Der Ltrtzttier Dyctzcr ex^rUmt ÄgÜch, «ijer SorrwcrgS. — ©eila-gen: wäckientlich GtLtzevetKrDMrndlStter; zwerrncri wöchentl^rekr bktM^esRreir Lirtzen (DienNog und Freilog).- zweimal rnonati. Lüttd- V»tschLMcheZeitfr««ll siernsprech - Anschlüße: snr dieSchriM ei-tm i a U2 B«tag,G-ejchÄts stev öl Adresse für DraLxtn«h- tk^ten: Lyeiger Siehe«. Armaixwe vos Anzeige« für die Tagesmanrner bis zum Abend vorher. Erster AaÄ lob. Jahrgang Dienstag, 22. August 1916 NotKZSWörvck M,- veriLg üer Srühl'jch«, llmv.-Svch- r-nü §t«i«Sr«6err! R. Lange. Schr«stleit»ng, Seschäst 5 fte«e und Druckerei: Schnlftr. 7. B e z u g S p tt i »: inonatt. 90 oiertel- jöihrl. m 2.65- durch Abhole- u. Zrveiqsteüen monatl. 80 Pt.: durch die Post Ml.2.4b viertel- jährl. ausschl. Beftettq. Zeilenpreis: lokal 15Ps^ ausrv. 20 Pf. — Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. GoeK; für Stadl und Land, Vermischtes und <&«- richtsfaal: Fr. R. Zenz; für dev Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen (WTB.) Großes Hauptquartier, 21gAugust. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich Der Somme sind mehrfache zusammenhanglose aber kräftige feindliche Jnfanterieangriffc aus Ovillers und Pozißres, westlich des Fourcaurwaldes und an der Stiche Clery—Maricourt, sowie Handgranatenangriffe bei Adaurepas abgcwiesen. Rechts der Maas wurde der zum Angriff bereit gestellte Gegner nordwestlich des Werkes Thiaumont in seinen Gräben durch Artillericfeuer nicdergehalten. am Werke selbst uud bei Fleury wurden starke Handgranatentrnpps durch Infanterie- und Maschinengcwchrftuer zusommengeschossen. Zahlreiche Unternehmungen feindlicher Erkundunas- aütLitmlgen blieben ergebnislos. Deutsche Patrouillenvorstöße sind nordöstlich von Vcrmelles bei Feslulierl und bei Embcrm-nil gelungen. In Den A r g o n n c n beiderseits lebhafter Minenkampf. Bei der Combrcshöhc zerstörten wir durch Sprengung die feindliche Stellung in erheblicher Ausdehnung. Vor Ostende wurde ein feindliches Wasserflugzeug durch Feuer vernichtet und ein französisches Flugboot abgeschossen. Aus Lustkampf stürzte ein englischer Doppeldecker- südöstlich von Arras ab. O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Front des Gcneralfeldmarschalls von Hindenburg. Am Stochod sind russische Angriffe südwestlich von Luüieszow gescheitert, mehrfache mit erheblichen Kräften unternommene Versuche des Feindes, seine Stellungen auf dem westlichen. Ufer bei Rmdka—Czerwiszcze zu erweitern, unter großen Verlusten für ihn abgewiesen. Zwischen Zarceze uud Suwtary nahmen wir bei erfolgreichen Vorstößen zwei Offiziere, hundertundsieben Mann gefangen. Fr-ont des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. In den Karpathen ist Der Höhenzug Ste- pansti (westlich Des Czernp-Czeremosz-Tales von uns jnotntnen; hier und bei der Kreta-Höhe sind russische Gegenangriffe abgewiefen. Bei der Erstürmung der Kreta am 1s). August steten zwei Offiziere, hundertacbtundachtzig Mann und fünf Maschinengewehre in unsere Hand. Balkan-Kriegsschauplatz. Südlich und südöstlich von Florina sind der B e r g V i e und Der M a l a r e k a - K a m m gewonnen, östlich von Banica Die serbischen Stellungen bei der Malkavidze-Planiga gestürmt. Alle Anstrengungen des Feindes, den Dzemaat Jeri zurückzuerobern, blieben erfolglos. Bei Ljumnica wurde ein schwächerer feindlicher Vorstoß zurückgeschtagen. Südwestlich des Dojran-Sees sind lebhafte Artilleriekämpfe. Ober st e Heeresleitung. So hoch der Burgfriede über den deutschen Landen thront — schaut er doch nicht nieder auf die allen großen Ströme der inneren Politik, und im Gegensätze der hohen Burgverließe und der seichten Binnenwässer der Reichspolitik, die uns die Kriegshitze übrig gelassen hat, lebt und regt sich oft der Flügelschlag banger Zukunstsgedanken. Wann und wie wird es einmal anders werden? Nur der sozialdemokratische Ncichstagsabgeordnete Heine mühte sich dieser Tage mit dem Plan und Wunsch einer großen künstlichen Wasserstraße ab. Im „Berl. Tagebl." schrieb er einen großen Aufsatz über die innere Politik, worin er u. a. vom Reichskanzler verlangte, dieser müsse schon jetzt ein großes fertiges Programm vorlegen darüber, wie er sich die inner- politische Zukunft des Reiches ausgesonnen habe. Also vor der Feststeckung der Kriegsziele gegenüber den Feinden wünscht dieser Abgeordnete den Pflanzgarten der Parteien hübsch in Ordnung zu bringen. Wir verstehen und loben dieses Ordnungsbedürfnis, glauben jedoch, daß diese Forderung nach eurem vollständigen Programm im Kanzler- haus und den Reichsämtern keine sonderliche Aufregung Hervorrufen wird. Herr v. Bethmann Hollweg wird wohl auch hier erklären, daß „die Zeit noch nicht reif" sei. Aber manche unserer Politiker schassen gleichwohl schon jetzt nützliche Arbeitendem sie die verlassenen Zinnen derParteien mit beleben«-- dem Grün von allerlei Hoffnungen für eine künftige innere Einigung schmücken. So finden wir heute in der fortschrittlichen „Voss. Ztg." einen Aufsatz von Georg Bernhard, Den wir wirklich als erfreulich und angenehm betrachten können, denn er klingt versöhnlich gegenüber Andersdenkenden und ist auch nicht voll eitlen Glaubens an die eigne nackte parteipolitische Tradition. Die Verhältnisse werden andere sein, und die Parteien, auf der Rechten sowohl wie der Linken, werden ihre Grundsätze stark revidieren müssen. Bernhard knüpft an die Frankfurter Rede des Abgeordneten von Heydebrand an, der er Gerechtigkeit widerfahren laßt: „Sie i,t durchweg würdig gehalten, dem Ernst der Stunde angemessen und wahrt den Burgfrieden." Auch die Behandlung der beiden Hauptkapitel: Aenderung des preußischen Wahlrechts und Stellung zur Sozialdemokratie durch Heydebrand findet den Beifall des Politikers der „Voss. Ztg.". Er zitiert die entsprechenden Stelle'.! der von uns ihrem Inhalt nach wiedergegebenen Rede und erklärt dazu: „Wenn der Führer hrcr das ausgesprochen hat, was hinter-- her seine Gefolgschaft billigen und in die Tat umfetzen wird, so würden damit allerdings die Kämpfe in unserer inneren Politik, die ja selbstverständlich auch nach dem Kriege nicht zu vermeiden sein werden, einen ganz anderen Charakter bekommen als früher. Die Notwendigkeit von Reformen und die staatsbürgerliche Gleichwertigkeit aller Parteien wären damit auch von den Konservativen anerkannt, .die Parteikämpfc wären versachlicht, und int Grunde genommen wurden wir uns dann nur noch über das Maß der Tinge zu einigen haben. Wir würden eine solche Entwicklung aufs wärmste begrüßen. Tenn der Probleme, die es nachher zu lösen gilt, sind so viele, daß man nur wünschen kann, die Reibungen innerpolitischer Art würden aus das geringste Maß zurückgesührt werden können." Auch für den Abg. Wolfgang Heine, dessen Aufsatz im „Berl. Tagebl." er mit keinem Wort nennt, findet Bernhard eine zutreffende Antwort: „Für das, was nachher werden wird, kommt es gar nicht daraus an, was für Versprechungen von leitendesl Staatsmännern setzt gegeben und nachher gehalten werden." Herr v. Bethmann Hollweg atmet bei diesen Worten wieder auf. Und er wird auch weiterhin seine Freude haben an dem Programm, das die „Boss. Ztg." über die „Neuorientierung" aufrollt. Darin heißt es nämlich: „Nach dem Kriege werden die deutschen Oppositionsparteien sich mehr nach rechts entwickeln, durch den vermehrten Einfluß dieser Parteien aus das Ganze aber wird unsere Gesamtpolitik mehr nach links rücken." Bernhard begründet diesen Satz im einzelnen: Es >st selbstverständlich, daß um der Gerechtigkeit willen und aus Notwendigkeit die starken Schultern mit direktenStcuern so schwer, wie sie es ertragen können, belastet werden müssen. Aber die Rechnung wird sehr bald ergeben, daß gegenüber den Riesen- summen, dicau'zubringen sind, di: Abneigung gegen die i n d i r c k te B e st cu e tu n g vernommen muß. Wer heute dem Volke vorgaukelt, daß auch im günstigsten Falle die Kosten dieses Krieges mit -direkten Steuern allein zu decken sinld, der ist entweder ein Nichtwissen, -oder er belügt die Massen. Aus solcher Einsicht ergibt sich, daß die gesamte deutsche Opposition — der Liberalismus ebenso wie die Sozialdemokratie ,'obwohl diese heute noch mit ihren alten Lieblrngsideen spielt) — praktisch für indirekte Steuern cintretenj muß oder doch mindestens sich ihnen Nicht wird Widerseben können. Daraus ergibt sich aber lveiter, daß die Zollfrage, wie immer man ökonomisch zu ihr stehen mag, schon aus rein finanziellen Gesichtspunkten im freihändlerischen Sinne nicht mehr wird diskutiert werden können. Dazu kommt endliche noch ein anderes : Die Wlehnung des Militärbudgets als Grundsatz wird hinterher keine Partei, die auf Anhängerschaft rechnet, mehr m betreiben wagen. Damit ist von vornherein auch in militärischer Beziehung der oppositionellen .Kritik die positive Fgrbung deA Mitschaftenden und Anregendeii gegeben/ Wir finden die Gedanken Bernhards durchaus vernünftig, viel vernünftiger als diejenigen Wolfgang Heines, der daran zu denken scheint, die Kriegszeit sei gerade passend, um der Regierung eine iuncrpolitische Zwangsjacke anzulegen. Als ob Herr v. Bethmann Hollweg nicht genug getan habe, um gerade die linksstehenden Kreise für die Gestaltung der Zukunft zu beruhigen! Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. W i e n , 21. August. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 21. August 1916. Russischer Kriegsschauplatz. HeeresfrontdesGeu er alsder Kavallerie Erzherzog Karl. Westlich von Moldawa in der Bukowina und auf den Höhen südöstlich und südwestlich von Zabie, bei deren Eroberung zwei Offiziere. 188 Mann und fünf Maschinengewehre eingebracht worden sind, macht der Gegner vergebliche Anstrengungen, verlorengegangenes Gelände zurückzuerobern. Beiderseits des Tartaren-Passes währen die Kämpfe fort. Die Lage blieb unverändert. An der Eisenbahn südlich von Zielone wurde eine feindliche Abteilung geworfen. An der Biftrieza Solotwinska und nördlich des Dnjestr verlief der Tag ruhig. Heeresfront des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Bei Smolary und südlich von Stobychwa kleinere Unternehmungen von Erfolg. Bei Rudka-Czerwiszcze brachen alle Versuche der Russen, ihre Stellung auf dem westlichen Stochod-Ufer zu erweitern unter schweren Feindverlusten zusammen. Italienischer und südöstlicher O Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. * * * / Die letzten Zusammenstöße in der Nordsee. London, 21. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Renterschem Bureaus. Amtlicher Bericht der Mmiralität. Am 19. August entwickelte der Feind in der Nordsee eine beträch t l i ch e T ä 1 i g k e i t. Tie deutsche Hochseeflotte kam heraus, kehrte aber, als sie erfuhr, daß die Stärke der britischen Streck- kräfte ansehnlich war, ein Gefecht vermeidend, in den Hafen zicrück. Auf der Suche nach bem! Feind verloren wir zwei leichte Kreuzer durch einen U - Boo t - An gri fs „Notting- ham" Mid „Falmouth". Mle Ofsiziere der „Nottingham" wurden gerettet. 38 Maim der Besatzuiig werden vermißt. Alle Ossiziere und Mannscl-aften des „Falmouth", mit Ausnahme eines Heizers, der an den Verwundungen starb, wurden gerettet. Ein feindliches U-Boot wurde zerstört, ein anderes gerammt. Es ist möglicherweise gefunken. Die deutsche Behauptung, daß ein britischer Zerstörer und ein britisches Schlacht- schisi beschädigt sind, ist unwahr. Berlin, 21. August. (WTB. Amtlich.) Die in dem amtlichen Bericht der englischen Admiralität vom 21. August gemache Behauptung, daß eines unserer U-Boote gerammt wurde, trifft zu. Das Boot wurde,, nachdem es einen geschleppten englsi'clsen kleinen Kreuzer der „Chatham"-Klasse vernichtet hatte, bei dem Versuch eines englischen Zerstörers, es zn rammen, leicht beschädigt und kehrte wohlbehalten in den Hafen zurück. Zu der englischen Behauptung, daß ein zweites deutsches U-Boot vernichtet wurde, kann erst Stellung genommen werden, wenn alle U-Boot-Meldungen eingegangen sind. Gegenüber den englischen Ableugnungsoer,'uchen, daß ein englischer Zerstörer vernichtet und ein englisches Schlachtschiff beschädigt wurde, wird auf den amtlichen deutschen Bericht vom 20. August Bezug genommen, der in allen Teilen aufrecht erhalten wird. Das im Bericht der britischen Admiralität angegebene angebliche Zurückweichen der deutschen Hochseeflotte vor den nirgends in Erscheinung getretenen briti-i schen Hochseestreitkräften ist ein Phantasiegebülde. Amsterdam, 21. August. (WTB. Nichtamtlich.) Nach Nmudien heimkehren.de Fischdampftr berichten, daß sie am Samstag 5 Uhr morgens z w c i Z e pp e l i n e u n d e i n Gc s ch wader von 14 bis 16 deutschen Kriegsschiffen aut 54 Grad 6 Minuten nördlicher Breite und 4 Grad 55 Minuten 5 Sekunden östlicher Länge angetrosfen haben. Das (Äftchtmwer bestand Nus großen Kreuzern, einem leichten Kreuzer und einer Anzahl von Torpedoboolen. Tie Schisse kreuzten in der Richtung West^ Nordwest. * * * Terzen gl sich e Kreuzer „diottingham", ein SchwesterfchM der in der Seeschlacht vor dem Skagerrak Mit ziemlicher Sicherheit zerstörten „Birmingham", stammt aus dem Jahre 1913, ver^ verdrängte 5530 Tonnen, lief 26,3 Seemeilen, war u. a. mit narrt 15,2 Zentimeter-Kanonen armiert und trug 400 M-cmn Be-» satzung. Für „Falmouth" gelten die Zahlen: 1910, 5300 Tonnen, acht J.5,2 Zentimeter-Kanonen, 27 Seemeilen, 380 Mann. Tie englische Admiralität ist offenbar seit der Seeschlacht: am Skagerrak sehr nervös geworden uüd eifrig bemüht, Er> folge zu konstruieren. Mit Genugtuung kann d«her fe st ye st ü D werden, daß die sonst im Eingestehen von Verlusten sehr zu-- rückhaltende Mmiralität schon jetzt zugibt, daß unsere U--Bewt^ zwei der besten modernen englischen kleinen Kreuzer varmchteh haben. Steigende Lebentzmittetpreise in England. London. 19. Aug. (WTB.) Unter den Arbeitern herrscht, der ..Times" zufolge, eine wachsende Unruhe wegen der ständig steigenden Preise der wichti>gsten Bedürfnisse, namentlich der Lebensmittel. Die Frage wird im Unterhause noch vor der Vertagung zur Sprache kommen. Ein Eingreifen des Staates ist wiederholt geford^ert worden. Ein Gewerkschaftskongreß, der am 4. September in Birmingham Zusammentritt, wird sich voraussichtlich für diese Folgerung einsetzen. Berlin, 22. Aug. Zum Wachsen der Lebens» mittelnot in England stellen, wie die „Voss. Ztg." berichtet, englische Blätter fest, daß seit Kriegsbeginn die Nahrungsmittel durchschnittlich um 60 Prozent teurer geworden sind. Auch der Weizen.werbe knapp. Der Preis der Haushaltskohle sei wiederum um 2i/ 2 Schilling höher gegangen. Protest Versammlungen und Kundgebungen seien an der Tagesordnung. Die neuen englischen Luftschiffe. Ter „Berliner Lokalanzeiger" meldet aus Rotterdam: Ein Marinesachverstündiger teilt der „Daily News" mit, daß die neuen englischen Luftschiffe allerdings den Zeppelinen nicht vergleichbar seien, aber sehr schnell und erstaunlich steuerfähig seien. Die Verluste der Engländer und Franzosen. Berlin, 22. Aug. lieber die Verluste der Engländer und Franzosen während der großen Offensive wird der „Kveuzzeitung" geschrieben: Die Engländer verloren im ersten Monat zusammen 7682 Offiziere (Tote, Verwundete und Vermißte). Ein täglicher Verlust von 247 Offizieren entspreche einem täglichen Gesamtverlust von etwa 6000 Mann. Selbst wenn man die Verluste der Franzosen auf nicht mehr als die Hälfte der englischen Verluste veranschlage, würde das verlorene Menschenmaterial der beiden Ententemächte doch täglich im Durchschnitt 9006 Mann betragen. Der türkische Bericht. Kon staut in opel, 20. Aug., abends. (WTB.) bricht des Hauptquartiers: An der I rak-Front uud in Persien ist die Lage Unverändert. Kaukasus-Front: Auf dem rechten Flügel Vorposten- kämpfe. D<>r Feiud. der nördlich des Engpasses von Bughcm unsere vorgeschobenen Stellungen angriff, wurde vertrieben. Wir inackten einige Gefangene und zerstörten durch unser Feuer eine feindliäie gedeckt,tehende Batterie. Im Zentrum und aus dem! linken Mügel unbedeutende örtliche Fenergefechte. Einer unserer Flteger gr iss im Schwarzen Meer zwei russische Torpedoboote an und warf erfolgreich Bomben aus 'sie. Wir stellten fest, daß auf dem Deck der Schisse dnrcki die Bomben Rauckwolkan her vor gerufen wurden. Am 17. August landeten acht fciuMiciyc Schisse, die in die nördlich und südlich der Insel Smyrna gelegenen Buchten einsilhrcn, von einem Transpvrtschisi und Segelschissen. die sie begleiteten, 300 Räuber, unter denen sich anttr Soldaten befanden. Diese wurden von unfeven AÄEmgcn wr- qsgttffen Nach chtöre dreistündigen Gefecht zog sich der Feind nach Verlieft vvn 50 Mamr Mi seinsn Barken zvrück and ergriff die Flucht- Am 18. August wurde ein englisches Schiss in der Gegend des Golfes von Mexandrette versenkt: 18 Mann der «Besatzung, darunter der Komtmandant des Schiffes nnd vier! Offiziere, wurden gerettet und gefangen genommen. ZN Aegypten und an den übrigen Fronten ist die Lage Unvevidckerl. Eine treffende Antwort Enver Paschas. K o n st a n t i n o p e l, 21. Aug. Der bei K u t - e l - A in a r a in türkische Gefangenschaft geratene englische General M-ellrn rft nach einer überstandenen Krankheit in das Gefangenenlager von RaS-ick-Ain bei Bagdad übergeführt worden. Er hatte bereits Gelegenheit, die Verhältnisse in den verschiedenen Gefangenenlagern kennen ;u lernen, und richtete ein Gesuch an den Oberstkommandic- renden En v e r Pa s ch a, daßi die meist aus Gebirgsgegenden Nam- u^ü>en englischen 0-efangenen indischer Herkunft nicht den Gefahren des mörderischen Klimas Mesopotamiens ansgeletzt blieben und daß sie in gesündere Gebirgsgegenden gebracht werden möchten. Enver Pascha antwortete, daß nicht die türkische Regierung dm Verantwortung trage, daß die englischen Truppen in das gesundherts- aefährliche Klima Mesopotamiens gekommen seien, sondern die englische Regierung, die sie als Truppen dort eingesetzt habe. Die ttämpse an der mazedonischen Front. Der bulgarische Bericht. Sofia, 21. Aug. (WTB.) Generalstabsbericht vom 20. Ang.: Infolge der während der letzten Tage von den Truppen des Verbandes im Vardar-Tale unternommenen militärischen Operationen, die sich auch östlich des Struma- und nördlich des Tachrno-Sees ausdehnten, begann unser linker Flügel am 18. üugust die allgemeine Offensive. Die im Struma-Tal vorrückenden Truppen besetzten die Stadt Demir-Hni ar ^warfen nach einem Kampfe, der sich in der Gegend der Stadt <^eroes abspielte. die Engländer und Franzosen auf das rechte Struma- Ufer und besetzten das linke Ufer des Flusses Mächen dem Bukowa- und Tachino-See. Die zwischen Struma uird Mesta operierenden Abteilungen rücken nach den ihnen erteilten befehlen vor Im Vardar-Tale greifen die englrsch-franzosrschen Truppen ohne Erfolg fett zebn Tagen unsere Stellungen südlich und südwestlich der Stadt Doiran an, wobei sie nur grobe Verluste erleiden, die ihnen unser Infanterie- und Arttllerrefeuer rufügt Die Truppen unseres rechten Flügels setzten nach dem Siege über die Serben bei Flvrrna (Lerine) die Ausführung ihres Planes mit vvNem Erfolge für uns fort. Gestern besetzten wir dm Stationen Banitza und Elschisu an der Eisenbahn Salonik- Florina und stellten die .Eisenbahnverbindung mit der Stadt Bitolia (Mvnastitt wieder her. Südlich vom Pres b a-S e e besetzten wir die Dörfer Zvezda, Biglischta und Bresnitza und unterbrachen auf diese Weife endgültig die Verbindungen zwischen Gortscha und Florrna sowie zwischen Gortscha und Kostu Kastoria. »- Der französische Bericht. Salonik, 19. Aug. (WDB.) NLeldung der Agence Havas. Oesttich von Ea v a lla überschritten die Bulgaren den Meffa-Fluß mit schwachen Kräften und verrrieben Patrouillen auf Cavalla. Zn der Sttumagegend besetzte der Feind die Festung L t s a und Star a s ka. Auf dem linken Ufer rückten Abteilungen in der Rahe des Fluffes vor. Wdsttich der Struma wurden bulgarische Angriffe jauf Forni Rcttinka durch Feuer airgehalten. In der Nähe des Doiran-Sees schlugen englische Truppen einen bulgarischen Angriff auf Doldzeli ab. Auf dem W'estufer des Var d a r war die Beschießung hauptsächlich in der Majadagegend lebhaft. An der Gegend südlich von Monastir dauert der Kampf an den Zugängen van Barricu zwischen den Abteilungen serbischer Vorhuten und den - bulgarischen KräftM, die aus Floria vorbrachen, an. * Athen. 20.Ang. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- terjchen Bureaus. Der bul aarische Ge sandte P assarow teilte heute Zarmis mit, daßDie bulgarische Offensive mit der Besetzung mehrerer strategischer Dufte auf griechischem Gebiete be- , gönnen hckbe. Zarvriswar am Nachmittag im Tatoi-Pakast beim König. A th e n, 20. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- terscben Bureaus. Die Ges andten Elliot und G u i l l e nt i n richteten an Zarmis heute die Frage, welche Schritte die Regierungj tue angesichts der Tatsache, daß die Bevölkerung in Mazedonien vor den Bulgaren in alle Windrichtungen flüchte. Bern, 21. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Zu dem großen bulgarischen Vorstoß drahtet der Spezialberichterstatter des „Secol o" aus Saloniki, niemand könne die große Bedeutung des bulgarischen Einffcckls auf griechisches Gebiet in Abrede stellen. Wie dieser ermöglicht werden konnte, sei rätselhaft, da die Griechen die Grenze mit mindestens 10 000 Mann bewachten. Der bulgarische Vorstoß sei um so unerklärlicher, als die ganze Gegend sehr gut befestigt und gerade in jenem Abschnitt die moderne Festung Onager liege, von swo atuZ die tZbene von Kavalla und teilweise die Straße nach Vrcmia und Ballaltis beherrscht werde. Der „TempS" bull in der Offensibe der Deutschen und Bulgaren bis auf weiteres nur eine einfache Demonstration sehen, .da sie nicht die nötigen Sttertkräfte für ein großes Unternehmen, bätten. S a l o n i ki, 21. Ang. lWTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Die Landung der italienischen Truppen hat gestern um 2 Uhr begonnen. An der Spitze der italieni- I scheu Truppen befanden sich Musikkorps der Alliierten, welche von 'ttanzösischen, englischen und russischen Abteilungen umgeben waren. Die Ausschiffung geht weiter. fuhr 414 VkillionLN und für die Einfuhr 1820 Millionen, ergeben eine Unterbilanz von 1406 Millionen Franks. Dieselben Wette für die ersten sieben Monate des Jahres 1916 Men für dce Ausfuhr 2990 Millionen, für die Einfuhr 10 336 Millionen Franks, was für das laufende Jahr beretts eine Unterbilanz von '54b Millionen ergebe. Aus Amerika. Washington, 21. August. (WBT.) Funkspruch des Vertreters des Wolffschen Bureaus. Im Sena t verlangte Senator Jones bei Besprechung des Sch if fahrt s- gesctzes die Aufhebung der Verträge, um die Wiedereinführung von unterschiedlichen Zöllen zu ermöglichen als ein Mittel, eine amerikanische Handelsflotte zu schaffen und England in dem entgegenzutreten, was es Handelskrieg nannte, der ebenso scharf gegen die Vereinigten Staaten geführt werde, wie gegen irgend einen Feind. Jones erklärte: Englands Vorgehen sei Zurückhaltung der Post, die Aufführung amerikanischer Firmeil auf der schwarzen Liste und die Einschränkung des neutralen Handels sei ein wesentlicher Bestandteil des Krieges als Mittel zur Beaufsichtigung des Welthandels. Die demokratischen Mitglieder des Finanzausschusses des Senates einigten sich auf eine Steuer von 10 v. H. auf Kriegsgewinne von Fabrikanten von Kriegsmunition anstelle der im Einkommensteuergesetz des Repräsentantenhauses vorgeschlagenen Munitionssteuer. , Diese würde 72 Millionen Dollars einbringen, während die Abänderung des Senates nur 45 Millionen ergeben würde. W a s h i n g t o n , 18. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Funk- des Vertreters vom WTB. Das Staatsdepartement hat der amerikanischen Botschaft in London den Protest der amerikanischen Zeilungskorres pondente n in Berlin gegen die britische Zensur ihrer Meldungen ohne Anmerkungen übermittelt. Wie mitgeteilt wird, hat die a m e r i k a n i s ch e R e g i e- rung eine erneute Anfrage an die englische gerichtet wegen der Verzögerung derbri ti scheu A n t- wort auf die letzte amerikanische Note betreffend die Postbeschlagnahme. Der Seekrieg. H a a g , 18. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) In Scheveningen sind auf einem' Fischerfahrzeug der Kapitän und die Bemannung des norwegischen Schoners „R u f u s" aus Stavanger angekommen, der mit einer Ladung Holzhaus dem Wege von Frederikshald nach Sunderland am Samstag, den 12. August, durch ein deutsches Tauchboot in der Nordsee in Brand g e ftecf t wurde. teil Aus Montenegro. 21. August. (WTB.) Meldung des Wiener K. K. : Tel eg raphen-Bureaus. Nach dem Einmarsch dm österreichisch-ungarischen Truppen in Montenegro eröffnete sich für die 'Militärverwaltung auch ein weites Feld wirtschaftlicher Betätigung. ! Bedeutende Warenmengen, die aus der Monarchie nach Montenegro : eingeführt wurden, ermöglichten der Bevölkerung die nahezu nor- : maie Deckung ihrer Bedürfnisse. Die in Unordnung geratene mcmte- ^negrinischen Währungsverhältnisse wurden beseitigt. Die von der (Militärverwaltung abgestempelten Pecper-Bons wurden im Ber- «hältnissc zu ztvei Perper gleich einer Krone montenegrinisches Hartgeld mm vollen Nennwert angenommen. Jedermann kann sich in (den milttärisch organisierten Magazinen die nottvendigsten Lebensmittel zu geregelten Preisen beschaffen. Der Abbau .des Moratoriums ist für den l. November festgesetzt. Das Zoll- 'hmb Steuersystem sind im wesentlichen unverändert geblieben., Wegen dex Wirtschaftslage hat die Militärverwaltung die vrelen rückständigen Steuern nicht emgezogeu. T>ie Monopole, die bisher Tabak, Salz und Zigarettenpapier umfaßten, wurden auch> auf Petroleum und Zündhölzcherr airsgedehnt, um Preistreibereien zu verhindern. Der König von Italien in Görz. Bern, 21. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der König von Jlaken wcrr heute vormittag in Görz. Die frarrzöfische Ein- und Ausfuhr. Bern, 21. Aug. (WTB. Nichtamtlich- , Temps" zufolge wurden nach der Etlichen ftmrzösifchen Stattftik im Julr 1916 Ausfuhr nur 276 200 000 Frmrks betrug. Dämit besteht, wie Ausfuhr nur 276 200 lXX) Francs betrug. Damit besteht, wie Temps" festftellt, im Wirtschaftsverkehr Frankreick)S mit dem Auslande eine nie erreichte Unlerbilanz von 677 Millionen Die Zahlen sind jedoch nach den für 1914 geltenden Pseifen berechnet. Um die tatfächlrckie Höhe der Unterbilanz zu erhalten. Ühätzt „Temps" in Anlehmmg an die amtliche Statistik bu Erbühuhg der Preise bei der Einfuhr auf 91 Prozent, bei der , Ausfuhr aus 5j0 Prpzcnt. Die so erhöhten Wette: für die Aus-. Au§ dem Reiche. Keine Berlängerung der Landfturmpfticht. Berlin, 21. Aug. (WTB.) Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, ist eine .Verlängerung der Landfturm- pflicht nicht beabsichtigt, wenn sich die Verhältnisse nicht von Grund aus ändern sollten. Im Gegenteil ist die Militärverwaltung bestrebt, die eingezogenen Landsturmpflichtigen der ältesten Jahrgänge nach Möglichkeit ihrem Zivilberuf lviederzugeben. * Berlin, 21. Aug. (WTB. Amtlich.) Der neugebildete Ueberwachu ngsausschuß der Lederindustrie hat heute seine Tätigkeit begonnen. Für die Neuzufammen- setzung des Ueberwachungsausschnsses war der Gesichtspunkt maßgebend, allen an der Bewirtschaftung und Verwertung von Leder-Rohstoffen und.Leder beteiligten Kreisen einschließlich der Verbraucher Sitz und Stimme zu verschaffen. Aehnlich wie für die Bewirtschaftung anderer Rohstoffe den amtlichen Stellen Kmegsausschüsfe beratend zur Seite stehen, hat der vom Kriegsminifterium gebildete Ueberwachungsausschuß der Lederindustrie die Aufgabe, die Kriegs-Rohstoffabteilung bei allen Maßnahmen zu beraten, welche die Kriegswirtschaft der Lederindustrie und insbesondere die Sicherstellung des Lederbedarss der bewaffneten Macht betreffen. Ucber die nach den Vorschlägen oder Beschlüssen des Ueberwachungsausschusses zu treffenden Anordnungen entscheidet die Kriegs-Rohstoffabteilnng des Königlich Preußi scheu Kriegsministeriums im Einvernehmen mit den beteiligten Behörden endgültig. Tie Durchführung der Maßnahmen ist Sache der Kriegslederaktiengesellschaft, die hierzu die An Weisung von der Kriegs-Rohstossabteilung empfängt. 3?u* Stadt und Land. Gießen, 22. August 1916. *• Amtliche Personalnachrichten. Uebertragen wlirde am 16. Zlugust dein Schlckanüsasviranteir Johs. Menael aus Elsheim, Kr. Bingen, die erledigte Lehrerstelle an der Volks schule zu Herchenhain, Kr. Schotten. — Auf Grund der Verein barung mit den Landständen (Drucksache 162) wurde mit Wirkung vom 1. ittpril 1916 dem Schula,ntsaspiranten Heinr. Schäfer aus Eberstadt einstweilig eine Lehrerstelle übertragen. ** Auszeichnung. DaS Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde dem Kriegsfreiwilligen Wilhelm V a u b e l, Res.-Jnf.-Rgt. 222 verliehen, nachdem er nach säst 16monatlicher russischer Gesängen schaff nach Deutschland zurückkehrte. **Die Reichs - Gersten gesellkscha ft M. b. H.,Berlin W. 8, gibt bekannt: Wie lms mitgeteilt wird, ist noch imrner viel fach 1>ie Ansicht verbreitet, daI im. neuen Evntejahr den Land^ wirten der freihändige Verkant von Gerste an die zu deren Bei' arbeitttng berechtigten Bettiebe gestattet sei, und daß der gesetzliche Höchstpreis hierbei nicht eingehalten w.'rderr miüffe. Diese Ansicht beruht auf einer Mißverständlichen Auffassung der durch, die neue Bekanntmachung des Brmdesrats über Gscste mrs der Ernte 1916 getvofferren BestiMrmmgen. Nach § 20 21bs. 4 dieser Bekaunt-« mächuug kann nämlich der Reichskanzler für dey Ankauf der Gerste, welche die kontingentietten Bettiebe benötigen, Bezugsscheine aus stellen Und hat hierüber sowie über bie Art des Erffkanfs dm näheren Bestimmungen zu treffen. Demgemäß ist durch Ber fi'lgrmg des Präsidenten des K'riegSernährungSaMts, welcher inso weit gemäß gesetzlicher Borschttft die dem Reick)skanzler übertragenen Beftrgniffe cvusübt, am 7. August 1916 nunmehr die Ausstellung solcher Oberstenbezugsscheine auch für das neue Ernte? fahr angeordnet rrnd gleichzeitig lxstiMMt worden, daß diese Be- zugssck>eine zunr Zweck des Ankmrfs der Gerste särnttlich der neu begrirndeten Reichs-Gerstengesellschaft M. b. H. überwiesen werden. Der Erlaß der näheren BestimMungerr über diese Regelung des Gerstenackkanfs ist der Reichssuttermittelstelle übertragen wor den, welche die erforderlichen BcfkanntnMchtmrgen demnächst erlaffen wird. — Ans dem Vorstehenden ergibt sich, daß auch im neuen Emtejahr die fontingeEerten Betriebe ihre Gerste riur durch Vermittlung der Reichs-Gerstengesellschaft M. b. H. beziehen können welche an Stelle der in Licundativn beftndlichen Gersten-Berwer ttmgs-Gesellschaft m. b. H. getreten ist. Jsder fteihändige Ankau ' beim Landwitt ist also nach wie vor ausgeschlossen. Zuwiderhandlungen gegen diese Regelung selben sowohl den Landtvitt wie den Ankäufer der Gerste der Bestrafung aus § 10 Nr. 2 der Gersten Berordnimg ans und führen zier Emzielnmg der nnbeftlgt erwor lenen Gerste bezw. de--' drrmrs hergestelltlM Erzeitgnisses oder seines Wertes gemäß § 28 der angeführten Verordnung. Da ferner nach % 4 der neuen Verordnuag des Bundesrats, über die Höchstpreise für Gerste voM 24. Juli 1916 der gesetzliche Höchstpreis nur bei doM Erwerb von Gerste auf Grund eines Bezugsscheines überschritten werden darf, so ergibt sich aus bem 1 Vorstehenden iveiter- hin, daß solche höheren Preise allein von der Rmchs-Gersj^i- gesellschaff m. b. H. angelegt werden dürfen. Jede ^lnßeracht- lassung dieser Bestimmung durch andere als die von der Rewhs- Gerstengesellschast M. b. H. mit dem Ankauf beauftragten Personen und Firmen wird geMäß § 5 der angegebenen Höchstvrers- vevordnimg mit Gefängnis bis zu 1 Jahr und mit Geldfttafe ms zu 10 000 Mt. besttaft. ........ ** Zum S chutz gegen Feld d ieb sta.h l rst für dre Feldgemarbung der Stadt Gießen angeordnet, daß sämtliche offenen und eingefriedigten bepflanzten Grundstücke von abends 10 Uhr bis morgens 5 Uhr geschlossen sind und deren Betteten allen Personen, auch den Eigen- tmnern, verboten ist. Ausgenommen sind Flächen, die als 5^ausgärten dienen und mit dem Wohnhausbesitz unmittelbar verbunden sind. Zuwiderhandttmaen tverden mit Geldsttafe bis zu 60 Mk. oder mit Haft brs zu 14 Tugen besttaft. Wir verweisen auf die amtliche Bekanntmachung in heutiger Nummer. Um der Verordnung den notwlendigen Nachdruck zu verleihen, hat die Stadt fünf neue Feldhüter eingestellt, denen es hoffentlich gelingen wird, den Spitzbuben ordentlich auf die Finger zu sehen. ** Jungwehr. Mittwoch: Wetturner 8 Uhr W- marsch Oswaldsgarten, die übrigen 8*/2 Uhr Turnhalle. Donnerstag: 8 V 2 Uhr Stab fechten, Turnhalle. Freitag: 8 Uhr Abmarsch Oswaldsaarten für Mbotenlauf und Wetturüer. Sonntag: 1 Uhr Antreten Oswalds garten. ** Militärische Ausbildung der Jugend Am letzten Mittwoch abend sprach Obermatrose Keil rnttet großem Beifall der Jugend über seirre Erlebnisse aus letzter .Zeit. ! * Die .Gießener Freilichtbühne teilt uns nttt: Herr Rotteck, der für diese Spielzeit die künstlettsche Leitung der Wätdbühne übernommen hatte, ist erkrankt. Da die Heilung! miöglichpnreise längere Zett in Anspruch nimmt, wird an seiner Statt Herr Hellmuth, Oberfpielleiter aM hiesigen Stadt-' tl-eater (im Sommer am Kurtheater in Bad-ilöauheim), die von Herrn Rotteck begonnenen Vorbereitungen für die Aufführung von Gttllparzers Trmlerspiel „Des Meeres und der Liebe Wellen" zu Ende führen und außerdem die Rolle des Ober- pricsters svielem. Ter Tag der Vorstellung, die schon in vottgep Woche stattfinden sollte, infolge des oben angegebenen Grundes aber versck)oben werden mußte, wird rawt bekannt gegeben. T i e Reichs-Ger ft engesellschaft m. b. H. Berlin. teitt in einer Bekanntmachung iM heuttgen^Blatte mit, daß sie für die Kommunalbezirke Msfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen, Lauterbach, SckMen, Wetzlar, eine Geschäfts stelle errichtet und Mff deren Führung die Firma: bereinigte Getreidehändler G. M. b. H. Gießen. Fricdttchsttaße 8, becrufttagt hat. Der Anlauf von Gerste gegen Bezugsscheine kann nm durch diese Geschäftsstelle oder deren Beauftragte erfolgen. . * H ül s eufrücht e. Hiesige Landwitte, welche im laufen- beit Jab re Hülsenirüchte angebaut baden, werden attfgewrdert, dies unverzüglich aus dem Lebensmittelamt zu melden. (Siehe Bekanntmachung). * EineGel ä nd e-Der pacht ungderSta dt Gießen findet Montag, den 26. August, und Dienstag, den 29. August, statt. Näheres siehe Bekanntinachung im heutigen Blatte. ** Das heutige Kreisblatt Nr. 100 enthält folgende Verordnungen: über Oülseufrüchte, über die Bewittschaftrmg von Hülienirüchten, sowie von Buchweizen und Hirse, die Uebergangs- vorschriften zur Verordnung über Speisefette, Aenderung der Preise für Kraitfuttermittel, Anmeldung der Treibriemen- und andere technische Leder verarbeitende Betriebe, sowie die Anordnung der Hegezeit. Landkreis Gießen. 8. A ll e n d o r f a. d. Lumda, 22. Aug. Dem 5kreiSausschuß- mitglied Apotheker Welcker ist das Allgemeine Ehrenzeichen „Für Kriegsverdienste" verliehen worden. ** Birklar b. Lich, 22. Aug. Dem Musketier Karl Appel vvn hier, vom Jnf.-Rcgt. 116, wurde wegen tapferen Bechattens^ bei einer kühnen Pattouillenunterriehmrung das Eiserne KreuA 2. Klaffe vettiehen. ?lppel wurde dabei durch eine HaudgrLncrw> chwerverwuTtdet imd befindet siät zurzeit in einem' Resecveürzarett in Eisenach. l_1 Lang-Göns. 28 Aug. Musketier W. B ink beim Jns.-Rgt. 129 ist vermißt. W. Bink ist ein Sohn von Wagner- meister Bink. %. M ü n st e r b. Lich, 22. Aug. Der Sohn des hiesigen Schuh- machermeisterS Sommer bat in Galizien den Heldentod fürs Vaterland erlitten. Der Gefallene war ebenfalls in seinem Zivil- bernf Schuhmacher. Er hintettäßt eine Witive mit drei kleinen Kindern. Sommer war ein fleißiger und braver Bürger unseres Dorfes. g. Ober-Bessingen, 22. Aug. Der Großherzog hat dem Lehrer Jakob das Kriegs-Ehrenzeichen am Bande verliehen. Kreis Büdingen. Zl Ortenberg, 22. Aug. Ilntewfsizier Robett Wendel von hier, BatacklonssäTreiber in einem Infanterie-Regiment des Ostens erhielt die .Hessische Tapserkeitsmedaffle. — Zu vereidigten Abwiegern wurden Stadt Vorsteher Rudolf Lenz und Schlosser- meister Grvom ernannt. Kreis Alsfeld. 02. Alsfeld, 21. Aug. Die Hessische Auszeichnung für Kriegsoerdienste am Bande der Tapferkeitsmedaille erhielt Feldwebel Gustav Schäfer von hier. oz. Alsfeld, 22. Aua. Für tapferes Verhalten vor dem Feinde wurden Mit der Hessischen TapferkeitSmedatlle ausgezeichnet: Gefreiter Georg S ch l ö r b , Jnf.-Regt. Graf Schwerin, 3. Pom. Nr. 14, Gefreiter Adam Weitzel und Ersatz- Reservist Otto Schwarz. Sohn des Karussellbesitzers Georg Schwarz aus Ober-Breidenbach. Fc. Alsfeld, 21. Au giltst. Der Verkehr mit MÄch, Butter und Gier hat hier eine neire Regelt mg erfahren. Es kostet von nun ab Milch pro Liter 20 Pfgi., wenn sie bei dem Produzenten abgeholt wird, sonst 22 Pfg., Handbutter 1.70 M7. das Pfund, Eier 16 Pfg. das Stück. Beim Weiterverkauf Faim der Händler berechnen: Milch 22 Pfg. das Liter, Landbutter 1.85 Mk. das Pfund, Eier 171/2 Pfennig das Stück. — Die Frau Bäckermeister Kl i n ge l h ö ffe c hat ein Gerücht über die Behandlung des dem Komuttmalmrband Alsfeld gehörigen Brotgetreides weiter- gegeben, in dem sie erMlt hat, den Bäckern nterde demnächst nstniger Weizenmehl geliefert, weil ein Teil des gelagerten Weizens ausgewachsen sei. Diese Behauvtuna, in der sie dem Kommunal- verband und dessen Beamten den Vorwurf gröblichster Pflichtverletzung gemacht, ivar ganz und gar falsch. Die Frau nahm nun öffentlich diese Behauptungen z'urück, bat um Berzeihimg und zahlte eine Buße von 25 Mark an die hiesige Kriegsfürsvrge. oz, Altenburg, 22. Aug. Für hervorragende Leistungen im Flugdienst wurde der Unteroffizier und Waffenmeister August Schäfer zu Altenburg, beim Kampfgeschwader Nr. 1, mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. oz. Arnshain, 21. Aug. Dem Gefreiten Heinrich Me st, Res.-Jns.-Negt. Nr. 116. Sohn des Bürgermeisters Mest, wurde das Eiserne Kreuz 2 Klaffe verliehen. oz. Biebe n, 22. Aug. Dem Musketier Heinrich Wagner von hier, Sohn des verst. Johs. Wagner, der 1915 in den Karpathen focht und inwlge Erfrierens ein lahmes Bein davontrug, wurde jetzt nachträglich das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen. 07, Grob-Felda. 21. Ang. Dem jungen Krieger Rein- hard Dörr von hier, Telephonist beim Garde-Feldart.-Regiment Nr. 5, wurde wegen hervorragender Tapferkeit und umsichtigen Verhaltens vor dem Feinde das Eiserne Kreuz verliehen. oz. Kestrich, 21. Aug. Der Fahrer Eduard Lang von hier (Brandenburgisches Fuß-Art.-Regt. Nr. 3) erhielt wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde die Hessifche Tapferkei tS- l m e d a i l l e. „ 02 . Reime u r ob, 22. Aug. Der Musketier Konrad Becke r, Sohn des Joh. Becker, wurde in den letzten Stampfen im Westen durch einen linken Handschuß verwundet. Kreis Lauterbach. rr. Schlitz, 22. Ang. Gräfin Wilhelm von Schlitz genmint von Gortz rst vorgestern von einer Tochter entbunden — Die 22 Offtnbacher Ger i ein fin de r, welche in den Pfarreien ptosfyec^cmio unb Willofs eine fast vierwöchentliche unentgeltliche Aufnahme und Verpflegung gefunden batten, sind am Samstag wieder m tljre Heimat zurückgekehrt. Sie halten sich seihr crut erholt, und >chreden noch obendrein reich beschenkt mit allen mog- l'-chen Swensmitteln von ihren Pflegeeltern, was zur Genüge zeigt, dav das Verhältms zwischen den Kindern und den Pflegeeltern recht gut gewesen ist. Dieser erste Versuch, Ferienkinder auch im Schlitzer- land urrterzubrrngen, rann demnach, als wohlgelungen angesehen! wewQi, und dürste gegebenenfalls im Spätherbst in noch weiterem Maße als diesmal Anwendung finden. Kreis Schotten. sL. Schotten, 32. Aug. Dem freiwilligen Kriegs-Kranken- psleger Karl M e i s i n g e r von hier, welcher jetzt 18 Monate in einem Lazarettzug tätig ist, wurde das Militär-Sauitätskreur verliehen, früher schon die Rote-Kreuz-Medaille. 8k. Burkhards, 22. Aug. Dem Musketier Th. B a l s e r wurde für hervorragende Tapferkeit am 3. August das Hessische Mllitar-Sanitätskreuz verliehen. £• Speien feen, 22. Aug. Lehrer Hofmann wurde vom Großherzog mit dem Kriegs-Ehrenzeichen ausgezeichnet. ..8 Herchenhain, 21. Aug. Gestern nachmittag fand im! hieiTgen Gotteshmrse die Gedächtnisfeier der drei gefallenen, Krieger aus unserem Kirchspiele statt. Zwei von ihnen? Gefreiter oritz Ahlbrand und Musketier Heinrich Adolph. Hart- miannshain, find in den Kämpfen vor Verdun gefallen, und, Musketier Louis Winter, Herck-enhain, ebenfalls auf dem westlichen Kriegsscliauplatze. Musketier Adolph stand in dem blühenden Alter von 21 Jahren und Musketier Winter int jugend-, frischen 19. Lebensjahre. Ter Ottsgeistlickie, Pfarrer Römer, hielt die Gedächtnisrede. Unter Leitung des Lehrers Viengel wnvten dre Schüler durch) Gesang der Lieder: Ich halt' einen Kameraden, Morgenrot, und dem Niederländischen Tankgebet buj Feier weihevoll zu gestalten. . Kreis Friedberg. ^.8riedberg, 22. Aug. Im Laufe der nächsten Woche ckoimnt d,e Lebensmittelkarte — zunächst Fleischkarte der Stadt Friedberg - zur Ausgabe. bz. Bad-Nauheim, 22. Aug. Dr. Burwinkel dahier wurde vom König von Württemberg mit dem Eharlottenkreuz, der Wehrmann Friedhoiswärter Wilh. S t o l l mit dem Militär-Sani- tätskreuz am Krieasbande ausgezeichnet. Kd. Bad-Mauheim, 22. Aug. Der 18. Aug., der O^ckburtstag des Kaisers Franz Joseph., wurde durch, Fesb- gottesdienft und Festkonzert auf der Kurhausterr-asse im Beisein der zahlreichen, hier zur Kur weilenden österreichischen und ungarischen Offiziere ilnd Zivilkurgäste festlich be- ig-angeu. Abends . fand eine bengalische Beleuchttmg des Parkes statt, und im Gr. Kurtheater kam ein von Hermann Steingoetter verfaßtes Stück, „Die Waffenbrü- d e r", zur AuMhrunb. Zu Beginn der Woche brachte die von Frankfurter ersten Bühnenkräften gegebene Ausführung des ,Mgo1etto" ein rrusverkauftes Haus. In der kommenden Woche spielt Wilhelm Backhaus in dem Sonderkonzert der Kurkapelle, ferner findet! einige Operetten-Gaftspiele des Frankfurter Älb-ert Schumann -Theaters statt. Die diesjährige Besucherzahl beträgt bis jetzt rund 24 700, wovon zurzeit noch 4 700 Personen hier sind. Kreis Wetzlar. Wa. Wetzlar, 22. August. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausg^achntt wurden.: Der Kriegsinvalide Hermann Bruch- meier, Zurzeit Posthüfsschaffirer in Frankfutt a. M. Er machte in einem.Landwehrreginrent die Vogesenkämipse mit. Husar Heinrich Diehl, Husaren-Rvgiment Nr. 13 und Kriegsfreiwilliger Ludwig Die hl, Juf.-Regt. Nr. 81, 10. Kontp., aus Wetzlar. Tie beiden sind Brüder und haben die Auszeichnung an einem Tag erhalten. r». Garbenheim, 22. Äug. Sonntag nachmittag wurde in hiesiger Kirche unter reger Beteiligung das Synodal- Gust av°Adolf-Fest gefeiert. Pfarrer Schmidt-Wetzlar hielt die Festpredigt. ra. Kin-zenbach, 22. Aug. Gestern wurde der 21jährige Wilh. P f a f s, -11. Komp. Jnf.-Rgt. Nr. 129, als vermißt gemeldet. Er fehlt feit den Kämpfen am 7. August. Wa. O bar Viel-, 22. Ajugiust. Musketier Fritz Neuser, Res.-Jnf.-Regt. Nr. 69, erhielt Eiserne Kreuz. Hessen-Nassau. ra. B i e b e r b. Rvdheim, 32. Aug. Ter Obermühle wurde in der Sonntagnacht von unberufener Seite ein Besuch abgestattet. Tie Triebe hatten es auf Mundvorräte abgesehen und räumten in der Speisekammer tüchtig auf. — Während der uralte Bergbau -auf den Höhen von Königsberg schon Jahrzehnte still liegt, herrscht in der Kelnbach fortgesetzt eine rege Tätigkeit. Grube „Eleonore" (Gebr. Stumm) beschäftigt etwa 100 Bergleute und jetzt wird durch die Firma Bluderus der verfallene Stollen nach dem am Fuße des Tünsbergs gelegenen Grubenfeld „Frichberg" wieder aufgeräumt, den seinerzeit die Firina Schalter erbaut hat. — Hof Haina und das nahe Forsthaus werden gleichfalls bis zum Herbste mit elettt. Licht versorgt, die Anlage für letzteres besorgt der Fiskus. • « hl. Marburg, 21. Aug. Gestern nachmittag hat sich am Krurnrnbogen ein U n g l ü ck s f a 11 ereignet. Eine Droschke, in der zwei Damen saßen, kam an der Straße von Spiegelslust. Ein dort vorbeikommendes hiesiges Dienstmädchen, das unachtsamer- weise unter das Fuhrwerk zu liegen kam, wurde am Kopie so schwer verletzt, daß es nach der Klinik gebracht werden mußte. -- Frankfurt a. M., 22. Aug. Der Südwestdeutsche Verein für Innere Mission tritt am 13. September in Frankfurt a. M. zu einer Arbeitskonferenz zusammen. Im Mittelpunkt der Beratungen steht ein Vortrag über „Friedensziele der Inneren Mission". Redner sind Prof. D. Mahling-Berlin und Pfarrer I 'ä g e r - Frankfurt a. M. ---Frankfurt a. M., 22. Aug. Zur Steuerung des W ander f l e g e l u n f u g s, der sich im Taunus in immer unangenehmeren Formen breit machitj, hat die hiesige Eisenbahudirektion das ihr unterstellte Bahnhofs- und Zugpersonal angewiesen, gegen jedes ungebührliche Benehmen solcher Leute mit rücksichtsloser Sttenge einzuschreiten und gegebenenfalls die Schuldigen wegen Erregung! öffentliches Aergernisses oder groben Unfugs anzuzeiqen. Im Jn- . teresse der eigemlichen Wandervögel ist die Beseitigung des groben Unfuges der Watrderflegel mir zu wünschen. O Frankfurt a. M., 22. Aug. Bei dem gesttigen Rennen gab es eine für Frankfurt ungewöhchich hohe Quote, und, zwatr 334 für 10, die der Wallach „Charleps Cousin" im Rosen- berg-Jagdrenuen für sich notieren konnte. Das Alerandcr-Rennen, imit 25 000 Mark dottett, gewann „Anttvari". der schon oft sieg reiche Fuchsl-engst des Freiherrn von Oppenk>eim Die beiden Weinberg scheu Pferde „Earneol" and „Fanal" spielten bei der Endentscheidung keine Rolle. -- Cronberg, 22. Aug. In einem 6 Meter ttefen Wasserloch eines alten Steiirbruchs in der Mammvlshainer Gemarkung sahen am Sonntag Ausflügler zwei Mützen auf der Wasseroberfläche schwimmen. Sic alarmierten die hiesige Feuerwehr, die das Loch auspumpte. Auf dem Grunde fand man die Leichen des sechsjährigen Sohnes des Dachdeckers Ei ch m a n n und des 11 jährigen Lohnes des Architekten Kraft. Die .Ander waren beim Spielen in das Wasserloch geraten und mußten, da jede Hilfe loegen der entlegenen Stelle fern war, elend ertrinken. X. Hanau, 22. Aug. Ein Rückblick auf die Kriegsnot vor 100 Jahren zeigt, welch unermeßlichen Tank wir Gott und unserem Herrn schuldig sind, daß jetzt der Feind von unserem Vaterland ferngehalten ist. Bekanntlich war es die gesamte, nach der Schlacht bei Leipzig noch übrige Armee Napoleons I., die Ende Oktober 1813 chren Weg durch unsere Heimat nahm. Ihr waren verschiedene Streifkorps der Verbündeten voraus gegangen und unmittelbar nachgedrangt, und audji die mittlere Marschkolonne der alliierten Hauptarmee, die ihren Weg von Leipzig aus über den Thü- rrnger .Wald nach Hünseld und Fulda genoimmen hatte, folgte! ihr aus der Kinzigstraße nach. Bei dem zerrütteten Zustande des französischen Heeres, dem Hunger und dem Mangel, die in ihm herrschten, konnte es nicht ausbleiben, daß überall in den Ortschaften, die an und zu seiten der Heerstraße lagen, während der Retiradc Raub und Plünderung an der Tagesordnung waren Aber auch die Truppen der Verbündeten, namentlich die der Russen, nahmen. Ivaö sie bekommen konnten, und häuften bei uns schlimm' Kein Wunder, daß unsere Heimat in jenen letzten Oktober- und ersten Novcmbertagen v-or hundett Jahren ungeheure Verluste an Geld und Gut, an Vieh, Getreide, Heu, Stroh, Hausrat, Kleidungsstücken, Nahrungsmitteln und anderen Trugen erlitten hat deren Wert — in Geld ausgeschlagen — eine gewaltige SmnMe darstellt. Nach einem summarischen Verzeichnis des Verlustes welchen die Ottschasten des Fürstlich Jsenburgischen Amtes Ronneburg (Selbold) bei dem Turchguge der Armeen durch Bilvakieren, Plünderung und Fouragieren erlitten! haben, betrug der Verlust an Vieh: 144 Pferde, 11 Ochsen, 109 Kühe, 59 Schafe, 826 Schweine, zusammen im Werte von 37 945 Gulden; an Früchten aller Art: 15105 Malter = 120 840 Gulden; an Heu: 22 056 Zentner = 88 2L4 Gulden: an 6tro5: 1503 Fuder = 18 036 Gulden; an Getränken: 12 Ohm Wein, 6 Ohm Bier, 141 Ohm Branntwein — 5182 Gulden; an H dieser Feier beginnen die Verhandlungen in der Au^la des Priesterseminars. T ^ ^ ^ k'ffeld, 22. Aug. Trotz des schlechten Wetters, das fast den ganzen Tag über lierrschte, fand ^das diesjährige R hö u - £Je ft auf der Wasserkupm eine Beteiligung von mehr als 5000 Turnern tmd Jungdeutschland-Mannschaften. Vormittags veranstalteten die Jungmannschaften unter Führung von Haupt- Mann N i e ß - Hanau und Gynrnasialdirekttw Dr. Müller- Fulda erue militärffche Geländeübung. Vor Beginn des volkstüm- ttchen Wetturncns fanden auf dem Gipfel der Wafferknppe fatho- lffche und evangelische Fekdgvt t esdie n ste statt. Die Turnübungen fanden eine sehr jtarke Beteiligung und- zogen sich bis gegen Abend hin. Es erhielten erste Preise: in Klaffe I für Ju- gendliche über 16 Jahren Hans Fessel-Fulda, in Klasse II für jugendliche unter 16 Jahren Fritz Gesing-Hersfeld. Den vom Landrat von Doerberg-Fulda gestifteten Wanderpreis für Schulen errangen die Schulen zu Schachen und Maiersbach. Den Ver- 'anstaltungen wohnten zahlreiche Vettreter von staatlichen und militärischen Behörden hei. X. Bad Brückenau, 21. Aug. Der in Königshofen wohnende Landwirt Heinrich Weigand stiftete 10 000 Mt. zum Betriebe der Kleinkinderbewahranstalt und die ambulante Krankenpflege, weitere 15 000 Mk. zur Unterstützung würdiger katholi cher- kranker Kinder aus Königshofen. steht ein Armeekorps gegenüber, dessen Stärke der seiner Xrn ven gleich oder dock) nahezu gleich ist. Mögen sie sehen, wie sie n'itein- andcr fertig werden! Wir wollen uns mit ihnen nicht befassen'" Jules Favre fand dies gänzlich unniögttch. Man Hab.' allerdings die Hilfe Garilmldis nicht verlangt. Ta aber die Umstände au ?ent italienischen Kondottiere den General eines französischen Armeekorps gemacht hätten, wäre es von ihm, dem Vertreter Frankreich,- Feigheit, Garibaldi im Stick zu lassen, ihn von einem Waf'cim stillstand auszaischließen. Während dieser Gegenrede nxu d.r^Zorn des Grafen Bismarrl gewachsen. Er bervegte sich auf seinem Stuhl, legte seine zur Hälfte aufgerauchtc Zigarre auf den Rand des Tellers, schlug mit denc Zeigefinger schroff auf den Tisch und ries: „Und dock) muß ich ihn haben, denn ich möchte ihn in Berlüt hcrumführen, mit einer Tafel auf beur Rücken, aus der geschrieben stehen soll: Das ist die Dankbarkeit Italiens. Wie! ?chch allem, was wir für diese Leute getan l>aben . . . .! Es ist schmählich " Das Geschick blieb dem Vater erspart. Gc^ribaldis Söhne wären zu gering dafür, inach diesem Ktiege seine Rolle in Berlin zu spielen. Märkte. Gießen, 22. Aug. Marktbericht. Ans dem heutigen Wochenmarkte kostete: Bntter das'Pfd. 1,90-0,00. Hühnereier das Stück 20-00 Pfg., Käse das Stück 10—00 Pfq., Kasematte 1 Stück 3 Pfennig, Kartoffeln das Pfund 7 Pfennig, Aiilch das Liter 30 Psg., Spinat 09 Pfg. vas Pfd., Gelberüben 15-20 Pfg. das Päckchen, Rosenkohl 00 Pfg. das Pfd., rote Rüben 15—20 Pfg., Zwiebeln das Pfund 20-25 Pfg., Nüsse 100 Stück 00 —00 Pfg.. Blumenkohl 00-00 Pfennig, Sellerie 00-00 Pfennig das Stück, Kopfsalat 5—10 Psg. das Stück, Kohlraben 5—12 Pfg., Römisch Kohl 10—12 Psg. das Päckchen, Lauch 0-00 Pfennig das Stück, Weißkra»lt 20 bis 50 Pfennig, Rotkraut 25 bis 60 Pfennig Gurken große 00-00 Psg., kleine 3—7 Psg. — Marktzeit von 7 bis 1 Uhr. Amtlicher Wetterbericht. Oefsentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mttlwocv, den 23. August 1916j Wechselnd bewölkt, ineist trocken, Teinperatur wenig geändert. vermischtes. , Dankbarkeit. In einem interessanten Auf- satz. „Die, Tage des! Schreckens m Italien", den wir in einem der letzten Hefte der bekamtten Zeitschrift „DaZ Buch sür Alle" (Union, Deutsche Verlagsige-ssellschaft, Stuttgart) finden, erinnert Markus Setbert u a. an eine Aeußerung MsMarcks über Italiens Dankbarkeit mt Jahre 1870. Als Bismarck nach Sedan mit Jtiles FMwe verhandelte, kam es zu hatten Worten über Garibaldi. Graf d Herffson dm Ordonnanzoffizier Favres^, zeichnete damals auf: ..Ms das Gespräch auf Garihaldi und seine Armee vorr Dijon kam, funkelten die Lttlgen des Kanzlers und. nahmen den Ausdruck wilden Zornes an Man sah ihm an, daß er nur mit äußerster Mühe emen ebenso aufrichtigen wie heftig wühlenden Groll unterdrückte, mv c^^rEJS 1 '?' u J e ? Fllvre: „Ich möchte Garibaldi von unsenen Waffensttllstandsbedrngungen ausgeschlossen wissen. Er ist nicht einer der Jhngen. Sie können ihn ruhig mir überlassen. Ihm Letzte AachrrchteK. Der Kampf in der Nordsee. Rotterdam, 22. Aug. Der Mattnesachverständige der „Daily News" lsagt anläßlich der Versenkung der englischen Kreuzer „No t t in g h am" und „Fa l mo ut h": Es rst das erstemal, daß die Taktik der Deutschen Erfolg hatte. Sie versuchten ein kombiniertes Manöver mit einem Geschwader von schwerenj Schiffen und Unterseebooten. In den Kämpfen bei der Togger- baiik und bei anderen Gelegenheiten I>at der Gegner schon ähnliche Versuche gemacht, englische Schiffe in eine U-Boot-Falle zu locken. Liber sie mißglückten. Die Vernichtung zweier wertvoller leichter Kreuzer ist ein wirkliches Unglück. Tie Operationen^ woran sie sich beteiligten, waren übrigens solche, wofür sie bestimmt waren, rrämlich die Verfolgung überlegener feindlicher Streitkräfte, mit denen sie in Berührung kcrmeit. Hierzu bemerkt der „Berliner Lokalanzeigett": Sie sind doch Helden, die Herren Engländer — in Taten und Worten! Die Vernichtung zweier wertvoller leichter Kreuzer ist zivar, wie der Marinesachverständige der „Daily News" ineint, ein wirkliches Unglück, aber sie waren schließlich beide dazu bestimmt, überlegene feindliche Kräfte zu verfolgen, etwa so lvie der Hase den Hündi verfolgt, nicht? Nein, Herr Sachverständiger! Diesen Heldenmut überlassen wir ruhig Ihnen! Ta wählen wir schon lieber die Rolle der armen Verfolgers Daß wir dabei die heldenhaften Hasen mit gutem Appcnt verspeisen, steht fteckich aus einem anderen Blatte. Berlin, 22. Aug. Die „Vossische Zeitung" schreibt: Seit der englischen Niederlage am Skagerrak entwickelt die englische Admiralrtät allen Scharffinn _ in der Konstruktion britischer See- Erfolge. Auch englische Minister haben wiederhott hämisch davon gesprochen, daß die denffche Flotte seit Anfang Juli sich ängstlich in ihren Häfen verkrieche, trotzdem es an kühnen Stveifzügeit unserer leichten Seestreitkräfte keineswegs gefehlt hat. Heute muß Reuter aber die „beträchtliche Aktivität" unserer Flotte anettennen. Mit Getnrgtuung kann imsererseits festgestettt werden, daß die sonst im Ein gestehen von Verlusten sehr zurückhaltende Admiralität schon jetzt zugibt, daß unsere U-Boote zwei der besten modernen englischen Kreuzer vernichtet haben. Die Reichsfkeischtarte. Berli n, 2L. Aug. Die Beratungen über dieErnfüürun g Hier Rei chsflei sch karte sind irunmehr zum Abschluß gelangt. so daß mit der Veröffentlichung der einschlägigen Besümmungen in allernächster Zeit zu rechnen ist. wird ebenso, wie es jetzt vielfach bei Pen örtlichen Fleffchkarten der Fall ift, von Monat zu Moinat die Faeischmenge bestimmt werden, die sich entsprechend den vorhandenen Fleischvorräten auf ungefähr 300 Gramm pro Kops und Woche ibelaufen wird. Um', die Mitte jeden Monats soll die Fleisch- menge bekanntgegeben tverden, die für den nächsten Monat in Betracht kommt. Die Fleischkarte wird das Fleisch aller Haustiere umfassen, auch die Haushühner werden der Fleischkatte unterliegen. Frei bleiben dagegen Gänse und Enten. Lange Umstritten war die Frage, wie das Wild behandelt rverden sollte. Die Entscheidung ist nunmehr gefallen, daß der Fleischkarte unterliegen Rot- und Damwild, ferner Rehe und Schivarzwild, außerhalb der Katte wird verabfolgt: Hasen, Kanincherr und das jagdbare Geflügel, also Rebhühner, Wildenten und Gänse, Wasserhühner und dergleichen. In der Behandlung des Wildes wird aber voraussichtlich den Einzelstaaten eine gewisse Bewegungsfreiheit gelassen werden. Todesurteile. Nürnberg, 22. Aug. Vom Kriegsgericht bes Stellvertretenden Generalkommandos Nürnberg wurden die Infanteristen des 14. bayerischen Infanterie-Regiments Joseph Horn und Peter Eichinger wegen Mordes und ichweren Raubes zum Tode und wegen unbefugten Waffengebranchs und Fahnenflucht zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem rvurde auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebensdauer und ferner auf Entfernung aus dem Heere erkannt. Die beiden! haben am 15. Juni in der Nä!e von Kausbeuren den Landrvitt Kreuzer ermordet und tun 1300 Warf beraubt. Beide mären geständig und nahmen das Todesurteil mit Ruhe entgegen. na Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben Mann, unsern treueorgenden Vater, Schwiegervater, meinen lieben Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Becker II. nach kurzer schwerer Krankheit, heute morgen um 11 Uhr, im Alter von 50 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth« Becker und Kinder Margaretha Becker Ww. Karl Leun. Familie Eckhardt. Annerod, Lindenstruth, den 21. August 1916. D!e Beerdigung findet Mittwoch, nachmittag; 2 Uhr, vom Sterbehau 8 Annerod. Kfrchstraöe 5, aus statt [,„m Am 20. August d. J., nachmittags 4 Uhr, starb in der Klinik zu Gießen, nach vorausgegangener Operation, im Alter von 75 Jahren, nach 32 jähriger Amtstätigkeit unser ft/ri ** Nachruf! Er war für uns und die Gemeinde ein treuer Berater und eine bewährte Hilfskraft. Von 1907 bis 1910 hat er die Bürgermeistereigeschäfte vertretungsweise selbständig geführt und gezeigt, daß er es verstand, das Wohl der Gemeinde zu fördern. Bitter ist für uns sein Scheiden. Unvergeßlicher Dank und ein ehrendes Andeuken wird ihm von uns bewahrt Im Namen der Gemeinde^* Großh. Bürgermeisterei Saasen. Schepp. Saasen, den 21. August 1916. I5900D in größter Auswahl das Stück zu 40, 50, 75 H 5945a Milizen Uin\lt\n Milizenbände. Mk sr Blusen.