Hr. 202 'Der Sictze»er «stheürt täqikch, aocher Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich GktzenerKmni lirnblätter, zweünQt wöchentl.Ureis- dlattfLrScn Ureis Slctzen (Dienstag und Freitag)- zweimal monntl. Land- Mirtlchaftliche Zeitfraaen Fernsprech - Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Vertag,Gejchäftsstettebl Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gietzen. Amm^me von Anzeigen für dw Tagc^nmuner bis zum Abend vorher. Erstes Blatt (66. Zahrgang Dienstag, 2Y. August Mb General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der vriihl'schen Unw.-vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Lchristleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: 5chulstr.7. Sezn qsv r^'l $■. inonatl. 90 Pf., viertel« jährl. Mt. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 60 Pf.: durch die Bost Mk.2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., ausw» 20 Ps. — Haript- schriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich sür den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz: für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr. R.Zenz: für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich m Gießen, Deutschlands Uriegserllänmg an Rumänien. Berlin, 28. August. (WTB. Amtlich.) Nachdem, wie bereits gemeldet, Rumänien unter schmählichem Bruch der mit Oesterrerch-ttngarn und Deutschland abgeschlossenen Verträge unserem Bundesgenossen gestern den Krieg erklärt hat, ist der kaiserliche Gesandte in Bukarest angewiesen worden, seine Pässe zu verlangen und der rumänischen Regierung zu erklären, daß sich Deutschland nunmehr gleichfalls als im Kriegszustand mit Rumänien beftudlich betrachte. * * * (WTB.) Großes Hauptguartier, 28. August. (Amtlich.) W e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Im Sommegebiet machten abends und nachts unsere westlichen Gegner unter Einsatz starker Kräfte nach ausgiebiger Feuervorbereitung erneute Anstrengungen, unsere Linien nördlich des Flusses zu durchbrechen. Gegen die Fronten Thiepval—Mouguet Fe. und Del- viltewald—Ginchy stürmten mehrmals Engländer, gegen unsere Stellungen zwischen M-aurepas und Clöry Franzosen an. Die Angriffe scheiterten, teils nach Na h - kamvf. teils durch Gegenstoß: südwestlich von Mouguet Fe. und im Delvillewald wird in kleinen Graben- teilen twch weiter gekämpft. Auf der übrigen Westfront, abgesehen von lebhafter Feucrtäti gleit in den Abendstunden. beiderseits des Kanals -»mt La Bassse und auf dem Ostufer der Maas nichts wesentliches. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfcldmarschalls von Hindenburg. Bei Lennewadcn brachte ein Patrouillenvorstoß zwei Offiziere und siebenunddreißig Gefangene ein. Nordöstlich von Swiniuchp (im Lucker Bogen) wiesen österreichisch-ungarische Truppen Angriffe russischer Abteilungen ab. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Nördlich des Dnjeftr brachen abends starke russische Kräfte zum Angriff vor. Ein Anfangserfolg des Feindes bei Delejow wurde durch nächtlichen Gegenstoß völlig ausgeglich cn. Weiter nördlich kamen zwischen Toustobabp und Zowa- low Angriffstruppen unter der Wirkung des Sperrfeuers nicht zur Entwicklung aus den Sturmstellungen. In den Karpathen wurden russische Vorstöße gegen die Kampfhöhen nordwestlich des Kukul und auf Slara Wipi- zyna zurückgeschlagen. An der Grenze von Siebenbürgen wurden rumänische Gefangene eingebracht. Balkan-Kriegsschauplatz. An der M o g l c n a - F r o n t setzten sich die Bulgaren in Besitz der Höhen südlich Zborsko. Au der Eeganska Planina sind serbische Gegenstöße gescheitert. O b e r st e Heeresleitung. Was wir gestern angedeutet hatten, ist inzwischen Ereignis geworden. Der kaiserliche Gesandte in Bukarest ist ängewicsen worden, seine Pässe zu verlangen und der rumänischen Regierung zu erklären, daß sich Deutschland nunmehr gleichfalls als im Kriegszustands mit Rumänien befindlich betrachtet. Diese Kriegserklärung an Rumänien wird von den Blättern aller Parteien als eine selbstverständliche FolA des rumänischen Vertragsbruches ^würdigt, der um so schlimmer zu bewerten ist, da Bratrann als ein geschickter Falschspieler im italienischen Brigcnrtenstil bis zum letzten Äugenblicke seine wahren Absichten durch Gegenzügfi zu verschleiern suchte. Dahin sind die Abkommen über die Carmen- und Merkurzüge zu rechnen, die allerdings schleppenden Verhandlungen über den Verkauf der neuen Ernte, die scheinbare Ablehnung des Russendurchmarsches kurz vor der Kriegserklärung und die Perfidie, mit der Bratianu und Genossen noch anläßlich der Ankündigung des Kron- rates die Sprachrohre der russischen Regierung, das Treiben« der Herren Filipescu und Jonescu nrit Entrüstung geißelten. Wir haben klar Schiff, das ist das Gute, auch der zehnte Gegner hat die heuchlerische Maske abgerissen! M i t v o ll e r Entschlossenheit ist Deutschland auch diesmal an die Seite seiner Verbündeten getreten. In guten wie in bösen Tagen gehören wir zusammen, und wie schwer die Unwetter auch sein mögen, die nach zwei Jahren härtester Kämpfe am Kriegshimmel Heraufziehen, wir gehen ahnen tn unverbrüchlicher Waffengemeinschaft mit unseren Bundesgenossen festen Schrittes entgegen. Sie werden uns bereit finden, die Herrschaften von 'der erweiterten Entente, und neben Hindenburg an d>erO st frontiwird jetzt auch Mackensen auf dem Balkan zu einer Blut- arbeit ansholen. Jetzt ist für ihn der Zeitpunkt gekommen, die Früchte seiner monatelanqen sttllen Vorarbeit zu ernten. In unbegrenztemVer- Rumänen Aadaut?w Jtir/au Ny am70 o Odessa^ fuso JCarlsbvrn*. Ki/ia Tu/facha /Umpolung £l+esctrh\ S/GÖ03J$, Ka/ergSc/K t/eni/TiT***, 1 Wsfr/t ToscbdaWedP \ t A/PrShdr/g T ur.nu.Ju3ye/re/n\. Werna: trauen sieht das deutsche Volk seiner Führung des Feldzuges gegen Rumänien und Rußland entgegen. Er wird bei dieser Aufgabe ebensowenig allein stehen, wie im vorigen Jahre bei der glorreichen Niederwerfung des serbischen Mörderstaates. Bulgaren und Türken werden sich des neu erwachsenden Feindes der Mittelmächte gleichfalls zu erwehren haben und sie werden ihren Mann stehen. So können wir der weiteren Entwicklung der Dinge unverzagt entgegensehen. Mit Zustimmung des Buudesrats hat unser Kaiser an Rumänien den Krieg erklärt. Die ganze Nation weiß die Motive, aus denen es geschehen ist und geschehen mußte, vollauf zu würdiaen. Deutschland erwartet, daß jedermann tm Volk s eine Pflicht tut. * Unser Berliner Berichterstatter schreibt über die Gleichzeitigkeit der bewen Kriegserklärungen: Die Glei.chizeitigk.rr der Kriegserklärung Rumäniens an Oesterreich-Ungarn und Italiens an Deutschland mar kern Zufall. Mit Recht mird die Frage aufgeworfen, ob eine Verabredung vorlag. Ein merkwürdig ähnlicher Vorgang spielte sich bei Beginn des Weltkrieges ab. Am Nachmittag des 3. August 1914 versammelte König Carol den Kronrat zu Sinnia im Schlosse Pelesch, im Musiksaal der Königin Elisabeth. Alle 'waren sie da. die heute noch viel genannt werden, Bratianu, Costinescu, Constantinescu, Take Jr>- nescu, Marghiloman, der alte Peter Carp und der damalige Thronfolger, heute König Ferdinand. Mit ernstem Gesicht verlas Carol ein langes Memorandum. Er gab einen Ueberblick über die Lage. Er schilderte die bisherige Politik des Landes und gab seiner Meinung Ausdruck, daß es „Rumänien zur Ehre und zum Vorteil gereichen würde, wenn es sich an Deutschland und Oesterreich-Ungarn anschließen würde". In diesem Augenblick wurde Herrn Bratianu ein Telegramm überveicht: es war die Mitteilung des rumänischen Gesandten in Rom, daß Italien beschlossen habe, neutral zu bleiben. Die Versammlung explodierte. Von jenem Augenblick an begann die rumänische „Neuorientierung". Bratianu schlug abwartende Neutralität vor, bekämpfte eine formelle Neutralitätserklärung und liatte schließlich fast den ganzen Kronrat für seine „vorbereitende" und alles unentschieden lassende Politik. Auf der anderer: Seite stand König Carol allein, neben ihm Peter Carp. Bald darauf begannen zwischen Rom und Bukarest „Konversationen", die gemeinsame Iiichtlinien der Politik Italiens und Rumäniens festsetzten und Verabredungen für gewisse Fälle treffen sollten. Ihr Ergebrns war, daß beide Staaten vorläufig den Gang der Ev- eigxrisse abwarten, dabei aber ihre militärischen Rüstungen ergänzen sollten, um, wenn einer von ihnen durch einen Offensivkrieg von! einer Macht bedroht werde, sich gegenseitig HLlfe zu leisten. Daher legte es ja Italien im Sontmer vorigen Jahres durch seine ins Maßlose übertriebenen Forderungen darauf ab, Oesterreich zu einer Kriegserklärung zu zwingen, um in Bukarest die Erfüllung der ein-- g^angenen Verpflichtungen zu beanspruchen. Was damals nicht offen gelang, ist diesmal durch diplomatische Winkelzüge vorbereitet und abgekartet worden. Rumänien mußte in derselben Nacht in den Weltkrieg eintreten, in der Italien durch seine Kriegserklärung an Deutschland den großen Ring schloß. Man sprach ja schon lange von einem militärischen Geheimvertrag zwischen Italien und Rumänien. Die rumänische Regierung hat wiederholt in ihren Parteiblättern einen solchen Vertrag ge» leugnet. Selbst der deutschfeindliche rumänische (feratimftet FÄd-, pescu schrieb im „Universul", als die Lage zwisck)en L>esterreich-Un- garn und Italien immer gespannter wurde: „In den nächsten Ta-' gen' steht die Entscheidung in der Haltung Italiens bevor. Wir sind aber noch nicht einmal mit der diplomatischen Vorbereitung des Krieges fertig. Wir besitzen keine bestimmten Erklärungen seitens des Dreiverbandes über Entschädigungen für die Aufgabe der tralität. Italien hat alles geordnet, wir nicht. Sollten wir dank unserer unfähigen Regierung auch diese günstige (?) Gelegenheit zum Los schlagen verpassen?" Man sieht aber doch hieraus, wie die Kriegshetzer in Rumänien stets die Parallelität mit Italien im Auge halten und wie jede Entladung in Rom einen Jirduktions- ström in Bukarest auslöste. Das Tragikomischste in dieser Nachäffung ist das Lied der „unerkösten Bruder", das die Herren Jonescir, Filipescu, Gradescu, Dimürescu und wie sie alle heißen, immer wieder nach-dem Vorbild des italienischen Jrredeutismus anstimm- ten, um auf das Ziel hinzuarbeiten, das jetzt zum tatsächlichen und und eigent lichen Kriegszi'el Rumäniens geworden fit: Die „Erlösung" der unter dem „Joch" von Ungarn und Oesterreich schmachtenden Rumänen. Aber das hat, wie gesagt, etwas höchst tragikomisches. Tie Erlösung wird drüben bei den österreichisch-ungarischen Rumänen nicht gewünscht, sondern höchstens gefürchtet. Sowohl der Führer der Rumänen -m ungarische Reichstag, Herr Vojda, wie der rumänische Episkopat der Doppelmonarchie, wie überhaupt das gesamte rumänisch? Ball in der Bukowina und in Siebenbürgen stehen jeder irredentistischen Bewegung nicht nur fern, sondern sie bekämpfen sie aufs äußerste. Sehr wenige traurige Ausnahmen be,tätigen die gute Regel. Und das zu den Waffen eilende Rumänien muß es erleben, daß der deutsche .Heeresbericht am ersten Tage des Kriegszustandes Rumäniens ganz trocken berichtet: „An der Grenze von Siebenbürgen wurden rumänische Gefangene eingebracht". Sie wurden nicht begrüßt und nicht befreit von der Bevölkerung. Man bereitet der Bundesschwester Italiens dort den gebührenden „Empfang". Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 28. August. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 28. August 1916. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. An den südöstlichen und östlichen Grenzwällen Ungarns hat gestern abend unser neuer Feind Rumänien in heuchlerischem Ueberfall mit unseren Grenzposten die ersten Schüsse gewechselt. Am Roten-Turm-Paß und an den Pässen südöstlich und südlich von B ra sso sind heute ftüh beiderseits Vortruppen insGesechtgetrcten und die ersten rumänischen Gefargenen eingebracht worden. In den Karpathen wiesen wir iwrdwcstlich des Kukul-Berges etnen starken russischen Angriff unter schweren Fetndesverlusten ab. Auch nördlich von Marpampol endete ctn gestern abend angesetzter Borstoß für die lkkussen mjtf einem vollen Mißerfolg, sie wurden überall, zum Teil im Gegenangriff, zurückgcschlogen und ließen viele Gefangene in unserer Hand. Heeressront des Generalfeldmarschalls von Hindcnburg. Die Armee des Generalobersten von Tersztyanszky vereitelte russische Angriffsversuche. Sonst keine besonderen Ereignisse. I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l l? h. Am Zanriol wurde wieder heftig gekämpft. Nachdem ein Angriff des Feindes in unserem Geschützfeuer gescheitert war. gelang es abends einer italienischen Abteilung, mit starker Artillerieunterstütznng in unsere Grpfelstellung einzudringen. Heute früh warf ein Gegenangriff den Feind wieder hinaus. An der küsterlländischen Front wurden der Monte San Gabriele und die Gegend von Nowa Vas von der italienischen Artillerie lebhaft beschossen. S ü tz ö st l i ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz. Bei den k. und k. Streitkrästen nichts von Belang. Der Stellvertreter des Ehcfs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. * * * Armeebefehl Erzherzog Friedrichs. Wien, 28. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Heute ist folgender Armee-Oberkommando-Befehl erlassen worden: Soldaten! Kriegskameraden! Ich habe euch mitteilen lassen, daß in der Reihe unserer.Gegner ein neuer Feind aufgetaucht ist: das Königreich Rumänien. Euer ehrlicher Soldatensinn wird für diesen räuberischen Uebersall bas richtige Maß an Verachtung finden. Wir haben in den vergangenen Jahren manche schwere Stunde überwunden. Wir werden auch den neuen Strauß in Ehren durchkämpsen, unserem Eidschwur zu den Fahnen des Allerhöchsten Kriegsherrn getreu! Gott mit euch! Erzherzog Friedrich. * * * Rumänien. Auf der rumänischen Gesandtschaft. Berlin, 28. Aug. Der hiesige rumänische Gesandte Doldiman befindet sich zurzeit nicht in Berlin. Er wird heute oder morgen abend auf der rumänischen Gesandtschaft eintveffen. Er wird durch den Gesandten Botolli vertreten, der heute vormittag von seiner Regierung die Bestätigung über die Kriegserklärung an Oesterreich-Ungarn erhalten hat. Der Falschspieler. Wien, 28. August. (WTB. Mchtamtlich. > Wie die „Neue Freie Presse"" von drplvnmtischer Seite erfährt, hat der rumänische MinisterpväsideM Bratianu noch am Sonntag früh den öfter-, leichisch^ungarischen Gesandten Grafen ° Czernin, empfangen und ihm erklärt, er könne und wolle die Neurralität aufrecht erhalten. Ter Kronvat, der nachmittags stattftnde, werde dies beweisen. Mt tle n veüe war jedoch das Schrift stück, tvelches die Kriegs- erftäxantg enthielt, mit der eigenhändigen Fertigung des Ministers des Aeußern, Poramibaru, versehen worden und war bereits im .Besitze des rumänischen Gesandten in Wien. Am 26. August vormittags wurde Graf Czernin von König Ferdinand empfangen, der dem Gesandten erklärte, er wolle keinen .Krieg und 'hoffe, der « K ro n v at tveckde sich im Sinne der Ajufrechterhaltung der Neutralität entscheÄen. Die Führer der rumänischen Armee. Basso, 26. Aug. Es wird als .Kommandant der ersten lArmre General Cu leer, als Kommandant der zweiten Armee; General Arier«seu und als Kommandant der dritten und werben Armee die Generale A s l a n und Br«s kommend, auf eine Mine gestoßen und im Berdon aus (Strand gesetzt worden. Die Havarien sind ernst. Der „Petit Parisien"" meldet aus Marseille: Dqs Paketboot „Lotus"" ist von Alexandria nrit 18 Mann der Besatzung des jüngst von einem Tauchboot versenkten englischen Dampfers „Coquet" in Marseille angekommen. „Deutschland"- Arr-zeichnungeri. Bremen, 28. Aug. (WTB.) Der Kaiser f>at Dr. Lohmann anläßlich der glücklichen Heimkehr des Unterseebootes „Deutschland"" und in Anerkennung der hervorragenden V«r- dienste um das gesamte Unternehmen, den Kronenorden zweiter Klasse verliehen, ferner aus gleicher Veranlassung dev Herren Paul Hilten jun., H. T. Hilten seit, und dem Llopdkapitän Hins ch in Baltimore den Roten Adlerovden vierter Klasse, dein Prokuristen Hoxchse und Bohrmiann den Kronenorderi vierter Klasse, dem Schisssdaud-ire Ucrc Zetzmann (Kiek) den Roten Adierorden vierter Klaffe mit der Krone, dent Oberrngenieur Tochel (Kiel' den Roten Adlerorden vierter Klasse, bem Schiffsbvuingenieur Prusse den Kronenorden vierter Klaffe. Weiter wurden der gesamten Besatzung des Schiffes Auszeichnungen verliehen und zwar dem Kapitän K"önig das Ritterkreuz des Hausordms von Hvhenzvllern, dem ersten Osftzier KrapohL, dem zweiten Offizier Eyring und dem Obermgschinisten Klees der Königliche Kronenorden vierter Klasse, dem Verwalter Kessel, den Maschinisten Frechte, Kießling und Weaener das Verdienstkreuz in Silber, den Matrosen Nacken, Pickert, Born und Möller, den Heizern Schneider, Obrriter, Stein. Dscherner, Schwrrrtzschild und Mitterer die Rote Adler- medaille, den Maschrnerrwärtern Nagel, MMste, Albers, Hultsch, Höfelmann und Zimmer, dem Funkentelegraphisten Geilenmd und dem Bootsmarm Humcke das Allgemeine Ehrenzeichen in Bronze, Beni Koch Simon und dem Aufwnrter Stucke die Kronen- orden-Medaille. Av5 dem Küche. Die Brstverforgung. Berlin, 28. Aug. (DTB. Amtlich.) Nach dem Ergebnis der vorlänfigen Ernteschätzung von Brotgetreide, war das Kurawrium der Reickrsgetreidestelle im Einverständnis mit dem Präsidenten des Kriegsernähruugsamtes in der Lage, die Atrbeiterbrotzul agen, tvelche in den beiden letzterr Monaten des alten Erntewstres — hauptsächlich loegen des Mrtosfelmangels — als Sonderzulagen gewährt lvorden war, nunmehr als dauernde Vermehrung der Brotpürtioneu zuzubilligen, und außerdem allen fuqendlühen Personen zwischen 12 undl? Jahren, ab 1. Oktober, eine Zulage von 50 Gramm Mehl ftir den Tag zu gewähren. Die Brotgetreideernte des Jahres 191t> ist als eine mittlere Ernte zu berechnen, die Wer das Ergebnis der vorjährigen Mittelernte nicht unwesentlich hinaus geht. Sie übertrisft die vorjährige Ernte nicht in demselben Maße, wie die Ernte an Futtermitteln, iHs- besondere an .Hafer und Gerste, ermöglichte aber, wie die Mitteilungen der ReickMetreidestelle an anderer Stzelle sagen, eine nicht unerhebluhe Wervesterimg der Brotvech-orgung der Bevölkerimg vorzunchmen. Die recht erheblichen Zulageü, welche ui den letzlen beiden Monaten des alten Wirtschaftsjahres Schwerarbeitern, insbesondere wegen der Str^ungen in der Kartoffelveriorgung bewilligt wurden, können als dauernde, für das ganze neue Erntejahr in Aussicht gestellt werden. Daneben nnrd dem ml- eitig geäußerten Wunscl), der Jugend mit ihrem erhöhten Er- nährunasbedürfnis in der Hauptzeit chres Wachstums eine Zulage zu bewilligen, Rechttur»g getragen. In der Bemessung der Brotration zurzeit noch weiter zu gehen, ist nicht,möglrch. Es muß vor allen Dingen vermieden tverden, daß ettt« später, wenn dre endgültige Bestandsaufnahme irgendwie geringere Quantitäten ergeben, sollte, eine nachträgliche Herabsetzung stattfüiden müßte, wie fte leider im Dezember des vorigen Jahres hat emtreten müssen, s^er Preis des Brotgetreides blecht derselbe. Ebenso werden die Mahlpreise der Reichsgetreidestelle keine Erhöhung erfahren; ja, es war möglich, den Preis für Roggenmehl ab 1. August uin eine Mark für dev. Doppelzentner herabzusetzen. Sodann hat cs die Gcschäftsabteilung der Reichsgetreidestelle möglich ge- macht, den Preis ftir Weizengrieß.aus den von ihr b«ftMerteni Grießmühten, und zwar den Kleinhandelspreis, vou 45Psg., auf 28 Pfg. für das Pfund herabzusetzen. Auch die Verhandlungen im Kriegsernährnngsamt wegen vermehrter .Herstellung und Verbilligung von Suppensto ffen, Grauben, Grüche Und H a f e c f l o ckdn sind soweit gefördert, daß auch in dreser Hinsicht eine baldige Verbesserung zu erwarten ist. Die Verbilligung und vermehrte Bereitstellung dieser Suppenstoffe, die sich ja crfteulicherweise durchführen ließ, entspricht vielfach geäußerten Wünschen wrvs der Bevölkerung und ist bei der unvermeidlichen Knappl-eit an Fetten von erheblicher Bedeutung für die Ernährung. Alles in allem kann sonach gehofft werden, daß die Versorgung der Bevölkerung mit Brot, Mehl, Gries üud der schrigen aus Getreide hergestellten Na'ch'ungsbeihilse und Ersatzmitteln eine bessere werden wird, als bisher. _._ Ans Stadt und Caitö. Gießen, 29, August 1916. Zwischen Sommer und Herbst. Ein SonlMer ohne Sonnenscheiti, ohne die warmieu DüftS wolkenloser Tage ging durch das Land. Nack der Frühlings- arbert verschmähte es i*e Natur, in goldener Fülle zu ruhen, still zu stehen auf der Hölir des Jahres uud die Reife wie ein Glück zu genießen. Nicht wie eine hohe leuchtende Frau sdand sie über der Erde. Die stolzen Blumen, die um ihren Kleidersaunt blühten, lernten es. vor dem Regen die Kelche zu neigen, die buntechs Schmetterlinge stoben auseinander, und der Troß der Käfer arbeitete sich nur mühsam durch feuchte Wiefenwälder. Auf den Weiden stand unter rieselndem Regän geduldig das Vieh. Neben seiner Herde hält in ver.virtertem Fkausmantel der Schäfer Wacht. Das Gras an den Wegrändern drängt sich üppig übereinander; am Waldrande vor den Birken und rot gesprenkeltem Brombeer- gesträuch schimmert es von iveißen Perlen. Nur einnral um JUli- Augnstwende spannte der HimNrel seinen goldenen wolkenlosen. Togen über die Erde, als der Ernte schw^er Segen eingebracht wurde. — Draußen schlagen noch grüne Zweige an die Fenster; nicht Winter ist es oder Herbst, sondern August. So sagt der Kalender. Aber wenn von den Bäumen Blatt nm Blatt zur Erde taumelt upd die Fackeln herbstlicher Farben in jedem Gartenwinkel ans- glimmen, dann vermag man dem Kalender nicht mehr zu glauben. Die Finten halten schon Versammlungen ab und üben sich zum großen Fluge. Nur wenige Männchen ^vevden sich dem RöisrMge nicht anschließen, sondern daheim bleiben u.nd sich schlecht und reckst durch den Winter schlagen. Xtz Schwalben sitzen in Reih und Glied auf den Drähten und Gittern, plustern sich auf mrd überlegen, wie lange sie noch hier bleiben sollen und ob es nicht ratsam sei, je eher, je .lieber einem Lande zu entrinnen, in dem die Jahreszeiten aus den Fugen gerieten, das sich unter einem ewig grauen Himmel frierend nach Sonne sehrrt vmd zwischen SvMmer Und Lrerbst den Winter vor der Tür wähnt. Aber^dann naht ein Tag, der mit lichter Stirne emporsteigt, der die Sonne in den blauen Glanz des Himmels geleitet. Ein Tag, vor dessen Heiterkeir das Andenken langer Regenwv'chen versinkt, der die Erde mit Licht und i Wärme segne: und denn Sc!>eiden die Hoffnung zurückläßt, daß er der Ersl^ uitk) Auserivä.hlte sei. von einer Reihe glad) holder Brüder. , * '* Amtliche Personalnachrichten. Der G r o ß- h erzog bat nm 26. August den Vortragenden Rat im Ministe-- rium der Finanzen. Abteilung für Steuerwesen, Geheimen Ober- finauzrat Dr. Georg Hellwig zu Darmstadl zum Ministerialrat int Ministerium der Finanzen und Vorsitzenden seiner Abteilung für Ste»ierivesen ernannt. ** Auszeichnung. Am Gründungstage des Landsturm« Bataillons Giessen — 16. August — hat der Grotzherzog den Leutnants Hermann M e n d -e l s o h n , Otto Wagner, sowie dem Feldwebl Akbort Wallenfels und den Nndm-offisiiere-n Fritz A dami und Wilchckm Bärm au n. welche seit Bestehen dem Bataillon augchären, das allgemeftre Ehrenzeichen für Kriegs- Verdienst ani Kriegs da nd,e verliehen. — Denr Infanteristen Wcgifft Leinweber aus Giesen, im bayer. Res.-Jns.-Regt. Nr. 21, nnirde das königl. daher. Militär Verdienstkreuz 3. .Klasse mit Sckffvcrtern verliehen; außerdem erhielt er moch vmr seinem^ Divi- sions-Komlnandenr für hervorragende Leistmrgen bei PatrvUrllen- nnternehm'imgen eine besondere Anerkennung in Form eines Diiplvms. ** Die Wett? ä^m pfe um den Hindenburg- Schild uahinen ääu Samstag nachinittag auf d-er Hcrrdt den schöust-en Verlauf. Alle hiesigen Knabenschulen lprtten Gruppen entsandt, so daß iusgesenut 11 Gruppen mit M- sammen 88 Schülern gegeneinander kÄnrpften. Die Hebungen bestanden in Schnellans, Zeitklettern, Hoch-, Weit- sprung und KugÄstoßen. Da bis zu 5 Ueberpunkdear ge- reckknet wurden, konnte der einzelne Schüler höckfftens 125 Punkte erhaltet!. Die höchsten Leistungen nrit 123 Punkten hatte der Oberreal^chüler Karl Waag (llndersürfe). Den Hindenbürgschild errang für das nächste Jahr mrt insgesamt 846 Punkterl die Mittelftiuse des Gymnasiums (A. Störiko, L. Engisch, 5p. Sievers, G. A. v. Jehrina, L. Oßnurld. A. Walter, W. Cram-er und E. Henkel). Die Mittelstrife des Realgymnasiums, die den Schild im vorigen Jahre erkürnpft hatte, blieb mit 842 Punkten nur 4 Punkte zurück. Der Vorsitzende von Jung- deirtschland wies bei der Verkündigung des Ergebnisses darcnlf hin, daß die Beftrebunaetl von Jungdeutschlandi zimr Ziel hätten, einmal die Jirgend gesuudheitlich zu fordern, zmu andern aber neben Wergenrut auch die höchsten deutschen Tugenden: Selbstlosigkeit mrd Treue zu pflegen. Dr. .Gern übernahnl für das Gymnasinm den Schlbd uild brachte ein Hock) auf Juug'deutschland aus. Nach dem Gesang des Liedes „O Deutschland hock) in Ehren"" zogen die jugendlichen Streiker wieder der Stadt zu. ** Jung denttschlan d. Mittwoch Antreten beider Konlpaanien 8 V 4 Uhr in der TurnhaUe des Realgynmasiums. ** L i ch t b il d e r vo'r t ra g übe r den U-Boot-Krieg. Ans Einladung des Gvoßh. Garnisvnkommandos hält am 30. d. Mts., abends ? Uhr, Herr Oberleutnant Zowe aus Berlin für die Gesigen Truppen in der Reuen Allla d-er Universität eftren Lichtlstldervmch^g über den U-Baok Krieg, d-er do»ckens!l»erterweise auch bn Zivi^oökkerung, zugänglich gemacht nürd. Anhand eines dem Bortrammden T. vom Reicbsmarincamk zur Berfügnng gestellten reichen Bildermatcriales bringt der Vortrag zahlreiche Ein^elheilen von der Einrichtimg mrd der taktisck)en Mrwendimg des Unterseebootes und der übrigen Waffen des Unlerivasftnckampses, des TsrpetttzS und der Se^nHne. Karten zu 21., 1 M. und 50 Pfg. bei Chatlier, MüsikalienHandlung, NeueMve'g 9. Kriegs-Sparkarten. Die Bezerk»parkasse Giespm mackst i» der vorliegendcku Nummer dtckannt, daß.die bei ckn ilmymld der Zeichnnngsfrift der neuen KriegSmllatlie auszirgH«^d«i sog. ,,.^«r4fbad!atet" im Betvage hon 2, 3 imb 10 Mk. vom 1. O?-- tobtx ob, bis zwei Jahre mich Friedensschluss dm Bewerbern m f ft u T ^5 r ö j e n t verirrst werden. Schulen oder sonstige Personen- fmK können auch'Blocks zu je 20 Stück beziehen. Die Bezirksspar- ImÜU erwirbt für die einqel-enden Beträge Kriegsanleihe. Die twm den Einzelpersonen zu erwerbendm Spcrrkcrrten sollen den Betrag von achtzig Mark nickst übersteigen. Landkreis Giessen. ne. Bellersheim, 20. Aug. Auf dcnr Felde der Ehre fiel erst 'IWHriy der Musketier Ferdinand Mühl. .Kmrm von einer- Verwundung geheilt/rückte er zürn zweitm: Male ins Feld mtd fiel schon, nachdem er zwei Tage der Kompagnie zugeteilt war. ff ie ganze Gemeinde rthmirt Anteil an dem Verliiste, der die schwergeprüfte Familie getroffen hat. — Martin Bet t i n g h a n - sen erhielt ine Hessische TapferleitSmedaille. — Tie Halmfrüchte find jetzt alle geschnitten, über Weizen und .Hafer stehen teilweise noch , ans den Feldern, da die ungünstige Witterung dem Einbringen hinderlich war. Am beffcm von allen Halmfrüchten hat sich der Hafer entwickelt und liefert daher auch dm größten Ertrag, ltvrn und Weizen dagegen bleiben im Wrnerertrag etwas hinter den erwarteten Erträgnissen zurück. Stroh liefern alle Ge- imbep.rten in diesem Jahre reichlich. Auch die Grnnnneternte verstricht sehr ertragreich zu werden, so daß an Fut^rmittelni kein Mangels herrschen wird. Kartoffeln haben sich ebenfalls vor- züglich entwickelt und sind frei von Krankheiten. Die OWerntö aber bleibt hinter den Erlräg-nissen des vorigen Jahres zurück/ n. Heuchelheim, 26. Aug. Auf dem Felde der Ehre starb den Heldentod Musketier Karl Hildebrandt. Die Musketiere Karl Hahn und Otto Sack gellen laut Nachricht der zuständigen Truppenteile als vermißt. br. R e i n h a r d s h a i n , 29. Aug. Gestern fand auf dein Wirberq eine Gedächtnisfeier für den verstorbenen Dragoner Wilhelm Wenzel im Dragoner-Regt. Nr. 25, gebürtig von Rein- hardshain, statt. Er erkrankte an Typhus, dem er am 26. Juli in Wilna erlag. Zur Ehre des früh Verstorbenen hielt der Orts- geistliche eine Ansprache, die auf die zahlreichen Zuhörer einen ' liefen Eindruck machte. tt. T r« i s a. L., 29. Ang. Große Freude herrschte dieser Tage bei den Angehörigen dos seit 30. August v. Js. vermißten /Olnsketiers Wilhelm Kehr von hier, als die erste Nachricht von ihm erntvaf, daß er in russischer Gefangenschaft sei und in der Nähe von Moskau auf einen: (Ä-ektrizilätswerk eine gute Arbeitsstelle gefunden habe. — Zum Eisernen Kreuz, das er in vorigem Jahre aus hem, östlichen Kriegssckw'uplatze erhalten, bekam bicf-er Tage die Hessische Tapferkeitsmedaille der Unteroffizier Nil. Pfeil von zier, zurzeit im Lazarett zu Butzbach. Die gleiche Auszeichnung erhielt vor einiger Zeit der Unteroffizier H. Erb von hier, den auch ahl von 14 500 Personen. An 23 Verla ns tagen l>aben 437 Personen Goldsachen im Werte von 8940 Mk. bei der hiesigen Goldankausstelle abgeliefert. In 43 Städten der Provinz wurden Goldankausstellenge'. 7 ründeL und seit Beginn des Ankaufs 1 183 162 Mark für Goldsackxn ausgegeben. IVa. E h r i n g s h a u s e n. 28. Aug. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Unteroffizier Fritz Die hl, Jnf.-Rgt. 116. Hessen-Nassau. ll Marburg, 29. Aug. Äm Hang des Wehrdaerwaldeo nördlich unserer Stadt vor den: Dorfe Wshrda, wo vor etwa 700 Jahren die Landgräfin Elisabeth von Hessen in einen: bescheidenen Häuschen ihren Witwensitz nahm, haben seit einigen Jahren verschiedene Gebäickichkeiten des „Deutschen Diakonie-Verbandes", nämlich das Schwesternhaus „Ramoth" mit einem dazu gehöriger: großen Gutshvf, sonne das Diakonenhaus „Tabor" Platz gesunden. Tie zunehmende Ausdehirung des oben erwähnten Verbandes machte den Bau eines winteren großen Mutterhauses erforderlich, das ebenfalls auf dem bezeichneten Berggelände in herrlichster Lage seinen Platz fand. Es wurde gestern unter großer Beteiligung in feierlülpr L>eist eingeweiht. Ansprachen hielten u. a. die Pastoren Thimme und Krawielitzki, sowie Missionsprediger Vetter. Bei der Feier, die in dem großen Säule des Hauses stattfand, wirkte auch ein vorzüglich eingeübter Schwestern chor mit. ke. Frankfurt o. M., 29. Äug. Der 12jährige Albert Mutschler rettete den 9jährjgen Albert Kerbel, der au der Niederräder Schleuse in den Main gefallen war, von dem sicheren Tode des Ertrinkens. H. T. £) e r b o r n, 28. Aug. Das Eiserne Kreuz erhielten : Reservist Emil H a i n - Frohnhausen (Dillkr.); Unteroffizier Weber und Musketier Hrch. B r e i d e n st e i n - Niederscheld; Unteroffizier R>ldolf K a s p a r i und Gefreiter Wilhelm Kaspari- Oberroßbach (Dillkr.) ke. Fulda, 28. Aug. Der Blitz schlug gestern in Almen« darf in die Scheune des Bahnwärters Möller. 'Im Nu stand die Scheune in Hellen Flammen, die auch auf die angrenzende Hofraite des Landwirts Lauer Übergriffen und auch dessen Scheune sowie das Stallgebäude und ein Wohnhaus in Asche legten. Der Schaden an verbrannten: Heu und Getreide ist sehr bedeutend. . X. Fulda, 27. Aug. Die im Monat Juli d. Js. auf Veranlassung der Landwirtschastskaminer Kassel, in 21 Kreisen des Regicrungs - Bezirks Kassel abg-ehaltenen Ziegenlämmermärkte waren mit insgesamt 1492 Tieren beschickt. Um einen besonderen Anveiz zur Beschickung der Märkte zu geben, hatte die Landwirtschaftskammer für jeden Markt den Betrag von 303 Mk. zur Prämiierung der besten Ziegen- und BocklämMer ausgesetzt. Insgesamt wurden für Prämiierung 4658 Mk. airsgegeben, und zwar für 146 Bocklämüner 952 M'k., für 516 weibliche Ziegenlämmer 3706 Mk. Nach dem Sachverständigenbericht scheint,. soweit es sich nach dem auf den Märkten gewonnenen Eindruck feststellen läßt, die Ziegenzucht in den Kreisen Eschwege, Marburg, Kirchhain, Melsungen, Homburg und Schmalkalden an erster Stelle zu stehen. Es sind das diejenigen Kreise, in welchen die Tätigkeit der Zuchtvereine am längsten gewirkt hat. g. Eschwege a. d. Werra, 29. Aug. Die Gemeinde Rohr au der Werra, der Geburtsort des Kapitän König, hat diesen anläßlich der glücklichen Rückkehr der „Deutschland" zum Ehrenbürger ernannt. ul. Fachingen, 29. Aug. Am hiesigen Mineralbrunnen verunglückte bei einer Reparatur des einen Last- und Per» sonenaufzuges der Maschineistührer Frrtz Fachinger von hier. Er ist wahrscheinlich ausqeglitten und mit dem Kopf in den Schacht des daneben fahrenden Aufzuges gefallen, wobei er so schwer verletzt wurde, daß der Tod auf der Stelle eintrat. „Heöenket der GeburtZtagrspende sm '5 Mk Kreits“! Verein isehter. — Frankfu rt c. M., 28. August. Eine eigenartige H o chzeits feier begeht demnächst der Schriftsteller Karl W a ß- m ann. Wie der Heiratskandidat selbst ankündigt, sieht „die dem Ernst der Zeit Rechiiung tragende Feier eine Huldigung am .Heinrich Heine-Denkmal, eine Feier im Obdachlvsci:asyl, den kirchlichen Tranakt durch den freireligiösen Prediger Klauke und das eigentliche Hochzeitsfeft im eigenen Heime vor." Von „bedeutenden" Persönlichkeiten hat Waßniann u. a. auch den König der Boheme, Danny Gürtler, eingeladen. Den genaue:: Termin der Trauung soll Frankfurt noch durch die Tagespresse erfahren. — Wenn mit die Polizei den verschiedemi: „Abteilunge::" der Waßmannschen Hochzeitsfeier keinen Strich durchs Programm macht. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlichcr Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Allltmocy, den 3i>. Aug. 1916: Bedeckt, Regenfälls, tagsüber etivas kälter. Letzte Aachrichten. Die ersten Grenzkänrpfe mit den Rumänen. Berlin, 29. Aug. Der Korrespondent des „Berlmer Lokal- Anzeigers", ^birchlehver, meldet aus dem K. K. Kriegspresseguar- tier unter dem 28. August: Wülwerid am Sonntag die Kundcl von der Kriegserklärung Rumäniens bekannt wurde, bestanden die zur Front des Thronfolgers Erzl-erzog Carl gehörigen krie<^ bewährten Truppen bereits ihre ersteil, siegreichen Gefechte mit den rumänischen Bortrnppen. Unter anderein fanden Zusammenstöße am Tömöser'-, Törcsvarer- und Vöröstoronyaer-Paß statt. Uckberoll griffen die Rumänen an. Wie mttgetarlt wurde, schlugen wir in dem größten Gefecht am Vöröstoronyaer-Paß ein bi- z:vei feindliche Bataillone zurück. Unsererseits kamen nur kleinere Gren-schutzaLteilm:gen ins Gefecht. Diese ersten ZusaiTrmenltw . denen sich naturgenräß allgemeines Interesse znwendet, waren un mittelbar gegen die nahe der Grenze gelegen?':: b'iden Hauptor^H Siel^enbürgens Brasso (Kronstadt) und Nagyszeben (Hermann- ftadt) gerichtet. Der Tömöser-Paß ist eine Talei?ge, die nördlich und unterhalb des 1040 Meter hohen Predeal-Sattels liegt. Hier geht die Eisenbahnlinie Budapest—Preleat- Bukarest. Die Station Predeal ist 30 Kilometer südlich Bresso gelegen. Am Tömösm Paß steht ein Denkmal für die Hon red.:, die Htx 1849 gegen du Russen kämpften. Jenseits der Grenze liegen die bekannten rumänische:: 5l'önigsschlösser Sinai und Peles, Sinai, ;n< leich der „Sem mering" für die oori:ehmc' Bukaresler Welr. Der Törcsvarer-Paß (Törzburg' ist 1245 Meter hoch und trägt die Straße Braffo— Törcsvar(Törzbrrrg)—Cimbvlung. Der VötöftaNyeer-Paß lRottr Turm) ist 350 Meter hoch und das Durchbruchstor des Alnta P-sse§ eines 30 Kilometer lange, sehr enge :md wilde Felsschlucht mit Chaussee und Eisenbahn: von Nagl-seben (Herrmamrstadt) nach Rrmnicul Vrlcsa. Die Folgen des rumänischen Eingreifens für die militärische Lage. B e r l i n, 28. Aug. Bon einem alte:: preußischen Offizier wird dem „Berliner Lvkalänzeiger" geschrieben: Ohne auf die runnnrische Armee als Faktor auf der Mgenseite in diesem Kriege naher einzugehen, als dilrch die Festitellmvg, daß diese 9lrmee im Kriegsfälle und nach der in Rumänien rmch dem Batkarrkrieg von 1913 dnrrchgeführte:: Armeeorganisation imstande sein dürfte, 400000 bis 500 000 Mann in ihrem Werte unbekannter Kärnpfer in die Wagschale zu werfen, wollen wir dem neuen Kriegsschauplatz, der durch Rumäniens Kriegserklärung geschaffen ttwirbe, eine kurze Betrachtung widmen. Ter Rumäne muß darauf vorbereitet sein, daß der Krieg mcht von langer Dauer sein kann und sein darf. Die Lage seines Lai:des ist eine derartige, daß er auf die augenblicklich in seinem Lande vorhandenen Mmütionsvorräte angewiesen ist, ohne in absehbarer Zeit auf eine Auffrischung der Bestände rechnen zu können. Diese MünitivnsVorräte sollen aber nur vier bis fünf Wochen reiche::, :cnd ob in dieser Zeit die in Archangelsk lagernden Munitivnsvorräte hevangeschafst werden können, erscheint zweifelhaft. Daraus geht hervor, daß sowohl von Seiten der Rumänen, als auch von Seiten der Verbündeten schnellstes Handeln als unbedingt erforderlich betrackstet rverden wird. Graf Andrassy und die rumänische Kriegserklärung. Budapest, 29. Ang. Ter „Aß Mi^-Bevi^erstattier veröffentlicht eine Unterredniuz mit dem Grafen Andrassy über dve rumänische Kriegserklärimg. Andrassy äußerte: Rinnäniens Kriegs- crkläning ist ein einfacher räuberischer lleberfall. Eine riesige: Korruption bereitete diesen Krieg vor. Wir brm:chen indes nicht zu erschrecken. Siebenbürgen ist indes von Natur aus ein starkes Bollwerk. Unsere Regierung und unsere Heeresleitung sahen längst die Gefahr voraus, und so können wir hoffen, daß wir nicht nn-i vorbereitet sind. Wir Ungar:: wissen, daß wir für unsere Existenß kämpfen. Ohne Siebenbürgen ist kein Ungarn denkbar. Die Rumänen wollten nicht abtvarten, bis Bulgarien an der Saloniki- Front völlig siege und seine Armee dort ganz frei rverdck. Wir bosien aber, daß ihre Berechnungen ihnen iricht viel mrtze:: werten.. Bill garten vergaß niemals Rumäniens Haltung im Bakkarrkriege und hielt seine Truppen gegei: den verhaßten Nachbar unter bereit. Rumänien treibt ein verwegenes Spiel bei seiner strategischen Lage, die die denkbar schlechteste ist. Aicch ist der größte Teil der Bauern- sck-aft gegen den Krieg. Was aber cunti kommen mag, wir sind in der Lage, in der wir bis zum Ende kämpfen müs^n. Die ersten 10 Millionen für die ftinfte .Kriegsrrnkche. Elberfeld, 29. Aug. Tie städtische Sparkasse in Elberfeld wird auf die kommende fünfte Kriegsanleihe für sich und ihre Sparer einen Betrag von 10 Millionen Mark zeichnen. Amtlicher Teil. Bekanntmachung betr. weitere Ausnahmen von der Bekanntmachung Wer RoWckak. Vom 18. August 1916. Auf Grund des § 2 der Bekanntmachung über Rohtabak vom 7. August 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 920) bestünme ich: I. Die Rohtabakausfuhr-Prüfungsstelle wird ermächtigt, Äbis- nahmeu von den Vorschriften in § 1 der Verordn:mg auch in den Fällen zuzulassen, in denen nachweislich Kaüfverträge Wer Rohtabak vor dem 8: August abgeschlossen, aber rwch nicht erfüllt sind. II. Die Rohtabakausfuhr-Prüftmgsstelle wird weiter ermächtigt, die Lieferung von Rohtabak an Kleinmengenverkäufer (§ 6 der Tabakzollordnung) zuznlaffen, toenn diese sie nachweislich zur Kersmaung der Klein:neng«:käuser benötigen. III. Der Verkehr mit Ansichisn:ustern und Arbeitsmustern bis zu 2 Kilogramm von jeder Sorte bleibt frei. Berlin, den 18. Llugnst 1916. Der Reichskanzler. _ Im Aufträge: Müller. __ Bekanntmachrrug. Auf Grund des A 3 der Verordnung über die Verarbeitung von Geinüse vom 5. August 1916 bedarf es zur Erfüllung bereits abgeschlossener Verträge über de^-iErwerb von Weißkohl zur Herstellung von Sauerkraut der Estmehmigi:ng der Kr:egsgefellschlaft für Sauerkraut m. b. H. in Berlin. Die .Hersteller von Sauerkraut, welche bereits abgeschlossene Verträge über den ^Erwerb von Weißkohl zur .Hersielburg von Sauerkraut erfüllen lassen wollen, müssen diese Verträge vor der Erfüllung an unsere Geschäftsstelle, Berlin W. 57, Potsdamer Straße 75, zur Genehmigrmg einscnden. Berlin, den 17. ?lugnst 1916. Ktiegsgesellsckstrft für Sauerkraut m. b. H. Köhler. Sprungfähiger Siiieatalcr Mt Herdbuchtier, 16 Monate alt, stehl zu verkaufen bei (6137 Aug. Etüber,Wölfersheim. Belgischer Niese, Rammler, 6 Msnate alt. zu verkaufen. 6115321 Franksnrter Str.LU Schöner Dackel zu verkaufen. Zu erfragen in d. Geschästsftelle d. Gieß. Anz. Korn»i>i?eii abzugeben, imi, Ehelstrafiü 32. [ 011M1 Irs, Krippeo, Tröge! mehrere Wagen und sonstiges Inventar sehr billig abzugeben. 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September bezw. stir Aitmckt findet statt: MeichsmrterMtt»»««. An diejenlgen, deren Namen beginnen mit: A —B Donnerstag, den 31. August 1916 J—R Freitag, 1. September 1916. S—Z Samstag, den 2. September 1916 M Wertere Unterstützung . An dieleuiger:, deren dtamen beginnen mit ^^^^^onlag, den 4 September 1916 3—H Dienstag, den 5. Sentember 1916 8—Z Mittwoch, den 6. Septek»der 1916 c) Au Bcrmieter. die Mietbeträge abdolcn. Donnerstag, den 7. September 1916. Die Auszahlungen finden von 8-1 Uhr im Stadtbmls^ Zlmlner Nr. 7, statt. Die ttilterstjitzuugcn dürLeu nur an den nannten Tagen adaebolt werden. vor orae- 31wl> Für alle herzliche Liebe und Teilnahme, die uns bei unserem schweren Verluste bewiesen worden ist, sagen wir innigen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Susanne Möller. Gießen und Zürich, August 1916, 16131 Todes-Anzeige. Du warst so glücklich und zufrieden Und von uns allen so geachtet und geliebt, Deiner Lieben Hoffnung, Trost und Freude, Wie es Deinesgleichen wenige nur gibt- Plötzlich wurdest Du von uns gerufen, Mußtest in den Kampf fürs Vaterland, Nie kannst Du zu uns mehr wiederkehren, Liegst begraben in des Feindes Land. Ach, wir können Dich ja nie vergessen, So lang’ wir noch auf dieser Erde gehen, Denn wir nur wissen, was wir an Dir besessen. Ruhe sanft! Hab dank! Auf Wiedersehen! Tieferschüttert erhielten wir die schmerzliche Mitteilung, daß in den letzten schworen Kämpfen unser irmigB#g4869 Wilb. Blank, Mühlstratze 9. für Lager gesucht. 16139 Tribus &. Mundheim, Pferdeknecht für Landwirtschaft aus sofort 3 Zimmer | 52351 Scb 3-Z.-Vobn.z. verm. CJebr. Weil, Neustadt 10. gesucht. M. Keßler, [011550 Pferdemetzger. | Verschiedene j Ein Junge von 14 bis 16 Jahren gesucht. Christian Zimmer. Bahnhosstratzel2 6147 Alicestr. 25 I, schöne, große 5-6-Zim.*W9hng.m.$ammern, Elektr. 11 . 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Nur versönltche Rücksprache mit Nachw. der KautionSfähigkett bei Bevollmächtigten. 6142hv. Adolf Krause, Frankfurt a. M. Gabclsbcrgerstratze 15, von 9—12 und 2—ö Uhr. Reinverdtenst M. 8000.— pro Jahr. Bekanntmachung. Die bei unserer Kasse während der Zeichnungsfrist der neuer Kriegsanleihe auszugebenden sog. „Kriegssparkarten" im Betrage von 2 MK^ 3 Mk. und 10 MK. werden vom 1. Oktober 1916 ab bis zwei Jahre nach Friedensschluß den Bewerbern zu 57 „ verzinst. - Sie können auch in Blocks zu je 20 Stück von Schulen oder anderen Personenkreisen bezogen werden, und ersuchen wir die verehrlichen Schulen, Betriebe usw. des Bezirkes, etwaigen Bedarf alsbald gefl. anmelden zu wollen. Gießen, den 28. August 1916. Bezirkssparkasse Gießen. Zach eis. 6146D Lichtspielhaus-Gießen ßahnhofstrafte 34 |6143al Telephon 2077 Programm vom 29. August bis 1. September; Oie vers®fa 3 eierte Dame Großer Kriminal- und Sittenschlager in 3 Akten. 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