TU. *64 Zweites Blatt 16b. Jahrgang Srjcheml täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die .Fktzener .^mkllenHkUtter" werden dem ^Anzeiger" **rart«l n^chsttlich berget egt. das für -cn ArriZ Siehen- zweimal »DcheMiLch. Die „csnkvirffchastljche, Ken würde, die Konkurrenz von Ntancbester toährend des Krieges in Südamerika und Ostasien zu verdrängen' Unse.e neuen Tauchhondelsschisie l-aben den Verkehr setzt ausge- nonrmcn und Amerika trotz Englands Vorschriften und Behinderungen die so nötigen Farben und aicherL-IÜr das amerikanische Wirtschaftsleben nötigen Fabrikate zugesührt. — Was England nrit den stolzen Worten „Britannia rules lhe Waves" zum Holme der ^reihert und Gleichheit aller Nationen aus dem Meere ausspricht ist an einer kleinen Stelle als Anfang gebrockxm. Unsere Handels-Tauchboote werden den friedlichen Verkehr mit unseren amerikamsclxm Freunden trotz Blockade austecht erhalten Ern zweites Boot, die „Bremen", ein Schwesterschiss dieses Bootes, folgt bald. Die Deutsche Ozeanreederei G. m. b. H. Bremen ist ins Leben gerufen aus Veranlassung von Herrn Alfred Lohmann, dem Vorsitzenden des Aufstchtsrats der Gesellschaft. Ihm stehen zur Seite als Kollegen ,m Aufsschtl)sra1 Herr Philipp Heincken, Generaldirektor des Norddeutschen Llovds. Herr Paul Millington, Herr Herrmann. Direktor der Deutschen Bank. Als Leiter der Gesell- stziast ist Herr Car! Stapelfeldt, Direktor des ^Norddeutschen Llovds tätig. Im September 1915, als es sicher war, daß der Krieg trotz der weltgeschickstlichen Erfolge Deutschlands und seiner Verbündeten in Polen, Kurland utid in Serbien noch Monate dauern würde, ließ Herr Alfred Lohmann, damals Prä es der .Handelskammer Bremen, die Pläne für große Unterseeboote entwerfen uni) fand dafür in vertrauten Kreisen sofort Verständnis, und der Bau der Boote begann im November bereits, um nach sechs Monaten das erste Boot in Fahrt zu haben. Etwa 2000 Tonnen Wasserverdrängung hat die „Deutschland" und läuft dabei über 14 Mistlcn aus der Oberfläche. Unsere Hausslagge: Der blaue Brewer Schlüssel in der Bremer Flagge — des rot und weiß gestreiften Tuches - ist oas Symbol, daß wir uns jetzt den Schlüssel für den uns zugedachten Kerker selbst schmiedeten und gebrauchen. Nicht fortnehmen kann ihn Engkmd, denn er ist, wie so vieles Großes, was in dem Kriege in Deutschland erstand, das Symbols der Freiheit aus eigener Kraft! Die tausend Jahre alte Bremer Flagge mit ihren roten und weißen Streifen will unsere amerikanischen Freunde daran erinnern, daß es Deutschland war, das die Vereinigdm Staaten auch zur Zeit ihres Kampfes um die Freiheit von englischer Herrschaft vor huudertdreißig Jahren unterstützte. Die entstandene amerikanische Flagge ist der Bremer ähnlich und ähnlich auch der Drang beider Völker nach Gleichheit und Freiheit aus dem Meere. Wir Deutsche von der Wasserkante mit unseren hundertjähriges Beziehungen zu diesem schönen Lande, mit dein uns engste Bluts- 'und Verwandtschaftsbande verbinden, halten unerschütterlich fest an dieser Freundschaft. Wenn dieser uns aufgezwungene Krieg um die Existenz Deutschlands und seiner Verbündeten siegreich beendet ist, wird man aufhören zu sagen: „Britannia rules the Waves" und dann sagen: Egualitv and Freedom for all naticns on the Waves. Dann können amerikanische sowohl als deutsche Schiffe und die aller Nationen der Welt frei dem Verkehr und der Zivilisation dienen!" London, 14. Juli. (WTB.i Tie Exchange Telegram Company meldet aus Rio de Janeiro: Die Zeitung „Rua" berichtet, daß in Rio die Nachricht eingetrofien ist, das Tauchboot „Bremen" könne dort binnen zehn Tagen erwartet werden. Washington, 14. Juli. WTB. Nichtamtlich.» Meldung des Reuterschen Bureaus. Fast alles Nickel in den Vereinigten Staaten kommt aus Kanada, alles Gummi kommt auf britischen Schissen aus England dorthin. Beide Produkte werden unter der Bedingung nach Amerika aus ge führt, daß sie nicht an Englands' Feinde weiter verkauft werden dürfen. Die Frage ist alsv berechtigt, woher die Ladung _ dieser Artikel kommt, die sich aus dem Pier der „Deutschland" befinden. Eine Beschränkung beim Verkauf von Gummi und Nickel berührt nicht die Regierung selbst, aber man.fürchtet, daß, wenn die Beschränkuug in diesem Falle nicht gewissenhaft eingehalten wird, die künftigen Aufträge von Kriegs- lieferuugen für die Alliierten "davon betroffen werden möchten^ Die Entscheidung Amerikas. London, 14. Juli. (WTB.) Die „Times" melden aus Washington: Die Inspektion der „Deutschland" durch drei Seeoffiziere hat mit der Entscheidung geendet, daß sie ein unbewaffnetes Handelsschiff ist und nicht auf hoher See m eilt Kriegsschiff verwandelt werden kann. Tie Regierung gibt zu, daß es unausführbar ist, das Tauchboot auf hoher Sec anzuhalteir und zu durchsuchen, und erklärt. sie würde nicht protestieren, wenn die Verbündeten aus der Höhe der Ehesapeake-Bai, außerhalb der Dreimeilenzone, Kriegssckstffe versammeln würden. Kriegsbriefe ans dem westen. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Die Schlacht an der Somme. Großes .Hauptquartier, am 13. Juli. Nördlich der Somme batten in den letzten Tagen andauernde sehr schwere^Jnfanterieangrisfe staltgcfunden. Tie Engländer haben sehr grosse ^ruppenmassen herangeführt und »ne von Tag zu Tag steigende Zahl von Divisionen in den Kampf geworfen. Es war ihre Gberhessischer Kunstverein. Gießen, 15. Juli 1916. Der Oberhessische Kunst».'re in hat ffir diesen Sommer noch einmal die .Pforten seiner Ausstellung am Brandplatz geöffnet und z-ergt eine sehr interessante Sammlung rein graphischer Arbeiten, «n der drei Künstler beteiligt sind: Siegfried L a b o s ch i n , Breslau, Alois Wachl jneier, Münclseu und Elisabeth B o n i n , Worms^ abseits davon halten si«ch die Aquarelle von .Pros R. H offmann. Es komnien auf dem begrenzten Kunstgebiete der Graphik damit drei ganz verschiedene Persönlichkeiten zur Geltung, die sich nur unter dein Burgfrieden einer Ausstellung mit einander vereinigen lassen. Dem Empfinden des unbefangenen Betrachters am nächsten stehen die Arbeiten des Breslauer Labo- ichm. in der Hauptsache Radierungen, die sck>vn dadurch einheimeln, daß sie im Motivischen an gern gestlsene Objekte anknüpsen, oder -^andschaftsstimmungen tvi^ergebcu, deren StimmungSgehalt unserem Empfinden vertraut ist. Und deirnoch verwundert man sich, wie sicher der Künstler seine Motive in Wirkung zu setzen weiß. Das gilt besonders für die Porta della Carta Venezia und die Piazzetta 3. Marco oder Schloß Chillon, drei Arbeiten, die in dem Spiel von Licht und Schaltni vorzüglich sind. Ter geheimnisvolle Ausbau des Dogenpalastes, der selbst auf der Wirkung von Licht unk Lchatten ausgebaut ist, sv daß dein dynamischen Anschein entgegen die vielfach durchbrochenen Untergeschosse mit deni Schattendunkel massiv tragend nnd die kaum gegliederten Flächen des Oberbaues in ihrein Lichte leicht und gewichtlos wirken, dieses architektonische Wunder kommr in der graphisckfen Behandlung besonders glücklich zum Ausdruck. Auf alle Blätter einzugehen, würde zu luert kühren: Wir machen neben deii Landschaften noch auf einige seine Kopse, darunter Engelbert Humperdinck und Exzellenz von Woyrsch auffnerkiam nnd das anscheinend neue Verfahren Laboschins, die Stiche auf Leide zu ziehen, was den Arbeiteil den seinen, weichen, seidigen Glanz verleiht. Allerdings zeitigt der Glanz den Nachteil, daß bei gerade auffallendem Licht die satten Tiefen verlieren und das Gan.ze etwas verschwommen wirkt. Urnso eindringlicher betonen sich die Gegensätze bei indirekter Beleuchtung Auch Elisabeth Bonin sucht sich schon in der Wahl ihrer Motive das >«.nteresse des Beschaners zu »sichern, das man z. B. Mi und sür sich den Räumlichkeiten deS Goetl-ehauseS, dem Hause der Frau von Ltein und traulichen allen Winkelii — darunter sogar eine Hausergruppe aus Gießen — nicht versagen kann. 9tbcr nicht die Motive allem smd reizvoll, auch ihre Ausführung ist künstlerisch beherrscht und wo es sich um farbige Arbeiten handelt, sein abgetönt. , Im Gegensatz dazu könnte man nicht saget,, daß ?Nois Wa chl- meier die Motive ferner.Arbeiten sü-r sich sprechen ließe. Man merkt es sofort, wie ihn die konventionellen Begriffe des Schönen vollkommen gleichgültig lassen. Ihn interessiert nur der kompositorische und rhythmische Wert feinet Vorwürfe Von diesem Gesichtspunkte aus läßt er sich weder durch eine Verzeichnung noch durch eme karikierende Uevertreibung der Eiikzesheiten davon ab- halten, innerhalb seiner eigenartigen zeichnerischen Einstellung nur aus eine expressionistische Gesamtwirkung auszugehen. TaS ruft mMichmal den Eindruck einer erschreckend grotesken Phantastik ^rvor, sobald man aber einmal ernstlich den Absichten des nachgegangen ist, wird man zum mindesten seinen illvsichten, gerecht werden können, wenn man sich auch nickst gleich damit besrewnden kann.^ Bequemer ist es ja allerdings, das aus ?^en Blick Unverständliche kurzerhand abzulehncn, wer sich aber die Muhe ernstlichen Bcschauens gibt, wird gerade bei Wachl- m»er tiefe Einblicke in die Bestrebungen unfern Modernen tun können. Zu diesem Zwecke loird man sich am besten zuerst mit g™ getönten Blättern befassen, unter denen der gelb-violette .Rädchenkops ganz l)ervvrragcnde Werte in sich schließt. Betrachtet man hiernach die Arbeiten von Pros. R. Hoff- mann, so kann man von dem Eindruck einer süßlickten Naivität scthver loskommen. Und doch sind unter seinen Aqtiarellen Blätter, Inte der „Dom zu Limburg", die durchaus beachtenswert sind, Es kommt eben m,s die künstlerische Einstellnng des Auges an, und es genannt immer mehr den Anschein, als seien die modernen Maler draus und dran, uns zu zwingen, uns ihrer ?brt der Wahrnehmung anzupasseti. Zz » rotener Lrnahrungrfragen. . , Man schreibt uns aus Wien: Zunächst muß sestgestcllt wert», daß Wien vielfach besser daran ist als andere Städte. Wien z. kennt wie die nächstbenachbtrte größere Stadt Graz, imn noch keine fettlosen Tage, obwohl — aber nur für Gastkückten wenigstens em solckter Tag der Woche, und zwar der Samslc sur die nächste Zeit ui "?lussichl genommen ist. Es hat pal Butter-noch> Fleischkarten. Und selbst die sogenannten zwei fleis losen Tage, am Dienstag und am Freitag jeder Woch-, sind mehr dem Namen und viellcickst auch (ans freiwilliger Sparsm CcU) der Uebimg nach als dem Wortlaitt der Brnschrist zusvst ZU 1 *™Kf an Tagen werden in den Gasthöfen wie n den Markten nicht nur Süß- und Seewassersische aller Art vr kauft, sviidern aucks Geflügel. Wild und Wiirstlvaren und v allem Hammelfleisch, an das sich der Wiener Gaumen aber ni, gewöhnen will. Eine wirkliche, obrigkeitlich sestgelegte Beschrä rung gibt es nur im Verbrauch von Bootsrucht nnd Zucker Alle drngs: auch beim Eier-, Schweinesleisck>- und Milcheinstruf könn, rI C - - Hausfrauen nicht so ivie im Frieden Mis dem Voll' schöpfen. Manchmal sind in diesem., manckimal in jenem Laden * fr® MM nächsten Tage auSverstruft, und darum stell sich 4Zor,lchttge einige Stunden lang vor Ladenöffmmgen an. u nicht mtt der leeien Eiickaufstasche l-eimgehen zu müssen. D ^Lplns^l rosten setzt nicht nur Geld, sondern muh Zeit, iind tx ist schlinini sich die, die durch die Zeit Geld verdienen solle Es werden allerlei Plane erwogen, wie diesem Ueb,^1stand abz- he wn nwre. Weniger die mat.wielle Seite der IHcnÄ tuschaffnng. als eben diese technische ist das Problem. Die Wien Grnahrungs fragen sind eine Mittelstands frage sich die unter, Mirgerlichen Schichten, namentlich überall dvrt, um die Frau Kwrucn, Kaufläden, Klcingelverbebetricben an die Arbeitsstelle d Mannes getreteli ist. Dre Aermeren sind im Verhältnis besser daran. Seit Kriegs- beginn werden sie aus, Mitteln öffentlicher Wohltätigstüt gespeist. Gleich in den ersten Kriegsmonaten, trvck) im Oktober 1914, wurde aus Grund privater Anregung der Ausspeiseverein vom ./Schwarz- Gelben-Kreuz gegründet der»n sehr hübsches, von dem jüngst verstorbenen Bildhauer Karl Lchsverdtner entworfenes Wreirüen zu zivei Kronen für seine Zwecke verkaufen ließ. Und wer ein solckres Abzeichen anschasste, trug das gute Bewußtsein an der Brust, zehn KuZn.em nahrhaftes Mittagmahl b^ahlt zu haben. In allen dl Bezirken Wiens wurden Ausspeiseanftalten instchliert. es touren rund 25 int Oktober 1914, und rund 20 000 Prersonen, die täglich au^gespeist wurden. Damals betonten sic ein Stt'ick Wurst mittel- Unacrlang, etn Viertel Laib Brot und in den mitgebrachten Naps sollet -suppe. Die Wurftverteiltmg mußte seit der N!lUPretswrt»ierutig mittlerweile allerdings beschränkt werden. ^ invt ©emüft, Kram. Kohl, SülsenfrÄchte Tt ^^offeln. Aber mich diese Kost nährt ihreti Mann! Sic ist^cmsgielny, nahrhaft und von erprobten Köchinnen ausgezeichnet An diesen vollständig kostenlos verabreichten Mittagsmahlen schon ungefähr der 10. Teil der Bevötkenina teil i tC der Beköstigten nämlich ans btC 3ö >1 der dlusspeyestellen ober hat sich zur raschesten .lbwicklung vervicr- oder versiinnächst: die Au-sveinuigen N3 Ausi^sestollen. di. h-MKsMi» l T n ^alwruen L'lmmrring. Rudolsslstüw. Her- gelegen sind. 427 grauen und Mädchn des Wiener ltaben dem Unternebmen. dessen obersw L. itung der städtische Magistrat lxtt. ihre Arbeitskräfte zur Beiffimmg gestellt Und man tonn sagen, das; mit dieser großzügigen Hiissglrion^ dre seit zw» wahren klaglos arbeitet. Wien allen änderen Städten Üch Zeitungen. Behörden. Gememderat ^ < ErnaluuiigSpivblem mehr als rrirber Iv. E d ,0 . lwgt das daran, daß ztoar ffir die Arinen, nickst aber sin die .weniger Bemtttelten gesorgt ist. An Mittelstandskuchm ^ 75 » Äadtenbestehen nnd ein ganzes Madl ffir Pfennig verabreich.,.. r>Mt es uns ganz!ul, Fast am ^x>ber wie Deutschland kein >ßriäq->wnabn ni'.antt ^ ähnliche Zentralstelle zur Reg?lnnq der Leben smi ttelzt ffuhr imd -Verteilung erhalten. Sie heßch intei- - Ministerielle >lp«pto^^n^mgs^mttniff,on" und die Haupt- ausgabe durch geschickte Orgaüffatton den Zeitverlust beim täa- l>"m.ndcrn ^ nor «ms i»-r Wo» m f i l 5 l J U "'messen mich an die Eriichttmg von Krieitsküchen »»■•. r- J^tli eröffnet »verdeu sollen. ?n- . «i 901 s ^' r He sind nicht ebni zabl reich z nd dnr ^wum\Ucr.:u' die geringe Zalö die m dem genngen. sehr geringeil 'Breie des Ki-sirnskücheiimalü y m der abwkAstlungsre.ch znsamine,.gestellten Spnsew'q> .. in der Natur ^ Wieners seinen Grmch ha0 sebr de.u-.Lch' V- W. Absicht. mit bett Franzosen auf eine Linie zu kommen und so der bei der bcwen'eittgen deutschen Flankierung unertrciglicknm Sack- stdkung, in die tuo die Offensive fest gefahren hat, Luft zu machen. ihmrgen ung eh e u r e Opfer kosten lassen, namentlich auch an den bisher so seln geschonten eingeborenen Engländern, also den sogenannten „kämpfenden eng-< Irschen Bürgern", deren Leichen die Walstatt zu vielen Tausenden bedecken. Mit allen bi:i n Opfern Ijabcu sie nur in Conto lmaison etnbringeu können. sämtlichen übrigen Stälen ist unsere Linie unverändert geblieben. Diese Jnfanterieangrisse nördlich der Somme sind nun vorläufig nicht mehr wiederholt worden. Der Feind begnügt sich damit, ein starkes, dauerndes Trommelsenert - aus unsere Stellungen zu richten. Die Franzosen haben ihre Anstrengungen gegen die Maisvnnettehöhe sowie gegen Barleux fortgesetzt, je ",m dieser starken Angriffe brachen schon in unserem Sperrfeuer zusammen. Gegen Barleux unternahmen die Franzosen dennoch einen dritten Angriff, der ebenfalls vollständig abgewiesen luurbc. Dasselbe Schicksal hatte ein Angriff gegen unsere Estrees- steklungen; auch die Franzosen unterhalten jetzt in diesem Abschnitte ein starkes Trommelfeuer, möglicher-veise zur Vorbereittrng eineck größeren Unternehmens, mit den: sie den Nationaltag des 14. Juli feiern wollen. W. Scheuermann Kriegsberichterstatter. * * * Was englische Gefangene aus der Sommeschlacht erzählen. Großes Hauptquartier, am 13. Juli. Sämtliche gefangenen Engländer bekunden, daß es ihnen seit Langem allgem.in bekannt war, daß im Sommer der große Angriff auf die deutsche Westfront ftattsinden sollte. Alle Vorbereitungen, in den weit ijftiter der Front liegenden Ruhelagern galten dieser großen Offensive, es wurde fleißig und in sportsmäßiger Art geübt, aus beit Schützengräben zu klettern, Hindernisse zu überwinden, zu bajonettieren nsw. Den genauen Zeitpunkt ersnhrens die Truppen, nachdem sie vorher die zunehmende Ansammlung von Streitkräften dicht hinter der Front beobachtet und richtig gebellte*- hatten,' erst unmittelbar vor dem Angriff. Tie Kompagnieführer hielten Ansprachen, in denen sie sagten, der große Augenblick sei gekommen, den alle herbeigesehnl hätten. Wo diese Ansprache in vorderen Gräben erfolgte, fügten die Offiziere hinzu, die Laute sollten sich alles Jubels enthalten, damit nicht die Aufmerksamkeit per Deutschen geiveckt würde. Indessen zeigten sich die älteren Mannschaften keineswegs erfreut durch die Eröffnung, namentliche diejenigen nicht, die schon bei Gallipoli oder an der deutschen Front mitgesivchten hatten. Dagegen waren die aus jungen unerfahrenen Leuten zusammengesetzten Truppenteile sehr angrisfslustig, namentlich da ihnen der bevorstehende Sturm als sehr leicht geschildert wurde. Das vernichtende Trommelfeuer würde die beiden vorderen Gräben so zugerichtet haben, daß darin nml noch Zeichen Kxgen könnten. Der dritte deutsche Graben sec erfahrungsgemäß sehr schwach gebaut, die darin befindlichen Ueber- iebenbcn würden moralisch schwer erschüttert sein. In der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli wurden die hinter der Front in Ruhe liegenden Bataillone bis in die vorderen Stellungen geführt. Um 6 Uhr englischer Zeit erhielten sie ein reichliches Frühstück mit Tee und Fkeifchrationen, um Punkt 7y 2 Uhr gab der Bataillous- flfomnuntbeur das Zeichen zum Sturm. Das springen aus den SMtzengräben gelang wie auf dem Uebungspltrtze, dagegen versagte dann sofort das Programm des Sturmes. Wider alle Versprechungen hatten sich im Augenblicke des Sturmes die deutschen Gräben, trotzdem sie bis zur Unkenntlichkeit zerschossen waren, mit Verteidigern gefüllt. Die Drahthindernisse erwiesen sich als sehr gut erhalten, das Infanterie- und Maschinengewehrfeuer wirkte fürchterlich. Manche Trupven haben 50 bis 75 vom Hundert ihres Bestandes vor den deutschen Stellungen liegen lasten. Ein General, der schon bei GaKhE mitgefochten hat, soll den Ükusspruch getan haben, er werde mit feiner Division in einem Taxameter nach England xnrückkehren können. Ae gefangenen Engländer zollcni der Davserkeit ihrer Führer volle Wrerkennung, behaupten aber, r>iß deren Ausbildung nicht genügt habe. Die Engländer sind durchweg erfüllt von wahrer Bewunderung für die deutsche Infanterie. Nach dem furchtbaren achttägigen Trommelfeuer sprangen) die deutschen OffiKere und Mannschaften mit Gewehren aus die Brustrveir der zettr-Ähtten Gräben und schossen die Engländer, sicher zielend, furchtbar zusammen; die in ihre Gräben zurück- gelangten Engländer waren nicht mehr zum Kampfe zu gebrauchen. Sehr überrascht waren diejenigen Gefangenen, welche durch unsere rückwärtiger Verteidigungsanlagen geführt wurden, von derenl sorgfältiger Anlage; es werde vielleicht mit den größten Opfern: nie gelingen, solche Stellungen einzunehmen. Dennoch glauben) sie, daß die Schlacht fortgesetzt wird. Die Gebildeten unter ihnen sagen, dies ist eine politstche Notwendigkeit. Man habe in England so große Hoffnungen auf diese große Schlacht gesetzt, daß sie unter asten Opfern fortgesetzt werden mistse, man könne nach einem.vorläufigen Fehlschlag sich nicht zurückziehen. W. S ch e u e r ut a n n, Kriegsberichterstatter. Aus Hcffen. rb. Darmstadt, 14. Juli. Der ettveiterte Finanzaus-' schuß Kriegsausschuß' der Zweiten Kammer hielt heute vormittag eine gemeinsame Beratung über dringliche Ernährungsfragen mit der Regierung ab, die durch die Herren Minister des Jnnerni v. Hombergk, Ministerialrat Schliep'hake u. a. vertreten war. Von den Vertretern der Regierung: wurde zunächst dargelegt, daß für die nächste Zeit mit einer Vermehrungder Fleischzufuhr gerechnet werden könne, da die Ansprüche der Heetes- venvalttmg nicht mehr so bedeutend seien und insbesondere die Ueberweisurg einer größeren Anzahl von Schweinen aus Hannover in Aussicht genommen weiden könne. Es könnten jetzt auch die Hausschlachtint gen, welche bisher bis zum 1. Oktober ganz allgemein untersagt worden seien, eher zugelasserf ‘QM' ibi r. Allerdings sei stets die Genehmigung des Kreisamts dafür ernzuholen. Diese würde wohl dann erteilt werden, wenn die Versorgung landwirtschaftüicher Arbeiter die Abschlachtung von! Schweinen erforderlich machten. Die Regierung teilte iveiter mit, es würde demnächst eine Anweisung an die Kreisäntter ergehen, in welchen Fällen die Hausschlachtungen erfolgen könnten. Bn-üglich der Karto ffel der so rgun g seien jetzt ebenfalls bessere. Aussichten vorhanden, da die Versorgung mit Frühkartoffeln den Bedarf decken werde. Eine längere Besprechung ries die Frag hervor, ob Höchstpreise fi'ir Frühkartoffeln bestimmt werden sollen. Nach einer ausführlichen Aussprache kam der Ausschuß ui einer Bejahung dieser Frage, und die Regierung sagte zu, Höchstpreise für die Frühkartoffeln alsbald zu veröffentlichen und zwar wie folgt: Für den Doppelzentner, Erzeugerpreis bis 21. Juli 19 Mark, vom £2. bis 28. Juli 17 Mark, vom 29. Juli bis 4. 2kugust16Mnrk pnd vom 5. August ab 15 Mark. Dem Großhandel (Verkäufer über 1 Zentner soll ein Zuschuß von 1,50 Mark für den Doppelzentner bewilligt werden. Im Kleinhandel sollen folgende Preise für das Pfund gelten: Bis ztrm 21. Juli 12Psg., vom 22. bis 28. Juli 11 Pfg., vom 20. Juli bis 15 .August 10 Pfg- Bezüglich des Ge m üs everkehr s lag ein Antrag des Abg. Adelung vor, auch hier Höchstpreise m bestimmen. Hiergegen wandt? fuß oi- ücgienmq, well Sei der verschiedenen Qualität und aus anö-eren bänden die Bestimmung von Höchstpreisen ganz c'entlieh schwierig sei. Es sei überdies eine Regelung von seiten des Reiches in Aussicht genommen und durchs diese würde ?ine Festsetzung von Höchstpreisen ganz außerordentlich schwierig '.in. Durch eine Regelung von Reichs wogen würde auch dies >f: *ung von Höchstpreisen in den Bundesstaaten doch mied« he-cholt werden. Der Ausschuß schloß sch diesen Aussührnn- (:: n fam M der Auffassung, daß von Höchstpreisen für Gemüff c. g sehen werden soll. Die Regierung lud schließlich noch ^ llll'gli .er de-', Kviorsausschusses zu einer BespreckMNg auf q. - n 20. Juli, ein, zu welcher der Präsident des Kriege : r n ä h r u n g s a m t e s, Exz. v. Batocki, seine An- toefenhrnt zugesagt habe. Aus Stadt mtö Land. Gießen, 15. Juli 1916. Aufruf zur Hilfe für deutsche Kriegsgefangene. Sie zogen hinaus in Kamps und Tod, Sie trugen willig des Krieges Not; Im Kugelregen, im Toben der Schlacht Haben sie alle nur eines gedacht: Und dräuen die Feinde auch noch so sehr. Wir kämpfen und siegen für Deutschlands Ehr. Dank jenen, die starben voll Opfermut. Geheiligt der Boden, der trank ihr Blut! — Die Heim gekehrten voll Weh und Wunden Dürfen aus deutscher Erde gesunden. Sie werden gepflegt von sorgender Hand, Von Brüdern und Schwestern im Vaterland. Doch die, die der Feind in Ketten legt, Die keine liebende Hand gepflegt, Tie fern der Heimat in Knechtschaft schmachten, Dem Feind zum Spott, den sie verachten, Ihr Leiden ist unermeßlich groß, Unsagbar traurig und schwer ihr Los. Denkt jener Aermsten? Vergesst sie nicht! Zu helfen ist jedes Deutschen Pflicht. Durch Geld und Gaben ihr Schicksal zu lindern Das schulden wir Kindern und Kindeskindern. Tut auf die Herzen, tut aus die .Hand, Helft unfern Gefangenen in Feindesland! * ** Amtliche P e r s >on al n ach r i ch te n. Der Großherzog hat am 12. Juli ds. Js. den evangelischen Pfarrer Arthur R ö m- he l d zu Ilbeshausen auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, mit Wirkung vom 1. August 1916, in den Ruhestand versetzt. — Am 11. Juli ds. Js. wurde der Gehilfe bei der Laudeshypothekenbank, Wilhelm Kvnrad aus Herrnsheim bei 'Worms, zum Schreibgehilseu bei dieser Bank vom 1. Juli ab ernannt. ** Anszeichnn n q. Heinrich ©nrnon, Architekt und Fachlehrer cm unserer Gewerbeschule, zurzeit Unteroffizier der Etapven-Hilfskompaguie Nr. 1b, 9. Armee, sowie dem Krcisamts- gebilien iu Alsfeld, Gefr. Louis Muhl, einem geborenen Gießeuer, von derselben Kompagnie, wurde das Hessische Kriegsehrenzeichen verliehen. ** V er k ehr mit Ber b r a u chs z u ck e r. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß alle seitherigen Zuckerkarten (dunkelgrünen) vom 15. Juli ab verfallen sind und daher von den Geschäften nicht mehr angenommen werden dürfen. Diejenigen Geschäfte, die nach dem 15. Juli noch Zuckerkarten (dunkelgrüne) annehmen, lffnnen diese von der Zuckerverteilungsstelle nicht angerechnet erhalten. ** Der Genuß unreifen Ob stes in rohem Zustande ist gefährlich! Lllljährlich werden durch den Genuß unreifen Obstes in rohem Zustande, namentlich von Aepfeln und Birnen, zahlreiche, zum Teil langwierige und besonders für Kinder gefährliche Erkrankungen (Darm- leiden) herbeigefuhrt. Es wird daher vor dem Genüsse des vor der natürlichen Reife gepflückten Obstes in ungekochtem Zustande dringend gewarnt. In gesundheitlicher Hinsicht empfiehlt es sich auch, reifes Obst vor dem Genüsse gehörig zu waschen. ** Stenographie. Die Stenographen-Gesell- schast „Gabelsberger- und Damen'Abteilnng, e. B., eröffnet am 18. Juli in ihrem Unternchtslokal, Kirchstraße 11, wieder einen neuen Aufängerlebrqnug in der Äabelsbcrgerscheu Kurzschrift, woraus an dieser Stelle besonders hingewiesen sei. (Siehe Anzeige in heutiger Nummer). ** Die Zahlkarte im Fel de. Vom 1. August ab werden bei den Feldpostanstalten und bei den Postanstalten in den besetzten Gebieten Einzahlungen mit Zählkarte bis 800 Mk. ans Postscheckkonten in der Heimat in Militärdienstaugelegenheiten und in Angelegenheiten der Heeresa n gehörigen zu gelassen. Ter Verkehr in den besetzten Gebieten erstreckt sich auch, aus Zählkarten, die von! hen deutschen Zivilbehörden sowie ihren Beamten und Angestellten ausgehen. Zur schnellereu Abwicklung von Zahlungen empfiehlt sich für die Postschieckkunden, bei Lieferungen an Hoevesangehörige usw., ihren Sendungen Zählkarten beizufügem aus denen die Kontonummer, der Name und Wohnort des Postscheckkunden sowie der Name des Postscheckamts vorgedruckt sind. Die Gebühren für die Zählkarten aus dem Felde sind dieselben wie int Inlands per kehr und werden vom Zahlungsempfänger (Postscheckkunden) erhoben. Telegraphische Zahlkarten sind nicht zulässig. Hessen-Nassau. g. Eschwege a. d. Werra, 14. Juli. Ter Verband der landwirtschaftlichen Genossenschaften des Regierungsbezirks Kassel besteht jetzt 25 Jai/re und hat wahrend dieser Zeit reiche Erfolge in der genossenschaftlichen Arbeit gehabt. Gegen alles Exporten haben die Genossenschaften! während der Krregszeit eine überaus rege Tätigkeit entwickelt und sich als iwtwendige Einrichtungen erwiesen. Kerne von ihnen wurde zur Einstellung des Betriebes gezwungen. Die Spareinlagen flössen andauernd sehr reichlich, nach Darlehnen war nur genüge Nachfrage. Der Gesamtumsatz der Verbandsgenvssenschaften betrug in dem letzten Geschäftsjahre 74 Millionen Mark. Tie Beschaffung der Zättter- und Düngemittel verursachte beträchtliche Schwierige feiten. Der Mangel an Stickstoff- und Phosphorfäure ivar sehr groß, dagegen standen Kali und Kalk in genügenden Mengen zur Verfügung. Die Preise für alle künstlichen Dungmittel erfuhren eine wesentliche Steigerung: Futtermittel waren nur zu Phantasiepreisen zu erschwingen. Unter der allgemeinen Futterknappheit hatten besonders die Molkereigerwsseuschgften sehr zu leiden. Tie ein gelieferte Milchmeuge, die in Friedenszeiten über 20 Millionen Liter jährlich betrug, ging um die Hälfte zurück. Dieser Umstand verursachte mit die hohen Butterpreise. Der Umsatz der Zentral- genossenschastskasse stieg in dem letzten Geschäftsjahr um rund 100 Prozent und zwar von 13,8 Millionen auf 26,15 Millionen. In Reichsschatzwechseln wurden 21/2 Millionen Mark, in Kriegsanleihe 4 617 000 Mark angelegt. Das Vermögen der Zentralkassc beträgt 540000 Mark. Mrs dem Reingewinn sollen die Reserven gestärkt und eine 4prozentige Dividende verteilt werden. Tein Beamtenpiensionsfvuds wurden 10000 Mark überwiesen und den im Felde stehenden Beamten das volle Gehalt weitergezahlt. g. Hersseld a. d. Fulda, 14. Juli. Tie.Hersselder Brunnen-Gesellschaft hat die Auslösung der Gesellschaft beschlossen. Nachdem infolge der schlechten Geschäftslage die Stadt als Hypothekengläubigerin in dem gerichtlichen Verkauf die sämtlichen Grundstücke der Bade-Gesellschaft zum Preise von 178 600 Mark übernommen hatte, war die Auflösung der Gesellschaft nur noch eine Formsack>e. Viele Hoffnungen, die auf Grimd des ausgezeichneten Lulluswassers auch voll berechtigt waren, stnd mit der Auftösung des Unternehmens zerstört worden. Ob es der Stadt gelingt, das Bad wieder auf die Höhe zu bringen? Fc. Aus dem Regierungsbezirk Wiesbaden 14. Juli. Im ersten Kriegsjahr 1914 ftnd für den Bereich unseres Regierungsbezirks an Jagds cheinen ausgegeben worden: 2198 Jahres- und 203 Tagesjagdscheine für Inländer, (gegen 3118 bez. 342 im Vorjahre), drei Jahres- und 11 Tagesjagdscheine für Ausländer (ein bez. 16), 467 unentgeltliche Jagdscheine für Forstbeamte usw. (617). Vereinahmt wurden für diese Jagdscheine im ganzen 34 111 Mk. llZsrjcchr 48 238 Mk.). Fc. Ans dem R hei n -Maiwgehret, 13. Juli. Die Schnecke verursacht an den Bohnenpflanzungen erheblichen Schaden, die der Sonne aus gesetzten mir werden von dem Schnecken- fraß verschont. An den Aepselbäumen tritt dieses Jahr die Apfelgespinstmotte zahlreich ans. Zahlreiche kleine Früchte werden durch sie augestochen und fallen ab. Uiveblrche Naehrrchteßr Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 16. Juli, 4. nach Trinitatis. G o t t e s d i e n st. 3n der Stadtkirche Vorm. 8 Uhr: Psarr- assistent Hofsmann. Zugleich Ehrfftenlehre für die Neukonffr- inierten aus der Matthausgemeinde. Vorm. 9 1 /* Uhr: Professor v. Eck. — Die Kinderkirche fällt während der Schulferien aus und beginnt wieder am 13. August (für die Markusgemeinde). — Mittwoch, den 19. Juli, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Schwabe. — In der Zohanneslirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheim er. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeiude. Vorm. 9 X A Uhr: Pfarrer Ausfeld. Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Iohauuesgemeinde gemeinsam. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gememdr erbeten. — Die Kinderkirche fäüt ivährend der Schulferien au§ und beginnt wieder am 13. August (für die Johannesgemeinde). — Abends 8 Uhr im JohanneLsaal: Bersaiumlung und Bibelbesprechuug. Kirchberg. Sonntag, den 16. Juli, vorm. 10 Uhr. Vorm. 11 Uhr: Ehristeulehre für die weibliche Jugend. — Mainzlar. Sonntag, 16. Juli, nachm. IV, Uhr. — Lottar. Mittwoch, den 19. Juli, abds. 9V, Uhr: Kriegsbetstunde. Dekan G u ß m a n n. Uatholische Gemeinde. G o t t c 5 d i e u ft. Samstag, den 1b. Juli: Nachm. 5 M)r und abds. 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, d e u 16. I u l i, 5. S o n n t a g n a-ch P s i n g st e n. Vorm. G 1 /, Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte; 7 Uhr: Hl. Atesse. 8 Uhr: Austeiluiig der hl. Koinmunion. 9 Uhr: Hoch- amt mit Predigt. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Militärgottes, dieiist. Nachui. 2 Uhr: Sakranieiitalische Bruderschafts-Andacht — Dielislag und Freitag, abends S 1 /, Uhr, ist Kriegsbittandacht. D l a s p o r a- G o t t e s d i e n st am 16. I u l i: In Hungen 8 Uhr. In Ltch 9^ Uhr. Spielplan des Eroßh. lturhaustheaters Bad-Nauheim. Sonntag, den 16. Zuli: „Die spaiiische Fliege." Aiontag, ben 17. Juli: Gastspiel von Mitgliedern des Neuen Theaters Fraukfilrt a. M.: „Sturmidyll." Mittwoch, den 19. Juli: „Wie eilist iui Mai." Freitag, den 21. Juli: „Awei glückliche Tage." Sonutaa, den 23. Jiili: „Der Gatte des Fräilleins." Spielplan de; Uönigi. Uurtheaters Bad-Lmr. Tieiistag, den 18. Juli: „Das Glücksmädel/ Eingesandt. Ein Vorschlag zur Güte. Die Klagen über Zuckernraugel wollen nicht verstummen. An Beeren fehlt es nicht und es steht noch eine reiche Ernte in Aussicht: aber woher soll man den Zucker nehmen, um die Beeren zu verwerten? Wer im eigenen Garten Beeren erntet und nicht so „gescheit" war, zu Hamstern, ist besonders Übel dran. Nun ist es aber ohne Zweifel äußerst wichtig, bei der herrschenden Knappheit an Butter einen nahrhaften Ersatz dafür M haben, und als solcher hat Gelee eine besondere wirtschaftliche Bedeutung, der aber ohne Zucker schlechterdings nicht herzustellen ist. Munten nicht die menschenfreundlichen Zuckerbesitzer veranlaßt werd«r, ihre patriotische Gesiunnng txrdurch zu betätigen, daß sie einen Teil ihres reichen Vorrates ablieferten^ der dann Ihren no-tleidenden Mitmenschen zugute käme. Für die Zeit der Zwetschenernte brauchen die Leute keinen Zuckervorrat aufzuhebeu, denn bei der Verarbeitung der Zwetscheu ist der Zucker nicht unbedingt nötig, man kann sich z. B. bei der Bereitung der Latwerge mit Apfel uro st und Rüben- saft helfen und im übrigen einen möglichst ausgiebigen Gebrauch vom Dörrerr rnachen. In Anbetracht der WichtiAkeit des Zuckers für die Geleebereitung wäre sogar ein sanfter Ttuck von seiten der Behörde nicht unangebracht. Ten glücklichen Besitzern erwüchse fein Nacksteil (es soll ihnen ja nur so viel genommen werden, als sie entbehren können), sehr vielen wäre aus' einer augenblicllichen Not g cljol seu und der Mg c in ein heit wäre ein großer Dienst ernste! an, S. Märkte. Gießen, 15. Juli. Marktbericht. Aus den, heutigen Wochenmaekt kostete: Butter das Pfund 1,90—0,00 Mk.: Hühnereier das Stück 20 Pfg.; Käse 10 Pfg., Kasematte 3 Pfg. das Stück; Ochseufleisch das Pfund 2,10-0,00 Mk., Kuhfleisch 2,10-0,00 Mk. das Pfilud, Oiiudsieisch das Pfund 2.10-0,00 Mk., Schweinefleisch das Pfund 1,80-0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 2,20-0,00 Mk., Hammelfleisch das Pfund 2,20—0,00 Mk.; Kartoffeln der Zentner 6,00 Mk.; Ziviebeln das Pfund 00—00 Pfg.; Milch das Liter 30 Pfg.; Nüffe 100 Stück 00-00 Pfg.; Spinat 00-00 Pfg. das Pfund, Kovisalat 5-10 Pfg., Gelbe Rüben 20—00 Pfg. das Päckchen, Wirsing 20-30 Pfg., Röinisch Köhl 20-00 Pfg. das Pfund, Erbsen 30-00 Pfg. das'Pfund, Köhlraben 10-15 Pfg., Gurken 25 bis 70 Pfg., rote Rüben 15 Pfennig das Pfund, Johannisbeeren 33 Pfg. das Pilmd, Stachelbeeren das Pfund 28 Pfg. — Marktzeit von 7 bis 1 Uhr. _ GalemÄfeikum (Hohlcnundsf ück) Salem OoW (Goldmlindst (ick), 5 » 0 s>reüest. PrdsNI 3X4 56 610 4 5 6^1015. PfdSiuCk einadhlieSIicb Krie g s Aufschla g. 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Wie kann es denn nur möglich sein. 0, wie schlug in vollem Hoffen Seine jugendliche Brust, Nach der Lebensfreude offen. Voll von Lieb und Lebenslust. Er war so gut, Er starb zu früh. Wer ihn gekannt, Vergißt ihn nie. Tieferschüttert erhielten wir heute die. traurige Nachricht, daß am 1. Juli unser lieber Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Wilhelm Schmidt Musketier im Infant.-Regiment 168, 6. Komp. im 21. Lebensjahre den Heldentod fürs Vaterland erlitten hat. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. Möge ihm die feindliche Erde leicht sein. In tiefem Schmerz: Wieseck, den 14. Juli 1916. 5132 Familie Hch. Schmidt II. Familie Christian Schmidt Familie Karl Harnisch Familie Karl Weller V. Fräul. Kraina Schmidt Fr&ul. Karoline Frischholz. Tieferschüttert und unerwartet erhielten wir die traurige Nachricht, dass unser lieber, unvergesslicher Sohn, Bruder, Schwager und Neffe Musketier Wilhelm Schäfer im Infanterie-Regiment 129, 2. Kompagnie infolge eines Kopfschusses im Kriegslazarett am 5. Juli im Alter von 20 Jahren den Heldentod fürs A aterland gestorben ist. In tiefer Trauer: Ludwig Schäfer II. und Frau Unteroffizier Schäfer, z.Zt im Felde, und Braut Minna Schäfer Familie Friedrich Karl Bender Familie Wilhelm Gottfried Engel Familie Johann Georg ßrückel Familie Karl Schäfer I. Gottfried Lorenz Gilbert, Grüningen. Watzenborn, 15. Juli 1916. 5189 Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung! Wiedersehen war unsere Hoffnung. Tieferschüttert teilen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten mit, daß mein lieber, unvergeßlicher Mann, unser treu- besorgter Vater, lieber Sohn, Bruder, Pathe, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Landstnrmmann Heinrich Seipp nach geduldigem Leiden an Blutvergiftung und Lungenentzündung im Lazarett am 11. Juli im 40. Lebensjahr sanft entschlafen ist. Die tiefgebeugten Hinterbliebenen; Mari© Seipp, geh. Petry Wilhelm Seipp Minna Seipp Peter Seipp, Rechner Marie Seipp. freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, das; es Glitt dem Allmächtigen gefallen Hat, meine liebe Frau, unsere gute Mutier, Schwägerin und Taute grau Anna Hohl geb. Dörr nach langem schweren beiden zu sich in die Ewigkeit abzurusen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Konrad Hobt. Gießen, den 15. Juli 1916. 010744 Beerdigung: Montag, 17. Juli 3V 2 Uhr nachm, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus. Fr. med. Wasle Spezialarzt für Haut- und Beinleiden hält vom 15.-30. Juli einschl. keine Sprechstunden Versammlung !i, nachmittags 3 Uhr,;bei Sonntag, 16. Juli, nachmittags 3 Uhr,?bei Mitglied Kraft, Gicffen, Franksurterstr. 81. Tagesordnung: Biencnwirt- schastliche Arbeiten im Juli. Letzter Termin zur Zucker- bestellling. Guter Besuch ist erwünscht, auch Gäste sind willkommen. Butz. Leihgestern, den 14. Juli 16. Geilshausen, Beltershain, Büddingshausen, Bernsfeld, den 14. Juli 1916. 5129 Die Beerdigung findet zu Geilshausen statt: Sonntag, den 16. Juli nachmittags 2 Uhr. Danksagung*. Für diö vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem mich so schwer betroffenen Verluste meiner hoffnungsvollen Tochter sage ich hiermit allen meinen innigsten Dank. 5128 Im Namen der Tieftrauernden Elisabeth© Hau Ruttershausen, den 14. Juli 1916. MMWgiek - Uchrge Metzen. Ausstellung von Arbeiten Kriegsbeschädigter,Gewerbehaus Kirchstr.16 geöffnet: Sonntags von 11 bis 6 Uhr, Werktags von 9 bis 12 und 3 bis 6 Uhr. Zutritt unentgeltlich. Kinder sind nicht zugelassen. [^si Kreis- und Ortsausschutz Giesien für die Kriegsbeschädigten-Fürforge. Der Vorsitzende: Ke ller, Oberbürgermeister. Gesellschafisverein e. 7 Giessen Bücher-Rückgabe. Sämtliche vor dem 10. Juli entliehenen Bücher bitte spätestens bis zum 18. Jnli 191« zurückzugeben, Für solche Bücher, deren fernere Benutzung gewünscht wird, sind neue Leihscheine anszusteilen. Vom 15. Juli bis 15. August bleibt die Bibliothek geschlossen. Die Bibliothek- Verw. des Gesellschaftsvereins A'ugust Frees. 5006D Möbelfabrik (Carl Ltückrath, Astrrwrg 47 " Lrl. 2lM5 :: Strinitrahr 5fi, 58, 50 üjaltrftfllf örr Llektrilchkn (griinr Lina) Mermrg Möbel, Sekorationen, Teppiche, Gardinen Werkstätten für geschmackvolle Wohnungs- Einrichtungen in jeder Kreislgge nach eigenen sowie gegebenen Lntwürken bei mastigen Kreisen.Sauernbe Ausstellung non über Uw Zimmer- Einrichtungen. Streng reell fachmännische Sediennng. Feinste Seferenzen Langjährige Garantie. Lranko-Liefrrlmg Multer-Uusltellung: Sirchenplst; Mr. 9 2639 Original Sack’sclie neueste Wendepflöge U. W. Universalpflüge Mehrscharpflüge Hack- u. Häufelpflüge Acker- u. 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Oktober 1916 folgende Schuldverschreibungen der Stadt Gicbcn zur Rückzahlung bestimmt: a» vom 1890er Anlcbeu: Lit. A. Nr. 18, 76, 155, 195.über 2000 Mt. „ B. „ 8, 104, 141, 185, 215, 280 . . . „ 1000 „ „ C. „ 7,20,86,249,265,345,389,419,427 „ 500 „ w D. „ 79, 96, 139 . „ 300 „ » E. „ 29, 88, 125 . „ 200 „ b) vom 1892er Anleben: Lit. F. Nr. 91, 134, 142 .über 2000 Mk. „ G. * 32, 89 . „ 1000 „ „ H. „ 21, 59, 131. „ 500 „ „ T. „ 23. „ 300 „ // K. „ 14. „ 200 „ Es wird dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis gebracht, das; die Einlösung dieser Schuld- Verschreibungen und zwar: vom 1890er Anlebeu bei der Stadtkaffe Gieffen und bei der Dresdener Bank, Frankfurt a. M., vom 1892 er Anleben bei der Stadtkaffe Gieffen, bei der Mitteldeutschen Credit- bank, Filiale Gieffen und bei den Bankhäusern Ephraim Mener L Sohn, Hannover. Dresdener Bank, Filiale Kassel erfolgen kann und das; die Verzinsung mit Ende Sep. tember 1916 aufhört. Von in früheren Jabren ausgelosten Schuldverschreibungen ist noch nicht zur Rückzahlung vor- gelegt worden Lit. K. Nr. 11 über 200 Mk. Gieffen, den 10. Juli 1916. "»8 Der Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Daniel Moog Witwe zu Greffen sind am 2. Oktober 1916 die diesjährigen Zinsen rm Betrage von 175.— Mk. an hiesige bedürftige unbe» scholtene, im Witwenstande lebende Bürger und Winven von Burgern zu verteilen. Anmeldungen werden nur dem städischcn Armenamt, Alterweg 9, bis 3l. Juli 1916 entgcgengenommen. Gicffen, den 14. Juli 1916. Ter Oberbürgermeister. lArmenvcrwaltungl Keller.