Rt. 163 Zwettl Blatt Erjchernl täglich mit Ausnahnte des Sonntags. Die ..-lehener Famttienbläücr" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt. das ..«reisblatt für den Ureis Siegen- zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Sttt- lragen" erscheinen monatlich zweimal. - M. Zalstgmz General-Anzriger für Gberheffen Mfl Keltüg. U- Juli Mü Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schea Universitäts-Buch- unö Steindruckerei. R. Lange, Gießen. SchrMeitung,Geschäftsstelle ».Druckerei: Schul» straße?. Geschäftsstelle «.Verlag: e^Wöl,Schrift» leitung: ^^112. Adresse für Trahtnachrichtew Anzeiger Gießen. Die Kathedrale von Saint Gmnnn. Xie >yxaugofeit scheinen ans beit Lorbeeren, ihrer Karlsruher „Heldentat" nicht ausruhen zn tvollen. Ein neuer Ntchloser Anschlag liegt vor, diesnral allerdings nicht gegen Krnber und harmlose Einwohner gerichtet, sondern gegen eines der schönsten Knnstdenkniäler des eigenen französi- schen Landes. Die Kathedrale von St. Quentin, ein Kleinod NorHfrankreichs, ist durch den Massenangriff eines frau- ,Mischen UnggeschwaLers zur Ruine geworden. Die Basilika, der gotische Wunderbau der alten Kollegialkirche ist zweck- und sinnlos zerstört. Vergeblich wird man sich selbst im französischen .Hauptquartier aaif den militärischen Wert des grauenvollen Kunstmordes besinnen. Alle falschen Klagen über Barbarei, die nurn seinerzeit in Paris anstimntte. als die Kathedrale von Reims dnrch> die deutsche Artillerie unter Feuer'geiwmmen werden mußte, treffen für St. Quentin wirklich z-u. Erinnert man sich noch der Telcasse- schen Verleumdung, die das Signal gab, die deutsches Truppen hätten den Reimser Dom aus reiner Zerstörungssucht planmäßig bombardiert? Das prmßische Kriegs^ Ministerium hat damals in einer Schrift haarklein nachgewiesen, wie grundlos uud gehässig die französischen Anklagen waren, wie unverantwortlich die Franzosen selbst verschuldet haben, was an der Kirche in Reims geschah und welche Greuel die französische Bevölkerung dann noch an den sclpververwundeten deutschen Gefangenen in der Kirche verübte. Gleichviel, immer noch gehört die Beschießung der Kathedrale von. Reims zu dem eisernen Bestand, mit dem unsere Feinde gegen uns Stimmung machen. Angenommen, die französischen Anklagen hätten einen Funken Berechtigung gehabt, muß der Vergleich mit St. Quentin, unseren Gegnern nicht die Schamröte ins Gesicht treiben? Reims war belagert, Reims lag in der Feuerzone der deutschen Geschütze und war Feindesland. St. Quentin liegt weit ab vom Kampffeld, konnte nur durch eine Lustteise erreicht und durch Megerovmben beschossen werden. Und ist französischer Boden, eigenes Land für die Angreifer. Geht es in ein Menschenhrrn, daß man die ehrwürdigen Geschichtsdenkmäler und religiösen Bauwerke des eigenen Vaterlandes ^^stÄreir kann, ohne daß der geringste militärische Erfolg damit verbunden ist? Ist man sich an den leitenden Stellen der franWsischen Kriegsführnng bewußt, daß St. Quenttn nur ein kllines Glied in der .Kette furchtbarer Architektnrvernichtung ist? Daß iu der Kampflinie zwischen Nieuport und Belfort Dutzende von solchen unersetzlichen kostbaven Kunstwerken und Denkmälern für immer zerstört sind, nicht durch die deutschen Barbaren, sondern durch die Franzosen und Engländer und Belgier? Auch hierüber liegen gewifserch-afte amtliche Feststellungen auf deutscher Seite vor Wir erwähnen nur die flandrischen Kirchen zu Meffiues, Witschaete, HoLledeke, Langhemareq, Poelcavpelle, Beeelaere, Fladesloo, Eessen, Westbooseke, die französischen Gotteshänrer von Rohe, Ouvskamp, Brimont, Bourgogne, Rouvves, Thiaucourt, ©t Mihiel. Besonders schwer sind, dann die Beschädigungen in der Ebene der Wvevre und an der Eckte Lorraine, vor allem in dem so heiß unisttittenen Zwickel, in dessen Spitze St. Mihiel liegt. In dem gänzlich zerstörten Etain ist die dreischisfige gotische Kirche durch die französischen Granaten auf das Schwerste beschädigt. Das Dach ist abgebrannt, das Gewölbe des Chores durch eine schwere Granate durchschlagen, das Innere ist ausgebrannt, dabei ist der Steinmantel völlig ausgeglüht und- zersprun- gen. Das kostbarste Kunstwerk der Kirche, die große Pieta des Ligier Richter vom Jahre 1528 mit großer Mühe und äußerster Sorgfalt abtransportiert worden und hat in der Templerkapelle in Metz Aufstellung gefunden. Dorthin hat aus Veranlassung der Heeresleitung der Direktor des Metzer Museums auch noch zwei andere hervorragende Kunstwerke gerettet, den dreiteiligen Sandsteinaltar aus Hatton- chätel vom Jahre 1523, der gleichfalls dem Ligier Richter Ungeschrieben wird, und endlich die lebensgroße Holzgruppe der Maria und-des Johannes aus der Abteikirche St. Michel in St. Mihiel. Die beiden erstgenannten Kunstwerke wären bec dem Vorachckwcibeu der Zerstörung der beiden Kirchen unzweifelhafr zugvunde chrgangev, wenn nicht die deutsche Verwaltung hier diese Arbeiten in Schutzbast genommen hätte, um aus diese Weise der srcnMischen Kunst die Schöpfungen^ eines ihrer Renaissance-Hauprmeister zu erhalten. In diesen Fällen sind es die Franzosen und ihre Verbündeten, die, wir sagen gerechckerweise: nicht immer ans reiner Zerstörungssucht, sondern um desselben militärischen Mnß- willen wie wir, den schweren Forderungen des Krieges gehorchend, ihre eigenen Kunstwerke und Denkmäler zerstört hoben. Aber eben deshalb hätten die Franzosen allen Grund, mit den sinnlos Ai Bombenwürfen auf ihre eigenen Kirchen endlich ein Ende zu machen. Denn es ist nur ihr eigenster Schaden, kulturell dem Volke-und seiner Religion gegenüber und moralisch gegenüber der Zeit- und Weltgeschichte. Airs SeaSt uud £en sucht. Dann setzte mit einem Mal unser Artillerie-, Infanterie- und Maschineirgelvchr-Feucr ein. Die Russen fielen wie die Mücken. Auf einmal liefen sie und kamen erst am 21. wieder. Am 20. abends schoß sich ihre Artillerie ganz genau auf unsere, Gräben ein und fing am 21. nrorgeus uw 3 Uhr eilt ganz furchtbares Trommelfeuer an. Wir hatten ziemlich Verluste, die Gräben wurden zerschossen, und der Drahtverhau ging in Stücke. Um 8 Uhr inorgens hörte mit einem Schlag das Artillcriereuer auf und die Sturinkolonnen rückten in dichten Massen an und wurden von uns mit demselben Feuer empfangen wie beim ersten Angriff: nur das Artilleriefeuer nahm twch zu an Heftigkeit. Welle aut Welle der Russen kam heran, immer dichter wurden ihre Linken und immer größer die Verluste. So ging cs bis um 4 Uhr nachmittags, zu welcher Zeit die Russen auf der ganzen Front zurückgingen: und was überließen sie uns? ein unsagbares Elend. Tote und Verwundete lagen zu Hunderten, ja zu Tausenden lvird wohl nicht übertrieben sein, oft in einem Schützenloch 2—8, ja mitunter 5 und 6 Aiann. Man Muß sich unwillkürlich fragen, wann werden die Russen dm Zwecklosigkeit ihres Angriffs einsehen? Zum Schluß seien Sie herzlich gegrüßt vmr Ztzrem ** Ein Gießen er schreibt aus Mt. Bernon in Amerika- „Die echten Amerikaner sind wirklich ganz neutral und wissen ganz genau, daß die Haltung der amerikanischen Regierung eine unneutrale, einseitige und ungereckste ist. Aber wie kann man es denn auch anders erwarten mit einem „Englischen Amerikaner" als Präsidenten. Aber verlaßt Euch nur auf die Deutsch-Amerikaner icnd tue ^rpch-Amerikaner, die halten schon zusammen und verlangen Gerechtigkeit von der Regierung." Interessant ist hierbei, daß der Brief von der englischen Zensur geöffnet und mit dem Klebezettel „Opened By Censor" wieder verschlossen wurde. John Bull ver- mag es also doch nicht, jede ihm unfreundliche Mernimgsäußernng zu unterdrücken. ** Vorschläge zur Verwinde rung des Seifen- verbrauchs. In allen Orten, in denen das Leitungs- oder Brumrenwaoer hart ist und ivegen seines Kalkgehalts einen Teil der Seife zu unlöslicher und deshalb unwirksamer Kalkseise bindet, sollte zum Reinigen der Wäsche Regenwasser benutzt werden. In kanalisierten Städten wird zum Aufsangen des Regenwassers iu den Regcnabfallrohrcn etwa 1 Meter über dem Fußboden eine drehbare Klappe angebracht, durch die das Regenwasser in unter- gestellte Butten abgeleitet wird. Selbstvcrstäirdlich darf in das Abfallrohr kein Hauswasser aus Gossen steinen, Ausgüssen u. dgl. eingeleitet werden. Zur Streckung des S c i f c nvo r ra t s. kanit folgende Vorschrift empfohlen werden: ' 4 Pfund weiße, kleingeschnittene Kernseife und 1 U Mund Bleichsoda (%. B. Henkels, löst man in 111? Schoppen Wasser völlig auf und briirgt die Lösung unter öfteren! Umrühren zum Kochen. Nach dem Kochen fügt man für 10 Pfennig Salmiakgeist hinzu, läßt die Masse zugedeckt stehen und füllt sie vor dem Erkalten iw eine gut schließende Büchse. Man erhält so eine schmierseifenähnliche Masse, die sich zum Einweichen der Wäsche und zur Reinigung der Fußboden eignet, nicht aber zum Reinigen des Körpers. Zur gründlichen Reinigung der Hände kann man mit Vorteil Putzpulver, wie das Blitz-Blank-Pulver, benutzen. Er reinigt durch seine mechanische Wirkung ebenso gut wie Seife und kostet sehr wenig. Desgleichen wirkt mechanisch reinigend ein Ersatzmittel für Seife, das neuerdings in den Apotheken aus Talk- oder Tonerde mit einem Bindemittel unter Zusatz schaumgebendcr Pflanzenteile hergestellt wird. Der Schaum enthält zahlreiche kleinste Kristalle, die bei dem Reiben fric, Hände so gut wie Seife reinigen. Im Gebrauch ist diesetz Ersatzmittel sehr sparsam, das Stück von etwa 100 Gramm kostet 20 Pfennig. Zum Kopfwäschen und Rasieren ist es jedoch nicht tzu benutzen: auch für die Wäsche kann cs in seiner jetzigen Zusammensetzung nicht empfohlen werden, da die Kristalle die Wäsche angreisen können. Der schaunrige Brei hinterläßt aus Kleidern Flecke, die 'jedoch durch einfaches Bürsten leicht zu entfernen sind. Als Z u s a tz m i t t c l zu Reinigungsbädern, besonders für Kruder, ist übermangansaures Kalium zu empfehlen. Von einer Lösung von 2-', Gramm auf l Liter Wasser wird zu eineur .'Bade für einen Säugling ein Teelöffel voll, für ein älteres Kind 2—3 Teelöffel und für einen Erwachsenen 1—l 1 /» Eßlöffel voll gegeben. Es ist jedoch darauf zu achten, daß die Lösung erst dem fertigen Bad zugesetzt wird, da sonst die Badewanne, namentlich wenn sie einalliert ist, bräunlich verfärbt wird. Ter aus einer Manganverbindung bestehende. Ansatz kann bei Wannen aus Blech, Porzellan oder Terrakotta durch einfaches Scheuern, nötigenfalls unter Verwendung von etwas Kleesalz entfernt roerden. Emaillierte Wannen müssen etwa alle Vietteljahre schnell mit etwas Kleesalz abgewaschen und dann sofort gründlich abgespült werden. Schwämme und Waschlappen werden leicht gründlich verfärbt, sind aber ebenso gut zu verwenden wie vorher und vom gesundheitlichen Standpunkt ans sogar vorzuziehen, weil die Verunreinigungen durch übermangansaures,Kalium zerstört werden. Tie vorrätige Lösung muß als zum äußerlichen Gebrauch bestimmt gekennzeichnet werden und darf Kindern nicht zugänglich sein. Kleesalz ist bekanntlich giftig. Zum^Waschen der Kopfhaare kann eine Mischung von einem Teil käuflichen Salmiakgeist aus rreun Teile Wasser, etwa ein Eßlöffel voll zu einer Kopfwaschung, unter gründlichem Nachspülen der Haare gebraucht werden. Wasserglas- lösung. die zum Einlegen von Eiern benutzt wurde, eignet sich gut zur Reinigung von steinernen Fußböden, Treppen, Wassersteinen und dergl. (Abdruck erwünscht.) Hessen-Nassau. --- Frankfurt a. M., 14. Juli. Im Hause Schäfergasse31 trug sich gestern mittag eine schwere Bluttat zu, die zwei Menschen - fe&en forderte. Die Hausbewohner hotten gegen 11 Uhr ''aus der Wohnung, der im zweiten Stock wohnenden Ehefrau des Kaufmanns Ke s s e l in schneller Folge mehrere Schüsse fallen. Aks man in die Wohnung drang, lag Frau Kessel in ihrem Blute tot im Bett. Vor dem Bett lag der 40jähttg'e Kaufmann Kramer ebenfalls Lot. Der Maun hatte, wie die Untersuchung ergab, die Frau int Schlafe überfallen und sie durch mehrere Schüsse in den Mund und die Schläfe getötet. Hierauf jagte sich Kramer selbst einen Schuß in die Stirn,, der so sott tödlich wirkte. Ueber die Ursache zu der Bluttat verlautet noch nichts Bestimmtes. Ein achtjähriges Kind der Frau, das während der Tat im Zimmer weilte, blieb unverletzt. X H a n a n, 13. Juli. Im Kahlgrunde entlud sich ein heftiges Unwetter mit wolkenbruchartigem Rege«. Der Bahudamin der Kahltalbahn wurde an verschiedenen Stellen überflutet, so bei Alzenau und Michelbach. Verkehrsstörungen traten jedoch nicht ein " R i n g s h a u f e n , 14. Juli. Musketier Wilbelin L o t h von hier wurde mit dem Eisernen K r e u z 2. Klasie ausgezeichnet. Au »st, Wissenschaft und Leben. — „Kleiner arabischer Sprachführer" für Tommy AtLins. Tonrnry Atkins, der von seiner Regierung nach Aegypten zum Kampfe gegen die Türken geschickt ist, kommt dort mit seiner Abuttersprache anscheinend nicht aus; wenigstens Hai mm: es für nötig befunden, ihm einen kleinen arabischen; Sprachführer in den Tornister zu packen, der eine Handvoll Redewendungen enthält, wie sie in den häufigsten Lebenslagen eines Soldaten erforderlich sind. Dieses Büchlein, das „British Sol- diers CoNoguiat Arabic" von Mol)gmmed Hammann führt Tommy Atkins nun in eirrer Reihe erheiternder Zwiegespräche init Eitr- geborenen des fernen Aegypten mrd Arabien vor. Zunächst begegnet Tommy Atkins einem Herrn, der, nachdem man sich mit „guten Tag" «und „danke sehr" begrüßt hat, behauptet, er hieße Ncohammed. Dann fragt Tommy Atkins: „Sprechen Sie englisch?" — Antwort: ein wenig mein Herr. — Was wünschen Sie von mir, fragt Tommy weiter. Ich mochte mit Jhüen Bier trinken, entgegnet Mohammed, woraus Tomull) Atkins das Gespräch mit den Worten beendet: „Ich habe kein Geld. Gehen Sie weg." Hals über Kops wird Tommy Atkins dann durch Mohäinmed Hammann in einen Liebeshandel verivickelt: „Komm her, Mädel," so leitet Tommy das Gespräch ein. Tie Schöne annvottet liebenswürdig: „Ja mein Herr." — „Wie heißt du?" — „Ich heiße Hanem." — gibt Tommy sogleich eine Liebeserklärung von sich: „Du bist hübsch und freundlich und auch sympathisch. Ich liebe dich so sehr." Tie Schöne ist ansck>einend gleicher Ateinnng, denn sie sagt: „Ick) liebe dich auch, Herr." Leider ftat Mohammed Ham- nwntn es unterlassen, anzugeben, wie die Tinge sich weiter entwickeln, so daß Domnry Atkins vorkommenden'falles ganz hilflos ist. Dagegen gibt Mohammed Hammann an, :vas Tommy Atkins zu sprechen hat, wenn er sich mit feirter Schönen zankt. Das Gespräch zwischen den zornigen Liebesleitten lautet so: „Du bist ein Lügner." — „Du bist sin Betrüger." — „Du liebst mich ivegen meines Ge6>es." — Hier wird Tommy von Leidenschaft übermannt und sagt unvermittelt: „Deine Wange ist rosig (was, da es sich um eine Onentalin handelt, sicher falsch ist). Dann, verlangt er einen Kuß, den er Hsöchst niedrig, mit einer halben Milliene, also etwa einem Pfennig bewertet! Zn den »veiteren „üblichen Lebenslagen" des Soldaten rechnet Mohammed Hammann den Besuch der Bar und des Wirtshauses; Domnry Atkins lernt ans dem Büchlein, wie er in arabischer Sprache „eine Tasse Tee mit Butter" zu bestellen habe und mit welchen Worten er eilt Bak- schisch gibt. Als echter Orientale hat Mohammed Hammann auch an Unterhaltungeit mit Bettlern gedacht. Freilich, Tommy Atkins lernt bei dem Gespräch mit dem Bettler für sich nicht vccl, denn meistens ist der Belttcr am Wort: „Herr, ich bin blind. Einen halben Purster bitte... Ich bin sehr arm.. . Ich bitte Sie berz- lrch bm lehr hurcgrig. .. Ich bin sehr durstig..W. rend dreier Worte, die m kurzen Zwischenräumen erschallen, lä der Bettler anscheinend neben Tommy Atkins einher, ohne ei« Antwort gewürdigt zu werden. Wer schließlich verliert Tom: Atttns doch dce MMd. „Ich habe kein Geld," sagt er zue: Nachdem der Bettler wieder eine Zeitlang gewinselt und geben hat, sagt Bommy milde: „Geh weg." Der Bettler hört nicht a nun schnauzt Tommy ihn an: „Mach, daß du weg konunst, Esel. Bas verschlagt auch nichts, tuid nun wird Tommy cndl grob: ^,,Geh zum Teufel!" Diesem Rate scheint der Bettler folgen, reden falls läßt er von Tommy ab, denn mit diesen Wort endet das Gespräch.. ^ literarische Dankbarkeit der Italienc Bas Verhaltms der Alliierten untererrrander nimmt immer se samere Formen an, und die Forderungen nach Entlastnnc offensiven^ von der einen und Dmrkbarkeitsbezeugungen von t anderen Seite entbehren manchmal nicht der Komik eines höc ergerttümlichen Handels. Seit kurzem, so weiß das „Jouri des Debats, zu berichten, ist in Italien das plötzlich vcrvielfack ^nteresic der Gebildeten für die russische Literattir ausfallet me Buchhandlungen vermögen kaum der Nachfrage nach russisch Roinairen und Gedichtbänden zu entsprechen, in den Lei bibliotheken werden vorwiegend Uebersetzmrgen aus dem. Russisch verlangt, und auch die Verleger haben mit einem Male eutdec daß ihr literarisches Herz in heißer Liebe für das russische 3dm tum schlägt. Wenn man dem „Journal des Debats glaub darf, ist inan in allen großen italienischen Buchverlagen eifri, damit beschäftigt, Uebersetznngen russischer Werke herzustellen, wol die ganze slavische Literatur in Betracht gezogen wird. Woh kommt nun dieses plötzliche Interesse der Italiener für russisc Dichter imd Denker? Die Erllärung ist ebenso einfach wie nai Da die nronatelongen Erivattnngen der infolge harter Bedränqu« bereits kläglich jammernden Italiener in dein Beginn der rnssisch- Offensive des Generals Brnssilofs sinigermaßen Trösttmg fände fühlt man sich in Italien verpflichtet, die Hilfe des Bunde genossen zu erwidern. Wenn die Italiener hierzu aber ke besseres Mittel wissen, als der russischen Literatur demonstrativ ib Achstnng zu bezeugen, muß man hieraus schließen, daß ih fonstigen, gegemvörtig sicherlich roichtigeren Hilfsquellen nrckit alt. groß sind. Und es ist kaum anzunehineu, daß die Russen d von ihnen in letzter Zeit so massenhaft gebrachten blutigen Opf dadurch genügend belohnt sehen werden, daß in dem an sich nie allzu lesesieudigen Italien mehr russische Bücher oerbrettet werdc als bisher. — Bogelidyll an der französischen Front. E ganz eigenartiges Heiin hat sich, lore der „Temps" erzählt, ei Nieifenpaar an der französischen Front ün tothrrugsi'cheii Wall ansgesirckt. das in einen! — Briefkasten nistet mtt» sich dirrchau nicht stören laßt, wenn der Briefkasten täglich zweimal geleert wird jedesmal, ivenn der Briefkasten geöffnet ivurde, fand nian die Briefe von den Vögeln in eine Ecke gestoßen, während die Tierchen die andere Ecke energisch behauptcteir und mit ruhiger Neu- gier auf die Mmschenhände sahen, die die Briefe fortnahmen Schließlich bemitzten die Soldaten, um das niedliche Bogelidnll nicht zu stören, diesen Briefkasten nrchr inehr und sahen nur von £0^, äu Zeit nach, !vas aus den kleinen Meisen «vurde ^ie Melfenmutter legte nun zehn Eier, brütete sie aus und die zehn Zungen flattern jetzt ebenso zutraulich wie ihre Eltern um die Soldaten und leben glücklich imb zufrieden mitten in der kriegc- rlfchen Unruhe, selbst durch Kanonendonner nicht aufgescheucht. - ^ o E l e k t r i s ch e. Für den Schutz des össcntlichen -verredr» yabeil die elekttifckien Bahnen schon viel getan, n>enia aber fpr den Schutz ihrer Berkebrssprache. „Ein Billett Fahr- fcheul) bis zur letzten Station '.Haltestelle)", sagt der Herr auf "? lc ; shll ' ocn Biegungen) sind schrecklich, ev kommt iiochmal zu emer 5larambolagc (Zusaminenstvßj". seufzt dwo lunge Mädchen, von einem Stoße aufgerüttelt. „Bei der fetzigen Frequenz i Uebersüllungi könnte die Direktion 'Leitung) auch für bestere Ventilation 'Lüftung) sorgen", fügt mürrisch ihre dicke,Nachbarin hinzu. BZarum brauckrt das Publikuiu F-ll-s- k^enrdwörter? Die Dienstsprache ist mit schuld daran. 3- cn lv !,t ein großer Fremdwvrtsammler. Wie heißen '? ?e .lngestellteu-> Direktor Leiter . Oberkontrvlleur Vc> - kehrsvoriteher.. Kontrolleur. lBerkehrsanfseher.. Was gehör! zu hrultl w lb !r l ^ CUQ ^ .ll^belle Tafel', das Formulur -Vordruck) das Zirkular lNundfchrcrben). Wo haben sie zu tun? An- -ager-, dem Lepot^lBahnhof), dem Bureau -Ge- schastt'nmmm. deui Motonvagen r riebumgeu'. Was fabelt sie zu An? Sie revidieren fbemissichngen >.. konrrolliaren .prmen . rrmis pprtteren cheforderrr), reparieren (bessern aush installieren rtckpen cm) koupreren Wochen) Natürlich springt der Freindivortsttoin Zll Apparat (Einrichtung über. Von der elektrischen Kraftstatton (Kraftwerk) kommt er, durch die Kontaktstange 'Strom abgeber) geht er. imd auf de«n Wagen bleibt er. Der ist von fottdem Syp [nad\ gutem Muster>) und stabiler .stlluistruklion (fester roinmt es zn einer Kollision Zusammenstoß' und nnrd er lcwieit 'beschädigt), donii wird er gegen einen Reservewwwn (Erfatzivagen) nusrangiett 'ansgeuuuysell. Gegen diesen sprach lichen wcifchlnafch waren die bi-?Ircrigen Scharmützel noch nicht wittchni, genug Man balle solche Fremdwörter dauernd jedem ^-ahrggst vor Augen, durch- eine Berdeutschungstafel nämlich die lckstbar m jedem Wagen Hang! Dann wird mancher gute ^eu'lttt'e sehen, dast in ferner Sprache ellvas „defekt" ist, und er wird iv- Frentdwötter zum alten Eisen iverfan, Tcsch stolli S f%! bicssen auf Oswaldsgarten lur auf 5 Tage! . Grösste Raubtier-Dressurschau der Erde, Hamburg Eröffnung Riesenspielplan! Die in hiesiger Stadt veranstaltete Haussammlung zur Volkspende für die deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen im Auslande ergab den ansehnlichen Betrag von 1220,70 Mk. Herzlichen Dank allen Gebern. Lieh, den 10. Juli 1916. Der Vorsitzende des Zweigvereins vom Roten Kreuz Rausch, Oberamtsrichter. LiüiD Grimberg. Die Besichtigungen der Pferde finden statt: „Orte der Rabenau" .in Londorf, Donnerstag, den 20. Juli 1916 mittags um 1 Uhr. „ReiSkirchen nnd Umgegend": Montag, den 24 Juli 1916 um 11V* in Reiskirchen und um 4 Uhr in Großen-Buseck. „Hausen und Umgegend": Donnerstag, den 27. Juli 1916 mittags um 1 Uhr in Hausen. Auf § 21 der Satzungen wird nochmals hingewiesen. Grünberg, am 8. Juli 1916. 5001 P Der Direktor: I. V. (gez.:) Schäfer. Für die 5083a Saubere Iran ober Mädch. für vormittags 2—2 Stunden gesucht. Zu erfragen in der Geschästsst. d. Gietz. Anz.!'^" Lanthan ob. Lanfanädekw für 2 Stunden vormittags sofort ges. Zu melden Kirchstr. 131, von 4 Uhr ab _ 15090 ,>ür nachm. 2 Uhr ein junges. zuverlässiges Mädchen ge sucht für Kind und Hausarbeit. krankt. Str. 25II. { 0107o: Fleißiges, tüchtiges das alle Hausarbeiten versteht und Liebe zu Kindern hat, bis spätestens 1. August gesucht. Prof. Dr. Wagner. Butzbach, Bismarcksrr. 8-F°' Stellengesuche. Fräulein mit guter Schrift sucht Stellung auf einem Bureau. Schriftliche Auge« bote unter 5047 an den Giehener Anzeiger erbeten . LnvddaNsrln durchaus perfekt u. aut bewand, i. all. Bureau- arv.,sowie flotteStenotnpistin u. selbstcknd. Korrespondentin sucht z. sof. Eintritt Stellung^ Schr. Angeb. u. 5097 a. d. Ge schästsstelle d. 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Wer im Bezirk der Stadt Giehen Handel mit Lebens- und Futtermitteln oder mit Erzeugnissen, aus denen Lebens- oder Futtermittel hergestellt werden, treibt oder treiben will, bedarf hierzu vom 1. August 1916 ab dev behördlichen Erlaubnis. Anträge aus Erteilung dieser Erlaubnis und aiSdatt» an den Oberbürgermeister der Stadt Giehen zu ri egte n. Die Warengattungen, auf die sich die Erlaubnis erstrrckerr soll, sowie der Zeitpunkt, seil wann mit diesen Handel betrieben worden ist, sind besonders anzugeben. Eine Erlaubnis ist nicht erforderlich für 1. den Verkauf selbstgewonnener Erzeugnisse der Lano- und Forstwirtschaft, des Garten- und Obstbaues, oev Geflügel- und Bienenzucht, der Jagd und Fiucherei,- 2. Kleinyandelsbetriebe, in denen Lebens- oder Fu tter- mittel nur unmittelbar an Verbraucher abgesetzt werden [reine Ladengeschäfte), 3. Personen, die nach anderen während des Krieges erlassenen Vorschriften bereits eine Erlaubnis zum Handelt mit Gebens- oder Futtermitteln erhalten haben, in tert Grenzen der erteilten Erlaubnis,- 4. Behörden und andere Stellen, denen amtlich die Be- ' schassung und Verteilung von Lebens- und Futterrnrttelo übertragen ist, aus letztere in den Grenzen der Ueber- traguug. 5101B 1 Giehen, den 13. Juli 1916. Ter Oberbürgermeister. Keller. Die Vnszablnug der Familienunterstützungen am die Angehörigen der zum Heeresdienst Ernberusenen für 16. bis Ende Juli 1916 findet statt: An diejenigen, deren Flamen beginnen mit: A—H Samstag, den 15. Juli J—K Montag, den 17. Juli 8 — 2 Dienstag, den 18. Juli. Zahlstelle: Stadthaus, Zimmer Nr. 7. .Zahlstunden: von 8—1 Uhr vormittags. Die Unterstützungen dürfen nur an deu vor- genannten Tagen abgcbolt werden. 50938 Tic im Juni 1899 geborenen Landsturmpstichtige« der Stadt Giesten müssen sich am 15. Juli ds. Js.^ vormittags von 8—12 Uhr und nachmittags von 2-6 Uhri im alten Rathaus am Marktplatz zur Landstrrrmrollet melden. Auswärts Geborene haben bei der Anmeldung ihren/ Geburtsschein vorzulegen. Giehen, den 5. Juli 1916. öVIIÜ Der Oberbürgermeister l Y . P \ Im -Sill . .. Kellen . 1 1 i-