Nr. 208 Zweiter Blatt 166. Jahrgang Erscheint täglich mit AuSnahm« deS Sonntags. Die „Kietzener ZamilienblStter" werden dem «Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt. das „Nreisblatt für den Breis Stehen" zweimal »wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. iehener Anzeiger General-Anzeiger für Sberheffen vienrtag, 5 . September fyf6 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchea Universitäts - Buch- und Steittdruckerei. R. Lange, Gießen« Schriitleitung,Geschäftsstelle r,.Druckerei: Schuf» straße 7. Gefchäftsst»lleu.Verlag:e^Aü1, Schrift» leitung: e^A I12. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießer», llriegshrieft aus dem Westen. Von unserm Kriegsberichterstittter. jAuberechligter Nachdruck, auch auszugsweise, verbotrLt.) Unser Stahllselm. GroßesHauptquartier,im August 1916. Das Bild des feldgrauen Helden, wie es der Heimat vorschgoebt und auf Unzähligen Zeichnungen urrd Büchertitttn zu sehett ist, ertt- sprickst nicht mehr der Wirklichkeit. Bei Beginne des Weltkrieges batten die deutschen Kämpfer mit Dienstmütze und Pickelhaube nock- ungefähr die äußerett Umrisse ihrer Heldenväter von 1870. Heute, wo der Krieg moderner und chemischer und gleichzeitig grausamer und mittelalterlicher geworden ist, als wir je zu ahnen gewagt haben, geben Gasmaske und Stahlhelm dent Soldaten in der Kamp- feszone ein ganz verändertes Aussehen, at in zivei Jahren die Rumpelfoumnertt der Wafsennutseett Um- uttd umgekehrt und alles daraus hervorgesucht, was Menschen jemals im Kampfe gegeneinander verwendet haben. Das begann mit den Wurfpseilen, rvelche die französischen Flieger auf dem Vormarsche verwendet und die sie später noch auf die Ziegeldächer von Metz geschüttet haben. Ter ^Grenadier brachte seinen Rauten wieder zu wörtlicher Gültige feit und warf Handgranaten, wie bei der Belagerung von Prag. Jrwische Truppeit itn Artois schossen mit Armbrüsten, und Fran- osertin der Champagne benutzten den Flitzbogen (den in Europa zw' letzt 'die kirgisischen Hilfsvölker Rußlands gegen Napoleon I. verwendet hatten>, um kleine Explosivkörper in unsere Schützengräben zu schleudern. Als die Wurfminen an Bedeutung gewannen, kamen Ballisten und Katapulte ans, ganz ähnlich den römischen, bis die alten Belagerungsnrörser aus den Zeughäusern geholt wurden, um sehr schnttl den in immer größeren Kalibern entwickelten Präzistons- ntinentverfern Platz zn machen. Stinktöpse und Erstickungsgase kamen wieder aus, ivie sie einst die Straßburger verwendet haben, um das nnbezwingbare Raubschloß Schwaneck zur Uebexgabe zu zwingen. Eigene Miniertruppen wurden auf beiden Seiten aus Berg^- leuten gebildet, wie ehedem in den Kämpfen zwischen Venedig und den Türken. Morgenstern und Keule erwiesen sich im Grabenkampfe wieder als verwendbar. Alle halb vergessenen Trutzmittel derVer- gangenhttt wurden wieder hcrvorgesncht, tmd die notwendige Folge war^ daß man sich auch auf die Schutzmittel der Vergangenheit »vieler besann. Ziemlich «früh traben bei den Franzosen stählerne Schilde auff, die Kopf und Leib der Sturnitruppen schützen sollten. Auch die „Schildkröte"' Cäsars trat wieder in Erscheinung, nur aus Stahlplatten gebaut und mit dem Zweck, dem Pionier mit der Drahtschere -das Herankrinchen an die Drahtverhaue zu ermöglichen. Manche dieser Neuschöpfungen alter Ausrüstungsstücke haben allerdings igogen die Schrecken des Modernen Krieges nicht lange bestehen können. Dagegen hat sich allgemioin der stählerne Helm wieder bei allen ait der Westfront kämpfenden Heeren eingeHihrt. Da wir Menschen bei allem Gestalten an überliefere Ausdrucks- sornren mehr gebunden sind, als wir uns selbst meist betvußt sind, so kann es nicht in Erstaunen setzen, daß alle Völker bei dem Ueber- tragen des Kapitels „Stahlhelm" aus der W aff engeschichte in die praktische Kttegfülnung aus alte Vorbilder zurückgegrifsen haben. Die Franzosen, die zuerst mit ihrem Stahlhelme antraten, haben eine Form aus der Entartungszeit der Eisenrüstung gewählt, einen Reiterhelm aus dem 17. Jahrhundert, die ihnen nayelag, da die französischen Feuerwehrett diesen Helm auf dem Umwege über die Ausrüstung der späteren Stadtknechte noch heute tragen. Der französische Helm ist ausdruckslos und sehr minderwertig: sein Hauptwert beruht in dem Sicherheihsgefühil, dcrZ er seinem Träger ge- Ehrt. Der englische Stahlhelm wiederholt eine Form aus der Frühentwickelung der Wehr. Es ist der „Eisenhut", wie Man ihn auf den ältesten Holzschnitten sieht und wie er als stehende Figur in die Heraldik übergegangeu ist. Bei seiner Wähl mag hauptsächlich der Gedanke möglichst einfacher und billiger Herstellung leitend gewesen sein. Er bietet überall breite Angriffsflächen, und seine Zuverlässigkeit steht im Mißverhältnis zu seinem durch eine umständliche Polsterung verMehtten Gewicht. Unser deutscher Stahlhelm lehnt sich m der Form an die sogen. „Schaltern" der Maximilianszeit an^ wo die Waffen sch m'iedekunst zu ihrer höchsten Entwickelung gediehen. die Vereinigung von Schönheit und Ztveckmäßigkeit am vollendetsten gelungen tvar. Bei der GleichMitigkeit des Auftretens alter Formen bei Franzosen und Engländern habe ich geglaubt, daß dieses Zurück greifest auf den reifen Formensck-atz, mit dein für uns der Name des „letzten Ritters" verbunden ist, absichtlich getvesen sei. Ich bin aber eines anderen belehrt worden, als ich neulich den Erfinder unseres Stahlhelmes durch Zufall kennen lernte, der mir darüber folgendes mitgeteilt hat: Lange bevor bei Franzosen uttd Engländern ein Mensch an den Stahlhelm dachte, wurde von einem unserer namhaftesten Mediziner auf Grund seiner Erfahrungen in .Kriegslazaretten 'die Schaffung eines gepanzerten Schädel- und Nackenschutzes angeregt, u,n die im Anfänge des Krieges besonders häufigen Hirnverletzungen durch Schrapnelle und Granatsvlitter zu vermindern. Der Arzt tvatrdte sich an den nachmaligen Erfinder des Stahlhelmes, einen Hauptmann, der als Professor einer unserer technischen Hochschulen die Geschoßwirkungett auf Panzerplatten besonders studiert hat. Die Grundlage der Arbeiten, denen die zuständige militärische Stelle sofort die ttotwendige Aufmerksamkeit zuwenockt^. waren die Angaben des Arztes, aus denen hervorging, welche Teile eines besonderen Schutzes bedurften. Eine getvisse Bindung war durch das Gewicht des Helmes gegeben, der nicht zu schwer werden durfte. Dann wurde die Form! gewissermaßen technisch errechnet. Sie mußte so sein, daß sie ait jeder Stelle, wo auf die Helmwandung ein Geschoß traf, dieses möAichst zum Rikoschettieren veranlaßt wurde. Der speziftsche Widerstand der Wölbung gegen ein lEindrittgen mußte möglichst groß sein. Ein Eindellen der Oberfläche durch Schrapnell kugeln oder Granatsvlitter in bestimmter Tiefe durfte noch zu keiner Verletzung des Schadens führen. Die Polsterung mußte bequem rntd leicht, die Lüftung gut sein. Die Industrie mußte mit den vorhandenen Anlagen imstattde sein, den Helm schnell und einfach in jeder bestellten Menge herzustellen. Aus diesen Voraussetzungen wurde der Helm konstruiert. Es wtlrden damt umfangreiche Beschießungsversuche vorgenommen, deren Erfahrungen mitverwertet werden konnten. Dann, als Techniker und Mediziner zu der Ueberzeugung gekommen waren, daß die Vorbedingungen alte in möglichstem Umfange gelöst waren und daß der nun vorliegende Helm den Kämpfern int vorderen Graben den denkbar besten Schtttz gewährte, wurde der Helm tum der Heeresverwaltung ab ge nommen. !Erst später, als die Form in der angegebenen Weise fertig- gestellt worden tvar, hat der Schöpfer des Helmes, der sich nie mit Waffengeschichte abgegeben hat. bei einem Besuche des Nürnberger Germanischen Museums betnerkt, daß sich fein Helm in der äußeren Gestalt der Maximiliansschallern näherte. Es ist immerhin bemerkenswert. daß unabhängig von einander die Genialität des heutigen Technikers und die auf jahrhundertelanger Ueberlieferung por- tvärtstastende Waffenschmiede kunst in ihrer besten Zeft diese reine schöne Zweckform gesunden haben. Der ganze Helm wirkt so stolz- ritterlich, daß er uns jetzt schon, nach kurzer Gewöhnungszeit, tute ein Sinnbild deutschen Soldatengeistes anmutet. Im Anfänge ist er tticht allenthalben mit ungeteilter Frettde begrüßt worden. Leute, die es .gut meinten, bedauerten das Abgehen von dem Überlieferten Bilde des deutschen Kriegers. Sie waren der Ansicht, daß man den preußischen Pickel hätte beibehalten sollen, wohl ohne zu wissen, daß der Pickel aus Notwendigkeit allmählich auch von den alten Helmert im Verlaufe des Krieges verschwunden ist, die dadurch nichts weniger als stattlich mehr aussahen! Die kämpfende Truppe war für den Stahlhelm sehr dankbar und würde sich heute nicht mehr von ihm trennen wollen. Verwundete, die zurückgebracht werden, nrögen ihren Stahlhelm nicht hergeben. Das erhebliche Mehrgewicht wird dadurch ausgeglichen, daß die Lüftung vtel!besser ist, als bei dem alten Lederhelm. Und das Gefühl dey Sicherheit, das unser Stahlhelm den Sturnrtruppeit und den Kämpfern im vorderen Gräben verleiht, ist wohl begründet. Tenn er hat seit seiner Einführung etwa fündig vom hundert der Kopf-, Verletzungen verhütet und Uitzähligen durch seine feste Wölbung» das Leben, die Gesundheit, die Vernunft gerettet. W. ScheuerMann, Kriegsberichterstatter. Nriegsbriese aus dem Osten. Telegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Neur russische Verluste bei Swiniucht,. Armee Linsingen, 3. Septbr. Nach der schweren Niederlage am 1. September hielten sich die Russen am nächsten Tage Mt der angegriffenen Firant Siwiniuchp—Szelwow ruhig. Die Verluste der Russen, deren ungeheuerliche Größe überall von unseren Gräben deutlich zu beobachten war, sind inzwischen auch durch jGe- fangenenanssagen bestätigt worden. Viele Kompagnien zählen danach nur noch 20—30 Mann. So war der Ruhetag durch Erschöpfung geboten, hetrte begannen dMrn neue Angriffe, nachdem dte Artillerie vom Vormittag an die Stürme energisch vorbereitet hatte. Die Angriffsfront wurde diesmal um ein paar Kilometer weiter itach Norden verschoben, um an anderer Stelle den Durchbruch Mt versuchen. Zwei der besten russischen Korps, ein sibirisches utrd die „eiserne Schützendivision" sind wieder eingesetzt. Es gelingt den Wellen, die vott der eigenen russischer Arttllerie ans den Grüben geschossen werden, um sie znm iteateit Angriff zn zwingen, an ein paar Stellen in mtsere Front einzndrin-, gen. In erbittertett Ncchkämpfen tverden die Eingedrrmge- nen von deutschen und österreichisch-nngarischett Truppeit restlos niedergemacht. Die Kampfwrtt der Magdeburger, Weftfalett und Ungarn ist durch das Wissert urn den neuen Feind besonders ausgestachelt, und die Sibirier und-Schützen müssen die rurnänische Hinterlist büßen. Bor den HüAln von Wojnin liegeit tausende von russischen Totert vor der Front, und in den Gräben häufen sich die Leichen, auch der heuttge russische Angriff wurde so eine sehr schwere Niederlage. Keinen Meter Graben erzwangen die urtgeheuren Opfer. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Aus Stadt und Land. Gießen, 5. September 16/^ Vollmilch und Magermilch. Das deutsche Volk hat bis zmn Beginn des Weltkriegs seinen Bedarf an Molkereiprodukten nur teilivüse durch Eige^ezeugwtg gedeckt. In erheblick-em Umfange wußte diese durch Lieferungen: des Auslandes an Eiern, Butter und BttttersckMalz, .Hart- und Weichkäse, Milch und Rahm ergänzt werden. Für die letzteren betdett Produkte beispielsweise betrug die Mehreinfuhr int Jahre 1909, wie^Stutzer in Hehls Handbtick) der .Hvgiene angibt, 324 901 bzw. 135 797 Doppelzentner. Auck) wenit die ilckättdische Prvdttktton sich auf gleicher Höhe wie in Friedenszeiten erhaltett hätte, müßte das deutsche Volk also seinen Verbrauch an Milch und Rahm! um deit angegebenen Betrag einschränken, der ihm durch die Sperrung unserer Grenzen vorenthalten bleibt. Mer auch auf die Milch- gelvinnung im eigenen Lande ist der Krieg nicht ohne Einfluß geblieben. Machten sich seine Rückwirkungen auch in den erstert Kriegsmonaten noch tüeiuger bemerkbar, so mußten viele Meiereien doch im Lause der J-ahre 1915 und 1916 erl>ebltche Rückgänge der Milchanlieferungett (bis zu 50 Prozent imd darüber^ verzeichnen, die daraus zurückzusühreu sind, daß. die Viehbesitzer sich im -ersten Winter nicht mit genügenden Mengen von Kraftfutter versehen hatten. Aus der so bewirkten Vernnnderung der verfügbaren Milchmengen ergibt sich einerseits die Notwendigkeit, die Bevölkeruitg zu sorgfälttger Sparsamkeit nrit diesent kostbar gewordenen Nahrungsmittel zu ermahnen, andererseits die Wichtrg- keit, für erhöhte Milchprodnklion und möglichst angemessene Verteilung des Vorrats zu sorgen. Um -die Verbraucher zur Sparsamkeit zu erziehen, haben manche Meiereien eine Staffelung der Milchpverse eingeführt, so daß der zweite Liter um einige Pfennige teurer als "der erste, der dritte abermals höher als der zioeite, und so sott, berechnet wird. Wtchttg ist auch eine erhöhte Sorgfalt in der Aufbewahrung der Mtlch, 'unt diese vor dem Verderben zu schützen. Am bestett dienen diesem Zweck Geschirre aus Porzellan, Steingut Und verzinntem Eisenblech. Sauberkeit bildet aber eine Hauptforderuntz, für die gesicherte Aufbetvahrung der MÄch, die ferner einen KU und geruchlos gehaltenen Raum ersvibert. Milchknapphett bedeutet immer eine vergrößerte Gefahr für das Publikum, mit versÄfchter Ware bedient zu werden. Daher ntttß eine verschärfte Konttvlle die Verbraucher vor solcher liebervorteitung schützen. Ein Verstoß gegen das Nahrungsmittelgesetz liegt beispielsweise vor, ivenn ganz oder teilweise enttahmte Milch als „Bollnftlch" verkänst wird. Denn unter dieser Bezeichnung versteht das Publikuiu Milch in ihrer unveräwderteit, nattirlichen Beschaffenheit, die weder entrahmt worden, noch durch Zusatz von enttaHutter Milch in ihrer Zusanttnensetzung beeinträchtigt worden ist. Ihre Reinheit und llnverfälschtheit ist besonders für die .Kittderevttähruttg von größter hygienischer Bedeutung. Vollmilch >oird dtrrch ihre vott dem.Fettgehalt herrühvende schwachgelbliche Farbe gekennzeichnet ivährend die ttach Entfernung des Rahnts zurückbleibende Magermilch schwachbläulich aUssieht. Magermilch ist nahezu fettfrei, wenn sie mittels der Zentrifuge entrahmt wurde, sie enthält ttoch 0,1—0^ Prozent Fett, wenn der nach 24 stündigem Stehett gebildete Rahm nur mittels eines Löffels entfernt worden ist. Außerdem bietet sie etwa 3,5 Prozent Stickstofffubstanz, 4,75 Prozent Kohlehydrate und 0,7 Prozent Salze. Ihr Stickstoffgehalt empfiehlt ihre Verwertung besonders als Zugabe zu solchen Nahrungsnutteln, welchen dieser abgeht, ivas beispielsweise bei den stärkeveichen' zu- trifft. Die Verdaulichkeit der Magermilch ist die gleiche !vie die der Vollmilch. Ein Kilogranrm von ersterer hat 375 Reinkalorien, also etwgs Mehr als die Hälfte der letzteren. Die Magermilch ist daher als Nahrungsmittel durchaus uicht zu uttterschätzen/ auch haben die ErnährUngsphysiologett ihre Verwendung bereits vor Zchiklers „Zungfrau" in LiSe. Die Festspiele des Stuttgatter Hoftheaters im Deutschen Theater zu Lille. Aus 'Lille wird uns gcischriebeu: Nicht nur eine künstlerische Großtat allein, sondern zugleich auch eine kulturgeschichttiche Begebenheit ist es, die das Stuttgarter Hoftheater durch seine am 27. August begonnetten Schiller-Festspiele in Lille verwirklicht hat. „Nichtswürdig ist die dLation, die nicht ihr alles freudig setzt an ihre Ehre", so erklang es von der Buhlte herab, die auf französischem Boden steht, aber statt welsck-er Dalmiware die edelsten Erzeugnisse deutscher Geisteskultur ausstrahlt. Unsere Feldgrauen, die.„dicht an dicht gedränget" die weiten Räume des Theaters füllten, haben der „Jungfrau, von Orleans", dem uttvergänglichen LLerke unseres Schiller, in ttaiver Begeisterung zugeinbelt. Hart nebett dem Sittlichen uttd Geschichtlichen erhebt sich in dem Schillerschen Dvama die Gegenwart, der der Dichter mit dem prophettschen Blick des Genius entgegengeeilt ist. Denn seine Worte sind es, die zn uns sprechen, tverm er durch deit Mund der Wnigin Jsabeatt die Engländer als „armsel'ge Gleisner" bezeichnet, die sich selbst und die Welt belügett! Die in beutelüstertter Ländevgier ihre ,,RäuberlKnde" nach überall hin ausstrecken! Uttd wie ein Hohn auf das ..Bündnis" zwischen Frankreich und England klingt es, wenn der englische .Heerführer Lionel der Johantia entgegenschleudett: „Tieuit ewig bleibt es wahr: französisch Blut und etrglisch kann sich redlich tue ver- nttschen," tvormtf Johatma ihm im letzten Akt die Antwort nickst schuldig bleibt: „Du bist der Feind mir. der verhaßte meines Volkes!" Es ivar bezeichnend, zu sehen, mit welcher ruhigen, beinahe philosophischen Gelassenheit diese an Englands Adresse gerichteten Worte vorr uttseren Feldgraueit aufqenommen wurden. Es sind Männer der Tat, die zu Füßen des detttschen Dichters saßen und das Gejohle, mit dem man in Poris und London die gegen uns gerichteten Jnvektiven auf der Bühne zu begleiten pflegt, verschmähen. Die Darstellung durch die Mitglieder des Stuttgatter Hoftheaters war in allen 'Farben so fein abgetönt, daß eine Meister- leiftung erslattd. Vor allem schuf Sofie Regler eine Johanna, die den feldgraueit Zuschauern unvergeßlich bleiben wird. Neben der ^vllletlsstarken Hittaebuna des Wleibes an sein Volk, sein Vaterland ivußte die Künstlerin durch ihr natürliches Spiel d e u tragischen Eindruck zu vertiefen, daß der Inhalt das Gefäß zertrümntern muß, daß dieses Wesen dem Tode geweiht ist. Nebett dieser Künstlerin behaupteten sich Raoul Aslan als Dauphin, Egnront Richter als Dunois, Roderich A r n d t als Lionel, sowie die Damen Ottilie G e r h ä u se r als Jsabcau und Elsa P f e i s f e r als Agnes Sorel mit bestem Gelingat. Egmont Richter hatte als Spielleiter eine schwere Arbeit vor sich, denn der große Apparat, der — itatürlich fechgxauen — Stcttisterie erforderte eine starke Hand. Aber es klappte alles wie daheint alt einer großen Bühne, lind die von den beiden Hauskünstlern des Deutschen Theaters, dem Unteroffizier W a r m b r tt n it und dem Wehrmann O l b e r tz eingerichteten Bühnenbilder würden den Stolz manchen deutschen Bühnenleiters erregen. Nicht ettdettwollender Beifall unserer Feldgrauen lohnte die herrliche Vorstellung, in die von der nahen Front her manchesmal der Geschützdonner hineinklang. F. A. — Leipziger Erstaufführungen. Aus Leipzig wird uns geschriebett: Im Alten Theater sah man Heinrich Jlgensteins neues Lustspiel „Der Herr von oben". Ein junger gelehrter Sortderling, der Verfasser eines Buches „Los vom Gelde" wird zum Märtyrer seiner Lehre und ist fanattsch genug, eine von ihm herzlich geliebte Wttlve wegen ihrer Rtillionetrlast nicht zu lieiratett. Bis eine vor gespiegelte Pleite dieses Hemmnis aus dem' Wege räumt und zugleich die ubrigeit mitgiftlustigen Freier Vertreibt. Tus mit brauchbaren (Lchwanksituatimten arbeitende, streckenweise etwas dürftige Lustspiel wurde flott gespielt und hatte einen PublökuMserchlg. Das Schauspielhaus erzielte totfit dem irrtümlich Lustspitt getauftetr Schwank „H e r z l i ch Willkommen" lebhafte Heüerkttt. Die Herren Neal und Ferner zeigen mit soviel Geschick, wie es Möglich ist, daß Fabrikant Kajetait Reblaus nach 20 Jahren plöAich etttdeckte. daß er beretts evten jungen Studenten zuM Sohne hat. Reblaus und Gemahlin gesteheit sich beide je eine Jugendsüttde, die ober, schließlich doch nur eine ist. Tie psychologischen Zumutungen sieht man dem fröhlichen Schwanke nach, für deit Anton Franck als Gast und ttne Behaaen strömende Aufführung das Ihre taten. Das £>t ädttsche Schauspiel brachte zur Gvethe-Ftter ant 28. August eine voit Geheimrat Marter ft eig übeiuns stim- mmtgsttoll inszeniette Neuanfft'ihrnng des „Torg ti a t o Ta sso" m der die Titelrolle von Kurt Stiel er psychologisch ttesflich etttNnckelt itmd mit bedeutender darstellerischer Kraft verWrpett wurde. Dr. F. S. P Marbur g, 4. Sept. Die auf Veranlasftmg des H e ss i - Ich an, Geschichtsvereins im vorigen Jahre von Professor Dr. Georg Wolfs aus Frankfurt begonttene Untersuchung der vor ges chichtflt-cheü Besiedlung unserer (^getrd» dte durch die Aufdeckung von Brandgräbern aus der Hallstattzttt, neoltthrschen Wohngruben, Bwnzefmtdett, FeststelluuI von Ver- fchanzungen usw. so reiche Ergebnisse zeitigte, ist jetzt von dent Gttehtten wieder ausget tonritt ent wotidett. Jit detnselben Unter- suchungsgebtet, nämlich in den Lahnbergen in der Nähe des ^raneirbergs und an den Hängest nach dem Ebsdorfer Grund tmd anderen Stellen wnttdett weitere Gräberfelder aus der Bnmzezett freigelegt und Fundstücke zutage gefördert, die deit Bewets erbrrttgen, daß diese Gebiete eine frühe Besiedlung lxtttert. ~~ ttrtnd eines vorgeschichtlichen Schädels i in Schützengraben. Die Sammlung des Königlichett Chirurgett- kollegmms in London ist jüngst bnrcl) einett eigenttmtlichen, beim Herstellen etttes Schützengrabens geglückten Fund bereichett »vor- ^n. Es handelt sich um einett etwa 3000 Jahre allett, aus detu Brouzezettalter stammenden SckKdel etttes brittschen Kriegers: dte „Tunes", die darüber berichtet, gibt freilich tticht beit Fundort ait Merkwürdig ist der Schädel, tvttl er eine schwere, iedock zum Deck verstellte Knochenwunde austoeist. Es l-andelt sich unt ein L>och von erheblicher Ausdehntmg über dem linkett Brauenbogen, das offettbar durch einen Keulettichlag entstandeit ist. Die Wunde war außerordentlich sckzoyer, allem der Krieger ist au ihr tticht ge- stowen, wie man aus den Rändern des Loches ablesen kann- sie sttrd zum Tejil nicht weilir rault tmd splittrig, sondern geglättet, woraus zu schließen ist, daß der Heilvorgang sich lcntqere Zett hindurch ttngestött entwickeln kottntr Die deutschen Studentinnen. Ju deit 22 Hut* der m taten des Deutschen Reiches besandeu sich in diesem Lwmmer ^466 gegen 3900 Studerttinnen ritt 1. Kriegssemester Schafft das Gold zur Reichsbank! Vermeidet die Zahlungen mit Bargeld! Jeder Deutsche, der zur Verringerung des. Bargeldumlauss beitrüat stärkt die wirtschaftliche Kraft des Vaterlandes. Mancher Deutsche glaubt seiner vaterländischen Pflicht völlig genügt zu haben, wenn er, statt wie srüher Goldmünzen, jetzt Banknoten in der Geldbörse mit sich führt oder daheim in der Schublade verwahrt hält. Das ist aber ein Irrtum. Die Nerchsbank ist nämlich gesetzlich verpflichtet, für je Dreihundert Mark an Banknoten, die sich im Verkehr befinden, mindestens Hundert Mark in Gold in ihren Kassen als Deckung bereitzuhalten. Es kommt aufs gleiche hinaus, ob hundert Mark Goldmünzen oder dreihundert Mark Papiergeld zur Reichsbank gebracht werden. Darum heißt es an jeden patriotischen Deutschen die Mahnung richten: Schränkt den Bargeldverkehr ein! Veredelt die Zahlungssitten! Jeder, der noch kein Bankkonto t)at; sollte sich sofort ein solches einrichten, auf das er alles, nicht zum Lebensunterhalt unbedingt nötige Bargeld, sowie seine sämtlichen laufenden Einnahmen einzahlt Di- Errichtung eines Kontos bei einer Bank ist kostenfrei und der Kontoinhaber erhält sein leweiliqes Guthaben von der Bank verzinst. ^ ^ . ^ b'sher übliche Verfahren Schulden mit Barzahlung oder Postanweisung zu begleichen, darf nicht das herrschende bleiben. Richtig sind folgende Verfahren: J Erstens — und das ist die edelste Zahlungssitte — Uebertveifurrg bon Bank zu Bank. Wie spielt sich diese ab? Der Kontoinhaber beauftragt s-me Bank der Firma oder Privatperson, der er etwas schuldet, den schuldigen Belrag auf deren Bankkonto zu überweisen. Natürlich n,uß er semer Bank den Namen der Bank anaeben, bei welcher der Zahlungsempfänger fein Konto unterhalt. Jede größere Firma muß daher heutzutage auf dem Kopf ihres Brief- b°S«ns vermerken, be, welcher Bank sie chr Konto führt. Außerdem gibt eine Ansragc am Fernsprecher, bisweilen auch das Adreßbuch (z. B. m Berlin und Hamburg) hierüber Aufschluß. Weiß m°n nur, daß der Zahlungsempfänger ein Bankkonto hat. kann aber nicht feststellcn, bei welcher Bank er es unterhält, so macht man zur Begleichung seiner Schuld von dem Scheckbuch Gebrauch. ‘ Zweitens Der Scheck mit dem Vermerk „Nur zur Verrechnung". , * f Ü b ? ® e - r T f " Slut ^Verrechnung-- kommt zum Ausdruck, daß der Zahlungsempfänger keine Einlösungen be*_ Schecks in bar, sondern nur die Gutschrift aus seinen, Konto verlangen kann. Bei Berrechnunqsschecks ist auch die Gefahr beseitigt, das; ein Unbefugter den Scheck einlöscn kann, der Scheck kann daher in gewöhnlichem Brief ohne Einschr-tben--, versandt werden, da keine Barzahlung seitens der bezogenen Bank erfolgen darf. Nach den neuen Steuergesetzen fällt der bisher aus dem Scheck lastende Scheckstempel von 10 Psg. vom 1. Oktober d. I. an fort. Drittens Der sogenannte Barscheck, d. h. der Scheck ohne den Vermerk „Nur zur Verrechnung". Er kommt dann zur Anwendung, wenn der Zahlungsempfänger kein Bankkonto besitzt und daher bare Auszahlung verlangen muß Er wird ,n dem Maße aus dem Verkehr verschwinden, als wir uns dem ersehnten R.el nähern, daß Kbermann in Deutschland, der Zahlungen zu leisten und zu empfangen hat, cm Konto bei dem Postscheckamt, bei einer Bank oder einer sonstigen Kreditanstalt besitzt. J Darum die ernste Mahnung in ernster Zeit: Schaffe jeder sein Gold zur Reichsbank! Mache jeder von der bankmäßigen Verrechnung Gebrauch! Sorge jeder in seinem Bekannten- und Freundeskreis für Verbreitung des bargeldlosen Verkehr«! unserer Ande!^"""^' b ” bQr 9 eIbtoä »»rechnet wird, ist eine Waffe gegen den wirtschaftlichen Vernichtungskrieg bem wiederholt am?folgen, ohne jedoch brnnfft einen wesentlichen Erfolg erzielt M hoben. Um so wichtiger erscheint die Befolgung ihres Rades in der gegenwärtigen Zeit, in welcher sich die Behörden gezwungen sehen, eine angemessene Verteilung der vorhandenen Milchmengen in der Weise ya regeln, daß die Vollmilch ausschließlich den Kindern, KronLen und Schwangeren Vorbehalten blokbt, denen sie in der Tat unentbehrlich ist. Indem man für die cruf die gesunde erwachsene Bevölkerung entfallende Milchmengc die Bestimmung trifft, daß sie nur in entrahmtem Zustande abgegeben werden darf, gewinnt mrrn den ihr entzogenen Fettbestand für die Bereitung von. Butter und Käse und sichert den Verbrechern so große Vorräte an wertvollen Nahrungsmitteln. * ** Gauwetturnen und Aussch^idnngsOSMpse -auf der Hardt. Begünstigt vom schönsten Wetter, das der Mai des -Herbstes unserer Sache lieh, und unter lebhaftester Teilnahntt %ex Gießemr Bevölkerung, fand gestern das Wetturnen des Garees Hessen auf der Rennbahn an der Hardt statt. Die Mvrgentzüge hatten Scharen Mager Turner aus der Provinz und Rachbarschasr nach Gießen geführt, die um etwa 10 Uhr zium 'Turnen antraten. Gauvertreter EidMann hatte zuvor die fugend begrüßt und mit dein Hinweis auf die Tatsache, daß heute vor 46Jahren NapoleonIII. als Gefangener Gießen passierte, Min Vergleich ausge-fordett mit der heutigen politischen Lage, daraus herleitend dre Verpfttchtnng weiter M streben an der Ber- wrrttichung der turnerischen Ideale, die zusamMentveffen mit der . Hoffnung und bem' felsenfesten Vertrauen imseves Volkes. — Von lTM am Zuge beteiligten Turnern nahmen etwa 600 am Wetturnen 'teil. Ta der diesjährige Gauttrrntag die Abhaltung eines BoM- Nvetturnens beschlossen hatte, fanden außer den an den Schluß Zerlegten Freiübungen folgende volkstümLiche Uebangen, unter Leitung des Gcmturmvatts H. Will, statt: Kugelstoßer, Hochsprung, Wertspruny l^hne Sprungbrett», Laufen /100 M eter) und außerdem! eine MichtfwmÄlnrg. — Die Lerstungen konnten vurchweg als gut bezeichnet werden und zeugten von der vaterländischen Begeisterung unserer Jugend, die sich des Ernstes .Acer Pfttchten bewußt ist. — Um 2 Uhr wurde der rein turnerische Terl der Veranstaltung durch das Mt Mflitärmusck erfolgende Mnt^ffen der Jungwehr der Pw-vinL Oberhessen zwecks Mbhaltung der Au sscherdungs Mn L> 1afettenlauf bildeten einen würdigen Abschluß des stolze Hoffnung liegt in dieser Jugend- ^vaft, wre nicht schöner im hellen SvNEkschein Mm Ausdruck ter ? te - L?öge ein gütiger Hinrmel »mser Vaterland und »eine schmucken 2-öhire schützen. ^ A,i ^ ux 5 e3 if n Hülsenfruchtbervrdnung Hut V ervrdmmg Wer Hülsenfrüchte vom 29. Juni 84 r 6 ' ^t der Präsident des Kriegs-Er- eme Bekanntmachung erlassen Nach Bewrrtschammg der Hülsenfrüchte der am 28. August 16 .^rundeten -fle^ülsenfruchtstelle, löesellschaft mit tn Berttn. ttnioersrtälsstraße 2—3a, r - ü |[ .'neunsputte ^chranktcr Hartung in Berlin, dar oben gemmntar Verordnung zu Smttzweckcn zwei DoppelAcutner für den Hektar der Anbaufläche des Erntejahres 1916 belassen. Zu »emer (^nährLmg und zur Ernährung der Angehörigen seiner Wnchchaft einschließlich des Gesindes, darf er insgesamt 6 Kilo- gramm für jAe in Bettacht kommende Person zurückbehatten. Die m % 11 der Vew-tdrmng festgesetzten höchsten Preise sind nur für beste, rerne gesunde, trockene und gut stichende Hülsenfrüchte zu zahlen, wobei für, kleine /Erbsen dieser Beschaffenheit ein Abzug' von - Mark festgesetzt wird. Für girte, handelsübliche Turchschnitts- mrd grüne Viktoria-, sowie graue, Erbsen bo Maük für den Doppelzentner, für kleine, gelbe, grüne »und graue ErbsQi HZ Mart für den Doppelzentner, für weiße, gelbe unb braune Bvhnerr 65 Mark für den Doppelzentner, für Lmfen 70 Mark fttt den Doppelzentner. Für Hülsenfrüchtt von geringerer Beschaffenheit hat die ReichsNlsenfrnchtstelle entsprechend weniger zu zahlen, wobei bei feuchten, sowie bei Käfer-, und madehaltigen Hülsenfrüchten außer dem Minderwett die durch ttrnftlnhe Trocknung und Bearbeitung entstehenden Kosten und Gewichtsverluste zu berücksichtigen sind. " Pie^fünfte Kriegsanleihe und die Gin lösu ng Jin^scherne bei den Poftanftalten. Zeichninrgeü deutsche Kriegsanleihe Ttafrmot vom 4. September btö 0 -Oktober auch alle Posta nstaltn entgegen. Die Zeich- irungsbedingungen mit dem Zeichmmgsschein, in den nur der ge- ^ Unterschrift enMnrücken sind, sind am Pvst»chlü8m: erhältlich. Zugleich wird darauf hrngewiesen, daß dre Zinsscheine aller Reichskttegsarkleihen vom 21. des dem FäNig- kettsta^ vorhergehenden Monats ab bei allen Po ftanstalten — auch bei den Pvstagenturen — am Schalter in Zahlung ge- wonunen oder gegen bar umgetauscht werden. Die Einlösung der Zmsscheme fft damit den Besitzern her Krieasanleis-e außerordenL- ttch leicht gemacht. Dies wird hoffeEch recht vielen den Entschluß zum Zeichnen der KriegÄrnlerhe erkeichtern. ^ Der PEdent ^ Kgl. lttscmbalmdrcektionAbez-rrks «Franffutt a. M. hat als Ergebnis einer Sammlung Unter 'den BMensteten des EisenbahMrekttons- F^rnffntt a m der ,^esftschern OstpveußenMe" den! 7000 Mwck Mr BerfüWUig aesteM. Für diese reiche Spende ist dem Prasldentien von dem Vorstand der Hessischen^ -L»»tM»rtzenhilfe herzlichster Dank mit der Bitte ansgesprochen worden, diesen Dank allen Spendern M Wermittelln. Es ist dies, nachdem aus MtttM der.ProvriWen, Kreise und einzelner Städte \ mssehnliche Bettäge ettrgingen, der erste Beitrag aus ptt- P^ MtttMn; möge ferm stattliche Höhe vorbiMich sein für die inr Larche^in Aussicht genommeneri Sammlungen. — Die .Hessische Ostprvußenhilfe" hat Mn Konto bei detz Uhd Industrie in Darmstadt. Auf dieses Konto smd alle MnzaWuiigen zrveckmäßig zu leisten. Auch Belage Emzelner können do-vthttr überwiesen werben, was bei den bevorstehenden Sammlungen berücksichttgt werden» wolle (Nachdruck erwünscht.)' sDr entlassene Krieigsinvaliden c b hat durch sorgsame Auswahl der überlast senen Wolljachen das Rvte Kreuz m den Stand gesetzt, eine größere Anzahl von Mzugen Herstellen zu lassen, die vorerst an zur Ent- tmm&me Kriezsinvaliden abgegeben werden. Schon vie- konnte auf diese Wstise geholfen werden. Dke Meiderbestandc haben sich aber dadurch schon erheblich verringett, und es Muß ans Ergänzung umsomchr gesehen werden, als nach Bändigung des Kttegss viele aus deM Felde zuttickkebrrnde Sost SltzrW^versorgen sein werden, denen die Beschiffung von Zivist kleidern btt der Stoffknapp heit iinmöglich sein wird. Deshalb möck>- weistti^ E ^uzeigenteil enthaltenen Aufruf besonders hin- wachjcn der- kirchlichen Jugendpflege aus den Ersahrungeit und dem Geist dieser Kriegszeit?" Die Herren Em ke- Dodenau und Noll.-Batterlfeld waren als Referenten be- stimmt. Die Rechnung fttt 1915 ergab 1710.83 Mk. in Ein- nahrnen mrd 1362.96 Mk. in Ansgabeii, der Voranschlag für 1916 wurde in Einnahme nnd Ausgabe auf 1691.92 Mt festgesetzt. In Battenberg soll die nächstjährige Synode tagen. ra. B i e d e n k o p f, 4. Sept. Am Sonntag fand die feierliche Einführung des neugewählten Ortsgeistlichen durch Dekan Chrrltlan-Eckelshausen statt. Der Kirchenchor sang: Zum Will- kommengruß und Groß ist der Herr. Fc. Fran-kfurt a.M , 2. Sept. D« Rhein-Mainische Verband tur Valkshildnncr zu Frankfurt a.M. beabsichtig t cttie Li chtbr 1*,e r - Zentrale ziu errichten. Ter Bezirksverbanh wurde deshalb vom Landesausschuß ermächtigt, mit dem Verbände «nen Vertrag vorztubereiden und auch mit den Krttsen zu verhandeln wegen einer Bttttagsleijtuing zur Errichtung der Licht- btlderzenttale und einer Leihgebühr für deren Bemltzung. ick. Limburg, 3 Sept. Im Sportboot von Koblenz MH «nnburg und zurück fuhren dieser Tage die Koblenzer Schüler ^zo,ef Hellbach und Richard Dürupel. Die Rudttfahtt wähtte zwei Dage und würde nur durch eine Uebernachtung unterbrochen. In der gleichen Zeit wirttre auch die Rückfahtt bewältigt. Wenn man bedenkt, daß auf der Lahnsttecke zwischen Nieder!ahnstein und Lim- b-ura / oder 8 Wiehre zu passieren sind, so finhet die respektable ^etttnng der beiden Gymnasiasten besondere Würdigung . «l-. Bon de r Lahn, 2. Sept. Mit der abgelaufenen Woche wurde rn den Gemeinden an der Lahn der Ausdrusch des Roggens ZE den Dveschmaschmor beendet. Das Fuder ergab dnrchschnittliä» 3 Sack, 450 Pfu^ Korn, ein Erttag, mit welchem unsere Bauern wohl zufrieden smd. hassia Bezirk Gietzen. , Sonntag, dm 3. September, nackmittags 3 Uhr, eröffn«« Be- zrrcsvorjteher Lehrer Daab, Lollar, den zweiten Bezirkstag 1916 <;n »eurer Ansprackze dankte er allen dttren. die draußen mit Leib und Leben unser Vaterland decken, und ehtte die, die ihve Treue mir denr^Tode benegelten. Er zog. eine Parallele zwisck-en Sedan vor 4b Jahren, dem damaltgen und heuttaen Siegeswillen und sagte, s« uns in diesem schwjMen Daseinskampse Beispiel und Vorb-M>. Bttsprel dafür, was ein starkes, geemigtes Volk in be- • ™ ^ Vaterlandsttene und unbegrenzten: Opsernrnt vermag, und ttn Vorbild ftrr den geschlossenen und entschlossenen Einheitswillen äum, Srege. Um das durch den Ejiegeswillen von 1870/71 geschaffene Vaterland in dem Klampfe gegen alle unsere Feiirde zu behauvteii, me uns.eins,not, nämlich: sich bewußt zu bleiben, daß uns zur ^tuirde dre erne Aufgabe gestellt ist, Mit dem Auftvand alltt Kräfte, rn Ge- und »Entschlossenheit »oie bisher, ohne Rücksicht auf ^/Pfer jeglicher Art, bis zuin Endsiege aus zuhatten und weiter zu MMpstti, zu kämpfen und zu siegen, draußen und daheim, alles an Äeb-e und Dveue an Zucht. Pflicht und Glaube, an Hingabe und Oetnub und besonders auch an OpferwilUgkeit aufzubieten und aus- zuhalten, um uttsere Fttttde von ihren vergeblichen Bemühungen, rms zu besiegen, zu überzeugen,: das Me uns not. Zum Schlüsse ^ zu feiern mit dem Gelöbnis: ,^Zn Treue fest, rM Sturme treu zu stehen zu Kaiser und Reich. Fürst und Vaterland. Lauter Beifall lohute den Redner. Von de»t 39 Vereinen »baren 38 vertreten. Der Bericht über die Mitgliederversammluna m. Darmstadt, ersbrttet von dem Bezirks Vorsteher, wurde giitge- httßttl. Bezirksrackmor Volknmnn, Henchelheim, verlas die Rechts. Die Einnahme betrug 215,28 Mk., die Ausgabe 102,79 Mk, ttebeAchuß 112M Mk. Dem Rechner wurde EntlasMng etteilt und der Dmk der Bttyaiumlung ausgesprochen. Dem Kameraden Retzler, Stttnbach, wurde vom Bezirksvorsteher unter Motten des Dankes und der Anerkemrmrg für treue PflichtberfÄlung als Vorstandsmitglied dos Vereins wähnend 26 Jahren ein Diplom swcrrttcht. Der sttthacige Vorstand, Lehrer Daab, Lollar, als erftei' Bezirksvorsteher, Bürgermeister Leun, Grvßen-Lindttl, als zweiter Bezirksvorsteher, Kanzleirat Schiffnre, Gießen, als erster Schnftfft^« Lchver Keil, Kbein-Linden, als zweiter Schrift führer und Rechner Volkmann, Heuchelheim, als B^irksrechner, wmde per Zuruf wiedergewöhtt. — Die Mckvergütungen aus der Promdentta imd vom Jahrbuch an die Vereine betrug 883,75 Mk Sammttmttster Kaitfmann Schiemangk, Lollar, stellt den Bestand der Sanrmelbüchsen fest und ermuntett zum Weilersanrmcln auch in schwerer Zeit. Bi^irksvorsteher Daab macht dem BezttWtage dmwn Mitteilung, daß er als Vertreter des Bezirkes Meßm aks Mitglied dem.Unterausschuß für den Kreis Gießen des Hessischen Landesansschusses der Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der tm Mnege Gefallerren angehöre iuib fovdette für diese Stiftung zu einer SmnmMng auf. Die Sammlung er.mb den Bettag von 70 Märk, den der Bezirksvorsteher mit herzlichen Dankeswotten zur Weitergabe übernimmt. Vorsitzender Daab ergreift nochmals das Mott, um die Kcunjeraden auf den bevorstehendttr Kampf in der Leiiuat hinzsaveisen, der ein Sieg werden Esse wie bei den vorhergehenden vier Kriegsanlerhen. Er sagte, alles flüssige Geld nicht nur. orcdern auch Guthaben, noch zu erwartende Einnahmen, namentlich solche tti. der Lairdwittschaft durch Absatz von der reichen Ernte, tgehöre dem Rckchl, das »es ja Mt verzinse und bei dem es sicher stehe. Er forderte die Kameraden auf, von Person zu Person zu weichen, denn ein voller Erfolg verkürze den Krieg, verlängere ihn aber nicht, wie Miesmacher, Ungeduldige, Laue und Aengslliche vermuten und leider auch aussprechen. Redner trat den aus dem Lande kursie- Tcnbett Redensarten entgegen. Das Protokoll »mrd am nächsten Bezirkstage verlasen, da mehrere Kameraden den Zug erreichen wollen. Unter Wottttr des Dankes nnd der Dtähnung zum Ausharren schloß der Vorsitzende den BezirGtag. „Gedenket der Gebnrtztagzspende füt’s Rote Rreuz"! Hessen-Nassau. Märkte. — ^eu, 5. Sept. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmärkte kostete: Butter das Pfd. 1,90-0,00, Hühnereier das Stück 20-/00 Psg., Käse das Stück 10-00 Psg., Kasematte 1 Stück Pfennig, Kartoffeln das Pfund 7 Pfennig, Milch das Liter 30 Pfg., Spinat 00 Pfg. das Pfd., Gelberüben 15-00 Pfg. das Päckchen, Rosenkohl 01) Pfg. das Pfd., rote Rüben 1b—00 Pfg., wiebeln das Pfund 20—25 Pfg., Nüsse 100 Stück 00 -00 Pfg., ilmnenkohl 00—00 Pfennig, Sellerie 00-00 Pfennig das Stück, Kopfsalat 5—10 Pfg. das Stück, Kohlraben 10—15 Pfg., Rörnisch Kohl 15-00 Psg. das Päckchen, Lauch 0-00 Pfennig das Stück, Weißkraut 12 bis 15 Pfennig, Rotkraut 15 bis 30 Pfennig, Gurken große 00-00 Pfg., kleine 7—3 Pfg., Bohnen 30—35 Pfg das Pfuno, Zwetfchen 20—25 Pfg. das Pfund, Fallobst 5 Pfg. das Pfund, Birnen 20-30 Pfg. das Pfund, Aepsel 18—25 Pfg'. das Pfund. — Marktzeit von 7 bis 1 Uhr. Meteorologische beodachtungen der Station Gietzen -. . - - ■ • — . - — — ... ... Sept. 1916 o s U a> O «u s u- ’ü? o z; 3 N M S-* 4? LÄ -rr fi> a> ZA tf ^ i s| || 85 2 CD 35 c -5 f -Q c § u u «a •S ä SS e.§ sLK-o ®'C0x» v.5& JS> IC. Wette, 4. 3" 16,5 9,0 64 _ 10 Bed. Himmel 4. 10" — 12,8 9.7 88 — — 10 5. 8" 12,1 9,7 92 10 Reger» Niedrigste „ Niederschlag 1,5 mm. 3. 1916: + 12,2 ° c!