Ar. M Zmettez Slatt M. Zahlgang Erscheün lÜ-Nch mit Ausnahme LeS SonndagS. Die „Ovchener c«mKevdI«ttrr* werden dem »A«zejger^ vicrnral wöchentlich beigelegt. tag Jteisblaü fvk de, Kreis S'retzev - gtocimol wochciUlich. Di« .^«l-wirtschaftlichrn Zelt- fragre” erscheinen monatlich zweimal. General-Anzeiger für Oberheßen Virxrtag. «. Juli Mb Rotationsdrrrck und Verlag der Brühl'schea Universitäls - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schrütleitnng,Geschäftsstelle u.Druckerei: Schul» ^ Üraße7.Gejchättsstelle mBerlag:^E51, Schrift» leitung: e^^!12. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen« «f'J Ausfuhrverbote. Von» Präsidenten bfä Kricggcrnährungsanrtes von Vatocki. Die Forderung, die am schärfsten von den verschiedensten Seiten an das neugegründete Kriegsernährungsamt gestellt wurde und deren bisherige Nichterfüllung am meisten lAnlatz zu abfälliger Kritik gegeben hat, ist die Beseitigung der bestehenden A u s f uh r ve r b o t e und Ausfuhrbeschränkungen. Das ist kein Wunder. Der Zollverein 'ging der Gründung des Deutschen Reiches voraus und beseitigte, noch ehe wir ein einiges Deutschland hatten, die immer unerträglicher gewordener! Grenzsperren der einzelnen Staaten zugunsten der Freiheit des Handels und Verkehrs. Jetzt im Kriege, wo das deutsche Volk in Waffen ein ganz besonders stolzes Bild der Einheit und Einigkeit gewährt, muß es die öffentliche Meinung ganz besonders erbittern, wenn sre, ohne den volkswirtschaftlichen Zusammenchang zu erkennen, sieht, wie Ausfdhrbeschränkungen in .immer vermehrter Zahl und Buntscheckigkeit nicht nur zwischen den Bundesstaaten, sondern sogar zwischen Kreisen , und Städten errichtet worden sind. Das Kriegsernährungsamt denkt keineswegs daran, diese Schranken für die Kriegsdauer weiter bestehen zu lassen. Es kann aber ebensowenig, wenn das auch von vielen gefordert wird, Maßnahmen, die sich während zweier Kriegsjahre entwickelt hatten, ohne Prüfung der Verhältnisse und Gründe plötzlich wegdekretieren. Die Folge wäre eine Verwirrung und Unordnung, die niemand 'verantworten könnte. Die Vorarbeiten zur Besserung haben schon in den ersten Tagen nach der Gründung des Kriegs- ernährungsamtes eingesetzt. Es galt zunächst eine genaue Uebersicht über den Stand der Dinge, über alle bestehenden, von den verschiedenen Militär-, Staats-, Kreis- und Ortsbehörden erlassenen Ausfuhrbeschränkungen zu gewinnen. 'Einstweilen ist es nützlich, sich die Entstehung und die Geschichte der Ausfuhrbeschränkungen klar zu machen. Den Anfang bildeten die Höchstpreise. Sie zerrissen das Friedenssystem der Handelsfreiheit, welche die Ware von selbst crn den Ort brachte, wo sie am nötigsten gebraucht und deswegen am höchsten bezahlt wurde. Handelsfreiheit ist mit Preisbindung unvereinbar. Das anfängliche Herumtasten unter Einführung örtlich ganz verschiedener Höchstpreise für einzelne Waren führte dazu, daß der Handel mit diesen augenblicklich den Markt mit den günstigsten Höchstpreisen aufsuchte und andere Bezirke von solchen Waren entblößte. Das hier und da versuchte gegenseitige- Ueberbieten bei der Festsetzung von Höchstpreisen führte jelbstverständlich zu Unmöglichkeiten., und man versuchte, in den einzelnen Bezirken sich durch Ausfuhrverbote genügende Waren zu erträglichen Preisen zu sichern. Das ging, nachdem die Vorräte des Handels verbraucht waren, natürlich nur in Bezirken mit verhältnismäßig reichlicher Erzeugung und geringer Bevölkerung, also im allgemeinen zum Nachteil der Großstädte und Jnoustwieb^rrke. Die Zustände blieben im ersten Kriegsjahr mit seiner reichlichen Ernte und den erheblichen vom Handel an gesammelten Vorräten noch halbwegs erträglich. Fm zweiten Kriegsjahr, , wo die Mißernte des Herbstes 1*915 die Knappheit immer i größer werden ließ, wurden die Absperrmaßregeln allmählich als unerträglich empfunden und der Schrei nach ihrer radikalen Beseitigung wurde immer lauter. Die zu erhoffende viel bessere diesjährige Ernte wird diesen Miß- lstanden etwas, aber nicht annähernd in genügendem Maße 'abhelfen. Die Klage bezieht sich, das gibt den besten Fingerzeig für die Beurteilung der ganzen Frage, nicht int mindesten aus diejenigen Waren, die am allernotwendigsten sind und die den allecschärssten Beschränkungen der freien Ausfuhr unterliegen, das Brotgetreide und Mehl. Hier ist jede Ortschaft, ja jedes Gehöft mit Ausfuhrschranken umgeben. Es darf nur dahin ausführen, wohin die Zentralstelle es befiehlt. Jeder freie Hattdel ist völlig beseitigt, und doch läuft die Versorgung im allgemeinen zur Zufriedenheit, weil für diese Ware nicht nur der freie Handel und Verkehr beseitigt, sondern eine einheitliche Bewirtschaftung und Verkeilung im ganzen Reiche durchgeführt ist. Die Frage, ob solch tiefgehender Eingriff in das Wirtschaftsleben überhaupt nötig war, ob es nicht, wie manche behaupten, richtiger gewesen tväre, auch während der Kriegszeit den freien Handel und Verkehr allgemein walten zu lassen, die Preisbildung ihm zu überlassen und durch hohe Besteuerung der Krieasgewinne und reichliche Unterstützung aller Minder'bemitteÜen den nötigen Ausgleich zu schaffen — diese Frage muß, so bedeutsam sie für die Zukunft ist, bei der Gegenwartsarbeit des Kriegsernährungsamtes völlig ausscheiden. Hat man sich einmal zum System der Höchstpreise And als dessen Folge der Zwangslieferung und Zwangsverteilung für die wichtigsten Lebensmittel entschlossen, so kann man dieses System während des Krieges unmöglich wieder über den Haufen werfen, sondern muß es im Gegenteil, da .Halbheiten in schwierigen Zeiten am aller- schlimmsten und verhängnisvollsten sind, mit Energie uitb ohne Rücksicht auf entstehende Widerstände und Schwierigkeiten so weit ausbauen, daß die gesamte Volksernährung auf diesem Wege, soweit cs die Verhältnisse erlauben, gesichert wird. Die spätere Ueberführung der Lebensmittelversorgung aus dem Kriegs- in den Friedenszustand ist eine weitere schwierige Ausgabe, die aber im jetzigen Stadium ^zwar erwogen und vorbereitet, aber noch nicht^durchl- gesührt werden kann. Für die meisten anderen Waren als Brotfrucht und Mehl hat man sich zu einer solchen durchgreifenden Ordnung von Reichs wegen bisher nicht entschlossen, sondern die Ordnung den Bundesstaaten oder engeren Bezirken überlassen. Manche von diesen haben für ihr Gebiet bei vielen Warengattungen ein auf sorgsamer Verteilung und Preisbemessung beruhendes System durchgesührt, das jedem den Bezug der Ware in einer dem Gesamrvorrat entsprechenden Menge zu einem angemessenen Preise ermöglicht. Dieses System, das u. a. mit infolge der Gunst der Lage und der letzten Ernte im Königreich Bayern besonders gründlich und erfolgreich durchgesührt ist, erfordert unbedingt einen Abschluß des Gebietes durch Ausfuhrbeschränkungen, wenn nicht durch Eindringen des freien Handels und Fortführung der Ware nach anderen Bezirken mit größerer Kaufkraft und höheren Preisen das ganze mühsam aufgebaute System über den Haufen geworfen werden soll. Daß die Nachbarn eines so geregelten Gebietes diese Absperrung als Härte und Rücksichtslosigkeit empfinden, zumal wenn sie sehen, wie gut es verhältnismäßig mit Versorgung und Preis jenseits der Grenze aussieht, ist selbstverständlich. Wollte man aber ihrer Forderung entsprechen und diese Grenzbeschränkungen aufheben, so würde man nach einer kurzen angenehmen kleb erg an gszeit, wo dieWcrre den bisher abgeschlossenen Nachbarbezirken zuskrvmt, einen Zustand allgemeiner Unordnung haben, der diesen nichts nützt, den anderen aber schweren Schaden bringt. Trotzdem muß es das Ziel sein, auch diese Ausfuhrschranken zu beseitigen. Das Ziel kann aber nur erreicht werden, wenn vorher durch Ordnung der Lieferung, des Verbrauches und des Preises, etwa nach dem Vorbild unserer Getreideversorgung, für das ganze Reichsgebiet die nötigen Vorkehrungen getroffen sind. Für die Kartoffel-, Fleisch-, Milch- und Fettversorgung sind die Vorarbeiten hierzu vom Kriegsernährungscmrt nahezu beendet. Bei der Schwierigkeit des Stoffes mußten sie, um neue schwere Fehler zu vermeiden, bei aller Beschleunigung mit Vorsicht und Sorgfalt durchgesührt werden. Für Zucker und gewisse andere Gegenstände ist eine ähnliche Regelung im Werke. Bei einer Reihe von anderen Waren ist sie wegen der Natur der Waren nicht möglich. Hier können örtliche Ausfuhrbeschränkungen nur durch ein richtig abgestuftes System der Höchstpreise entbehrlich gemacht werden, wenn man nicht Ne bisher durch Ausfuhrverbote geschützten Bezirke der Gefahr völliger Entblößung von Waren ausjetzcn will. Auch in dieser Hinsicht sind die Vorarbeiten im Kricgsernährungsanrt schon weit gediehen und in mehreren Punkten sind durchgreifende Verbesserungen alsbald zu erwarten. Ein allzu lebhaftes Drängen aber, das in manchen mir zugehenden Zuschriften die seltsamsten Formen angenommen hat, kann die Sache nicht fördern. Unberechtigter Widerstand ist bisher totsächlich nicht hervorgetreten, und wo er hervortreten sollte, würden sich Mittel und Wege finden, um ihn zu brechen. Sachliche Bedenken gegen plötzliche, ungenügend überlegte Eingriffe, und die Notwendigkeit, bestehende, von ernzäneu Bezirken geschaffene nützliche Einrichtungen so lcnrge zu erhalten, bis allgemein Brauchbares an ihre Stelle gesetzt werden kann, sind der einzige Grund, der uns, auf die Gesahr hin, damit das Mißfallen der Oeffentlichkeit zu erregen, zu vorsichtigem Vorgehen veranlaßt. Miegshriefe aus dem westen. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Der Stillstand hält an. Großes Hauptquartier, am 9. Juli. Die Verbündeten hatten gestern den Hauptdruck ihrer Anstrengungen an die Linie Longueval-Curku verlegt, wo die Flügel der englischen und der ftanzösischeu Armee sich berühren. Bei Dorf Hardecourt gelang es den Franzosen, in unsere Stellungen einzudringen, dagegen scheiterten alle Stürme gegen unsere Linie Ovillers-Wald von Mametz ebenso blutig, lvie das wiederholte Anrennen gegen das südlich von Longneval gelegene Troneswäldchen. Die Grabennase bei La Boisselle, wo die Engländer vorgestern eingedruugen waren, mußten sie gestern wieder räumen. Verschiedentlich schienen die Angriffe an ihrer bisherigen Kraft verloren zu haben. Südlich der Somme setzten die Franzosen das Trommelfeuer gegen unsere Stellungen fort. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Megsbriese aus dem Osten. Telegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Weitere russische Teilangriffe gegen die Hindenburg-Front Armee Eichhorn, 7. Juli. An vielen Stellen der Nordfront haben die Russen oft wieder mit großem artilleristischen Aufwand ihre Be- schäftigungsvorstöße von der Front südöstlich Riga bis Wischnew fortgesetzt. Die meisten dieser Vorstöße brachen wiederum schon im deutschen Sperrfeuer zusammen. Heftigere Anstrengung inachten die Russen gegen den brückenkopfähnlich vorspringenden Frontteil an der Woronez-Enge, dem östlichsten Punkt der deutschen Front, Nach einer Beschießung von über 15000 Schuß kam die vorbrechende Infanterie nicht bis zum Hindernis. Am stärksten waren die Angriffe aber wiederum gegen die vielumstrittene Landzunge südlich des Narocz--Sees. Gegen die Linie Zana- rocze-Stachowce und die Fronteinbuchtung bei Zelesniki wurden nach mehrstündigem Trommelfeuer, das ern mächtiges Julrgewitter überdröhnte, zwei der besten sibirischen Divisionen oriErtsgeworfen. Nach sehr schweren Verlusten der Stürmenden kam es zum .Hand-gemenge, in dem die Sibirer im heftigen Kampf mit Bajonett, Handgranaten und Pionierkeulen geworfen wurden. Sie ließen 170 Gefangene zurück. Ihre blutigen Verluste waren stark. Bei Spiaglia nördlich Wisniew-See kam es zu schwächeren Vorstößen, die mühelos abgewiesen wurden, ebenso die Lbrrgriffsversucke auf der Front zwischen Sd»r- und Kvewo. Hier nahmen die russischen^ ckeberlärrfer, sachlich Kirgisen, die kein Wort russisch sprechen konnten, zu. In Znsammenfassnng ist festzustellen, daß die bisherigen Tcilvorstöße gegen die Hindenburg-Front, ohne Zusammenhang geführt, nur die Verlustziffern der russischen Armee erhöht haben. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe«. Juli 3916 f o.i !if 2 ^ G 3 S« O-v C a> Sä tj a> “ L 5$ 3 (SD «J '«u 2 G “ ’Zl'O S 5 es . « ja c If •a i Ist i-° | £ a § - c CO .3 JS-sg Wett« 10.; 3» I - i 18.6 1 13 7 1 85 _ 7 Regen 10.:10” 11. 8" 17,2 10.3 | 71 — — 5 Bew. Himmel " 14,0 | 9.5 79 2 Sonnenschein Höchste Temperatur am 9. bis 10. Juli 1913: -st 20,7'C. Niedrigste . . 9. , 10. . 1913: 13,2*0. Niederschlag 5,1 mm. Uttnst, Wissenschaft und Leben. — Ein neuentdecktes Originalmvdell ßtoitar* dos d a Vinci zum Trivulziod-enkmal. Das Museum für bildende Künste in Budapest hat im Frühjahr 1914 eine Sammlung von Bronzestatuetten erworben, die seit Jahren in Kisten verpackt eines Käufers harrte. Der ungarische Bildhauer Stefan Ferenrzy, ein Schüler Canovas und Thorwaldsens, hat diese Sammlung 1818 bis 1824 in Rom zusammengebracht. Sie enthält erstklassige Werke der italienischen Bronzeplastik des 15. und 16. Jahrhunderts: ihr unzweifelhaftes Hauptstück aber bildet die Bronze eines Reiters auf einein sich bäumenden Pferde. Der volle.Wert dieser Erwerbung des Budapester Museums wird nun durch.eine Abhandlung Simon Mellers in dem soeben bei G. Grote in Berlin erscheinenden jüngsten Hefte des Jahrbuches der Kgl. Preußischen Kunstsammlungen ins Licht gestellt, worin der Nachweis erbracht wird, daß wir in dieser Schöpfung ein Originalmodell Lionardos da Vinci zu dem Reiterdenkmale des Trivulzio besitzen. Ter Auftrag zu diesem Denknutte ist dem Meister gegen das Jahr 1506 erteilt worden und hat seine'Phantasie, wie aus zahlreichen erhaltenen Zeichnungen von seiner Hand hervorgeht, sogleich lebhaft beschäftigt. 9luch einen ausftihrlichen Kostenanschlag hat er.Eigenhändig entworfen — aber es ist dann mit diesem Aufträge nicht viel besser ergangen, als zwanzig Jahre früher mit dem Sforza-Monumente; beide sind unausgeführt geblieben. Tie Budapester Bronze stellt einen frei sich anfbäumenden Hengst von mächtigen Formen rnit breit auseinander gespreizten, scharf geknickten Hinterbeinen dar. Der Reiter in enganliegendem, nur skizzenhaft angedeuteten Rock und mit Drachenhelm, streckt mit der Linken einen Schild vor, während er in der etwas zurück- gebogenen Rechten ein (fehlendes) Schwert ge Hallen zu haben, scheint. Er beugt sich mit dem Schilde nach links porivärts, während das Roß den Kops nach der entgegengesetzten Seite wendet. Infolge dieser konstrasticrenoen Bewegungen bietet die Gruppe vog allen Seiten, auch von vorn und hinten, abwechslungsreiche Ansichten. Das Pferd weist alle charakteristischen Merkmale der Lionardoschen Spätforni auf, und ähnlich stetst es mit der gesondert modellierten und gegossenen Rettcrsigur, deren Gesicht, obwohl nur in kleinen Maßstäben leicht skizziert, von ernstem energischen Ausdrucke erfüllt ist und die nächste Blutsverwandtschaft mit den Typen auf Lionardos berühmtem Karton der Anghiari- Schlacht aufweist. Das Pferd ist als Träger eines jähen Schreckens gebildet, während die entgegengesetzte Bewegung des Reiters un- beirrten Mut ausdrückt —> eine überaus geistvolle, echt lronardo- fche Erfindung, durch die der Meister in den Stand gesetzt wurde, im strengen Rahmen des Denkmals einen rmerfchöpflichen Reichtum formaler und geistiger Aäotive zu entwickeln. Meller führt den überzeugenden Nackilweis, daß das Werk ein eigenhändiges Studien modell Lionardos zu dem geplanten Trivulzio-Dcnkmale darstellt. Dafür spricht auch die Ausführung der Bronze. Die Modellierung ist die einer eindringlichen Studie: Formen und Ausdruck sind vollkom men klar gelegt, auf alle kleinlichen Einzelheiten dagegen ist verzichtet. Tie Modellierung zeigt die wunderbare Freiheit und Sickrerheit eines Meisters: natürlich kann sich die Eigenhändigkeit zunächst nur aus das Wachsmodell des BAdwcrkes beziehen, während es nicht festzustellen und übrigens auch ohne Belang ist, ob die mechanische Arbeft des Ausgießens durch Leonardo selbst oder durch irgend einen Bronzcgicßer bewerkstelligt worden ist. Das meisterliche Modell muß übrigens seinerzeit bekannt und berühmt gewesen sein, denn Raffael benutzte es zum göttlichen Retter in seinem Heliodor und Fra BartolomWeo hat die Statuette in einer in Weimar liegenden Kreidezeichnung aus der Eriuneruug abgebildet. — Prv fessor Garners Affen lernen Englisch! Wenn Affen überhaupt sprechen krnen, warum sollten sie dann nicht Englisch lernen? Englisch ist gewiß eine der am leichtesten zu erlernenden Sprachen! Professor Garn er, der als Erforscher der Affensprache auch bei uns wohl bekannt ist — ist doch sein Buck? über die Affensprache ins Deutsche übersetzt worden — hat gegenwärtig sein amerikanisches Heim Wischer mit dem Aufenthalte in der Wildnis Afrikas vertmächt, Mid studiert dort diesesmak nicht nur die Affensprache, sondern unterrichtet die Affen im SprväKM — so wenigstens teilt er in seinem jüngsten vorläuftgen Berttlite mtt. den er in seine Hettaat geschickt hat. „Es ist nttr tatsäckilich gelungen, einigen Assen ein paar englffche Worte bei- zubringeu, die sie richtig für gewisse Gegenstände anwendeu, die nian ihnen vorlegt," so schreibt er. Ein paar Affen erkennen einen roten Ball, den man ihnen vorlegt, und bezeichnen ihn darrni englisch als „red ball", wobei sie freüich die zwei Worte zu einem Msammeuzichen, berichtet Garncr. Garner will zwar nicht so iveit gehen, daß er behauptet, seine Affen könnten ein ausgedehntes Gespräch führen, weil dazu ihr Gehirn zu unvollkommen fft, aber er behauptet steif und fest, er werde dich es mal nach ben Vereinigten Staaten wenigstens sechs Menschenasfeir — l>auptsächlich Schimpansen — nrttbringen. die einige englische Wörter beherrschen. Er hat sie dabei nach seinem Berichte so unterrichtet, wie man zurückgebliebene Kinder zu unterrichten pflogt, nach einer Art „Kindergartenmethode", wie er selber sagt. Die Affen bauen aus farbigen Holzivürfeln Pyramiden, wie kleine Kinder, und sie brauchen dafür die Bezeichnungen „wood" (Holz), block (Klotz), red (rot), white (weißh ivobei ihnen ftettich manche Lertte, der Anlaut von white Schwierigketten beretten. Garncr stelll eine ausführliche Abhandlung über seine sprechenden Affen für die Zett nach seiner Rückkehr in Aussicht. — Neues vom Schweizer Nationalpark Aus dem „Geschäftsberichte der eidgenössischen Inspektion für Forstwesen, I-agd und Fischerei" entnimntt die „Naturwissenschaftliche Wochenschrift" einige Angaben, aus denen zu ersehen ist. daß Ticrc. wie Pftanzen m dem Graubündeiier d^ationalschuitzparke, der mit Unterstützung der schweizerischen Bundesregierung eingerichtet ist, vortrefflich gedeihen. Auf dem 20 Quadratkilometer großen Gebiete un Bat Ckusza, das auf 99 Jahre gepachtet ist, rnlxm Land- und Forftwirffchaftsbetrreb völlig, Fischerei, Jagd und Vogelfang sind verboten. Gemsen, Rehe und Aftirmeltiere haben sich im vorigen Jahre, aus das sich der Bericht bezieht, Mißorordentlick vermehrt, der Hirsch kann als eiugebürgerl bezeichnet werden, und der Bär, der bereits im Oktober 1914 Mtt freier Wildbahn bestätigt wurde, ist auch neuerdings tvreder beobachtet ioorden Zahlrrick)e Fischotter- baue finden sich längs dem Spoel: der Hasenbestand ist durch Raubzeug aller Art und diirch die schlechten Wrttcrungsverhältnissk niedrig gehalten. Ter Steinadler hat vier Horste bezogen. Tic Pflanzenwelt hat sich prächtig entwickelt, und besonders das Edelweiß bildet stellemveise ganze Teppiche. Berlin, 10. Juli. Dem „Berlins L-oval-dlnzeigeff" zufolge ist als ddichsolger von Exzelleiiz Ehrlich zrur Leitung des Frank furter Instituts für experttmnttelle HeMmde Prchoftar Wilhelm Kolke in A«Ss«ht genommen. Aliceftraße 11 Wohnung zu verm. (7G höhere? daselbst 1. Stock. J5 Zimmer -Midjtigcr Schneider für dauernde Arbeit gesucht. _Dammstraste 2V. 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Juni 1916 fite Recht erkannt: Der Angeklagte Andreas Becker, geb. 13. Februar 1869 zu Niedergemünden, evgl., verb., Bahnwärter inGietzen, ist schuldig der Beleidigung §$ 185, 196, 200 St. G. B. in Jdealkonkurrenz mit Widerstand 8 113 St. fJ. B. und wird in eine Geldstrafe von Einhundert Mark, event. zwanzigTagc Gefängnis uitd in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Zugleich wird dem Beleidigten, Schutzmann Holzigel zu Gietzen und dessen Vorgesetzten Behörde, Grotzh. Polizeiamt Gietzen die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils auf Kosten desAngeklagteninner- halb einer Woche von Zustellung einer Ausfertigung des Urteilstenors angerech- net, einnial im Gietzener Anzeiger öffentlich bekannt zu machen. Tie Richtigkeit der Abschrift der Urteilssormel wird beglaubigt und die Vollstreck- barkeitdesUrleiis bescheinigt. Gietzen, den 7. Juli 1916. K e i tz e r, Gerichtsschreiber des Grotzh. Amtsgerichts. äu08 D Zwangsversteigerung. Freitag, 14. Juli, nachm. 4 Uhr, wird Selterswes 11 eine Truhe [Altertum» zwangsweise gegen bar versteigert. lVoraussichtiich bestimmt.) Gietzen, den 11. Juli 1916. Krämer, l 6034 Grotzh. Pfandmeister. Versteigerung. Mittwoch, 12. Jnli 1916, nachm. 2Ubr,versteigere ich im Lokale Neustadt55 dahier: 2 Bilder im Goldrahmen, 1 Spiegel mit Schränkchen. 1 Chaiselongue. 1 Kommode mit Schreibpultaufsatz, eine Kommode m. 3Schubladen mein, zweitüriger Kleiderschrank, 1 Grammophon m. Platten und 1 Kiste mit Schuhcreme, letztere Versteigerung bestimmt u. zwar aus Grund des Handelsgesetzbuches gegen sofortige Barzahlung. Müller, Gerichtsvollzieher, Seltersweg 71. 15009 Metall betten Holzrahmenmatr.,Kinderbett. bill. an Private. Kat. frei. 2/m hv EisenmeüeiSabrlk, Sahli. Th. PJHaP werden ßußde H Co nsgebeszerf und bsv ähersegM. Schirm- ‘f fabrik, Selterswes 52. Gießen. (1851) Treibriemen alle Sorten fflasektaen •. 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Kreis- und Ortsausschuß Gießen für die KricgsbeschädrgLen-Fürsorge. Der Vorsitzende: Keller, Oberbürgermeister. Gesellschaftsverein ^ Giessen Buclier-Rückgabe. Sämtliche vor dem 10. JUi entliehenen Bücher bitte gp&ientens bis zum 18. Jnli 1916 zurückzugeben, Für solche Bücher, deren fernere Benutzung gewünscht wird, sind neue Leihscheine auszustellen. Vom 15. Juli bis 15. August bleibt die Bibliothek geschlossen. I>le Bibliothek-Ycriv. des GcsellschaftsTerelns August Frees. 50061) «◄M £ Einige MG Kessel^ A am Lager m Gutz- und Stalblech in jeder Grütze ▲ I nnd Ausführung liefert sofort in jeder Menge ^ S nnu vuiiH uticu m V zu änderst billigem Preis das d ^ LpeLiAiZesetläst W.vürbeclc^iaclis. Z @ Iahaber Aiberl BM, Oiazstraße 8. tt ^ Besondere günstige Gelegenheit für Wiederverkäufer- i Ä. Austerlitz - Gießen Telephon 33a # , WelahaniUnag Frankimrlaratr. 11 AngebotvonOrigtnal-Abfüllungen (Schloßabfüllungen) der Großherzoglich Hessischen Weinbaudomäne selbst ersteigert am 26. Mai 1916. 4W . ISIS er Oppeahaiiuor fioldherg pro Flasche M. 2.8t 1912 sr Dieoheiner UBläe&sHQrieB pro Flasche M. 2.89 Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A. wurde heute bezüglich der Firma H. Schaffstaedt, Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu Gießen eingetragen: Karl Martin zu Gießen ist als Geschäftsführer ausgeschieden und seine Vertretungsbefugnis erloschen. Die Satzung ist hinsichtlich der §§ 7 und 8 wegen interner Verwaltungsangelegenheiten durch Beschluß vom 6. Dezember 1915 geändert- Gießen, den 5. Juli 1916. Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Lollar für 1916 Rj. liegt vom 11. Juli 1916 ab eine Woche lang auf dem Geschäftszimmer der Großh. Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Zu den zu erhebenden Umlagen werden auch die Ausmär-ker herangezogen. Lollar, am 9. Juli 1916. Großh. Bürgermeisterei Lollar. Schmidt. 5015 ÄlihttsriMiche MMtt-VttssminliW lasöumWsti. Arms für die Prosinz Skr^cffen Sonntag, den 16. Juli 1916, nachmittags 4 Uhr, findet eine außerordentliche Mitglieder-Versammlung des landwirtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhefsen in der Turnhalle der Großh. Augustiner-Schute zu Kriedberg mit folgender Tagesordnung statt: 1. Beridü über die seüherige Tätigkeit deS Vereins, 2. Fortführung der begonnenen Arbeiten und lieber» nähme neuer Arbeiten, 3. Vortrag des Landwirtschaftslehrers Oekonomi'erat Heck zu Alsfeld: „Landwirtschaftliche Maßnahmen unter dem Einstuß des Krieges mit besonderer Berücksichtigung des Klee-, Raps-, Wintergerste-- nnd Hülsensrüchteanbaues/ Die 2/!itgiieder des Vereins sowie alle Freunde der Lartdwirlschast werden hierzu ergebenst eingeladen. Die Herren Ausschutzmitgliedcr werden gebeten, zu einer Ansschntzfitzung bereits um 37, Nhr zu erscheinen. Gießen, den 8. Juli 1916. Der Präsident des landwirtschaftl. Vereins für die Provinz Obtrhessen: I. V. I)r. U sing er, Großh. Provinzialdirektor. Zu der in der vorstehenden Einladung genannten außerordentlichen Mitglieder-Versammlung des landwirtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen werden hiermit die Mitglieder des landwirtschaftlichen Bezirksvereins Gietzerr nochmals besonders eingeladen. Der für die Landwirtschaft überaus wichtige Gegenstand darf einen reichen Gesuch erhoffen lassen. Gießen, den 9. Juli 1916. Der Vorsitzende des landwMschaftlichen BezirksvereinS Gießen: _Br. Ufinger. [5010V Amtliche Bekunutmachmrge« der Stadt Gieße«. Dre dresjährige öffcutlicbe Jmvsuvg i« der Stadt Greste« wird, beginnend am Mittwoch, den 5. Juli, in der Turnhalle der Stadtmädcheuichrele tS-diveritr. 8) für die nächste« 5—6 Wochen jeden NÄttwsch. »ach mittags 4—5 Ubr, abgehalten werden. Jmv^vfiichrtg im lautenden Kalenderjahr sind die im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die Rückständigen aus früheren Jahren. Die hiesigen Einwohner, welche imvfpflichttgs Kinder haben, werden zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken eingeladen, daß alle in densepben vor- genomrnenen Impfungen nuentgeltlich sind. Mer die Termine nicht benutze« will, must dir J«ps»ns seines vstichtigcn lindes bis zum Jabresichluffe aus seine Kosten bewerkstelligen lassen, widrigenjLÜS ibm im Januar nächsten Jabres eine vierwöchentliche ^riit zur Rachbolnng der Juzpfun «unter Strafandrohung gesetzt wrrd. Auster den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im lausenden Jahre geboren sind, aus Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine geinrpsten Kinder müffen in dem acht Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals erscheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen 5trankiltmelt beansprucht wird, können gleichfalls dem Jmpf- arzte in den öffentlichen Terminen vorgesiellt werden. Die Impflinge müssen mit reiner Wäsche und rein gewaschenem Körper zur Impfung gebraichl werden. ES wird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem LandeS- impnnsiltut geimpft. 4778B Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Zucker-Berbr-rnchsregeluug. )ie Zuckermarken für die Zeit vom 16. Juli bi bis 30 Die ... September 1916 werden Samstag, deu 15. Juli ISIS in den Brotmarkenbezirken entsprechend den geltenden Bestkmmungen ausgegeben. Wegen der Seifenmarken, die gleichzeitig ausgegeben werden, erfolgt besondere Bekanntmachung. 5013B Seifen Verdrauchsregelurrg Inter Abänderung der Bekanntmachung übk Unter Ävanoerung der Bekanntmackiung über den Verkehr mit Seife und anderen Waschmtitcln vom 10. Mai 1916 wird folgendes benimmt: 8 1 . Seife iFemseife und Waschseife) darf nur gegen ent. sprechende Seifenmarken der Stadt Gietzen 'abgegeben werden. 8 2 . Die Verkäufer von Seife haben am 1. jeden Monats die im vorhergehenden Monat eingenommenen Seifen- marken in einem verschlossenen Briefumschlag gesammelt tm Stadthaus, Zimmer Nr. 6, einzureichen. Aus dem Briefumschlag ist der Name des Verkäufers, sowie die Anzahl der darin enthaltenen Marken, getrennt nach Serfe und Waschmittel, anzugeben. § 3. Die Sei seckmarken werden in den Brotmarkenbezirken ausgegeben. Ein Eintrag auf der Brotmarkenansweis- karte hat nicht mehr zu erfolgen. 8 4. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmunge« werde« mit Gesanants brs zu 6 Monaten oder mit Geld strafe bis zu 1o0v Mark bestraft. 8 5. ^ Diele Verordnung tritt am 1. August 1916 in Kraft Gießen, den 10. Juli 1916. 50128 Ter Oberbürgermeister. Keller. Die rm Juni 1899 geborenen Landfturmpstichtigeu der Stadt Gietzen müssen sich am 15. Juli dck. Jö.. vormittags von 8-13 Uhr und nachmittag., von 2-6 Uhr im allen Rathaus am Marktplatz zur Lnudsturmrotte melden. Auswärts Geborene haben bei der Anmeldung ihren GeburtSschem vorzulegen. Gießen, den 5. Juli 1916. ßoilB Ter Oberbürgermeister. £ elfes.