Nr. 205 Erstes Blatt Der «e&OKT L«zr1tzer erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Oi«henkr,Hmii!ienb!AtLr; -wennal 'vöchentl.Ureir- l»tatl für den Kreis Sieben (Ticnörag mtö »ueitög); z'veimal monatl. Land- vririschaftliche Leitfragen Ferusprech - Anschlüße: iürdie Schriitleiluna112 Verla g, Geschäftsste Ue51 Adresse fite Drahtnachrichten: Anzeiger Kietzen. Amwisme von Anzeige« iür d:e Lagesnumrner bis zum Abend vorher. J66. Jahrgang Keüag. September 19$ Rototfonsfcnwf ««0 Verlag der vrührschen Univ.Such- und Zteindruckerei R. Lange. Schrifkettung, Seschsslsstelle und Druckerei: Schulftr. r. Bezugspreis monatl. 90 Pf„ viertel.- jäbrl. Mk. 2.65-. durck Aohole- u. Zweigstellen nwrrall. 80 Pf.: durch die Post Mt. 2.45 viertel- jährl. ausschl. Leftetlg. Zeüenpreis: lokal 15Pf., ausw. 20 Pf. — Haupt- schrfftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadl und Land, Vermischtes und Ge- richlssaal: Fr. R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen Rumäniens arren Berlin, 31. Aus Amtlich. Die hiesige bulgarische Gesandtschaft hat aus Sofia die Nachricht erhalten, daß der rumänische Gesandte in Sofia gestern abend seine Pässe verlangte, daß somit von rumänischer Seite aus die diplomatischen Beziehungen zwischen Bulgarien und Rumänien seit gestern abend 6 /2 Uhr abgebrochen worden find. Rotterdam, 31. Aug. Aus Saloniki wurde an den „Dailh Telegraph" gemeldet: Die „Opinion" erfährt aus sehr guter Quelle, daß Rumänien ein Ultimatum an Bulgarien gerichtet habe, in welchem die Räumung Serbiens und die Wiederherstellung de» Territorial-Status, die ün Vertrage von Bukarest festgesetzt wurde, gefordert wird. (WTB.) Trotzes Hauptauartier, 31. August. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Im Frontabschnitt beiderseits A r m e n t i 6 r e s entwickelte der Gegner rege Tätigkeit. Seine im Anschluß an starke Feuerüberfülle vorgehcnden Erkimdungsabteilungen find abgewiesen. Bei Roclincourt (nördlich von Arms) machte eine deutsche Patrouille nn englischen Graben eine Anzahl Gefangene. Beiderseits der Somme hält sich der Feuerkamps auf grotzer Stärke. Wie nachträglich gemeldet wird, ging gestern früh südlich von Martinpuich ein gegen die feindliche Stellung vorfpringender Graben verloren. Im Maasgebiet herrschte, abgesehen von kleinen Handgranatenkämpfen bei Fleury, Ruhe. Oestlicher Kriegsschauplatz. Westlüh von Riga, nn Brückenkopf von Dünaüurg, im Stochodbogen, südöstlich von Koroel, südwestlich von Luck und in einzelnen Abschnitten der Armee des Generals Grafen von Bochnrer fanden lebhafte Artilleriekämpfe statt. In den Karpathen haben wir bei der Erstürmung des Äukul einen Offizier, einhundertneunund- neunzig Mann gefangen genommen. Feindliche Gegenstötze sind hier ab gewiesen. * Durchführung von Angriffen auf militärische Anlagen von Luck und Torczyn schossen unsere Flieger drei feindliche Flugzeuge ab. Ein weiteres wurde am 29. August bei Listopady an der Beresina nutzer Gefecht gesetzt. Balkan-Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse von Bedeutung. Der erste Gencralguartiermeister Ludendorff. * * * Wie es nicht anders zu erwarten war, sind nun auch zwischen Rumänien und Bulgarien die diplomatischen Beziehungen abgebrochen worden. Die Tatsache, daß bis jetzt die dem engen Bündnis der Zenkralmächte rnit Bulgarien selbstverständlich entsprechende Kriegserklärung Bulgariens an Rumänien noch nicht ausgesprochen war, hatte, wie ans einzelnen Blättern hervorging, zu Betrachtungen Anlaß gegeben und woht/nch hier und da Zweifel oder gar Beunruhigung hertw-rjerufen. Solche Zweifel bestanden an den politisch leitenden Stellen durchaus nicht, sondern man hatte Kenntnis davon und auch Verständnis dafür, aus welchen besonderen, nebenbei bemerkt zufälligen Gründen Bulgariens Kriegserklärung an Rumänien sich noch kurze Zeit verzögerte. Es waren,'wie Berliner Vrivatnachrichten offen angeben, militärische Gründe oder vielleicht noch deutlicher gesagt Gründe einer augenblicNichen politischen Situation, die Bulgarien veranlaßten, seine Krieqs- .erklärung noch einige Tage aufzuschieben. Das war aber auch alles. Die deutsche Oberste Heeresleitung kannte diese Gründe und billigte sie. An der Loyalität des bulgarischen Verbündeten bestand an keiner leitenden und unterrichteten Stelle ein Zweifel. Trotzdem tat man einen befreienden Atemzug, als man heute morgen die Meldung las, daß die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern abgebrochen und zwar von Rumänien aus abgebrochen worden sind. Vielleicht wollte Bulgarien, um zu militärischen Vorbereitungen Zeit zu gewinnen, den letzten Schritt von Rumänien tun lassen, denn Rumänien mußte ihn tun, tan den Forderungen, seiner neuen Verbündeten gerecht zu werden, die von ihm wie von Italien Unterordnung unter das gemeinschaftliche Kriegsziel im Osten verlangen, und das ist nicht die Eroberung Siebenbürgens, sondern der Flankenstoß gegen die deutsch-türkische Balkanbrücke, die Wiederherstellung Serbiens und Montenegros, sowie letzten Endes die Erreichuug von Rußlands Kriegsziel: Konjtantinopel. Was aber auch die Absichten unserer Feinde sein mögen: Oesterreich-Ungarn, dem zuerst der rumänische Angriff galt, Deutschland, die Türkei und Bulgarien stehen nun auch gegen den neuer: Berbands- bündler zur Abwehr vereint da und Hindenburgs Löwen- tatze wird die Reichsgebiete und die besetzten Gebietsteile schon zu verteidigen wissen. *. Daß die rumänischen und russischen Truppen zunächst m das alte wundervolle Kronstadt und in das.schöne Grenzland einziehen durften, wird besonders in Deutschland schmerzlich empfunden werden. Allgemeine strategische Grundsätze, deren Ziel die Vernichtung der gegnerischen Heeresmacht ist, geben uns den Anhalt für die objektive Beurteilung der augenblicklichen Lage auf dem siebenbürgi- schen Kriegsschauplatz. Durch das Zurückgehen aus die mili- tärlsch-strategische Verteidigungsgrenze unserer' Front in Siebenbürgen gewinnt diese wesentlich an innerer Festigkeit und Widerstandsfähigkeit. Vor allen Dingen erhält sie engere Fühlung und dadurch bessere Ausnutzungsmöglichkettien mit der Haupteisenbahnlinie Siebenbürgens, der das Land von Westen nach Osten durchschneidenden Bahn Szegedin— Schäßburg, die über mehrere wichtige nach Süden, Norden und Nordosten verlaufende Nebenstrecken verfügt. Im gleichen Maße, wie sich unsere Truppen diesem wohlverzweigten Eisenbahnnetz nähern, das als hervorragende Operationsbasis dient, wachsen die Verteidigungsmöglichkeiten gegenüber den nur auf wenige Eisenbahnlinien angewiesenen Rumänen. Diesem Vorteil gesellt sich gleichzeitig noch eine wesentliche Frontverkürzung vorzüglich durch die Zurücknahme unseres linken Flügels der dort kam pfänden Heeresgruppen auf die Höhen des Cyergyo-Gebirges hinzu, womit ebenfalls die Einnahme von dem Gelände nach von Natur aus zur Verteidigung besser geeigneten Stellungen verknüpft war; ein Umstand, der übrigens auch für die weitere Front gilt. Die politische Grenze verlief nämlich durch die weniger steilen und hohen Teile der trawssylvanischen Alpen, deren chöchste Erhebungen innerhalb des rumänischen Gebietes liegen. Dies bedeutete natürlich für unseren neuen Feind einen Geländevorteil, den wir durch Zurücknahme unserer Vortruppen in die von dichten Wäldern, starken Erhebungen nnd zahlreichen Flußläufen durchzogenen Komitate Haronraz-ek, Fogras, und Honya ausglichen und zu unseren Gunsten verwandelten. Jetzt haben die feindliche:: Truppen ein unübersichtliches, von starken Hindernisse::, z. B. der wilden Alnta, durchzogenes Gelände zu überwinden, dessen Eroberung für den Angreifer auf jeden Fall äußerst verlustreich sein dürfte .In Erkenntnis dieser Lage versuchte der Gegner auch auf unserer rechten Flanke bei Orsova einzudringen und so von diesem Flügel aus entscheidenden Einfluß auf die Operationen zu gewinnen. An dem wohlvorbereiteten hartnäckigen Widerstand, den unsere Truppen seinen wiederholten Angriffen an diesem Punkte der Front entgegensetzten, scheiterte jedoch dieser Operationsplan unter schwere:: Verlusten. Die gegenseitigen Bewegungen dürften naturgemäß noch nicht zu einem vorläufigen Abschluß gelangt sein, sondern es werden noch die weiter vorgesehenen Verschiebungen eintreten. Jedenfalls haben aber die heimtückischen Rcumänen trotz ihrer umfassenden Kriegsvorbereitungen und ihrem lange ausgeklügelten lleberfallsplan noch nirgends unsere strategischen Grenzen erreicht, geschweige denn gefährdet. Fest und unerschüttert, wie auf allen Fronten der Zentralmächte stehen auch in Siebenbürgen unsere Truppen dern Anprall des Feindes gegenüber; sie werden nach Erreichung der vorgesehenen Verteidigungslinien die Rumänen sthr bald über ihren verhängnisvollen Irrtum von der „gebrochenen Kraft der Zentralmächte" auftlären. . . . Zu dieser Aufklärung beginnen auch Stimmen aus dem feindlichen Lager selbst beizutragen. Der radikale Senator Humbert schreibt zu der durch die neuen diplomatischen Ereignisse geschaffenen Lage u. a., mit Recht würden die letzten Vorgänge von der Bevölkerung der alliierten Länder freudig begrüßt, allein die noch zu losende Aufgabe sei furchtbar groß, Deutschland sei noch lange nicht niedergerungen. Infolge seiner beispiellosmäch- tigen kriegerischen Organisation könne es noch lange durchhalten. Seine straffe politische u:üi militärische Disziplin halte es wie ein Stahlpanzer umschlossen. Außerdem sei es fraglich, ob man die Stärke der deutschen Reserven genau kenne. Auch habe man keinerlei Gewißheit darüber, ob die Deutschen nicht die Initiative wieder an sich reißen und unerwartet einen neuen großen Schlag führen würden. Man müsse im Gegenteil damit rechnen, daß sie eine neue lleberraschung im Schilde führen. Man dürfe sich also durch die neuesten Ereignisse nicht betören lassen. Der Feind stehe nach wie vor im Lande nnd könne nur durch die stärksten Mittel daraus vertrieben werden. Denken wir immer daran, auch angesichts der 5. Kriegsanleihe, daß wir zum Kriege gezwungen worden sind nnd daß wir ihn siegreich zu Ende führen müssen, wenn wir unsere Frauen und Kinder nicht dem Einfall westlicher und östlicher Horden preisaeben wollen. Die letzten Veröffentlichungen der „Nordd. Mlg. Ztg." über die Schandtaten der „Nettoy eurs", die in eroberten Schützengräben zurückgebliebene verwundete und unverwundete deutsche Gefangene ans höheren Befehl kaltblütig abstechen, haben das Märchen von: ritterlichen Franzosen endgültig zerstört. Was außerdem unsere Gefangenen nicht allein in nordaftikanischen Lager:: zu erdulden haben, wird überboten durch eine neue Veröffentlichung der „Nordd. Allg. Ztg." mit der bezeichnende:: Ueberschrift „Dantes Hölle in Rußland", worin alle Greuelgeschichten des Vierverbandes durch die Wirklichkeit überboten werden. Wenn rmrn diese Schmck) taten gegen wehrlose und kranke Gefangene lieft, daun krampst sich das Herz zusmnn^n m\b jeder versöhnliche Friedenswunsch wird erstickt vor der Forderung: Sühne für solche Verbrechen. Die deutsche Regierung hat gegen diese furchtbaren Zustände bei der russischen Regierung energischen Einspruch erhoben ünd irmip.tAimTirfv* "Fswllnng gefordert. Der russischen Regierung ist ferner mitgeteilt wordew^aß, wenn AL zu einem bestimmten Zeitpunkt keine befriedigende Antwort eingetroffen ist, die deutsche Regierung Gegenmaßregeln ergreifen wird. Außerdcyn sind bedeutende Geldmittel zur Linderung der Not an die Schutzmächte in Petersburg überwiesen worden. Wir hoffen, daß auch der deutsche Reichstag, der nach der Ansicht politischer Kreise früher, als ursprünglich beabsuhttgt war, zusammentreten soll, die Forderung wirksamer Gegenmaßregeln unterstützen wird. Auch das ist ein K r i c gsziel, unseren gefangenen Brüdern ein menschen- wurd:ges Los zu erzwingen. * * * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. W i e n . 31. August. (WTV. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 31. August 1916. Oestlicher Kriegsschauplatz. Auf den Höh:n östlich von Herkules Fürdö wurden rumänische Angriffe abgeschlagen. Die im Esik-Gebirge kampfenden k. und k. Truppen bezogen auf den Höhen west- uch von C s i k — Szereda neue Stellungen. Sonst an der ungarischen Front keine wesentliche Aenderung der Lage. An der russischen Front entfaltete der Gegner an zahlreichen Stellen erlAhte Artillerietätigkeit. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant. Der türkische Bericht. Konstantinvpel, 30. Aug. (WTB. Nichtamtlich) Der „Tlmm" meldet: Trotz der Kriegserklärung ist die Lebensmittelversorgung Kbnstanlinvpels gesichert, da die Regierung d:e nötigen Maßnahmen getroffen hat. Angesichts der dies; (ihrigen reichen Ernte in .Aeinasien wird dank c>er guten Verteilung jede Schwierigkeit beseitigt werden können. Der bulgarische Bericht. Sofia, 31. Aug. (WTB.) Bulgarischer Heeresbericht vom 30. August. Keine wesentliche Aenderimg an der mazedonischen Front. Unsere Truppen habe:: die befohlenen Stellungen erreicht und besetzt: sie befestigen sich darin. Der Feind beschränkt sich nach den Mederlagen, die :oir ihm beigebracht, und nachdem seine Offensive dadurch gescheitert ist, daraus, auf der ganzen Front ein wirkungsloses Artilleriefeuer zu unterhalten. Ohrr nördlich des O str o wo-Sees und im Tale von M atn i tza bemüht sich der Gegner, durch vergebliche Gegenangriffe sich tmeöer in den Besitz der verlorenen Stellungen zu setzen und seine unhaltbar gewordene Lage zu verbessern: aber alle Versuche wurden zurück- gewiesen. Alm Ta hi no-See versenkten wir durch Artillerie- reuer. zwei DmnpfbvoLe. Die feindliche Flotte beschoß, wirkungslos die Mündung des M e st a. Ein Luftgeschroader griff eine Brücke nahe bei dem Bahnhof Buk an. Schaden wurde nicht verursacht; es sind auch keine Mensch^rvpser zu besagen. Sofia, 31. Aug. (WTB. Nichtamtlich? In einer Ueber- sicht über die ersten^ zehn Tage der bulgarischen Gegenoffensive; führt die „Voenni Dsvestwa" aus, Lxrrrail hat de:: stärksten Truck auf die Wardarebene ausgeübt. Im Laufe von einigen Tagen hat die feindliche Artillerie gegen die vordersten bnlgarisch^en Stellungen! südlich von Toiran, auf einer Strecke von 3 bis 3y s Kilometern, 150 000 Geschosse, eins auf zwei Zentimeter, ab gefeuert. Das feindliche Vorgehe:: ist aufgehalten. Seine Erneuerung ist aus lange Unmöglich, da fast alle feindlichen Divisionen, welche ernsten Anteil an den Kämpfen genommen haben, sich in trMrrigem Zustand befinden. Die bulgarischen Armeen des rechten und linken Flügels haben günstigere Stellungei: eingenommen, welche künftig die Offensive wie die. Defensive erleichtern und gege:: Ueberraschungen sichern. Tie ganze Front ist erheblich verkürzt worden, wodurch größere! Truppenteile ftei werden. Die Btttgare» in Seres. Haag, 31. Aug. Word Pric-e, der Korrespondent der „Times", berichtet aus Saloniki: Es wird behauptet, daß die Bulgaren Seres besetzt haben. Die bulgarischen llnter- tanen, die in diesem besetzten Gebiete wohnen, empfingen die bulgarischen Truppen mit Musik und Glockengeläute und die mazedonischen Komitatschis vereinigten sich mit den Bulgaren. * * * Rumänien. Budapest, 31. Aug. (WTB. Nichtarntlich.) Im Laufe deE letzten Tage sind aus den bedrohten rumämschen Grenzgebieten ungefähr 5000 Personen angekvmmen. Seitens der Regierung, sowie vom hauptstädtischen Magistrat und auch von zahlreichen Privatveremigungen tmrrden umfassende Maßnahmen getroffen, um die Heünatlosen unterzubringen und M verpflegen. 2S&* schiede ne Banken und zahlreiche Privatpersonen haben ebenfalls namhafte Beträge gespendet. * * Italien. Wien, 30. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Das österreichisch» ungarische Ministerium des Aeußern hat unter dem 30. Arrgust die .Königlich spanffche Botschaft am Quirinal bitte:: lassen, naniens der österreichisch-ungarischen Regierung lxnm >kabinett in Rom wegen der Konfiskation des Palastes der österreichisch-ungarischen Botschaft beim .Heiligen Stuhl einen Protest zu überreichen. * * * Griechenland. Flucht König Konstantins? L o n d on, 31. Aug. Reuter- meldet; Der Kriegskorrefpon» tent Ward Priee drahtet aus Athen unten,: 29. August, es gehe dort das Gerücht, daß König Konstantin ans Gmecherckaud nach Larizza geflohen sei. Eine deutsche Eskadron von 300 Ulanen envarhe ihn dort« . z«m Rücktritt entschlossen. Rotterdam, 31. Aug. „Daily Telegraph" erfährt ^rus Athen: Der „Nea Hellas" zufolge sei Zaimis nicht bereit, die Verantwortlichkeit für die Regierung länger zu tragen. Er sei entschlossen, zurückzutreten und habe dem König bereits vor zwei Wochen diese Absicht zu erkennen gegeben, indem er sagte, daß er zurücktreten wolle, falls Ru.- mcmtert in den Krieg eingreife. Alle politischen Kreise in Griechenland seien sich darin einig, daß bie_ Krise ihren Höhepunkt erreicht habe. Diese Woche sei entscheidend für die Haltung, die das Land schließlich einnehmen werde. Bern, 31. Aug. (WTB.) „Secolo" meldet aus Saloniki: Während man in dortigen militärischen Kreisen der Entente hoffe, das Eingreifen Rumäniens werde für die Ereignisse auf dem Balkan von entscheidender Bedeutung sein, glaube man in griechischen Kreisen, Griechenland habe vielleicht die endgültig passende Gelegenheit zur Aufgabe seiner Neutralität versäumt. Die Zentralstelle zur Rekrutierung Freiwilliger gegen Bulgarien teilt der Presse mit, daß sich bis jetzt 17 Mann gemeldet hätten. Athen, 25. Aug. (WTB.) Meldung der Agence Havas. Ungefähr 20 000 Personen nahmen an Gegenkundgebungen teil, die organisiert waren, um deni König und der Regierung das .Vertrauen auszudrücken. Gunaris griff die Politik Veniselos an und klagte ihn an, die geegnwärtige Lage Griechenlands verschuldet yu haben. Gunaris erklärte, das Volk und die Integrität der vaterländischen Erde liefen 'Seine Gefahr angesichts der bestehenden Garantien. Rücktritte im griechischen GeneralstaS. Bern, 31. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Demps" pietdet aus Athen: Drei weitere dem General stab angeh ü re n d e Ober st en haben ihre Entlassung genommen, ein vierter hat eine Verlängerung seines Urlaubs um 45 Tage erbeten. Der Beschluß ist anscheinend im Einverständnis mit Dusrnanis und Metaxas gefaßt worden. Es ist unbekannt, ob die Rücktritts gesuche angenommen Morden sind. * Amsterdam, 31. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nach Meldungen hiesiger Blätter berichtet Word Price aus Saloniki über die Beschießung der Forts von Kavalla: Die ^Beschießung dauerte über 50 Minuten und wurde von zwei Monitoren und einem Kreuzer durchgeführt, die zwölf Forts mus einer Entfernung von zehn Meilen unter Feuer nahmen, jföin Flugzeug gab den Schiffsgeschützen Richtung und Entfernung an. * « * Untaten der Franzosen. Berlin, 31. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Nordd. Elg. Ztg." veröffentlicht eine Reihe vor: Protokollen jrüber eidliche Zeugenaussagen, aus denen hervorgeht, daß französische Soldaten größtenteils auf Geheiß, Offiziere und deutsche Soldaten, die sich ergeben hatten oder verwundet wurden, kaltherzig ermordeten. Das Matt bemerkt dazu einleitend: Umfangreiche Aktenbände chezeugen Gewaltakte Und unerhörte Schandstaten an Wehrlosen, teilweise an schwerverwundeten ^deutschen Heeresaugehörigeu. Die meuchlerische Tötirng von ^Gefangenen, die planmäßige Ermordung wehrloser Menschen, die grausame Verstümmelung unglücklicher Ber- t-wundeter, röhe Mißhandlung, gehässige Beleidigung und schamlose Plünderung bezeichnen die Spuren des französischen Heeres, so oft sein Weg den der deutschen Gruppen kreuzt«. Nachdem die französische Presse durch vnaßlose Berleumdungen gegen Deutschland immer deutlicher die Absicht erkennen ließ, den deutschen Namen im ,Auslande systematisch zu erniedrigen, ja zu entwürdigen, yjoti aller Welt gezeigt werten, daß die französische Kultur und Menschlichkeit nichts weiter ist, als Wrahlerer und Eigenlob und daß die wahre Menschlichkeit nicht zu finden ist bei einem Volke, das in verblen- .betem Haß sich selbst aller Menschenwürde entäußerte. * Bergeltrmg»rnatzregelrr gegen Rußland. Berlin, 31. Aug. (WTB.) Die „Nordd. AllgeM. Zeitung schreibt unter dem Titel: Vergeltungsmaßnahmen gegen .russische Marinean gehörige : Seit über Jahresfrist tutwai in Sibirien die deutschen See- offnere und Mannschaften, die das Unglück halten, in russische ^Kriegsgefangenschaft fallen, einer besonders unwürdigen Verhandlung unterzogen. Man behandelt sie nicht wie Seeleute, dis mür ihre Pflicht getan haben, sondern wie genteine Verbrecher. Der Grund hierfür soll in dem fteundschaftlicheir Rate .Englands liegen, das Rußland gegenüber erklärte, diese Deutschen feien keine ordentlichen Seeleute, sondern Seeräuber, die, .Man dementsprechend behandeln müsse. Da alle diplomatisches 'Verhandlungen nichts gefruchtet haben, im! Gegenteil der russische Genevalstab irewerdings die oben erwähnten, einwandfrei festgestellten Tatsachen einfach ablengnet, sieht sich die deutsche Heeresverwaltung nunmchr veranlaßt, zu scharfen Gegen maßre- g c l n zu schreiten, um das Los ihrer Kriegsgefangenen zu bessern. Die russischen Marineangehörigen, Offiziere und Mannschaften, werden einem Vergeltungslager zugesührt, wv sie genau der gleichen Behandlung unterworfen werden, wie sie rmsere Sockeute in Rußland zu eMrlden haben. Diese Maßregel wird erst ein Ende finden, wenn die russische Regverrmg sich veranlaßt gesehen hat, die deutschen Ma rinekriegs gefangenen sürderlstn nicht mehr wie Verbrecher, sondern wie Soldaten, die dem Vaterlande gegenüber- treu ihre Pflicht erfüllten, m behandeln. Dänemark neutral. Wien, 30. Aug. (WTB.) Der hiesige dänische Geschäftsträger hat im Mimsterium dos Aoußern die Erklärung cch^geben, daß Dänemark gegenüber dem .Krieige zwischen Oestrvveich-Ungarn und Rumänien Neutralität bewahren wolle. Berlin, 31. Aug. Heber die Haltung Dänemarks waren in diesen Tagen hier und da völlig unsinnige Gerücht« verbreitet. Dänemark denkt selbsrverständlrch nicht daran, die Politik der Neutralität mrszugeben, die es bisher in absvlut korrekter Weise befolgt hat. Berlin, 31. Aug. (WTB.) Die „Nordd. Mg. Ztg." meldet: Der hiesige dänische Gesandte hat im Aufträge der däuischen Regierung mitgeteilt, Dänemark werde im deutsA-itäkientfthen Kriege absolute Neutralität be- Ver Leekrreg. ' Amsterdam, 31. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Folgende holländische Dampfer mußten die Post in England zurücklassen. „Boeroe" von Amsterdam nach Batavia, „Rindjani" von Rotterdam nach Batavia, „Pveldijk", von Rotterdam nach New Berk, „Merdam", von New Uork nach Notterdmn, „Timor", von Batavia nach Amsterdam. Kopenhagen, 31. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung der „Politiken" aus Stockholm ergibt sich aus den Berichten aus Finnland in Stockholm eingetrossener schwedischer Seeleute, daß die Anzahl der in der letzten Woche in finnischen Häsen plötzlich gesunkene Dampfer der Alliierten größer ist, als zuerst gemeldet wurde. So wurden auch in Uleaborg zwei englische Dampfer und in Kenn ein englischer Dampfer versenkt. Die schwedische Besatzung des in Pxpila versenkten englischen Dampfers „Miandnria", die unter dem Verdacht, an dem Anschlag gegen das Schiff beteiligt zn sein, verhaftet worden war, erhielt die Erlaubnis zur Rückreise nach Schlveden, da sich ihre Unschuld heraus- stellte. Nach ihren Aussagen war ihre Behandlung in der Gefangenschaft schlecht. Stockholm, 31. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Wie amtlich mitgeteilt toird, hat die nffsiscye Negierung die Auslegung eines Minenfeldes in dem Meere bei den Alandsinseln bis zur schwedischen Territorialgrenze zwischen 59 Grad 40 Minuten und 59 Grad 52 Mn. nördlicher Breite ungeordnet. Der iproße finnische Dampfer „Wellamo" auf der Reise von Sundsvall nach Gamlo Karleüy (Finnland), 'wurde nahe der ftnnischen Küste versenkt. Tie Ladung bestand ans Stückgütern von 599 Tonnen. Die Besatzung wurde gerettet. Kopenhagen, 31. Aug. (WTB.) „Berlinske Tidende" Meldet aus Stockholm: Die Besatzungen der beiden ftnnischen Dampfer „Wellamo" und „Sten 2", hie, nach Axpila bestimmt, an der filmischen Küste von deutschen Unterseebooten torpediert und zum Sinken gebracht wurden, sind in Gamlo Karleby (Finland) eingetrofsen. ZU2 dem Reiche. Ztmtschenhöchftpreise. Berlin, 30. Aug. (WTB. MchtaMtlich.) Vom Kriegsernährungsamt wird geschrieben: Tie schwerer: und berechtigten Klagen über Preistreiberei aus den: Obstmarkt nehmen ihren Fortgang. Besorrders aut dem Zwetschemnarkte Mächte sich in neuere: Zeit eine sehr starke Preistreiberei vor allem' durch, Händler bemerkbar, obwohl nach, den Ar:s- sichten >der Zwetschenernte 'kein Anlaß zu einer sehr hohen Preisgestaltung vorliegt. Durch!die Preistreibereien leidet die Versorgung der Bevölkerung mit Zwei schm Gefahr. 'Zugleich wird der Erwerb ausreichender Mengen preiswerter Rohstoffe für die Viarmelade- industrie und in der Folge die Sicherstellung billiger Marmeladen für Heer imd Volk, deren Bedarf an Streichmitteln groß ist, in Frage gestellt. Daher hat sich der Präsident des Kriegsernährnngsanttes trotz der allgemein in bezug aus die Höchstpreissech'ctz.ung für Frischobst bestehenden Bedenken entschlossen, den Höchstpreis für Haus- zwetschen oder Dan na: pflaumen aller Art ans der Eriite von 1916 beim Verkauf gepflückter, reifer Marktware durch den Erzeuger m\ '10 Mark ftir 50 Kilogranrn: sestziusetzen. To mach nrüssen Zwetschen, die nicht vom Erzeuger, sondern: vorn Käufer geerntft werden 'wollen, ebenso wie das für die obstv erarbeitende Juditstrie ersvrderlick>e halbreife Obst erheblich billiger verkauft werden. Die >für den Pflcncm-eneinkaus der Industrie zuständige Kriegs- gesellschast für ObM.-u.strven und Marm': laderr hat eine entsprechende Anweisung beZuumen. Daß die Industrie nicht zu viel Zwetschen für sich wcfkauft, b.rftcr sorgt der vom' Präsidenten des Kriegsernähwungsamtes ernannte Devvllmächtigite. Damit sie auch bei erwaiger Zurückhaltung der Zwetschen solche erwerben kann, ist ein Enteignirngsrecht vorgesehen. Tie Höchstfweisc für den Kleinverkaus (Absatz in Mengen bis zu >20 Pftmd) sind in der Verordnung auch vorgesehen, uird zwar mit 25 Pfennig ftir das Pfund. Kommunal verbänden und Geineinden ist das Reckst gegeben, hiervon Abweichrmgen zuzulassen. Sie Wunen also örllichen Verhältnissen Rechnung tragen. Wenn durch diese Preisregelung Händler, die zu übertriebenen Preisen gekcaftt haben, Schaden erleiden svlltzeir, so ist das nichlt zu vermeiden. Sie sind oft genug davor gewarnt Morden, sich en Behördm und Gerichte energilch gegen die Preistreibereierl Mit Frischobst irnd Frischgemüse vor, so 'erreicht :Ucm damit mehr als mit der Festsetzung allgemein-^ Höchstpreise, Lue gerade bei Obst Und Gemtüft, die schon im Friede die all erverschiedensten Preise hatten, sehr leicht dayu führen, daß der Höchstpreis in deM einen Bezirk mit reichlicher Erzeugung zu hoch Ist und die Ware unnütz verteuert, während derselbe Preis für den anderen Bezftck so niedrig ist, daß er die ErzeivArngs- und MlieferungsWsten Tcmrt deckt und die Ware dem Markt fernhält. * Berlin, 31. Mrg. (WTB.) Der Bnnde^rat hat folgenden Vorlagen zngestinmrt: a) Aenderung der Bekannt-- nmchung betreffend die Erntevorschätzungen für 1916 vom 21. Jnni 1916; b) Entwurf einer Bestimmung über die Einrichtung Upd den Betrieb von Anlagen zur .Herstellung von Bleifarben usw.; c) betreffend Änderung der Verordnungen zur Regelung des Msatzes von Erzeugnissen der Kartoffeltrocknerei usw.; ä) über den EnllvUrf der Bekanntinachung über Bestätigung des Schecks durch die Reichsbank. . ^ ^ t Berlin, 31. Aug. (WTB. Nrchtamtftch.) Der Bundes- rat hat in seiner heutigen Sitzüng eine Verordnung über die Regelung des Msatzes von Erzeugnisien.der Kartoffeltrocknung und Karto s felstärke-Fa b ri- kation erlassen, die sich im wesentlichen et, d« bm Vorsitz und das Ministerium des Aeußern über- n«mm. Mle cmderen Mitglieder des neuen Kabimtts gehören geneigten, Rußland und England ftenndschaftlich gesftrnten Arftseu an. • AUS Hessen. ha D armstadt, 31. Aug. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer hielt heute vormittag unter Vorsitz des Abgeordneten Dr Osann seirre letzte Sitzung vor Beginn der Plenarbera timgcn ab' als Regierungsvertreter wohnten der Sitzung bei: Staatsnnnister Dr. v. Ewald, trister des Innern v. Hom- bergk, Finanzminister Dr. Becker, Staatsräte Lorbachcr und Hälzinger, Mmisterichrat ScWiep hacke, der neuernannte Ministerialrat Dr. Hellwig, Geh. Legationsrat Dr. Neidhart und Oberjustizrat Schwarz. Der Ausschuß geirehmigte zunächst die von den Aussckmßreserenten Dr. Osöitti, Soherr und Henr i ch fertiggestellten Berichte über früher gefaßte Ausschußbeschlüsse inbetreff einiger Anträge und Borstellun- Zur Beratung kam heute zunächst rrochmals die Vorstellung der Unterbeamten, betr. Teirerungszulagen während des Krie;res mit dem darauf bezüglichen Antrag Henrich. Bei den wiederholten Verhandlungen, welche diese Angelegenheit bereits im Ausschuß erfahren hat, stellte sich die Großh. Regierung-stets aus den Standpunkt, daß eine allgemeine Kriegs zu läge für die Unterbeamten nicht gegeben werden körme, sondern daß jeder einzelne Fall geprüft >verden müsse, um zu entscheiden, ob die Lage des Beamtem eine Unterstützung richtig erscheinen lasse. Die Regierung wies daran? hin, daß seit dem letzten Ausschreiben, in welchenr die Unterbeamten aufgesordert wurden, sich zn melden, 422 Gesuche bewilligt worden seien, was eirren Kostenaufwand von über 40 000^Mark venrrsachte. Sie werde auch weiterhin in wohlwollender Weilst die Verhältnisse prüfen, auch insbesv'ndere Kvhlenbe-züge zu billigeren Preisen fördern rmd Vorlagen zur Anschaffung von Kartoffeln und Kleinvieh an die Lllrgestelltrn bewilligen. Der Mrsschuß stimmte dem seither an gewendeten System der Negierung zu und richtete an diese zugleich daS Ersuchen, daß sie angesichts der drückenden Teuermigs- verhältnisst bei der Bewilligung von Unterstützungen möglichst wohlwollend mrd entgegen ko mnvend Vorgehen ^üöge. Dem Antrag Henrich, welcher eine allgeuteim Anchesserung sämllicher Unter- beanrten ins Auge faßte, ivurde danach nicht entsprochen. Vom Ausschuß wurde ferner ein Antrag .Henrich, betreffend die Schaffung von Heimstätten für Kriegsteilnehmer, für erledigt erklärt. Eine Vorstellung des Werkmeisters Steinbrecher bei der Zellenstrafanstalt zu Butzbach, betreffend eine anderweite Regelung seiner Ge Halts verhälllrisse, wurde vom Ansschn.ß befürwortet, eine Vorstellung des Geometers erster Kläffe Huber in Worms um Anrech- irnng von Besoldicngsvordirnstzeit wurde abgelehnt. Damit hat der Ausschuß seine jetzigen Beratungen beendet. ha. D arm stadt, 31. Aug. Tie Zweite Kammer der Lan d st ä n d e ist vom Präsidenten, Oberbürgermeister Köhler- Worms, jetzt endgültig für Dienstag, den 12. September, zum Be- lginne ihrer Plenarberatungen einberustu worden. Die Tagesordnung umfaßt zunächst 25 Beratungsgegenstände, darunter auch die RegicrungsDorlage, betreffend die Verlängerung der Mandate der Landtagsabgeordneten. Für die Abhaltung der Plenar- bevatungen sind vorlänftg vier Sitzungstage vorgesehen. Zeichnet die fünfte Kriegsanleihe! © er Krieg ist in ein entscheidendes Stadium getreten. Die Anstrengungen der Zeinde haben ihr Höchstmaß erreicht. Ihre Zahl ist noch größer geworden, weniger als je dürfen Deutschlands Kämpfer, draußen wie drinnen, jetzt Nachlassen. Noch müssen alle Kräfte, angespannt bis aufs lleußerste, eingesetzt werden, um unerschüttert festzustehen, wie bisher, o auch im Toben des nahenden Endbampfes. Ungeheuer ind die Unsprüche, die an Deutschland gestellt werden, in jeglicher Hinsicht, aber ihnen muß genügt werden, wir müssen Zieger bleiben, schlechthin, aus jedem Gebiet, mit den Waffen, mit der Technik, mit der Organisation, nicht zuletzt auch mit dem Gelde! Darum darf hinter dem gewaltigen Erfolg der früheren Kriegsanleihen der der fünften nicht Zurückbleiben. Mehr als die bisherigen wird sie maßgebend werden für die fernere Dauer des Krieges; auf ein finanzielles Erschlaffen Deutschlands setzt der Feind große Erwartungen. Jedes Zeichen der Erschöpfung bei uns würde seinen Mut beleben, den Krieg verlängern. Zeigen wir ihm unsere unverminderte Stärke und Entschlossenheit, an ihr müssen seine kjosfnungen zuschanden werden. Mit Uänken und Kniffen, mit Uechtsbrüchen und Plackereien führt der Feind den Krieg, Heuchelei und Lüge sind seine Waffen. Mit harten Schlägen antwortet der Deutsche. Die Zeit ist wieder da zu neuer Tat, zu neuem Schlag, wieder wird ganz Deutschlands Kraft und Wille aufgeboten. Keiner darf fehlen, jeder muß beitragen mit allem, was er hat und geben kann, daß die neue Kriegsanleihe werde, was sie unbedingt werden muß: Für «ns ein glorreicher Sieg, für Sen Feind ein vernichtender Schlag! Aus Stadt und Land. Gießen, 1. September 1916. Die Natur im September. Mt dem Blühen geht es so alknäMch zu Ende. Einige Som- merpslanzerr holen es noch nach) so die Kreuzkräuter (Sencriv vulgaris, paludosus), die Rfenthaarten, die häßlich riechende Färvec- kamille (Anthemis tinctoria), die in Süddc-ntschVcmd vorkommende Brrgllsaster , Aster amellüs) mit plauvivletten Rnndbküt^ mü> dazu die schon im August genannte Callama vüligcrrrs, Soab-wsaj succisa i deutsch: Teufelsabbiß oder Peterskoaut), goldgelb Pullearm dysenterica, Tollkirsche und neu natürlich Achtum autumnale, die Herbstzeitlose, die von Msmarck einmal zue- /icem politischen Vergleich heran gezogen wurde. Sie ist sehr giftig, wird aber noch in den Apotheken benutzt. Wenn es feucht nftrd, hat der PilMcher girte Ernte zu erwarten. Von Insekten und Käfern kommen jetzt ans der Puppe Carabidae (Lmifkäser), Ontophagen, Ndarienkäfer, Adrmonra tanaeeti und auch der Maikäfer entpuppt sich, aber bleibt m der Grde. Tut er das nicht, so ioandert er sofort in ein Rü«kllous> hurean als seltenes Naturspiel. Von den Schmetterlingen sehcmj wir bei vielen Arten z. B. Vanessa, wie Admiral, Ncsseffäller dl« letzte Generation. Ihre Zeit ist um, die nächsten. Wock>en gehöret den eigentlichen HeckbsMmetterlftrgen, uärd darunter besondnsl den Eulen, deren Färbnug sich dem welkenden Lande gut anpaßt, ßo Danthia ocelläris, citrago ceragv uftv. Rstndenscrrbe dagegen; tragen Agratis vestigalis und dazu Apamea testacea und andere. Sphinx convolvuli (WndigschNurrer) und Acherontia AtropvA (Dotenkopf) fliegen. Auch Raupen Machen sich unarlglemehm beinerk- bar, so täc des Pappelschwärmjers, die schon mehr als bnirt gekannt werden kamt, demr sie ist gelblich-grüni, hat gelbe Quer- streifen, oft noch zwei Reihen rotgelber Seitenftecke und ein grünes 5wrn, und die gelbe des Rotschwanzes oder Kopfhängers, dm große Buchcnbestände ratzekahl frißt. Ast es kalt, so kommen mitunter schon Froftspanner zum Vorschern. Wespen aller Art besuchest Mannestreu und Quendel, Blattschneiderbienen sägen Stücke aus Äkazienb'lättern aus, Wafferjungsern, Blattlansflie^n und Teusels- ,radeln fliegen umher. Zweiflügler gibt es in Menge: da sind Bohrffiegen, Schnepfenfliegen, Mcknzenfliegen, Railpenffregen und .Hnn'.melfliegen. Hornißfliegen liegen mit den Bremsen im Strnt. m Wanzen'. Heuschrecken und dergleichen fehlt es nicht. Ment- l-alb^en hängen die Kreuzspnrnen ilwe Netze aus. und inc klarer Qufft unternehmen kleine Spinnen in lockerOn. Uieißen Gewebe Zeppelln^ Fahrten — Altweibersommer. Im Wasser gibt es viele junge, Fiscl>e, Lachse "md Forellen laichen aber erst. Ost kann man ganze Scharen ftmger Kl'öten nach erneut warmen Regen \t\ym. Wer voaelknndig ist, hat jetzt Gelegenheit, Arten kenne?: zu lerrven. die onst in seiner Gegend nickt vorko«»n:en, denn der Herbsftug ist an- gebwchen ^md der geht ii* Gegensatz zum Frühlinqszug long^ farrt vor sich. Nun streichen Krähen, Enten, Reiher, und in großen Gesellschaften haben sich Spechte, Rstken und die vielerler Störche zusoinmengetKN. Man hat wirllich die Auswahl: da ist die ^ube.NM inieise mit einer Aät HjelM aus dem AhchHe, die mitz f^txÄ schwarten MÄtzKlnr, dve Nlaru- und bte «Sumpfmeise und Wc ^chw-mizMoise: da sind ferner Goldhähnchen, das Liliput und Kreiber. Stare bilden gaicze Heere und bargen sich abends nn Röhricht. Auf nasser Wiese erblickt inan Wasserläuftr, die inan sclxan vorher hat flöten hören, auf der Brache Goldregenpfeifer. Der große Mz-ng hat eingesetzt. Den Anfang machen Fliegen-, schnäpper, Brachpieper, Rohr-- :md Laubsänger, Müllerchen und fast alle Raubvögel, die noch umnches Huhn und manche Taube als Reiseproviant. verzehren. Dann folg«: Baumpieper, Gras- Ecken-, Haus- und Rautt)schwalben, Rohrdommeln irnd Hühner, Schilfsänger usw. Unter den Säugetieren ereignet sich wenig. Gegen Ende des Tw>Kriegsministeriums durch die Milttärbefehlslmber bekannt gemacht, welche alle bisherigen Einzelbeschlagnahmen von Platin aufhebt und ersetzt. (Nr. M. 1/9. 16. K. R. A. betreffend Beschlagnahme Und Be stand sine l düng von Platin.) Trotz der Beschlagnahme bleibt unterbestimmtenVoraus- Setzungen die Wetterbenutzung der beschlagnahmten Gegenstände .im eigenen Betriebe und die Verarbeitung auf mechanischem und thermischem Wege gestattet. Neben der Beschlagnahme wird eine . allgemeine Meldepflicht an geordnet. Die Meldungen sind erstmalig nach-dem Stande vom 1.9.1916 zu erstatten Und alle zwei Monate zu wiederholen. Endlich besteht auch für die Besitzer meldepflichtiger Vorräte die Verpflichtung zur Anlage und Führung eines Lagerbuches. Die näheren Bestimmungen lkber die verschiedenen der Beschlagnahme unterworfenen Stoffe und Gegenstände, über die Wirkung der Beschlagnahme und ihre Ausnahmen, über die Meldepflicht und Lagerbuchführung sind ans d«n Wortlaut d« Bekanntmachung ersichtlich. Da der .Kreis der von dieser Bekanntmachung betroffenen Personen nicht begrenzt ist, muß jeder, der — wenn auch geringe — Vorräte an Platin und platinhaltigen Stoffen im Besitz hat, sich mit den Bestimmung«, dieser Bekanntmachung vertraut machen. Die Veröffentlichung e^olgt in der üblichen Weise durch Einschlag und Albdruck in den Tageszeitungen. Außerdem ist faer Wortlaut der Bekanntmachung ui der heutigen Nr. des Gieß euer Anzeigers abgedruckt und am HlirgermeisteveigebäUde angeschlagen. ** Naturrohr. Am 1. 9. 16 ist eine neue Bekanntmachung, betreffend Höchstpreise für Naturrohr (Glanzrohr) und Weiden Nr. V. I. 1886/5. 16. K. R. A. erschienen. Mit ihr werden Höchst- vreise ft'lgesetzt für Nalurrohr «Glanzrohr, Stuhlrohr, Korbrohr, Malakkarohr), Peddigrohr, Flechtrohr, Rohrschienen, Nohrbast, Rohrabiall «Brnchpeddig, Peddtgenden', Meiden. Der Wortlaut der Bekanntmachung, die noch besondere Bestimmungen über die «Zahlungsbedingungen und Gewährung von Ausnahmen enthält, „t in der heutiaen stummer des Gießen er Anzeigen abgedruckl und am vürgernleistereigebäude angeschlagen- Rumänien auf seiten unserer Feinde! So beginnt ein Aufruf des stellv. kommandierenden Generals des 7. Armeekorps, der zur Einigkeit, zum unbeugsamen Willen, durchzuhallen, auffordeft. Die Mitarbeit des gesamten Volkes, die ganze Krall und Opferwilligkeit jedes einzelnen sei um so nötiger, als die Zahl unserer Feinde wachse. „Frage daher jeder sein Gewissen, ob er hiernach seine Pflicht erfüllt, oder ob er nicht noch mehr unter Zurücksetzung des eigenen Vorteils, für das bedrohte Vater land tun kann. Ertragen wir Entbehrungen, Kummer und Sorgen dre der Krieg naturgemäß mit sich bringt, wie bisher mit ent schloßenem Mut für die große Sache. Dann wird uns der Krieg euren siegreichen Frieden bringen und mit ihm eine aussichtsreiche Zukunft inr deutschen Vaterlande." ** Das Kreis blatt der heutigen Nummer enthält: Bekanntmachung betr. Aus- und Durchfuhr vor, Waren; Verordnung, 'vetr. Sicherung der Ernte; Bekanntmachung, betr. Richtpreise für Feldhühner; Versorgung mit Speisefetten: Beschlagnahme imd Bestandserhebung von Falnradbnei fangen; Ansprüche von Kriegsteilnehmern und deren Hinterbliebenen nt bezug auf die Reichs- versichernng; Verkehr mit Süßstoff; Verkehr mtt Obst. Landkreis Gießen. g. Großen- B u s e ck, 1. Sept. Dem Landsturmmann Berlin, Sohn des Kaufmanns Sal. Berlin, welcher vor kurzem zum Gefreiten befördert wurde, ist das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen worden. Er steht bei dem Res.-Jnl.-Regt. 223. — Unter- ossizier M ü n ch von hier, welcher bei demselben Regiment steht und bei Beginn deS Krieges als aktiver Soldat auSrückte, erhielt ebenfalls das Eiserne Kreuz 2. Klasse. -£?- G r o ß e n - L i n d e n. 1. Sept. Pionier Otto Klotz ist. nachdem er vor einiger Zeit zun: Gefreiten befördert wurde, nun auch für tapferes Verhalten vor dem Feinde mit der Hessischen Tapferkettsmedaille ausgezeichnet worden. Klotz, ein Sohn des SchuhmachermeistcrS Philipp Klotz, wurde bei der ersten Kriegs- musterung ausgehoben und zog im Frühjahr vorigen Jahres an die Westfront. lj Lang-Göns, 1. Sept. Dem Forstassessor Otto R o m p f, Leutnant der Res. in einein Bayr. Jnf.-Reqt., Sohn unseres Bürgermeisters Nompf, wurde der B a y r i s ch e M a x I o s e f - O r d e n verliehen. Mit diesen: ist der persönliche Adel verbunden. Rompf Ist bereits in: Besitz des Eisernen Kreuzes erster und zweiter Klasse, des Bayrischen Mililärverdienst-Ordens 4. Klasse und der Hessischen Tapserkeitsmedaille. Röthges, 1. Sept. Dem nun zwei Jahre im Felde stehenden Gardisten Gontrum (Leibgarde-Jnf.-Rgt. Nr. 115) wurde da? Eiserne Kreuz verliehen. Kreis Büdingen. ke. Büdingen, 1. Sept. Die Konservenfabriken sind aus der Jagd nach Aepfeln, Birnen, Zwetschen, Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren und nach Falläpseln in: hiesigen Kreise. B.A. B ü dingen. 1. Sept. Der Wehrmann Georg La mp- mann erhielt die Hessische Tapserkeitsmedaille, Vizewachtmeister Dr. K. Gries mann aus Büdingen das Eiserne Kreuz. ** Nidda, 1. Sept. Zugunsten der Kriegsfürsorge wurde am vergangenen Sonntag hier ein K r i e g S w a h r z e i ch e n in Gestalt eines eichenen Brunnenstockes von 2,50 Meter Höhe zum Zwecke der Benagelung eingeweiht. Der mit reicher Schnitzarbeit versehene Brunnenstock, der auf den: ältesten Brunnen der Stadt nahe des Johanniterturmes an Stelle einer wenig geschmackvollen Gußeisenpumpe aufgestellt werden soll, dankt der Anregung des im Felde stehenden Inhabers der Möbelfabrik C. Ringshausen, Fritz Neun in g. seine Entstehung, der ihn nach eigenen Entwürfen unter Leitung seines 'Architekten Herstellen ließ und der Stadt kostenlos zur Verfügung stellte. Der erste Nagelungstag brachte für die 2000 Einwohner zählende Gemeinde den schönen Ertrag von über 1000 Dik. Diese Summe fließt fast restlos der Kriegssürsorge zu. Kreis Friedberg. 0. A.. Friedberg, 1. Sept. Dem Musketier Georg Leonhard im Jnf.-Rgt. 116 wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. LA. Bad-Nauheim, 31. Aug. Der hiesige Badearzt Dr. Kalter, zurzeit Stabsarzt der Marine, ist durch die Verleihung des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet worden. ö. 2. B u tz b a ch, 1. Sept. Der bei der Firma Gebr. Freitag, Lokomotwfabrik, beschäftigte Vorarbeiter Karl Groß haus, früher Ersatz-Reservist im Landlv.-Jnf.-Rgt. 81. erhielt das Eiserne Kreuz. bz. Butzbach, 1. Sept. Dem Artilleristen Fritz Strudel von hier, bei einer Fuß-Artillerie-Formation, wurde die Hessische Tapserkeitsdenkmünze verliehen. dz. Griedel, I. Sept. Von schwerem Geschick wurde eine hiesige Familie betroffen. Der Landwirt Heinr. S t r a 8 h e i m stürzte in seiner Scheuer so unglücklich, daß er die Wirbelsäule brach und bald darauf starb. Zwei Söhne des Verunglückten sind beim Militär, der eine davon weilte zufällig aus Urlaub. Kreis Wetzlar. Wo. Wetzlar, 1. Sept. Gestrrn nachmittag ist der älteste Einwohner unserer Stadt, llivntner Karl Ehlinger, im Alter von 93 J /2 Jahren sanft entschlafen. Ueber drei Jah^cynte hat er dem hiesigen .Sladtverordnetcn'kollegrun: angehört, dessen Senior er lange Zeit hindkicrch war. Ebenso war er viele Jahre Mitglied des Kreistages. Daneben beUeidete er zahlreiche andere Ehrenämter. d. Wetzlar, 1. «Sept. Mi: die vorige Woche standen dem Kreiskommunalverbande für die Zivilbevölkerung und Gefangenen^ kommandos unter 100 Mann zur Verfügung: 23 Rinder, 52 Schweine, 36 Kälber und 8 Schafe, wovon entfallen m:f die Bürgermeistereien Aßlar 4 Rinder, 7 Schweine, 5 Kälber, Kvosdvrl' 3 Rinder, 6 Schweine, 3 Kälber, 1 Schaf, Braunstls 4 Rinder, 8 Schwettre, 5 Kälber, 1 Schaf, Ulm 1 Rind> 5 Schweine, drei Kälber, 2 Schaft, Ho'heirsvkmis 1 Rind, 1 Schwein, 2 Kälber, ein Schaf, Rechtenbach 1 Rind, 3 Schweine, 2 Kälber, 2 «Schafe, Schwalbach 1 lltind, 6 Schiveine, 3 Kälber, 1 Schaf, und «Stadt Wetzlar 8 Rinder, 16 Schweine, 12 Kälber. — Für diese Woche sind überwiesen: 25 Rinder, 35 Schweine, 35 Kälber und sieben; Schafe. Jpiertxm erhalten: Bürgermeisterei Aßlar 4 Rinder, fünf Scknveine, 5 Kälber, 2 Schaft, Kvofdorf 3 Rinder, 4 Schweine, 5 Kälber, 1 Schaf, Braunftls 5 Rinder, 6 Schiveine, 4 Kälber, 1 Schaf, Ulm^ 1 Rind, 3 Schweine, 4 Kälber, Hohensolms 1 Rind, 1 Schwein, 1 Kalb, Rechtenbach 1 Rind, 2 Schiveine, 3 Kälber, 2 Schaft, Schlwalbach 1 Rind, 4 Schweine, 4 Kälber, 1 Schaf, und Stadt Wetzlar 9 Rinder, 10 «Schiveine, 10 Kälber. IM Verhältnis M den bisherigen Ueberweisnngien ist die .Zuteilung der Schweine Kr diese Woche eine wesentlich geringere. d. Oberkleen, 1. «Sept. Wegen ftarkim Auftretens der Diphtherie ümtec den hiesigen Schulkindern ist dst «Schule vom Landrat vorläufig geschl,s,en worden. Hessen-Nassau. 6. Frankfurt a. M., 31. Aug. Einer Kiste, die im Haupt bahnhof am 7. Juli zur Aufbewahrung aufgegeben worden war, entströmte ein Verwesungsgeruch. Man erbrach sie und fand darin die Leiche eines neugeborenen Kindes. Bon wem sie aufgegeben worden war, ließ sich nicht mehr feststellen. X 1$ a nau, 30. August. Nach einer bei der hiesigen Staats» anwaltschaft eingetroffenen Naäiricht hat der in Holland feftge- nvmniene Zigeuner e i n g e st a n d e n , der steckbrieflich verfolgte Zigeuner Wilhelni Ebender zu sein. Mit ihm ist sonach der Haupt- täter bei der im Februar 1912 im Walde zu Kämmerzell erfolgten Erschießung des ans einem Dienstgange befindlichen Kgl. Försters Ronianns aus Niesiß erlttifftn. Seine beiden an der Mordtat mitbeteiligten Brüder sitzen seit längerer Zeit hinter Gesängnismauern. ko. S ch w e i n s b e r g , 1. Sept. Beim Spielen mit einem Revolver entlud sich derselbe plötzlich, und das Geschoß tötete den Landwirt S ch i.ck aus Eriurtshausen. die in gewinnsÄchitiger Absicht gehandelt habe, vier Milchen Gefängnis und 4800 Mark Geldstrafe, im Falle der Nuhtbettreibung zu sechs Rtonateu Gef änMnS. Die GoldÄNkaWKe ist morgen von jg bis \ 2 % Uhr geöffnet! vermischtes. Die 31. Kriegserklärvllg. 1. Oesterreich - Serbien 2. Deutschland—Rußland 3. Deutschland —Frankreich 4. Belgien-Derttschland 5. England-Deutschland 6. Montenegro-Oesterreich 7. Deutschland—Serbien 8. Oesterreich—Rußland 9. De»itschland—Montenegro 10. Frankreich—Oesterreich 11. England—Oesterreich 12. Japan—Deutschland 13. Oesterreich-Japan 14. Oesterreich—Belgien 15. Türkei—Rußland 16. Türkei-Frankreich 17. Türkei-England 18. Türkei—Belgien 19. Italien—Oesterreich 20. Türkei—Italien 21. Bulgarien - Serbien 22. Frankreich-Bulgarien 23. England—Bulgarien 24. Italien—Bulgarien 25. Rußland-Bulgarien 26. Deutschland-Portugal 27. Rilmänien—Oesterreich 28. Italien—Deutschland 29. Deutschland—Rumänien 30. Türkei—Rumänien 31. Rumänien—Bulgarien 2V. Juli 1. August 3. . 3 . . b. . 6 ' 6. „ 12 . * 13. * 23. . 25. , 28. . 2. November e« : 7. 23. März 22. August 14. Oktober 16 . 16 . 17. . 2 9. ' März 27. August 27. „ 28. . 30. . 31. 1914. 1915 19 8 Unser 1l). Gegner. Wir stehen im Kriege mit: Rußland Frankreich Belgien . England . Serbien . Montenegro Japan Portugal. Italien Rumänien seit dem 1. August 1914 » » b. 1 9 » 2 » m „ » 0. „ » * v 0 » 0 7i:st. Die Zusii!iv ist nur ganz nnregelntäßig, daher drolft jetzt, wo die Konserven.-, Vorräte ziu Ende gehen, eine Hungersnot. D^r Kriegs ko rrespon : dent der „Nowoje WvoMia" beklagt voncehmlich die Ueberlegenteit des tüMschen Flugwesens. Die Russen besitze:! übrerhaupi keinfl Flieger an dieser Front, lveil die Aevonaute.'. erklärten, infolgg starker Lnftstt-ömüuigm sei das Fliege:: unmöglich. Die türkischen ?leooplane sind aber täglich über ims. Der Korrespondent beklagt, ferner den angeblichen Franktireurkrieg. dei: die Bevölkenm^ gegen die russische Armee führt. Tie Perser hasse,: ,ms. Sie schleichen nachts in niffere Lager, stehlen den Soldaten die Gewehre und schießen dam: aus allen Gärten und von den Dächern. Man fürchtet den Sticrz der rnssophilen Regierung. Norwegische Dampfer für Englarw. Kristiania, 31. Mg. (Priv.-Tftl., zf.^ In diesen Tagen ist das Abkommen des norwegischen Reederperbandes mit der englischen Regierung zium Llbfchsich gelangt, dem - zufolge der Verband der englisck>en Refternng 5 0 Dampfer zur Verftlgümg stellt, davon 30 von 1500 bis 3000 und 20 von 3000 bis 50rttpariert, empfiehlt zum billigsten Tagespreis s Aitarvai Bt Lndwig Lazarns Fornsprsoh. 505 Erhöhung des Einkommens durch Versicherung von Leibrente bei der Preußischen Renten -Versicherungs-Anstalt Sofort beginnende gleichbleibende Rente f. Männer b.Eintrittsalt. (Jahre): 50 I 55 I 60 I 65 | 70 1 75 jährlich%d. Einlago: 7,2w|y,2449, 012)1 1,«w|l4,i»6|lb, 120 Bei längerem Aalschab der Rentenzahlung wesentlich höhere Sätze. [13id Für Frauen gelten besondere Tarife. Aktiva Ende 1911: 125 Millionen Mark. Tarife und sonstige Auskunft durch: Herrn W. Barndt in Frankfurt a. M., Bleichstr. ö2. Damenfrisieren Shampoonieren — Kopfwäschen — mit neuestem Warmluftstrom-Trocken app arat Frau Beruh. 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Js. die Jahreszinsen mit 156 Mk. zu einem Drittel an zwei Arme der israelitischen Religionsgemeinde Gießen, zu einem Drittel an zwei arme Israeliten der Provinz Oberhessen, zu einem Drittel an zwei christliche Arme der Stadt Gießen zu verteilen. Bewerber um diese Gaben wollen sich bis zum 15. September lfd. Js. hierher wenden. Gießen, den 30. August 1916. Der Borstand der israelitischen Relrgionsgemeinde Gießen. S. Heichelheim. 6195V Amtliche Bekarmtmachunge« der Stadt Gießen. Etädt.Wohnuugsnachweis Metzen, AsterwegS Es lind zu vermieten: „ _ I6206B t herrschaftliche Wohnung von 7 Zimmern mit Zentral- Heizung, 1 herrschaftliche Wohnung von 7 Zimmern, 8 herrschaftliche Wohnungen von 6 Zimmern, 3 Wohnungen von 5 Zimmern, 8 Wohnungen von i Zimmern. 7 Wohnungen von 3 Zimmern, 1 Wohnung von 3 Zimmern mit oder ohne Laden, 1 Wohnung von 2 Zimmern, 3 Wohnungen von 1 Zimmer, 3 Ladenraume mit je 1 Zimmer, 3 Lagerräume mit 1 Arbeitszimmer, 1 gröberes Fabrikgebäude, 20 möblierte Zimmer. 2 davon nebeneinanderliegend, 1 leeres Zimmer, 2 Stallräume mit Burschenzimmer, 1 Stall mit Lager, 1 Wohnung von 2—3 Zimmern in Bellersheim. Zu mieten neluckt: 25 Wohnungen von 1—6 Zimmern. Betrifft: 'ftoismcrjientol Heiltiesheim-Ttistuilg Aus der Kommerzienrat Heichelhetm-Siistuna sind am 1 November 1910 949 Mark zu verteilen. Nach 8 3 der Stistungsurkunde können zur Bewerbung nur zugelassen Tüer !o Vertonen, die während des Feldzugs 1870/71 im Militärverhältnis gestanden haben und b) Frauen und Kinder solcher Personen, vorausgesetzt, das; sie einer derartigen Unterstützung mür big und bedürftig sind nnb vom Tage der Bewerbung ab rückwärts gerechnet mindestens zwei Jahre ununterbrochen in Glesien gewohnt haben. ^ ^ Bewerbungen sind bis zum 29. September vd. Jl im Stadthaus, Zimmer Nr. 15, schriftlich oder mündlich einzureichen unter Vorlage der die Erfüllung der Be dinaungen nachweisenden Papiere und ärztlicher Be schemigungen über etwa behauptete Krcuckdeiteu. Ö212B 5. Einzahlungen. 5°|o Deutsche Reichsanleihe, unkündbar bis 1924. 4!| 2 °|o Deutsche Reichsschatzanweisungen. Zur Bestreitung der durch den Krieg erwachsenen Ausgaben werden weitere 5'/» Schuldverschreibungen des Reichs und 4 l / 2 % Reichsschatzanweisungen hiermit zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Die Schuldverschreibungen sind seitens des Reichs bis zum I. Oktober 1924 nicht kündbar: bis dahin kann also auch ihr Zinsfutz nicht herabgesetzt werden. Die Inhaber können jedoch über die Schuldverschreibungen wie über jedes andere Wertpapier jederze t (durch Verkauf. Verpfändung usw.) verfügen. Bedingungen. Zeichnurigsstelte ist die Reichsbant. Zeichnungen werden von Montag, den 4. September, bis Donnerstag, den 5. Oktober, mittags 1 Uhr bei dem Kontor der Reichshauptbank für Wertpapiere in Berlin (Postscheckkonto Berlin Nr. 99) und bei allen Zweiganstalteu der Reichsbank mit Kasseneinrichtung entgegengenommen. Die Zeichnungen können aber auch durch Vermittlung .. , der Königlichen Seehandlung (Preußischen Staatsbank) und der Preußischen Central-Genossenfchasts- kasse in Berlin, der Königlichen Hauptbank in Nürnberg und ihrer Zweiganstalten, sowie sämtlicher deutschen Banken, Bankiers und ihrer Filialen, sämtlicher deutschen öffentlichen Sparkassen und ihrer Verbände, jeder deutschen Lebensversicherungsgesellschaft, jeder deutschen Kreditgenossenschaft und jeder deutschen Postanstalt erfolgen. Wegen der Postzeichnungen siehe Ziffer 7. Zeichnungsscheine sind bei allen vorgenannten Stellen zu haben. Die Zeichnungen können aber auch ohne Verwendung von Zeichnungsscheinen brieflich erjolgen. Die R-ichsanleihe ist in Stücken zu 20000, 10000, 5000, 2000, 1000, 500. 200 und 100 Mark mit Zinsscheinen zahlbar am 1. April und I. Oktober jedes Jahres ausgefertigt. Der Zinsenlauf degumt am 1. April der erste Zinsschein ist am 1. Oktober 1917 fällig. - OAnn Die Schatzanweisungen sind in 10 Serien eingeteilt und ebenfalls in Stücken zu: 20000, 10 (X) 0 , 5000, ^?uuu, 1000, 500, 200 und 100 Mark, aber mit Zinsscheinen zahlbar am 2. Januar und 1. Juli jedes Jahres auSgefertrgt. Der Zinsenlauf beginnt am 1. Januar 1917, der erste Zinsschein ist am 1. Juli 1917 fällig. Welcher Serie die einzelne Schatzauweisung angehört, ist aus ihrem Text ersichtlich. Die Tilgung der Schatzanweisungen erfolgt durch Auslosung von je einer Serie in den Jahren 1923 bis 1932. Die Auslosungen finden im Januar jedes Jahres, erstmals im Januar 1923 statt; die Rückzahlung geschieh an dem auf die Auslosung folgenden 1. Juli. Die Inhaber der ausgelosten Stücke können statt der Barzahlung viereinhalbprozentige bis 1. Juli 1932 unkündbare Schuldverschreibungen fordern. Der Zeichnungspreis beträgt: für die 50/0 Reichs an leihe, wenn Stücke verlangt werden ... • Mark, 50 / wenn Eintragung tn das Reichsschuldbuch mit Sperre bis zum 15. Oktober 1917 beantragt wird 97,so Mark, „ 4 1 / 2 °/o Reichsschatzanweisungen .*5,— Mark. für je 100 Mark Nennwert unter Verrechnung der üblichen Stückzinsen (vergl. Zister 6 ). Die Zuteilung findet tunlichst bald nach dem Zeichnungsschluß statt. Die bis zur Auteüuug schon bezahlten Beträge gelten als voll zugeteilt. Im Uebrigen entscheidet die Zeichnungsstelle über die Höhe der Zutettun g. Be- sondere Wünsche wegen der Stückelung sind in dem dafür vorgesehenen Raum aus der Vorderseite des ZerchrmugS' fcheines anzugeben. Werden derartige Wünsche nicht zum Ausdruck gebracht, so wird die Stückelung von den Ber- nlittlungssteklen nach ihrem Ermessen vorgenommen. Späteren Anträgen auf Abänderung der Stückelung rann nicht stattgegeben werden.*) Zu den Stücken von 1000 Mark und mehr werden für die Reichsanleihe sowohl wie für die SchatzEeisungen auf Antragvmn Reichsbank.Direktorium ausgestellte Zwischenscheine ausgegeben, über deren Umtausch l"/ndgMttye Stücke das Erford«üch später öffentlich bekanntgemacht wird. Die Stücke unter 1000 Mark, zu denen Zwtschenscheme nicht vorgesehen sind, werden mit grotzt möglicher Beschleunigung fertiggestellt und voraussichtlich im Februar n. F. ausgegeben werden. Die Zeichner können die gezeichneten Beträge vom 30. September d. I. an voll bezahlen. Sie sind verpflichtet: 30% des zugeteilten Betrages spätestens am 18. Oktober d. I., 200/0 , „ „ „ „ 24. November d. I., 25°/, „ „ „ „ 9. Januar n. J„ 25% „ „ „ „ „ 6 . Februar n. I , _ zu bezahlen. Frühere Teilzahlungen sind zulässig, jedoch nur in runden durch 100 teübaren Betragen des Nennwerts. Auch auf die kleinen Zeichnungen sind Teilzahlungen jederzeit, indes nur m runden durch 100 teübaren Betragen des Nennwerts gestattet; doch braucht die Zahlung erst geleistet zu werden, wenn die Summe der fällig gewordener Teilbeträge wenigstens 100 Mark ergibt. -- E«. »°*>- °.. 3^"" °°" F * >» £ £ "fr, i Z am l SET * “ " 6 ' " Jt 100: Jt 100 am 6. Februar. bruar; 6. 5tückzinjen Die Zahlung hat bei derselben Stelle zu erfolgen, bei der die Zeichnung angemeldet worden ist. Die im Laufe befindlichen unverzinslichen Schatzscheine des Reichs werden — unter Abzug von 5% Diskont vom Zahlungstage, frühestens aber vom 30. September ab, bis zum Tage ihrer Fälligkeit m Zahlung genommen. Da der Zinsenlauf der Reichsanleihe erst am 1. April 1917, derjenige der Schatzanweisungen am 1. Januar 1917 beginnt, werden vom Zahlungstage, frühestens vom 30. September 1916 ab, a) aus sämtliche Zahlungen für Reichsanleihe 5°/ 0 Stückzinsen bis zum 31. März 1917 zugunsten des Zeichners verrechnet. . b) auf die Zahlungen für Schatzanweisungen, die vor dem 30. Dezember 1916 erfolgen, 4*/,% Stuckzinsen bis dahin zugunsten des Zeichners verrechnet. Auf Zahlungen für Schatzanweisungen nach dem 31. Dezember hat der Zeichner 4 1 / 2 °/ 0 Stückzinsen vom 31. Dezember bis zum Zahlungstage zu entrichten. I. bei Begleichung von Reichs- anleih e. a) bis zum 30. September b) am 18. Oktober c) am 24. November 5% Stückzinsen für 180 Tage 162 Tage 126 Tage — 2.50 °/<> 2,25 »/, 1,75 »/, 95,50 % 95.75»/« 96,25 »/, Tatsächlich zu l- der Bettag also nur [ Tagung 95,30 % 95,55 »/, 96,05 »/ 0 II. bei Begleichung von Reichsschatzanweisungen . d) bis zum 30. September e) am 18. Ok- tober f) am 24. No- vember 4 1 /,°/ 0 Stückzinsen für 90 Tage 72 Tage 36 Tage — 1»12 5 °/ 0 0,90»/, 0,45»/, Tatsächlich zu zahlender Bettag also nur. .) . 93,87"/, 94,10»/, 94,55 »/„ 7. Postzeichnungen. die Einzahlung weiterhin verschiebt, um Bei der Reichsanleihe erhöht sich der zu zahlende Bettag fllr jede 18 Tage, um dre sich 25 Pfennig, bei den Schatzanweisungen für jede 4 Tage um 5 Pfennig für \t 100 Jt Nennwert. Die Postanstalten nehmen nur Zeichnungen aus die 5% Reichsanleihe entgegen j»uf bie * c faitti die Bollzahluna am 30. September, sie muß aber spätestens am 18. Oktober geleistet werden. Auf bis zum 30. September geleistete Vollzahlungen werden Zinsen für 180 Tage aus alle andern ^°"iah'ungen dr« zum 18. Oktober, auch wenn sie vor diesem Tage geleistet werden, Zinsen für 162 Tage vergütet. (Vgl. Z ff Beispiele Ia und 1b.) papierc au&geferttgten Depotscheine werden von den Darlehnskassen wie die Wertpapiere selbst beliehcn. Berlin, im August 1916. R^eichsbank Direktorium. tzavenstcin. v. Grimm.