Ur. 226 Zwettes Blatt * 66 . Jahrgang ' Erscheint tt-Nch mit Ausnahme des GountagS. Die ..Sietzener Zamtllenblöttcr" werden dem «Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt. das ..Brcirblatt für den Breis Siehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Dienstag, 2b. September * 9*6 RstattonSdruck und Verlag der Brühl'jchez Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. SchrMeitung, Geschäftsstelle «.Druckerei: Schul» straße?. Geschäftsstelle u.Berlag:e^51, Schriftleitung: d^K112. Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. « ■ ■ ■ ■■mm Herabsetzung der Uriegsbesoldung für Offiziere und Gffizierstelivertreter. Einem neuen „A rMe-e-Ver o rdnungsbilatt" entnetz- men mir folgenden neuen, die Offiziersbesolbung neu. regelnde:: Erlaß: Auf den Mir gehaltenen Vortrag bestimme Ich, daß in den Kriegsgebührnisfestsetzungeu vom 1. Oktober 1916 ab folgende Aenberungen eintreten: 1. Die monatliche Dienstzulage wirb mu'äßigt: a) für den Kriegsminister und die Armiee-Ober- befehlshaber um je 1000 Mk., b) für kommandierende! Ge::erale und Offiziere in Stellen mit gleichen Gebührnissen :m: je 650 Mk. 2. Die monatliche Feldbesoldung wird herabgesetzt: für Divisionskommandeure und Offiziere in Stellen mit gleichen Gebührnissen um je 150 Mk. Zu 1 und 2: Die Gebührnisse der Generale usw. die vor dem 1. Oktober 1916 mit den vorbezcichneten Stellen bereits beliehen sind, bleiben von den vorstehenden Festsetzungen unberührt. 3. H a u p t l e u t c oder Rittmeister, auch als Koinpag- nie- usw. Führer (Kommandeure), sowie Zeug-, Feuerwerks- und Festungsbau-Hauptleute, die ersten Offiziere eines Traindepots, Stabsärzte sowie Oberstabs- und Stabsveterinäre erhalten: bei Formationen mit mobiler Besoldung ein monatliches Gehalt v o n 5 10 Ai k., Mi Formationen mit immobiler Besoldung ein rnonatliches Gehalt von 450 M k. Neben diesem (behalt beziehen Hauptleute Usw., die die dienst- gvadmäßigen Gebührnisse bereits erhalten oder in diese bis zuM 30. September 1916 einschließlich einrücken — gleichgültig, ob sie Anspruch auf die mobile oder immobile Besoldung haben — den Unterschied zwischen ihrer bisherigen und der neufestgesetzten Besoldung mit 145 Mk. als Monatszulage. 4. Oberleutnants, Leutnants, Feldwebelleul nants, Oberärzte, Assistenzärzte, Feldhilfsärzte, Obcrvete- rinäve, Veterinäre und Feldhilfsveterinäre erhalten: bei Formationen mit mobiler Besoldung ein bwnatliches Gehalt v o n 2 5 0 M k., bei Formationen mit immobiler Besoldung ein monatliches Gehalt von 2 20 M k. Zeug-, Feuerwerks- und Festnugsbau-Oberlentnants erhalten: bei Formationen mit mobiler Besoldung ein monatliches Gehalt v o n 3 2 5 M k., bei Formationen mit immobiler Besoldung ein monatliches Gehalt von 2 85 M k. Neben diesem Gehalt beziehe,: — gleichgültig, ob sie Anspruch auf ‘ te mobile oder immobile Besoldung haben — alle Oberleutnants, Meng-, Feuerwerks- und Festungsbau-Oberleutnants, Oberärzte und Ober-Veterinäre, ferner die Leutnants, Zeug-, Feuerwerks- und Festtmgsbau-Leutuants, Feldwebelleutnants, Assistenzärzte, Feld Hilfsärzte, Veterinäre und Feldhilfs veterinäre, die diesen Dienstgrad bereits besitzen oder bis zum 30. September einschließlich erlangen, und solche Leutnants, Zeug-, Feuerwerks- und Festungsbau-Leutnants, Felbwebelleut- narrts, Assistenzärzte, Feldhilfsärzte, Veterinäre und Feldhilfsveterinäre, die zwar erst vom 1. Oktober 1916 einschließlich ab hierzu befördert oder ernannt werden, aber verheiratet! sind, eine Monatszulage von 60 Mk. Ich ermächtige das Kriegsministerium, zu bestimmen, welche neubeförderten Leutnants usw., obwohl sie nicht verheiratet sind, wegen ihrer Familimverhältnisse nachdenfüriVerheiratele gegebenen Grundsätzen ab zu finden sind. 5. Die vom 1. Oktober 1916 einschließlich ab neu ernannten Offizierstellvertreter (Mannschaften in Offizier-, Zdug-, Feuerwerks- und Festungsbanoffizier- sowie in Sanitäts- und Veterinär- offizierftellen) erhalten, soweit sie nicht besoldete Reichs-, Staatsoder Gemeindebeamte, bei Formationen mit Mobiler Besoldung eine monatliche Löhnung von 190 Mk. Großes Hauptquartier, 19. September 1916. Wilhelm, An das KriegsministerruM. ^ Wild v. Hohenvo rn. Das Kriegsministerium erläßt hierzu folgende Bestimmungen: 1. Für den Bezug der verringerte:: Gebührnisse ist der Tag maßgebend, an dem die die Beförderung anssprechende Allerhöchste Kabinettsordre oder die sonst in Betracht kommende Verfügung erlassen worden ist. 2. Die Monatszulagen von 145 oder 60 Mk. zählen mit den: Gehalt zur Kriegsbesoldung: sie sind nicht nach Tagen, sondern in vollen Monatssätzen nach den allgemeinen BestiMnmngen der 88 8, 53 und 71 der Kriegsbesoldungsvorschrist monatlich im voraus zu zahlen. 3. Nach den Grundsätzen für Verheiratete sind abzu- ffnden: i a) unverheiratete Leutnants usw., die den Unterhalt bedürftiger Angehöriger, nämlick von Verwandten der ansteigenden Linie, Geschivistern, Geschwisterkindern oder Pflegekindern ganz oder überwiegend bestreiten, b) verheiratet gewesene Leutnants usw. unter Heu Voraussetzungen zu a), oder sofern sie eheliche oder legitimierte Abkömmlinge haben. 4. Die Monalszulage von 60 Mk. ist auch solche:: L-eMnants zu gewähren, die erst nach ihrer Beförderung sich verheiraten oder bedürftigen Angehörigen den Unterhalt gewähre::. Sie wird zuständig mit dem Ersten und e:üngt mit dem Letzten des Monats, in dem Voraussetzungen für die Gewährung eintreten oder wegsallen. 5. Da die Monatszulagen zu der Kriegsbesoldung gehören, ist bei de:: Reichs-, Staats- und Gemeiübebeantten (Zivilbeamten) als Betrag der Kriegsbesoldung den Zivilbehürden Gehalt mnd Zulage, soweit diese ständig ist, in einer Summe anzugeben. 6. Die Kriegsbesoldung der vom Kriegsminifterium mit Korpsveterinärstellen beliehenen Oberstabsveterinäre und Stabsveterinäre, der unter laufender Nr. 9 und 18 der Gebührnisn ach Weisung Nr. 1 sowie unter laufender Nr. 7, 13 und 19 der Gebührnisnach- weisung Nr. 6 aufgeführten Oberleutnants, Leutnants usw., sowie der als Kompagnieführer verwendeten Feldwebelleutnants und der nicht genannten Offizierstellv ertreter bleibt von den Festsetzungen der vorstehende:: Allerhöchsten Kabinettsorder unberührt. Hauptleute (Rittmeister), die sich in Lentnantsstellen befinden, werden ltrie Oberleutnants abgefunden. Wild v. H o h e ü b o r Ul. Rrankenrasseiwerband für das Grstzherzogtum Hessen. Gießen, 25. September 1916. Der Hess. Krankenkassen verband hielt am Samstag und Sonntag im Saale des Restaurant Fürstenhof" dahier, dessen Räume bei dieser Gelegenheit zum ersten Male benutzt wurden, seine 24. Jahresversammlung ab. Den Verhandlungen voraus ging am Samstag nachmittag eine Besichtigung des Lupus h e i'm, bei welcher Gelegenheit Professor Dr. I e s i o n c k, der die Führung übernommen hatte, sehr interessante Erläuterungen über die segensreichen Einrichtungen der Anstalt gab. Abends fand dann die Vorv eSammlung statt, zu der bereits 73 Vertreter von 'Krankenkassen aus allen Teilen des Großherzogtums erschienen waren. Da der Vorsitzende verhnwert war, erstattete das Vorstandsmitglied des Verbandes, Knoblauch-Mainz, Bericht über die Tätigkeit des Verbandes 1915/16. Dem Verband gehören zurzeit 25 Kassen an und zwar 22 Orts-, 2 Betriebs- und 1 Innungkrankenkasse. Der Verband hat lviuch im letzten Jahre eine sehr rege Tätigkeit entfaltet und sich den ihm gestellten Aufgaben in jeder Hinsicht gewachsen gezeigt- Auch die ffnanzielle Entwickelung ist gut. Die Einnahmen betrugen im Berichtsjahre 8816,45 Mark, die Ausgaben 8752,16 Mk.; das Verbandsvermögen hat sich auf 2577,12 Mk. erhöht. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt und die Ortskrankenkasse Bensheim mit Prüfung der diesjährigen Rechnung betraut. Zur Wahl des Vorstandes des Verbandes wurde beschlossen, der Hauptversammlung vorzuschlagen, die seitherige:* Vorstandsmitglieder wiederzuwählen und als geschäftsführenbe Kasse Offenbach zu belassen. Als Ort der nächstjährigen Tagung wurde Mainz (der Gründungsort des Verbandes) gewählt. An der am Sonntag vormittag abgehchtenen Hauptversammlung nahmen 115 Vertreter von Krankenkassen teil; außerdem waren 12 Vertreter von Behörden erschienen. Der Vorsitzende des Verbandes, Geschäftsführer Neumann- Offenbach, begrüßte die Erschienenen nantens des Verbandes, während Bauunternehmer Abermann-Gießen die Vertreter der auswärttgen Kassen im Namen der hiesigen Ortskrankenkasse willkommen hieß. Es sprachen weiter Reg.-Rat v. Krug als Ver- »gggyg- 1 1 L I J1 I 1 I I I " IL™^"1L ■ ■ _ - JE * I tretet des Oberversicherungsamts Darmstadt sowie Oberbürgermeister Keller, der die Erschienenen in Gießens Mauern willkommen hieß uich den Verhandlungen einen guten Verlauf wünschte. Nach Eintritt in die Tagesordnung hielt zunächst Professor Dr. Jesionek, hier, einen außerordentlich lehrreichen Vortrag über „Die Bekämpfung der Geschlechtskrankhei- t e n u n d die Krankenkasse n". Redner behandelte zunächst d:e Entstehung der Geschlechtskrankheiten, die Krankheitscrscheinun- gen sowie die Ansteckungsgefahren, die selbst für die Nachkommen verhängnisvoll wirken. Sachgemäße rechtzeitige Behandlung (Kranken hau spslege und Isolierung! ist sowohl im Interesse des Patienten, w:e auch zum Schutz der Allgen:einheit dringnw geboten. Abge- sehen von der Behandlung ist die Beratung der Geschlechtskrankcn und Wiedergenesene:: durch Bevatungsstellen (Hessen besitzt bereits eine solche in Gießen; weitere solle:: demnächst errichtet werden) notwendig. Die Krankenkassen haben nach Ansicht des Redners die Aufgabe, die geschlechtskranken Mitglieder den Beratungsstellen zuzuführen und zu überwachen, daß die Anordnungen der Beratungsstelle befolgt werden, sie sollen weiter durch Abhaltung von Vorträgen, Verteilung von Flugblättern usw. zur Aufklärung und Belehrung der Kassenmitglieder und Angehörigen beitragen. Zum Schlüsse empfahl der Redner noch periodische Untersuchungen der Kassenmitglieder. Im Anschluß an diesen mit großem Beifall auf- ge:wmmenen Vortrag machte Geh. Rat Dr. Die tz-Darmstadt noch interessante Ausftihrungen über die Verbreitung der Geschlechtskrankheiten, sowie über dieTä 1 igkeit der B e - ratungsstellen ftir Geschlechtskrankheiten. Das zweite Referat der Tagung über „Die Zukunft der Deutschen Krankenkassen" hatte in Vertretung von Jüstizrat Dr. Mayer, Frankenthal, der Geschäftsführer des Haupt- verbondes Deutscher Ortskrankenkassen, Lehmann, Dresden, über:wmmen. Nach seiner Ansicht können die Krankenkassen ihre Aufgaben in Zukunft nur dann erfüllen, ivenn sie finainziell stark erhalten werden. Dies geschieht insbesondere durch Beseitigung der Zersplitterung der Kassen, die als einheitliche große Einrichtungen durch Ausbau der Ortskrankenkassen und Anschluß der übrigen Kassen an die ersteren wesentlich ffnanzkräftiger würden. Als Mehrleistungen empfiehlt Redner, statt des erhöhten Kranke::geldes Familien- Hilfe, Kuren in Walderholungsstätten usw. einzuführen. Ebenso erscheint dem Referenten die Beibehaltung Und der weitere Ausbau der Kriegswochenhilfe auch nach dem Kriege mit Zuschüssen des Reiches ebenso wie periodische Untersuchungen der Mitglieder äußerst wünschenswert. Neben der Erhaltung der Selbstverwaltung ist eine Verbesserung der Verwaltungseinrrchttlngen anzustreben. Weitere Ausgaben stehen den Krankenkassen noch auf dem Gebiete der Mutterschaftsfürsorgc, Säuglrngsschutz, Bekämpfung der Vvlks- krankheitcn, Wohnungsfürsorge, Zahnpflege usw. bevor. Da der Krieg auf dem Gebiete der sozialen Gesetzgebung so außerordentliche. Umwälzungen hervorgerufen hat, ist nach Ansicht des Redners eine Reform der Reichsversicherungsvrdnmrg nach dem Kriege unumgänglich :wtwenbig. Als dritter Redner der Tagung sprach Landes wohnungsin spektor Gretzschel-D armstabt über „Die brrugend- sten Aufgaben der Wo.hnungsreform nach dem Krieg e". Nach den Ausführungen des Referent ist zu befürchten, daß das Bauen iwch den: Kriege einesteils durch die.Erhöhung der Baumaterialieirpreise, andererseits durch die höheren Arbeitslöhne (infolge der teueren Lebenshaltung) wesentlich kostspieliger wird^ umsomehr, als auch mit einer Erhöhung des Zinsfußes sowie! Teurung des Grund und Bodens zu rechne:: ist. Was den Wohnungsmangel nach dem Kriege betrifft, so .ist nach Ansicht des Redners die Aufgabe des Haushaltes seitens der Witwen gefallener Kriegsteilnehmer nicht von Bedeutung, weil andererseits auch viele Kriegsgettaute sich nach dem Kriege einen eigenen Hausstand gründen. Es wird deshalb auch nach dem Kriege Mangel an kleinen Wohnungen bestehen. Um dies zu beseitigen, ist der Bau gesunder kleiner Wohnungen, wenn möglich Eigenheime, dringend notwendig. Aufgabe der Wohnungsveform ist es, die Grundstücksspekulation zu verhindern, auf Staat und Gemeinde einzuwirken, daß schon jetzt Grundstücke zur Bebauung bereit gestellt werden. Da sowohl die Sparkassen wie auch dis Landesversicherungsanstalten wohl nicht alle notwendigen Mittel zur Verfügung stellen können, muß nach Ansicht des Redners das Reich helfend eingreifen. Auch die Krankenkassen könne::, soweit e Reiseeindrücke aus Norwegen. Von Prof. Dr. Hermann Gunkel. (Schluß.) In der Kirche, d. h. der evangelischen Kirche — Katholiken und Juden gibt es kaum — herrscht im ganzen die altüberlieferte Orthodoxie, aber durch den Piettsmus erweicht. Dieser war das erste große innere Erlebnis, das dem norwegischen Volke zuteil geworden ist. Die Reformation wurde seinerzeit durch die Regierung eingefnhrt und vom Volke nicht wirklich erlebt. Neuerdings gibt es unter den Theologe:: eine freiere Richtung, die ebenso wie damals der Pietismus auA Deutschland eingeführt worden ist und die n:an etwa mit dem Kreise, der sich in Deutschland um die „Christliche Welt" sammelt, vergleichen mag. Viele Gebildeten werden von der Religion kaum mehr berührt. Für eine populäre Literatur über religiös wissenschaftliche Fragen, wie sie in Deutschland in so großem Umfange vorhanden und besonders bei den Volksschullehrern beliebt ist, gibt es dort nur die ersten Anfänge. Äußer der im ganzen fteier gerichteten Theologischen Fakultät besteht eine von privaten Mitteln besoldete orthodoxe, weniger besuchte „Gemeinde- Fakultätt', die. nicht zur Universität gehört, aber nach längerer Agitation das Recht, die Stndeitten zu pruftn, erhalten hat. In der äußeren Politik gilt die Trenrrnng von Schweden als eine geschehene, unwiderrufliche Tatsache, die allgemein gebilligt wird: die Norweger hatten sich als ein Anhang des Nachbarreiches be- harwelt gefühlt und diese Stellung nicht ertragen. Natürlich erregt der Weltkrieg auch hier die Menschen. Selbstverständlich habe ich mir gerade in der Erörterung dieser Fragen als Gast des Landes und so vieler n:ir liebenswürdig entgegenkonrmenden Männer eine gewisse Zu- riickhaltuna auferlegt, wie denn auch meine norwegischen Freunde alles, was mich in meinem vaterländischen Gefühl hätte verletzen können, in ihrer vornehmen Weise vermieden haben. Anderseits habe ich wiederum die Erfahrung ge- Ulvcht, daß es zwischen historisch geschulten und nach Sach- iwftext strebenden Menschen gar nicht so schwer ist, sich Fragen in aller Aufrichtigkeit auszusprechen. , Jctmwegen ist, so wurde mir immer wieder versichert, in dresem Kriege neutral und will es bleiben. Mcn: würde den Norweger nicht schwerer mißverstehen und kränken können, sE Neutralität in Zweifel stellte. Fvettrch sind Sympathien vorhanden und zum Teil sehr kräftige. Aber sie sind sehr verschieden. Die höchst bedeutsamen Handelsbeziehungen mit England, die altüberlieferten Beziehungen zu der französischen und englischen Kultur, dazu die Gleichheit der dernokratischen Ideale und Schlagwörter machen es nicht verwunderlich, daß ein großer Teil des Volkes auf die Seite der Entente neigt. Dazu hat, was der Deutsche verstehen muß, Unser Einmarsch ist Belgien in den neutralen Ländern nicht zu Unseren Gunsten gewirkt. Auch die deutsche Aufklärungsarbeit ist, wie mir von deutscher Seite versichert wurde, nicht inrmer gerade geschickt gewesen; plumpe Karikaturen z. B. schaden mehr, als daß sie nützen. Tatsachen mag man mitteilen; aber in Urteilen soll man den Neutralen gegenüber vorsichtig sein. Selbstverteidigung nröae man unterlassen; sonst entsteht der Eindruck: die Deutschen verteidigen sich, weil sie sich im Unrecht fiihlen. Diese Stimmung für die Entente mag sich manchmal nicht ohne Hitze äußern, und die wenigen Reichsdeutschen, die die hiesige deutsche Kolonie während des Krieges zählt, sowie die vielen naturalisierten Deutschen mögen hier und da darunter zu leiden haben; ziemlich starke Beispiele dafür sind mir vertrauenswürdig erzählt worden. Auch gibt es, so hörte ich, in Norwegen Familien, die in sich so gefpalten sind, daß ihre Mitglieder über den Weltkrieg überhaupt nicht miteinander reden können. Mer das find, denke ich, Ausnahmen. Die Nortveger im gcn:zen sind ein ruhiges, besonnenes Volk, in dem die Selbstbeherrschung hoch in: Kurse steht. Jedenfalls darf ich aus eigener Erfahrung versichern, daß der dort reisende Deutsche ohne irgend welche Anfechtung durchkommt. Ueberall habe ich, auch wo ich unbekannt war, eigerttlich nur Freundlichkeiten erfahren: immer, wenn ich bei fast völliger Unkenntnis der Sprache in Verlegmiheit war, ist mir ein liebenswürdiger Mitreisender beigesprnngen. Ist doch auch die Kenntn:s der deutschen Sprache dort weit verbreitet; deutsche Literatur wird überall gelesen, und deutsche wissenschaftliche Werke bedürfen keiner Ueberfetznng. Nur ei:rmal, in Gjeilo einge- estiegen, durch die Schuld des Schafftrers ohne Platzkarte, in ich von zwei Herren einigermaßen schroff behandelt worden; daß es deshalb geschah, weil sie in mir den Deutschen treffen wollten, rnöchte ich nach meinen sonstigen Eindrücken im Lande selber nicht glauben. Und jedenfalls bin ich gewiß, daß alle vornehm denkenden Norweger ein solches Auftreten gegen einen Gast ihres Landes mißbilligt haben würden. Nun gibt es natürlich viele Norweger, die den Druck Englands aus ihren Handel schmerzlich empfinden; und vielleicht würbe die Entrüstung gegen England leidenschaftlich ausflammen, wenn nicht gerade England den: Lande unermeßlich viel zu verdienen gäbe und wenn nicht — die deutschen Unterseeboote wären. England, so wurde mir aus- einandergesetzt, nimmt die Kriegskonlrebande fort, aber bezahlt s:e und läßt die Schisse frei; das deutsche Unterseeboot aber versenkt die Ladung sa:nt dem Schiff. Begreiflich, daß man in Norwegen das deutsche Verfahren, so :rotwendig es für uns eben auch ist, als bei weitem härter empftndet, zumal dabei auch das Lebe:: der norwegischen Matrosen in Gefahr kam — inzwischen haben sich ja diese Dinge verändert — und da gerade der norwegische Schiffsraum so kostbar ist. Viel stärker aber als solche Neigung für die Entente ist mir die Teilnahme, ja, die B e w u n d e r u n g für D e u t s ch- land entgegengetreten. Gewiß muß ich manches davon ab- ziehen und auf Kosten der Höflichkeit und Gastlichkeit schreiben. Aber auch so bleibt vieles, sehr vieles davon übrig. Nicht' wenige Norweger, namentlich unter den Gebildeten und besonders unter den Universitätskreisen im engeren und weiteren Sinne, vergessen nicht und können nicht vergessen, was sie Deutschland verdanken. Die gegenwärtigen Leistungen Deutschlands, das sich gegen eine Welt von Feinden unerschrocken und glücklich verteidigt, das alle Opfer und Entbehrungen ohne Murren auf sich nimmt, erregen bei vielen Bewunderung. Das ist mir unzählige Male in Worten ausgesprochen worden, die mich aufs tiefste ergriffen haben. Und wenn ich, zu erzählen aufgefordert, von dem Wenigen berichtete, was ich in engem Kreise vom Weltkrieg gesehen habe, wenn ich von unseren jungen Kriegsfreiwilligen sprach und von ihren tapferen Müttern, die sie, ohne eine Träne zu vergießen, ziehen lassen, von den edlen Herzen, die den Verlust ihres Sohnes würdig tragen, und von den kleinen Mädchen, deren kindliches Herz gcn^ für das Vaterland schlägt, die Wolle und Gold smnmeln und ihre Schokolade den Verwundeten bringen, bann kam mir das Echo entgegen, das ich nicht gewollt hatte: „Ja, die Deutschen!" Zugleich aber hatte man eine Anschauung davon, daß unsere Wissenschaft im gegenwärtigen Welk krieg mit dabei ist, daß die deutsche Wissenschaft eine WeM macht ist, daß sie dasteht „wie ein Leuchtturm über dem Meere der Nationen", — dies Bild gebrauchte der Vorsitzende der Studentenvereinigung in einer.Ansprache —: das ist mir in Norwegen in großartiger und das Herz des deutschen Forschers erhebender Weise klar geworden. ftu-art^teJT in der iiagc sind, durch Bertttst-eMmig von Mitteln! *ni| dem Gebiete des Klttnwohnunqskaues wesentliches leisten. Ebner warnt vor dem Ban von Mietkasernen. Wr> die Errichtung rwn Cn^cherm-banLen nicht möglich ist, sollen bei Miechäusern nicht mel)i une sechs Wohnungen vorgesehen werden. IZbensv sind be sondere Wohnungen für kinderreiche Familien (Eigenheime) zu errichten, diesen Familien Mietszuschüsse, Erziehmrgsbeihilfen usw tz^u gewähren, wozu die erforderlichen Mittel von kinderlosen Fa mrlien oder solchen mit geringerer Kinöerza.hl anfzubringen wärm. Dw Fürsorge stjr kinderreiche Familien ist nach Ansicht des Red- J- m «rw tm ^ € Seuchenbekämpfung dringend nottvendig Aua» die Wohnungsfürsorge füir die KttegsbeschÄügten und Krieger- wrtwen sowie die Wohnungsaufsicht bezüglich der Trinker gehören zu den Aufgaben der Wohrmngsveform. Die Krankenkassen können ßich nach der Meinung des Redners bei allen diesen Bestrebungen durch Verteilung von Flugblättern oder Mitarbeit zur Beseitigung des Wohnungsniangels usw. ein großes Verdienst ertverben. Anschließend an die Vorträge fand die Besprechung praktischer Verwalungsfragen statt. Die von der Vorversammlung bänglich der Wahl des Vorstandes, der geschästsführenden .Kasse, sonne des Ortes der nächstjährigen Versammlung gemachter! Vorschläge wurden gutgeheißen Sind die Versammlung von dem Vorsitzenden mit dem Wunsche geschlossen, daß die nächstjährige Tagung nicht mehr unter den 'Zeichen des Krieges stattfinden werde. Anschließend an h\e Tagung .fand ein gemeinschaftliches Mittagessen im Hotel Köhler statt. Au» Stadt und Land. Gießen, 26. September 1916. ** Die Gewerkschaft Gießener Braunsteinbergwerke hat nttt der Stadt Gießen kürzlich einen Ver- trag abgeschlossen, w-onacb deren Bergwerks betriebe usw. an unser städtisches Elektrizitätswerk schleunigst angeschlossen -werden soll. Die Arbeiten hierzu sind inr vollen Gange und sind diese wie die dazu nötigen Motvre und Apparate im Werte von ca. 120000 Mk. dem städtischen Elektrizitätswerk in Auftrag gegeben. Das Bergwerk hat sich verpflichtet, auf Fahre Hinnus jährlich minoesteus 1 Million Kilowatt IStvom gb zu nehmen, doch wird dessen Bedarf auf 2 Millionen Kilowattstunden im Jahre geschätzt. Die im Bergwerk vorhandene Anlage zur Erzeugung von Elektrizität, deren lOeistungsfähigkeit schon längst für den verstärkten Betrieb nicht mehr hinreichte, wird stillgelegl und soll als Reserve dienen Das städtische Elektrizitätswerk erzeugte im Jahre 1914/15 3 028000 Kilowattstunden Energie, so daß hiergegen eine Vermehrung von mindestens 25 Prozent der Produktion durch den Anschluß des Bergwerks eintreten wird. ** Gießener Nübergesellschüft 1877. Das am Sonntag, den 24. September abgehaltene Schülerwettrudern nahm bei herrlichem Wetter und gutem Besuch einen schönen Verlauf. Der von der Gießener Rndergesellschaft gestiftete Heraus fordern ngs- preis Muß dreimal ohne Reihenfolge gewonnen werden, ehe er Eigentum der Schule wird. Nachdem die Boote gestartet waren, ging das Rennen trotz einiger Fehlschläge des einen Bootes glatt weg und die Oberrealschule konnte mit vier Langen als Sieger durch das Ziel gehen. Mannschaft Herores, Felsing, Schnell, Otto; Steuer Bernhardt. Ein zweites Rennen, welches von zehn ansgelosten Schülern gefahren werde, bildete den Schluß der internen nebst fünf goldenen Anhängern mit der Flagge der Gesellschaft der siegenden Mannschaft. In dem Trosttennen erhielten die Sieger fünf silberne Zigarrenetuis. Nach Schluß der Preisoettttlungl dankte Direttor Dr. Schnell der Gesellschaft für die Stiftung des Preises und ermahnte die Schüler, auch fernerhin ihre Schuldigkeit zu tun, um die rot-weiß-rote Flagge der Gießener Rudergesellschaft 1877 hoch zu halten. Man kann der Rudergesellschaft gratulieren, unter der tüchtigen Leitung.ihres ersten Vorsitzenden, Herrn Apo- thekenbesitzer Th. Schwieder, dem Jugendsporte ein würdiges Heim geichaffen zu haben. ** An die Kriegs st euerpflichtigen. Noch nicht allgemein bekannt dürfte es sein, daß bei der nach dem' Kriegs steuer- gesetz zu entrichtenden außerordentlichen .Kriegsabgabe die Kriegsanleihe an Zahlungsstatt angenommen wird, und zwar werden die oproz Schuldverschreibungen und die 5proz. Schatzanweisungen, ungeachtet des geringeren Ausgabekurses, zum Nennwerte vom Steuerfiskus in Zahlung genommen. Auch mit den -Ü/zproz. Reichsschatzanweisungen kann die Steuer erlegt werden: ihre Annahme erfolgt selbstverständlich nicht zum Nennwette, sondern zu 96,50, also ebenfalls über Ausgabekurs. Bei der Zahlung der Kriegsgewinnsteuer genießt somit der Besitzer von .Kriegsanleihe oder Kttegsschatzanweisungen einen nicht unbeträchtlichen Votteil gegenüber denjenigen, die die Steiner in bavem Gelde entrechten Müssen. Der Nennwett (bei den 5proz. Anleihen) oder der Kurs lbei den 4VsProz. Reichsschatzanweisungen) werden aber unter Um- tänden nicht den alleinigen Verrechnungspreis darstellen, vielmehr werden den Einreichern der Kriegsanleihe auch die sogemmntett Stückzinsen angerechnet werden. Gibt jemand z. B. am 1. Juli 1917 dem Steuersiskus 1000 Mk. neue 5proz. Reichsanleihe in Zahlung, so hat der Einreicher Anspruch auf Anrechnung eines Bettages von 1012,50 Mk., denn der Zinsenlauf dieser Anleihe beginnt am 1. April 1917. **Kriegs-Volksakademie. DerRhein-MnnischeVerband für Volksbildung versendet den Arbeitsplan für die von ihm ins Leben gerufene Kriegs-Dolksakademie, welche in den Tagen vom 2. bis 15. Oktober 1916 in Tietz a. d. L. stattfinden wird. Tie Veranstaltung ist vollständig in den Dienst der Kriegswohlfahrtspflege gestellt und hat den Zweck, beamtete und freiwillige Helfer bei der sozialen und wittschaftlichen Kriegs-, arbeit für die Erfordernisse des nächsten Winters mit allem not- wlendigen 'Matettal zu versehen. Ter Verband lädt besonders Gttst- liche, Lehrer, Genreindebeamte, Aerzte und alle fteiwilligen Mit- arbttter an der Kjriegsfürsorge, vorzüglich auch die Frauen zur Teilnahme an der Akademie ein. Er bittet gemeinnützige Devttne wie F r a u e n v e r c i rt c, Ro t e-Kreuz-Vereine, Volksbild u n g s v e r e i n e usw. Vertreter zur Teilnahme an der Akademie zu entsenden. Die Verpflegung der Teilnehmer geschieht in eigener Verwaltung zum Selbstkostenpreis. Für die Unterkunft tehen außer den Gasthäusern billige oder kostenlose Bürgerguattiere bereit. Da der Besuch der Vorlesungen kostenlos ist, ist also die Teilnahme an der Akademie auch - für weniger Bemittelte leicht zu ermöglichen. Ter Arbeitsplan ist so eingestellt, daß die Fragen der sozialen Fürsorge vom 2. bis 7. Oktober, die kriegswirt- 'chaftlichen Angelegenheiten vom 10. bis 15. Oktober behandelt werden. ** Zinsscheine der Kriegsanleihen. Es wird darauf hingewiesen, daß die Zins scheine aller Reichsanltthen, also auch der Kriegsanleihen. vom 21. des dem Fälligktttstage vorher- gehenden Monats ab nicht nur btt allen Postanstalten — entschließ- lich der Postagenturen — sondern auch von den hessischen Staats-^ kassen in Zahlung genommen werden. Die Einlösung der Zinsscheine ist damit den Bttitzern der Kttegsanltthe außerordentlich leicht gemacht. Dies toird hoffentlich recht vielen, und vor allem! auch der Landbevölkerung, den Entschluß zum Zeichnen der Kriegsanleihe erleichtern. ** Das Einmieten der Kartoffeln. Ueber dies« wichtige Frage ist ein Flugblatt erschienen, das eingehend die Ltt- tung der Arbeiten, die Auswahl des Mittenplatzes, den Raumbedarf für das Einmieten, Größe und Forin der Meten, Gefahren für die Haltbarkttt der Kartoffeln in den Mtten. Anlage und Behandlung der Miete bis zur Winterdecke und die Winterdecke der Mieten behandelt. Das Flugblatt ist zu beziehen von der Buchdruckerei W. Büxenstein. Berlin SW. 48, Friedrichstraße 240/41. Es kosten 1000 Exemplare 25 Matt, 100 Exemplare 3,25 Aiark, 25 Exemplare 1,75 Matt 10 Exemplare 35 Pfennig, 1 Exemplar 4 Pfennig. Starkenburg und Nheinhessen. ** Tarrnftadt, 22. September. Vom Darmstädter Hoflheater wird uns geschrieben: Die Uraufführung der Oper „Das höllisch Gold" von Julius Bittner ist für den 15. Oktober angesetzt. Die nächste Uraufführung in der Oper wird das Ballett „Die Biene" von Grete Wiesenthcll, Musik von Clemens von Frankenstttn, sein. Diese Uraufführung ftndet am 19. November unter Leitung des Komponisten statt. ; — Am Hoftheater wurde auch ttne bemerkend wette Neuerung eingefühtt. Es wird .ent kleiner Aufschlag auf sämtliche Billetts erhoben und zwar sind die eingehenden Bettäge ausschließlich der Kttegsfürsorge für Mitglieder der deutschen Bühnen zugedacht. Es ist mit einem ziemlich bedeutenden Betrag zu rechnen. Israelische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Sstnagoge (Süd-Anlage). Donnerstag, den 28. und Freitag, den 29. Sept. 1916: Neujahrsfest. 1. Tag. Borabend: 7,06 Uhr. Predigt, Morgens. 8.66 Uhr. Predigt: 9.15 Uhr. — 2. Tag. Vorabend: 7.60 Uhr. Morgens: 8.60 Uhr. Abends: 6.45 Uhr. — X«. Wäh- rend der Predigt ist der Eintritt nicht gestaltet. ' Märkte. Gießen, 26. Sept. Markt bericht. Auf dein heutigen Woch-n,narkte kostete: Butter das Pfd. 0,00-0,00. Hühnereier das Stück 00-00 Pfg., Käse das Stück 10-00 Psg., Kasematte 1 Stück 3 Pfennig, Kartoffeln das Pfund 5'/, Pfennig, Milch das Liter 30 Pfg., Spinat 00 Pfg. das Pfd., Gelberüben 15-00 Pfg. das Päckchen. Rosenkohl 00 Pfg. das Pfd., rote Rüben 15-00 Pfg., Zwiebeln das Piund 15—1» Pfg., Nüsse 100 Stück 00-00 Pfg., Blumenkohl 00-00 Pfennig. Sellerie 00-00 Pfennig das Stück, Kopfsalat 5—10 Psg. das Stück, Kohlraben 10—15 Pfg., Römisch Kobl 15-00 Psg. das Päckchen, Lauch 0-00 Pfennig das Stück. Weißkraut 12 bis 15 Pfennig, Rotkraut 15 bis 30 Pfennig, Gurken große 00-00 Pfg., kleine 8—10 Psg., Bohnen 30-35 Pfg. das Pfund, Birnen 22 Pfg. das Pfund. Tafeläpfel 20—30 Pfg. das Pfund. — Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. Gessentliche Versammlung Dienstag, den 26. September 1816, abends 8% Uhr, im Saale des Gasthofes Fürstenhof zu Gießen Lindenplatz Nr. 1. die neue Kriegsanleihe. Freie Aussprache über alle die Kriegsanleihe betreffenden Fragen. Die Bürgerschaft wird hierzu steundlichst eingeladen. 67998 Der Oberbürgermeister Ohne Bezugschein! orsetts in 25 verschiedenen Formen lange und extraweite Formen zu bekannt mäßigen Preisen Ständig. Auswahl mindestens 2000 Stück f W Qiessen öchulstraße 6941a Bravo- Separatoren liefert unter Garantie bei schärfster Entrahmung in allen Größen. 6915a Georg Schieferstein, Maschinenfabrik, Lich lOberhessen) Telef. 17. Bekanntmachung. Das Hebregister für das Jahr 1916/17 liegt 'von heute ab 8 Tage lang auf dem Bureau des Herrn Hofrats I. Grünewald zur Einsichtnahme /der Beteiligten offen. 69iij) Gießen, den 24. September 1916. Der Vorstand der israel. Religionsgesellschast: L. Rar. in allen Formen von Hey & Edlich, Leipzig Niederlage Ernst Baiser Mäusburg. 6234 Weisskraul in den nächsten Tagen eintreffend, der Zentner 5 Mark. 6 Konsumverein Gießen u. ürrsgeg. Saatgutangebot Von unserer Saatbaustelle geben wir wie alljährlich Roggen und Weizen in doppelt gereinigter Ware ab. Roggen im einzelnen per Zentner 15.00 Mark. Wetzen ,, „ „ ,, 17.50 „ Der Versand geschieh! per Nachnahme ab Rttteld. Saatkarten und Säcke sind vorher etnzusenden. 16670D Freiherrlich Riedesel'sche Gutsverwaltung Stockbauscn, Kr. Lauterbach, Fernruf 1. Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Die um 21. September auf den Brotmarkenbezirken abgelieferlen Kartoffelbczugsicheine werden von Mittwoch, den 27. September ab auf den Brotmarkenbe- ztrken während der üblichen Geschästsstunden gegen Vor- zeigen der Brotmarkenausweiskarten ausgegeben. 69286 Gießen, den 25. September 1916. Der Oberbürgermeister: Keller. Stadt. Wohnungsnachweis Gießen, AsterwegS. Es sind zu vermieten: I6927B 1 herrschaftliche Wohnung von 7 Zimmern mit Zentralheizung, 1 herrschaftliche Wohnnng von 7 Zimmern, 7 herrschaftliche Wohnungen von 6 Zimmern. 3 Wohnungen von 5 Zimmern, 7 Wohnungen von 4 Zimmern, 8 Wohnungen von 3 Zimmern. 1 Wohnung von 3 Zimmern möbliert, 3 Wohnungen von 2 Zimmern, 2 Wohnungen von 1 Zimmer. 3 Ladenräume mit je einem Zimmer, 3 Lagerräume mit l Arbeitszimmer, 1 gröberes Fabrikgebäude, 21 möblierte Zimmer. 2 davon nebenein- andcrliegend, 1 leeres Zimmer, 2 Stallräume mit Vurschenziiumer, 1 Stall rnit Lager, 1 Wohnung von 2—3 Zimmern in Bellersheini. Zu mieten gesucht: 20 Wohnungen von 1—6 Zimmern. Nachstehende Bekanntmachung bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 20. September 1916. Der Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung. Die Landwirte, welche in diesemJahre Flachs angedaut haben und diesen ungerüstet abliefern, wollen wir darauf Hinweisen, daß derselbe an die Firma: Hessische Flachsbereitungs-Gesellschast m. b. H. in Hünfeld abzultefern ist. — Als amtlicher Aufkäufer ist Herr Karl Döring in Fulda, Frankfurter Straße 2 a von der Kriegs-FlachSbau-Gesellfchaft m. b. H. Berlin bestellt worden. Nach den Vorschriften der Kriegs-FlachSbau-Gesell- schuft muß der Flachs lufttrocken abgeliefert werden. Dazu ist nötig, daß er ähnlich wie andere Feldfrüchte im Freien aufgestellt wird, bis er genügend trocken ist. Um unnötige Reisen der amtlich ernannten Flachsaufkäufer zu vermeiden, müssen sich die Flachsanbauer einer oder mehrerer Gemeinden nach vorheriger Verständigung mit dem Aufkäufer über einen Abnahmetermin einigen, damit die Ladungsmöglichkeiten der Eisenbahnwagen voll ausgenutzt werden. Jeder Flachslieferant ist verpffichtet, den Flachs selbst oder mit eigenen Arbeitskräften in den Eisenbahnwagen zu laden. Der lufttrockene Flachs ist mit Garbenbändern oder mit eigenem Flachsstroh einzubinden und verladefertig abzultefern. Bei nassem Wetter muß deshalb der Flachs auf den Fuhrwerken gut zugedeckt und gegen Nässe geschützt werden. Falls in einer Gemeinde von mehreren Besitzern angeliefert wird, empffehlt es sich, die einzelnen Partien auf der Gemeindewage amtlich zu verwiegen und kann dann der Betrag gegen diesen amtlichen Wtegescheir bezahlt werden. Gießen, den 12. September 1916. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. B.: gez. L a n g e r m a n n. 69268 Betr.: Fahrradbereifung. Die Frist zum freiwilligen Abliefern der Fahrrad- Reifen und Schläuche ist vom Kriegsministerium bis zum 1. Oktober 1916 verlängert worden. Die Ablieferung der noch rücksiändigenFabrradbereisung kann Mittwoch, deii 27. und Freitag, den 29. d. Mts., vormittags von 9—12 und nachmittags von 3—6 Uhr in der Turnhalle der Stadlknabenschule, Nord-Anlag8, erfolgen. Es wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß Lustschläuche ohne Ventile nur mit 0,25 Mk. bezahlt werden können. Gießen, den 21. September 1916. 168008 Der Oberbürgermeister, Keller.. Deutscher Sparer - noch ist es Zeit! Noch hast Du Gelegenheit, Dir die Vorteile der Kriegsanleihe zu flchern: billigen Erwerb, hohen Zinsengenuß, größte Sicherheit, bequeme Einzahlungsbedingungen, keine Nebenunkosten. Schluß: Donnerstag, den 5. Oktober Auskunst erteilt bereitwilligst die nächste Bank, Sparkasse, Postanstalt. Licktspielhaus 1 Bahnhof straße 34 Cjließen Telephon 2077 §| Telephon 2077 Programm vom 26.—29. September 1916: Maria Carmi-Vollmöller in ihrer neuesten Fil mschö pfung: Die rätselhafte Frau oder: Die Tragödie einer schuldlosen Frau. Großer Sittenschlager in 5 Akten, Auf der Donau Aktuelle Aufnahme. Fräulein Puppe, meine Frau Entzückendes Lustpiel in 2 Akten, mit den besten Filmschauspielern in den Hauptrolilen. - Ihre Freundin -— Drama. [6921a Hfllltilr nach dem Feldwebel abwärts zahlt werktags die Hälfte. Flotten-Verein Mchtbildev-Vortrag des Herrn Kapitänleutnants a. D. van Bebber „Skagerrak“ ^die Hochseeschlacht im gegenwärtigen Weltkriege) Samstag, den 30. September abends 8'/- Uhr. in der neuen Univerjitäts-Aula. Preise der Plätze (im Vorverkauf bei Herrn Challier, Neuenweg, und an der Abendkasse): Vorderste Reihen 1 Mk., Hintere Reihen und Galerie J50 Pfg , Soldaten, die nicht im Osfiziersrang stehen, zahlen auf dem 2. Platze die Hälfte, Verwundete sind Gäste. 6914 D Rauch-Fische Für die Abendkost geräuch. Schellfische, Makrelen, Bücklinge, Sprotten, Flundern Heringe, SS Neue Salz u. Essig-Gurken prima neuer Sauerlraut empfehlen [ 0,202a Gebrüder Berdux Bahnhosstraße 27 Fernsprecher 231 Ia. Calc.-Carbid ttt allen Körnungen 100 und 50 ke Trommeln. 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