Ul. 203 Der tokfrtitv 9sgclttc crschcrnt tä^kch, auktv Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich Eiehener§«nilienblatter; zweimal wöchentt.Nreir- blatt sürden Ureis Kietzen zu gleicher Zeit eine Ungerechtigkeit girtmachte, die zu seinem! .Schaben auf dem Berliner Kongreß begangen wurde. Aber in der .Berftstgung dieses Zieles erlebte Rumänien die Enttäuschung, feststellen zu müssen, daß es von seiten des Wiener Kabinetts nichtper Haltung begegnete, die es mit Recht erwarten konnte. Als der gegenwärtige Krieg ausbrach, lehnte RuMäniei. ebenso wie Italien.ab, sich der Kriegserklärung! Oesterreich-Ungarns Mtziuschließen, von der es vorher von dem! Wiener Kabinett nicht benachrichttgt ivurde. IM Frühjahr 1915 irat Italien in den Krieg Mit Oesterreich-Ungarn, der Dreibund bestand nicht mehr. Die Gründe, welche den Anschluß Rumäniens an dieses politische System bestimmt hatten, verschwanden in demselben Augenblick. An Stelle einer Gruppe vccm.Staaten, die sich durch gememsaine Anstrengungen an der Sicherung des Friedens und der Erhaltung der tatsächlichen und rechtlicher Lage, wie sie durch die Verträge geschaffen ivar, zu arbeiten versuchter, befand man fick) Mächten gegenüber, die mrr in der üestiMnrtan Absicht Krieg führten, die! früheren Verhältnisse, die als Grundlage ihres Bündnisvertrages dienten, von Grund aus zu ändern. Diese tiefen Aenderungäu )ntavcn für Rum änien der klare Bctveis, daß das Ziel, welches es verfolgen wollte, als es sich dem Dreibuird anschloß, nicht mehr erreicht werden konnte, und daß es seine Absichten und Anstrengungen in nenc Wege lenken mußte. Dies um so mehr, als das von Oesterreich-Ungarn unteruv iimene Werk euren die wesentlicher Interessen Rrunäniens ebenso wie seine legitimsten nationalen Wünschen bedrohenden Charakter mrirahm. Angesichts einer so radikalen Aenderung der zwischen der österreichisch-ungarischen Monarchie und Rumänien gelchaffenen Lage gewawr letzteres seine Handlungsfreiheit wieder. Die Neutralität, welche sich die Königliche Regierung! nach der Kriegserklärung auferlegt Ixrtte und die außerhalb ihres Willens und entgegen ihren Jitteressen erlassen worden war, war in erster Linie ftrfvlge der zu Anfang von der Kaiserlichen und Königlichen Regierung gegebenen Zusicherungen angenommen worden, daß die Monarchie bei der Kriegserklärung au Serbien nicht von Eroberungsdrang beseelt war und daß sie in keiner Hinsicht auf Landerwerb ausgehe. Diese Zusicherungen l>aben sich nicht ocr- ustrklickst. Heute stehen ivir vor einer tatsächlichen Lage, auS der große territoriale und politische Umänderungen hervor gehen können, die derart sind, daß sie eine schwere Bedrohung der Sicherheit «und Zukunft Rumäniens bildern Das Friedenslverk, welches Rumänien, treu dem Geiste des Dreibundes, zu schasftu versuchte, tpurde so von denjenigen selbst unfruchtbar gemacht, die dazu! berufen waren, es zu stützen nnd zu verteidigen. Als Rumänien sich im Jahre 1883 der Gruppe der Mittelmächte anschloß, sah es, weit entfernt, die Bairde des Blutes zu vergessen, welche die Bevölkerung des Königsreichs nrit den rumänischen Untertanen der^ ofterreichiscks-un garischm Monarchie verband, in den zwischen drei großen Mächten geschaffenen Beziehungen der Freundschaft und des Buirdnisses ein wertvolles Pfand seiner inneren Ruhe wie auch eine Verbesserung des Schicksals der Rumänen Oesterreich-Ungarns. In der Tqt konnten Deulsch- l a n d un d Ita l i en, die ihre Staaten auf der Grundlage des Nationalstätenprinzips wieder ausgebaut haben, nicht eine andere Gesetzmäßigkett und Grundlage anerkennen, als worauf ihr eigenes Dasein beruhte. Was Oesterreich-Ungarn betrifft, so farrd es nr den freundschaftlichen Beziehungen, lvelche sich zwischen chm und dem Königreich Rumänien entwickelten, Sicher- hellen für ferne Ruhe, sowohl im Innern wie an unseren gemeinsamen Grenzen, denn es wußte sehr wohl, in welchem Grade die Unzufriedenheit der dortigen rumänischen Bevölkerung bei uns tviderhällte, rndem sie jeden Augenblick die guten Beziehungen zwischen den beiden Staaten zu stören dvvhten. Die Hoffnung, die wir unter diesem Gesichtspunkt auf unsere Zugehörigkeit zum Drerbunde gesetzt haben, wurde mehr als dreißig Jahre lang getäuscht. Die Rumänen^ der Atonarchie sahen nicht nur niemals Reformen einführen, die ihnen eine auch nur scheinbare Genugtuung hätten geben können, sondern sie wnrden im Gegenteil wie eine minderwertige, Rasse behandelt, dazu verdammt, die Unterdrückung durch ein fvemdes Element zu erleiden, das uur eine Minderheit inmitten der verschiedenen Nationalitäten bildet, aus welchen die psterreichisch-ungarischen Staaten bestehen. All die Ungerechtigkeiten, die man so unsere Brüder erleiden ließ, hielten zwischen unserem Lande und der Monarchie einen fortwährendeil Zustand der Animosität auftecht, den die Regierungen des Königreiches schließlich nur um den Preis zahlreicher Schwierigkeiten und zahlreicher Opfer besänftigen konnten. Als der jetzige Krieg ausbrach, konnte man hoffen, daß die österreichisch-ungarisckie Regierung wenigstens in letzter Stunde sich von der dringenden 9d)twendigkeit überzeugen lasse, diese lln- gerechtigkeit anfzngeben, die nicht nnc untere freundschaftlichen Beziehungen, sondern die normalen Beziehungen, die-zwischen benachbarten Staaten bestehen sollten, in Gefahr brachte. Die zwei Kriegsjahre, während deren Rumänien seine Neutralität auftecht erhielt, haben bewiesen, daß Oesterreich-Ungarn jeder inneren Reform abgeneigt ist, die das Leben der von ihnt regierten Böller besser! gestalten könnte, und sich ebenso bereit zeigte, sie zu opfern, wie ohnmächtig, sie gegen .äußere Angriffe zu verteidigen. In dem Kriege, an dem fast das ganze Europa beteiligt ist, handelt es sich um die wichtigtten^Fragen, die die nationale Entwicklung und sogar die Existenz der Staaten berühren. Rumänien, in dem Wunsche, cazu beizutragen, daß das Ende des Konflikts beschleunigt roerdc, und unter dem Zwange der d^otwendigkeit, seine Rasseninteressen zu wahren, sieht sich gezwungen, an die Seite derer zu treten, die ihm die Verwirklich int g seiner nationalen E i n i a u n g sichern können. Aus diesen Gründen betrachtet es sich von diesenr Augenblick an als im Kriegszustand mit Oesterreich-Ungarn befindlich. Der Kaiser hat Generakfeldrnarschall Hindenburg zum Chef de^ Generalstabes ernannt. Diese Ernennung war die rechte Tat zur rechten Stunde Heltte, wo die beiderseitigen Kräfte bis zum äußer>ren gespannt sind, tritt der Mann an die Spitze unseres Feldheeres, zu dem der Kaiser selbst nn- längst sagte: Sie sind zu unsernr V o l k sh e r o s' geworden, jener Manri. dessen oft erprobter eiserner Wille das stohze Wort verkündete: Nicht nur durchhalten, nein durch- siegen. Die Ernennung Hindenburgs zum Gencralstabs- chef und seines treuen und genialen Gehilfen, des Generals L u d e n d o r f, zum Quartiermeister wird im ganzen Volke mit großer Freude und mit dem Vertrauen begrüßt werden, das mit dem Namen Hindenburg Nnlösbar verknüpft ist. Ueberraschend komnrt uns ja auch diese Nachricht, zumal da erst vor kurzer Zeit bei der Neuordnung der Kommando- Verhältnisse bei dem Ansturm der Russen im Osten Hindenburg zum Oberbefehlshaber im Osten ernannt worden war. Die inzwischen eingetretenen Verhältnisse ließen es aber erforderlich erscheinen, daß die Einheitlichkeit in der Führung der deutschen und der verbüirdeten Heere noch weiter vervollkommnet würden. Hinderrburg und Luderrdors verkörpern diese Einheit in der hervorragendsten Form, und wir können unserer Freude tont so ungetrübter Ausdruck verleihen, als der verdienstvolle bisherige Chef des Generalstabes von Falkenhayn, der sicher eine seinen hervorragenden Fähigkeiten entsprechende Verwendung finben wird, laut der „Tagt. Rundschau" die Ernennung Hindenburgs selbst vorgeschlagen hat. Die Reise des Reichskanzlers ins große Hauptquartier wird mit dem neuen Ausstieg Hindenburgs in Zusammenhang zu bringen sein. Nun mag der Erretter aus Russengefahr auch dem Generalsturm unserer Feinde siegreich entgegentreten. Das ganze Volk jubelt ihm zu und baut auf sein stolzes Wort: durch sie gen. Die Rumänen haben sich inzwischen aus der 600 Klm. langen Front der ungarisch-rumänischen Grenzgebirge blutige Köpfe geholt. Ihr König Ferdinand hat nock) kurz vor dem Krön rate wie dem österreichisch-ungarischen Gesandten, so auch dem deutschen Gesandten die bestimmte Erklärung gegeben, daß er niemals seine Zustimmung zur Kriegserklärung Rumäniens an die Mittelmächte geben würde. Er deutete sogar an, daß er eher auf seine Krone verzichten würde. Man fragt sich vergebens, welche Gründe ichi veranlaßt haben können, von einer so bestimmten Erklärung abzugehen Jedenfalls können es nicht die Gründe der rumänischen Note sein, deren Fadenscheinigkeit bei der Länge der Ausführung nur um so offensichtlicher zutage tritt. Ein Stück von dem Fette des Löwen, das ihni die Entente anbot, hat eine Begehrlichkeit verlockt, wie ein Rumäne lürzlich äußerte- Rumäne jem ist — Geschäft. Möge ihm der neue Generalftabschef bewellen, daß er die Rechnung ohne den Wirt gemacht bat. , Stege mann im Berner „Bund" beurteilt die neue KvieFslage wie folgt: ' „.Rumänien wird sein 5)eer, an dessen Kriegsbereit,'chnft es sehr lange gearbettet hat und dessen Ruf sett P lewn a zwar nicht neu erprobt, aber wohl begründet ist, so aufstellen müssen, daß es auch die Donau front deckt, >venn man nicht von vornherettr Anlehnung an die in der Bukorvina und Beßarabian berett-. gestellten russischen Streitkr äste sucht Ob Rumänien genügend schwere' Artillerie, Speziattruppen und Munition besitzt, um einen langen Feldzug auszuhalten, wird die Zukimft lehren. Haben die Zentralmächte noch Kräfte frei und wird die politische Lage sofort geklärt, so kann Rumänien unter Ilmiständeli im eigenen Lande schlagen müssen. Was das heißt, weiß nian heute zur Genüge. Es ist anzunehmen, daß Rumänien zunächst mit -400000 bis 500 000 Bogonetten ausrückt. Ob dre Armee auf 800 000 Mann gebracht werden kann, häiigt von den technischen Vorbereitungen, ab. Flankiert und flankierend tritt sie auf die Walstatt. Heute sucht Rumänien seine Flankenstckllrng m nutzen, indem es sich zunächst gegen Oesterreich-Ungarn wendet. Die Offensive Brussplows, die die Russen wieder an den Karpathensuff führte, Haft also eine starke politische Auswirkung gesunden, die einem grossen strategischen Effekt gleichkommt, denn Rumänien war weder ttr der Lage, n*>d> Homttc es in die Lage versetzt werden, gegen Oesterreich-Ungarn zu marschieren, solange .die Bukowina in österreichischen Händen Ivar. Ob cs strategisch zum Angreifer oder zum Airgegriffenen lvird, werden wir bald erfahren. Operativ kommt in jedem Falle die Linie Hermannstadt-Kronstadt m Betracht. Für die Oesterreicher handelt es sich zunächst um eine Verlängerung ihrer Karpathenfront, die beretts durchgeführt war. Inwiefern die Kriegserklärung Rumäniens auf die Entwick- lung bei Saloniki wirkt, ob sie eine russische Tiiversion über rumänisches Gebiet zur Folge hat, und ob schließlich! gar Griechenla?id in irgend einer Weise mit regulären Truppen zum 'Eingreifen in een Krieg genötigt wird. Muß man der Zukunft überlassen. Fest- zühälten ist indes, daß die Bulgaren sich bei Kastoria und Biklista un Westen 'und bei Jenikoj und am Tachinossee im Osten Stellungen erstritten haben, die ihnen auch ein Beharren in der Defen- ,ive gestatten, falls sie sich stark an der Donau engagieren müßten/' Zum Schluß sagt er: Wir werden sehen, wie sich Runränien an der allgemeines chruckosfensive beteiligt, fcije nach dem Urteil englischer und fran- zöfticher Fachleute die Entscheidung zugunsten der Entente ttr sich schließt, wobei aber ein namhafter englischer Fachnrann selbst eine Ungeheure Vermehrung der Druckmittel und Berbreiterrmg der Drucksronten für notwendig erklärt, um die Jmrenstehenden nie- derzuringen. Schließlich bleibt inttner wieder die Frage offen, lo b die K r i e g s l e i t u n g der Z e n t r a l m ä ch t e sich diesen Druck auf die Tauer gefallen lassen mrrß, ohne hier oder dort zur Gegenoffensive überzirgehen und das Gesetz des Handelns, ioenn irgend möglich, wieder an sich zu reißen." Die Anttvort auf diese letzte Frage wollen wir .Hindenburg und Ludendorf überlassen, und wir haben das volle Vertrauen, daß sie im gegebenen Augenblick die Antwort nicht schuldig bleiben werden. (WTB.) Großes Hauptquartier. 29 August (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. In vielen Abschnitten Oer Front machte sich eine erhöhte Feuertätigkeit des Feindes bculerkbar. Im Somme- und Maasgebiet nahm der Artilleriekampf wieder große Heftigkeit an. Nördlich der Somme wiederholten sich die mir erheblichen Kräften unternommenen englischen Angriffe zwischen Thiepval und Poziöres; sie sind blutig gescheitert. Zum Teil führten sie zum Nahkampf, der nördlich von Ovillers mit Erbittenrng fortgesetzt wird. Mehrere Handgranatenangriffe wurden in dem Delvillewald und südöstlich von Guillemont ab gewiesen. Rechts der Maas griffen die Franzosen zwischen dem Werk Th ia umo n t und F leu ry sowie im Bergmalde an. Im Feuer der Artillerie, Infanterie und Maschinengewehre brachen die Angriffswellen zusammen. Schwächere feindliche Vorstöße südlich und südöstlich von St. M i h i e l bliepen ohne Erfolg. * Drei feindliche Flugzeuge sind im Luftkampf abgeschossen. und zwar eines südlich von Arras, zwei bei B-apaume. Ein viertes fiel östlich von St. Quentin unversehrt in unsere Hand. O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgenieinen unverändert. An einzelnen Stellen war die F e u e r t ä t i g k e i t etwas lebhafter. Westlich des S t o ch o d bei Rudka Czelivieczeze kam es zu Jnfanteriekämpfen. Nördlich des Dnjestr wurden bei Abwehr schwacher russischer Angriffe über hundert Gefangcüc gemacht. In den Karpathen fanden Zusammenstöße mit russisch-rumänischen V o r t rn ppe n statt. * Bei Bursztyn (an der Gnila Lipa) wurde ein russisches Flugzeug im Luftkampf zur Landung gezwungen. Balkan-Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse von besonderer Bedeutting. Oberste Heeresleitung. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. W i e n . 29. August. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich tt>iri verlautbart: 29. August 1916. OestlicherKriegsschauplatz. D o na u m o n i to r „AlmoS" zerstörte durch Feuer bei Turn-Severin mehrere militärische Anlagen. ** n , a * 1 f 11 Uebergängen der 600 Kilometer langen un ga visch - ruin ü it i schc n Grcnzgebirge sind unsere Grenzsicherungstruppen ins Gefecht gekommen Der Feind ^»lte sich, wo er auf unsere Bataillone stieß, blutige Wpfc namentlich nordöstlich von Orsowa bei Petrosena. im hftbiei te* Boröstoronh (Roter Tnrm)-Passes ans den Hohen südlich von Brasso. auf denen das tapfere Szekler Infanterie-Regiment Nr. 82 hümi scheu Boden verteidigt und nn Guxrgqo-Gebirge. Nur das weite Ausholen statter rn manischer Umfaffungskolonnen vermochte unsere vorgeschobe neu Abteilungen zu veranlassen, rückwärts angelegte und planmäßig zugewiesene Stellmigen zu beziehen. In öfr Bukowina und in den galizischen Kur- -aihen keine besonderen Ereignisse. Rei den gestern gemeldeten Kämpfen nördlich von Maryampol wurden über 100 Gefangene und ein Maschinengewehr cingebracht Südlich von Z b o r o w vereitelten unsere Truppen rum= sche Annäherungsversuche durch Gegenstoß. Heeresfront des Generalfeld marschalls von Hü n d e n b u r g. Bei Szelwow brmch ein russischer Angriff in unserem Artilleriefeuer zusammen. Bei Rudka Czerwiseve kam es zu Fnfanterie- kämpfen . ^ Italienischer Kriegsschauplatz. Die Tätigkeit des Feindes ist an mehreren Frontabschnitten lebhafter geworden. Unsere Stellungen auf den Fassaner Alpen stehen unter andauerndem starken Geschützfeuer. Angriffe gegen ute Zsuriol-Scharte und die Lima di Cece wurden abgeschlagen. Der Zauriol-Gipfcl ffel nach hartnäckigem Kampf in Feindeshand. ^ ^ ..... s An der Dolomitenfront scheiterten mehrere Vorstöße der Italiener geaen unsere Nuffeddo-Stellungen. Im Vlöcken-Abschuitt und an der küstenländischen Front --wischen dem Col Santo und Nowa Vas versuchte femdi- liche Infanterie an mehreren Stellen mit kräftiger Artillerle- untersti'ltzunq rwrzugehen. Diese Versuche wurden überall vereitelt „ Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Donauflottille schoß die Petroleumraffinerie bei Giurgin in Brand. Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant. Der türkische Bericht. .Konstantinopel, 29. Aug. (WTB.) Amtlicher Bericht des Generalstvbs. An der Irak-Front ist die Lage unverändert. Persien : An der russischen Front Ivatt unser rechter Flügel russische Truvpcn, auf die er in der biegend von Davelut ölbaad, südöstlich von Bmedan, stieß, zurück. Er erreichte diese Ortschaft und säuberte die Umgegeud von ihnen. In der Mitte und aut dem linken Flügel nichts von Bedeutung, außer Scharmützeln. Kaukasus-Front: Der erchte Flügel unserer Truppen brach den Widerstand der Russen, die sich in beherrschenden Stellungen hielten. Durch erfolgreiche Angriffe ge lang cs ilmen, schrittweise vorwärts zu kommen. Allein bei ein-Ml einzigen Angriff, der von einer unserer Augrisfsabteilungen mit gutem Erfolge am 26. August aus ge führt wurde, ließ der Feind über tausend Tote auf dem Gelände zuriick. Wir machten 60 Gefangene, darunter einen Offizier, und erbeuteten über 600 Gewehre, 250 Munitionskasten, eine Menge Pioniermatcrial und Bombe?! In der Mitte wurden vereinzelte Uebersälle mit Erfolg ansgesührt. Wir nahmen einen Teil der feindlichen Grg ben und zwangen die Verteidiger zur Flucht, erbeuteten militärische Ausrüstungsgegenstände und zerstörten einen Teil der feindlichen Gräben. Auf dem linken Flügel, im Küstenabschnitt, örtliches, zeittvttlig aussetzendes, heftiges Geschützfeuer. Am 27 August warfen Flieger, die von einem Mutter fchift aufgesticgen waren, und von der offenen See in die Gegend von Tripolis, Syrien und Jaffa kamen, auf einige Abschnitte des Küstengebietes wirkungslos Bomben und zogen sich wieder zurück. Die Bomben verletzten drei Personen unter der Bevölkerung Auf einem ftrngst in der Umgebung von Gaza abgeschossenen Flugzeug wurde ein Maschinengewehr gefunden und erbeutet. Keine Nachricht von Bedeutung von den anderen Fronten. Der Stellvertreter des Oberbefehlshabers der Osmanischen Armee. Konstantinopel, 29 Aug. (WTB.) Aus Medina ein- getvofsene Nachrichten besagen, daß die Aufftänöischen von den nordwestlich von Mekka gelegenen, die dortige Gegend beherrschen den steilen Höhen, wo sie sich zu behaupten suchen, von bcii gegen sie ausgesandten türkischen Truppen vertrieben wurden. Die Per folgung wird erfolgreich fortgesetzt. Rumänien. Holland übernimmt den Schutz der Oesterreich-Ungar,, Wien, 29. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die .,Neue Freie Presse" erfahrt, hat die österreichisch-ungarische Regie rung die holländische Regierung ersucht, den Schutz der österreichisch-ungarischen Interessen in Rumänien zu über nehmen. Aufnahme der rumänischen Kriegserklärung in Wien. Wien, 29. Aug. (WTB.) Der „Neuen Freien Presse" zufolge besteht bei den hiesigen maßgebenden Kreisen n i ch t di^ Absicht, die rumänische Kriegserklärung durch eine amt liche Erklärung zu beantworten. Wien, 29. Aug. Die Kriogserklärung Rumäniens wurde hier mit großer Ruhe angenommen. Man hegt hier .die zuversichtliche Auffassung, daß es getingen wird, sich auch dieses nomt Feindes zu erwehren. Gs ist hier bekaimt, daß sowohl das dliuswättige Amt m London, wie das Pariser Ministerium des Aeußern schon vor 12 Tagen davon unterrichtet lvaren. baß Rumänien gegen die Mittelmächte am Kriege teilnehmen werde. Diese Doppelzüngigkeit der rumänischen Regierung hat hier nicht überrascht. Sie war seit zwei Jahren bcftmru, und mit ihr wurde immer gerechnet. Man erwartet auch den Eintritt des Kriegst zustarches zwischen Bulgarien und Rumänien. Der österreichisch- ungarische Gesande Graf Czernin in Bulgarien wird über Rußland und Schweden abreisen. Ihm wird sich auch der deutsche, dev türkische und der bulgarische Gesandte anschließM. Der hiesige rumänische Gesandte wird über die Schweiz «Preisen Budapest, 29. Aug. (WTB.) Gvaf Andra ssy äußerte sich über die rumänisclie Kriegserktärurrg einem Ausfvager der ..Waghar Hittap" gegenüber u. a.: Auch wenn es das Verhängnis selbst wäre, das in Rumäniens Angriff sich gegen uns wendet, auch dann würden wir ihm unsere ganze Kraft und Entschlossenheit b i s zum Ae- u ß e r st e n entgegensetzen. Man trachtet uns nach dem Leben! Wir werden uns zu verteidigen wissen! Bern, Vümj. :nuiu. gestrigen Ereignisse l\mmi für dm Vatikan ganz unerwarte.. n Papst war durch di? Ruchnch der Kriegserklärung Rumarnens an Oe stx.nrei.ch -Un«-arn ganz erschüttert wrd rie^ aus ' ,,Wrr choigten, daß uns dieser neue Schmerz mspart bleiben wurde/ Hier auf zog sich her Papst in seine Privatgemäck^r Kurilck. ^ S i g m a r i n g c u, 29 Aug. (WTB. Nichtamtlich.) ^er rlcurlt von Hohenzollern, ein Bruder des Königs von Rumänien, hat 'amtlichen Beamten und Bediensteten verboten, ui Zukunft rumänische Ordensauszeichnungen anzulegem König Konstantin. L o n d o n , 29. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter- che Bureau meldet aus Athen: Der König ^l^mrdings den Folgen der letzten Operation. Da die Wunde sich entzündete, wird eine rwchmalige Operation nötig sein. ^>er König ist deshalb außerstande, die Deputatton der liberalen Partei zu empfangen. Ziaüerr. Bern, 29. August (WTB.) Dm Winisterrat behandAbe bliebeueu deutschen ,Evrttc-ve della Sera" schreibt, es sei klar, dau. gestrige italienische die neue Lage der in Italien ver- Staatsan-ge hörigen s sei klar, daß die Lage pch seit gestern gründlich geändert habe. Dm Deutschen iverde seitens der italienischen Behörden setzt die gleich? Bchrndlung zuteil wie den Oesterreich? rn, denen bestimmre G>e>nemder^n^rdrmenbezm Süditalien unter besonderer Bewachung als Wohnort angewiesen worden seien. Schweizer Neutralitätserklärung. Bern, 29. Aug. (WTB.) Anläßlich der KriegserW runq Italiens an Deutschland und des Eintritts Rumäniens in den Krieg bestätigte der Schweizer Bunde.-.rat seine früheren Erklärungen betreffend die .'-/midhabimg striktester Neutralität gegenüber den kriegfuhren: den Staaten. Das politische Departement brachte dies den auswärtigen Regierungen durch Vermittelung der schweizerischen Gesandtschaften zur Kenntnis. ^ t Bern, 29. Aug. (WTB.) Der Bundesrat hat der <&> nennuna Sir Horace Humbolds zum bevollmäch- ttaten Gesandten Großbritanniens in der schlveizerifA)en Crdgenassenschaft mr Stelle des ans Gesund hertsrucksichteu znriickgettetenen Sir Grartt Duff das Agrement erteilt. * Bark soll weiter pumpen. K v p e n hfl g e li, 29. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) ..Der lingske Tidende" meldet aus Petersburg: Finanzmnnster Bark ist vonr Zareil zur Aufnahme einer ioettereu Kriegsanleihe von zwei Milliarden Rubel unter den,elben Bedingungen wie die früheren Kriegsanleihen ermächtigt worden. Ih’v Streiks h'ttv'izuttihreu, am Sonntag ^vashnmton ver- ließen, einen '. i lc äbesehl und schickten ihn all die.Rällgtteder des Bundes im gapzen Lande., Der Streikbefehl ttttt am September 7 Uhr morgens in Kraft, wenn nicht die Forderungen der Leute in der Zwischenzeit erfüllt werden. Wilson hofft aber noch immer, den Streik verhindern zu können. - ^ . Washington, 29. Aug. (WTB. Nichtamtlrch.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Sowohl die Eisenbahnverwaltung wie die Eisenbahnangeftellten neigen zum Mrder- stande gegen Wilsons Vorschläge. Kapitäit König beim Kaiser. Großes Hauptquartier, 29. Aug. (WTB. Amt» lich.) Seilie Majestät der Kaiser empfingen heute den Gründer und Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Deutschen Ozean-Reederei Dr. L o h m a n n - Bremen und Kapitän König, Führer des Handelsunterseebootes^ „D e. u t s ch - land", und spracheir den Herren allerhöchst ihre große Freude und Anerkennung aus. Dr. Lohmcrnn und Kapitän König wurden zur Tafel gezogen. Ponr le rn^ritc. Berlin, 29. August. (Prio.-Tel.) Wie die „Kreuzzeitun^ mitteilt, ist dein Oberst Wilhelm Hetze, Chef des Gmeralstabcs! des Generalobersten txon Woyrsch, der Oröm Pvnr le mrerite verliehen ivorden. Oberst Hetze staniimt aus Fulda. Ans dem Reiche. Berlin, 28. Aug. Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht folgende vom 25. August datierte Bekanrrt^ machungeri des Präsidenten des Kriegsernäh- rurrusamtes: 1. Mts Grund der Bekanntmachung über die Errichtung mnes Kriegsernährnngs-amts vonr 22. Mai 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 102) lvird besttnrmt: Die Vorschriften im § 3 Abs. 1 bis 3 der Verordnung vom 5. August 1916 über die Verarbeitung von Gemüse (Reichs- Gesetzbl. S. 914) werden auf Grrrnd der Vorschrift im § 3 Abs. 4 daselbst auf Verträge über den Erwerb von Kohlrüben (Steckrüben, Wruken) urrd von Grünkohl (Braun- oder' Krauskohl) zur Herstellung von Dörrgencüse fiir entsprechend anwendbar erklärt. Diese Bekannttnachung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. 2. Auf Grund des § 1 der Bekanntmachung über die Errichtung eines Kriegsernäh- rnngsamts vom 22. Mai 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 402) wird als die nach § 19 der Verordnung über Hafer aus der Ernte 1916 vom 6. Juli 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 811) uständige Stelle die Reichsfutternnttelstelle bestimmt. Evakuicruttg. Das-„Berliner Tageblatt" meldet aus Blissingen: Im nächsten Monat werden 800 Greise, Frauen und Kinder aus den besetzten Gebieten Frankreichs erwartet, mu über England nach Südirankreich zurückzukehren. Schwedisch-russischer Vertrag. Kopenhagen, 29. Aug. (WTB. Nichtamtlich,) Der schwedtsch-russische Vertrag vom 15. Iulkd. I. über eine Verbindung des schwedischen und des russischen Eisenbahnnetzes durch eine Brücke über den Tornea-Fluß ist laut „Ber- lingske Tidende" ratifiziert worden. * Aufstand in Niederländisch-Jndien. Haag, 29. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) dÄrch einem aus Niederläudisch-Jndiem eingottosfeuen telegraphischen Bericht wrrrdeii bei den Unruhen in Mocaratembesi rn Djambi dve dort lagernden Polizeist)ldaten, ungefähr 2t) 9Rcrnn, nnd der Distriktschef getötet. Das Postamt und das Gefängnis sind niedergebrannt. Die Aufständischen' bemächtigten sich der Waffen und Mirnition der Polizei und verschanzten sich in eineni Gebäude. Der Resident begab sich mit einer Militäp es körte nach Mocaratambesi. Aus Sihembang wurdmi Ver stärkungen ab geschickt. . Der Seekrieg. Englischer Hilfskreuzer versenkt. Berlin, 29. Aug. (WTB. Amtlich/ 24. August der nörd- Budapest, 29. Aug. Das rumänische Parlament wird Donnerstag oder Freitag einberufcm werden. ©§ soll eine nationale Regierung aller Parteien gebildet werden. Bern, 29. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Wie „Gior- nale d'Jtalia" aus Bukarest meldet, haben im Kronrat Carp, Majorosen und Marghiloman gegen den Krieg gx- stimmt Genf, 29 Aug. Die „Gazette de Lausanne" behauptet, der Aufmarsch des zur Opercttion gegen die ungarische Grenze bestimmten Heeres wäre nahezu vollzogen. Für den Uebergang einer starken gegen rw.lM.rien anfgebotenen russischen Truppenmacht über die Donau seien Vorkehrungen getroffen. (Berl. Lokalanz.) Haag, 29. Aug. In diplomatischen .Kreisen Londons envcrrdet man laut holländischen Pressemeldungen in der nächsten Zeit die Kriegserklärung Rumälttens an'Bulgarien. London, 29 Äug. (WTB. Nichtamtlich.) König Georg hat dem Könige von Rumänien drahtlich die g ro ße Genugtuung des ganzen englischen Volkes über den Eintritt Rumäniens in den Krieg ausgedrückt, der den Triumph der großen Sache näher rücke. Ain versenkte eines linserer Unterseeboote rn liehen Nordsee einen englischen Hilfskreuzer (Nottz des WTB.: Es handelt sich offenbar um den von amtlicher englischer Seite als gesunkeii genieldeten Hilfskreuzer „Ditte of Albanh"). ^ Berlin, 29. Aug. (WTB.) Lloyds meldet: Der grre- chische Dampfer „Lea n dr os" ist am 25. Aumrst im Mttttl meer versenkt worden. Me Besatzung warrde gerettet. Rotterdam, 29. Aug. (WTB.) Der hier einlaufende Logger „Veardingen 25" hatte 19 Manu der Besatzung des noNvegischen Dampfers „Rentaricff^ au Bord, der von Kristiania nach Bilbao unterwegs, in der Nordsee auf eine Mine gestoßen und uutergegaugeu ist. Kristiania, 29. Aug. (WTB.) Me britische Admiralität hat der norwegischeri Gesandtschaft in London mit- geteilt, daß der Dampfer ,Ljs dalen" im Mittelmeer durch ein U-Boot verse n kt worden fei. Me Besatziing wurde gerettet und nach Toulon gebrächt, Kopenhagen, 29. Aug. (WTB. Nichtcmrtlich.) „Bev lingske Tidende^' meldet aus Stockholm: Das Blatt „Nvrr^ landsposteii" in Gefle berichtet: Ein Mann, der gestern Mls Finnland dort eingettoffen ist, war am Dmmerstag nach mittag Augenzeuge davon gelvesen, wie an Pord des 6000 Tonnen großen englischen Dampfers Mancturie, der seit Kriegsbeginn in einem finnischen Hafen gelegen hatte und jetzt mit schwedischer Besatzmig nach England geführt werden sollte, im Hafen von Hxpila bei (öamla Karleby plötzlich eine Explosion erfolgte, worauf der Danrpfer biniien 5 Minuten sank. Der Dampfer war mit Grubenholz beladen. Es heißt daß die Explosioii durch eine Höllenmaschine verursacht worden sei. Der Kapitän und die Besatzung werden in Mpila vorläufig überwacht. — In Jakobstadt wiirde fast gleichzeittg auf gleiche Art ein belgischer Dampfer versenkt Auch di-eser hatte eine schwedische-Besatzung Mi Bord, die ebenfalls nach ?)xpila überfführt urid bis zum Mschluß der Unteiffuchung imter Bewachung gestellt wurde. Lisenbahnerstreik in Amerika. Washington, 29. Aug. (WTB. Nickitamtlich.) Mel düng des Reuterschen Bureaus. Die Vertreter des Bundes der Eisenbahnangesteltten verfaßten, ehe sie nach dem, mißglückten Versiiche des Präsidenten Wilson, die Beilegung Au- Stcrdt und Land. Gießen, 30. Ailgust 1916. Keine Druschprämien. „Der Kolmmunalverband braucht Brotgetreide ür die Erri ährun g der Kreisbevölkerung und Hafer für den unentbehrlichen Bedarf der Heeresverwaltung." Um den Ausdrusch des Brotgetreides zu örderii, hat zwar die Reichsgetveidestelle für das an sie abzuliefernde Getreide in beschränktem Umfang Druschprämien für zulässig erklätt. Würde sich der Kommunalverband demgemäß zur Gewährung von Druschprämien für Brotgetteide entschließen, so liefe damit nach Ansickä des Kreisausschusses vor allem das rechtzeitige 5)ereinbringen der gesamten übrigen Ernte Gefahr. 2lußer- dem würde die Druschprämie für das an die Reicl)sgetreidestelle abzuliefernde Ueberschußgetreide aller Boranssil^ nach nur einer beschränkten Anzahl von Landwittcn zugute kommen, während die übrigen Landwirte ohne ihr Verschulden leer ausgehen müßten. Und schließlich Ware der Komnmnalverband, wenn er Drnschpränrien für das für die Reichsgetreidestelle verfügbar werdende sogenannte Ueberschnßgetreide gewähren würde, gezwungen, olche Prämieri auch fiir das vom KomMunalverbarrd Mr Ernährung der Kreiseingesessenen nötige Brotgetreide bereitszustellen. Nun beläuft sich die TrUschpräMie mst 20 Mk. pro Tonne. Komnrmml- verbände,' die zu solchen Preisbezirken innerhalb Deutschlands gehören, in denen die Höchstpreise für inländisck>en Roggen und für inlärrdischen Weizen wesentliche i e d r i g e r toic bei uns angesetzt sind, können von ihnen g^oähtte Druschprämien noch M ihren Selbstkosten schlagen, ohne dadurch wcserttlrch teuverLs Brot zu bekommen, wie w i r es eben hier haben. So würde sich beispielsweise für Komnnmalverbände in einem Pveisbezirke von 215 Mark für die Tonne Roggen und mit 255 Mk.. für die Tonne Weizen, die Tonne Brotfrucht zuzüglich der Druschpramie erst aus 235 Mk. bezw. 275 Mk. stellen. Hätte sich dagegen der Kommunal-- verband Gießen fürseineneigenenBedarfzur Gewährung von Druschprämien entschlossen, so würde, da für den Preis bezirk Frm:ffurt die Tonne inländischen Roggens 230 Mk.. die Tonne inländischen Weizens 270 Mk. kostet, bex Erwerbspreis de§ Roggens fiir den Kvnrmunalverband mif 250 Mk. gegen 230 Mk. bisher, un>> fiir die Tonne Weizeü aus 290 Mff. gegen 270 Mk. bisher betragen. Mrs Mirde eine Erhöhung des Brotpreises! innerhalb des Konnnurralverbarides zurgebieterischenRot- wendigkeit machm, also allen denjenigen, die auf den Brot- gemch in der .Hauptsaä-e angewiesen sind, das notwendigste Nah- rimgsmütel ohne zwingende Grüiide vetteuorn. Die Kreisver- w a l t u n g hat aus diesen Gründen, zu denen nocl> die oben erwähnte Gefahr eff rer Verzö gerung der übrigen Erntcarbeitrn kommt, die Gewährung von Trusäwräutten sowohl fiir das kommunale wie Mich fiir das Ueberschußg'^tteide abgttchnt und sie fühlt sich bei diesem Bor gehen mit all denjenigen Landwirten einig, die in einsichtsvoller Weise ihre eigenen Interessen mit denjenigen der aus Versorgung durch den Kominurralverband angewiesenen Bevölkeruirgskreise in Einklang zu bringen nüssen. Jedenfalls kann bei dieser Sachlage die Gesanitheit unserer LanÄvirte nicht behaupten, daß sie dadurch geschädigt wird oder daß einzelne Landwitte bevorzugt iverden. Im Übrigen sffrd die Landwirte nach § 3 der Bundesratsverordnung vom 29. Juni 1916 berethtigt, das vorr ihnen ausgedroschene Brotgetreide dem Komnnsnalverband sofott nach Ausdrusch zur Verfügung zu stelleu. Der Kontmunalverband l>at alsdann dafür zu'sorgen, daß das Gttreide den Landwitten inner- halb zwei Wochen abgenommen wird. Es liegt also bei den Landwitten, sich die aus dieser Bestimmung für sie ergebenden Votteile baldmöglichst zu sichern. Lairdwirte, die immer noch auf die Druschprämie nmtten und damit der Volksernährung bewußt oder unbewußt Schwiettgkttten bereiten, Mögen dies mit ilwem Gewissen vereinbaren gegenüber dem Satz, der zu Eingmrg steht und den wir noch einmal wiederholen: „Der Kommunal verband braucht Brotgetreide, die Heeresverwaltung braucht Hafer!" * L. U. Landes-Universität. Der außeretttts- mäßige außerordeirtliche Pvof-essor an unserer Lyndesüni- versität M. >B e r s l u y s hat einen Mff jals! ordentlicher Professor für Zoologie und vergleichende Anatomie mr die Universität Gent erhalten rnrd angenommen. " Amtliche P e r s o n a l n a ch r i ch t e n. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen vom Groß Herzog an Karl Wolf, Milhelin R u rn p f und Julius Schier zu Butzbach. ** Butter- uitb Fettversvrgun g. Die ans dre Fettkarte der Stadt Gießen ivbzugebende Menge wird mit Wirkung vvn heute auf V 6 Pfurrd festgesetzt ** Der L i ch t b i l d e r - B o rt r ag über den 0 - Boots- Krieg des Oberleutnants Z o w e findet, wie wir bereits be- ) richteten, heute Mittwoch, den 3U. August, abends 7 Uhr, in der Neuen Aula der Universität statt. Karten zu 2 und 1 Mk. und bO Psg. bei Challier. Musikalienhandlung, Neuenweg 9. ** Salat ö l -Ersatz. Der Polizeipräsident in Frankfurt o. M. hat folgende Warnung vor Salatolersatz-Rezepten ver- ,löffeul:ttd>t: „Nachdem die Reklame mit dein ganz minderwertigen, 'ifiofrcnannten „Salatöl-Ersatz" unterbunden worden ist, sind gelwisse 5>Ündler und Private dazu übergegangen, die Bevölkerung wit Rezepten zur SeManfertigung van Salatöl-Ersatz zu be- dftneii Diese Rezepte sind nach fachmännischem Gutachten ganz > wertst. denn sie civthalten keine anderen Mitteilungen als die von der Presse bereits unentgeltlich bekannt gegebenen über Anfeuchtungsmittel für Salat, kosten aber Beträge bis zu 5 Mark. Ich !warne daher dringend, für solck>e Rezepte Geld auszugeben, und» werde gegen ihre Verbreiter gegebenenfalls wetzen Betrugs eint- schreiten." Es wäre zu wünschen, wenn auch von anderen Stellen aus der Bekämpfung dieses Schwindels die notwendige Aufmerksamkeit genüdmet würbe. ** Der Po st verkehr zwischen Deutschland und R u m ä n i e n ist gänzlich eingestellt und findet auch aus dem Wege lüftet andere Länder nicht mehr statt. Es werden daher keinerlei M>ftsendimgen nach Rumänien mehr angenommen, bereits vorliegende oder durch die Bsriefkasten zur Einlieferung gelaugends Sendungen werben dem Absender zurückgegeben. Der private ic* legravhenverkehr nach Rumänien ist ebenfalls eingestellt. ** Zahlunqsverbot an Rumänien. Drirch eine Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 29. August sind das gegen die feindlichen Staaten erlassene Zahlungsverbot, sowie die Bor -schritten über die Sperre des feindlichen Vermögens aus Rumänien isür anwendbar erklärt. . •• Petroleum. Durch eine Bekanntmachung des Reichs kanzlers vom 29. August wird der Absatz von Petrolemn zu Leucht zwecken, sowie an Wiederverkäuser bis aus weiteres verboten. ** Eine allgemeine Bestandsaufnahm e de »nichtigsten Lebensmittel findet am 1. September d-teses Jahres statt. Die Aufnahme erstreckt sich auf alle Hau^- baltungrn. und betrifft Fleischdauerwaren (Schinken, Speck, Würste, Idmrchfleisch, Pökelfleisch nick andere rnersä>- dauerwarenV Fleischkmfferven Ireine Mschkonserven tn erfüllung dieser. Anforderung wird ohne werteres die Beschlagnahme und Enteignung schlachtreifer Schveine erfolgen. Fc. Fried fterg i. H., 30. Aug. Für die Gemeinden deA diesseitigen Kreises werden die Preise für Backwardn vom 1. September ds. Js. ab wie folgt festgesetzt: Für Bad-Nauheim, Butzbach. Friedbcrg und Vilbel auf 70 Pfennig für den vierpfün- digen Lach Brot (Trockengeivicht), für ine übrigen Genreinden des Kreises auf 68 Pf., für alle Gemeindeir für Brötchen, 50 Gramm, ouf 5 Pfennig, das Stück, für Tafelbrötchen in Bad-Nanherm, 30 Gramm, auf drei Pfennig das Stück ^ . r Kd. Bad-Nauheim, 30. Aug. Das zehnte Srnfonre- konzert der Kurkapelle findet am Donnerstag, 31. Au gu st statt. Tie Leitung hat Kapellmeister Bruno Weyers- berg. Die Bortragsordunq dieses Abends zeichnet srch aus durch das erstnraliae hiesige Austreteir im Rahmen eines großen Konzerts des jungen Violinvirtuosen Bohuslav Schich, eines Geigers aus der Schule Adrian Rappoldis. Herr Schick, wick auch am Donnerstag bas Violinkonzert von Ambrosio spielen. —fommen nixh folgende Werke zur Aufführung: Sinfonie Nr. o iF-our> von Beethoven, die Ouvertüre zu „Euryanthe" von Weber und die Fantasie-Ouvertüre „Romeo und Juliette" von Tschai- k o w \ 1 1 . Starkenburg und Rhkinhessen. roß-Ger au, 30. Aug. Aus dem Vogel'schen Elektrizitätswerk bei Nauheim st a h l e n Diebe mehrere Treibriemen im Werte von 1500 Mk. Die Diebe konnten noch nicht ermittelt werden. Kreis Wetzlar. Wetzlar, 29. Aug. Die Landwirtschattskammer weist Büchsen, D tober anderen tat und Glasern), Fleischkonserven mit Gemüse vu« Sn™ gemischt, ©et. Für SoushLltungcn mit mehr uls 30 Personen (wobei in der Hauptsache öffentliche Körperschaften lAnstalten. Gewerbe- und Handelsbetriebe in Frage kommen' erstreckt sich die Anmeldepflicht auch auf andere Nahrlrngsimttel /siehe die Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in heutiger Nr^>. Die Anmeldevordrucke werden am 31. August durch von der -Ltadt beauftragte Personen abgegeben und am 2. September »meder ab- ^ Der dritte Gießener Kaninchenmarkt findet aur Sonntag, den 3. September, in der Wirtschaft „Tannhäuser an der Frankfurter Straße statt. '* Viehzähl unga ^^^öDlunq am 1. September. Auf Verfügung des Großh. Ministeriums des Innern findet am 1 . September d. I eine Viehzählung statt. Gezählt werden das Rindvieh, die Schweme nach bestimmten Altersklassen und die Schafe. Näheres siehe Anzeige. Landkreis Gießen. OA Grünberg, 28. Aug. Der älteste Bürger der Stadt, Hermann Kreuder L, ist am Samstag im 83. Lebensjahre ge,torben.^ en ^ e im, 29. Aug. Dem Musketier Heinrich Becker von hier, bei der 3 Kompagnie deS Jnf.-Rgts. 116 ivurde das E i s e r n e K r e u z verliehen. Gleichzeitig wurde durch Regimentsbefehl dem Musketier Becker als Anerkennung für sein tapfere? Verhalten bei einem Sturmangriff und die Gefangennahme voii Franzosen eine BelobigungS-Urkunde des Regimentskommandeurs auSgehandigt. ^ atb§f)ain , 30 . Aug. Georg Becker, Sohn des Landwirts Max Becker, im Landw.-Rgt. 81, 9. Komp., erhielt wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde die Hessisch Tapfer teils ni edaille. , 6 A. Rüddinqshausen. 28. Aug. MuSketttr Johann a e l b b u \ cft starb den Heldentod fürs Vaterland. — Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt zum Eisernen Kreuz Ludwig F a u l st i ch in der Minenwerserkompagnie 402. SA S t a n g e n r d, 28. Aug. Musketier Eduard N e u n o b e l im Landw.-Jni.-Regt. 3-19 starb den Heldentod. £ Steinheim b. öttmqen, 30. Alugust. Wiederum hat der Kr«q ein Opscr gefedert. Fürs «atatanb starb der Fahrer Otttz Dick Er kmitpstc UI Mazedonien. Krank Mruckgckchrt, staro er im Stof -Lazarett Friadberg an einer tückischen Krankheit. Hkaite wu^e er hierdiheimatlichcr ©ä* Jur letzten Ruh^ gebettet, ©n qroster Leichenziig gab ihm das letzte Geleite. Der Bor>ltzende de-> Gesangvereins legte einen Kranz am Grabe nieder. Kreis Büdingen. Fc. Büdingen, 30. Slug. ^ oEn Umfmigc k-n,,^ ans- njürtSc Sündlcr im diesseitigen Kreise vbst auf imd lnüngen cs ershetm seinem Vater als übernächster oesr nitiver Lehrer folgte. Herr Koch verkörpert so recht ein L^wer- aeicklecht' sein Vater und Großvater waren Lehrer, letn Schwie- iwir bet in werten Kreisen bekannte ^hter Mahlerwetn tn Berstadt. Sohn und Schwiegersohn sind auch Lehrer. Kreis Alsfeld. ^ ^ . = Alsfeld. 29. Aug. Das Kreisamt hat das Ge samt- vermöaen der 84 Kreis gemeinden für das Rechnungviahr 1916 L 3 IS» Die übrigen Orte l>aben ivemger als 4 ^^vnerr -.cark T genswerte Die „ärmste" Gemeinde ist Ktrschgarteii mit 160 000 Mk. Kreis Schotten. r. G l a s h ü t t e n , 30. Aug. Musketier Z i m m er . Sohn des Försters Zimmer, der seit etwa zwei Monaten als vermißt galt, bat seinen Eltern mitgeteilt, daß er sich in riissischer Gesangen- schaffbesilldet.^^^ nördlichen Vogelsberg, 30. Aug. Em^ schweres Hagelunwetter ging am vorigen Samstags gegen Abend zwischen den Orten Merkenfritz — Hirzenham Eurerseits und Glashütten— Oberlais anderseits nieder. Ter ang^ichtete Schadwi ist nicht unbedeutend, jadoch durch Hagelversicherung gedeckt- Glücklicher'oerse ist die Eriite geborgen bis auf darr Hafer, sonst wäre der Schaden noch viel gröfzer gewordeii, Kreis Friedberg. h Friedberg, 30. Aug. Die nächste Klein vr eh ab- n ahme findet heute nachmittag in Friedberg statt. Da dre Schweinelieferunqen in der letzterr Woche angesichts der größeren Anforderungen unzureichend waren, ist angeordnet, daß zn dreser Kleinviehabughuie jeder der Säilachtbtzirte mrüdesten^ 3 schlacht- 'reife Schweine von fe über 180 Pfund Lebendaewrcht der Sanum-l- SSmdtei und m SBerftoM äM stchen Hut, Bn Nicht- Gerrcdtssairl. st Marburg, 29. A,ug. Das Landgericht verurteilte gestern einen Viehhändler, der einen Landwirt aus dem Amt Gladenbach dadurch schädigte, daß er rhni beinr Kaufgeld für zwei Ochsen, die er ihm als zum Schlachten in Frankfurt besttmmt, ab ge kau ft hatte, 20 Mk. Ach lacht v iehver sichern ngsgeld in Abzug brachte, zu 10 U a'cr. Geldstrafe. Ter Landwirt hatte nämlich erfahren, daß die Ochsen weder nach Frankfurt verkauft, noch dort versichert worden warei iNÜeörölögischOveödächtungen der Station Giehen. Aug. i " O &S I *02 ! S-/ ! s | 1916 oss c G y s- I i c 0 * \ S 3 « r-. s=J 1 trt 1 co 29. 3” 21 0 ! 12.3 29J10* 4 — 19.9 12 6 30.; 8 S6 1 17,4 12.3 ra. daraus hin, daß, wenn nicht eine schwere Schädigung unserer Karlofselertrüge im Jahre 1917 eintreteu solle, ein Wechse! von Kartosfelsaatgul unbedingt stattfinden müsse. Die Land- wirtschastskammer 'beabsichtigt, in den östlichen Provinzen Saat- kartoffeln, insbesondere der Sorten Paulsens Juli und Industrie aus dein Felde zu besichtigen, anerkennen zu lassen und den Bezug für unsere Provinz zu vermitteln. ^ t , . . _ F. C. Wetzlar, 29. Aug. Die Inspektion der Kriegsgefangenenlager deS 18. Armeekorps hat im Lager Wetzlar besondere E r n t e n o t st a n d s k o m in a n d o s von je 15 Gefangenen — Ukrainer — mit militärischer Bewachung bereitgestellt. Ebenso kann die Inspektion über ungefähr 150 Zöglinge der Unter- osfizierschule Weilburg verfügen, sobald die Einbringung der Ernte gefährdet erscheint. „ . . _ . ra. Krofdorf, 30. Aug. Abermals hat der Krieg ein Opfer von unserer Gemeinde gefordert. Fleischbeschauer Karl Mandler, ein geborener Kinzenbacher (10. Konip. Res.-Jnf.-Rgt. Nr. 81), ift am 21. August aus dem Felde der Ehre gefallen. ra. M ü n ch h o l z h a u s e u . 30. 9tiig. Lehrer B e ck m a n n tritt zum 1. Oktober in den Schuldienst der Stadt Düsseldorf. Beckmann wirkte vordem in Madrid; sein Weggang wird allgemein bedauert. ^ ^ / 29. Mg. Wie der Obstbau-Verein des Kreises Marburg bekannt gibt, wird die O b st ve r ka u f s - Ve rm i t t - lung sftetle am 16., 19., 21. und 23. September im yronhof w Tätigkeit treten Für den 16. und 23. September sind gteichzectig Obsttnärkte festgesetzt uwrden. Ter Verkauf von Zwetschen, dw tn diesem Jahre besonders gut geraten, scheidet aus, weil der Verkauf dieses Obstes vom Kreise geregelt werden soll. Hessen-Nassau. da. Biedenkopf, 30. Aug. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ivurde ausgezeichnet der Kriegsfreiwillige Heinrich Fischbach ans Eckelshausen i,n Jnf.-Regt. 253 und der Unteroffizier Thier, Pionier-Kompagnie Nr. 308, aus Hermannstein. Im Besitze der Hessischen Tapserkeitsinedallle ist letzterer schon. F. 6 . F r a n k f n r t a. M., 29. Aug. Der verheiratete Rangierer Heinrich I ck l e r aus Vilbel wurde heute im Hauptbahnhos über fahren und getötet. . ----- Frankfurt a. M., 29. Aug. Auf emer Rerse durch Westdeutschland trafen hier die Militärbevollmächtig- t e n der ausländischen neuttalen Staaten 2lrgenttnren, Spanten Schweden Chile, Vereinigte Staaten von Nordamerika und Däne mark ein Auch der Vertreter Rumäniens, Oberstleutnartt Mtrzescu, befcuck sich noch unter der Reisegesellschaft, die hier die hervorragendsten Sehenswürdigkeiten besuchte und u. a. auch un Röme von Vertretern der Stadt begrüßt wurde n X Hanau, 28. Aug. Ter am 8 . Oktober 1915 als Leutnant der Reserve im Infanterie-Regiment Nr. 233 am dem Felde bet Ehre gefallene Kandidat der Geologie Hugo Lieber, geb. am 6 T^ember 1890 in Ha,tau, hat letztwillig seiner Vaterstadt Hanau 30 000 Mark dermftcht mit der Besttrnmung, d«ß dre Zins«i dazu bürten sollen, Kindern unbemittelter Elterii den AUfent halt in einem Bade oder in einer Sommerfrische zu ernck glichen; oder sonstige zur Förderung ihrer Gesundheit dienende Unter stützungen zu gewähren. ^ Weiter hat er 30 000 V>.ark dent geo logischen Institut der Universität Marburg vermacht und darüber bestuNmt, daß die Hälfte des Zinsertrages zur Beschaffung besserer Stücke der Sammlung und wertvoller Bücher der Biblivtliek des geologischen Jnstttttts der Universttat Marburg Verwendung findet. Auch hat er seine umfangreiche Sammlung, seine Instrumente und seine schöne Bücherei der Universität Marburg vermacht. — Der in Hanau verstorbene Rentner Kirn 'hat der Stadt Hanau ein Legat in Höhe von 10 000 9Nark zur VerstärLmg des bestellenden Lungenheilstättenfonds letztwcklig vermacht Seme ivertvolle Bibttiothek natuttvissenschaftlrcher Werte bat Kirn der Wetteramschen Gesellschaft ftir die gesamte Naturkunde in Hanau überwieftar. ^ r , g. Fulda, 30. Aug. Nach längeren Nachforschungen ,st mm endlich auch der dritte der als Mörder des Försters R o m a n u s verfolgten Gebrüder Ebender, der Zigeuner Wilhelm Ebender, in Holland verhaftet worden. Die Auslieferung wird beanttagt werden. Die beiden anderen Brüder sind bekanntlich schon fett längerer Zeit hinter Schloß und Riegel. — Kassel, 29. Aug. Bei der Ankunft von Verwundeten auf dem Oberstadtbahnhos ließ die Kaiserin jedem der 170 Soldaten einen Blumenstrauß und ihre Photographie überreichen. Kirsch Hausen, 30. August. Für den gemeinsamen Ankauf von Kartoffeln hat sich hier eiu „Kart v f fel v erein" gebildet. Wenäger bemittelten Mitgliedern soll die Eindeckungs des gesajnten Winterbedarfs durch Teilzahlungen erleichtert werden Ter Ankauf der Kartoffeln gesclfteht durch die Ge,neuide. dre auch den azngen Kaufbettag vorlegt und diesen vom Verein nach! und nach wieder ernzieht- Ter größte Teil der Ortsbewohner ist dem' wirklich egenssreichen Verent bereits beigetreten._ _ ca ! o 05 I CO 3 'S -Sil 2 2 c.5 5 64 73 83 Niedrigste Niederschlag 0,0 mm. 28. „ 29. 1916 ckeuer Sonnenschein Wetterleucht. -ft 22,3" 0 . -ft 11,5 0 C. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den Vorwiegend veoectl 8 iegeniälle, keine Teinperaturän 31. Aug. 1916: Teinperaturänderuug._ , ' Letzte Aachrichten. Russische Truppen in Rumänien. Lugano, 30. August. Tie „Trckuna" berichtet aus Bukarest unter dem' 27. August nachts: Bedeutende russische Truppenmassen befinden sich bereits seit gestern auf runränischem Boden und marschieren gegen Bulgarien. Tie rumänische Bevölkerung hat sie mit brüderlicher und warmer Herzlichkeit empsangeir Nach dem heutigen Ministerat fanden, wie gemeldet, in den Straßen von Bukarest begeisterte Kiindgebnngen statt, die bis in die späte Nacht fortdauerttn. Budapest, 30. Aug. „Pesti Hirlap" berichtet aus Bukarest: Der deutsche Gesandte von dem Busche hat erfahren, datz der Durchzug russischer Truppen bereits begonnen hat und em Teil der Russen sich bereits auf dent To-brutschagckiet befindet. Radko Dimitriew wieder Armeekommandant. Von der russischen Grenze, 30. Aug. Der Llrmee- bote teilt mit, daß General Radko Dimitriew, der als Abschnittskommandant an der Nordostfront tättg ist und bisher den Riga- Abschnitt der rt,ssisck)en Front kommandierte, in die Kriegs- residenz berufen wucke. Es heißt, daß der ehemalige Bulgare ausersehen sein soll, in der nächsten Zeit ein wichtiges Kommando an der Südfront zu übernehmen. Es wick versichert, daß Dimitriew als Heerführer ^ bei einem direkten Feldzuge gegen Bulgarien ausersehen sein soll. Eine 60-Millionen-Zeichnung für die kommende Kriegsanleihe. Berlin, 30. Aiug. Wie der „Berliner Lokcll-Anzeigett' erfährt, haben die Verwaltungsorgane der Landwirtschaftlichen Zen- tral-Tarlehenskassen für Deutschland beschlossen, für die Zentral- bie Raiffeisenorganisatton insgesamt mit 267 Millcknen Mark teiligt. vevnrißchtes. Hagelwetter in Frankreich. Bern, 29. Aug. (WTB.) Laut „Matin" ist Südsrankreich wiederum von heftigen Stürmen und Hagelschlägen heimgesucht worden. In Psrigneux wurde der vor der Einbrmgunq stehende Tabak, sowie die MaiS- und Weinernte zerschlagen. Auch im Bezirk Bergerac soll der Schaden sehr beträchtlich sein. Explosion in Kanada. Bern, 29. Aug. (WTB.) „Temps" meldet aus M o n l r e a l (Kanada): In D r u m m o n d v i l l e wurde eine Pulver s a b r i k durch eine Feuersbrunst vollständig eingeäschert. Drei Tote und 20 Verwundeten wurden gezählt. Große Pulvervorräte wurden vernichtet. _ Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Absatz von Pettoleum. . Durch Bekanntmachung des Reichskanzlers ift vom harttge^ Tage ab bis auf weiteres der Absatz von Petroleum zu Leuchtzwecken verboten. Darmstadt, den 29. August 1916. Großherzogliches Ministerium des Jntrern. v. H o m b e r g k. An Großh. Polizeiamt Gießen und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden. Vorstehende Bekmintmachung ist sofort den in Befracht konr mLN- den Händlern mitzuteilen. Diese haben ihre Vorräte getrennt nach Petroleum des freien Handels-Verkehrs und Petroleum für Landwirtschaft und Heimarbeit nach Litern bei Ihnen anzugeben. Das Ergebms ist uns alsbald berichtlich anzuzeigen. Gie ß en, den 29. August 1916. Grvßberzvgtiches Kreisamt Gießen. vr. U sing er.__ Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dein Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, den 27. Ailgust 1916 Schulbeginn und Sommerzeit. Es wäre sehr zu wünschen, daß auch bei uns, >vie schon in Frankfurt und anderen Städten geschehen ist, der Bcgin i des Schulunterrichts zum 1. September aus 8 Uhr verleg! »vurde. Wenn schon im Sommer der frühe Schulanfang sich für die Kmder nachteilig fühlbar machte, umsomehr jetzt im Herbste, wo ötc ftmber Schon bei Dunkelheit ausstehen müssen. Die kalte nebelige Morgenluft ist auch für die Gesundheit der Kinder mcht von Vorteil. 11. | Mäßiger Krieasaufschlaa jGalemAleikum I GalemGolö l Aiyctreiien. i Wllkommensie Liebesgabe! | PreisiN ns 4,5 6 6 io B 4 5 6 6 10 12 Pf.dSluck # einschließlich Krie g saufschlo g Trustfrei! W_ ByiiiiiiiHuiiiiiUiiiiiiiiiiiifiiiiuiiiiuiiiujuüUUimuiiuiuiiiS Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Mitteilung, daß mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater. Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Christian Euler 11 gestern abend 11V, Uhr im 68. Lebensjahr nach langem, schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden sanft entschlafen ist. In tiefer Trauer: Elisabeth Euler, geh Weidig Familie Spie» Familie Haller Familie Karl Euler Familie Funk. Gießen, Lauterbach, Bieben, den 29. August 1916. 16156 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. d. Mts. nachmittags 8 l /a Uhr vom Portale des neuen Friedhofes statt. Auf den Schlachtfeldern starb den Heldentod unser treuer Bundesbruder Lehramtsassessor Leutnant d.R., Inhaber d. Eisernen Kreuzes. In tiefer Trauer; Math. nat. Verbindung Fuhr XX 614ID Veteranen-Verem Wir setzen die Mtglieder von dem Ableben unseres lieben Ka- meraden C§ii*§st« geziemend in Kenntnis. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 31. August nachmittags SV* Ußt von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 6174D Der Borstand. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren lieben, guten unvergeßlichen Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel Veteran von 1866 nach langem schweren Leiden im Alter von 81 Jahren heute nacht 3 Uhr zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen.- Heinrich Wallbott X. und Familie Jakob Bricgcl Ifi. und Familie Wilh. Vogel und Familie Heinrich Briegrel V. und Familie Eudwig Bricgel und Familie. Garbenteich, Berlin und Eifa, den 29. August 1916. 011549 Die Beerdigung findet am Freitag, den 1. September, nachmittags 3V 2 Uhr in Garbenteich statt. Gasherde e i n flamm ig u. mehrflammig sowie 6asbratöfen in bester Ausführung und in allen Grössen empfiehlt zu billigen Freisen [1764 EdgarBorrmann Eisenhandig., Neustadt 11 Wühl- und Schubrad- Am 20. August starb im Reserve-Lazarett Berlin nach langem schweren, mit großer Geduld getragenem Leiden unser lieber, guter Sohn und Bruder, Neffe und Onkel Grenadier Georg Kraft im 21. Lebensjahre, was wir hierdurch Ver- wandten und Bekannten Mitteilen. In ttefer Trauer: Familie Georg Kraft Fda Werner geb. Kraft. Gießen (Wetzsteinstr. 42), 28. August 1916. jrnit Entleerung direkt in den Sack, r 603ö a eiserne Wende- und UnivsrsaipfEüge Eggen etc. empfiehlt Maschinenfabrik, Elch. Für die vielen Beweise Herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir aus diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Familie Bücher Familie Damm uebft Angehörigen. Saasen, 29. August 1916. Feinste Icbendfrlsctic Schellfische soeben eingetroffen bet l 6000 August Waüanfeis, Lolovialw.. Ißekik. u. Weinadl. Telefon 262. Marktplatz 17. Horidoh! Jagdpatronen, rauchlos und Schwarzpulver Marke Köln-Rottlveil Marke Ntendörscr eingetroffen. Sofortiger Einkauf empfehlenswert. Selterörveg. 15806 Vortrag mit Lichtbildern gehalten von Oberleutnant a. D. Zowe auf Einladung des Groäherzog- lichcn Garni^on-Kouisnaraios für die Truppen unter Beteiligung der Zivilbevölkerung am Mittwoch, den 30. August, abends 7 Ohr in der XcuenAnla der Universität. Karten zu 31 k. 2 .—, 1.—, und 50 Pfg. hei Chaliicr, Musikalienhandlung:, Neuen weg 9 und an der Abendkasse. 6128D Sormtae;, den 3. September findet der 6159 ifaf IlSliilit Zrankfmter5Lratzeim„Lannhäuftr" statt. Zu zahlreicher Beschickung ladet ein Der Vorstand. BekKnrrtmachNNg. Beirifft: Viehzählung am 1. September 1916. Auf Verfügung des Großherzoglichen Ministeriums des Innern findet am L September ds. Js. eine Viehzählung statt. Gezählt werden das Rindvieh, die Schweire nach be- stimmten Altersklassen und die Schafs. Die Aufnahme erfolgt durch von der Stadt beauftragte Zähler. Wer vorsätzlich die Anzeige seines Viehbestandes, zu der er etwa anfgefordert wird, nicht erstattet oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaberl macht, wird mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mk. bestraft: auch kann Vieh, dessen Vorhandensein verschwiegen worden ist, im Urteil für dem Staate verfallen erklärt werden. Gießen, den 28. August 1916. . 6166B Der Oberbürgermeister. Keller. Butter- undFettverssrgrmg. Die auf die Fettkarte der Stadt Gießen abzugebende Menge wird mit Wirkung von heute ab aus Vs Pfund festgesetzt. Gießen, den 29. August 1916. , 6164B Der Oberbürgermeistrr. Keller. BekKNKttNKchrmg. Der Stadtverwaltung steht eine größere Anzahl kupferner Kessel zur Verfügung, die auf Wunsch zu Ein- nlackizwecken abgegeben werden. Gesuche sind an das Lebens mitckelantt, Ostanlage Nr. 39, Zimmer Nr. 4. zu richten, woselbst die uiüjecen Bedingungen zu erfahren sind. 6170 B Gießen, den 29. August 1916. Der Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung. Betr.: Allgemeine Bestandsaufnahme der wichtigsten Lcbensnrittel cm 1. September 1916. Auf Grund der Bundesratsverordnung vom. 3. August 1916 findet am 1. September 1916 eine allgemeine Ve- stnndsausnaHme der wichtigsten Lebensmittel statt. Die Anfnahmie erstreckt sich auf: 1. Haushaltungen (EinzelHaushaltungen mrd Familien- hcmshaltungen mit -weniger als 30 zu verpflegenden Hans halttMFsmibgliedern). 2. a) Haushaltungen mit 30 oder mehr zu verpflegeiÜLn Hcnrshallungsmitgliederu, b) öffentliche Mrperschaßten, Koutrnunalvec-ände, sonstige öffentlich-rechtliche Körperschaften und 3§ec- dände aller Art, c) Anstalten aller SCrt, Krankenan stakten, Kranken- hächer, Irrenanstalten, Erholungsheime, Pensio- nate, Erziehungsan-stalten aller Art, Gefangenem- anstalten aller Art, Armen- und Unterkunftsan- statten aller Art. Volksküchen und sonstige Anstalt- ten, d) Gewerbe- und Hondelsbetrieve aller Art, einschließlich der Lagerhäuser. .Kühlhallen mtb dergl., Konfumivereme, Genossensckiaften und ähnliche Bereinigungen, die die Versorgung ihrer Mitglieder mit Lebensmitteln betreiben. Die Aufnahme in den Haushaltungen mit weniger als 30 zu verpflegenden Haushaltungschitgliedern umfaßt folgende Gegenstände: 1. Fleischdauerwaren (Schütten, Speck, Würste, Rauchfleisch, Pökelfleisch und andere Fleischdauerwaren), 2. Fleischkonserveir (reine Fleischkonserven in Büchsen. Dosen, Gläsern), 3. Fleischkonserven mit Gemüse oder anderen Waren gemischt in Büchsen, Dosen, Gläsern usw., 4. Eier. Mir jede der Gruppen 1—3 sind die vorhattdenen Bestände in einer Gesamtsumme nach vollen Pfunden anzugeben. Mengen von weniger als 1 Pfund sind nidyt anzugeben. Eier sütd nach der Stückzahl anzugeben. Die Auffiahme bei .Haushaltungen von 30 und inehr verpflegten Haushaltungsmitgliedern, Körperschaften, Anstalten undl Betrieben unrsaßt folge,tde Gegenstände: 1. Reis, 2. Reismehl und Reisgrieß, 3. Bohnen, 4. Erbsen, 5. Linsen, 6. Schinken. 7. Speck, 8. Würste, • 9. sonstige Fleischdauerwaren (Rauchfleisch, Pökelfleisch Gefrierfleisch u.a.), 10. FleischkonscrveN (reine Fleisch ko nserver^, 11. Flei Wonserven mit Gemüse oder anderen Wären gemischt, 12. Fischkonserven, 13. Gesalzene und getrocknete Fische einschließlich Heringe, 14. Gemiüsekonserven, 15. Dörrgemüse, 16. Darrobst. / 17. Zucker, > 18. Marmelade ohne Höchstprets, 19. Marmelade mit Höchstpreis, 20. Obstmüs, Obst- und Rübenkraut und ähnliche zum Brotaufstrich dienende Waren, 21. Kunsthonig, 22. Kaffee (gebrannt), 23. Kaffee (ungebrannt , 24. Tee, 25. Kakao, 26. Kondensierte Milch, 27. Milchpräparate, Trockenmilch u. a., 28. Eier, 29. Speiseöle, 30. Butter, 31. Schmalz, 32. sonstige Speisefette, 33. Seife. Für jede der Gruppen sind die Vorha nd men Bestände in einer Gesamtsumme nach Zentnern (100 Pfund) und etwa über schieß endet! vollen Pfunden anzugeben. Mengen von weniger als 1 Pfund sind nicht anzngeben. Gier sind nach der Stückzahl anzugeben. Wer mit Beginn des 1. September 1916 anzeigepflich- ttge Vorräte in Gewahrsam I>at, gleichgültig ob sie ihm gehören oder nicht, ist verpflichtet, die vorhandenen Mengen auf dem vorgeschrieb/nen Anzeigevordruck bis zum Ablauf des 2. September der zuständigen Behörde desjenigen Bezirks anzuzeigen, in dem die Vorräte lagern. Zur Anzeige verpflichtet ist für Haushaltungen der Hanshaltungsvorstarrd oder sein Vertreter, für Gewerbe- und Handelsbetriebe der Inhaber, Vorstand, Geschäftsführer oder deren Vertreter, für die übrigen Anstalten berert^ Vorstand. Für Haushaltungen mit weniger als 30 zu verpflegenden Haushaltungsmitgliedern ist, falls anzeigepflichtige Vorräte rticht vorhanden sind, unter Benutzung des Vordrucks eine Fehlanzeige zu erstatten. Vorräte, die sich mit Beginn des 1. September 1916 m den unter Zoll- oder Steueraufsicht stehenden öffentlichen Niederlagen beffnden, werden von den Zoll- und Steuerbehörden nachgewiesen, dagegen sind Vorräte, die sich zu diesen! Zeitpunkt in den unter Zoll- oder Steueraufsicht stehenden Privatlagern mit oder ohne amtlichen Mit Verschluß u.a. oder in Zollausschüssen oder Frei- bpzirkeu befinden, von den Lagerhaltern anzuzeigen und gleichzeitig mit den im freien Verkehr befindlichen Vorräten m einer Summe anzngeben. Diese NachweisnngeN sind unmittelbar der Groß herzoglichen Zentralstelle für Landesstatistik zu erstatten. Bei Haushaltungen mit weniger als 30 zu verpflegen- oen Haushaltungsmitgliedern besteht die Anzeigepflicht nur bezüglich der für diese in Betracht kommenden Gegenstände. Die Anzeigepflicht erstreckt 'sich nicht auf Vorräte, die tut Eigentum des Reichs, der Bundesstaate,! oder Elsaß- Lothringens, insbesondere der Heeresverwaltung oder der MarincVerwaltung sowie der unter Aufsicht des Reicks stehenden Kriegswirtscktaftsorganisativneu stehen oder zur Ausführung fester Lieferungsverträge überwiesen sind. ^Die vorgeschriebenen Vordrucke werden am 31. August ds. Fs- durch von der Stadt beauftragte Personen in den einzelnen Haushaltungen abgegeben und am 2. September wieder abgeholt. Sollte versehentlich-einem Haushalte ei,: Vordruck uicht zugestellt werden, so ist der Auzeigepflich- ttge gehalten, demselben ccksbcckd auf dein Lebensmittelantt, OjtaUlage 39, Ziuvmer 1, abzuholen. Zur Ermittekurrg richtiger Awgaben können VorratS- und BetriebsräuMe oder sonstige Aufbewahrungsorte, wo Vorräte der in die Erhebung einbezogencn Art zu vermuten srnd, durchsucht unb die Geschäftsau^eichnungeni und -Bücher des zur Anzeige Verpflichteten nachgeprüft werden. Wer vorsätzlich die ihm Eegende Anzeige nicht oder Nicht rechtzeitig er,lacktet oder wissentlich unrichtige ober unvollständige Angabert macht, oder wer die Durchsuchung oder dre Einsicht der Geschäftspapiere oder -Bücher verweigert. wird mit (östffängnis bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft. Neben der Strafe können Vorräte, die verschwiegen worden sind, ohne UtÄerschied, ob sie dem Anzeigepslichtigen gehören aber nicht, emgezogen werdar. Wer fahrlässig die ihm obliegende Anzeige nicht oder nicht rechtzeitig erstattet oder iunrichtige oder unvollständige Angaben nmcht, wird rnit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark bestraft. 6165 B Gießen, den 28. Angust 1916. Der Oberbürgermeister. Keller. Bekmmtmachrmg über die Beschlagnahme und Bestandserhebung der Fahr- radbereffungen (Einschränkung des Radfahrverkehrß). Die Ablieferung der Fahrraddecken und Fahrradschlauche aus dem Bezirk der Stadt Gießen hat nach Brotmarkenbezirken an folgenden Tagen, vormittags 9—12 und nachmittags 3—f> Uhr, zu erfolgen: 1. Brotmarkenbezirk 1 und 2; am 1. September. 2. Brotmarkenbezirk 3 und 4: am 4. September. 3. Brotmarkenbezirk 5 und 6: am 6. September. 4. Brotmarkenbezirk 7 und 8: am 8. September. 5. Brotmarkenbezirk 9 und 10: am 11. September. 6. Brotmarkenbezirk 11 und 12: am 13. September. Die Besitzer von Fahrrädern, die zur wetteren Benutzung nicht zugelaffen worden sind, werden hiermit aufgesordert, die von den Fahrrädern durch sie loszu- lösenden Bereifungen au den jeweils genannten Tagen persönlich an die Sammelstelle der Stadt Gießen Turnhalle der Stadtknabenschnlc, Nordanlage 8 abzuliefern. Die Besitzer erhalten je nach der Gute der Bereiftmgen den entsprechenden Geldbetrag sofort ans bezahlt tmd haben durch ihre Unterschrift den richtigen Empfang der betreffenden Summe zu bescheinigen, sowie ihr Einuerftändnis mit der erfolgten .Klasfenbewertung anzuerkennen. Spätere Einwendungen gegen die Bewertung können keine Berücksichtigung finden. Falls eine Eittigung über den Uebernahmevreis auf diesem Wege nicht zustande kommt, nimmt die Sammelstelle die Be- reifttngen nicht an: diese werden vielmebr später enteignet. Die Preise sind nach § 6 der Bekanntmachung des stellvertretenden Generallommandoö des 18. Armeekorps voia 12. Juli 1916 labgedruckt am gleichen Tage im zweiten Blatt des Gießener Anzeigers! für jede Decke für jeden Schlauch Mk. 2Nk. Klaffe a Isehr gut) 4.— 3.— Klasse b (aut) 3— 2.- Klaffe c (nocki brauchbar) 1.50 1.50 Klasse d (unbrauchbar) 0.50 0.25 Es werden auch Fahrradbereifungen von derSamme!» stelle ohne Entgelt angenommen, wenn die Besitzer aus Bezahlung Verzicht leisten. Die hierdurch erzielten Erlöse kommen nicht den Gummifabriken zugute, sondern sollen die Möglichkeit gewähren, die wiederhergestellten Decken und Schläuche zu den in Aussicht genomntenen Preisen den mittelbar und unmittelbar für Heeres- und Volks- Versorgung arbeitenden Teil der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Diejenigen Fahrradbereifuttgen, die bis zmn 15. September einschliegllch nicht freiwillig abgeliefert worden sind, muffen ms spätestens 1. Oktober bei dem Oberbürgermeister der Stadt Gießen »tach bestirnmtem Vordruck angemeldet rverden: die hierzu erforderlichen Meldescheine werden auf dem Stadthaus, Zimmer Nr. 15, kostenlos abgegeben. Sämtliche ans diese Art gemeldeten Fahrradberettunaen werden später enteignet. Dle Ablteferungspslicht der Bereisungen bezieht sich aus alle Fahrräder, die zur tveiteren Benutzung nicht mehr zugelaßen worden sind: dgnn aber auch auf alle dieientgeu oahrräder, die seither unbenutzt in Kellern und Bodenräumen ausbewahrt worden sind. Gießen, den 29. August 1916. 6158B Der Oberbürgermeister. Keller. V