Nr. 181 Der Oi«He«er A^cl-er erscheint tätlich, nutzer Sonntags. - Beitagen: viermal wöchentlich GietzencrFamilienblätter; zweimal wöchentl.Ureir- blatt fürden Kreis Gietzen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl. Land- wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprcch - Anschlüsse: sürdie Schristleituna 112 Verlag,Geschäitsstellebl Adresse dir Drahtnachrichten: Anzeiger Giessen. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnuuuner bis zum Abend vorher. Erstes Blatt 166. Jahrgang Hreitag, August 1916 C \ U (\ V C t i : monatl. 90 Pf., utectel- lährl. Alt. 2.65; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.; durch die Post Mk. 2.45 viertel- lährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf„ ausw. 20 Pf. — Haupt- schriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuiüeton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- «otation5»rl!«k und Verlag der SrLhl'schen Unio.-Vuch- und Steindruckerei 8. Lange. SchriftleitUW. Seschäftzstelle und Druckerei: Slkttilftr.?. — ci- -ücct, lamtltcl) in Gietzen General-Anzeiger für Gberhessen Ein neuer Zeppelin-Angriff auf England, schwere Kämpfe an Somme und Maas. (WTB.) Großes Hauptquartier, 3. August. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich der Sonnne ließ das starke feindliche Vordere» ttmgsfeuer zwischen dem Aucrelmch und der Somme einen großen entscheidenden Angriff erwarten. Infolge unseres Sperrfeuers ist es nur zu zeitlich und räumlich getrennten, aber schweren Kämpfen gekommen. Beiderseits der Straße Bapaume—Albert und östlich des Tröneswaldes sind starkeenglischeAngriffezusamniengebrochen. Zwischen Maurepas und der Somme wiederholte sich der französische A n st u r m bis zu sieben Malen. In zähem Ringen sind unsere Truppen Herren ihrer Stellung geblieben. Nur in das Gehöft Monaco und in einen Grabenteil nördlich davon ist der Gegner eingcdrungen. Südlich der Somme wurden bei Barleur und bei Eftrees französische Vorstöße abgewiesen. Rechts der Maas setzte der Feind gegen den Pfefferrücken und auf breiter Front vom Werte Thiaumont bis nördlich des Werkes Laufet starlc Kräfte zum Angriff an. Er hat auf dem Westteil des Pfeffcrrückcns und südwestlich von Fleurp in Teilen unserer vordersten Linien Fuß gefaßt und im Laufeewäldchen vorgestern verlorene Grabenstücke wieder genommen. Am Werk Thiaumont und südöstlich von Fleurp wurde der Gegner glatt abgewiesen, im Bergwalde nach vorübergehendem Einbruch durch Gegenstoß unter großen Verlusten für ihn geworfen. * Bei feindlichen Bombenangriffen auf belgische Städte wurden u. a. in Meirelbcke (südlich von Gent) 16 Einwohner, darunter neun Frauen und Kinder, getötet oder schwer verletzt. Unsere Flieger griffen die feindlichen Geschwader an und zwangen sie zur Umkehr. Eines von ihnen wich über holländisches Gebiet aus. Im Lufttampf wurde ein englischer Dopveldecker südlich von Roulers und ein feindliches Flugzeug, das 13. des Leutnants Wintgens, südöstlich von Pcronne abgcschofscn. Durch Abwehrfeuer wurde ie ein feindlicher Flieger bei Boesinghe und nördlich von Arras heruntergeholt. Ocstlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls von Hindeuburg. Auf dem Nordteile der Front keine besonderen Ereignisse. Russische Vorstöße beiderseits des Nobelsees sind gescheitert. Ein starker Angriff brach südwestlich von Lu- bieszow zusammen. An der Bahn Komet—Sarny vorgehende feindliche Schützenlinien wurden durch unser Feuer vertrieben. IM Walde bei Ostrom (nördlich von Kisielin) wurden über hundert Gefangene eingebracht. Beiderseits der Bahn bei Brodp anscheinend geplante feindliche Angriffe kamen nur gegen Panikowika zur Durch- .führung und wurden abgcwiesen. Im übrigen herrschte auf der Front geringere Gefechtstätigkeit. Bei Mzyfzcze und östlich von Torozpn wurden russische Flugzeuge abgeschossen. Armee des Generals Grafen von Bothmcr. Südwestlich von Welcsniow wurden kleine Ruffennefter gesäubert. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. * Berlin, 3. Aug. (WTB. Amtlich.) In der Nacht vom 2 zum 3. August hat wiederum eine große 3ahl unserer Marineluftschiffe die südöstlichen Grafschaften von England angegriffen und besonders Lo n- o o n, den Flottenstützpunkt von Harwich, Bahnanlagen, multarisch wichtige Industrieanlagen in der Grafschaft Nor- folk mit einer großen Zahl Spreng- und Brandbomben mit gutem Erfolg belegt. Die Luftschiffe wurden auf dem Anmarsch von feindlichen Streitkräften und Flugzeugen angegriffen, beim Angriffe selbst von zahlreichen Scheinwerfern beleuchtet und heftig beschossen. Sie sink, s ä m t l i ch u n b e - schadigtzurnckgekehrt. ™ Berlin, 3. Aug. (WTB. Amtlich.) Mehrere deutsche e r J, ? u ** f ft a & cn am 2. August früh erneut die russische Flugstation Arensburq angegriffen unb meh Treffer in den dortigen Anlagen erzielt. Die zur Abwehr ausgeft.cgenen russischen Kampfflugzeuge wurden abgedrängt. Unsere Flugzeuge sind unversehrt zurnckgekehrt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Die englischen Patrioten müssen anaZicht^ der sich mehrenden Mißerfolge doch allmählich die ttöofe hängen lassen. Die deutsche Westfront Hot von dem hundertmal vrahlerisch angekündioc/'n mHUiuipubwro ltnrh leinen ernstlichen (^rWr,„ ttne auch der neue deutsche Tagesbericht erweist, und die Feitlandsaktionen des Jnselreiches werden dermal- elnst rn der Kriegsgeschichte eine wenig rühnrliche Rolle spielen. Aber auch am Lordeerkranz der englischen Flotte welken und fallen die Blatter. Sie hindert Deutschland nicht an erner neuerdings wieder sehr regsamen und erfolgreichen Tätigkeit seiner Unterseeboote, erfüllt ihren unkrie^rischen Zweck Der Aushungerung nicht, und ihre Methode gegen r r U rr^ Nvrdstaaten erweckt die zunehmende Un°- belicbtheit Englands. Und auch ,,von oben'' her kommt Eng- land nichts Gutes. In wenigen Tagen haben unsere deut- schen Luftschiffe zum dritten Male London und das östliche England mit Bomben beworfen, und der Abwehrdienst hat alle Male gar nichts erreicht. Das wird wieder arge Verbitterung geben^und den .Kmegs machern an der Spitze des Reiches schwierige Stunden bereiten. Neben der wenig kraft- n J? r i bcr englischen Kriegführung, neben den klein^- lichen Plackereien, die man den neutralen Staaten auferlegt, Hort sich das schimpfen und Jammern der britischen Presse gegen das „barbarische" Deutschland, das einen englischen Kapitan hat erschießen lassen, während er für sein Frei- beutertum von der englischen Regierung belohnt und be- lobigt uwrden ist, recht bedenklich an. Die ganze Welt sei deshalb gegen uns aufgebracht, verkündet Reuter in einem mangelhatten Ktageartikel. Wir brauchen der Widerlegung solcher Vorhaltungen über einen „verhängnisvollen Justiz- irrtum ' nicht viel Raum zu schenken: die englische Willkür- Justiz hört eben da auf, wo ein anderer Arm daS ehrliche und wahre Gesetzbuch deS Krieges aufzuschlagen vermag. Daß ne deutsche Hand gerade Eiigland gegenüber entschlossen und est zugreift, ist einer der heißesten Wünsche bei allen Ber- tandigen in unserem Lande. Heute verlautet, -Asguith, der englische Ministerpräsident, habe im Unterhaus dieser Tage „einiges Aufsehen" erregt, atS er sagte, er wisse nicht, wer in der »üichsten Session für ne Arbeitseinteilung des Hauses' verantwortlich sein würde. Man schließt danach auf eine bevorstehende Umbildung des Kabinetts. Neben den besprochenen Niederlagen hot auch die irisck-e Frage, in der die Vermittelungsversuche der enali- chen Regierung gescheitert sind, den stuht des Herrn As- gulth znm Wackeln gebracht. Je entschiedener Deutschland ich die volle Lebenskraft bewahrt, je erfolgreicher es mit allem Angriffen gegen seine Fronten fertig wird, desto wackliger wird es mit der Stellung jener britischen Staatsmänner, die den Hanptanteil an der Schuld dieses Weltkrieges haben. Gelingt es .Hindenbirrg, das' russische Heer wiederum zu rückzuwerfen, so lvird den britischen Politikern' das Herz dabei vielleicht noch enger werden, als den zur Melancholie neigenden Bewohnern des „unendlichen" Rußlands. Ist es nicht ein freundliches Zeichen der Zeit gewesen, daß ein italienisches Blatt, die „Tribuna", wie wir gestern meldeten, mit der „Furchtbarkeit einer jener U e b e r r a s ch u n g e n" rechnet, mit der Deutschland in der Welt moralisch Eindruck zu machen pflege? Ter österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 3.August. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 3. August 1916. NussischerKriegsschauplatz. Bei W e l e s n i o w warfen unsere Truppen eine feindliche Abteilung, die auf schmalem Frontstück in unsere Gräber eingedrungen war, restlos wieder hinaus. Die Armee des Generalobersten v. Böhm-Ermolli wies südwestlich und westlich von Brodp Angriffsversuche zurück. Auch an der von Sarnp nach Kowel führenden Bahn und am unteren Stochod scheiterten russische Vorstöße. Sonst verhielt sich der Feind gestern wesentlich ruhiger, was vor allem seinen über jedes Maß hohen Verlusten zuzuschreiben sein mag. Italienischer Kriegsschauplatz. Bei erfolgreichen kleineren Unternehmungen wurden gfslern im Borcola-Abschnitt 140 Italiener, darunter zwei Offiziere, gefangen, zwei Maschinengewehre erbeutet. Auf den Höhen südöstlich Vaneveggio wurden am 1. August wieder zwei italienische Bataillone unter den schwersten Verlusten zurückgeschlagen. Sonst keine besonderen Ereignisse. Südöstlicher Kriegssch a uplah Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstads v. Hofer, Feldmarschalleutnaut. * EreignisfezurSee. Eine Gruppe unserer Torpcdofahrzeugc hat am 2. Anguß morgens militärische Objekte in Molfetta beschossen. Eir Flugzeughangar wurde demoliert, eine Fabrik in Brand ge schossen, eine andere demoliert. Auf der Rückkehr hatten diese Torpedofahrzeuge und der zu ihnen gestoßene Kreuzer „Aspcra" ein kurzes Feucrgefecht mit einer aus einem Kreuzer und sechs Zerstörern bcstebcizdcn feindlichen Abteilung. Nachdem unsererseits Treffer erzielt worden waren, wendeten die feindlichen Einheiten nach Süden ab und verschwanden. Unsere Einheiten kehrten unversehrt zurück. In den Morgenstunden desselben Tages wurden fünf feindliche Landflugzcuge, welche über Durz (Durazzo) Bomben abgeworfen hatten. oh?,c irgend einen Schaden an- zurichten, von den dort sofort aufgestiegenen Seeflugzeugen verfolgt. Eines der feindlichen Flugzeuge wurde einige Seemeilen südlich Durz (Durazzo) durch eines unserer Seeflug- zcuge (Führer Seefähnrich von Fritsch, Beobachter Seefähnrich Sewere) zum Absturz gebracht und nur leicht beschädigt erbeutet. Von den beiden Jnfasseu, welche die Flucht ergriffen hatten, wurde später ein Offizier von unseren Trup. pen gefangen. Torpedofahrzcug „Magnet" wurde am 2. August vormittags von einem feindlichen Unterseeboot anlanciert und durch einen Torpedo treffer am Heck beschädigt. Hierbei wurden zwei Vttmn getötet, vier verwundet, sieben Mann werden vermißt. Das Fahrzeug wurde in den Hafen eingebracht Flottenkommando. • * • Der türkche Bericht. Konstantinopel, 3. Aug. (WTB.) Bericht de- Hauptquartiers vom 1. August: An der I r a k F r o n t Veränderung. Süi der p e rsisch, cn Front erreichten unsere Truppen aw dcr Versolguug der aus der Ortschaft Sakim geflüchteten ruspscheu Truppen bvc Ortschaft Buguau nördlich Sakim. Llu der K aukasus - Front in den Wschnittcn von B l N l } S und M u s ch säflvock>e örtliche Kämpfe. Vom Feinde seit fünf Tacken mit sieden Reguueutern Infanterie, wer Regimentern Kavallerie und über dreißig Kanonen und Händchen l>artnäckig ausgeführtc Angriffe gegen unsere vorgeschobenen Stellungen, die einen iiaä; döordosten gerichteten Vorsprung im Mschnitte von Ognott bilden und von einer gaipz geringen Streitmacht ver- teidigt wurden, wurden blutig adgesäüagen. Der Feind Hatte wahrend dieses Kampfes über 3000 Tote. Unsere Verluste waren berhältnismätzia sebr aerina. Am 1. August Morgens griff bet Feind mit herangeführten SerftärEiritgcii nach einer siebenstündigen Beschießung Don neuem diese SteMmgen urchführung der Maßnahmen würde alle Anstrengung gemacht, Um sicher zU verhindern, daß die Neutralen darunter leiden. Vergehungen im englischen Kriegsamt. London, 2. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyd George t it int Unterhau.se einen Gesetzentwurf ein gebracht, um ein riegsgericht einzusetzen, has gewisse Anklagen gegen einen hohen Beamten im Kriegsamt prüfen soll. Wäre dieser Schritt nicht getan worden, so würden mehrere Abgeordnete öffentlich im Unter- Hause auf diese Dinge hingewiesen haben. Unter den Anklagen gegen den betreffenden Beamten ist die, daß seine Handlungsweise in gewissen Armeeangelegenheiten nicht allein von nationalen Rücksichten bestimmt gewesen wäre. Die Angelegenheit hat natürlich in militärischen und politischen Kreisen großles Aufsehen erregt. Cafement hingerichtet. London, 3. Mgust. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Heute um 9 Uhr früh wurde Sir Roger Case- m e n t erschossen. Amsterdarn, 3. August. (WTB.) Aus der Meldung des Reuterschen Bureaus geht nicht hervor, ob Casement gehängt oder, wie zuerst gemeldet wurde, erschossen worden ist. Rotterdam, 3. August. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Maasbote" veröffentlicht eine Meldung der „Central News" aus London, derzufolge Robert Casement mit dem Strang hingerichtet wurde. Zur Hinrichtung wurde kein Publikum zugelassen. Bor dem Gefängnis von Penton- ville hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt. Schweden und England. Kopenhagen, 3. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) „National tidende" ineldet aus Stockholm: Die schwedische Presse spricht sich mit den schärfsten Worten gegen den englischen Versuch aus, den schwedischen H e r i n g s f a n g bei Island ziu verhindern. Das schwedische Volk seufze unter der herrschenden Teuerung. Der Hering sei einer der wichtigsten Nahrungsmittel. Die englische Maßregel treffe daher in erster Linie die breiten Volksschichten Stockholms. Die Presse weist ausdrücklich darauf hin, daß die schwedische Regierung den Gesanttsang der Fische vertragsmäßig zum Preise von 62 Oer für ein Kilogramm übernommen habe. Der Seekrieg. Vlissingen, 3.August. (WTB. Nichtamtlich.) Zwei holländische Torpedoboote landeten hier um 12 Uhr 15 Min. die aus 15 Mann bestehende Besatzung des norwegischen Dampfers „John Wilson" aus Stavanger, der von Rotterdam nach London mit Lebensmitteln unterwegs war. Das Schiss wurde gestern ungefähr 10 Uhr morgens in der Nachbarschaft des Maas- Feuerschiffes von einem deutschenUnterseeboottor- pediert. Der Kommandant des Unterseebootes forderte den Kapitän der „John Wilson" auf, mit den Schiffspapieren an Bord des Unterseebootes zu kommen. Er gab ihm fünf Minuten Zeit, um mit der Besatzung in die Rettungsboote zu gehen. Hierauf wurde der Dampfer torpediert. Das Unterseeboot schleppte das Rettungsboot mit der Besatzung nach dem Leuchtschiff Schouven-Bank, wo es von zwei Torpedobooten abgeholt wurde L o n d o n, 3. August. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Bemannung des niederländischen Dampfers „Z e e l a n d" ist in South Shields angekommen. Die Leute berichten, daß das Schiff in der letzten Nacht auf der Nordsee durch das Geschützfeuer eines Unterseebootes zum Sinken gebracht wurde. L o n d o n, 3. August. (WTB.) Lloyds meldet aus Tyne- mouth: Die vier englischen Fischdampfer „Bra- conask", „Titania", „Rhodesia" und „Helvetia" wurden durch deutsche Unterseeboote in der Nordsee versenkt. Die Besatzungen wurden gerettet und in England gelandet. Aus dem Räche. Das Verbot der Verfiitterung von Kartoffeln aufgehoben. Berlin, 3. Aug. (WTB. Amtlich.) Durch Anordnung des' Kriegsernährungsamtes vom 2. August ist das bisher bestehende Verbot der Verfütterung von Kartoffeln ausgehoben worden. * Berlin, 3. Aug. (WTB. Amtlich.) Als leitendes zusammenfassendes behördliches -Organ für die organisatorü- scheu Aufgaben der Beschaffung und Verteilung der Rohstoffe, derer: die deutsche Volkswirtschaft beim Uebergange vom Kriegs- in den Friede ns zu st and in großen Mengen bedürfen wird, wurde durch eine Verordnung des Bundesrats vom 3. Augiust 1916 ein Reichs- k o m m i s s a r für die U e b e r g a n g s w i r t s ch a f t bestellt. Die Ernennung des Reichskommissars erfolgt durch den Reichskanzler. Dem Reichskommissar werden Mitarbeiter — in erster Linie sachverständige Männer aus der: beteiligten großen Jnteressentengruppert — und ein Beirat an die Seite gestellt, in dem der Staatssekretär des Innern den Vorsitz führt. Die Mitarbeiter und die Beiratsnntglieder ernennt der Reichskanzler. Damit der Reichskommissar sich einen ausreichenden Ueberblick über den Rohstoffbedarf und die Rohstoffvorräte sowie bereits erfolgte Ankäufe im Auslande beschaffen kann, ist die allgemeine Verpflichtung eingeführt, ihm und seinen Beauftragten Auskünfte zu erteilen, Einsicht in Geschäftsbriefe und Geschäftsbücher zu gewähren und die Besichtigung in den Lägern zu gestatten. Die Verweigerung und Erfüllung dieser Verpflichtungen wird mit Strafe bedroht. Ebenso ist natürlich auch die Geheimhaltung der zur Kenntnis des Reichskominissars und seiner Mitarbeiter oder Beauftragten getaugten Einrichtungen ocker G-eschäftsverhaltnisse durch! Strafvorschristen gesichert. Als Reichskommissar wurde der hambnrgische Senator Stha- mer bestellt. Berlin, 3. Aug. (WTB.) Ter Minister des JNnern hat die Errichtung einer besonderen Zentralstelle zur Bekämpf fung des Wuchers und sonstiger unlauterer Gebarungen im Verkehr mit Gegenständen des täglichen Bedarfs verfügt, die oem königlichen Polizeipräsidium in Berlin angegliedert wird und die BczciichM.ng „Kriegswucheramt" führt. Das KrieMvucheramt wird seine Tätigkeit am 15. August aufnehmrn. Es soll mit Heu Polizeibehörden und den Behörden der Staatsanwaltschaft im ganzen Lande in rege Verbindung treten und namentlich auch aus ein enges Zusammenwirken zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und den Gerichten hinwirken. Xaber wurden ihm sowohl Verwottungs- beamte wie auch Beamte der Staatsanwaltschaft zugeteilt. Fwe obere Hand des Kriegswucheramts liegt in der Hand des Polizeipräsidenten von Berlin. Berlin, 3. Äug. (WTB.) Der Staatssekretär des Auswärtigen, der sich während der letzten Woche wit Großen Hauptquartier aufhielt, ist heute früh nach Berlin zurückgekehrt. Stuttgart, 3. Aug. (WTB.) Herzog Alb recht von Württemberg, der unter dem 1. August zum Generalfeldmarschall ernannt worden ist, ging aus diesem Anlaß folgendes H a n d s ch r e i b e n d e s Kaisers zu: ,/§ure Königliche Hoheit führen seit nunmehr zwei Jahren den Oberbefehl über die vierte Armee. Zu Beginn dieses Krieges in der Mitte der deutschen Heere, haben Eure königliche .Hoheit in raschem Siegeszug die Armee von Erfolg zu Erfolg geführt, haben dann den Ansturm des Gegners in Flandern zum Scheitern gebracht und halten nun, allen Schwierigkeiten des dortigen Kriegsschauplatzes mit den tapferen Truppen trotzend, die Wacht bis zur Meeresküste. In unermüdlicher Hingabe i'wd Tatkraft geben Eure Königlich)« .Hoheit insbesoudere den KönigM Württembergischen Truppen, die in bewährter Treue und unvergleichlichem Heldenmut mit allen übrigen deutschen Stämmen wtztteifern, ein leuchtendes Beispiel. Die rastlose Friedensärbeit Eurer Königlichen Hoheit an der Spitze des Königlich Wüttembevgischen Armeekorps hat ihre schönsten Früchte getragen. Mit größter Anerkenmmg und wärmstem Danke gedenke ich dessen heute,'und e3' ist strein lebhafter Wünsch, dem besonders Ausdruck zu geben. Ich ernenne deshcklb Eure Königliche Hoheit, den ruhmvollen,Führer der vierten Armee, zum General- feldmarschall." Aus Hessen. Die Einschränkung der Arbeitszeit in den Schuhfabriken. Die Abg. Ulrich nnd Eißnert stellten in der .Zweiten Kammer den Antrag, die Regierung zu ersuchen, den Ständen alsbald eine Vorlage 'zugehen zu lassen, durch welche die Verpflichtungen des Groß Herzogtums Hessen den in ihrer Arbeitszeit durch Bundesratsverordnung beschränkten Schuhfabriksarbeitern gegenüber geregelt nnd die dazu erforderlichen Mittel vorgesehen werden. 9 Darm stadt, 3. Aug. Es ist beabsichtigt, das Plenum der Zweiten Kam m e r auf Dienstag, den 1 2. September zu einer etwa eine Woche dauerndem Sitzungsperiode zu berufen. Die Goldankausftelle ist morgen von w bis \ 2 % Ahr geöffnet! Aus Stadt und Land. Gießen, 4. August 1916, Achtet auf Ernte-Brandstifter k Tie endlich angebrochenen heißen und trockenen Tage haben zunt Aerger unserer Feinde, aber zur dankbaren Freude des deutschen Volkes die besten Aussichten, für eine qute Ernte gebracht, freilich aber auch eine Gefahr, der miau in diesen Tagen die allergrößte Aufmerksamkeit zuwendeu sollte: der Ernte - Brandstiftung durch gekaufte lElemente und feindliche Kriegsgefangene. Schon im vorigen Jahre hatten sich landwirtschaftliche Vereine und Landwirtschaftskammern mit dieser äußerst wichtigen Frage beschäftigt. Ein englisches Müllerbbatt hatte damals Vorschläge gemacht, wie durch Meger-Brandbomben die deutsche Ernte aus den Feldern und in den Scheunen geschädigt werden könnte. Daß, diese Kampses- weise — sie ist echt englisch —> in der Tat durchführbar ist, haben die Mitteilungen der amtlichen bulgarischen Heeresberichte über Vorgänge in der Näl)e der griechisä^en Grenze schon mehrfach vollauf bewiesen. lFür uns, so schreibt die „Tägl. Rundsch." kommt diese Gefahr wohl hauptsächlich nur für die Grenzbezirkc in Betracht, wo man sich freilich ebenso planmäßig wird schützen müssen. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellsck)aft regte damals — und das gilt wohl auch noch heute — besondere Schu tzmaßregel n für Mühlen und Speicher an, und die Schlesische Landwirtschaftskammer riet, das geschnittene Getreide im Felde in möglichst kleinen und räumlich weit von einander getrennten Bündeln aufzustellen. Män wird gut tun, sich gerade in den jetzigen Erntetagen dieser Vorschläge zu erinnern. (Äöfter aber, als die Gefahr der Brandbomben ist bei uns die Gefahr der !Ernte-Brandstiftung durch arbeitende Kriegsgefangene. Die Gefangenen bewegen sich zuweilen ohne jede Aufficht — und wie nKte es möglich, jedem Mann noch eine besondere Auffichtsperson an hie Seite zu stellen? Man sieht^z. B. Russen ziemlich abseits und allein Garben binden und anfftellen nsw. Hofsenllich sorgt man dafür, daß diese leidenschaftlichen R a u ch e r wenigstens während der iFeldarbeit ohne Zigarre und Zündholz bleiben. Wie leicht könnte eine „llnvorsickstigkeit" dieser Menschen, die ja vielfach vpn ihren einstigen Vorgesetzten zu regelrechten Brandstiftern abgerichtet worden sind, schweren Schadmi anrichten. Die gnttnütige denffche landwirtschaft-» liche Bevölkerung läßt sich auch leicht durch die „S chw e r m ü t i g - feit" der slawischen Rasse täuschen, für die sie Mitleid empftndet, und ist dann nicht selten zu unberechtigtem Vertrauen geneigt. Für die jetzige Erntezeit kann aber nicht gemig Mißtrauen empfohleis werden. Für jeden Deutschen gilt es jetzt: habt acht auf die feindlichen Erntearbettcr! Unsere Feinde wissen, was eine gute Ernte für Deutschland bedeuten würde und ihr heißer Wünsch est, unsere Ernte zu schädigen. Darum: Augen auf! Es droht Gefahr! (zb.) ** P e r s v n a l n a ch r i ch t e n d e r O b e r - P o st d i r c-f 1 1 o it in Darm st ad t. Verliehen wmvde das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens' am Bande des Militär-Verdienstkreuzes dem Armeen Postdirektor, Postrat L a e nt nt [ e i n , aus^ Darmstadt, das Eiserne Kreuz erster und ziveiter Klasse, die Schwarzburger Verdienstmedaille, das Reußische Ehrenkrenz und das Reußische Küiegskreuz dem Leutnant d. R., Pvstassiftent Fa ßhane r aus Darmstadt, das Eiserne Kreuz zweiter Kla/sse und die Hessisckie Tapferkeitsmedaille dem Leutnant d. R., Posteleve Herbst aus Darmstadt, das Eiserne Kreuz zweiter .Klasse dem Feldpostsekretär S ch w e r dt aus Offen- bach (Main), dem Unteroffizier d. L., Ober-Postaffistent Sack aus Gießen und dem Grenadier, Postassistent Bö ck aus Butzbach, die Hessische Tapferkeitsmebaille dem Leutnant d. L., Postsekretär Schäfer aus Gießen. Aus Älnlaß des Scheidens aus dem Dienste: das Ritterkreuz zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Postsekretär Reinhard aus Darmstadt und dus Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" dem Postagenten Meininger in Mittel grün bau. — Versetzt wurde: der Poftassistent Altvater von Rüsselsheim nach Darmftadt. — A n g e n o m m e n wurde: zum Postgehilfen der Realschüler Otto A l t m a n n s p e r g e r in Darmstadt, zum Postagenten der KriegÄnvalide E i fe rt in Schwarz (Kr. Alsfeld). — F n den R u h e st a n d tritt: der Posffekretär Reinhard in Darmstadt. — Freiwillig a u s g e s ch i e d e n ist: Postagent Kru g in Schwarz (Kr. Alsfeld). ** _ Ausz e i ch n u n g. Gefreiter M a u s, Inf. Regt. 116, aus Gießen, seit Beginn des Krieges im Felde, ivurde mit dent Eisernen Kreuze ausgezeichnet: Inhaber der Hessischen Tap- serkcitsmedaille ist er schon seit einem Jahre. - Wehnnann 0)eorg Tanges im Landw.-Inf.-Regt. 116, loelcher seit Kriegsbeginn im Felde steht/erhielt das Eiserne Küerrz 2. Klasse. ** Gemein de steuerrück stünde. Unter den heutigen amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Gießen be- I findet sich auch die Mahnung des 1 . und 2. Zieles Gemeirrde- steiler und Kaualgebühreu für das Rechnungsjahr 1916. Die Zahlung kann noch bis zum 25. August eins'chl., ohne Kosten bei der Stadtkasse erfolgen. Ueberweisung im Bank- und Postscheckverkehr miissen.an diesem Tage bei der Stadtkasse ebenfalls gutgeschrieben sein. Am 28? August beginnt die Beitreibung, wobei Psändungskosten erhoben werden. Am 26. August 1916 ist die Kasse geschlossen. ** Rentenempfänger bei Ernte arbeiten. Die diesjährigen Erntearbeiten drängen sich mit Rücksicht auf die Wetterverhaltuisse auf einen engen Zeitraum zusammen, so daß infolge des Leutemangels bei der Einbringung der Ernte auch alte und gebrechliche Personen vielfach mithelfen werden. Da sich eine große Anzahl dieser Personen im Genüsse der reichsgesetzlichen Invalidenrente befindet, liegt die Annahme nahe, daß sich manche dieser Leute von der Teilnahme an den Erntearbeiten abhalten lassen, weil sie befürchten, es könne ihnen die Rente alsbald auf Grund dieser Tätigkeit entzogen werden. Es sei hiermit ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Landesver- sicherungsanstalt Großh. Hessen angesichts der Tatsache der Beteiligung an diesjährigen Erntearbeiten an sich keine Veranlassung nehmen wird, das Rentenentziehungsver- sahren einzuleiten. Auch werden etwaige Anzeigen gegen solche Rentenempfänger von dritter Seite bei der Landesver- sicherirngsanstalt keine Berücksichtigung finden. ** Futter für Zuchtsauen und Ferkel. Zur Unterstützung der S a u e n - u n d F e r k e l z u ch t wird eine größere Menge Futtermittel (Nachmehl, in- und ausländische Kleie, Mastfutter, Fischmehl, Strohkraftfutter und Eiweißzusatz) als einheitliches M i s ch f u t t e r von der Landesverteilungsstelle für Futtermittel in Darmstadt zur Verfügung gestellt, dtach den von der Reichsfuttermittelstelle erlassenen Bestimmungen dürfen auf die einzelnen Zuchttiere, und zwar Sauen, die zur Zucht w e i t e r v e r w en d e t we r de n sollen, für 1/4 Jahr berechnet, 4 Zentner Mischfutter als Höchstmenge abgegeben werden, soweit die vorhandenen Bestände diese Zuteilung ermöglichen. — Die Halter von Zuchtsauen und Ferkeln werden aufgefordert, ihren Bedarf an diesem Futter unverzüglich bei der örtlichen Verteilungsstelle ihrer Gemeinde anzu- meLden, die den Gesamtbedarf bis längstens 10 . August 1916 der Zentralgenossenschaft der Hess, landw. Konsumvereine in Darmstadt aufzugeben hat. ** Mehlausgabe. Bezugsberechtigte, die bei der einmaligen Mehlzuweisung das ihnen zustehende Mehl nicht abgeholt haben, können es D i e n s t a g , d e n 8. A u g u st in Empfang nehmen. Näheres siehe Bekanntmachung. bei Gesprächen. Die „Times" vom 19. >ziur bringt die zweite Folge einer Artikelserie „Eindrücke von Berlin" von einem „Neutralen". Darin schreibt dieser u. a. auch eine Eisenbahnfahrt, die ihm Gelegenheit gegeben hat, den Gesprächen von deutschen Offizieren zuzuhören. „Es fiel mir aus," so schreibt er, „daß Offiziere in demselben Abteil, m dem ich rühr, sich über ihre Arbeit an der Front unterhielten und fachsimpelten, ohne von den Mitreisenden Notiz zu nehmen. Jedenfalls wären diese Gespräche für die Ohren eines Spions fehr geeignet gewesen." Die große Zahl von Offizieren, die der Neutrale überall beobachtete, scheint ihm besonderen Eindruck gemacht zu haben. Dieser Bericht mag allen denen, besonders aber den Angehörigen des Heeres, die es nicht unterlassen können, an öf- fentlick-en Orten militärische Gespräche zu führen, als Warnung dienen. . ** Ueberwachung des Feldpostbriefverkehrs Im Interesse der Landesverteidigung und mit Rücksicht auf die militärischen Operationen müssen die Kommandobehörden zeitweise eine vorübergehende Ueberwachung des Feldyostbrrefverkehrs anordnen. Auf diese Maßnahme kann aus rein militärischen Rücksichten zurzeit nicht verzichtet werden. Der einzelne Mann kommt trotz nlehcsaäier Belehrungen oft nicht zu dem vollen Bewußtsein wie gefährlich auch schon die kleinste Andeutung militärischer Absichten in Familienbriefen wirken und wie sie im Heimatsande von heimlich unseren Gegnern nahestehenden Personen ausgebeutet werden kann. — Es ist dringend nötig, daß sich jeder Heeres- angehörige dieser Gefahr bewußt wird und daß er lieber in schälen AMnblicken der Postüberwachung dem Vaterlande das Opfer bringt, seine Briefe so abzufassen, daß sie von seinen Vorgesetzren gelesen werden können, als daß er sich durch diese Maßnahme behindert und bedrückt sülK. — Soweit der Dienst und die militärische Lage es irgend gestatten, wird bei dieser Postüberwachuug dem Empfinden der Heeresangehörigen in jeder Weise entgegengekommen und die Ahsendung der Briefe ohne Verzögerung 'durchgeführt. Erwünscht wäre es auch, wenn alle Angehörigen daheim sich die Wichtigkeit solcher Anordnungen klar machten. Sie erstreben lediglich den endgültigen Sieg und damit die Beendigung des Krieges. ** Der Rhein-Mainische Verband für Volksbildung veranstaltet Sonntag, den 6. d. Mts., vormittags 9% Uhr, i n Frankfurt a. Main im Sozialen Museum, Neue Kräme 9, einen Kursus über die Einführung in die Kenntnis und Verwertung der eßbaren Pilze. In, Anschluß daran findet eine Anssvrache über die Sicherung der Obsternte 1916 statt. Die Teilnahme ist unentgeltlich. " P r e u ß i s ch - S ü d d e u t s ch e K l a s s e n l 0 t t e r i e. Die Erneuerung der Lose zur 2. Klasse muß unter Vorlegung des Vor- klassen-Loses bi- zum 7. August, abends 6 Uhr, geschehen. Auch müssen bis zu diesem Termin die Freilose gegen Rückgabe der Gewinnlose eingelöst werden. ** Das h eutige Kreisblatt enthält folgende Bekanntmachungen betreffend Aussührungsbestimmungen zur Verordnung über den Verkehr mit Seife, Seifenpulver und anderen fetthaltigen Wäschmitteln, über Beschaffung des Grüukerns, Verkehr mit Obst, Lederkarten, Verteilung von billigem Bodenleder an die Gruppe Kleinverkehr und den Verkehr mit Oelfrüchten. ** Zehn Gebote fürdiehäuslicheOb st Verwertung z u r K r i e g s z e i t werden in der „Zeitschrift für Obst- und Gemüseverwertung- der dringlichen Beachtung empfohlen: 1. Dns Leichtverderbliche nutze zuerst. 2. Meide alle unsicheren Verwendungsarten. 3. Devorznge jene Benutzungsarten, bei welchen die Nährwerte ain vollkommensten erhalten bleiben. 4. Spare an Zucker. 5. Nutze den in den Früchten selbst sich bildenden Zucker. 6. Verwende alle brauchbaren Gefäße zun, Eindünsten. 7. Nutze jede Jruchtart in der für sie passendsten Weise aus und gib dabei der einfachen Herstellung den Vorzug. 3. Verschmähe zur Kriegszeit auch die Anwendung außergewöhnlicher Hilfsmittel nicht. 9. Nutze die entstehenden. Abfälle und Kerne. 10. Laß überhaupt nichts unbenutzt. •* iTee - Ersatz. Der Kriegswirtschaftliche Ausschuß bein, Rhein-Mai,rischen Verband für Volksbildung hat eine von Stadt- schulinjpektor H e n z e, Frankfurt o-JE?., verfaßte Flugschrift heraus- gegeben, welche eine Anleitung zun, Sannneln und zur Derarbertuug einheimischer Tee-Ersatzpflanzen gibt. Die Schrift ist in einen, Exemplar von der Geschäftsstelle des Verbandes, Frankfurt a. M., Paulsplatz, kostenlos zu beziehen. An Gemeinden, Behörden, Schulen, gemeinnützige Körperschaften usw. wird die Schrift in größeren Mengen zun, Selbstkostenpreis von 3 Pfg. pro Stück abgegeben. ** Die ungarische Sprache ist fortan auch im P 0 st- verkehr zwischen Deutschland und den, Generalgouvernement Warschau einerseits und dem österreichisch.ungarischen Derwaltungs- gebiet in Polen, dem Generalgguverneinent Lublin andererseits, zugelassen. Landkreis Gießen. Kd. E b e r st a d t b. Lieh, 4. Aug. Au, Schluß des zweiten Jahres hat der furchtbare Krieg erst das zweite Todesopfer aus unserer Gemeinde gefordert. Karl G ö r l a ch, an, 25. Juli bet Thiaumout vor Verdun schwer verwundet, starb am 26. Juli den Heldentod fürs Vaterland. — Der feit dem 15. Juni in Galizien vermißte Karl Buß befindet sich nach den letzten Nachrichten in russischer Gefangenschaft. Außerdem werden hier drei Vernüßte aus 1914 und 1915 betrauert. — Die H a u s s a n, n, l u n g für die deutschen Kriegsgefangenen ergab 310 Mk. e. W i e s e ck, 4. Aug. Am 2. August begingen Werkmeister Karl Stolzen Hauer und dessen Ehefrau, Margarethe geb. Schmidt, das Fest der silbernen Hochzeit. Kreis Büdingen. Fc. Büdingen, 3. Aug. Der hiesige Metzgerverband hal an- gcordnct, daß küirftig alle Metzger im Kreis aus jeder Schweine- schlachtung nur 25 Pfund Wärst Herstellen dürfen, und der hierdurch ersparte Speck mit mindestens 10 Pfund als Fett zu verkaufen ist. Kreis Alsfeld. ^ oz. Bleidenrod, 4. Aug. Dem Unteroffizier Wilhelm Bö cbe r (Sanitätslompagnie 205» wurde als zweite Auszeichnung das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Kreis Schotten. = Stumpertenrod, 3. August. Letzten Sonntag wurde auf dein hiesigen Friedhof der Reservist Albert Weber zur letzten Ruhe gebettet. Er war mit seinem treuen Freunde Otto Hahn von hier ausgezogen, der bereits inzwischen den Heldentod gefunden bat: kämpfte über ein Jähr in Galizien und zog sich dort eine Krankheit zu, der er dann erlegen ist. Er war ferner Eltern einziger Sohn, seit Kriegsausbruch verheiratet, hintertäßt er eine Witwe und ein Kind. Pfarrer Gbock von hier hielt die Begräbnisrede. Der Verstorbene war Mitglied des Kirchengesangvereins, der unter Leitung des Lehrers Kunz dem Verstorbenen die letzte Ehre in schönen Liedern erwies. Für die hier beerdigten Krieger wird ein besonderer Platz ange,viesen, der später mit einem Denkmal geschmückt werden soll. — Bis heute sind in unserer Gemeinde 9 Krieger gefallen: es sind dies: Gesr. Wilh. Stein, Feldwebel M 0 m b e r g e r , Gefr. Otto H ahn, einziger Sohn des .Bürgermeisters, Will). Günther, Friedr. Hornberger /'Karl M 0 m- berge r, Landwehrm. Heinr. Ler ch. tätlich verunglückt war der Sanitätsunteross. Will). Jost, Alb. Weber. Vermißt sind 2 gemeldet: Heinrich Stein und Karl Jost, Bruder des gefallenen Wilh. Jost. In Gefangenschaft befindet sich Friedr. Günther. Kreis Friedberg. :: P 0 h l - G ö 1 , § , 3. Aug. Ersatzrejervist Anton Marx, bei einem Armierungs-Bataillon, wurde in den Westkämpsen verwui,det und befindet sich im 2. Marine-Kriegslazarett zu Ostende. Kreis Wetzlar. K. 6. W e tz l a r, 4. Aug. Der diesseitige Kreis hat für seine Gemeinden die Frühkartoffeln zu einem Preise vermitteln können, der beträchtlich hinter dem augenblicklich geltenden Höchstpreise bleibt. Wa. Wetzlar, 4. August. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet wurden: Ersatzreservist Fritz Sott, Res.-Jnf.-Reg. Nr. 221, z. zt. beim hiesigen Landsturmbata-illon: Ge-frefter Wilh. Lang, Inf. Reg. Nr. 10, aus Kraftsolms und Reservist Karl Becker, Res.-Jnf.-Reg. Nr. 253, aus Stockhaufen. Hessen-Nassau. ra. Rodheim a. d. Bieber, 4. 2lug. Tie Bezirks sparkasse Rvdherm hatte für Mrttuwch eine Generalversammlung festgesetzt, in welcher die Wahl eines Direktors für den aus dem Amt geschiedenen Hanptlehrer Heynmnn auf der Tagesordnung stand. Es wurde mit großer Stimmenmehrheit der bisherige Kontrolleur, Maurermeister S t e i n m ü l l e r, als Direktor der zirkslasse und an dessen Stelle mrser Gemeindecechner Duden- höser als Kontrolleur gewählt. ]\ Marburg, 4. 2hug. Dein Gerichtsassessvr Leutnant d. R. Alfred König von hier und dem Unteroffizier E n g e l b a ck aus Niederasphe wurde das Eiserne Kreuz 1. Klasse tvrliehen. -- Frankfurt a. M., 4. Aug. Tie st ä d t i s ch e I a h r e s- rechnung für das Geschäftsjahr 1915—1916 schließt mit einem Ueberschuß von 1 005 756 Mark ab, der durch das günstige Ergebnis des, Elektrizitätswerks und der städtischen Straßenbahnoerwaltung hervorgerufen ist. Tie Steuern, Abgaben und Gebühren stellten sich gegen den Voranschlag um 621054 Mark günstiger, blieben al.«r dennoch um 2 450 379 Mark hinter dem Voranschlag zurück Das Ergebnis der Einkommensteuer stellt sich um 1 110 000 Mark ungünstiger als der Voranschlag. Bei den Betriebsverwaltungen übersteigen die UebersckMe die ZusckMe um 2 220 953 Mark Außerdem ergaben (yieftriäität^jü-crf I 597 259 Mark und die Straßenbahn 1 167 031 Mark Ueberschüsse. Wie der Magistrat mitteilt, ist die Entwicklung der Einkommensteuer im allgemeinen als befriedigend zu bezeickmen, sie rechtfertigt, daß die Steuererhöhung während der Kriegsjahre zunächst in mäßiger Grenze gehalten wurde. X Hanau. 3. Aug In erhitztem Zustande hatte der 10jährige Sohn des Dealers B 0 n i s e r in D ö r n i g h e i m ein Bad im Main genonnnen. Von einem Herzschlage betroffen, ging er unter und ertrank. — Die weltbekannte Silberwarenfabrik I. D. Schleiß n er Söhne, Hofsilberschmiede, feierte gestern ihr hundertjähriges Bestehen. ra. fiombnq, 4. Aug. Füsilier B c r ni b a ch und Musketier Joh. C a f p e r erhielten beide das Eiserne Kreuz. Hofgeismar. 3. Aug- Auf dem Bahnhose Lauenförde ließ sich gestern der 17jährige Sohn des Zugführers Vogel aus Göttingen \n selbstmörderischer Absicht von einem Personenzuge überfahren. Ter Lebensmüde war sofort t 0 t. F- 0. Fritzlar, 4. Aug. Als der Bahnbeamte Klaus ein Kalb aus der Edder retten wollte, fiel er in den Fluß und ertrank. hl-. Sterzhausen, 4. Aug. Beim Kornabmachen bekam eine hiesige Frau einen H i tz s ch l a g und war sofort tot. ra. B 0 ttenh 0 rn . 3. Aug. Lehrer Karl Pfeiffer, Gefreiter im Juf.°Regt. 96, 5. Komp., starb den Ehrentod fürs Vaterland. g. Esch wege a. d. Werra, 3. August. In der Nähe des benachbarten Werradorses P f e r d s d 0 r f stürzte ein Stück Ackerland voll etwa 1000 Meter Umfang in die Tiefe. Der Erdeinsturz ist wahrsclieiulich durch die Auslauguug unterirdischer Salzlager durch Schichtwaffer herbeigesührt worden. — Der in Hess. Oldendorf verstorbene Privatmann Karl Schräder hat seiner Vater- stadt R i n t e l 11 ein Vermächtnis von 32000 Mark hintcrlassen, dessen Zinsen zur Unterstützung von verschämten Armen der evan- getischeu und lutherischer'. Gemeinden Verwendung ftnden sollen. ul. He rborn, 4. Aug. Beim Baden in der Dill ertrank in der Nähe der Badeanstalt Burger, Landstraße, der 21 Jahre alte Schneider Karl I 0 p p. Seine Leiche wurde kurz nach dein Unfall geborgen. Ter Arzt stellte Herzschlag als Todesursache fest. Ul. Limburg, 4. August. In der Tienstagnacht gegen V 2 I 2 Uhr verunglückte der 17 jährige Eisenbahnarbeiter Ga st ei. er aus Niederhadamar auf dem hiesigen Güterbahnhof, vermutlich durch Anprall mit einem mit Heu beladenen Güterwagen. Der Schwer verletzte wurde durch die Sanitätsmannschaft in oas Berbandslokal des Roten Kreuzes verbracht, wo er bald darauf seinen schweren! Verletzungen erlag. 8°. 33 e b t (i, 3. Aug. Auf der Eisenbahnstrecke Bebra—Hers- feld wurden gestern in der Nähe der Station Oberhaun zwei auf dem Bahnkörper arbeitende I7jährige Maurerlehrlinge von einer leerwhrenden Dlaschine, die sie infolge des starken Nebels nicht bemerkt hatten, überfahren und schwer verletzt. Englands Verlangen inzwischen erfüllt, wird als unzutreffend bezeichnet. Rcvolutionsdrühung in Italien. ^ Zürich, 4. August. Von sehr gut unterrichteter italienischer Seite wird den „Neuen Zürcher Nachrichten" berichtet: Durch die Maßnahme der deutschm Banken ru^genüber den italierrischen Untertanen sind dem kriegsmüden Volke neuerdings die katastrophales Möglichkeiten eines Krieges auch mit Deutschland klar geworden. Die Wut des Volkes gegen den Krieg ist dadurch deideutcnd gesteigert worden. Die revolutionären Stimmen sind so laut geloorden, daß der Ministerrat vom 18. Juli die Bildung eines Pressekomitees zur Beschwichtigung des Volkes beschlossen hat. Infolge der intensiven Propaganda der Sozialisten und in folge der Opfer an der Front ist indes die Stimmung unter den' Massen derart geworden, daß hier und dort die Meinung zu hören ist, eine gewaltige Revolution müsse kommen, wen» die militärischen Erfolge auSblieben. Die Soldaten suchen sich auf alle mögliche Weise zu drücken. Bezeichnend ist ein kürzlicher Vorfall: 70 Mann sollten von der Festjung Gaeta an die Front, davon sind 42 deser viert. Die Landbevölkerung gewährt solchen Flüchtlingen Schutz. LLLLvs Salz existiert nicht Man meide die Nachahmungen 1915: Besuch 9306 bei Nierenleiden, Harnsäure, 'Zudfer, Eiweiss 1915 Flaschenverbrauch 1800738 Fürstliche Wildunger Mineralquellen, A.-G., Bad Wildungen — Schriften kostenfrei Tieferschüttert erhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß nach Gottes unerforsch 1 ichem Ratschluß unser lieber Sohn, Bruder, Schwager, Enkel, Onkel und Bräutigam Unteroffizier d. R. joh. Philipp Adolph Infanterie-Regiment Nr. 125, 5. Kompagnie Inhaber des Eisernen Kreuzes, der Hessischen und Württembergischen Tapferkeits-Medaille infolge seiner am 1. Juli erhaltenen vierten Verwundung durch Lungensteckschuß am 23. Juli im Alter von 26 Jahren im Feldlazarett fürs Vaterland gestorben ist. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Klein-Linden, Heimersheim und im Felde, den 2. August 1916. Familie Adolph. 2 i.« 1 1 v 011083 Inoxidierter Stahlbiechkessel autogen geschweiß t. Bester E rs atz für Kupferkessel. Einziger für die Landwirtschaft brauchbarer Kessel-, Eignet sich für alles.—Zu beziehen durch alle größeren E isen wa ren-Handlungen. — Lieferung in einigen T agen 55S3 D Heinrich Amend G. m. b. H. Hanau a.U. Papier-Bindfaden in allen Stärken, erstklassiges süddeutsches Fabrikat, Ia. gezwirnte Ware von grösster Haltbarkeit, gegen X&sse präpariert, „ empfiehlt zum billigsten Tagespreis Z Asterweg 63 Ludwig Lazaras Fernsprech. 505 Phoiogr. 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August 1916, vormittags 9 Uhr sollen im Rathause zu Trais-Münzen» berg die nachverzeichneten Arbeiten vergeben werden. Voranschlag. Los 1, Herstellung von 3250 lsd.m Draingräben in Flur X 930,00,/# Los 2, 23013 kg Drainröhren vom Bahnhof Trais - Münzenberg nach den Verwendungsstellen anzufahren und abzuladen 82,85 J(, Los 3, Rodung und Verschleifung der Gräflich Solms - Laubach'schen Waldparzelle Flur IV Nr. 66 3000,60 Jt Die Verdingungsunterlagen liegen bei uns und bei der Großh. Bürgermeisterei Trais-Münzenberg zur Einsicht offen. Angebote in Prozenten des Voranschlags sind bis zum obigen Termin verschlossen und mit der Aufschrift: Angebot Feldbereinigung Trais- Münzenberg" versehen, der Großh. Bürgermeisterei Trais-Münzenberg einzureichen. Friedberg, den 1. August 1916. [55890 Großh. Kulturinspektion ne*. I. D. Steinbach. 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Bei ungünstiger Witterung nachm. 5 Uhr Zusammenkunft „Postkeller". 5612c Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gietzen. In den Wagen der städtischen Stratzenbahn wurden in der Zeit vom 1. bis 31. Juli 1916 nachfolgende Gegen stände gesunden: 5 Damettschirine, 1 Rolle Pnckpavier. 1 Damenjacke, 3 Paar Handschuhe, 1 Kinderbandfgschchen. 1 Kinder- schirm, 1 Pfund Kornkaffee, 1 Kitzel, 1 Spazierstock und 1 Feldvostpaketchen. 15596 6 Die obigen Sackten können im Verwaltungsgebäude der städtischen Elektrizitätswerke und Stratzenbahn. Lahnstrafte 28, Zimmer Nr. 4 in Empfang genommen werden. Das am 15. Juli fällig gewesene Packugeld von städtischen Grundstücken für das Rj. 1916 kann in den nächsten 8 Tagen noch ohne Kosten an die Stadlkasse bezahlt werden. ___ _ [5600 B Die Beiträge zur land- und forstwirtschaftlichen Be» rnssgenoffenschaft für das Gr. Heften für das Jahr 1915 können in den nächsten 8 Tagen noch ohne Mahnkosten an die Stndtkasse Gieften bezahlt werden. [5691B Das im Monat Mai und Juli d. I. fällig gewesene 1. u. 2. Ziel Gemeindesteuern und Kaualgebübren kann mit Rücksicht aus die verspätete Ausgabe der Steuerzeikel noch bis zum 25. August ohne Kosten bezahlt werden. Diejenigen, die mit der Zahlung dieser Ziele noch im Rückstände sind, werden hiermit gemahnt, die Abgabe bis zum 25. August d. Is. an die Stadtkasse zu entrichten. Am 26. August ist die Kaste geschloffen. Vom 28. August d. Is. an gelangen beide Ziele zur Beitreibung, wodurcki Pfün» dungskosten entstehen. Ueberwetsungen im Bank- und Post» scheckverktrhr müssen am 25. August ebenfalls bei der Stadtkaffe gutgeschrieben sein, andernfalls die vorgeschriebenen Beitretbungskosten erhoben werden. I5597B Bezugsberechtigte, die bei der einmaligen Mehlznweisung das ihnen zustehende Mehl nicht abgeholt haben, können dasselbe Dienötag. den 8. August 1916, vormittags von 8 bis 12 und nachmittags von 2 bis 6 Uhr in der Schulbaracke Stadtknabenschule, Nord-Anlage, in Emp- sang nehmen. 56028