Är. m ZivLtLes Blatt 166. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gießener .^amilienblLtter" werden dem »Anzeiger- viermal wöchentlich beigelegt, das „Krcisbicii s«r den Kreis Liehen- zweimal wöchentlich. Die ..c«,id»irtschasl!lchett Leit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. General-Anzeiger für Gderheffen Mittwoch, lS. August W« Rotationsdruck und Verlag der Brnhl'schea Nniversitäts - Brich- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schrittleitung,Geschäftsstelle u.Druckerei: Schul* straße?. Geschältsst-lle u.Perlag:^EK51, Schrift» leitung: eaill2. Adresse für Drahtnachrichten; Anzeiger Gießen. Ein Protest der Berliner Amerikaner. Berlin, 15. Aug. (WTB.) Trahtweldungen englischer Zerrungen aus Amerika zufolge haben die Berliner föorrcfjtortbentenj omJeBäSamfafjer Zeittmgen gemeinsam den amerikanischen Bttschafter Gera rd gebeten, den Wortlaut einersvon ihnen an ihre Zeitungen' gerichteten Protestkundgebung .gegen die Anhaltung und Veichtünmrelung ihrer .Presseberichte nach den Bereinigten Staaten durch den englischen Zensor der amerikanischen! Regierung zu ^ übermitteln, um zu erreichen, daß die englischcl Zensur wahrheitsgetreue Berichte der Korrespondenten aus Deutsch- land unverändert durchlasse. Der amerikanische Bvtsck-aster soll diese Bitte nach Washington weitergeleitet, jedoch seinerseits hinzu- gesügt haben, daß er den Protest nicht befürworte^ könne, solange) nicht die deutsche Zensur die Telegramme amerikanischer Korrespondenten ans Deutschland unzensiert durckchassen wird. Dazu wird uns aus Berlin geschrieben: Die in Berlin lebenden amerikanischen Journalisten und Korrespondenten haben sich bei ihrer Regierung in Washington darMer beschwert, das; Me wcrhrheitsgetreueit Berichte durch den englischen Zensor angehalten und verstümmelt werden. Etwas spät kommt dieser Protest, etwas sehr spät. Zwei Jahre lang ist Amerika über Deutschland unzureichend oder falsch unterrichtet worden. Vom ersten Tage des Krieges an hat die amerikanische Presse den überwältigenden Teil ihrer Kriegesnachrichten aus London und Paris und nur sehr tvenig aus Berlin Und Wien empfangen. Vorsichtig gerechnet kann man sagen, daß all die 16 000 amerikanischen Zeitungen fortgesetzt zehnmal so viel Material aus den uns feindlichen Ländern als aus Deutschland veröffentlicht haben. Die fehlende telegraphische und die mangelhafte Postverbindung haben uns vom neuen Kontinent so gut wie ab geschnitten. Als es mit der drahtlosen Uebermitüung etwas besser wurde, begannen die Engländer, die Funkentelegranrme von Nauen nach Sayville abzufangen und vollständig verändert nach New Port zu kabeln. Da die Na neuer Telegramme die amerikanische Zensur passieren müssen, nämlich in Sayville, haben die englischen „Freunde" der Amerikaner einen Vorsprung. Die verstümmelten und Veränderten Nachrichten prangen bereits in der Presse Onkel Sams, wenn die echten und richtigen Depeschen aus Deutschland endlich von Sayville frei ge geben werden. Und alles übrige, was aus Deutschland kommt, Bviefe und Kabel, haben die englische Zensor- station zu passieren. Man kann sich denken was da ungestärkt und Unbeschnitten noch hinüberkommt. Sv gut wie nichts. Immerhin hätte es der amerikanischer: Presse bei verständiger Bewertung der einlaufenden Berichte nicht schwer fallen können, in ihrer Berichterstattung objektiv und neutral Fn bleiben. Aber sie wollte gar nicht neutral sein. Da ihr die Voraussetzung, daß Deutschland der Ueber- nrachk seiner Gegner doch erliegen müsse, g^eben schien, hielt sie die Gelegenheit für gekommen, auch ihrerseits dem verhaßten „Dutchman" eins auszuwischen. Und so zog die amerikanische Presse gegen Deutschland zu Felde. Ms Waffe diente ihr Lüge und Verleumdung, unb Hilfstruppen liefen ihr aus allen Kreisen des arweriLmischen Volkes zu, die dem Deutschtum von jeher feindlich Und verständnislosgegenüber- standen. Geistliche wetterten von der Kanzel gegen den kulturseindlichen deutschen Militarismus". Politiker orakelten über „die deutsche Gefahr", däe die Greryen des Landes bedrohe, und der Deutschenhaß der unteren Klassen äußerte sich rrt den aiftgefttzwoUeuen SckMühbwiefen, die die „World", „Sun", ,FveningDelegvam", „Times" und e tutti qmiitti täglich abdruckten. Daß die in Deutschland lebenden Berichterstatter sich erst jetzt gegen dieses Treiben, so weit es ihre Tätigkeit betrifft, zur Wehr setzen, überrascht. Ganz besonders überrascht es auch, daß Mr. Gerard, der amerikanische Botschafter in Berlin, der die Bitte der Korrespondenten nach Washington übermittelte, angeblich das Verlangen nicht befürworten zu können erklärte, solange nicht die deutsche Zensur die T.legramme amerikanischer Korrespondenten aus Deutschland unzensiert durchlasse. Wir sagen: angeblich Denn bis jetzt liegt über die Angelegenheit lediglrch eine Haager Meldung des Wolffburequs aus englischen Zeitungen vor. Die Sache muß sich noch klären. Wer angenommen, Herr Gerard hat die Klausel beigesügt, was hat denn der deutsche Zensor mit dem englischen Post- und Dcpeschenraub zu tun? Deutschland muß als kriegführender Staat die Nach.Reutraten gehenden Berichte wegen der Gefahr der Ausplauderei militärischer Vorgänge zensieren. England tut mit den aus England gehenden Meldungen selbstverständlich dasselbe. Aber Amerika soll es sich gefallen lassen, daß die deutschen Meldungen vom englischen Hensor beschnitten werden? Dagegen wird doch protestiert. Hierin liegt dock) das Beschämende für die Vereinigten Staaten, die nun scheu seit zwei Jahren wie in vielen andern Dingen, so auch darin unter eng- sicher Vormundschaft stehen, daß sie vom Krieg in Europa nur erfahren dürfen, was England paßt. Deutschland läßt alle wahrheitsgemäßen Berichte, die nicht militärisch verfänglichen Inhalts sind, glatt und bereitwillig durch. Die selbstverständliche deutsche Zensur mit dem englischen Fälschertrerben auf eine Stufe zu stellen und gegeneinander auszuspielen, ja das würde in das Kapitel jener unverständlichen und immer noch geheirnnisvollen Haltung Amerikas Deutschland gegenüber gehören, von der wir ja sattsam genug zu spüren Gelegenheit hatten. Sind wir vereint zur guten Stunde. Nachdenkliches über ein altes Studentenlied. Ern vaterländischer Studentenäbend. Im Saal des Schützen — er genügt unter den jetzigen Berhältnissei: für eine Veranstaltung der ganzen Studentenschaft — sitzt die Jugend, die nicht oder noch nicht zur Fahne einberufen ist — die bunten Mützen haben sich in diesem Sonrmer wieder hervorgewagt — zwischen dem Zivil zahlreiche Feldgraue und manche der eifrigem: Hörerinnen, die inan heute in den Hörsälen findet. Der Rektor eröffnet die Versammlung in Vertretung des erkrankten Vorsitzenden des studentischen Ausschusses und ferne scharfe Stimme klingt gerade durch den Saal, als ich eintrete: „Mr singen das erste Allgemeine, Seite 94: Sind wir vereint zur guten Stunde". Ich finde schnell noch einen Platz ztvi- schen einem alten Herrn und einem Feldgrauen und schon ftnciu die Musik. Was Lst „Silentium für den ersten Vevs!!" ruft der Iiektor, und das steigt, und während die jungen Stimmen kräftig ertönen, wandern meine Gedan^n und vergleichen: in den Stimmungen und Bildern des Liedes das Einst und das Jetzt. Hundertundein Jahre find «S her, daß Ernst Moritz Arndt dieses Lied gedichtet hat Die Sprach der Freiheitskriege, die hohen sittlichen Ideale und die stolze Begeisterung einer großen Zeck klingen uns maästvoll aus feirven Strophen entgegen. Wie gaw. anders verstehen wir diese Swache und Empfindungen heute als! sonst in Friedenszeiten. Jede Zeue zwingt das Bild der großer Kämpfe unserer Zeck vor unsere S«2e, jeher Gedanke weckt das stärkste Mitschwingen aller Faftrn nnftwS HerzenA, die nun seck zwü Jahren Unter der gewaltigen Spannung gcwaltiaster Erlebnisse stehen. Ob wohl diese neue große Zeit «auch eitlen solchen poetischen Niederschlag ihrer Gedanken und Empfindungen hervorbringen wird, wie iene Zeit vor hundert Jah- ren? Noch hat kein neues Lied die alten.Lieder verdrängt. Seien wir dankbar für den Schatz an altem Gold, den wir besitzen njtb nur im Geiste umzuprägen brauchen. „Wem soll der erste Dank erschallen? Dem Gott, der groß und wunderbar, aus langer Schande Nacht uns allen im Flammengtanz erschienen war." Wie hat er auch dieses Mal „unserer Feinde Trotz zerblitzet und unsre Kraft uns schon erneut"! llnd nun die dritte Strophe: „Des Vaterlandes,Majestät! Verderben allen, die es höhnen, Glück dem, der mck ihm fällt und steht!" lind die Bilder all der Gefallenen, bet Jünglinge, die „um den hohen Tod geworben habe::" stehen vor der ergriffenen Seele. Aber nun stockt der Gedanke. .Können wir denn das Folgende auch noch singen? O du mein Deutschland, wäe such dein Sänger dich in seinem hochfliegenden Idealismus durch die Weltgeschichte schreiten? ,-Ls geh durch Tugenden bewundert, geliebt durch Redlichkeit und Recht, stolz von Jahrhuiü>ert zu Jahrhundert. an Kraft und Ehren ungeschwächt." — Geliebt durch Redlichkeit und Rechts? Ist das nicht der reine Hohn? Sind wir denn heute nicht das bestgehaßte Volk der Erde? Wer liebt uns denn? Wohin wir blicken, begegnen wir dein Haß. der aus dem Neid und der Furcht geboren ist. Selbst die, die nrck uns gehen, achten uns wohl, achten rrnö vielleicht gewaltig, aber lieben —?? Geben wir eS ruhig zu, wir haben uti£' in den letzten Jahrzehnten, seit wir ein eitrig Volk geworden sind, um die Liebe unserer ßiachbarn und Geschwister in der großen Völkerfamilie auch nicht sonderlich benrüht. Unsere Gaben und Kräfte Hab«: wir brauchen lernen und zu der irmecen Freiheck habet: wir uns die äußere Freiheit .unserer Selbstbestimmung aL Volk, die Ellbogensreiheit für die Stellung unseres Volkes in der Welt errungen. Mit solchem Tnn erwirbt man sich keine Liebe. Einen anderen Weg hat die Entwickelung des deuschen Volkes eingeschlagen, als ihn Acndt vor hundert Jahren träumte, nicht in das Reich der reinen Gedanken und der idealen Forderungen, sondern in die Ijarteit Kämpfe ü'irtschaftlicher Notwendigkeiten hbreü:. Aber wer nröchte zweifeln, daß der alte Feuergeist an diesem archerSarrigen Aufschwünge seines Volkes u:it der gleichet: Begeisterung seiner glüheiüen Vaterlandsliebe teilgenommen hchen würde? Wie steht er l-eute mitten in: Waffenklirren unserer Zeit mck seiner gewaltigen Rede: „Die Freiheit! Deutscher Männer Weide! Am hMsten solls geklungen sein !" Ist es nicht die gleiche Freiheck, um die auch heute der Kamps geht, der Kanrpf gegen fremde Anmaßung und Bedrückung? Ist es nicht die Freist. um die Arndt und seine Zeck- genoffan oekämpft. und die sie nicht erstritten hatten. — um die heute noch einmal gekämpft wird und wahrlich — das ist nnfet Wille und unsere Zuversicht — zum letzten Male gekämpft werden soll. llub nach dem Lobgesang der Freiheit das P-reislied der datt- schen Treue. Aber wieviel zornmütiger als ionst klingt uns heute diese Strophe in das Ohr! Das stolze Wort: „Fürwahr, es muß die Welt vergehen, vergeht das feste Männevvort" — ist es heute nicht auch der reine Hohn geivvrden? ?üchts als Lug wrd Trug umgibt unser Vaterland, ein Wall von Heuchelei und Verleumdung, und die Welt —? Sie ist nicht vergangen. Me Erde trägt aüf ihrem bvecken ftLhllvsen Rücken Gutes und SctKechtSs und brichE nicht zusammen, nicht unter dem einen und -nicht unter dem andere», und die Weltgeschichte geht hirrdurch, wie über Mut und Leichen, durch Wortbruch und Lüge und Gemeinheck. Furchtbar fMl mit biefein ©efrmfat der grausame Ernst dieser Zeit auf unsere Aber mit dir, du treuer starker Afrndt. singen wir: ,-Zs lebe aÜc deutsche Treue, es lebe deutscher Gimibe hockt', mch das Mld besseren Zeit steigt vor unseren A::gen eirrpor. Ach, ste liegt rwcht in weiter Ferne. Der Twchste Friede bringt sie uns noch rckchjt. Denn aus beni Saaten so blutigen Hasses können nicht die goldenen Früchte höchster Gesittung reisen. Aber sie kommt viÄeicht em- mal — vielleicht ;venn das dcacksche Reich schon längst wieder ver- gangen ist — dann Saaten sind sterblich, wie die Mensche», aber der Geist ip unsterblich; darum, wenn sie einmal fewtmt, wie wäre eg denkbar, daß nicht deutscher Geist ihr AtrHitz verklärte und deutsches Kttnfi, Wissenschaft und Leben. Ein li stiger Kleinkrieg int Dierreick. Daß im Kriege sehr oft List und Schläue rohe Gchvalt und Waffen ersetzen tnüssen, ist eine immer von neuem wiederholte Tatsache, und auch im Tier!eben wurde dieses DoAma von der Natur selbst aufgestellt. Ja, hier spielt die Kriegslist sogar eine besonders große Rolle, und oft komimt es zu den sonderbarsten Verwicklungen und raffinierten Zusammenhängen, wie sie von Menschenhirnen kaum auS- gedacht zu werden vermögen. Eine derartige listige Kriegsgeschichte spielt sich sehr häufig auf unseren yermischet: Wiesen ab, und wenn mrch die Beteiligten uns gemeinhin ziemlich unansehnlich scheinen, so ist doch das Abenteuer selbst dafür umso interessanter. Dieses merftmitbige Naturspiel, das auf die am feinsten gesponnene Kriegslist im Naturkampf hinauAäuft, beansprucht, wie Wilhelm Bölsche in einer naturwiffenschaftlichen Plauderei im nächsten Heft der bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart erscheinenden Zeckschrift „Ueber Land und Meer" höchst anschauttä, et^ählt, die Äöitwnckung dreier verschiedener Tierarten. Die Hauptperson ist eine kleine Sckftrecke mit durchsichtiger gelber Schale, bekannt unter dem Namen Bernsteinschnecke. Dieser Schnecke begegnet «S häufig, daß sie in dem von ihr zum Verspeisen aujsersehenen Salat unerwarteterweise ein Er findet, das sie arglos' mit dem wohlschmeckenden Grün verschluckt. Dich« Eier aber, die listig in den Leib der Schnecke geschmuggelt werden, enthalten winzige Saugwürmer vom Ge- schlecht der Doppelsaugiräpser (Distomum). Der ungebeteire Gast kriecht erst im Schneckenleib aus dem Ei, geht in der Schnecken- b^hausung auf Wanderungen und vernckhrt sich in der Schnecke auf erftmntlüfre Weise, nachdem er sich selbst puppetrartig in eine Hau- kapstl gehüllt hat. Diese Kapsel zeigt nach kurzem Äbliegen neues Leberr, und bald ist ein ganzes Geschlecht fröhlicher Jungwürmer im Schneckenleib vorhanden, die sich alle ebenfalls in wurstartigen Hautkapseln befirrden. Die lleinen Gäste Machen es sich in bem Schneckenleib immer beguemer und dringen schließlich sogar in die langen Fühlhörner der Schnecke ein, mit denen turn eine sehr sichtbare Verwandllrna vovgeht. Die sonst feinen und weichet: Fühler tvachsen sich nämlich durch ihren Inhalt zu dicken, prall ans der Schnecke hevausragenden Kolben aus. Damit aber auch die Schönheit nicht zu kurz kommt, erhalten die Hautkapseln eine durch die äläsartig dnrchsickchigen Schneckmfühler schimmernde gelbe und ftrüne Färbung von weithin leuchterrder Pracht. Meser Anblick aber lockt mtn ein drittes Tier an, nämlich einen Vogel, etwa ein Rotkehlckien oder eine Bachstelze. Ter Vogel, der sich auf der Jagd nach fetten Raupen oder Maden befindet, glaubt in den beiden verwandelt«: 'Fühll)ört:ern der Schnecke das Gewünschte erblickt zu haben: ein Griff mit dem Schnabel * - die Fühler sind santt ihrem Jn.halt gepackt, abgerissen und verschlttckt. Die Schnecke selbst aber z:M sich nach dieser schonungslosen Amptltation eiligst in ihr Bern- steirchaus zuri'ick, und die Bachstelze wippt sröWch davon, ohne zu jcchnen daß d:e kleinen Würnlpiraten mm in ihrem Wrper ein fröhliches Dasein fortzusetzen gedenken. Sie itäfct: sich nämlich mcht im oder m Haut kapseln ein, kriechen vielmehr int Visa gen des Vogels aus ihren Hüllen heraus und vern:ehren sich, töorauf die narett E:er enten tmtürlichen Wiefg aus den: Wryer des Vogels Nnden, um fchfieUich abermals aus der Wiese zu liegen, wo sie neuerdings von einer Schnecke verzehrt tuerbeu können Das Gr- freiUrchste an dieser so komplizierten und faliw». fichrung aber tft thre Harmlosigkeit, da. wie man sieht, keiner der Beteiligten dabei zu Schaden kotnmt. Der Bachstelze geht es wohl, die Saugwürmer ^V^upbig u«d vermehren sich, und der ampittierten Schnecke sind me FuUer langst wieder nachgewackhe». Wie allerdings eine Haager Konvention rm Tierreich sich zu dieser Frage stellen müßte, erscheint aks zweifelhaft. Denn in dem vorliegeiüen Falle handelte es tÄ? mancherlei verbotene Dinge, wie Schmuggel, Verkleidungen, kall che Bemallurg, Aenderung ohne vorherige Warnung und tvas der unerlaubten KrregSmittel mehr sind. „Dicht- und Denkmaschine" oder: der ^^^'?Eareautvmat. Ein neues GesMeckst vvn Dichtern Und Deukern wird gegenwärtig rückständige Volk der Dichter und Denker, toe Deutschen trtit dem Köpfe!zU leisten pflegt, mit der Hand erledigen: sic drehen emfach die Kurbel ihrer „DiM- und Detck- Maschme'. Ganz so einsack> ist die Sache freilch nicht, allein es ist Tatpuhe, so unhandlich es klingt, daß an der tvohlbekannten aincr:- kcmtschen 5)arvard-Un ive csität bie „Dicht- mtb Denktimschine" beim U :e d:ese merkwürdige Dicht- und Tenkmaschine nut: gebmtt ist und wte sie arbeitet, verrät ein amerikanisches Fackchlatt, ^Export Anrerican Industries", das in New York erscheint. Äußerlich betrachtet, stellt diese Maschine einen Holzkasten dar. der Eck ocr Vorderseite 6 Sck-litze aufwüst, in denen verschiedene Texte erscheinen, wenn man die 6 zugehörigen Kurbeln dreht, hinter lemm Schlitze ist auf einer Papierrolle eine lan.ge Liste von verschiedenen Satzteilen ausgedruckt. Man sieht, die Maschine bat eine gewisse Verwandtschaft infit einem etwas kindlickMi. aber demwch! E'tchmal recht erheiterndem Gesellschaftsspiele, das darin besteht, daß jeder Mitspieler ein Unbeschriebenes Blatt Papier utrd einen Bleistift erhält: datm schreibt er den Bechtm einer Geichtchte oben auf die Seite, knifft das Blatt so, daß dos (Me* schriebene nicht zu sehen ist, nnd gibt es sectrenn Nackcharn, der das Verfahren fortsetzt: so entsteht, toie sich nachher bcünr VorlescNt heraus stellt, oft der haarsträubendste Unsmn. Bei d-w Blauchordsthen Dicht- imd Tenknmschme soll nun frellüt) keru lttrsmu, sondern ein brauchbares Stück iMrauskonimeii, und das tvird dadurch ermöglicht, daß der Dichter oder Denker, der die Kurbeln dreht, sein G-ehrrn cm wenig Mitarbeiten läßt. Tatsächfich soll die Maschine auch nur das Gerippe einer Fabel für btö Stück liefern, und für btefe benötigt der amerikanische Erfinder nur kurzer sechs Wörter. Er beginnt nrit Kurbel eins, liest, was vor denn Scblftte erscheint, Und wenn etwa das Wort „schön" auftaucht, geht er zu Kurbel ztve: tiver, Um so lange zu drehen, bis etwas erscheint, was irgend rc,tc zu schön paßt, also z. B das Wort „Wittm". So geht es weiter, und schließlich I>at er die harmlose tel-egrammartig^' kurze Fabel m sechs Worten vor ,rch: „Schöne - Wwrr -- heiratet — Präsident — Jnspchftvon — Wahl." Hot iemals ei» Räensch tu sechs Worten eine gehaltvollere Fabel für ein Büh»«n- oder Filmwerk znsamnnmgedrängt? Der Bau dieser „Fabelgerftchlk'^ ist immer der gleiche: Eigenschaftswort, Din g w o r t . Zeftwvr^ Eigerffchaftswort, Eigenschaftswort oder Dnrgwort, Zettwvrt oder Dingwort, Dingwort oder Zeitwert", dem Bau der amerikcmffch» Sprache entsprechend. Das a>.leianerkwütt>igste an dieser nQreßsr Schöpfung amerikanffchen Erfindergeistes ist, daß rm ganzen nta 1200 verschiedene Wörter zum Maschrnendichten mm Tbeata> stücken nötig sind! Shakespeare vertvendet vielleicht 30000 pev- schie-dene Wörter in seinen Dramen, die genau drei zählen: die amerikanischeil Studenten dagegen lernen mit ätsestt Schatze von 1200 Wörtern die Dramen „scheffelweise" erzeugen —> kein Zweifel, daß sie dam alten Shakespeare turmhoch überleg»« sind. — Ka pitän König und die Amerikaner. MS doK erste Erstaunen der Amttrikaner über die Ankunft des Handels. Unterseebootes „Deutschland" in Baltimore sich ein wenig gelegt liatte, getvam: sofort der sprichwörtlich gewordene amerikanische Ge- ichästsgetlt wieder die Oberhand, und es kam zu den seltsanrsteu An- gelottn, du dem über Nacht in fci Beveirngten Staaten zur Be- rühnttheit geloordener: Kapitän König die verführerischsten Summen m Aussicht stellten. Wenn aus deu Geschäften, die die Amerikaner mit Kapitän .König mack>en wollten, nichts getoorden ist, so lieg: dies sicherlich nicht an dem UntLriiehmuugSgeist der Yankees, die nVrgei>* lick) alles versuchten, um aus der Berühmtl-eit des UnterseebootSsüh- rers und der damit verbundenen Sensatioii Geld herauszuschlagcn cso hot nach den Berichten euglischer Blätter der Verlag ein er'der gröpten New 'Yorker Zeittrngen dem Kapitätt der „Deutschland" mcht weniger als 50 000 Mk.. ivenii er einem Vertreter de^r Mattes tnc Teilnahme an der Rückreise gestatten wolle. Nock, toeiter ging nn Vanete-Jmpresario aus Rsw York, der deti Kapitän König flehentlich bat. die Zeit seines Aufenthaltes in Amerika zu Gastspielen auf den größten amerikanische VarietLbühneu zu verwenden. Er verlange nur ein fünf Minuten langes^ Auftreten und ritte ebenso kurze Rede, wofür cr jedesmal 3000 Mk. zahlen wolle Da aber auch dieses ?lngebot, wie alle übrigen Versuche, keinen Eifickg hatte, gab ntati endlich diese Hofsnungeii aiff, so daß Kapitän König weingstens die letzten Tage vor seiner ^lbreise in einigerntaßer tmgestorter Ruhe verbnngetl konitte. a . T ^^^^^//wstausfübrung in Leipzig. Aus Lctpzrg wird uns geschrteberl: Das Lustspiel „G e n e r a l pa r d o n" von Robert Over weg fand bei seiner Erstauffiibrung im < ^ 0 ? rt 11 ™ tiberauvs beifällige Ausnahme. Ein tvirk- sames Ncotiv. der Konflikt eines mitgiftlnsteriren Stcuerbeainteii, c? pl^h atem Wege Kvmttnis von den Steuerhinterziebuilgan fetnes ^>chwie(pwVaters in -spe gewotitieu hat, tvurde von Overwoq ZU ergutalichen, :n ihrer Sattrik tu Aden Lustspiel szenet: ausgespon- JL C ?T- ^ue ehetvimge Talmiaristokrntin schafft hockfftapelnd uxüttre Sttuattvtitzvertmcklun.iett. Jnztvischet: dal der wackere Steuer- Inspektor Mi »nchlick auf die drohende Mitgift einen voreiligen Alt- scktrcd eingereicht. Aber die Güte des Dichters läßt, nachdem der EIwemitMiu ettt Weilchen in verdienten ?lengsten gezappelt hat noch alles gut werden Das Stt'tck enthält zwei 'sehr dankbare ' heaterrollen. Als ^teuennspettor glänzte der gastterende A n t o n rancke, und einen lteltenÄvürdlgen L)teuevgauner gab Hang C 1 D € 1 ti ^ I v u, MÄrMeriSgET aws ihren tat Augen strahlte. Dieser Glaube, den wir mit unserem Arndt rat tiefsten Herzen tragen, ist das Glück dieser Stunde, ist ,^xrs HieÄ, das uns kein Teufel raubt", imb wenn der TeufÄ selbst ein Engländer wäre. Ä Smollis den Sängern!" ruft der Rektor und „Jiduzft!" erschaM cS von allen Scttrn. ft. A«» Stadt und Land. Gießen, 16. August 1916. ** Sechs wichtige Regeln für die heiße Zeit. 1. Das Zimmer kühl halten? Fleißig lüften! Fußboden feucht halten! 2ki Tag Vorhänge (und Läden) zu! Bei Nacht Fenster offen! Das Kind muß das kühlste Plätzchen haben. Ein ülier das Bett ausgebreiteter leichter Schleier verhütet, daß Fliegen .Kranke heilen auf 'das .Kind übertragen und daß es Schnaken stechen. 2. Dps Kind kühl halten! Leichte Kleidung und leichtes Bettzeug auch NN Freien)! 9drr keine Federbetten.! Bei großer Hitze kann das Kind auch nackt liegen. Täglich, wenn irgend möglich, lau-i warm baden oder wenigstens lauwarnr abwaschen. 3. Brustkinder Widerstehen der Hitze am besten. Unter keinen Umständen darf jetzt abgestillt werden. 4. Größte Vorsicht in der Ernährung! Ja nicht überfüttern! Gegen den Durst gebe man nach Bedarf löffelweise dünnen, lauwarnten Tee (Fencheltve). 5. Kuh- oder Ziegenmilch muß frisch sein, beim Bezug sofort 3—5 Mfmuten gekocht und gleich wieder gut gekühlt loerden. Die dldilch muß nnnrer kalt stehen! (Mhltopf oder Kühlkiste.) 6. Jedes mit der Flasche ernährte Kind muß ärztlich überwacht werden! In den Beratungsstellen für Vhutter- und Säuglingssürsorge erhält jede Mutter und Pflege- nfiuttcr uicentgeltlich ärztlichen Rat und Auskunft. Blei der ge- ringsterl Gesundheitsstöruitg muß das Kind so rasch als möglich zum Arzt. ** Paket ver kehr nach dem Balkan. Falls Pakete nach den Balkanländern mit einer Durchmhrbewilli gung des K. it. K. FinatrzministeriumS in Wien versandt werden, muß auf den Paketkarten vermerkt sein, daß eine Duochfuhrbew'illigung zu der Sendung gehört. Das ist besonders auch dann zu beachten, wenn für mehrere Pakete eine gemeinsame Tiiirchfuhrbewilligung gilt, die Pakete aber nicht zu gleiü-er Zeit, sondern in verschiedenen^ Teilposten curfgelrefert werden. Tie Durchfuhrbewilligung ist in solchen Fällen stets mit der ersten Teilsendung der Pvstanslalt vorzulegen. ** Betreffend Veräußerung s-, Verarbeitung s- iund Bewegungsverbot für Web-, Trikot-, Wirk- und Strickgarne vom 31. Dezember 1915 ist am 15. August 1*916 eine kurze Nachtrogsbekanntmachung cr- ichtienen. Durch diesen Nach.trag erhält § 4 der genannten Bekanntmachung eine neue Fassung. Die wesentliche Blenderung besteht darin, haß den Warenhäusern weitere 30% und sonstigen offenen Ladengeschäften weitere 20 % ihrer Borräte an Strickgarnen nach dem Stand vom 31. Dezember 1915 zum Kleinverkauf und zum Verkauf an Hausgewerbe betriebe freigegeben werden. Jedes Warenhaus und jedes! offene Ladengeschäft ist aber berechtigt, ei n schlie ß l ich der seit dem 31. Dezenrber 1915 bereits veräußerten Strickgarne mindestens 2 5 Kilogramm aus eigenen Vorräten zu verkaufe, auch wenn diese 25 Kilogramm mehr ausmachen, als die angegebenen Prozentsätze. Die Bedingungen, daß die zum Verkauf freigegebenen Mengen tatsächlich zum Kleinverkauf oder zun: Verkauf an Handgrwerbe betriebe seil-gehalten werden und der Verkaufspreis nicht höher bemessen werden darf, als der zuletzt vm dem 31. Dezerriber 1915 erzielte Verkaufspreis, sind unverändert geblieben. Weitere Freigaben von Strickgarnen bei Warenhäusern und sonstigen offenen Ladengeschäften sind für einen spateren noch zu bestimmenden Zeitpunkt in Aussicht genommen. EftHelanträge auf Freigabe sind zu unterlassen, weil sie nicht berücksichtigt werden können Die Nachtragsbekanntmachung betrifft lediglich Strickgarne, welche unter Verwendung vonSchaf- wvlle, Kamelwolle, Mohair, Alpaccaoder Kaschmir, ohne oder mit einem Zusatz von Kun st wolle, hergestellt sind. Strickgarne aus baumwollenen Spinnstoffen werden durch die Nachtragsbetänntmachung nickü betroffen^ für diese gelten die Anordnungen der Bekanntmachung W. II. 1700/2. 16. K. R. A. vom 1. 4. 1916. Der Wortlaut der Nachtragsbekauni-' machung ist im heutigen Kreisblatt abgedruckt und am Bürger - meislereigebäude angeschlagen. Landkreis Gießen. *• 2l l t e n - B n s e ck . 16. Aug. Flurschütz Unteroffizier L. Wagner beim Stabe des Res.-Jnf.-Rgts. Nr. 80 wurde mit dem Eiserneu Kreuz ausgezeichnet. A u s d e in Kreise Gießen, 16. Aug. Der Grobherzog hat dem Bürgermeister und Landtagsabgeordueten Johs. L e u n in Großen-Linden das Allgenteine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für Kriegsverdienste" verliehen. Beuern, 16. Aug. Tie Volksspende für die deutschen Zivil- und Kriegsgefangenen hat hier 281,00 Mark ergeben. — Tie verflossenen zwei Kriegsjahre haben in unserem Orte große Opfer an Jünglingen unb Männern gefordert. Ihren Tod fanden auf deu verschiedenen Kriegsschauplätzen 2 9. Als vermißt gelten 8 Soldaten. In Gefangenschaft befinden sich 7; 5 in russischer und-3 in fraitzösischer Gefangenschaft. Hart betroffen w'urde der Direktor des Konsumvereins II, Heinr. Phil. Spar, der den Tod seiner drei Söhne zu beklagen hat. Up. B e l l e r s h e i nt, 16. Aug. Leutnant und Kompagnieführer Adolf Ai a 1 h e s , der schon im Besitz des Eisernett Kreuzes 2. Klasse und der Hessischett Tapserkeitsmedaille war, wurde kürzlich mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. ga. & a x b a cf), 16, Aug. Fahrer Karl F r i tz e l im 2. Musketen- Bataillou, 2. Kontp., tvurde im Juli mit der Hessischen Tapferteil s m e d a i l l e ausgezeichtret. = Hungen, 16. Aug. Am Dienstag abeird ereignete sich, lster ein schwerer Unglücksfall. Das'7jährige Söhnchen des Eisen - bahnangestellten August Walz brachte seinem.Vater das Wend- cssen nach dem Aufenthaltsraum im früheren Stellwerk. Während nun der Vater noch nrit Rangieren beschäftigt war, wollte dev Knabe an einem Spiritusbrenner nach,füllen, bevor die Flamme erloschen war. Dabei explodierte die Kanne und die brennendes Flüssigkeit entzündete diej Kleider des Kindes, das dann in Flantmen über das Gleis lies. Bis den her bei geeilten Eisenbahnangestellten: das Löschten gellmgen war, hatte das Kind große Brandwundenj erlitten. Es würde ins Krankenhaus gebracht, wo es der Tod tags darauf von seinen Schmerzen erlöste. wia. Odenhausen, 16. Aug. Der zweite Sohn des Kaufmanns Nachtigall von hier, welcher seit Juli 1915 in Serbien! gekämpft, wird seit 3. Juli d. I. als vermißt gemeldet, er stand zuletzt in Galizien. Den Eltern ging nun dieser Tage die Nachricht vom Roten Kreuz zu, daß sich ihr Sohn auf dem Wege in! stussffche Gefangenschaft befunden habe, er selbst hat nicht geschrieben, sondern eine Schwester vom Roten Kreuz aus Kiew. Der älteste Bruder ruht in serbischer Erde. ** Wieseck, 16. Aug. Hauptlehrer Weyl erhielt vom Großherzog das Kriegs-Ehrenzeichen. — Tie Ernte ist eben in vollem Gange. Der Roggen liefert zwar nicht den Ertrag, den man erwartete, aber im allgemeinen kann man doch zufrieden sein. Haser und Gerste bringen beträchtlich itiehr als im Vorjahre. Die Aussichten für die Kartoffelernte sind sehr gut. Bleibt das Wetter einigermaßen günstig, dann wird uns der reiche Ernlesegen vor Not bewahren. Kreis Büdingen. ■= Echzell, 16. Aug- Gefreier Wilhelm P räsi ed, vom Feld.-Art.-Regt. Nr. 61, 1. Abteilung, laichte Munitionskolonne wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl ausgezeichnet. — Zw et weitere Opfer hat unser Torf zu beklagen. In den letzten Kämpfen fielen die beiden' Garde-Füsiliere im Lehr-Jnf.-Regt. Heinrich 'Soll und Wilhelm Mogk von hier. Beide sind Familienväter und hinterlassen eine größere Anzahl Kinder. — Geiß-Nidda, 16. .Aug. Die Sammlung zugunsten der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen ergab den Betrag von 205 Mark. z. Lißberg, 16. Aiug. Schon wieder forderte der Krieg ein Opfer aus unserer Gemeinde. Ten Heldentod fürs Vaterland starb der Landwehrmann Heinrich Vogel in einer Reseroestelllmg des! Westens dppch den Luftdruck einer schweren Granate. Er hutte»- läßt eine Witwe Mit 5 Kindern. Die kirchliche GedächttrrsffeiiM findet am nächsten Sonntag statt. Aus unserer kleinen, 300 Seelen zählenden Gemeinde sind nun schon 5 Gemeindeglieder auf dem Felde der Ehre gefallen, ein kkrieger ist in,Gefangenschaft, eineg wird seit August 1914 vermißt. — Die Aufstellung unserer neuen Orgel erfuhr leider durch, den Krieg eine Verzögerung, soll jedoch bestimmt noch im Monat 'September erfolgen. ■4 Ortenberg, 16. Äug. Rechtsanwalt Holzapfel, Vizeseldwebel und Offiziersaspirant bei einer schweren Mörserbatterie im Westen, und Kausinann Friedrich, Lenz jun., zurzeit stellvertretender Kompagniefeldwebel bei einem Ins.-Regt, rm Westen, erhielten die Hessische Tapferkeitsmedaille. Kreis Alsfeld. Groß-Felda. 16. Aug. Joharmes Stumpf, der bei Landwirt Johannes Demuth in Diensten steht, fuhr mit einem Wagen voll Gras' einen stark fallenden Berg herunter. In der Mtte des Berges ungefähr fiel das linke Vorderrad aus dem Wagen und in diesem Augenblick siel Stumpf infolge des Ruckes vorn vom Waaen, die Zügel um die Hand gewickelt und festhaltend. Der Verunglückte wurde zwischen Vorderrad und Sillscheit hängend, eine geraume Strecke geschleift, wodurch er am Kopfe erhebliche Verletzungen davontrug. Glücklicherweise liefen die zwei jungen Pferde, die nach und nach ihr Tempo infolge des Geräusches ver schleifenden Achse verschnellert hatten, von der Chaussee nach links ab ans einen freien Platz, auf dem sie sich! drehten und dann zum Stehen kamen. Herbeieilende befreiten den Verunglückten aus seiner schrecklichen Lage und brachten ihn in bewußtlosem Zustande trach Hause, wo er in der übernächsten Nacht, ohne das Belvußtsein tvie- der erlangt zu haben, seinen Verletzungen erlegen ist. Da der so jüb Tahingeschiedene ein äußerst treuer, fleißiger und strebsamer Mensch war, so nimmt man in dem ganzen Dorfe an seinen: Schicksale den regsten Anteil. Er hmterläßt eine junge Frau mit einem Kinde. — Unser 989 Einwohner zählendes Torf, das bis vor kurzem 8 Tote und 2 Vennißte zu bellagen hatte, ist jetzt leider wieder um ein Opfer' des .Krieges! reicher geworden. Im Alter von 20 Jahren starb der Rekrut Otto Habermehl den Heldentod. Er war der jüngste von drei Brüdern, die im Felde stehen. Briefkasten der Redaktion» 1«uo»hme Anfrage« bleibe» unberücksichtigte Fliegerschule. Die Meldung zum Fliegerdienst hat bei dem zuständigen Bezirkskommando zu erfolgen, das atlch über die Bedingungen Anskutlft erteilt. Ein Feldgrauer. Da mir uns mit anonymen Schreiben nicht belassen können, bitten wir um Angabe Ihres Namens und Ihrer Adresse. Müller'sche Badeanstalt. Wasser war me der Lahn am 16. August: 17° R.