ltt.M Der Hiehener Zkyei-er erscheint läqüch, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SicheverZaoMieirhläller; zivnmal wöchentl.Nrrir- bkatt für de« Kreis Gießen (Dienstag und Freitag)' zlveinmi monatl. Land- wtrt-chaftliche Zeitfrageu Fernsprech - Anschlüße: für die Schriftleitung 113 Verlag,Geschästsstelle 51 Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Lwmhme von Anzeigen für dre Tagesnmnrner bis zum Abend vorher. » M—«V— . Erstes Blatt (66. Jahrgang Montag, 2(. August Wü ^>ciugSprcl>. inonatl. 90 Pf., viertel- jä'hrl. Mk. 2.65-, durch Abhole- u. Zweigstellen inonatl, 80 Pf.; durch diePost Mk.2.-45 viertel- jähxl. ausfchl. Bestellg. Zeilenpreis: lokallöPf., auslv. 20 Pf. — Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goeß; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- Rotationsdruck und Verlag der Srühl'sche n Unio.-vuch- mb Zteindrnckerei H. Lange. Schristleirnng. Seschäftrstell'eund vruckerei- Schulstr. 7. Erfolge in e in der (DTB.? Trotzes Hau-tquartier. 19. August. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Einer gewaltigen Kraftanstrengung unserer verbündeten Gegner haben unsere tapferen Truppen gestern in opfere freudiger Ausdauer siegreich getrotzt. Etwa zu gleicher Zeit setzten nachmittags nach dem bis zu äußerster Heftigkeit gesteigerten Vorbereitungsfeuer englisch-französische Massen üördlich der Somme auf der etwa 20 Kilometer breiten Front Ovillers—Clery und sehr erhebliche Aanzösrsche Kräfte rechts der Maas gegen den Abschnitt Thiaumont — Fleury sowie gegen unsere Stellungen im Chaprtre- und Bergwalde zum Sturm an. Nördlich der Somme wütete der Kampf bis tief in die Nacht. An mehreren Stellen drang der Gegner in unsere vorderste Linie ein und wurde wieder geworfen. Beiderseits des fest in unserer Hand gebliebenen Guillemont hält er gewonnene Grabenteile besetzt. Zwischen Guillemont und Maurepas haben wir nachts unsere vorgebogenc Linie auf Befehl pümmäßig etwas verkürzt. Mit ungeheuren blutigen Opfern hat der Feind seine im ganzen gescheiterten An- trengungen bezahlt. Garde-, rheinische, bayerische, säch- nsche rmd württembergischr Truppen behaupten unerschüttert ihre Stellungen. Rechts der Maas ist der wiederholte französische Ansturm nach teiltveise erbittertem Ringen unter schwersten Verlusten für den Angreifer gebrochen. Am Dorfe F l e u r n wird der .Kampf noch fortgesetzt. Im Ostteil des Ehapitre- Waldes wurden im Gegenstoß über hundert Gefangene gemacht. Im Bergwalde wurden völlig zerschossene vorgeschobene Grabenstücke dem Gegner überlassen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des GeueralfeldmarschallS von Hindenburg. westlich des Nobel-Sees wurde gestern fort- Die angrnfenden Russen sind restlos zurückqeworfen ^.V^nan Gefangenen drei Offiziere, dreihundertund- Manzig Manu sowie vier Maschinengewehre in unserer Hmw. Der Feftch steigerte an vielen Stellen der S t o ch o d - Front merklich sein Artilleriefeuer. Beiderseits von Rudka —Czerewlszoze sind örtliche Kämpfe im Gange wurö-,.schwächere russische Angriffe zum ^chenern gebracht, bei Zwinmczc Vortruppen des Gegners zu ruckgeworfen. das Gefecht nnt feindlichen, auf das Westufer vorgedrungenen Truppen noch im Gange. Im erfolgreichen Gegen- a n g r i f f wurden hier sechs Offiziere, dreihundertundsieben- undsechzig Mann gefangen genommen und sechs Maschinengewehre erbeutet. Oestlich von Kisielin warfen wir die Russen aus einigen vorgeschobenen Gräben. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Nördlich der Karpathen keine besonderen Ereignisse. . s dgebirge setzten d e u t s ch e T r u p p e n sich m den Besty der H ö h e K r e t a südlich von Zabic und wiesen itarke feindliche Gegenangriffe an der Magura ab. Balkan-Kriegsschauplatz. B i k l i st a südlich des Prespa-Sees und B a n i c a sind genommen. Nördlich des Ostrovo-Secs ist die serbische -rina-D,Vision von den beherrschenden Höhen Dzc- m a a t c r t und Metcrio Tcpeso geworfen; Gegenangriffe find übgewiesen. Oberste Heeresleitung. Die Erfolge unserer U-Soote. erP c * * * n ' 20. August. (WTB. Amtlich.) Durch unsere ** = 9t c öJKrtcit am 19. August in den Gewässern der englischen O st k ü st e ein feindlicher kleiner Kreuzcr und ein Zörstö rer vernichtet, ein weiterer kleiner Kreuzer und ein Linienschiff durch Tor- peootrefier schwerbeschädigt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Nördlich der .Karpathen ist die Lage unverändert. Die Magura-Höhe nördlich des Capul ist von den verbündeten Truppen im Sturm genommen. S e ch s h u n ap/ewffster/ an ^ tnt eingebracht. Gegenangriffe sind Balkan-Kriegsschauplatz. Der Gegenangriff ist südlich und östlich von Flor,na im guten Fortschreiten. „ , Südwestlich des Dojran-Sees wiederholen sich mit Unterbrechungen die Geftchte an den bulgarischen Vor stelüingen. ^ ö fl Aruina ist der Vrundi-Balkan (Serlija Plmnna) überschritten. ' Oberste Heeresleitung. (AmtlM^d'^ Großes Hauptguartier. 20. August. WestlicherKriegsschauplatz. J t Ä^ r Jl nilI,,E flaute die Kvmpftätigkeit all- mählich ab. Be, OvttLers dauerten Nahkämpfe noch bis zum Abend an. vereinzelte englische Angriffe sind nordwestlich dürreres und beiderseits des Foureaur-Waldes abgewiesen Mch den letzt vorliegenden Meldungen haben am IN. August mindestens acht englische und vier französische Divisionen am Angriff teilgenommen. der Maas wiederholte der Feind gestern abend seine Angriffe im Th i a u m o n t- F l eu r y - Ab- schnitt. Er ist in das Dorf Fleury erneut eingedrungen im ubiigen aber abgewiefen. Nordwestlich des Werkes Thiau- mout und im Chapitre-Walde blieben feindliche Hand- granatenvorstoße ergebnislos. ^ Äolische Patrouillen wurden bei Fromelles und nordwestlich von Lrevrn zurückgeschlagen. Wir machten bei Lein- ttep ewige (befangene. Oestlicher Kriegsschauplatz. FrontdesGeneralfeld marschalls von Hindenburg. An der Bercsina nordöstlich von Djeljatitschi wurden russische Uebergangsversuche vereitelt Beiderseits von Rudka-Czerwiszcze am Stochod ist' - ^ d)^it jedem Tag und mit jeder Woche lernen wir mehr, £ er «1® föl f e / m ungeheurer Ozean ist, dem man nicht nc! obu Boden sehen kann. So ist es mit Prophezeiungen ^legsende eine eigene Sache und man ist alb- mahttch davon abgekomnren. Nur der Witte zum Durchhalten wird von atten Seiten neu bekundet. Unsere Feinde tragen ^°9 wit ihren größten Hoffnungen, die erlittenen Schlage einigermaßen wieder wettzumachen, aber auch der Siege^wille der Deutjchen und all ihrer Bundesgenossen ist ungebrochen, wie eine Rede des bulgarischen Ministerpräsi?- dent^i Radoslawow, die Teilnahme türkischer Truppen an oen Kämpfen in Galizien und der temperamentvolle Gruß den der Oberkommandierende der österr.-ungar. Streitkrafte Erzherzog Friedrich, dem Kaiser Franz Josef zu semem 86. Geburtstag dargebracht hat. Wir finden in dieser Begrüßung, die wir nachstehend wiedergeben, einen sehr erfrischenden Geist der Zuversicht, wenn der Erzherzog auch über das Ende dieses gewaltigeii Ringens keine an- deren .Nutniaßungcn anstellen kann als irgend ein anderer ^^biger Mensch Die Heere der Zentralmächte haben Großes c!^!Io^ach^öer ihre gewaltigen Leistungen erinnern an die schweren ^affprufungen des Herakles, gegenwärtig besviv- Bewältigung der Hydra von Lerna, deren abgeschlagene Kopse neu und doppelt nachwnchsen. Ob bei- jpielsweise dem russischen Heere diese geheimnisvolle Natur- beschassenhett emer Hydra dauernd innewohnen wird^ Hoffentlich wird es möglich sein, ihni, wie Herakles cs der Hydra tat, mit brennenden Holzscheiten die Halsstümpfe aus- brennen: es hat viel Wahrscheinlichkert für sich, daß die Russen bei der Taktik Brussilows sich einfach verbluten, und dann werden wir es nicht mehr so schmier haben als der berühmte Heros der Sage, der nach Tötung des lernäi- ' 9 .on Ungetüms iwch weitere 11 Riesencrufgaben zu be- valttgeu hatte. Das Kriegsende wird in dem Augeiiblick sichtbar naherracken, wenn einer irnserer Feinde zusammen- gbbrochen sein ivirti. Im vorigen Jahre schien es. als werde es der Mies,e fein, der zuerst am Boden liegt. Er hat sich noch ciinnal °u,gerafft und die Welt durch seine urioiichsiqc Olderstandskraft ü-berrafcht. Ob das nächste große Ziel der deutschen Strategie darauf gerichtet ist, dennmt, den Ur- verfen? ^ beizubehalteii, ihn z u e r st zu Boden zu Der Berner „Bund" entwirft folgendes Bild von der Lage im Osten: Bruss i l o w muß über gewaltige Heevesmassen verfügen, um die allgemach ms Uferlose geratenen Operationen zu speisen die « als wageimireger Spieler Misch«, Pripjet und Atoldawa verfolgt. Wat Äuropatkln >tch geiueigert, ihm da»u die ledlen vAlfüqbaren R-l-a-en der Nordsrvnt abwgebcn oder nutzlose Stüru»- -wischen Inga und Lunaburg vorMtrnbm? Me dem auch sei. eins ist aewiki einen größeren und kühneren Feldzug hat Rußland noch nie unternommen. Tagegsn ,md die Operationen des Großfürsten m Ostpreußen ut Polen und in den Karpathen vorsichtig und woylbajlerte Unternehmungen. E» i>t möglich, daß Brusjilow mit seiner geivalliaen Oiien-- ive.^ie er mit Glück nnd Kühnheit lenkt, noch weiteren Lrsohsthat .^und die Karpithenpäsfe fest bleiben, kann die tuna-psg^n ^^^ b - r ,* ane "stlos ausgeßxtchcne Vernich- Langen. Hat Bothmer jetzt ab-, staloic' -nd b T Ü bk ^ssickt auf eine solche zwischen ; A* 9hsn ^ ,t ’ cutgangen. Daran ändern die wütcndert Nachhntge,echte nnkfts. Zn diesem Lichte betrachtet, ist bn '-!undan,emalen Winrentellung Darm>m!r-Bu- febmater Meldung die Rede ist. Mir ein Lrnmlows, ganz abgesclMt davon, daß die Mta aaÄ rfnJ! Öen l Ura ^ llnb Erzherzogs Karl noch nicht viernno hnd nnd ..die ,m Gange befindliche llmgrnp- feSi" i(l 6 bt ra noch in weiterer Turchfü^nrg DurchsüMvn^ !?^ltarü> ist besonders Wert zu legen. I« länger die mnü i 0 der Umgruppierung dauert, desto umfangreicher titäm V,™, „ ; ^mit, bat! das .hcranschaffen einer tür- sn^ » -liin-c auf dem Ilmtvcg über B.lgrad geraume Zeit in An- Ä S baß die Neugliederung des österreichischen ] ef,r streßen Ausfall, den die Oesterreicher in d« Lä.lachtcn erlitten haben, ebenfalls an län- scUen- de. B '.£ l h}° °i lk«ht. 5« verstehen, daß jetzt imOstrn nJlr ^sUlralmachte Operationen vorbereitet ioerden, die mußten wi,?bl nru Rekvnzentrativn beginnen ct ?i täc , ntr i tu ’? 'st im Gange, indem Hinden- Kräfte hinter Kowel. dem LebenK- Karlen de""«'^^bynien, zusammenfaßt und Erzherzog wisse Vo°Kun^Lisfk°"°" StrYi-SÄiez J > ■ Die Enlwickelimg im Osten ist äußerst interessaTtt und man s"?!' Ilch durch die Hausung vou Gefechtsotten nicht twm bei Itratemichen Betrachtungsweise ablenken zu lasten Es g«rürrt deutsch-österreichische Front heute' südlich^^ ,?ln Robestee und am stochod in südlicher Richtung zum Ä «Ä? 1 ' 1 '°utt und sich, hier südwestlich E Ä?la-Lcha ->um Tniestr zu fuhren, den sie gegenüber der ^^ lca ^ ull fr u3 Kl erreicht, südlich des Tnjestr springt die Front führten lüdöM^ °'U^au-Salicz zum Jablonicapaß lchrüber und 'N .südöstlicher Richtung zu den siebendüvgischen Bässen ins O-uellgebict dls Czeremosz, der .Kirlilxcba und derMol^ ^ 4663 Meter) gekämpft wird. BermN^ a. .«.arpatt-enpape nrch: nur nach der Bnkwvina sondern aucl» nack, Rumänien hni besetzt, fa kann annehmen, daß d^^>n ä^n^nE^d^ alU ^^^"^ellnngen erfolgt sind, UM, wenn es fern muffte, den rumänischen Feldzug aktiv zu fü frr rrt. und Lemberg erreicht, es ist aber ebenda möglich. dZ er hüd ^ rT °- I 9 5f]5 lir * t '^^^und höchstens remis Macht. Solange das Königreich Polen und Kurland in deutschem und österreichr- Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte. mSI»’ i f ÄM«™- **«•«« Russischer KriegsfKaup las. >. Heeresfront des Gen er alsdcrKavalleri« Erzherzog Karl. Westlich von Moldawa in der Bukowina erstürmten un ?L Dcutfdje Bataillone die heitzumstrit- und r Die Russen liehen 6 0 0 G c f a n gr n e M.Me, Maschmengewehrc ,n der Hand der Anqreifer Rusfifche Gcgcnangrisse scheiterten. -'ngmrcr. 3 3 & if nahmen wir vorgeschobene Truv- hesttgen Kämpfen gegen den Erna Hora-Rücken Zurück. Knapp nordwcstlich von S t a n i s l a u wiesen unsere Jager einen russischen Vorstoß ab. ' un ' ere Hecresfront dxs Genera lfeldmarschalls von Hindenburg. •Jff^estgü sriÄÄ sä Italienischer Kriegsschauplatz. Der gestrige Tag verlief auch an der küstenländischrn rul N- ' ln ft, chwach-ren feindlichen Abteilungen, die sich bei Globna nd Brttof rnrgemstet hatten, und machten 50 Gefangene Ein dMtangrisf der Italiener gegen ein Frontstück siwliih des ä 'SS ""rde glatt abgeschlagen. An der Fleimskal front brachte eine llnternehmung gegen eine feindlitbr Nor stellung südöstlich der (5„na di Boeche 6N Geh ng^e und zro«, Granatwerfer ein. Italienische Abteilungen die abeschs gegen untere Stellungen im Gebiete des Monte Zebio Vorsingen, wurde» abgewiefen. r ' Südöstlicher Kriegsschauplatz. In Montenegro und Albanien nichts Nmes. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant. iS:$g\ SiP »“ Russischer Kriegsschauplatz. H eeresfront des G ^ nerals der Kavallerie Erzherzog Kart. Auf der M a g u r a westlich von Moldawa wurden ttxt A«ar>ffe abgeschlagen. Deutsche Truppe „nahmen den Berg Kreta in Besitz. An den Nordosthängen der Erna Hora wird weiter gekämpft. Nördlich vom Tartarcn-Berg scheiterten stärkere Vorstöße des Gegners. Südlich von Horo- zankn zersprengte unser Geschntzfeuer eine vorrückende russische Kolonne. Heeresfront des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Bei K i s i e l i n vertrieben deutsche Abteilungen den Feind aus einigen vorgeschobenen Gräben. Bei Rudka — Crerwiszeze, wo die Nüssen auf das westliche Stochod- Ufer vorgedrungen sind, ist ein Gegenangriff in erfolgreichem Fortschreiten. . Der Gegner liest sechs Offiziere, 367 Mann und sechs Maschinengewehre in der Hand der Verbündeten. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Feldmarschall Erzherzog Friedrich an Kaiser Franz Joses. Wien, 19. Aug. Ans dem Kriegspressequartier wird gemeldet: ... _ Feld marsch all Erzherzog Friedrich erlöst nachstehenden Armeeoberkomm and o oesehl: Soldaten und .Kriegskameraden! Ich stabe Seiner Majestät unserm allergnädigsten obersten Kriegsherrn zum allerhöchsten Gebnrtsfeft in Eurem Namen folgenden telegraphischen Glückwunsch unterbreitet: Eure Majestät, allergnädigster Herr! Oesterreich-Ungarns Heer und Flotte begehen zum dritten Male das Geburtsfest Euerer Majestät im Donner der Geschütze. Das erste Mal fiel der große Tag in die Erwartung der knapp bevorstehenden Feuertaufe. Vor Jahresfrist war er voll von dem Glücksjubel einer der schönsten Siegeszüge, die die Weltgeschichte kennt. Heuer feiern wir ihn mitten rm Ringen gegen eine erneut zusammenyerafste Uebermacht jener Feinde, die sich noch immer an oie Hoffnung klammern, den Erfolg durch die Zahl an sich reißen zu können. Eure Majestät! Harte Kämpfe hatten die meinem Oberbefehl allergnädigst anvertrauten Streitkräfte in den letzten Wochen abermals zu bestehen: mit nie dagewesenen Opfern versucht der Feind, uns den Sieg zu entwinden, und doch erfüllt uns gerade das Ergebnis dieses Ringens — ent- gegengehalten dem wider uns fechtenden Kräfteaufgebot, entgegengehalten den Hoffnungen, mit denen die Feinde zum Streich ausgeholt haben, und entgegengehalten den Erfolgen, auf die wir in zweijährigem .Kriege zu Land und zur See zurückblicken dürfen — bei aller soldatischen Bescheidenheit nrit stolzester Zuversicht. Der Tag der Einkehr für unsere Gegner wird kommen Die auf Leben und Tod zusammen geschweißten österreichisch-ungarischen und deutschen Heere und Flotten und die Armeen ihrer Bundesgenossen sind nie und nimmer niederzuringen! Eure Majestät wurden vor zwei Jahren in schwerer Stunde gezwungen, das Schwert zu ziehen — Eure Majestät werden es in Sieg und Ehren wieder versorgen, mag der Augen-- blick dazu schon nahe sein oder noch in der Ferne liegen. Diese stolre Gewißheit erfüllt heute mehr denn je unsere Herzen, dre alle in Nord und Süd, zu Land und zur See zu einem einzigen inbrünstigeu Gebete zusammenschlaaen: Gottes Gnade ftir Eure Majestät, Gottes Segen für unfern innigstgeliebben Kaiser und König! Der Kaiser antwortete darauf: So tief zu Herzen mir die Glück- und Segenswünsche drangen, die Sie, mein lieber Feldmarschall, mir zu meinem Geburtsfeste im Namen meiner in harten Kämpfen stehenden Wehrmacht zu Lande und zur See aussprachen, so freudig begrüße ich die Zuversicht, mit der Sie und all unsere Streib- kräfte den kommenden Ereignissen des gewaltigen Ringens entgegensehen. Ungebeugt stehen Oesterreich-Ungarns Streitkräfte, gehoben durch das Bewußtsein ihres Wertes, gestärkt durch das Gefühl des festen Zusammenhaltens mit ihren verbündeten ruhmvollen Waffenbrüdern, und begleitet von den Segenswünschen des alle Lasten der schweren Zeit des Krieges tragenden Vaterlandes dem Feinde gegenüber, dessen umfassender Ansturm sich an nie versagender Standhaftigkeit und dem Drange zum entscheidenden Erfolge brechen wird. So trete ich mit Ihnen, mein lieber Feldmarschall, in das dritte Kriegsjahr im Vertrauen auf meiner Wehrmacht .Kraft und Ausdauer und mit der Bitte um Gottes Beistand. Dankerfüllten Herzens grüße ich meine treue, heldenhafte Wehrmacht. Franz Josef. Ich bin glücklich. Euch diese Botschaft unseres allergnädigsten Herrn mitteilen zu dürfen, und bin ftofft zu wissen, daß Ihr des Wortes Seiner Majestät würdig seid. Es lebe unser Kaiser und König. Erzherzog Friedrich, Feldmarschall. Die Feier de- Geburtstags des Kaisers Franz Josef im ostreichisch-ungarischen Hauptquartier. Wien, 20. Aug. (WTB. Nichtamtl.) Aus dem Kriegs- presseguartter wird gemeldet: Der Geburtstag des Kaisers Franz Josef wurde im Standorte des Armee- Oberkommandos feierlich begangen. Frühmorgens durchzog eine Militärmusik mit klingendem Spiele die Stadt. Um 9 Uhr morgens wurde auf einem die Stadt überhöhenden, einen weiten Rundblick gewährenden Platze eine Feld- messe zelebriert, welcher Feld marschall Erzherzog Friedrich mit Gefolge, der Chef des Generalstabes Generaloberst Freiherr Kvnrad von Hötzendorff, die Herren der deutschen Militärmission beim K. K. Armee-Oberkommando und der bulgarische Militärattache beiwohnten. Um 2 Uhr nachmittags fand beim Ormee-Oberkommando eine Festtafel statt, die durch die Anwesenheit des Deutschen Kaisers einen besonderen Glanz erhielt Nach dem Mahle begab sich Kaiser Wilhelm in den Schloßpark und zeichnete mehrere Persönlichkeiten durch Ansprachen aus. Nach fast dreistündigen! Verweilen verließ der Monarch unter begeisterten Hochrufen der Anwesenden und unter den Klängen von „Heil dir im Siegerkranz" das Schloß. Bulgariens BundeSgenossenschast. Sofia, 19. Aug. (WTB) In der letzten Verfaminluug der Abgeordneten der Regierungspartei gab Ministerpräsü dent Radaslawow folgende Erklärungen über die Lage ab: Bulgarien ist heute gerüstet, um jeder! Angriff abzuwehren, der auch kommen möge. Entgegen allen von feindlicher Seite verbreiteten Intrigen steht Bulgarien in herzlichen Beziehungen zu allen seinen Verbündeten, die Bulgariens Freundschaft vollauf würdigen Sie sind ebenso wie diese bereit, mit Ehren aus dem jetzigen Kamme hervorzugchi'n. Tie Lage ist aus allen Fronten günstig. Es bestehen durchaus keilte Gründe zu einer Beunruhigung. Tie all- am&m Offensive des Vieroerbandes hat neuerdings bestätigt, daß die Kraft der Mittelmächte nräst gebrochen ist uns oer ^ieg ihnen nicht entwunden werdet« kann. Es ist nnden^ar, betonte der M:- nislerpräsidcnt, daß Bulgarien während des Weltkrieges jicq von seinen Verbündeten trennen könnte. Es wird vielmehr mit ihnen bis zum Ende durchhalten, weil der Sieg unserer großen Mtndes- genossen die beste Bürgschaft für die Bewahrung unserer bisherrgen Erwerbungen und unserer politischen Unabhängigkeit darstellt. Sofia, 19. Aug. (WTB.) Meldung der Bulgarischen Telegraphen-Agentur. Ministerpräsident Radoslawow gab in der So b r a n j e vor der Schließung der Parlaments- tagung folgende Erklärung ab: Tie Politik Bulgariens gegen seine Verbündeten mrd dre Nachbarstaaten bleibt so, wie sie ist, und im besonderen die Beziehungen der Regierung zu den Nachbarn Rumänien und Griechenland bleiben dieselben wie vor dem' Eingreifen der bulgarischen Armee in den gegenwärtigen Krieg. Ta die bulgarischen Truppen an der Südostsront seit einigen Tagen Gegenstand beständiger Angriffe der Entente truppen waren, ordnete das Oberkommando einen Gegenstoß und ihren Vormarsch an, um fid) die besten Stellungen zu sichern. Tas ist bereits geschehen. Die Regierung hofft, daß dies nicht andere Verwickelungen nach sich ziehen werde. Der Ministerpräsident bat sodann, den tapferen Truppen und ihrern Führern, namentlich dem Generalissimus Schekow den dankbaren Gruß zu entbieten. Der Vorschlag des Ministcrpräftdenten wurde mit begeisterter Zustimmung ausgenommen. Die Gegenoffensive in Mazedonien. Svfia, 20. Aug. (WTB.) Meldung der Bulgarischen Telegraphen-Agentur. Tie Presseleitung veröffentlicht folgende Note: Die letzten Berichte des Generalstabes erwähnten häufig cne -Offensivtätigkeit der Truppen des Generals S a r r a i l an den Grenzen bulgarischen Bodens. Diese Tätigkeit der Engländer und Franzosen, zu denen sich letzthin auch Serben und Russen unter dem Oberkommando des Generals Sarrail gesellt haben, bildete für bulgarische Grenzgebiet eine beständige, wachsende Drohung, dre selbstverständlich nur durch einen energischenGegenstoh beseitigt werden konnte. Hier kämpfen Schulter au Schulter, jetzt wre früher, rntec dem gleichgeblicbenen Oberkommando bulgarische unddeutsch «Truppen, welche, das ist für jedenunparteiischen Menschen einleuchtend, durch das Gebot der berechtigsten Abwehr dazu gedrängt waren, in das Operationsgebiet des Gegners einzudringen, naäsdem sie lange Zeit die Angriffe der Ententetruppen, deren Anwesenheit seit Monaten in Griechenland geduldet wird, ettrugen. Es ist nicht unsere Schuld, noch die unserer Verbündeten, wenn griechisches Gebiet zum Schauplatz ernster Kämpfe iwird. Wir und unsere Verbündeten dürfen vielmehr er* warten, daß bei dieser Abwehr die Verbündete Truppen dieselbe Handlungsfreiheit genießen werden, wie jene, deren ftch die Ententetrupven so lange Zeit zu unserem Schaden erfreuten. Das griechische Volk hat wahrscheinlich bereits eingesehen, daß unsere Truppen bei dieser Abwehr keineswegs als Feinde den griechischen Boden betreten und daß sie sich der griechischen Interessen klar bewußt und bereit sind, diese bis zu der unter den gegenwärtigen! Umständen möglichen äußersten Grenze zu wahren. Der Gegenstoß Wird zu dem einzigen klar umschriebenen Zweck begonnen, um den bulgarischen Boden gegen eine Offensive und Anwandlungen des Generals Sarrail zu sichern und ihm der Möglichkeit zu berauben, bulgarische Städte und Dörfer zu bombardieren und Einbrüche in bulgarisches Grenzgebiet zu versuchen. Das ist der Zweck dieses Gegenstoßes, bei dessen Durchführung bulgarische und deutsche Truppen zusammen unter einem gemein^ amen Oberbefehl Vorgehen, um dem gemeinsamen Feind jedes Gelüste zu nehmen, in bulgarisches Gebiet einzufallen. Keiner Drohung wird es gelingen, diesen gebieterischen 9U*t berechtigter Abwehr anzuschwärzen, zu dem unsere Truppen gereizt werden. Es werden durch ihn von der bulgarischen Grenze jene verjagt werden, welche dott beständig die -Ordnung stören, und es wird eine Bürgschaft dafür geschaffen werden, daß diese sich nicht werden als Herren aufspielen können in eineni Lande, in dem sie nicksts zu suchen haben. Saloniki, 20. Aug. -MTB. 'Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der erbitterte Kampf dNann gegen Mann um das Torf D o l d z e l i, das am 16. ds. von den Franzosen besetzt worden ist, geht weiter. In der Nacht zum 17. nahmen die Engländer einen Doldzeli beherrschenden Hügel. Die griechischen Truppen sind aus Temir Hissar und Starchiste abgezogen, entsprechend der bulgarischen Forderung. Tie Bulgaren besetzten diese Stellungen. Der bulgarische Bericht. Svfia, 19. Aug. (WTB.) Bericht des Generalstabs vom 18. August: Gestern ustesen unsere Truppen einen serbischen Angriff auf der Front zwischen den Seen von O st r o^v o und P r e. - soa ab, verfolgten den Feind und nahmen die Stadt Lerine (Florina). Gestern abend griff der Feind nach langer Attillerie- vvrbereittmg unsere vorMchobneen Posten im Dorfe Doltscheni an, wurde aber durch unser Feuer, an einigen Punkten durch einen Gegenangriff und im Bajonettkampf, zurückgeschlagen und gezwungen, sich unter erheblichen Verlusten zurückzuziehen. Später erneuette er den Angriff, ohne Erfolg zu erzielen. Aus der übrigen Front leichte Kämpfe von Erkundungsabteilungen . Ein Geschwader deutscher Flugzeuge griff in der Frühe Eisenbahn bauten beim Torfe Lanetschewo, feindliche Lager bei den Dörfern Harsovo, Gavaliantzi, Dragomirtzi und Kalabak wirksam an. Alle Flugzeuge sind zu ihrer Basis zurück- gekehtt. Die Haltung Rumäniens. Bukarest, 20. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Ministerpräsident Bratianu ist gestern auf sein Landgut Florica gereist, von wo er anfangs nächster Woche nach Bukarest zurückkehrt. In seinen täglichen Bemühungen, dem rumänischen Volke den Krieg an der Seite des Verbandes gegen die Jüteressen des! Landes gerichtet nachzuweisen, behandttt heute „Steagul" dis Frage eines Krieges mit Bulgarien. „Es mag," so heißt es, „im russisckien Interesse liegen, Bulgarien niederzuwersen, uv! den offenen Weg nach Konstantinapel zu bekommen. Was hilft (aber Rumänien diese Besiegung der Bulgaren, da ja die rümäni scheu Forderungen in den Karpathen liegen. Es ist unmöglich, gleichzeitig einen Krieg gegen Bulgarien zu führen und Siebenbürgen zu erobern. sDie rumänischen Rnffcnfreunde sehen dies ein und machen dal)er geltend, daß Rmnänien Bulgarien auf sich nehmen solle. Es roürde dann aus den Händen des Verbandes zum Lohne Siebenbürgen erhalten. Sie vergessen indessen, daß, selbst !venn man annimmt, daß der Verband siegreich sein wird, er nur solche Gebiete loird verschenken können, die seine Armeen erobert haben werden. Die letzte Provinz, zu deren Eroberung der Verband schreiten wird, ist gewiß Siebenbürgen. Dies witt> vielmehr mich bei den Friedensverhandlungen in den Hcnrden des jetzigen Besitzers sein, der die Herausgabe verweigern wird. Es ist wen:- Aussicht vorhanden, daß der Verband, der genug an sich zu denken haben lvird, ttnen neuen Krieg lvird führen wollen, damit Rumänien zu Siehenbürger kommt. Darum ist der Kttcg gegen Bulgarien ein Wahnsinn und ein nationales Verbrechen, wobei noch zu bemerken ist, daß er keinen Anklang im Volke' suchen würde." Der rumänische Gesandte in Konftantinopel. K o n st a n t i n o p e l, 20. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der rumänische Gesandte Mano ist infolge des Ablebens seiner Mutter nach Bukarest ab gereist. Die Neuwahlen in Griechenland. Bern, 20. Aug. (WTB. Nichtamtlich.! Wie „Temps". aus Athen meldet, hat der gestrige griechische Minisberrat die Auflösung der Kammer aus den 18. September beschlossen. Die Neuwahlen finden am 8. Oktober statt. Berlüt, 21. Aug. Der „Deutschen Tageszeituttg" zufolge berichtet die „Reichspost" aus Athen, daß der griechische orthodoxe Metropolit v o n T r a m e am letzten Sonntag in einer Kanzel rede über den Weltkrieg unter anderen! gesagt hat. England und Frankreich sind die eigentlichen Urheber des Weltkrieges. Mt pvrner Bewunderung und DechnMn-e stehe ich aus Seite der Deutschen, die ihrer vaterländische!! Be- srtzstano verteidigen. Ter Metropolit verherrlichte dann dre Tupfer-' reit und Großmut der Deutschen und wendete sich aßen gegen dre Benizelisten und deren Agitation. » Der türkische Bericht. Konstantinopel, 20. Aug. (WTB.) Berichs M quartier#. _ _ _ An derJrak-Front ist du Lage unverändett. Im Trgns- Abschnitt überflogen fünf feindliche Flugzeuge in der .Nacht zunt 15. August unsere Stellungen und roarfen wirkungslos Brnnben ad. Am folgenden Morgen warf eines unserer Flugzeuge zur Erwiderung mit guter Wirtüng Bomben auf Lager und Brücken des Feindes ,uNd aus die Quais am Tigris. In Persien ist die Lage aus dem rechten Flügel im Ab-- schnitt von Hamadan unverändert. Im Zentrum! endeten vereinzelte' Scharmützel zu unseren Gunsten. Am linken Flügel wurden die von östlich Revanduz an die Grenze getriebenen Russen genötigt, infolge unserer Angriffe sich auf Sandschboulak und Uschnu zu-- rückzuziehen, die Unsrigen verfolgen sie. An der K a u k a s u s f r v n t am rechten Flügel im allgemeinen, nur Patvouillenzusammen stoße. Durch lieberfall nahmen unsere Truppen die Höhe Karamisch in der beherrschenden Bergkette 28 Kilometer nordöstlich Musch. Im Zentrum und am linken Flügeb keine bemerkenswette Tätigkeit. Gestern wiesen wir einen lieber- raschungsversuch des Feindes durch einen Gegenangriff ab und nahmen ihm Gefangene und Waffen ab. Drei Stunden beschossen ein Kreuzer und drei Monidore ohne Wirkung Phvtscha. Ei.nl feindliches Beobachtungsflugzeug nmrbe durch den Angriff eines, unserer Flugzeuge in der Richttmg auf Midilli verjagt. An den anderen Fronten keine Veränderung. In ihrem Bettcht vom 12. August melden die Russen, daß Gefangene ausgesagt hätten, unsere Truvpen hätten die Spitzen ihrer G e s cho sse eingesägt, aus Befehl ihres Regiments- Kommandeurs seien sie zur .Anfertigung solcher Geschosse mit besonderen Feilen ausgerüstet ivorden. Diese Behauptungen, die iw allen Stücken erfunden sind, stellen wir ganz entschieden iw Abrede. Kon st an tinopel, 20 Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Amt-» licher Bericht des Hauptquartiers. Bon ber Jrakfront ist keine Nachttcht von Bedeutung zat melden. Per s i e n: An der russischen Front wurde der Feind infolge unseres Angttfses auf die Russen in der Gegend von Zuka, 25 Kilometer südlich des Ortes Ochnu, 15 Kilomtter östlich der Grenze, gezwungen, sich auf Ochnu zurückzu.ziehen, wobei er 150 Tote und einige Gefangene zurückließ. K a u k a s u s f r o n t: Vom Kaukasus ist nichts zu melden. Im mittleren Abschnitt haben die Scharnultzel wieder begonnen. Eine.Abteilung griff an und erbeutete Telephrmapparate, Zelte und Ausrüstungsgegenstäudc. An den anderen Frontest nichts von Bedeutung. Der Geburtstag des Sultans. Ko n st a n t i n o pe l. 20. August. (WTB. Nichtamtlich.'! Dkk Blätter widmen dem G e b u r t s f e st e des Sultans Artikel, in denen sie auf die gegenwärtige bedeutsame Zeit Hinweisen, !vo türkische Truppen von der Ebene Galiziens bis zu den Bergest Persiens und zur Wüste Sinai gegen Feinde im Kampfe stehen. Die englisch-italienische Verständigung. Bern, 20. August. (WTB. Nichtamtlich.). „Giornale d'Jtalia" meldet aus C a i r o : Hier wiegt dre Ansicht vor, daß die englisch-italienische Verständigung betreffend die Sanussen nur in allgemeinen Formeln gehalten sei und sich aus die Vereinbarung beschränke, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, gemeinsam vorzugehen. Für den Augenblick wnue keinesfalls von einer Expedition nach dem Innern gesprochen werden. Man müsse sich begnügen, die Blockade der Küste zur Verhinderung des Handels mit Bannware aufrecht zu erhalten und die militärischen Grenzen, bescmdters das Niltal, KU bewachen. Neubau sranzvsischer Handelsschiffe. Bern, 19. Aug. (WTB.) Wie die franzö-sischen Blätter melden, empfing der Unterstaatssekretär der Marine die Reedereibesitzer und drang im Laufe der Unterhalttmg auf beschleuniate Wiederaufnahme neuer Schisfsbauten. Zwischen der französischen uird der englischen Negierung hätten zu diesem Behuf Berhandlurrgen stattgeftrnden, die das Ergebnis gehabt hätten, daß England für den Neubau französischer Handelsschiffe das nötige Rohmaterial liefern werde. Vom englischen Kabinett. Haag, 19. Aug. (Zs.) Reuter meldet aus London offizwll: Lord Creme ist zum U n t e r r i chtt s m i n i st e r als Nachfolger Hendersons ernannt worden, der zum Sckiatzminister und Ratgeber der Regierung in Arberteraugelegenheiten ernannt worden ist und seinen Sitz im Kabinett behält. Lord Newton ist zum zweiter: llnterstaatssekretär des Aeußern ernanrtt worden. Crewe bleibt Lordpräsident des Geheimen Rates. Im Kabinett ftnden also keine Veränderungen statt. Aus Ostafrika. Amsterdam, 20. Aua. (WTB.) Nach einer Meldung des Neutersckwn Bureaus ist die Hasensbaidt Bagamoyo in D e u t s ch - O st a f r i k a am 15. August von englischen Marinetruppen besetzt worden. Geme-ral van Deventer rückt an der Zentraleisenbahn vor und General Northey führt seinen Vormarsch im Süden aus, ind^m er den Feind zwischen seinen Truppe nab teilun gen und dem Hauptheere einschließt. Der Seekrieg. Die englische Flotte. Vissingen, 20. August. (WTB. Nichtanttlich.) Ter Dampf« „Prins Hendrik" von der Zeetand-Schiffahrts-Gesellsck>ast meldet, daß er l)eute früh 14 englischen Kriegsschiffen, darunter 6 Dreadnoughts, aus See kommend, begegnet ist. London, 19. Aug. (WTB.) Lloyds meldet. Der ita* lienische Dampfer „St a m p a g li n" ist v ers e n k t worden. Au; dem Reiche. Die ft'infte Kriegsanleihe. Köln, 20. Aug. Im „Kirchlichen Anzeiger" der Erzdiözese .Wln fordert daH erzbischöfliche General- • Vikariat sämtliche Kirchenvorstände aus, sich an der fünften Kriegsanleihe zu beteiligen. Bei der letzten Anleihe habe die Werbetätigkeit auf dem Lande und in den kleineren Städten in: Gesamtergebnis recht guten Erfolg habt. Durch die eifrige treue Mitarbeit habe die Geistlichkeit' zu diesem günstigeu Erc^ebnis uicht unwesentlich deigetragen. Diese wird ersucht, in ihrem Eiser nicht imcl)zulassen, damit auch diesmal alle bereitstehenden Mittel sür die zur Verteidigung des Vaterlandes notwendige Krieasanleihe gezeichnet 'werden. Diese Mittel seien notwendig, um dei^,< Welttrieg z-u einem siegreichen Ende jyu führen. ' Die GMankallfsteLe ifi morgen von Z bis 5 Ahr geöffnet! Au» SLa-t und Land. Gießen, 21. August 1916. Kriegskinderspende Deutscher Frauen. Von dem Haupt Vorstande des Alice-Frauenvereins wird uns geschrieben: Tie von der Kronprinzessin des Deutschen Reiches und von Preußen am 20. September 1915 ins Leben gerufene Stiftung „Kriegskinderspende Deutscher' Frauen" lyat den Zweck, unbemittelten Kriegersrauen, die während des Kriegs einen: Kinde das Leben schenken, im Fall einer besonderen Notlage eine einmalige Beihilfe im Betrag von 20 Mark zu gewähren. Die Mittel, werden ausgebracht durch freiwillige Spenden bemittelter Kriegsmütter. Gesuche von Kriegersrauen, die im Großherzogtum .Hessen wohnen, werden dem Hauptvorstand des Alice-Frauen- vereins z-ugesandt, der die Begutachtung durch die zuständigen Vertrauensdamen veranlagt. Bei der außerordentlich großen Zahl der Gesuche (es gehen bei der Geschäftsstelle des Vaterländischen Frauenvereins in Berlin täglich 1200—1300 Gesuche ein) ist es notwendig, die Gewährung der Spende auf die Fälle einer außergewöhnlichen Notlage zu beschränken, und für die Bewilligung! der Spende bestimmte Grundsätze aufzustellen und streng zu beachten. Tie zurzeit -gültigen Grundsätze 'für die Bewilligung der Kriegskin der spende sind: 1. Das Kind muß nach dem 10. September 1915 geboren sein. 2. Ter Ehemann muß zurzeit der Geburt int Heeresdienst gewesen sein. 3. Ter Ehemann darf nicht über 20 Mark Löhnung monatlich beziehen. 4. Tie Gesuche müssen innerhalb drei Monaten nach der Geburt eingereicht werden. 5. Tie Mutter muß durch besondere Umstände in außerordentliche Notlage geraten sein und darf außer Kricgsunterstützung und Wochen hilft keine anderen Einnahmen oder Vorteils haben, als da sind: freie Wohnung, freie Lebensmittel, freie Feuerung, freier Garten, freies Ackerland, oder sonstige Vorteile haben. Das Gesuch muß von der Mutter selbst geschrieben sein: es ist an die Privatkanzlei Ihrer Kaiserlichen wrd Königlichen Hoheit der Frau Krön Prinzessin zu Potsdam zu richten. Tie Vertrauensdamen 'des Alice-Frauenvereins sind zur Entgegennahme und Weitergabe der Gesuche bereit. Gesuche, bBi denen die vorstehenden Voraussetzungen für die Bewilligirng der Spende nicht zutreffen, können nicht befürwortet werden Derartige Gesuche sind also zwecklos. Ta die Zahl der berücksichtigenswerten Fälle immer noch recht groß ist, so sind, um die verhältnismäßig bescheidenen Gäben gewähren zu können, recht erhebliche Mittel erforderlich. Es ergeht deshalb an alle bemittelten Kriegsmütter die herzliche Bitte, ihrerseits durch eine ihren Verhältnisses entsprechende Spendci dazu beizutragen, daß der schöne Gedanke der Frau Kronprinzessin, Unterstützung der notleidenden Krieqsmütter durch die bemittelten, zur Durchführung gebracht wird. Spenden nehmen auch die Vertrauen sdamen des Alice^rmrenvereins gerne entgegen. •• Amtliche Personalnachrichten. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde vom lGroßherzog verliehen Adolf G ä b l s ch , Friedrich Keil, Friedrich Noll, Karl Schmidt, Heinrich V o l z und Georg Mahl, sämtlich zu Gießen. ** Auszeichnungen. Karl Fix, Kaufmann. Gießen, zurzeit Vizefeldwebel im Landsturm-Jnf.-Bal. Gießen, 18/9., wurde vom Großherzog von Hessen das Allgemeine Ehrenzeichen für Kriegsverdienste am Kriegsbande verliehen. — Desgleichen erhielt Heinr. Müller, Kaufmann, Lich, von der Firma Reger, ebenfalls bei derselben Formation als Offizier-Stellvertreter, dieselbe Auszeichnung. — Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Kanonier Martin iffieiiitcaut, Fuß-Artillerie-Batterie 134. — Oberflugmaat Siegfried Menfer ivurde mit dein Eisernen Kreuz erster Klasse und dem türkischeil Halbinond ausgezeichnet. ** Begnadigt. Dev G-etteidehöndler Leopold Born- gässer, der durch seine Mankowechsel viele Landwirte, Geschäftsleute und Bergleute im Kreise Gießen und im Kreise Wetzlar geschädigt und eine Zuchthausstrafe von vier Jahren erhalten h-atte, ist nach dreijähriger Verbüßung in der Butzbacher Strafanstalt jetzt begnadigt worden. ” Rotes Kreuz. Unsere Malerialienabteilunq besitzt noch einige S t r i ck w o l l e. Frauenvereine, die gewillt sind, für das Rote Kreuz Strümpfe zu stricken, werden gebeten, sich an die genannte Abteilung in D arm st a dt, AlteS Palais, zu wenden. Landkreis Gießen. •* Allertshausen, 21. Aug. Laut Regimentsbefehl wurde dem Musketier Georg Waldfchmidt, 2. Komp. Jnf.-Rgt. 116, als Teilnehmer einer gewaltsamen Erkundung am 3. 8. 16 in Anerkennung seines tapferen Verhaltens das Eiserne Kreuz 2. Klasse und die Hessische Tapferkeitsmedaille ausgehändigt. -s-Bersrod, 19. Aug. Musketier Becker von hier sollte nach amtlicher, an hiesige Bürgermeisterei ergangener Mitteilung f am 3 Juli ds. Js. in den schweren Kämpfen bei Kolomea in Südost-- Gälizien gefallen sein. Dieser Tage erhielt jedoch die Mutter, eins Witwe, von der Abteilung für Gefangenenfürsorge des Roten Kreuzes die erfreuliche Nachricht, daß ihr Sohn nach Mitteilung einer deutschen Schwester vom Roten Kreuz in russische Gefangenschaft geraten sei: er habe sich in Kiew auf dem Transport befunden; sein dauernder Unterkunftsott sei aber noch nicht bekannt. 4ß D a u b r i n g e n, 20. Aug. Das Eiserne Kreuz erhielt der Schulverwalter Philipp Mahlerwein. la. Ettingshausen, 21. Aug. Wehrmann Karl Brock im Res.-Jnf.-Rgt. Nr. IIS erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. ** Lauter, 21. Aug. Der Erlös aus Kirschen von Ge- meindebäumen betrug in 1916 — 1700 Mark. H Leihgestern, 20. Aug. Der Wehrmann Wilh. S e i p p bei der Eiovven-Hilfskomp. Nr. 10 der Kaiserlich Deutschen Süd- nrmee tvuub: zum Gefreiten befördert und mit der Hess. T a p f e r- k e i t s in c d a i I [ e ausgezeichnet. da Lich, 21. Aug. Dem Bezirkskaffier Anton Ko p p , z. Zt. Leutnant d L. im Landsturm-Inf.-Ball. Gießen, wurde das All- I gemeine Ehrenzeichen für Kriegsverdienste am Bande der Tapser-- keitsmedaille verliehen. Leutnant Kopp ist seit Kriegsbeginn in Feindesland. — Tie IFruch lernte fällt in hiesiger Gemarkung sehr gut aus. Besonders schön ist der Hafer. Da durch die Ungunst der Witterung die Ernte nur langsam fortschreitet, hat der hiesige Schulvorstand die Ferien der Volksschule um 8 Tage verlängert. Kreis Schotten. A l t e n h a i n, 20. Aug. Aus dem Felde der Ehre starb der Sohn des Gutspächters Rausch, Musketier Hermann Rausch vom benachbarten Obernseeuer Hof la. Gonterskirchen, 21. Ang. Seit dem 29. Juli wird der Musketier Heinrich Lind, der zweite Sohn von Aug. Lind III., auf dem östlichen Kriegsschauplatz vermißt. Sein älterer Bruder siel am 28. März bei Verdun. 8 Aus dcm Vvgelsberg, 21. 'Aug. Tie Haselnuß, die wegen ihres süßen und wohlschmeckenden Kernes von jedermann gern gesucht loird, gedeiht in diesem Jahre wieder inj außevordeicklichem Maße an jeder Haselnußhecke. Tie Hecken, die überall in unsere,n Gebirge, an Wegen, Rainen und sonstigen anspruchslosen Plätzen wachsen, sind in diesen: Jahre zur Freude aller reich mit Früchten behänden. Meist sieht man die Nüsse in Träubchen zu drei und vier Stück hängen, selten zu zweit und einzeln. Tie Kinder, die hauptsächlich aut die Haselnüsse versessen sind, werden sie aber wohl kaum zur vollen Reife gelangens lass«,. Eigentlich sollte rnan die Nüsse auch, mehr dem Feld- schutzc überweisen, denn ans Weihnachten — der eigentlichen Zeit, Ivo jung und einsamer Mit- tagslftch in: Gatthaus „Zum goldenen Löwen", Ehrung der Gründer und Vortrag des Kommandanten über 50 Jahre Tätigkeit der Feuerwehr statt. = Vilb el, 21. Ang. Vorn Ausschuß für Bolksvor lesuugeu wurde heute nachmittag in der „Alten Post" einem großen Zuhörerkreis eine Freilichtaufführung von Wildenbruchs Ritterschauspiel „Die R a b e n st ei n e r i n" geboten. Die Aufführung lag in den Händen von Mit gliedern des Rhein-Mainischen Verbandstheaters und hinter ließ infolge ihrer abgerundete:: Darstellungsweise bei den Zuhörern tiefen Eindruck. Die Spielleitung hatte Oswald Stein vom Knrtheater Bad Soden inne. Starkenburg und Rhemhessen. — Worms, 21. Aug. Inahen Osthofen feierte der im Ruhestand lebende 92jährige Pfarrer W ey el l mit seiner um zehn Jahre jüngeren Gattin das diamantene Hochzeitsfest. 4ß G u n t e r s b l u m, 20. Aug. Die hiesigen drei zum Heere einberufenen Lehrer sind sämtlich aus dem Felde der Ehre gefallen. Hessen-Nassau. .= Bad Homburg v. d. H., 20. Aug. In der ehemaligen englischen Kirche wurde am Samstag das neuein gerichtete Städtische historische Museum eröffnet. Oberbürgermeister Lübke hielt die Weiherede. Die bereits aus 4000 Einzelnummern bestehende wertvolle Sammlung Hom- burgischer Altertümer besteht in erster Linie aus der Sammlung der Geschwister Balmer, deren Ankauf ein ungenannter Wohltäter ermöglichte, und die viele Erinnerungsstücke aus der landgräfl. und Althomburger Zeit umfaßt. Eine interessante Abteilung ist dev einstmals so bedeutenden Spielzeit gewidmet. Bon großem Wert ist die in ihrer Art einzige Sammlung von Briefen fürstlicher Persönlichkeiten alle': Länder und Zeiten. Auch mancherlei Gegenstände aus dein Besitz des Erfinders des Fernsprechers, Philipp Reis, in Friedrichsdorf sind vorhanden. Aus der Geschichte des Hom- buraer Fürstenhauses, hat der Kaiser, der kürzlich das Museum besuchte, eine Anzahl von Gedenkstücken und Er innerungen in Aussicht gestellt. — Bad Orb, 20. Aug. Durch ein Schadenfeuer wurde am Samstag der Dachstuhl eines Tovpelhauses der Neu- Häuserbaustiftung eingeäschert. Der Schaden ist erheblich, da durch die Wassermassen auch die oberen Geschosse arg litten. --Gelnhausen, 20. Aug. Der' hiesige Leichen- kommissar Albert Prescher, ein Veteran von 1870/71, bestellte in Vorahnung seines baldigen Eides am Donnerstag persönlich beim Schreiner seinen Sarg und traf, wie er es in langen Jahren bei Todesfällen in der Stadt getan hatte, alle mit seinem Abscheiden zusammenhängenden dienstlichen Anordnungen. Dann ging er frohgemut nach Hanse, legte sich hin nnd starb noch in gleicher Nacht. x. He.rsfeld a. d. Fulda, 20. Aug. In dem benachbarten Schenklengsfeld stürzte am Freitag vormittag der verheiratete Zimmergeselle Lichte von einem Neubau ab. Mit schweren inneren und äußeren Verletzungen wurde der Mann in das hiesige Landkrankenhaus eingeliefert, in dem er gestern früh verschied -- R o t e n b u r g a. d. F., 20. Aug. Für den Kreis Rotenburg setzte das LandratSamt folgende Z w e t f ch e n h ö ch st p r e i s e fest: Der Zentner kostet bei Abnahme an Ort und Stelle 3 Mark bei Lieferung nach auswärts 3,50 Mark. — In Frankfurt mußte man am Samstag für den Zentner 40 Mark bezahlen, also 1333 Prozent mehr. fc. Aus dem Kreise Fulda, 20. Ang. In Margretenhaun und Wchsels gingen gestern wölkenbruchartige Gewitterregen nieder, die in den Gemarkungen nnd in den Orten selbst bedeutenden Schade:: crnrichteteu Ans den Wiesen wurde viel Grunnnet fortgespült oder ver- chlanrmt. In den Ortsstraßen stand stellenweise das Wasser einer: halben Meter hoch. Gerichtssaal. Eine verunglückte Kahnpartie. . Höchst a. M., 20. Ang. Der 40jährige Sch-weinehändler I. G. Klein hatte sich unter Beilegung eines falschen Namens ::: Rhemhessen Schreine für den hessischen Ort Kelsterbach gekauft. In Kelsterbach verstaute er die Tiere in einen Kahn und wollte damit mainauswätts nach Höchst fahren, wurde abe:' beim Ueberrckt ins „ftemde" Preußenland erwisch. Tie Darmstädter Strafkammer verurteilte den „Seefahrer" zu einer Woche Gefängnis und 150 Mark Geldstrafe. vermischtes. Erdbeben in Italien. * Bern, 20. Aug. (WTB.) Der „Corrieve della Sera" meldet: Am Freitag abend wurde an der Adriaküste ein neuer Erdbeben stoß verspürt. Ans dem Bericht geht hervor, daß das Erdbeben größere Verheerungen an gerichtet hat, al s bisher angenommen wurde. Die Bevölkerung der größeren und vieler kleinen Küstenortschaften muß auf Anordnung des Präfekten in Zelten übernachten nnd darf die Häuser nicht betreten, die fast alle Risse anftveisen und vielfach u:rbe- wohnbar geworden sind. Die Verwirrung nnd das Elend ind um so größer, als anhaltend Regenwetter und Sturmwind herrscht. Die Küstenstraßen sind nur schwer befahrbar, da viele Erdrutsche stattfinden Ms Kuriosum mag verzeichnet sein, daß die Bevölkerung von Pafaro ein ununterbrochenes, deutlich erkennbares unterirdisches Beben wahrnimmt. Rimini, Cattolica, Riccione und Monte Baroecio ind am meisten betroffen. In Rimini lvnrde bereits der Bau größerer Baracken begonnen, da die Altstadt unbewohnbar ist. Nach Meldungen aus Bussolerre und Cunso wurde am Samstag früh in Piemont ein Erdstoß bemerkt, der keinen Schaven anrichtete. * Hettstedt (Südharz), 2L. Aug. Prwatielegramm. > Zwischen Mansfeld Kloster und Mansfeld Stadt entgleiste heute abend der elektrische Personen zu g. En Wagen schlug um, wobei eine Anzahl Personen Verletzungen teils schwerer Natur erlitten. Bern, 20. Aug. (WTB.) Bei dem Unwetter in der Provinz Verona wurden dem „Secolo" zufolge strichweise 3 0 Prozent der W e i n e rnte v e r n : cht e t. vücherüsch. — Heinrich von Kleis:: Die Verlobung in St. Domingo, Das Gebet des Zoroaster, Anekdote aus dem letzten preußischen Krieg, und andere Anekdoten. Das ist der Inhalt von Nr. 34 der „Weltliteratur", die in geschmackvoller Aufinachung allwöchentlich zum Preise von 10 Pfg. einen der besten Romane und Novellen aller Zeiten nnd Völker bringt. Verlag der „Weltliteratur", München 2, Färbergraben 24. __ Amtlicher Wetterbericht. Oessenll: cher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 22. August 1916 Wechselnd bewölkt, slrichiveise Regenfälle._ Letzte Nachrichten. Der Vormarsch an der mazedonischen Front. Berlin, 21. Aug. Ter Korrespondent der „Voss. Ztg "" meldet von der griechischen Grenze unter dem 19. August: Läßt sich auch über den operativen Zweck des bulgarischen! Vormarsches in Nordost-Griechenland vorläuftg ebenso wenig sagen, wie über sein vorläufiges Ziel, so mag doch darauf hin- gewiesen sein, daß< von feindl:cl>er Seite bereits tviederholt das Erstaunen darüber geäußert ivurde, daß man damit nicht eher begonnen habe. Aus Rücksicht auf Grieckienland wurde der z:vin- geuden Notwendigkeit erst nachgegebe::, als gegenüber den feindlichen Maßnahmen ein -GegenzM unbedingt erforderlich wurde. Ich hatte Gelegenheck, bald nach den bulgarischen Truppen eing griechische Grenzstation zu besuchen und stellte fest, daß die griechische Flagge noch auf den Gebäuden belassen >var Auch bewegte sich die dort von dem bulgarischen Vormarsch überraschte griechische Ltationsabteilung völlig ungehindert. Während meines Ver- weilens nwldtten sich bereits die ersten feindlichen Flieger und wurden von den alten verschanzten Stellungen der Griechen aus von den Bulgaren lebhaft beschossen. Das vergebliche Ziel der Fliegerangriffe rvar eine von den B::lgaren gebaute Pontonbrücke. Tie griechischen Offiziere waren resigniert. Si-e sagten, daß sie den Anmarsch der Bulgaren seck Atonalen erwartet hätte::. Vor der Uebermacht sei jeder Widerstand vergebens getvesen. Tie Bulgaren werden, sagte einer der Offiziere, jM Gelegenheit haben, unserem Volke zu zeigen, daß sie nicht die Barbaren sind, als die man sie uns schildert. Ueberall in den besetzten Orten herrscht Hungers-- not, die nach Möglichkeit sofort behoben 'werden wird. Die Verluste der russischen Garde. Stockholm, 21. Aug. Bon durchaus zuverlässiger Seite erhält der Korrespondent des „Berliner Lokal-Anzeigers" die Verlustziffern der russischen Garde an den Kämpfen bei Stanislau übermittelt, wo infolge der erzwungmen sinnlosen Sturmangriffe die berühmtesten der in Petersburg stehenden Gardereginrenter derart . dezimiert luurden, daß sie geradezu aus heu Kämpsftn crus- scheiden muß. Die Verlustziffern sind nach ämtlickwn russischen Berichten folgende: Leibgarde-SemenMvsches-Regiment 42 Offiziere, 2781 Mann, Leibgarde-Dragoncr-Regiment 31 Osftziere, 1659 Mann, Leibgarde-Moskawa-Regiment 56 Offtziere, 3078 Mann, Leibgarde-Paivlowsches Regiment 61 Offiziere, 3157 Mann. Leibgarde-Finnländisches-Regiment 48 Offiziere. 2681 Man::. Do die Gardetruppen schon eine Woche vorher im Feuer geweftin ivaren und die Rekrutendepots mit erst soeben Eingezogenen belegt sind, dürste die Petersburger Garde über ein halbes Jahr völlig aus den Kämpfen ausscheiden, da bei der dar ch schni ttkicben Stärke eines Regiments von 70 Offizieren und 3500 Mann die jetzigen Frontttupven völlig erledigt sind. Ein in den Blättern ab gedruckter offiziöser Kommentar zu den Kttegsoperalionen sagt für ?1uMst allen Sttls große Operationen voraus, weil sich die russischen Arnteen zu neuen großen Anstrnr- gnngen auftaffen würden, lieber die russisä^n Kriegspläne berichten die Blätter verschieden, lieber die Absiäffe:: an der ''Nordfront wird nichts gesagt. „Rjetsch" meint, das Operattonsziel bilde Lemberg, während Schumski in der „Börsenzeitung" den Besitz Lembergs als gleichgültig bezeichnet nnd die Offensivrichtung in de:: Karpathen winkel vorschreibt. Die Lage an der Kau k a sus fr on t wird in de:: Blättern durchgehend als ernst bezeichnet. „Djen" berichtet, die Armee JzzetPaschas, welche im Mtlis-Gebiete am westlichen Wannsee operiere, besitze eine ungeheure Uebermacht. Die russische Offensive an der westlichen türkischen Flanke sei zum Stehen gekonnne::, weil die Türken jeden Offensivversuch durch todeS- verachtende Verteidigung unmöglich machten._ | Mäßiger Krieasaufscblaa GsleMAleikmn (HohbTxmdsfücW^ Salem Golö lü (Goklmundsiück) AigareLien. Willkommenste Liebesgabe? Preis:N r 3X 4 5 6 a io 4 5 6 ö 10 12 Pf.dShick einschließlich Krie q saufsehla a Trustfrei ? Sonntag morgen entschlief sanft nach kurzem Leiden mein lieber Mann, Bruder, Schwager, und Onkel ^ Karl Kimme! im Alter von 58 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Elissbeth Simmel. Giegeu, de« 20. August 1A6. Die Beerdigung findet Dienstag, den 22. August um '/»V Uhr vom neuen Friedhof aus statt. 6072 Sonntag morgen entschlief sanft nach kurzem Leiden mein lieber Mann, Bruder, Schwager, und Onkel ^ Karl Krmmsl im Alter von 58 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Elissbeth Simmel. Giegeu, den 20. August 1946- Die Beerdigung findet Dienstag, den 22. August um V 2 O Uhr vom neuen Friedhof aus statt. 6072 Tieferschüttert erhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß unser lieber, unvergeßlicher Sohn und Bruder Ludwig Bender Musketier im Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 349, 9. Komp., am 8. August im Alter von 21 Jahren nach treuer Pflichterfüllung den Heldentod fürs Vaterland erlitten hat. In tiefer Trauer: Gießen (Bleichstr. 3), den 19. August 1916. Familie Herrn. Bender. \ erwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass es dem Herrn» über Leben und Tod gefallen hat, heute nacht meine herzlichst geliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwester, Grossmutter, Schwiegermutter und Schwägerin von ihrem schmerzlichen Leiden durch einen sanften Tod, im 55. Lebensjahre, zu sich zu nehmen. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Ludwig Waldschmidt und Kinder. Giessen (Rodheimer Strasse 102). • Die Beerdigung findet Dienstag, den 22. August, nachmittags 3*/, Uhr statt. 011395 Todes» Anzeige« Hiermit allen Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß es in Gottes unerforschlichem Ratschlüsse bestimmt war, meine liebe, gute Frau, unsere heißgeliebte, treusorgende Mutter, bchwester, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau Elise Weile, ged. Brandpierre im gerade vollendeten 49. Lebensjahre, von ihrem langen, schweren .Leiden zu erlösen. Die trauernden Hinterbliebenen; Joh. Glöckle Anna Partfaier Ernestine Andrejewski, göb. P&rtflier Heinrich Andrejewski z. l\. im Nile Elise Glöckle Anna Glöckle Pani Hille Gießen (Löwengasse 5), Berlin, Frankfurt a. M., Beruburg, Werdohl (Westf.), Usingen i. T., 21. August 1916. Die Beerdigung findet Dienstag, den 22. August, nachm. 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 011397 T©cL©s-Ansseig@. Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren lieben, guten, unvergeßlichen Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Grösst). Beigeordneter Peter Aff II. nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 74 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Saasen, den 20. August 1916. Familie Köcher, Familie ]>amrn nebst Angehörigen. 011404 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 28. August, 2 Uhr nachmittags statt. SW" Ä«2htimgS Mül Verkaufe Dienstag früh 8 Uhr eine grobe Sendung Hinmach- und JSalrU-^arken, am ttv-aniipllal/; am Eingang znir, Bommschen Garten | 65 '-l Frau Frosch Es ist da! Das neueste Favorit-Moden*AI!>um für Herbst und Winter 1916. Zu haben im Kl< iderltlnse m. Brat, Flöhe, V/aozeu vernichtet radikal finidnokt w - z - 75198. Farb- GUiUySIM und geruchlos. Rcinigl die Kopfhaut. Be- fttrd. d. Haarwuchs. Verhüt. Haarausfall u. Znznc neuer Parasiten. Vernicht.Typhus- bazillen. D«sinüz. 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August 1816. 011969 Meine fällt bis auf weiteres aus Lollar, “= Mucker-Hange!! - Hausfrauen versorgt Euch mit ™ Einmach - Tabletten =r lBenzoefaures Natron) zum Konservieren von Obst usw. mr 1 Tablette für 1 Kilo Qbstiast. -M» Bei Verwendung dieser Tabletten erspart man Zucker. Rolle zu 10 Einmach-Tabletten 30 Pfg. == „Adler-JDrogerie“ Seltersweg 39 Otto 8chaaf. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. [5971 Frau K. Seim und Kinder. Gießen, den 20. August 1916. 7/f'e /fÄsrnfon in ^ eder beliebigen Schriftart u. Karton - «/ IO l £ MI nt: fl sorte, sowie mit Zirkeln aller studentischen Vereinigungen liefert zu massigen Preisen die Brühl’sehe üniversitäts* Druckerei, Sehidstr. 7. neaer Ernte 5935 in schöner Qualität empfiehlt SamenhKndlams, Neustadt 8. Telefon 403. Spiritus« ' Ersatz [5953 Mer Mk. 1.30 ausschl. Fl. Afiier-Drog., Settersweg 39, Otto Nchaaf. 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