Nr. 218 "Der l»)etfcr etfcfcettrt täglich, atifeer SO«ttagS. - Beilagen: viermal wöchentlich O^henrrZamilievdtttter; zweimalwöchentt.Xreir- blattfüröc» Urei, Gießen (Dienstag und Freitag)- zweinurl monatl. Land- wirtich«stUche-«Usraae, Fernjprech - Anschlüße: lür die Schriftleitung 113 Berlaa.Geschäit-ttelleL1 Adresse iür Drahtnachrichten: Lnzeiger Gießen. Annahme von Anzeige» für d»e Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt 166 . Zahrgang Samstag, 16. September 1916 General-Anzeiger für Gverheffen KototioftsOnid untz Verlag der vrühl'scherr Univ.-Vuch- und Steindruckerei R» Lange. Schristleitung. Seschästsstelle und Druckerei- Schulstr. 7. Vez«»»vrct mrmatl. M Bl., viertel- jäbrl. Mk. 2.64-. durch Avhale- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.; durch die Post Mk.3.46 viertel- jährl. ausschl. BesteNg. Zeilenpreis: lokal 15Pf.. ausw. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. GoeK; für Stadt unc» Lano, Vermischtes und Gc- richtssaal: Fr. R.Zenz; für den Anzeigenteü: H. Beck, sämtlich m Gießen Ein entscheidender Sieg Mackensens. Neue Offensive der Italiener. (VTD.) Trohes Hau^tynartier, 15. Sept. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern. < Mit gleicher Heftigkeit wie an den vorangegangenen Tagen ging der Artilleriekampf zwischen der Ancre und der Somme weiter. Der Versuch crhedlicher englischer Kräfte, ^unsere südlich von Thiepva-l vorgctzogene Linie durch uml- l fassenden Angriff zu nehmen, ist mißlungen. Starke tapfer 'durchgeführte ftanzösische Jnfanterieangriffe, durch überaus nachhaltiges Trommelfeuer vorbereitet, zielten auf einen Durchbruch zwischerk Rancourt und der Somme hin. Sie scheiterten unter schweren blutigen Verlusten. Das Gehöft le Priez (westlich von Rancourt) ist vom Gegner besetzt. Oestlich von Belloy und südlich von Soyecourt wurden Teilangriffe abgeschlagen. In erfolgreichen Luftangriffen haben .Hauptmann Boelcke und Leutnant W i n 1 g e n s je zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen. / Front des Deutschen Kronprinzen. Es wird nachträglich gemeldet, das; am 13. September westlich der Souvilleschlucht Teile unserer vorderen Linie verloren gingen. In hartem, nachts fortgesetztem Kampfe ist der Feind wieder hinausgeworfen. Am Abend brach ein starker -französischer Angriff vor unserer Front Thiaumont—Fleury völlig zusammen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Keine Ereignisse. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Im Najarowka-Abschnitt und östlich davon waren Unternehmungen deutscher und türkischer Abteilungen erfolgreich. In den K a r v a t h c n wurden am Westhange der Cim- .broslawa Wk. bis in unsere Linie vorgedrungene Russen wie- 'der geworfen. Ebenso wurde ein in den gestern geschilderten 'Kämpfen westlich des Eapul in Feindeshand gefallener Teil der Stellung zurückerobert. In Siebenbürgen stehen deutsche und österreichisch- rmgarische Truppen südöstlich von Höetzing (Hatszeg) in günstigem Kampfe. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalseldmarschalls von Mackensen. Die verbündeten Truppen haben in frischen Angriffen den Widerstand des Feindes mehrfach /gebrochen und ihn in d i e a l l g e m e i n e L i n i e Cuzgnn-Cara Omer zurückgcworfen. Prinz .Friedrich Wilhelm von Hessen ist bei Cara Onnau gefallen. Die Zahl der in den einleitenden Kümpfen und bei der Erstürmung von Tutrakan gemachten Gefangenen beträgt nach den nunmehrigen Feststellungen rund 2 8 0 0 0 M a n n. Mazedonische Front. Nach heftigem Kampf ist die Malka Nidze (östlich von Florina) an den Gegner verloren gegangen. Im Mo- tg l e na gcb iet sind fcirdliche Angriffe abgeschlagen. Oest- llch des Wardar wurden englische Abteilungen, die sich in vorgeschobenen deutschen Gräben festgesetzt hatten, wieder Hinausgeworfen. Der erste Generalguartiermeister Ludendorff. „Ein entscheidender Steg in der Dobrndscha!" — Das .sind Worte des GeneralfeldmarschaNs v. Mackensen an den .Kaiser, und wtr dürfen daraus das Vertrauen schöpfen, daß jder Kampf gegen Rumänien in der denkbar günstigsten Weise 'fortschreitet. Wir wissen es nicht, ob der neue entscheidende Sieg schon im gestrigen deutschen Tagesbericht in ein strategisches Deutsch übertragen worden ist, können es aber nicht j gut an nehmen, da der Kaiser am 15. Septemb er, also ^vertag, an seine Gemahlin telegraphiert und dabei angeführt hat, „soeben" habe Mackensen das Erfreuliche geimeldet. Wir müssen also mit Spannung den heutigen Heeresbericht erwarten. Vielleicht verhält sich die Sache so, daß die im gestrigen Bericht -erwähnte Zurückwerfung der -feindlichen Truppen in die allgemeine Linie Cuzgnn—Cara Omer sich als so entscheidend und katastrophal für die Rn- nmnen und Russen gestaltet hat, daß sich ans diese nachträgliche, ergänzende Angabe über den Sieg die Meldung Mackensens an den Kaiser w-ohl beziehen kann. Frühere Siege Hin- ^nüurgs wiirden ja gleichfalls nicht immer am Anfang, nach der ersten Erwähnung im amtlichen Heeresbericht, in ihrer vollen Bedeutung erkannt. DanüMsoll nicht gesagt sein, daß die gestern von Ludendorff gemeldete neue Lage rn der Dobrndscha nicht unsere höchste Freude erwecket,. könnte. Ja, wir scheinen wieder in die Tage großer Erfolge einzulenken. Der Name Mackensen bringt uns das alte Siegerglück. Wir können wieder an der Landkarte sitzen und die Vormärsche des siegreichen deutschen Führers von Tag zu Tag nachmessen. Dort webt die Weltgeschichte die großen, sichtbaren Fortschritte, während ihr die schwankenden Schützengrabenkämpfe im Westen den erforderlichen Raum dafür, Tisch und Stuhl, zur Verfügung stellen. Es trifft sich eigenartig, daß gestern der französische Ministerpräsident Briand dem Parlamente vorgefabelt hat, es sei gelungen, das Deutsche Reich endgültig zu einer bloßen Defensivhal- tung zu zwingen! O nein, er hat sich bitten getäuscht. Kriegsentscheidende Offensiven flattern nicht in freier Beweglichkeit nach der Willkür ihrer Urheber herum, besonders nicht in einem Weltringen von so vielgestaltigen Erfordernissen und Bedingungen. Da kann es schon einmal wieder eine Weile dauern, bis Tisch und Bank zu neuer Arbeit zurechtgerückt sind. Wo sind denn aber, das muß Herr Briand doch gefragt werden, die großen Erfolge und Siege allgemeiner Angriffe der Entente? Im Westen sind sie gleich 97nlk; nur die geheiinnisvokte englische Hafensperre zeigt uns Wirkungen, die menschliche Seelen zu erschüttern vermögen. Tausende Verwundete und Kranke werden über den Kanal geschafft, und der düstere Todesbote steht dort an der Küste, wo sonst das frische Leben des Handels pulsierte. Immer neue Opfer werden der englisch-französischen Offensive zugeführt, die jedoch nicht vorwärts dringt, sondern rückwärts greift und dort zumeist die menschenmosdenden Taten verrichtet. Gewiß, es sind auch einige Gräben und einige Dörfer erobert worden. Auch der Weltgeschichte entfallen einmal die Maschen, die sie alsbald wieder aufnimmt. Unsere tiefste Dankbarkeit und Bewunderung gehört den Männern, die an unserer Westfront so unerschü-tt'. sich die Tische und Bänke fest- halten, auf denen, und wenn es auch fern im Osten, über menschliche Augenweite hinaus geschieht, die Münze neuer Tage geschlagen wird. Die von Mackensen erreichte neue Linie in der Dobrud- scha zieht sich ziemlich parallel zu der rumänisch-bulgarischen Grenze, in einem Abstand von durchschnittlich 70 Kilometern hin! Von Tutrakan, an der Donau, bis zu dem im gestrigen Bericht genannten Cuzgnn sind es über 90 Kilometer- von Silistra aus sind nahezu 50 Kilometer vormarschiert worden. Cara Omer liegt 40 bis 50 Kilometer nordöstlich von Dobric. Das sind Fortschritte, die wirklich an die herrlichen Zeiten Mackensens im vorigen Sommer erinnern. Der französische Ministerpräsident war denn auch trotz seiner prahlerischen Feststellungen seiner Sache doch nicht ganz sicher, er bat seine Zuhörer, keinen übertriebenen Ev- Wartungen sich hinzugeben, denn noch sei der deutsche Feind stark und zum hartnäckigsten Widerstand gerüstet. Zum Widerstand ja, und zu neuer Initiative ebenfalls. Briand wird sich im stillen selbst sagen, daß er nach allen Opfern und Anstrengungen des französischen Volkes, nach der Hinzurechnung der Hilfe des neuen englischen Heeres, der russischen Neuformierung und Offensive, nach den beiden neuen Kriegserklärungen gegen die Mittel- m ächte, nur spärliche, dürftige Erfolge bekannt geben konnte. Seine Rede, die wir im zweiten Blatt w-ieder- geben, gipfelt in Phrasen und Ankündigungen, nicht aber in greifbaren, wirklichen Geschehnissen. Ans das deutsche Volk konnten solche Redeblüten nicht den geringsten Eindruck machen. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 15. Sept. (WTV. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 15. September 1916. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front gegen Rumänien. Der Angriff der verbündeten Truppen im Raume süd- östllch von Hatszeg ist in günstigem Fortschreiten. Oestlich von Fogaras haben die Rumänen die Vorrückung über den Altsluß ausgenommen. Heeresgruppe des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Im Cibo-Dal sind die Kümpfe zu unseren Gunsten entschieden. Außer erfolgreichen eigenen Patrouillenunterneh- mungcn keine Ereignisse. Heeresfront des Generalseldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Zwischen der Lipa und der Bahn Kowel-Rowno erhöhte Artillerietätigkeit. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Italiener haben eine neue Offensive begonnen. Vorläufig richten sich ihre Anstrengungen hauptsächlich gegen die Ka r st ho ch fl ä ch c. Dort steigerte sich gestern das Artillerie- und Minenfeuer zu höchster Gewalt. Nachmittags gingen an der ganzen Front zwischen der Dippach und dem Meere starke feindliche Jnfanterickräfte tief- geglcedert zum Angriff vor. Hierauf entwickelten sich heftige Kampfe. Vermochte der Feind auch stellenweise in unsere vordersten Gräben einzudringen und sich da und dort zu behaupten. so ist doch sein erster Ansturm als gescheitert zu betrachten. Nördlich der Wippach bis in die Gegend von Plava war das Artilleriefeuer auch sehr lebhaft, ohne daß es hier zu nennenswerten Jnfanteriekämpfen kam. An der Fleimstal-Front hält der Geschützkampf cm. Mehrere Angriffe italienischer Abteilungen bis zur Stärke eines Bataillons gegen den Fassana-Kamm wurden abgewie- ;en. Bcr einem solchen Angriff westlich der Cima di Dal- maggiore machten unsere Truppen 60 Alpini zu Gefangenen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Lage unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. In der Nacht vom 13. zum 14. September hat eines unserer ^eeflugzeuggeschwader militärische Objekte inGra- d o ein zweites Flugzeuggeschwader die Bahnhofsanlagen und andere militärische Objekte inSanGiorgiodiNo- garo sehr erfolgreich mit Bomben belegt. Es wurden mehre« Volltreffer und große Brände beobachtet. Trotz heftigster Beschießung sind alle Flugzeuge wohlbehalten zurück- gekehrt. Flottenkommando. Wien. 15. Sept. (WTB>) Nachtrag zum heu- tigen amtlichen Bericht. In der Nacht vom 13. aus den 14. ds. Mts. hat ein Seeflugzeuggeschwadev die Batterien und militärischen Objekte von Valona mit Bomben im Gesamtgewichte von 1V 2 Tonnen sehr wirkungsvoll belegt. Es wurden zahlreiche Treffer erzielt und ausgedehnte Brände hervorgerufen. Trotz heftigstem Abwehr^- feuer kehrten alle Flugzeuge unversehrt zurück. Am 14. nachmittags bat ein Secflugzeuggefchwader aus eure Batterie am unteren Jsonzo und die vom Feinde besetzten Adriawerke bei Monfalcone erfolgreich Bomben ab geworfen und ist unversehrt zurückgekehrt. Flottenkommando. Lin entscheidender Sieg Mackensens. Berlin. 15. Sept. (WTB. Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser sandte am 15. September nachstehendes Telegramm an Ihre Majestät die Kaiserin: Generalfeldmarschall von Mackensen meldet mir soeben. daß bulgarische, türkische und deutsche Truppen in der Dobrndscha einen entscheidenden Sieg über rumänische und russische Truppen davongetragcn haben. Wilhelm. Berlin, 16. September. Gleichzeitig mit dem Telegramm des .Kaisers an die Kaiserin über die Meldung Mackensens, daß bulgarische, türkische und deutsche Truppen in der Dobrudscha einen entscheidenden Sieg über rumänische und russische Truppen davongettagen haben, bringen das „Berl. Dagebl.", der „Lokal-Anzeiger" und die „Boss- Zeitung" Drahtberichte ihrer Sondermitarbeiter von der rumänischen Front. . In einem dieser Berichte heißt es: Es mag der Heimat als eut bedeutsames, ihre Zuversicht stärkendes Zeichen erscheinen, daß die Kriegslage hier, trotz aller Schwere der zu bewältigenden Aufgaben im ganzen Umfange als durchaus günstig und hoffnungsvoll betrachtet wird. Das enge Bundesverhältnis zwischen dem Deutschen Reiche und seinen Verbüiideten im fernen Südosten, das zu den bekannten Erfolgen geführt hat, fand in den letzten Tage:, sehr sichtbaren Ausdruck auch in den Besuchen Enver Paschas und des Königs Ferdinand. In einem Berichte vom 14. heißt es: Der König von Bulgarien verließ heute in Begleitung des Kronprinzen Boris das Hauptguartier, indem er zum Teil gemeinsam mit Enveü Pascha als Gast unseres Kaisers längere Zeit geweilt und mit ihm, sowie mit Hindenburg und seinem Stabe schwebende» Fragen besprochen hatte. Der Abschied des .Königs, der vom Kaiser an die Bahn geleitet wurde, war voll Wärrne und Herzlichkeit. Es wav ^augenfällig, daß das Bewußtsein, gemeinsam auf den gleichen Wegen durch harte Kämpfe zu dem für die Zukunft ihrer Völker notwendigen Friedcnszielen zu schreiten, die beider seit langen Jahren freundsck-aftlich verburidenen Herrscher einander tief innerlich nahe brachte. Bon Hindenburg heißt es in einem weiteren Bericht, er habe im Westen nicht nur Besprechungen abgehalten, sonderrh auch eine Reihe von Truppen besucht. Die gute Haltung und unerschütterliche Ausdauer dieser Kämpfer om der Somme habe auf den neuen Chef unseres Generalstabes eilten tiefen Eindruck gemacht. Verschiedene Blätter berichten, die rumänische Armee ziehe sich fluchtartig aus der Linie Czcrnavoda- Msidzidia-Constantza zurück. Wie die „Boss. Zeitung" aus Bukarest meldet, werde binnen kurzem das vumänischg Parlament einberufen werden. Ein nationales Ministerium ;fci in Bildung begriffen. « Der bulgarische Bericht. Svfia, 15. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Generalstabes vom 14. September. ^ Rumänische Front: An der TvnMfront beschoß der Feind wirkungslos Kladeve und das Dorr Davidoven. Scl>wache feindliche Abteilungen versuchten zweimal bei den Dörfern Kostol, Mxukavarvitza und Goemavarbitza auf Las rechte Ufer zu gelangen, wurden jedoch verjagt. In der Dobrudscha wird der Bormarich fortgesetzt. Der Kampf, der sich an der Linie Oltina- ^ee-Pattcmy-Aptast-Mussabey-Tschifutkeup an der früheren rumänischen Grenze entsponnen hat, entwickelt sich zu unseren Gunsten. Wir erbeuteten bis jetzt 24 Schnellfeuergeschütze. Der Femo wurde zurückgewvrfen und erlitt dabei große Verluste. Die Kanu^Handlungen dauern fort. An .der Schwarzen-Meer-Küste Ruhe. Mazedonische Front: Am Ostropo-See Jnsanterie- tattgksrt von geringer Stätte. Im Moglenitza-Tal lebhaftere Tätigkeit. Ter Feind griff wiederholt, aber ohne Erfolg, den Bahovo- Zugel und die Höhen Kovil und Buyuktasch an. Me Angriffe des jGegners wurden unter schwere Verlusten für ihn znrückgetviesen. Mldersarts des Mrrdar und an der Struma-Front lebhaftes ^Artülerrefeuer. j.. j ber Aegäischen Küste die üblichen Kreuzfahrten der feind- Archen Flotte. Das neue griechische Kabinett. Berlin, 16. Sept. Ans Athen meldet der „Lokalanz.", ^rmitrakopnlos habe den Auftrag der Kabinettsbildung abgelehnt. Die militärischen Kundgebungen für König Konstantin und gegen Venizelos haben sich, verschiedenen Blättern zufolge, in Larissa, Korinth und Patras «erneuert. Me Offiziere beteiligten sich an den Kundgebungen der Mannschaften und gaben ihrer KÄnigstrene be- gersterten Ausdruck. Landwirten möglichst entgegenzukvmmen. Ter Redner tritt schließlich Wenfalls für die Aufhebung des Schlachtverbots ein. , - ä? g ' Adelung (Svtz.) wendet sich gegen die Llusführungen des Abg. Bauer, besonders gegen dessen Bemerkungen über Mißstimmungen in der Landwittschaft. Durch eine zu lockere Hand- baauug des Hausschlachtmrgsverbots würde die Lebenshaltung der 't^ttschen Bevölkerung noch mehr erschwett werden. Die Vorwurfes c^9* d. Brentano gegen den Kriegsausschuß seien ungerecht-' fertigt, Redner schlägt vor, den Abgeordneten selber in den Ausschuß fcäi wählen. (Heiterkeit) . Adg. Tor sch (Bbd.) behandelt das Thema über die Hausschlachtungen und bemerkt, daß durch das Verbot der Hausschlach- tungen besonders die kleinen Landwirte schwer betroffen werden^ ^amm (Fottschr. Vvlksp.) spricht sich gegen jetzige Höhe der, Zwetschenprerse ans. ■ a Minister des Iünern v. HoMbergk: Die jetzige Aussprache Dt wohl Mehr mit Temperament, als mit statten Gründen geführt worden ttWfrwfvw.? 40- _C XL _fc-L-’ <. .r • Der neue Chef des stellvertretenden Generalstabes. Berlin, 15. Sept. (WTB. Nichtanttlich.) Der bisherige Generalgtlarttermeister Generalleutnant Frhr. v. Frey- tag-Lorringhove'n ist durch allerhöchste Kabinettsordre vom 12. September zum Chef des stellvertretenden G-eneralstabes ernannt wordnr. Anr bm Reiche. Der Reichskanzler unö Graf Zeppelin. Berlin, 15. Sept. (WTB.) Die „Nordd. Mg. Ztg." schrerüt an der Spitze des Blattes: Es wird noch immer unter Berufung atif den Grafen Zeppelin die Behauptung inin4cin.an Ol Ji-■ Hessischer Landtag. Zweite Kammer der Stände. Am Regrerungsttsche: Staatsmrnrster Dr. v. Ewald, Minister des Innern v Hho m b e r g k, Finanzminister Dr. Becker, .Icrnrsterialrat L> chlrephake. Geh. Landesökonomierat Mü l- I er - Präsident Köhler eröffnet die Sitzung um 9^ Uhr. Das Haus rst wieder schwach besetzt, die Tribünen sind leer. m>-s^^^Eung gelangt zuerst der Antrag Calman, bett. Mttchversorgung usw. Der Antragsteller begründet seinen Anttag echgehend Eme Prersregulimung würde bei der Milchversorgung, eure verkehtte Maßnahme sein, wett sie den Anreiz zur erhöhten Mttchproduktton unterbinden lvürde. Da die Mttch für die ganze Ernährung des heranwachstnden Geschlechts von ganz besonderer Wrajttgkert rst so wurde eru Rückgang in der Milchprodukttongeradezu verhängnisvolle Fwlgen nach sich ziehen können. Aus diesem Grunde verlangt der Redner, daß eveut. vom Staat und den Gemeinden zur Beschaffung von Milch Zuschüsse gegeben werden. Abg. Schott (nat) bespricht die mannigfachen Ursack>en der jetzigen allgemeinen Mrlchknapphett, den Mangel an Futtermitteln Imv e < re der Kuhgespanne, die Stillegung ganzer Mrlcywrttschatten usw. Infolge des Verbots der Hausschlachtungen wurde dre ländliche Bevötterung gezwungen, die übrigen Produkte, Mttch, Butter Erer zurilttzuhalten. Wenn dieses Schlachtverbot auwehoben lvürde, so würde sich die Zufuhr der übrigen dZAukte zweifellos wieder erheblich steigmn. Abg B r a u e r (Bbd.) bespricht zunächst die allgemeine Lage und ubt dann erne scharfe Krrttk au der Regrenmg, weil sie bisher noch immer gezögert hat, das Verbot der Hausschlachtungen wieder zu beseitigen. In der Provinz Hessen-Nassau sei das Verbot schon langst wceder ausgehoben. Es herrsche in den Kreisen der Landwirte eme starke Misüttmmung und er wolle nur hoffen dab sich diese nicht bei der Zeickprung auf die Kriegsanleihe be^ merkbar machen weiche. Der Redner betont weiter, es sei sehr bedaiierlich, dLs; dre Regierung es abgelehnt habe, für besonders gut gemästetes Vreh Fettprämren zu gewähren, obwohl ihr durch die preußische Regierung darin ein Beispiel gegeben" loorden ist Von der Regierung wurde durch ihre Maßregeln die landwirtschaftliche Produktion nicht gesordett, sondern eher geschädigt. Ä 9 - o l ^.r e r rt (So«") whrt aus, datz nach seiner Meinung ftaatttche Zuschüsse mcr zu werteren Preissteigerungen führen wurden Durch dre Aucheöungen des Verbots der Hansschlackstmrgen konnte dre r5leischpersorgung rn den Städten nur noch schwieriger werden. H Abg. v. Brentano (Ztr.) wendet sich mtt krttischen Be- mcttungen gegen dre Regierung, Ml sie bei der Frage dev Lebensmittelversorgung keine Landwitte, sondern nur Beamte gehört haben. Man wünsche im Lande keine agrarische Regierung, aber auch keine anttagrarische. Es mangle der Regienmg an Energie gegen eine — ich wollte sagen: andere Behörden^ Tre große Mehrheit des Hauses werde hie ganze Haltung den vAtchM.. Auch der von der Kammer ^bildete wircschastttck>e Ausschuß besitze m ferner jetzigen Zusammensetzung k-mm noch das (iante Vertrauen des Hauses ninrruemrng Abg. Brei den b a^ch Bbd.) bemerkt, der Kttegsausschuß 'habe im Allgemeinen seine Schuldigkeit Man'. Ter Redner geht dann ein, besonders die Obst-, ' ' ' Unne«g?7«btt^ie R.'gunuüg w-r,ücht M &tobt Frankfurt beim Einstetten von Milchkitheil bei l)essischeiij troffen worden jetzt bei den einjährigen Etats falle diese Rücksicht * JL. r lAbseittge Erneuerung der Kammer erfolge nur noch in Mlen, sonst werde für den Landtag überall die ganze Kammer Wimn die Regierung die gleichzeitige ganze ^Eoaöl der Kammer vermviden wolle, so schlage er vor, die.zweite HEe, deren DNandat 1917 abläuft, im Jahre 1918 auf 5 Jahre zu v Ewald entgegnet dem Vorredner, die vEttge Erneuerung der Kammser sei in der Verfassung festgelegt undhabe sich seit über 40 wahren bewähtt. Auch bei Beratung der re p ^v-cuckage halie sich die große Mehrheit der Kammer WR es bn dieser Besttmürnng zu belassen. Man habe also ^ E-armnter dre Ueberzeugung gewonnen, daß diese Art oer Kamw^^Erneuerimg für das Land die angemessenste sei. *. Ä?;. Stephan (Natl.) gibt darauf nameris seiner Partei ^ daß sre einsttntmig für die Regierungsvorlaae» enttreten- Mde. Er bedmrere nur, daß es nach Lage der Verhält- 1111 C oiy 1 ^ s^i, Ersatzwahlen stattftnden zu lassen. . Mg. Brentano (Zentr.) gibt eine ähnliche Erklärung für seine Partei ab. Mz Reh (freis. Dp.) erklärt das Gleiche für seine Partei, bemerkt aber, ^daß Ire trotzdem Anhänger einer Gesamterneuerung! -der KiamiM'er Aerbe. Wenn sie jetzt der von der^ Negierung vorgeschlagenen Regelung der Sache zustimlmen, so geschehe es aus dem Grunde iverl nach dem Friedensschluß sofott auch Reickjs- tagswahlen, Kommuiialwahlen usw. stattzufttideii hätten und durch Zusammentreffen so vieler verschiedener Wahlen eine große Beunruhigung rn der Wählerschaft wachgehalten werden würde, r- 5-^6-. B r a u c r (Bbd.) erklärt auch namens seiner Partei, daß sie. sich einstimmig für die Annahme der Regierungsvorlage entschieden habe. Bei der Abstimmung wird alsdann zuerst das Gesetz im einzelnen und darauf im ganzen mit allen gegen die sieben r.?orY 'J r it 1 angenommen. Xarmif erliest Wg. Dr. Osann den folgenden, von sämtlichen Kanmiermitguedern Unterzeichneten Aufruf an die Bevölkerung (s.d.). , Finanzmlnister Dr. Becker spricht namens der Großh. Re- gierung den Abgeordneten für ihre vaterlästdischen Worte herzlichen Dank aus. 1 s 4 ,^? U olY 2ßun J cf) bes.Abg .Ulrich kam dann noch der Antrag? dieses Abgeordneten, betreffend die Einschränkung der Arbeitszeit rn den Schuhfabriken, zur Verhandlung. Der Antmg gelcmgle nach unwesentlicher Aussprache zur Annahme. der Tagesordnung ist der Antrag des Abg. Reh (fortschr. Volkvp.) bett. Enteignung und Einziehung des K u p f e r - bad L e r § russischen Kapelle in Darmstadt. R e h begrundtt seinen !Anttag unter Hinweis auf die russischen Greuel und Gewalttaten in Ostpreußen. Es sei unverständlich, weshalb man bei uns noch intim so große Rücksichten einen Anschaffnngsloert von 350 000 Mmk. Es handle sich also hier unt eine recht erhebliche Mipsermenge und da man auch bei Pttvatleuten das Kupfer ein- ziche, w liege kein Anlaß vor, das Dach der Kapelle zu belassen. Wenn sich dre Regierung auf die bestehenden Verträge berufe, so habe doch wohl jeder gesehen, was Rußland auf solche Verträge gibt. Abg. Münch (Natt.) spricht sich gegen den Antrag aus, die Beschlagnahme würde tzioecklos sein, da zurzeit gar kein Kupfer- mangel vorhanden sei. Minister des Innern v. H ombergk bttont, die Großh Re- gienrng habe schon früher erklärt, daß zwischeii Deutschland' und ein Vertrag bestehe, wonach das gegenseitige Besitztum gewährleistet worden sei. Dieser Vertrag sichere zu, daß die rnssi- W K§mung Ech ihrerseits die Unverletzbarkeit aller deutscknm Grmidstucke m Rußland gewährleiste. Das Auswärtige AMt in Berlin habe deshalb auch ausdrücklich ersucht, von allen Mäß- nahmm rm Sinne oes Antrags Reh Mstand zu nehmen. Damit sei auch, für Me Großh. Regierung der Standpunkt gegeben. Wenn vorhin ausgeiuhtt wurde daß von andern Dächern bereits das JJWJ«^den sei, so müsse festqestellt werden, daß dies mchl zwangsweise sondern freiwillig geschehen sei. Das ,Kupfer, Betracht komme, habe einen Mgt voll ca. 7800 Mark. ^r^ 9 C) nrÄ^- l ein Kostenaufwand von K§fermangel^^ entstehen. Es bestehe auch zurzeit kein so großer keiner Weise überein stimme. Es scheine, daß die Wusschußmitgliedtzr, die die Amrahme des Aiitrages beschlossen haben, noch statt unter dem Eindruck der russischen Greuel und' Verwüstungen ständen. Gottesdienstliche Gebäude pflegten doch in allen Kulturstaaten einen besonderen Schutz zu genießen. Es fehle nach den Erklärungen aber auch die Berechtigung zur Enteignung des Kupser- daches. Mg. Hartmann (Soz.) wendet sich gegen den Anttag Reh. Abg. v. Brentano (Zentt.) ettlätt, er stimme dem Anttag zu, wenn er auch lieber gesehen hätte, daß derselbe überhaupt nicht emgebracht worden wäre. - Rach einigen weiteren Msführungen des Ministers v. Hombergs und der Mgg. Ulrich und Tr. Schmitt wird der Antrag gegen die Sttmmen der Sozialdem'okraden und der Abgg. Munch und Stephan angenommen. Behufs Erledigung einiger weiterer Berattmgsgegenstünde beraumt der Präsident noch eine wettere Sitzung für Mittwoch, den 20. September, an.. Schluß der Sitzung iy 2 Uhr. Aus Stadt und Land. Gießen, 16. September 1916. Sonntagsgedanken. Die Schrecken der Schlacht an der Somme kann niemand ©Wbcrung, die uns mündliche Kunde oder schrtftttcher Bericht zu bieten suchen, versagt vor dieser furchtbaren Wirklichkeit. Dtttthalb Monate nnn schon rast der Sturm, mit ganz kurzen Atempausen, über Wälder und Felder Gehoste und Dörfer, Hügel und FlNhebenen hin. Verderben und Tod trägt er mit sich für alles menschliche Leben, das sich in engem Raum, im Durchschnitt von vierzig Kuometerm, auf die Oberfläche wagt, anch darunter fort- wahrend von Einschlag, Verschüttung und Ersttckung bedroht. Zn Höhlenbewohnern, wie in tängstentschwcundenLn Jahrtausenden, find unsere Feldgrauen geworden, die dort stand- halten. Dre Menschen, die einst so hausten, hatten es mit den wilden Ungetümen einer vorgeschichtlichen Urzeit zu tun. Heute sind dre Tapfern an all die tausend Mittel des Lebens- 'und der Lebens fördern ng einer höchstkultivierten Gesellschaft gewohnt. Sie wehren sich gegen den unerhörten Aufwand an Zerstörungs- und Bernichtungs4verkzengen, die ern ralsinrerter Verstand, geschult durch die Denkarbett aller Jahrtausende der Kriegsgeschichte und die Wunderleistunaen neuzeltllcher Wissenschaft, zu- erfinden vermochte. Kein heißestes Wort des Dankes, des Ruhmes und der staunenden Bewunderung kann genügen, das auszudrücken, was wir ur diese Helden enipfinden. Wie fühlen wir uns durch sie stark und sicher. Die beiden Städte, die das nächste Kampf- ziel der Gegner bilden, BapaUme urrd Peronne/ fmt> trotz alles wildesten Ansturms und Ungeheuersten Aufgebots an Er?en Und Feuer bis auf diesen Tag fest in unserer Hand. Und an emon wirklichen Durchbruch durch diese lebendigen Mauern denkt unter uns niemand. Anch die Neutral« lchon fangen an. von sinnlosem Blutvergießen an der Liomme zu reden. Beispielloser ftanzösischer Kampftswille und kühlrechnende englische Zähigkeit richten es an. Wer Frankreich verblutet langsam und sicher, England erfährt zum ersten N s/'E neueren Geschichte, daß ein Krieg wirklich , U-k, viel Blut kostet, daß es Mit den silberiieu Kugelac wahrhaftig nicht getan ist. Wozu'kämpfen sie in diesep grauenhaften Erbitterung weiter? In der Tat, fitr die ^ farbigen Feinden, bk dort auf die Schlachtbank geführt werden, wäre es sinnlos, nach einem Sinn ihres Mordens überhaupt zu fragen. Sie haben kein Vaterland zu verteidigen, keine Heimat mit ihren Aeckern und ihrer Industrie zu schützen, fiir keinen Weltverkehr zn orgen Mordlust allein kann den Willen dieser blinden Sklaven erfüllen, wenn von einem Wiüen bei ihnen überhaupt soll geredet werden dürfen. Aber die Weißen doch nnssen, wofür sie kämpfen, welches der Siegespreis' ^ur.das grausige Ringen sein soll. Wissen sie es wirklich noch? WE find die unmittelbaren Kampfziele ihnen Schritt für Schritt verkürzt worden! .Hört man die Losung „Berlin" noch m feindlicher Presse, von den feindlichen Schützengräben !^Mbigen? Vom Elsaß und vom Rhein ist immer noch die Rede, ^rf) meine, sie müßten allgemach inne werden, dW auch dies Ziel für sie unerreichbar ist. Und auch mit der Aushungerung ist es wirklich vorbei. Wir richten uns ein und suhlen uns nachgerade beinahe wohl dabei: So bleibe nur eins: beim Gedanken an das entsetzliche Blutvergießen dre Friedenssehnsucht endlich unserer Nerven und un- ftres Willens Herr werden! Sie sollen sich getäuscht haben. Wenn unsere Helden aushalten in der Tat, Hir daheim sollten es Nicht im Gedanken? Nichts verheimlichen wir uns von dem Grauen dieser Tage und Wochen an der Somme. Aber zum (Schwachwerden ist Heuer keine Zeit. Dies Blut soll wie Feuer durch Unsere Adern rotteil, alle Schlacke feiger Verzagtheit in uns verbremren, das reine Gold der Treire gegen die, die für uns starberi, zurücklassen. Je sinnloser und wahnwitziger dies Anstürmen der Feinde erscheint, um o fester nur soll es auch daheim uns finden, llm den Mntj bever draußen sorgen wir nicht. Sie stehen noch immer in Gottes Hand. T ^fördern ng. Der Gefreite Sehrt (aus Gießen) von der 2 . Maschmenqemehr-Kompagnie des Res.-Jnf.-Rats. 87 wurde wegen wiederholter Tapferkeit vor dem Feinde -um'Unteroffizier befördert, nachdem er sich erst kürzlich in den Kämpfen um Verdun bei dem Fort Souville das Eiserne Kreuz 2. Klasse erworben hatte. ° " ** Jun g weh r. Samstag: Antreten 8 Uhr (Gabelung Licher-Gttlnberger Straße), Mmarsch_8i/ 4 Uhr. rf) ^bb.) spricht sich mit großer Lebhaffigkeit für ^'s. Es liege gar kein Grund vor, hier irgendwelche Rücksichten m nehmen. w S& Schwitz (Zentr ) wlderspttcht den Ausführungen r«s Mg. Munch und erklärt sich fltt den Antrag. Abg. Ulrich (Soz) lucnbet sich gegen den Antmg Stephan (Natl.) erklärt, er schließe sich in diesem Fall der Anschauung des Abg. Ulrich an, inst dem er ja sonst in ^ a r51 UI J 9! ?I n früherer Wärter der Heil- und Pfiegeanstalt Gießen, Konrad Becker aus Garbenteich, der tvegen grober Unredlichkeit sich entfernte, hat mehrfach An- gehorige voll Kranken oder Wartpersonen ausgesucht Und ^K^^^isches Borgeben, er sei von den Patienten usw geschickt, Kleidungsstücke, Geld u. a. für diese zu holen, derartiges erlangt, aber für sich vettvendet. Durch eine Schuß- Verletzung am Arm, die längst verheilt ist, weiß er Mitleid M erregen und hat meist Erfolg. Wer Angehörige in der Anstalt hat, sei vor dem Schwindler gewiarnt ^ st^h l. Am 13. September 1916 sind in hiesiger Aadt 5 Sacke Zwiebeln zu 50 Kilo gestohlen worden. Sachdienliche Mitteilungen nimmt hie hiesige Kriminalpolizei II l ch n e r n a u f d i e f ü n f t e K r i e g s a n l e i b e gewahrt die hlefige, nn Reichsbankgebäude befindliche Darlehils- kasse Darlehen, welche zur Einzahlung auf gezeichnete fünfte Kriegsanleihe gewünscht werden, gegen Verpfändung } von Wer- papieren und Schuldbuchsorderungen zu einem V o rz u a 8, i n s s a N " S"rzet b' 4 %. SMucb die Reichsbanknebenstellen in Fried- berg, Marburg und Wetzlar nehmen Darlehnsanträge, sowie die zu verpfändenden Wertpapiere zur kostenlosen Weilergnbe an die ^?/.'be.DarlehnSkasst entgegen und stellen alle erforderlichen Formulare im Geschäftsraum oder auf dem Postwege zur Berfüamw . ** «i«k«n-r Fr-il tcht-Bü h ne. Ln'wriÄ Tm^rö- tag war die Wiederholung von Grillparzers „D c s Meere s u n d 1 m C ü ^ e geplant; leiber mußte sie wegen des schlechten.Wetters verschoben mtbm. Als Tag für die mute Am- uhmng ist M ittwoch .20. Sept.) ins Auge gefasst; die gttK Inserat natürlich ihre Gültigkeit. Näheres im heutigen! * Gießen'er fteiWtTIifre f^everw^vr. Br^suaE- jTt'Hb mir die ^Vfmmtiiwirfjmia ivS QlNnMrgci'nft*istersV betre-ffs •i’-erftaTfung ix v v Mitglirdrrzuhl der beiden Gichener Feumnetp- ren.' >ei darauf lnngemresen, frrfc diejenrgen, welche bex GießMer fmmilltgcn Fenernwhr beizurreven wünschen, sich bei Brcrndinftx'k- *J r L. FÄvr. West Anlage 44, oder tm Tu.rm.hans irnt Brand, MrandPIatz 3, amneiden können. Dort Nnrd mich Anskim ft erteilt. — Bei der am Man lag alxrehalteiren Uebnng erhielten. Dienst aus- «zeichnnnglon 301ä hrige Dienstzeit, die lauernden L Fader I. und Pb. Mutz, für 20j ä brr ge P. Berg, H. Herbert I. und W. Neos, für lOj ädrige O. Fader II., O. Fiedler, I. Deisler Md L. Kreutey, die drei zuletzt gicmtmtteu sind zurzeit ein- Irenifen. Das vom Grostl-erzog ^'stiftete El-renz-eicl>en für 25iäl>- Divnstzleit der der Ftwerwehr ronvden den Kameraden £>. ntre **Eicheln und Roßkastanien sind beschlagnahint. Dieselben sind an die durch die „Bezugsvereini.gnng" in Berlin ange- stellten Ankäufer abzuliefern, mrd Ixrben die Mskäilfer den Samm-. Samnelstelle. -WW-Ml— „ |_J | wwv ., v .„ Vtrterländischen Jure resst Zu einer größeren Samineltätiakeit an zuregen. Wir machen auf die diesbezüglick>e Bekanntmachung im Anzeigenteil aufmerksam. Landkreis Dieben. " Alten -Bus eck, 15. S-pt. Dem Ersatz-Reservisten peinrich Schreiner von hier, im Res.-Jnf.-Regt. Nr. 212, wurde die Hessische Tapferkelts Medaille verliehen. r. Geilshausen, 1b. Sept. Musketier Heinrich W i ß n er fiel in der Schlacht an der Somme. Er ist der zwölfte Tote unserer Gemeinde. — Landsturmmann Peter Erb VI. wurde in den Kämpfen in Galizien leicht verwundet. Kreis Alsfeld. oo ** Isfeld, 16 Seht- Zum Leutnant d. R. im Jnf.-Rrg. Zo.. lvurde , befördert der Sohn des hiesigen Oberpostschaffirers Ruhl, Frnanzasprvant Karl Rühl. Er hat diese Auszeichnung nicht mehr erleben dürfen, da er vor einigen Tamm den Heldentod erlitt. Kreis Friedberg. 1)2. B utzbach, 16. Stzpt. Wie anderwärts, so wurden auch ier einer industriellen Firma in einen, Zweigbetrieb die Trei b- h i e in e n g e st o h l e n. Der Wert der gestohlenen Treibriemen rbeläust sich auf 700 bis 800 Mark. ra. Friedberg, 15. Sept. Die Eheleute Kmletf ch begehen lstutc das Fest der goldenen Hochzeit. Der El-egatte kann irr feinem Alter von 80 Jahreii noch seinem Enverb nachgel-en. m rr *5 e c * * n • 16, ^Ept! Don der Schneekuppe meldet die „Voss. Ztg.E 2 Grad Kälte und leichter Schneesall. 3*0 Amtlicher Wetterbericht. m ^ Dc U^ ntli . d > cr Wetterdienst- Gießen. ttvetterauSsichten nt Dessen am Sonntag, den J7. Scpt. 1916: Abnahme der Bewölkung, trocken, kühl, besonders bei Nacht. Dr höheren Lagen Nachtfrostgefahr. Letzte Nachrichten. Die gefangenen Rumänen in Bulgarien. Budapest, 16^Sept. Der bulgarische Minrsterrat beschloß, laüt ernar Sofioter Meldung, die in Kriegsgrfangcnschaft geratenen Rumänen dem Präfekten des Bezirks Adrian o pe l zu i'rlnr Ux'isen. Mit den Gvfangtnum tveriden die Landstraßen ded von der Türkei im vorigen Jahre an Bulgarien uoe r gegan gcneu Landstrichesausgebaut Die infolge des rum änr scher: EinbrnäMs Nichtig gewordenen Bergwerl- atberter von Lupeny und Balkan, bisher ctioo 1100 an der Zahl sind zum größten Teil in Tatdanya mrlergebracht worden TodeS-Anzeige. Hiermit allen Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, dass meine liebe Schwiegermutter, unsere gute, sorgsame Grossmutter, Urgrossmutter, Schwester und Tante Frau KaSh. Klotz Ww. gab. Weimer im 87. Lebensjahr gestorben ist. Im Namen der Hinterbliebenen. Jobs. SVienges IX. Grossen-Linden, den 15. September 1916. [ß 6 «” Die Beerdigung findet Montag, den 18. September, nachmittags 3 l / 2 Uhr, statt. Danksagung. Für die bei dem Hinscheiden unseres lieben Vaters und Grossvaters, des Herrn Kaspar Volk XI. erwiesene Teilnahme, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Brökeim ann sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen 6648 I. d. N.: Ww©. Margarethe Volk. Allendorf a. d. Lahn, 15. September 1916. Für Eltern, Geschwister und Freunde zu sorgen- War stets dein eifrigstes Bestreben, So bist du auch freudig der Fahne gefolgt, Hast dem Vaterland mutig geopfert dein Leben. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß ist nun auch unser innigstgeliebler zweiter Sohn und Bruder, unser guter Onkel, Schwager und Neffe Johannes Ranft 3. Kompagnie, 1 Garde Reserve Regiment am 3. d. Mts. den Heldentod fürs Vaterland gestorben. In tiefer Trauer: Ludwig Ranft Helene Ranft geb. Strack Heinr. Ranft z. Zt. im Felde Wilhelm Ranft z. Zt. im Felde Katb. Ranft Sophie Ranft geb. Hevv Marie Ranft geh. Becker. Bersrod, den 13. September 1916. [011958 wwssm Uachmf! Am 21. Juni starb infolge erhnlteüer Ber- wnndlmg den Heldeniod fürs Vaterland unser lieber, treuer Sangesbruder und Vereinsdiener Heinrich Schmidt Schiitrc im Fnfante eie -Regiment Nr. 79. 3. Maschinen Gewehr-Kompag.»»^ im Alter von 34 Jahren. Wir werden ihm stets ein ehrendes An- denken bewahren. kksiWMM „Eintracht" föiiöp. S e h £ r* m e tür Regen u. Sonne i Bunde H Go., »• u [6085 Selterswcs 52, Giessen. Sarg-Lager Halte stets ein größeres Lager von 137 i ~~ Närgen ~ in allen Preislagen | EmiIH.MQller,8chlller8trafle 28 I Empfehle mein groSss Lagor m 6499 a fMöfjäprflfoi ! EillkstBscr etc. j zu billigen Preisen. j Edgar Borrmann, Eisenwaren, HauS-u. Küchengeräte Telefon 16'» Neustadt 11. I Dänctige Besuesqaelle fUr Wlederverkänfsr. 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Näheres durch 4718 Direktor Brackemann Ludwigstr.70,Fornr 633 j Wiederbeginn der Gesangstunden Mittwoch, den 20. September Betty Küchler, LIebi p s Ä ss l; 39 «u®u Wissenschaftliche ‘firitiatjirhei f. schulentlasssene jg. Mädchen Weiterbildung nach Wahl in Literatur, Französisch, UnehscTT, Geschichte. Kunstgeschichte. Beginn des neuen Zirkels am 15. September. Anmeldungen täglich von 12-2 Uhr, Wilhelmstrasse 39. Frau Ulrike Pfältzer '£“r/„T Giesseaer Freilich!- Bühne (1909) Mittwoch, den 20. September 1916. 'ch>. Ende gegen 9 Uhr Aufführung von Anfang 6‘/j Übr (pünktlich). Zweit© (Hcro und Leander) Preise der PW: ^ Mk. 1.50: Mk. 1. Mk. 0.50 (Schülerkarten Mk. 0.30) Verwundete haben aus unnumerierten Sitzplätzen freien Zutritt. Sonstiges Militär, vom Feldwebel abwärts, zahlt ans unnumerierten Sitz- und Stehplätzen halbe Preise. 6659c 1 _l>r. K. llernbock. A Caf6 Amendl Samstag nnd Sonntag Künstler - Konzert 4799 Gafe Ernst Ludwig Samstag und Sonntag [4794 KÜNSTLER-KONZERT Statt Karte n Eugen Scheel Emilie Scheel geb. Faber zeigen ihre Vermählung an. WIESECK, 16. September 1916. Marburger Str. 27. . - ■■■ — . 011967 Kriegsausftellung Frankfurt a. M. * Holzhausen-Park. AagiiMt bl« Oktober 1916. UeöOnet 9—8 Uhr. Ein tritt 60 Pf. Militär u. Kinder unter 14 Jahren 26 Pfg. ___ - _B92fi*s 1 D rucksachen aller Art liefert in jeder gewömehten Ausstattung preiswert die Brühl’sdie Universitäts-Druckerei, Schulsir. 7 Todes-Anzeige. Nach fast 25monatiger treuer Pflichterfüllung fiel fürs Vaterland am 24. August durch einen Granatvolltreffer im Graben mein inniggeliebter Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Bräutigam, der Sanitäter Karl Mandler Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 81, 10. Kompagnie. . Namens der tieftrauernden Hinterbliebenen Witwe Georg Mandler. Krofdorf, Kinzenbach, Dorlar, Atzbach, den 15. September 1916. 6636 D Im Kampfe für das Vaterland fiel am 3. September im 39. Lebensjahr mein innigst geliebter Mann, trensorgender Vater seiner 3 Kinder, einziger Sohn seiner Mutter Schwiegersohn, Schwager, Onkel und Neffe Landsturmmann bei dem Königin Augusta Grenadier- Regiment 4, 1. Kompagnie. In tiefer Trauer: Frau Marie Weber geb. Eckhart und Kinder Katharina Weber geb. Lenz Familie Eckhart. Hochelheim, Hörnsheim, Reiskirchen, Frankfurt und im Felde, den IG. September 1916. Todes-Änzeige. Verwandten und Bekannten zeigen wir tief betrübt an, dass gestern nachmittag 5 1 /* Uhr nach langem schweren, mit Geduld getragenem Leiden meine liebe Frau, unsere MM gute Tochter, Schwester, Schwiegertochter und Schwägerin Frau Johanna Merkei, geb.Langer im Alter von 29 Jahren sanft entschlafen ist. Wir bitten um stille Teilnahme. In tiefer Trauer: Georg Merkel Familie Albert Langer Familie Jo«. Langer Familie Heb. Kessler Fran Gg. Merkel Ww. Familie Wilb. Keusch Giessen (Dammstr. 43), den 16. September 1916. 6655 o, Die Beerdigung findet Montag, den 18. September, nachmittags o I 2 Uhr, vom Portale des Neuen Friedhofes aus statt. Statt besonderer Anzeige. Heute morgen 5 */, Uhr entschlief sanft unsere innig geliebte, unvergessliche Mutter und Grossmutter Frau verw. Postverwalter Friederike Schaaf geb. Kreh im Alter von 77 l / 2 Jahren. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Forstmeister Wilhelm Schaaf u. Frau Berta, geb. Silz Ida Rouge, geb. Schaaf Professor Carl Rouge Ilse, Gertrud und Erna Schaaf. Lampertheim a. Rh., den 14. September 1916. .«•IT Die Beisetzung findet in Giessen Sonntag, den 17. Sept. nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle des alten Friedhofes aus statt. Ruhe sanft in fremder Erde, unsre Liebe deckt dich zu. Ein hartes Los hat uns getroffen, So schwer es zu ertragen kaum. All unser Glück, all unser Hoffen, Es schwand dahin als wie ein Traum. Wer dich gekannt, wird unsern Schwerz ermessen, Was du uns warst, wir werdens nie vergessen. Von den deinen früh geschieden, Verließ’st du schon der Erde Glück. Hörst nicht der Mutter Klagen, Hörst nicht der Schwestern Schmerz. Und wir könnens kaum ertragen, Und vor Wehmut bricht das Herz. Am 27. Juli fiel mein lieber, hoffnungsvoller, einziger Sohn, unser lieber, unvergeßlicher Bruder, Neffe und Vetter Otto Fri ed ri ch Gern an dt Musketier im Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 6, 10. Kompagnie im blühenden Alter von 21 Jahren. ln tiefem Schmerz: Margarethe Gernandt Ww. geb. Volkmann Elisabethe Gernandt Katharine Gernandt und alle Verwandten. Heuchelheim, den 16. September 1916. Wiedersehn war seine und unsere Hoffnung! 6646 Ruhe sanft in fremder Erde, teurer Gatte und Vater. Nach langer bangender Ungewissheit erhielt ich die schmerzliche Nachricht, dass mein lieber, guter Mann, der liebevolle, treusorgende Vater seines einzigen Töchterchens, mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Philipp Schmidt Wehrmann im Res.-Inl.-Regt. Nr. 224, 4. Komp., nach 12monatiger treuer Pflichterfüllung am 30. August 1915 in Gefangenschaft geriet, wo er nach 7 Monaten, am 20. März 1916, nach vollendetem 32. Lebensjahr an einer schweren Krankheit gestorben ist. In tiefer Trauer: Frau Mari© Schmidt geb. Aff und Kind Frau Margarete Schmidt Ww. als Mutter nebst allen trauernden Angehörigen. Wieseck, Trohe, Staufenberg, Lieh, Butzbach, den 16. September 1916. Dort ln jenen sel’gen Höhn, werden wir uns Wiedersehn. 6621 Todes-Anzeig©. Heute morgen 7*/, Uhr entschlief nach längerem Leiden unser lieber Vater, Großvater und Schwiegervater Herr Johannes Lenz III. im Alter von 81 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernd Hinterbliebenen. Aliendorf a. d. Lahn, den 15. September 1916. Die Beerdigung findet statt: Sonntag, den 17. September, nachmittags 3 Uhr, in Allendorf a. d. Lahn. 011988 Türvorlagen üämms Schwämme ufw. empfiehlt in bester Qualität Wilh. Leichtweis, Biir8tenIabrikation o. -Haodlung, Sonnenstratze 18. l am Köpfe! Dreher, Haar-Uhr* betten, Tonpels, Scheitel uni Ferflcken werden billig angefertigt. Zöpfe werden gefärbt. Damenkopfwaschen mit F risur 1 Mk. (6068 H.Tichi Ecke iy, Seltersweg 43 der Goethestralie.