Nr. 229 Der Tlnzei-er erscheint iwftWcfa, cutfeer Somta^s. - Beklagen: viermal wöchentlich EtetzeMerFamilienbtötter; zweimal wöchcntl.Rrsir- viattfürde« «reis Gistzen (Dienstag und Freitag),' zweimal monatl. Landwirtschaftliche Seitfraaen Fernsprech - Anschlüsse: sürdieSchriitleilungllZ Verlag,Geschästsstelleöl Adresse kür Drahlnach- richten: Anzeiger Siehe». Annahme von Anzeigen für die Tage-Nummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt (66. Jahrgang Zreitag. 29. September Äe;u gSpretS: monatl. W Vf., viertel- ja'hrl. Mk. 2.65: durch 'hole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch diePost Alk. 2. ^5 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilen preis: lokal15Pst, ausw. 20 Pf. — Hallpt- schristleiler: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Veriuischtes und Ge- Rotationsdruck unö Verlag der vnihl'schen Uinv.-Luch- und Stetndruckerei 8. Senfe. Schriftieitung. SeschLftsjtell'e und Druckerei - Lchulstr. 7 . SS ffSS Gekeral-Anzeiger für Obecheffen Die Rede des Reichskanzlers im Reichstage. (WTB.) Grohes Hauptyuartier, 28. Sept. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern. Zwischen A n c r e und Somme haben die Engländer und Franzosen, nach einem die bisherigen Erfahrungen noch übersteigenden Vorbereitungsfeuer ihre starken Angriffe erneuert. Auf dem größten Teile der Schlachtfront hat unsere, durch die Artillerie und Flieger wirksam unterstützte, unerschütterliche Infanterie, unter den Befehlen ifer Generale Sixt von Armin, von Huegel und von Schenk, den Feind siegreich abgeschlagen. Bei Thiepval und östlich von Eaucourt Labbaye ist der erbitterte Kampf noch nicht zum Abschluß gekommen. Besonders heftig waren die auf der Linie Mor- val-Bouchavesnes vorgetragenen Angriffe, die der Gegner ohne Rücksicht auf die bei einem ersten gänzlich gescheiterten Strlrm erlittenen blutigen Verluste gegen Abend wiederholte; eingedrungene Abteilungen wurden sofort aus unserer Linie zurückgeworfen. In kleinen Stellungstellen nordwestlich von Rancourt und östlich von Bouchavesnes vcr- nwchte sich der Gegner zu halten. Unsere Flieger haben gestern sieben Flugzeuge, davon vier im Sommegebiet, a b g e s ch o s s e n. Ein kleines, über holländisches Gebiet anaeflogenes und ebenso zurückgekchrtcs feindliches Geschwader griff Alost erfolglos an. Bei einem englischen Bombenangriff auf Brüssel wurden fünfzehn Häuser zerstört, dreizehn Belgier gelötet, achtundvierzig verwürfet. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Schwächere russische Borstöbe an der Aa (westlich von Riga) sowie zwischen Miadziol und Narocz wurden leicht abgewiesen. Die im Tagesbericht vom 22. September erwähnten, verloren gegangenen Teile unserer Stellung bei Korytnica sind gestern durch einen vollgelungenen Gegenangriff der Truppen des Generals v. 0. Marwitz nach schwerem Kampf wieder erobert und darüber hinaus noch Vorteile errungen. Alle Versuche des Feindes, uns wieder zurückzuwerfen. sind gescheitert. Das russische 4. sibirische Armeekorps hat nach den Meldungen unserer Truppen Verluste erlitt e n, d i e e i n e r V e r n i ch t u n g d e s K o r p s n a h e- kommen. Einundvierzig Offiziere, zweitau- (endachthundert Mann sind gefangen in unsere Hand gefallen, ein Geschütz und siebzehn Maschinengewehre erbeutet. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Zur Verbessenlng der Stellung schoben wir westlich von Folw Karsrwlesic (zwischen Zlota Lipa und Rajarowka) unsere Linie vor, nahmen einhundertdreißia Russen gefangen und erbeuteten vier Maschinengewehre. Gegenstöße blieben ergebnislos. In den Karpathen griff der Feind an verschiedenen Stellen an und ist zum Teil erst durch Nahkampf zurückgeschlagen. Nordöstlich von Kirli Baba sind Gegenangriffe noch im Gange. ' Kriegsschauplatz in Siebenbürgen. Bei Hermannstadt wird erfolgreich und hartnäckig gekämpft. Balkan-Kriegsschauplatz. An den Fronten keine Ereignisse von besonderer Bedeutung. Unsere Flieger warfen auf das von den letzten Angriffen noch an mehreren Stellen brennende Bukarest erneut eine grotze Zahl Bomben. Der erste Generalguartiermeister Ludendorff. Wie war die Lage? Draußen, an allen Fronden unerbittliches Ringen, das in wildestem Toben heute noch fortgesetzt wird. Neue Feinde, deren Hoffnungen z-war nicht mehr das frische Grün des Maien tragen, aber doch auch noch nicht völlig verwelkt sind. Da findet der Reichskanzler das treffende Wort: Der Krieg steht vor uns' Das ist ein ernstes, erschütterndes Wort, aber es hat uns nicht überrascht und getroffen. Der Kanzler konnte uns kein liebliches Friedensbild naher Zukunft vorgaukelu. Denn die Schwungräder der Schlachten lassen sich nicht aufhalten, und in den Köpfen der feindlichen Staatsmänner haben vernünftige Erkenntnis noch keinen Platz. Der Reichskanzler sprach dies offen aus; er charakterisierte die bösen Phantasien der Angreifer und führte mit wenigen Sätzen ein wahres Höllengericht vor das geistige Auge. In diesem Höllengericht aber brauchen wir uns nicht in die Rolle der gefesselten Angeklagten zu schicken. Wir geben den Feinden den heißen Atem dieser Hölle zurück, und noch liegt sie ja jenseits unserer Grenzen, in Feindesland. Wie stark unsere Schutzwehr, wie mannhaft der Geist unserer Heere ist, das hat der Kanzler mit bewegten, alle Herzen ermutigenden Worten bestätigt. ■1 ^ erdensiegen. Bei aller Unklarheit über die Reifezeit des Friedens, über die Gestaltung naher Zukunft, ist doch dieses sichere und feste Wort aus berufenem Munde wieder ausgesprochen worden. Uiid so richtete sich der Kanzler gegen gewisse agitatorische Bestrebungen, die nur parteipolitische Woben glätten sollen: „wer wagt es, von uns neue Friedensangebote zu bexlana*.*- —^ letz- ten Aeußerungen der Häupter unserer Feinde? Mit einem fesselnden, gar nicht pathetischen Zug von Bedauern und eigenem Stärkebewußtsein hat Herr v. Bethmann .Hollweg in seiner Rede die verblendeten Ausschweifungen Briands, des französischen Ministerpräsidenten, behandelt. Er hielt den Franzosen das stille Bild einer traurigen Zukunft ihres -andes entgegen. Und es war keine polemische Abrechnung, wenn er den Wahn eines festen, dauernden Friedens auf der Grundlage späterer internationaler Abmachungen zurückwies. Wie war's denn vor dem Kriege? Französische Revanchepolitik, russische Eroberungssucht, englischer Ein- kretsungswille . . . und internationale Abmachungen? Und was vnll England, und wie steUen wir uns zu England? Nochmals: wie war die Lage? Draußen,- die Riesen- brande des Krieges — im Innern ein See von stillem Widerspruch gegen eine angeblich zu schwache Regierung, öon 3tveifeln, Bitterkeiten, Unklarheiten, der keineii Abfluß hatte, weil die Zensur die Wehre verschloß. Und letzt sollte der Reichskanzler das Hauptwehr aufziehen? Das an der stillen, tückischen Wasseroberfläche ermüdete Auge sollte den Sturz eines brausenden Stromes erleben? Viele hatten wohl ähnliches erwartet. Die Jynms Alter-Er-^ innerungen schienen zu solchen Erwartungen zu berechtigen, und der erwähnte See war ja weiter gngeschwollen. Aber der Kanzler zog das Wehr nicht auf. Er nachn aber die Schwüle der Unerträglichkeit weg, und wir dürfen seit gestern etwas fteier und frischer atmen. Ja, England! Jii ver Kanzlerrede lesen wir Bekenntnisse, die manchen falschen Zweifel vernichten. Herr v. Bethmann Hollweg hat, was man 'von ihm nicht recht erwartet hatte, eine schonungslose Entschleierung der berüchtigten Dame England vorgenommen. Er leuchtete ihr ins haß- und gierverzerrte Gesicht und sagte mit dürren, klirrenden Worten, was wir längst wissen, was das ganze deutsche Volk seit langem weiß, und, me erforderlichen Konsequenzen verlangend, sich zusagt: England ist unser selbstsüchtigster, hartnäckigster, erbittertster Feind! Und dann folgte der Blitz, der die Schwüle zerriß:: „Ein Staatsmann, der sich scheute, gegen diesen Feind jedes taugliche, den Krieg wirklich abkürzende Mittel zu gebrauchen, dieser Staatsmann verdient gehängt zu werden." Dieser eine Satz war wirklich besser als eine große Schale von Unwillen, die sich über die Kanzlerfronde hätte ergießen können, die an das eng- landfeindliche Herz der Regierung nicht recht glauben wollte. In der Tat, die Zeit ist zu ernst, als daß es angängig er schiene, innere Unstimmigkeiten durch harte Auseinandersetzungen zu verschärfen. Der Kanzler schweigt und glaubt, daß man mindestens jetzt an seinem besten Willen nicht mehr zweifeln dürfe. Wir werden sehen, ob der Reichstag, der sich nach der Rede einstweilen bis zum 5. Oktober oertagt hat, um zunächst in vertrauliche Beratungen des Ausschusses einzutreten, sich mit dem Bekenntnis des Kanzlers begnügen wird. Der gute Wille in Ehren: es gibt vielleicht doch zwei Wege, die zum Ziele führen, und der beste Weg muß erkannt und beschritten werden. Zu diesem Ende dürfen Auseinandersetzungen und Nachprüfungen nicht gespart werden. Gehässige persönliche Anschuldigungen aber sollten endlich zum Schweigen kommen. Erfrischend und alle Lebensgeister des Volkes neu entfachend waren die Ausführungen des Kanzlers über unser Durchhalten und Siegen! „Heute stellt uns eine neue gute Ernte alles viel siche rer als im vorigen Jahre." Ein Wort/ das Freude erzeugen wird! Und dann:, das Fundament unseres Hauses steht fest und ist unzerstörbar. Die im Anschluß daran offenbarte Andeutung über innerpolitische Zukunft ist nicht gerade erschütternd und sensationell gewesen. Du hat der Reichskanzler keine Blitze zucken lassen, und im „Berliner Tagblatt" wird die Schwule der unbefriedigten „Neuorientierung" fortbestehen „Unermeßliche Arbeit", ja! Die Auswahl der Tüchtigsten zur Leitung dieser Arbeit ist etwas Selbstverständliches und Allgemeines, aber es ist der Ausdruck der Zeit, die unsere Volkskrast auf der höchsten Höhe sieht. Italienischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Südöstlicher Kriegsschauplatz. In Albanien nichts von Belang. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant. Ereignisses nrSee. Am 26. vormittags haben ftinf feindliche Flugzeuge über Durz zahlreiche Bomben abgeworfen, ohne nennens- 7,« e ^f? üöen a?^ u r cl)ten - Zwei unserer Sceflugzeuge stie- aus. Eines davon. Beobachter See- s5?ettBartha, Führer Fliegerguartiermeister Haschke. zwang fnndllchrs Wasserflugzeug zum Nieder- geh^u aufs Wasser, wo cs von einem italienischen Zerstörer geborgen wurde verfolgte ein zweites gegen Brindisi fliegcn- oes Flugzeug, schoß es vierzig Meilen von der Küste ab und Uetz sich neben dem zertrümmerten Flugzeug nieder. Der Bc- Seeoffizier, war tot, der Pilot durch Kopfschuß schwer verwundet. Letzterer wurde ans dem sin- gebrachl 1,1 ^ eiöenc herübergerettet und nach Durz Flottenkommando. Der österreichisch-ungarische DageSbericht. Wien, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart; 28. September 1916. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front gegen Rumänien. Aus dem Bergrücken Tulisiui westlich von P e t r o s e n y erbitterte .Kämpfe. Lage bei Nagy Szeben (Hermannstadl) günstig. Rumänische Gegenstöße blieben ohne Er- solg. An der slebenbürgischen Ostfront dauern im Raume von Szekely—Udvcrhely (Oderkellen) und südlich der Bistri- croara-Höhc die Vorpostenge fechte an. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Oestlrch der Dreiländerccke, nördlich von Kirlibaba, im Ludowa-Gebret nördlich des Turtarenpasses unternahm der Femd abermals vergebliche Angriffe. Südlich von Lipniea Dolna stießen deutsche Truppen vor; es wurden 139 Russen und vier Maschinengewehre eingebracht. Bei der Armee des Generalobersten von Terszlyanszky gewannen die Streitraste des Generals von der Marwitz den noch in Feindesland gebliebenen Teil der vor einer Woche verloren gegangenen Stellungen in erbitterten Käurpseu zurück. Der nichtnngswrllen der Gegner. Er konnte aber zugleich seststeNen daß die Kriegslage keimswegs dazu angetan ist, die Erwartungen der Femde zu rechtfertigen. Das „Berliner Tageblatt" sagt: In der Rede ist brs- weilen eine säst akademische Aurückhaltnng zu erkennen. Sorgsam war der Redner bemüht, seine Ausführungen zu dmnpsen, Maß zu halten Und ;mehr zwischen den Worten raten z'u lassen, als open auszusprechen. Man darf sagen, daß diese Zügelung der Ausdrücke und des Tempos nicht unbeabsichtigt war. Der Reichskanzler wies selbst darauf hin, daß das Ausland aus seme Ausdrücke lauere. Die Vossische Zeitung" meint: Ganz mit Recht hat der Kanzler hervorgehoben, daß die rumänischen Politiker van Ansang an entschlossen tzvaren, aus ihrem Krieg ein Geschäft zu machen und sich demjenigen zu verkaufen, dem sich endgültig das Kriegsglück zuneigen würde. Sie hätten geglaubt, sich deu günstigsten Zeitpunkt dafür aussuchen zu können, aber sie hatten die Rechnung ohne Rußlaiid gemacht. Ebenso !vie England auf Italien, habe Rußland auf Rumänien gedrückt, uiid Italien sowohl wie Rumänien mußten zu dem Zeitpunkt losschlagen, der der Entente am genehmsten war. So wirkt der Verrat, der Verräter verliert jeden Halt und jede Richtung und fällt immer^ mehr in die Hände der Anstifter, die ihn ehrlos gemacht. Dre Ausführungen über Rußland bedeuten getvissermaßen die authentische Textinterpretation der vielbesprochenen früheren Rede über die Befreiung der russischen Freindvölker. Den Kamps gegeq England proklamierte der Kanzler als ein Kriegsziel, zu dessen Erreichung alle tauglichen, den Krieg abkürzenden Mittel zu gebrauchen seien. Im „Berliner Lokal-Anzeiger" heißt es: Mar und deutlich' hat der Kanzler Yen gniiidlegendeir llltterschied zwischen den Empfindungen dargelegt, mit denen der Krieg von imsereii Feindens gegen uns gesülfrt wird und denen, mit denen wir ihn Uhren^ W>er den Unterschied dieser Gründe erfaßt hat, der kann nicht im Zweifel darüber sein, wer die Verantwortung für die Fortsetzung dieses Krieges trägt. Im Zusammenhang mit der Schilderung der alle Erwartungen übertressenden Kraft des .Handelns und Leidens, die das deutsche Volk der staunenden Welt offenbart hat, fand der Kanzler ein Wort, für das man- ihin im ganzen Deutscheri Reiche Dank wissen ivird: Freie Bahn für alle Tüchtigen, das ei die Losung? Daß dieses Mort zur Wahrhett werde, sei einä Staatsnotwendigkeit, die sich gegen alle Hemmungen durchsetzen: müsse. Die „Germ ania" führt aus: Tie Kanzlerr^e enthielt keine üb er s chwenglr cheir Fanfaren, wie sie französische und italienische Minister benötigen, die Volksstimmung auf der gewünschten Höhe zu erhalten, keine Lügen nach englischem Muster, sondern ernste Worte voll Wahrhert, aber auch voll Kraft, die den Ereignissen kühlen Blutes und vertrauenvollen Mutes icnverrückt ins Auge schaut Zu der fester Erklärung g e g e n E n g l a n d sagt das Blatt: Wohin der Kanzler zielte, verstand sich von selbst, auch wenn der Kanzler nicht auf die immer wieder verbreiteten Behauptungen Bezug genommen hätte. Es ist ein klares und unzweideuttges Wort. Der bulgarische Bericht. Sofia, 28. Sept. (W.T.B. Nichtamtl.) Bericht des bulgarischen Generalstabes vom 27. September. Verspätet eingetroffen : Mazedonische Front: Auf der Stara Narecka Planina warfen wir den linken Flügel des Feindes zurück und besetzten! die Linie der Berge Lisetz (1150 Meter)—Teschitschewo (1550 Meter). Aus der Front von Lerin (?Florma) lebhaftes Arttllerie- feuer. Aus 'dem Gebirgsrücken Starkowgrob, auf der Höhe Kar- makaalan. warfen nur den Feind und erbeuteten ziver Kanonen, viele Maschirrengavehre und Bombenwerser. Im Moglanua-Tale lebhafte Artillerietätigkeit. An der übrigen Front nichts Nemcens- wertes. Rumänische Front: Längs der Donau stellemveije Feuerwechsel zwischen Grenzposten. Schwaches beidersettiges Artilleriefeuer zivischeu den Dörfern Magura und Zvorabia. In der Dobrudscha schwaches Artilleriefeuer. Schwär - cs Meer: Zwei feindliche Torpeiwboote be- schossen 45 Mimlten lang die Stadt Mangalia, wo tre mehrere Hckuwr jer ft orten und eijr Tartarenkind röteten. ooiiu, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Bericht des bulgarischen Generalstabes vom 28. September .. ^_ Mazedonische Front: Die Lage ist unverändert, stellenweise schvaches beiderseitiges Artilleriefeuer - , Ru m ä ni sche Front: Längs der Donau Ruhe. fdofjcn wir ein feindliches Flugzeug ab. Es fiel auf das lmke Dmrauufer. In der Dobrudscha schwaches beidersettrges Arttllerre- Än der Küste des Schwarzen Meeres beschoß ein russischer Kreuzer Mangalia eine Sttrndc und 20 Minuten lang. K^ne Menschenoerluste, Schaden unbedeutend. Unsere FluFzerrge 1)ade bei Tuzla und Tagladschakoe: (ungefähr 10 Wometer ludlrch won Tuzla) zwei feindliche Torpedobootzerstörer erfolgrerch angegripen. Der türkische Bericht. Kviistantinovel, 28. Srpt. WTB.' Amtlicher Heeres- bericht vom 27. September. r - X y^^ rrM - I. Unruh, als Vertreter des. Garnison komm an- dos, von der Stadt Oberbürgermeister Snay, Bürgermeister Riaß, Stadtrat Viebeg, der Bahnhofskomnrandaitt Oberstleutnant Scha- Sor und Offiziere der Garnison. Beim Einlaufen des Zuges spielte die Kapelle des Ersatzbataillons des Infanterie-Regiments von Courbiere, 2. Posensches Nr. 19, die griechische Nationalhymne. Oberst von Estorff wandte sich an Kasakallos, dem er Grüße Seiner Majestät des Kaisers für die griechischen Truppen überbrachte. Snay hieß diese im Namen der Stadt willkommen. Die Ausschiffung der Mannschaften erfolgte unter Musik. Die Latte empfingen ihre Gewehre aus einem mittekommenen Güterwagen. Hieraus wurden die Offtziere und Mannschaften in der Kriegsverpflegungsanstalt des Bahnhofes mit warmer Kost gespeist. Den Frauen und Kindern waren Schwestern des Roten Kreuzes behilflich. Während der Speisung konzertterte die Kapelle. Um 4 Uhr 38 Minuten traf der zweite Transport mit 27 Offtzieren und 513 Man nein, welcher wiedertrm mit der griechischen Nationalhymne empfangen nnttde. Die Ankunft der weiteren Transporte ist noch unbestimmt. Nach der Speisung formierten sich die Truppen zu einent Zuge und marschierten unter Vorantritt der dchttschen Musik in die Stadt. Hinter der Musik schritt der Oberst Kasakülos mit seinem Stabe, begleitet von deutschen Offtzieren. .Ihm folgten die entfaltete griechische Regimentsfahne, sodann die Truppen mit aufgepflanztem Seitengewehr. Der Marsch ging durch die Eisenbabuuntersührung in die Stadt hinein durch die Berliner Straße über den Postplatz und so fort nach dem Barackenlager, welches eine Viertelstunde vor der Stadt bei der neuen 'Kaserne nach Mops zu liegt. — Das Barackenlager besteht aus einer größeren Anzahl geräumiger, Heller und wohnlicher Baracken. Die Offiziere werden in dar Stadt, teils in Hotels, teils in möblierten Zimmern untergebracht, so daß in jeder Weise für einen kameradichaftlichen Empfang der griechischen Gäste vorgesorgt ist. Englische Angriffe aus deutsche Luftschiffhallen. London. 27. Sept. (WTB.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. Die Mmiralität teilt mit: Heute früh wirrden von. unseren Marineflugzeugen auf feindliche Luftschiffhallen Angriffe ansgeführt. In Evere, Berchem St. Agathe und Etterbeck bei Brüssel wurden die Hallen mit Bomben belegt und augenscheinlich getroffen. Die auf Evere geworfene Bomben trafen, ein Gebäude, das vermutlich Munitionsvorräte enthielt. In einem geschlossenen Schuppen wurden schwere Explosionen und große .Rauchtvolken beobachtet. Me Flugzeuge sind wohlbehalten zurück . gekehrt. Die Zeppelirrangriffc auf England. Berlin, 28. Sept. Mehrere aus London in Bergen eingetroffene Augenzeugen der letzten Zeppelinangriffe be - richten von furcht baven durch den Angriff angerichtete Ver^ Leerungen. Mindestens 100 Bvmben seien auf verschiedeire Stadtteile Londons gefallen und mehr als hundert Gebäude schwer ^beschädigt worden. Zum Teil seien es nur noch Trümmerhaufen Der ungerichtet Schaden ist mit 50 Millionen Krotten eher zu! niedrig als zu hockt veranschlagt. Verletzt seien fast 300, tot wohl 30 Personen. Tie Schreckensnacht habe furchtbaren Eindruck auf die Bevölkerung gemacht. London, 27. Sept. (WTB.) Meldung des Reuterfchen Bu reaus Zweiundzwanftg Mitglieder der Besatzung des am 24. September zerstörten deutschen Luftschiffes sind mit militä rischen Ehren beerdigt worden, sechs Offtziere vom Flieger .'korps trugen den Sarg des Kommandanten. . 2^0£, 26. Sept. (WTB. Nichtamtlich) Die Polizei der Graft chast Essex wies den Coroner an- kein Leichen schaugericht über die Bemannung des serbrannien oeutt- fielt Luftschiffes zu harren, da diese Formluhkett ru eurem. Falle überflüssig sei. wo es sich um feiudllckie^gretwrhandle, die ber einer kriegerischen Unternehmung umüimen. Wahrend von Bemannung des Luftschiffes alle durch Feuer mnkcunm, rst die der Bemannung - - - ^ . r Leiche des Kommandanten vom Feuer nicht berührt. scheut aus benTLuftschiff herabgesprungen W sein, ba ferne 2 htä 300 Aard-sH den Trümmern entfernt gesundm wurde. Der Ort in Essex, wo sich das Unglück ereignet hat, u«rd nrcht genannt Die Offiziere und die Mannschaft des auderm Luftsch^es, dav in . der Nähe der Küste von Essex landete, befinden r)ch zurzett im Militärgesängnis (Military detentiens barracke', von wo sre später nach einem Internierungslager übergeführt werden. Einer von ihnen hctt einen Rippenbruch erlitten und befindet sich rm Hospttal. Die Kphlenerzeugung in England. London, 28. Sept. iWTB.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. Nach dem amtlichen Bericht über dre englische K'ohlenindustrie betrug die Ko hlenerKettgung rn ^n Perioden vom 1. August 1913 bis 31. Juli 1914 rund 281 Millionen Tonnen, von 1914 bis 1915 rund 250 .-'ttllwnen, von 1915 bis 1916 rund 254 Milionen; die Ausfuhr von Kohlen sank, wie der Bericht sagt, «ms einen bedenllich ntedrtgen Stand. 1913 betrug sie 73 Müll. Tonnen, 1914 59 Mtll., 1915 nur 46V? Millionen. Ter Bericht sagt, daß die Mittel, durch dre die Kohlenprvduktion im letzten Jahre etwas eryöht wurde, nicht ausreichen könnten, um die Ausfuhr zu vermehren, daher müfte große Sparsamkeit im Verbrauch vo-n Kohlen herrschen. Der Preis für Grubenholz war zu Anfang des Jahres 300 bis 500 Prozent höher als vor dem Kriege, die Einfuhr aus Nortmgen und Rußland und namentlich aus Schweden ist unsicher. Man entschloß sich daher, die englischen Holzbestchrde auszubeuten. Das Kriegsamt hat zunächst lausend deutsche Kriegsgefangene zu diesem Zweck angewiesen. Die rusfischen Finanzen. Kopenhagen, 28. Sept- (WTB.) „Berlinske Tidende' meldet aus Petersburg: Der Fmanzminister bereitet die Ausnahme einer neuen inneren Kriegsanleihe vor. Der Reick,sbank und den Sparkassen wird bei der Unterbringung der Anleihe der erste Platz eingeräumt. Bezüglich der Beteiligung, der Privatbauken hat der Finanzminister Besttmnrungen ausge- arbeitet, die besagen, in welchem Maße diese an der Anleihe sich zu beteiligen 'haben. ' ’ . r r * Ter Vertrag über die Aufnahme der neuen Ersenbahn anleihe über 350 Mülionen Rubel ist vom Finanzmunster Bark gestern unterzeichnet worden. Der Seekrieg. Berlin, 28. Sept. (WTB.) Eines unserer Untersee boote hat arn 23. September vortnittags in der Nordsee e l f englische Fischdampfer mit zusammen 1606 Brutto- regrftertonnen, ein anderes Unterseeboot am gleichen Tage anr Eingang vom Kanal vier belgische See leichter versenkt. Eines unserer Marineluftschifse griff am 27. September morgens die Flugstation Lebara und die Äbwehr- batterien auf Oe sei mit gutem Erfolge an. Das Lustschift ist trotz heftigster Beschießung wohlbehalten zurückgekehrt Berlin, 28. Sept. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. M/ meldet aus Kristiania: Der gestern als versenkt gemeldete norwegische Dampfer „Knut Hilde" wurde erst 1915 erbaut und war 1631 Tonnen groß. Er befand sich mit einer Holzladung auf der Reise vom Weihen Meer nach West tziartlepool. Die Mannschaft erhielt 15 Minuten Zeit zum Besteigen der Boote. Das Schiff, das noch schwimmen soll ist vollständig von Granatschüssen durchbohrt. Der Kapitän meldet, daß drei weitere Frachtdampfer vor seinem Schiff fuhren, die wahrscheinlich auch versenkt wurden. London, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet : Der Danrpfer „T h e l m a" wurde versenkt. Die Besatzung ist gerettet worden. Der schwedische Segler „Ben- guela" (688 Tonnen) ist gesunken. Die Besatzung wurde gerettet. Bern, 28. Sept. (WTB.) Nach einer im „Corriere della Serct' veröffentlichten Stattstik verlor Italien im Juli fünf Dampfer und zwei Segelschiffe mit 16 871 Tonnen durch den Tauchbootkrieg, im August mehr als das Dreifache, nänllich sieben Dampfer und 39 Segler mit 54135 Tonnen. Die italienischen Verluste im August übersteigen die englischen um rurrd 3000 Tonnen. Aus drm Reiche. Berlin, 28. Sept. (WTB.) Im „Reichsanzeiger" wird ein Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr aller Waren des Abschnittes 17 z dos Zolltarifs (Eisen und Eisentegierungerr) kannt gemacht. Ferner werdeir im „)Heichsanzeiger" seitens der Gemüsekonserven-Kriegsgesellschaft Höchstpreise für die Fabvikation und den Kleinhandel für Spargelkonserven, Erbsenkonserven und Konserven aus gemischtem Gemüse mit denr Bemerken zur Kenntnis gebracht, datz das Absatzverbot für Gemüsekonserven und Faßbohnen vom 9. September 1916 durch die Bekanntmachung nicht aufgehoben wird. Aus Auf Stadt und Land. Gießen, 29. September 1916. KriegSbefchadigten-Fürforge. Veranlassung des Ausschusftes , für Ber wundetenunterricht hielt Geheimevat Dr. Dietz-Darm- stadt gestern äbcknb in der großen Aula der Universität einen besonders von Verwundeten aus den hiesigen Lazaretten sehr gut besuchten Vortrag über Kriegsbeschädigten-Fürsorge. In seiner Einleitung erläuterte der Redner zunächst die Organisation der Kriegsbesä>ädigten-Fürsovge, die ans Anregung der Gesellschaft für Krüppelsürsorge in Form von Landes- bezw>. Pro- vinzialausschüsseu ufw. ins Leben gerufen wurde und den Zweck verfolgt, die verwundeten und erkrankten Kriegsteilnehmer wieder zu erwerbsfähigen Gliedern der menschlichen Gesellschaft zu rnachen. Dies gesckiiieht einesteils durch die Militärbehövoe, die für Gesundung der Kriegsteilnehmer und Beschaffung der erforderlichen! Ersatzglieder sorgt, andererseits durch bür gerlicheFürsorge, welche dem Kriegsbeschädigten durch Berufsberatung, Be- rufs Umschulung und Arbeitsvermittelung zu seinem weiteren Fortkommerr im Wirtschaftsleben behilflich ist. Was die ärztliche Kunst in diesem Kriege leistet, ffelyt daraus hervor, daß nach Mitteilung des Redners in Feldlazaretten über 86 Prozent, in Lazaretten der Heimat über 91 P^ozerrt (neuerdings 98 Prozent) der Kriegsbesä-ädigten tvieder erwerbsfähig wurden, während nur 1,5 Prozent der dort Untergebrachtw ihren Verletzungen bezw. Erkrankungen erlagen. Die Bestr-ebungen der bürgerlichen Fürsorge gehen in erster Linie darauf hinaus, die Kriegsbeschädigten ihrem vor der Einberufrmg zum Heeresdienst aus geilten Söerufc zu erhalten, nur wo dies infolge der Bettetzung oder Erkrankung unmöglich ist, soll eine llm- sckiulung für verwandten oder ähnlichen Beruf stattftnden. Dank der an künstlichen Gliedmaßen sowie an Werkzeugen und Geräten angebrachten besonderen Einrichtungen ist die Zahl derjenigen Kriegsbeschädigten, die umlerwen müssen, äußerst gering, so daß z. B. Einarmige, bezw. Einbeinige ihren ehemaligen Beruf als Landwirt, Schlosser usw. nach wie vor ausfülleu können, Zur weiteren AusbÜdmig bezw. Berussumschallung der Kriegsbeschädigten sind sowohl in Offenbach wie auch in Gießen (Gewerbeschule) besondera Werkßä^crc emgerichtet, wobei gleichzeittg zur Teilnahme am rheoretisckien Unterricht (Zeichnen, Buchruhrm^. Rechnen, Arbeiterversicherung usw.- gegeben ist: außerde m wmoen in Gießen im Soldatenheinr durch den Ausschuß für Verwunc^^- urtterricht ^sondeve Unterrichtskurse zur Belehrung der verwunoeven und erkrankten Kriegstellnehmer veranstaltet. ,, Neben der Beschäftigung von Kriegsbeschädigten m beimwers hierfür eingerichteten Werkstätten ist man in Osserwach beretts dazu übergegangen, in der Ausbildung bereits Borgeschr ttrene zu ihrer weiteren Einarbeitung in Privatwerkstätten unterpüirmgerck Auch der Beschäftigung der Kriegsbeschädigten in den Lazaretmn 'elbst 'wird zum Zwecke der Aneignung von Fertrgkettar, vre für den späteren Beruf oft sehr nützlich sind, besondere Auftnnksam!- kert geschenft. Ndben der Berussberattmg und Berufs um scbuumg erstreckt sich die Tättgkeit der bürgerlichen .Kriegsbeschädigten^xür^ sorge auch auf die Bes chaffung von A rbeits g e l e g e n yerv für die Kriegsbeschädigten. Im 2. Halbjahr 1915 lagen: 1500 Stellengesuche vor, wovon 1351 durch Vermittlung wn. oteuat erledigt werden konnten, während in 1916 !l^retts 4000 Sttuew vermittelt wurden. Vielfach ist die Anftcht verbreitet, daß mit dem Beginn emer Erwerbstätigkeit eine Kü^uny der Mülüärrente eintrettn würde. Demgegenüber iveist der Redner darauf hin, daß Berstimrmelu nys- und Kriegszulage nicht entzogen werden können, solange emÄ mindestens 10 o'nige Rente gezahlt wird. Auch die Revision der Rertten ist vorläufig nicht rn Arrssicht genommen. Ebensowenig! darf bei Beschäftigung von Kriegsbeschädigten arrs Anlaß des Bezuges einer Rente Lohnkürzung em.treten: vielmehr haben das Rerch sowohl wie auch die Bund^staaten angeordnet, daß dre Bezähilung lediglich nach den Leistungen zu erfolgen hat. Redner macht noch besonders auf die reichsgrsetzliche Jrrvalidenreute, die neben _ der Militärrente gewährt wird, sowie die Möglichkett einer Kapital- .abftndung an Stelle eines Teils der Bersorgungsgebühnnsse aufmerksam, rrm dann an Hand von Lichtbildern zu beweisen, taß selbst der schwerverletzte Kriegsbeschädigte bei den heuttgen Hrlss- mitteln einen großen Tell seiner Aibeitssähigkeft wieder gewinnen kann. ... Allgemeiner Beifall belohnte den Redner für ferne interessanten Ausführungen. ** Amtliche Personal nach richten. Der Großherzog hat am 27. d. Mts. dem Kommerzienrat Dr.-Jng. Wilhelm O pel in Rüsselsheim, Mitinhaber der Firma Adam Opel in Rüsselsheim, den Charakter als Geheimer Kommerzienrat verliehen. Der Großherzog hat am 13. September 1916 dem Werkmeister Nikolaus Klein zu Friedberg das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" verliehen. ** Die Zeichnungen auf die fünfte deutsche Kriegsanleihe, bestehend aus fünsprozentiger Reichsanleihe und vrereinhalbprozenftgen Reichsschatzanweisungen, werden von allen Banken, Sparkassen, Lebensversicherungsgesellschasten, Kreditgenossenschaften und, falls die Zeichnung die fünsprozentige Rerchsanleihe betrifft, auch von allen Postanstalten bis zum 5. Oktober mittags 1 Uhr entgegengenommen. Das Reich wollte aber denen, die schon jetzt oder bei Ablauf des Monats September über flüssige Mittel verfügen, die Gelegenheit bieten, nwglichst schnell in den Genuß der hohen Zinsen zu gelangen, die die fünfte 5kriegsanleihe gewährt. Aus diesem Grunde ist in den Zeichnungsbedingungen bestimmt worden, daß vom 30. September an die auf die Kriegsanleihe gezeichneten Beträge bezahlt werden können. Auch Teilzahlungen, in runden, durch 100 teilbaren Bettäaen des Nennwerts, sind vom 30. September ab zulässig. Wer also sein für die Kriegsanleihe bestimmtes Geld schon ganz oder tellweise bereit hat, der warte nicht mit der Zeichnungsanmeldung bis zum 5. Oktober urrd mit der Bezahlung des gezeichneten Bettages bis zum ersten Pftichtzahlungstermin, dem 18. Oktober, sondern er zeichne sofort und zahle das Geld am 30. September ein oder weise seine Bankverbindung rechtzeitig an, die Zahlung an dem genannten Tage für ihn zu leisten. Hieraus heute aufmerksam zu machen, erscheint uns im Interesse der Zeichner besonders deshalb wichtig, weil der 30. September unmittelbar bevorsteht. ** Zur Eierverteilungsfrage. Die Reichsvertei- lungSstellc für Eier gibt folgeirdes bekannt: Am 12. und 14. September 1916 haben grundlegende Besprechungen zwisch«r der Reichsverteilungsstelle und den Landesverteillmgsstelleir stattgefun- den. Aus Grund derselben wird es möglich sein, in nächster Zelll einen Verteilungsplan für das gesamte Reichsgckiet auszustellen. Jnzwischerk beginnen die Kommunalverbände und die in der Bildung begriffenen Unterverteilungsstellen mit dem Emsamnreln bet Eier. Der Ersola dieser Sammlungen wird wesentlich von der Geschicklichkeit und den organisatorischer Maßnahmen der Kvmmunal- verbände, sowie insbesoirdere dem Eifer und der Hingabe der vo^ dieser mit der Scrmmeltäftgkeü bettauten Organe abhängen. ** Preußisch-Süddeutsche Klassenlotterie. Die Erneuerung der Lose zur vierten Klasse muß unter Vorlegung des Vorklassenwses bis zmn 2. Oktober, abends 6 llhr, geschehen. Auch müssen bis zu diesem Termine die Freilose gegen Rückgabe dev Gewinnlose eingelöst werden. ** Vom Lande, Wenn man eben durch die Felder geht, so sieht man, wie überall die Bauersleute mit der Bergung der Kartoffelernte beschäftigt sind. Allenthalben rühren sich fleißige Hände. Mt«, wetter gebräunte Männer, dre schon ihre .Hände jair Ruhe in den Schoß gelegt hatten, Frauen, in deren Gesickster die Sorge tiefe Furchen gegraben hat, mrb blutjunge Bürschchen hacken die Kartoffeln aus, während emsige Kinderhände mit dem Auflesen derselben beschästtgt sind. Wenn die Sonne schon längst am Horizonte oerschwrmden ist, wenn schon hier und da ein Sternlein grüßt, dann fahren die schwerbeladenen Kartoffelwagen dem Dorfe zu. Noch schwere Arbeit steht bevor. Der altersgraue Mmm Muß die gefüllten Säcke, unter deren Last er säst zusammenbricht, abtragen. Die Schulkinder werden zu den schwersten Arbeiten herangezogen. Nervige Frauenarme wissen in nicht gewohnter Weise den Pflug zu führen, und schon stteut hier und da der Säemann nenen Samen für die nächstjährige Ernte aus. Und wenn des Mends dichte Nebelschwaden in den Tälern lagern, wenn der Rauch der Kartoffelfeuer in langen Streifen durch die Felder zieht, dann ist der biedere Bauersmann ftoh, wenn er des Tages Last und Mühe gettagen, dann sehnen sich seine müden Glieder nach Ruhe. Bedenkt man, wie unendlich viele Arbeitskräfte fehlen und wie die ungünstige Witterung die Arbeit dauernd erschwerte, so Muß man alle Achtung vor unserem Bauernstand, der noch in verhältnismäßig kurzer Zeit eine ganze Menge Fri'ichte ernten muß, bekommen. In einigen Wochen wird wieder eine Jahresernte geborgen sein und der Aushungenrngsttlan der Engländer ist wieder einmal fttt ein Jahr aussichtslos. ft ** Mißbräuche Bei Bezugsscheinen. (WTB. Amt lich.) Es sind Klagen laut geworden, daß in einzelnen Geschäfteir die glcicherr Waren zu verschiedenen Preisen angeboten werden und zwar so, daß sie entweder zu billigen Preisen gegen Bezugsschein oder zu höheren Preisen ohne Bezugsschein erhältlich sind. Dem Mblikum wird sogar häuffg zugeredet, oie höheren Preise zu bezahlen, um die Unbeguemlichkeit des Bezugsscheines zu vermeiden. Derartige Mißbränche sind in hohem Maße bedauerlich: sie vergrößern die Zahl der Gegner der sogenannten Freiliste überhaupt imb führen zur gcnrzlicl>en Beseittgung der Freilrste. Die beteiligte Handelswelt hat also ein besonderes Interesse an der Abstellung solcher Mißstände. Die aus solche Weise Geschädigten haben aber das Recht, wegen Minderung des bezahlten unangemessenen Kaufpreises das bei der Handelskammer bestehende Schiedsgericht anzurufen und Strafanzeige zu erstatten. ** Bildung der Schöffen- und Schwurgerichte. Die Urliste für die Schöffen und Geschworenen liegt von Samstag, den 30. Septernber bis Samstag, den 7. Oktober d. Js. auf dem Stadchaus, Zimmer Nr. 8, zu jedermanns Einsicht offen. ** Plakat-Fahrplan. Der am 1. Oktober in Kraft tretende Fahrplan in Plakatsorm, der die Fahrzeiten sämtlicher lauf der Station Gießen verkehrenden Züge der Linien Gießen—Frankfurt, Gießen—Cassel, Gießen—Fulda, Gießen— Gelnhausen, Gießen—Coblenz, Gießen—Cöln, Gießen—Lollar— Grünberg sowie der Biebertalba hn ertthält, ist erschiene« und zum Preise von 20 Pfennig in der Geschäftsstelle des Gieß^ An-, sowie bei den ZchtmiLstvägMwLN Nl Men, ** Warnung Der Berem sur SäugUngsfürjorge, Vorsitzende Frau Dichter, teilt uns mit, daft er zurzeit keine r l e i S a m m l u n g v e r a n st a l t e t. Die Beiträge werden in den nächsten Tagen wie üblich gegen Quittung erhoben. ** Verkehr mit Web-, Wi rk- und Strick- waren. Wir verweisen auf die Bekmrntnrachung im heutigen Anzeigenteile. ** Sammelarbeit. Auf die Sammlung der Obstkerne ist säon öfters hingetviesen wurden, aber es dürfte nicht überflüssig sein, gerade jetzt in der Zeit des ZwetschtenhonigkochenS mxh ein- nial dringend zu bitten, keinen Kern restlos wegznwerfen, ime das vielfack) beobachtet werden kann, vielmehr die Zwetschenkernd sorgsam M samnreln, vorher aber tüchtig durchzuwaschen, damit alles dranghänyende Fleisch sich völlig löst und dann zu troeknen. Wenn jeber hier sich der kleinen Mühe unterzieht, me nichts kostet und noch Geld einbringt, kann in vaterländischem gemeinsamen Interesse — aus den Kernen wird bekanntlich Fett ge-, Wonnen — etwas ersprießliches erreicht werden. ** Sonnen blumensamen. Die EisenbahndienstMIen, Bahnhöfe. Güterabfertigungen und Bahnmeistereien sind tmch m diesen: Jahre ermächtigt worden. Sonnenblumensamen und Mohn- isamen — von letzteren rare in Mengen urrter 50 Kilogramm: — entgegenzunehmen und den Sammelstellen usw. zur Oelgewinnung z/n- »uführen. Gs wird später vergütet für das Kllogvanrm Sonnen- blnmensamen 45 Pfg. und für Mohnsamen 85 Pfg. Der Samen muß gut ansgereift, gereinigt nnd völlig ausgetrocknet sem. Vor Vogelfraß schützt man den Samen bis zur Reife aM Stock durch Einbinden in altem Vorhangstoff oder dünnen Leinwandlappen. " D t e Auszahlung der F a m i l i e n u n t e r stützen a e n an die Familien der zum Heeresdienst Einberufenen für l —15. Oktober bezw. für Sevtember findet vom 30. September bis 7. Oktober statt. Die Auszahlungen finden von 8-1 Uhr vormittags im Stadthaus. Zimmer Nr. 7, statt. Die Unterstützungen dürfen nur an den im Anzeigenteil bekannt gegebenen Tagen ab- geholt werden. ,. _ _ ** Das heutige Kreisblatt Nr. 120 enthält Bekanntmachungen über Saatkartoffeln: Abänderung tfc't ^orvrd- nung über Höchstpreise für Gerste, Roggenlieferung und Druschlöhne. Landkreis Gießen. (-) Eberstadt, 2^. Sept. Auf die 5. Kriegsanleihe zeichnete die hiesige einklassige Volksschule mit 72 Schülern den Betrag von 1372 Mk. Bei der 4. Anleihe wurden von der Klasse HOI Mk aufgebracht. _ J . > * Großen-Lin den, 29. Sept. Unteroffizier Heinrich Muhl in einer Maschinengewehr-Scharffchützentruppe. welcher seit dem 3. August d. Js. vermißt wurde, hat zur Berich,gung seiner Angehörigen anS französischer Gefangenschaft geschrieben. Kreis Büdingen. F. C. Büdingen. 29. Sevt. Der Landwirt Karl Wolf in Effolderbach beging sein 2 5 j ä h r i g e s B ü r g e r m e i st e r Jubiläum. - Das hiesige Kreisamt bestimmte, daß der große rheinische Bohuapfel, die große SchafSnase und Jakob Lebel als T a s e l ä v s e l gelten. Sie dürfen also frei veräußert und ver steigert werden. _ . . . # Büdingen. 28. Sept. Die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt Unteroffizier Ernst Kreiling. * Berstadt, 29. Sept. Die Aepfelbaume an der Kreisstraße Berstadt—Utvhe liefern einen guten Ertrag. Ueber Haupt kann inan hier mit der Obsternte recht zufrieden sem. D,e Zwelschen haben infolge der anhaltend nassen Witterung etwas gelitten, und es ist höchste Zeit, daß sie geerntet werden. — Gegenwärtig werden täglich einige Waggons Kartoffeln auf dem hiesigen Bahnhof verladen. G Dauernheim, 29 Sept. Em hiesiges Mädchen wollte ihren in einem Frankfurter Lazarett liegenden Bruder besuchen und starb dortfelbst an einem H e r z s ch l a g e. Z Lißberg, 29. Sept. (Drahtnachricht.) Gestern abend gegen 7 2 9 Uhr ging der sogenannte Mühlhof des Herrn Fort in Flammen auf. Das Feuer griff mit solcher Schnelligkeit um sich daß die sofort erschienen Wehren der umliegenden Dörfer nur mit Mühe oen Haupt fcrff des Wohnhauses schützen konnte. Die Mühle selbst und die Wirtschaftsgebäude brannten vollständig nieder. Der Sckadcn ist deshalb besonders groß, weil der Besitzer der Mühle die Geschäfte des Kommunawerbandes Büdingen führte und deshalb besonders viel Getreide und Mehl in der Nähe lagerte. Es sollen etwa 9000 Doppel tzentner Frucht und Mehl verbrannt sein. Die Entftehungsursache des Feuers ist noch nicht aufgeklärt. 2 . Nidda, 28. Sept. Zu dem Brande aus dem benach barten dosgut O b e r d a n e r n h e i m ist zu melden, daß bereits drei Verhaftungeu russischer Saisonarbeiter stattgefunden haben. Kreis Lauterüach. ri. Frischborn, 29. Sept. Ein frecher Raubüberfall wurde gestern vormittag bei Hellem Tag auf den hiesigen Briefboten auf dem Wege zwischen hier und Dirlammen gemacht. Der Brief träger, ein Kriegsbeschädigter, fuhr aus dem Rad durch den Wald, Mn die Post nach Dirlammen m bringen, als aus dem Dickicht em Mann von schmalem Wuchs, mit gebräunter Gesichtsfarbe, angetan smit braunem Rock, grauen Hosen und grauem Hut hervortrat, ihn am Weitersahren hinderte und durch einen Schuß aus einem Revolver den Briefträger an der Hand verletzte; zwei weitere Schüsse gingen fehl. Dem Briefträger gelang es, m das Dor zurückzukommen. Der Räuber verschwand durch den Wald m der Richtung nach Allmenrod. Bereits am Tage vorher hatte de^elbe Kerl den Briefträger oberhalb des Dorfes angesprochcn. Hoffentlich gelingt es bald, seiner habhaft zu werden. Kreis Schotten. L Schotten. 29. Sept. Die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt Kanonier Wilhelm Schiebelhuth im Feld-Art.-Rgt. 102. — Die bronzene Medaille für Kriegssürsorge erhielt die Oberschwester Christine Sch ad im hiesigen DereinSlazarett. # Boden Hausen, 29. Sept. Das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt der Seminarist S ch u ch a r d. Sohn des hiesigen Lehrers Schuchard, ebenso wurde der tapfere Soldat zum Unterossizier befördert. - Frau Pfarrer Buhler er hielt vom Großherzog das KriegSehrenzeichen. L Feldkrücken, 29. Sept. Durch den Luftdruck emer Granate starb im Westen der Musketier Otto W t n g e f e l d im L Laubach, 29. Sept. Der von hier gebürtige Lehrer Julius S i l ß , Leutnant im Landwehr-Jnf.-Regt. 116, erhielt das Eiserne Kreuz e r st e r Klasse. _ H Wohnseld, 2S. Sept. Auf dem Felde der Ehre starb der Wehrmann Karl Fritz im Res.-Jns.-Regt. 322. Kreis Frledverg. Friedberg, 28. Sept. (WTB. Nichtanrttrch.) Die am vergangenen Montag aus dem Offiziersgefanigenenlagier entwichenen drei englischem Offiziere haben sich nicht lange ihrer Freiheit erfreut. Zwei von ihnen, der eine in deutscher Jnfrnrterievffizievs uni form, der andere in Zivilkleidung, ino durch die Umsicht eines Bahnwärters bei Klein-Krotzen- )urg (Kreis Hanau) bereits ergriffen Der dritte in deut- 'cher JnfantNÜeoffiziersuniform spricht nicht deutsch und wird bald das gleiche Schicksal wie seine Kameraden haben. Hessen-Nassau. sj Marburg, 28. Sept. Anläßlich ihres 00jährigen Ge- chästsjubilänms hat die bekannte Banksirma Baruch Strauß im Anschluß an frühere wohltätige Stiftungen den Armen 1000 Zentner Kartoffeln und 1000 Zentner Kohlen überwiesen, außerdem ollen etwa 150 arme Schulkinder vorläufig ein Jahr warmes Frühstück erhalten. Ferner haben die Inhaber der Firma der Stadt die Errichtung eines Monumentalbrunnens auf dem Marktplatze zugedacht. Auch dem Kreis ist eine besondere Zuwendung überwiesen worden. [] Aus der Rabenau, 28. Sept. Die Eheleute Zimmermann Weimar und Frau in Winnen begingen heute ihre Goldene Hochzeit. Sie erhielten das Kaiserliche Gnadengeschenk von 50 Mk. Dev Jubilar ist Kriegsveteran von 1870/71 20 . Frankfurt, 29. Sept. Im Zoologischen Garten ist am Sonntag der Eintrittspreis bis 1 Uhr auf 30 Pfg. (Kinder 20 Pfg.) und das Aquarium mit den Reptilienhäusern an? 20 Pfg. Kinder 10 Pfg.) ermäßigt. Um 1 Uhr wird der Garten für die Vormittagsbesucher geschloffen. — Frankfurt a. M., 28. Sept. Für die Nacht vom 30. September zum 1. Oktober setzte die Polizei die Polizeitu n d e auf 12 Uhr nach der Winterzeit fest; sie gibt also den Lokalen die ersehnte Stunde zur Feier des Tage? zu. — Hanau, 28. Sept. Durch Selbstentzündung entstand in der Mehlwarenfabrik von I. G r e i n ein G r o ß f e u e r, das an den fertigen Waren, den Gebäuden und Maschinen erheblichen Schaden anrichtete. X- Hanau, 29. Sept. Die Stadtverordneten haben eine Erhöhung der Hundesteuer beschlossen. Vom 1. Okt. d. Js. ab wird der erste Hund mit 50 Mk. (bisher 20 Mk.), der zweite Hund nüt 100 Mk. (bisher 40 Mk.) besteuert werden. — Die Stadt Hanau wird sich mit 500 000 Mk. an der fünften Kriegsanleihe beteiligen F. C. Langenschwalbach, 28. Sept. Die Kgl. Bade anstalten, die Brunnen und das Kurhaus dahier werden am 80. Septe>nber geschlossen. fc. Spangenberg. 29. Sept. Der Ortsgeistliche in Heinebach verkaufte seine Zwetschen an Kriegerfrauen den Zentner für nur 3,50 Mk. statt 10 Mk., wie der Höchstpreis ist. Zur Nach ahmung empfohlen. Augen funkeln wie die eines Jünglings, ivenn er s«rne Landlturmer iramnr vorbeimarschieren sieht! — Vorbei ist die „Musike^ T^e Menschen zerstreuen sich nach allen Seiten. Das gewohnte 2llltags- bild tritt wieder in seine Rechte. Wer eine Wachtparade des deutschen Landsturms int Felde mitangesehen hat, der vergißt das eigenartige Erlebnis so leicht nicht wieder. Es starben an Zus. Erwachsene Altersschwäche 1 1 Keuchhusten 1 — Lungentuberkulose anderen Krankheiten des 2 2 Nervensystems hi) 1 (1) Krebs 2(2) 2(2) Summa 7(3) 6(3) Nie wachtparade des Landsturms. Vom westlichen Kriegsschauplatz wird uns geschrieben : Es ist gegen Mittag. Obwohl heiße Sommersglut in b:n Straßen liegt, ballen sich aus dem großen Platze der französischen Stadt doch zahlreiche Menschen zusammen, Männer und Frauen und Kinder. Und zahlreiche Feldgraue mischen sich dazwischen. Ein überans friedliches Bild. Als sei man garnicht im Kriege, sondern dal)eim im tiefsten Frieden. Nur die fremden Laute der Zivilisten, namentlich das temparentvolle Schwatzen der Frauen erinnert daran, daß man sich in einer französischen Stadt befindet. Was ist denn los daß das Volk so zusammen strömt? Ter Landsturm zieht auf Wache Jeden Mittag, mit klingendem Spiel. Und das ist ieben Tag wieder ein reizvolles Schauspiel für die Franzosen, wie für dienstfreie Feldgraue. In der Ferne hört man plötzlich die dumpfen Schläge der großen Trommel. Tschrngbum? Tschingbum ! Jetzt ist auch das Blech Mi vernehmen. Und NUN wälzt sich eine Riesenschlange heran Kein glitzerndes Bild, wie im Frieden! Kein „bunter Schmetter ling", wie es im Liliencronschen Gedichte heißt! Bunte Uniformen gibt es im Kriege nicht mehr, und den glitzernden Helm, der früher jeden Tag so sorgsam geputzt werden Mußte, deckt der graue Ueber- zug. Einzig und allem die Geivehrläufe funkeln ab und an in der Sonne. Aber es ist das drohende Funkeln braunen Metalls. Näher und näher kommt die araue Schlange. Einzelheiten sind erkennbar. Voran geht die „Muftke", das Trommler- und Pfeiferkorps, und dahinter die Musikkapelle: „Ich hatt' einen Kameraden, / Einen bessern findst Du nit!" Ter liebe ftöhliche Marsch, den wir schon so oft gehört haben, und der uns immer wieder wie etwas Neues! erklingt. Daheim pfeifen ihn die Buben, singen ihn die Mädchen auf den Straßen. Hier in Feindesland ist's ebenso. Die lleinen Franzosenbengels singen und pfeifen das Lied genau so wie die Buben daheim: „Die Vochem im Walde. / Sie singen so wunderschön! / In der Heimat, m der Heimat, / Da gibt's ein Wiedersehen! Was die Kerlchen sich mrr dabei denken Mögen, wenn sie singen . . . in ber 'eimal, in der 'eimat . . . Fetzt sind die Kompagnien! auf dem großen Platz angekommen. Alle Zuschauer drängen sich auf die breite Fußgänger in sel. Schnurgerade ausgerichtet marschieren die Gruppen vorüber. Große, stramme Männer sind es, die Landstürmer. Breite, wuchtige Gestalten, die fest einherschreiten. Ter Rücken ist ungebeugt, trotz des schweren Tornisters. Die mefften tragen einen dichten Vollbart oder einen gewaltigen „Schnauzer" Wahrlich, ein Vergleich fällt nicht gerade zugunsten der kleinen durchweg schmächtigen Franzosen aus. „Achtung!" — D>er Exerzierschritt wird dufgenontmen. Der Parademarsch beginnt. Her die Augen, ihr jungen Rekruten, wenn ihr sehen wollt, wie ein deutscher Paradeschritt gemacht wird! Die Kompagnien marschieren mit einer Wucht dahin, daß. das Pflaster erdröhnt. Plötzlich erstarrt die große Kvlonne. Nirgends mehr eine Bewegung! Tie Gruppen schwenken ein. „Achtung!" — „Präsentiert das — — Gewehr?" Das ist der große Augenblick, auf den die Franzosen neugierig sind. Enrsig spähen sie an der langen Front enllang. Aber jeden Tag muffen sie aufs neue zu ihrer großen Verwunderung feststellen, daß auf das Kommando sämtliche Gewehre wie mit einem Ruck in die Präsentierlage fliegen. Wie ist das nur möglich? sagen die Blicke die von einem zum andern wandern. „Das ist deutscher Schneid/ sagen die Blicke der Feldgrauen, die sich ieden Tag über die Ge sichter der Franzosen amüsieren, „das ist die Disziplin, durch die Teutsckland groß geworden ist!" — Dröhneirden Schrittes marschieren die..emzeliien Wachen jetzt an dem Herrn Hauptmann vorüber. Auch er ist kein junger Mann mehr. Ein langer, schlohweißer Bart umrahmt sein Gesicht. Mit 65 Jahren noch, ist er ins Feld gezogen. Wer aufrecht und stramm sitzt er auf seinem Gaul, und seine Kommandos erschallen so laut über den Platz, als habe er sein ganzes Leben lang kommandierte Und seine Die Gsldankausstelle st morgen von JO bis (27- Uhr geöffnet! wöcheirtl. lleberstcht der Todesfälle L -.Stadt Siche«. 37. Woche. Vom 10. bis 16. September 1916. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100 (itikl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 10,99 7 0l . Nach Abzug von 3 Ortsfremden: 6,29 Kinder tat l. Lebensjahr vom 2 bis 15. Jahr 1 - Anm.: Die in Klarmnern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Veröffentlichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen. Dr. W a l g e r, Med.-Rat. BHcffaften der Revaktton. ttlnouhme Anfragen bleiben uuberückstchtiLt.D £. £. xi7. Wenden Sie sich an die Oberpostdirektion Tarin- 'tadt, die Ermittlungen über den Grund der verspäteten Zustellung der Depesche anstellen wird. Falls ein fahrlässiges Verschulden der Post bezw. eines Beamten sestgeslellt wird, ist Schadenersatz zu leisten. kehte Rachricht«». Pressestiminen zur Kanzlerrede. i. Köln, 29. Sept. Zur Rei chskanzlerrede bemerkt die „Wln. Ztg.": Die glänzende Rhetorik eines Brrand, die ver- chmitzte Verstellungskunst Asguiths mib Greys wurden vom Kanzler nicht benutzt. Der ruhigen Sachlichkeit in der Darlegung einer reinlichen Sache und des packenden Ausdrucks der nationalen Entschlossenheit kann man bei ihm immer sicher sein. Jenen Teil der Rede von der Gauirerpolitik Bratiauus bezeichnet das Blatt als eine aus den Geschichtsakten geschöpfte, unwiderlegliche Anklage, die in der Geschichte fortleben wird. Der gegenüber der englischen Kriegsftihrung gebrauchte Ausdruck von: ,,Gehäugtwerden", sei eine Erkläriing, die jede Mißdeutung ausschließe, daß ihr gegenüber zwar das Recht auf sachlick>e Meinungsverschiedenheit hinsichtlich der Anwendung gewisser Kriegsmittel bleiben inüsse, daß aber bezüglich der grundsätzlickeii Ansichten des leitenden Staatsmannes zu einer gründlichen Kriegsführung gegen England kein Zweifel bleiben könne. Der deutsch-schweizerische Wirtschaftsvertrag unterzeichnet. Zürich, 29. September. Bmidesrat Hoffmann hat am Mittwoch dem Nationalrat mitgeteilt, daß der Wirtschaftsvertrag mit Deutschland von den Vertretern der beiden Staaten unterzeich n e t worden ist. Bundesrot Hosfmccnn fügte hinzu, das Ergebnis sei für die Schweiz bedeutend. Sie l)abe das erreicht, was sie für die Volksernährung urrd für den Betrred für Industrie und Gewerbe benötige. Der deutsche Botschafter in .Konstanffnopel. i. Berlin, 29. Sept. Wie die „Köln, Ztg." hört, wird der deutsche Botschafter in Konstantinopel zur Regelu 2 ig dringender Privatangelegenheiten auf einige Wochen in Urlaub gehen. Griechenlands Kriegserklärung? i. Kopenhagen, 29. Sept. „National Tidende" ver- öfftntlicht ein über Rom eingelaufenes Telegramm aus Athen, wonach Griechenland beschlossen habe, den Mittelmächten den Krieg zu erklären. Die Ereignisse in Griechenland. Lugano 29. Sept. Der Vertreter des „Secolv" in Athen telegraphiert: Nachdem bereits über 1000 Offiziere zu BewAebos über gegangen sind, und die Flotte im B egriffe steht, sich b-er, Ententeflotte anzuschließen, bleibe dem König nur noch der Verzicht aus die Krone und der Beitritt zur Entente übrig. Venizelos werde sich an der Spitze der in Kreta stehenden regulären Truppen (4000 Mann» und 10 000 Insurgenten nach Saloniki begeben, wo die provisorische Regierung bereits ein Trinmphat, bestehend aus Veni^elos, Conduriotis und Tanglis, eingesetzt habe. Der Korrespondent fügt die nüchterne Beinerkung hinzu, daß angesichts der so wichckgen Ereignisse für die Zukunft Griechenlands Athen in unerträglicher Gleichgültigkeit verharre. Kopenhagen, 29. Sept. Nach einem Athener Telegramm des „Dafly Chronicle" wurden durch Vermittelung des früheren Kriegsministeriums Yarakitsos zwischen dem König Und Venizelos Verhandlungen eingeleitet. (?) Der König verließ Tatoi und befindet sich gegeravärtig wieder in Athen. Gärung in Indien. Zürich, 29. September. Tie Zürcher Nachrichten" bringen von französischer Seite stammende Mitteilungen, nach denen es i n Indien unter den Eingeborenen furchtbar gährt. 90 vom Huiidert der Bevölkerung l>aßten England und dürsteten nach Rache. Aber zu eiitem gefährlichen Aufstand werde es wahrend des Krieges nicht kommen, da die tüchtigsten Leute der Kriegskaste in den englischen Vrilitärdienst gesteckt wurden und da .fte als Nichtmilitärs keinerlei^ Waffen besäßen. Tvotzdein England vorläufig keinen größeren Aufruhr befürchte, sei die Lage doch hoch ernst. Es drohe eine all g enuine Sabottage der JUder, und darin sei auch der waffenlose Hindu furchtbar, geradezu teuflich. Ter französische Gewährsmann erllärt: Ich bin mit dem Eflidruck von Indien geschieden, daß für Eirgland das Gericht tür seine in Indien begangenen Smrden näher kommt. Oer siegreiche Frieden ist das Ziel der Kriegsanleihe. Deshalb muH jeder zeichnen, soviel er kann. Das ist er seinem Vaierlande, seiner Familie und sich selbst schuldig. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß mein herzensguter Mann, Vater seines inniggeliebten Töchterchens, unser guter, braver und lieber Sohn, Bruder, Schwager. Onkel und Neffe Heinrich üenflhl infolge Unglücksfall bei Ausübung seines Dienstes heute morgen 6V4 Uhr nach kurzem aber schwerem Leiden sanft entschlafen ist In tiefer Trauer: Gretchen Rcuhl geh. Lepper nebst Kind, Bahnhofstr. 65 H. Heinrich fflenhl and Frau, Holzheim Wilhelm Reahl und Fran Jakob Reahl and Frau Familie Hermann Wagner Familie Fmil Kliupel Familie Wilhelm Lepper nebst allen Verwandten. Langgöns, Holzheim, Gießen, Plettenberg, 27. September 1916. TräulrNN mit flotter Hand- vlNüllM s^nft. daS bisher in einem Geichäst tätig war, s. Stellung aus ein Bureau. Schrifrl. Angebote u. 012157 an den Gieß ener Anzeiger. sucht passende Stellung evtl, auch aus einem Kontor. Schr. Angeb, unter 7028 a. d. G. A. Verkäufe Kapel Die Beerdigung findet Sonntag, 1. Oktober, in Gießen von der Ile des Neuen Friedhofs, nachmittags 4 Uhr, aus statt -- ,---- I yjui, a ua DbdOU Von Kondolenzbesuchen bittet man abzusehen. [ MM94 ’j ,, Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere liebe, herzensgute, treusorgende Mutter Krau Emilie Anacker ged. Orth nach langem mit grober Geduld ertragenem Leiden, sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Emmv Anacker Karl Anacker, z. Zt. in russischer Gefangenschaft. Gießen, den 29. September 1916. 1012254 Die Beerdigung findet SamStag. den 30. Sept. nachm. 47j Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt ZlhiveilleserttttMDttelll Gießen. Die verehrliche Mitglieder, welche noch nicht im Besitz von BereinSsatzungen sind, werden ersucht, dieses bis zum 3. Oktober bei dem Schriftführer, Herrn Becker anmelden zu wollen, alsdann werden dieselben gegen Zahlung von 20 Pfennig zugestellt werden. 69810 _ _ Der Vorstand. 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