Nr. M Der Gjrtze»er erscheint täglich, archer Sonntags. — Vertagen: vie murrt möckrenclich O«benerKaEe«htö11er, -rveimal.inöebenU-Nreis- dlallskirdertRpei^Hietzen (Dienstag irndFrerlag); zweimal movatl. Land-. wirHchaMche Zettfra-es Ferufprech - Anschlüße: iür dveSchrrNleituug113 B er1«^G« jchcki tsfteüeöl Adrege iür Drahtnetz- rrchtsr Anz«g«HictzrL. Anmr^me »ov Anzeige» 'ür d,e Tagesnnnnner bis zum Aber,d vorher. Erster Statt M. Jahrgang Donnerstag. 2ch Auguh Wh enera!-An er fit Hoteflonsäral mid Verlag der Srühl'schen Uinv.-Vuch- und $tet«öni: monatl. 90 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen nwnatl. 80 Pf.: durch diePost Mk.2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., ausw. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr.R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen U (WTB.) Großes Hauptquartier. 23. August. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Zwischen Thiepval und Vozißres wurden die englischen Angriffe vergeblich wiederholt. Nördlich von Ovillers fanden während der Nacht Nahkämpfe statt, festlich des Foureaurwaldes, ebenso wie bei Maurepas mißlangen feindliche Handgranaten-Unternchuiungen. Die Artillerien entwickeln fortgesetzt große Tätigkeit. Südlich der Somme sind bei Eströrs kleine Grabenstücke, in denen sich die Franzosen vom 21. August her noch hielten, gesäubert. Drei Offiziere, hundertdreiundvierzig Mann fielen dabei als Gefangene in unsere Hand. Rechts der Maas wiesen wir im Fleury-Abschnitt feindliche Handgranatenangriffe ab. Im Bergwalde fanden für uns günstige kleinere Jnfantericangriffe statt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Vom Meere bis tzu den Karpalheu keine besonderen Ereignisse. Im Gebirge erweiterten wir den Besitz der Stara Wipczyna durch E r st ü r m u n g neuer feindlicher Stellungen, machten zweihundert Gefangene (darunter einen Bataillonsstad), erbeuteten zwei Maschinengewehre und wiesen Gegenangriffe ab. Beiderseits des Czarnp-Ezeremosz hatten die russischen Wiedercroberungsvcrsuche keinen Erfolg. Balkan-Kriegsschauplatz. Die Säuberung des Höhengcländes westlich des Ostrovo- Sees hat gute Fortschritte gemacht. Wiederholte serbische Vprstötze im Moglena-Gebiet sind abgcwiesen. O b e r st e Heeresleitung. Unser Handelsunterseeboot „Deutschland" ist wieder im heimischen Hafen. Noch einmal erhebt sich, ein Jubel unter allen Deutschen, denn die Prüfung ist jetzt vollends bestanden: Die gespannteste Wachsamkeit der Engländer hat das Schiff nicht, aufzubringen vermocht, und sicherlich haben sie unverhältnismäßig viel Mühe und Arbeit daran verwendet. In gewissem Sinne schreiben wir also «ruch zur See dem Feinde das Handeln vor. Und welcher Aerger mirb heute über dem Kanal herrschen, während wir die Fahnen heraushängen! Das kleine Schiff „Deutschland" hat seine friedliche Mission erfüllt und uns seine Gummi- und Nickelladuug zurückgebracht; die englische Flotte ist v e r g e b l i ch und müßig in den Meeren herumgesteuert. Und wie wird cs künftig werden? Man wird sich in London vielleicht damit bescheiden, daß der Fang von Handelsunterseebooten zwecklos und kostspielig ist, und die Fahrten einer „Deutschland" werden vielleicht ungefährlicher sein als die Reise so manches englischen Dampfers, der sich des Auftauchens deutscher Tauchboote gewärtig sein muß. Nur drei Tage hat die Rückkehr der „Deutschland" länger gedauert als ihre Hinfahrt. Sie war am 23. Juni in Bremen ausgefahren und am 10. Juli in Baltimore angekommen. Am 1. August erfolgte die Abreise in Baltimore. Wir jubeln nicht über den alücktichen Empfang einer wertvollen Gummi- und Nickellndnng; wir freuen uns viel mehr über den Sieg, den wir über das meerbeherrschende Albion auch hier davongetragen haben. Aus der Tatkraft unserer deutschen Gründer und Unternehmer, aus der Entschlossenheit, mit der von allen Beteiligten ans Werk gegangen worden ist, aus dem überlegenen Geist, der uns der eitelsten, verwöhntesten und hochmütigsten Ncrtton auf solche Weife Trutz bieten läßt, schöpfen wir in biefem großen .Kriege mehr als materiellen Gewinn: Sicherheit und Selbstbewußtsein, auf nuferem Wege weiterzugehen, uns nicht blenden zu lassen von fremden Vortäuschungen und von Neid und Haß unserer Widersacher! Entfaltet die Fahnen und Wimpel, ihr deutschen Städte und Dörfer! Die Tage des Erfolges unserer „Deutschland" sind auch in anderer Beziehung Tage stolzen Aufstieges. Eben erst ist den Engländern wieder aufs neue bewiesen worden, daß unsere Flotte die Ausfahrt ins feindliche Meer nicht scheut! An der englischen Ostküste wurden drei englische Kriegsschiffe vernichtet, ein Linienschiff schwer beschädigt, und wiederum tritt es bei allen Ableugnungen und Beschwichtigungen der englischen Berichterstattung deutlich zutage, daß der deutsche Kämpfergeist dem feindlichen in Zielen und Erfolgen weit überlegeii ist. Wie weit bei diesem erfreulichen Tatbestände unsere Luftschiffahrt mit im Spiele ist, ob sic auch bei der Rückkehr der „Deutschland" nützliche Dienste geleistet hat, wird erst eine spätere Zeit erhellen. Tage wirklicher^Erfolge auf unserer Seite sind in England Tage neuer Schönrednerei. Lloyd George lobte im Unterhause die englische Offensive in Flandern und Frank- reich! Er überpinselte das gesamte Kriegsgeschehen mit englischer Ruhmestünche, Mißlungenes stellte er als erfreuliche Ergebnisse fest unb Enttäuschungen gab er als gewollte Ziele feiner Taktik aus. „Wir haben die Höhe gewonnen mtb können den Verlaus des Feldzuges scheu. Ich'glaube, in undeutlicher Ferne können wir das Ende schon sehen." Wir haben unter diese Ruhmesrede des Engländers die neuesten ^k^achtungen des „Temps" gestellt. Dieser ist wahrer und ehrlicher. Ist es nicht eine höchst ausfallende Bemerkung von diesem Blatte, daß die jetzt offenbarte Kraft Deutschlands eine schlimme, demütigende Lehre sei für diejenigLn,- die die Geschicke Frankreichs zu lenken hatten? Dämmert es bei unseren Nachbarn im Westen? Die englischen Minister reden, aber bei ihren jetzigen Bundesgenossen wird dafür das schweigen vielleicht desto größere Fortschritte machen. „Noch ^ Ende nicht gesehen, und mich schrecken ahnungsvolle Träume", so scheint der „Temps" Herrn Lloyd George erwidern zu wollen. Wir brauchen dem nichts weiter hinzu- zusügeu. Die Kücffdjr der „Deutschland". Bremen, 23. Aug. (WTB.) Boosmanns Telegraphisches Bureau meldet: Die Deutsche Ozean-Neederei-Gesell- schaft meldet: Das erste Handclsuuterseeboot „Deutschland" hat heute nachmittag vor der Wcsermündung geankert. An Bord ist alles wohl. Berlin, 24. Aug. Zur Rückkehr des Handels-Unterseebootes „Deutschland" sagt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung": Mit Jubel wird im ganzen Reiche und bis; in Feindesland hinein, wo unsere heldenhaften Truppen die feindseligen Absichten unserer Gegner zuirichte machen, die 'Künde ausgenommen werden, daß das kühne Unternehmen die zweite Probe glänzend bestanden hat. Der glückliche Gedanke, den Verkehr mit neutrale: überseeischen Ländern durch Tauchboote herzustellen, kann ein schönes Gelingen feiern. Stolz dürfen wir auf die weitblickenden und schöpferischen deutschen Männer fein, die mit raschem Entschluß und Unbeugsamer Tatkraft eine Aufgabe lösten, die im Auslände für undurchführbar erklärt wurde, als die Lötung schon Wirklichkeit geworden. Die „Kreu z z e i t u n g" schreibt: Die Sicherheit, mit der die Letter der Deutschen Ozean-Reederei auf die glückliche Heimkehr rechneten, hat sich bestätigt. Umso größer ist die Genugtuung, daß das Boot mit der wertvollen Ladung ungefährdet den heimischen Vasen erreicht hat. In der „Germania" liest man: Einen einzigst lauten Jubelruft wird die Freudenkunde über ganz Deutschland auslösen: U-„ Deutschland" heimgekehrt! Der Feinde Zahl lauerte auf allen Wegen des Weltmeeres, dem kleinen Schifslein den Untergang zu bereitem Ihnen allen ist es nun entwischt. Der kühne Streich gegen Englands übermütige Seewillkür ist völlig geglückt und eröffnet den Ausblick aus weitere größere Erfolge. Worin liegt die Bedeutung dieser Fahrt? fragt die „Vossi- s ch e Z e t tu n g". Sic ist vielfacher Art. Die Zukunft der Untersee- vandelsboote liegt in der Gegenwart, in der hatten Gegenwart, für die ste erdacht wurden. Was später mit ihnen werden wird, das kann ruhig der Zukunft Übertassen werden Köln 23. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Die„Kölnische Zei- V 1 au ^ Bremen zu der Heimkehr des U-Bootes "ch^.! ( 7 ™* , u. n.: Die amerikanische Regierung ver- hielt lich durchaiis korrekt neutral. Die amerikanische Flotte Ijattc ntit Strenge darauf gesehen, daß die Grenze von uilseren Feinden, wwoht von Engländern rvie den Franzosen geachtet wurde. Diese Vornchtsmaßregel nnirde besonders verschärft, nachdem ein eng- l i sch er Kreuzer nachts heimli ch in die Bucht e i n - g esa h r e n war. Bei der Ausfahrt besauden sieb nicht weniger als a ch t en gl i s ch e Kr i e g s s chi f f e aut der Lauer, umgeben von zahlreichen gemieteten amerikanischen Fischdampfern zum Zwecke der Auslegung von Netzen uiid der Benachrichtigung des Feindes. Trotzdem gelang die Ausfahrt. Die Ozeanfahtt war anfangs stür- Mi,ch. chater weniger bewogt. Aii der englischen Küste fiel Nebel ZU ber WorMec war das Wetter stürmisch. Das Schiff erwies sich als ausgezeichnetes Seeschiff. Ditz M,aschinen habeti tadellos ge- aroettct, ohne fede Stockung. >Es wurden hundert Seemeilen unter tt.ayer gefahren bei 4200 Seeineilen im ganzen. Es wurden keine Eisberge payiert. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. W i e n , 23. August. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 23. August 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Westlich von M o l d a w a erstürmten deutsche Trupven nne weitere Jnfanteriestellung der Russen, wobei sie 200 Mann und zwei Maschinengewehr? eiubrachtcu. Bei Zabic wurden russische Vorstöße abgeschlagen. Im Gebiet des Kukul stchcirdes Gefecht. Weiter nördlich bei geringerer Kampf- tätigkeit und völlig unveränderter Lage keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. An der k« sten ländischen Front unterhielt die feindliche Artillerie gegen einzelne Rämiie zeitweise ein lebhafteres Feuer. Die italienischen Flieger entfalteten rege Tätigkeit. Bei Wochcin-Feistritz fiel ein Doppeldecker in unsere Hände. Die Insassen wurden gefangen genommen. In Tirol brachte uns eine Unternehmung an der Fleims- talfront 80 unverwundete Gefangene uni) zwei Maschinengewehre ein. webel Arigi geftihrt — schoß im Kampf mit vier Farmcne- Doppeldeckern zwei ab; einer liegt zunächst der Skumbi- Mundung. der zweite stürzte ins Meer und wurde von einem feindlichen Zerstörer geborgen. Der Stellvertreter des'Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Der Kampf in Mazedonien. Ter bulgarische Bericht. or ^ ofia . 22. August. (WTB.) Bericht des Hauptquartiers. der Struma brachten wir dem Gegner am 21. August eine Niederlage bei. Dieser rettete sich durch die Flucht auf das rechte Ufer. Das ganze Gelände in der Umgebung der Dörfer Entteuy, Hevolen und Topalovo ist mit feindlichen Leichen bebetft, ■ run c^ r "^hüere Offiziere. Wir erbeuteten acht Maschinengewehre, eine Menge G?tvehre. Granaten, Artilleriemateriil, Wagen usw. 1 ^rwunde t e Gefangene, darunter vier Offiziere und 00 verwundete Gefangene blieben in unserer Hand. Die große Menge von Ausrüstungsgegetrständen, die das Schlachtfeld bedecken, tntzeugt Lu? vMtändige Niederlage des Feindes. Ein oug feindlicher Kavallerie, der durch ein geschicktes Manöver unterer Kavallerie in das Feuer unserer Infanterie gelockt worden war, wurde buchttäblich vernichtet. Aussagen von Gefangenen be- Itattgen, daß außer der Brigade Bretter 'ein englisches Regiment VI kneten Gegenden operierte. Die Angriffe, die die Franzosen wct zer.n -vagen gegen unsere Stellungen,südlich und westlich des ^oiran-Secs durchgesühtt haben, scheiterten üollständig. steter Umttand ließ v-er'mutlich den Generalftab des Generals ^arratt die Einnahme von Punkten melden, die immer in der Gewalt der Franzosen waren, wie dies der Fall ist mit dem Bahnhof von a.!ojran und dem Dorfe Doloudjeli, das der Feind verlassen bat- Unsere Truppen haben 50 tote Franzosen auf dem! rechten Wardaruser begraben. Im Laust eines Angriffes' in der Umgegend Mayadagn nahmen wir eine feindliche Abteilung gefangen und erbeuteten ein Maschinengewehr. Tie Franzosen ließcm 70 'Tote aus dem Gelände. Ter rechte Flügel setzt seine Operattonen sott. Der französische Bericht. Orientarmee. Der Kampf dauert am 21. August auf der ganzen Front der Armee der Alliietten von S^a l o n i k i an. j^ 111 Sjn(rum beschossen Engländer und Franzosen heftig die biügarischen Stellungen auf beiden Seiten des Doiran-Sees ' Wahrend unsere Infanterie sich in den südliche!: Gegenforts der Belev-Bcrge aus dem Westtrfer des Wardar feftsttzt, bemächtigten ttch untere Trupven der Linie auf den Höhen bei Lfumnica und > behaupteten tcch dott mit Atcsnahme einer einzigen Stelle. Trotz heftiger Gcgenangttffe des Feindes stSte die serbische Armee iw der Vergebene zwischen Zerna und Mgleittoa den Vormarsch fort Alle der ^mantette zugewresenen Ziele sind im allgemeinen er- rercht. Aus beiden Flügeln gelang es dem Feinde um den Preis großer Verluste unsere vorgeschobenen Abheilungen zurückzu drängen. Einerseits zog sich eine' BcdeckungSabtettung, die westlich von Serres auf mehr als'eine a.lvition geschätzte bulgarische Streitkräfte angviff, um ihren Marsch auszuhalten, auf die Struma zurück, deren Uebergänge alle fest von den Alliierteii gehalten werdm. Andererseits zog sich der äußerste linke Flügel der serbischen Armee, nachdem er fast zwei Tage lang gekämpft hatte, um den Marsch des rechten bulgarisck>en ttlügels zu verlangsamen, auf seine Hauptwiderstandsstellung in der Nähe des Otrrowo-Sees zurück. Ein englischer Bericht. Sa l o n i f i, 23. Aug. (WTB.) Das Rentersche Bureau meldet amtlich: Keine Veränderung an der T o i r a n -- F r o n t Wir z^r^ ftörtcil eine Eistnbahubrücke. An der Struma front hemmte unsere Artillerie das Vorrücken des Feindes. Scharmützel bei der Brücke von Kopriva. i'lllch feindliche Arbeitergruppcn wurden zer- tteilt. 9 m Bern 23 Aug (WTBll „Pettt Parisien" meldet aus- Rom: Am 4. August hat die erste italienische nach Sa- l o n 111 b e st i Ui mtt e B r i g a d e Rom unter General P c t t i t i verlassen, der den Oberbefehl ül>er die italienischen Truppen im Salo i i in üb e nt i mmt. Dasselbe Blatt erfährt aus Saloniki: Das vierte gric^ ch i sck e Armee kor vs mit je einer Division in Seres, Dramc und Kavalla hat das seither besetzte Gebiet vollständig geraum ne Bulgaren tteheii zurzeit in Hermanli. Der türkische Bericht. K o n st a n t i n o p e l, 22. August. (WTB. Nichamtlich ^ Be» riebt des Haiiptguattiers. , An der Irak-Front imd an der persischen Fr-mtt: ltt di«' Lage unverändert. Aii der K auka sus-Front tvurdeii aiff dein rechten Flügel vereinzelte, gc^gen einen Teil unserer vorgeschobenen Steltungew gerichtete feindliche Angttfst durckf einen Gegenainfriff unserer Truvt>en völlig zurückgeschlagini und' zlvar mit ungeheure-- Verlusten für den Feind, der allein im Mschnttt von Ognott 3000 Mann verlor. Außerdvin Kühlten >vir 400 Tote, darirnter vier Offiziere, allein vor lmseren Stelluiigen hei Kighi' Wir macksteri ferner eriiige Gefaiimme imd erbeuteteti ein Maschinen- gelvt'hr. Bfti Zentrum aufstr einigen unbedeutenden Patrouillen- gefechten kein Ereignis. S ü d ö st l i ch e r Kriegsschauplatz. Im Raume von Valona entwickelt der Feind erhöhte Tätiakeit. Eines unserer Kamvffttlazeuae — vom Stabsfeld- Neue Prahlereien Llohd Georges. ^ London^ 22. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung de>, Reutertcken Bureaus Unterhaus. Lloyd George er- klcvtte. die Monster, die jetzt in die Armer einttttrn.' gehörten ben körperlich besten Leuten, die seit Kiffegsbeginn eingetrefen seien. Im ttrefcitfftcfyen* feien sie geistig und körperlich ebenso tückstig wie die an geworbenen, es seien erstklassige Leute. Er bitte das Haus', den Stand der Dinge vor wenigen Monaten mit der gegmwärtigm Lage zu vergleicknm. Damals, sagte Lloyd George, war Verdun in der Schwede, die Oester reicher schienen sich der italienischen Tief- oberre zu nälwrn und machten eine große Beute: die Rassen schienen mit Leichtigkeit von schwäck>erm Kräften zurückgehalten zu werden: die Deutschen guältcn uns an der ganzen Front mit unaufhörlichen, rnttveise erfolgreichen Angriffen. Die ncuausgehobenen russischen Truppen und in sein großein Maßstabe unserer eigenen neuen Armeen waren unerprobt. Niemand wußte, wie sie, aus die Probe gestellt, besuchen umrden. Das war die Lage vor Zwei Monaten. Wie ist sic jetzt? An der ganzen Schlachtfront im Osten und im Westen ist die Initiative dem Feinde entwunden, fast zum ersten Male au der ganzen Front, nur mit edier Au-nahme etw>a inl Mesopotamien, >vo infolge des Klimas unsere Armee sich ruhig verhält. DaS ist keine gewichtige Ausnahme. Nehmen wir den Westen und Osten, so haben die Russen prächtige Siege errungen/ Da sind ferner die bemerkenswerten Siege Italien • und die großen Siege im Kaukasus. Die ganze Lage hat sich vollkommen geändert. Lloyd George fuhr fort: Ich habe die zweite englische Offensive vielfach kritisieren hören. Einige Kritiker schienen sich vor zu stellen, die einzige Rechtfertigung der Offensive wäre, wenn wir durchbrächen. Nicht im geringsten! Der Feind hatte zwei Möglichkeiten. Er entschied sich für die Möglichkeit, Geschütze und Truppen von Verdun heranzuschaffen, um unseren Durchbruch zu verhindern. Das paßte uns; es erleichi- ,tcrte den Druck aus Verdun und hinderte den Feind, Streitkrästü zur Unterstützung der Oesterreicher gegen den großen Vormarsch des. Generals Brussilow zu verwenden. Lloyd George hob dann die Bedeutung des englischen Vormarsches an der Somme hervor und sagte: Der deutsche Bericht über unsere Verluste war lächerlich übertrieben. Unsere Verluste waren, >venn auch beklagenswert, doch verhältnismäßig gering, während der Feind, zu Gegenangriffen auf einem Felde, das unserer Artillerie ausgesetzt ist, gezwungen, schwere Verluste erleidet. Wir drücken beit Feind über ein Gebiet zurück, von dem jeder Meter von Bedeutung ist, weil es die beherrschende Stellung ist. Wir verschafften uns die lieber legenheit und wir bedrängen den Feind an der Somme. Die Franzosen tun das Gleiche. Bei Verdun gewinnen die Franzosen wieder an Boden. Wir haben die Höhe gewonnen und können den Verlaus des Feldzuges sehen. I ch g 1 a n b c, i n undeutlicher Ferne können wir das Ende schon sehen Frankreich ist gerüstet. Rußland in rascher Ausrüstung begriffen, die italienischen Rüstungen gingen in einer Weise von statten, welche die besten Freunde Italiens in Erstaunen setzte. Deutschland hat die Gelegenheit verpaßt und weiß das. Es wäre ein Irrtum, die Natur unserer Ausgabe zu unterschätzen, die alle Hilfsmittel der Dominions des Reiches erfordert. Wenn es auch ein Fehler wäre, einen zu leichten Sieg zu erwarten, so kann ich doch., schloß der) Minister, wenn ich die ganze Lage in dem Lichte der vorhandenen Tatsache überblicke, auf Grund de^ Rates Sachkundiger die Meinung ausdrücken, die ich ohne Zögern dalnn abgebe: Was unser Land und die Alliierten zu tun haben. ist, standbutt zusammen- nurrschieren und aufrichtig zusaurmmarbeitm,^ wie sie das in der .Vergangenheit getan haben, damit der Sieg auf ihren Fahnen ruht. Auffaktende Bemerkungen des „Temps". Bern, 22. Aug. „Temps" erinnert heute, gelegentlich der letzten Rede Lloyd Georges, an das hohe Maß von Willenskraft, mir ber die französischen Truppen seit sechs Monaten vor Verdun unter einem Feuer von noch nie dagewesener Heftigkeit aushielten, obgleich die eigenen Mittel ziveisellos ungein'igend und besonders ihre schwere Artillerie der deutschen unterlegen sei. Leider koste aber die Verteidigung übermäßige -Opfer; auch seien die Franzosen noch nicht am Zrel. Man dürfe nicht vergessen, daß, wenn dieses Ziel erreicht sein, werde, es unendlich viel zu teuer erkauft sei. Deutschland noch 25 Mdnatm des Krieges Stellungen, die esl im Lande des Gegners besetzt halte, verteidigen könne, obgleich es vier Großmächten gegenüber stehe, die ihm an Menschm- zaHl und Rohstoffen überlegen seien und außerdem über die See- herrschaft verfügten, sei für die, ivelche die Geschicke Frankreichs leiteten, eine schlimme, demütigende Lehre. Die anschließenden Ausführungen im Umfang von 30 Druckzeilen sind vollständig gestrichen. Der Schlußabsatz betont, Frankreich habe den unvergänglichen Ruhm, 1914 und 1916 in den mttcheidmdm Augenblicken an der VAarne, an der Dser und bei Verdun eingegriffen und die feindliche Stoßkraft gebrochen zu haben. Dieser Ruhm /tilge aber nicht die Fehler, die es habe wieder gut machen müssen. Au- dem englischen Unterhaus. Rotterdam, 23. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Nieuve Motterdamsche Courant" meldet aus London: In der Sitzung des Unterhauses betonte Churchill die riesigen Gewinne, die durch Reeder gemacht würden. Er sagte, durch seine eigenen Bürger werde England einer Blockade unterworfen. Er empfahl 'der Regierung, die ganze Handelsflotte za übernehmen, fernen wünschte er die Einführung von Brot- und Fleisch karten. — Der Staatssekretär des Innern, Samuel, teilte mit, daß sich der Ausschuß russischer Juden bei ihm angemeldet und sich bereit erklärt habe, in London und anderen Städten unter den Landsleutml sffrr den freiwiUilgen Eintritt in die Armee zu werben. Alle, dis freiwillig Dienst nähmen, müßten das englische Bürgerrecht erwerben und würden nach drei Monaten kostenlos in den britischen Untertcmenverband ausgenommen. Ferner würden eigene Gerichtshöfe gebildet, bei denen die Russen unter denselben Bedingungen, wie die Engländer um Befreiung vom Militärdienst ersuchen konnten. Der freiwillige Eintritt in die Armee sei bis zum 30. September möglich. Verschiedene Abgeordnete, die für die Abschiebung der russischen Untertanen nach Rußland sind, verlangten, daß in dieser Angelegenheit nichts unternommen werde, bis ba§: Parlament im Oktober wieder zusammentritt und ihm Gelegenheit geboten wird, über den Gegenstand zu verhandeln. London,. 23. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Unterhaus Mc. Kenna teilte mit, daß die Verhandlungen über die Ausgabe fünfprozentiger zwei- jähriger britischer Regierungswechsel im Betrage von 25 0 Millionen Dollars durch die Firma Morgan in New Zork zum Kurse von 99 abgeschlossen seien. Als Sicherstellung für die Anleihe werden amerikanische, kanadische und andere Wertpapiere bei den Kuratoren hinterlegt. Das Bölkergewimmel in Frankreich. Bern, 23. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Temps" meldet aus Marseille: Hier sind 5000Kannibalen für landwirtschaftliche und 1700 Chinesen für die Munitionsarbeit eingekroffen. Der Ausbau der französischen .Handelsflotte. Bern, 22. Aug. (WTB. Nichtamtlich./ Wie das „Ionrnrl" meldet, wird der französischen Kammer in den nächsten Tagen ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, durch den der Regierung zum Wiederaufbau der französischen Handelsflotte durch Neubau und Ankauf und als Vorschuß an die Reedereien 200 Millionen Franks zur Verfügung gestellt werden. Bei der Begründung des Gesetzentwurfes führt das „Journal" aus: Wenngleich cs einige französische Schiffalirtsgesellschaften gebe, die gute Gewinne erzielte?:, so befinde sich doch der größte Teil der fraw, zösischen Reeder zurzeit in einer außerordentlich peinlichen, teilweise in einer verzweifelten Loge. Der Bestand der französisch)«! .Handelsflotte sei sclwn vor ^lusbruch des Krieges unzureichend gewesen. Fast SO Prozent deS Seeverkehrs seien vom Anslande bewältigt worben. Seit Kriegsausbruch fabc füh die Lage jedoch noch verschlimmert. Tu Scsnjjsoerluste sowie die Abnutzung des Materials hätten zum verschwinden zahlreicher Schiffe geführt, die da die Wanten still liegen, nicht ernnral ersetzt worden seien. Unter BerÜcksichffigung! dieser schlrMmen Lage fragt das Blatt, ob Frankreich auch) nach! dem Kruge jahrelang in Ausfuhr und Einfuhr miter ungünstig auf- ^wungenen Frachtsätzen von: Auslande ablKngig sein soll Tie Frachrfenen, die in dein ictzigen Kriege immer höher würden und in <*>> > b zahlt werden müßten, hätten eine ungünstige :MckwirkunL aus Den sranKffvschen Kurs. Zeitungen und Papiermangel. Budapest, 23. Aug. (WTB.) Vor einigen Tagen hat die Zeitungspapierzentrale verfügt, daß wegen Parier mangels der Umfang der Zeitungen eingeschränkt werde. Inzwischen hat die Zentrale von der Regiennrgsbehördz das Versprechen erhalten, den Papierbedars der Zeitungen in Zukunft zu sichern, worauf die ans eine Einschränkung bezügliche Verfügung außer Kraft gesetzt wurde. Tie Blätter.find heute bereits in dem früheren Kriegsumfang erschiene::. Afrikanische Verstärkungen für die Engländer. B e r l i n, 24. August. Die Entsendung neuer s ü d afrikanischer Divisionen nach Flandern wird laut „Bossischer Zeitung" aus Johannesburg angekündigt. Der ZeeMeg. Der letzte Zusammenstoß auf der Nordsee. Berlin, 23. Aug. (WTB. Amtlich.) Die britische Admiralität hat die deutsche amtliche Meldung, daß ein englisches Linienschiff am 19. August durch eines unserer Unterseeboote beschädigt worden sei, als unrichtig bezeichnet. Auf Grund der inzwischen eingegangenen Meldung des betreffenden Unterseebootes wird folgendes bekannt- gegeben: Das Unterseeboot traf am 19. August in der Abenddämmerung einen aus Schlachtschiffen und Panzerkreuzern bestehenden T e i l d e r englischen Flotte, der von einer größeren Zahl von kleinen Kreuzern und Zerstörern umgeben war. Es gelang, auf bic Schlachtschiffe zu Schuß zu kommen. Das U-Boot fuhr hierbei halbüberflutet. Auf dem Turm standen drei Offiziere. Nach dem Auftreffen des Torpedo erhob sich am Hinteren Schornstein des letzten Linienschiffes eine etwa 20Nieter breite und 10Meter hohe Feuer sä ule, in der der Hintere Schornstein weiß- glühend erkennbar war und die etwa eine Minute stehen blieb. Gleichzeitig erfolgte ein heftiger Ausbruch von Kesseldampf. Nach Verschwinden der Feuererscheinung war nur noch ber Rumpf des Schiffes ohne Schornsteine und Masten zu sehen, wahrend von den Nachbarschiffen noch die volle Silhouette erkennbar war. Der Kommandant hatte den Eindruck, daß der Torpedotreffer, abgesehen von einer schweren Verletzung der Kesselanlagen, einen großen O e l b r a n d verursacht hatte. Vorstehendes ist ü b e r e i n st i m m" n D von den Offizieren des Unterseebootes beobachte' worden Danach ist das englische Schlachtschiff durch den Angrijs des Unterseebootes zum mindesten schwer beschädigt worden. Lolndon, 23. Aug. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Amtlich^ Tie Admiralität gibt bekannt: Tas Unterseeboot ,,E 23". das aus der Nordsee zurück- gekehrt ist, berichtet, daß es am 19. August morgens auf ein dseutsches Schlachtschiff von der „Nassau"-Klasse einen erfolgreichen Tttrpedo-Angrisf gemacht habe. Der Kommandant des Unterseebootes berichtet, während das Sck/fff von Mich Zbr-- ftövci’it in beschädigtem Zustande nach dem Hafen zurückgeleitet wurde, habe er wieder angegriffen und mit einem zweiten Torpedo getroffen. Er glaube, das Schiff sei gesunken. Es erübrigt sich sestzustellen. daß die bereits widerlegte und heute wiederholte amtliche Berliner Meldung, nach der Samstag ein britischer Zerstörer versenkt und ein britisches Schlachtschiff beschädigt worden sei, gänzlich unbegründet ist. Notiz: Die Meldung der britischen Admiralität über Angriffe des, englischen Unterseebocstes „E 23"" ans ein deutsches Linienschiffs der Nassau-Klasse ani 19. August ist insofern zutreffend, als S. M. S. „Westfalen" von einem Unterseeboot bei seinein ersten Angriff getroffen, aber so leicht beschädigt wurde, daß das Schiff gefechts- und numöverfähig blieb. Die ^Westfalen" wird in kürzester Zeit wieder voll verwendungsbereit sein. Es ist auch richtig daß das feindliche Unterseeboot nochmals auf das Schiff zu Schuß kam, das Torpedo aber fehlging. Ein russische- Torpedoboot schwer beschädigt. Berlin, 23. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Wie wir aus Memel erfahren, ist am 22. August an der kurländischen Küste beobachtet worden, wie etwa sechs Seemeilen nördlich von Klein-Jröen ein russisches Torpedoboot vom Typ der neuesten großen Boote durch eine Explosion-schwer beschädigt nmrbc. Das Boot ist von anderen Torpedobooten nach der Küste von Oesel geschleppt worden. Aus dem Reiche. Die fünfte Kriegsanleihe. Berlin, 23. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Angesichts der bevorstehenden fünftel! Kriegsanleihe sei nochmals darauf hingewiesen, daß nach 8 32 des Kriegssteuergesetzes bei Entrichtung der Kriegsgewinnsteuer sünfprozen- rige Reichsanleihe, sowie fünfprozentige Schatzanweisungen des Deutschen Reiches zum Nennbeträge angenommen werden. Das bedeutet gegenüber dem Ausgabekurs einen Gewinn. Auch für die 4V-prozentigen Schatzanweisungen ist jetzt vom Reichsschatzamt bestimmt worden, daß sie zu einem, den Ausgabekurs übertreffenden Kurse, nämlich zu 96.50 sür je 100 Mark Nennwert, an Zahlungsstatt angenommen werden. Hiernach ergibt sich die Möglichkeit, mit einem Kursvorteil Kriegsanleihen sür Zahlungen der Kriegsgewinnsteuer zu verwenden. Ans Stabt unb €attb. Gießen, 24. August 1916. Aufbewahrung von Kartoffeln. Tie Kartoffel versorgüngsverordnung gibt den Gemeinden und auch 'den Privaten die Möglichkeit, sich größere Mengen Kartoffeln aus Vorrat hinzulegen. Hierdurch wird die Frage der zweckmäßigen Aufbewahrung in dringlicher Weise angeschnitten. Größere Mengen Kartoffeln werden unter allen Umständen in sogenannten Kartoffelmieten besser aufbewahrt als in Kellern . Zur KartoffelanfbewalnANg geeignete Keller müssen vor allen Dingen kühl und luftig sein. Ihre Temperatur darf ztv-eckmäßig, 10 -Grad Celsius nicht übersteigen, darf aber andererseits auch keinesfalls unter den Gefrierpunkt finken. Bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius gedeihen die Fäulniserregcr nicht mehr. Bei der Anlage von Kartoffelmieten ist vor allen Dingen zu beachten, daß ein trockener, möglichst durchlässiger Boden gewählt wird, auf dem sich unter keinen Umständen Regenwasser sammeln kann. Tie Kartoffeln werden auf ebener Erde dachförmig in einer Sohlenbreite von ungefähr 100—120 am aufgescyüttet und dann Mit trockenem Stroh bedeckt. Hierbei wird so verfahren, daß man zunächst eine Stvohschicht von ungefähr 8 ein Stärke auflnüngt Tann -legt rnlan auf die First! leinen Balken von 8 —10 cm Durchmesser, bringt abermals eine Strohschicht auf unb bewirft diese mit einer 3 ein. starken Erdschicht. Darauf zieht man den Balken weiter nach vorn und verfährt weiter in der angegebenen Weise, bis man die nötige Länge drr Miete erreicht liat, dann wird der Balken entfernt. Durch die Lumdhabung mit dem Balken hat man einen durchlaufenden Gicbelßmal hergestellt, welcher sür eine Entlüftung der Miete sorgt. S'nörcchte Strohschornsteine oder Entlüftungsstützen müssen vennitdcn werden, da sich an Urnen Feuchtigkeit niederschläat, ivodnrch an diesen Stellen Fäulnis ein treten, würde. Nachdem die Kartoffeln in dieser Lage gehörig cwgedunstet sind, wird die Miete Mt einer weiteren Stroh-, Kartoffelkraut-, oder Neisiasclücht bedeckt und daraus 'koMMt abermals eine gehörigem Schicht Erde, etwa 15—20 cm, welche fest und glatt angeschlagen werden mum damit das Regenivasser gut ablaufen kann. Es muß selbstverständlich dafür gesorgt werden, daß in den bei benr Bewerfen /mit Erde um die Miete herum entstairdenen Gräben kein. Regenwasser stehen bleiben kann. Des weit.wen ist dann nur durch Kontrolle mit einem Stechthermometer dafür zu sorgen, daß die Temperatur in der Miete nicht über 10 Grad Celsius steigt, sonst würde etwaige Fäulnis begünstigt werden. Die eiNGiulagerirden Kartoffeln müssen selbstverständlich vollkommen gesund sein,, kranke und angefaulte Kartoffeln müssen entfernt werden. Die? regelmäßig vor/.unehm!enden und genau zu bnckrenden Messungen mit dem Stockthermometer geben durch Anzeigen höherer, als! die Durchschnittstem/peratur sofort einen Anhaltspunkt, wenn tifd>c Haushaltungen, welche Kartoffeln etnlancrit wollen, kommt die Aufbewahrung in Mieten im allgemeine!? nicht in BetrackK. Derartige Haushaltungen nckissen zunäckfft die einz'ulagernden Kartoffeln sorgfältig mit der Hand verlesen, alle kranken, an gefaulten oder verletzten Kartoffeln werden entfernt und zum sofortigen Verbrauch bereitgestellt. Die Kartoffeln müssen in dunklen, alier lustigen Kellern in nicht zu dicken Schichten gelagert werden. In derartigen Kellern dürfen sich unter feinem Umständen Anlagen für Zentral he ff mrg oder Warmwasserversor- gnng befinden. Sind die Keller dumpfig oder zu warm, so wähle man lieber den Hausboden ?ue Aufbewahrung. Man dämpft etwaige Fenster 'durch dunkle Borlstinge ab und schützt die Kartoffeln durch in mlehreren Schichten Über gelegtes Zeitungspapier, alte Teppiche, Läufer usw. gegebenenfalls vor Frost. .Häufigere Kontrolle auf etwaige angefaultc 5l'artofseln muß aber auch hier erfolgen. * ** Flaggen heraus. Aus Anlaß der glücklichen Wiederkehr der „Deutschland" haben die Stadt und die öffentlichen Gebäude geflaggt. A in 11 i cb e P e r f o n n I it a cb richte n. Der Groß- Herzog hat am 19. August d. dem Piarrassistentcn Siegfried Werner zu Mühlheim a. M. die evangelische Psarrstelle zu Für- seld übertragen. ' Beförderung. Dizekeldivebel Georg Krüger, Res - Ins.-Regt. 224, 10. Komp., rvurde zum Leiltnant der Resedve befördert. L. U. Robert-Sommer-Garten. Zur Unterhaltung und lveibeven Ausgestaltung des Robert-Sommer- Gartens der Universität Gießen hat sich eine Gesellschaft gebildet, der auster den Dozenten, Studenten und Assistenten auch Freunde der Landesuniversität angehören können. Die Mitglieder erwerben, soweit sie es nicht schon als Angehörige der Universität haben, das Recht zur Benutzung des Gartens. Außerdem soll in jedem Somrnerjemester mindestens einmal eine Veranstaltung der Gesellschaft in dem Garten erfolgen. Das Benutzungsrecht stir Angehörige der Universität ist selbstverständlich auch ohne Eintritt in die Gesellschaft vorhanden. Es wird Wert darauf gelegt, daß auch frühere Angehörige der Universität der Gesellschaft beitreten. Weitere Auskunst erteilt das Sekretariat der Universität Gießen, Bismarckstraße 22. f ** (ss ct m melzei ch n u n g e n zur K r i e g s a n l e i h e. Die in Gestalt der Kriegssparkassebücher bei der 1. Kriegsanleihe veranstalteten Sammelzeichnungen haben sich im Großherzogtnm Hessen, wie schon betanntgegeben, sowohl hinlichtlich des zahlenmäßigen Crgebnisse's, als auch in ihrer Bedeutung für Die Werbearbeit sehr bewährt. Bei der bevorstehenden 5. Kriegsanleihe werden de^hulb die Sammelzeichnungen in dem ganzen Oirvßherzogtum unter Mithilfe der öffentlichen Sparkassen und der landwirtschaftlichen sowie der Erwerbs und Wirtschafts-Genosssnschaften mit einem vereinfachten System voir Krietzssparkur- ten wieder durchgeführt werden. Diese .Kmegssparkarten ermöglichen es jedein einzelnen, also nicht nur Schülern, und Personen, die zu einem geschlossenen Personenkreis! gehören, kleinere Beträge von 2, 3 und 10 Mart der Kriegsanleihe zuzusühren. Veröffentlichungen über die Einrichtung werden von den genannten Kassen zu gegebeirer Zeit in den Zeitungen erfolgen. ** Leichen f nnd. Am Vormittag des 23. August wurde in der Lahn dahier eine unbekannte männliche Leiche geländet. die etwa 42 Jahre alt, zirka 1,72 Meter groß, von schlanker Statur ist, volles schwarzes, schon etwas graumeliertes Haar, rötlichen Schnurrbart, breites, knochiges Gesicht hat. Die Leiche ist bekleidet mit einem bläulichen Anzug, blauweiß karriertem Hemd, grauen Strümpfen und benagelten Schnürschuhen. Sie führte mit sich einen gelblichen Stock, eine silberne Herren-Rem.-Uhr mit Goldrand und weißer Kette und ein schwarzes Portemonnaie mit Kugelverschluß, in dem sich 5,25 Mark befanden. Wer Auskunft über die Person zu geben vermag, wird gebeten, dies der hiesigen Kriminalpolizei mitzuteilen. ** Zu r Viehzählung. Das heittige .Kreishlatt enthält die amtlichen Bekanntmachnnaert über die am 1. Sep- tember stattfiudende Viehzählung. Wir weisen auf die Wichtigkeit der Zahlung 'hin, da sie die Grundlage für demnächst ergehende Anordnungen bildet. ** Der O b st lv u che r. Mm schreibt der „Kleinen Presse"^: seitdem die hessische Regierung die Höchstpreise und oas A u s f u b r v e r b o t für Obst aufgehoben hat, klettern die Preise für Obst in geradezu unglaublicher Weise in die Höhe. Nicht nur in "ranft'urt, wo man ja schon überhaupt den Obstwucherern auf nade oder Ungnade ausgelicfert war, sondern auch in dm ber- nachbarten hessischen Ocmdestelen. Schuld hieran trägt das 5)ändlcrtnm, das jetzt in Scharm die Dörfer bereist, von Haus zu Haus geht und alles, was da hänjgt oder liegt, ob es reif ist oder nicht, aufkauft. Jeder Preis wird befählt. Geld spielt ^ar keine Rolle. Ein Händler überdietet dm andern mit. sündhaften Angeboten. Kein Wunder, irom da die Obstbesitzer der hessischen Obst gegen den den Lockpreisen der Händler erliege:: und ihre Ernte in Bausch und Bo gm außer Landes vcrkaufm. Die Aufhebung! der Höchstpreise hat das G e g e n t e: l der erhofften Wirkung gehabt. Für Zwetschm bezahlte inian am Samstag in der Wotteran noch 15 Myrk, heittc bereits 35, an einer Stelle sogar 50 Mask. Fallobst bv^ahltm die Händler mit 25 Mark, Frühbirnen mit 40 bis 50 Mark. Tas sind noch nie dagewesenck Preise. Neben den Frankfurter Händlern bereism seit einigm' Tagen auch Scharen rl-einffcher Aufkäufer das Lartd. Kmn Dorf bleibt perschont. Die Hoffnung auf erträgliche Obstpreise ist hier unb auch im obstgesegnetm Hessenland dahin. Das Obst ist buchstäblich ein Luxusartikel gewordeir. — Für die P fa l z sind neuerdings Obsthöchstpreise festgesetzt wordm. Danach dürfen für das Pffmd höchstens gefordert urrd bezahlt werdm: Falläpsel als Erzeugerpreis 7 Pfg., als Verbraucherpvois 10 Pfg.. reife Frül>- äpfel 20 : 28 Pfg., reife Frühbirnm 22 :30 Pfg., Frühzwetschen 20 : 28 Mg., >^väiz:vetsckxn L2 : 16 Pfg., Reineclauden 25 : 35 Mg-, Mirabell«: 30 :40 Pfg. ** Rechnungen könnm im offenen Umschlag mlch nach der Ge.bühren-Erhöhimg als „0) e s ch ä f t s p a p i e r" zu 10 Pfg. verschickt lverden. Sic sind aber vom Msmder frei zu machen und sie dürfen keinerlei schriftliche Mitteilung«: erttlmlte:. Da selbst große Geschäfte noch Rechnimgm zu Lasten des Empfängers mit 15 Pfg. frankieren, sei auf diese Besttmmnng ausdnicklich aufmerksam gemacht. ** Schulfreie Tage. Die nächstei: Wochen bringen in Hessen «ich: weniger als drei schulfreie Tage. Wie in früheren fahren, so fällt auch in diesem Zayre wieder der Unterricht an- Litdwigstage (RamcnLfest des OiroßherzogS am 25. August), an, LedauStage (2. September) und am Geburtstage der Grog- Herzogin (17. September- in allen Volksschulen und höheren Lehranstalten aus. N hl Die Hundstage erreichten, ohne bisher die eigentliche ^«rschaft angetreten zu haben, mit gestern ihr offizielles Ende. ^Einige, wenn auch verspätete-Hundstage würden den noch au! den Feldern stehenden Roggenhaufen uno dein Hafer wirklich nichts schaden. ** Die Zugvögel beginnen sich für die Reise nach dem Süden zu richten. In grasten Scharen sieht man sie bereits Feld und Wald durckytreichen. ** W i e man Seife f p a r e n kann. Legt man Seife anstatt in einen Porzellan- oder Blecheinaillenaps ans ein Stüek Hol-, am besten weißes, abwaschbares, natürlich unlackiertes Holz. r. B Buchenholz, so hält sie sich nach wiederholt gemachten Erfahrungen viel langer. Sie wird dann wieder ganz trocken und der Hauptverlusl der Seile, der dnrch das Weichwerden der obersten Schickt entsteht, fällt fort. ** I n de m heutigen Kreis blatt sind Bekanntmachungen entl-alten betreuend: Viehzählung am 1. September, Verkehr mit Web-, Wirk- und Strickwaren für die bürgerliche Bevölkerung, Berkehr mit Brotgetreide und Mehl aus der Ernte 1916, eWalzarbeiten, Förderung dex Ziegenzucht, Fernhalten unzuverlässiger Personen vom Handel, Beschlagnahme und Abnahme der Fahrradbereifungen, Schlachtnngsstatistik. Landkreis Gießen. -g- .G r o st e n - L i n d e n , 24. August. Viehhändler Louis fllosenbaum, der dem 1. Landstunw-Jnf.-Bataillon Gießen seit seiner Zusammenstellung, vor zwei Jahren, angehört, und im Westen in Feindesland steht, ist zum Gefreiten befördert worden. — In den galizisch-wolhpnischm Kämpfen wurde der Architekt Heinrich Fischer durch Bein- und Armschutz, verwundet. ^m Frühjahr vorigen Jahres wurde er als Landsturm-Rekrut^ eingestellt und rückte nach seiner Ausbildung beim Gießener Regt, im Herbst aus. lck Lang-Göns, 24. Aug. Die D r e s ch e r e i mit der Dreschmaschine hat heute ihren Anfang genommen. Als Wiegemeister sind bestimmt Nachtwächter Johs. Hardt und Johs. Schäfer I. Kreis Büdingen. 44- B l e i cb e n b a ch . 23. 2lup. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Gefreite Ernst Naumann. ffßHitzkirchen, 23. Aug. Durch Verschüttung starb den Heldentod im Osten der Musketier Karl Schäfer. nt. Leidhecken, 24. Aug. Dem Wehrmann Albert Schneider III. vom Landwehr-Jnfanterie-Regiment Nr. 196, und den: Musketier Karl Stelz vom Reserve-Jnsanterie-Negt. Nr. 88 wurde das Eiserne Kreuz verliehen. G Bon Hausen, 23. Aug. Im Westen starb den Heldentod durch Granatschub der Reservist Friedrich Nagel. Kreis Alsfeld. ,oz. Alsfeld, 24. 2lug. Den Bäckereibetrieben war es bisher untersagt, Kuchenteige, die in den Haushaltungen hergestellt waren, auszubacken. Diese Beschränkung ist für Obst- und Beercnkuchen nach einer kreisamtlichen Bekanntmachung unseres Blattes weggefallen. Andere Kuchenteige, als Teige von Obst- und Beerenkuchen, Dürfen die Bäcker auch setzt nicht zum Ausbncken annehmen. up. Ät ü ck e, 24. 'ttiig. Einen ausgezeichneten Eindruck, der volles Vertrauen auslösl, machen unsere Feldgrauen, die während der jetzigen Erntezeit mit voller Rüstung von der West- oder.Ostfront Zur Hillelelstung in Urlaub heimkehren. Fast jeden Tag kann man solch tapfere Helden sehen, die uns die Botschaft künden: allen Anstrengungen der Feinde zum Trotz, allem Trommelfetter gegenüber — wir halten durch. Und wir daheim im Vaterland — wir halten auch durch. oz. Reimenrod, 24. Aug. Dem Ecsatzreservisien Georg Naumann von hier, der bei einer Munitionsabteilung im Westen steht, wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. up. Vom unteren V o g e l s b e r g , 24. 'Aug. Auffallend ist das Ausbleiben der' Schmetterlinge in diesem Sommer. Man steht kein Tagespfauenauge, keinen Schwalbenschwanz, keinen Distelfalter, keinen Zitronenvogel, noch sonst einen Falter dieser Gattungen. Höchstens, daß ein. verblaßter Fuchs auf dem Wege torkelt. Sicherlich hat die naßkalte Witterung des Vorsommers den Schmetterlingen ihre Entwickelung unmöglich gemacht. up. Aus dem O h m t a l, 24. Aug. Den Schlagmühlen kamen die bisherigen Niederschläge sehr zugunsten. Sonst im Sommer standen die alten Schlagmühlen an den kleinen Wasseradern wegen Wassermangels stille und mußten die Herbstzeil ab- warten, bis wieder ihre Tätigkeit ausgenommen werden konnte. Da die Ölversorgung eine wichtige Cache ist, läßt sich der Wert der jetzigen Schlagmühlenbenutzung beurteilen. oz. Aus dem Gründchen, 24. Aug. Leider hat die jetzt ein getretene Witterung die so schön begonnene Ernte unterbrochen. Noch der größte Teil der Kornernte steht auf Hausen im Felde und ist dem Regenwetter' aus-gesetzt. Gerste. Hafer und Weizen stehen in der Reife, können aber noch nichst eingeerntet werden. Hoffentlich laßt sich die liebe Sonne bald wieder blicken, damit der Segen unter Dach und Fach kommt und damit nicht eine allzugrotze Häufung der Feldarbeiten eintritt, die bei dem Leutemangel sehr empfindlich würde. Kreis Schotten. □ Laubach, 24. Aug. Die Landwehrmänner Georg St eng et und Georg Jäger, die seit Beginn des Krieges im Felde stehen, wurden mit der Hessischen Tapserkeits- medaille ausgezeichnet. Kreis Friedberg. oa. Friedberg, 24. Aug. Musketier Friedrich Mühl, Jnf.-Rgt. Nr. 56, Sohn der Frau Marie Mühl Wtw., erhielt das Eiserne Kreuz. Q. Bad-Nauheim, 23. August. Einen verwerflichen Vertrauensbruch beging ein im Palast-Hotel angestellter Bursche dadurch, daß er Fel dpo st Päckchen , die ihm von seinen: Dienst- Herrn oder Kurgästen zur Beförderung zur Post übergeben wurden, dutzendweise unterschlug und beraubte. Die Diebstähle wurden dadurch entdeckt, datz man eine große Anzahl geöffneter und beraubter Päckchen in halb verbranntem Zustande in den städtischen Anlagen und Wiesen fand. Der Bursch«, der seinen Timst verlassen hat, wird von der Polizei gesucht. oa. Ober-Rosbach, 24. Aug. Dem Musketier Peter K o p p von hier wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Ein Bruder Kopps hat die Auszeichnung auch schon erhalten. Starkenburg und Rheinhessin. äb. D a rm st a d t, 24 'Aug. Die Freilicht-Ausführung von Grillparzers „Savpho" auf der Mathildenhöhe hat einen Reinertrag von fast 1600 Ajk. ergeben. --- König st ädten, 24. Aug. Bei Nauheim ließ sich ein hiesiger junger Mann von einem Zuge t o l s a h r e n. Kreis Wetzlar. ra Wetzlar, 24. Aug. Um die Allgemeinheit genügend mit Dörrobst zu versehen, hat die Stadtverwaltung zwei Dörr- Apparate beschafft, welche in den unteren Räumen der Franziskanerschule zur Aufstellung kommen. Jeder Apparat ist für 26 Hürden eingerichtet mit 33 Quadratmeter Bodenfläche, m welchen ca 201 Kilogramm Aepfelringe oder ea. 322 Kilogramm Zwet- schen ausgenommen werden können. Die Aepselringe sind in 2 bis 4 Stundet! und Zwetschen in 10 bis 12 Stunden getrocknet. Wa. BiSkirchen, 24. Aug. Mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet wurde Kanonier Eugen Weber, Res.-Feld- Artillerie-Rgt. Nr. 25. Lj Dorn l, olzhausen, 24. Aug. Musketier W. B r ü ck im 6. Garde-Regiment ist am 17. August aus dem Felde der Ehre gefallen. W. Brück ist der Sohn des Maurers Johs. Brück. ra. Hohensolms. 24. Aug. Ter bisherige Beigeordnete Landwirt Jakob B r ü ck ist aus eine weitere Amtsdauer von sechs Jahren zum Beigeordneten der Landbürgermeisterei Hohensolms ernannt und bestätigt worden. , ra. Obcvque m buch, 24. Aug. Unser Dorf ist die jüngste Kreisgemeinde, in welcher die Zusammenlegung der Ländereien in einer Größe von 582 Hektar erfolgte. Hessin-Nassau. = Frankfurt a. M., 24. Aug. Seit Samstag wurde die Ehefrau des Arbeiters Burk Hardt aus der Assenheimcr Straße vermißt. Am Dienstag fand man ihre Leiche in der N i d d a. Anscheinend liegt Selbstmord vor. = Frankfurt a. vx., 23. August. Im Hauptbahnhof entgleisten heute früh mehrere Wagen eines Personenzuges Infolgedessen entstanden auf einigen Hauptgleften längere Verkehrsstörungen, die sich besonders auf der Darmstädter Strecke schwer bemerkbar machten. — Bei einem Ei n b r u ch in die Rödelheimer Kricgsküche erbeuteten die Diebe sämtliche dort aufbewahrten Lebensmittel. — Auch die Wittschaftsräume des Palmengartens wurden von Einbrechern heimgesucht, die für mehrere hundert Mark Lebensmittel stahlen. -- Frankfurt a. M., 24. Aug. DieZentral-Küchen- kommission Hot während des Monats Juli in ihren 18 Kriegslückfen 337 000 Portionen Mittagessen verausgabt. Das sind täglich 12967 Portionen gegen 10 700 im Monat Juni. Die Kosten für die einzelne Portion erhöhten sich im Laufe eines Monats von 33,7 auf 10,7 Pfg. Der Zuschuß der Zentrale für private Fürsorge stteg für den Monat Juli aus 43 272 Mk. Eine Be- jlucherabnahme zeigen die Vorortküchen, eine Erscheinung, die auf die starke Zunahme der Eigenzucht der Bewohner von Gemüse und Kartoffeln zurückgeführt wird. . X Hanau, 23. August. Im Landkreise Hanau ist die Kartoffelernte so reichlich ausgefallen, daß außer der Versorgung der Stadt Hanau noch über 300 000 Zentner an die Stadt Frankfurt a. M. abgeliefert werden konnten. Der Wirtschaftsverband Hanau Stadt und Land hat beschlossen, für das sofort abgelieferte Brotgetreide 2 Mark Druschprämie für den Doppelzentner auszuzahlen. — Die an den Opfertagen am 1. und 2. Juli ds. Is. in Stadt und Land veranstalteten Geldsammlungen zugunsten der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen erbrachten rund 12 930 Mark —In dem unterfränkischen Orte Maßbach kam der 17 Jahre alte Sohn des Msihlenbesitzers W. Geyer in das Getriebe der Kammräder i!nd war auf der Stelle tot. -- Dillen bürg, 24. August. ,Bom Landratsamt wird den Kreisbewohnern in eindringlicher Weise ans Herz gelegt, ordentlichen und verdienten Kriegern aus dem Dillkreise, die aber nähere Angehörige 'in der Heimat nicht mehr besitzen, während ihres Heimaturlaubes kostenfreien Aufenthalt mit völligem Familienanschluß bei sich zu gewähren. Zur Durchführung dieser dankenswerten Anregung werden die Gemeindebehörden ersucht, bis zum 1. September ein Verzeichnis der Familien einzureichen, die zur Aufnahme solcher Urlauber bereit sind. Die Anregung des Landratsamtes verdient ihres guten Zwecks wegen Nachahmung. ul. Limburg, 24. Aug. Lluf dem gestrigen Wocheumarkt bot eine Händlerin Weißkraut köpfe, das Stück zu 70 Pfg , feil. Eine Frau machte der Polizei davon Mitteilung. Diese beschlagnahmte sofort den ganzen Vorrat und verkaufte in kurzer Zeit den gesamten Weißkrautvorrat, den Kopf zu 25 Mg. Da: Händlerin, die ein langes Gesicht dazu machte, wird außerdem wegen Ueberschreitens der Höchstpreise der Prozeß gewacht werden. --- Kassel, 23. Aug. In einer Tannenschonung nahe Will belmshöhe fanden Spaziergänger ein menschliches Skelett, dessen Knochen schon auseinander gefallen waren. Im Schädel befand sich ein Loch. Neben den Knochen lag ein Revolver. Ob ein Mord oder Selbstmord vorliegt, dürste kaum noch festzustellen sein. ^ fc. Von der Lahn, 24. Aug. Der Metzgermeister Stroh von Odersbach brachte einen Stier von Hasselbach nach Weil- burg. Unterivegs wurde das Tier scheu, warf seinen Führer zur Erde und bearbeitete ihn mit Füßen und Hörnern. Passanten rissen den nullenden Stier von seinem Opfer, daS schwere Verletzungen davon getragen, los. Fc. Aus dem Kreise Fulda, 24. August. Du Ernte des Fl achse s , der im Kriegsjahr 1916 wieder augcbaut wurde, hat begonnen. Die Ernte ist'sehr ergiebig: der Flachs ist 80 bis 100 Zentimeter hoch und reichlich mit Knoten vergehen. ra. Aus Nassau, 24. Aitg. Am SonNtaq fand in Limburg die 62. Hauptversammlung der Adolf-Stiftung zur Ausbildung von Lehrerwaisen statt. Danach wurden im letzten Jahre 51 Unterstützungen in der Höhe von zusammen 7035 Mk. ausgezahlt. Der Gesamteiunahme von 14 798'M. liehen cm Ausgaben 10 225 Mk. gegenüber. Der Stand des Vermögens beträgt 195 810 Mark. nach zweijährigem und bei den übrigen Bewerbern na h dr^ jährigem Frontdienst, davon ein Jahr Mindestens als untcrvl>imr oder Unterosfizier-Ärensttuer. Sie dauert bis zur ckoleftfaNA Zahlmeister-Prüfung 3^ Jahve und biZ zur Ab-egung- der tär-Prüfung weitere l 1 /* Jahre. 3. Tie Dien slge,chasie eine Intendantur-Sekretärs umfassen sämtliche Gebiete »er Ober verwaltung. Die genauen Vorschriften und Bestimmungen über die Anstel lungs- und Dienstvechältnisse der Jntenoanturbeanften sind im 2. Teil des Taschenfalenders für Müttar-BUMte, mt Sickmann, Verlag Georg Bath, Berlin SW. iä .Dernbilrm Straße 24/5 enthalten, außerdem farm sie von Militarpersvne bei Militär- usw. Dienststellen ein gesehen werden. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen Aug. 3916 W o öS ^ > i- ^ R 1^ | S <33 O T* 5? 3 co 2 3S Z CD 5? d S~i i 23-! 3» 177 8,4 55 _ | 23 ]10“ — 11,9 9.4 90 — 24* 8” 8,6 7,7 92 I w.ri Wetter 6 0 10 > Sonnenschein I Klarer Himme' I Nebel Höchste Temperatur am 22. bis 23. August 1916: Z- 18,3 0 C. Niedrigste „ „ 22. „ 23. „ 1916: +11,8 C. Niederschlag 0,0 mm. Kitdyc nnd Schule. Köln, 23. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Kölnische Volkszeitung" meldet aus Fulda: Die Fulda er Bischofskonferenz hat an den Deutschen Kaiser telegraphiert: An den gewaltigen Kämpfen von ganzer Seele Anteil nehmend, erflehen die deutschen Bischöfe am Grabe des heiligen Bonifazius Euer Majestät Heeren und Volk unbesiegliches Gottvertrauen und opfermnttgc Ausdauer, bis Gott uns den Frieden sendet. Kardinal von Hartmann. DieAntwortdesKaisersan Kardinal von Hartmann lautet: Ten dort vereinten deutschen Bischöfen meinen wärmsten Tank für die freundliche Begrüßung und treue Fürbitte. Dem auf dem Schlackftfelde, wie in der Heimat unerschütterlich im Kampfe um seine Existenz und Freiest durchhaltenden deutschen Volke wird Gottes Gerechtigkeit den Sieg verleihen. ficrid)^Saal. . Liebknecht zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt. Berlin, 23. Aug. (WTB) Das Oberkriegsgericht verurteilte Liebknecht zu 4 Jahren 1 Monat Zuchthaus, Entfernung ans dem Heere und sechsjährigem Ehrverlust. Bei Beginn der Sitzung beantragte der Vertreter der Anklage Ans schlnß der Oeffentlichkeit «egen Gefährdung der öffentlichen Ord nung, insbesondere der Staatssicherheit und Oiesährdung militäri- scher Interessen. Diesem Anträge wurde vom Oiericht stattgegeben Tie Verhängung einer schwereren Strafe als in erster Instanz erscheint trotz voller Würdigung der zugunsten des Airgeklagten sprechenden Umstande gerechtfertigt, wenn man berück sichtigt, daß Liebknecht seine Pflichten als Soldat und Staatsbürger zur Kriegszeit zum Schaden des bedrohten Vaterlandes! in schwerster. Weise verletzt hat. Er I>at auch selbst ein gestanden daß «er durch die Flugblattverteilung und durcks die Veranstaltung einer öffentlichen Demonstration eine Schwächung der deutschen KriegÄniacht bezweckte. Ueberdi.es war Liebknecht bereits früher wegen eines ähnlichen Vergehens mit einem Jahre sechs Monaten bestraft worden. Gegen das heutige Urteil steht Liebknecht Rechtsmittel der Revision zu. das' Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst- Gießen. Wetteraussichken in Hessen am Freitag, den 2 . Aug. 191b Unbeständig, strichweise 9tiederscbläqe; feine Temperakuranderung Letzte Nachrichten. Die Heimkehr der „Deutschland". Bremen 24. Aug. Tie Nachrfcht von der Ankunft Handels-U-Boofas „Deutschland" vor der Wesermündung wurde tn Bremen kurz nach 7 Uhr abends bekannt und rief naturgemäß große Freude und Genugtuung hervor. Mit einem Schlage kam m die ganze Stadt eine frol)« Feiertagsstimnrung. Immer und immer wieder in den letzten Tagen waren Gerüchte ausgetaucktt. dap MS .Deutschland" bereits auf der Weser emgetroffen in. Hunoerte und Aberhunderte von Mensckmr verbrachten Tag für- Tag mehrere Stttnden am Strande, lim nur nicht den Augenblick der Ankunft des Schiffes zu verpassen. Tie Lamvfer nach Bremerhaven waren itber- filllt. Tie Redaktionen der Zeitungen wurden mit Anfragen über- häuft. Auch die Mitglieder der Ozean-Reedern hatten Mühe und Arbeit, um alle mündlicknt und telegraphischen Anfragen zu beantworten. Bei der verhältnismäßig längeren Fahrtdauer auf der Hermrnie muß berücksichtigt werden, daß trir noch nicht tvtsien, wre lange Kapitän König sich noch in der Nähe der amerikanftchen Kulte aufgelxilten l-at, welche Zick-Zack-Weae er nnlch.agen mußte, um auf der Lauer liegende englische Schifte irrezusichren, iie Reederei hat über alles, mit dem Unter,eEandil-bootk „Teutschland" zusammeuhängr, bisl-er berechtigtes ^ttipchiveignt bewahrt. So war es bei der Ausreise und ebenso bn der .Heim fahrt Dieses System hat sich bewährt, denn daß die „Deutschland" heil zuriickkehrt, hat hier in Bremen wohl kaum femand bezweifelt Das Verttauen auf die Tatkraft und auf die Umsicht der Führung des Kapitäns König war grenzenlos und uumchutlerlich. Auf den Fülirer, seine Offiziere uno die Mannschasken ist Bremen, ist Deutschland stolz. Für ihre Leistungen ist kein Wort des Lobes zu hoch. Bremen le bt in der Tatsache, daß heute die Augen der gjanzen Welr auf die Hansestadt an der Weser gerichtet und, eine moralische (Genugtuung dafür, daß^ es, trotzdem der Krieg gerade dieser Stadt, die von, der Lochiftahrt lebt, schwere Wunden geschlagen hat, niemals geklagt, sondem vertrauensvoll und siegreich in die Zukunft geblickt und itrotz des Darnieder! i e gcns vieler Geschäfte eine Opser- freudigkeit in allergrösftem Maßstabe bewahrt hat rn der festen Zuversicht, daß nunmehr durch die Handels - Unter- ft-eboote ein regelmäßiger Handelsverkehr mit Amerika während des Krieges zustande kommen wird. Tie Falsrtcn iverden in größerem Umfange fortgesetzt iverden. Frackft ist für viele Fahrt« vorlianden. Bei den leitenden Miätmevn dar Deutschen O^ean- Reederei sind noch rm Laufe des heutigen Abends zahlreiche Glückwünsche eingegangen. Tie „Deutschland" liegt vorläusig nocksi au der Wesermimdung verankert. Ihre Einfahrt in Bremen torrd festlich begangen werden. Briefkasten dev Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben nuberücksichttgt.tz O. si. in W. 1. Das Anfangsgehalt beträgt 2100 Mk. und steigt von drei zu drei Jahren bis 4500 Mk. jährlich: hierzu eine nicht pensionsfähige Zulage von 150 Mk. jährlich. 2. Tie Er gänzung der Boamteii für den Jntendanttu'sekretariatsdienst erfolgt aus Zahlmeister-Aspiranten, die das 28. Lebensjalw bei der Zulassung zur Ausbildung noch nicht überschritten l>ab«u., Der nötige Bildungsgrad ist nachzuweisen a) durch bat Ausweis über die mindestens „gut" bestandene Zahlmeister-Prüfung und durch das Reifezeugnis einer preußischen oder gleichbereckstigten deutschen höheren 'Bürgerschule usiv. mit sechsjälTrigem Lelxrgang l>ezw. das ZeuMiis über die Versetzung nach Obersekunda oder b) durch durch den Ausweis über die „vorzüglick)" bestandene Zahlmeistev-Pkilfung Intendantur, bei der die ZablMnst und durch ein Zeugnis der Prüsimg abgelegt worden ist, über die hervorragende praktische Begabung. Bis auf iveitereö werden z-n a nur Bewerber zuge lassen, die das Reifezeugnis für die 1. Klasse einer nenn stufigen höheren Lehranstalt nachweisin. Die Dlusbilduna bnsinnt nach Ableistung der vorgeschriebe neu DienstAeit d. h. bei Ernj.-Frerw. Mrßiaer Kriegsausichlag ftm I zrz (HohlrrxindstüdO. I 6cfe (GoldmundstucK) JigLLesiien. ' 1 ^llkommenste Liebesgabe! Ptpls:N r 3)5 4 5 6 ö IO 4 Tö 8 10 i 2 Pf.d 5 (ück einschlieDlieh Krie ci sa'ufschla g ' Truslfrei? V- ' W u I iiuflu ? liRniütlP Verkaufe Polizeihund Statt jeder besonderen Anzeige. Nach kurzem Krankenlager entschlief sanft heute nachmittag 5 Uhr im 71 Lebensjahr meine geliebte, teure Frau, unsere treue, liebe Mutter und Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante 'tönjatÄ m. gelben Abzeichen, ca. 3 Jahre alt, äußerst tvach- lam u. talentvoll, ist billia zu verkaufen. Näheres in der Geschäftsstelle. 16043 Verschiedene Hafen zu ver- kaufen. Bahnbosstr. 5. 14 Tage alte Kücken zu verk Wetzsteins. 10. Eine 4 Ilammige Gaszuglampe u. 1 Gasamvel zu verk. 16040 Seltersweg 38 I, nur vormitt Frau Marie Roßmann geb. Roth ,vur Landwirte einen Posten Maschincngarn gibt ab O11455 Seilerei Ncbhntb Gießen, den 23. August 1916. Im Namen der Hinterbliebenen: Georg Roßmann, Regierungsrat Frau Anna Cellarius geb. Roßmann. 6 bis 8 junge Hühner zu kaufen gesucht. Schrift!. 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J6 3 238.— 27182.61 1 407.60 567.12 2030.94 2.90 549.52 Zins sürausgel.Kapitalien: vonObligation. 10 058.64 „ Schuldschein. 12 099.95 „Gutssteiggeld. 8 809.02 /.Immobilien 2 545.42 Nachlässe v. Gutssteiggeld. J6 34 978.69 Sonst. Zinsen u. Provision. Zinsen von Wertpapieren Sonst ige Einnahmen . . 33513.03 95.53 8.59 637.— 724.54 34978.69 Bilanz — 1. Februar 1916. 226810.07 Ausgeliehene Kapitalien a)geg. Obliga tionen . d)geg. Schuld schein . c) gegen Guts steiggelder. 174715.31 J6 229531.70 Abschreibung f. unsichere Forderungen Grundbesitz Wertpapiere . Vorlagen . Kassebestand 631057.08 27 777.78 603279.30 . . . . 65000.— . . . . 15068.40 . . . . 1350.32 10075.48 Bankguthaben. 45628^99 Fällige Zinsen und Miete 11628.03 Mobilien ...... 49.57 Rückst. Mitgliederbeiträge. 192°28 Nachzahlungen . 3600.— Aufgenommene Kapitalien: a) Einlagen . 668407.11 b) Hypotheken 73703.— c) Laufende Rechnung Rücklage a . b . 8697.75 750807.86 2564.51 2500.— 5064.51 755872.37 755872 37 | 4= Zimmer 4-Z.-W., Franks. Str. Gl p. wfort zu vermieten. Näheres Frankfurter Str. 50. (£me 4-Zlmn,cr-Wolin,ina. parterre, per 1. Oktober zu vermieten. [4869 Wilb. Plank, Mühlstraste9. 3 Zimmer g Schineaberf?erw?o 53 hübsche 3-Zlmmer77ohnnnn zu vernt. Näh. H ofoifmnatrafle IS. [4219 52X)| Sch. 3-Z.-Wohn. z. verm. <*efor. Weil. ^Neustadt 10. I Verschiedene | Alicestr. 23 I, schöne, graste B*8-Zlm.-WobK!j.iii..Shitmttcrn, Elektr. if. Gas,<^artenan:. ver sos. o.l Okt. preisivertz. veritt. Näh, dortselbst II. Stock. |»°" Tie Ä. Etage im Hause Älicestr. 25 elcnante 6- Zimmer - Wohnung mit kompletter Bade- ctnrtdttunir und allen Vegnemlichkeiten, elektrischem Licht, (6as, rst wfort oder per 1. 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