® T -154 - ZWEZ Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.' D-e ..«etzcnee FaAilienblLtter" werden dem .Anzeiger- v.errnal wöchentlich beigeleül. das ..LiLLisdlait für den kreis Siegen«' zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen nionatlich zweimal. Jahrgang Seneral-Anzeiger für Gberhejfen ———n- - -- Düeiistog, 4 . Zuli M 6 Rotationsdruck und Versag der Brühl'jchei» Unioersiläts - Buch- und Sleindructerel. R. Lange, Gießen. Schristlertnng,Geschäftsstelle u.Drucker ei: Schul» strotze?. Geschäftsstelle u.Verlag:^^öl,Schrist» leitung: e=®ll2. Adresse für Drahtnachrichten.' Aiizeiger Gießen. Die Seeschlacht vor dem Skagerrak am Ff. Mai—i. Juni J9J6 auf Grund amtlichen Materials. IV. Der Nachtmarsch. Den Berlins der nun folgenden Nachttämpst eingehend zu 'chrlderm xft tagen her Fülle der Einzelheiten im Rahmen dieser gedrangien ^aritellnng unmöglich. Das Bestreben unserer Flotten Nehrung ging vor allem dahin, den abzielwmden Feind durch Nacht- E cmnfjc unserer Achten Strettkräste zn schädigen Gliche Versuche inutzten vom Gegi^r erwartet werden. Tie Verhältnisse der Nacht waren nach Oertlrchfert rmd Wetterlage ffir uns denkbar ungünstig. -N^re allgemeine Marschrichtung nach beendeter Schlacht war für i.m ryernd gegeben. Ueberdres tft das Seegebiet südlich des Schtacht- ganzien Ausdehnung nach Osten durch die jiitische Ztufte bcfcl^rankt. Gegner lneten sich verschiedene Rückmarsch- i Achtungen. .Nördlich des Schlachtfeldes öffnet sich die See über .Mrd nach Os^n irnd laßt nack> allen Seiten freien Raum bis zur ?Lgr)chen Dtste. Dre.femdlichen, leichten Streitkräfte, die % tyhhdtw kn Ueberzahl irnü, können uns aber gelviiseruraßen iu Te '!% Stellung erwarten, während die unseren den Gegner suchen imsichtig 2üiU lf bt€ ltDr6l, ^ c Nacht kurz, das Wetter neblig uiid Kurz nach 12 Uhr haben Hainburg und Elbing ein Gesecht mn einem kleinen Kreimer der Arethuse-Klaffe der schwer be ^ädrgt wird, ©tma 12 Uhr 30 Minuten stoßen unsere älteren g.einen Kreuzer der IV. Aiffklärungsgruppe ans überlegene feindliche S>treitkraste, die von ihnen unter sehr wirksameL Feuer ae- nommen werden. Auf unserer Seite erhält der kleine Kreuzer Franenlob eure BeschadiguiV., dre ihn in der Gefecknsfähiqkeit 1 ^d wird von da ab vermißt. Punschen 1 Uhr und 3 Uhr vormittags folgen zahlreiche 3cr- üorEngriffe gegen das 1 Geschwader-. Immer von neuem flammt und suchenden Scheinwerfern. Das Zerstbr erf uhrerschiff 6 60 — die Bezeichnungen sind in der Nacht uur ru erkennen und daher nicht durchaus sicher — die Zerstörer 6 3 (oder 93), 78, G 06 und 27 werden durch n bewutztem Was w^r" b-e stch bunt drängende Fülle der Erlebnisse und Bilder. • 9 -^ i? fuc Ui1g mit «nem schönen Erfolge leacnen i' sm „ etnm »eilweise erheblich übei- Augenblick das Gros unserer n - ^'L/nglrschen Ichncllen Verbände gehen nordwärts nehmend '-bnen. die .Panzerkreuzer u.tto ju* neymend Iicmgern Feuorkamps. In der dunster füllten nödt unsere auv leichter! Stteitkrätten bestehende Spipe aut da- wind di7»5 Linienschiffsgros.^er sLchef enlschtteßi I s verfammelte nnd etwa nml-das Tioppelle Über- 1“ .ff» 11 * Äauptltreitmacht anzugreifen. In Mei aufeiue ander folgenden wuchtigen Ttößcn mitten in die bäuerisch" LEZ unserer M 4 . k«. »bmd empsindliche Berlüste^wNLd "o7n dem^^ «ui m. Aerner Kreuzer und vier Torpedoboote auf Kamps platz bleiben. Als unsere S>treitiräfte zum hritt m Male dem Gegner sich in Schlachtordnung ffcetlut U 0 r S schwnnden. Nach kur^enk letzten Aufflackern der Tags'chlachr iolaen «Äm n Ä" Nachtgefecht aus Nachtgefecht bis der Tag Rostock und E^k^Aen zwar dre brave Pommern, ferner Ver E UlitAn bn bat im..Angriff schwere "en. Ms die Sonne erwacht und das Mge nach den Anstrengungen des Kammes Zeit finkwt, unsere Linien zu Über schauen, tragt zwar manches Schiff ein Ehrenmal an Sttrn und N ^VnlT P^r MltV toi'Äba.Ä Sraube'fÄ "e/Ä Ä & '' m ' UU& ^ fKHc entfk k-ns^^^^u^lischer Seite ist in dem sichtlichen Bestreben in der deni zioar nich^ verioöhnten Publikum einen Twstes zu reiche::, die abgegriffene Behaurrung luiebcv- N '«rden dre eng Flottt Habens sÄSC" Iaienl;art Unsinnige dieser Phrase ist schon von andercv «ij sä sK Ägä‘z’8,";*» »Ä» Ä £VäS“ ^?-Ed°r ^'bch-auf borWfiSif btt' Am 31 Mo? Nf^nru Nch in. «Mch-n Äändcn b-s-ndan \ 'i ö yr blL ^bberlebcnden säst aller versenkten englisch ui Schiffe und Fahrzeuge von uns ausgenaTum-en wordeii Man a^w nicht umtnn können, dieses Mal cimm 'ÄS ^houptm,g des Schlachtfelds- ausfindig zu machen »SAL tss, vstemvfsmjt kSä , «ä 4 ^ä~“sS t UT ? femdliche Gegenwirkung betragen (auf eng. "scher oeite nach vorsichtiger Schätzung>: Engl. Deutschl. o 12 r r m Ä r Ä Sre Strategie, wemi es ihr am 31 ^ ^ ^ ^'kschen MMMWW englischen Kräften sind festgestellt: Gvoßkampffchiffe Schlachtkreuzer Aeltere Panzerkvayer Kleine Kreuzer Zerftörersührerschiffe und Zerstörer g« 2» * e I Geschützen waren zur Stelle' 38-Zentimeter-Geschütze ^ 34,3-Zenttmeter-Geschütze 30,tt-Zenttmeter-Geschü v.r wenigstens 28 „ 9 „ 6 20 wett über 100 über 60 „ 160 . 130 Grvhkainpflinienschiffe Olrotzka mpfpQn z erkr enze r Aeltere Linienschiffe Mltere Panzerkreuzer Kleine Kreuzer und Zerstörerführerschiffe Zerstörer (Torpedoboote) llebersluß sei nochmals betont, datz dre deutsche »Flotte angegebenen kein Schiff und kein Fahr;mg einge> büßt hat, iveder aus dem Schlachtfelde noch aus dem Rückmar,^. ^as Krästeverhälttns war also ungefähr: 2:1. Tos Verhältnis der Verluste: Großkampffchiffe 4ll Kleinere Fahrzeuge 1 di. englischen Vorstellung festgefügten Glauben an un» ai r K ber flotte aufrecht zu erhalten, ist von englischer Seite verorutet worden, Luftschiffe und U-Boole nu£ n ( C £rr$ a il¥^ ie { - m - ^~ mt>k Den,gegenüber muß MN Ä Gnttchiedenheit sestgestellt werden, daß die Schlacht am gliche Seeschlacht früherer Zeilen, die alte Wahrheit Mwatigt Hatz da tz nur dre große, kampfkräftige p yr» das Schiss, das rn sich höchste Angriffs- vereinigt, die Meere be- Den babeu gewiß alle Waffen ihren Anteil. ^°ber unmittelbar und mittelbar die weittragende l)fp W Tnrdf!n!!. C ^ C be * ^o^l^upNtbiffes und unter seinem Schutze M.7^ ^watte gegeben. ^ Wenn das schwächere Fahrzeug seine erfolgreich zur Galtung bringen konnte, so war dies nur !!!£?£]? s lUe L it$ uße beö Panzerkreuzers und des Linien- a) X i>ert ^' einb b'eran erkämpfen und es ^ber aumehmen nrutzten. Das leichte Fahrzeug behält seine Bettung als sehr »verlvolle und notwendige Ergänzung des Kainw- grentt' ^ amit x,t ,em Wirkungsbereich besttmmt, aber auch be- mf Wafsenerfolg auf dem Schlachtfelde vor demSkager- du^rncht jahrzechttelanger, angesttengter sSe- i ^ - UlrtC 'L?S r tsuriorge unseres Kaisers nnd unter der^An- ^ Führer unseres Onizttrkorrs nnd nuferes gesamten uÄT^' em &rT ° ra bCr ^uzelausbildung umerer Schiffe Et. konnte nur erkämpft werden mit so vorzüglichem Materinl lvie E der geniale Erbauer unserer Flotte geschafft Lt ' vorliegende Versuch der Darstellung des Berlau's der großen Zügen kein aligeschlossenes SfÄ ^ M..h^te Mich der notwendige AbsLid vE <-!Z englischer Sette nnrd inan nicksts uiwermcku bU “Ll^ 0 ! 9 an Tatsachen mrd nur an eimoandsreie ooachtungen haltende Schilderung als böswttligc Verdrebnna^Lir k^inzerchnen. aber allgemein bekamit ist daß di<»s au f ^ « l h ^ U -U ^en Eindruck des englischen Mißerfolges vor der W^t zu ömoycheu. kann umu Über ft- zur b ^,. flacht vor dem Skagerrak keine ausaeivnnck^ Ent,cheidungsichlacht lvar, ist jedem Deutschen klar Daß sie nicht völlig durchgeschlagen worden ist, liegt nickt an im* SSftt Ä ^ WÄ SeSSfft^ En'°lg -«rächt hat. ^bh-ckt hat. an diesem Kampfe teilzunehmen ^K^ud^^bankbaren «er-^ns bekennen, daß in reick»n Ma7 b ^ b°ck>Rn über uns gewattet Nur iü ZHL- nH* ^ E das (« ani k-r^ Kunft, Wissenschaft unö Leben. _ —.UugedruckteBriefezuCarlvlesLik>i^? „Mercnre de France" veröffentlicht eine bisher ungedrmt.« Brchfe und Auf-eichuungm von Thomas und v)ane Carlple, die ein wertvolles Material zur Beurteiluna der vielbeiprocksenen Ehe dieses Vien scheu paa res darsttllen Die vauptmane bilden Briefe, die Jane Welsh-Carlhle in ch«r it£ labungszeit und ihrer W- geschrieben hat. Aus ihnen cbeuse» ftlbst 7 äü 77 ^^L 7 ,^(,bekannten „«ederschrist^t?’® rri b i^r .deutlich erkennen, datz die so ott vertenmd,-! , .^ CTrt doch eine glückliche gewesen sein ^ r i eren zmt ,0 warme, ja leidenschaftliche ^iebe a u Garlyle und irt lebhaftem Plandertou berichtet sic ilun Nrl über alles, was in seiner Abwesenbeit geichreht, m bent sicheren Vertrauen, daß ihn jede kleinste Einzel 6* vertrauen, das doch mir die Frau kennt die \f Sehnsucht der Braut erscheinen 14 ^.age alo erne unerträglich lange Zeit Wenn die (Stampf »ÄSSSÄSSf ^°7°SU. va» der sie deshalb an Carlyle schreibt! wenn ich mich sehr in sic bal jn-Edf^,ck75^ ,ba"" s»--Uec verftand. den kleinen .haus- b^gltch^ zu ge,talt°n. das' läßt die aus dem ^ahre 1869 stammende, ruckschonende Niederschrift von Eorlnl^ erkennen, die ursprünglich als Einleitung zu d-n Biüefen und Erinnerungen gedacht war. ..Unser flti Äf' Eftt t -.w°r ttt tftner Art ein iuahrcs Muster, alles peinlich eme, iclblt elegant trotz der noNnendigen Einschränk,n,g iliit vcriehen, was znr me,.schlichen Beguemlichkett gehör - da^ war unser Lebenselement, der Charäkler, den mm Heines beftn !S n * n i ai A 9 datte und in allem Mißgeschick bewahrte ' Sic .'ave- batte ,lch früher nie mit der Wirtschaft beschäftigt nutit ' ni^ Cl j! tc ü lli'.rtttli.ck.'n Arbeiten wisstnsreicker Bücherlisten A^^!Z.und der wrgiainen Anlage niemand verftaild ich l^neBJelKt keine Bücher, aber *«nt'luZn Ö Znf ni3 nich°när p°m PELm un7ftin7n S 0rÜd, > f*™ S?T er IS Bücher'laden betrat lernte schon daina^Ä^l ^m-nnial einen Er 7m.Ls r57ÄÄ LLMn 4 m 3 fc. &ttÄÄ ± Euge ne L se7tw Man sagt, die Kaiserin stadt Lu L^i .Karsamkeitshl^n^^ 8 ^pft^Vrust «eß'n-"^Jch^m,mk"'^ N bet Achille mit dci?Worten iiiederck Be?ständnis"sll7^p"'""'" >"'» wirNfth bewundernsi'p^t ft, ' , komme zu Ihne,,, um Lufflärupa über das Lebe,, I W, bt ‘ nationale «rvariamkril. da üteie da , „ - ., «an« w empfangen." Die Geschäfte ueWchterten sich, und > M^KzuK^crilüsttg nmchen. GeL> ftrr ewen S^n« " **» *■« m rKKVSZBLL-MM ”Si£>SS 5 r 3 - SÄTtfSSSÄÄ aas ssrS"^*“' Patentger-ichtshos um p' Ä »""«« '-eüenden KÄÄ ® 2« die engl,,'chn,bFramu'/lE MahwmLn^mr°t^chf" V i „ n en. lanitett zum Trotze sich weder himf h, - ^ patrrotuchen Lchar- -e°e Beeinflnssungsarbei? d^r ^ «bringen lassen, suchen die Ütmöenn li!* mVn|,l,!,it de-' englifchen EgoiSimrS geböremV dvpe>o zum Kapitel Weist zu entschuldigen, wo^i^ii^d^.^^ '"oglicke '^bler,, eine Tugend za m1che,S"^ ^^§^§n.- m England niacht sich in der sVriVrhTni U? 8 ^?. -Nodeerfchemirng wie die „Daily Mail" f *>n Villen geltend, die, leiseste Berührung sind, daß ihre Mgen bst zu lange an ein mrd denffelben Modell frr ^ )W>i - "icht all- englrsckx' Modehut besteht tti der J l Li rounoit. ^cr neueste scknrarzcn Nenmrrk x - ■ ^nw'ackx- ans einem kostbaren IZ uZ von L tto£^Z i but * f t l ** m «bau UäZ herabhängt, das die Augen vor ^. .^itewzlv rund um den Rand des Gesichts dem anfnie?ffamen 0l ? lc bu ' ^"int Selbstverständlich weiten S müUt?*.******** «rtzehen. ZZMZMZMW Arktzrbneft Ms hm Veftes. Bvn njcffTHi ArLgsderLyterAsÄer. fBBlrTTf^ritrtrT t^rfw^ y | Beute-Sammelstelle. G r. Hauptquartier, im. Juni. Wir standen obeit am Rande der erstürmten Waldfeste La Wa- äirllle Unten auf die paar Miauerstümpfe, ivclche die Stell.' des ^Dorfes Berrumont bezeichnen, warfen die Franzosen alle Angenblicke in ziemlich regelinäßtgen Abständen schwere Granaten Die „Todesschluchl" — eilte der mehreren, welche in der Schlacht von Verdun diesen Namen erhalten hat, — lag unter Sperrfeuer, wie ^gewöhnlich. Den Hang nach Nordwesten, wo der Kamps wild getobt .chatte, bedeckten frische Grabhügel, aus kreideweißem Kalkgebröckel «nfgeschüttet, mit Kreuzen aus silbernen Birkenästen, Freund und -/Feind alle gleich. Hier irnd da sah^man einen Armierungssoldaten, ider suchend dein Hang abging. „^ie halten Nachlese," sagte unser s Führer. „Das Sc^achtscld ist schon ziemlich aufgeräumt, aber man findet noch genug." Dabei deutete er auf einen Haufen französischer Stahlhelme, die durch ihre frische Farbe aus einem Gewirr hratt Tornistern, L^erzeug, Mänteln heroorstachen „Heute nacht nvrtb das abgefahren Bei Tage kann sich hier kein Wagen bewegen." Dabei bückte er sich: „Sehen Sie, was iroch alles herumliegt," und hob eirye in die Erde getretene französische Patronentasche auf, die Mit gefüllten Gescho strähnten vollgestopft war. Er legte sie /später an einem Grabkreuze nieder, wo schon andere Funde, die < ihnen zufällig bei Gängen über das Schlachtfeld ausgefallen tvaren, vereinigt hatten. Bei der Rückkehr las ich in jedem Orte, durch den wir kamen, neben anderen Aufschriften die Tafel: „Zur Beutesaminelstelle". * ganz vorn, wo nur noch Ruinen stehen, findet sich irgend ein Keller, wo die Schlachtietderfunde einstweilen untergebracht werden können. Betritt man einen solchen Raum, so sieht man ein Mittelding zwischen einem Zeughause und einem Lumpenmagazin. Am Eingänge überwiegt der Eindruck der Trödlerei. In. wüsten Haufen Ivttd aufgestapelt, was von den vorfahrenden Wagen abgeladen üDn den Wänden aber entwickelt sich schon die siegreiche Ordnung, "die dieses imenlwirrbar erscheinende Chaos besiegt. In getrennten lPropitezen und Regierungsbezirken marschieren in Reihe und Glied ;wttd gefirnißt, und schließlich Wird jedes einzelne Stück, ehe es wieder zum Gebrauche berettgestellt wird, ausgeprobt. Dazu ist rdu Schießsßcmd in der Nähe eingerichtet, und so hat sich die eine Gewehrabteilung zu einem kleinen Arsenal für sich entwickelt, wie es ja das Wesen des unseren Feinden so unbegreiflichen deutschen „Militarismus" ist, daß er jedes Ding, das er anpackt, so gründlich und vollkommen wie möglich gestaltet. Kleine Ergänzungeck und Repcrratttren von Gewehren werden gleich im .Hause vorgenommen. Schwerer beschädigte Waffen werden in die Heimat zur .Wtederherstellung oder Verwertung ihrer Teile gesandt, soweit sie nicht von besonderen Sachverständigen zu Studvenzwecken aus- .gewählt werden, weil aus der Att ihrer Beschädigung Lehren zn ziehen sind. Aehnlich wie die Gewehre werden die Maschinengewehre behandelt, die manchmal, wenn sie aus verschütteten Gräben kommen, zuerst den Eindruck machen, als ob sie nur noch als altes Eisen -taugten. Aber manchmal genügt eine sachgemäße Reinigung. Das Maschinengewehr erfüllt bei bet Prüfung ans dem Schießplätze die Ansprüche Wenige Tage später ist es schon an der Front und spritzt die ungeheuren Mcugen französischer Munition, die wir erbeutet haben, gegen die eigenen Fabrikanten. Die Munition füllt Räume und aber Räume. In Säcken, in Ktsten, in unerbrochenen Packungen bildet sie Wände, zwischen denen mir enge Gassen offen bleiben. Viele Millionen der niedlichen spitzen Kupfergeschosse sind da unter einem Dache vereinigt, jeöee bestimmt, ein Leben auszublasen. Aber „eine jede Kugel trifft ia nidh" — und das ist gut fv, denkt man sich, otchvohl jetzt oieic Gcschosse von uns verschossen werden. „Denn träfe jebe fiugel akkurat ihren Mann" — diese Masse, die allein hier lagert, würde ausrerchen, um alle Männer der serndlichen Heere aus- zurotten, die gegen uns im Felde stehen. Und fortwährend werdeit neue Körbe mit Hunderten und Tausenden von Patronen aus- geschüttet. JÄ-e eutzelne wird geprüft, wenn nötig, gereinigt, nenverpackt oder ausgemustert. „Tie guteit ins Töpfchen, die schlechteit ins Kröpfchen" sagt del-aglich der langbättige tl)üringer Landsturmmann, der die Aufficht über die große Schar der Patronen sortieret hat. Weniger umfangreich, aber unl>eimlicher ist das Artilleriegeschoßdepot. Hier lömmi ntcht soviel ein, weil die meiste Beute dieser Att an Orr und Stelle schon mit den Beutegeschützen verfeuert werden kann. Nur ungangbarere Formate und dann die Unmasse der leeren Kartuschen findet sich hier zusammen. Aus einem Hausen stehen verbeulte, schwarz geglühte, zum Teil ganz formlos gewordene Messinghülseit, viele durchlöchert und zerrissen. Das sind die Ueberreite eines französischen Artilleriedepots, in das ein deutscher Treffer gegangen war. Sie lassen nur ahnen, was mit allem Leben geschehen ist, welches sich dott nt der Nähe befunden hat. In den Montrerungsabteilungen haben sich die zerknüllten Lumpen, die der ersten Sammelstelle den Eindruck einer Trödlerei gaben, aus dem Wege durch die Reinigungsiammer, den Tesinfet- tionsosen, die Schneider- und Büglerwerkstatt in ein ordentliches Kleiderlager verwandelt. Nach Größen geordnet, jedes Stück mit einer Notiz ausgezeichnet, hängen die dunkelblauen Mäntel, die Waffenröcke und Hosen da, Wäsche aller Att stapelt sich in Wandfächettt, sogar der Schlachtseldgernch ist gewichen, und es riecht wieder nach „Kammer". Wie viel tausend blaue Franzosen- mäntel sind hier schon ein- und ausgegangen! Denkt man sich zu denen allein, die augenblicklich an den Wänden häitgen, die Armee von Männern, die sie einstmals getragen habeit, so bekommt man das Schaudern. Jeder neue Raum bietet neue Beutesotten: Hier sind Fahrräder, hier Flammenwerfer, hier kupferne Tragkessel, wie sie die Winzer ans dem Mcken haben, wenn sie die Reben mit Kupser- kalkbrühe sptttzen, die jedoch den französischen Soldaten mitgegeben werden,, um Gase zu verscheuchen. Ta häufen sich die Gasmasken, über die sich die Franzosen so sehr luftig gemacht haben, als wir sie einführten und die nun immer mehr den unseren ähnlich werden. Da liegen die Reste einiger abgeschossener Flugzeuge: eilt unkenntlicher Haufen verbogener Metallteile. daran ein paar graue Tuchsetzen mit genügen Resten der blau-weiß-roten Kokarde, das ist alles, was von bejt stolzen Lu st feg lern übrig- aeblieben ist. Dann Tornister ohne Zahl, mit dem Namen ihrer Träger daran, mit Briefen und Kattengrüßen von .Hause darin, den letzten wohl, die der Träger erhielt. Kisten mit Leuchtraketen. Wie Zaubersterne stehen diese Lichtkugeln am nächtlichen Himmel, märchenhaft, wenn ihr peinlicher Glanz plötzlich den bisher von der Dunkelheit beschützten Wanderer besttahll und dem Feinde verrät. Hier sieht ntau zn dem Zauberkunststück den Zauber- kästen, der den Trick bervorbringt, die lleiue Krinoline ans leickstem Stoff, die den Leuchtkörper in der Schwele erhält und die Papp- hülje. welche die braimbare Salzmischnng einschließt. Und dann kommen die grau-blauen Stahlhelme, die einen ganz großen Raum anssüllen und von denen jeder von heißem Kampi-" erzähleit könnte. Manck>e tim es. Kleine runde Schuß.löcher gehen durch viele, von Schläfe zil Schläfe oder von der Stirn zum.Hintcr- kops, oder haben eine zackige Furche über den Scheitel gettff'en. Große Schrapnellbreschen und schmale Granatsplittei'schnitte haben die Stahlplatte geöffnet und dem Tode eine Einlaßpiorte ausgetan Diese faustgroße Delle mag von einem Kolbenschlag herrühren, und hier den kleinen scharfen, vierkantigen Einhieb aus dem Wirbel hat eine Pionierpicke im Grabenkamps hinlerlassen. Dann folgen Handgranaten. Minenwerser, blanke Waffen, und zwischendurch ist eine umfangreiche Lagerstätte, über welche der Leiter des Beuteparkes die neckische Jmchrift geletzt hat: „Komme aus Katte. Zahle die höchsten Preise." Die wirklichen Lumpen und Abfälle, Dinge, die nur für die Weiterverarbeitungsindusttien als Material in Betracht kommen. Freilich, da es-sich hier um die Abfälle Moderner Volksheere bandelt, so würden alle betriebsamen Lumpenhändler des Berliner Ostens neidisch werden, wenn sie den .Lagerbestand" einer einzigen Armee sehen könnten. Die HauptbeuteMcke, die erobetten Geschütze, kommen nur zu einer kurzen Gasttolle, zum Zwecke der Ausnahme, in den Bente- park. Ich sah eine Anzahl der berühmten französischen 75-Milli- Meter-Feldgeschütze. deren Zustand erkennen ließ, daß die Franzosen unter dem grundlosen Letzmschlamm der Straßen um Verdun noch mehr leiden, als wir. Die sraarzösischen Geschütze stich bekanntlich in iututtsttscher Weise mit grellen Farben gestrichen, die unregelmäßig nebeneinandergellext werden, weil man die Erfahrung gemacht hat, daß sie dadurch im allgemeinen besser als durch jede einheitliche Schutzsarbe der Flregereinsicht entzogen find. Aber von den ulttamarinblauen und orangeroten Klexen sah man fast nichts, denn die Gesckmtze waren von oben bis unten Mit einer natürlichen Schutzschicht ans gelbem Verdirnschlamm überzogen. Ebenso sahen die Protzen aus, ebenso die beiden schweren Geschütze, welche ich einbttngen sah, als ich eben Weggehen wollte. Ich hatte mich genug umgesehen. Meine Augen und mein Kops waren müde, wie man nach der eingelwnden Bestchtigunq einer Galerie öder dem stundenlangen Verweilen ht einem Waren Hanse so abgespannt wird, daß Man die weitere Aufnahmefähigkeit verliert. Da sagten meine liebenswürdigen Führer zum Abschied: „Schade, wtt haben Ihnen heute nicht viel zeigen können. Was Sie da gesehen haben, das hat sich in ein paar sogenannten stillen Tagen zusammengeläppett. Aber nach einer großen Sache sollten Sie eiirMal hierher kommen, wenn tagelang ununterbrochen ein Eisenbahnzug nach dem anderen und eine Kolonne nach der anderen hier airrollt und ablädt, daß wtt alle Mühe habep, die Fülle zu bergen! Dann würden Sie einen Begriff bekommen, was unser Heer^bericht „unerschöpfliche Beute" nennt. Wirklich, unser heutiges La'ger ist ungewöhnlich klein!" Na, ich danke. Mtt genügte schon das „ungewöhnlich lleine Lageiff^. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Die englisch-französische Offensive in der Picardie. Großes HcrirpttMrrtttr, cmr 2. Juli 1916. Die seit langem angekündigte und zuletzt von den Franzosen sehr irn geduldig herbei gesehnte Offensive der Verbündeten hat gestern morgig um 1/28 Uhr begonnen. Der Feind hatte an großen Teilen der übrigen Front seit einigem Tagen Fenerüberfälle nnd mtderc Beunruhignngsnnter- ne'hmnngen veranstaltet m der Hoffnung, unsere Aufmerksamkeit von der von ihm zur Offensive ausgesuchten Frontgegend abz-chziehen. Diesen Mschnitt von Armentieres bis zur Somme belegte er eine volle Woche lang mit Trommelfeuer, das er ^mit zahtteichen Gasangriffsvers^rchen begleitete. Während die Engländer nirgerrds einen nennenswerten Erfolg hatten, mußten wir südlich gegen die französischen Angriffe beiderseits der Sonrme unsere Stellungen etwas zurücknehmen, da an einigen Sollen die völlig einge- trommelten vordersten Gräben nicht mehr zu halten waren. Der Angriff fand schon vor den zwischen der ersten und zweiten Äellung gebauten Riegelstellungen Halt. Innerhalb seines Raumgewinnes liegen die zerstörten Ortschaften Fricourt, Mametz, Herbecourt, Assevillers und la Boisselle. Die liebliche reiche Picardie dürfte in der nächsten Zeit wieder zmn Schauplätze heißer Mmpfe werden. Der Pta des Feirches war, wie er offen verkündet hatte, mit einem gewaltigen Anlauf ohne Aufenthalt ganz Frankreich von der deutschen Besetzung freizulegen und sich den Weg nach Belgien zu öffnen. An Vorbereitmrgen, Munitionsanhän- fung, Ansarnmlung von frischen Truppen hat man es auch diesmal nicht fehlen lassen Einstwerlen aber ha,t der gewaltige Anlauf nur einige zerschossene Schützengräben der vordersten Linie überrannt und hat dann vorerst schon vor den Zwischenstellungen stocken müssen. Die für solche Offensive in vieler Hinsicht entschLÄnrnc^polle erste Tag dürfte also den sehr hochgespannten Hoffnungen der Atltierten wenig entsprechen. W. Scheuermann, Kriegsbertchterstatter. Provinzial-Ausschutz der Provinz Oberhefien. Kz. Gießen, 1. Juli 1916. Ablösung der Steuersreiheit der freihcrrlick Riedesels chen Grund st ücke in den Gemarkunger Landen Hausen, Rixfeld, Reichlos und Schadges. Nach dem Beschluß des Provinzial-Ansschusses in seiner letzten öffentlichen Sitzung am 11. März l. Js. waren inzwischen die Ortsgrundbücher und Flnrkarten für die einzelnen Gemeinden als Beweismittel erhoben worden. Nach ihrer Durchsicht war aus heute die zweite öffenlliche Verhandlung in der genannten Sache anberaumt. Nachdem die Vertreter der Parteien ihre Anträge gestellt hatten, wurde bekanntgegeben, daß die Entscheidung des Pro- vinzial-Ausschusses in einer der nächsten Sitzungen verkündet werde. Vereinigung zur Förderung deutscher Wirrschaftsinteressen im Ausland. = Frankfurt a. M, 1. Juli 1916. Die zweite Hauptversammlung der Verentigung zur Förderung deutscher Wirtschaftsinteressen im Ausland, die heute im „Frankfurter Hof" tagte, erfreute, sich eines außerordentlich starketi Besuches aus allen Teilen des Reiches, namentlich hatte der rheinffch- wesffälische Jirdusttiebezirk eine große Anzahl von Verttttern zu der bedeutsamen .^tundgebung entsandt. In seiner Begrüßungsansprache wies der Präsident der Bereinigung, Kommerzienrat Lindgens- Köln aus die durch die deutschen Waffenerfolge gesichette Fott- entwicklnng des deutschen Wirtschaftslebens hin. Wenn die deut- scheit Wirtschaftsverbände nunmehr sich fester denn je zusammenschlössen, dann könne das Reich auch zuversichtlich dem drohenden Wirtschaftskriege der Erctentt entgegensetzen. Sodann sprach Universitätsprosessor Tr. Ja ft row-Bettin über „Tie handelsrolitische Zukunft Deutschlands". Entgegen den haßerftillt«t Beschlüssen der Pattser Wittschaftskonserenz müffe Deutschlands Zukuitftspolitik frei von Haß, aber auch frei von Liebe sein- sondern nationale Jittereffen vettreten und solche Ziele verfolgen, die in erster Linie nationalen Gepräges seien. Um das zu erreichen, müsse das deutsche Bol? in Zukunft mehr arbeiten und w e n i g e r g e n i e ßen. Ob das Ziel tatsächlich zu erringen sei, müsse mit einem entschiedenen Ja beantwortet werden, weil das Volk die Kraft dazu besitze. Zwar solle auch fernerhin Außenl>andcl getrieben werden, aber unter stärkster Betonung der nationalen Interessen. Nicht die Höhe der austze- fühtten Milliardewoerte sei entscheidend, fantan die absolute Güte der Waren. Eine verheißungsvolle Zukunft blühe dem deutschen Handel tu den Gebieten unserer Verbündeten, allerdings unter der Einschränkung, daß Oesterreich-Ungarit schon vorher seinen ganzen Handelsbedari in Deutschland deckte. Bei dem Fri^ensscA'uß müsse Deutschland die Meistbegünstigungsklausel durchsetzen und darnit die Normen der Pariser Beschlüsse durchkreuzen, dann aber unter allen Umständen alle zur See eingefühtten Waren mit hohen Zöllen belegen. Die Pariser Beschlüsse sind praktisch undurchführbar, da Deutschland sick Handelspolftische Voffchriften niemals vorschreiben läßt. Das geben auch bereits nüchtern denkende französische und italienische Bolkswittschaftler zu. Nach dem 5kriege luirb in allen Ländern ein solcher Heißhunger nach Rohstoffen eintteten, daß jeder, ob Freund ^ ober Feind, froh sein wird, nur etwas zu erhalten. Deutschland soll dank seiner miki- tättschen Uebcrlegenheit seine handelspolittschert Abstchten durchsetzen, aber ohne jeden Boykott gegen die Besiegten. Dagegen soll der Anstifter zum Boykott schadenettatzpflichtig gemacht werden. Diese Haftung darf aber nur zwischen den Reaiernn^n verembatt werden. Weitgehende Loyalität ohne Gefühlsduselei sei das Motiv künsttger Verhandlungen. Für die weitere Arbeit in Fttedens- zeiten sei zu fordern: eine bessere Organisätwn der Handttswelt, ein umfassender Nachttchtendienst für das Ausland, wobei besonders dem Jnseratenwesen größere Aufmerksamkeit als bisher m schenken ist, und eine hohe, handelswiffenschaftliche Ausbildum, des kauffnännischen Nachwuchses. Mit einem warmen Appell, daß das Volk in Zubufft mehr arbeiten und weniger genießen möge, schloß der Rediter unter stürmischem Beifall. In der Ausisprache äußerten sich alle Redner zuftnumend zu den Ausführungen Pros. Jasttvws. ^)tach einem Dankes- und Schlußwott von Fabrikbesitzer Kün nes-KÄn wurde einstimmiq folgeitde Entschließung angenommen. „Die aus alleir Gegenden Deutschlands stark besuchte BersaMtm- lung der Vereinigung zur Förderung deutscher Wittschaftsinteresten im Ausland sieht ht dieser Vereinigung eine für Deutschlands Wttt- schastslebeit geradezu iwtwendige Gründung und die beste Gewähr zur Erreichung des Zieles, im Auslande die deutschen Wtttschafts- interesseit aller Kreise energisch zu fördern und den Einfluß und das Ansehen Deutschlands zu hebeit. Die Versammlung erhofft, daß es gelingen werde, alle Kräfte, die dieses gleiche Ziel erstreben, zusantmerrzufassen auf dem Boden dieser Bereinigung zu gemeinsamer Arbeit, wie sie zuversichtlich auch auf die Unterstützung dieser vaterländischen Besttebungen durch die Parlamente und die Regierung fest verttaut." Meteorologische veodachtungen der Station Eietzen. Juli 1916 £ V §f Ü s c u 3 « a 3 L« w 3^35 »O ? U *£, if K L do BS NS *0 x> C § Ist ^‘Z e Hi I COüQ 8^-s “ CS- Wetter 3. 2" 1 22,9 13.5 65 10 Regen 3. 9» - ! 17.8 14,3 94 — 10 4. 7" ““ 16,7 11,6 82 10 Bed. Himmel > "1 I I I l Höchste Temperatur am 2. bis 3. Juli 1916: -ff 23,7* c. • Niedrigste „ , 2. . 3. , 1916: + 13,0*0. Niederschlag 6,7 mm. Müller'sche Badeanstalt. Wass crrv ärme der Lahn am 4. Juli 16° R.