Ar. 158 ZWMes Blatt Erscheint tSzAch mit «»»nähme bc5 Sonntags. Die „Gietzener KemilirndlLtter" werden dem »AnzeigerE viermal wöchentlich beigelegt. das „Areirblatt fSr de« Ureis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeittragen" erscheinen monatlich zweimal. H 6 . Zahrgang General-Anzeiger für Gberhejjen Samstag, 8. Juli 1916 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchei UniversilcilS - Buch- und Steindruckere:. R. Lange, Gießen. Schristleitung,Geschäftsstelle „.Druckerei: Schul» straße?. Geschäftsstelle n.Berlag:^O51,Schrift- leitung: d^112. Adresse für Drahtnachrichten.' Anzeiger Gießen. Lord Grey. London, 7. IE. (WTB.) Amtlick) wird bekannt gegeben, Daß (Lord Derb t) znm llitterferretä.r des 'Krieges, Lloyd George zum Kriegs minister ernannt und Sir Edward G r e y in den Leer stand erhoben wurde. Die Ernemrung Greys zum Lorch ist von deutscher Veite insofern begrüßt worden, als der „abscheuliche lLüggrer", wie ihn sein Landsmann, der Oxforder Professor 'Conydeare getarrft hat, mm aus dem britischen Unterhause ^verschwindet und nicht durch seine „Aufklärungen" solchen «unheilvollen Einfluß aus die öffentliche Meinung des Lau-- des ausüben könne. Das ist aber doch nur sehr bedingt "richtig und trifft gerade auf Gveys Persönlichkeit und seine .politische Technik am wenigsten zu. Grey hat weder seinen Marteigenossen noch der Opposition im Unterhaus jemals wichtig Rede gestanden und deshalb auch nie öffentlich in L-er Weise gewirkt, wie es andere Minister brauchen oder nvüssen. Er war immer, wenn man ihn fassen wollte, der doppelt Zugeknöpfte. Ein englischer Parlamentarier definierte einmal seine Art zu sprech!m dahin, daß Greys Reden weit mehr dem streng gemessenen Urteils sprnch eines Richters, afö der Rechenschastsablegnng eines verantwortlichen .Ministers gleichen. Deshalb gebe es auch so wenig Diskussion nach Grey scheu Erklärungen. Wenn Grey am Schlüsse angelangt sei, so habe jeder Hörer das Gefühl, daß die weitere Replik unnötig sei, und meist sei das ganze Haus so sehr von dem Wert der Mitteilungen erfüllt, daß der Vorsitzende nach Greys letzten Worten die Sitzung aufhebt. Mit seinen Unterhaus-Offenbarungen hat Grey die Volksstimmnng Englands nie hingerissen. -Will er Einfluß lüden, so bedient er sich der direkten Hilfe der Presse, wie man es ja während des Krieges wiederholt erlebte. Die Versetzung in das Obeichans wird also an 'Greys Stellung und Einfluß zunächst leider gar nichts ändern, vielleicht sogar im Gegenteil eine kleine Stärkung Hervorrufen. Man möchte sagen: .die Poerwürdc „steht" diesem Stockengländer, diesem hageren, eiskalten Egoisten mit der AdBrnase und dein Blick Zeines Kaubvogels, der kaum notdürftig französisch versteht, der keine ausländische Zeitung liest und dessen englischer Dünkel ihn Zeit seines Lebens abgehalten hat, aus eigener Anschauung das Ausland kennen zu lernen. Die Greys sind Whigs itm alten Sinne des Wortes, d. h., sie sind zwar „liberal", besitzen aber eine unglaubliche Verachtung für die unteren Stände und für deren Vertreter. Ein Vorfahr Edward Greys war Privatsekretär der Königin Viktoria, ein anderer Grey, übrigens auch ein Lord, war bis 1911 Gouverneur in Kanada. Edward Grey selbst erhielt im Jahre 1912 den Hosenbandorden, eine Auszeichnung, die seit fast 200 Jahren keinem Commoner zugesallen war. .Man sieht, es schwebt nur den Greyschcn Namen von jeher ein Hauch der Bevorzugung, und in diesem Sinne ist wohl auch dis neuere Ehrung für den uneingeschränkten Herrn von Downing Street aufzufassen. Grey verliert durch sein Scheiden aus dem Unterhaus auch nicht etwa wertvolle politische Beziehungen und Informationsquellen. Er hat ja ein ganz anderes Arbeitssystem als die anderen Minister. Er verfügt über einen geheimen, von ihm selbst geschaffenen und nach wie vor abhängigen Nachrichtendienst, der ihm alle kollegiale Zusammenarbeit mit anderen Behörden und Ressorts ersetzt. Die Auskünfte seiner heimlichen Agenten bestimmen seine Entschließung. Und die Wirksamkeit aller diplomatischen Stellen geht immer nur von ihm aus, nie durch andere Hände. Dieses diktatorische System hat sich ja in England selbst so bitter gerächt. Grey pflegte mit der Zeit alles, was er den Abc^ordneien nicht sagen wollte, zu umgehen. Wandte man sich außerhalb des Parlaments an ihn, so gab er, außerordentlich gewandt in der Form, scheinbar wertvolle Auskunft, während er in Wirklichkeit nur Allgemeinheiten mit so großem Ncachdrnck aussprach, daß sie im ersten Augenblick als überzeugende Weisheit erschienen, während der Hörer erst später sich darüber klar wurde, daß er nichts erfuhr', was er nicht bereits wußte. Mancher Landsmann kam so dahinter, daß Grey über das erlaubte Maß des Amtsgeheimnisses hinaus unaufrichtig war und an einem verhängnisvollen Geheimnis arbeitete. Als schon die Zündschnüre des Weltbrandes gelegt waren, prägten seine eigenen Kollegen im liberalen Kabinett die Formel: G. m. g-, das sollte heißen: Grey must ge. Grey ist aber weder damals noch im Sommer vorigen Jahres gegangen, als er sich wegen seines Augenleidens auf Krankheitsurlaub zurnckzog. Jene geheimnisvolle Bevorzugung der Krone hielt ihn und -die Bevorzugung wird erst auf- hören, wenn auf dem flandrischen Schlachtfelde die Entscheidung gefallen ist. Diesem Zeitpunkt aber rückt die furchtbare Zeitgeschichte jetzt mit Riesenschritten naher. Uriegsbriefe aus dem westen. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.^ Die englisch-französischen Angriffe an der Somme. Großes Hauptquartier, 6. Juli 1916. Während es an der Arrasfront gestern etwas stiller war, haben die feindlichen Angriffe an der Somme mit unverminderter Heftigkeit angedauert. Zweimal wurden die Engländer bei Angriffen in der Gegend von Tiepval zurückgeworfen, und auch weiter südlich gelang ihnen nur die Wegnahme eines vorgeschobenen Grabenstückes östlich von La Boiselle. Zweimal griffen mich die Franzosen vergeblich den Trümmerhaufen an, den das Dörfchen Hem zwischen ihren Stellungen bei Curln und Fuilleres bildet. Vor einem starken "dritten Angrifse wurden die zerschossenen Manerrefte von uns geräumt. Es gelang den Franzosen, sich in dem wiederholt nmkämvsten Belloy zu behaupten, während der Kamps um Esttees noch im Gang ist. Dagegen wurden zwei starke französische Angriffe, die aus Flaucourt hervorbrachen, glatt zurückgewiesen. Die Angriffsfront konnte somit auch gestern von, Feinde nicht verbreitert werden, dagegen hat sich der Sack, den er besetzt hat, an einigen Wellen ausgebuchtet und verlängert. Die Verbündeten hatten sich von dem eine Woche lang fortgesetzten Trommelfeuer die Wirkung versprochen, glatt und fast ohk-e Verluste unsere Front durchstoßen zu können. Es war ihnen auch gelungen, viele Graben der vordersten Stellung bijs tznr Unkenntlichkeit einzuebnen, aber die nach den Erfahrungen früherer Offensiven gebauten Unterstände hielten, und ihre Besatzung leistete so heldenhafte Gegenwehr, daß die ersten Sturnrmassen des Feindes wie Schneewolken in dem wckhlgezielten Gewehr- und Maschirrengewehrfeuer zu- sanrmenschmolzen. W. Scheu er mann, Kriegsberichterstatter. Aus Stadt «nd Land. Gießen, 8. Juli 1916. Bottsspende für die deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen. Was in dem ungeheuren Krieg, den Mid und Mißgunst uns aufgezwungen, Liebe für unsere tapferen Kämpfer an der Front und zu Hmuse zu schaffen vermochte, das wirkt im Stillen segenbringend fort. Umsonrehr gilt es jetzt auch derer zu gedenken, die unverschuldetes Unglück weit hinaus in Feindesland verschleppte. Ihnen allen soll jetzt durch eine neue deutsche Opfersreudigkeit ihr schweres Los erleichtert werden, daß sie nach den traurigen Zeiten in den Hellen Tagen dos Sieges mit stolzer Freude sagen können: Unser Vaterland und unsere Landsleute hatten uns nicht vergessen, sie waren mit ihrer Hilfe und ihrem Herzen bei uns! Die unter dem Schutz der Kaiserin veranstaltete Sammlung am Samstag, den 8., und Sonntag, den 9. Juli, soll deshalb zwei patriotische Tage bringen, in denen j e d er , dem Deutschlands Geschick am Herzen liegt, sein Schcrslein opfern soll, damit durch einen großen Ertrag aus dieser V o l k s s P e n d e aus diesen zwei patriotischen Tagen auch wirklich eine „patriotische Feier" werde. * Irrige Befürchtungen der kleinen Schweinezüchter. Für unseren Bestand an Schweinen und damit für eine wesentliche Grundlage unserer Fleisch- und Fettversorgnng kommt die Aufzucht in kleineren landwirtschaftlichen Betrieben wie auch seitens der Industriearbeiter sehr wesentlich in Frage. Für diese kleinen Züchter liegt der Anreiz zur Zucht darin, daß sie ihre Fleischversorgung billiger beschaffen können, weil sie für gewöhnlich dis Abfälle ihres eigenen Haushaltes und benachbarter Haushaltungen, auch wildwachsende Futtermittel veno enden können. Es war zu befurchen, daß ein öausschlachrungsverbot die Neigung dieser Leute zur Schweinehaltung stark einschränken würde. Vom Gesichtspunkt der Gesamtheit gesehen, liegt hierin eine große Gefahr. Man hat dem durch Aufhebung des Hausschlachtverbotes Rechnung getragen und gleichzeitig von seiten der zuständigen Behörden alles getan, was die Aufzucht fördern kann. Neuerdings wird trotzdem aus verschiedenen Gegenden des Reiches gemeldet^ daß die tleinen Züchter aus Besorgnis, das gemästete Vieh loürde ihnen nicht verbleiben, die Aufzucht aufgegeben haben, und zwar aus irriger Auffassung einer Erhebung, bei der die Zahl der Haushaltungsangehörigen und des ungefähren Gewichts der aufgezogenen .Schweine anzugeben war. Demgegenüber sei darauf hingewiesen, daß diese Erhebung keinesfalls irgend wie Anlaß sein kann, von der Aufzucht abzustehen; das Fleisch aus-den Hausschlachtungen wird den Eigentümern belassen werden, die Erhebung über die Zahl der Hcrushaltsange- hörigen und das ungefähre Gewicht der geschlachteten Schweine dient nicht als Grundlage für eine Beschlagnahme, sondern nur für die Anrechnung des hausgeschlachteten Fleisches auf die Fleischrationierung. * ** Drückebergerische Zigeuner. Vor einigen Tagen wurden die hier zugezogenen Zigeuner bezüglich ihrer Militärpapierc revidiert. Hierbei stellte sich heraus^ daß zwei militärpflichtige Zigeuner Heinrich Herdorn und Peter Delis mit Ausmusteumlgsscheinen versehen waren, wonach Heidorn, weil nrtt Zuchthaus bestraft, vom Militärdienst ausgeschlossen und Delis bei der D-U-Muste- rung die Entscheidung dauernd untauglich erhalten hatte. Die Behörde war aber mißtrauisch und ließ die Sttafakten des ersteren einfordern, aus denen hervorging, daß der Zigeuner Et dem bestraften Heidorn rächt Lsrtifth war. Die Photographie und die Personalien stimmten nicht überein und die Tätowierungen, die bei dem Bestraften als besonderes Kennzeichen angegeben waren, fehlten bei dem Zigeuner völlig. Er gestand daraus, Nikolaus Schuhmacher zu heißen und sich noch nie zu einer Musterung gestellt zu haben. Peter Delis, der unterdessen von einem Arzt oethe selbst einen wohlwollenden Bericht gewidmet. Berühmter freilich,, als ihre gefällig lesbaren, jedoch innerlich gehaltsarmen lckerarischen Erzeugnisse, ist sie durch ihren Salon geblieben, der unter mannigsachm, Wechsel der weimarischen D-rnge sich dauernd in Flor gehalten hat. Als schlretzkich ihre Gesundheit sie nötigte, ein milderes Klima aufzusuchen, da hat e§ sie doch am Rheine, wohin sie übersiedelte, nicht lange gelitten. Thüringen war nun emmal ihr Zweckes Vaterland geworden und so kchtte sie berecks 1837 nach Jena zurück. Dott ist sie schon nach wenigen Monaten, am 16. Aprll 1836. verstorben. » ^ —Nfues von Mvritz v. Schwind. Im jüngsten Hefte der Mitteilungen der Gesttlschaft für vervielfältigende Kunst in W,en macht Emil Bettnger eine hübsche Entdeckung zum Werke Moritz v. Schwckid bekannt. In dem Besitze der jirngsten Tochter des Meisters, Frau p. Ravenstein in Karlsruhe, befinden sich sea>S Blätter, Schwrnds, etwa in Postkartenformat, die auf grauem Papier getuschte und wei»ß >erhöhte Szenen mittelalterlichen Gepräges, durck>veg tragischen, heroischen und dramatischen Eharak- ters, darstellen. Beigeschriebene Zitatzahlen weisen darauf hin, daß die Motive der Darstellungen einer dichterischen Vorlage entjtammen, aber bisher war es nicht möglich) gewesen, diess herouszusftchen und damit den Sinn der Blätter zu enträtseln Nun yt es Beringer gelungen, die Vorlage zu entdecken. Es ist die „Rudolphras", ein Heldengedicht des heute fast ganz vergessenen ru. seiner Zeit jedoch recht wohlan gesehenen deutsch-ungarischen Bischofs nnd Dichsters Ladislav v. Pyrker, zu der Schwind in den Karlsruher Blättern eine Reihe von Zeichnungen geliefert bat Pyrker ,tand mck dem Sckiwindschen Freundeskreise in gewissen Beziehungen: so hat Schubert Gtt>icb°te von ihm (Tic Allmacht , vertont und Grillparzer hat dem geisüichen Dichter persönlich nal>c gestanden Ta die erste Ausgabe der „Rirdolphias" im Jahre 1825 erschienen ist, so ist auch die Tatteruna der Schivindschcn Zeichnungen ermöglicht, deren Ursprung zweifellos in das gedachte Jahr oder jedenfalls etwa um diese Zeit fällt. Der Wert der Bermgerschcn Feststellung witt» dadurch erhöht, daß ^chwinds EnttiEfe zu Pyrkers Rudolphias zweifellos einen gewissen monumentalen Zug zeigen, der im Werke des .Künstlers bis dahin noch nicht ausgetreten ,var. Man darf daher die lleinen Blätter als die ersten Zeugnisse der Entwicklung Schwinds zum Momimentalstile betrachten. . --- Frankfurt a.M., 7.Juli. Berliner Mitteilungen zufolge steht Gertrud Eysoldt in Verhandlungen mit Wj>eimrat Zeiß wegen Eintritts cki den Verband der Frankfurter Bühne. Ebenfalls soll Albert Steinrück dem hiesigen Theater für mehrere Bftmate der nächsten Spielzeit verpflichtet roerden Stoefturn München, her Zigeuner-Zentrale, cmgefanM. Auf ©nntb ber FingeraL-drücke mürbe bort feftgestelll, daß der angebliche Heidorn alias Schuhmacher als der Ziaeuner Ubald Weiß identifiziert murde, was Weiß selbst auch alsbald zugab. Er war im Jahre 1912 vom Infanterie- Regiment flir. 118 desertiert. Die Angaben des Reinhardt wMn richtig. Beide sehen jetzt ihrer Beflrafu.no and Ein- steNnng ins Heer entgegen. Ans BeranlafsUng der hiesigen Polrzer wurden daraufhin in Fulda, wie wir schon anr Donnerstag berichtet haben, noch 12 Zigeuner wegeir der gleichen Vergehen festgenommen. +* Der Fang unb das Fr ettieren von wilden Kaurnchen. In der Presse erscheint neuerdings verschiedeirtlich . trz, der Fang und das Frottieren von wilden Kaninchen sei rm Großherzogtum Hessen mit Rücksicht aus das Ueberhandnehmen dieses Wildes freigegeben worden. Diese Angabe trifft nicht zu; die Re chtslage hctt sich nicht geändert, der Fang der wilden Kaninchen steht in Oberhessen und Starkenb-urg nach wie vor lediglich dem Iagdberechtigren zu. Anlaß zu der gegenteiligen irrigen Annahme hat wohl das Bekanntwerden einer Anordnung gegeben, wonach in einzelnen Gemarkungen mit besonders starken Känm- chenschaden den Grundbesitzern die Erlegung der wilden Kanincl>en (Schußwaffen und Schlingen ausgenommen) vorübergehend gestattet worden ist. Kreis Friedbers. UL. B a d - N a n h e i m, 8. Juli. Der Pionier Peter- Mell, Sohn des Gastwirts Konrad Mell in Ober-Mörlen, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. — In unserem Bezirk sind die ersten 10 000 Mk. für Ankauf von Gold für die Reichsbank überschritten ; hierbei ist Bad-Rauheim mit 2592,80 Mk. beteiligt. — Vilbel, 7. Juli. Einem hiesigen Kaufmann wurde, weil er ihm überwiesene Lebensmittel früher als vorgeschrieben verkauft hatte, der Handel mit Lebensmitteln auf längere Zeit verboten. Atrchlrche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 9. I u l i, 3. n a ch T r i n i t a't i s. G o t t e S d i e n st. Zn der Ztadtlirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmiertcn aus der Markusgemeinde. Vornu 9V ? Uhr: Pfarrer Mahr. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vorm. 11V. Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer- Mahr. — )n der Iohauuerklrche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrassistent H offmann. Zugleich Christenlehre für die Ncukonsirmierten aus der Johannesgemeinde. Vorm. 9X Uhr: Pfarrer B e ch t o l s- ftetmer. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. — Mittwoch, den 12. Juli, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Ausfeld. — Sonntag, den 16. Juli, findet im Hauptgottesdienste Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde gerne infam statt. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Sirchberg: Sonntag, den 9. Juli, vorm. 10 Uhr. 11 Uhr: Christenlehre für die männliche Jugend. — Lollar : Sonntag, den 9. Juli, nachm. IV, Uhr. Mainzlar: Mittwoch, den 12. Juli abends 9'/, Uhr: Kriegsbetstunde. Dekan G u ß m ann. katholische Gemeinde. G o t t e s d i e n st. Samstag, d e n 8. I u l i: Nachm. 5 Uhr und abds. 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, den 9. Juli, 4. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. 6V, Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte; 7 Uhr: Hl. MeAe. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. — Dienstag und Freitag, abends S V, Uhr, ist Kriegsbittandacht. Diaspora-Gottesdienst am 9. Juli: In Grürr- berg 9% Uhr. In Hungen 9% Uhr. In Lich 8 Uhr. > Spielplan des Srstzh Uurhaurcheaters Vad-Nsuhelm. Sonntag, den 9. Jult: „Tie schwebende Jungfrau." Aloniag, den 10. Juli: „Tie goldene Eva." Mittwoch, den 12. Julr: „Jugendfreunde." Freitag, den 14. Juli. „Das Glücksmädel." Sonntag, den 16. Juli: „Die spanische Fliege." Dhuitaq, den 17. Juli: Gastspiel von Mitgliedern des Neuen Theaters Frank- tol j. f.: „Das Familienkind." Spielplan der «snigl. rrurthesiers Vad-Sms. Dienstag, den 11. Juli: „Ter dunkle Punkt." Samstag, den 15. Juli: Nordischer Abend. Gastspiel von Mitgliedern des Neuen Theaters Frankfurt a. M.: „Eiii Hochzeitsabend." Liistsplel in 1 Akt von Peter Nansen. Hieraus: „Tie Neuvermählten." Lust- spiel in 2 Akten von Björnftjerne Björnfon. _ Börsen-Wochenbericht. ~ Frankfurt a. M., 7. Juli. Wie schon in der Vorwoche, bewegte sich auch in den letzten acht Tagen das Geschäft im freien Verkehr der Börse in engen Grenzen. Die scharfe Nebcnvachnng der Spekulationsgeschäfte durch die vom Berliner Börferworftand ausgestellten Grunde sätze, die man einstweilen streng befolgt, um weitere gesetzliche Maßnahmen zu verhüten, hat die Unternehmungslust stark unterbunden; wenigstens beobachten Spekulation und Kapitalisten- Kreise zurzeit größte Zurückhaltung. Dabei war eine zuversichtliche Stimmung keineswegs zu verkennen und eine Reihe von -Werten konnten ihre Kurse weiter befestigen. Diese feste Tendenz stützte sich vor allem auf die gute Kriegslage, insbesondere auf die Tatsache, daß der großen Offensive unserer Feinde im Westen zunächst kein nemrensiverter Erfolg beschicken war. Eine weitere Anregung gaben die günstigen Berichte aus der Schwerindustrie, nicht nur aus Rheinland-Westfalen, sondern auch aus Oberschlesien, ferner berechtigte Hoffmurgen auf eine gute Ernte und die andauernd ftüssigen Geld Verhältnisse, die auch zum Halbjahreswechsel eine wesenttiche Verärgerung nicht erfuhrest. Am Montanmarkte begegneten zunächst Phoenix und Bochumcr eitriger Kauftuft, später tvaren hauptsächlich Bismarckhütte und Oberschlesische Oberbedarf begünstigt, erster? aus Abschlußgerüchte, letztere auf die hochbefriedigenden Mitteilungen in der Generalversammlung. -Interesse zeigte sich ferner für Munscheid mW Stahlwerk Oering, die im Kurse anziehen konnten, ferner für Rüstungswerte, von denen Köln-Rottweiler und Dynamit, solwie Rl-einmrcaL und Deutsche Waffen zu höheren Kursen aus dem Diarire genommen wurden. Von Autorverten war Benz, Kleyer und Fahrzeug Eisenach gefragt, auch Motoren Oberursel auf den glänzenden Abschluß zu höherem Preise gesucht. Chemische Werte lagen ebenfalls fester, namentlich Griesheimer und Holzverkohlung, letztere auf Angaben über große innere sstücklagen der Gesellschaft. Auch Elektro werte stellten sich meist etwas höher. Dagegen lagen S ch u h- un d Le d e r fa b r i k a k t ie n auf die Forderung der Regierung zur Herabsetzung der Lederpreise schwächer. Adler und Oppenheimer waren besonders gedrückt aus das Dementi einer vielfach erwarteten Kavitättransaktion. Größere Nachfrage trat dagegen für Saccharinfabrik Fahlberg, sowie ftir Erdöl und Stecrua Romana hervor. Banken tvaren teilweise besser. Schifffahrtsaktien wenig verändert. Deutsche und fremde Anleihen ziemlich fest, nur Portugiesen angeboren. mtb niedriger. Privatdislonto 4y A Prozent. _ Märkte. “ ließen, 8. Juli. Marktbericht. Ans henr heutigen Wochenmarkt kostete: Butter das Psuud 1, 90—0,00 Mk.: Hühnereier das Stück 20 Psg.; Käse 10 Psg, Kasematte 3 Psg. das Stt'jch Ochsenfleisch das Pfund 2,00-0,00Mk.. Kuhfleisch'2,00 - 0,00 Mk. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 2,00 - 0,00 Mk., Schweinefleisch das Pfund 1,80 - 0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 2,20 - 0,00 Alk., Hammelfleisch das Pfund 2,20—0,00 Mk.; Kartoffeln der Zentner 6,00 Mk.; Zwiebeln das Mund 00-00 Psg.; Milch das Liter 30 Pfq.; Nüsse 100 Stück 00—00 Pfg.: Spinat 20—00 Pfg. das Piund, Kopfsalat 5 — 10 Psg., Gelbe Rüben 12—15 Pfg. das Päckchen, Wirsing 20-30 Pfg., Römisch Kohl 20-00 Pfg. das Pfund, Erbsen 30-00 Pfg. das Pfund, Kohlraben 60-0 Pfg., Gurken 35 bis 60 Pfg.; Johannisbeeren 33 Pfg. das Mund. Stachelbeeren das Pfund 28 Pfg. — Marktzett von 7 bis 1 Uhr. Meteorologische Beob achtungen der Station Sietzen. J»»li 1916 M p 1 ! C S C o Cä & If O 11 S l es JO = if 1 W B=- « 1 5 5 * « i*?. CZ- c 3 — .fc i| Mi Werter rj <• 3" 19,4 11.6 69 — ! 30 Bed. Himnrel 7. 10" — 15,8 12,6 54 — - io „ „ 8. 8" 16,8 13,2 ( 92 - 10 " " Höchste Temperatur am 6. bis 7. Juli 1913 -f 19,9*0. Niedrigste * . 6. , 7. „ 1916: + 13,3'0. Niederschlag 0,8 mm. GalsmAleikuM * (Hohlrmndsfack) 0 afetn< 3 ta& (Goldmundbi üclc). feigar&üen. IVeisNr 3)4 4 5 o a io A 5 6 61012 PfdSftick elnadhliefMich Krie g saufscbla c. OricntaLlhböiXu 3nh. Hugo Ziefe Clgareiien-Föbrik I'icflielcxant S.M Dresden dKorigsv^Sdcbsen D Trusifrsi! D Mn Für Denneidung son Verwechselungen &«; HbbeftcUung von Dermietunqs» 9h.3c‘qtn -der dgl. wird dringend um Angabe dcr)?nreig«nr!umn,er gebet. Verlag des Gieh-Anzsigers MohNANg Alicestraße 11 «ft*. Wohnung aujDrtnt. <76 Näheres bftTetbU 1. Stock. f 7 Zimmer Ludwigstratze 34, mtttl. 2totf, 53immer auf 1. ©ept. ober 1. Oktbr. zu nermieicn. Näh. r-n-wigstr. 28 L [4829 Jloltkestr. 24 , [ u,053ü T4ö«e?arZerr«'Wohn., 5Ztm. unb Znbeh., zu venu. Näheres Schi ieaber :;> r W. 2, Ulcolam Geraum. 5-Ziiu.-Wohn. m. G. u-eleftr. Licht:c.a. lof. o. 1. Cf t. ft. venu. Laflgriftstr. SIL [* 716 7-Z^mmerwobaung mit all. Zubehör, herrschaftlich ein* gerichtet zu vermieten. 2187] Ludwtg stratze 45. 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Wir können dich beim Fricdcnsschluff Mit Lorbeer nicht bekränzen. Wir müssen trauernd seitwärts stehn Wenn andere wiederkonimen. Doch Gott aibt sel'ges Wiedersehen Im Friedensland der Frommen. Ruh sanft! Die Erde sei dir leicht Schlaf ivohl in fern ren Gründen. Du hast das schöne Ziel erreicht Wo mir uns iviedernnden. Den Heldentod fürs Saterland starb am 16. Juni 1916 unser innigstgeliebter braver Sohn, Bruder und Enkel Karl Kutscher Muök. im Rcs.-Jnf.-Rcgt. 224, 8. Komv. tm vollendeten 21. Lebensjahr. « , « tiefem Schmerz: Karl Kutscher und Frau Eltern: Wilhelm Kutscher Bruder: Witwe Rink Groffmutter. Hattenrod, den 8. Full 1916. niVll „ afe Amend Saaistag und Sonntag Künstler - Konzert 4799 Gafe Ernst Ludwig Samstag und Sonntag 14794 KÜNSTLER-KONZERT Fleischverbrauchsre^elung. Im Hinblick auf vorgekommene Zuwiderhandlungen AkDo wiederholt darauf hingewiefen. das; Fleisch- und Flerschwaren nur argen solche Fleischmarken abgegeben werden dürfen, die nach Maffgaben des Ausdrucks zur Zelt der Fleischabgabe Gülnglcit besitzen. 4951B Greffen, den 7. Juli 1916. Der Oberbürgermeister. ____ Keller. _ Auslosung von LchuiimsWsNgeuT Bei der für das Rechnungsjahr 1916 vorgc- nommenen Auslosung von Schuldverschreibungen der evangel. Kirchengemcinde Gießen wurden nach- verzeichnete Stücke zur Heimzahlung gezogen: 1. Bon den 3 älteren Anlehen: Bit. A zu 50 Mk. Nr. 2. Lit. B „ 100 „ „ 114, 168, 117, 267, 73, 181, 208. , C zu 300 Mk. Nr. 59, 4. „ D „ 500 „ „ 163,267,253,252, 149, 111 , 120 . « L zu 1000 Mk. Nr. 193, 184, 119, 65, 169. 2. Von dem späteren Anlehen: Bit. A zu 100 Mk. Nr. 29, 47, 37. „ B .. 300 .. „ 62, 50. Die Rückzahlung der. Schuldverschreibungen geschieht 1. Okober 1916 zum Nennwerte gegen Einlieferung derselben nebst den noch nicht verfallenen Zinsscheinen und zugehörigen Zinsanweisungen bei der Bank für Handel und Industrie, Niederlassung Gießen. Vom 1. Oktober 1916 an hört die Verzinsung der ausgelasten Schuldverschreibungen auf. 4952D Von den für 1. Oktober 1915 ausgelosten Schuldverschreibungen sind noch nicht eingelöst: Bit. B zu 100 Mk. Nr. 10. » C 300 .. „ 32. . v . 500 „ 142. „ E „ 1000 „ „ 195. Gießen, den 7. Juli 1916, Der evangel. Gesamtttrchenvorstand: Schwabe, Pfarrer. Bekanntmachung. Am 10. Juli findet ira Einvernehmen und zum Besten d. Roten Kreuzes durch Unterzeichnete Firma eine Haussammlung von Altmaterialien statt Angenommen werden alle Rohprodukte jeder Art in beschlagnahmfreien Mengen. 4970 *****- | Einkaufsstellefür Kriegsbedarf „Hansa“ Geschäftsstelle Wolkengasse 27, Ecke Bahnhofstraße. Telefon 557 und 2025 des Roten Kreuzes (Alto Klinik). WMWMM ArieMVigte!! - Fürsorge Wen. 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