W. M Zweites Blatt >. lbt>. Jahrgang Erscheint K-Lich mit Ausnahme des Sonntags. Die ..Sietzener Zamilienblättee" werden dem vAnzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das ..rcreirblatt für den Ureis Gießen- zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seitfragen" erscheinen monatlich zweimal. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhejsen Donnerstag, 24 . August X9^6 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universiläts - Blich- und Steindruckerei. R. Lange. Gießen. Schriftleitung,GeschäftsstelleiuDruckerei: SchuP straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: sqK51, Schrift« leitung: ^-^112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Die Schlacht an der Somme im Monat Juli. Zweiter Teil. IV. Der zweite Tag brachte aus der ganzen Front die Fort- wtzung der erbitterten Angriffe. Nördlich der Somme Warden Gegnern kein stärkerer Erfolg beschieden, nur wieder hohe blutige Verluste. Südlich des Flusses indessen gelang es uns zwar, Estrses gegen wütende Angriffe zu halten, aber die Dörfer Buscourt, Herbscourt, Affevillers fielen in die Hand des Feindes. In der Nacht vom 2. zum '4. Juli sah Uch die rechte Flügeldivision des hier fechtenden Armeekorps genötigt, in die Linie Biaches—Barleux zurückzugehcn. Es sollen nun im folgenden zunächst die weiteren Ereignisse südlich der Somme vom 3. bis 14. Juli betrachtet werden. Hier war am Abend des '3. Juli die Lage die, daß unsere vordere Linie sich von Biaches über die dem Feinde zugewandten Dorfränder von Barleux, Belloy und Estrees nach Soyecourt zog. Durch die Loslösung der rechten Flügel- division vom Feinde war vor ihrer Front ein Zwischenraum entstunden, in die der Feind nur zögernd vorrückte. Der 3. Juli blieb ohne Jnsanterieangriffe, doch lagen unsere neuen Stellungen beständig unter schwerstem Artilleriefeuer. Mitten zwischen beiden Fronten! lag völlig verlassen das Dorf Flaucourt. Es wurde erst in der Nacht vom 3. zum 4. vom Feinde besetzt. Inzwischen waren hinter dem Südabschnitt erhebliche Verstärkungen an Artillerie und Infanterie eingetroffen : die erfterc nahm die neuen feindlichen Stellungen unter scharfes Feuer, die letztere brachte den erschöpften und zurückgezogenen Truppen der vordersten Linie die wohlverdiente Ablösung. Durch Offizierpatrouillen stellten wir fest, daß der Feind sich an den äußeren Rändern von Flaucourt un*> Affevillers cingrub. Am Abend dieses Tages begannen wertere feindliche Vorstöße aus der Linie Belloy Eftrees— soyecourt. Der Feind nahm Belloy und stieß weiter nach Süden vor, wurde aber durch Gegenangriff wieder in das Dorf hineingeworfen und auf die Straße Barleux—Beruh zurückgedrückt, welche noch heute den Verlauf unserer vorderen Stellungen bezeichnet. Vergebens brach der Feind zwischen Eftrees und Soyecourt nach Deniecourt vor und herein, unsere Reserven warfen ihn wieder hinaus. Am äußersten rechten Flügel des Südabschnittes, am Somme- Ufer, drückte der Feind eine weit vorgeschobene Kompagnie auf das rechte Somme-Ufer zurück: die Weichenden sprengten hinter sich die Sommebrücke bei Halle in die Luft. Im übrigen hielt der rechte Flügel bei Biaches. Noch in der Nacht vom 4. zum 5. Juli scheiterte ein feindlicher Angriff auf Biaches in unserem Sperrfeuer. Inzwischen waren weitere Verstärkungen eingetrofsen. In Heftigen Kämpfen um den Besitz von Belloy und Estrees blieb ^ersterer Ort schließlich in der Hand des Feindes. So hatte sich in den Kämpfen der ersten fünf Julitage iür den Südabschnitt eine neue, rechts stark zurückgebogene Frontlinie gebildet. Sie verlief nunmehr in ihrem Nordteil nördlich der Somme von Hem über die Monacu-Ferme am Südrande von Clery und Halle entlang bis nach Sainte Radegonde, der .Vorstadt von Peronne, ging dann bei Biaches auf das linke Somme-Ufer über, umschloß Biaches einschließlich der Ferme La Maisonette und Barleux, von hier aus folgte sie der Straße Barleux—Berny bis zur Römerstraße, ichwang sich an dieser entlang in weitem Bogen um Bellvy herum, dann wieder nördlich, so daß das ganze Dorf Estrees nebst seinem Gürtel von etwa einem Kilometer Breite noch in unserer.Hand war, und traf etwa einen Kilometer südlich der Römerstraße wieder auf unsere unerschütterten alten Stellungen. Die nächsten Tage wurden damit verbracht, die nunmehr seftgelegten Stellungen auszubauen und die Verhältnisse neu zu ordnen. Erst am 9. Juli begann eine Reihe von Einzelangriffen. An diesem Tage konnte nach kurzem Trommelfeuer der Feind Biaches, La Maisonette und Barleux nehmen. Barleux wurde aber sofort durch zwei Kompagnien der mecklenburgischen Grenadiere wieder erobert, und entgetrosfenc Verstärkungen holten am 10. auch La Maisonette zurück. Der 11. Juli brachte aus dem gesamten Abschnitt südlich der Somme einen neuen großen Angriff der Franzosen, der indessen abgeschlagen wurde, ebenso wie ein fernerer Angriff auf Barleux. Am 15. gelang es, Biaches zurückzuerobern, während am 16. die Marsonette-Ferme verloren ging und bis heute noch in Händen des Feindes blieb. Der itördlich der Ferme gelegene Wald fiel ebenfalls am 16. an den Feind, er wurde aber bald wieder genommen. Am 16. waren heftige Angriffe gegen Biaches, am 17. solche gegen Biaches und den Mai- sonette-Wald zu bestehen. Dann trat am 18. und 19. im Südabschnitt verhältnismäßige Ruhe ein. V. Während dies sich im Südabschnitt abspielte, hatten im mittleren Abschnitt, zwischen Somme und Ancre, ebenfalls heftige Kämpfe stattgefnndeii. Wir hatten gesehen, daß es hier den Engländern in den nördlichen zwei Dritteln des Abschnittes am ersten Tag lediglich gelungen war, in die vorderste deutsche Stellung einzudringen und bis zum Rande der Dörfer Mametz und Montauban vorzndriiigen Gleichzeitig hatten die Franzosen bis an den Westrand von Hardeeourt vorstoßen und südlich noch das Dorf Curlu nehmen können. Ein geringer Erfolg in Anbetracht dessen, daß auch hier eine womöglich noch stärkere Artillerievorbereitung vorausgegangen war bei beispiellosem Einsatz schwerer und schwerster Geschütze. Von nun an wurde in diesem Abschnitt fast ohne jede Unterbrechung gekämpft. Der Feind war fortgesetzt in der Lage, die gleichen ungeheuren Massen von Geschützen aller Kaliber, ferner Minen- fener und Gasangriffe wirken zu lassen und seiner Feuertätigkeit durch eine Ucberzabl von Flugzeugen die Richtung zu geben. Auch setzte er bei seinen Jnsanterieangriffen starke, völlig frische Truppenmassen mir einer rücksichtslosen Menschenvergeudung ein, wie wir sie bisher nur vom östlichen Kriegsschauplatz kannten. Jedoch auch hier für ihn dieselbe Ueberraschuug: Nicht zertrümmert hatte die Artillerie die Verteidiger, sondern nur hart gehämmert, schrittweise, unter furchtbaren Verlusten, drängte die vielfache Uebermacht sich wohl bis zum 20. Juli vorwärts, nach diesem Tage aber hat sic trotz grimmigster Kämpfe nur noch an einer einzigen Stelle einen unbedeutenden Gewinn erzielt. Die langsamen Geländesortschritte des Feindes lassen sich im einzelnen in einer überschauenden Darstellung nicht verfolgen. Ihre Hauptabschnitte werden bezeichnet durch die Dörfer und Waldstrichc, welche-das Kamvfgelände be- herrfchen. on Kämpfe im mittleren Abschnitt zwischen dem 1. und ^.O-Juli gliedern sich deutlich in den französischen und englischen Anteil. Die Grenze der beiden Frontabschnitte liegt m .ihrem allgemeinen Verlaus etwa einen Kilometer südlich der Straße Mametz—Montauban—Guillemont. Den beherr schenden Platz m diesem Abschnitt nimmt das Dorf ftarbe* court cm. Es wurde Nach erbitterten Kämpfen am 3. Juli von den Franzosen erreicht und vom 8. Juli ab behauptet Besonders schwierig gestaltete sich die Lage der deutschen Truppe'.! ui dem Südteil des französischen Nordabschnittes. Den gegenüber dem, südlichen Somme-Ilser gelegenen Abschnitt hatten wir bekanntlich gleich zu Anfang geräumt. Von hier aus war es dem Feinde möglich, nun unseren linken Flügel nördlich der Somme unter Artillerieflankierung zu nehmen. Aus diesem Grunde wurde das Dorf Hem alsbald unhaltbar und mußte samt den nördlich vorgelagerten Höhen schon am 5. Juli aufgegeben werden. Im übrigen hielt hingebungsvolle Ausdauer der dort zur Ablösung herangezogenen schlesischen Truppen den nördlichen Somme- Rand und die Linie Monaeu -Ferme bis etwa zur Mitte zwischen den Dörfern Hardecourt und Maurepas im wesentlichen unerschüttert sestt Was unsere Kämpfer gerade hier unter dem von neuem Tag und Nacht auf sie niederrasenden Artilleriefeuer auszuhalten hatten, spottet jeder Beschreibung. Auch im englischen Abschnitt setzten die Kämpfe immer wieder Tag und Nacht ein. Größere Angriffe aus breiterer Fwnt haben am 10. und 14. Juli stattgefundeu. Bis zum 6. Juli schoben die Engländer ihre vorderste Linie bis an den Südrand von Longueval einschließlich des Waldes von Bernafay vott Wütende Kämpfe entspannen sich um den Besitz des Trones-Wäldchens, das 19 mal vom Feinde genommen und 18 mal wieder verloren wurde, bis er es seit dem großen Angriff vom 14. Juli wirklich seinen Besitz nennen konnte. Gegen Nordwesten dehnten sich die Engländer schrittweise aus, indem sie den heftig umstrittenen Mametz- wald und das Dorf Contalmaison um den 10. behaupteten. Der für den 14. Juli, zu Ehren des französischen National- sciertages, vorausgesehene Angriff beschränkte sich auf den englifchen Abschnitt und blieb hier nicht ohne Erfolg für den ?seind, der Bazentin-le-Petit und te-Grand sowie den größten Teil von Ovillers einnahm. Gegen die Mitte es Monats hatten sich die Engländer bis zur Linie Südrand von Po- zieres, Foureaux-Wald, Lou'gueval, Deloille-Wald, Westrand von Guillemont vorgearbeitet. Am 17. fiel auch der Rest der Dörfer Ovillers und la Boiselle in ihre Hand. Damit aber ist das Vordringen der Engländer im wesentlichen abgeschlossen geblieben. Volkskunst in den Kieler Lazaretten. Es war ein sehr glücklicher Gedanke, die in den Lazaretten, setzt fast überall eingeführte Beschäftigung der Verwundeten mit kunstgewerblichen Handsertigkeitsarbeiten snicht nur als ein Mittel zur Bekämpfung der Langeweile zu benutzen, sondern auch in den Dienst der Schulung des Geschmackes und der handwerklichen ilebung der Verwundeten zu stellen. Zu den Lazaretten, wo dies Ziel planmäßig und mit günstigen Ergebnissen verfolgt wurde, gehört neben Offeubach besonders Kiel. Dort hat inan in der Abteilung für Holzbearbeitung einen eigenen Weg eingescklagen, indem man sich streng an die alte heimatliche Volkskunst an* schloß, und man hat damit gute Erfolge erzielt. Schon im Mörz 1915 trat in .Kiel eine van der Prinzessin Heinrich von Preußen ins Leben gerufene Organisation, die sich von vornherein aus eine stattliche Anzahl künstlerisch geschulter Kräfte stützen konnte, in Wirksamkeit. Neben dem Lehrpersonal der Handwerkerschule und zahlreichen beruflich oder als Dilettanten tätigen Damen und Herren kam vor allem das Thaulow-Museum nrit seinen Sammlungen, Werkstätten und Handwerkern der guten Sache im weitesten Umfange zu Hilfe. Der Direktor dieser Sammlung. Professor Dr. G. Brandt, erstattet Mer diese Bestrebungen im neuesten Hefte des bei E. A. Seemann in Leipzig erscheinenden „Kunstgewerbeblattes" einen interessanten Bericht. Während in den anderen Abteilungen . ebenso wie im Offenbacher Lazarett der moderne Ge- sü'Mack die Richtung gab, hat man sich bei der Bearbeitung des Holzes auf die reichen Schätze des Thaulow-Museums an Vorbildern alter Volkskunst gestützt. Wenn inan den Verwundeten alte Arbeiteit aus dem Museum zeigte und sie zwanglos darauf führte, was daran und warum es als schön empfunden wurde, so wurde das in der Regel leicht erfaßt. Das sichere, angeborene Gefühl für das Material ge maße, für die aus der Technik sich von selbst ergebenden Schmuckformen zeigte sich vielfache vorhanden, sobald die Verwundeten nur erst einmal begriffen hatten, daß es sich um nichts Ungeheuerliches und Schwieriges, sondern um et- ivas ganz Einfaches handelte. Sie müssen unbefangen und ohne! Aengstlichkeit vor unerfüllbaren Anforderungen an ihre Arbeit gehen, dann finden sie auch die rnnece Sicherheit und damit den Boden, auf dem schon ihre Vorfahren zu ihrem natürlichen Stilgefühl kamen. Alte Näh- und Schreibladen, mit Kerbschnitt verzierte, zum Teil bunt bemalte Kästen, oft reich ausgestattete, als Brautgeschenke benutzte und deshalb besonders intime Mangelbretter gaben köstliche Vorlagen. Die den Aufsatz von Professor Brandt begleitenden Abbildungen geben Beispiele davon, daß den Verwundeten Arbeiten, wie Schmuckkästen, .Haudschuhkästen und Aehnliches nach alten Motiven in überaus glücklicher Weise gelungen sind. Als empfehlenswert zeigte sich in erster Linie der nicht mit Unrecht arg in Mißgunst geratene Kerbichnitt, der. wie die alte Volkskunst augenfällig lehrt, keineswegs immer zu dem Unfuge führen muß, dem er seinen üblen Ruf verdantt. Zur Er- Messbriefe aus dem westen. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Starke, vergebliche Angriffe an der Somme. GroßesHauptguartier, 22. August. Nachdem schon die vorgestrige Unruhe des Feindes neue Unternehmungen angekündigt hatte, folgten gestern an zahl- reichen stellen der Sommefront starke und zäh wiederholte Angriffe. Ter ^eind stürmte bei Ovillers zweimal, westlich vom Fonreauxwalde viermal im Lause des Nachmittags a n, abends wiederholte er die Stürme bei Ovillers undderMou- auet-Fcmne fünfmal, unternahm einen Gasaugriffsversuch bm Tiepval und einen Flammenwerfervorstoß beim Fonreauxwalde. Fast überall wurde er glatt abgewiesen. Wo er m unsere vorderen Gräben eindringen konnte, wurde er durch Gegenangriff bald wieder zurückgcschlageii. Durch Gegenangriff wurde er auch sofort aus dem Dorfe Guillemont hinausgeworfen, in welches er durch einen nächtlichen Angriff eingebrochen war, nachdem ihm ein erster Sturru- veriuch bei Tage mißlungen war. Mit dem Gasangriff bei Tiepval hatten die Engländer wenig Glück, da die abgeblasenen Gisrwolken unsere Stellungen nicht erreichten, sondern in eine von^den Engländern besetzte, dahinter gelegene, von ihnen als ^tutzvunkt benutzte Ferme strömten. Gleichzeitig mit den Engländern, aber mit ebenso wenig Ersolg griffen die Franzosen in etwa drei Kilometer Breite in den Abi- schnltten Estrees bis Soyecourt an.'Auch hier wurden sie meist sofort oder nach kurzem, erbittertem Kampfe zurück- geschlagen. W. S che u er m a n n , Kriegsberichterstatter. Höhung einer erfreulichen Wirkung kann die farbige Behandlung ver Kerbfchnitt arbeiten dienen. Jedenfalls sind die in vielen Fatten erzielten Erfolge >ehr ermunternd. Was zuerst und ur- fplrunglich nur als ein Notbehelf diente, um unseren verwundetem Kriegern über lange, unausgefüllte Stunden liinwegzuhelfen, das wird ihnen jetzt zur Freud?, bringt sie mit dem Geiste und dev) ^ntereisen ihrer Vorväter in lebendige, schöpferische Verbrnbung und erzieht ihren Geich mack zu einer Reife, die ihnen späterhin im neuen Leben vielfach zugute kommen wird. s ~, ~ Ta ^ Eiserne Kreuz als Schutzzeichen. Von der wird uns geschrieben: Verttäuint liegt die kleine fran zottiche Ttadt da, als gebe es kernen Krieg Auf den Straßen 1 pieten die Kinder harmlos und vergnügt, der Kohlenmann rust sein eintöniges „charbon". An den .Krieg erinnern nur die Feldgrauen, die aber von den Emwolmern I Ärgst nicht mehr als Feinde ange- - Vfreundliche Grüße werden ausgeraufcht, und man- ches Kind fpringt einem Soldaten, den es kennt, fröhlich entgegen, ttnd noch ems erinnert daran, daß man sich immer noch im wilden Ringen befindet: das dumpfe Donnern der Kanonen von der Front r-5^ rv» einfetzt und nach längerer oder kürzerer Dauer Plötzlich aufhört. An all das hoben sich die Franzosen langst gewohnt. Sie. gehen mtc auch sonst ihrer gewodnten Bescvästigung nach und lroften sich Mer manche llnbeguemlichknteii und Entbehrungen glerchmürig^nnt dem Ausruf: „c'est la guerre! . . " Da ltnrb die friedliche Stille des heißen Sommernachmiltages jäh unterbrochen durch ein allen nur zu bekanntes Geräusch: durch dos gurren von Propellern! Alles stürzt an die Fenster, aus die Tttaßen. ,vlreger kommeii! Die Gei'ichler der Leute nehmen einen verstörteii Ausdruck an, und die Blicke scheinen zu fragen: „Sind es Engländer oder Deuffche?" Der Franzose kemit ja die Engländer; er kennt dre - rücksichtslosen „Allirerteu", die — wie man daheim aus den Tagesberichten unserer- Obersten Heeresleitung weiß — nicht nur deutscl)e, sondern auch französische und belgische Städte ohne leden Smn uub Zweck häufig genug mit Fliegerboniben be- legen. Und mit mtlüym. Erfolge? Friedliche Franzosen und Belgier, Männer, Frauen und .Kinder müssen ihr Leben lassen oder werden zu Krüppeln. Friedliche Heimstätten werden zerstört, und Eigentum wird vernichtet. Das find die „Heldentaten" der Engländer. Daher auch die Angst der Franzosen, die bange Frage, wenn das Surren der ^Propeller hörbar wird: „Sind es Engländer oder Deutsche? . . ." Jetzt kann der Blick des Beobacktters einzelne Flugzeuge unterscheiden. Drei -- vier-kommen heran, da erscheint nockf ein fünfter Apparat! Ein ganzes Geschwader taucht aus den 'Wolken hervor und nähett sich dem Städt- chen. Die Kinder hören aus mit dem Spielen und flüchten in die Häuier, die Passanten verschwinden in den Hauseingängen, als ob sie dort sicherer waren. Auch 'der Kohlenmann halt sein kleines Gefährt an; er vergißt ganz seinen Ruf „charbon", der ihm letzt doch keine Käufer zumhreu würde . Das Geschwader macht plötzlich «me kleim Wendung. Wie Riesenvögel liegen die Flugzeuge auf Sonnenstrahlen. Die grauen Flächen schimmern goldig im dickte, und wie mit einem Schlage ist aucki die cnrgswvlle Stim- mung der Bevölkerung verschwunden. 'Denn man hm ans den Flügeln der Rreienvögel das Eiserne Kreuz erkannt: es sind deuk- Flieger! Es ist che deutsche Luftpolizei, che dort oben ihres AMtes waltet und nicht nur über die Feldgrauen wacht, sondern auch über die verfchnchterten Bewohner des feindlichen Landes Wie nn Mnatmen geht es durch das Städtchen. Die Passanten kommen wieder aus den Torgüngen hervor, die Kinder setzen ihr lärmendes e>chet wtt, und der Kohlenmann fährt gemächlich weiter. u, cbarbo — — n! Alle Angst ist verschwunden, denii m ? >ßr wacht der „feindliche" Deutsche und oefcvutzt die Kränzchen vor dem „verbündeten" Engländer. — K 0 m p 0 n ist en - Launen Wie berühmte Musiker s'ch Ia i^ stchrldert eine Bettachtung über absonderlich- K0m ponilten-Gew0hnHerten in der Risorma teattale: Cimarosa kMomrierte am lreblten nt Gesellschaft, memt das Sttmtnengarirr aner a^ten Unterhaltung an sein Ohr schlug. Eine seiner bekanntesten Amen entstand aus eineni Vergnügungsausstug in der Umgebung von Prag. Pachello konnte nur komponieren, wenn er be- T ^ ett Negern bedurfte Haydn einer ganz umständlichen Vorbereitung, ehe er an die Arbeit ging. Er ranertc ,ich wechselte die Wäsche und kleidete sich mit erster Sorgfalt am at^ wäre er zu irgendeinem^ oniziellen Empfang befahlen Erst dann fetzte er frch mr fernen Tchrcibtisch, auf dem das beste Vavst,- fern ^gestutzte Zedern lagen, und schrieb stunderrlang. ibne Unterbrechung, ohne die gerrngfte Korrektur, ch der schwer U-f>- L * l *? n Ä e : Notenfchrrft. die er selbst als Hahnen krähe be^ich- nete. Gluck og e^ aus der Enge des Arbeitszimmers ins hinaus. Er ließ ,rch gern fern Klavier auf eine Wiese stellen und komm-merte bn bedecktem Himmel oder bei Lonnensct'ein mit nLn, tier mabuteit. .Rossini komponierte überall und ;» stde! XaaX tnt, allem, oder m Gefellschaft, zu Hause oder am Wirlshauslyck- ^ «'nem Wmtermorgen ickmeb er ein „Duo" im Bett. Plötzlich wl Papier aus der Hand, und, da es im Bett so behaglich ^?var. gab er rich nicht erst die Mühe, es aufzuheben, sondern zog a, vo r, e m anderes Dum zu entweneu, das mit dem ersten kttrnrrlei Aehnlickkai! lialte. Tro Tftinalliakni. nrit tvr er arfeeitetr > 2 »« beltMeit«, SKetoWen den Lpiftnam«. die ..«L: .lme ein. as otutf, das *tier)t den „Tanercd" erttfeiten stllt' »ur&e ntmtltrft von der anspruchsvollen Lanaerin Malmntti nach am Adcnd vor,der ersten Ansfüdruna abqelednl Als Rossini er "ach Vau,e zurückkehrte, legte der stoch ihm die nnm-ia- strage.vor, oh es an der Zeit wäre, den Rech aufeufWe t, ft Sorgeruft jeber Mtttagsmahl-eit m der LnmvariA bildete ehe der Reit., tec nach Italienischer Zubereitung nur gani kur''» ? ukocheii^brau ckl c . rerrig war, hatte Rossini bereits die bc, ^nnte Arre „Dr tanti palvitr" entworfen.