer: Heinrich Sauer III. Frau Anna Katharina Sauer Bruder Christian, z. Zt. im Felde «Rußland) Schwester Maria in Hilchenbach, nebst Familie und alle Verwandten. Londorf, den 9. Oktober 1916. (729SD Am 17. September ist unser Beamter Herr Wilhelm Stein Musketier im Inf.-Regt. 116 in einem Feldlazarett den Heldentod fürs Vaterland gestorben. 7302D Wir verlieren in ihm nicht nur einen strebsamen und tüchtigen Beamten, sondern auch einen lieben, guten Menschen. Er wird uns in stetem, guten« Andenken bleiben. Zentral-Jnkassosteüe der Viktoria - Versicherung - Gießen. Wiedersehn war seine und unsere Hoffnung. Jung und einfach war fein Leben, Treu und ffettzig seine Hand, Und so wollt' er weiter streben, Mutz nun ruhn in Feindesland, Wie hast du wohl in letzter Stunde Gesehnt dich nach dem Elternheim, Nun ruhe sanft, du lieber guter, O braver Sohn, geliebter Bruder, Sollst nie von uns vergeffen fein. Freunden, Verwandten und Bekannten teilen wir die traurige Nachricht mit, dab unser herzensguter Sohn Heinrich MuSketen-Batl. Nr. 2, 2. Komp, am 30. September den Heldentod fand. Er durchbrach alle feindlichen Sperren, leistete seinem Vaterlande über 2 Jahre treue Dienste und opferte ihm zuletzt sein hoffnungsvolles Leben. Infolge seiner Tapferkeit war ihm die Hessische TapferkeitSmedaille verliehen worden. In tiefer Trauer: Heinrich Wihner VIII. und glrau Katharina Wihner Bruder Georg, zurzeit im Felde Emilie Theist, Braut des Gefallenen Namilie Wilhelm Tbeist, WeiterShain nebst allen Verwandten und Bekannten. Durch einen Unglücksfall verloren wir meinen lieben Mann, unfern treuen Vater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn und Schwager Unteroffizier der Reserve HemiannOpper Inf.-Regt. 168 Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Heff.Tapferkeitsmcdaitle im Alter von 29 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Emilie Opper, geb. Scrth, u. 2 Kinder JohS. Opper IH. und Familie Georg Heinrich Serth II. u. Familie. Ettingshausen, Post Grünberg (Hessen), den 9. Oktober 1916. 7306E Die Beerdigung findet in Ettingshausen statt. Danksagung. r . ^ür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres unvergebltchcn teuren Entschlafenen Herrn Georg Weisel Privatier sagen herzlichen Dank. [7316 In tiefer Trauern Frau M. Weisel geb. Findt, Lich Familie L. Bärrn, Frankfurt a. M. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schmerzlichen Verluste sagen wir aus diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. pn Die trauernden Hinterbliebenen: I. d. N. Louis Haber. Gießen, den 9. Oktober 1916. West-Anlage 44. ülar i isi®»€§pf@r»taf|| Es gingen ein für den Vortrag in der Büchfensammlung aus Einzclgabcu 145,75 M k. 4231,78 Mk. 415.— M t. 4*792,53 Mk. _ in Sa __ Zu den Einzelgaben spendeten auner den schon Genannten: Frau Kommerzienrat Heyligenstaedt, Verein ehemaliger 116er, Frl. Renk, die Herren Gust. Schmidt, Vierau, Hölzel, Reiber, Direktor Bücking und ungenannte. Allen denen, die zu dem so schönen Ergebnis beigc- tragen haben, Gebern, wie Sammlern und Helfern, sagen wir herzlichsten Dank. Namens des Flotten-VereinS nnb des Marine-Vereins. _ Pr. Heuser, Obcrbibliothckar. 7I509D Ich übe im Monat Oktober Praxis aus. Sprechstunde wochentags: 10—12 Uhr. Prof. Brüning Spezialarzt für Chirurgie und Orthopädie. Friedrichstraßc 11 . [7304 Meine liebe Frau, unsere teure Mutter, Großmutter, Schwiegermutter und Schwester Frau Charlotte Kühnhold verw. Werner, geb. Schmidt ist heute mittag 1 1 /. 2 Uhr nach kurzem Leiden sanft in dem Herrn entschlafen. 012504 In tiefer Trauer: Friedrich Kfihnhold, Rentner Ernestine Köhler, geb. Werner Prof. Dr. Ferdinand Werner, M. d. R. Oberassistent Rudolf Köhler Hedwig Werner, geb. Krauße Friedrich Schmidt, Musikdirektor Wilhelm Schmidt, Lehrer und 5 Enkelkinder. Gießen (Kaiser-Allee 58), Buchschlag, Butzbach, Friedberg, Frankfurt a. M., 10. Oktober. Die Beerdigung findet statt Donnerstag, den 12. Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs. Heute nachmittag ist auch unsere innigstgeliebte gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester und Tante Frau Elisabethe Appel geb. Biedenkapp im Alter von 75 Jahren sanft entsohlafen. Dies zeigen tiefbetrübt an: Maria Huntemann geb. Appel Jacob Appel und Frau geb. Kreutz, Krofdorf Käthe Appel Fritz Appel und Frau geb. Bott Karl Appel und Frau geb. Seite Hch. Appel z. Z. im Felde Tilly Göbel geb. Appel Otto Göbel und 14 Enkel. Giessen (Leihgesternerweg 9), den 9. Oktober 1916. Die Beerdigung findet statt Donnerstag nachmittag Y 2 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof. 7828 iJWFf-i: . -I&tt 'Avi. i ’ -'io Minna Körners West-Anlage 48 liehrficher: Gehörbildung, Musikdiktat, Analyse, Primavista-Sinj?en, Theorie d. Musik, Harmonielehre.SUmentar-Klaviorspiol, Hökers» KlaWersplol (Solo, Ensemblespiel, Uebungen im Begleiten). Anfang des Winter-Semesters 1918/17 Montag, den 16. Oktober. ; l0Ä Festsetzung des Stundenplanes Donnerstag, — den 12. Oktober, nachmittags 2‘/j Uhr. — (AgUch eratkl. 'aämla&flHtsa-ICagaeBle Hotel Happen. 7110 Dir.: Hermann Steingoetter. DieuStaa. 10 . Okt. 1916: »i Anfang 8 Ubr Gewöhnt Preise lermätzigt) Nathan der Weise Ein dramatisches Gedicht in 5 Aufzügen von Gotth. Ephr. Lessing. ^ Ende 10V 4 Uhr. [ 7M8 c Freitag, 13. Okt. 1916: ^ Abends 8 Ubr 1. Freitags - Abonnements- m Vorstellung. Gewohnt Preise iermirfflgt) VolcSstück in 5 Bildern , Leo Kästner u. HanS Lore Ende 10'/« Uhr.