Kr« 192 T-er Sr-etzEr erHchvurt täqüch, archer Sor«ü«gs. - Beilagen: u-icrinat ivochenUich KrW«erZ«»itte»hiMer; zweimal loöchentt.ttreir- b!attsSrScnLrri:Hietzen (Dienstag und Freirag): zweimal monall. Lan-- wrrtschafMche Aeirfragen Ferujprech» Anschlüsse: lürdieSchristleitungllL Verlag,Geschättsstellebl Adresse lnr Drahtnachrichten: Anzeiger Oietze«. Annahme von lnzeige, iär die Tage:>>> immer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt M. Jahrgang Donnerstag. U. August Wb G c i u n d » v 1 1,. invnatl. 90 P?., viertel» jährl. Mk. 2.65; durch Abhole- tu Zweigstellen monatl. 80 Pf.; durch diePost Mk. 2.45 viertel» jährl. ausschl. Lestellg. Zeileupreis: lokal 15Pf., ausw. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goech. für Stadt und Land, Vernaschtes und Gerichtssaal: Fr.R.Zenz; Rotaftovrdruck mb Verlag der Brüh, scheu Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Schrift,eiiung. Geschästrstelle und Druckerei: Schulstr. 7. Lcc-Imü>ch m General-Anzeiger für Oberhessen Die Aarpalhenhöhe 5tara wipczyna genommen. MTB.) GrotzeS Hauplyua rlier, 16. August. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Auch gestern war die Gefechtstätigkeit an der Front südöstlich von Armentiöres und im Artois lebhaft. In der Gegend von P o z i ö r e s setzten die (Engländer ihre erfolglosen Angriffe bis zum gestrigen Morgen fort. Tagsüber unternahm ihre Infanterie nichts. Ein nächtlicher Angriff ist nördlich von Ovillers gescheitert. Bei Moulin-souS-Touvent (Aisne-Gebiet) lebte das beiderseitige Feuer im Zusammenhang mit einem erfolglosen französischen Gasangriff vorübergehend auf. Oest- lich von Reims wurden stärkere feindliche Erkundungsabteilungen aügewiesen. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Auf der Ostfront vom Dteere bis in die Gegend nördlich des Dnjeftr keine besonderen Ereignisse. Abteilungen der polnischen Legion machten in der Gegend von H u l e w i c z e einen kurzen erfolgreichen Vorstoß. Deutsche Kommandos hoben östlich von Kisielin russische Vorposten auf und brachten einen Offizier, einhundertdrei- undsechzig Mann gefangen ein. Mrdlich des Dnjeftr haben die Russen nach den blutigen Schlappen vom 14. August gestern nur vereinzelt uiw mit schwachen Kräften ohne jedes Ergebnis angegriffen. In den Karpathen setzten sich unsere Truppen in Besitz der Höhe Stara Wipczyna. nördlich von Kapul. Balkan-Kriegsschauplatz. Südlich des Doiransees wurde ein Angriffsversuch einiger französischer Patrouillen leicht durch Feuer abgewehrt. i iklAJ „ Oberste Heeresleitung. Das energische Ergehen der deutschen Unterseeboote gefällt den Engländern nicht. Sie leiden allzu sehr darunter, und da ihnen die eigenen Machtmittel und der Wille fehlen, unserer Seekriegführung wirksam zu begegnen, so möchten sie sich gern hinter hie Völker rechts so lianten und die Wilson- schen Akten verstecken. Die deutschen Unterseeboote machen wieder alles unsicher — was ist einfacher, als den Bruder Jonathan wieder anzurufen, damit er einen neuen Einspruch gegen die ihm verhaßte moderne Seewaffe auf seiner Schreibtafel aufzeichne. Es ist freilich wenig Stolz und Würde in diesem neuen Anrufen der Neutralen, das sich Lord Crewe vor dem Unterhause gestern geleistet hat. (Siehe nachstehende Meldung.) Zumal der Erfolg doch ein wenig zweifelhaft ist. Präsident Wilson, der in erstickendem Wahlpulverdampf steckt, wird zwar auch für sein altes Lieblingsgebiet noch Interesse haben, und er wird.sich auf seine eigenen Augen verlassen. Ist wieder einmal ein Amerikaner durch angebliche Schuld der Deutschen auf dem Ozean versunken, so wird er, sobald er es inöglich machen kann, gewiß seine prophetische Stimme erheben. Die neue regsame Tätigkeit unserer U-Boote wird ihm nicht entgangen sein. Wird er sich aber nicht vielleicht ein wenig ärgern über den voreiligen Streich des Lord Crewe, der ihm in sein Wasserflurhüterrecht hineinpfuschen möckite? Es ist wirklich zu bezweifeln, ob er auf Englands • Anzeige hin die Schutzmannsrolle übernehmen will, die ihn einer unwürdigen Abhängigkeit und Lohudieuerei überführen inürde. Kann er sich von England die Zeugen jener „zweifelsfreien Fälle" vorführen lassen, von denen Crewe gesprochen hat? Es wird in vielen Ecken der Welt dock) wohl halb ungläubig, halb heiter spöttisch gefächelt ■ werden ob der feinen Unterscheidung zwischen zweifelsfreien Fällen von deutschem Zuwiderhandeln gegen das den Ameri- . kauern gegebene Versprechen und jenen unbewiesenen oder unaufgeklärten Fällen, von denen der englische Lord gleich- 'falls sprach. Kindliche Gemüter mögen dabei sagen: er I geht wirklich mit der Wahrheit, da er nicht für alle Fälle den Schuldspruch gegen uns fällt und so sorglich Licht und . Schatten in der Rechtspflege verteilt. Aber nur kindliche .Gemüter werden sick) so hinters Licht führen lassen. Man / spürt die mephistophelische Direktion, jenen „Teil der Fin- , sternis, die sich das Licht gebar", das stolze Licht, das, weil - es an den Körpern hängt und sie schön macht, mit diesen zu- . gründe gehen soll. Wilson kann mit der Fackel der Mensch- . lichkeit nicht den gleichen Weg gehen, und ob sie sich schließlich, Crewe und Wilson, treffen werden, bleibt fraglich. Ein anderer Vorgang im englischen Unterhaus gehört ut das Kapitel der gestern besprochenen englischen Pharisäerei , und Großsprecherei. Der Fall Fryatt wurde noch einmal - herbeigeholt, um das parlamentarische und übrige Volk ' Englands mit Strafphantasien zu berauschen. Der Friede, ; den England später einmal zu schließen gedenkt, wird immer, i buntfarbiger und verwickelter. Für die Erschießung des Kapi- . täirs Fryatt soll eine ganz besondere „Bedingung" ausgestellt werden, dre uns straft. Beratungen mit den Verbündeten sind- dazu im Gange! Das Bild dieses nach Genugtuung brülleirden Löwen paßt eigentlich in eine friedlich-heiterere Welt, als wir sie jetzt haben. Nach Englands Vorbereitungen und Drohungen wird die kommende Friedenszeit noch schrecklicher iverden als der Krieg! Wie wär's denn aber, wenn lener von uns früher erwähnte Vorschlag eines deutschen Professors zur Ausführung käme, der darauf drang, daß in die Friedensparagraphen ein besonderer Absatz auszunehmen sei, in dem die ärgsten englischen Lügen und Anschwärzungen der deutschen Kultur zurückgenommen werden? Das Ver- langen ist berechtigt und läßt sich zweifellos besser ausführen als die Crewesche Strafexpedition. Denn wenn der Krieg Ende ist, wird der Geist der Wahrheit allmählich von selbst wieder zum Leben erwachen. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. W i en, 16. August. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 16. August 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Im Raume von Kopul breiten die verbündeten Truppen ihre Erfolge durch Erstürmung der Höhe Stara Wipczyna aus. Die Kämpft in diesem Gebiete sind überaus erbittert. Bei Ho rosanka westlich von Monasterzyska wiesen österreichisch-ungarische Truppen abermals heftige russische Angriffe ab. An einer Stelle, an der es dem Feinde gelang, in unsere Gräben einzudringen, wurde er durch einen Gegenstoß geworfen. Abteilungen der polnischen Legion stießen südlich von Hulewiczc am Stochod erfolgreich vor. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Gö rz i sch e n wiederholte der Feind seine heftigen Angriffe auf unsere Höhenstellungen östlich der Linie Sal- cona—Vertojba und bei Appacchiasclla. Fast überall konnte der Ansturm schon durch Feuer abgewiesen werden. An einzelnen Stellen aber, m es den Italienern gelang, in unsren vordersten Grüben Fuß zu fassen, waren sie durch Gegenangriff bald hinausgeworfen. So blieben wieder alle Stellungen fest in Händen unserer Truppen, die dem Feind schwerste Verluste beibrachten und 4 8 0 Gefangene, dattmter ein Oberstleutnant und sieben andere Offiziere, sechs Maschinengewehre und zwei Minenwerfer ab- nahmen. Das Feldjäger-Bataillon Nr. 2 und Abteilungen der Infanterie-Regimenter 24 und 48 verdienten sich in diesen Kümpfen besonderes Lob. Bei Z a g o r a scheiterte ein Vorstoß einiger Kompagnien an den Hindernissen unserer Stellung. An der Dolomitenfront schlug die Besatzung unserer Rufreddo-Stellung einen Angriff im Handgemenge ab. Gegen den Abschnitt Monte Zcbio—Monte Jnterratto gingen nach Lebhaftem Artillerie- und Minenwerftrftuer schwächere feindliche Abteilungen vor, die leicht abgewiesen wurden. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von Belang. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleulnant. Ereignisse zur See. In der Nacht vom 14. auf den 15. vollführte ein S e e - flugzcuggeschwader einen Angriff gegen Valona. Es wurden Volltreffer in einer Küstcnbatterie. in Barackenlager, in einem Lagerhaus und auf einem Schiff erzielt, zahlreiche Brände erzeugt. Trotz heftiger Abwehr sind alle Flugzeuge unversehrt eingerückt. Am 14. d. M. vonnittags haben sieben feindliche Seeflugzeuge, größtenteils französische, unter Schutz von drei französischen Kampffliegern und gedeckt durch feindliche Torpedoeinheiten. T r i e st a n g e g r i f f e n. Eigene Flugzeuge stiegen zur Bekämpfung auf. Linienschiffslentnant Banfield zwang im Luftkampf ein feindliches Flugzeug zum Niederachen mitten m Golfe, dessen Insassen dürften verwundet sein. Er verfolgte sodann ein zweites und brachte es im Luftkampfe zum jähen Absturz bei Miramare. Die Insassen fanden dabei den Tod. Das ganz zertrümmerte Flugzeug Sba. 308 wurde von uns eiagebracht. Die feindlichen Flieger warfen mehrere Bomben über den .Hafen ab. ohne nennenswerten Schaden anzurichten. Soweit bekannt, wurden zwei Personen getötet, eine schwer, eine leicht verwundet. Flottenkommando. Eine englische Regierungserklärung über die deutsche UnterfeebootStriegführung. Londo n. 16. Aug. (WTB.) Oberhaus. LordSyden- h ü m fragte, ob die Regierung der Ansicht sei, daß die Kommandanten der deutschen Unterseeboote die an die amerikanische Regierung im Mar gemachte Erklär r u n g betreffend die warnunqslose Versenkung von Schiffen hielten und ob die österreichischen Unterseeboote durch die gleichen Bedingungen gebunden wären. orv 0 . rew e antwortete, je mehr dre Aufmerksamkeit der öffentlichen Meinung auf das ungeheuerliche Verhallen der Unterseeboote gelenkt ivürde, um so besser sei es, aus jedem Geftchits- ^Jjl rcru ^' ^ es nröglich sei eine endgültige Erklärung seitens der Alliierten über ihre Politik bezüglich, der U-Bootkriegführuw, abzugeben. So weit die Regierung unterrichtet sei, wurden, seitdem der amerikanischen Regierung das Versprechen gegeben wurde, vier englis che unddrei neutr ale Schiffe ohne Warnung von hoch st wahrscheinlich deutschen Unter- jeebooten versenkt. Ern anderes neutrales Schiff scr ohne IWe Warnung durch! Torpedos angegriffen worden. Bei siebet L-chliVersenkungen seien ioenig)tens 46 Menschenleben verloren gegangen. Es sei unmöglick/, die endgültige Schlußfolgerung nicht zil ziehen, daß bei diesen sieben Fällen eine klare Verletzung des Versprechens vorliege, das die deutsche Regierung gegeben bat. ^rese ^-alle könnten als evwiesen betrachtet werden. Aber anßer- dE gäbe es eine Anzahl anderer Fälle, bei welcheli Schiffe versenkt und Menschenleben verloren wurden unter Umständen, die einen Vruch des Versprechens in hohem Grade als höchstwahrscheinlich annehmen. ließen, obgleich dies nicht endgültig besoiesen sei. In diesen Fallen wolle die Regierung nicht unbedingt sagen, daß das Versprechen dem Buchstaben nach tvirklich von der deutschen Regierung oder ihren Untergebenen gebrochen wurde. Was die ö st e r- r e r ch i : ] aj e rt Unterseeboote angehe, so habe die österreichisch- Regierung am 29. Dezember eine Erklärung abgegeben, die sich, im toesentlichen in den Wendungen der- deutschüi Erklärung 4- Mai bewege. Heber den allgemeinen Grundsatz und über die schritte die unternommen iverden sollen, müsse er wieder- daß dies eine Angelegenheit sei, die nicht nur England selbst, sondern auch die Alliierten angehe, und daß diese Dinge nicht nur die Frage der Zerstörungen durch Unterseeboote, sondern auck> die verschiedenen Fragen umfasse, bei welchen es sich um ein Abwerchen von den Regeln der zivilisierten Kriegführung fcmMe, em Verjähren, dessen sich, die Deutschen so unbedenklich schuldig gemocht haben. Diese AngLlegenheiten müßten im Verein mit den Alliierten envogen werden. England könne nur nach einet emgehenden Besprechung mit ihnen entiv-eder zu einer Erklärung über die Absichten für die.Zukunft oder zu einer Entschließung über ein unverzügliches Vorgehen gelangen. In Beantwvrturm einer Anfrage sagte Lord Crewe, er hege wenig Hoffnung, die deutschen Behörden durch Androhung der Bestrafung jedes einzelnen Falles von solcher Handlungstoeise abzubringen. Ties würde aus die Deut scheu keinen gro ßen Eindruck machen, die ganze rZ-rage der Bestrafung bedürfe einer sorgsamen Ueber- !^ung- Was die !oeitere Frage angehe, ob auf U-Boote, in denen sich. Ueberlebeude von sieben Schiffen befanden, gefeuert wurde, so seien Mitteilungen solcher Art eingegangen, die er für wahr halte. England und die Erschi;s;ung ded Kapitäns Fryatt. ^ “i 1 ' 16 ■ Aug. (MDB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bu-reaus. C a r so n fragte im Urckerhauft, welche Schritte die Regierung iu der Angelegenheit der Ermordung Fryatts zu tun gedenke. As q n i th antwortete: Die Regie- rung ist entschlossen, daß dieses Land die Wiederaufnahme des diplomatischen Verkehrs nach dem Kriege nicht dulden wird, bis Genugtuung für die Ermordung Fryatts gegeben ist. Einige uns Verbündete haben unter Brutalitäten zu leiden gehabt, die sogar noch ärger und zahlreicher loaren, als die uns durch das Vorgehen der deutschen Behörden zugefugten. Wir beraten mit ihnen über die besten und wirksamsten Schritte, die unternommen werden können und darüber, welche Bedingungen wir bei Friedensschluß aufstelten müssen, um uns die Genugtuung zu sichern, die die Gerecki- tigkert verlangt. (Lauter Beifall.) Die englische MunitionSsabrikation. London, 16. Aug .(WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Munitiousmimster Montague gab im Unter- Hause eine Uebersrchl über die Tätigkeit der Munitronsabteiluno. Er hob dabei hervor, daß das Ergebnis der Herstellung von! 18pfündigen Granaten für 1915 und 1916 6'/>ma* so groß sei wie das des vorhergehenden Jahres, das an F-eldhaubitzen achtmal größer als das für 1914 und 1915 und das der ersten Juninwche 27mal größer als das der.entsprechenden Woche des Vorjahres war England stelle jetzt in einem Ndonat doppelt so viel schwere Ge- schütze her, als es bei Kriegsäusbruch besaß. Tie wöchentlich^ Herstellung an Maschinengewehren seit Schaffung der Munitions- abteilung sei um das sechzehnsache gestiegen, (Gewehre und Ma- fchmengewehre für das Feldheer könnten völlig aus den heimischen Quellen ergänzt werden. Tie wöchentliche Er.zeugnng von lwch- explogven Stoffen sei jetzt 66inal größer als zu Beginn 1914/15 Montague wies ferner .auf 'die große Menge von Munition; und Geschützen hin, die England einschließlich Haubitzen, Gewehren und Granaten mi die Alliierten liefere. Darüber hinaus sende England an Frankreich ein Drittel der eigenen Erzeugung von Geschvßstahl imd liefere den Miierten für ihre Munition das notwendige Metall in einem Umfange von sechs Millionen Pftmd Sterling monatlich,. Tic,britischen Mnnitionsar'beiter kömllen über' zeugt sein, daß auch sic einen Anteil an den ruhmreichen Siegen Rußlands, Frankreichs und Italiens hätten. Montague betonte ferner, daß die Hälfte der technischen Hilfsquellen des Landes für die Fl o t t e in Anspruch genommen würde Aber England ausschließlich werde alle Bedürfnisse der Alliierten befriediguc können. Tic vorbereitende Beschießung in der Woche vor dem Angriff hätte zusammen mehr Munition erfordert, als während der ersten elf Monate des Krieges hergestellt wurden. Die Gesamtsumme an schwerer Munition, die während dersell»en elf Monate erzeugt worden sei, genüge jetzt niclst mehr für die Beschießung eines einzigen Tages. Montague giug dann auf die Llrbeit er Verhältnisse ein und sagte dabei, 46 000 Soldaten seien für. die Herstellung von RLunition beurlaubt. Das Jahr vorher seien 635 000 Personen damit beschäftigt gewesen, aber lieute seien eS 2'/. Millionen, darunter 400000 Frauen. Der König von England an sein in Frankreich kämpfendes Heer. London, 15. Aug. (WTB.) Der Befehl des Königs an die A r m e e i n F r a n k r c i ch anläßlich des Besuches m der Front Lautet: ES war mir ein großes Vergnügen und eine große Genügt tuung, während der vergangenen Woche bei meinen Armeen zu , weilen. Ich kann selbst über Eure glänzende Kriegsversasfung urteilen und über den Geist voll froher Zuversicht, der alle Dienstgrade beseelt. Die jüngst beschlossene Offensive wurde seitdem Tag und Nacht aufrecht erhalten. J der Monarch überaus freundlich und kehrte dann zum Bahnhof zurück. B e r li n, 17. Aug. Wie verschied ene Morgeublä tter melden, ist der Leiter des Krioigsgetreideamtes in Tuchel, Bern d t, verhaftet worden. Er dürfte an den Getreideschiebungen zwischen Westpreußen und Berlin beteiligt sein. Berlin, 16. Aug. (Priv.-Tel.) Der „Berl. Lokalanz." meldet aus Bayreuth: Der Schriftsteller Houston Stewart Chamberlain, ein gebürtiger Engländer und Schwiegersohn Cosima Wagners, hat rrunmehr auf eine Eingabe hin die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. , Ans Stadt und Land. Gießen, 17. August 1916. Beschränkung des Fleischverbrauchs. Die „Frankfurter Zeitung" erfährt aus Berlin: Erneute Verhandlungen zwischen den Zentralstellen für die Fleisch- versorgung von Heer und Flotte haben ergeben, daß zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Heeres, diesem eine bestimmte Menge Schweinefleisch sofort gesichert werden muß. An der irgend zulässigen Sparsamkeit fehlt es nicht, oa bei der Heeresverwaltung vollstes Verständnis für die Bedürfnisse der Kriegsnöte der Zivilbevölkerung herrscht. Aber wie die Verhältnisse jetzt liegen, kann der Zivilbevölkerung in den nächsten Wochen eine noch stärkere Einschränkung in dem Verbrauch von Schweinefleisch nicht erspart werden. An und für sich pflegen zur Erntezeit auch im Frieden die Viehaustriebe fühlbar nachzulassen. Wenn die Landbevölkerung von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang mit der Bergung der Ernte beschäftigt ist, fehlen die Zeit,'die Arbeitskräfte und die Gespanne, um auch noch das Vieh an die Sammelstelle zu bringen. Dies gllt in diesem Jahre doppelt und dreifach, wo die Erntearbeiten durch oie vorhergegangene kühle nasse Witterung stark verzögert sind, urrd sich jetzt auf noch kürzere Zeit zusanrmendrängen und, wo es allerorts an Händen und vielfach an erfahrener Leitung fehlt. Nie zuvor ist die Landwirtschaft vor eine so schwere Aufgabe gestellt worden, und nie zuvor hat unser Wohl und Wehe so davon ab gehangen, daß diese Arbeit glatt bewältigt wird. Wenn dabei die Aufbringung des Schlachtviehes für die Zivilbevölkerung leidet, so wrrd oas verstanden werden. Zu diesen Schwierigkeiten tritt noch ein außerordentlicher Mangel an schlachtreifen Schweinen. Bei Erlaß des Kartoffelverfüttexungsverbotes bestand kein Zweifel darüber, daß bas Verbot sehr fühlbare Folgen für die Schweinemast haben müßte.- Der zu befürchtende Not- staud tn der Kartoffelversorgung ließ keine Wahl. Wenn nun die voraus gesehenen Folgen eintreten, so müssen sie hingenommen werden. In höchstem Grade unwirtschaftlich wäre es, die noch mageren Schweine aus den Ställen zu. reißen. Einen schlechteren Dienst könnte man der Bevölkerung nicht leisten. Die jetzt abgeschlachteten unreifen Schweine würden im Herbst und Winter, wo sie bank dem zuwachsenden reichlicheren Futter gemästet und aus den Markt gebracht werden könnten, fehlen und damit für die Fettversorgung ansfallen. Man würde ein Loch stopfen, um ein größeres zu reißen. Alle Kreise der Zivilbevölkerung werden daher die hoffentlich nicht mehr zu lange dauernde große Knappheit an Schweinefleisch in dem Bewußtsein zu tragen haben, daß sie die vorübergehende Folge der augenblicklichen Verhältnisse und eine Maßnahme ist, durch die in der Vergangenheit ein drohender, weit schwererer Notstand glücklich überwunden wurde. Was an schlachtreifen Schweinen noch aufzubringen ist, gehört aber ganz selbstverständlich in erster Linie dem Heere. s ** Amtliche P e r so nalna chrich ten. Der Groß- h erzog hat am 12. Juli 1916 den Land st allmeister beim Landgestüt, Oberlandstallmeister Ferdinand Millich genannt von Pöllwitz, zu Darmstadt auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen und ersprießlichen Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober 1916 an in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipp des Großmütigen verliehen. — Der Groß- Herzog hat am 19. Juli dem bisherigen Beigeordneten Georg Nungesser IV. zu Pfungstadt das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — In den! Ruhestand versetzt wurde aml 5. August die Lehrerin an der Viktoriaschule zu Darmstadt Elisabeth Friedrich auf ihr Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit mit Wirk ungvom 16. August an. ** Auszeichnungen. Hauptmann Krenzien, Führer einer Pionier-Kompagnie im Westen, erhielt das Eiserne Kreuz e r st e r Klasse. Die Hessische Tapferkeitsmedaille und das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurden ihm bereits in 1914 verliehen. — Der Vor stand des Verkehrsamtes Gießen, Hauptmann und Batteriechef Finger, hat für heldenmütige Führung und Leistungen feiner Batterie das Eiserne Kreuz erster Klaffe erhalten. ** Das Landsturm-Infanterie-Bataillon Gießen (XVIII/9) beging am 16. August in Frankreich den zweiten Jahrestag seines in Gießen .erfolgten Zusammentritts. Anläßlich dieses Gedenktages wurden an eine Anzahl Offiziere und Mannschaften Auszeichnungen verliehen. Die von diesem Bataillon zugunsten der Volksspende für die Kriegs- und Zivilgefangenen eingeleitete Sammlung ergab den ansehnlichen Bettag von 1050 Mk. ** Für die Aufhebung der Ob st höchst Preise war, wie wir aus Darmstadt erfahren, einmal die Tatsache maßgebend, daß die Zeit des Früh- und Beerenobstes, auf die sich die Preise hauptsächlich bezogen, vorbei ist und weiter die Wahrnehmung, daß bei den jetzt auf den Markt kommenden Z wetsch en die angesetzten Höchstpreise einer natürlichen und geringeren Marktpreisgestaltung im Wege standen. Auch für das übrige Spätobst ist eine Höchstpreisfestsetzung aus diesem Grunde nicht in Aussicht genommen. Man hofft außerdem durch Vergebung des Kreis- sttaßenobstes in kleineren Losen und durch Erwerbung und Verkauf von Obst seitens der Städte die Preisgestaltung beeinflussen zu können. ** Ke ine milch freien Tage. Die vereinigten Milchhändler geben heute im Anzeigenteil bekannt, daß' die Milch weiter täglich zur Berteiluna kommt. Bei beschränktem Quantum sollen Kinder und Kranke zunächst berück- fichtigt werden. ** Kartoffel-Verbrauchsregelung. Auf die Kartosfelmarken der Stadt Gießen Wimen bis auf weiteres 10 Vs Pfund Kartoffeln (anstatt 7 Pfund) abgegeben werden. ** Das O ttomanisch« Generalkonsulat in Frankfurt a.M. schreibt uns: Alle türkischen Staatsangehörigen, die seinerzeit ihrer Dienstpflicht mcht nachgekommen sind, sind nach hem Gesetz vom 22. Juli 1330 schwer sttafbar. Sie können aber durch Allerhöchsten Erlaß begiradigt iverden, wenn sie sich innerhalb eines Monats nach Konstantin opel begebnr, um dort ihrer Tienstpflick-t zu genügen und sich dieserhalb svfott anj das Kaiserlich Otto manische Generalkonsulat in Frankfutt a. M., Kaiserstraße 18—20, wenden. ** Betreffend Beschlagnahme, Verwendung mtÖ Veräu ßerung von Bastfasern (Jute, Flachs, Ramie, europäischer und außereuropäischer Hanf) und von Erzeugnis s e n a u s B a st f a s e r n ist am 15. August 1916 eine neue Bekanntmachung erschienen, die an Stelle der früheren Bekanntmachungen W. III. 1577/10. 16. K. R. A. vom 23. Dezember 1915 und W. III. 1500/4. 16. K. R. A. vom 26. Mai 1916 tritt. Die bedeutsamste Aenderung der neuen Bestimmungen gegenüber den früheren besteht darin, daß nunmehr auch alle B a st f a s e r n in rohem, ganz oder teilweise gebleichtem, kremiertem oder gefärbtem Zustande sowie die aus ihnen hergestellten Garne beschlagnahmt sind, die bisher aus dem Auslande eingeführt wurden und tn Zukunft eingeführt werden. Ebenso ist auch der Kardenabsall und Fa- brikkehricht beschlagnahmt worden. Andererseits ist trotz der Be- fchlagnahmje die monatliche Verarbeitu n g des zehnten Teiles von den am 1. August 1916 vorhandenen Vorrätm an Bastfaserabfall sowie an Reißwerg zu Garn und ihre Verarbeittmg zul Fertigerzeugnissen gestattet worden. Außerdem ist die monat- lichie Verarbeitung einer solchen Mange beschlagnahmter Rohstoffe erlaubt worden, tvelche dem fünften Teil des bei Jn- kvasitteten dieser Bekanntmackiung vorhandenen Bestandes der nach dem 1. Januar 1916 aus dem Reichsauslande eingeführteu Rol>- stl-fse entspricht. Die Veräußerung und Lieferung von Bast faserroh ft offen und Werg sowie von den nach dem Inkrafttreten der Bekanntmachung aus dem Rcichsauskaittde ein* geführten Abfälle ist nur noch an die Bastfaser-Einkaufs- m. ü. a.Dct|üjei; lütiuti-i, glättet Andere Mfälle der beschlagnahmten Gegenstände dürfen in Mengen bis zu 5000 Kilogramm allgemein verkauft werden. Grö- ßlwe Mengen jedoch dürfen nur an die Aktiengesellschaft zur Verwertung von Stofsabfällen, Berlin W. 9, Bellevuestraße 12a, oder an Personen oder Airmen geliefert werden, welche einten schriftlichen Ausweis der 5briegs-RvhstoffMbteilung des Königlich Preußischen Kriegsministerftuns zur Berechtigung des Ankaufs der Zeichneten Abfälle erhalten [haben. Die Veräußerung und iefernng der Bastfaser-Halberzeugnisse ist mir noch an Selb st Verarbeiter sowie an die Leinengarn-Abrechnungsstelle Aktiengesellschaft, Berlin W. 56, Schinkelplatz 1/4, oder an > Personen, welche im Besitz eines schriftlichen Ausweises der Kriegs- Rohstoff-Abteilung zur Berechtigung des Ankaufes sind, zulässig. Im übrigen zeigen die einzelnen Anordnungen kleinere Abweichungen gegenüber den bisher in Geltung gewesenen Bestimmungen. Der Wortlaut der Bekanntmachung ist in heutiger Nummer des Gießieuer Anzeigers abgedruckt und am Bürgermeistereigebände angeschlagen. ** Die Bekanntmachungen des heutigen Kreisblattes enthalten: Den Absatz von Karpfen und Schleien; die Regelung des Verkehrs mit Web-, Wirk- und Strickwaren für die bürgerliche Bevölkerung: die Verarbeitung von Gemüse; die Verarbeitung von Obst; den Verkehr mit Brotgetreide und Mehl aus der Ernte 1916; die Verpflichtung der Wiegemeister; den 2lb- schns; von Eichhörnchen und gefundene Gegenstände. Städtischer Eterverkauf. Freitag, den 18. August, werden für die Brotmarkenbezirke IX —XII Eier abgegeben. Näheres siehe Anzeige. Landkreis Gießen. da Al buch, 17. Aug. Tie diesjährige Ernte fällt vorzüglich aus. Mit dem Ausdrusch ist bereits begonnen worden. — Zuni Wiegemeister ist der Gastwirt Wilhelm Lauer ernamtt, der eine tägliche Vergütung von sechs Mark erhält. da. B e t t e n h a^ns en, 17. Aug. Die Familie Hahn dahier hat von ihren drei Söhnen den allseitig beliebten Wilhelm 'Hahn verloren. Er starb bei Verdun den Heldentod. Wa. GrüHingen, 17. Aug. Wehrmauu Ludwig Schmidt von hier, der in Galizien kämpfte und seft dem 15. Jnni als vermißt gemeldet wurde, befindet sich, wie er selber schrieb, inj russischer Gefangenschaft. — Am vergangenen Sonntag fand in hiesiger Kirche eine Gedächtnisfeier für drei Krieger unserer Gemeinde statt: für den Landsturmmiann Christian HartMann, verwundet am 11. Juni, gestorben am 12. Juni und beerdigt aus dem Friedhof zu Podhaice, für den Musketier Wilh. Schäfer, verwundet am 3. Juli, gestorben am 5. Juli und beerdigt auf dem Friedhof zu Strhj und für den Ersatzrescrvist Christian E u l e r, verwundet am 4. Juli bei deu Kämpfen ün 1 Westen, und gestorben am 5. Juli. — Die Weizen- und Haferernte ist hier im vollen Gänge. Der Ertrag an Körnern und Stroh ist ausgezeichnet. da. Lich, 17. Aug. Nachdem vor zwei Wochen hier ein 'KaninchenMchtveveftr gebildet worden war, hat der 1. Vorsitzende, Seminarlehrer Dan. Loren tz, am verflossenen Sonntage einen lehrreichen.. Vortrag über die verschiedenen Rassen und die rationellste Aufzucht der Kaninchen gehalten. Die einzelnen Rassen führte der Vortragende lebend vor. Me Prachtexemplare hat er feiner Mustergültigen, sehr reichhaltigen Zwingeranlage entnommen. Die Besichtigung der Loren tz'scheu Kaninchenzuchltanstalt kann jederzeit im Vorseminar zu Lich erfolgen. '* Londorf, 16. Aug. Wie bereits gemeldet, wurde dem 17jährigen Kriegsfreiwilligen Einjährig-Befreiten Rud. R ü s p e l e r, Sohn des Lokomotivführers Karl Rüspeler, bei einem Feld-Artillerie- Regiment, das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Rüspeler trat als Kriegsprimaner in das Heer ein und war vor seinem Eintritt zuletzt Schüler der Oberrealschule zu Gießen. Kreis Büdingen. ba. Büdingen, 17. Aug. Der 5p? onprinz hat dem Land- sturmmann Rosenberg aus Büdingen eigenhändig das Eiserne Kreuz überreicht. ba. Haingründau, 17. Aug. Zur Volksspende für Kriegsgefangenenhilfe wurden hier 72,05 Mk. gesammelt. Der Betrag wurde an die Bank für Handel und Industrie in Darmsladt eingeschickt. Kreis Alsfeld. oz. Alsfeld, 16. Aug. Gestern und vorgestern weilte ein Beamter der Staatsanwaltschaft hier und vernahm in der Fleisch- ausfuhr-Angelegenh'eit etwa 30 Personen, Verdächtige und Zeugen. Heute werden die Ermittlungen in Salzschlirf fortgesetzt. up. Ruppertenrod, 17. Aug. Dem Gedächtnis des den 'Heldentod füt/s Vaterland erlittenen Karl Blöser II. von hier war der Eivttesdicnst am Sonntage gewidmet. Welcher Wertschätzung und Beliebtheit sich der Gefallene in der Gemeinde erfreute, zeigte das dicht gefüllte Gotteshaus, darinnen Pfarrer Jung die Gedächtnispredigt hielt. Ter Gefallene, im 22. Lebensjahr stehend, rückte am 13. September v. Js. ins Feld und f iar nach- Galizien. Bei einein Sturmangriff in der Nähe von arnopvl traf ihn die feindliche Kugel. Das Beileidsschreiben der Kompagnie an die Eltern besagt, welch tapferer Soldat und lieber- Kamerad Blöser gewesen war. up. Vom vorderen Dogelsberg, 17. Aug. Tie Wespen, von denen man nach dem Auftreten der Weisel im ^Vorsommer eine Massenvermehrung befürchtete, sind zugrunde gegangen. Die gleiche Erscheinung schien bet den Kohlweißlingen erngetreten zu sein. Das ist aber nicht der Fall. Erst ganz vereinzelt, sieht man sie setzt häuftger. Darum ist es Zeit, Mit Hilfe der Schulkinder wieder den Abfang der Gemüse- und Krautver- i Trichter zu beginnen. Wie erfolgreich dies sein kann, hat das Vorjahr bewiesen. Die Wichtigkeit der Vertilgung der Kohlweißlinge im dritten Kriegsjahr braucht gewiß nicht erst nachgewiesen zu werden. up. Aus dem Ohmtal, 17. Aug. Regen in der Erntezeit hat der Landwirt nicht gerne. Aber der jetzige Regen nach den vorausgegangenen heißen Wochen war sehr vonnöten. Der erste Meefchuntt nxu: au geworden und der zweite wuchs nutzt nach. Das drückte auf die Milchergiebigkeit, die jetzt wieder stärker geworden ist. Auch den Kartoffeln, Hackpflanzen, Bohnen, Gurker: und anderen Gartengewächsen kan: der Regen sehr zu statten. Kreis Schotten. fc. A u s d e m V o g e l s b e r g , 16. Aug. In Anbetracht der derzeitigen günstigen Erzeugungsverhältnisse hat das Kreisamt Schotten die Richtpreise für den Kleinverkauf von Gemüse an den Verbraucher herabgesetzt und zwar kosten jetzt Wirsing 8 Pfg., Weißkraut 6 Pfg., Spinat 15 Pfg., Blumenkohl das Stück 30 bis 60 Pfg., frische grüne Erbsen 18 Pfg., alles pro Pfund, und Kopfsalat das Stück nach Große 3 bis 6 Pfg. Kreis Friedberg. oa. Friedberg, 16. August. Der „Oberhess. Anz." schreibt: „Bei der morgigen Kleinviehabnorme wird eine größere Anzahl schlachtreifer Schweine für den.Bedarf des Groß- zerzogtums und des Heeres verlangt. Die Gewichtsgrenze für die Zulassung zur Abnahme wird daher hiermit von 200 Pfund a u f 180 Pfund Lebendgewicht herabgesetzt. Landwirte und Händler werden .anfgefordert, die verfügbaren schlachtreifen Schweine alsbald anzumelLen, damit die Vornahme von Beschlagnahinen vermieden wird." Man vergleiche den Artikel an der Spitze unseres heutigen lokalen Teiles. D. Schriftl. nt., Griedel, 16. Aua. Dem Musketier Georg Sauer von hier, im Res.-Jnf.-Regt. Nr. 88, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. bz. Hoch - Weisel, 17. Aug. Am vorigen Sonntag nachmittag svrach in unserer Kirche Medizinalrat Dr. Vogt von Butzbach über das »Rote Kreuz und den Alice-Frauenverein". nt. R e n d e l, 16. Aug. Phillpp Bär dahier, Sohn des Kriegsveteranen W. Bär, ist am 3. August bei Verdun gefallen. Ans der Wetterau, 17. Ang. Der Aeh ren- frevel hat in der Wetterau schwere bisher nicht gezeigte Formen gezeigt. Kinder und auch viele Erwachsene begnügen sich nicht mehr mit dem Lesen der Aehren, sondern sie schneiden mit Messern und Scheren die Aehren von den Garben büschelweise ab. Die Körner werden von diesen Leuten zu Hühnerfutter verwendet. Starkenburg und Rheinhessen. — Darmstadt, 17. Aug. Eiu vierjähriges Kind kam beim Spielen dem Gasherd zu nahe und verbrannte. — Beim Birnenpflücken stürzte in der Heinheimer Straße ein älterer Mann ab und war auf der Stelle t o t. — Roßdorf, 17. Aug. Auf der Mathildenhöhe bei Darmstadt stürzte der Zimmermann E m i g von hier von einem Wagen ab und st a r b an den beim Sturze erlittenen Verletzungen. fz. MaiUK, 17. Aug. Dieser Tage wurde der Inhaber eines hiesigen Posamentiergeschäftes, der früher in bescheidnen Verhältnissen lebte, dessen Einkommen sich jedoch während der Kriegszeft auf 'jährlich 300 000 Mark steigerte, verhaftet. Veranlagung zu der Verhaftung, waren B e st e ch u n g e n, — im ^einzelnen Fall bis ^ur Höhe von 50000 Mark — bei Holzlieferungen für oiilitarische Zwecke. Ta der Verhaftete über jalles genau Buck) führte, zieht die Angelegenheit weitere Kreise in Mitleidenschaft. Kreis Wetzlar. Wa. Wetzlar, 16. Ang. Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde Feldwebel Christian W a l d s ch m i d t, 3. Minen- werfer-Ersatzbataillon. F 0. Wetzlar, 17. Aug. Die Handelskammer sprach sich einstimmig für die Beibehaltung der Sommerzeit aus. ä. Wetzlar, 17. Aug. Der Bürgermeister hat unterm 14. os. Mts. den H ö ch st p r e i 8 für F r ü h k a r t o f f e l n im Kleinverkanf auf 7 Pfg. für das Pfund festgesetzt. d. Klein-Rechtenbach, 17. Aug. Der seit 18. Mai 1915 als vermißt gemeldete Landsturmrekrut Wilhelm Bieg ist nach inzwischen eingegangener Nachricht seines Truppenteils am 18. Mai 1915 in Galizien gefallen. Wa. Leun, 16. Aug. Für das Vaterland ist gestorben Füsilier- Wilhelm Budy, Feld-Retruten°Depot I, 4. Komp.; gefallen ist der Sanitäts-Gefreite Fritz P s a f f, Jnf.-Rgt. Nr. 262. Hessen-Nassau. ul. Kirberg, 16. Llug. Im HerrerMeidergeschäft Wilhelm und Karl Lang brach nachts gegen 3 Uhr auf bis jetzt nicht aufgeklärte Weise Feuer aus. Ta um diese Stunde Hilfe nicht so schnell zur Hand war, gelang es den Bemühungen der Feuerwehr erst nach einiger Zeit, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken, so daß die Nachbargruudstücke gerettet werden konnten. Wie uns mitgeteilt wird, sind bei dem Brande 20 fertige Mäntel verbrannt, ferner Stoffe, Schneiberbedarfsartikel usw. Im übrigen brannte die Werkstätte vollständig .ab. Tic Besitzer waren nur schwach versichert, der Betrieb erlerdet'Beeinträchtigung. — Osfenbach, 17. Aug. Beim Wagenumsetzen wurde der Rangierarbeiter Friedrich Schill aus Rothenberg im alten Nebenbahnhos iiberfahren und getötet. ----Frankfurt a. M., 16. Aug. Trotz der vorjährigen Riesen-Aepfelernte haben die hiesigen A e p f e l w e i n - Großkelterer — dem Zuge der Zeit folgend — die Weinpreise erhöhen zu müssen geglaubt. Das Hektoliter kostet in der Stadt 30 Mk., für den Versand 34 Mk. Im Einzelverkauf wird der Schoppen von 12 auf 14 Psg. erhöht. F. C. Rüdesheim, 17. Aug. Bis zum 1. August 1916 stellten sich die Einnahmen der N i e d e r w a l d - Bahn- Gesellschaft auf 32 482 Mk. oder 7955 Mk. höher als in der gleichen Zeit des Vorjahres. g. Eschwege a. d. Werra, 16. Aug- Mft Feuer spielende Kinder verursachten in dem benachbarten eichs silbischen Dorfe Boden see ein Grvhfaucr, dem fünflZauerngehöfte mit großen Erntevorräten, landwirtschaftlichen Maschinen und Kleinvieh znm Opfer ftelen. hl. Herborn, 16. August. Gestern vormittag gegen 1 / 2 II Uhr gab es in der Brauerei Adolf Schramm eine von einem heftigen Knalle begleitete Ammoniak-Explosion im Maschinenraum der« Eismaschine, deren Ursache noch nicht festgestellt ist. Der Braumeister, der allein in dem Explosionsraum anwesend wer, erhielt eine schrvere Verletzung am rechten Oberarm, außerdem ist der Arm anscheinend verbrüht; eine weitere ziemlich schwere Verletzung erhielt er am Kopfe. Der im Eismaschinenraum, an der Eismaschine selbst und in deren Umgebung angerichtete Schaden ist bedeutend. Der Betrieb, soweit er von der Eismaschine abhängt, dürfte auf mehrere Wochen gestört sein. ra. Limburg, 16. Aug. Bei der hiesigen G 0 l d a n k a u f s- stell e ist bisher für 8000 Mk. Gold angekauft worden. In Ecun- berg und Nieder-Selters wurden Hilfsstellen errichtet, für Marienberg und Hachenburg steht die Errichtung bevor. ra. A u s N a s s a u, Itz. Aug. Zur Hebung der Ziegenzucht führt die Landwirtschaftskammer M i l ch z i e g e n - I u n g t i e r c ein, die zum Preise von 40 bis 60 Mark das Stuck abgegeben werden. _ _ vermischtes. Erdbeben in Italien. ' Bern, 16. Aug. (WTB.) Dem „Secolo" zufolge wurdr gestern abend ein Erdbebenst 0 ß in Ancona, ein zweiter stärkerer in Fano und Pesaro verspürt. Zu dein bereits gemeldeten Erdbeben teilt die „Agenzia Stefani" mit, daß in Ancona keini^Schaden angerichtet worden ist. In P e s a r 0 erhielten viele Häuser Risse, die Wohnungen wurden geräumt. Opfer seien jedoch nicht zu beklagen. In Rimini sind mehrere Häuser eingestürzt, wobei wahrscheinlich Leute mngekoinmeu sind. * Bern, 16. Aug. (WTB.) Ter »Eorüere della Sera" meldet: Heute früh um 9 Uhr 10 Min. wurde in Bologna ein ziemlich starker E r d b e b e n st 0 ß verspürt. Es ist kein Schaden angerichtet worden. Heute nacht sotten inRimini und Pesarc Erdstöße slattgefunden haben. _ Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 18. August 1916. Trüb und regnerisch, Temperatur wenig geändert. tetzie Nachrichten. Peter Earp reift nach Wien. Wien, 17. Aug. Dem „Magyar Orszag^ wird aus Bukarest gemeldet, in politischen Kreisen werden dftlchrrchäen verbreitet, daß Peter Carp demnächst nach Wien und Berlin reist, um die dortigen maßgebenden Faktoren hinsichtlich der politischen Verhältnisse in Bukarest zu orientieren. Italienische Hilfsnuppen in Saloniki. G r i e ch i s ch c G r e n z e, 17. Aug. 350 griechische Reservisten haben prm Dienstag Ms der Durchreise nach Rumänien die griechische Grenze passiert. Es sind Leute aller Jahresklassen, kleine Arbeiter und bessere Beamte. Unter ihnen Ovaren Leute, die aus Saloniki über Athen kämm und als erste Neuigkeit zu melden wußten, daß in Saloniki italienische Truppen gelandet seien. Sie waren dabei., als die ersten Konttngente an Land gingen. Man schätzt sie auf nicht ganz 60 0 0 Mann. Sie wurden festlich von Sarrail empfangen. Serbische und französische Regt men 1s musik holte sie ein und am' Abend musizierten die italienischen Soldaten.bereits auf dem Platz vor dent Weißen Turm. „Tie Menagerie wird täglich bunter," sagte einer der Leute. „Jetzt haben wir Anamiten und andere bunte Leute, ohne Stiefel, mit langen Messern auf der Schüler. Wir bleiben wohl endgültig neutral. Tas Llusfuhrverbot für Dienstpflichtige ist aufgehoben. Neulich fuhr ein Dampfer mit 2500 Reservisten nach Amerika ab. Sie werden begreifen, daß es für einen Griechen heute nicht mehr angenehm ist, ftn Lande yn bleiben. Darum sind wir froh, fortzukomwen. Seft einiger Zeit erhalten wir keine Nachchchten mehr aus Deutfchlcmd. Viele neue Zeitungen werden von der Entente bezahlt und gegründet. Wir erkannten ihren Charakter und niemand kaufte sie. Da hat die Entente täglich ihre Kriegsberichte durch Extrablätter umsonst im Lande verteftt. Gunaris hat neulich in Patras eine Rede gehalten, die überall Widerhall ftndet und dementsprechend bekämpft wird. Die Entente hat Zarmis lviffen lassen, sie würde nicht auf Neuwahlen bestehen, wenn die Mitglieder der gegenwärtigen Kammer Venizelos ihre Mitarbeit zu sich erten. Das ist natürlrch bei der immer gleich ttefen .Anft zwischen den Parteien ausgeschlossen Die Neuwahlen werdm besttknmt Anfang Ottober stattfinden. Was ihr vermutliches Ergebnis betrifft, so ist es dennoch schwer, an einen Erfolg von Venizelos^ zu glauben. Mit dem angeblich sicher bevorstehenden Eintritt Rumäniens in den Krieg wird große Propaganda betrieben und die Verhsimlickiung der deutschen Berichte matt irns natürlich eine Kriegslage, die Venizelos immer vormrsgesagt haben will und die seiner Polittk scheinbar zunächst wieder Recht gibt. Wir Reservisten sind noch der gleichen Ansicht wie in den ersten Julitagen. Venizelos hat zur Erreichung seiner Zwecke Mittel angewendet, die ihm die Sttmmen aller ehrlichen Griechen entziehen. Aber es!wird eine schwere, unwürdige Zeit, der wir froh sind, aus dem Wege gehen zu können. Aufstand in Turkestan gegen Rußland. ^Stockholm, 17. Aug. Die Situation in Türke ft an ist nach zuverlässigen Nachrichten s ehr ernst. Ter Khan von Chiwa, der bisher Rußland ergeben rvar, schloß sich den aufrührerischen Durkmeneri an imd reißt die übrigen Schiiten stamme in den Aufrithr mit. Küropatkin bezeichnet die ^ituatimt als schwierig. Der Kleinkrieg in dem bergigen Tervain begünsttge die überall des Landes kundigen Turkmenen. Wesi-Ä»lnsikii>parl. V-Ltmmsr-IVodu». m. Zubeh. u. Gartenantcil liilligz. oerm. Nübere - Lndw1,fttr.6L.s°""» •4 Zimmer Eine 4-Zimmer-Wobnnna, parterre, per 1. Oktober zu vermieten. 14836 W il b. Pln 11 f, Mtihl s traße 9. 4-Zim.-Wobna. wegzugsti. sofort ob. sväter z. oermieien. S t ein s trafte 3S I. 1011299 4-Z.-W., Franki. 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SgintlliiK, Wcixlar, Atoritz-Blidgeffr. 9. 5571 Einige tüchtige Arbeiter zur Hcrstellullg von Zementröhren werden sofort ange' nommen. Jean Ter«L<»real>. Schr. A ngeb. u.011302 a. d.Gesch a st s- siellc des Eiteßcner Anz. erb. Dame.Flüchtling aits Frankreich erteilt sianz. Unterricht. von Frlesdorff, Neuen Bäue 22. 1011216 Amtlicher Teil. Bekatttttmachung. Bctr.: Die Abgabe der SbmmcrAüruugen für das Stenern iolyr 1917. A. S taatsstciu er-Veranlagung. Nach Artitcd 20 des Einko m m c n fr euergesetzes vom 12. August 1899 hat jeder Struerpflichtige, der ein steuerbares Jahreseistkouttueu von 26OO Mark oder mehr besitzt, über den Jahrcsbetrag seines Einkommens und der etwa zum Abzug geeigneten Lasten eine schriftliche Erklärung abzugeben. Von der Abgabe dieser Einkommensstenererklärüng ist nach Art. 21 des genannten Gesetzes, insofern nicht int einzelnen Fall besondere Anffvrdernng des Vorsitzenden der Vcranlaguugsl'om.- urifsion ergeht, derjenige Steuerpflichtige befreit, welcher im unmittelbar vorausgegangenen Steuerjahr bereits zur Einkommensteuer 1. Abteilung (Einkommen von 2600 Mt. und mehr) veranlagt war, auch inzwischen seinen Wohnsitz nicht gewechselt und keine Einkonrmensverbessnng erfahren har, die seine- Versetzung in eine höhere Klasse bedingt. Nach Art. 2 Abs. 3, Art. 15 und 21 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes sind die Vorstände der nach Art. 2 der Einkommcn- steuer unterworfenen Gesellschaften usw. verpflichtet, über deren Einkommen alljährlich vollständigen. Aufschluß zu erteilen. Ticjcuigcu Steuerpflichtigen, welche Einkonunen ans Aktien usw. der Untenstehenden, mit einem Teil ihres Einkommens schon für sich der Einkommensteuer in Hessen unterliegender Gesellschaften beziehen, dürfen die Einkdmnrenbczüge aus diesen 'Aktien usiv>. rücht nrit dem vollen Betrags mit dem sie als Einkommen unter I Ord.-Nr. 9 der Steuercrllarung aUfznführen siird, sondern ran injrt beit nach den unten Verzeichne ten Prozentsätzen zu berechnenden Beträgen Unter II Ord.-Nr. 1 der Erklärung in Abzug bringen. Nach Artikel 19 des V e r m ögen s st c u e r g e s e tz e s vom 12. August 1899 hat jeder von der Kommission für die Einkommen- steuer erster Abteilung zu veranlagende, ein jährliches Einuommrn von 2600 Mk. und mehr besitzende Betriebsint t cr.iehrner (Personen, die Land- und Forsttvirtschaft oder ein Gewerbe betreiben), der zum ersten Male mit Anlage- und Betriebskapital zur Ver- rniögenSsteurr veranlagt w-rvd, eine schriftliche Erklärung über das im stand- und forstwirtschaftlichen oder gewerblichen Unternehmen verwendete Anlage- und Betriebskapital und die es l»elaftenden Schulden abzugeben. Weiter ist nach Artikel 25 desselben Gesetzes .jeder, dessen sonstiges Vermögen (Kapitalvermögen usw.) nach Abzug der darauf lastenden Schulden einen Wert von 3000 Mk. und mehr hat, bei seiner erstmaligen Veranlagung zur Vermögenssteuer zur.Mgabe einer schriftlichen Erklärung über dieses Vermögen verpflichte!. B. Gemeindesteuer-Veranlagung. Nach Art. 15 des Gemeindeumlagcngesetzes vom 8. Juli 1911 sind diejenigen Personen, deren Anlage- und Betriebskapital mindestens 3000 Mk. beträgt, verpflichtet, bei ihrer erft- maligen Veranlagung zur Gemeirrdegewerhesleucr eine Erklärung über das Anlage-- und Betriebskapital abzugeben. Ferner hat zufolge Art. 44 jeder Pflichtige, dessen Kapitalvermögen mindestens 3000 Mk. beträgt, bei seiner erstmaligen Veranlagung zur GeMeindckapitalsteucr eine Erklärung über sein Kapitalvermögen einzureichen. .Hat sich das Kapitalvermögen gegen den bereits zur Steuer veranlagten Betrag um mehr als 3000 Mk. erhöht, so ist von dem Pflichtigen eine neue Erklärung über sein Kapitalvermögen abzugeben. Diejenigen Steuerpflichtigen, welche Aktien oder Geschäftsanteile seder Art der untenstehenden, mit einein Teil ihres 'Anlage- und Betriebskapitals in hessischen Gemeinden zur Gen-erbesteuer veranlagten Gesell schäfte ii usw. besitzen, dürsyn diese Aktien oder Geschäftsanteile nicht mir dem vollen Betrag, nrit dem sie als Vermögen lunleu »giss. 4 der Angaben über das Kapitalvermögen aufzusühren sind, sondern nur mit den nach den unten angegebenen Prozentsätzen zu berechnenden Beträgen wieder in Abzug bringen. In denjenigen Fallen, in denen bereits nach den für die Staatssteuer geltenden Grundsätzen die Pflicht znr 2lbgabe einer Erklärung über das Anlage- und Betriebskapital oder über das Kapitalvermögen besteht, ist eine besondere Erklärung für die Veranlagung desselben Vermögens zu den Gemeindeumlagen nicht mehr abzugeben. * Soweit Einkommen zu den Gentemdeumlagen, nicht ober gleichseitig zur Staatssteuer hevanzuziehen ist, gelten die Vorschriften ftir die Abgabe von Erklärungen zur Staatssteuer sinngemäß für Erklärungen über nur gcMemdesteuerpflichitiges Einkommen. 0. Gemeinsame Vorschriften. Tie nach Vorstehendem erforderlichen Staats- oder Genreinde- st Ueretcklmwngen sind abzugeben: 1. für Minderjährige, Abwesende sowie für Personen, die aus anderen Gründen unter Bornrundschaft oder Pflegschaft gestellt sind, von deren gesetzlichen Vertretern; 2. für juristischie Personen (Gerneinden, Körperschaften, Stiftungen, Anstalten), ferner für Gesellschaften, Gnwssen schäften und sonstige juristische Personen, Gantmassen, Erbmassen, soweit eine Steuerpflicht hier überhaupt in Betracht kommt, von den gesetzlichen oder bestellter: Vorständen oder Verwaltern; 3. in allen anderen Fällen von 4>cittl Steuerpflichtigen selbst und zwar hinsichtlich des gesamten eigenen wie des Einkommens und Vermögens seiner nicht selb ständig besteueren Angehörigen, soweit sre nadji Artikel 5 des Einkommensteuergesetzes, Artikel 10 des Vwaniögensstcujergesetzes und Artikel 46 des Gemeindeumlagengesetzes bei bcr Bestcuernng mit ihm als eine Person anzusehen finö. Zu diesen Erklärungen sind die voM Gwsch. Ministerium der Finanzen festgesetzten und von den Bürgerttfeistereien zu bezieheirden Formulare zu verwenden: sie sind je uach^ der Wahl des Verpflichteten offen oder verschlossen 1. iu den Landgemeinden der Finanzämter Mitzbach Gießen, Grünberg und Hungen spätestens bis 15. September, 2. i:t den Städten Butzbach, Gießen und Grünberg spätestens bis zum 1. Oktober ds. Js., urrmittelbar bei dem Finanzamt oder bei der — zur Weitergabe, an das Finanzamt verpflichteten — Bürgermeisterei abzuliestrn, ohne dag der Pflichtige deshalb eine besondere Aufforderung ab- zuwarten hätte. Tic Einsetzung der Erklärungen durchs die Post ist zulässig, geschieht aber aus Gefahr des Absenders und deshalb zweckmäßig mittelst Einschreibebriefs. Unter B e z u g u a I] nt e aus die obigen Mitteilungen fordern wir die zur Abgabe von Steuererklärungen Verpflichteten hiermit auf, ihre Erklärungen bei M e i d u n g der g e s e tz l i ch e n Nachteile und der verwirkten Strafen (H i n t c r z i e h u n g s st r a f e n i n 5) ö he d e s 4 b i s 20 fa che n B e t r a g s d e r h i n - t e r zo g en c n Steuer, O rdnun gs str af e n bis zu 100 M a r k) b i s z u den a n g e g e b e n e n Z e i t # u n! t c lt a lt b i c Bürgermeistereien oder unmittelbar an uns getan gen zu lassen. Ten Steuerpflichtigen, die nicht zur Wgabc von Steuererklärungen verpflichtet sind, bleibt die Abgabe freiwilliger Steuererklärungen unbenommen. Tic Grosth. Finanzämter sind im übrigen bereit, über etwaige Zweifel an den bekannten Ämtstagen Auskunft zu erteilen. Gießen, Butzbach, Grünberg, Hungen, den 14. August 1916. Tic Vorsitzenden der Veranlagungskom!missivncn für die Finanzämter Gießen, ButzbcÄ'l, Grünberg, Hungen, I. V.:Berres. Flath. Wenzel. May. Verzeichnis der in Hessen mit einem Teil ihrer Ueberschüssc zur Einkommensteuer und mit einem Teil ihres Anlage- und Betriebskapitals zur Gewerbesteuer veranlagten Gesellschaften usw. Allgerneine Deutsche Kleiubohn-Mtiengesellschaft in Berlin Allgemeine Elsässische Bankgcsellschast in Straß- burg Allgemeine Versicherungsgesellschaft für See-, Fluß- und Landtransport in Dresden Badische Assekurationsgesellschaft in Mannheiut Badische Feuervcrsich'rungsbank Karlsruhe Bank für Harrdel und Industrie in DarMstadt Baseler VcrsiAerungspe}ellschaft gegen Feuerschäden in Basel Bayerische Elektrizitätswerke München-Landshirt Berlinische FcucrversicherungSanstält in Berlin Binding'sche Brauereigesellschaft in Frankfurt am Main Biosonwerk Vensheim, G. m. b. H , in Frankfurt a. M. Bonner Bergwerks- und Hüttemverern-Zemient- fabrrk in Oberkässel der Bonn Brauern Stern, A.-G. in Franksurt-Oberrad Buderussche Eisenwerke in Wetzlar ^ Chemische Fabrik Griesheim, Elektron-A.-G. zu Frankfurt a. M. Chemische Werke, vorm. H. u. E. Albert, A.--G. zu Mainz-Kastel Eluß, Aktienbrauerei Heilbrvnn Cölnische Glasversicherungsaktiengesellschast in Cöln Cölnische Lebens versicherungsgesellschaft „Eon- cordia", Eöln Tampsschisfahrjsgesellschaft für den Nieder- und Mittelrhein zu Düsseldorf Deutsch c Kunstleder-A.-G. in Kötitz Deutsche Vereinsbank zu Frankftirt a M. Diskontogesellschgft zu Berlin Tyckerhoss mid Söhne, G. nt. b. H., PvrtlMrd- Zemcntwerke in Mainz-Kastel Filler- und brautechnische Maschiuenstrbrik, vvrm. L. A. Errzinger, Worms Frankfurter Lokalbahn-A.-G. zu Frankfurt a. M. O/o 1 ) 0,7 % 2 ) 1,3 7,19 5,10 0,69 1,61 1,35 7,26 1,82 1,46 1,64 6,9 1,14 1Ä4 0,93 1,74 1,09 3,330 0,691 45 21,48 12,93 1,8 10,6 1,55 3,4 12,1 23,9 27,8 48,32 21,19 1,15 1,07 0,95 1,54 0,99 26,6 3.2 5.2 1,94 18,83 3,7 5,3 0,68 89,88 89,86 64,32 16,87 57,32 5,6 ' - Tie Ueberschüsse unterliegen der Einkomnrensteuer nrit den in dieser Rubrik angegebenen Prv^ent^n. (Tie Dividende ist also bei bcm Einkommen des Besitzers abzugssähig mit den gleichjen Prozenten.) 2 ) Das Anlage- und Betriebskapital ist in Gemeinden des Groß!)erz>ogtums zur Gewerbstruer herarrgezogen nrit derr in dieser Rubrik angegebenen Prozenterr. (Ter Geschäftsanteil ist also an dem Kapitalvermögen des Besitzers abzugssähig mit den gleichen Prozenten.) Frazchfurter Bovort-Tcrraingesellschuft, A.-G. „Friedrich Wilhelm^, Preußisch^ Lebens- und GaranrieVersicherung, A.-G. Berlin (poldsclnnidt Th., A.-G. ^ Harlosf, Adolf, G. nt. b. H., Kassel, Kohlenharrd- lung und Spedition in Gustavsburg Heb deru Heime r Kupserwerk und Süddeutsche Kabelwerke, A.-G. in Guslavsbrrrg ^ Hessische Kunstmühle-A.-G. in Mannheim Hosbicrbrauerei Schösferhos und Frankfurter Bürgcrbrauerci Hofbrauhaus Hanau, vorrn. G. Ph. Nicolay, A.-G. zu Hanau Kaisers Kaffeegeschäft Vierserr Kenrpffsche Brauerei, A.-G. Frankfurt a. M. Kunstlebersllbriken Karl Bockhacker, G. m 1 . b. H. iu Gunmrersbachl Laudgräfl. Hess, konzessionierte Landesbank, A.-G. zu Homburg v. d. H. Mai u ze r Aktienb rarrere i Mannheim - Brenrer Petroleum - Mtien - Gesellschaft zu Mannheint Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, A.-G., Werk Gustavsburg Mitteldeutsche .Hartsternindustrie A.-G. zu Frankfurt a. M. Vkitteldeutsche Krcditbairk Nieberläirdisdr.e Dmnpsschiss-Rhebcrei Rotterdam North British Mercantit Insurance Courpagnie Feirerversich eru ng Bcrlirr Oberrheinische Eisenb-ahNgesellschäst in Mannheim Odeuwälder Hartstein-Industrie A.-G. Oelsabrik Groß-Gerau Bremen A.-G. „Olex", Petroleunr-Gesellschaft m. b. H. Berlin Pfälzische Bank, Ludwigshasen Portland-Zementwerke Heidelberg und Mannheim A.-G. zu Weisenau Preußisch-Rheinische TaMpfschiffahrtsgesellschaft Au Köln Providentia, Frankfurter Versicherungsgesell- schast in Frankfurt a. M. Rheinische Petroleum-Mtiengesellschaft Köln, Zweigniederlassung Mainz Rheinische Schuckertgesellschaft A.-G. Rhein- uird Seeschissahrtsgesellschaft in Köln „Rhenus" Transportgesellschaft in. b. H. Roderbergbrauerei A--G'. zu Frankfurt a. M. „Salamander" G. m. b. H. in Bcrlür Schaffstädt H., G. ui. b. H., Gießen Scheidhauer und Gießing zu DuisbUrg-Wan- heimerort Schlesische Feuerversicherungsgcsellschaft in Breslau' Schrammsche Lack- und Farbenfabriken vorM. Christoph Schramm A.-G. zu Offenbach Julius Sichel & Co. Komimauditgesells cha ft auf Aktien Spieß Joh. & Co., G. m. b. H., Gießcrr Spiritus-Zentrale Berlin, G. m. b. H. Stadernrann, Friedrich, G. m. b. H. Offanbach am Main Stahl und Nölke A.-G. für Zürrdwarenfabri- tätiou iu Cassel, Werk Kostheim Stellawerk A.-G. vorm. Willisch & Co. Hvm- berg a. Rh. Strauß. David ic. G. m. b. H., Zigarrensabrik zu Kleiu-Steiuheim Süddeutsche Tiskontogesellschaft A.-G. in Maun- heinr Süddeutsche Eisendahrrgesellschaft Tietz Leonhard, A.-G in Köln Vaterlärrdische urrd ZAreuauia, Vereinigte Per- sich erun gs gesellscha ft. A.-G'. Beithwerte A.-G. in Sandbach Verein chcnrischer Fabriken zu Mannheim Verein für chemische Industrie za: Marnz-Mvin- bach Vereinigte Kapselsabriken Nacken heim, Baperbach Nachf., A.-G. in Nackenheim Vereinigte .Kunstseidefabriken A.-G. in Frankfurt a. M. Vereinigte Malzfabriken G. m. b. H. WvrUrs Vereinigte Spediteure imb Schiffer. Rheirrschiff- fahrtsgesellschaft m. b. H. zu Mannheim Vereinigte Strvhstoffabriken in Dresden Bereinigte Ultranrarinfabrikerr A.-G. vorm. Leverkus, Zeltner und Kons, in Köln „Viktoria", Allgemeine VersicheUungs-Aktienge- sellschaft in Berlin Württem ber g ische TransportversicherUngsgesell- schaft in Heilbrvnn Zimmer-, Georg Karl, Ehenrische Fabriken, G. m. b. H., Kastel-Amöneburg Zuckerfabrik Frankcnthal <70 90,0 °f'o 90,0 1,11 45,78 1,37 38,91 7,79 2,26 11,40 43,873 4,96 100,00 26,39 11,93 3.1 1,50 1.2 0,41 0,62 0,21 6,4 6,5 10,67 93,00 1,75 86,6 3,08 4,24 21,14 18,05 16,65 7,4 9,99 40,49 4,6 11,9 0,10 3,049 99,2 18,36 2,81 5,38 1,13 2,58c 60,0 12,30 3,73 4,981 26,62 31,06 12,54 ,18,3 5,93 7,49 9,07 6,30 15,03 1,27 1,64 60,9 ,7,,59 7,21 17,4 10,3 9,7 2,15 100 35,3 38,3 1,27 1,31 96 96 26,15 66,4 1,54 58,6 55,0 55,0 17,81 15,£3 3,060 0,11 78,34 25,0 2,29 12,9 7,06 1,04 15,7 2,03 0,95 85,28 9,73 1,35 100 . 16,02 34,68 26,3 56,25 73,59 33,333 21,52 60,59 100 12,57 34,496 9,44 38,15 8,78 5,42 1,72 1,21 1,86 1,95 33,33 6,77 8,01 3,47 W? tfitf ■ 1-K Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, unseren guten, treusorgenden Gatten und Vater Herrn Postschaffner Konrad Seim nach langem schweren, mit Geduld getragenem Leiden zu sich zu rufen. In tiefem Schmerz: Frau K. Seim, ged. Merke!, und Kinder. Giessen, Kirtorf, Friedberg, den 16. August 1916. Mittelweg 20. Die Beerdigung findet Samstag nachmittags um 4 Uhr auf dem neuen Friedhof statt. Todes-Anzeige. Infolge mehrjährigem Herzleiden verschied nach imr dreitägigem Krankenlager heute früh 1 Uhr im Alter von 80 Jahren mein guter Schwiegervater, unser geliebter Großvater m A-ar Wec TlhMcnMr Verwandten und Bekannten zeigt dies in Betrübnis an Namens der trauernden Hinterbliebenen: Sophie Reinschmidt Ww. '!einbach, Hansen, den 16. Juli 1016. rjmi 7 Frei.ag nachmittag 4 Uhr. s„, “Tgps®«*™ Mittwoch vormittag entschlief sanft nach kurzem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater ' Herr Balthaser Buß im Altar von 81 Jahren. Aufseher i. P. Die trauernden Hinterbliebenen-. Familie ttalih. StuU Familie Joh. Boß Familie Heinrich Wallbott Louis Klös. Steinberg, den 16. August 1916. 011317 Die Beerdigung findet Freitag nachmittag um 3 Uhr statt. 20 Mark-Schein verloren von Walltorstr. bis Kreuzplatz, abzugeb. geg. gute Belohnung Ederstr. 4. Ein armer Junge, dessen Vater im Felde steht, verlor gestern v. d. Bahnhofstrane n. d. Seltersweg, 13.30 Mk. i. ein. Messeretuis. Der ehrl. Finder wird gebet, d. Betrag an die Mutter Rodbcimer Str.40 l. St. abzugeb. [ 01131 ° Montag seidener Damenschirm gesunden. Abzuholen Nord-Anlage 1 2 v. [011309 Samstag, den 19 . August, abends o Utir uersteigertdaS ©ru in in e tgras von 8 s /i alle Morgen, Wiese auf der Ursnlum in Teilen, an Ort und Stelle. 1011305 Karl Fughard vI., Gießen. LltzreihmMinel! versch. Systeme zur Miete. Bei Kauf Anrechnung der Miete. [4453 Franz Vogt r Co, Men. Alleinvertreter der „Stoewer-Record und Elite". Goethestraße 32 Fernsprecher L-84. zrische zische heute eintrefsend, feinste Angelschellsische in drei Preislagen, Cabliau ohne Kops, frische Fischkoteletts. Gebrüder Nerdux 01VL93 Bahnhosstr. 27. Fernspr. 231. 5542 Achtung! Verknuse Freilag früh von Sttbr an, eiye große Sendung Fiarnael»-, ^»alat- und PfefTergnurkcxi, am Hotel .Felsenkeller". Bahnhosstrabe. Frau Frosch Gate Ernst Ludwig Heute Donnerstag von 8 Uhr ab 14794 OPERETTEN-ABEND Grummetgraz-Versteigerung. Das Grummetgras von den Domanialwiesen in den Gemarkungen Alten-Buseck, Gießen und Wieseck rvtrd versteigert: 1. in der Gemarkung Alten-Buseck Donnerstag, den Ä4. 4!ngust l. Fs., vormittags 0 llbr. in der Otto Nabenau'schen Wirtschaft zu Alten-Buseck,- 2. in der Gemarkung Wieseck Freitag, den 2.^. Aua. s. Fs-, vormittags 10 Uhr, in der W. Pb- Bierau'schen Wirtschaft zu Wiesecl': 3. in der Gemarkung Gießen au demselben Tage, nacinmttags 2 Uhr, iu der Harnickel'schen Wirtschaft im Philosophenwald bei Gießen. Gießen, am 16. August 1916. Grohh. Obersörsterei (viehen. Koehler. 58780