Nr. m Erstes Statt Der Gtetzevrr Anzeiger erscheint läqtich, nutzer Sonntags. — Aettaesen: viermal wöchentkicb KictzenerKrvrlllienbNckter; zlvemcalwöchentl.Nrek- vrattsür d en N reis Hießen (Dienstag undFrerlsq); zweimal monatl. L«md- wirtschaftliche Settsragen Fernsprech - Anschlüsse: sürdie Schriitleitung112 Berlag,Ges chLs tsft e l! tbl Adresse ffir Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Nmralsme v»n Anzeigen ^nr dre Tagesnummer bis zum Abend vorher. M. Jahrgang Montag. H- August Mü ietzener Anzeiger General-Anzeißer für Oderhessen ■ö C * U a 4 9 r -T ; >: moitatl. 90 Pß, viertel- jährl. AN. 3.65. durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Ps.: durch die Bost Mk. 2. ^5 viertel- jätjrL ansschl. Bestellg. Zcilenpreis: lokal 15Pi., auslp. 20 Ps. — Hauptschristleiter: Aug. «Äoeiz. Verantwortlich für den politlschenTeil und das Feuilleton: Aug. Goeh; siir Stadl und Land, Verinischtes und Gerichts smil: Fr.R.Zenz; «»tationsdnick »nd Verlag der vrühl'schen Univ.-Such- und Steikdruüerei K. Lange. Schriftleitnng. Seschästzjtelle und Druckerei - Schuiftr. 7 . ,iu öe " ai,se,(,eiüc,l: » Beck, sämtlich m Gießen, Ziehen starke italienische Angriffe östlich von Görz gescheitelt, feindliche Anstürme in Ost und West abgeschlagen. (WTB.) Großes Hauptquartier, 12. August. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Zwischen Thiepval und dem Foureauxwaldc, sowie bei Guillemont griffen starke englische Kräfte an. Nördlich von Ovitters und bei Poziöres wurden sie im Nahkamps und durch Gegenstöße zurückgeworfen, nördlich von Bazentin-le- Petit und bei Guillenront scheiterten die Angriffe im Feuer der Artillerie, Infanterie und Maschinengewehre. Zwischen Maurepas und der Somme brach ein heftiger Angriff der Franzosen zusammen; sie orangen nordöstlich von Hem in ein kleines Waldstückchen ein. Südlich der Somme mitzkrng ein feindlicher Teilvorstoß bei Barleur. Rechts der Maas sind in der Nacht zmn 11. August Handgranatrnangriffe nordwestlich des Werkes T h i a u - mont, gestern abend starke Jufanterieangriffe gegen das Werk selbst unter schweren Verlusten für die Franzosen abgeschlagen. Südlich von Leintrey glückte eine deutsche Patrouillen- mtternehmung, es wurden Gefangene gemacht. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Bei Dubczpczy. am Strumien. westlich des Nobel-Sees mW südlich von Zarecze griffen russische Abteilungen vergeblich an. Im Stochodbo^n, östlich von Kowel. wurden bei einem kurzen Borstotz hundertsicbzig Russen gefangen ge uommen und mehrere Maschinengewehre erbeutet. Starke feindliche Angriffe wurden beiderseits von Tros- ciaaiec (westlich von Zal-»cze) abgewiesen. Unsere Fliegergeschwader fanden in den letzten Tagen an der Bahn Kmoel—Sarny und nördlich derselben in umfangreichen Truppentagern wieder lohnende Ziele, die sie ausgiebig mit Bomben belegten. Ein russisches Flugzeug wurde nördlich von Sokul im Äfftkampf abgrschvssen. HeereSsraat des Venerals der Kavallerie Erzherzog Karl. Südlich von Zalocze wurde abends noch lebhaft ge kämpft. Im übrigen ist es nördlich der Karpathen zu In fanterietätigkeit nicht gerammen. Die eingeleiteten Beweguu gen vollzietz»m sich planmäßig. In den Karpathen nahmen wir im fortschrei tenden Angriff südlich von Zabie siebenhundert Mann gefangen und erbeuteten drei Maschinengewehre. Beiderseits der Höhe Kapul sind deutsche Truppen ins Gefecht getreten. Balkau-AriegSschauplatz. Die gestern wiederholten schwächlichen Scheinangriffe des Gegners südlich des Doiransees erstorben schnell in unserem -lrntteriefeuer. Oberste Heeresleitung. clüebung noch nicht vollendet war, als die Russen zu jenenc Erfolg gelangten. Wir haben es also zwischen Dnjestr und Karpathen mit jenem elastischen^Znrückbiegen unserer ?rront zu tun, die el>er eine Stärke unserer strategischen Leitung bedeutet als eine Schwäche. Wichtig bleibt, daß während diesW westlichen Vordringens der Russen die Truppen der Armee Köoeß, ber deutschen Südarmee und des ^Generalobersten v. Pflanzer- Baltin 'ihre auf der Karpatlstnhöhe errungenen Vorteile fcstzu- halten verstanden. Tie Gestaltung der neuen östlichen Front gibt uns Mancherlei Ausfallp,orten. Wo sie liegen, das zu erorbam^ ist nicht der gegebene Augenblick, aber einen Grund dafür, unfeoe Fahnen dem Moltenftaß verfallen zu sehen, habear wir nicht. Hoffen wir, daß Hindenburg, von dem der Berner „Bund" meint, daß er etwas spät gerufen worden sei, dennoch bald wieder ein Tor nach Osten aufreißen wird. Man muß ihm Zeit zu den nötigen Vorbereitungen lassen, denn heute kann man die Talente eines Strategen nicht mehr mit dem herzhaften Dichterworte andeuten: „Wo steht der Feind? Der Feind allhier. Den Finger drauf, den schlagen wrr." Der. Held von Masuren scheint dem Russen absichtlich Muße zu lassen, mit dem Finger aus dem Kartengebiet des Dnjestr herumzudeuten; gerade in der Kenntnis und Behandlung russischer Finger hat sich ja die Meisterschaft Hindenburgs erwiesen. Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte. Wien, 12. August. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird »Erlautbart: 12. August 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Der Angriff der in den Karpathen kämpfenden deutschen und österreichisch-ungarischen Truwen schreitet erfolgreich vorwärts. Sie nahmen dem Feinde gestern 70 0 Gefangene und drei Maschinengewehre ab. Südöstlich von Worochta versuchte russische Gegenstöße wurden restlos abgewiesen. Sonst kam es im Bereiche der Heeres- ftont des Erzherzogs nur inehr an der unteren Zlota-Lipa und südlich von Zalocze zu lebhafterer Gefechtstättgkeit. HeeresfrontdesGeneralfeldmarschalls von Hindenburg. Die Armee des Generalobersten v. Böhm-Ermolli schlug westlich von Zalocze mehrere starke Angriffe ab. Westlich von Kaszowka wurden bei einem lleberfall auf eine feindliche Vorfeldstellung 170 Gefangene und drei Maschinengewehre eingcbracht. Südlich von Stöbychwa brachen abermals russische Uebergangsversuche zusammen. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Abschnitt zwischen dem Meere und dem Wippach- Tale wurden mehrere Versuche der Italiener, sich mrseren neuen Stellungen zu nähern, durch Feuer vereitelt. Auf den Höhen östlich von Görz schlugen unsere Truppen wieder einen starken Angriff ab und nahmen hierbei 10 Offiziere. 140 Mann gefangen. Der Monte San Gabriele und der Monte Santo stehen unter heftigem ftindlichen Artillerie- ftuer. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von besonderer Bedeutung. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. Seeflugzeuge haben in der Nacht vom 11. auf den 12 laufenden Monats die feindlichen Batterien an der I s o n z o m ü n d u n g , die feindliche Flugzeugstation Gorgo und die Adriawerke bei Monfalcone sehr wirksam mit Bomben belegt. Sie kehrten trotz heftigster Beschießung unversebrl zurück. Flottenkommando. Wien, 13. August. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 13. August 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Südöstlich von Worochta behaupteten unsere Truppen ihre Stellungen gegen neuerliche heftige Angriffe. Der Feind erlitt einen vollen Mißerfolg. Unmittelbar »vestlich von Stanislau wurden zwei russische Divisionen in erbitterten. Tag und Nacht über aw- ^aueenden Kämpfen zurückgeworfen. Oestlicki des Dnjestr stmrden auf unserer Seite nur Truppeutette untergeordneter Stärke im Gefecht. Heeresfront des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Westlich und nordwestlich von Zalocze wehrte die Armee des Gener-alobersten v. Böhm^Ermotti abernmls russische Aiassenstöße ab. Im Räume von Brody schoß ein k. und k. Kampfflieger Lin feindliches ALbatrosflugzeug in Brand. Es stürzte ab. In Wolhynien und am Stochod flaute der Kampf ab- Es ist zuverlässig festgestcllt. daß bei den Letzten großen, völlig gescheiterten Angriffen des Feindes gegen die Swchod- front auch alle Abteilungen der russischen Garde eingesetzt worden sind, und daß diese hierbei noch schwerere Verluste als die anderen feindlichen Heereskorper erlitten haben. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Italiener gingen an unsere neue Front Mischen dem Meere und dem Monte San Gabriele mit starten Kräften heran. Im Abschnitt östlich des Valonetales hatten unsere Truppen mehrere Angriffe abzuwe.isen. Zu sehr heftigen Kümpfen kam es wieder auf den Höhen östlich von G ö r z. wo sieben starke Stürme des Feindes unter schwersten Verlusten scheiterten. Seit Beginn des italienischen Angriffes blieben 5000 Gefangene, darunter über hundert Offiziere, in unseren Händen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Außer der geivöhnlichen Gefechtstätigkeit an der unteren Bafufa keine besonderen Begebenheiten. Der Stellverttetcr des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. In der Nacht vom 12. auf den 13. wurden die Luftschiffhallen von Campolto bei Venedig von einem Seeflugzeuggeschwader Willkommen zerstört. In einer Höhe erplodieNe ein Luftschiff mit einer 500 Meter hohen Stichl- flmnme. Die andere Halle brannte ohne Explosion nieder. Gleichzeitig belegte ein anderes Secflugzeuggeschwader die Flugzeughalle von Gorgo, die Anlagen in G r a d o, die Batterien an der Jsonzomundung und die Adriawerke mit sehr gutem Erfolg. Mehrere Dolltteffer in die Flugzeughalle und die Batteriestellungen und ein halbes Dutzend Brände wurden einwandftei festgesttllt. Ein drittes Geschwader erzielte mehrere Volltreffer in den Batterien der Jsonzomundung und militärischen Objekten in Pieris und San Canzia. Trotz heftigem Abwehrfeuer bei allen Angriffes find sänttliche Flugzeuge wohlbehalten zurückgekehrt. Klottenkommando. Der türkische Bericht. Konstantinvpel, 12. Mag. (WTB.) Bericht des Haupt- rru-artier3. 1 An der Irak-Front ereignete sich'nichts Wichtiges. Ein Teil der englischen Streitmacht, die unsere Freiwilligen und eine Abteilung in der Nähe von Nassirieh im Ab schnitt des Euphrat au griff, trat nach zweistündigem Kampfe den Rücknra r sch an und Itcfc eine gewisse Zahl von Toten imb Verwundeten zurück. In Persien vertrieben unsere Abteilungen an der russischen Front die Russen aus ihren Stellungen westlich! Kankaver und trieben sie östlich dieser Ortschaft 'zurück. Wir wachten einige Gefangene. Der von den Unseren 'verfolgte Feind zieht sich! mit dem Goos seiner Streitmacht nach Essadabad auf der Straße von Hamadan zurück. Unsere vorgeschobenen Abteilungen erreichtes Rahmrdabad 17 Kilometer nordöstlich .Konkaver und Hussei- nadad, 10 Kilometer östlich der genannten Ortschaft. Unsere Truppen, die den Feind am! ,6. August aus dem Orte Svngur vertrieben batten, verjagten ihn ebenfaUs aus dem Engpaß von Elmis, 23 Kilometer östlich der erwähnten Orte, und besetzten den Paß. Gefangene sagen aus, daß in dem letzten Gefecht außer einer Haubitze ein Gebirgsgeschütz und vier Feldgeschütze durch unser Feuer unbrauchbar gemacht wurden in© hinter die Front gebracht find. An der Kaukasus front entwickekten sich unsere Operationen auf dem rechtere FLLgÄ in gesicherter Weise. Ein Teil unserer Truppen warf südlich von De tu an die aM Westuser des Wan-Sees gebliebenen Russen durch einen Ueberfall nach Norden zurück. Das Gebiet, das sich bis zum Muradfluß nördlich von Musch ausdehnt, wurde vom Feinde gesäubert. Die feindlichen Truppen, die si ch, in den Abschnitten von Ognott und westlich von Kigbi befinden, ziehen sich «weiter in verschiedenen Richtungen zurück. Fm Zentrum und auf idem linken Flügel hindern unsere Truppen durch ihren Druck den «Feind in gewissen Abschnitten, BerfchanMrngen aufzuführen. ! Am 10. August haben achtzehn Kriegsschiffe verschiedener Klassen in Verschiedenen G ruppm die Orte Mevmetts, Fethie, Fenrk und Mersina anderthalb «Stunden lang beschossen und sich dann Mrrückgezogen. Sie beschädigten nur einige Gebäude in Mersma. An der Formt in Aegypten griffen die Engländer am 0 ?lUbust mit Kavallerie und «Infanterie, die durch Artillerie und Maschinen gewehre verstärkt waren, unsere Stellungen Ln der Unv- aebung von Katia an. Der Kampf dauerte 13 Stunden! und erchete $u unseren Gunsten 'infolge der heftigen Angriffe, die unsere Truppen auf beiden «Flügeln gegen den Feind aus-- führten, der ungeheure Verluste erlitt 'und sich» in der Richtung auf Romani zurüchog. Kon stantinopel, 13. Ang. (WTB.) Bericht dies Hauptquartiers. An der Jrakfront hat sich nichts von Bedeutung ereignet. In Persien v ert r ie b unsere auf dem rechten Flügel weiter offensiv vergehende Armee an der rnssffchen Front am 9. August bei Tagesanbruch die Russen aus Essadabad, setzte den Vormarsch darüber hinaus fort und begann den Feind anzUgreifen, der in vorher befestigte Stellungen nördlich des erwähnten Ortes sich zurückzog. Im Zentrum und auf dem linken Flügel drängen unsere Truppen in den Gegenden von Sftrneh,, Bane und Sakkiz die Russen in glücklichen Gefechten nach Osten und Norden zurück. An der Kau kasusfront besetzten unsere Truppen auf ivnt rechten Flügel die beherrschenden Höhen nördlich Bitlis und überschritten den Muradfluß, wodurch sie das nördliche Ufer erreichten. Im Zentrum und auf dem linken Flügel zeitweise unterbrochener Arlilleriekampf. Ungefähr zwei feindliche Kompagnien wurden zerprengft und erlitten im Feuer unserer Artillerie Belüfte. IM .Küstenabschnitt kam es mir zu Scharmützeln. Eine Unserer Patrouillen machte bei einem Gefechte sieben Gefangene. An der ägyptischen Front kein Ereignis außer Pa- trouillengefechten. Es wurde festgestellt, daß bei unserem letzten Luftangriff gegen Sues außer dem von unseren Bomben bewirkten Schaden zwei Petroleumniederlagen und ein Flugzeugschuppen zerstört wutden. Drei englische Offiziere in Jsmaila wurden getötet. Bon der mazedonischen Front. Sofia, 12. Aug. (WTB.) Bericht des Generalstabes. Am 9. August beschoß die feindliche Artillerie während des ganzen Tages ununterbrochen unsere vorgeschobenen Stellungen südlich und südwestlich des Doiran-Sees. Es wurden aber keine Infanterie-Abteilunaeu beobachtet. Die Beschießung wurde während eines Teiles der Nacht fortgesetzt. Unsere Artillerie antwortete nicht. Am 10. August eröffnete der Gegner auf dieselben Stellungen ein heftiges Artilleriefeuer, das von 5 Uhr bis 81/2 Uhr morgens dauerte. Unter dem Schutze dieses Feuers näherten sich feindliche Angriffsabteilungen. Unsere Artillerie zerstreute die feindliche Infanterie durch Sperrfeuer und brachte ihr erhebliche Verluste bei. Sodann richtete sie ihr Feuer gegen die feindliche Artillerie und brachte sie zum Schweigen. Gegen 4 Uhr nachmittags fing der Feind von neuem an, unsere Stellungen zu beschießen, aber seine Infanterie versuchte keinen weiteren Angriff. Alle diese Handlungen waren reine Schein untern ehmun g eu. Eine feindliche Abteilung versuchte, sich der Hohe nordwestlich des Dorfes Bah ovo zu bemächtigen, aber wir warfen sie zurück. Im Gegenangriff brachten wir ihr Verluste bei. An der übrigen Front schwaches Artilleriefeuer und für uns günstige Kämpfe von Erkundungsabteilungen. London, 13. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Mor- ning Post" meldet aus Saloniki vom 9. August: Die französische Artillerie hat heute an gefangen, die Stadt Doiran zu beschießen. * $ • Der Kaiser an der Westfront. Berlin, 12. Aug. (WTB. Amtlich.) Der Kaiser besichtigte nach seiner Rückkehr zur Westfront die am der flandrischen Küste stehenden Teile des Feldheeres sowie die Marine, und begab sich darauf zunächst in das Gebiet der Somme, um den dort kämpfendem Führern und Truppen seine dankbare Anerkennung aus zusprechen. Seine Majestät begrüßte dabei eben aus dem Kampfe zurückkeh- renoe Truppen. Lloyd George in Paris. Paris, 11. Aug. (WTB.) Meldung der „Agence Havas". Lloyd George hatte heute früh mit Briand eine lange Besprechung, an der Roques, Thomas, Joffre und Castelnau teilnahmen. Der Austausch der Ansichten ergab die völlige Uebereinstimmung der beiden Regierungen über Fragen, die sich auf den Gang der gemeinsamen militärischen Operationen beziehen. Der angebliche Flug eines franzSstschen Fliegers über Berlin. Berlin, 11. Aug. (WTB.) Tie ,, Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Tie Zeitungen der Ententemächte ergehen sich in überschwenglichen LobeshyMnen über den »Flug des französffchen Fliegerleutnants M a r cha l, der von Nancy aus Berlin überflogen haben soll und, in der Nahe von Ghvlnt zur Landung gezwungen, in österreichische Gefangenschaft fiel. Wenn wir auch die sportliche Leistung «des Fliegers keineswegs herMsetzen wollen, so mjuß doch daraus hingewiesen werden, daß bereits lange vor dem Kriege derarttge und größere Leistungen von Fliegern aller Länder vollbracht worden sind. Militärischen Wert Ihaben derarttge Flüge kaum. \ Der Flieger behauptet, Proklantationen über Berlin abgeworfen zu haben; die Proklamation «soll nach einer Mitteilung des „Journal" nttt den Worten »eingeleftet worden sein: „Wir sind wohl in der Lage, die offene Stadt Berlin zu bombardieren, und unschuldige Frauen und! Kinder zu töten; aber wir begnügen uns damit, diese Proklamation, abMwersen..." Demgegenüber ist festznstelstn: i 1. Es ist kein französisch,er Flieger über Berlin gesehen worden; 2. Es ist weder in Berlin noch in der Umgebung dieser Stadt auch! nur ein Exemplar der Proklamation gefunden worden; 3. Die Möglichkeit, die in der angeblichen Proklamation angedeutet wird, Berlin mit Bomben zu belegen, ist nichts als ein frommer Wunsch. Bei einem Fluge von einer solchen Ausdehnung ist 'das Mitführen von Bomben ausgeschlossen; denn die Nutzlast kann in diesem Falle mir das Benzin sein; 4. Tie ruchlosen Angriffe auf deutsche offene Städte — wie Karlsruhe und die Schwarzwaldorte — haben zur Genüge bewiesen, daß sich die feindlichen!Flieger nicht durch'irgendwelche Rücksichtnahme in der Ausführung ihrer Verbrechen, die friedliche Zivilbevölkerung, Frauen und'Kinder, zu töten, stöven lassen. Ebenso bedeutungslos sind die offenbar aus Aerger über die Nach,richten von Deutschlands «vorMglicher Ernte in die Welt gesetzten französischen Drohungen, unsere Felder durch Fliegerbomben verbrennen zu wollen. Wenn dies möglich wäre, könnte man Deutschlands Feinden derarttge Ruchlosigkeiten wohl zutrauen. Aber auch liier scheitert diese Abftcht an der Unmöglichkeit, genügende > Mengen von Brandbomben auf weite Strecken mitzuführen. t Der Reichskanzler in Wien. Wien, 12. Aug. (WTB'.) Meldung des Wiener k. k. Telegr.-Korr.-Burecms. Der deutsche Reichskanzler und Staatssekretär v. Jagow haben mit dem heutigen Abendzug Wien verlassen. In der zweitägigen Besprechung zwischen den Leitern der auswärtigen Politik der beiden Mächte konnte bezüglich aller zur Erörterung gelangten Gegenstände volles Einvernehmen festgestellt werden. Austausch von Internierte«. London , 11. Aug. (WTB.) Im Unterhause teilte Lord Robert C e c i l in Beantwortung ei-ner Anfrage mit, daß die deutsche Regierung Erkundigungen ein-gezogen habe, ob England bereit sei, alle deutschen und britischen Bürger über 45 Jahre auszutauschen. Die englische Regierung habe sich damit grundsätzlich einverstanden erklärt, aber einige Bedingungen daran geknüpft. Die wichtigste dieser Bedingungen sei, daß die übrig bleibenden britischen Internierten in Deutschland gegen eine gleich große Zahl deutscher Zivilgefangener in England ausgetauscht werden sollen. 8u$ dem englischen Unterhaus. Lpndon, 12. August. MTB.) Unterhaus. Var- cvurt sagte auf eine Frage Fabers, da die Zeit herannahe, wo die einheimische Fleffchproduktion steige, könne man nicht sagen, daß die Fleischnvt dringlicher werde. Faber warf ein, daß ßehr große Teile der Bevölkerung das Fleisch Wegen der hohen Preise nicht mehr bezahlen könnten. H'arcourt erwiderte, er hoffe, daß die Preise sinken werden. Faber fragte, ob es nicht vorteilhaft sei, fleischlose Tage einzuiMren. Harcourt antwortete, er glaube nicht, daß das die Lage verbessern Würde. Ferro ns sagte, daß in einer Stadt an der Ostküste, wo einige Personen bei dem Zeppelinangriff unvgekomme« sind, nur ein Abwehrgeschütz und ein unbedeutender Scheinwerfer vorhanden Waren. Walton bemerkte, an einem anderen habe der Scheinwerfer versagt. Pringle fragte, ob die betreffende Stadt, die ein bekanntes Angriffsziel für Luftschiffe sei, nicht bester geschützt werden könnte. Jvynson Hicks fragte, wann der längst angekündigte Schutzplan aus-geführt würde. Major Baird antwortete namens der Regierung, das Ministerium habe auch noch andere Aufgaben. Es müsse sowohl die Bedürfnisse der Armee im Felde, als auch des Abwehrdienstes befriedigen. In der Kommifsionsberatung kttttsierte C. Henry die Finanzgebarung des Schatzamtes. Der Schatzkanzler habe in der letzten Zeit kurzfttsttge Anweisungen, namentlich Schatzwechsel ausgegeben. anstatt eine Anleihe aufznnehmen. Der Betrag der mMehenden Schatzwechsel belaufe sich setzt auf 850 Millionen Pfund Sterling, wofür 6 Prozent Zinsen gezahlt winden. Diese Gebarung schade dem finanziellen Prestige Englands'. Der Grund, weshalb der Schatzkanzler ferne neue Anleihe aufnehme, sei offenbar, daß er bei der Anleihe 1915 versprach, daß, wenn eine künftige Anleihe zu günstigeren Bedingungen stattfände, die Inhaber der alten Anleihe dieselben Vorteile genießen sollten. Der Schatzkanzler sei zu optimisttsch gewesen, indem er an ein balliges Ende des Krieges glaubte und in diesem Falle annahm, eine Anleihe zu vorteilhafteren Bedingungen ausgeben zu können. Das sei ein Irrtum, denn nach dem Kriege würde bei dem Publikum das Geldinteresse die patriotischen Enipfmdungen bei Geldanlagen über- Wiegen. Die neue Anleihe tvstrde daher eine Zwangsänleihe sein müssen Der Redner hielt die Erhöhung der Bankräte auf 6 Prozent für eilten Fehler und sprach die Erwartung aus, daß der Schatz- kcmzlec, der für die Dauer des Krieges' weiter Geld borgen müsse, die Mvaxis der kurzftisttgen Schatzanweifu-ngen ausgeben würde. Freveric Banburv schloß fta> der Mrttit oes Vvecemrers an; hielt jedoch Die Erhöhung des Bankdiskonts für richtig. Jli dev Ctty t-atte man die schwebende Sckmld von 850 Millionen Psund ür eine große Gefahr. Man dürfe die Ausgabe einer festen Anleihe tücht zu lange hinausschieben. Der Redner hielt es für unwahr- 'cheinlich, daß nach dem Kttege mehr oder bllligeres Geld verfügbar sein werde. Faber sagte: Mir stehen vor der schrecklichsten Katastrophe der Weltgeschichte.^ Niemand hat gealM, daß solche ungeheure Ftttanzftagen der Lösung bedürfen würden. Fünf Mtllw- nen Kttegskosten täglich — Gott allein weiß es, wann das aufhört! 1 Wenn der Schatzkanzler die Entwickelung von Anfang an voraus- gesehetr hätte, würde er eirre andere Polittk verfolgt haben, t^er Betvag der Schatzamveisungen habe eine beunruhigeude Höhe erreicht. Die Banken bedürfen einer Ruhezeit, um bei den Kim den weillre Geldquellen erschließen zu können. Ter Schatzkanziler sagte, er habe die Praxis kurzfttsttger Schatzanweisungen vorgefunden, aber im Gegensatz dazu eine feste Anleihe ausgegeben. Wenn er seitdem^ nicht zu neuen: Anleihen! geschritten sei, so Wnne man sich denken, daß das polittsch begründet war. Ter Schatzkanzler fuhr sott, wenn er eine Llnleihe lange voraus ankündigen würde, so würde das nur zu großen! Bött-enspekulattonen führen. In vier ^Monaten, von i>lpril biZ Ende Juli, seien 275 Millionen Pfund Schatzwechsel ansgegeben, aber die dreimonattgen Schatzwechsel vermitrdett und dafür solche von Jedfä, neun und zwölf Monaten bevorzugt worden. Ern bettächtlichec Teil der Anweisungen würde ans den Staatsein-, nahmen zurückgezahlt. Was die Frage -der Anleihe betreffe, sei, das innere FirunttzprobleM wenig gegenüber 'der Aufgabe der täglichen Finanzierung der Bezüge aus dem Auslände. Diese täg-> lichen Zahlungen färttert zwei Millionen 'Pfund nahe. Wenn es! 'chion schwiettg sei, die notwendigen Kredite in England zu er-, halteir, so sei es noch viel schwerer, sie iw Auslande auf dev Höhe zu erhalten. Diese Zahlungen ^an das Ausland hätten die Erhöhung der Bcmkrate notwendig gemacht. Gegenüber den aus- ändischsen Gläubigexn Müsse das Schatzamt auf die Einkommen- 'teuer verzichlten, da die Bastken in den neutralen Ländern nicht unter 'finti und mehr Prozent und nur ohne Einkommensteuer Kredit gewähren würden. Llber England sei in der glücklichen! Lage, im Auslande Geld zu einem niedrigeren Zinsfuß zu erhalten, als jede andere kriegft'thrende Macht. Er könne niM sagen, wenn er eine neue Mlleihe ausgebe, aber er würde es sicher ohne Zögern tun, tvenn die Gelegenheft günstig sei und! die allgemeinen Bedingungen der englffchen Finanzen es angezeigt erscheinen ließen. Ter Schatzkanzler gab die gemeldete Uebersicht über die Gesamtschuld und das Volkseinkommen und schloß, matt habe zwei Jahre Geld zu einem annehmbaren Zinsfüße erhalten. Er zweifte nicht, daß das ürftische PuülckuM die Regierung auch wefterhin durch Steuern und Anleihen unterstützen tverde. England halte seinen Kredit bis zum Ende des Krieges aufrecht^ olange er auch dauere. B r y c e sagte, es sei erstaunlich, >daß sowohl Frankreich wie Rußland 200 Millionen in Gold aufgespeichett haben, um, wie ie sagten, ihren .Kredft nach dem -Kttege aufrecht zu erhalten^ 9l!ber ihr Kredit würde doch ,mcc durch England aufrecht erhalten, Rußland und Frankreich sollten England «50 oder 100 Millionen!. von ihrem Golde abgeben, wodurch, sich die Finanzlage Englands Völlig ändern würde. H>enry sagte, der Schatzkanzler habe die eigentliche Krftik an seiner Finanz gebarung unbeantwottet gelassen. London, 10. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Forke r sagte auf eine Frage, die Zahl der türkischen Ge^ san genett betrage 425 Offiziere und 9598 Mann. Die kürzlich in Aegypten gefangen genommenen befinden sich nicht darunter.« Lord Rolbert Ce eil sagte aut eine Frage, die Laae in Persien habe sich wesentlich gedessett, seitdem die meisten deuffchen Agenten und ihre Anhänger festgenomm-en oder zerstött worden seien. Das Abkommen nttt der persischen Regierung über finanzielle und andere Fragen werde hoffentlich bald abgeschlostanl werden. Die persische Regierung bezeige den aufrichtigen Wunsch, mit den Verbündeten Regierungen zusammenzuwirken. In Süd- vettien würden englisch-indische Offtziere die Gendarmette befehligen. * * * Rußlands Finanzen. Petersburg, 13. Aug. (WTB.) Meldung der Petersburger Delegraphen-Agentur. Der Bestand der Sparkassen im ersten Hawjahr 1916 überschritt die Gesmnt- snmnte der lEinlagen des ganzen Vorjahres wesentlich, indem er 600 Millionen RUbel erreichte. Die direkten Steuern ergaben im ersten Vierteljahr über 103 Millionen. Das stellt gegenüber 1915 einen Mehrwert von 301/2 Millionen dar. Die indirekten Steuern lieferten ein Erträgnis von über 174,5 Mllionen nttt einem Mehrwert von 78,5 Millioueit. Die Einnahmen aus Gütern und Kapitalien des Fisklus ergaben einen Mehrbetrag voy 65 Millionen und sind aus 366 Millionen gesttegen. Jnsbesamt sttegen die ordentlichen Einnahmen im ersten Viertesiahr 1916 auf 781 444 000 Rubel. Sie weisen einen Mehrwert von 232 795 000 Rftbel gegenüber dem Vorjahre auf. Jtn Laufe der ersten ftinf Monate 1916 betrug der Gesamtwert der ausgeführten Waren 151 766 000 Rubel bei einem Mehrwert von 60 Millionen gegen 1915. Der Gesamtwert der eingeführten Waren ist im gleichen Zeitraunr 1916 auf 641 Millionen Rubel bei einem Mehrwert von 410 Millionen gegen 1915. ... eJÜ LiLf «=-- - Der Seekrieg. Berlin, 12. Aug. (WTB.) Zur Versenkung deS Dampfers „Ems" schreibt die „Nordd. Allgem. Ztg": Aus den der deutschen Regierung vorliegenden Beweisdoku- menten ergibt sich einwandfrei, daß der HamburgerDamPfer „Ems", der am 16. Juni 1916 in der Nähe oes Monup Tange-Leuchtturms an der schwedffchen Küste von einem U-Boot unbekannter Nationalität in Grund geschossen wurde, sich zur Zeit des Angriffs innerhalb der schwedischen Hoheitsgewässer befunden hat. Auch daran, daß das an- greifende U-Boot ein englisches gewesen ist, dürfte nach den neuen Feststellungen nicht zu zweifeln sein. London, 12. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet ans Barcelona: Der italienische Dampfer „Setz a stian 0 " ist von einem U-Boot 40 Meilen vom .Kap San Sebasttan versenkt worden. Die Besatzung wurde in Barcelona gelandet. London, 12. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet, daß der bvitische Dampfer „Newburn" (3554 Tonnen) von einem U-Boot versenkt wurde und daß das Segelschisf „Lang dale" (2000 Tonnen) verloren gegangen ist. Marseille, 12. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuteiffchen Bürreaus. Der japanische Darnpfer „Tenmei Maru" ist im Mttelmeer torpediert worden. Die Besatzung wurde gelandet. Bern, 13i Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des „Temps" aus Madrid ist der englische Dampfer „Antiope" (2973 Donnen) durch ein österreichisches Unterseeboot versenkt worden. Bern, 13. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Die französischen Blätter melden aus Le Havre vom 11. August: Ein deutsches Unterseeboot hat vier Schisse, nämlich den sianzösischen Dampfer „Marie", die norwegischen Schiffe „Credo" und „Sora" und das dänische Schiss „Robervl angehalten. Die drei erfteren wurden versenkt. Der KomM nrandant des Unterseebootes erklärte, daß die norlvegischen Schiffe Ladungen hätten, die als Barmwave betrachtet wer- ittai ULU^ien. Das b&juitd^ oa;Of ,,jw>4>exr' amoxi megiu: UuLedeuklichkert der Ladung freigeqeben und b-vachte die Munujchufteu der drei versevUim Schiffe wirf} Le Havre. Hoek van Holland, 13. Aug. (WTB.) Der gegen 2 Uhr nachmittags angeEonnnenL' englische Dampfer „Grenc-- d:ctt' aus Newcastle berirf)bet, daß heute morgen 8 Uhr acht englische Meilen westlich des Leuchtschiffes Maas ein ihn begleitender' englischer Zerstörer auf eine Mine stieß und s a n k. Die Mannschaft konnte sich in drei Booten retten und wurde später von einem anderen englischen Zerstörer ausgenonmren. Aus dem Reiche. Die Löschung von Disziplinarstrafen der Postbeamten. Hinsichtlich der Löschung von Disziplinarstrafen in den Personalakten der Reichspostbeamten hat das Reichspostamt folgendes verfügt: Bei Vorlegung von Berichten über Beamte usw. haben Hinweise auf frühere Strafen — auch Geldstrafen — au unterbleiben, wenn der Vorgang mehr als fünf Jahre zurückliegt und der Beamte sich inzwischen tadelfrei verhalten hat. Versehen im Betriebsdienste li-aben bei der Beurteilung des Verhaltens im allgemeinen außer Betracht . zu bleiben. Ferner sind in den Standeslisterr häufig noch Ordnungsstrafen verzeichnet, die nach der Letztgenannten Bestimmung nicht darin anzugeben sind. Auch enthalten die Nebenakten der Beamten usw. noch mehrfach Schriftstücke über Betriebsversehen usw., die nicht zur Verhängung einer Ordnungsstrafe geführt haben; diese Schriftstücke sind aus den Akten zu entfernen und zur Sammlung zu bringen. » Berlin, 14. Aug. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Dresden, daß der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Scheidemann dort im Zirkus Sarasani über das Thema „Krieg, Volk und Frieden" sprach. Der Redner sprach, sich in aller Schärfe gegen einen sFrieben um jeden Preis aus. Ein solcher Friede ,würde Deutschland zu einem Bettelvolk machen und bc- ' wirken, daß auch die Arbeiter zu Bettlern würden. Scheide- mann wies darauf hin, daß die Sozialisten in der: feindlichen «Ländern noch immer nicht das geringste von einer Wieder- anknüpfuug der Verbindung nrit den deutschen Sozialisten wissen wollten. Es hieße jetzt durchhalten. Zum Schluß wurde eine Entschließung angenommen, in der ein baldiger Frieden gewünscht wiä>, jedoch kein Friede um jeden Preis, ein Friede, der die Unabhängigkeit und terri- ! toriale Unversehrtheit und die freie gewerkschaftliche Ent- I Wickelung gewährleiste. Scheidemann erntete starken Beifall. A«» Stadt «nd Land. Gießen, 14. August 1916. ** Amtliche Personalnachrichten In den Ruhestand versetzt wutde oni 9. August der Oberlehrer an der Volksschule zu Mainz 2ldolf Heiß auf sein Nachsucbcn unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste vom 16. August 1916 an. Gleichzeitig wurde ihm der Titel „Rektor" verliehen. An: 10. August ds. Js.« wurde der Schreibgehilfe am Amtsgericht Offenbach Philipp Hotz zu Offenbach, vom! 15. August ds. Js. ab zum Steuerauffcher ernannt. ** Bon der L a ndes u niversität. Das Ehrenzeichen für Kriegsverdienste ymrde Prof. Dr. Kleeberger und Pros. Dr. Skalweit verliehen. Dr. Paul Schmidt, Ordinarius' und Direktor des hygienischen Instituts, hat einer: Ruf in gleicher Eigenschaft an die Universität Halle als Nachfolger von Prof. P. H. Römer erhalten. < f ** Auszeichnung. Dem Leutnant und Kompagniesührer m Infanterie-Regiment von Wittich (3. kurhess.) Nr. 83 wurde das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen. *• Beförderung. Der Unteroffizier PH. P a u l y von hier, der seit Kriegsbeginn bei der Etappen-Hilfskomp. 10 im Felde steht, wurde zum Feldwebel befördert. " Das Allgemeine Ehrenzeichen für 25jährige Dienstzeit bei der freiwilligen Feuerwehr wurde verliehen an die Mitglieder der Freiwilligen Gail'schen Feuerwehr : Adolf G ä b i sch, Friedrich Noll, Heinrich Bolz, Friedrich Keil, Georg Wahl und Karl Schmidt. ** Der Kriegsausschuß für Verbraucherinteressen zu Gießen hielt am Samstag abend im Hotel Köhler unter dem Vorsitz von Oberlehrer Val. Müller eine Sitzung ab. Im Anschluß an einen Bericht über die Tagung der Ausschüsse des (ÄroßHerzogtums in Mainz, über den wir in unserem Blatte schon berichtet haben, kamen verschiedene Verhältnisse des Lebensmittelmarktes zur Sprache. Eine Eingabe ans .Kreisamt soll veranlassen, oaß der Ar- schlag im Kartoffel Handel beim Großhändler nicht mehr als 0.50 Mk. und beim Kleinhändler nicht mehr als 2 Mt. aus den jeweiligen Grundpreis betraaen soll. Weitere Betrachtungen beschäftigten sich mit der Spannung zwischen Lebend- und Schlachtgewicht, worüber statistische Beobachtungen an- gestellt werden sollen. Um den Anregungen des Kriegsaus- jchusses für Verbraucherin teressen mehr Nachdruck zu verleihen, wurde beschlossen, die Organisation über den ganzen Kreis auszudehnen. Dies soll vorerst dadurch erreicht werden, daß in den Kreisstädten die Anregung zur Gründung eines ähnlichen Ausschusses aegeben wird. Als Vertreter im Landesausschuß, der, tvie schon berichtet, in Mainz gegründet wurde und in Darmstadt seinen Sitz haben wird, wurde der Schriftführer des hiesigen Ausschusses Grünig und als dessen Stellvertreter Herr Diener gewählt. ** Milch-Versorgung. Die vereinigten Milch- händler von Gießen und Umgegend machen im Anzeigenteile bekannt, daß sie genötigt sind, vom 15. d. M. ab bis auf weiteres Mtwoch und Sonntag mit der Milch- lieferung auszusetzen, um die gesamte Kundschaft noch weiterhin mit Milch zu versorgen und nicht einen Teil gänzlich im Stich lassen zu müssen. ** Winterkartoffeln. Bon Interesse dürfte es für uns sein, in wie einfacher Weise in Hannover sich die Bevölkerung den Winterbedarf an Kartoffeln direkt vom Erzeuger mit Zustimmung und unter Kontrolle der Pr ovinzialkar toffelstelle selbst beschaffen kann. Die „Frankfurter Zeitung" meldet darüber: Hannover, 9. Aug. Für die. V e r s o r g u n g mit W:nterkartoffeln ist hier von der Provinzialkartoffelstelle das Zugeständnis gemacht morde::, daß sich die Be v ö l k e r u n g aus von den Gemeinden auszustellende Bezugsscheine für den Winterbedarj Kartoffeln duru den Handel oder bei den Erzeugern selbst beschaffen kann und zivar in einer Menge von XV 2 Pfund auf den Kopf und Tag bis zum 15. Juli n. Js. Die ans diese Bezugsscheine gelieferte:: Kartoffeln werden den Erzeugern auf die sonstige Lieferung angerechnet. Die Städte sind durch diesesVerfahrenderSorge enthoben, den Kartoffel bedarf für die ganze Bevölkerung beschaffen und aufbewa hren zu müssen. Das wird fick) wohl in solcher oder ähnlicher Weise auch bei uns ermögliche:: lasten. ** Ein Doppeldecker kreiste am Samstag zwischen 5 und 7 2 6 Uhr mehrere Male über unserer Stadt. ** Das heutige Kreisblatt enthält Vevordnungei: über die Höchstpreise für Gerste und Hafer, Bekanntmachungen, betreffend die Errichtung einer Reichsstelle für Druckpapier, über die Aushebung der Bekanntmachungen über die Höchstpreise für ff -vaser vom 23 Und verki Hebung des Jul: 1915, de- m Brot- erbo tes rororgerreroe, für wu> sur treffend den Verkehr nitit besthLa cktreide und .MM, sowie brc in allabft aufzuheben. Landkreis Gießen. bz. Allend 0 rs, 14. Aug. Mit dein Eisernen Halb in 0 n d wurde ausgezeichnet Gefreiter Witlsried P e t r y. Er hat früher in Frankreich gekämpft und befindet sich seit September v. Js. als Freiwilliger in der Türkei. Er war auch bei Sedd-ül Bahr und aus Gallipoli. . st? .Beltershain, 14. Aug. Tas Eiserne Kreuz erhielt der Garde-Füsilier. jetzt Richtschütze Karl L a u n s p a ch in einer ucaschinengewehr-Kompagnie. Er hat den Winter über in Galizien und seit Frühjahr in Frankreich gekämpft. -g- >Gr 0 ßen - Linden, 14. Aug. Musketier Ludwig Sp:es vom Inf.-Regt. 129, Sohn des Zimmermanns Johs. ^p:es, galt seU Anfang Juli d. I. als vermißt. Nach Mitteilung Roten Kreuz in Berlin befindet er sich Unteroffizier Wilhelm Degen, ^ . - - ,'ters Heinrich Degen, wurde auf dem westlichen Krregsschauplatz leicht verwundet. £ a * ® v " " berg, 14. Aug. Unter Vermittlung des dänischen Noten Kreuzes haben die drei vermißten Grünberger von: Inl.- Regt. 221, 9 . Komp., Karl Henkel, Georg S ch 0 m b e r und Hermann Frank ihren Angehörigen geschrieben, daß sie sich un- verwundet in Kriegsgefangenschaft befinden. .^-^ueckborn, 14. Aug. Aus russischer Gefangenschaft jchrteb Musketier Karl Hofmann, der vor einiger Zeit vermißt gemeldet wurde. ga. Reinhardshain, 14. Aug. Dragoner Wilhelm W enz e l, der zwei Jahre im Felde stand, ist in einem Lazarett u: Wllna am Typhus gestorben. O Hausen, 14. Aug. Tie Trauerfeier für den in der Heimat bestatteten Arm.-Soldaten Friedrich Happel, das dritte Kriegsopfer seiner Familie, gestaltete sich zu einem Beweis inniger Teil- Geschicke der schwergeprüften . . .,. ^ - --le Leidtragende zur Trauer- fner ersch:enen. Ter Turnverein. der Gesangverein Eintracht und der Kru'gerverein nahmen mit umflorten Fahnen an der Beerdigung teil und legten Kränze am Grabe nieder. Auch von den Kameraden des Verstorbenen und von der Stenographengesellschaft Gabelsbergcr (Gießen) tourden Kränze als letzter Gruß gewidmet. eere. Der eine im Jnf.-Regt. nähme der ganzen Gemeinde crin harten Familie. Auch von auswärts waren viele noch zwei Söhne rm Gießen, der jüngste Polizeidiener Happel liat befindet sich im Ers.-Bat Kaiser Wilhelm Nr. 116. ** L t ch , 1 1 . Aug. Ernannt wurde Hermann Höhnet aus Lich, z Zt. im Felde, Geometer 2. Klasse für den Kreis Gießen. t der Geometergehilfe zum Großherzogl. Kreis Alsfeld. oz. Alsfeld, 14. A„g. Waffenmeister-Unteroffizier Ernst S cheer im Res.-Jnf-Rgt. Nr. 98 erhielt das Eiserne Kreuz 2. Kl — Dem Gefreiten Louis Al u h l, zurzeit bei einer Pionier-Ab teillmg im Osten, wurde das Hessische Kriegs-Ebrenzeichen verliehen oz. .B i l l e r t s h a u s e n , 14. August. Die Sammlung für dw .Kriegs- und Zivilgefangenen betrug in hiesiger Gemeinde 135 Mark. — Dem Musketier Heinrich R i ch t b c r g, Res.-Jns. Regt. 253, wurde das Eiserne Kveuz verliehen. Er wurde am 6. v. Mts. schwer verwundet. ga. E r m e n r 0 d , 14. Aug. Der Infanterist Karl ErbeS, der früher schon die Hessisrf)e Tapferkeitsmcdaitte erhalten hatte, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Kreis Lauterbach. !a. Holzmühl, 14. Aug. Seit Kriegsbcginn sind aus unserer kleinen Gemeinde auf dem Felde der Ehre gefallen: Hch. Lein V. und Paul Maul. In Gefangenschaft gerieten Will). Dietrich, Aug. Maul. Als vermißt gemeldet: Karl Jost II. — Mit den: Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurden die zu Kriegsbeginn ins Feld gerückten Hch. F ö r st e r und Unteroffizier Gg. Zimmer. Kreis Schotten. ga. Freienseen, 14. Aug. Der älteste Sohn des Schneidermeisters Mehrer wird schon seit der Marneschiacht vermißt: mm traf die Nachricht ein, daß auch sein Sohn, der in Rußlaich kämpft, vevinißt wird. — Ms dem Felde der Ehre inußte der zweitÄteste Sohn, Hermann, des Gulspächters Rausch sein Leben lassen. — Lehrer Hofmann erhielt vom Großherzog das Ehrenzeichen für Kriegsverdienste. — 8 ,H a r t m a n n s h a i n , 14. Aug. Erneut haben die schweren Kämpfe vor Verdun ein Opfer aus unserer Gemeinde gefordert. Musketier Heinrich Adolph starb den Ehrentod fürs Vaterland. Der Vater des Gefallenen ist ebenfalls dieser Tage ins Feld aus- gerückt. Wetterfeld, 14. Aug. Musketier Hermann L e i d n e r ist in den schweren Kämpfen bei Verdun mit der Hessischen Tapser- keitsmedaille ausgezeichnet worden. Kreis Friedberg. , oa. Fr: edber g. 14. Aug. In der Nacht vom 11. zum 12. August wurde irr den Räumen des st ä d t i s che n Wa s s e r w e r ks an der Kreisstraße 'nach Bad-Nauheim ein Einbruchsdiebstahl begangen. Tie Diebe, die alsbald nach dem Diebstahl von einer Schutzmannspatrouille hier angchalten und festgenommei: wurden, sind der Stuckateur Heinrich B a ch m a n n, geboren am 7. Januar 1890 in Zürich, wohnhaft in Frankfurt a. M„ und der Schweizer Richard Heiser, geboren am 10. Januar 1892 in Eisleben, wohnhaft in Frankfurt a. M. Diese sind durch ein Fenster in der Westseite des (Äebälches, nachdem sie an diesem eine Scheibe eingesäslagen, in den Pumpraum eingestiegen und haben zwei große Treibriemen im Werte von etwa 1500 Mark in kleine Teile, die ztoeifellos zu Schuhsohlleder benutzt werden sollten, zeffchnitten. Sie durchsuchten mehrere Schränke :md Tischschubladen, in denen sie aber nur ganz geringwertige, fi'tr sie wertlose Gegenstände, vorhanden, und die sie außer einigen Bleifedern zurückließen. — Dem Schriftsetzer Heinrich Angermann ans Friedrichsdoff, der lange Zeit im Felde war, verwundet und alS halbinvalide enttasse:: wurde, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. — Sctzvester Toni Schäfer von hier, die in einem Kriegslazarett rm Maß tätig iffc, hät das Hessische Sanitätskrenz erhalten. — Der Militärckrcmkeicwärter Berthold Klotzenburg wurde zum Sanftätsgefreiten befördert. Im vorigen Jahre erhiät er das Sanitätskreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille. Er wird jetzt 18 Jahre und steht fett Dezember 1914 in Galizien. oa. Assenheim , 14. Aug. Gefreiter Andr. S t e h r im aktiven Jnf.-Rgt. Nr. 88 erhielt das Eiserne Kreuz. bz. Butzbach, 14. Aug. Ein Stiefel-Diebstahl mit bösen Folgen wurde heute Nacht in einem lfteftgen Hotel verübt, wobei acht Paar Herrnftiefel gestohlen lvurden. Da viele der von diesem Diebstahl betroffenen Kurgäste nur ein Paar Stiefel mit auf die Reise genommen hatten, so kann man sich den Zustand, der heute früh in diesem Hotel herrschte, ungefähr oenken. Jedenfalls hat der Dieb bei den teuren Stiefelpreisen eine gute Beute gemacht. — Dem Pionier Fr. H ei ge l von hier wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Fähnrich Hermann Forger, zurzeit beim Pserde-Depot 10 bh 10. Armee, wurde zum Leutnant befördert. ot. Dorheim, 14. Aug. Wilhelm Fritzel, der Sohn des Landwirts Fritzel, starb den Heldentod für das Vaterland. oa. Vilbel, 14. Aug. Dem Landsturmmann Ph. Wasser von hier im ^Znf.-Rgt. 338 wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. Die gleiche Auszeichnung erhielt Wehrmann Gefreiter I. Jäckel beim Res.-Fuß-Art.- Rgt. Nr. 3. Hessen-Nassau. da. S ch l i e r b a ch , 13. Aug. Unteroffizier Hermann Reuter von Wommelshausen, Inhaber oes Eisernen Kreuzes, im 167. Jnf.- Regt., wurde zun: Vizefeldwebel befördert. ra. B : e d e n k 0 v s, 14. Aug. Den Ehrentod fürs Vaterland starben Ersatzreservist Hrcb. K ü n k e l» Wiesenbach, Seminarist Karl B l ö ch e r - Wallau und Reservist Herm. Becker-Frechenhausen. — Biedenkopf. 13. Aug. Von der oberen Eder »vird genwldet, daß es dort in de,: vergangene»: ötächlen m: vielen Stelle:: gefroren hat, so daß teilweise die Kartoffeln litten. Wir ^runtfurt a. M., 14. Aug. Dre ^reueupach \&j(& t am Hauptbahnhof wurde Freitag nacht von Dieben ausgeraübt: diese nahn:en außer mehreren hundert Mark barem Geld große Vorräte von Lebensmitteln init. Den Wagen zum Wegschaffen des Diebsguts hatten die Einbrecher aus einem andern Hotel gestohlen. Amtlicher Wetterbericht. O e f s e n t l i ch e t Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 15. Aug. 1916: Vorwiegend bedeckt, stellenweise Niederschlage, Temperatur wen:g geändert. Müller'sche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn an: 14. August: 17° R. Letzte Nachrichten. Neue ll-Boot-Taten. Berlin, 14. Aug. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote hat am 13. August, vormittags, im englischen Kanal den englischen Zerstörer „Lassoow" versenkt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. B c r l i n, 14. Aug. (WTB. Amtl.) Eines unserer Unterseeboote hat im englischen Kanal in der Zeit vom 2. bis 10. August 7 englische und drei französische Scgelsahrzeuge sowie 3 englische und 2 französische Dampfer versenkt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. * Haldancs Berliner Besuch. Amsterdam, 14. Aug. Auf eine Anfrage des Abgeordneten Gwym: im Unterhanst, ob die Berichte über den Besuch Lord H a l - danes in Bkrlin (Februar 1912) veröffentlicht werben würden, erklärte Asautth, gewichtige Gründe sprächen im Staatsinteresfe gegen diese Veröffentlichung wahrend des Krieges. Asguith fügte hinzu, Haldane habe Berlin mit völliger Kenntnis und Billigung ferner Kollegen besucht. 14 englische Schiffe durch Zeppelinbomben zerstört. .Hamburg, 14. Aug. Narf) den in dem Luftverteidi» gungsamt zusammengelausenen Meldungen über die durch die letzten Luftangriffe angerichLeten Schäden sind an der englischen Oftküste in Häsen und uns See zusammen 14 Fahrzeuge, darunter zwei Transportschiffe der Admiralität, durch Bomben, Feuer und Explosion ,0 schwer besrf)ädigt worden, daß sie nicht mehr gebrauchsfähig sind. Sechs dieser Schiffe sind gesunken, die übrigen sind verbrannt oder mußten auf den Strand gesetzt werden, um sie vor den: Sinken zu bewahren. Von erner Batterie Luftschiffabwehrgeschütze wurde ein Geschütz vollständig zerstört, drei andere schwer beschädigt. Sechs in einer Fabrik eingestellte Flugzeuge wurden durch den Brand des Gebäudes völlig zerstört. Ein zum Angriff auf die Luftschiffe aufgesttegenes Flugzeug kehrte befrf)äd:gt zurück. Ein weiteres Flugzeug, das die Luftschiffe weit in die See verfolgte, wird vermißt. Ter neue Luftangriff ans Venedig. Wien, 14. Aug. Unsere Marineflieger haben mit dem neuesten Luftangriff auf V e n e di g einen ihrer schönsten Erfolge erzielt. An diesem Lnftangriff nahmen unsere l>ervorragendsten Marineflieger teil. Ueber 2 00 Bomben »vurden ab^eivorren, ein Flieger, der an diesem Luftangriff teilnahm, teilt folgende«, mit: Als wir gegen .Mitternacht aufsttegen, l>atten wir ziemlich schönes Wetter, das auch während der ganzen Aktion cnrhiett. Wir wurden bei unserer Anttlnft über Venedig durch, zahlreiche Äbwchrbatterien nrit heftigen: Feuer empfangen, das aber keinen einzigen unserer Apparate beschädigte. Die Wirkung der abgeworfenen Bomben war furchtbar. Auf das Arsenal allein wurden 50 Bomben abgcworfen. Auch^ die Torpcdofabrck, eine große Bairmwollschnnerei, sowie Magazine wurden mit gutem Erfolg bombardiett. Tie verursachten Brände ließen derarttqe Feuersäulen zum Himmel aufsteigen, daß ganz Venedig taghell erleuchtet war. Schulzwang in Rußland? Kopenhagen. 14. Aug. „Nationaltidende" berichtet aus Petersburg: Ter Unterrichtsminister arbeitete ein«: Gefetzentwutt betreffend Einführung des Schulzwanges für das europäische Rußland aus. Mäßiger Kriegsaufschlaa GalemAleikum (Hohlmunds Salem