Nr. *80 Der 0fefpn«r Anzeiger «scheint tßciRcf), mcher Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich KietzenerKamilienbkätter; zweimal wöchenU.Xreir- biattfürdrnAreis Gießen (Dienstag und Freilag): zweirnal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragcn Fernsprech - Anschlüsse: snrdie SchriltleitungllZ V in liberalen Organisationen gegen Stürmer zu wühlen. Er sprach öfftntlich die Ueberzeugung aus, der Ministerwechsel bedeute ent starkes Ab rück en Rußlands vom Vierverband. Als Stürmer aus dem Hauptquartier zurückkehrte, fuhr Buchaucrn ostentativ zu Sasouow nach Finnland. Es verlautet, der russische Botschafter in London sei beauftragt, die Erklärung abzugeben, Buchmtau sei der russischen Regierung nicht mehr genehm. — Me Petersburger Blätter veröffentlichen eine amtliche Widerrufung früherer Zeitungsmeldungen, daß Stürmer mit dem französischen und englischen Gesandten Besuche gewechselt habe. Aus Griechenland. Amsterdam, 2. Aug. (WTB.) Die „Times" meldet aus Athen, die griechische Regierung habe beschlossen, die ganze griechische Jnsanteriegarnisou von Saloniki auszuheben und nach Thessalien zu verlegen. Englands Uebergriffe gegenüber den Nordstaaten. Kopenhagen, 2. Aua. (WTB.) „Natron altidende" meldet aus Stockholm: Auf Verlangen Englands haben die isländischen Behörden den schwedischen Fischdampfern nach vollendetem Heringsfang die Abreise nach Schweden verboten und gefordert, die Dampfer sollten vorher den Fang den Engländern zum Preise von 45 Oere für das .Kilogramm zur Verfügung stellen. Der Fang ist ' jedoch bereits an die schwedische Regierung für den Jn- landsverbrauch verkauft. Die schwedischen Fischhändler haben daher eine Klage an die schuiedische Regierung gerichtet, die bei der dänischen und der englischen Regierung Schritte getan hat, irm die Freigabe der Dampfer zu verlangen. Kriftianta, 2. 'Aug. MTB.) „Aftenposten" teilt mit E n ' E — - ^ £ Der Seekrieg. Berlin, 2. August. (WTB. Auttlich.) Am 28. Juli wurden an der englischen Ostküste von einem unserer Unterseeboote acht englische Motorsegler und ein englischer Fischerdampfer versenkt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Ein Italienisches Nnterfeeboot erbeutet. Wien - 2. August. (WTB.) Amtlich wird gemeldet: Ereignisse zur See. Das italienische Unterseeboot „C i a c i n t o Pullino" fiel in der nördlichen Adria in unsere Hände. Es wurde fast ganz unbeschädigt nach Pola geschleppt. Die gesamte Bemannung, bestehend aus drei Offizieren und 18 Mann, wurde unverwinndet gefangen genommen. Flottenrommando. Lriegsbriese aus dem Osten. Telegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Die Kämpfe in Wolhynien. Kowel, 1. August. Immer nach laufen die Russen gegen unsere Stellungen auf der ganzen Front in Wolhynien an, aber die Pausen an einzelnen Frontteilen beginnen größer za: werden. Mit besonderer Energie toird nur gegen ein paar Hanunerpuukte vorgggcmgen. sonst biefchnänkte sich die russssche Jnfanterie- tätigkeit gestern und in der Nacht vom 31. Juli zum 1. An-guft auf das Vorsühlen und Heranarbeiten einzelner Kompagnien. Wrdlich der Liga, im Süden der Front, kam es noch M heftigen Kämpfen, die schließlich mit dem Bajonett zür unfern Gunsten entschieden wurden. Daß die Russen zum mindesten Kräfte mir umgruppieren und Atem holen müssen, geht aus den immer deutlicher erkennbar werdenden ungeheuren Verlusten der Stürmenden hervor. Es ist schwer, im hohen Getreide, im Sumpf, in den Erlengebüschen die Toten abzuschätzen. Wenn nässere Patrouillen aber einmal genaue Stichproben machen, sprechen die Zahlen ihre eindringliche Sprache. Bei Kieschir loaren, wie gemeldet, vor einer Regimentsftont tausend russssche Leichen gezählt worden, im Süden wurden nördlich der Lipa bei Jelizcrrow auf schmalem Abschnitt 2000 Tote gezählt. Nur gegen die Stochod-Front südlich der Bahn Kowel— Rowno, wto die russische (Ärde eingesetzt ist, hatten auch gestern und heute die Kämpfe erbitterten Charakter. Bei Siniawka, bei Witoniez, bei Kolonie Osttow waren Brennpunkte des Kampfes. Im Stochod-Main wurden nächtliche Angriffsversuche erstickt. Bei Sareeze, nördlich der Bahn Kowel—Sarny, wurden die Russen aus den letztem beiden Grabenstücken, auf der Sanddüne westlich des Stochod, heraus geworfen. (Än Stabsoffizier, 3 Offiziere, 72 Mann wurden dein: Sturm gefangen, ein Maschinengewehr erbeutet. Auch von der Front zwischen beiden Bahnen, gegen die die Russen in den vergangenen Kampftagen mit fünf Divisionen angesetzt hatten, mehren sich die geirauen Einzel- meldungen, die- alle vergeblichen russischen Opfer als den französisch-englischen Blutopfern im Westen kaum nachstehend erkennen lassen. Zu schweren Kämpfen kam es in diesem Abschnitt bei Bol-Porsk. lim 4 Uhr nachts drangen russssche Abteilungen in die Gräben, ein Gegenstoß warf sie wieder blutig zurück. Im Raume nordvfttich von Mielnica entwickelten sich im Laufe des Tages Kämpfe, die sich am Nachmittag ausdehnten und an Heftigkeit zunahmen. Me Angriffe wurden abgewiesen. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. M§ dem Reiche. Der Kaiser an den König von Sachsen. Dresden, 1. August. (WTB.) Der König hat nachstehendes Allerhöchstes Kaiserliches Handschreiben erhalten: Durchlauchtigster, großmächtigster Fürst, freundlich lieber Vetter und Bruder? Mit festen: Willen zum Siege und zu ' Deutschlands Ruhm und Ehre stehen Eurer Majestät königlich 'sächsische Truppen seit nunmehr zwei Jahren in West und Ost im Kampfe. Von diesem Geiste beseelt, zogen sie tapferen Mutes hinaus, hefteten in ruhmvollen Taten den.Lorbeer des Sieges an ihre Fahnen und sind in fester Zuversicht bereit, den/ ''chweren Kamps bis zum siegreichen Ende weiter zu führen. Euer Maiestät sind mit der sächsischen Armee als deren erhabener Chef von Jugend an eng verbunden und widmen derselben Ihre landesväterliche Fürsorge in unermüdlich,: Arbeit. Eurer Majestät deshalb einen neuen Beweis meiner tief empfundenen Dankbarkeit Ist nur zu geben, ist heute mein besonderer Wunsch. Ich glaube, denselben nicht besser zum Ausdruck bringen zu können, als daß ich Eurer Majestät vielgeliebten Sohn, den Kronprinzen ^eorg von Sachsen, Königliche Hoheit, der inmitten der löuig- Miachjiilhei, Truppen oeren Freud und Leid geteilt uttb dadurch uaTtorirtte und ErsahOMgen gewonnen hat, die für seinen loeiteren militärischen Lebensweg von .tmschätzbarent Nutzen sein werden, zum Chef des G a rdc-S ch ü tz c nb a tai l lo n s ernenne, der tapferen und bewähtten Truppe, deren Uniform auch Eure Majestät einst nrit Freude gettagen. Ich habe ihm diese Ernennung unmittelbar bekannt gemacht. Mit der Versicherung der vollkommensten Hochachtung und wahren Freundschaft verbleibe ich Eurer Majestät fteundwilliger Vetter und Bruder. Wilhelm R. Gwßes Hauptquartier, 1. August 1916. Der Kaiser an den ReichStagsprüsideitten. Berlin, 2. Aug. (WTB.) Die „Norddeutsche Allgem. Zeitung" veröffentlicht nachstehendes Antworttelegramm des Kaisers an den Reichstagspräsidenten K a e m p f: Meinen herzlichen Dank für Ihre freundlichen Segenswünsche und den Ausdruck des zuversichtlichen Vertrauens an einen glücklichen Ausgang der schweren Heimsuchung des Vaterlandes. Das deutsche Volk hat von seinen erwählten Vertretern die mir am 4. August 1914 in die Hand gelobte Treue durch Heldentaten und Opfer ohne gleichen in den beiden Kriegsjahren glänzend betätigt. Gott der Herr wird — des bin ich gewiß — solche Treue lohnen durch seinen weiteren Beistand bis zur siegreichen U-cberwindung unserer Feinde und durch eine glückliche Zukunft des Vaterlandes. Wilhelm I. R. Der Besuch der skandinavischen Sozialisten. Straßburg Ms.), 2. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Die skandinavischen sozialistischen Politiker ttafen Sonntag in Straßburg, dem Endziel ihrer Studienreise, ein. Sie wurden dort von den Vertretern der Stadt begrüßt und besichtigten am Montag die sozialen kriegssürsorqlichen Einrichtungen der Stadt, wie die kommunale Attlchzentrale, die Ätassenspeisung, die landwirtschaftlichen Betriebe der Stadt, die Nähstnbe usw. Air dem zu Ehren der Gäste von der Stadt gegebenen Essen nahmen eine Anzahl Herreil als Bettreter der Regierung, des Gouvernements und der städttschen Verwaltimg teil, sowie mich die sozialdenwkratischeii Abgeordneten Boehle und Peirotes. Bürgermeister Dr. S chw a n d e r bewulkommnete die Gäste mit herzlichen Worten, die gekommen seren, um aus eigener Anschauung ein objektives Bild über die Untschen und belgischen Zustände zu gewinnen. Deutschland habe ttine Ent, chuldigungen nötig, es könne aber verlange::, daß die Wahrheit verbreitet werde uird deshalb sei es zu begttißen, wenn ausländische Politiker sich aus direkter Quelle zu informieren suchen. Die Herren könnten die Versicherung entgegennehmen, daß Deutschland weder militärisch noch loittschaftlich niedergerungen werden könne, im Gegenteil weroe es, je länger der Krieg dauere, desto mehr sich darauf einrichten. Das könnten die Herren auch im Elsaß bestätigt finden, besonders in Straßburg. Wir sind, erklärte Dr. Schwander, deutsches Lcurd und wollen es bleiben. Wir werden es bleiben. Ter Abgeordnete Lindblad-Gotenburg dankte für die schwedischen Gäste. Sie wären am Schlüsse ihrer Reise angelangt, voller Eindrücke davon, was sie gesehen lind gehört hätten. Wenn sie auch nie den antideutschen Schauer berichten geglaubt hätten, so hätten sie sich Belgien doch als ein durchs den Krieg verwüstetes Land vorgestellt. In Wirklichkeit sei dies gar nicht der Fall. Er wolle als Neutraler sich in eine Diskussion der Kriegsfragen nicht einlassen, aber er müsse doch sagen, daß in seinem Lande bic Auffassung allgemein sei, daß Deutschland nicht vernichtet, das deutsche Volk nicht niedergetteten werden dürfe, lieber unsere Reisebevbachtnngen werden wir objektiv berichten. Unsere Auffassung ton den Deutschen -als einem Bolle, das an der Sätze der Kulturvölker marschiert, Huben wir vollauf bestätigt gesundeii Davon zeugen auch die Verwaltung und die sozialen Einrichtungen, die wir in Belgier» kennen gelernt haben. -Der Redner richtete seinen Dank an alle, die sich der Gäste auf der Reise in frlmndlicher nnd aufopfernder Weise angenommen hätten. Er schloß mft dem Wunsche, daß ein gerechter Friede bald zustande käme,, der dm Völkern die Möglichkeit zu fttedlickrer Kulturarbeit: und friedlichem Wettbewerb auf allen Gebieten sichere. Der Ab- Mordnete Olsen -Kopenhagen sprach für dir Dänen in ähnlicher Wn,e. Er ließ seine Rede in einem Hoch aus die Stadt Straß- bürg ausllingen. Wäl-rend des sich anschließenden Besuches bei den in dein kaiserlichen Schloß unter gebrachten Vernmndeten wurden die Herrn: von dem kaiserlichen Statthalter begrüßt/ oer sich init ihnen über ihre Reftettndrücke längere Zeit Unterhielt. Der Abend wurde in der städtischen Orangerie verbracht, wo die städtische Kapelle zu Ehren der Gäste Mehrere Kompositionen skandinavischer Meister spielte. Von Straßburg begaben sich die Herren wieder in die Heimat. * Berlin, 2. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Seine Majestät der Kaiser hat an den Wirklichen Geheimen Rat v. von Harn ack-Berlin nachstehendes Telegramm gerichtet: Wärmsten Dank für die Meldung von der freudigen Aufnahme meiner dem deutschen Volke an der Schwelle des dritten Kriegsjahres «gewidmeten Worte in der dirrch Ihren Vorttag begeisterten pattiotisck)en Versammlung der Reichs- Hauptstadt. Berlin, 2. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der Reichskanzler, der die letzte Woche im Großen Hauptauartier zubrachte, ist nach Berlin zurückgekehrt. Arrs Stadt ttttd Lernd. Gießen, 3. August 1916. Rationo lftiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen. Schon wenige Monate nach Kriegsbeginn wurde durch das ganze Reich eine Sammlung ttngeltttet, um für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen sorgen zu können. Tie Sammlung hatte ein erfreuliches Ergebnis, so daß unter den: Namen Nationalstiftung ftir die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen eine milde Stiftung erttchtet werden konnte, die sich die Aufgabe gestellt hat, den hilfsbedürftigen Hinterbliebenen der im gegenwärtigen Kriege Gefallenen ohne Unterschied des Standes, der Pattei und des Glaubens Unterstützung zu gewähren, soweit dies in Ergänzung der vom Reich zu erwartenden Untefftützung erforderlich ist. Tie Kttegerwitwen solle ,i in den Stand gesetzt werden, nröglichst aus eigener Kraft ihren Hausstand weiter zu führen nnd :hre Kinder so zu erziehen und ausbilden zu lassen, daß sie dereinst in einer ihrer: Fähigkeiten angepaßten Tätigkeit sich selbst ihren Lebensunterhalt und eine der sozialen Stellung ihres Vaters entsprechende Lebensstellung erwerben könne,: Soweit die Mittel ausreichen, sollen auch Verwandte der aufsteigen- den Linie, denen Kriegsellerngeld gewährt wird, und nicht kneqs- vessvrgimgsberechtigte Witwen und Waisen unterstützt werden wenn der ussächliche Zusammenhang«^ Todes des Ehemannes oder Vaters mit Heeresdienst oder Krankenpflege während des Krieges nach gewiesen ist. Die Nationalstiftung sollte erst nach Beendigung des .Krieges in Wirksamkeit tteten. Jedoch werden mit Rücksicht ans die Länge des Krieges in dringenden Fällen jetzt schon Unter- stützungen gewährt. Tie Zwecke der Stifttmg sollen erreicht werden durch die bei ihrer Erttchtung bereits vorhandenen Kapitalien und durch fott- dauernde Sammluug wn Mitteln. Grundsätzlich sollen die aus einem Bundesstaat herttihrenden Einnahmen auch für Angehöttge dieses Bundesstaates verwendet werde,:. Ein Llusgleichsfonds soll nach Möglichkeit die Verschiedenheit der den einzelnen LandesMeir zur Verfügung stehenden Mittel unter - Zugrundelegung des in ihnen vorhandenen Bedürfnisses aus gleichen. Dem Ausgleichfonds werden alle aus den: Ausland koMurenden Zuwendungen und 10 Prozent des^ btt Erttchtung der Stiftung bereits vorhandenen Vermögens sowie 10 Prozent der Jahresttn nähme,: zu geführt. Für die Angehöttgen der Mattue Ivird ttn besonderer Fonds gebildet, dem ttn dem Verhältnis der Gefallenen der Marine zu denen des Landheeres entsprechender Prozentsatz des Stiftungs- Vermögens und der späteren Einnahmen zugewiesen wird. Tie Stiftmig wird verwaltet dr:rch das Präsidium, das seinen Sitz in Berlin hat, und den Z en t ralan s schu ß, der eiirhtttliche (Grundsätze über die Genxihrnng von Unterstützpugen aus stellen soll. Diesem Zenttalausschriß gehören vier Herren dem Großherzogtum Hessen an. In jedem Bundesstaat sind' Landesausschüsse geblldet, deneu die Sammlung von Spenden für die Stistimg obliegt und die die Unter st ütziln gsan t r äg e zu sammeln, zu prüfen und darüber nach Maßgabe der vom Zentralausschuß fest- gestellten einhntlickMi Grundsätze und der zur Verfügung stellenden Mittel zu enlschttden hat. Für das Großh?r'-ogtum Hessen ist ttn Landesausschuß ge- bildtt, der 'vom Gvoßlh.,Wttnisterv:M des^ Inner,: unter Genehinignng seiner Satzung vom 9. Mai 1916 als solck-er anerkannt ist. Diese Satzung ist auch vom Präsidium der Nationalstiftung genehmig. In der Satzung ist die Bildung von U n t e r a n s s ch ü s s e n für jeden Kreis vorgesehen, in derren Angehörige des süoten Kreuzes, der Kriegsbcschädigtensürsorge, der Kriegerkameradschaft Hassia und der der freien Liebestätigkeft gewidmeten Frauenvereine vettreten! sttn sollen. Ten Unterausschüssen liegt die wichtige Aufgabe ob, die für die Unterstützungsanträge nötigen Ermittlirngen übe» die pessönlichen und Vermögensverhältnisse der zu Unterstiitzender: anzustellen und vor allen Dingen zu prüfen, ft: welcher Art eine den Verhältnissen des Einzelfalls entsprechende Unterstützung ge- wähtt werden soll. Eine fortlaufende Unterstützung mit Geld wird in der Regel nicht im Interesse des zu Unterstützenden liegen, tvenn sie ihm aucki die Willkomm er: st c Art sein wird. Wichtiger sowohl für den zu Unterstützenden als auch für die Mlgemttnhttt ist aber diejenige Hilfelttstung, die die wi r t s ch a f t l i ch eSel b st ä n d i g- machung bewirkt. Dabei müssen unter Umständen einmalige größere Bettäge «rfgewendet werden, um de,: zu Unterstützenden in irgend einem Berns anszubilden. IM Endergebnis wird aber die Aufwendung größerer Beträge zu solchem Zweck bessere Früchte zttttge,:. F ü r d e n K r e i s G i e ß e n ist ttn Unterausschuß am 25. Jul: unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors Geh. Rat Dr. Usingen gegründet Nwrden. Dem Ausschuß gehören an: Landgettchtsrat Wiener als stellvettretender Vorsitzender, der Oberbürgermeister der Stadt Gießen, Prof. Tr. K>r ausM ül le r, Amts- gettchtsrat Gros, Prof. Dr. Alle s, Medizirmlrat Dr. W a l g e r, Frau Rechtsanwalt En gis ch , Frl. Antonie Tas che, Kirchenrat H a i n e r von Hungen und Lehccr D a b von Lollar. Tie Geschäfte des Unterausschusses werde,: gefühtt dutth die Geschäftsstelle, der au gehören: Landgettchtsrat Wiener, Pros. Tr. Krausmüller und Frl. Tasche. Die Geschäftsstelle befindet sich vorerst in den Geschäftsräumen des Roten Kreuzes in der alten Klinik. Uni eine möglichst genaue Erforschung aller Verhältnisse und ttne beständig? Fühlnngnahme mit den Kttegs- binterbliebenen herbcizuführen, sollen in allen Gemeinden des Kreises Vertrauensleute gewonnen werden und zwar mög- lich st ttn Mann nnd eine Frau, die den örtlichen der freien Liebestätigkeit gewidmeten Organisationen angehören sollen. Alle Unterstützungsanträge sind btt der Geschäftsstelle einzurttchen, von der sie zusammen mit den Vettranenslentett geprüft und an die Geschäftsstelle des Landesausschusses mit ttnem Gutachten weitergegeben werden. Der Unterausschuß hat das Recht, in besonders dringenden Fällen Untesstützungen im Bttrage bis zu 100 Mark selbständig zu gewähren. * Die deutschen Universitäten bei Kriegsansbruch. Eine Erinnerung an die Zttt vor 2 Jahren. Zweimal zwölf Monate furchtbaren Ringens liegen hinter uns. Der 2. August und die folgenden Tage rufen lebhaft die Erinnerung! an die gleiche Zeit von 1914 wach. Es war eine Zttt, wo man Klassen- und Rassenhaß. Standes- und Parteiuuterschiede, mit einem Schlag vergaß. Arbeiter, Kaufmann, Beamter und Aka- demiler zogen die gleiche Unisvrn: au, ergriffen die gleiche Waffe, um alle für das Vaterland zu kämpfen. Mars herrschte seit dieser! Stunde. Seinem rauhen Kciegsrufe folgten alle, nicht KUm' wenigstens die deutschen Universitäten. ^ Es erneuerten sich hier die Tage won 1813. Mehr als 50 000 Studenten wurden rührig im Dienste des Vaterlands. Jeder nach Btaßgabe sttner Kräfte. Die Korporationshäuser öffneten den Ber- wundeten ihre Pforten, Geldbeträge flössen zu edlen Zivecken zusammen, Freiwillige strömten zu den Fahnen und zum Roten Kr-euz. In Straßburg wurde-das Kolle^inigebäude in ttn Lazarett umgetoandelt. Tie EDozenten lasen ft: oer eignen Wohnung. In Berlin bildete sich ttne „Vereinignug zur Erttchttmg vru: Genesungs--. Heimen in studentischen Vereins häufer,:." Der Gieße ne r Anzeiger konnte am 24. August 1914 von unserer Landesu,:ivett:t-ät berichten, daß die Dozenten in ihren Pttvatwohnungen ttne große Anzahl Betten für Gmesende oereitgestellt hätten. Die Dozentenschaft betätigte sich auch" hier eifrig beim Bahnhofsdienst und iw der Veroandstelle. Kurse für Pflegettwue,: fanden statt, Bücher- sa mm tun gen wurden veranstaltet. Auch die Studentinnen halfen. Jrgei:d einem sozialen Wette opfetten sie ihre Zttt ,md Kraft. Sie folgten den Worten Harnacks (Berliner Stt:dentenversamm- lung): „der Staat leistet ja in dieser großen und schweren Zeit Großes an sozialer Fürsorge." „Hier mitzuarbttten, ist für die Daheimgebliebenen ebenso Pflicht, wie für unsere Trmppe,:, dem Feinde mit der Waffe entgegenzntreten." Ucberall haben die Professoren ihren scheidenden Schülern Worte der Begeisterung und des Mutes zugerufen. In den „?kka- demischen Blättern" vom August 1914 sagt Wilhelm Kahl zum Abschied: „Es wird ttn ungeheurer Krieg, ttn Riesenkanrpf. Das Höchste wird man von euch fordern." „I^etzt geht's imeder um die Frttheit." U. von W i l a m o w i tz - M> ö l l e n d o r f in Bettin: „Jetzt gilt für alle, auch für uns Alte zu Haus', das Wott Hektars: Tie ttnzige rechte Losung ist, für 'das Vaterland sich zur Wehr zu setzen." Der Rüdeshttmer Verband deutscher Buttchirnschofden erließ folgenden Ausruf an sttnc 37 Vereine: „Busschenschaster! Das Vaterland hat gerufen? Sttd ttn gedenk unseres Wahlspruches: Ehre, Freilwit,-Vaterland! Zu den Waffen oder zur freiwilligen Krankenpftoge! Burschen heraus!" Verein deutscher Studenten: „Schlagt euer Letztes, euer Alles in die Schanze: es gilt das Vaterland?" Anläßlich ttner patriotischen Veranstaltung der Universität Httdelberg (2. August, sagte Tr ö lisch: „Welche ttnen Eindruck mache,: diejenigen Studenten, die Heere gehen: Das Auftreten ist ruhig, heiter, freundlich, ohne Theater, ohne Spektakel!" Die Proftssoren der bayrischen Hochschulen entließen dft Studenten mit den Watten: „Kommilitonen! die Musen schweigen, es gilt den Kamift, den mlfgezwm:genen Kampf um deutsche Kultur.Schart euch als Krieger um die Fahnen, als Helfer um das Rote Kreuz, ttn jeder an sttnem Platze, mit Kraft und Trotz, mit Faust rmd Herz. Gott segne den Kaurpf und gebe den Sieg!" „Den Studenten ist viel gegeben und darum ntuß man auch viel von ihnen fordern," sagt Harnack. Die akademische Jugend hat diesen Forderungei: genügt. Noch stelzt sie entschlossen, zu siegen oder zu sterben, an Deutschlands Frmtten. Sie wird ausharren, bis ein ehrenvoller Fttedenschluß sie wieder in die ge'- wtthten Hallen der Wissenschaft zurückfülzrt. Dr. L. M. * ** Amtliche Perslonalnachrichten. Uebertragen wurde am 27. Auli dem Lehrer Katt Klippel zu Nicder-Wiesen. Krtts Alzey, ttne Lehresslelle an der Volksschule zu Partcnheftu. Krtts Oppeuhttm. — Uebertragen wurde am 27. Juli dem Lehrer Valentin G i e g zu Pattenhttn:, Krtts Oppeirheim, ttne Lehre,-- stelle an der Volksschule zu Nieder-Wiesen, Krtts Mzey. — Der Groß Herzog hat am 12. Juli dent Fabttkarbttter Wilchelm M a y e r zu Tictershttn: bas Allgeutttne Ehrenzeichen mit der Jnschttft „Für treare Arbttt" verliehen. ** Vorn Ausschuß für Kind er für s o x g e wird unis lsteschrieben: Der Hilfemrf, der im Mai d. I. an die Bürgerschaft engirrg, hat einen erfreulichen Erfolg gehalft. Durch die Haussammlung im Juni und Einzelgaben, die seitdem eingegan-gen sind, ist bis jetzt die Summe von 9521.20 Mk. zusammengekornmen. Darunter sind fest zugesagte Bierteljahrsbeiträge von 750.20 Mk. Cs konnte allen an den Aussckyrß gerichteten Wünschen der beteiligten Einrichtungen ftir Kftrd er pflege in unserer Stadt entsprochen werden-. Zunächst sind folgende vierteljährlichen Zuschüsse bewilligt worden: dem Sän^glingshein: 400 Mt., der Klein- kiuderbttvähranstalt 250 Mk., dem Allgen:. Verttn für Ar- m-en- umb : fffir seine Krippe 125 Mk . demselben: für ferne KrnLerspersimg 1000 Mk., der Elisabeth- Kleinkind erschule 60 Mk., den: Bürger-Kiuderg^ar i en 180 Mk., der Kleinkinderschule des katholischen Berernshauses 80 Mk., dem Kriegs-Ki.ndeygia.rten 180 Mk., gufcrmrnen 2275 Mk. Den Irenen jungen Sammleriirrren, die treppauf treppab keine Mühe gescheut haben, und den vieler: freundlichen Gebern, an deren Türen sie nicht vergeblich anklopften, sagen wir auch öffentlich herzlichen Dank. Sie haben es uns ermöglicht, den ersten Anforderungen zu genügen. Aber wir dürfen bitten, unsere Sache dauernd im Auge zu behalten. Die Ki n d e r s p e i s u n g , um die sich die Leiter der Knaben- und Mädchenhorte an unseren Volksschulen lebhaft bemühen, wird gleich nach Schluß der Schulferien vom Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege eröffnet werden. Für sie hat in dankenswerter Weise auch die Stadt Mittel zur Verfügung gestellt. Aber sie wird im Winter noch viel größere beanspruchen. Wir sind guter Zuversicht, daß es gelingen wird, auch die steigenden Bedürfnisse zu befriedigen. Die Mitteldeutsche Kreditbank nimmt auf das Konto „Kinderfürsorge" jederzeit größere und kleinste Gaben in Empfang. An derselben Stelle und in der Buchdruckerei von Otto Kindt sind auch Fünfpfennigmarken zu ^ haben, die in sehr glücklicher künstlerischer Ausführung die .Ziele der Kirrderfürsorge in eindrucksvollem Bilde veranschaulichen. Wir sagen den Herren, die den guten Gedanken hatten, uns auf diesem Wege Mittel zuzuführen, unseren besten Dank, und bitten, von den Marken reichlich Gebrauch zu machen. ** Einmachzucker. Die letztmalige Ausgabe von Einmachzucker findet Frei tag , den 4. August, rmchniittags von.2—6 Uhr, in der Verkaufsstelle Neustadt 61 gegen Ablieferung der Einmachzuck-srkarbei: (weiß) statt. Nach diesem Tage findet eine Abgabe von Einmachzucker nicht mehr statt. ** Die Aliceschule unter dem Protektorat der Großherzv- gin beginnt ihr Wintersemester am 26. September. Es fange:: neue Vi* und Vsjährige Kurse in Weißzeug:: ähen, Handarbeiten, Schneidern, Bügeln und Kun st waschen, sowie im Kochen an. Es beginnt ferner em neuer Vsjähriger Kursus der H a us ha l tun g s s chn le, in der die jungen Mädchen in Allen: unterrichtet werden, was eine .Hausfrau wissen muß: in Kochen, Hausarbeit, Waschen und Bügeln, Weißzeugnähen, in Haushaltungskunde, dtahrungsmittellelxre, Buchführung und Ge- sundheitslehre. Die Haushaltimgss djnk, die mit einer Prüfung und Erteilung eines Zeugnisses abschließt, bient auch der Vorbereitung derjerttgen jungen MÄxhen, die sich später durch den Besuch eines Seminars die Befätstgung als technische Lehrerin in Handt- arbeiten oder Hauswirtschaft erwerben wollen. Die staatlichen Seminar-Abgangszeugnisse der Miceschule berechtigen airch zur Anstellung an den preußischen Lehranstalten. Auswärtige Schülerinnen können im Internat der Schule wohnen. Prospekte sind vom Schulvorstand gratis zu beziehen. ** Aufbewahrung von Kartoffeln. Die nunmehr einsetzende größere Zufuhr von Kartoffeln veranlaßt viele Haushaltungen, sich größere Mengen von Kartoffeln zu beschaffen. Hierzu sei bemerkt, daß sich Frühkartoffeln im allgemeinen nicht zur längeren Aufbewahrung eignen, zumal bei der diesjährigen großen Feuchtigkeit. Auch der verhältnismäßig, geringe Stärkegehalt der Frühkartoffel bringt ein leichteres Verderben mit sich. Wer sich jedoch aus irgend welchen Gründen Frühkartoffeln lstn- legen will, der muß sie erst sorgfältig mit der Hand verlesen. Alte angestoßenen, verletzten oder bereits angefaulten Kartoffeln müssen ausgeschieden und zum sofortigen Verbrauch bereitgestellt werden. Die aufzubewahrenden Kartoffeln sind in einem luftigen, möglichst dunklen Raum, eventuell unter leichter Zudeckung mit altem ZeitungsPapier aufzubewahren, keinesfalls darf die Aufbewahrung in schlecht gelüfteten Kellern erfolgen, besonders dann nicht, wenn in den Kellern Anlagen für Zentralheizung icker Warmwasserversorgung vorhanden find. Schnelles Verderben würde die unausbleibliche Folge sein. Für die Hausfrauen sei hier noch ein kleiner Wink gegeben, wie sie ohne Schwierigkeiten schwärzlichen Kartoffeln die sclchne weiße Farbe wieder geben können. Bei solchen Kartoffeln setzt man dem Kochwasser kurz vor dem Gar werden einen Löffel Essig bei, und läßt sie dann vollends weich kochen. Die Krollen werden dann die normale weiße Farbe zeigen, ohne im Geschmack irgendwie beeinflußt zu sein. ** Internierte in Spanien. Ter hiesige Bezirksausschuß für vermißte und kriegsgefangene Deutsche teilt uns mit. daß nunmehr beim Kriegsministerium die Liste eingegaugen ist, aus der die Lager hervorgehen, in denen die in Spanien internierten Offiziere und Mannschaften der Schutztruppe uutcrgebracht sind. Zufolge Anordnung des Reichskolonialamtes vermittelt obengenannte Stelle durch ihre Zentrale gerne die Briefe der Angehörigen an diese Internierten. Auch kann die Besördemmg von Geld und Telegrammen, versuchsweise auch Paketsendungen, übernommen werden. b Aus Ober Hessen schreibt man: Dem Wanderer, der durch unsere schönen oberhessischen Wälder streift, fällt der überreiche Behang der Buchen mit Bucheckern auf, stellenweise hängen die Bäume so voll, daß sich die Zweige schon jetzt unter der großen Last der Früchte biegen. Es wäre nur zu wünschen, daß von seiten der maßgebendem Stellen beizeiten eine genügende Organisation einfetzt, um diesen Segen zum Besten unseres Vaterlandes, vor allen Dingen zur Ueberwindung eines Teiles der Oelnot, zu verwerten. Unter Mithilfe der staatlichen und privaten Forstbehörden und der Schulen müßten alle Haushaltungen jgegen Ueberlassung eines Teils Oel angehalten werden, eine bestimmte Menge Bucheckern zu sammeln, sicherlich könnten aus diese Weise sehr große Wengen eines vorzüglichen Oels gewonnen werden. Landkreis Gießen. e. Hungen, 3. August. Auf Einladung unserer kunftliebm- den Frau Prinzessin weilen hier zurzeit zwei Maler, die Herren St einigest und Heinz. Eine Ausstellung ihrer Werke ist nächsten Sonntag nachmittag noch, einmal gegen ein lleines Entgelt zum Besten des Roten Kreuzes geöffnet. Reizvolle Bilder von Steiniger zeige,: uns die Schönheit unserer UmgMmg, von Arnsburg und Schiffenberg neben zwei Selbstporträts und feinsinnigen «allegorischen Darstellungen von Heinz. — Nächsten Soirntag, um 3 Uhr beginnend, findet hier ein Kirchenkonzert zum Besten des Koten Kreuzes statt, für welches unsere Frau Prinzessin namhafte auswärtige Kräfte gewonnen l*it, als Sopranistin Fräulein K i e s chl e «r, als. Altistin Fräulein Burkhard, beide aus Berlin, als Organist Herr Br ei den stein »on der Katharinm- kirche ans Frankfurt a. M., als Violinist Herr Konzertmeister Kaufmann aus Frankfurt a. M. E. Stockhausen, 3. August. Bei der in hiesiger Gemcindc veranstalteten Sammlung zum Besten für unsere Kriegsgefangenen im Feindesland wurde die Summe von 50 Marl gespendet, die bereits au die Sammelstelle eingesandt worden ist. Kreis Büdingen. Ortenberg, 3. Aug. Der Dachdecker M e u e r von hier stürzre bei dem Decken eines Daches der neuen Speisehalle der Eisenwerke in Hirzenhain aus 6 m Höhe in einen tiefen Graben ap und ^zog sich äußere und innere Verletzungen zn, die jedoch glücklicherweise nicht lebensgefährlicher Natur zn lein scheinen. z. Aus dem mittleren Ober Hessen, 3. August. Die Ernte ist, durch das ansgezeickmete Wetter bedeutend gefördert, in vollem Gange. Als vor 14 Tagen der Himmel immer im» immer noch grau in grau malle, begann Angst und Bangigkeit unser Herz zu beschleichen, wegen der bisher gut stehenden Frucht. Seit mtz.hr als 10 Tagen aber lacht ein gütiger Himmel, lacht das Herz des Landwirts, lacht das Herz jedes guten Deutschen. Ohne jede Uebertreibung dürfen wir unter Einfassung so ziemlich aller landwirtschaftlichen Produkte behaupten: wir bekommen in diesem Zähre eine Bol lernte, wie sie in 30 Jahren nicht eingetan. wurde. Sowohl der Ertrag an Körnern als auch cm Stroh muß als durchaus erstklassig in Menge und meist auch in Güte bezeichnet werden. Die Sommerfrucht vor allem zeigt eine seltene Ueppigkeit, und was seither in den vorderen Jahren kaum gleichzeitig der Fall war, die Winterfrucht erfreut durch fast gleich gute,: Stand unser Auge, wenn auch der Roggen hier und da etwas lagert. Biel und schwer arbeitet der Landmann, hat er doch eine hohe Ausgabe: er hilft mit siegen. Hut ab! auch vor diesen Leistungen! Wagen an Wagen, schwer beladen, rollen an nur vorüber — „noch 2 Tage ijchün Wetter, dann sein mer mit Korn und Gerste bei uns fix und fertig" sagte mir eben ein Aller, ein „70er" im doppelten Sinn. Schon fast die halbe Ernte ist zum Schluß dieser Woche in Sicherheit! Es hilft aber auch alles. Njur — u,m nicht zu lockend zu malen — die Frühkartoffeln sind hierorts nicht so gut geraten. Es war ihnen zu naß und unser Bode:: ist zu schwer. Daher stnd sie viel gefault und der Ertrag ist gering. Dagegen versprechen die Spätkartoffeln bei diesem Wetter eine gute Ernte. Dickwurz, Rüben aller Art, Klee lind Futter wachsen prächtig heran. Viel wird geklagt über das Aus blechen der Gurken, doch sind auch Gärten da, wo sich diese geschätzte Gartenpflanze bei dem nfassen kühlen Wetter leidlich gelallten hat, und jetzt gut herbeiwächst. Auch Nachpslanzungen versprechen noch Gutes. Die Bohnen gedeihen hier durchweg gut. Sind sie wohl auch etwas! zurückgeblieben,^ so sind sie doch nicht ansgeblieben und blühen eben, daß es eine Lust ist. Alle Arten von Kraut, besonders Wirsing und Weißkraut entwickelten sich schon während der Regenzeit gut und. versprechen im Herbste vollen Ertrag. Wehmut beschleicht mein! Herz, wenn ich meine:: üppigen Krantgartcn beschaue imd dmkä an die volle dampfende Schüssel mit Sauerkraut und Kartoffelbrei — ja den gibts noch — und eine noch daneben stehende Schüssel mit winzigen: Inhalt — 125 Gramm verreckt gegenwärtig seine bürgermeisterliche Allgewalt pro Kops und Woche — Jedoch ist begründete Hoffnung vorhanden, daß der gute Stand der Futter- cp..-ächse bis zum Herbst den Schweine- und Rindviehbestand derart hebt und bessert, daß auch die Fleisch.- und Fettversorgung hinreichend wird. Haben wir doch nach einer guten Heuernte auch eine volle Grummeternte zu erwarten — auch wider die Reget. Aepfel und Birnen gab es im vorigen Jahre im Ueberfluß. Immerhin! haben wir Heuer darin eine mäßige Mittelernte zu erwarten. Auch Pflaumen und Zwetfchm liefern^ befriedigenden Ertrag. Ueber- blicken wir die Gesamtcrnte, so muß mau sagen, daß die Erträgnisse in diesen: Jahre alle früheren Ernten weit in den Schatten stellen. Gewiß ein Grund, vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken. Kreis Alsfeld. Up. R u p p e r t e n r o d , 3. Ang. Dem Wehrmann August Burg von hier, 18. Res.-Armeck., 9. Landiv.-Division, Lcmdw.° Jns.-Regt. Nr. 33, wurde die Hessische Tapserkeits medaille verliehen. Up. Vom vorderen'Vogelsberg, 3. Slug. Die ersten Korn hausten stehen im Felde. Ihre dichten Reihen mit hohen Garbck: künden den trefflichen Ausfall der Kornernte. Dazu gesellt sich eine vollkommen entwickelte Aehre von seltener Länge und Schwere. Unser Herrgott hat die Brotfrncht geraten llassen viel besser wie im Vorfahre. Schon reist der andere Teil, der zum täglichen Brot gehört, die Gerste. Tie Sichel Uwtb die Sense rauschen schon durch ihre .Halme. Sluch diese ist so geraten, daß die vorjährige Gerste gar nicht mit ihr verglichen werden kann. Ebenso vollkommen stehen Weizen und Hafer. So schwere Weizenbollen wie gegenwärtig sah man seit vielen Jahren nicht. Wenn Gott weiter so herrliches Erntewetter schenkt wie bisher, dann hat Her alte Bauersmann recht, der im) Hinblick auf diese Ernte sagte: „Ihr E n g e l ä n d e r, e tz t könnt Ihr daham g e b l e i w e!" up. A ns dem O h m t a l, 3. Aug. Tie Heuernte ist nun zu Ende gebracht worden unb zwar zuletzt noch bei denkbar bestem Wetter. Tie .Qualität dieses Heus ist vortrefflich. Die Heuschober und Heuviertel sind gefüllt bis oben hin. Die Quan- titeit unserer jetziger: .Heuernte übertrifst die vorjährige bis um das Dreifache. Dazu mußte irü vorige:: Jahre wegen Mangel an Grünfutter schon von dem wenigen Heu verfüttert werden. Mit einer ganz anderen Znversicht sieht heuer der Landwirt dem Winter entgegen. Er kann seinen Viehstand nicht nur erhalten, er kann ihn vermehren unb die Produktion von Milch und Butter steigern. Der Anfang des dritte:: Kriegsjahres vollzieht sich für :mser Volkswirtschaftliches Turchhalten in viel günstiger Weise als das beim zweiten der Fall > gewesen. Kreis Schotten. § Aus dem oberen Vogelsberg, 3. August. Es sind nun schon nahezu 14 Tage her, daß sich der Himmel erheiterte, supd die Heuernte hier bei uns so recht begann. Es waren bis dahin ja immer sck)on einige Fuhren ein gefahren, aber das meiste war noch nicht eingebracht worden. Nun aber die Sonne Tag für Tag ihre warmen Strahlen zn uns sendet, wird eine große Menge gutes und schönes Heu geerntet und immer ist man noch nicht zu Ende gekommen — ja man kann eigentlich sagen: wir stehe:: so recht in der Mitte dieser Ernte — dem: bekanntlich ist dies die! Haupternte im Vogelsberg. In diesem Jahre und bei dem schönen Wetter fehlt bei dieser doppeltschweren Arbeit doch auch niemals die rechte Lust daran. Wenn die Witterung noch so weiter günstig bleibt, ist für das Vieh ans ein Jahr reichlich Nahrung vorhanden. Selbst schon das Grummet will dem Gras nichts verschenke:: und stellt sich anscheinend nicht weniger günstig. Auch die Saaten auf dem Felde haben einen herrlichen Stand, dock dauert es noch! lange, bis bei uns an eine Ernte zu denken ist. Noch nicht einnral sich zu färben beginnt die Gerste und der Hafer. Die Hackfrüchte und die Gemüsearten in de:: Gärten sind ebenfalls gut in der Entwicklung begriffen. Kreis Friedberg. bnz. Bad - N a u heim, 3. Aug. Gefreiter Gg. Drescher, Inhaber der Hessischen Tapserkeitsmedaille, Sohn des Fuhrwerks- besitzers Drescher, und Musketier Peter Pfeffer, Sohn des Phil. Pfeffer II., beide von hier, wurde:: durch Verleihung des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. nt. Nieder-Nosbach, 3. Aug. Dem Dragoner Ludwig B u l l n: a n n beiin Drag-Rgt. Nr. 23, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. nt. O b e r - F l o r st a d t, 3. Aug. Dem Gefreiten Wilhelm Kliem im Drag.-Rgt Nr. 24 wurde das Eiserne Kreuz verliehen. --- Aus der W e 11 e r a u , 3. August. Wir stehen mitten in der Ernte. Der Bauersmann hat alle .Hände voll zu tun, da die Arbeiten sich sehr gehäuft haben. Der Schnitt des Korns ist so ziemlich beendet. Der Ertrag geht weit über die Schiätzung hinaus. Der Stvoherttag übertrifst den vorjährige:: um das Doppelte. Halme von 2 Meter Länge sind keine Seltenheit. Sehr erschwert wurde das SclMeidm infolge des massenhaften! Auftretens der Bvgelwicke, die teilweise ganze Wecker überzog. >vas narnentlich dem Liber::ten mit der Maschine sehr hinderlich ist. Eben ist man daran, die Gerste zu sämeiden. Während vergangenes Jahr der .Halm faitm die Größe hatte, daß er ins Strohseil gelegt werde:: konnte, findet man ihn jetzt in . der' stattlichen Länge von 1,30 Meter. Daß bei solcher Entwicklung der Ertrag der Körner vorzüglich ist, 'braucht nicht gesagt zu werden. Hafer und Weizen stelle:: auch vorzügliche und gehe:: der Reife entgegen. Gutes Wetter ist jetzt auch für die Kartoffeln. Die Frühkartoffeln, die jetzt eingeerntet werben, liefern gute Erträge. Auch die Spätkartofseln haben bereits gut angesetzt. Allerdings sind stellenweise, insbesondere an abflußlosen Stellen viele Stöcke ansgeblieben. Von den Früchten des Gartens läßt sich auch nur Gutes berichter:. Kohl- und Wintergen:üse zeigen gutes Wachs tum. Bereits werden in den Gärten Stangenbohnen und Gurken geerntet. Viel hört mar: Klage sülrren über die Schnecken, dick der juugen Endivimsaat sehr zusetzen. Mehr Kröten im Garte::, würde:: diesen GE en feind nicht aiffkommen lassen. Was den Behang der Obstbäume anbelangt, so lM sich unsere Voraussage erfüllt. Eine sehr reick-e Zlvetschenerute ersetzt den Ausfall des Birnen- ertrags, während Aepfel nur in einzelne:: Sorten, wie Winter- Goldparmäne, Roter Eiserapfel, Schasnase gute Erttäge liefern. Starkeuburg und Rheinhessen. 6a. D a r n: st a d t, 3. Slug. Gestern in der Frühe, kurz nach 6 Uhr, ist am Dornbeimer Weg zwischen dem neuen Elektrizitätswerk und den: Werkstattemnt II die Leiche des 29 Jahre alten Hilsshetzers Friedrich Mersheim er aus Groß - Gerau aufgefunden worden. Aiershein:er sind mehrere Stiche in den Kopf und in die Brust betgebracht worden. Es liegt hier zweifellos ein Mord vor. Die hiesige Kriminalpolizei war sofort zur Stelle. Kreis Wetzlar. Wa. Wetzlar, 3. Ang. Für das Vaterland sind gestorben Landsturmmann 51arl M ü l l e r, Res.-Jnf.-Regt. Nr. 254, und Wilhelm Ho mey e r. Beide waren in ihrem bürgerlichen Berns Betriebsangehörige der Mitteldeutschen Gerberei hier. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ansgezeichnet wurden : Erich Wiese, Leutnant d. R. in einer Maschinengewehr-Kompagnie, und Unteroffizier Ludwig F e i l i n g, Fntz-Art.-Batt. Nr. 650, aus Atzbach. Hessen-Nassau. [] Marburg, 3. Aug. Das Landratsamt macht bekannt, daß es im Hinblick auf die geringe Birnenernte geboten erscheint, die Aepfclernte mehr wie in den Vorjahren in: Kreise zn behalten. Die Bürgermeister sind angewiesen, die auswärtige:: Händler bei den Obstversteigernngen nicht nur auszuschließen, son der:: auch anzuordnen, daß derjenige, dem der Zuschlag erteilt wird, sich verpflichtet, das Obst nur innerhalb des Kreises weiter zu verkaufen. Früher wurden bekanntlich große Mengen Aepfel nach auswärtigen Aepfelweinfabriken versandt. D:e Zwetschenernte wird ganz vom Kreise aufgekauft und es dürfen Kaufverträge nicht abgeschlossen werden. dl. Biedenkopf, 3. Aug. Ans den Roggenfeldern unserer Gegend klingt jetzt die Sense, vielfach geführt von kräftigen Frauenhänden, lleber den goldenen Garben zittert der Sonnenfliminer. Wenn das gute Wetter anhält, wird es im dritten Kriegsjahre Brot in Hülle und Fülle geben. te. Kirchhain, 3. Aug. Der jüngste Sohn des Dichters Franz von Dingelslädt, der bekanntlich anS Halsdorf im Kreise Kirchhain stammt, ist in Ebenthal in Oesterreich gestorben und in Wien beigesetzt worden. dl. Z : e g e n h a i n, 3. Aug, Be: der Kriegskasse vom Roten Kreuz gingen bisher mehr als 7000 Mk. für die Gefangenenspende ein. ---- Kassel, 2. Aug. Im Forstort Reinsen überraschten zwe: Förster mehrere W:ldd:ebe, von denen einer, der Bergmann Kirch- höfer, den Kampf mit den Beamten aufnahm. Ehe der Wilddieb jedoch zun: Schuß kam, sank er, von einer Kugel der Förster getroffen, tot nieder. zf. Dillenburg, 3. Aug. Auf der Dynamitfabrik in W ü r g e n d o r f fand in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine größere Explosion statt, die beträchtlichen Sachschaden anrichtete. Menschenleben sind dabei nicht zu Schaden gekommen. ra. Au? Nassau, 3. Aug. Das Erträgnis derVolks- s ch u l e n des Regierungsbezirks Wiesbaden, mit Ausnahme per Städte Wiesbaden und Frankfurt a. M., aus der Benageln ng der Wohlfahrtsg rannten hat bereits eine Gesamtsumme voi: 10 000 Mk. erreicht. Es zeigt sich hierbei wieder, daß die Bestrebungen des Roten Kreuzes bei den Lehrern und Lehrerinnen unserer Volksschulen die wärmste Unterstützung und Hille finden, wofür ihnen das Vaterland den Dank gewiß bereitwilligst zollen wird. Der verkauf der dänischen UntiKcn. Genf, 2. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Laut einer New Dörfer Kabelmeldung des „Temps" wurden wegen der Gegnerschaft, die der Verkauf der dänischen Antillen in parlamentarischen und intellektuellen Kreisen Dänemarks findet, die Verhandlungen unterbrochen. Die Besprechungen scheinen aus unbestimmte Zeit vertagt zu sein. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 4. August 1S13 Wechselnd bewölkt, trocken, ein klein wenig kühler. Wasserwärme der Lahn am 3. August: 20° R. Letzte Rschrlchtes. Der Hurdenburg-Schreck. i. Köln, 3. Slug. Der „Köln. Ztg." zufiolge bemerkt die „Tribuna" in einem Leitarttkel über die gagemvärttge militärischie Lage: Die deutsche Armee habe sich in letzter Zell vorläufig dlesen- siv verhallen, aber man sollte nicht vergesse::, dabei nur an ckve v o r l ä u f i g e Haltung zu denken Es wäre sehr unllüg, daraus auf eine vollstänöige Unfähigkeit des Feindes zu GegOl- stößen zu schließen. Die Nachricht, daß der Kaiser zur Ostfront abgereist sei und daß nach dieser Seite die neutralen Kriegsberichterstatter gesandt wären, lasse annehmen, daß man. zu e i ne m großen Streich nach 5)indenb::rgsch er Art au-shole und dami: das schwankend gewordene Prestige der Zerttvcrlachchte wieder Herstellen wolle. Es sei nicht nur Pessimismus, der zu dieser Annahme führe, aber man müsse mit dieser Möglichkett, ja Wahrscheinlichkeit, rechnen, um der iFurchtbarkell einer jener lleber rasch um gen vorzubeugen, mit deren moralischem Mn- dr::ck Deutschland stets zn rechnen pflege. Man müsse auch :rrcht überrascht sein, wenn die 6>schichte des geg-enwärtigen Krieges nock> weitere Erfolge der Deutschen zu verzeichnen haben sollte; neue Beweise jener glänze,:den Organisationskrast' »Deutschlands. Deutsche Ausfuhr nach Rumänien. Budapest, 3. August. Nach Meldung des deutschen Ausfuhrbureauis in Bukarest sind in Rumänien 52 „Carme::"-Züge und 16 Schleppschiffe mit deutschen Waren ein- getvoffen. Unter den Warm befinde:: sich Eismgeräte, Maschinen, Maschinmteile, 'Glaswaven, Koks, chemische Arttkel, Farben, Autv- mvbile. Möbel, elektrische Arttkel nsw. Eine amerikanische Legion. i. Kö ln , 3. Aug. Laut der „Köln. Ztg." msahrt der „Secolö" ans London: Hiesige Blätter melden anrtlich die Tellnahme einer amerikanischm Legion an de:: neuen Truppenkontingenten, welche Kanada demnächst nach E::ropa schickt. Die Legion werde sich ausschließlich aus Bürgern der Vereinigten Staaten zu- samurmsetzm. Die „Köln. Ztg." meint, es sei ganz- in der Ord- :mng, wenn unsere Feinde in Amerika sich uns zum Kampfe gegmüberstelle::, das sei anstmtdiger als jmer Nllrnittvnsschacher, bei dem pharisäisch Neutralität heuchle. General Nutzki in Ungnade? Zürich, 3. Aug. Aus dem Haag wird der „Zürcher Zeitung" gemeldet: Nach Petersburger Zeitungen ist General R u ß k i bei dem Zaren endgültig in Ungnade gefallen und erhält bis auf weiteres keinen Oberbefehl mehr. Der griechische Abzug aus Saloniki. Gens, 3. August. Die französischen Blätter melden aus Athm: Nur ein griechisches Bataillon verblieb in Saloniki, jedoch unter Umständen, „welche die Bewegungssreihell der nerfrünbeten Truppen nicht mehr hindern können." Ein Teil der Truppen hat bereits dm Befehl erhalten, nach Larissa ab- zugehm. Diese Entscheidung wurde in einer Beratung des Kriegs- Ministers Mit dm: König nach vorhergegangener Verhandliing mit den: Gmeral Moschovulos mW dem General Sarrall gefaßt. Cholera in Saloniki. Kopenhagen, 3. August. „Berlingske Tidmde" meldet aus Saloniki: In den letzten Wochen rast mtter dm frmrzösischen Truppen in Saloniki und Mazedonien eure fürchterliche Dyseirtherie-Epidem i e. Die Seuche, die ficfji munter :nehr ausdehnt, befällt täglich 300 bis 400 Mann und viele von ihnm sterben. Gmeral Sarrail verlangte von der griechischen Mgierung die Erlaubnis, die Kranken :md Rekonvaleszenten nach dem in gesunder Lage befindliche:: K'aterrna x» senden, aber der griechische General Moschopnlos erklärte, daß er dies nicht gestatte:: könne, weil die Befürchtung nahe liege, daß die griechischen Truppen an- gesteckt werden könnte::. Tripolis. i. Köln, 3. Ang. Laut dm „Köln. Volksztg." wird in einem Aufsehen erregenden Artikel des Mattno rvegm der Vorgänge in Tripolis die sofortige Versetzung des Statthalters von Tripolis. General Amegl io, in den ANklagczu stand verlcnrgl. Eine große Anzahl italimischer Stationen in der Kolonie Tripolis sei 'ohne einen Angriff das! Fckindes geräumt worden. Ach gar zu schwer traf uns die Kunde, Die schrieb dein Kamerad; Sie riß uns eine tiefe Wunde, Die bleibt bis in das Grab. Auch die Geschwister trauern sehr Um den geliebten Bruder, Sie sehen ihn nun nimmermehr Und leiden wie Vater und Mutter. .■•v< W möf] 1 Groß ist der Schmerz der Braut, er ist kaum zu ertragen Und als die Kunde kam, wollt’ sie vor Weh verzagen; Die Zukunft liegt vor ihr im trüben Blick, In fremder Erde ruht ihr einzig Liebesglück. Tieferschüttert und ganz unerwartet erhielten wir die schmerzliche Nachricht, dass unser braver, unvergesslicher Sohn, mein heissgeliebter, hoffnungsvoller Bräutigam, unser lieber, guter Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Gefreiter Karl Rodenhausen I. Kompagnie, Res.-Ini.-Regiment Nr. 254, ausgezeichnet mit dem Eis. Kreuz II. Klasse nach 21 monatlicher treuer Pflichterfüllung im 25. Lebensjahr durch Granateinschlag sein junges Leben opfern musste. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Philipp Rodenhaüsen Anna Reuter als Braut Familie Otto Seibert Gestern früh 5 Uhr entschlief sanft nach langem, schweren mit großer Geduld getragenem Leiden dahier im Lazarett mein lieber Mann, unser guter Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Wehrmann Josef Volk! Eeserve-Inf.-Megt. 80 . im Alter von 31 Jahren. In tiefer Trauer: Elisabeth Völkl und Kinder nebst Verwandten. Gießen (Neuen Bäue 22), den 3. August 1916. 5580 Die Beerdigung findet Samstag, den 5. August, nachm. 4 Uhr auf dem neuen FriedhöUatntt. Wieseck, den 2. August 1916. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung Am 26. Juli Hat unser Einnehmer Herr Friedrich Unteroffiz, im Infanterie-Regiment 49 im Kampfe fürs Vaterland-den Heldentod gefunden. Wir verlieren in ihm einen sehr pflichttreuen, überaus fleißigen und guten Mitarbeiter. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. [ 5554 Zentral-Jukassofteke der Victoria-Versicherung Gießen. Gafe Ernst Ludwig Heute [•1794 KÜNSTLER-KONZERT Achtung! "dE 5542 Verkaufe Freitag früh von 8Ubr an, eine grobe Sendung Einmach- und Salatgurkcn, sowie Kohnen am Hotel „Felsenkeller" Bahnhofstr. Frau Frosch. Älimchule. DaS Wintersemester beginnt für alle Kurse (WcikzculU Naben, Hand Arbeiten, Sck>'.cidcrn,Bügcln,Kochcn) sowie für die Haushaltunasschule «mit halbjähriger Dauer» Dienstag, den 26. September. DieHaushaltungssckulc dient auch zur Vorbereitung für die Seminare lOster-Ansang), deren Abgangszeugnisse zur staatlichen Anstellung in Hessen wie in Preuben berechtigen. Internal für auswärtige Schülerinnen. Prospekte gratis vom Vorstand des Alice- Schul-Vereins. Anmeldungen für die Haushaltungsschule spätestens bis 15. September beim Vorstand erbeten, für tt f(c anderen Kurse spätestens Samstag, den 23. September ^on 10—6 Uhr im SchulhauS, Steinstratze 10. 5574D Grösste» Lager am Platze. 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