Kt. 253 Der Gletzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Sietzrncr Hamilienblätter; Ureisblatt für den Ureis Gießen. vezngspreis: monatl. 90 Ä., viertel- jähtt. Mk. 2.6b-. durch Abhole- u. Zweigstellen monatt. 80 Pf.: durch diePost Mk. 3.45 viertel« jährl. ausschl. Beitellg. ^ernsprech - Anschlüsse: iur dieSchristleituug112 -petlag,Geschäftsstelle51 NnschrcktsürDrabtnach- ichten: Anzeiger Gietzen. Postscheckkonto: Frankfurt a.M. H686 Erftrs Blatt 166. Zahrgang Mittwoch, { r y> äj, «r V »ehener Anzeiger Genera!-Anzeiger für Oberhesse« Mittwoch, {. ©Kober 141« nähme von Anzeige.i '. die Tageknllnnner bis zu:» Nachmittag vorher. 5eilenprei§, f. Anzeigen: örtlich 20 Pf., Vermietungen u. Stellengesuche 15Ps., auswärts 2b Pf., b. Plahvorschrift^ 30 Pi., Reklamen 7b Pi., bei Platzvorschrist 90 Pf. Hauptschristleitcr: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u.Feuilleton: vankoerkehr: Aug. Goetz: Stadt und Erwerdebonk Ziehen Lm>d,B°r„>ischt-L,uGe. rrchtsiaal: Fr. R. Zenz.. Zwillingrrunddruik ».Verlag: Brühlsche Univ.-Such- ». Strmtruekrrei «.Lange. Schriftleitung, Geschästrftelle ».Druckerei- Schulstr. 7. süm!uch°'in iit'blt Eine neue große Niederlage der Russen in Wolhynien. (WTB.) Trotzes Hauptquartier, 3. Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Herzog Alb recht von Württemberg. Bei Lombartzyde nahe der Küste brachten unsere Alatrosen von einem erfolgreichen Patrouillenuntcrnehmen zweiundzwanzig gefangene Franzosen mit. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz R u p p r e ch t von Bayern. Die Schlacht nördlich der Somme ging unter andauerndem gewaltigen beiderseitigen Artillerieeinsatz weiter. Nördlich von Thiepval und nordwestlich von Eourcelctte entrissen'wir den Engländern einzelne Gratz c n st ü ck e, in denen sie sich eingenistet hatten, und erbeuteten mehrere Maschinengewehre. Besonders erbittert wurde zwischen Le Sars und der Stratze Ligny—Thilloy— Flers gekämpft. Mit schwersten Opfern erkauften die Engländer hier einen geringen Gelärrdegewinn beiderseits des Gehöftes Eaucourt-L'Bbbaye. Zwischen Gueudecourt und Morval hielt unsere Artillerie nach Abwehr von viermal frühmorgens aus Lesboeufs vorbrechenden Angriffen die feindliche Infanterie in ihren Sturmstellungen nieder. Starke französische Angriffe an und westlich der Stratze Sailly-Nancourt sowie gegen den Wald St. Pierre Baust gelangten zum Teil bis in unsere vordersten Verteidigungslinien. Sie sind im Nahkamps wieder gesäubert. Südlich der Somme verschärfte sich der Artillcriekampf kl der Front beiderseits von Vermandovillers zeitweise erheblich. Ein französischer Angriffsversuch erstickte im Sperrfeuer. Orftlicher Kriegsschauplatz. Front des Gcneralfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Von der Heeresgruppe des Generals vonLinfingen wird gemeldet: „Der erwartete allgemeine Angriff westlich von Luck gegen die Truppen des Generalleutnants Schmidt von Knobelsdorfs und die Gruppe des Generals v. d. Marwitz — Armee des Generalobersten Tersztyansky — setzte heute (am 2. Oktober) nach autzerordentlich heftiger Artillerievorbereitung ein. Von 9 Uhr vormittags ab brach der Angriff los. Unter rücksichtslosem Menschenverbrauch stürmten die russischen Korps bis zu zwölf Malen, die beiden Gardekorps sogar siebzehn Male an. Das kürzlich bei Korut- nica schwer geschlagene 4. sibirische Armeekorps ist augenscheinlich auS der feindlichen Linie verschwunden. Alle Angriffe brachen unter durchweg ungewöhnlich hohenblutigenVerlustendesGegncrszusam- m e n. Wo feindliche Abteilungen in völlig zerschossene Gräben eindringen konnten, so nördlich von Zatnrey, wurden sie durch Gegenstotz sofort hinausgeworfen. Wiederholt trieb die russische Artillerie durch Feuer auf die eigenen Gräben die Truppen zum Sturm, oder suchte die rückflutenden Angriffswellen zur Umkehr zu zwingen. Es ist festgestellt, datz der rwr- 'übergehend in einzelne Gräben eingedrungene Feind unsere dort zurückgebliebenen Verwundeten ermordete. Unsere Verluste sind verhältnismäßig gering. Der erfolgte Gegenangriff nördlich der G ratz erka wurde noch erweitert. Die Zahl der eingebrach- ten Gefangenen erhöht sich auf einundvierzig Offiziere, zweitausendfünfhundertachtundsiebzig Mann. Die Beute beträgt dreizehn Maschinengewehre. Front des Geilerals der Kavallerie Erzherzog Karl. In Fortsetzung ihrer Angriffe am östlichen Zlota Lipa- Ufer gelang es Den Russen, bis zur. Lysonia-Höhe (südöstlich von Brzezany) vorzudringen. Sie sind von deutschen, österreichisch-ungarischen und türkischen Truppen wieder zurückgeworfen. Nördlich des Dnjestr gelang ein kurzer Vorstotz einer deutschen Abteilung. Kriegsschauplatz in Siebenbürgen. In der Gegend von Bekokten (Baranykut) nördlich von Fogaras stießen vorgehnide deutsche und österreichisch-ungarische Truppen auf überlegene rumänische Kräfte, vor deren Akkgriff sie sich wieder zurückzogen. An der Grenze westlich des Roten-Turmpasses versuchen die Rumänen unsere Postenkette zu durchbrechen. Kleine Kämpfe sind dort im Gange. Im Hoetzinger- (Hatszeger) Gebirge wurden feindliche Angriffe abgeschlagen. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mg ck e n fe n. Fm Rücken der südlich ton Bukarest über die Donau gegangenen rumänischen Truppen zerstörten österreichisch-ungarische Monitors die iiber den Strom geschlagene Ponton-Brücke. Die gestern auf breiter Front aus der allgemeinen Linie Eobadinu—Topraisar—Tuzla wiederholten feindlichen Angriffe sind abermals an dem Widerstand der tapferen bulgarischen und türkischen Truppen gescheitert. Es wurden über hundert Gefangene gemacht. Mazedonische Front. Der Angriff gegen die nordwestlich des Tahinos-Sees über den Struma vorgegangenen Engländer hat Fortschritte gemacht. Der erste Generalquartiermeister Ludendorff. k® o if/ys/csr.'ft' o SofrsAv reen/ Oras&n/ \ Cirresni PMfrrofli \'C/S/vecr‘. o-U/t ** \ Spsnf nMpifenitea [s/frourem / y \ fjßi/tfen/ C CsMrgre/?/ o 0 Cgms/Jo WacZr/or H V//' V^cZ/frd // k/ tße/7, ^ I fr- Cncmti jg "ß/urgA// & . /Fscf&refrL *//atere/e \ Cssc/csre/e , Cfr/r&offf ■TQtrgkan tieäor W/7 ' y&yecfroro ■%r^ rr7/ 27 /snce „ 0^4? o” /C '■% Je „ lV ?fZ' b!Jn5r * /Ters-ac' ° °G/oiMo 0o/er77t /7%/ALTl J y/ssrea yr/r/r/t jrrj/rfl'fr o fr'osoi/ \ 7 t ■tfgJAntec'ra \rj%n J 'srvf&'frß Cerre/7 JZ | ß/e/7/*-\ £s&/en/A c . üer Kämpf um dm ßmu-i/bcrgunfr südlich IMurasf MTS. 33b. ’ m i C ' Hm ' Wir dürfen, wenn ungeduldige Stimmungen uns au- wandeln und die täglichen Heeresberichte uns seufzen lassen darüber, daß noch keine Entscheidungen großer Art in Sicht sind, eines nicht vergessen: seit einigen Wochen haben wir gegen einen Feind mehr, gegen Rumänien, zu kämpfen. Da dürfen wir uns schon beglückwünschen, daß diese ^ieue Kriegserklärung so ganz und gar keine bösen Folgen für uns gehabt, im Gegenteil, daß das deutsche Schwert einen neuen, hellen Klang aezeigt hat. Die Schlacht von Hermannstadt war, trotz der verhältnismäßig kleinen Gesan- aenenzahl, eine Bernichtungsschlacht für die gegnerischen Truppen. General v. Falkenhayn hat einen Erlaß an seine Tapferen herausbegeben, aus dem wir mit wimscheirs- werter- Deutlichkeit' die volle Bedeutung des Ereignisses erkennen. Die Rumänen werden sich, so viel steht uns fest, keine Lorbeeren pflücken. In der Dobrudscha sowohl wie in Siebenbürgen haben starke Fäuste gegen sie zum Schlage ansgeholt. Ist es nur der Geist der Rache, des heftigsten Unwillens gegen die treulosen neuen Feinde, deren Doppelzüngigkeit vor deni Kriege nach des Reichskanzlers Enthüllungen in der Geschichte ekelerregend dastehen wird, der unsere Heeresleitung zu diesen KraftaufwendNngen gerade an den rumänischen Grenzen veranlaßt? Wir glauben, nicht Hindenbnrg läßt sich ferne strategischen Gedanken nicht von Wut und Rache trüben. Die Sache liegt anders, und der französische Militärkritiker Herve, der in seiner „Mctoire" gegen offiziösen Optimismus seine loarnende Stimme erhebt, kommt der Wahrheit schon näher, wenn er meint: „Ach lasse mir deir Kopf abschlagen, wenn die Deutschen nicht eine Million Menschen gegen Rumänien werfen. Wie kann man nur verkennen, daß unsere Feinde, wenn sie sich auf der englisch-fra.tzösischen Front, auf der italienischen Front, auf der Front in Rußland und Polen und auf der Front von Salonik in der Defensive halten, das nur tun, um trotz ihrer Erschöpfung eine besondere furchtbare K r a f t a n st r e u g u n g gegen die rumänische Front zu unternehmen, wo eine Niederlage ihnen mit einem einzigen Schlage den Verlust von Ungarn, Bulgarien und der Türkei bringen müßte!" Ob wir nun gerade eine volle Million Soldaten nach diesem Kriegsschauplatz geschickt haben, lassen wir dahingestellt sein, jedenfalls hnt Herde recht, daß gerade im Osten Großes für uns auf dem Spiele steht. Der Eintritt Rumäniens in den Krieg hat uns die Hoffnung nicht ausgelöscht, daß im Osten wohl zuerst der Friede reifen möge? Hindenburg kennt seine Russen! Wie erhebend tönt es aus den neuesten Heeresberichten, daß die erneuten heftigen, zum Teil 17mal wiederholten russischen Massenstürme in Wolhynien wieder vollständig und mit größten Verlusten für die Angreifer zusammengebrochen sind! Das sind Fingerzeige aus der Zukunft. Halte aus, deutsches Volk, harre noch ein wenig, dann wird dir aus deinen Taten, nicht aus großen Worten von Staatsmännern, der Segen erwachsen. Dann wird der Erntend schätze r, ob er Bethmann Hollweg oder anders heißt, mit Unterstützung von Wissern und Helfern, kein Feld im Dunkeln liegen lassen. Heros, der die neue russische Niederlage in Wolhynien noch nicht kannte, macht dem Zaren folgende Vorstellung: „Unsere tapferen russischen Verbündeten sollten deshalb unsaren Vettern in Rumänien nicht mit einem Expeditionskorps zu Hilfe kommen, sondern mit einer mächtigen Armee. Was würde unseren Verbündeten aber die Einnahme von Lemberg nützen, wenn sie die Deutschen nach Bukarest gelangen lassen?" Einstlvei- len scheint es zu spät zu sein. Auch für siegreiche Schlachten muß zuvor das Saatkorn ausgeworfen werden. Die Stimmung in Petersburg schien schon in den letzten Tagen etwas gedrückt gewesen zu sein. Der neue Minister des Innern, Protopopow, der bisher Vizepräsident der Duma gewesen war, erklärte in einer den Pressevertretern gewährten Unterredung, „der Krieg müsse, wie furchtbar uitb schwer er auch sei, doch bis zum Ende durchgesührt werden. Der Schwung, der alle Trennungslinieu beseitigt und Rußland in dem Streben nach dem Siege geeinigt habe, beweise, daß diese Ueberzeugung auch in'das Volksbcwußtsein gedrungen sei." Das sind selbstverständliche Bemühungen, die Stimmung zu erhalten, aber sie legen kein Zeugnis ab von übergroß e m Vertrauen in die übrig gebliebene militärische Kraft Rußlands. Heute sprach Herr Protopopow noch so, morgen würde er auch anders sprechen können. Im Berner „Bund" spricht -Stegenrann von der Reorganisierung der Front der Zen traunächte, die eine zwci- nronatige Tätibkeit der deutschen Heeresleitung notwendig geniacht habe, jetzt aber wohl beendet sein könne. Er fährt dann fort: „Ob aus der Ruhelage Offensivpläne der Zentcalmächte erwachsen, muß'die Zukunft lehren. Die Tätigkeit Hindenburgs und Ludendorsfs rechnet mit langen Fristen. Das verkennen, heißt die Lage, die Voraussetzung ihrer Neubildirng und die Energie ver-< kennen, die von, den Heeresleitungen der (Ärtente eirtfaltet wich, um die allgemeine Druckoffensive zum Ziel zu führen. Zugleich parieren, ausgleichen, die Zügel sammeln und die Kräfte aus das Entscheidungs'feld lenken, das ist eine Aufgabe, lvjie sie unter fa riesenhaften Verhältnissen noch nie einer Heeresleitung gestellt war. Nur >ver überzeugt ist, daß Deutschland und seine^Verbündeten ihre Kräfte erschöpft und in den großen Llussallsoffensiven und der >ausgezwungenen Defensive verausgabt haben, kann annehmen, daß die Kriegslage heute lediglich durch das bestimmt wich, was sich sicht- und hörbar vollzieht, durch die Sommeschlacht, die Kämpfe am Karst, die Rtasscnangrisse BrussilowS, die russisck>-rnmänische Kiarpathcnoperativn, die Offensive Scrrrails, die Dobrudscha- kämpfe und die Kämpfe der Türken in Asien. Man erinnere sich an die Lage, die genau vor einem Jahr bestand. Damals lvar Iwanow erfolgreich zur Offensive über Luz-k vorgebrochen, standen die Franzosen in dev Chanrpagnc bereits jenseits der deutschen Linien nördlich von Massiges, war die Türikei von den Zentralmächten abgeschnitten und Serbien noch ein auftechter Gegner mrd im Besitz seiner ganzen Flankenposition an der Do^rau. Damals wurde die rusftsche Offensive von den Oestcrreichern und Deutschen mir nrühsam ge- dcnnnck, der Durchbruch in der Champagne mir durch Einsatz der deutsckijen Wgonnen- und Aisncdivifionen verhütet, die, Regiment für Regiment herangeworseir, ohne Stand und Graben die ftan- z-ösis.chien Angriffe auf platter Erde abwehren und Zeit zur Eirr- richtung neuer Linien erkämpfen mußten — damals war die Lage für die Zentralmächtc viel gespannter als heute, denn die rasche Oeffnung des Weges nach Konstmttinopel war für sic und die Türkei eine Frage auf Leben und Tod.^ Die französische Fachkrilik sah die Lage damals im hellsten Lichte: einer ihrer besten Vertreter, General Chersils, stellte der Donau- offensive Mackensens, an die man überhaupt nicht recht glauben wollte, obwohl sie geradezu von den Verhältnissen vor- gezeicknet war, das übelste Horoskop und schrieb im „Echo be Paris": „La marche aontre la Scrbie goicr dslivrer Constan- tinople resterait inte vpsration militairement condamnö k un eck,ec presgue certain." Heute ist Konstantinopel trvtz des Eingreifens Rumäniens auf der Seite der Entente nrit Zcntralenropa direkt verbunden, Rußlands Seebasis in Wladiwostok und Archangelsk aufs neue vonr Eis bedroht und die Front der Zentrale machte int Osten wieder fest, im Westen nicht so gefährdet !vic damals, sondern ihre Verteidigimg unter Frontverkürzungeirr int Kalkül vorher gesehen. Hüten wir uns daher, die Kriegslage aus Grund der schweren Schlachten an der Svnune und in Galizien festOrlegen und suchen lvir die Sachlage nicht nur nach den sichtbaren Dingen, sondern a n ch n chck) neuen M ö g l i ch k e i t ckü zu beurteilen, wie das im .September 1915 angezeigt »var, als die Kanonade von Semendria begann. Der Krieg neigt sich, als rein inilitärisches Problem betrachtet, voraussichtlich noch lange nickst zum Ende." * * * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 3. Oft. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlantbart: 3. Oktober 1916. O e ft l i ch e r Kriegsschauplatz. Front gegen Rumänien. Bei Petroseny und im Bereiche des Veres Toronu- ter (Roten Turm ) Passes wurden rumänische Vorstöße abgeschlagen. Bei Baranykut (Bekolten) traf eine Gruppe deutscher und österreichisch-ungarischer Kräfte auf einen starken rumänischen Gegenstoß, der die Verbündeten etwas zurückdrückte. Heeresfron tdcs Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Nördlich von Bohorodczany scheiterte ein Neber- gangsversuch der Russen über die Bysttlica-SolotwiA^ka. Südöstlich von Brzezany machte der Feind die grötzten Anstrengungen, sich in den Besitz der Höh? Lysonia zu setzen Er wurde in erbitterten Kämpfen zurückgewiesen. Heeresfron tdesGeneralfeld marschalls Prinzen Leopold von Bayern. In Wolhynien brach gestern nach einem durch die feindlichen Niederlagen vom 27. und 28. SepteÜcker er- ttvungrnen rtn neuer russischer Ansturm hegen die Armee des Generalobersten von Terszwanski los. Nach mehrstündigem rn'mmelfener warf der Feind seine Massen gegen d,e zwischen Swiniuchy und Zatnrey stehenden österreichisch- ungarischen und deutschen Streitkräste. Im Raume von ^winiuchn rannte der Feind siebzehnmal Sturm, südwestlich von Znturen bis zu zwölf Malen. Auch nördlich von Zaturey breitete sich der Kampf aus. Au allen Teilen der angegriffenen Front konnte beobachtet werden, welch reichen Gebrauch der Feind von seinem Geschützfeuer gegen die eigenen Graven und gegen seine zurückflutenden Regimenter ^nachte. Die Gefangenen sagen aus, es sei allen Truppen aufgetragen worden, Wladimir Wolhpnsk um jeden Preis zu gewinnen. Die neu aufgefiillten russischen Garden wurden abermals hingeopfert, znm drittenmale in einer kurzen Spanne Zeit. Aber alle Opfer waren vergebens. Die Russen wurden überall zurückgeschlagen. Unsere Stellungen sind restlos in unserem Besitz. Der Feind hat sich eine neue schw ere N i ed erla g e geholt. Die Zahl der in den letzten Tagen südlich von Brodp eingebrachten Gefangenen beträgt 41 Offiziere, unter ihnen ein Oberst, und 2758 Mann. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Hohen östlich Görz und die .Karsthochfläche stehen andauernd unter lebhaftem Feuer. An der Fleimstal-Front hat der Feind seine Angriffstätigkeit wieder anfgenommen. Unsere Stellungen beiderseits des Travignolo-Tales und mehrere Abschnitte des Fassaner Kammes wurden von der italienischen Artillerie stark beschossen. Bersaglieri griffen den Col Brieon Pieeolo wiederholt an. vermochten das letztemal auch in die zerschossenen Verteidigungsanlagen einzudringen. wurden aber durch Ge cute dem Folketing den Finanzgesetzentwurf für 1917/18 vor. Er erklärte dabei, die Ausfuhr Dänemarks gastlichen Erzeugnissen, die im Jahre 1913 5 j 4 Millionen Kronen betragen habe, sei im Jahre 1915 schätzrmgsweise auf 800 Millionen Kronen gestiegen infolge der Ausfflhrsteigerung von Fleisch, besonders Schweinefleisch, Butter lind Eiern. Tie Ausgaben nach dem Staatshaushcckt für 1915 bis 1916 überstiegen die Einnahmen um 70 Millionen Kronen, die größtenteils durch Anleihen gedeckt seien. Im laufenden Jahre würden die Ausgaben des Militärbudgets etiva 100 Millionen betragen. Die Teuerungsausgaben erforderten etwa 30 Millionen Kronen. Für die Jahre 1914 bis 1918 erforderten die Verhältnisse des'Krieges eine gesamte Mehrausgabe von 200 bis 250 Millionen Krvncn. Davon seien noch 100 Millionen Kronen zu beschaffen. Es würde richtig sein, diesen Betrag recht zeitig durch eine Anleihe zu sichern. Wenn er noch keinen dahingehenden Vorschlag eingebracht habe, so sei dies geschehen einerseits, null man nichts über die Dauer des Krieges wisse, der mög lilcherweise unerwartet schnell zu Ende gehen könne, andererseits aber der Staatskasse -aus anderer Quelle sehr große Beträge zu- sließen könnten. Der Keldzug in Ostafrika. London, 30. Sept. (WTB.) Das Reutersche Bureau mel det, daß der Feldzug in O st a s r i ka beinahe beendet ist. Das Hauptereignis in dieser Woche ist die Besetzung von Tabora. wo die Deutschen von schwerer Artillerie über eine Front von ungefähr 30 Meilen aus den Stellungen vertrieben wurden. Tie Belgier drangen von zwei Seiten in die Stadt ein, während sich die Deut scheu rasch zurückzogen. mann frei gegen en und es steift zu erwarten, oag auct? ote Gerne ullu ipuj. uu )wq ^uuua, um 72-für f«A3 Wörter, von 74 Pf,?, für sieben Meter, von 76 $fa für acht Wörter, um .78 Psg. für neun Wörter, von 80 Psg. für zehn Wörter. Im .Telegrammverkehr nach Oestcr- xetidi bleibt bic Wortgebühr von.7 Pfg. unverändert. ** Der n ü ch st e Städtische S e e s i s ch m a r f t beginnt Donnerstag, den 5 Oktober 1916, nachmittags 2 Uhr, in den Marktlauben. Landkreis Gietzen. D all bringen, 3. Okt. Photograph und Gastwirt Emil Schäfer hier züchtete eine S o ll ll e n b l u m e , deren Stamm bei einer Höhe von 3,16 Meter einen Umfang von 19^ Ztm. hat. Die Blume hat einen Umfang von 1,35 Mtr. — Dem Musketier Wilhelm Schäfer, Sohn des Obengenallnten, Nes.-Jnf.-Rgt. 354, wurde die Hessische Tapserkeitsmedaltle verlieheil. z. Geilshausen, 3. Okt. Bei der S ch ü l e r z e i ch n u n n für die 5. Kriegsanleihe beteiligten sich 55 von 85 Schülern mtt .1885 Mk. und zwei Erwachsene mit 700 Mk., zusammen 2585 Mk. — Wehrmann Wilhelm Wagner bei erner bayerischen Munitions-- kolanne erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. — Wehrmann ^Friedrich Schnabel wnrde znin (Befreiten befördert. '* Londorf, 3. Okt. Am 30. September erhielt die Familie Heillrich Sauer III. von hier die schinerzliche Nachricht, daß ihr Ältester Sohn Heinrich am 26. September in beit Kämpfen an der fßomrne den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. Ihr zweiter tSohll kämpft in Galizien. — Bei der am Sonntag durch den (Vorsitzenden des hiesigen Flottenvereins Eifert veranstalteten Sammlung für den Marine-Opsertag wurden in hiesiger Gemeinde 141,15 Mk. etngesammelt. Kreis Büdingen. * --- Bübingen, 3. Okt. , Jtzr ganzen Kveisbereich ist die Atvetschen reffe so weit vorgeschritten, daß eine ungenügende Ver- iwerttmg Her Früchte M befürchten ist. Infolgedessen hob das Kttis- -airtt bic .Beschlagnahme der ZWetschen bis auf weiteres auf, gestattete jedock) den ,Verkauf nur *ttrnerhalb des Kreises. — Für ^)as MetzgerlMidwerk des jKveises Müdingeu wurde am letztens 'Sonntag eine Zwangsinnung errichtet. ** Büdingen, 3. Oktober. Ter „Allg. Büdinger Anz." . schreibt: Ter durch den Brand der H o s m ü h l e von Forth in Lißberg entstandene Schaden hat sich nachträglich als bedeutender als Au Anfang angenommen heraus gestellt. Tie Scheune, ein Teil der Stallungen und das Mühlgebäude sind vollständig nieder- gebrannt, das Wohnhaus ist dank dem tatkräftigen Enschreiten tbrr Feuerwehren von Lißberg und Ortenberg, abgesehen von einigen Schäden, erhalten geblieben. Glücklicherweise ist der Qager- besdand der Mühle an Getreide Md Mehl nicht groß gewesen/ säst die .Hälfte des .Lagerbestandes an Getreide konnte zudem gerettet werden. 4- Stöbern, 3. Okt. Aus zwei in allen Teilen wohlge- lungene Veranstaltungen darf die evangelische Gemeinde Lißberg gcklegenttich der Einweihung ihrer neuen Orgel am Sonntag, denj I. Oktober, zurückblicken. Die eigentliche Einweihung erfolgte im Festgottesdienst des Vormittags. Noch einmal begleitete zum Ab- schieb das alte Harmonium Mter dem' Spiel von Lehrer Jakobi den Gesang der vollzählig erschienenen Festgemeinde, um dann von der neuen Orgel abgelöft zu werden, deren altes Gehäuse von der Bühne herab die Gemeinde als liebe Bekannte grüßte, während das neue Werk unter der Meisterhand des Organisten dieses Tages, Pfarrer Zimmer mann -Darmst-adt, sich bald mit ihren zarten sti mmungSvollen Registern iw das Herz der Gemeinde einschmeichelte, bald mit ihrem Prinzipal und Baß mächtig durch den Kirchen-, raum flutete und den Gemeindegesang wirklich führte. Dem Dank und der Freude der Festgemeinde über das so wo hl gelungene Werk gaben die Festansprache des Vertreters der obersten Kirchenbchörde, Dekans und Hospredigers Schäser-Bü dingen, über Epheser 5, Vers 19 und des Ortsgeistlichen, Pfarrer Lic. Herpel, über Psalm 45, Vers 2 bewegten Ausdruck. Eine noch oiel zahlreichere Gemeinde fand sich am Nachmittag zu dem' angesagten Orgelkonzert ein. Was auch aus der kleinsten, ein- manualigen Orgel durch sachkundiges und passende Registrierung! an Tonschönheit herauszuholen ist, zeigte noch einmal der Organist . des Vormittags durch eine Fuge über Bach von Schumann und durch ein besonders stimmungsvoll vorgetragenes Adagio von Men- 'dÄssohn, vor allen Dingen trat aber unter feiner Hand die neue! fOtgfl als vorzügliches Begleitinstrument hervor. Unter ihrer Begleitung brachte Pfarrer M o r x - Darmstadt drei Cellostücke zum Vortrag, von denen besonders das bekannte Largo von Händel vortrefflich gelang. Im Mittelpunkt des Programms standen zweimal je drei geistliche Gesänge für Alt, deren Vortrag Fräulein? Slam mler-Gießen übernommen und damit zum zweitenmal lin dankenswerter Weise ihre klangvolle Sttnrmje in den Dienst der L-ißberger Gemeinde gestellt hatte. Die hohen Erwartungen, die die aus der nahen und weiteren Umgebung herbeigeeilten Milsik- kenner na cd dem ersten Auftreten der Künstlerin in unserer Kirche vor 2 1 / 2 Jahren auf Fräulein Stammler gesetzt hatten, wurden noch bei weitem übertroffen, ganz besonders tiefen Eindruck machten neben den außerordentlich schönen, mit inniger Empfindung gä- fungenen Mendelsohn'schen Liedern, besonders das so recht der Stimmung unserer Zeit entsprechende „Ich nrifl in Gott mich fassen" von Oere und „Deutschland ein Riese, Deutschland ein Kind" von Kreite, das tetber durch eine etwas zu starke Registrierung der Orgel nicht so zum Ausdruck kam, wie es das verdienh hätte. Was auch in der kleinsten Gemeinde Md mit einfachsten Liedern für schöne Leistungen erzielt werden köMen, zeigte der Lißberger Frauen chlor unter der Leitung des Orts geistlichen mit dem Vortrag von drei Chören. Der Ertrag der Kollekte im Festgottesdienst und des Konzerts kam der neuen Orgel zugute nud erbrachte die schöne Summe von 127 Mark. Kreis Lauterbach. ri. Frischborn, 3. Okt. Hugo Schneider, der Sohn des Lehrers Schneider, der als vermißt gemeldet war, hat aus französischer Gefangenschaft geschrieben. Er stand im Felde zu- lammen mit den, wie der „Gieß. Anzck kürzlich berichtet hat, eben- falls vermißten Leutnants Pfarrer Happel von Herbstein und Pfarrer Fuchs, zuletzt in Hartershausen. Es besteht also die Hoffnung, daß auch diese noch am Leben sin-h ri. >rv i cl e u ü v x i, ö. ^ti. Uii iei' Lehrer Neutz , der von Anfang an den Feldzug im Westen mitgemacht hat, ist fürs Vaterland gefallen. * Kreis Friedberg. P—v. Vilbel, 4. Okt. Der Opfertag für die deutsche Flotte brachte in unserem Städtchen rund 500 Mark. Dem. Vizewachtmeister Wilhelm Fritzel von hier wurde das Eiserne Kreuz 2 Kl. verliehen.: er ist auch im Besitz der Hessischen Tapser- keitsmedaille. Das Eiserne Kreuz für Tapferkeit vor dem Feiude erhielt ebenfalls Unteroffizier Jean Zeller im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 224. Tie Gebrüder Heinrich und Wilhelm Schneider von hier, im Mter von 20 und 22 Jahren, im! 116. bezw. 87. Inf.-Regt., starben den Heldentod. Somit sinc>außer 11 Vermißten, 80 Mann aus unserrenr Städtchen gefallen. Starkenburg und Rheinhefsen. = Worms, 3. Okt. Tie Möbelfabrik Georg Rausch in Worms-Hochheim wurde durch ein Grobfeuer heimgesucht, das dte Lagerschuppen und Holzvorräte vernichtete. Der Schaden beträgt mehr als 100 000 Mk. Hessen-Nassau. — Frankfurt a. M., 3. Okt. Der Hypotheken- unb Dar- lehnsvermittler David A b e r l e benutzte die Kriegszeit zu umfangreichen S ch i e b e r g e s ch ä f t e n in Lebensmitteln und verdiente dabei unverhältnisinäßig hohe Gewinne. Die Polizei hat ihm nunmehr das Handwerk gelegt, indem sie ihm jeglichen Gewerbebetrieb untersagte. Sitzung der Stadtverordneten. 2 Gießen, den 3. Oktober 1916. In der für heute nachmittag 4 Uhr einberufenen Stadtverordnetenversammlung waren anwesend die Beigeordneten: E m - Im.eli.us und Grünewald, sowie die Stadtverordneten Ebel, Eichenau er, Faber, Helserich, Heichelheim, Huhn, Jann, Leib, Löbeir, Plank, Schassstädt, Simon, Vetters und Wim me nauer. Oberbürgermeister Keller eröffnete bie Versanrmlung und schlug als Urkundspersonen die Stadtv. Ebel und Jann vor^ deren Wahl genehmigt hvurde. ' Die Tagesordnung, aus der 13 Punkte zur Beratung standen, erledigte sich rasch. Kurz vor 5 Uhr konnte schon die nicht äff ent- liche Sitzung eröffnet ,werden. Dem Gesuche >des Adam Bender um Genehmigung zur E r - richtung einer Holzeinfriedigung Schützenstraße Nr. 15 wurde auf Befürwortung der Baudepntatton Zustimmung erteilt^ Das Gesuch des Karl Ster um GenehmigMg zur Errichtung eines Stallgeb>äudes Dammstraße 52 wurde eben- splls genehmigt, da idi-e Errichtung äeS Vordergebändes durch Hinterlegung einer Kaution sichergestellt ist. Die Einfriedigung des Grundstückes Seltersweg 83 ist auf Grund dar ortspolizeilichen Vorschriften gefordert Worden. Ter Besitzer Littet tum: Dispens, was aber von der Maudeputatton nicht befürwortet wird. ' Aus Antrag des Stadtv. Aöber, der die Schwierigkeiten der Holzbeschaffung und die Höhe der Arbeitslöhne hervorhebtt würde bis zum .Frühjahr jBesreiung erteilt. Ein Firmenschild darf nach den Vorschriften nur 50 Ztm. in die Straße hineinragen. Für das Haus Seltersweg 58 wurde ein Schild genehmigt, das 80 Ztm. vom Hause absteht, weil es in genügender Höhe angebracht wird. Einem Bau. ge such der !Firma Bänninger, außerhalb des Ortsbauplanes, für Erdkauterweg wird Befreiung vom § 5 des Baustatuts erteilt, ebenso dem Baugesuch des Ernst Niemann für Leihgefterner Weg. Die Rechnung der Löberschen Stiftung für 1915/16 mit 2 600,06 Mark in Einnahme, 2157,72 Mark in Ausgabe und einem Ucbersckiuß von 442,34 Mark wurde genehmigt, ebenso der Voranschlag für 1916/17 mit 2672,84 Mark in Einnahme und Ausgabe. Einem Geländeaustausch mit Rentner Heinrich Mylius wurde zugesttmmt. Es handelt sich um einen größeren Grundbesitz in der Gutenbergsttaße, vor dem ein Streifen städtischen Geländes liegt. Bei dem Anstausch gibt die Stadt 482 qm Vordergelände ab und tauscht 907 qm dafür ein. Die gemeinnützige Baugenossenschaft bittet um eine Aende- rung des Bebauungsplanes zwischen Landmannstraße und Lärchenwäldchen. Die Straßenbreite soll verringert und dafür Vorgärten vorgesehen werben, so daß die neuzuerrichtenden Gebäude deu Charakter einer Kleinsiedelung erhalten. Aus Befürwortung der Baudeputation nmrde die Abänderung genehnttgt. Ae Aendernng derseldpolizeilichen Anordnung, wonach die Felder von abends 10 Uhr bis morgens 5 Uhr geschlossen sind, wurde in Anbetracht der Jahreszeit beschlossen: Von nun an werden die Felder von 9—6 Uhr geschlossen sein. Die Gießener Freilicht-Bühne ist im Jahre 1913 aus dem Gelände der Stadt und aus Kosten der Stadt errichtet worden. Ihrer Gründung wurde damals begeistert zugestimmt imd die Bühne fand so großen Anklang, daß das Grvßlferzogpaar sie kurz vor Beginn des .Krieges aufsuchte. Sie hat sich auch int Kriege bewährt, vielen Verwundeten Gelegenheit gegeben, sich zu erfreuen und manches gute und vaterländische Wort unter freiem Himmel zu Höven, und hat ihre Ueberschüsse für die Kttegsfürsorge abgesührt. Wenn sie in ihren Erfolgen auch weniger materiell, als äfthettsch zu werten isiz so hat sie doch Kr Gießen eine solche Bedeutung gewonnen, daß man sie nicht mehr missen möchte. Sie hat große Ausgaben mit Erfolg gelöst und dabei gelernt, daß die Szenerie einer Umwandlung bedurfte. Diese ist durch den Bau eines griechischen Tempels herbeigeführt worden. Die Unkosten, die dadurch entstanden sind, ergaben ein Defizit von 400 Mark. Die Freilicht-Bühne bittet diese aus Rechnung dev Stadt zu übernehmen. Gleichzeitig ersucht sie um eine Garantiesumme von 500 Mark für die nächste Spielzeit. Beigeordneter Grüncwald, der den Antrag vorttug, befürwortete mit der zuständigen Deputation die Uebernahme des Defizits. Die Deputation glaubte aber die Bewilligung der Garantiesumme verschieben zu müssen. ^lamv. Betrerv |m> auaj >ur wie -otwiuiftuim. Garantiesumme aus, da die Freilichtbühne bei ihren Vorbereitungen damit rechnen müsse, obwohl nicht anzunehmen sei, daß diese Garantiesnmme jemals angegrisseir werde. Beigeordneter Grünewald betonte da^ (Gemeinnützige der Freiliclstbuhne, die ihre gesamten Ueberschüsse der Kriegswohlsahrts- pflege der Stadt übenvleise nnd einen wesentlichen künstlerischen und patriottschen Faktor der Stadt bilde. Demgemäß sprach er sich für den Aittrag Vetters ans. Ebenfalls sprach dafür Stadverord- neter H e i ch elhe i m. Durch A bst i m m u n g wurde der Antrag g e n e h m i g t. Genehmigt wurden außerdem noch ein Antrag aus Ueber- lnahme der Kosten für Energieverbranch in den Lehrwerkstätten für Kriegsbeschädigte und das Gesuch der Fract Auguste Sänger um E r l a u b n i s zum Schank- Wirts chastsbetrieb im Hause Au den Bahnhöfen 80. AußerhalbderTagesordnung erkundigte sich Stadv. Vetters nach der Berechnung der Lebensmittelversorgung und ob bei Brot und Mehl keine Vermittlungsgebühren gespart werden könnten. Oberbürgermeister Keller versprach, in einer der nächsten Sitzungen die lBerechnungen vorzulegen, hob aber schon jetzt hervor, daß die Vormittlnngsgebülhren der Stadt Gießen die Hälfte der Gebühren der Stadt Offenbach betrügen. Stadtv. Löber regte an, daß der Haserüberschuß der diesjährigen Ernte der Vvlksernährnng zugute kommen möge und daß ein Teil als Zusatz zum Brot zur BerfügMg gestellt werde. Oberbürgermeister Keller bemerkte, der erste Wunsch sei bereits erfüllt durch eine Anweffnng des Vorsitzenden des Kriegs- erniährungsamtes, den Haserüberschuß für die Volkseruährung nutzbar zu machen. Die Stadt habe schon bei der Lebensmittelzenttale Mainz Hafer für Säuglinge beantragt. Beigeordneter Grünewald ermahnte, bei der betreffenden Stelle alles zu kaufen, was man erhalten könne. Zum Schlüsse wurde noch ein Vorschlag des Stadtv. Löber besprochen, Roggens chrotbrot ohne Brotmarken zu verbacken, und vom Beigeordneten Grünewald die bisher noch ungelöste Frage aufgeworfen, wo die Kleie hmkonrme. Eine Aufklärung dari'iber wird bis zur nächsten Tagung angestrebt werden. vermischte». * Berlin, 4. Okt. Zwei 16 - nud 17jährige Schüler, Fitz Kopp und Gerhard Haack, hatten ans ihrer elterlichen Kasse an 2000 Mark in barem Gelde und 14 000 Markin Wertpapieren, Kriegsanleihe usw. entnommen, um nach Amerika zu gehen. Butöcfrft wollten sie von Stettin nach Schweden fahren. Sie fanden in Stetttn keinen Dampfer zur lieber- fahrt und pendelten dann einige Tage zwischen Stetttn imd Berlin hirr und her. Dann beschlossen sie, in Berlin zu bleiben, ttauten sich aber nicht nach Hause. Aus Furcht, daß ihnen.die Wertsachen und Gelder gestohlen werden könnten, packten sie sie in eme Men- mäppe, beschwerten sie mit einem Stein tmd versenkten sie am Kölnischen. Fischmarkt in die Spree. In einem Keller in der Nähe fanden sie ein Nachtguartter. Ae Polizei nahm beide fest und brachte sie 'wieder zu ihren Eltern. Die Ausreißer gaben dann auch an, wo sic die Gälder gelassen hatten. Fischern, die mit Stangen und Netzen das W!asser absuchten, gelang es, die Mappe mit dem Inhalt wieder ans Lich t zu bringeir. Letzte Nachrichten. Der U-Vootschrecken jm Eismeer. Kopenhagen, 4. Okt. „Nattrmalttdende" erfährt aus Kristtania: Ae gestern im Eisrneer versenkten fünf norwegischen Dampfer waren für über fünf Millionen Kronen gegen Kriegsgefahr versichert. Wahrscheinlich wird die Kriegs^ Versicherung heute eine Erhöhung ihrer Prämien ettttreten lassen. Der Verlust Norwegens pn Schiffen während des Krieges beträgt 216 000 TonTten, was 8.14 Prozent des Tonnengehalts der. .norwegischen Handelsflotte bedeutet. Die russffche TamtKerver- bind-mrg zwischen Varldoe und Archangelsk ist wegen der Tiftig- keit der deutschen ill-Bvote vorläufig eingesiÄtt. Wahlenthaltung der Deutsche Amerikaner. Washington, 4.Okt. Die Deuffch-Amerikawer werden allmählich Ungeduldig über die Schweigsamkeit, welche Hughes in der Frage seines Verhaltens gegenüber England zeigt. Er erhält aus dem ganzen Lande Anfragen, was denn eigentlich seine Stellungnahme sei. Eine Zeitung in St. Lonis sagt, man könne nicht erwarten, daß die deutschen Stimmen für einen Amerikaner abgegeben würden, der nicht den Mtt habe, der Wahrheit die <Äre zü geben. Ae Parole der Deutsch-Amerikaner wird wahrschttwttch sein: Enthaltet Euch der Wähl! Bekanntmachung. ^ Betr.: Abgabe von Süßstoff (Saochcwm).. In der Zeit vom 1. bis 10. Oktober ds. IS. wird gsgek den Lieferungsabschnitt \ der Süßstoffkarten „H" (blau) und „($V (gelb) von den Süßsboffabgabestellen Süßstoff abgegeben. Ausnahmsweise gelangen zwei Briefcheir bezw. zwei Schachteln aus den Abschnitt zur Llusgabe. Mit dem 11. Oktober verliert der Abschnitt 1 seine Gültigkeit. Nach diesem Zeitpunkt nicA abgerufewr Süßstossmengen der ersten ZntellMg dürfen von den Abgabe stellen frei verkanst werdeik. Gießen, den 3, Oktober 1916. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V. :Langermann. = Papier-Bindfaden = in allen Stärken liefert prompt und billigt 714 ^Asterweg53 I^ndwig fLazarns Fernsprecher505^ Amtlicher TeU. 150 - 1500 Vaü* c Jd 4736 Abermann & Kling. Rorostr. 2Ö5-Z.-W. m. Zubeh. sof. od. sväter zu verm. Näh. Groß. Steinweg 20 1. 7152 4 Zimmer 4 Zim.-Wobn. mit Bad u. Veranda zum 1. Oktober zu verm. ILardvrgor Str. 24. t 544 * 4-Z.-VF«hn., L Stock, zu verm. frankfurter Str. 71. [ 01i038 3 Zimmer | a-Ziamerwohnnng, oart., zu ücrm.WetsElaiusira 3 e 44 . [5503 Kfofdorfer Str, 22 , 3-ZlMtt-Mtzli. zu vermieten. Abermann & Kling. 1 2 Zixnmer~\ ;>472i Steiustraße 23 sofort Wohnung von 2 Zim. und Küche zu vermiet. Näheres Nord-Anlage 38 Bureau. Schöne 6,J * Zwcizimmer-Wobnung m. Zubehör zu vermieten. E. Valentin. Krofd. Str. 2011 -"12-Zimmer-Wobnunam. groß. 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Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. &üv die uns anläßlich unferer Silßemen £Kod) 3 eitinfo reießem 3Ylaße erwiefenen ßdufmevßj'amketten /preßen wir hiermit unferen fievzlißften ßbank aus . ßeorg SYlüller und 3-vau. gießen, ZRodfieimer Straße 19. [#n« 4 * V, SCOÜZEBT täglich erstkl. Tssmhuritza-KapeBSe Hotel Kappen. 7118 A Cafe Amend Heute Mittwoch, 8 ühr: Familien-Konzert DARMSTADTER PÄDAGOGIUM Privatschule mit den Klassen Sexta bis Oberprima Vorbereitung zur i-, Primaner-, Fähnrichs- and IbitnrienteB-Prnhmg auch für Damen. Seit Ostern d. Js. bestanden 38 Schiller ihr« Prüfungen, seit Kriegsbetfinn 94. 6681D M. Elias. Gründlichen lamunlerricl erteilt konfervat. gebildete Dame zu mäßigen Preisen. Näheres in der Geschäftsstelle d. Gießener Anzeigers. o» 2 s°, Straußfedern, Boas, Reiber, Marabu usw. werden gereinigt, gefärbt, gekraust und aufgearbeitet. Schnellste und fachmännische Bedienung. Fr. Eichmann, Ederstr. 1, Ecke Nord-Anlage. 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