166. Jahrgang Kr. 260 l'ct Gfefrmer Xnydfer etfvt)cini täqfid), außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöcbenrlich «chcrrrKnvMeirNMer. zweimal wöchentl.Kretr- blottffir den Kreis Sieben (Dienstag und Freitag)' zweimal rnonatl. La»6- Effchaftllche ^eitfra-e« Fernsprech - ttznschlüffe: lnrd,eSchrilUeitung 112 Verlag,Geschäfts stellebl Adresse lnr Draistnach- richten: Anzeiger Kleyen. 7lmr«eh«e von Knzeige« inr die Tagesmimmer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt Samstög, 26. August 4916 eneral-Anzeiger »otationr-nuk unö Verlag der vrühl'schen Umo.-Vuch- und Strindruckerei 8. Lange. SchristleUung. Seschöstrstelle und Druckerei: §chulstr.7. B e H u g s v r e i -. monatl. 90 Pi., viertel« jährl. Mk. 2.65'. durch Abhole- xl Zweigstellen rnonatl. 80 Vf.: durch diePost Mk.2.^5 viertel« fährt, ausschl. Bettellq. Zeilenpreis: total 15Pf., auLw. 20 Pf. — Haupt« schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuillewn: Aug. Goett; für Stadt und Lano, Vermischtes und Ge« richtäsaal: Fr. R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen, Neue Lustangri HZ?®-* Hauptquartier. 25. August. (AMrlny.) Westlicher Kriegsschauplatz. , üm 18. August erfolgten gestern abend gleich-emg auf der ganzen Front von Thiepval bis zur S o m rn e nach heftigster Feuersteigerung englisch-französische Angriffe, orc mehrfach wiederholt wurden. Zwischen Thiepval und dem Foureanrwalde sind sieblutig zusammen- gevrochen. Teile des vordersten zerschossenen Grabens 0 0 n Ovillers wurden aufgegeben. Im Ab- N^?^"liueval —Delville-Wald hat der Gegner WorttWt errungen. Das Dorf M a u r e p a s ist zurzeit in ^ xttv ., Zwischen Dtaurepas und der Somme hatte der französische Ansmrm keinerlei Erfolg. Airch rechts der Maas setzten die Franzosen wieder zum Angriff an. Der Kamof blieb auf den Abschnitt von Fleury beschränkt, der Feind ist abgewiesen. Eines unserer LuftfiUffe hat in der Nacht zum ^4. August dre Festung London angegriffen. Vier feind liche Flugzeuge wurden nördlich der Sonrme, ze eines bei Pont Faverger. südlich von Varennes Fleury (dieses am 23. August) im Luftkampf, eines südlich von Armentieres durch Abwehrgeschütze abgeschossen. Wie schon häufig in der letzten Zeit auf belgische Städte, so wurden auch gestern wieder Bomben auf Nftrns echgeworfen. Abgesehen von dem angerichteten erheblichen Sachschaden an belgischem Eigentum sind einige Burger schwer verletzt. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Der Gegenangriff zur Wiedernahme der am 21. August hü Zwyzyn verlorenen Gräben ha t t e E r f o l g. Es wurden gestern und am 21. August an der Graberka fü n fhu n- derteinundsechzig Gefangene eingebracht. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Bei den deutschen Truppen nichts Neues. Balkan-Kriegsschauplatz. Keine wesentliche Veränderung. Oberste Heeresleitung. Berlin, 25.August. (WTB. Amtlich.) In der Nacht vom 24. zum 25. August haben mehrere Marineluftschiffe den südlichen Teil der englischen Ostküste angegriften und dabei die City und den südwestlichen Stadtteil von London. Batterien bei den Marinestützpunkten Harwich und Folkestone sowie zahlreiche Schiffe auf der Reede von Dover ausgiebig mitBombenbelegt. U eberall wurde sehr gute Wirkung beobachtet. Die Luftschiffe wurden auf dem Hin- und Rückmarsch von zahlreichen Bck- wachungsstreitkräften und beim Angriff von Abwehrbatterien heftig, aber erfolglos beschossen. Sie sind sämtlich zurück gekehrt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. In der Richtung einer Einigung der Geister innerhalb der Ausschüsse für Kriegsziele sind in den letzten Tagen Fortschritte gemacht worden. Der „Unabhängige Ausschuß", dem auf der Gegenseite der Vorwurf alldeutscher „Unersättlichkeit" gemacht worden war, hat ein Programm veröffentlicht, das durchaus nicht etwa wie glühendes Eisen in den von der Zensur geglätteten . Wasserspiegel der Meinungen hineingefahren ist. Wir haben kein Zischen vernommen, und auch die Blätter, die sich diese „unersättliche" Richtung besonders aufs Korn genommen hatten, hüllen sich in Schweigen. Das liegt wohl daran, daß der Schäfersche Ausschuß die Klugheit besessen hat, auf ganz bestimmte, in alle Einzelheiten feft- gelegte Formulierungen zu verzichten. Solche wären auch wohl von der Zensur unterbunden worden; aber daß der genannte Ausschuß mit einer gemilderten Fassung das Feld der Oeffentlichkeit beschritten hat, war ein Entschluß, der zu loben und im Hinblick auf die Erleichterung einer allgemeinen Verständigung zu begrüßen ist. Sofort meldet sich denn auch wieder Frhr. v. Zedlitz, der Zeremonienmeister der Parteien, um dein Reichskanzler zuzurufen: „Das Eisen ist warm." So hat er nämlich einen Aufsatz in der „Post" überschrieben, in dem es heißt: „Im Interesse gegenseitigen Verständnisses erscheint die Bekanntgabe der Kriegsziele des unabhängigen Nationalausschusscks unter Leitung vön Prof. Dietrich Schäfer sehr erwünscht. Sie lvird sicher sehr aufklärend wirken und dazu betragen, die von den Pazifisten nach Art dos „Berliner Tageblatts" genährte Wahrnehmung zu zerstören, als seien die Kriegsziele des genannten Ausschusses von phantastischer „Unersättlichkeit" eingegeben. Sie knüpfen, was Pen Osteil anlangt, an die bezüglichen Äeußerungen des Reichskanzlers, bezüglich Belgiens an die Auslegung au. die der Zew- trunrssührer Dr. Spa hn namens aller bürgerlichen Patteien dem Worte des Herrrl Reichskanzlers von den realen Garantien gegeben hat. Bleibt Frankreich. Aber auch lster ist die Forderung einer Machterweiterung gegenüber diesen! Lande so elastisch, daß sie ein Zusammen« rbeiten gewiß nicht ausschließt. Was endlich die Anwendung unserer Ztlampfiinttel anlangt, so ist die Forderung rück- stchtsloser Anwendung dieser Mittel offensichtig dahin zu verstehen. daß wrr uns bei deren Anwendung allein von der Rücksicht aus unseren Sieg leiten lassen sollen. Unter dieser Voraussetzung ist die Forderung allgemeiner Zustimmung sicher. Der Zeitpunkt ist gekommen, alle Richtungen, die dieses eine große Kriegsziel, wenn verschiedenem Wege^ erstreben, zu einer geschlossenen imrken Volls'trümung zu vereinigen, die ein starkes Gewicht für die ■ r ^ ve Erreichung des Krieaszieles verbürgenden Sieges m ^ ^^sch'ch? zu werfen vermag. Aber auch hier gilt das Wort: matt o?? *** ^ en schmieden, so lange es warne ist." u t. auch aus anderen, weiter links stehenden Lagern haben ftch versöhnliche Stimmen hören lassen. Das „Leip- ziger Tageblatt", das bisher am meisten geneigt war, vor wdem Ueberschwang in der Beurteilung der Kriegs- und Friedensmöglichkeiten zu warnen, schreibt zu der Kundgebung der „Unabhängigen": cm r"?^ r . Ausruf enthält nichts, was nicht die überwiegende ..tehrhelt des deut'cftn Volkes — abgesehen von den Freunden eines Friedens um joden Preis —, denkt und fühlt, und was wir alte als Ziel dieses furchtbaren Krieges uns ersehenen. Selbst die Forderung, daß es gelte, alle Macht- und Kampfmittel rücksichtslos ernzu'etzen, um den Feind zum Frieden zu zwingen, wird nnterichrechen, da der Augenblick.', in dem diese Einsetzung aller Mittel erfolgen scsl und kann, nicht bestimmt umgrenzt und oamit der Enticheidung unserer militärischen und politischen Führung an vertraut ist." r uationalliberale, dem Abgeordneten Bassermann nahestehende „Deutsche Kurier" erteilt den bekannten Zedlitz- Vorschlägen seine Zustimmung und will wissen, daß zwischen beiden, bisher gegeneinander feindlich gesonnenen Ausschüssen bereits Fühlung gesucht werde: „Man spricht in unterrichteten Kreisen davon, daß Führer des Natwnalausschusses und Unabhängigen Ausschusses miteinander Fühlung suchen, um zu forschen, ob nicht eine ge- mein'ame Grundlinie für den deutschen Friedenswillen gefunden werden könnte. Wir würden jede Verständigung auf diesem Gebiete begrüßen, denn scher Patriot muß sich gerade hier vor Einseitigkeit und Fanatismus hüten. Die Grundlage für jede Berstärrdigung mutz aber daran liegen, daß wir uns frei machen von dem Geoanken, als könnten wir durch den Friedens- und Verständigungswillen unsere Zukunft fichern, daß wir uns vielmehr zu dem Dekennttiis durckjringen, datz, wenn wir, um mit den Worten des Kaisers zu reden, frei, sicher und stark unter den Völkern des Weltalls wohnen -vollen, uns durch unsere eigene Kraft diese Freiheit, ^e Sicherheit und Stärke nach Westen und nach Osten, vor allen Dingen aber gegen unseren Hauptfeind, England, erkämpfen mupen. Daß dazu die Einsetzung aller unserer Machtmittel er- forderlrch ist, ist eine Tatsache, die sich mrs dein Ausruf des llnabhangigerl Ausschusses für jeden Denkenden von selbst ergeben durfte. Auch die „Nationalliberale Korrespondenz" stellt eine sich nähernde Uebereinsttnmrung, zwischen den Meinungen fest, indem sie am Schlüsse eines größeren Artikels erklärt- , -''?E Annäherung Umschau Ursprünglich sehr auseinander^ laipendm Aufta ssrmgen und Wünsckren, die aus jener Rede zu entrahmen war, die weitgehende Uebereirrstimumng zwischen der Rechten und der Regierung, die wir darnals perzeichneten, zieht ineiteve WrlleNkveye. Ueberatt da. wo man, von lebhaftestem Vater- landsgefühl erftlllt, der Regierung die Wege -veisen zu lmissen glaubte, die sie allzu zögernd zu beschreiten schien, zeigt man sich bereit, den gleichen Weg mit ihr zu gehen, wenn sie mit Tatkraft und ohne Wariken die ihr vor behaltene Führung .zu übernehmen bereit ist. Eine Einigung der Geister bahnt fid> an, wie sie jenem „Deutschen Nattonalausschuß" vvrgeschwebt haben nrag, die aber mcht er, sondern die Männer von Zielklarheit und unerschütter-i lichem Wollen herbeizuführen vermocht haben. Die berufene Ver- trdlmg der Ratio nallibera len Partei hat sich in allen ihren Ztzund- gebungen seil Kriegsbeginn auf diesen Boden gestellt. Sie wird es mrl Genugtlllmg begrüßen, wenn Regierung und Ptrrteien ihn ernmüttg und ohne ferner zu schwanken betreten." In diesen Worten findet man noch einige Stacheln frühever AnAeinandersetztmgen, die aber der Reichskanzler, wenn er jetzt das Eisen toirttich schmieden will, sehr leicht abstmnpfen könnte. Die forffchEiche „Boss. Ztg." nimmt ebenfalls eine vermittelnde Stellung ein. Indem sie bemerkt, es habe sich gezeigt, daß das Zensurverbot der .Kriegsztel-Erörternngen ttn Gvnnde nicht mehr nötig sei, schverbt sie: „Der sogencmntL „Unabhängige Ausschuß" ist in den bisherigen T^skusftoneck über die Kriegsßiele, die ja geivissermaßen nur Mit halber LünnMe geführt »verden vonubell, als die .LZei^etung der schärfsten Richtung der Alldeutschen" bezeichnet worden. Man hat davon erzählt, daß diese Leute die halbe Welt versck-lucken wollen imd daß ihre unheimlichen Ziele dazu beitragen, den Kr^g zu verlängern und di-e Wut unserer Gegner mlzustacheln. Wenn Mmr 'ick ntun das ansieht. was ge.Mrnber solchen ^lüffüssungen der Sck>äfersck"e Verband an witklick>cm Zielen ausstellt, so ist doch der Unterschieb recht erheblich. Besonders da man sich vor Mrgen halten müß, datz es sich ja nin Aäapimalziele handelt. Jnwielveit sie haute bereits durchzusetzen lvären, darüber kann nrian sehr Verschiener Ansicht sein. Aber für die B-aurteilung erscheint es uns doch sehr wickstig, daß vollkonttnen von der Forderung einer Kriegs entsckmdignng abgesehen ist. Daraus allein ergibt sich bereits, daß die Frage, was an Land behalten werden soll, wohl auch nach den Schäfersck>en Forderungen nicht unwesentlich davon abhängt, n«s wir an Geld bekominen können. Man wird zugeben müssen, daß sich über das Programm des unablMgigeu Aarsschusses durchaus diskutteren läßt. Das Wird nur der ablehncn, der unter allen Umständen, wie auch iinnrer der Krieg ausgeht, von Anneküonen oder auch nur losen Verknüpf,rügen Deutschlands neck den anderen Gebieten nicküs wissen will. Mick den Anltzrngern dieser 9Vrt von politischer Bescheiden Heck wird nran sich aber erst unterhalten können, nacktem sie klar auseinauLorgesetzt haben, wie sie es ftch deren vor- stellen, .nach ihrer Fasson Deutschland hinterher wirtschaftlich und finanziell selig werden zu lassen." Russischer Kriegsschauplatz. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Westlich von Moldawa und im Bereich des Tartar en-Passes wurden mehrfache russische Angriffe, zum Teil im Handgemenge, unter großen Verlusten für den Feind lwgewlesen. Sonst bei unveränderter Lage stellenweise Ar- ttluriefeuer von wechselnder Stärke. Heeresfront des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Im Abschnitt Terepelniki — Pienieki wurde dem Fnnd das von ihm am 22. genommene schmale Grabenstück wteder entrissen, hierbei wurden ein OMier. 211 Mann zu Gefangenen gemacht und drei Maschinengewehre erberltet. Wetter rwrdlich keine besorrderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern abend hielt der Feind rmsere Stellungen südlich der W r p p a ch , bei Nowe Vas unter lebhaftem Geschützftucr. Glnchzett-g gingen zahlreiche Aufflärungsabteilungen gegen vreses Frontstück vor; sie wurden abgcwiesen. An der Front der F a ;) a n e r Alpen ließ nach dem mißlungenen Angriff der Jtaltener auch ihre Artillerie nach. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der Vojusa stellenweise Geplänkel. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 25. August. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 25. August 1st16. Der französische Bericht. Paris, 24. Aug. Nördlich der Somme griffen unsere Truppen gegen 5 Uhr nachmittags die deutschen Stelllmgen in der öfcrgaib von Maurepas an und legten, nacktem sie den vom Feinde noch besetzten Dorfteil und die benachbarten Schützengräben \n emem einzigen Ansturm genommen hatten, ibre Lifte 200 Dieter vor auf einer Front von ungefähr zroei Kilometern, die sich von der Bahnstrecke nördlich des Dorfes bis zum Rücken 121 südöstlich davon erstreckt. Wrr machten im Laufe der Kampshandlung 200 Gefangene mw erbeuteten etwa zehn Maschinengewehre. Südlich der Sonrme geht der Artckleriekawwf in den Abschnitten EstrHes—Lihons weiter Am rechten Maasufer unternahm der Feind mehrere GegQmoyrLffe mtt Dandgranaten auf unserer Front zwischen Thiaumvnt— o-lenry.^Alle An griffsversuche wurden durch unser Feuer gebrochen. Wir machten leichte Fortststritte über den öftick^n Ost- rmnd von Fleury hinaus. Die Kantpfe am Tage erhöhten die o o^ r ^ e,ten J von m^ in diesem Abschnitt gemachten Gefangenen auf 300, darunter acht Offiziere. Der englische Bericht. ,, 24. Aug. Südlich Thiepval machten wir . onJw?» ltt ? 9 bmen weiteren Fort'chrckt in einer Ausdehnung von 300 Yards. Mr nahmen emen feindlichen Graben von 400 Bards Lange. Es wurden viele Gefangene qenwcht. Ein feindlicher Bombenangriff gegen un'ere neuen Graben nördlich B a z e n t i n-^ U 1 ^chis leicht abgewiesen. Abends fand eine erhebliche Arttlleruebesckneßung unserer Front hauptsächlich als Erwiderung un,eres Geschützfeuers statt. Der russische Bericht. Russischer Heeresbericht vom 24. August nachmittags- An der Westfront eröffnete der Feind am 23. Mgust gegen mittag ein öeftges Artilleriefeuer gegen unsere Stelümgen Dbboly am Westufer des Stochod, wonach seine Abttikungeu um 4 Uhr nachmittags zum Angriff übergingen: sie wurden durch un'ere Infanterie- und Dtasckpmmgewehrfeiim znriicknmnesen. An der Zlota-Lipa lreßeii feindlickie Gefangene die Anwesenheft türki- scher Regimenter erkennen. r , Ka it k as usfrvnt entwickelte sich Unstr Angriff west- ttch,des Wansees. Nordo'llich Musch be,'etzten wir die Geaeiid des Doffes Arindivonk (? Lffchudjan). In der Richttcng aus Mossul brachten unsne tapferen Truppen in der Gegend des Dorfes Ravrt, 50 Klm. östlich Fevanduz, der vierten ttlrkiscksen Division eine ^ttederlage bei. Sie nahmen zwei al>gcschnfttkme Regimenter der- fc«** ^ngen, darunter eins gäi^lich, einschließlich des Kom- nmndanten und des Stabes. Wir erbeuteten Kanonen und Maschinen gewehre. Die .Zahl der Gefangenen und der Beitte wird noch festgestellt. Russischer Heeresbericht vom 24. August abends: An der Westfront ist die Lage unverändert. -J?” V Drängen Misere Truppen den Feind in der Ostgend westlich des Wali-Sees. Sie unteruaftneü eineii Einfall m die Stadt Musch und nmchten dort Ostfangene Nach ergänzenden Bei-ichten haben wir bei dein Kmnpse in der Gegend von Ravat wo wrr Telle der vierten türkischen Division ^ clfte türu'che Reiment gefangen, nämlich den Befehlshaber, 50 Offtzi^-re und 1600 Soldateri und fast alle die vom zehnten Regiment übrig blieben, nänllich 2 Offi',iei-e' des Stabes, mehrere höhere Offtziere und 650 Soldaten Wir erbeuteten in diesem Kampfe auch drei Maschinengewehre. Der türkische Bericht. Konstantin« pel, 24. Aug. (WTB. Nicküanttlich) B^-rickt des .Vauptguartters. M der Irak-Front und an der persischen Front ist die Lage unverändert . ^ Kaukasus-Front trmrden Angriffs versuche des Feindes gi-gnl icn'ere vor.u''tbobeuen Stetlluiinm aus de>« rcchtar Flügel zuruckgesästagen. Au emer Stelle müßte der Fe-ind trv\ Emßchung dreimal überlegrnnn Strcntki-äft sich ivr dein hafteil Widerftxmde mrserer Truppe?, zu nickst eben: er ließ G-. '^lsene in imserer Hand. Im Zent rinn inckndeuteud,' Fo'ier'» geseckste. Bei evrcmi Uel^i-sall ans vorgeschobene feindliche Gni. ben ans dein linken ,r>ugel wurden 20 tzwidliche Stzdalen darun. ^ ern Oftftrer, getötet und militärische Ansyntting'-Mcke er. Gern feindlicher Mvnüvr beschoß n^rÄrngslss mLt einig«! Geschossen die Küste bei FvtsichL Bei einem Zusammenstoß feindlicher Erkundungs truppen mit unseren Abteilungen, 25 Kilometer östlich von Suez- floh der Gegner. Ein feindliches Flugzeug richtete eine Viertelstunde Lang irrtümlich ein Mchichincnrgelve'hrfeuer gegen eigene Truppen. An den übrigen Fronten kein Erttguis von Bedeutung. Der Uamps in Mazedonien. Athen, 25. August. (WTB.) Meldung des Reuter scheu Bureaus. Die dentsche Regierung hat die Versicherung abgegeben, daß weder deutsche wxl) bulgarrs-che Truppen in die Städte Drama, Kavalla oder Seres einrücken werden. Französischer Bericht aus Saloniki. Born 24. August. Bor dem rechten Flügel der Alliierten verschanzt sich der Feind auf dem linken Strumaufer beiderseits der Straße nach Seres. Zwischen Struma und dein Hochtale von Mioglenica schlugen Engländer und Frauzosea mühelos mLhvere Versuche des Feindes ab, die von ihnen besetzten Stellungen nördlich Palnris rin Abschrntt Dorr«« und bei Lxumnica ' wiederKuaehmen. Au der ganzer: gebirgigen Front ivcstlich Mogleuica entwickeln die Serben ihre Offensive. Aus dem äußersten lrnZeu Flügel besetzten sie durch einen kräftigen Gegenangriff die Höhe 1506, fünf Kilometer nordwestliche vom Ostrov-See, wieder, die die Serben am 23. August morgens verloren hatten. Ein heftiger Kampf erfolgte auf dem' linken Flügel der serbischen Armee nördlich des O strov o-Sees. Tie Serben machten leichte 'Fortschritte zwischen Moglena und Cerna. Der Arttllerietauipf wurde aus dem übrigen Teil der Front s^ortgesetzr. Unsere Geschulte beschossen Dörfer, die klttnerr bulgarischen Ab- lniUngen Uttterkmift boten: einige von ihnen sah inan in verschiedenen Richttmgen östlich der Sttumra vorrücken, indessen ist bis jetzt keine TruvpenzusauiünenziehUng beobachtet worden. Die Eisenbahnbr iicke über die Angi ftr® wurde zerstört, um die Blick garen daran zu hindern, sich der Eisenbahn zur Ber- pvoviantierung zar bedienen. Serbischen Irregulären, die das Vorrücken den Bulgaren gegen Florina behindert«!, gelang es, die serbische Hauptmacht iweder zu errttä>en. London, 24. August. (MTB.) Meldung des Renterschen Bureaus. Der britische Kommandant rn Sakoiirkr meldet: Artiller ietätisMit an der Dviransrout, aber keine Jnsanterie- könlpfe. Unsere Artillerie zerstreute auf 'dem linken Strumauser die verschanzten Bul-g»ren. Feindliche Artillerie beschoß die Brücke von Ormak. Der neue Luftangriff auf England. Lvndon, 25. Aug. (W-TB. Nichtamtlich.) Das- Reuter- sche Nureau meldet amtlich: Sechs feindliche Luftschiffe unternahn^r gestern nacht in Zwifchenränmen von Mitternacht bis 3 Uhr Angriffe aus die Ost- und Südostküstr von England.' Gin Luftschiff drang nach Westen ziemlich weit ins Innere vor, 'die anderen machen kurz« Einfälle im Küstengüriet. Die Zahl der aÄgervorsenen Bomben ist noch nicht festgestellt. Wie gemeldet wird, wurden mehrere Bomben auf Schiffe, die sich auf Sse befanden, abgenwrfen. Der angerichtete Schaden ist gering. In einem Orte wtcrde eine Eisenbahnsbrrion und^ mehrere Häuser beschädigt, sowie ztvei Werde getötet. Anderswo wurden zwei Häuser zerstört. Bis letzt ist festgestttlt, daß neun Bewohner verletzt wurden, einige dcwon tödlich. Die- AbwehrlanonLn im Lande und an der See waren in Tätigkeit. Einige Flugzeuge machten sich zur Verfolgung anf. Einem Aervplan gelang es Mts kurzem Mstcucd auf das Luftschiff zu schießen. Dieses verschwand aber vor den Verfolgen! in den Wolken. _ Bondvn, 24. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Lord lontaau fügte in einer Rede in Barg St. Edmunds, die Angabe Mawr Bairds im Parlament, daß 35 deutsche Luftschiffe zerstört seien, sei bedenttlngÄos. Es käme Hanaus an, wieviel Zeppeline Deutschland Mr Verfügung habe. Deutschand baue jetzt Ueber- Ieppeline, tarn denen im Oktober drei bis vier ferttg sein würden: zwei seien anscheinend schon draußen: einer habe tatsächlich aus der Nordsee mono vettert. Die englische Mwehrrüstung sei besser geworden, aber w-tcki immer unzureichend. Ihre Orgarri- satrov sei keineswegs Vollkivramen. Mail habe bei der Bildung des Abwehrkorps keine klare PvRttk verfolgt. Der Luftdienst Melange eine viel besser -Organisation. Cirglaud brauche viel stärkere Abwehrgeschütze. Me neuen Zeppeline zeichneten sich durch govtze Geschwirckngkeit und Tragfähigkeit, weiteren Flug- radrus «nd Steigefähigkeit aus. Sie seien 760 Fuß lang, 80 Fuß breit und hatten einen Inhalt von etwa zwei MM-okren Kubikfuß: ihre Höchstgeschwindigkeit sei 65 Meil-en die Sttmde. Ihr Radius betrage bei halber Ladung 3000 Meilen von ihrem Stützpunkt. Sie könnten fünf Tonnen Bomben führen. Die Maschinen hatten über 15 000 Pserdekrafte. Die Zeppeline könnten 17 000 Fuß hoch steigen. Die Bewaffnung bestehe in Maschinengewehren :«d SämellfeuergHchStzen. Lord Mmrtagu meinte, der .Haupt- nutzen der Luftschiff bestünde in dem Aufkläruugsdieirst für die Flotte. Hätte England einen ordentlichen Menst von starren Luftschiffen, so würde es bei der Llufkläruug nicht seine Kreuzer in Grchahr zu bringen brauchen. Admiral Jttlicve würde starre Luftschme für sd,ie Flotte sehr begrüßen. Freilich käme die Armee SUttst, aber für die Verteidigung des Landes gegen Luftangriffe müßte auch mehr geschehen. England und Holland. Haag. 25. Aug. (WTB. Nichtamtlich) Das Korrespondenz- Bureau meldet, daß die britische Gesandtschaft im Haag heute amtlich verständigt würde, daß die «mg tische Regierung allen holländischen Getreideschiffen gestattet hat, ihre Reise nach Holland fortzusetzen. Wie „Handelsblad" erfahrt, sind die Bedingungen, welche die englische Rsgierung an die Freilassung der Getreideschiffe knüpft: Das Getreide miuß an die niederländische Mgieruug tonsigniert werden wie bisher; außerdem rarüjpfat die Abnehmer, die Offtteide beziehen wollen, außer der bisherigen Erklärung au den Mederländischen U«Lers«ettust auch eine Bnnkgarantte hinterlegen. Zufolge dies« Maßnahme wird die Ausfuhr von Brot nach Belgien auf die Grenzgebiete beffl/ränkt werden müssen. Amsterdam, 25. Mg. (WTB. NichitavMch.) Das,T)andtts- blod" erfährt, daß in dem Abkommen pvischen der englischen Regierung und der Fis che r-R ee d e rve r erni- gungvonYmuiden bestimmt wird, daß die gefangenen Fische in Dntuiden ans den Markt gebracht werden sollen, ivobei England garantterr wird, daß es 35 Prozent des Fanges erhält. Der Seekrieg. Neber Geldprämien für Vernichtung deutscher Kriegsschiffe wird in der „Vossischen Zeitung^ berichtet: Das Londoner Prffengericht hat den Mannschaft«! der Schiffe „Jnvicible", „Carnavou", „Glasgow", Inflexible", „Cornwall" und „Kent" 12160 Pfund Sterling zugesprochen ffrr die Versenkung der deutschen Schiffe „Scharnhorst", „Gneisenau", „Nürnberg" und „Leipzig" bei den Falklandsinseln. Das sind fünf Pfund für jeden Mann dn aus 2432 Mann bestehenden Besatzungen. Die Mannschaft des „E 19" erhielt 1410 Pfund für die Hersenkung der „Undine" und die Mannschaft der „Sidney" 985 Pfund für die Versenkung den „Emden". Eine neue Verletzung der Neutralität Schwedens. Stockholm, 25. Aug. (WTB.) Ein feindliches Unter feeboot schoß am Morgen des 24. August auf den deutschen Da nr p f e r „S ch w a b en", der in einem (Hckeitzug in einer Ent- Dermmg von nur Äwa 1,2 Seemeilen vom Laude fuhr, ohne War- «*«0 ein Torpedo ab. Damit wurde abermals eine Neutrali- tLtPverleLuug der schmedü ckvm Hoheitsgewüsser festgestellt. Nach den bisher vorliegardien Nachttchteu ist das Torpedo glücklicherweise fehlgognngerr. Kopenhagen, 25. Ang. (WTB. NichtanÄUch.) „National Tidcnde" meldet rus Ma.ttaoe: Vorgestern abend ging ein Kvnvvt von zehn dent s chen Dampfern von Oeregrund in Begleitung eines schwedischen Torpedobootes ab. Gestern 6 Uhr früh entdeckte man von dem vordersten Dampfer ans das Deriskop eines U n te r- seebootes. Giaich dar«ruf wurde gegen den Danrpfer ein Torpedo abgefeuert, der indessen sein Ziel verfehlte. Das llnterseebvoch verschwand, ohne den Angriff, der, wie sestgestellt ist, aus dem schwedischen Hoheitsgebiet stvätfand, zu wiederholen. Das schwedische Torpedoboot bestind sich im Aügejnblick des Angriffs bei dem hinteren Teil des Konvois. * London, 25. Llng. (WTB.) Llohdsmeldung: Der italienische Schoner ,F5lios" ist versenkt worden. London, 23. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nach Berichten aus (5emm sind folgende italierrische Segelschiffe während der letzten Tage in den dorttgen Gelvässern znm Sinkenge- bracht wurden: „B a l in o r a l", „E u r a s i a", „R e g i n a", „P a o i s", „P a u s a n i a" und „I d a". London, 25. Ang. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet, daß die italienischen Segler „Maria Brizzonari" und „Canina" versenkt wurden. Die Heimkehr der „veukschiand". Bremen, 25 .Aug. (WTB.) Boesmanns BüreaU meldet: In Bremerhaven ist das Wetter milde und trübe. Die Bevölkerung der Unterweferorte uursäumt die Weser- ufer, dem Schisse und der Besatzung begeistert znjubelnd. Die Stadt prangt seit vorgestern abend in schönstem : Flaggenschmuck. Die Schiffe im Hafen und auf der Reede haben über die Toppen geflaggt. Me „Deutschland", die ebekkfalls über die Toppen geflaggt hatte, näherte sich in schneller Fahrt, begleitet von mehreren Dampfern der Reede, ivo sie um 73/4 Uhr eintraf. Das Publikum brachte dem Schiffe und der Besatzung begeisterte Hurras. Die Gesang- ; öereine der Unterweser sangen nud die Glocken läuteten. >Dre „Deutschland" nahm einen Lotsen an Bord. Nach Erledigung der Formalitäten fuhr sie um 8 Uhr weferaufwärts, begleitet von der Wilhelmshavener Stationshacht und mehreren Dcmrpfern. Die „Deutschland" passierte 'um 8.40 Uhr Nordenham und Um 9.35 Uhr Brake. Bremen, 25. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Zur Ankunft der „Deutschland" meldet Boesmamrs Telegraphisches Bureau noch: Je mehr die „Deutschland", deren Masten zwei prächtige, von einer Geestenmnder Dame gestiftete Rosensträuße schmücken, sich der Stadt Breiuen nähert, desto höher schivillt die Begeisterung der Men- schemnasßen an. Der Werft und Akrieitgesellschast Weser gegenüber, auf deni Lankenauer Ufer, stehen Militär, Schütten und eine Abteilung Jugendwehr mit Trommlern und Pfeifern, auf dem Fluß schwiinmeu Hunderte von Mlder- booten, die die „Deutschland" nmschwärnren, sobald sie sich nähert.^ Alles ruft und singt, jubelt und winkt. „Wir sind von Amerika schon etwas Verlvöhnt, aber der Emp- Z'ang, der uns, dort bereitet tvurde, ist nichts gegen den hiesigen !" äußerte ein Mitglied der Besatzung. Punkt 12 Uhr fährt die „Deutschland" in den Hafen ein. Der Jubel der Menge folgt ihr. Fast feierlich wirkt die Riche am Eingang des Freihafens, wo eine Reihe beflaggter Dampfer die „Deuffchland" begrüßt.'Bald setzen Mllitarkapellen mit ihren Weisen ein. Die ans Dampfern unter gebrachten Fest- gafte singen „Deutschland, Deutschland über alles!" Ruhig und sicher legt das Schiff an dem mit Flaggen und Girlanden geschncückten Anleger an, auf dem der Großherzog von Oldenburg, Vertreter des Senats nnd der Bürgerschaft, die Spitzen der Militär- und Zivilbehörden, Minister Scheer-Oldenbnrg, Gras Zeppelin, zahlreiche Vertreter der Marine, Mitglieder des Auffichtsrates und des Vorstandes der Deutschen OKeanreederei, der Firma Friedrich Krupp, der Germaniawerft-Aktiengesellschaft, des Norddeutschen Lloyd und andere Aufstellung genommen haben. Sobald das Schiff festliegt, tritt Herr'Alfred Lohmann an die Rampe und begrüßt im Namen der Deutschen Ozean-Reederei die „Deutschland" mit einer Ansprache. Die Manw- schaft ist vollzählig an Deck angetreten. In ihren! Namen erwidert Kapitän König, indem er in schlichter nnd echt seenürnnischer Art seine treuen Mannen auffordert, einzu- stirmnen in ein Hurra auf die Freie Handelsstadt Bremen, den hohen Senat und die Bürgerschaft. Zunächst verlassen Kapitän König und erster und zweiter Offizi-er sl'raoohl und Eyring, sowie Maschinist Keetz das Schiff, um dem (Sroß- herzog von Oldenburg vorgestellt Kr werden. Die gesamte Mannschaft folgt. Der Großherzog, Herr Alfted Lohmann imd die übrigen Herren begrüßen jeden einzelnen durch Händedruck und sprechen ihnen Glückwünsche zur glücklichen 5Mmkehr nnd für die glänzende Leistung aus. Nach längerem Verweilen kehrt die Mannschaft an Bord zurück. Die geladenen Teilnehmer, darunter auch die Prinzessin Eitel Friedrich, verlassen auf dem Wasserwege den Freihafen. Bremen, 25. Ang. (WTB. Nichtamtlich.) Aus Anlaß des Empfanges des Handels-Unterseebootes „Deutschland" fand beim Senat im Rathaus ein Essen stattt Auch die Mannschaft des Sckiiffes wurde im Rathaus vonr Senat bewirtet. Nach dem Essen traten die Offiziere nnd Mannschaften des Handets-Unterseebootesl auf den Balkon des Rathauses, während auf dem Marktplatze die Musikkapelle des Ersatzbataillons des Infanterie-Regiments Seemen konzertierte. Das anwesende Publikum begrüßte die Besatzung in begeisterter Weise. Stürmischer Jubel erhob sich als ^ L^pelrn den Kapitän Wnig herzlich unvarmte. Schließlich ergriff der Graf das Wart, um zunächst ein dreifaches Hurra auf Seine Majestät den Kaiser ausxu- brtngen. Die Volksmenge fang das „Heil dir im Sieger- l^ranz!" Nachdem die erste Strophe des Liedes verklungen war, ergriff der Gras abermals das Work zn einem Hoch ans die Freie nnd Hansestadt Bremen, deren Söhn-e eine» so herrliche Tat vollbracht hätten. Von unendlichem Jubel begrüßt, sprach schließlich auch Kapitän König einige Mirte fröhlicher Zuversicht auf die Leistungen der U-Boote und ans die Kraft des Durchhaltens im Volke. Die überwälliaen-. den Kundgebungen dauerten bis in bvt späten Nachtstunden. Kapitän König Ehrendoktor. Halle a. S., 25. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Die Met znnsche Fakultät der Universität Halle verlieh dem Führ des Handelsunterseebootes „Deutschland", Kapitän Kö ni< dre Doktorwürde ehrenhalber. Die Verleihnngsurkun hat folgenden Wortlaut: „Dem erfolgreichen Zögling d Franckeschen Stiftungen, der als kühner Führer des erst, Handels-Unterseebootes die feindliche Blockade gebrochen ui den Wissenschaften nnd der medizinisch-chemffchen Jnduftt dir Aiedereroberung ihrer Weltgeltung in schwerer Zeit e iiGglichl hat, ernennt die Medizinische Fakultät der Ur versität Halle zum Ehrendoktor." Aeußerungen des amerikanischen Botschafters Gerar ^ München, 25. Mg. (WTB. Nühtanttlich.) Der Berlir SpezuckLnrespondent der „Münchener :^eitung" wurde von d. Bvttchaster der Vereinigten Staaten, Gerard. empsmiMi. I sich ihm gegenüber über die glückliche AnÄmst der U-„Deuts^ lcmd" äußerte. Er freue sich aufrichttg von Herzen, zu hören, dag U-„Teutschl Jagdberechtigte und durch Händler verschieden lwch zu bemessen. Bestmidsaufnahme ausländischer Wertpapiere. Berlin, 25. Aug. Eine soeben erlassene Bundesratsverordnung ordnet eine allgemeine Bestandsaufaufnahme ausländische r Wertpapiere an, und zwar sowohl der im Ausland befindlichen Wertpapiere überhaupt, wie der im Inland befindlichen, aus denen ein im Ausland ansässiger Schuldner haftet oder durch die eine Beteiligung an einem im Ausland befindlichen Unternehmen verbrieft wird, einschließlich der Zeugnisse über Beteiligungen an ausländischen Aktiengesellschaften (8hare8, certificates). Es soll damit die Uebersicht über den deutschen Besitz an ausländischen Wertpapieren ermöglicht werden, die im Interesse unserer Valutapolitik, wie unserer Handelspolitik Äer- haupt notwendig erscheint. Zur Erreichung dieses Zieles wird eine gesetzliche, mit Strafzwang ausgestattete Anmeldepflicht eingefikhrt, der natürlich die gesetzliche Schweigv- Pflicht der mit der Entgegennahme und Bearbeitung der Anmeldungen befaßten Personen gegenübersteht. Insbesondere, kommt eine Verwendung des angemeldeten Materials zu steuerlichen Zwecken nicht in Frage. Der Reichskanzler hat zu dieser Verordnung Ausfüh-rungsporschristen erlassen, denen ein vorgefchriebenes Anmeldeformular beigefügt ist. Als Anmeldestellen sind die Reichsbankstellen bestimmt, bei denen auch die Anmeldebogen zu beziehen sind. Die Anmeldung hat nach dem Stande vom 30. September zu erkolaen. Die Anmeldefrist läuft bis 31. Oktober 1916. Aus Stadt rrnd Land. Gießen, 26. August ISIS. Sonntagsgevanken. Mend für 9lbnrd erscheint der Tagesbericht. Er kommt unßehtbar, säst genau um die gleiche Zeit, und doch wird uns das Wcrrden auf d«n imentLehrlichen oft zu lang. Wir haben es uns wohl sagen lassen, und denken uns da hinein, wie er züstande kommt. Welche Arbeit vieler Köpfe und .Hände, die vielen Einzelüerichte von allen Fronten, .Heeres» lettungen, Heeresteilen zu scrmnEln, vierter zu leiten, zur Einheit zu verbinden. Weltgeschichtliches Handeln soll sich in Worte zufarmmm^ngen laGen, lßnd das Geschäft des GeschlchtsschrMders wird Tag um Tag getrieben: das Wich- ttge von dem Unbedeutenden zu sondern, das Entscheidende herauszuheben, imd ihm doch das Maß zu geben, das ihn, gebührt, das Bild des nugeheureu Kampfes'mit der Sicherheit der Urkunde dem Tage und stber ihn btmtus der totft 31t ffberßefent: bfogc Wrmnk, mrd üfclfiv hLhlrgo uncitÖK^rrid>c Nahrung für Herz. lrttb Will-ear. Wie ttTtb diese Berichte jitmeifb so einfach und nüchtern. Zw- werlen nur bricht dennoch der Zorn durch oder ein Wort bitter lachenden Spottes blitzt durch die Zeilen, und denn wieder rst's uns, als sähen wir ein Auge lebten, das ein neues Blatt ui den Ruhinestranz der Melden flicht. Aber chr 'Sinn ist doch ganz auf das Tatsächliche eingestellt, ^enen, die fte lesen, bleibt es uberlassen, eine Flut der Fnpftndung Mis, ihnen aufqueklen zu lassen. Diese Leser: E Millionen in leder Stgdt, jedem Dorf des weiten Vater- landes nehucen den Inhalt dieser wenigen Zeilen säst gleichzeitig in sich auf. Sie sind der tägliche Gruß, den das Heer semer Heimat sendet. Und bei voller Gleichheit der Worte wiro dar Gruß dennoch so verschieden auf genommen. Sie tmssen ja daheim, wo die Ihrigen stehen. Sie suchen eilig, ob erne Kunde von denen, die ihnen die Nächsten und Teuersten sind, sich aus den Worten herauslesen lasse. -Und dann hebt die ruhigere und doch erregte Arbeit des Nachdenkens an. Wir lesen ja doch auch zivischien den Zeilen, wir veinnilpsen das Neue mit dem von gestern her Bekann- ^bn, und wrr spinnen weiter an denr Faden, der von Woche .zu^Woä^ in die Zukunft hinein sich erstreckt: Sorge und chofsnnng, Dank und Ungeduld, .Zweifel und Frage klam- rmern sich an jede Nachricht an. Und in jedem Haus wohl, in Freundes- Und Bekanntenkreis, an jedem Stamm- ltisch und in jedem Klubzimmer wird von diesen knappen -Worten geredet, ein endloses Gespinst von klugen Mei- i nungen und weisen Orakelsprüchen Um sie gewoben, bis der neue Tag das neue Warten bringt, Bestätigung oder Enttäuschung den UeberklUgen und Allznwersen. Wirklich, es ist viel Leben, das sich um diese Tagesberichte sammelt. Es verlohnt sich wohl einmal, andächtig SS J düsen kurzen Blättern Halt zu machen. Wo ist der SAiftsteller — ein bloßer Tagesschriststeller —, der eine Gemeinde um sich sammeln, der von dem Schicksal von Millionen andern Millionen diese begierig aufgesogene Mrndc zu vermitteln wüßte? Unerträglich erscheint uns die MLeppend kriechende Nachrichtenvermittlung vergangener Knegszetten. Wir können uns da gar nicht hineindenken, wie es uns wäre ohne all die Drähte mnd Funken, die tagtäglich SU diesem einen Zweck vereint ihr Werk tun. Umschwebt uns Nicht nuch so noch genug die lähmende Ungewißheit, uni gaben wrr nicht trotz dieser Berichterstattung genug zu tun .uns der Sturzwellen von Gerüchten zu erwehren, die arn ftcherfter, aper gewiß dunkler Quelle auf uns einstürzen Wir haben die Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit dieser Bericht- lange Jahre kennen gelernt und bewährt gefunden. Wir vergleichen sie mit den geschwätzigen, prahlenden und lügnerischen Berichten der Feinde, die an diesen Punkte alle in die Bulletin-Schule Napoleons I. geganger sind Dankbar gedenken wir der nun erfüllten Zusage, die cnr 10. August 1914 der Generalquartiermeister von Stein um gab: „Unser Voll kann überzeugt sein, daß wir weder Mißerfolge verschweigen, noch Erfolge aufbauschen werden. Wir werden die Wahrheit sagen." Daran wollen wir uns halten. Und daran können wir uns halten. E ck. * Die Eierknappheit und ihre Ursache. Man schreibt uns aus Kreisen der Landwirtschaft- , 0 Mangel an Eiern, der überall herrscht, dürfte noch einige mt mtixnifrrn, vielleicht sich sogar in den nächsten Wochen verschärfen Naturgemäß nimmt die Legetätigkeit der Hennen gegen Herbst hin ab, um mit Beginn der Mauser ganz auszuhören. Mindestens cm viertel Jahr braucht die Henne, bis das neue Gefieder gebildet der Ecerstock mit Reservestofsen besetzt ist. Gerade während W nm gute Haltung der Hühner Haupterfordernis. Ern rattonEer GeslUMl-nchter hat dann schon im Nbvembei w^>er die elften frischen Eier. Das Jahr 1916 bat nach den ^gahrmigen hier aus dem Lande einen stärkeren Verbrauch und geringeren Ertrag an Eiern gebracht. Der stärkere Verbrauch war erne Kriegsursache. Mangel an Fleisch weist Misere Landbevölkerung, du doch letzt im SoNnner besonders schwer arbeiten mutz, gerade auf du Eier. Während in den vorderen Jahren der Bauernhaus halt einen großen Teil seiner Eier verkaufte muß er su letzt zur eigenen Ernährung behalten. Das bedeutet aus dem Eiermarkt schon einen empfindlichen Ausfall, besonders wenn auch Zufuhren aus dem Ausland raxf? fehlen. Im Frühjahr und Vor,o^rmer dürften aber mich, nicht unbedeutende Mengen an Everii von vorsichtigen weitansschauenden Hausfrauen in Land und Stadt für den Winter eingelegt worden sein. Sie sind dann gewiß nicht verloren und kommen bald wieder zum Vorschein. Aber dieses Versorgen soll hier und da recht unschöne Fornren angenommen haben. Eine gesichette, zum mindesten regelmäßige Eerschverjorgung durste auch auf dem Eiermarkt wohltätige Formen zeitigen. Zweifellos leiden wir aber Eiern. Die Hauptursache l an einern geringeren Erttag a ist der Mangel an Futtei Fcht sanrtbches Getreide ist schon seit V/ 2 Jahren für menschlick Ernähr ungsz wecke beschlagnahmt. Für unsere Hühner bleibt ft Zusagen nichts übrig. Bon Kartoffeln allein — und die wäre map.p - 7 - konnten die Hühner nicht zum Legen gereizt wecdei Es ist der Durchschnittsertrag von einem .Huhn im Jahre 191 sicherlich weit geringer als in den vorderen Jahren. All« andere Ersatz- und künstlichen Futtermittel sind eben mir Notbehelf' So hat auch die Aufzucht an Jungen im Jahre 1915 darunter ci heblich gelitten. Biele Geflügelzüchter haben es ihm Vorjahre unter Lassen, junge Hühner zu züchten, da es an Körnern fehlte un da man hoffte, im Jahre 1916 seien die Aufzuchtverhältnisse bessei So kam es, daß unsere Legehennen jetzt ein Jahr zu alt sin und simtze LegeHsttwn vkckfvch fthkor. Mttn! Wk «me Hejbrf Fehler doch erkannt und ihm in diesem Jahr durch vie rmt ech r t « A u f z ucht nachzuhelsen gesucht- Uebevall ftech man in den Dörfern Herden von jungen Hühnern. Nun wäre 'es sehr zn wünschen, wenn die Behörden bei Verteilung von Futtermitteln chr Augenmerk auch auf unsere Geflügelzüchter richteten, damit wenigstens eine dNöglichkeit tzeschassen werde, das Geflügel, wenn auch nur in bescheldenxm Maße, mit Körnern oder .Kleie zu versorgen. Kartoffeln müßten natürlich in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Es sind jetzt schon hier und da diesjährige junge .Hühner da, die in nicht allzuferner Zeit ihre ersten Eier legen. Bei günstiger Witterung und etwas besseren Fütternngsmvglichkeiten dürste schon der YLovember allgemein der erste Väonat des neuen Eierjahres sein. Die Aussichten für 1916/17 sind wohl auf dem Eiermarkt nicht so trübe, wie sie bisher waren. Im Gegenteil, wir erhoffen' eine verstärkte Eiererzeugnng. Allerdings sind noch manche Vorbedingungen zu erfüllen: 1 . Zuweisung von Futtermitteln an die Geflügelhalter: 2 . vernünftiges Verhalten der Eierkausenden wicht mit Rucksäcken die Dörfer gbgrasen und nstmögliche Preise bieten); 3. zweckmäßige behördliche .Verkaufs- bezw. Verbranchsreguliernng; 4. wenn möglich bessere Versorgung der ländlichen Bevölkerimg mit Fleisch (wir — auch alle, die im letzten Winter nicht schlachteten, erhallen an Fleisch eine Wochenkopsmenge von 125 Gramm, was jedoch durch, die Einführung der ReichsfLeifchkarte behoben wird. ** Amtlich-e Personal nach richten. Der 'Großherzvg hat am 16. August ds. Js. den Oberförster der Oberförsterei Feld- krücken Forstmeister Otto Hvffmann zu Schotten auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienste entlassen. ** Auszeichnung. ' Gefr. Rudolf Kumpel von hier, Jnf.-Regt. 168, 8 . Komp., welcher als 17jähriger Kriegsfreiwilliger seit Anfang des Krieges im Felde steht und voriges Jahr das Eiserne Kreuz 2 . Klasse erhielt, wurde neuerdings mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. ** Ob st Wucher. Eine auswärtige Obsthändlerin verkaufte heule morgen auf dem hiesigen Markte Mirabellen das Pfund zu 70 Pf. Die Marktpolizei beschlagnahmte das Obst und verkaufte es zu 40 Pf. das Pfund. Außerdem hat sie gegen die Frau Strafantrag gestellt. . ** Diebstahl. In dem Haushaltungsgeschäste Kröll, Blockstraße, wurden heute morgen 40 Mk., bestehend aus einem Zehnmarkschein und Silbergeld, entwendet. Ms Täter kommt ein junger, hagerer Mensch, anscheinend Schlosserlehrling, in Fwge. Landkreis Gießen. ** Staufenberg, 25. August. Musketier Ludwig Jung, Sohn des Landwits Ludwig Jung 4., ist in russischer Gefangenschaft gestorben. Sein Bruder, der Kriegsfreiwillige Jäger Wilh. Jung, der seit einigen Wochen als vermißt galt, hat vor einigen Tagen seinen 9Lngchörigen mitgeteilt, daß er cm der Westfront in Gefangenschaft geraten sei. — Dragoner Heinr. Eck Hardt wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Kreis Büdingen. ba. Büdingen, 26. August. Der 18 Jahre alte Leutnant d. Res. Fritz Rse, im Jnf.-Regt. Freiherr von Sparr (3. Wests.) Nr. 16, Sohn des städt. Polizei-Bauingenieurs und Abteilungs- Vorstehers Gustav Ree in Cvln und Enkel des in Bleichenbach verstorbenen Kirchenrates mid Dekans des Dekanates Büdingen, Tr. Eduard August Ree, erhielt vor denr Feinde das Eiserne Kreuz 2 . Klasse. < r c 00 * S'ss.olderbach, 26. Aug. Nachdem die Nachricht kam, daß der Familienvater Karl M, ä s e r den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist, ist er das siebente Opfer der hiesigen kleinen Gemeinde geworden. Es sind nim gefallen: Otto Bsach (led.), Otto Erk (led.), Joh. Müller (led.), Otto Spitznagel (led.) Aug. Lenz (verlobt), Rich. Bode (verh.), und jetzt noch Karl Maser. Gestern wurde auch noch die Frau des Karl Weidemann von einem seiner Kameraden benachrichtigt, daß ihr Mann schwer verivundet sei. na. Nidda, 26. Aug. Sanitätsvat Koch ist das hessische SanitÄskreuz, den Heroen Kommerzienrat C l 0 0 s , Großh. Bürgermeister Erk und Kreisfeuerwehttnspektor Vetzberger das Aklgennüne Kriegsehrenzeicfren verliehen worden. Außerdem wurde vom hessssck-en Landesverein vom Roten .Kreuz zn Darmstadt dem Kreisfeuerwehrinspektor Vetzberger in einem besonderen Schreiben herzlichster Dank für seine eifrige erfolgreiche Tättgkeit auf dem Gebiete des Roten Kreuzes ausgesprochen, in gleicher Weise auch vom gesantten Vorstände brä Zweigvereins Nidda in seiner Sitzung vom 15. August l. Js. — Dragoner Ludwig Zimmer aus Nidda, Hess. Leib-Trag.-Regt. Nr. 24, Leib-Eskadron, erhielt die Hessische Tapferkeits-Medaille. Kreis Schotten. # Babenhausen, 25. Aug. Die Hessische Tapferkeits-- medaitle erhielt der Gefreite Gustav Scbuchard. # Gedern, 25. Llug. In Tarntstadt starb der dott im' Ruhestand lebende frühere Lehrer und Kantor Karl Roth im 84. Le- bensjal>re. Er wirkte eine lange Reihe von Jahren segensreich an hiesiger Schule, ebenso in dem' benachbarten Ober-Seemen. Im Fähre 1902 trat er in den wohlverdienten Ruhestand. — Das All- ffflmietn€ Ehrenzeichen für Kriegsverdienste erhielt Bürgermeister N i s p e l und Ho-fprediger W i dm!a n n. stz Rainrod, 35. Aug. Das Eiserne Kreuz erhirlt der seit 1914 im Felde stehende Musketier Bär im Ref.-Jnf.°Rgt. 222. Kreis Friedberg. d 2 . G r i e d e l, 26. Aug. Der Ersatzreservist August Loh von hier, un Jnf.-Rgt. Ni-. 186, erhielt das Eiserne Kreuz. Starkenvurg und Rheinhessen. - Darmstadt, 26. Aug. Der seit Septentber 1914 allen Militärpersvnen auf allen Sttaßenbalmsttecken gowähtte Ausnahm e fahr preis fällt vom 1 . Septenibor an in Fortfall Nur auf den Lmien vom Schloß nach 2lrheilgen, Griesheim uich Eiberstadt wird den Militärpersonen ein erniäßilfter Preis von 10 Pfennig gewährt. Verwundete und kranke Soldaten haben freie Fahrt. SkvelS Vetztar. Wa. Wetzlar, 26. Aug. Für das Vaterland ist gestorben Leutnant der Reserve Karl Meßner, Württemberg. Feld-Art.- Regt. „König Karl^. Leutnant Meßner, Inhaber des Eisernen Kreuzes, war in seinem bürgerlichen Beruf Ausländskorrespondent bei den Leitz-Werken. — Mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse wurde ausgezeichnet Leutnant Wilh. Witte, Adjutant im Miuen- werferbatl. Nr. 6 , aus Wetzlar. Kurz vorher erhielt er die Hessische Tapferkeitsmedaille. Wa. Hermann fte in, 26. Aug. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klaffe ausgezeichnet wurde Unteroffizier Thier, Pionier-Kompagnie 306. Im Besitze der Heff. Tapferkeitsmedaille ist er schon. Wa. Katzenfurt, 26. Aug. Das Eiserne Kreuz 2. Klaffe erhielt Gefreiter Buhl, Jnf.-Regt. Nr. 116, 1 . Komp. Hessen-Nassau. ke. K e rn b a ch , 26. Aug. Ein achtjähriger Junge siel bei der Dreschmaschine in einen Zuber mit siedendem Wasser; er verbrühte sich derart, daß er an den Verletzungen verstarb. — Schwanheim a. M., 25. Aug. Generalkonsul E. v 0 n Weinberg hat für die hiesige Gemeinde die gesamten Kosten der beim Bezirksverband des Reg.-Bez. Wiesbaden abgeschloffenen Kriegsversicherungen für die Schwanheimer Kriegsteilnehmer übernommen. *= Frankfurt a. M., 25. Aug. Ein seit Monaten der Sprache und des Gehörs beraubter Krieger regte sich dieser Tage über das laute Schreien seines kleinen Kindes so sehr auf, daß er darob Sprache und Gehör wiederfand. — lK a s s e l, 26. Aug. Für die weitere Bersorgmrg der Stadt 'mit billigen Lebensmitteln aller Art, vor allem auch für die Unterstützung von notleidenden und hilfsbedürftigen Kriegerfamilien bewilligte die Stadtverordnetenversammlung drei Millionen Mark. Durch günstige und rech'tzeitige Einkäufe war es der Stadt möglich, innerhalb eines Jähres ungefähr 2 500 000 Kilo Obst und Gemüse an die Bevölkerung abtzugeben. Weiter richtete die Stadt 15 'Milchabgabestellen ein, in denen täglich 1900 Kinder 1600 Liter beste 'Milch ethalten. Außerdem! verabfolgt man tätlich 3000 Liter Magermilch. Ter Speck-, Fett- und Fleischwaremmssatz belief sich in £1 städtischen Läden auf 1834 000 Mk. — Vom Samstag ab verteilt die Stadt auf den Kvps und Tag U /4 Pfund Kartoffeln, das Pfund >zn 7 Pfg. — Unter den 33 deutschen Großstädten ist Kassel die viettteuerste Stadt. Nur Wiesbaden, Stettin und Düsseldorf haben nach Mitteilungien der Stadtverwaltuirg teuere Lebensmittel- Verhältnisse. — Aus dem Spessart, 25. Aug. In Klein-Steinach schenkte Frau Max EndreS drei kräftigen Kriegsbuben das Leben. Mutter und Jungen befinden sich wohl. Vermischtes. A f ch a f f e n b u r g , 25. Aug. Für Unterftanken wurde der Verkaufspreis für einen Zentner Z w e t s ch e n an den Händler au^ 14 Mk., an den Verbraucher auf 23 Mk. festgesetzt. Ge^ichtsfoal. — Frankfurt a. M., 25. Aug. Wegen fortgesetzter Mi lch- p a n t s ch e r e i verurteilte das Schöffengericht den Milchhändler Johann Eschen brenn er zu vier Wochen Gefängnis. Der Mann hatte in seiner »Vollmilch- meisthin 40—60 Prozent Wasser. X Hanau, 25. Aug. Ein gemeinMfährlicher Kirchenräuber ^dessen Spezialität die Beraubung katholischer Äirdjar ist, hatte sich gestern in der Person des 27 Jahre alten Hausdieners Jvhann Heim, zuletzt woshnhaft in Frankfurt a. M., vvr der hiesigen F-eriensttafkammer zu verantworten. Bor zwei Achten hatte er die Gotteshäuser mehrerer baperischer Orte heimgesucht. Kaum hatte er die dieserhall» Wer ihn verftmrgte längere Freiheitsstrafe verbüßt, traf er Vorbereitungen zu neuen BeuttMgeu. Diesmal waren es die katholischen Kirchen in ^llzemru, Hörstern und Groß.Krotzenburg, aus denen er .Kirchenleuchter, WeihwasserÜessel, Altarschellen und Meßkännchen entwendete, llirter Versagung mildernder Umstände erhielt er 3 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Chr- verlust. _ Handel. -- Friedberg, 25. Ang. Die Aktien-Zuckerfabrik W e t t e r a u erzielte im Geschäftsjahr 1915/1916 nach Mk. 64175 (i. B. Mk. 54314) Abschreibungen einschließlich Mk. 16 877 (Mk. 2850) Vortrag einen Reingewinn von DU. 119068 (Mk. 105 127), aus dem wie im Vorjahr eine Dividende von 5 Prozent aus- gezahlt werden soll. _ Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 27. Äug. 1916: Trüb^undeuäildkg, zeitweise Regeusälle, Temveratur unverändert. tetzLe Nachrichten. Untergang eines englischen Zerstörers. Amsterdam, 25. August. Me aus Mitteilungen von Schissern bekannt wird, ist öftlicki- der Doggerbank Sonntag morgen ein englischer Torpedojäger in sinkendem Zustande gesehen worden^ der von der Besatzung verlasftn nmr. Andere englische Schifft waren in der Nähe nicht zu bemerken, wohl aber ein U-Boot, dessen Nationalität jedoch nicht ftstgestellt werden konnte. Birrverbmws-Ultimatmn an Rumänien? Amsterdam, 26. Aug. Wie ein Gewährsinarrn der ,^Ä>ssi- schen Zeitung" ans London berichtet, lauft dort das Gerücht um. daß die Vierverbandsmächte an Rumänien ein Ultimatum richten werden wegen der Erlaubnis des Durchzuges russischer Truppen nach Billgarien. Zur Rachalnnung enwfohlen. Dresden, 26. Aug. Anläßlich der glücklichen Heimkehr der „Deutschland" I)at ein Einwohner der Stadt 9lue im Er^ebirg« der dortigen Stadtverivaltnng 10 000 Vdark zur B^fügung gestellt zum Ankauf von Kvrtosseln und Kohlen für die ärmere Bevölkerimg. IM flo!e!-R68taupant Gaudes, $nn4, .zirnm. m. Pension. Mittage lisch. Reichhaltige Abendkarte. Neben der Sprudelapotheke. ESo^gsa^d! am ffhein 1 schönes Knrstaütchen mit herrlicher Umgebung. Gebtrris- .Hnnörückbahn, eine der fchtfnfaii 6 Kbirgcü»ahnen Deutschlands. Pen^z. chböMk.—5 Ftt. täg1beU'r»lik1tr»terMllttVv. OrNoäl. Untonicht bi stae MasefiiBfiiisglirej'befl Stenographie Buchführung u. allen Handelsflchem. Tages- u. Ähaad&ars® HonorarMk.10.- Anmeldung täglich. 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Moritz und Frau geb. Laval Henriette Laval. Giessen (Glaubrechtstr. 3), Hannover, "Wetzlar, Frankfurt a. M.. den 25. August 1916. 6083 Als du hinauszogst, welch ein Schmerz. Vor Heimweh brach dir bald dein blühend junges Herz. Wir konnten dich nicht nochmals sehn. Doch hofften wir auf bald’ges Wiedersehn. Nun hast du alles überwunden. Hast einen sanften Tod gefunden. Zwar liegt es in des Höchsten Plan, Was Gott tut, das ist wohlgetan! Du gnter Sohn lebst nun nicht mehr, Dein Platz in nnserm Kreis ist leer. Du reichst uns nicht mehr deine Hand, Du starbst zu früh fürs Vaterland. Warst noch zu jung und starbst zu früh, Vergessen werden wir dich nie! Du sankst dahin wie Rosen sinken, Wenn sie in voller Blüte stehn, Und heiße bittre Tränen fließen, Weil du so schwer mußt' von uns gehn. Tieferschüttert erhielten wir die traurige Nachricht, dass am 7. August unser lieber hoffnungsvoller Sohn, treuer Bruder und Enkel Musketier Eduard Neunobel Landwehr-Infanterie-Regiment 349, 10. Kompagnie im 23. Lebensjahre nach 12 monatlicher treuer Pflichterfüllung den Heldentod fürs Vaterland erlitten hat. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johannes Neunobel. Stangenrod, im August 1916. 6076 Allen denen, die uns bei dem schmerzlichen Verluste meiner lieben Frau, unserer guten Mutter soviel Teilnahme bewiesen haben, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen aus diesem Weg herzlichen Dank Ludwig Waldschmidt und Kinder. oiues Gießen, 25. August 1916. lerv ll-20Jahren. 15 >19 Einjährige, ir kaufm. Ausbild, r junge Leute von i—SO Jahren, v. Beaufsichtigung. . Direktor A.Harr. . -r ■ Ein weiterer schmerzlicher Verlust hat nns betroffen, ln Halle a. S. starb am 12. August plötzlich und unerwartet unser lieber Bundesbruder cand. phil. Fritz Blum Leutnant der Reserve im Inf.-Regt. 81, Ritter des Eisernen Kreuzes I. n. II. Klasse, Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille usw., aktiv 1909—1911. Die Giefiener Burschenschaft Frankonia. I. A.: Leonhard Kraft, dzt. Vertreter. Die Beisetzung fand mit allen militärischen Ehren auf dem Gertraudenfriedhof in Halle a. S. statt. 6072 Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die sohmerzliche Nachricht, dass unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Frau Helene Deibel, geb. Braun nach längerem Leiden am 24. August, nachmittags 51/2 Uhr, im Alter von 76 Jahren sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Daniel Keller und Familie Ludwig Deibel VI. mtd Familie. Wieseck, den 26. August 1916. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 2V-> Uhr statt. [6089 ezugr-Scheme nertau nach Vorschrift, bezieht man genau so billig wie von auswärts von vuchdruckerei Mschkowski, Heuchelheim LINA KISSLER GEORG RECK Lehrer VERLOBTE August 1916 Holzheim MO MM Ludwtgstrake 4 Gienen Abgabe schon von 100 Stück an. Mit Firmenausdruck nur kleine Preiserhöhung. Fernsprecher 724. 6069 LICHTSPIELHAUS Itahnhofstraße 34 Unhnhofstraße 34 Maria Carmi-VollmöUer in ihrem neuesten Lustspiel in drei Akten Der Hermelin-Mantel Die Rache der Thora West Drama aus dem Leben in 4 Akten I>azn «las gute Beiprogramm 6090a Vllitär nach dem Feldwebel abwttrtM zahlt werktags die Hälfte Gafe Ernst Ludwig Samstag und Sonntag [4794 KÜNSTLER-KONZERT Soeben Ist Sanitas-Brot wieder cingetroffen. Reformhaus Kreuzplatz 5. [0096 KriegsausffeSlung Frankfurt a. M. * Holzhausen-Park. Angn^t bis Oktober 1916. «cOffnet 9—8 Uhr. Eintritt 50Pf. Militäru. Kinder unter 14 Jahren25Pfg. 8928ss /fCafe Amend Samstag und Sonntag Künstler - Konzert 4799 Höhere fl andelsschiile ia LHanöe!sFEa!se!iRle' II.Halbjälir.HaDil8isl[Drse für Schill 1914/1 zu fü 16 Im Sshülerhelm guto Verpflegung t Ausführl.Jahresberichtövereend.. Neuaufnahme 12. Okt. 1916. Handarbeitsscliule und Pensionat von Frl. Landmann, Giessen Süd- Anlage 7 160231 Sttd- Anlage 7 Unterricht in allen weiblichen Handarbeiten: Weiß- und Ma>chinennähen, Stickereien jeder Art, Klöppeln, Occhi, Aenderungen von Wäsche, einfachen Kleidern und Binsen, feiner Kunsthandarbeiten in allen Techniken. io allen Zweigen des Haushalts. Beginn des Unterrichts Montag, den 28. August. * Der Gesang-Unterricht j :::::::: hat wieder begonnen u:::::: IDA STAMMLER | Konzertsängerin und Gesanglehrerin Anmeldungen: Wilhelmstrasse Nr. 1 5983 ■ 7/?o tf&ftttfon in i eder Schriftart u. Kart