Br. m Der ftfefeUK* tätlich, cmfcer So.rntcrgs. - Beilage«: v »er nut l wÖchentttch Sieben«K«kLlr die Regierung sich nun, auf ihre bessere Einsicht verzichtend, mit ,'lHaul und Haaren dem einen verschreiben, oder soll sie etwa im s ZichchKucs heute mit dem einen mid morgen: mit den anderst I gehen? Schon Fürst Bismarck hat mit diesenr Ausein andergera ten , der Wpfe und RichtMgkn, die ihn alle in ferne Bahn zwingen woll- l tcn, föne liebe Not gehabt. Solche Auffassungen der europäischen l Bvlitir, sagte er anr 21. D^mber 1863, erinnerten ihn an diejeni-i gen eines Bewohners der Ebene, der zum ersten Male eine Berg- '< reise macht. Wenn er einen Gipfel vor sich sehe, erscheine ihm nichts ^ leichter, als ihn zu erftngar. Mache er sich aber auf den Weg, so stoße er bald auf Schluchten und Abhänge, über welche die beste ; Rede nicht hinweghelfe. Ein paar Tage vorher Ijctte ihn: der Abge- ! ordnete Dr. Loewe gesagt: „(Uaubt denn der Herr Ministerpräsident, • der sich nach meiner ungünstigen Anschauung in seiner Politik so erwiesen hat, bah er sich, wie eut bayrisches Sprichwort sagt, intmer den Knüppel Mmschen die Beine geworfen hat, so daN er aus peinem garczen Wege in einenr SdÄpern und Stürzen geblieben ist . . .daß er das geringste Vertrauen ... aus seine Geschick" ' lichkeit bei den Bundesgenossen . . . fti&eit würde?" Daraus ' erttgegnete ihm Bismarck: „Diese Auffassung erklärt sich daraus, daß dem Auge des ,pu-ünftigen" Politikers jeder einzelne, ' SchachAug im Spiel wie das Ende der Partie erscheint und daraus | die Täuschung her vor geht, daß das Ziel wechsle. Tie Polittk ist | keine exakte Wissenschaft; Mit der Position, die man vot sich hat, wechselt auch die Benutzung der Po- s itionen." Nun, es waren ja auch gute Fachpolitiker unter den Andersmeinenden, die dem Kanzler gegenüber gestanden haben, und gerade der letzte Satz aus dem angeführten Bis- marckschen Ausspruch ist vielleicht auch für den heutigen Kanzler anwendbar gewesen: „Mit der Position, die man vor sich hat, wechselt auch die Benutzungsart der Positionen". Die deutsche Unterseebootspolitik ist vielleicht auch eine jener Positionen, deren Benutzungsart, wie j« auch in unserer Antwort an Amerika betont worden ist, einem Wechsel unterliegen kann. Daß aus dem Reichskanzlerpalais gegenwärtig kern lauster Wind nach England weht, gehl auch aus dem beute veröffentlichten deutschen Weißbuch über die Baralong- Mörder hervor. Danach soll auch die Schwesterwaffe der U- boote, das deutsche Zeppelin-Luftschiff, einen von zarten Rücksichten freien Angriffskrieg gegen das Jnselland führen und unserem gefährlichsten, unversöhnlichsten Feinde so harte Schläge versetzen, als es nur immer möglich ift. AUr freuen uns über diese neuen Zeichen der Zeit, oenn es war bisher immer die Mglichkeit auszudenken, daß unsere Reichsleitung in der politischen Verteilung und Begrenzung urfferer Waffenführung geneigt war, an eine vor den andern Feinden voraus sich uns nähernde englisch e Friedensdämmerung zu glauben. Vielleicht hat auch die „Köln. Volksztg." dieses Gefühl gehabt, als sie bei der Würdigung unserer neuen Erfolge zur See an gute, alte Kriegstraditionen erinnerte: Bei der Tätigkeit unserer 11-Brote zeigt sich letzter Tage wieder jener Geist rücksichtsloser, euere-, der Offensive, btin Preußen und Deutschland auch in vergangenen Kriegszetten immer den Sieg über einen an Zahl überlegenen Feind verdankte. Reuter gibt nachi^den Meldungen der letzten 24 stunden den Untergang- lwn 13 Handelsschiffen durch U-Boote zu, und in Christiania .üngetrvffene Dampfe ^berichten, daß die ganze südwestliche Nordsee von breimenden -schiffen erfüllt sei. Ein Dampfer bemerkve allein aus dem Wege von England nach Norwegen 14 in Brand geschossene Schiffe, die auf dem Meere trieben. Die Schiffe, deren Untergang von Samstag nrittag bis Sonntag gemeldet wirrde, sind nicht alle mit ilxrem Tonnengehalt ange-re^n. Es dürsten aber Einschließlich der bvennendcn Schiffe nmt Holzladung an-, nähernd 100 000 Tonnen sein — wahrlich ein anseherlicher Ertrag für einen einigen Tag- .Wir sehen davaüs, rvas unsere U-Boote lüsten können. Ohne hinreichende Frachtdcmrpfer Eanrrt England die LebenÄntttelversorgung weder rm eigenen Lande noch bei seinen Verbündeten ausreichend fortsetzen; die ffnanziellc Belastung infolge der gewalttgen Teuerung der Frachten kommt hinzu, um unseren Feinden allmählich die Luft am ewigen Kriege zu verleiden. Das Zentrum, das die „VenutzungÄrrt der Positionerff^ auch für seine Parteipolitik auszuwählen weiß, ist im übrigen keine unbedingte Stütze des jetzigen Reichskanzlers. Nach einer Notiz, die durch die Presse geht, sagt oer „Bapr. Kuriert^ vom Standpunkt des Zentrums zur gegenwärtigen innerpolitischen Lage, daß die Zentrums Partei folgende Losung befolge: „Nicht stürzen, aber auch nicht stützen." Man sieht, die künftigen Nöte des Herrn v. Bcth- mann Hollweg haben sich noch nicht b^nrndert. Herr von Heydebrandt hat, wie nachstehend berichtet wird, in einer Frankfurter Versammlung cmffs neue eine Parole für unerbittliche Unterseebootsverwendung ausgegÄen. In seiner Rede sindet sich kein Wort des Vertrauens für den jetzigen Kanzler . . . Vielleicht würden sich die innerpolitischen Aussichten günstiger gestalten, wenn jener'Vorschlag des freikonservativen Frhrn. v. Zedlitz befolgt würde, der, wie man weiß, empfohlen hat, die beiden Nffedensausschüsse möchten sich zusammeiffetzen und in gemeinsamer Beratung ein Ziel aufstellen, zu dem wir uns alle bekennen könnten. Die „Köln. Ztg." begrüßt diesen Bermittlungsgedanken ebenfalls, tnbem sie schreibt: „Das ist ein probates^ Mittel, das einzige Mittel, wie wir von dieser Kriegspsychose loskommen, um wäeder einnrütig dem zu leben, was der LLugen- blick von uns fordert." • m * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. W i e n. 14. August. (WTB. Nrchlauttlich.) Amtlich wird verlautbart: 14. August 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Südlich des Dniestr keine besonderen Ereignifst. Auf den Höhen nördlich Maryampol wurde gesteni durch unser Fmer eine attackierende mssifche Kavalleriebrigade zersprengt. Heute in den Arorgeilstunden trat der Feind an der ganzen Fnnlt zlvifchen dem Dnfestr und der Geaeird üdwestlich von Z a l o c z e mtt den verbündeten Stteitkräften wieder in engere Gefechtsfühümg. Südlich von Horozanka cheitertc ein russiMr Vorstoß. Westlich von Lozowa verjagten unsere Truppen brandschatzende Abteilungen bei Augustorvka. und im Raume von Zbvrow wehrten imsere Batailloire zahlreiche russische Angriffe ab. Es wurden über I 300 Gefangene eingetnacht. I aralong-Zall. 0 Heeresfront des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Die Armee des Generalobersten v.Böhm-Ermolli schlug südwestlich von Podlaucken einen durch mehrstündiges Trommelfeuer eingeleiteten und durch Gebrauch von Gasbomben untcrfttitzten Massenangriff zurück. Das Vorfeld unserer Stellungen ist von toten und schwervcnvnndeten Russen bedeckt. Neue Kämpfe sind im Gange. Bei Hulttviezc am S t o ch o d scheiterte ein schwacher nissischer Vorstoß. Südlich von Stobychwa wurde ein vom Feinde besetzter Sand- Hügel genommen und die Besatzung des Stützpunktes gefangen. Jtalienischer'Kriegsschauplatz. Starke feindliche Kräfte griffen unsere Stellungen östlich des V a l o n e - T a l e s zlvifchen Lokviea und der Wippach srebenirral an. wurden aber von unseren Truppen immer wieder vollständig zurückgeschlagen. Die Infanterie-Regimenter Nr. 43 und 46 haben sich wieder glänzend bewährt. Die Höhen östlich von G ö r z. der Monte San Gabriele und der Monte Santo standen unter heftigstem Geschützfeuer. Im S u g a n e r - Mschnitt brachen zwei feindliche Angriffe auf dem Civaron in unserem Fmer zusammen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von Belang. Der Stellvertteter des Chefs des Generalftabs v. Höfer, Feldmarfchalleutnant. Ereignisse zur See. In der Nacht vom 13. auf 14. hat ein Seeflugzmg- geschwader den Bahnhof Nonchi. militärische Objekte und Stellungen in Pieris, Vermegliano. Selz und San Can- ziano. sowie eine feindliche Batterie an der Jfonzomündung sehr erfolgreich mit Bomben belegt und viele Volltreffer erzielt. Alle Flugzeuge sind trotz heftigster Beschießung unversehrt eingerückt. Flottenkommands. Wien, 14. Aug. «WTB0 GeAemLber dem Berichte des russischen Generolstäbes vom. 12. August, in dem gefugt lcftrd. daß von zwei Fhrnken unffaßt, der Zange Abschnitt der im Winter gründlich) ausgebauten Wellungen des Feindes von Tarnopol bis Buc^acz g-cnomjmen wurde, wird vom Krisgs- pressr quartier,bemerkt: Sowohl die.deutsche Heeresleitung als auch wir haben längst aufgegeben, gegen die von Lügen und Ueberlreibungens übervollen russischen Geueralstabsberichte ttgendwie zu polrnri- sieren. Es verdient aber doch angemerkt zu lverden, daß dir von den russischen Truppen angeblich „genommene" Dauerstellung Moi- schen Tariwpol und Buczacz von den Russen keineswegs angegriffen, geschweige denn erobert worden ist. Die .RättmUng dieser Linie erfolgte vielmehr im Zusammenhang mit jenen Kräfte- Verschiebungen, die in den anttlichen deutschen uird österreichffch- ungarischen Tagesberichten vozn 11. August gemeldet wurden. ^ * Der türkische Bericht. Konstantinopel, 13. Aug. (WTB.) Bericht des Hmrpt- quartiers. An der Jrakfront herrschte Rül)e. In P e r s i e NMveffagte unsere Armee tnsvlge mehrerer Gefechte auf dem rechten Flügel die Russen aus der Ortschaft Hama- dan und aus der Ebene Hanradan nnd znmng sie in nordöUicher Richtung zu fliehen. In diesen Kämpfen Mächten wir 315 Gefangene, darunter einen Offizier, nnd fügten denk Feinde in einem einzigen Kampfe in einer befestigten Stellung einen Verlust von ungefähr tausend Toten und Verwundeten zu. Ter Feind ließ 2000 Kisten Jnfanteriemunitiion zurück und hatte eine Vdenge Gewehre, Kleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände nicht mtt sich führen können; wir fanden sie teilweise beschädigt und verbrannt vor. Die Operationen vorr Essad ?lbad bis Hamadani spielten sich folgendermaßen ab: Änr 9. August griffen unsere den Feind verfolgenden Truppen gegen Mittag, nachdem es llar geworden war, daß der aus der Orffchafl Essad Abad vertricdeire Feind sich anschüken würde, mit allen Kräften in staök eingerichteten Stellunic^n nordöstlich dieser Ortschaft Widerstand zu leisten, den Feind von verschitt)erre 7 i Seiten in diesen Stellungen an, warfen- ihn hinaus und machtmr eine große Zahl Gesangeire. Am 9. August lieferten unsere Sol- dateir dem Feinde in der Umgegend von Essad ?Lbad ein Gefecht. Sie führten tvoh eines rrnunterbrockMum ?Narsches von 30 Kilometer erfolgreiche ^Angriffe und Dtrrrme en Fettch aus, der sich auf den sehr befestigten Höhen verschanzt batte, und gaben so einen Beweis lobenswerter Tapferkeit und Ausdauer. AM 10. Airgust nahmen unsere Trupperr früh morgens die Verfolgung des Feindes wieder auf, warfen seine Nachliott, die arrs starken Ka vallerieabteillm gen bestand, in bis zum ?lbend auseinanderfolgenden Angriffen ^nackx Osten in die Ebene Hauvadan zurück und drangen in HaMadarr ein. Am 10. Aug^fft abends! hatten urrsere Flügelabterlnngen Gefechte nrit feindlicher .KavüLerir, auf die sie in der Umgebung vou Hamadan stießerr. Sie schlugest sie in nordöstlicher Richttmg in! die Flucht. Am 11. August morgens wurden die feindlichen Truppen, die in denr nördlicher Teile der Ebene Hamiadan standen, gleichfalls durch einen Angrrff vertrieben. Diese Ebene ist gänzlich voM Z-einde gesäubert. Jnr mittleren Abschnitt fmrde 2 r nur Gesichte zivischen Er- kundungsabteillungesr statt. IM Wchit-ttt des linken Flügels griff eine aus verschiedenen Wasfengatvcngen zicsanttnen^sitzte srind- > liche Streitinttcht unsere Stellung bei Sakiz an, wurde aber geschlagen und mußte sich gegen Abend zurückziehen, wobei sie durch einen Gegenangriff unserer Truppen Verluste erlitt. K au ka su s f r ou r: Ein Teil der Truppen unsives lullen Nügels trieb den Feind, der sich auf den Höhen südlich vvlk, Takuan alrTltfdJ, nach Tfcorbat in Richtung Ahktatte, zurück, besetzte diese Ortschaft, sowie den nördlich davon gelegenen Hügel. Im, Gebiete nördlich von Bitlis war ans einer Strecke von 30 Kilo- Metern nichts vom Fmnd zu merken. Feindliche Kavallerie, dm nördlich von Musch rrrf Dorse Firavy an getroffen wurde. wurde in uördlick>er Richtung ans Kunkum ziurückgetrieben nnd lieh einige (befangene in mrseren Händen. Im Zentrum! wurden kleine über- raschende Angriffe des Feindes abgeschlagen. Im Zentrum und auf dem linken Flügel zeitweilig aussetzende Airtillerietätigkeit. In Zusammenstößen unserer Erkundungs - Abteilungen mit denxn des Feindes -machten die unsrigen einige Gef cm gm e tma erbeuteten BoMdeir und Gelvehre. Bon den anderen Fronten nichts Neues. Bon der mazedonischen Front. Sofia, 13. Aug. (WTB.) Bericht des Generalstabs. Nach dem vergeblicher: Angriff am 10. August gegen unsere vor geschoberten Stellungen westlich des Doiran- s e e s beschränkte sich der Feind in den beiden letzten Tagen darauf, diese selben Stellungen mit geringer Heftigkeit als früher mit Geschützen zu beschießen. Bewegungen der Infanterictrnppcn wurden nicht beobachtet. Au der übrigen Front schwaches Artilleriefeuer und Gefechte zwischen Patrouillen. * Die Haltung Griechenlands. Bern, 14. Aug. (WTB.) Der „Temps" gibt eine amtliche Mitteilung der griechischen Regierung wieder, die er als Dementi gegenüber der Nachricht von neuert Forderungen der' Verbandsmächte an Griechenland anffaßt. Darin heißt es: Die griechische Regierung beschränkt sich darauf, die gemäß ihrem Programm vom 21. Juni übernomrnenen Verpflichtungen loyal ausznfüh- ren. Sie harrdelt dabei in voller Uebereinstimmung mit den Athener Vertretern der Verbandsmächte. Diese halten sich ihrerseits streng in deri Grenzen des Programms. Ihre häufigen Unterhaltungen mit dem Ministerpräsidenten Zai- m i s haben keinen anderen Zweck, als eine vollständige Aus- mhrung der bei der Bildung des neuen Kabiuetts übernommenen Verpflichtungen zu gewährleisten. Mittistcrrat in Wien und Budapest. Wien, 14. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Grafen Stürgkh, fand heute vormittag und nachmittag ein Mini st er rat statt, an dem sämtliche Mitglieder des Kabinetts teilnahmen. Budapest, 14. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Grafen Tis za fand heute nachmittag im Palais des Ministerpräsidiums ein Minister- ? t statt, an welchen! sämtliche hier weilenden Mitglieder - -c Regierung, auch der Minister a latere Baron Roszner teilnahmen. Der Zar in Ezernowitz. Berlin, 14. Aug. (Priv.-Tel.) Die „Vosfische Zeitung" meldet aus Wien vom 13. August: Nach, einer Meldung aus Czernowitz weilte dort in den letzten Tagen eine sehr hochgestellte russische Persönlichkeit, permutlich der Z ar. Der ' 'Wölkerung war geboten, 24 Stunden laug in den Häusern . u bleiben und überall die Fenster zU verhüllen. Gin dichtes Spalier von Soldaten besetzte mehrere Straßen und Plätze. Man hörte vielfach Hurra! rufen. Am nächsten Tage begab sich die Persönlichkeit mit Gefolge in geschlossenen Automobilen zur -russischen Front im Süden der Bukowina. England nnd die holländische Schiffahrt. Rotterdam, 14. Aua. (WTB. Nichtamtlich) Ter „Nieuwe Mtrerdamsche Courant" mewet aus London, daß die dortige niederländische Handelskammer aus Ersuchen, der Handelskammern in Vlaardingen, dem Haag, Katwhk und Betzen .eine Bittschrift an Grey richtete, in der sie ans die Schwierige feiten hinwies, die infolge der Anhaltung der Fischereifahrzeuge) dem niederländischen Fischereibetrieb und verwandten Industriezweigen entstanden seien. Gegen 30 000 Personen seien in diesen Betrieben tätig und nunmehr der Verarmung preisgegeben. Das Auftreten der britischen Behörden habe in den Niederlanden einen ungünstigen Eindruck gemacht. Die Handelskammer ersucht Grey, dieser wichtigen Angelegenheit besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Die Kämpfe in Afrika. London, 14. Aug (WTB.) Amtlich wird gemeldet: Tie verschiedenen Streikkräfte des' Generals SMuts begannen am 5. August gleichzeitig den Vormarsch gegen die Hauptmacht des Feindes, der seit seiner am Lurigurafluß am 24. Juni "rlittenen Niederlage starke Stellungen in den Bergen von N gu tu besetzte. Es entwickelten sich, hartnäckige Kämpfe, die mit der. Mederlage des Feindes bei Matamondon unb Techungo ntbigten. Der Feind wird verfolgt. Seme Verluste sind ziemlich, schwer, die unsrcgen leicht. London, 12. 2lug. (WDB. Nichtamtlich^ „Daily Chronicle" meldet nach dem Blatt „South Africa", daß General Smuts in Deutscb-Ostafrika an einem schweren Anfall von Malaria erkrank t sei. General Botha hat sich deshalb nach Deutsch-Ostaftika begeben. ver „Saralong"-zalk Berlin, schreibt: 14. Aug. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" Dem Reichstag ist heute ein Weißbuch über den „Bara- l o n a" - F a l l zugegangen. Das Weißbuch enthält die diesen Fall betreffenden amtlichen Schriftstücke, nämlich: I. Denksckirift der deutsck>en Regierung über die Ennordung der Besatzung eines deutscher Unterseebootes' durch den Kommandanten des britisckZen Hilfskreuzers „Baralong" vom 28. November 1915. Anlage 1 bis 5 zur Denkschrift, enthaltend Zeugenaussagen in englischer Sprache nebst deutscher Uebersetzung. II Antwort der britischen Regierung vom 14. Dezember 1915, nebst deutscher Uebersetzung. i III. Erwiderrmg der deutschen Regierung vom 10. Januar IV. Antwort der britischen Regierung vom 25. Februar 1916, nebst deut)cher Uebersetzung. V. Schlußwort der deutschen Negierung. Das Schlußwort lautet: Die deutsche Reaierung hatte in ihrer Erwiderung auf die Erklärungen der brrttschen Regierung zu der deutschen Denkschrift über den „Baralong"-^all dom l0. Januar ds. Is. den Standpuntt eingenommen, daß es für sie rm Hinblick auf die e m p ö r e n d e H a l - tu . n .9 &J r Regierung nicht möglich sei, weiter rnrt rhr über dresen Fall zu verhandeln; sie hatte zu gleicher Zeit an- tgekündrgt, daß sie nunmehr selbst die der Herausforderung entsprechenden Bergeltungsmaß regeln tveffen werde. In ihrer letzten Antwort glaubt hie britische Regierung über den Mord, den der Kapitän nnd die Mannschaft der „Baralong" an der wehrlosen Mannschaft eines >derckschen Unterseebootes begangen haben, mit denl bloßen Hinweis ans die Unzuverlässigkeit der Aussagen eines Zeugen, dessen Namen sie nicht einmal angibt, hin'weggehen zu können: dagegen stützt sie firfj, für die non ihr mit dem „Baralong' -Fall in Zusammenhang gebrachten drei Fälle angeblicher, von deutschen ^eestreükräften begangenes Grausamkeiten lediglich- auf haltlose Bel-auptungen, ohne dafür irgend welches Material beizubringen. Tie deutsche Regierung' kann rnefc Behaupttmgen auf Grund per eidlichen Ausfallen und dienstlichen Meldungen der zur Sache vernommenen Ziugcu nur nnt Entrüstung zurückweisen Was aber den „Baralong"-Fall e^trr>ck, so maß nochmals nctt aller Schärf« daraus hingewiesen werden, daß sich die britische Regieriung trotz des ihr mitgeteilten Materials geweigert hat, seDst zur Untersuchung einzuleiten; Hamit hat sie anerkannt, daß sie es' nicht wagen! kann, den Fall vor eilt Gericht der eigenen Standesgenossen dep Beschuldigten zu bringen. The deutsche Regierung hat sich hiernach ihrer Ankündigung entsprechend genötigt gesehen, die Ahndung des ungesühnten Verbrechens selbst in die Hand zu nehmeir. Eine Vergeltung der Untaten britischer Seeleute im „Baralong"-Fall mit Maßnahmen gleicher Art, etwa durch Erschießung britischer Kriegsgefangenen, l-at sie selbstverständlich abgelehnt. i'Lber die deutschen Luftschiffe Mrden das englische Volk davon überzeugt haben, daß Deutschland in der Lage ist, die von den Offizieren und Mannschaften der „Baralong" begangenen Straftaten nicht ungesühnt zu lassen. Wenn ftüher die unvermeidliche Gefährdung der Zivrlbevölkerungj bei Verlveudung der deutschen Zeppeline für militärische Zwecke besondere Berücksichtigung fand, so konnten angesichts des ,,Baralonch -Mordes solche Rücksichten nicht mehr durchgreifen: England gegenüber wird seitdem die Waffe des Luftschiffes innerhalb der Grenzen des Völkerrechts rücksichtslos ausgenutzt. Bei jedem Luftschiff, das .auf London oder auf andere verteidigte oder Anlagen militärischen Charakters enthaltende englische Städte seine zer- stövenden Bomben abwirft,, soll England sich des „Baralong"-Falles erinnern. Dazu schreibt uns unser Berliner Mitarbeiter: Die Androhung des deutschen Baralong-Wcißbüches — Rücksichtsloser Gebrauch der Luftschiffwaffe — wird in England selbstverständlich einen wahren Orkan heuchlerischre Entrüstung anslösen. Und selbstverständlich wird dabei geflissentlich übersehen nnd unterschlagen, daß Deutschland ausdrücklich erklärt hat, innerhalb der Grenzen des Völkerrechts zu bleiben. Der Schlußakte der Haager Friedenskonferenz vom 29. Juli 1899 waren mehrere Erklärungen (Dektaratione n)angefügt, in der ersten heißt es: „Dü vertragschließenden Mächte sind dahin übeveingekommen, daß das Werfen von Geschossen und Sprengstoffen aus Luftschiffen oder aus anderen ähnlichen neuen Wegen, für die Dauer von fünf Jahren verboten ist. Diese Erklärung ist für die vertragsschließenden Mächte nur bindend iml FE eines .Krieges zwischen zwei oder mehreren von 'ihnen." Diese Erklärung wurde von allen Mächten, Deutschland an der Spitze, unterzeichnet. Nur G r o ß b r i t a n ie n schloß sich ans. Damals hat dre englische Regierung noch geglaubt, sie habe in bombenabwerfenden Luftschiffen oder Ballons eine Waffe gegen eine Kontinentalmacht. Als dann die Frage bei der ztveiten Kriegskonferenz 1907 wieder verhandelt wurde, erklärten Deutschland und Frankreichs, sie wollten, wenn eine Großmacht — eben England — sich ansschließe, von einer Beschränkung des Luftkrieges nichts wissen. Zwei Jahre später, 1909, begann der.Aufstieg der Zeppelintechnik, die geradezu märchenhafte Entwicklung der deutschen Luftschiffwasfe, und drüben fraßen Neid und Wut den maßgebenden Politikern das Herz ab. Der Pfeil, den England gespitzt hatte, lag plötzlich aus der deutschen Armbrust nnd mußte im Kriegsfälle $egen England fliegen. Als im August 1914 die Zeppeline über Antwerpen erschienen und ihre Bomben abwarfen, beteiligte sich England sofort eilfertig an dem belgischen Protest bei den neutralen Mächten. Wie ans einen: Munde behaupteten sämtliche Londoner Blätter, das Wersen von Bomben ans Luftschiffen sei eine Verletzung der Beschlüsse der Haager Friedenskonferenz, und Millionen Leser, die das Protokoll von: Haag nicht im Bücherschränke haben, glaubten es willig. Selbstverständlich machte man sich schon rvährenb der Belagerung von Antwerpen in London allerlei Gedanken über die Möglichkeit, daß Deutschland seinen Luftkrieg bald auch auf England ansdehnen iverde. Und um dem zuvorznkommen, erössnete inan den Lü-genseldzng über die migebliche Völkerrechts- Widrigkeit. Ver 5eekrieg. Der Untergang des englischen Torpedojügcrs„Lassoo". Berlin, 14. Aug. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote hat am 13. August, vormittags, im englischen Kanal den englischen Zerstörer „Lassoo" versenkt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. (In eftcem Teil der Auflage wiederholt.) London, 14. Aug. (WDB. Nichtamtlich.) Meldung dos Rcu- terschen Buremts. Me Adrniralität teilt mit, daß der bri ti- s ch e Zerstörer „L a s s o o" am 13. Llugust auf der Höhe der holländisck-Ar Küste entweder durch eine Mine oder ein Torpedo zum Sinken gebracht morden ist. Ein Offtzier und ein Mämr wurdeuj verwundet. Zwei Offiziere und vier Münn werden vermißt. * Berlin, 14. Aug. (WTB. Amtl.) Eines unserer Unterseeboote hat im englischen Kanal in der Zeit vom 2. bis 10. August 7 englische und drei srauzösische Segelfahrzeuge sowie 3 englische und 2 sranzüfische Dampfer versenkt. Der Chef des Admiralftabs der Marine. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) London, 14. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der britische Dampfer „F. Tobartt' (801 Tonnen) wurde versenkt. Vier Mann der Besatzung sind nmgekommen. — Me Besatzungen der norwegische-: Dampser „Credo" (728 Tonnen) und „Dora" (1052 Tmrnen), die bei Barfleur versenkt wurden, wtnrden gestern in Le Havre gelandet. Der dänische Dampfer „Danevang" (1247 Tonnen) wurde versenkt. London, 14. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einem Lloydtelegramm aus Gen:l-a wurde oer Schoner „Neptun" von einem österreichischen Unterseeboot versenkt. Me Besatzung glaubt, daß bet dieser Gelegenheit noch zwei andere italienische Segler versenkt wurden. ^ London, 14. Aug. (WTB. Nichtmntlich.) Lloyds meldet, daß der französische Schoner „Saint Gaetan", der italienische Segler ,^F n a" und der italienische Dampfer „N e r e l s" (?) versenkt wurden . Kopenhagen, 14. Aug. (WTB. Mchtanrtlich.) Meldung des Ritzauschen Bureaus. Hier ein getroffenen Nachrichten zufolge ist der dänische Dampfer „Jv a r" gestern vor Genna von eirrem Unterseeboot versenkt worden. Die Mannschaft ivurde gerettet. Abg. v. tzeydebrand über den Weltkrieg. Frankfurt a. M., 14. August. (WTB.) Im Aufträge des Bürgevausschusses für vaterlä:rdische Veranstaltungen sprach heute lheute abend Reichst und LarMog-sabgsvrdneter von Hetzde- v^rand uitd der Lasa vor mejhr als 3000 Personen in: großes ^aale des Zoologischen Gartens über Welt kriegsfrage u., Regierungsrat Konietzko betonte in einer einleiteirden Ansprache, daß der Bürgerausschuß eine sich aus Vertretern aller bürgerlichen Parteiini^ und verschiedener vaterländischer Vereine zusanimeu'- setzende selbständige lokale Frairksurter Organisation sei, welche sich jür die vom unabhängigen Ausschuß (Professor Dietrich Schäfer) nach Maßgabe der nribitärischeL Lage ersprießlichsten und, erstrebl'nswertesü.i Friedeuszüle cinsetze. Herr von Heyden bcano führte in einer einstüüdigen Rode u. a. aus, daß er dick Auffassung der Reichsleitung in ber U-Bootftage achte und die Beiden tujng einer ,Verwickl-ung mit den Vereinigten Staaten vonl Amerika nicht unterschüst, gleichwohl müsse aber l-ervorgehobeni' nserden, daß EnFand der Feircd sei, durch welchen die feindlichs Allianz zusammengel-alten werde. Er sage nicht, daß man dasl letzte englische Schiff in den Grund bohren sollte: die Eiilsickst Englands würde es dazu nicht konmten lassen. A be r En glanch müsse der Brotkorb höher gehängt werden, so hoch, daß es ihn nicht mehr erreichen könne. Ueber- gehend zu den Friedensforderungen hob der Redner hervor, daß man nicht allein nach dem Osten blicken solle, sondern auck? nach dem Westen. Im Osten dürfe man, wenn es irgend möglich sei> die baltischen Stammesgeirossen nicht vergessen, noch weniger als fofie Phlen. In seinen Bemerkungen zur inneren Lage unter-, strich der Redner die Einigkeit im Deutschtum, sowie das feste Zusammenhalten bei Lösung all der Riesensragen wirtschaftlicher- ftitanzieller und kultureller Natur in der Zeit nach denr Kriegei Das preußische Wahlrecht dürfe nicht den Kerp der Neuorientierung bilden, wie er sich überhaupt dagegen ausspreckio, diet dem Aufbau des preußischen Staates entsprechende Eigenart des preußischen Wahlrechtes aufzugeben. Die Eigenart der einzelstaat- lick-eu Organismen dürfe nicht geopfert werden, da sie kulturell und wirtschaftlich, ja aiuh jetzt draußen auf dem Schlachtfelde aneifete und an sporne zu fruchtbarer Tätigkeit. Die Schlußaussührmigenj des Redners waren dcw Sozialdemokratie gewidmet. Der Begriff national und antinational föimc nicht als zusammenge- flossen gelter:,,so lange die Sozialdemokratie die Verbrüderung des Proletariats der garrzen Welt anstrebe. Die Rede klang m:s inj den Mflchrrruf: Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an! Ums Um Reiche. Neutrale im rheinisch-westfälischen Industriegebiet. Berlin, 14. 2lug. (WTB. Nichtamtlich.) Me Milt- tärattachös der neutralen Staaten haben sich zu einer längeren Informationsreise in das rheinisch- westfälische Industriegebiet begeben. m Dre s den, 14. Aug. (WTB.) Der König hat dem! Kaiser telegraphisch seine Freude und Dank zugleich auch im Namen der sächsischen Armee über die Verleihung des Ordens Pour le mente an den General der Artillerie! v. Kirchbach ausgedrückt. Hierauf ist von dem Kaiser dem König folgendes Telegramm zugegangen: Ich danke Dir herzlich fiir Deine Depesche. Es lvar mir eine wahre Herzensfreude, Deiare tapferen Lcrndeskindev und ihre wohlgemuten Führer =yu sprechet:, die Kum Teil gerade aüs dem Gefecht kamen. Ihre Sttmmung und Härtung waren ebenso glänzend wie die Art, nrit der sie sich in aufopfernder und hingebender Tapferkeit erfolgreich gegen die feindliche Uebermacht geschlaget: haben. 5birchLach verdiente die Auszeichnung wohl. Auch Deine lieben Söhne zu begrüßen, rvar mir eine große Freude. Wilhelm. Aus Stadt und Land. Gießen, 15. August 1916. Merksätze für Landwirte. Verkauft Euer Korn rächt vorzeitig:, behandelt es sorgfältig!, laßt es ausreifen, und beachtet dazu folgendes: 1. Erntet nicht vorzeitig ein. Das Korn ist erst dann aus gereist, menn es innen iveiß ist und kernen grünlüheir Kern enthält. 2. Fahrt nicht zu zeitig ein, laßt die Garben aus-^ trocknen. Weni:^ das Wette:' zum Einfahren zrmngt, nehmt die Garben nicht gleich auf dm Bodm, fonbem werft sie auf der Tenne oder unter Schuppen ab. TaduM-, daß Ihr sie dann nochmials onfa nehmen müßt, erhalten sie wieder Satft :md Lüftung und säuern nicht. 3. Drescht nicht zu früh! Das Kvrn trocknet am besten in seinen Spelzen und wird geschlossener und wohls>chm«cke7Ü>cL darin, als roenn es ausgedroschen auf dem Kornboden lagert. DaS Kvrn wird daun a::ch schwerer und für Euch wertvoller, wenn es seinen Feuchtigkeilsinhalt nur langsam!' verdampft. 4. Wenn Ihr gedrosä-m habt, lagert das Korn me höher als: Roggm und Weizen 10 Ztm., Hafer und Gerste 15 Ztm^ Schaufelt aber täglich um, bis es harttrockm geworden ist und wie gcivascl)ener Kies mm der Schaufel rinnt. 5. Erüstick: sackt das Kvrn nicht zu zeitig ein. Derm wenn.Ihr es ff: Säckar zur Mtühle bringt, liegt es^ auch dort in hohei: Stapeln und kann nochntals irts Schwitzen nitb ins Verderben kon:men; denn der Müller ka:m es nur in der Reihenfolge seinev Aufträge aufarbeitei:. Kvrn wird leicht dumpstg, wenn es ohne Durchlüftung liegen bleibt. Es erwärmt sich zuerst, schüvitzt dabei, stockt an :md wird ungenießbar. Das Pferd nimmt angegangenen dumpstgen Hafer nicht an, der Mmsch Muß in der Not derartiges Kvrn leider essen. Älber, Ihr Landwirte, Ihr habt es in der Hand, ob Ihr Eure MitMenschm nicht geringer cursehen wollt als Eure Tier«! Bedenkt, daß Ihr mit gutem Körn zu gutem^ Brote Kraft und Freudigkeit im drutschm Volke zu erhalten helfm könnt, wenn Ihr Euer Korn ausveifen laßt, wenn Ihr es pfleglich behan-, del t und nicht zu zeitig abliefert, sonst müssen wir wieder wie rm Vorjahre dunftpffges Brot eilen. Rau, Müllermeifber. * ** Amtlich> e Person alnach richten. In den Ruhestand versetzt wurde ani 5. Juli ds. Is. der Lehrer August W e cb zu Wimpfen a. B. auf sein Nachsuchen unter Anetkmmmg seiner laugjährig'M trmm Mcnste Mit Wirkung vom 16. Jul: 1916 an. Glcrch^eitig wurde ihm das Rrtterkveuz 2. .Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Ernannt 'nmtbe am 12. August ds. Is. der Aktt:ariatsassiste::t bei dem Amts;7ericht Osthofen Wilhelm H e r r m a n n pm Mtuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Bingen und der Gerichtsschrechergehilfe Philipp Bauer ff: Groß-Ümstadt zum Aktuariatsassistenten bei dem Anrtsgerichit Osthofen, beide mit Wirkung vom 15. August 1916.. — In den Ruhestand versetzt wurden die Weichenpeller.(Eisenbahngehilfen) in der Hessisck>-Preußischen Effenbahngemeinschaft Lldam Lutz zu Worms und Johann Röder M Kreuznach, beide vom 1. September ds. Is. an. ** Militärische Ausbildung der Jugeud.- Anr Sonntag machte die hiesige Innaman.'nschaft einem infolge des schwülen Wetters wohl anftvemgemdem, aber sehr ^ lohnenden Uebungstnarsch nach Treis. Um 91/4 mcpffchierten ' 80 Ipngmannen unter Führung von Prokurist Wenzel über das Forsthaus Hochivart durch den schönen „Fernewiald", an der Gansebnrg vorüber nach Großen-Buseck. Nach kurzer Rast oberhalb des Buseckertales führte der Weg über dem Climbacher Höhenrücken hinüber zum Lumbatal. Um 3 Uhr wurde ab gekocht. Der Zug führte dann um V26 Uhr die jugendliche Schar wieder der Heimat zu. — Am Mittwoch abend 81/2 Uhr treten alle Mannschaften in dem Turrchallen des Nealgymnasiunts, am Samstag abend auf Oswalds- garten an. ** Kartoffelab gab e. Me der Stadt überwiesenen Kartoffeln werden von den Kartoffelhänblern bei Mengen unter- 25 Pfund für 7i/ 2 Psg, das Pfund, bei Mengen von 25 Pfund nnd mehr 7 Psg. das Pfund abgegeben. Die Abgabe von Kartoffeln darf nur gegen K a r t 0 f f e l n: a r k e n der Stadt Gießen, die für die laufende oder die nächste folgende Woche gültig sind, erfolgen. Die angegebenen' Preise sind nach der Marktlage zurzeit als a u g c ift c f f c it e Kartofselprei.se zu bezeichnen; das Fordern höherer, Prerse erscheint als übermcitzlge PreiAstergermrg, bte fgrttf* rechtliche Verfolgung nach sich ziehen kann. ** Tie Haus haltungsschule des Alice schul - Vereins schloß am« 12. August ihren Sommerkurs, der am 14. Mär- begonnen hatte und von 12 jungen Mädchen besucht toar, mit der Prüfung der Schülerinnen ab. Diese beftaitb in der selbständigen Beveittmg eures Mittagessens, das von den Mitgliedern des Vorstandes und den zahlreiche zur Prüfung erschienenen Angehörigen der Schülerinnen verzehrt wurde, und tu einee theoretischen Prüfung, welche die Lehrerinnen Frl. Dorn i n i ck und £) o f «und in Gesundhettslechoe Dr. Waste abhielten. Tie in dem HairdarbeitsUnlerricht an gefertigten Wäsche- und Kleidungsstücke waren zu einer Ausstellung vereinigt. Während des Kursus fanden mehrere größere Besichtigungen statt: es wurde besucht der Schlachthvf unter der instruktiven Führung von Tiret- tor Tr. Mod de, das Säuglingsheim, in welchem Medizinalrctt Tr. Bötticher in liebenswürdiger Weise vortrug und demonstrierte, sowie die Großwäscherei Welweiß. Ter nächste Kursus beginnt am 26. Seiptembvr und endet am 14. März 1917. Bei der zunehmenden Erkenntnis von der Wichtigkeit einer gründ- lichten liauswcrtfchaftlichen Ausbildung unserer Töchter ist zu erwarten, daß der Besuch, der Haushaltungs schicke einer zuuehmLnden Steigerung entgegen geht. , ** Unentgeltliche Rechtsberatung der Angehörigen der Kriegsteilnehmer. Das stellvertretende Generalkommando dos 18. Armeekorps veröffentlich folgenden .Hinweis: „Die Verhältnisse des Krieges bringen es nrit sich, daß, Frauen häufiger als sonst zur Abfassung schriftlicher Eingaben genötigt find. Ungeübt im Schreiben und in der Sorge, durch irgend einen Formfehler ihrer Sache zu schaden, wenden sie sich meist an Agenten, die gewerbsmäßig alle möglichen Gesuche anfertigen. Meist aber müssen sie für derartige Schreibarbeiten eine unverhältnismäßig hohe Gebühr zahlen, auch bleibt der Erfolg oft hinter der Erwartung zurück. Demi die Behörden stehen namentlich Bttt- und Unterstützungs- gesuchen, die die bekannten geschäftsmäßigen Wendungen zur Erregung des Mitleids enthalten, stets mit einen! gewissen Mißtrauen gegenüber, während eine formlose, aber wahrheitsgetreue Schilderung der Verhältnisse ihren Eindruck irre verfehlt. Glaubt eine alleinstehende Frau die Unterstützung eines Beraters nicht entbehren zn^ können, so wende sie sich an eine der zahlreichen gemein- nützigenRechtsauskunftsstellen, die allen Hilfesuchenden in entgogenko rinnender und durchaus sachgemäßer Weise an die Hand gehen." Die Gemeinnützige Rechtsberatungsstelle des Evang. Arbeitervereins (Schiffenberger weg 16III, dahier) steht den Angehörigen der Kriegsteilnehmer Dienstags und Freitags von 8—9 Uhr abends zur unent- geltlichenBeratungin allen Versorg ungs-undUn- terstützungs- Angelegenheiten zur Verfügung. ** De ^Gewitterregen, der gestern um die Mittagsstunde hier niederging, ergab eine Niederschlagsmenge von 22 Millimetern. ** Fernsprechgebühren. Diejenigen Fernsprechteilnehmer, welche ein Postscheckkonto besitzen, normen die fälligen Fernsprechgebühren von ihrem Postscheckkonto ab- schrerben lassen. Sie brauchen z-u diesem Zweck dem Tele- graphencrmte nur einen entsprechenden Mrstrag zu erteilen. Das Telegraphenamt veranlaßt dann das Erforderliche, ohne daß dem Fernsprechteilnehmer eine Mehrarbeit entsteht. Gebührenquittungen und Kontoauszüge werden dem Teilnehmer durch die Post übersandt. Im Interesse des bargeldlosen Zahlungsverkehrs wird höflichst gebeten, von dieser Einrichtung nach Möglichkeit Gebrauch zu machen. M Silberne Hochzeit feiern morgen, Mittwoch, der Schubmachermeister Th. E i ß f e l l e r und Frau. •* Das Teilnehmerverzeichnis an den Fernsprechnetzen im Oberpostdirektionsbezirk Darmstadt (Juni 1916) ist soeben erschienen. " D i e Anzeigepflicht von Roggen. Weizen usw. aus früheren Ernten behandelt eine Bekanntmachung Seite 3 im heutigen-Kreisblatt, auf die wir besonders Hinweisen. ** Der letzte diesjährige öffentliche Impftermin wird nächsten Mittwoch, den 16. August, abgehalten. Näheres stehe Bekanntmachung. ** Grummetgrar- Versteigerungen der Stadt Gießen finden SamStag, den 19. August, Montag, den 21. August, und Dienstag, den 22. August, statt. Näheres stehe Bekanntmachung. •* Der Fahrplan der Eisenbahndirektion Kassel, gültig vom 1. Oktober 1916, ist erschienen. Wichtigere Aenderungen gegen den Sommerfahrplan sind nicht getroffen. Die Strecke Eimelrod—Urfeln ist am 14. August d. Iß. neu eröffnet. ** DaS heutige Kreisblatt enthält folgende Bekannt-^ mrachimrgen: zum Schutze eiserner Gedenkstücke der Reichsbank; betreffend Durchführung des Verbots der Entfuhr entbehrlicher Gegenstände: über die Aufhebung des Verbots des Vorverkaufs der Ernte des Jahres 1916; über Tabak; über die Bestellung eines ReichSkonmrissars für Uebergangswirtschafi; über den Verbrauch von Eiern; über die Verpflichtung der Kommunalverbände und der Kartvffelertzvuger zur Sicherstellung und Abgabe von Kartoffeln; Anzeigepflicht von Roggen,iWeizen usw. aus fr ü Heren Ernten: Verkehr irCrt Säcken: Feldrügeverfahren; Regelung des Verkehrs mit Geflügel, Federvieh, Hasen und Kaninchen w-d Einfuhr vvn Käse. ** Eine reiche Brombeerernte ist heuer in den Waldungen des Taunus, Vogelsberg und Spessart zu erwarten. Die Brombeerhecken zeigen einen guten Behang. An sonnigen Hängen rriffi man bereits völlig reife Brombeeren. Die allgemeine Reife wird erst in etwa 14 Tagen zu erwarten sein. Landkreis Gießen. " Lich, 15. Aug. Dem Kaiserlichen Postamt Lich (Oberhessen) ist das P o st s ch e ck k o n t o .Frankfurt (Main) Nr. 1 2 5 0 9", eröffnet worden. "* Londorf, 15. Aug. Dem 17jährigen Kriegsfreiwilligen Gefreiten Rudolf R ü s p e l e r bei einem Feld-Artillerie-Regiment wurde wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen. Er befindet sich seit einigen Tagen verwundet in einem Kriegslazarett im Osten. t. Steinbach, 15. Aug. Der seit dem 3. v. Mts als ver- ttmnbet und vermißt geltende junge Krieger Karl Haas von hier Sohn von Landwirt und Fuhrmann Philipp Melchior Haas, befindet fiÄ laut eigenhändig'^, gestern eingetroffener Zuschrift in russischer Gefangenschaft und zwar in einem Lazarett zu Rostow am Don. Die Wtunde ist geheckt und eine Ueberführung nach einem anderen Platze stand bevor. tt. Treis a. L., 13. Ang. Mit der hessischen Tapferkeits- rnedaille wurde wegen tapferen Verhaltens auf Vorposten mitten im feindlichen Granalfeuer der Ersatzreservist Wilhelm Kehr dahier, zurzeit in der 10. Kompagnie des Res.-Jnf.-Regts. Nr. 88, ausgezeichnet. — Zürn Wiegemeister unserer Gemeinde bei der Ausnahme der Dveschergebnisse ist der Kaufmann Siegmund Wc tz- stein ernannt worden. — Der seit einigen Wochen vermißte Philipp Müller von hier fjat dieser Tage aus russischer Gefangenschaft geschrieben. Utphe, 15. Aug. Auf dem westlichen Kriegsschauplatz wurden verwundet: Karl Jung, Fritz Schmidt und Heinrich Euler. ■ ^jllinijcn, 15. Aug. Von den seit Mitte Juni auf dem östlichen Kriegsschauplatz vermißten Georg Zimmer und Wilhelm Jung ist heute die Nachricht eingetroffen, daß sie sich in russischer Gefangenschaft befinden. Kreis Büdingen. y. Bad-Salzhausen, 15. Aua. Konsul Eduard En gl er aus Frankfurt a. M., der bereits die größte Villa hrer besitzt, kaufte auch noch das seinenr Anwesen benachbarte Promenadehotel für 36 000 Mk. Das Kinderheim „Sonnenblick" ist gegenwärtig darin untergebracht. Konsul Engler nimmt als Rittmeister im Westen an den Kämpfen fürs Vaterland teil und weilt gegenwärtig hier auf Urlaub. Er ist auch Pachter des großen Jagdbezirks „Harbwald". # £ c i b [) c cf e u, 14. Aug. Der als vermißt gemeldete Gardefüsttier Wilhelm Wirth befindet sich in englischer Gefangenschaft. Kreis Alsfeld. oz. Altenbnrg, 15. Aug. Dem Kayonier Hans Schnabel von hier im Feldartillerie-Regiment Nr. 47 wurde das Eiserne Kreuz zweiter Nasse verliehen, mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ist er bereits! ausgezeichnet worden. — Dem Kanonier Karl Wagner von hier, Fußartcklerie-Batterie 513, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. 02 . F l e n s u n g e n , 14. Aug. Der Musketier Heinrich Theiß, Sohn von Johannes Theiß VIII., Jnf.-Regt. Nr. 116, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klaffe. oz. Homberg, 15. Aug. Dem Gefr. Gottfried Hisserich bei dem Reserve-Feldartillerie-Regimeitt Nr. 49, Inhaber der Hessischen Tapferkeitsnredackle, wurde am 3. ds. Mts. das Eiserne Kreuz verliehen. Kreis Lauterblich. rr. Schlitz, 15. Aug. Die seit dem 15. Juni d. Js. vermißten -Landsturmmänner Blum und Eckhardt haben aus russischer Gefangenschaft nunmehr den Ihrigen das erste Lebenszeichen wieder znkommen lassen. Kreis Schotten. r. Glashütten, 14. Aug. Am letzten Donnerstag abend fand dahier im Schiulsaal für den gefallenen Krieger Karl Weber eine Gedenkfeier statt. Ter Ortsgeistliche, Pfärver Weidner, Ober- Lais, hielt die Gedachttrisrede. Tie Schulkinder sangen unter Leitung des Lehrers WLber den eindrucksvollen Choral „Näher mein Gott zu dir" und das' erhebende Begräbnislied „Wo findet die Seele die Heimat, die Ruh". Weber, der dem Infanterie-Regiment 116, 6. Kompagnie, angehörte, ist das sechste Kriegsopfer in unserer Gemeinde. — Seit Beginn der russischen Offensive wird Musketier Zimmer, Sohn des Forstwirts Zimmer, vermißt. ** Groß-Eichen, 15. Aug. Ter Musketier Konrad Steuernagel ist zum Gefreiten befördert und mit der Hessischen Tapferkeits medaille ausgezeichnet worden. r. Ober-Lais, 14. Aug. Ter .Krieg hat aus unserer Gemeinde ein weiteres Opfer gefordert. Bei den Kämpfen im Westen fiel im Juli der Musketier Fritz, Sohn des Landwirts Karl Fritz, nachdem er kurz vorher noch zu Hause auf Urlaub gewesen war. Damit hat sich die Zahl der Gefallenen in unserer Gemeinde auf zehn erhöht. — Pionier Gottwals in der Pionier-Komp. 308 erhielt die Hessische Tapfirkettsmedaille; er ist der siebente Krieger unserer Gemeinde, der ausgezeichnet wurde. — Pionier H aas in der 9Nin«nwerfer-Komp. 228, der von der Kompagnie als vermißt gemeldet worden war, hat seinen Eltern lnttgeiteilt, daß er sich in englischer Gefangenschaft befindet. Kreis Friedberg. oa. Friedberg, 15. Aug. Ten Heldentod fürs Vaterland starb Wilhelm Moll, Gefreiter im Res.-Jnf.-Rgr. 87, 3. Komp-, von hier. — Dem Kriegsfreiwilligen Einjährigen Ernst Ascher wurde daß Eiserin Kreuz verliehen. tz Bnd - Nanheim, 15. Aug. Die am Sonntag zuglinsten der deutschen Kriegs- und Zivilgeiangenen in feindlichen Ländern veranstaltete Terrassen- u n ö Straßensammlung hatte ein Ergebnis von 1458,48 Mark. Zu dieser aus kleinen Beträgen zusammengesetzten Summe fomineu noch die in den Sammelstellen eingegangenen freiwilligen Gaben, so daß annähernd 3000 Mk. dem guten Zweck zugeführt werden köniien. oa. Bruchenbrücken, 15. Aug. Karl Michel, Sohn des Philipp Heinrich Michel, welcher beim Art.-Regt. 61 seit Kriegsausbruch kämpfte, erhielt das Eiserne K r e u z. — Friedrich Voltz, ein braver, fleißiger und treuer Familienvater, starb, 27 Jahre alt, den Heldentod fürs Vaterland. oa. Nieder - Mörlen, 15. Aug. Dem Unteroffizier G. Witze l beim Res.-Jnf.-Rgt. 88 wurde die Hessische Tapferkeits- medaille verliehen. Starkenburg und Rhcinhessen. Fc. Worms, 15. Aug. Tie vorbereitenden Arbeiten für die Erbauung von E i g e n h Lusern für Kriegerfamilien, Kriegerwitwen und Kriegsbeschädigte durch den Gemeinnützigen Bau verein für die Landgemeinden des Kreises Worms sind in Angriff genommen worden. Sie bestanden u. a. darin, in den einzelnen Gemeinden diejenigen Kriegerf. und später am 21. September 1864 der deutschen Naturforscher-Bersanrrnlung in G.i e ß e n vorgeführt hatte, geriet die wichtige Erfindung doch wieder in Vergessenheit. Erst 12 Jahre später, am '10. August 1876, wurde die erste elektrische Fernsprochleitting durch den Amerikaner Grahaw Bell l>ergestellt und am Tag!' darauf das erste Gespräch auf ihr geführt. Von diesem Tage an begann der Fernsprecher seinen Siegeszug in die Welt. trat das Fernsprechamt am 1 Angnst 1881 mit vorläufig 50 Leitungen ins Leben. Das' Amt bildete eine Unterab- teckung des Telegraphenamtes. Am 10. August tvurde eine Leittlng von Reifcnberg nach dem Feldberghaus eröffnet. Erst am l April 1892 errichtete die Postverwaltung in Franffurk ein selbständiges Fcrnsprecl-antt, das lchva 1700 Deilmhrner zu bedienen hatte. Mit denr Amt Ivar zugleich eine Fernabterllurg nach den sechs Städten Daimstadt, Hanau, Mainz, Wiesbaden, Mannheim und Mürzburg verbunden, später kam noch Berlin lnnzu. Den Dienst versahen an dem neuen Amte danuckS 8 Beautte und 50 Beamtinnen 1898 wurde tn Bocken heim ein zweites Amt errichtet, da» aber uneber einging, alH 1903 ein großes, Amt für 14 000 Teilnehmer eröffnet wurde. — Wie gewaltig seitdem der Verkehr im Fernsprechivefen seitdem cmgeschwollen ist, dattiber geben Zahlen den besten Beweis. Heule verfügt Frankfurt über drei Aemter mtt mehr als 20 000 Teilnehniern. Dem Fernverkehr dienen 250 Fernverbindungsleitungen. Bon Frankfurt aus kann ntit mehr als 16 000 Orten gesprochen werden. Im Bezirk der Pauschgebühren werden täglich 200 000 Gespräche, im Bezirk der Grundgebühren etwa 30 000 Gespräche vermittelt. Dazu kommen noch 90000 Zwischengespräche und 20 000 Ferngespräche. Beschäftigt find auf den hiesigen Aem- tern mehr als 1000 Beamte und Beamtinnen. An der Spitze des mustergiltigen Frankfurter FernspreäMesens steht seit dem 1. April 1892 Direktor Arthur Vollmer. * [] Marburg, 15. Aug. Badende Kinder entdeckten gestern nachmittag in der Lahn hinter dem Dorfe Eölbe eine weibliche Leiche, die alsbald geländet wurde. Es handelt sich um eine gänzlich imbekannte Frau zwischen 30 und 35 Jahren, die am Samstag in der Nähe von Cölbe noch gesehen ivnrde und die dort ihrem Leben ein Ende machte. bl. Biedenkopf, 15. Aug. Das massenhafte Auftreten der Kohlweißlinge veranlaßte unseren Magistrat, die Jangprämie von 50 Pfg. für 100 Stück noch bis zum 25. August zu zahlen. Bekanntlich beginnt jetzt der zweite Flug. X Hanau, 15. Aug. Das hiesige Königl. Gymnasium hat schmerzliche Verluste erlitten : Gestern verschied Oberlehrer Professor Lr. Küster, Voriitzender des Hanauer Geschichtsvereins ; vor dem Feinde ist als Leutnant d. L. im Res.--Jnf.-Rot. 88 der Oberlehrer Ernst Rexrodt gefallen. ke. W^i e s b a d e n, 15. Ang. In der Goldankaufsstelle wurden bis heute 55 000 Mark für Goldwaren ausgezahlt, außerdem für etwa 4000 Mark Goldmünzen nmgewechselt. fc. Wiesbaden, 14. Aug. Das Kupferdach des hiesigen Hauptbahnhofs ist kürzlich durch ein Zinkdach ersetzt worden, und zwar die großen Flächen der sattöb- formrgen Dächer durch Zintpfannen, die die grüne Farbe des Kupfers haben, uno die geschweiften Fiächen durch Zinkplatten. Die hochgelegenen kleineren Turmdächer haben ihre 5kupferbedachung behalten und schillern weiter in ihrer grünen Pattna. Zirka 30 000 Kilogramm Kupfer sind dadurch gewonnen worden. Dassel, 14. Aug. Zwei Verbrecher sind den hiesigen Slcherheitsbehörden entwischt. Die 42jährige Witwe Barbara Huber, die wegen Beihilfe bei einem Morde verhaftet werden sollte, entkam unmittelbar vor ihrer Festnahme den Schutzleuten Und ist verinutlich ins Ausland geflüchtet. Ferner entsprang aus dem Zuchthaus Wehlheiden der zu langer Strafe verurteilte Gefangene Alwin Kraft. * X Kassel, 15. Aug. Der Regierungspräsident in Kassel hat ur die Ermittelung und Festnahme von Urhebern von Brand- st l s tungen, denen Nahrungs- oder Futtermittel zum Opfer fallen. Belohnungen bis zu 1000 Mk. ausgesetzt. ^Schlüchtern, 15. Aug. 'Der am Samstag hier abgehal- tene Kreistag ermächttgte den Kreisansschüß. dem Patenkrerse Regierungsbezirks Kassel, Stallupönen in Ostpreußen, einen Beitrag von o300 Mk. zu gewähren. Vorer)t soll versucht werden, diese Summe durch sreiwillige Sammlungen im Kreise auszubringen. der fehlende Rest wird dann von der .Kreiskasse übernommen der Regierungsbezirk Kassel ohne die Stadt Kassel L)0 000 M k. fiir Stallupönen bei zu steuern. „Geömkei der GehrzrtrLagzspende sür'§ Bote kreuz"! vermischtes. * Köln, 14. Aug. Heute inorgen wurde Direktor Walter von der Tentzer Sjummifädensabrik ermordet aufgefunden. Seine Geliebte, eine Frau Menzel, lag in einer Blutlache, ebenfalls ot vor der Lagerstatte. Man glaubt Anhaltspunkte dattir zu haben, dag Frau Menzel die Mordtat vollführte und darauf Selbstmord verübte. ' nl. Limburg, 14. Aug. Der Manufakturwarenhändler M. Sternberg von hier hatte sich vor dem Schöffengericht wegen Kettenhandels zu verantworten. Es handelte sich um Lchmierseise' wobei Sternberg ganz erhebliche Summen ver- o^ente. Dgs Gericht verurteilte ihn zu der gerechten Strafe von 7000 Mark oder 1 Jahr Gefängnis. Märkte. Gießen, 15. Ailg. Marktbericht. Auf dem beutiae> Wochenmarkte kostete: Butter das Pfd. 1,90-0,00, Hühnereier da Stück 20-00 Pfg. Käse das Stück ^0-00 Pfg.^ KäseL?SM. «.dsennig, Kartoffeln das Pfund 7 Pfennig, Milch da Llter 3 ? Pfg., Spinal 00 Pfg. das Pfd., Gelberüben 15-20 Pfc das. Päckchen, Rosenkohl 00 Pfg. das Pfd., rote Rüben 15-20 Pfq Zwiebeln das Pfund 00-00 Pfg., Nüsse 100 Stück 00- 00 Pfg Blumenkohl 20-00 Pfennig, Sellerie 00-00 Pfennig das Stüä Kopfsalat 5—10 Pfg. das Stuck, Köhlraben 5—12 Pfo.. Römisc 10-12 Psg das Päckchen, Larich 5—10 Pfennig das Stüä Weißkraut 2ü bis 40 Piennig, Rotkraut 20 bis ^50 Pfennic Erbsen 25—30 Pfg. das Pfd. — Marklzeit von 7 bi« 1 Uhr. ^ Amtlicher Wetterdericht. m, ^effentlichcr Wetterdienst, Gießen, oo am Mittwoch, den 16. Ang. 1916 Wechselnd bewölkt, Nachlassen der Niederschläge, Temperatur wem. geändert. Möller'sche Vadeanstatt. W a s s erwärm e der L a b n am 15. A u g n st: 16 R. Letzte Nachrichten. General Ewert über Hiiidenburg. Lugano, 15 August. Der „Connere della Sera" melde? aus deni rusfiichen .Hauptquartier.- General Ewert erllärte gegenüber auslandiicheu Pressevertretern, daß von einer Beendigung des Krieges keine Rede leur tonne, so lange noch ein einziger deutscher ?der österreichischer Soldat aus russischem Boden stelle. Ewert oÜ!!, blC zunehmende zähe Verteidigung wichtiger strategischer Zentren, ime Baroiionntichi und Kon>el fest, wobei sich auf der günzen Front das Pulsreren eines entschiedeneren Willens und autorttotwen Druckes sühlbar mache, den er auf die Er-ueunung Berohrung verdoppele bei den Kriegern den Wert des zu ernugenden Preises. Der drohende allgemeine Ausstand auf allen amerikanischen Bahnen. r ß! V 1 U 1 2' Washingtoner Tepesche Pariser Blätter berichtet: Nach Ercklaumgen des Richters Küapii bn in L ^in llmschen Angestellten und Eisenbahngesellschas- suhrt, ist jeber wettere Vermtttelungsversuch von vornhcreln als gescheitert zu betrachten ist. 47 Arbeitervei'bände Eisen bahn vei^eim guiuwn umfassen, »viesen das Vvn Knapp voigesch lagen e Setups verfahren zurück. Tic Direk- torm der ^senbahngesellschaften find bestürzt. Die Lage gilt als lihi- ernst. O'stlls dre Arbeiterverbände den von ihnen angenom- nvenen Besthttw firr einen Generalstreik auf allen Lmieq allgemein zur Durchfuhning bringen, würde der gesamte Eisens b a hn v e rk e h r d e r B e r e i n i g t e n Staaten gelähmt sein. Einer New Porker Meldung zufolge untenrimmt der von der Regierung eingesetzte Ausschuß eine letzte Austreuaung Eungung zu finden. Sollte auch dieser Versuch schntern' so loipd Praird^nt Wilson vermitteln, * Ztatt jeifc öejs^öereH Mzeize. Am 10. August verschied nach langem Leiden mein lieber Mann Herr M Sßlcitthi m 8 nl»n Die tiestrauernde Gattin: ksrilie »an ©ralatasi, geb. Richter. München, August 1916. r5S5lss Die Beerdigung findet in aller Stille statt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste unserer lieben, guten, treusorgendea Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Kath. Kräfthöfer Witwe geb. Mschei sowie für die vielen Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Dekan Gußmann sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Daubringen, den 14. August 1915. [5821 Kinder Lleserva«e«, Kirr derbctLstclle billig abzugeb. Dammstrafte 15. [011279 Achtung! Achtung! (SiitfeH mib Aepsel Der Einwohnerschaft zur 5?enntnis, daft ich morgen Mittwock von nachm. 2 Uhr. prima Gurken und Aevse! Löweugaffe 11 im Hofe verkaufe. [011278 Achtungsvoll zeichnet Wipp Best, Krtesheim bei Darmstadt. Noch gut erh. 2sthig. 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Klasse findet statt »na 8. und 9. Beptomber 1918.