Ar. 224 Zweites Blatt M. Zayrgairg 'Erscheint täglich nnt Ausnahme deS Sonntag». Die „Etetzener ZamittenblLtter" werden dem »Anzeiger* viennal wöchentlich beigelegt, da» „Areirblatt für den Ureis Stehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen -eit- tragen" erscheinen monatlich zweimal. legener General-Anzeiger für Gberhefjen Samstag, 23. September 1916 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchea Universitäts-Buch- und Steindruckerei. N. Lange, Gießen. Schriftleitung,Geschäftsstelle u.Druckerei: Schul» ftraße 7. Geschäftsstelle m Verlag: Schrift» Leitung: «=$§»112. Adresse für Drahtnachrichten; Anzeiger Gießen. Rriegshriese ans dem Osten. Bon mrsercm zum Ostheere entsandten Kriegsberichterstatter (Unberechttgter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Die SommcrschLacht um Lemberg. II. Die Helden von Slota-Gora. Lemberg. Mitte September. Vom 16. August an beginnen die Russen, nachdem die Versuche, von etwa Nordosten auf Lemberg vorzustoßen, nach dem Einsatz deutscher Kräfte bluttg gescheitert sind, beiderseits der Bahn nach Tarnopol stärkere Kräfte zusammenzuziehen. Es ist deutlich, datz die Russen ihre Angriffe diesmal aus mehr südlicher Richtung fortsetzen wollen. Es versammeln sich in dem Angriffsraum schließlich 41/2 russische Divisionen gegen eine halbe deutsche (mit 12/z Jnfairterieregimentern- und e i n e h a l b e öfter- rcichisch- ungarische Division. Dabei ist zu erinnern, daß die ruffifcf^eit Divisionen burdjiueg aus vier Regimentern zu vier Bataillonen bestehen. Am 31. August beginnt der neue Angriff. Rach dreistündiger starker Artillerievorbereitung setzt die russische Infanterie tapfer und energisch zum ©turnt an. Es gelingt ihr, in die ungarische Stellung, an der Zlota-Gora, einem beherrschenden Höhenzug von fast 400 Meter Höhe, eiuzudringen. Ein Gegenstoß wcrft sie hinaus. Ein zweiter russischer Angriff in noch stärkeren Massen wird vor- gtztragen und kommt bis zur dritten Linie durch. Da werden berert- ftehende Kompagnien sächsischer Jäger eingesetzt (dieselben Truppen, nie bereits am 10. August die Lage zu unseren Gunsten entsäneden). Zusammen mit ungarischer Infanterie werfen sie sich aus die Russen. Die dritte und zweite Linie wird im glänzenden Sturmlaus wiedergenommen und damit die Slota-Gora wieder erobert. Eine deutsche Batterie, die die Russen schon erbeutet zu haben glaubten, wird gerettet. Der beherrschende Punkt der Stellung ist jwieder fest Ln unserer Hand, und sein Besitz, der gegen jedem Angriff von nun an helbenhast verteidigt wird, ist entscheidend für den Verlauf der weiteren Käinpfe. Inzwischen ist es den Russen gelungen, an Eisenbahn und Straße Zborow—Pluhow ungarische Infanterie zu durchbrechen und zwischen Straße und Bahn in Richtung Bromslawowka vorwärts zu kommen. W entsteht so allmählich ein Sack von etwa 8 Kilometer Tiefe und etwa 5 Kilometer Breite in der Verteidigungsstellung: ein Sach, der aber nach Norden nicht verbreitert werden kann, weil die Slota-Gora, fest in unserer Hand, beherrschend dte Flanke der Einbruchs stelle bedroht. Die Russen suchen den Berg nun nördlich zu umfassen, aber die Angriffe werden von t h ü r indischer Landwehr blutig abgeschlagen. Auch westlich der Slota-Gora wird thüringesche Landwehr eingesetzt, da die Russen inzwischen schon über Grabowce in der Einbruchs stelle hinaus sind. Am 1. September wird bei starkem Nebel ein Gegenstoß zu verhältnismäßig später Stunde angesetzt, er gewinnt zunächst Raum, aber vor neuen russischen Verstärkungen mutz die österreichisch-ungarische Infanterie bis Meteniow zurückgehen, so daß die Russen fast im Rücken der Slota-Gora stehen. Noch ist die Lage, da eben ein deutsches Regiment bei Bromslawowka und Meteniow emtrifft unb angesetzt wird, zu Hallen, wenn die Kämpfer auf der Slota-Gora mrshalten. denn nun wollen die Russen den Erfolg mit jedem Mittel erzwingen, imd rücksichtslose Massenstürme werden immer wieder gegen die Höhe angesetzt. Die Slota-Gora muß gehalten werden, das wisse:: die Verteidiger, sächsische Jäger und Schützen fast aller deutschen Volksstämme, Linie, und Landwehr gemischt, sie wettlei fern in diesem Heldenkampf, der entscheidungsschwere Bedeutung bat, das weiß jeder Mrnn in den zerschossenen Gräben. Um 12 Uhr mittags des 1. September beginnt der Sturm gegen Slota-Gora und die nordöstlich anschließende Höhenstellung bis Jaroslawice. An einigen Stellen gelingt es den dichten Massen ein- zndringen, sie werden mit dem Bajonett vertrieben. Tie Landwehr steht auf dem westlich anschließenden Höhenzug unter stärkstem Feuer: als die Russen endlich, nachdem sie glauben, daß jede Widerstandskraft zusammengetrommelt sei, anrennen, müssen sie unter dem ruhigen, vernichtenden Feuer der Landwehr und der Maschinengewehre zurück: >00 sie doch eiltdringen, werden sie im erbitterten Nahkampfe erledigt. Nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr setzen neue Angriffe gegen Slota-Gora und Jaroslawice ein, sie werden restlos abgeschlagen Das gegen die Sackstellung angesetzte deutsche Regiment kann inzwischen in erbitterten Stößen die Russen zuruckdrängen und die liefe Einbruchs stelle ab flachen. Am 2. Septeurber beginnen die Russen den Angriff auf die Slota-Gora mit noch größerem Artillerieeinsatz. Planmäßig werden alle Reservestellungen, Artilleriedeckungen. Unterstände, Annäherungswege unter Feuer genommen, während der Graben selbst mit Gasgranaten beschossen wird. Gegen Abend zwischen 5 und 6 Uhr entwickelt sich der Jnfanteriehauptangriff ivieder gegen die gesamte Front Slota-Gora—Jaroslalvice, er scheitert au der unerschütterlichen Kraft' der Verteidigung, ebenso wie ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends, bei dem es zu erbitterten Nahkämpfen kommt. Am 3. September wird vormittags ein starker Angriff in acht Jnfan- teriewellen vorgetragen, er bricht -an den zerschossenen und zerfetzten Hindernissen zusammen: um 2 Uhr nachmittags beginnt eine Reihe^von Stürmen, die sich bis zum Abend fünfmal wiederholen. Die Stellung vom 31. August bleibt fest in der Hand der deutschen Verteidiger, die russischen Leichenhügel hänfen sich, die Angriffskraft der Russen ist erschöpft, sie können ihre Jnfaterie selbst unter Anwendung stärkster Mittel nicht mehr aus den Gräben herausbekommen. Diese Erschöpfungspause dauert bis zum 6. Sevtember, an dem ein Angriff in drei Mellen auf die ganze Slota-Gora-Front vor- getrieben wird: er scheitert vor den schon wieder ausgebesscrten Hindernissen. Ein Angriffsversuch auf die nördlicher gelegenen Frontteile bei Hukalowce ist am 5. gar nicht recht zur Entwickelung gekommen. Seit dem 6. September geht dann die Gefechtstätigkeit in den Stellungskrieg über. Das Vorfeld wird aufgeräumt, die Gräben gesäubert und .gusgebaut — die Lemberg-Front hat sich stark und fest behauptet. Jedes Lobes wert waren die tapferen deutschen Truppen, erklärt General v. Eben in einem Befehl, nack-dem die Sommerschlacht bei Lemberg abgeschlossen ist. 1 * Vom Uniousberge sehe ich Lemberg im matten Licht eines verschleierten Frühherbsttages. Die Kuppeln und Türme heben sich m das stumpfe Grau des lastenden Himwels. Plötzlich leuchtet ein gelber Schein durch das Wolkeugrau, die Sonne kämpft für ein paar Minuten die Wolken zurück. Heller liegt Lemberg im Mittagslicht, die noch vollgrünen Parks und Gärten glänzen in dem schönen Stadtbilde. Irgendwo spielt eine Militärkapelle. Das fruchtbare Stück Land, die schön gestellte polnische Stadt muß das ckuge wie zärtlich umfassen. Der helle Schein eines deutschen und österreichisch-ungarischen Heldenkampses glänzt mit dem Namen der schönsten Stadt Galiziens. Rofl Brandt, Kriegsberichterstatter. Die Karpachenkämpfe. Telegramm unseres zum Ostheer entsandten KriegsbertcbterstatterS, (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Aus dem Felde, 22. Sept, Nach den schweren Kämpfen von gestern haben die russischen Kräfte, die südlich der Baba Ludowa angriffen, so belitten, daß heute auf diesem Teil der Front nur die Artillerie tätig war, Mährend die Infanterie nicht zum Angriff fähig war. An der Baba Ludowa selbst gelang es den Russen, nach wiederholten, sehr verlustreichen Massenstürmen auf die Kuppen zu dringen. Die Stellung wurde sofort abgeriegelt. Nördlich der Baba Ludowa (1586 Meter) wurden alle Angriffe abgewiesen, ebenso wie die heftigen Stürme auf die neuen Stellungen westlich der Tatarka. Die Gefangenen sagen aus, daß in den Karpathenkämpfen jetzt überall der Rekrutenjahrgang 18 nach nur zweimonatlicher Ausbildung eingesetzt sei, uttb daß Gewehrmangel herrsche, beides Anzeichen, daß auch die „Unerschö Pflicht eit" des russischen Materials die Riefenopfer dieses Sommerfeldzuges zu merken beginnt. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. wie können wir Hrauen Helsen, den Urieg zu gewinnen. Gießen, den 22. September 1916. Heber diese wichtige Frage sprach am Donnerstag abend in der großen.Aula der Universität Frau B u ck s a t h-Mainz vor einer Zuhörerschaft von mindestens 600 Frauen. Einleitend führte Frau Aucksäth aus, daß lvir diesen Krieg nicht gewollt, daß mau uns dazu gedrängt ihat, weil män in den uns feindlichen Ländern sich für diesen Krieg schon rüstete, daß Rußland schon für den Krieg mobil gemacht hatte. Schon lange Jahre vor dem Kriege wurde irrt Geheimen und offen gegen Deutschland- geschürt und gehetzt. Wir glaubten an die Treue und Wahrhaftigkeit unseres Bundesgenossen Italien und an Rumänien, mit denen wir für den Fall der Not Verträge abgeschlossen hatten. Es handelt sich in diesem Kriege um nichts Geringeres als Deutschland zu zerstückeln, es machtlos und wehrlos _ zu machen für alle Zeiten. Wer die .grausamen Verwüstungen dieses schrecklichen Krieges in Nordfraukreich gesehen, wer geschaut, wie die Stoffen in Ostpreußen gehaust haben, der muß sich die Frage oorlegeu: „Wie würde es bei uns auSsehen, wenn der Feind ins Land gekommen wäre". Wir müssen cs als eine Gnade, als einen großen Gewinn betrachten, daß der Kampf sich auf fremder Erde abspielt und wir, von den Schrecknissen des Krieges verschont, unserem Erwerbe nachgehen können. Die Tatsache aber, daß wir unmittelbar vor dem Kamps im Lande verschont geblieben, macht uns daheim undankbar und gedankenlos. Gewiß ist. daß dieser Krieg uns manche Entbehrung und Unannehmlichkeit bereitet. Die Frau hat viele Wege zur Beschaffung der Lebensmittel zu macken, es ist im Kriege alles im Preise gestiegen, aber man sollte bedenken, es sei dies ein natürlicher Zustand des .Krieges, den zu ertragen einer deutschen Frau nicht schwer fallet: darf. Frauen nmtmetit sich nicht um die Fragen der Volkswirtschaft, ihnen sind die Zahlen der Statistik meist fremd, sonst würden sie die Teuerung und Knappheit der Lebensmittel unter den heutigen Verhältnissen begreiflich finden. Es sind gewaltige Mengen von Eiern, von Getreide, von Kaffee, Reis, Schmalz, Butter, Fische, Hülsenfrüchte und Viehfutter, w elche wir in Friedenszeiten aus dem Auslande beziehen. Mengen, die jetzt fortfallen. weil unsere Gegner uns von den Produkt:onsläuderu ab- schließen, oder weil wir uns mit diesen Länder:: in: Kriege befinden. Aber -crusbungern kann man nns nicht, das haben die beiden verflossenen Kriegsjahre bewiesen. Wir haben heuer eine bessere Ernte zu verzeichnen als im! Vorjahre. Es müsse durchgehalten werden. Tatsache sei, daß die Männer nicht so viel nörgeln als die Frauen. Dagegen muß man entschieden aukämpfen. Alle Unannehmlichkeiten in der Heimat sind Kinder'viel gegen die Schrecken in den Karpathen, gegen die Hölle vor Verdun, die unsere Brüder standhaft ertragen. Es Ist für viele Frauen schwer, ohne Fleisch, ohne Fett zu kochen, aber es läßt sich, wenn man will, auch ohnedem schmackhaft und abweckchelnngsreich eine Mahlzeit Herrichten. Es wäre eine Schmach, wenn wir Frauen zu Hause uns nicht fügen wollen in die Unbeguetuttchkeitcm, die dieser gewaltige Krieg mit sich bringt. Die Frauen müssen helfen, den Krieg« zu gewinnen. Es ist schmachvoll, wie einzelne Frauen sich dazu hergeben, Schauergeschichten, die den Stempel der Unwahrheit tragen, weiter zu verbreiten. Allerdings gibt es Millionen tüchtige und tapfere Frauen in unserem Vaterlande, die nicht jammern, sondern die tüchtig zugreisen und arbeiten. Die Schwatzhaftigkeit in Briefen, die ins Feld gehet:, ist gefährlich, denn die! Briefe kommen in die Hände unserer Feinde und wandern daun als Stiminnngsbilder ans Deutschland in die Presse der uns feindlichen Staaten. Man verschone den Mann im Schützen grabe:: mit solchen Briefen aus der Heimat: Reduerin geht dann auf die neue Kriegsanleihe über. Eine schlechte Beteiligung an der Kriegsanleihe wäre allerdings ein Unglück, denn unsere Gegner würden sich aufraffcn zu gewaltiger Kraftanstrengung, um uns nieder zu zwingen, dagegen würde eine.glänzende' Zeichnung Unseren Feinden zeigen, daß wir noch silberne Kugeln genügend haben, um ihre Angriffe auf unser Land weiter abzuwehren. Es ist Geld genug im Lande, um der Regierung die Mittel an die Hand zu geben, den Krieg mit Erfolg zu Ende zu führen. Will man, daß m:seren .Kriegern schlechtere Verpflegung, schlechtere Bekleidung, weniger Munition gegeben wird, oder will man haben, daß die Kriegerfamitten keine Unterstützungen erhalten sollen? Das geht nicht au, mau muß den letzten Pfennig, den man entbehren kann, in Kriegsanleihe anleget:, damit' unsere Gegner gezwungen werden, endlich das Nutzlose ikwes Tuns einzusehen. Eine kraftvolle Zeichnung der Anleihe hilft das Ende des Krieges herbeiführen. Die Rednerin tritt dann für den bargeldlosen Zahlungsverkehr auch bei den Frauen ein und zeigt, wie auch dadurch unserq Rüßung im Kriege gewaltig gestärkt wird. Sie fordert zum Schluß die versammelten Frauen auf, nicht müßig zu sein, sondern tätig mitzubelfen den Krieg zu gewinnen. Eine Anssprache fand nicht statt. Frau Oberstleutnant Naumann, welche die Versammlung eröffnet hatte, versicherte in einem kurzen Schlußwort, daß die Gießener Frauen bereit seien dnrchzuhalten. daß sie nicht kleinmütig klagen und jammern Und keinen Frieden um jeden Preis herbeiwünschen. J - - ^ - - Au» Stadt und Land. Gießen, 23. September 1916. Zur Obstbeschlagnahme. Begreiflicherweise ist durch die Beschlagnahme der Aepsel ünd Zwetschen eine Unsicherheit . bei den Obsterzeugeru hinsichtlich des Absatzes Und bei de:: Obstverbrat: cheru wegen der Eindeckmtg ihres Bedarfes eingetreten. Es sei deshalb zur Klarstellung- im Interesse aller Beteiligten Folgendes mitgeteilt: Die Beschlagnahme erstreckt sich lediglich aus Wirtschaftsäpfel und Zwetschen. Die Erzeuger dürfen selbstverständlich trotz der Beschlagnahme den Bedarf für ihren eigenenl Haushalt aus ihrer Ernte decken. Darüber hinaus dürfen aber Wirtschaftsäpfel und Zwetschen weder direkt noch indirekt an! Verbraucher, Hä::dler, Anstalten, Städte usw. käuflich abgegeben werden. Die Erzeuger sind vielmehr verpflichtet, sämtliche verfügbaren Menget: dieser Obstart den Aufkäufern der Landesobst- stelle, -die von ihr mit AusweiSkarten versehen sind, zur Verfügung zu stellen. Diese Aufkäufer dürfen nur an die in den einzelnes Kreisen bestellten Kommissionäre der Landesobststelle liefern. Dtrnen und Tafeläpsel sind nicht beschlagnahmt. Tie Erzeuger dürfen deshalb diese Obstarten nach wie vor an die Verbraucher gegen Bezugsscheine abgeben: beim Verkauf an gewerbliche Aufkäufer jedoch nur an solche, die im Besitze einer Ausweiskarte der Landesobstüelle sich befinden. Die Landes ob st stelle ist durch die Be- Ichlagnähme der Wirtschaftsäpfel und Zwetschen nicht mehr in der Lage, diese Obstarten an die einzelnen Verbraucher, Städte, Lebens- nuttelämter, Kosumentonvereinigungen usw. zu liefern; sie hat vielmehr die Verladeverfügungen des Kriegsernährungsamtes bezw. der Kriegsgesellschaft für Obstkonsecoen und Marmeladen auszuführen. Vorläufig kommen sämtliche Zwetschen und Wirtschafts äpfel ausnahmslos in die Konservenfabriken, um den Bedarf des Heeres und der minderbemittelten Bevölkerung an Marmelade bis zum nächsten Jahre sicher zu stellen. Der Absatz von Tafcläpfeln und von Birnen bleibt nach wie vor -der Regelung durch die Landesoüststelle vor- behalten. Darin können die Verbraucher ihren Bedarf durch Vermittelung der Landesobststelle decken. Tie Aufkäufer der Landesobststelle dürfen den Erzeugern für den Zentner (50 .Kilo) bezahlen: 1. für Tafeläpsel und Tafelbirnen erster Wahl irf TI 22 Mark, 2. für Tafeläpsel und Tafelbirnen zweiter 'Wahl 8—10 Mark, 3. für Fall- und K'elteräpfel 6 Mark, 4. für Zwetschen mit Stiel gepflückt 10 Mk., Zwetschen, geschüttelte, aber gute Qualität 8 Mk., Breunzwetschen 6 Mk., 5. für Spalier- und Kabinettfrüchtc Preis und Absatz nach Vereinbarung mit der Landesobststelle. Wer Obst gewerbsmäßig aufkanft, ohne im Besitze einer Ausweiskarte der Landesobststelle zu sein, macht sich strafbar. * Preisgestaltung bei Web-, Wirk- und Strickwaren. Durch die Verordrmng des Bundesrats über Preisbe- schräukungen be: Verkäufen von Web-, Wirk- und Strickwaren vom 30. 3. 16 (R. G. Bl. S. 214) § 1 ist vorgeschrieben, daß Web-, W:rk- und Ltrtckwaren g r u n d s ä tz l i ch zu keinem höheren Preise verkauft werden dürfen als dem, den der Verkäufer bei Gegenständen und Verkaufen gleicher -oder ähnlicher Art innerhalb der Kriegszeit vor dem 1.2.1916 zuletzt erzielt oder festgesetzt hat. Nur ausnahmsweise, wenn es an einem solchen Preise fehlt oder d:e Gestehungskosten zuzüglich Unkosten und angemessenen Gewinns nachweisltck höher sind als dieser Preis, sind die Gestehungskosten zuzüglich Unkosten und angemessenen Gewinns maßgebend Ter Verkätifer, der diese Vorschriften nicht beachtet, setzt sich der Be- strafung wegen übermäßiger Preissteigerung nach der Bundesrats- vervrdnnng L-egen übermäßige Preissteigerung vom 23. 7. 15 — R. G. Bl. e>. 467 — avß (Gefängnis bis zu einem Jahre und Geldsttafe bis zu 10 000 Mark, oder eine dieser Strafen, außerdem Einziehung der Vorräte). Es kann auch auf Grund der Bundesrats- verordnnng vom 23. 9. 15 betr. Fernhattung unzuverlässiges Personen vom Handel (R. G. Bl. S. 603) der Handel mit Web-, Wirk- und Strickwaren untersagt werden. Es ist beobachtet wordert, daß die' Vorschriften der Be» ordnung vom 30. 3. 16 nicht ganügerü» beachtet werden. Es hat vielfach eine Preisgestaltung Platz gegriffen, die zu übermäßigen Gewinnen für die Fabrikanten und Händler führt. Das stellv. Generalkommando 18. Armeekorps sieht sich deshalb genötigt, nm -insbesondere der minderbemittelten Bevölkerung die Deckung ihres Bedarfs an Kleidung und Wäsche zu angemessenen Preisen dauernd z'u gewährleisteu, die Preisgestaltung für Web-, Wirk- und Strickwaren ganz besonders zu beobachten und bei den einzelnen Beteiligten laufend zu prüfen. Ungerechtfertigte Preissteigerungen werden im allgemeinen Interesse strafrechtlich verfolgt werden. Wenn in der Verordnung vom 30. 3. 16, ZI, vom „angemessenem Gewinn" gesprochen wird, so ist damit nicÄ etwa ein prozentualer Zuschlag zu den Selbstkosten (Herstellungskoste,: oder Einkaufspreis zuzüglich der General- Unkosten und etwaiger besonderer Kosten) zu demselben Prozentsätze wie im Frieden gemeint. Diese in den Kreisen der Hersteller und .Händler vielfach verbreitete Ansicht ist irrig. Sie würde zu. einem mit den erhöhten Selbstkosten selbsttättg wachsenden Gewinne führen und eine ungerechtfertigte Ausbeutung der durch den Krieg geschaffenen Verhältnisse zugunsten einzelner, zum Schaden der Allgemeiulteit bedeuten. Als angemessener Gewinn ist vielmehr grundsätzlich nur derjenige anzusehen, der auch in Friedenszeiten; für gleiche Waren und unter sonst gleichen Verhältnissen er*teft worden ist. Dieser Friedens gewinn ist zahlenmäßig fest- zustellen. Nt:r dieser zahlenmäßig festgestellte Betrag darf, ohne Rücksicht auf die Höhe der Gestehungskosten und der Unkosten^ als angemessener Gewinn zugeschlagen werden. Wenn z. B. die Herstellungskosten einer Ware zuzüglich allgemeiner Unkosten im Frieden 4 Mark betrugen und der Hersteller 1 Mark = 25o/a als leinen Gewinn aufschlug, so darf er, lvenn die Herstellungskosten der gleichen Ware zuzüglich allgemeiner Unkosten jetzt 8 Mark betragen, nicht etwa 25°/o — 2 Mark als sein Gewinn aufschlagen, sondern er darf nur 1 Mark als angemessenen Gewinn betrachten, d. h. er darf die Ware nicht für 10 Mark, sondern muß sie für 9 Mark verkaufen. Nach den vorstehenden Grundsätzen wird das stellv. Generalkommando 18. Armeekorps bei den Prüfungen, ob die Preisbe- schräntong eingehalten ist, verfahren. Von den gleichen Grt:ndsätzcm gehen die Richtlinien .aus, die der Herr Reichskanzler für die gemäß der Verordnung vom 30. 3. 16 einzurichtenden -Schiedsgerichte vom 13. 4. 16 erlassen hat (veröftenttt-cht im Reichs- anzeiger Nr. 91 vom 15. 4. 16). O ** Gewerbeschule. Gießen. Der Unterrichtsbetrieb der Gewerbeschule wird auch in diesem Winterhalbjahre mit bewährten Lehrkräften voll und ganz durchgeführt. Neben den Baugewer-kabteilunaeu erstrebt sie, tüchtige .Handwerker aller Berufe heranzitbilden. Begabte und fleißige Schüler, die die Schule 3 Jahre im Winter besucht haben, köm:en nach den Bestimmungen der Wehrordnung § 89, 6 auf Grund gewerblicher oder kunstgewerhlicher Leistungen zur erleichterten Prüfung zum einjähria-freiwilliaen Dienst zugelassen werden. Gewerbeschüler sino von der obligatorischen Fort- bildungsschitle befreit. Nähere Auskunft erteilt die Schulleitung. ** Eiserne Uhrketten Die Goldankaufs stelle schreibt uns f Wie schon früher mitgetellt, ist in Aussicht genommen, jeden: Eintteferer einer goldenen Uhrkette auf Wunsch eine eiserne Ersatzkette nach reichsgesetzttch geschütztem Muster, die im Handel käuflich nicht zu haben sein tvird, zu überlassen^ Das Kriegsbureau der Reichshauptbank in .Berlin .hat nunmehr die Muster ausgewählt. Es ist die ?lusgabe dreier Arten von Ehrenketten in Aussicht genommen: eine kurze Herren kette, eine Herren-Turchziehkette und eine Tamenkette. Dar einheitliche Preis beträgt 2.50 Mk. für das Stück. Mit der Herstellung ist begonnen, doch wird die Ausgabe selbst erst in einiger Zeit erfolgst können, da cs sich um die Anfertigung einer bedeutenden Menge vvn Ketten lmudelt. Der Zeitpunkt der Ausgabe der Ketten wird noch veröffentlicht werden. Abbildungen sind in dem Schaufenster der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers ausgestellt. ** Kinder, sammelt Kastanien und Eicheln! Das Sammeln tmn Roßkastanien und Eicheln ist von großer Bedeutung für unsere Volkswirtschaft. Tie Kastanien dienen zur Anfertigung van Speiseöl, Seifenersatz sowie von Viehfutter, die Eicheln dienen Lur Schweinemästuug. Sie unterliegen jetzt der gesetzlichen Beschlagnalpne, d. h. Früchte dieser Art müssen, soweit lie in Rheinhessen und Oberhessen gesammelt werden, an die von der Bezugs Vereinigung der deutschen Landwirte bestellte, Firma Conrad Appel in Darmstadt, soweit sie in Starkenburg gesammelt werden, an die Firma H. Keiler Sohn, Tarmftadt abgeliesert werden. Tie Kinder, welche diese Sammeltätigkeit aufnehmen, können hierbei manchen Groschen nach Hause bringen, denn eS werden frei Sammelstelle für ein Pfund Kastanrenj 4-/2 Pfg. und für Eicheln 6 Pfg. bezahlt. In anerkennend werter Weise hat das Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz bereits vor lnägerer Zeit zu dieser vatenländl scheil Betätigung angeregt und auch der Alice-Frauenverein für^das Grotzherzogtum Hessen will sich eifrig für diese jvichtrge Loache einsetzen. Um den Sammeleifer unserer Jugend zu fördern, hat sich der kriegswirtschaftliche Ausschuß des Mice-Fraueuvereins mtt der Firma W. A. Kvegel in Bensheim ins Benehmen gesetzt, durch deren dankenswertes .Entgegenkommen es möglich gemacht werden konnte, für den äußerst billigen Preis von 40 Pfg einen Sack zu liefern. Diese Säcke sind dieselben Säcke, wie sie unsere Feldgrauen beim Ausbauen ihrer Schützengräben benutzen. Sie werden unserer Schuljugend auch bei ihren Spielen hochwillkommen, sein und werden von genannter Firma noch mit einem auf-i gedruckten eisernen Kreuz versehen, dem Wahrzeichen unserer ernsten Zeit. ** Herbst-Pferde markt zu Gießen. Am Mittwoch, den 27. Sept. ds. Js., vormittags von 7 Uhr ab, findet auf den städtischen Marktanlagen an der Rodheimersttaße Pferdemarkt statt. Mit dem Pferdemarkt ist eine Prämiierung des besten Pferdematerials verbunden, wofür über 2200 Mark zur Verfügung sttchen, Siehe Bekanntmach,mg. ** Kriegs spar'karten zu 2 Mk., 3 Mk. und 10 Mk. können außer bei der Bezirkssparkassc auch bei den Sammclstellen der Pfennigsparkasse erhoben werden. Siehe Anzeige. ** Tie Bezirkskasse Gießen gibt bekannt, daß sie an ihre Sparer, welche Kriegsanleihe zeichnen, Spareinlagen hierzu ohne Einhaltting einer Kündigungsfrist freigibt. Siehe Anzeige. Kreis Lauterbach. rr. Schlitz, 20. Sept. Vom. Kriege schwer heim gesucht ist die Familie des Schuhmachermeisters VimU. Drei seiner Söhne wurden bis dahin vermißt. Bei zweien ist taum noch Hoffnung, daß sie am Leben sind. Nunmehr tarn die erschütternde Nachricht, daß der vierte Sohn, Erfahre, ervist Friedrich Maul, in der großen Sommeschlacht sein Leben lassen mußte. — Gestern trafen unter Führung eines Schuldieners 67 Offenbacher Ferienkinder hier ein. Davon fanden Aufnahme in Schlitz 22. in Pfordt 17, in Rimbach 12. im Krentzersgrund mit Willofs 10 und in Hutzdorf 6 Kinder. Nächste Woche wird eine ebensostarke Schar von Dariw- städter Kindern erwartet, die in anderen Orten des Schlitzerlandes unter gebracht werden. KitJcblicbe Nachrichten Evangeiische Gemeinde. S 0 nntag, den 2 4. Septbr., 14. n a ch T r i n i t a t i 8. Kollekte für die evangelische Bewegung in Oesterreich. Gottesdienst. Zir der 5tadtkirche Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Mahr. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Schwabe. Vorrn. 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. — Mittwoch, den 27. Sept.. abends 8 Uhr: Kriegs- betstunde. Pfarrer Mahr. — Donnerstag, den 23. September, abends 8 Uhr: Versammlung des Frauenvereins der Markusgemeinde im Markussaal. — 3n der Iohanneskirche. Vormittags 6 Uhr: Pfarrer B e ch t 0 l s h e i m er. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmterten aus der Lukasgemeinde. Vorn,. 9>» Uhr: Pfarrer A u s f e l d. Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde gemeinsam. Anmeldungen werden vorher bei dein Piarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11 % Uhr: Kinderkirche für die Johannesgeineinde. Pfarrer A us selb. Abends 6 Uhr: Versa«,»nlunq und Bibelbesprechung im Johannessaal. — ^lachnüttags 2 Uhr: Taubstummen-Gottesdienst im Koufirinanden-- saal (Liebigstraße). Pfarrer B e ch t 0 l s h e i m e r. Nächsten Sonntag, den 1. Oktober, feiern wir das Ernte- dankfeit; an diesen, Tage wird eine besondere Kollekte in sämtlichen Gottesdiensten für die Armen erhoben werden. Kirchberg. Sonntag, den 24. Sept., vorm. 10 Uhr. Vorm. 11 Uhr: Christenlehre für die weibliche Jugend. — Lollar. Sonntag, den 24. September, nach,,,. 17, Uhr. — Mittwoch, den 27. Septbr., abends 9 Uhr: Kriegsbetstunde. Dekan Guß mann. katholische Gemeinde. Gottesdien st. Samstag, den 23. Septbr.: Nachm. 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. S 0 n n t a g, 24. S e p t b r., 1 ö. S 0 n n t a g n a ch P f i n g st e ir Vorm. 67, Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte. Vorm- 7 Uhr: Heil. Messe. Vorn,. 8 Uhr: Austeilung der hl. Korn- n,union. Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachn,. 2 Uhr: Christenlehre: darauf Andacht für die Abgestorbenen. - Dienstag und Freitag, abends Uhr, ist Kriegsbittandacht. D i a s p 0 r a - G 0 t t e s d i e n st an, 24. S e p t b r.: In Grüuberg 9'/. Uhr. In Hungen 97, Uhr. In Sich 8 Uhr. Spielplan der vereinigten Sranffiirter Stadttheater. Opernhaus. Sonntag, 24. Sept-, abends 7 Uhr: „HoffmannS Erzählungen/ Montag, den 25. Septeinber, abends 7 Uhr: Letztes Auftreten des Herrn Alfred Hauck: „Der Graf von Luxemburg." In, 2. Akt: Konzertei»,lagen unter Mitwirkung der Frau Gentner-Fischer, des Frl. H e i m, der Herreu B r e i t e n s e l d und von, Scheidt- Dienstag, den 26. September, abends 77, Uhr: „Das Dreimäderl- haus." Mittwoch, den 27. Septeinber, geschlossen. Donnerstag, den 28. September, abends 6% Uhr: „Lohengrin/ Freitag, den 29. Septernber, geschlossen (1. MujeumS-Konzert). Samstag, den 30. Septeinber, abends 7 Uhr: „Carinen.^ Sonntag, den 1. Oktober, nachmittags 37. Uhr; „Tie Fledermaus/ Abends 7 Uhr: „Die Jüdin/ Montag, den 2. Oktober, abends 7*/, Uhr: „Das Drei- niäderlhaus/ Schauspielhaus. Sonntag, den 24. September, nachmittags 37, Uhr: „Minna von Barnhelm." Abends 77, Uhr: Gastspiel des Herrn Albert Steinrück vom König!. Hoft'heater in München : „Judith." Montag, den 2b. September, abends 77, Uhr: Gastspiel des Herrn A. S t e i n v ü d : „Othello/ Dienstag, den 26. Septeinber, abends 77, Uhr: „Die zärtliche». Verwandten." Mittwoch, den 27. Sept., abends 67, Ubr: „Peer Gynt." Donnerstag, bei» 28. September, abends 7K Uhr: „Die Schöne voi», Strande." Freitag, den 29. Septeinber, abends 77, Uhr: „Alt-Frankfurt." Samstag, den 30. September, abends 77, Uhr: Zum ersten Male: „Der Lebensschüler." Schauspiel in vier Aufzügen von Litdwig Fulda. Sonntag, den 1. Oktober, nachinittags 37, Uhr: „Wie einst in, Mai." Abends 77, Uhr: „Der Lebensschüler." Montag, den 2. Oktober, abends 77, Uhr: „König Heinrich der Vierte." 1. Teil. Börsen-Wochenbericht. = Frankfurt a. Ml., den 22. September. Tie Stimmung an der Börse bleibt nach wie vor Vertrauens- voll und die Haltung vorwiegend fest. Wie bisher sorgten günstige Wirtschaftsberichte unb der gute Fortgang der Zeichnungen auf die neue Kriegsanleihe für eine zuverfichfti.ft>e Auffassung der geschäftlickten Kreise, während die allgemeine Stimmung durch die günstige Beurteilung der militärischen Lage immfc: von neuem gehoben würde. Alle bekannt gewordenen Erzeugungsziffern in der Schwerindustrie für den Monat August beleuchteten wieder die Tatsache, daß sich das deutsche Wirtschaftsleben in einer alle Hoffnungen übertreffenden Weise fortentwickclt hat, was zudem! immerfort bestätigt wird durch die guten Abschluß Ziffern der groß- industriellen Werke. Der ganz überraschend günstigen Entwicklung! der preußisch-hessischen Staatseisenbahnen wurde ebenfalls als Gradmesser für den Gang des Wirtschaftslebens eine besondere Bedeutung zuerkanut. Für den Rest des Jahres wird man dank der guten Ernte mit einer weiteren Hebung der Einnahmen zu rechnen, haben. In finanzieller Beziehung kan, als ermuttgendes Moment der erfreuliche Fortgang der Zeichnungen auf die Kriegsanleihe ft, Betracht. Die Tag für Tag eingehenden bedeutenden Zeichnungen der Sparkassen, Provinzen und Kreise, deren Ziffern fast in allen Fällen die Anmeldungen auf die vierte Kriegsanleihe überttoffen haben, eröffnen die besten Aussichten für ein wiederum glänzendes Gesamtresultat. Damit das Endergebnis aber zu einem vollen Erfolg abgerundet wird, ist es vonnöten, daß die Opferwilligkeit der Bürger auch in den Zeichnungen der kleinen Kapitalisten und Sparer wüHer zu vollem Ausdruck kommt. Was der neuen Kriegsanleihe jedenfalls sehr zustatten kommt, ist die außerordentliche Ge l df l ü ss,i g keil, die seit langem! besteht. Tägliches Geld bleibt mit 40/0 reichlich angeboten; der Privatdiskont stellte sich hier auf 4 1 / a % und darunter. Das Hauptgeschäft vollzog sich in dieser Woche im freien Verkehr in Montan- und R ü st u n g s w e r 1 e n, deren Kursbewegung rlach oben, Wenn auch mit Unterbrechungen, im großen und ganzen wieder Fortschritte machte. Besonderer Gunst erfreuten sich oberschlesifche Werte, für welche günstige Tividenden- Erwartungen größere Anregung gaben. Von Rüstunaswertenwaren namentlich Munscheid, Rheinmetalt, Deutsche Waffen, Rheinisch- Westfälische Sprengstoff, Köln-Rottweiler Pulver- und Tnnamit- Trust gefragt und höher. Heddernheimer Kupfer waren ebenfalls begünstigt, und von chemischen Werten waren namentlich' Badische Anilin-- und Höchster Farbwerke andauernd gesucht. Von Autowerten waren Benz, Kleyer, Horch Motoren und Oberurseler bevorzugt, Daimler schwächten sich etwas ab. Gummipeter.waren zu besseren, Preise gesucht. Elektrowerte ,md Schub- und Leder-, fabrikaktten lagen still, ebenso Banken. S ch i s f a h r t s a f t i c 11 zeigten feste Haltung. Deutsche Anleihen blieben gut be-, hauptel. Von fremden Anleihen waren Japaner höher, 'Serben: fest, Russen^scinvow, auch Italiener angeboten. Amtlicher Teil. B e t r.: Nachprüfung der Erntevorschätzung 1916. An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Aus Ersuchen der Großh. Zentralstelle für die Landcsstatistik machen wir darauf aufmerksam, daß Zweck der Verordnung vom 27. August 1916 die objckttv richtige Feststellung des gesamten Ernteertragcs, einschließlich des etwa geernteten minderwertigen Getreides ist, und daß nicht nur ungünstige Abweichungen von der Vorschätzung festzustellen und zu begründen sind, sondern daß auch günstige Momente voll zu berücksichtigen und wo erforderlich in Muster o Spalre 3 zu erläutern sind. Mängel an vorhandenen, Getreide, wie Blauspitzigkert, Feuchtigkeit, berechttgen nicht, das minderwertige Getreide etwa außer Ansatz zu lassen. MieferungS- pflicht wird durch Mängel des vorhandenen Getreides nicht berührt. Gießen, den 22. September 1916. Grvßherzogliches Krcismnt Gießen. £)r. Usinger. Z igaretten direkt von der Fabrik r» Grigioalpreiseit 104 Zigarstt. K!clav. 1,8 4> 1.30 IW .. .. 3 „1.35 180 .. „ 3 ..2.08 IW „ H 4,2,, 2.75 m .. 6.2 „3.90 okaa jeden Zuschlag t neue Stener-tLZollcrhöimng Zipretteirfabri« KÖLN, Ehrenstrasse 34 Empfehle mein graies Laaer in 6499 a MsHsMrülkU ÄsköWsttetc. zu billigen Preisen. Edgar Borrmann, Eisenwaren, Haus- u. Küchengeräte Telefon 165 Neustadt 11. ßänstige Besngaqselle für Widder Verkäufer. I finiOe Fredrichshal^sf €reld-Lait@ri@ Hill—— Ziehunggarant. 4. Okt.l91G 2029Gesaintgewinne:Mark 60000 Hauptfrew. bar ohne Abz. 30000 6 000 Lose ä2Mk., 11 T.ose20\lk. Porto und Liste 35 Pfß-. empfiehlt und versendet A. Dinke'mann, Worms. Fernerbier zu haben bei den Fgl. FreuS. 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Verlag des Gietzener Anzeigers MchNchn Wir sttchen eine« durchaus geivisseuh., ordnungsliebenden, rüstigen und energischen MeitkllPlatzmeiKr Ehemalige Gendarmen oder Militärversonen bevorzugt. Nur schriftliche Offerten erbeten mit Zeugnisabfchristen und Referenzen an e761 D HedderohBimer Kupferwerk, Werk Heddernheim bei Frankfurt am Main. Ein Herr der regelmäßig reist und einen kleinen Gebrauchsartikel gegen Provision mit- verschleisten will, wird !te- suchl. Schriftl. Slngeb. u.6860 an den Gieß. Anzeiger erbet. sucht sofort einen £ Buchhalter (evtl, auch Erlegsbeschädigt.) oder e?ne Dame gesetzten Alters. Schriftliche Angebote unter 6603 an den Giestener Anzeiger erbeteit. k)nön tüchtigen W [evtl. Kriegs - Invalide) in eine landw. Araschineufabrik gesucht. Derselbe muß befähigt sein, einen Betrieb selbständig bei Abwesenheit des Chefs zu leiten. Gelernter Dreher bevorzugt. Für Wohnung nebst Garten kann gesorgt iverden. Schr. 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Gießen, Schulstr. 3. Oessentliche Versammlung Dienstag, den 26. September 1616, abends 8^ Uhr, im Saale des Gafthofes Fürstenhof zu Gießen Lindenplatz Nr. 1. Die neue Kriegsanleihe. Freie Aussprache über alle die Kriegsanleihe betreffenden Fragen. Die Bürgerschaft wird hierzu freundlichst eingeladen. 6799B Der Oberbürgermeister Stotz weht die Zlagge schwarz-weiß-rot! Auch in Gießen soll wie im ganzen deutschen Daterlande der 1. Oktober als Ehrentag unserer Marine begangen werden. In freudigem Gedenken der unvergeßlichen Taten unserer Kreuzer und Linienschiffe, der kühnen Fahrten unserer U- und Torpedoboote, der Marineluftschiffe und -Flugzeuge, der opfermütigen Tätigkeit der Minen- und Dorpostenschiffe und der tapferen Taten des Marinekorps in Flandern wollen wir am Marine-Gpfertag M unfern lieben blauen Jungen, den tapferen Helden zur See, unfern Dank und Anerkennung begeistert zum Ausdruck bringen durch reichliche Spenden bei der Haus- und Straßensammlung. Auch nehmen Spenden gerne entgegen die Herren: Vraubach, Roonstraße 6, Emrich, Roonstraße 16' Hebstreit, Klinikstraße 21, l)r. Heuser, Ost-Anlage 12, Marx, Liebigstraße 62. Zlottenverein. Marineverein. Der Oberbürgermeister. wie Platten. Roll-, Packfllm,(särat- liche Größen), Celloidin-, Gaslicht-, Bromsllber - Papiere u.Postkarten,Photogr. Alben lüctallstAtive 3iu4teilig, äußerst preiswert, Photographische Apparate empfiehlt IVSediz. Drog. zum Kreuzplatz Spezial-Photo-Haus Fernsprecher 706 Kreuzplatz 9 Bestellungen nach auswärts und ins Feld werden prompt erledigt. 0727a Die Geschäftsstelle der befindet sich vom 26. Sept. dieses Jahres ab: in schwerster Qualitätsware liefert prompt und billigst 6339 Emil PiStOr Nachfolger Holländische Blumenzwiebeln verschiedenen Hyazinthe» tS für Gläser, Töpfe und Frciland einfache und gefüllte in tll ft. fl allen Farben Narzissen, Crocus Scilla, Schneeglöcklein empfiehlt in schönen Zwiebeln Heinr. Hahn, 6amen(QnDIttng Reustadt 8. 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Is.) auszugebenden, zu 5°/o verzinslichen Ariegssparkarten zu 2 Mk., 3 Mk. und 10 Mk., können außer bei unserer Kasse auch bei den nachbenannten Zammelftellen der pfennig- sparkasse erhoben werden: Emil Singel, Papierwarenhandlung, Lindenplatz 5, Ehr. Bieter, Kolonialwarenhandlung, Neustadt 55, Julius Ijoos, Schreibmaterialienhandlung, Bahnhofstr. 41, Heinrich Kalbfleisch, Kolonialwarenhandlung, Liebigstr. 71, Wilh Klee, Schreibmaterialienhandlüng, Marktstr. 2, Jakob Maternus, Delikatessenhandlung, Klinikstr. 22, Wilhelm Maeser, Zigarrenhandlung, Seltersweg 63. Ebenso geben die Sammelstellen der Pfennigsparkasse aus dem Lande diese Zpartarten aus. Bei letzteren Stellen werden auch Zeichnungen auf die Kriegsanleihe entgegengenommen. Gießen, im September 1916. vezirksparkasje Gießen. 6631V Bekanntmachung. Diejenigen unserer Sparer, welche Kriegsanleihe zeichnen, werden darauf aufmerksam gemacht, daß wir die Spareinlagen hierzu sahne Einhaltung einer Kündigungsfrist) freigeben, jedoch nur für die bei uns betätigten Zeichnungen. Sparbuch bitten wir bei Zeichnung vorzulegen. Die Kriegsanleihepapiere werden in Aufbewahrung und Verwaltung genommen. Ebenso stehen den Sparern Schrankfächer unter Selbstverschluß der Mieter zur Verfügung. Gießen, den 15. September 1916. Ev Bezirkssparkasse Gießen.