fit. 207 Zweites Statt M. Jahrgang Erscheint täglich ir»U AuS^^chm« des Die ..Sietzeuer SamllieudlULer" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, d«S ..Sreisdlatt für den kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen -eit- ftagen" erscheine« monatlich zweimal. Lrnteschätzung. ner «ze: General-Anzeiger für Gberheßen Montag, 4 . September |9|6 RotaÄarrSdruck und Verlag bet Brühl'jche-i Univcrsitäis •* Buch- und Sderndruckerei. Sl. Lange, Giche«. Schriftleitttng, Geschäftsstelle u.Dr»ckereü Schul» straße 7. Geschäftsstelle u.Berlag:^-^Lr,Schrch» leitung: 6-GK112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Die in der Zeit vorn 1. bis 25. September 19^6 an- gewcfcnete E^rntovorschvir ^nachstehend einzelne Stellen veröffentlichen, tveil sie in geradezu ergreifender Weise den Unsere Z^eldgranen beseelenden Geist und den tiefen Hunger nach Lesestoff schildern. Ein Landsturmmam: schreibt: „Für die Mgesandten Bück>er sage ich dem Volksschriflenverei^ meinen herzlichsten Tank. Es ist eine Lust, dies alles zu lesen, und ich bin swlz auf meir: Hessenlarrd, das an seine Kinder der:kt, wie kein anderes. Hier an der Sonrnre wissen Sie auch, daß cä\ hart chergeht, aber die .Herren Franzosen :u:d Engländer sollen sich an Her Hessentreuc die Schädel einrennen, nüe sic cs bisher getan haben. Unser Wahlsprnch: „sie kommen nicht durch", wird treulich gehalten. Der Hessische Vol ksschriftenv erein bittet nochmals herzlich st um gütige Unterstützung seiner Kriegstätigkeit, unsere Truppen im Schützengraben und Lazarett Mit guten Büchern zu versorgen, und weist wiederholt darauf hin. daß bei seinem Schriftfüh-rer, Lehrer Hassinger in Darmstadt, Stiftsistr. 43, Geld- oder Büchergaben jederzeit gerne entgegengenommen werden. ** Rhein - M ainisch e Krie gs-Volksakademie. Der Rhein-Mastch'che Verband für Volksbildung beabsichtigt: in der ersten Hälfte des VLonats Oktober dieses Jahres eine Kricgs- Volksakademie äbzuhalten. Ter besonde« Zweck die^r Veranstaltung .soll sein, die natürlichen Führer des Volles, insbesondere Gerstliche, Lehrer, Staats- und GemMndeLoamden, Aerzte usw., aber auch alle fternnlligen Mitarbeiter bei der wrrt- sckmftlichen Und sozialen Fürsorge, besonders auch Frauen, mit den kriegswirtschaftlichen Und kriegssozialen Nvtwend-rgkerten der nächsten Zeit vertraut zu Machen und ihnen das für die wirtschaftliche und soziale Arbeit erforderliche Material ftr solcher Forut an die Hand zu geben, daß sie, in ihre Heinmt zurückgekehrt, jeder in seirMm Kreise, belehrend, auflläreich und beruhigend tvirken und ihren Mitbürgern eine sackskundige Stütze nnd Beratung darbietei: können. Außerdem^ soll die Beziehung zwischen Volksbildung und Wirtschaft einer gründlick)«: Besprechmrg zugeftchrt, besonders auch untrrjucht werden, in welcher Weise sich die deutschen Vollsblldrch^>rMn.i- sationen der wirtschaftlichen Heimatpftege lvidmen und wre sie sich an dem Wiederaiffbau der vaterländischen Wirtschaft nach den: Kriege beteiligen köirnen. In ihrer äußeren Form wird sich bk Veranstaltung an das bewährte Beispiel der früher von den: Rheiiv-Mainischen Verband veranstalteten Volks-Akademien an- Die veutsche Bücherei in Leipzig. (Zu ihrer Eröffnung am 2. September 1916.) .Von Dr. Friedrich Sebrechl. Mitten in dem schwersten Kriege, den Dmtschland je zu be stehen gehabt^ hat, ist ein besonderes Zeugnis seiner Stärke — ein gewaltiges Kulturwerk e::tstanden, die Deutsche Bücherei. Di .Vollenünng dieser Tat bedeutet die ErfMung eines schon seit Jahrzehnten fühlbar gewordenen Bedürfnisses. Die Erze::gung des deutschen Buchhandels übersteigt bei rveitem die Produktion der anderen Nationen, nrid es galt die ui:geheure Mannigfaltigkeit der Erscheinungen an irgend einer Stelle zusammen zu schließen, sichere Möglichkeitei: der Beschaffung für den geistigen ^Arbeiter herbeizu führen nnd so die Leistungen lmferer Kultur in ihrer fruchtbaren Auswirkung zu steigern. Der 25. September 1912 ist der bedeutungsvolle Tag, an dem der Vorstand des Börsenvlereins der deuffchen Buchhändler zu Leipzig die Frcndenknnde der Gründung einer deutschen Bücherei als die endliche Verwirklichung vielfach debatti-eirter Wünsche und Vorschläge mitteilm: konnte. Mit einen: aus Landesmitteln gewährten Betrage von drei Millionen: Mark sollte ans einen: von der Stadt Leipzig unentgeltlich zur VerfügniV gestellten Bauplatz ,int Werte von etwa 500 000 Mark das erforderliche Gebäude auf- gesnhrt werden. Gr::ndstück und 'Einrichtung gehen kosten- nnd lastenlos als unveräußerlicher Besitz in das Eigentum des Börsenvereins deutscher Buchhändler über. Der Börsenverein übernimmt die ZZerwaltung, während die Kosten hierfür teils von der sächsischen Regierimg mit jährlich 85 000 Mark, teils von der Stadtgemeinde Leipzig mit 115 000 Mk. bestritten werde::. Interessant ist ein Rückblick auf die Geschichte des Gedankens .einer solchen deutsche:: Bücherei. Der erste, der wertblickend nicht nur eine liochbedeutsame Anregung gab, sondern sie bereits in 'gewiffen: Sinne in die Tat nmsetzte, war der 1795 geborene und .1873 gestorbene Oberkommerzieirrat .Heinrich Wilhelm Hahn, der Inhaber der Hahnschen Buch Han dlm:g. Er stiftete als Handbibliothek des Frcmksurter Parlaments im Revolntionsjahre 48 eine erste Reichsbibliothek, welche die Werke^ historischen, politischen^ statistischen, kriegswissenschastlichien urrd ftlristischen Inhalts enthielt. Die Sammlung ist als Parlamcirtsbibliothek 1848 cm das Germanische Natronalnruseum in Nürnberg gekonunen. 1869 kan: die Schasftmg eines lückenlosen Archives des deutsche:: Schrifttums anläßlich der .Beratung des Urheberrechts zur Sprache, ohne freilich zu einem Ergebnis zu führen. Die, 'Idee wurde von ldem Verlagsbuchhäirdler Eduard Brockhaus bei .Beratung des Preßgesetzes wieder anfgeuonmre::, gleichfalls ohne unmittelbaren Erfolg. Aber nun wurde sie immer imeber zur Debatte gebracht. Mit besonderem Nachdruck wies Karl Kehrbach 1880 in der „Literarische:: Korrespondenz" auf sie hin und be- Lüvirtc, daß der deutsche Buchhandel einer gleiche:: Einrichtung dringend bedürfe, wie sie der viel geringere ftanzösische in dev Biibliothsque nationale und der englische in der Mbliothek des British Museum bereits besäße::. M,ärz 1910 konnte Dr. Erich Ehlermann bereits von einer Fühlungnahme mft amllichen Stellen in Dresden und Leipzig berichte::. Er verbreitete sich über o:e Grmidung einer Reichsbibliothek in einer überzeugenden Denk- schrift. Mft ihm bemühte sich in erster Linie der seit 1910 den: Börsenvereft: vorstehende Kommerzienrat Karl Sigis:nnnd. Der Erfolg dieser Bestrebungen rvar die Gründung im Septinnber 1913, und^am 19. Oktober innrrtten des Jubels der Jahrhn:ü>ertserer der Völkerschlacht erfolgte bereits die Grnndsternlegung in Gegenwart des Königs von Sachsen. Nun ist das Werk vollendet. Die deutsche Bücherei santmell ldie gesamte vom 1. Januar 1913 an erscheinende deutsche imb fremdsprachige Literatur des Inlandes und die deutsche Literatur des Auslandes. Ein siüherer Termin durfte nicht gesetzt werden, weil sonst die erstrebte Vollständigkeit nicht erreicht werden kmrnte. Gerade die Lückenlosigkeit ist ja das Merkmal, das dieser Mbliothek ihre besondere und hervorragende! Stellung zumeist. Hat doch Exzellenz Harnack in eurer 1912 er- schieirenen Broschüre feftgestellt, daß selbst die Berliner Königliche Bibliothek 5,10 o/o der geforderten Bücher nicht besaß. Bisher hatte die Hinsichssche Mtchharidlnng in Leiwig eine an sich überaus sorgfältige Bibliographie Hera ns gegeben, die naturgemäß indessen nicht vollständig sein konnte. Nunmehr ist eine Organisation durch Vereftrbarung mit Verlagen und Drirckereien getroffen, die der deutschen Bücherei 'die absolute Vollständigkeit zu sichern vermag. Zugleich aber hat diese Gründung eine nicht zu w:tersch ätz ende vollstümliche Bedeutung. Ihr sind zugleich herrliche Möglichkeiten! in der Verbreitung mannigfaltigster Mld:mgswerte gewiesen. Ihrer Art nach kann solche Bücherei selbstverständlich nur Präsenzbibliothek sein. Ein Ausleihen der Bücher verbietet sich wegen der bannt verbundenen Abnutzimg. Das Gebäude der Bücherei ist ein monumentales architektonisches Werk geworden. Es liegt auf freiem Gelände im Osten der Stadt, an 'der denkwürdigen Straße des 18. Oktober. Alle technischen Vorteile der Gege::wart scheürer: nutzbar gemackft: und zugleich sind die ästhetischen Forderungen in jeder Hinsicht erfüllt. Der Bauplatz umfaßte 16 741 Quadratnreter. Vor dem Gebäude breitet^ sich im Zuge der Straße ein freier Platz, dem der Name „Deutscher Platz" gegeben iwrbeit ist. Zu loeiteren Ausdehünngen gewähren die Nachbargr:mdstücke Namn. Der Bau hat am Deutschen Platz 120 Meter Länge, 22 Meter Hauptsimshöhe und umfaßt mit Keller und ansgebauten: Dach acht Geschosse. Tie Räume sind von Licht durchflutet. Selbst die Keller wurden mittels Neigung der Straße hell. Hier läuft der svgena:mte Wagengang si:r den Bücherverkehr. Eine motorisch betriebene Rohrpostzentrale ist eingebaut und erleichtert die Vermittlung zwischei: den einzelnen Räumen. In dem schönen, weiten Lesesaal steht eine 20 000 Bände umfcffsende Handbibliothek zur Verfügung. Der Zeitschriftensaal enthält nicht weniger als 18 000 aktueller Zeitschrifte::. Auch der Kakalogsaal wird der M:rutzu::g des PublikumsJiirekt zugänglich gemacht. Neben dem Lesesaal beftndeu sich die Schreibmaschinen- zimwer zum Gebrauch. Auch ein stinmrm:gsvoller Vortragssaal wurde eingerichtet. Die Außenwand zwischen den Türen dieses Saales schmückt ein Gemälde Pros. Vogels, das die Mitglieder des Ausschusses darstellt. Die Rcffrme können zehn Millionen Bände bergen. Äser Direktor der Bücherei, Dr. Wahl, hat 1914 eine Kriegs- ltteratnrsammlung und eine bibliothektechnische Sammlung der Bücherei angegliedert. Insbesondere auch diese bibliothektechTiische Sammlung ist in ihrer Art etwas Vorbildliches. Ermöglicht sie doch einen konzentrierten Einblick in das Büchereiwesen überhaupt: urw sie kann zu seiner Entwickln:^ und Vervollkommwmg erheblich beitragen. Es ist überhaupt unter der Leitung des Direktors eff: Unermeßliches Stück Arbeit geliefert w-orde::. Mete Kräfte habe:: geholfen, die ungeheuere Masse des Materials Kn sichten nnd zu bejvältigen. Die Einordimng nnd Registratur wurde vorbildlich durch geführt. Die deutsche Organisation hat auch an diesem gewaltigen! ldlpparat einen Triumph erlebt, der umso höher zu beiverten ist, als doch der Krieg alle möglichen Heulmungen entgegensetzte. Leipzig hat in der Bücherei eine neue Zierde erhalten. Es ist gut, daß diese Stadt als das Zentrun: des deutsche:: Buchhandels zugleich auch diese Zentrale des Buchlwesens herbergt. Dank großer Opfer und allseitiger hingebender Arbeit ist ein ideales Werk geschaffen, dessen Sege:: sich bald nach vielen Richtungen hin fühlbar machen wird. * — Wien, 1. Sept. Das „^tene Wiener Jomnurl" e n t ni mmt der „Wiener klinischen Wochenschrift" eine:: Artikel, demzufolge der Mffnsterialbakteriologe Enge:: C s e r n e l -Budapest den lange gesuchten Erreger des Flecktyphus nach langwierigen Versuche:: gefunden hat. Es gelang ihm, auf einem 'geeigneten Nährboden in Form von Menschenblut vermisclchem Glyzerffwgar den Erreger zu ftnden. Die neue:: Bazillen sind mit Earbolfnchsin leicht zu finde:: nick» dadurch in: Vdikroskop sichtbar. = Frankfurt a. M., 3. Sept. Der Komponist des hier zur Uraufführung gelangte:: Mlusil-dramas „Der ferne Nm:g", Prof. Frcu:z Schreker, hat eine neue dreiaktige Oper, „Die Giezeich- mten". vollendet. Das Werk wurde von Jnteiwcnck Volkner zur Uraufführung am Frankfurter Opernhause erworben. — In den Verband des Schauspielhauses treten am 1. September ein: Fräulein Ethel Scharo von de:: Meinhard-Bernauer-Bühncn ff: Berlin und Walter L a n tz s ch von den Münche::er Kammer spielen. — Ber, 1. Sein. Nach einer Meldung des „Eorriere della Sera" aus Florenz ordnete der Präfekt von Florenz an, daß sämtliche Sannnlungen und Knnstgegeustärpe des Deutschen .Historischen Instituts im Palazzo Gua dag ni unter die Aufficht Giovanni Poggis, ues Direktors der Ufftzina, gestellt werden, damit nichts von den kostbare:: Samnllungen aus Florenz sortgeschaffr werden könne. Stadt Metz an ber Zahn hat sich bereit erklärt, her ie Gastfreundschaft zu gewähren. Dir Verhandlungen werden jellva 8—12 Tage in Anspruch nehmen. Di-e irieg$ntäfiige Ver- wflegung der Teilnehmer geschieht in eigner Regie und wlld üvr\ »ex Abterftrng Kochkiste des F-rankftrrter Nationalen Frauendienstts gesorgt, welche gleichzeittg Kurse in Kücken- uird hMwwirtschaft- flichen Fragen darbieten wird. Tie Llbendc sollen Geleg-erchell zu 'eingehender Aussprache bieten. 9lußerdem sollen an den Abenden. Brusterbeispiele kriegsmäßiger Vollsbelehrung und Bolksunter^ 'aliung geboten werden, {bre der ganzen Bevölkerung zugängig ind. Nähere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle Frankfurt a. M Zaulsplatz 10. ** Die Reichs--Gersten-Ge sellschaft, m. b. H., hat, tote urix erfahren, ihren Geschäftsstellen mitgeteilt, das; gemäß sEntfcheidmrg der Rei chssutter mittel stelle die :>cm bert Kommunal- cherbänden musgckkauften Gerstenmertgen von der Reichs-Gersten-Gesellschaft, mb. p., Berlin, mit dem jeweiligen gesetzlichen Höchstepreis zuzüglich eines Zuschlags von höchstens 6 Mx. für die Tonne \m bezahlen sind. ** Aluminium. Mit Wirkung ab 31. August 1916 wird ldie Beschlag:: akMe und Meldepflicht für Wuntinimn in Fertig- Fabrikaten (Kläffe 18a,, die durch die Nachtragsverfügung Nr. N. >5347/7 15. KRA. vom 14. August 1915 an geordnet luar, aufgeho- got. Die in der Bekcrmttmachnug N. 1/4 1915 LRA. vom 1. April 2915 betr. die Bestandsmeldung und Beschlagnahme von Me- kdalle n enthaltenen Bestimmungen über MuMiniun: und Alu- tnrirnruM'-Legiexuri gen in unverarbeitetem und vorgeaxbeitetem Zu- giLnde, entsprechend den Klassen 18 und 19 dieser Bekanntmachung jbfeäjeu dagegen nach wie vor in Kraft. ** Der Postpaketverkehr mit der Türkei, der DorÄbergehend eingestellt war, wird von jetzt ab wieder auf- Senoirnrren. Vorläufig dürfen jedoch von ernem Absender täglich «nur 20, bei dringendem Bedürfnis höchstens 30, bet Arzneimittel' Sendungen 50 Stück avfgeliefert werden. ** Anrechnung der Hilfsu.interbeamtendi.enst-- ^ert. Der preußffche Eisenbahnnrinrster hat im Ern Verständnis Hntit bene Finanzminister einen für die Ersen bahn-HiffUnterbca n:ten rnftchtigen Erlast den Eiserchcchndirektionen bekannt gegeben. Nach «den früher geltenden Grundsätzen über die Anrechnung von Hllss- kuMerbeamtendiechidcit als pensilvnsfähige Dietrstz-ett ftmnte die ständige Beschäftigung als Hllfswagenwärter und als Hilfsschaffuer irnd HflssbrSmiser angerechnet werden, wenn, die erste Anstellung im /Zugdienste erfolgte.^ Durch den neuen Erlaß karrn nunmehr den s-genannten Hilfsbediensteten die ständige Beschäftigung Mich dann angerechnet werden, weirn die erste Anstelllorg im Wagm —, tetzt Wagermnssähetdienst erfolgt ist. Landkreis Gießen. g. Ober-Bessingen, 2. Sept. Vom 30.- Auoust hat ein ^Berichterstatter über Ober-Bessingen eine gewaltige Räubergeschichtc Erzählt. Sck.reiber dieser Zeilen hat genaue Erkundigungen ein- sg^ogen und brachte in Erfahrung, daß von Erbsendieöstählen «nichts bekannt ist und Gurken und Zwiebeln nur auf einem Wer »gestohlen wurde. Dieses Grundstück liegt aber an der Landstraße. 'Es wird sich wohl nur um einen Dieb handeln. In welchem Topf l'die geraubten Gurken ein friedliches Tiaftin fristen, ist freilich nicht kiestKuftellen. Sie sind, was wohl mit Bestimmtheit angenommen ftverl>cn darf, in die Ferne gewandert, denn dem Schreiber dieser Gellen wurde nock) vor Wochen versichert, daß man in Ober- Bessingen sich um die Feldfrüchte Nicht zu bangen brauche, da seit Jahrzehnten keine Felddrebstähle durch Ortsbewohner vorgekommen seien. Kreis Alsfeld. j vz. Alsfeld, 3. Scpt. Dem Musketier August Wald eck Mes.-Inf.-Regt. Nr. 223) lvurde am 23. August 1910 wegen bc- stviefener Tapferkeit vor den: Feinde das Eiserne Kreuz 2. Klasse ^verliehen. oz. Münch-Leusel, 3. September. Dem Fahrer Herm. Mrug von hier, bei der 2. leichter: Mm:.-Kolonne, Feld-Art.- Megt. 25, Sohn des Herrn Werner Krug, Schwabenrod, tvurde die Meffische TEerLeftsWedaüle vsxüeheu. ioz. Beeden- 1. Sept. Dem Erf.-Ref. Hch. K«lbflerfch im Res.-Inf.-Regt 118, Sohn des Landwirts Heinrich Kalbfleisch, wtnrde die Hessische TapserkellsMedaille verliehen. Kreis Lnuterbach. •• Ilbeshausen, 2. Sept. Der ©efr. Otto Gutermuth vom Jnf.-Rgt. 186 erhielt das Eiserne Kreuz, der Fahrer Frisdr. Oechler bei einer Fernsprech-Abteilung die Hessische Tapferkeitsmedaille. Ferner erhielt das Eiserne Kreuz Gefreiter Otto Georg, Ins -Rgt. 335. Kreis Friedberg. Q. Bad-Nauheim, 2. Sept. Auf Beschluß des allgemeinen deutschen Bäderverbandes, dem auch Bad-Nauheim an gehört, werden in sämtlichen deutschen Kur- und Badeorten, int Zusammenwirken mit dem Roten Kreuz Kurfonds für verwundete nnd erholungsbedürftige .Krieger beschafft, die durch Zuwendungen aller Art, Stiftungen. Betrag von Veranstaltuu.gen, freiwilligen Spenden ufw. so gestärkt werden sollen, daß aus ihnen die Kosten für kurbedürftige Kriegsteilnehmer davon bestritten werden können, wenn die militärische Fürsorge ihre Tätigkell eingestellt hat. -— Stabsarzt Dr. Ha h n Wierde durch Verleihung des (Äsernen Kreuzes, erster Klasse ausgezeichnet. Kreis Wetzlar. WA. SBeljlar, 1. Sept. Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurden : Gefreiter Gustav G r e i l i ch , Res -Jnf.- Negt. 223, aus Wetzlar; Pionier Franz Kurz, Pioirierbataillon 21, aus Braunfels; Tambour Friedrich Rühl, Kaiser Alexander- Garde-Grenadier-Regt. I, aus Sreindorf; Ersatz^-Res. Friedrich Müller, Füs.-Regt. 80, aus Nauborn. " E h r i n g s h a u s e n, 2. Sept. Leutnant Erich Stein vom Jägerbataillon 11 wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Hessen-Nassau. [ ] Ma rburg, 2. Sept. Auch in den hiesigen Schulen wird vom nächsten Montag Mt der Unterricht anstatt um 7 Uhr erst um 8 Uhr seinen Ansäng nehmen. — Der S onderfriedhos der Vorstadt Weiden hauset: ist mit Genehmigung der maßgebenden Behörden jetzt geschlossen worden.- In den ersten 20 Fahret: können jedoch Familienbegräbnisplätze, soweit es angängig erscheint, noch belegt werde::. — Zu den Gemeinden, welche sich be- rells an die Marburger Ueberlandzentrale angeschlosse:: haben, kommen jetzt noch diej.enigen von Wetter u:td Sterz Hansen hinzu. ra. Biedenkopf, 2. Sept. Der Vorstand des Turnvereins hat beschlossen, nach Friedensschluß eine Tafel von Stein oder Aietall in der Turnhalle aufzustellen mit den Namen der gefallenen Mitglieder zu deren Ehren und dauerndem Gedächtnis. dz. Aus dem Kreise Ziegenhain, 3. Sept. Die Roggen ernte ist nunmehr !auch bei uns als beendet anzusehcn. Sie ergab einen in jeder Hinsicht befriedigenden Ertrag. Leider wurde das Einbringen der Ernte durch häuftge Regenfälle gestört. Jetzt sind die Dreschmaschinen fleißig au der Arbeit. Die Weizenernte bietet noch viel^ bessere Aussichteir, ebenso steht der Hafer ganz vorzüglich. Da die Kartoffeln einen guten Starrd aufweisen 'und die Futterkräuter wohl geraten sind, so kann man mit dem Ergebnis der Gesantternte durchaus zufrieden sell:. Möchte noch anhaltend gutes Eftuteivetter das Einbringen der Früchte begünstigen.. X Hanau, 2. Sept. Die Stadtverordneten lehnten die Udbernahme der Patenschaft für den ostpreußischen Landkreis Stallupönen mit einem Beitrag von 16 210 Mk. ab. Tie Ablehnung ^erfolgte :n Rücksicht auf die großen Anforderungen, die an die Stad: in dieser schweren Zett gestellt werden, und die dadurch bedingte rmgünstige Finanzlage. — Der am Schleusenbau zu Stockstadt a. M. beschäftigte 16 jährige Arbeller Grimm aus Mainflingen würde beim Reinigen einer Betonmaschine infolge irrtümlichen Ernschaltetrs des elektrischen Bcttriebes in der Trommel buchstäblich zermalmt. X. Hanau, 1. Sept. In der gestrigen, nichtöffentlichen Sitzuirg der Stadtverordneten ist das Rücktrittsgesuch des Oberbürgermeisters Dr. Gebeschus zum 1. Januar 1917 genehmigt und di-e Pension Mit 11200 DU. festgesetzt -vorden. Dr. Gebeschus hat seit 24- Jahren mit großem Erfolg tob (tnerfanateH Geschick die Verwaltung der Stadt geleitet. — Dem am 23. September auf eine 25jährige Tätigkell als Vvrfttzender der Hanauer HMrdelskammer zurürMickenden Kommerzllirrat Fritz C oentcha l ist das Ehrenbürgerrecht verliehen worden. --- Höchst a. M., 3. Sept. Der vierjährige Sohn des.Bade- Mtstaltsbesitzers Münch hat unter Anleitung seines Vaters die Schwimmkunst erlernt und schrvimntt berells mll großer Sicherheit und Behend:gkeir in der Main-Badeanstatt herum. Er dürste wvtzi der jüngste Schwimmer Deutschlands sein. Schwan heim a. M., 3. Sept. An Stelle des verstorbnen Proftch'ors Dr. Wllhelm Kobe Ir wurde Bildhauer Johann Josef Bel z mit der Leitung des Heimatmuseums bettaut. 7 ^ Wiesbaden, 3. Sept. Ans seinen: Grundstück an der Adolfshöhe tvurde der seit Tagen vermißte Privatmann Kursche erhmtgt aufgefimden. Der DLam: toar ein Sonderlllrg, der ein förmliches Einsiedlerleben führte und stets Angst vor dem Verhungern hatte, trotzdem aber ein lachenden Erben zufallendes Vermögen von mehr als 70000 Mark hinterlaßt. = £ t m bürg, 31. Ang. Unter dem Vorsitz des Städtvewrd- lwten Eduard Graf- Frankfurt a. M. hielten die Vorsitzenden, Geschäftsführer und Rendanten der Ortskrankenkassen der Drovinz Hessen-Nassau dahier eine starkbesuchte Tagung ab. Für den am 18. September in Eisenach stattftndendeu Dmt- ichcn: Ortskrankenkassentag wählte man als Abgeordnete Gras- Fanckfurt und Retchant Hart leib-Höchst a. M. Vorträge hielten Stadtsekretär ReifevDrankfurt a. M. über „Getvährung von Krankcnhauspflege durch die Kraickcnkassen" und Verwaltungsdirektor P a l l a s - Frankfurt a. M. über „Neuere wichtige Entscheidun des Reichsversichermvgsanttes". Die Versammlung stimmte ernem Vertrag mit der Stttttgarl-Berüner Verftcherungs-A.^. zn Stuttgart gegen Schäden ans mangelhafter Geschäftsftihrrmg, Ber- untreuungen wsw. zu. ... ra. 3lu§ 9la[|au ( 2. Sept. In der fetzigen Erntezeit wrwden für viele gewerbliche Fortbildungsschulen Urlaubsgesuche eingereicht, so daß der Zentralvorstand beschloß, den Unterricht zu schließen und erst mit dem Wintersemester wieder aufzunehmen. Der Zeichenunterricht findet jedoch auch fernerhin wie bisher an den Sonntagen statt. _ GeriHtssaal. = Fr an ! fürt a. M., 2. Sept. Die Strafkammer verurteilte den 18 jährigen Karl Münder, der am 6. Mai, im Verein :nit drei Genossen, den 78 jährigen Privatmann .Hepruann erdrosselt hatte, wegei: Totschlags W 12 Jahren Gefängnis. Münder befand sich bis jetzt zur Beobachtung seines Geisteszustandes im Jrre::hause- Er wurde von den: ärztlichen Sachoer- ständigen aber für iwrmal erklärt. Das Gericht mutzte am'Gefängnis sttafe erkennen, da er bei der Begehung der Tat das 18. Lebensjahr noch nicht vollen-det hatte. = Hattersheim, 3. Sept. Der Streich eines hiesigen Schusters wird hier viel belacht. Besagter Meister war vm: bec Bürgermeisterei als Trunkeickold auf die Schrftrliste gesetzt worden. Die Veröffentlichung dieser einwandfreien Tatsache an bem Anshangbrett der Gemeinde wurmte den Main: doch. Am nächsten Morgen prangte über der Bekanntmachung das Scchrlabgangs zeugnis des Alkoholliebhabers, in dem diesem seine Führung mit „Gut" amtlich imb auch fchlvarz auf iveiß bestätigt wirrde. Jetzt war wieder die Polizeibehörde von Hattersheim die Beleidigte. Sie verantaßte des Schusters Bestrafung durch das Schöffengericht ft: Höchst:nit 10 Mark.__ Märkte. fc. Wiesbaden, 1. Sept. Heu- und Strohmarkr Alan notierte: Heu, neues, 6,50—6,80 Mk., Stroh (Richtsiroh) 0,00-0.09 Mk., Krummstroh 0.00 Mk. Alles für 50 Kilo einschließlich Fubrlohn. Rhetateohes Technikum Bingen *^?aa"ch»n6nfiau, Automobitlb&u Tak