D. M Der Gietzerrrr Itnynfa wfcbmnr (t«bct Sähuqc:^ — ^xrTlfi-crm: ni«rTnti! irikb niHrcnJjiänei; grocn'-iiM icOctyml.KniSi büMsürden Kreis <üjci) tu (Dien« ny iimb #yretiaü, oicrtel- jäf)i*(. 93if. 2.65; burct; Ab hole- il Zweigslesteu monatl. 80 Pi.; durch dieVost Mk.2.15 viertel« lährl. ausschl. Bestecks. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf. — Hlttrpt« jchri'lleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politifchcul Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz^ für Stadl und Land, Vermischtes und Gerichtssaal : Fr. R. Zen;; RolotjonLKro« -ui- vertag der Vrühl'schen Unio.-vuch- und Steindruckerei R. Lange. Lchristleitung. S«schäst;-tcl!c und vruckerei: Schutstr. " ö. Beck, jämtltd) tu Gießen Stark französische Angriffe bei Aeury gescheitert. Eine programmrede Stürmers. (WTB.) Großes Hauptouartier. 27. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Zwischen A n c r e und S o mine bis in die Nacht hinein starke, beiderseitige Artillerictätigkeit. feindliche Hand- granatcnangrifft westlich von Poziörcs wurden obgewiesen. Südlich der Somme ist ein f r L n z ö s i s ch e r Angriff nordöstlich von Barleur gescheitert. Diese Nacht wurden in Gegend Kalte .Hohe—Fleurn mchreee starke französische Angriffe abgeschlagen. An einigen Stellen dauern die Kämpfe noch an. ‘ Starke englische Erkundungsabteilungcn wurden an der front südwestlich von W a r n e t o n , Patrouillen bei Ricke- bourg abgewiesen. Ein französischer Handstreich nördlich von Vienne-le-Chateau (Westargonnen) ist mißlungen. Unsere Patrouillen haben bei Ville-aux-Bois und nordöstlich von Pruum) in der französischen Stellung rund fünfzig Gefangene gemacht. * Im Luftkampf wurde ein französischer Doppeldecker bei Beine (östlich von Reims) abgeschossen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Gestern abend stürmten die Russen vergebens gegen unsere Stellungen an der Lchtschara, nordwestlich von Ljacho- witschi. an. Auch westlich von Beresteczko wurden sie blutig zurückgewiesen. Sonst sind, abgeschen von einem für die Gegner verlustreichen Vorpostengefecht an der Komaika. südlich von Wwtz, keine Ereignisse zu berichten. Valkan-Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. Das rumänische Regierungsorgan dementiert die Gerüchte, wonach Rumänien demnächst in den Krieg gegen die Mittelmächte eintreten sollte. Vorher scheint, schweizerisc^n Nachrichten zufolge, auch der römische Ministerrat zu der besseren Erkenntnis gekommen zu sein, daß es verfrüht erscheint, Deutschland den Krieg zu erklären. Die Lage sei noch nicht reif. Das sind böse Nachrichten für die Veranstalter der „Generaloffensive". Nicht einmal diese Früchte ihrer mächtigen Anstrengungen sollen sic ernten, und wenn die völlige Fruchtlosigkeit ihrer Angriffe noch eine Zeitlang an- dauerr, wächst höchstens der Mißkredit ihrer Waffen. Und Rumänien wird vielleicht, da es nun einmal gesonnen scheint, sich auf die Seite des Siegers zu schlagen, den Diplomaten der Entente dietricht wieder ganz und gar den Rücken zukehren. Es macht sich überall eine zunehmende Ueberzcu- gung gellend, daß die Entscheidung in diesem Weltkrieg sich auf dem westlichen Kriegsschauplätze vollziehen müsse. Wenn auch maßgebende Kreise in Rumänien sich dieser Ansicht an- schließen, so bekennen sie damit, daß die Zentralmächte noch immer unverändert das Gebot des Handelns vorschreiben Der „Temps" wundert sich, woher die deutschen Verstärkungen an unserer Westfront kämen, und die Enttäuschung bei den feindlichen Verbündeten macht sich gellend. L^nn die Russen sehen, daß die neu aufgebaute Dampfwalze im WMen Deutschlands stecken bleibt, sind sie vielleicht bald ge- Eigt, ihren Freunden vorzuhalten, daß diese dem General Brnssrlow die schönsten Erfolge verdorben hätten. Heute verkündet zwar noch der neue Leiter der russischen auswärtigen Politik, Ministerpräsident Stürmer, mit lauter Stimme, daß Rußland den Krieg fortzusetzen gewillt sei bis zum End- siege^aber der Klang seiner Worte hat van dem alten Dünkel und Größenwahn sinn der Nrkolajewitsch und Sasonow offenbar viel verloren. Stürmer hat sich trotz seiner Drohung gegen Deutschland und seines Willens zum Durch hatten eine bemerkenswerte Zurückhaltung auferlegt. Nicht einmal über die slawische Frage hat er sich geäußert. Dagegen hat er de». Satz ausgesprochen: „Etz ist jetzt nicht der Zeitpunkt zum Sprechen, sondern zum Handeln." Stürmer scheint sich dessen bewußt zu sein daß der Ausgang des Krieges höchst abhängig ist von dem guten Willen nicht nur, sondern auch von der übrig gebliebenen Kraft der jetzigen Freunde Rußlands. Der Schluß seiner Erklärung, die unter den nachstehenden Nachrichten von uns wiedergegeben wird, ist mystrsch und rätselvoll. Er hat in dein frostigen Geschichts- buch des heiligen Rußland zurückgeblättert und eine phrasen- hafte Tradition sich zum Leitmotiv gemacht. Stürmer scheint aus gewisse mystische Liebhabereien des Zaren näher cingehen zu wollen und die Art, wie er in den Abschiedsbecher Saso- nows einige bittere Dropsen ans dem verstaubten Flästtuhcn des Zaren Alexis fallen läßt, ist uns rabt interessant. „Er hat weder uns noch Rußland einen Dienst erwiesen und stets werden Ruhm und Ehre, die von Gott kommeii, ihm fehlen. Er wird an Stelle von Ruhm Vorwürfe ernten." Es ist etwas dunkel, warum im Hinblick auf den erstrebten Endsieg ge- rade ein so nichtsnutziger Botschafter der Oeffentlichkeit vor- geftchrt wird, aber so viel ist gewiß, daß der kranke Sasonow daran nicht gründet, sondern das Blatt mit Stürmers Erklärung, sobald er diese gelesen hat, wütend ins Feuer werfen wird. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 27. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 27. Juli 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Westlich von Beresteczko wurde ein russischer Nachtaugriff abgeschlagen. Wiederholte heftige Angriffe, die der Feind gestern nachmittag zwischen Radziwillow und dem Styr führte, brachen unter schweren Verlusten zusammen. Beiderseits der Straße von Leczniew setzten die Russen ihre Anstrengungen auch in der Nacht fort: sie wurden nach erbittertem Kampfe zurückgeworfen und ließen tausend Gefangene in unseren Händen. Nördlich des Prislop-Sattels haben unsere Truppen die Vorrückung aufgenonnnen. den Ezoorny Czeremo'z überschritten und mit Teilen die jenseitigen Höhen gewonnen, auf denen Gegenangriffe abgewiesen wurden. Italienischer Kriegsschauplatz. Während im Kampfgebiet südlich des Val Sugana die Ruhr gestern anhielt, wurde bei Panneveggio wieder heftig gekämpft. Von 7 Uhr vormittags an standen die Stelttmgen unserer Truppen auf den Höhen südwestlich des Ortes unter äußerst heftigem und schwerem Geschützfeucr, mittags folgte gegen diesen Abschnitt ein starker italienischer Angriff, der bis 2 Uhr nachmittags unter schweren Verlusten des Feindes restlos abgewiesen wurde. Hierauf setzte das starke Geschützfeuer neuerdings ein. Um 6 Uhr nachmittags ging der Feind mit ftischen Truppen ab-rmals zum Angriff vor. Im erbitterten Nahkampfe wurde er wieder vollständig zurückgewo rfen , ein nochmaliger Vorstoß um 11 Uhr imchmittags scheiterte alcichfalls. Unsere braven Truppen behielten alle Stellungen in Besitz. Auf den Höhen nördlich des Ortes war tagsüber ArtU- leriekmnpf im Gange. An der Kärntner- und Jstmzo-Front stettenweist lebhaftere Gefechtstätigkcit. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalsttrds v. Höfer, Fetdmursch attnttnmtt. Die englischen Verluste. Hamburg, 27. Juli. (WTB.) Das „Hamburger Fremdenblatt" meldet aus dem Haag. Wiederholt sind kürzlick gm unterrichtete Reisende aus Frankreich z-uriuLEM, die einwandfrei ^ststttlen konnten, daß die Engländer van Beginn ihrer großen Ofstnswe bis Mitte Juli zwischen 7 0- und 80 0 00 Verwundete aus Frankreich abttans portiert haben, auch sei die sehr große Zahl nicktttanÄwrssähiger Sehwerverimrndeter ausKlig, die teils in schllvl- irigst ausaeschlagenen Lazaretten in Frankreich mErfkig untergebracht feien. In gut unterrichtete« ständischen Kreisen schätze nran die Verluste der Engländer au Toten und Berunrndeteu in ben wsnigeu Tagen bis Mitte IoLi ans weit über HX>000 seitdem habe der Trubveuaufwand nicht nur nicht umtzgekissen, sondern es werden allmählich noch umfangreichere Kräfte emgesttzt^. io daß die Derlnstzahl im Verhälttns zu der zunebmenden Schwere der .Kämpfe mindestens 150 000 bis 170 000 erreicht habeu müsse. UeberaN hört nuni, daß che Begeisterung der Mannschaften in der letzten Zett völlig nachgelassen hat, «chl es der englifchini Heeres- lettimg trotz größter Anstrengung nicht gettrngen sei, den unbedeutenden Gelände gewinn von 4 bis 5 Kilometer als einen Erfolg > hinzu stellen, der den rückfichkslostn ungeheuren Opfern an Soldaten auch nur einigermaßen entspricht. I Deutschlands Mannschaftsersatz. ^t e r 1* n 1 2?' Gegenüber den Behouotungen un- o^mbe, daß Deutschlands Menschenzahl und Mann- ?wattser;atz nicht ausreichend sein werden, um dauernd die Zucken auszufüllen, die cher furchtbare Kampf an drei oder ÜIff r ru n narchen imb des ZknevUinbeß mdtt zu wahren gewußt hatte: „Er hat Eder uns twq musst and einen treust erwiesen und stets werden Rulmi und Eh^, du von Gott kommen, ihm fehlen. Er wird an Stelle von Ruhm Vorwurfe ernten." Diese weisen Worte decken sich seit langcni mit meinen Astsfassungen der auswärtigeii Probleme Kopcnhosell 37. Suli. sWTB. Nichtamtlich.) ,*r, hnggfe . Tidende meldet aus Petersburg: Ministerpräsident Sturmer hat einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, wonach die Verschickung als Strafe für politische oder konfessionelle Vergehen, sowie für Bettler und Land-. strercherabgeschaft wird. Die rumänische Politik. . ^garest, (WTB.) Tie ..Jrch«pendance Rv„.^ mmne schreibt: L.votz des umsasserrd^n Dementis, das wir gestem gegen alle Erfindungen, bettefsend gefaßte Beschlüsse Besprechungen und ausgetaufchte Unterzeichnungen, gegeben haben, wird dav Gerede svrt^setzt. Die anr^führven angeblichen Ereia-' wsse svrd ine PhaMasieu erner EintnldungsLait, vor der wir gestemi öffentlich M«rnt haben. Es ist vorauszusehen, daß nichts das Umlmiscn falscher Gerüchte hindern wird. Wir können somit nichts anderes tun, als nochmals festzustellen, daß die angeb-. dchen Jnsormattonen seder Grundlage entbehren Das Regierungsblatt wendet sich mit dieser Richtigstellung geg^n die rn ^ verbandstreundlichme Blättern erschienen«: Mit-- teünngeT? über den baldigen Eirrtrttt Rumäniens in den Krieg und Ä»er den unuüttelbar bevorstehenden Abschluß eines AI>- konrmens Rmnänreus mit den Verbandsmächten. Die Wahlen in Griechenland. A m fbe r d a m , 27. Juli. (WTB.) Die „Times" erfährt ans Atche-n: Die Regierung hat beschlossen, die Wahlen am letzten Sonntag des September äbzichalten. Das Parlament geht Ende Mgitst in Ferien und wird für Mitte November wieder unberufen. Die Demobilrfieruna ist so gut wie beendet, der Eisenbahnverkehr wieder normal^ Knierhuchut-g ocr englischen Mißerfolge. Rotterdam, 27. Juli. (WTB. Mchtamtlrch.) Der ,,Nieuwe Rotterd amsche Couranll' meldet aus London: Die Lords Cr omer und Hamilton übernahmen den Vorsitz in den Koimnissionen zur Untersuchung des Dardanellen- .seldzuges und des Feldzuges in Mesopotamien. Englische -lbleugnung. London, 27. Juli. (WTB.) Amtlich wird mitgeteilt: Eine Depesche, die aus Amsterdam längetroffen ist, behauptet, ein deutsches Unterseeboot habe am 20. Juli in der Höhe der OrArey-Juseln eilten Torpedsangriff aus ein englriches Gro ßka mpfs ck i ff gemacht und zwei Treffer erzielt^ Die britische Admiralität erklärt demgegenüber, daß die roumarn Tatsachen die folgenden waren: Ein kleiner Hilfskreuzer wurde am genanMen Tage in der Höhe von Nordschottlanü von einem feindlichen Unterseeboot angegriffen, aber nicht getroffen. Die schwarze Liste Englands. Amsterdam, 27. Juli. (WTB.) . Der „Times" wird aus Washington berichtet, daß das Kabinett über die <>rage der schwarzen Liste beraten habe. Unmittelbar daraus hatte der britische Botschafter eine lange Unterredung mit dem Unter- staatssekretär des Staatsdepartements Polk. Er versprach, daß im britischen Parlament zur Aufklärimg des Mißverständnisses, das bezüglich der schwarzen Liste herrsch:, eine Erklärung abgegeben würde. Das Handelsverbot beziehe sich nur auf die Firmen, dre den größten Teil ihres Gewinnes dem Handel mit dem Feinde verdanken und ihren Kredit zu seiner Verfügung stellen. Die Not der holländischen Fischer. - London, 27.Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau erklärt, daß nicht beabsichtigt werde, die ganze holländische Fischerflotte stilliegen zu lassen. Es werde auch keine Einschränkung der Fischzufuhr für den Verbrauch Hollands beabsichtigt. 'Verhandlungen mit den Vertretern, der holländischen Fischereireeder '.seien im Gange. Bisher sei zwar noch kein Abkommen.zu pa nde ge kommen, man hoffe aber, daß man bald eine Lösung finden werde. Die Unterbringung von Kriegsgefangenen in Dänemark. Kopenhagen 27. Juli (WTB.) Nach einer Meldung der „Berlingske Tidende" geht der früher erwähnte Plan der Unterbringung von kriegsuntauglichen Gefangenen in Dänemark nun der VerwirUichung entgegen. Die Angelegenheit, die jetzt _ in den (Händen des dänischen. Roten Kreuzes liegt, ist unter Aufsicht der ! Regierung soweit vorbereitet, daß in nächster Zeit entsprechende Anfragen an die Regierung der kriegführenden Länder gerichtet werden können. Es wird beabsichtigt, vorläufig insgesamt 2000 HriegsgeÄrngone und 4OO Offiziere in Dänemark aufzunehmen., me gleichmäßig auf beide wkächtegruppen verteilt werden. Für i)ie Soldaten werden zwei Barackenlager ^ errichtet, eines auf Seeland, das andere auf Jütland. Die Offiziere erhalten gegen Ehrenwort völlige Freiheit. Zur Aufbringung der erforderlicl)eu Mittel soll das dänische Volk aufgerufen werden. Es wird jedoch mrf die Beihilfe der fremden Regierungen gerechnet. Englische Titelentzrehmrg. London, 27. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Im U n*t e rhau s e teilte heute A s g ui t h , c veranlaßt durch die dringend geäußerten Wünsche des Hauses, mit, -daß die Regierung dem König raten werde, die notwendigen Schritte Au unternehmen, um den 5) erzog von Cnmberland, den! D erzog von Allban y und den Prinzen von Schleswig-Holstein aller britischen Titel und Orden zu entkleiden^ Englisch-amerikanische Auseinandersetzungen über die „Deutschland". New Dort, 27. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Fmckspcuch fcon dem Vertreter des WTB. Der internationale Nachrichtendienst meü>et aus Waflnngton: England hat wissen lassen, daß es die amerikanische Regierung für etwaige Verluste vermut wo r t l ich machen null, die seinem Handel durch das Unter- -see-Handelsschiff ^Deutschland" verursacht werden sollten. An amt Lichen Stellen wrrd bestätigt, daß die amerikanische Regierung sdie Verantwortung übernimmt. Tie Regierungskrerse sehen in j der Haltung Engllmds einen Versuch, in der Frage der „Deutschland" eine ernste Probe zu machen. Es Wurde festgestellt, daß -England weiterhin dabei beharrt, erstens, dich die „Deutschland Btzvem Wesen nach ein Kriegsschiff sei und Geschütze gegen deü oritrschen Handel zu verwenden imstande sei, zweitens, daß Amerika bestimmen solle, daß der „Deutschland" nicht erlaubt werde, die Dreimeilenzone unter Wasser zu passieren. In diesen Hauptfragen ist bekanntlich die Ansicht der Vereinigten Staaten der der Alliierten entgegengesetzt. Man nimmt an, daß vor!der (Aussalwt der „Deutschland^ den Alliierten mitgeteilt wird, daß Amerika sich nicht für (berechtigt hält, sich darein einzumischen, wie die „Deutschland 'die Dreimeilen grenze passiert. Das Staatsdepartement erwartet, daß sich die Frage erheben wird, ob es zulässig sei, daß Kriegs- schjjffe der Alliierten sich versammeln, um die „Deutschland" ab zufangen Das Marinedepartenrent bestätigte die Aeußerungen die Umstände könnten eine Vermehrung der Seestreitkräfte zur Bewachung der T reim eilengrenze verlangen, um der „Deutschland das fair play zu geben. * * * Der türkische Bericht. Konstantinopel, 27. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptguartier berichtet: Einer unserer Flieger überflog am 24. Juli Tencdos und scheuderte mit Erfolg Bomben auf feindliche Schiffe und Prähme, bie in der Bucht erschienen waren. Am Morgen des 24. Juli landete der Feind unter dem Schutze einiger Fahrzeugs mehr als 100 Banditen auf dem Nordufer des Tuzladere, westlich Aivadfik. Bei dem Zusammenstoß zwischen unseren Truppen und den Banditen verloren diese Tote und Verwundete und flüchteten! dann auf die Schiffe. Inzwischen griffen, zwei unserer Flieger die feindlichen Schiffe irrtb Prähme mit Bomben und Maschinengewehr feuer an nnd verursachten dem Feinde Verluste. An der ägyptischen F r o n t in der Nähe von Katia Patrouillenscharmützel. Ein Flugzeug, das der Feind vor Ghaza von einem Mutterschiff aufsteigen ließ, 'njurbe durch unser Artilleriefeuer und darauf durch einen unserer Flieger verjagt, der gleichzeitig die feindlichen Schiffe und die sie begleitenden -Torpedoi boote angrfff und sie zur Flucht in nördlicher Richtung zwang. Von den anderen Fronten liegt keine Nachricht von Bedeutung .vor. Landskrona, 27. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Vier deutsche Torpedoboote haben heute vormittag in den iuternatwinalen Gewässern vor' Lands krona zwei dampfer beschlagnahmt. englische Last- Au§ Seiche. Ein Telcgrammwechsel zwischen dem Kaiser und dem König von Bayern. München, 27. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) denz Hoffmann meldet amtlich: Anläßlich Der Seekrieg. Ein Seegefecht an der schottischen Küste? Amsterdam, 27. Juli (WTB. Nichtamtlich.) „Handels JbLab" wird aus AmUidlm über ein Seegefecht an der schottischen Küste gemeldet: Das Gefecht spielte sich zwischen ptehreren U-Booten — es steht nicht fest, wie vielen — und den Pattouillenschiffen „Nellh", „Hutton". Onward" und „Eca" ab. Das erste Schiff wurde in Grund gebohrt, wobei drei Mann ge tötet wurden, die übrigen elf Mann wurden von dem Heringsl- logger Toggerbank" aus Scheveningen ausgenommen und in einem schottiickien Hafen gelandet. Von den beiden anderen Schiffen mit je 14 Mann Besatzung habe man nichts mehr gehört. Man vermut^, daß sie mit Mann und ALaus gesunken sind. Von den elf Geretteten sind später drei ihren Wunden erlegen. * M a a s l u i s , 27. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Ange kommene Fischersahrzeuge melden, daß sie fünf Meilen nord westlich des Maasleuchtschrffes einem englischen Ge schwader begegnet seien, das aus drei Schlachtschiffen, sieben Torpedobooten, zwei U-Booten und zwei Wasserffug zeugen bestand. des Die Korresvon- Besuches Seiner 1 Lande und meine Zuversicht, daß Deine^von tteffllckem Gerste durchdrungene Marine den in der letzten Erfolgen neue Siege über unsere Feinde Majestät des Koni g s bei der deutschen Kriegsflotte in Wilhelmshaven fand zwischen dem König und dem Kaiser folgender Cetera mm Wechsel statt: „Seine Majestät dem Kaiser, Großes Hauptquartier. Derrrer liebenswürdigen Einladung, für die ich nochmals herzlich danke folgend, habe ich die letzten Tage bei der Flotte zugebvacht. xie Eindrücke, die ich hier gewonnen, befestigen mern Vertrauen irt die unüberwindliche Stärke der deutschen Waffen zu.Watzer und anreihen wird. Ludwig." „Seine Majestät dem König von Bayern? Herzlichen Dank ür Dein Telegramm aus Wilhelmshaven. Ich freue mich aufrichtig darüber, daß Du die Flotte besuchst und dort fo gute Eindrücke gewonnen hast. Mt Dir vertraue ich darauf, lotte auch weiter ihren Mann stehen wird. Wilhelm. Noch ein Ausschuß zur Erörterung der Kriegsziele. Der „Fränkische Kurier" teilt mit, daß ihm durch Zufall olgendes Schreiben aus München zu Gesicht gekommen ser: Euer Hochwohlgeboren? Am Sonntag, den 30. Juli, Beginn vormittags 10 Uhr, findet in München eine vertrauliche Besprechung führender Männer Süddentschlands über „die politische Lage" statt. Die Teilnahme kann nur aus Grund einer uuf die Perfol ausgestellten Ausweiskarte erfolgen. Da nur eine begrenzte Zahl von Karten ausgegeben werden kann, ist so- ortiae Anmeldung, soweit noch nicht geschehen, unter Angabe der für die Tage vom 26. bis 28. Juli geltenden )ostsicheren Adresse bei dem Unterzeichneten notwendig. — Die Ausweiskarten werden unter Bekanntgabe des Be- prechungsortes 2—3 Tage vor der Zusammenkunft an die angemeldete, für den 26. bis 28. Juli gültige poststchere Adresse gesandt. Mit vorzüglicher Hochachtung A.: Der Ausschuß der „Richtlinien für Wege zum dauernden Friedet. Hofrat Prof. Dr. Kraepelin, München, Goethestraße 55. Dem Schreiben ist folgende Mitteilung angefügt: Die Teilnehmer werden Gelegenheit haben, am 29. Juk einer öffentlichen Versammlung beizuwoh'neu, in der u. a. Gras Revcntl ow-Berlin sprechen wird. — Weiter ist geplant ein Vortragsabend für den 3. August mit Herrn D. theol. Traub, Dortmund, als Redner. Berlin, 27. Juli. (WTB.) In der heutigen Bun desratssitzung gelangten zur Annahme: der Eirtwurs einer Bekanntmachung über den Absatz der Brennesseln, der Entwurf einer Bekanntmachung wegen Aenderuug der Bekanntmachung über die Sicherung der Ackerbestellung vom 31 .März 1915, die Aenderuug der Bekanntmachung vom 29. Juli 1945 über die Arlasfimg von M o - tvrbooten zum Verkehr, der Entwurf einer Bekannt machung über die Regelung des Verkehws mit Säcken und die Aenderuug des Mi"litär tarifs für Eisenbahnen. .Berlin, 27. Juli. (WTB.) Auf Anordnung des Obev kommandos wurden die gesamten Geschäftsräume der Firma Gustav Cords, Berlin, Leipziger Straße 38/35, wegen übermäßiger Preisfftieigerum g einstweilen ge . chk offen, bis die Firma der Anordnung des Oberkommandos gemäß ihre Verkaufspreise entsprechend den gesetzlichen Bmschrrften über die Verkaufspreise der Web-, Wrrk- und Strickwaren richtig steM. -Berlin, 27. Juli. (WTB.) Das Kriegsernä- rungsamt veröffentlicht im „Reichsanzeiger" eine Bk kanntmachurrg, wonach die Bewirtschaftung der Hülsen 'rüch te nach Maßgabe der früher erlassenen Verordnungen einer unter dem Namen „R e i ch s h ü l s e n f r u ch t st e l l e" zu bildenden Abteilung der Zentral-Einkaufsgesellschaft übertragen wird. Das gleiche geschieht auch rnit der Bewirt- 'chaftung von Buchweizen und Hirse. An- ttttö Land. Gießen, 28. Juli er sonalnach richten. Der 1916. Amtliche Personalnachrichten. Der Groß Herzog hat am 26. Juli ds. Js. den technischen Assistenten bei dem bantechnischen Bureau der Ministerialabteilung für Bauwesen Regierungsbaumeister Karl Spa wer zu Tarnrstadt, auf, sein Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit unter Anerkennung seiner treuen Dienste vom 1. August dsi Js. an in den Ruhestand versetzt ** Kartoffel-Verbrauchsregelung. Wie wir erfahren, werden Kartoffelmarken zum Bezüge von Frülffcrrtoffeln für die Einwohirer der Stadt Gießen ein geführt. Die Ausgabe der Marken erfolgt Montag, den 81. Juli, in den Brotmarkenbezirken in der für die Aus gäbe der sonstigen Lebensmittelmarken vorgeschriebenen Weise. Im Anschluß hieran sei bemerkt, daß die bereits von verschiedenen Seiten gebrachte Notiz, daß die Ver ordnung des 'hessischen Ministeriums vmn 14. Juli über die Kartoffelhöchstpreise nicht zu Recht bestehe, inzwischen durch Aufhebung dieser Verordnung ihre Bestätigung erfahren hat. Der Erzeugerpreis beträgt demnach auf Grund der Bekanntmachung des Reichskanzlers von: 2. März 1916 20 Mk. für den Doppelzentner. Mn Kleinverkaufs preis von I I 1/2 Pfg. für das Pfund erscheint daher angerrressen. ** Verkaufs stun d e n für Metzgerläden. Wir verweisen auf die heutige Bekanntmachung des Öberbürger- nteisters, durch die für die Metzgerläden bestimmte Verkanfs- stunden, nämlich Montags, Mittwochs, Donnerstags und Samstags, vormittags von 8 bis II Uhr, und Samstags nachmittags von 3 bis 5 Uhr vorgeschrieben tverden. Zn den festgesetzten Zeiten muß der Verkauf erfolgen, bis das von der Stadt überwiesene Fleisch ansverkauft ist; dies ist durch Aushau^ eines Schildes ersichtlich zu machen. Zu anderen Zeiten ist ein Verkauf lunsöatthafit. Es ist dantit einem Wunsche weiterer Kveise der Bevölkerung, in denen der Umstand, daß bevorzugte Kunden im Hans gang nrancher Metzgergeschäfte Fleisch erhielten, während das Ladengeschäft geschlossen war, Mißstimmung erregte, Rechmrng getragen. Trotzdem wiederholt daraus hingewiesen worden ist, daß es unzulässig ist, Fleischmarken, die erst in der folg ei: den Woche Gültigkeit haben, in Enrpsang genommen' werden, geschieht dies doch in vielen Fällen. Gerade in der jetzigen Zeit, wo damit zu rechnen ist, daß öfters der Nennwert einzelner Marken durch besondere Bekanntmachung erhöht wird,, s chä d ig t sich das Publikum selbst, wenn es die Marken vor dieser Bekanntmachung abgibt; denn es ist dann nicht mehr in der Lage, die Erhöhung des Nennwerts der Marken auszunutzen. Daneben aber wird eine Kontrolle der Metzger, daß sie das von der Stadt ihnen zugereilte Fleisch auch wirklich dem Publikum zuführen, erschwert. Zur Wstellung dieser Mißstände dürsre K 4 der neuen Bekanntmachung wesentlich beitragen, da danach der Oberbürgermeister jederzeit — auch innerbalb der laufenden Woche — die sofortige Ablieferung der vereinnahmten Marken und den Nachweis der noch vorhandenen Fleischvorräte verlangen kann. Es sei noch ausdrücklich daraus hingewiesen, daß nach wte vor für die Persoic und Woche nur'300 Gramm Fleisch verabfolgt werden 'dürfen. Soiveit in einer der nächsten Wochen größere Mengen als 300 Gramm für die Person nnd Woche zur Ver- ugung stehen, wird jeweils für die betreffende Woche die Erhöhung des Nennwerts einzelner Marken durch besondere Bekanntmachung angeordnet. Die Fleisch- versorgnng der Stadt hat sich gegen früher gebessert. Eine weitere Besserung ist zu eMarten, wenn für den er- eblichen Fleischbedars der Kliniken besondere Viehüber- weisnngen erfolgen, wie dies bereits in die Wege geleitet ist. ** städtischer Seefisch markt. Samstag, den den 29. Juli, vornrittags 8 Uhr beginnt in den Marktlanben. der Verkauf von besten, frischsten Seefischen (Scheltftsch, Cabliau, Schollen, Portionsfisch nsw.) #u Selbstkosten der Stadt. ** Eine einmalige Mehlverteilung findet Samstag, den 29. Juli, stcrtt. Die Verteilung erfolgt bezirksweise. Die Ausgabestellen sind im Anzeigenteile un- eres l-eutigen Blattes bekanntgegeben. Bezugsberechtigte mit dem Zunamen A—K erhalten ihren Anteil vornrittngs und L—Z nachnrittags. Es entfällt mrf den Kopf der Bevölkerung 1 /, Pfund Weizenmehl 0. Der Preis für ein halbes Pfirnd Weizenmehl beträgt 13 Pfg. Der Betrug ist abgezählt mitzubringen." ** Die Auszahlung der Familienunter- ( tützNngen findet vom 3. Juli bis 7. August statt. Näheres iehe Anzeige. ** Gießcner Hausfrauen-Verein. Mit Bezug auf den gestrigen Bericht über die Stadtverordnetenschnng teilt uns Frau ^Oberstleutnant Naünronn mit, daß nicht sie, sondern; Frau Rechtsanwalt Leun Vorsitzende des Hausfrauen-Vereins fft. Frau Naumann hatte im September vorigen Jahres als Bvr- itzende des Allg. Deutschen Frauenvereins (Ortsgruppe Gießen', die Gründung des Hausfrauenvereins Vevanloßt, aber schon am Gründungs abend hat Frau Leun den Vorsitz übernommen. — Frau Oberstleutnant Naumann ist von der Stadtverordnetenversammlung in die Kommission zur Beratung einer^ Obst- und Früchtetrockenanlagc gewählt worden, weil ffe im vorigen Jahre die Anregamg zur Benutzung der Trockenanlage des Volksbades als Darre gegeben hatte. ** Der neue P 0 st - und Telegrapben-Tarif. In der Tabelle in unserer gestrigen Nummer hat sich ein Druckfehler eingeschlichen. Es muß heißen : Das Porto für O r t s b r i e f e bis 250 ar beträgt 7'/, Pfg. '* Theigell 0 . Wie uns das Chemische Untersuchungsamt ür die Provinz Oberhessen mit Bezug aus die Warnung in der vor. Nr. des Gieß. Anz. mitteilt, hat wohl eine Untersuchung, nicht aber eine „B e g u t a ch t u n g" des Salatölersatzes bTheigello" beim Untersuchung^ainte stattgefunden. ** Das! heutige Kreis'blatt enkhalt eine Berockmnng über Buchweizen und Hirse, über vorläufige Maßnahmen zur Regelung des Verkehrs mit Gemüse und Obst,^ über Brotgetreide und Mehl aus der Ernte 1916, über Selbstversorger, über die Höchstpreise von Frühkartoffeln, die Behandlung der Kartoffeln und den HandÄ mit Heu. Landkreis Gießen. ga. G r ü n b c r g , 28. Juli. Wehrmann Martin H e u ß n e r uit Fcld-Art.-Regt. 205 wurde am 21. IM mit der Hessischen Tapserkeitsmedaille ansgezeishnct. Otto Schön hals im Inf- Regt. 20 wurde zum etats-mästigen Gefreiten befördert. -H-. Heuchelheim, 28. Juli. Der Landwehrmann L. H a i n e r, sowie der Musketier Otto P f a f f, Schulverwatter, die als vermißt gemeldet waren, benachrichtigten ihre hier lebenden Angehörigen, daß sie in russische Gefangenschaft geraten seren. ' e. L a n g d, 26. Juli. Die Volksspende für die deutschen Kriegs- und Zivilgesangenen ergab in unserer kleinen Gemeinde den Betrag von 306 Mk., außerdein wurde noch eine große Anzahl Erinnerungs-Postkarten verkauft. Lu md a , 28. Juli. Musketier Wilhelm Henkel starb fürs Vaterland. Er stand im Jiü.-Regt. 168. tt. Treis a. d. L., 28. Juli. Ten Heldentod fürs Vaterland starb als 22. aus unserer Gem'einde der Landsturmrekrut Wilhelm Berghöfer von hier. Er stand beim Jnf.-Regt. Nr. 186 und fiel aus Vorposten durch einen Granatsplitter. Er hinterläßt eine Witwe mit einem Kind. — Die Haus'sammlung für die Kriegsgefangenen, die durch erwachsene Töchter imserer Gemeinde erhoben worden ist, hat den Betrag von 338 Mark ergeben. — Dieser Tage hielt die Haushallungslehrerin Frl. Mutschler- Gießen in Benuers Saal einen lehrreichen Vortrag über Einmachen Trocknen und Aufbewa'hren von Gemüse und Obst, der zahlreich von Frauen nnd Mädchen besucht war. 8L. W e i t e r s h a i n , 28. Juli. Dem Wachtmeister Karl Röcker, Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen; er steht seit Beginn des Krieges im Felde im Drag.-Regt. Nr. 24. Kreis Büdingen. = Büdingen, 27. Juli. Trotz der überreichen Heuernte und der vorzüglichen Weideverhültnisse geht im Kreise die B u t t e r- erzeugung immer mehr zurück. Infolgedessen twdnete das Kreisanit eine abermalige Herabsetzung der an Lxrusbaltungen von Händlern, Molkereien und Landwirten zu verabfvlgendeu Butlermenge von 125 Gramm aus 62,5 Gramm pro Kops und Woche an. Tie wöchentliche Fleisckmenge beträgt pro Kopf 400 Gramm. # Glaube, 27. Juli. Aus dem Felde der Ehre starb der Musketier Meißner. # Lißberg, 27. Juli. Im Kriegslazarett zu Stry starb an einer schweren Verwundung der Wehrmann Herm. 6) e l l e r. — Nidda, 28. Juli. Dieser Tage hielt der Orts- qe werbeverein hier seine Hauvtversammlung ab. In seinem Tätigkeitsbericht teilte der Vorsitzende u. a. mit, daß der Verein 1000 Mk. Kriegsanleihe gezeichnet hat. Ein Mitglied starb den Tod fürs Vaterland. Kreis Alsfeld. 02 . Arnshain, 28. Juli. Deut Unterafsizier R. Me st, Jnf.-Regt. 116, wurde wegen bewiesener Tapferkeit das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. oz. Eifa, 28. Juli. Dem Kanonier Karl Wagner II. aus Eifa wurde wegen hervorragender Tapferkeit vor dem Feinde die Hessische Tapferteits medaille verliehen. 02 . Nt a u l b a ch , 28. Juli. Dik H a u s s a m m l u n g für die Kriegs- und Zivilgefangenen in hiesiger Gemeinde erbrachte den Betrag von 413 Mark. Kreis Lautcrbach. la. B e r n s h a u s e n , 28. Juli. Der als vermißt gemeldete Unteroffizier Heinrich Fischer, der, als Reservist ins Feld gerückt, im vorigen Jahre Gefreiter geworden nnd zweinkal verivundet war, hatte die Hessische Tapferkeilsmedaille erworben; er wurde für weiteres tapferes Verhalten^ mit dem Eisernen .ikrcuz ausgezeichRel und zum Unteroffizier befördert. Außerdem sind nrit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet: Unteroffizier Wage st er, Untcroffizier Kreutzer und Reservist Kreutzer: die Hessische Tapserkcsts-< medaille erhielten: Reservist Ritz, Gefreuter Hob meyer und Schütze K i m p e l. — Ten Heldentod erlitten fünf Krieger auS unserer Gemeinde. la. Salz. 28. Juli. Die Hessische Tapferkeitsmedaille cf iielt Musketier Johannes Koch, der bei einem Infanterie-Regiment im Westen steht. Kreis Schotten. g-a. Groß-Eichen, 28. Juli. Gefreiter Hermann Jaust im Jnf.-Regt. 87, Inhaber des Eisernen Kreuzes, wurde mit der Hessischen T a p f e r k e i t s in e d a i l l e auSaczeichuel. ga. La ubach, 28. Juli. Im Kampfe fürs Vaterland !>at O^eorg £> u f f. ein mit dem Kricgsmaturum entlassener Sttchler des hiesigen (Gymnasiums, Fähnrich im Infanterie-Regiment Nr. 97 den Heldentod erlitten. — Landstnrnrmann Willielm 2 ilß, der seit 7. Juli Äs vernijißt gilt, hat aus englischer Gefangenschaft geschrieben. Er befindet sich iit Schottland. — Tie vor kurzem durch Schiller des Gymnasiums veranstaltete Sammlung zur Volksspende für die deutschen Kriegs- und Zivitgefangcncn hat das schöne Ergebnis von 680,48 Mark gehabt. Kreis Friedberg. ^ Friedberg, 28. Juli. In eindringlicher Weise warnt das Kreisamt die Bevölkerung, bei dein Verkauf von Lebensmitteln jeglicher Art zu ho he P rei se zu fordern. Es hält sogar den gesetzlichen ö ch st p r e i s für vielfach zu hoch und einen niedrigeren Preis in vielen Fällen für angemessen. Bei Einhaltung der Höchstpreise kann nach Ansicht des Kreisamtes gegebenenfalls auch Bestrafung wegen Wuchers und übermäßiger Preissteigerung, herbeigeführt durch einen unangemessen hohen Gewinn, erfolgen. Letzterer Fall trifft besonders beim Zwftckxm- handel zu, wenn die Spannung zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis zu groß ist. Die Einhaltung der Höch st preise schützt also nicht dar Strafe, falls ein übermäßiger Gewinn erzielt worden ist. Das Kreisamt hält es z. B. für geboten und erwünscht, wenn die Landwirte für Frühkartoffeln. Gemüse und Eier billigere Preise nehmen, als die allgemeinen Verordnungen vorsehen. Es sei zu bedauern, daß die verkaufende Bevölkerung sich nur nach den Höchstpreisen richtet, eine geschäftliche Handlungsweise, die durchaus verwerflich ist und von wenig vaterländischein Empfinden zeugt. Friedberg, 28. Juli. Vom Bezirksausschuß für ver- m ißtc und kriegsgefangene Deutsche der Kreise Friedberg und Büdingen rvurden vom 15. Jüni 1915 bis 1. Juli o. Js. 411 Fälle von Vermißten bearbeitet. Davon klärte man aus dem Kreise Fricdberg 119, aus dem .Kreise Büdingen 50 Fälle aus: unaufgeklärt blieben bis jetzt 146 bezw. 96 Fälle. Kd. Bad-Nauheim, 28. Juli. Am Samstag, den 29. Juli, abends 87 4 Uhr, werden Mitglieder des König!. Hoftheaters zu Wiesbaden, im Kurhaussaal einem Richard-Strauß -Abend veranstalten. Den ersten Teiil bildet die Rezitation der Tenuyson- schen Dichtung „Ennoch Ar den", mit der begleitenden Musik von^ Richard Strauß, mit der die beiden Vortragenden, Hoffchaustzieler W. Z o l l i n und Kapellmeister R o t h e r, andernorts durch die formvollendete und stinrmungsvolle Wiedergabe großen Erfolg erzielteu. Hofopernsängerin Frau Mara Fried- f e l d t und .Hofopernsäuger N i k o l a G e i s s e - W i u k e l bringen Stre Lieder. Die vortrefflichen Künstler, sowohl als auch das schöne Programm, versprechen einen genußreichen Abend und der Besuch des Konzertes darf jedem rvarm empfohlen werden. bn. Bad-Nauheim, 28. Juli. Ter Leutnant d. Res. Heinrich Ludwig von hier, der bereits die Hessische Tapferkeits- medarlle erhalten hat, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. —• Prinzessin Henriette zu Schleswig- Holstein ist mit Oiefolge zum Kuraufenthalt hier eingetrossen, und hat im Park-Hotel Wohnung genommen. nt. Btlrggräfenrod, 28. Juli. Dem Gefreiten Wilhelm Haag vom Jnf.-Rgt. 46, 4.Komp., wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. oa. Fauerbach, 28. Juli. Ter Unteroffizier d. Res. Hrch. Hacker erhielt, nachdem er voriges Jahr ifi Rußland die Hessische Tapferkeitsmedaille erhalten hatte, jetzt vor Verdun das Eiserne Kreuz. Starkenburg und Rheinhessen. e. Dieburg, 27. Juli. Der diesjährige. Ertrag der H eide lbee rernte stellt den- aller früheren Jahve weit in den Schatten. Noch niemals seit Menschengebenken wurden solch hohe Summen aus dem Verkauf dieser kleinen schwarzen Beeren vereinnahmt, wie ini Kriegsjahr 1916. Ter fabelhafte Reichtum der Beeren ermöglichte bei dem sehr guter: Preis, den die Händler; und Privatkänfer zahlten, Einnahmen, die bisher nie erlebt wurden. So wunden in einer kaum 1000 Seelen zählenden Gemeinde I im .'Kreise Dieburg nach zuverlässiger Schätzung' annähernd 30 0 0 0 Mark für Heidelbeeren erzielt. Einzelne Familien verdienten sich in wenigen Wollten durch das meistens von Kindern betriebene Pflücken der .Heidelbeeren ihre 300 bis 400 Mark. Ein diesjährigen Heidelbeerernte auf weit über Kenner des Odenwaldes schätzt den Gesa int wert per 1 Million Mark. Diese Beerenernte kommt im Verein mit dem ganz enormen Pilzveichrum unserer Gebirgswaldungcn der deutschen Volksernährung doppelt gut zustatten. ma. O f f e n b a ch , 28. Juli. Die gestrige Stadtverordnete n ve r s a m m l u n g , in der Oberbürgermeister Dr. Düllo den Vorsitz führte, bewilligte wellcre 500 000 Mark, die siebente halbe Million, für die Zwecke der Kriegsfürsorge. Die Bewilligung erfolgte einstimmig. Um die Küchenabfälle möglichst rationell zu verwerten, sah die Versammlung von einer Sclbstverwertung ab und beschloß den Beitritt der Stadt Offenbach zu der Reichsgesell- schaft für deutsches Milchkraftfntter m. b. y. in Berlin, wofür 4000 Mark bewilligt wurden. Außerdem erfolgte der Beitritt zu dem Verein „Vaterlandsspende zur Errichtung deutscher Kriegs- beschädigten-Erholungshcime." Dafür bewilligte das Kollegium einen Jahresbeitrag von 100 Mark auf 3 Jahre neben einem einmaligen Beitrag von 250 Mark. Zur Unterstützung Reichsdeutscher wurde eine einmalige Spende von 100 Mark für das deutsche Kriegshilfskomitee in Wim bewilligt. Kreis Wetzlar. cl. Oberkleen, 2# Juli. Tie Wahl des Landwirts und Sparkaffenrendanteil'Karl Rein eck zum Gemeindevorsteher hiesiger Gemeinde ist von dem Landrat auf die gesetzliche AmtSdauer voi: 6 Jahren bestätigt ivordeil. ä. Retskirchen, 58. Juli. Den Heldentod fürs Vaterland starb an: 28. Juni 1916 der Gefreite Friedrich Vogt von der 10. Komp, des Res.-Jnf.-Rgts. Nr. 81. Hessen-Nassau. — Marburg, 27. Juli. In Schiffelbach geriet der 47jahrige Landlvirt A. S a g e l unter sein diirchgebendes Ochsengespann, wöbe: er den Tod erlitt. — Der neunjährige Sohli des Landwirts Knaufs in Wasenberg stürzte beim Jauchefahren von: Wagen illid lvurde überfahren. Er >var sofort tot. js Marburg, 27. Juli. Um zu verhüten, daß in einzelnen Hausl)altungen unverhältnismäßig große Mengen Milch verbraucht werden, während es anderes Familien wieder schwer fällt, auch nur den geringsten Bedarf zu decken, hat der Magistrat die Einführung von Milchvorzugskarten für stillende Mütter, Kinder und Kranke angeordnet. Tie Milchhändler sind verpflichtet, zunächst diese Leute bei der Abgabe von Milch zu berücksichtigen. Von: LandratSamt ist fernerhin eine Zählung der in der Stadt verbrauchten Milchmengen angeordnet worden. Am 1. August findet hier auch eine ZäNung der bei den Kaufleuten vorhandenen Zuckervorräte statt. — Das Schöffengericht verurtellt'e heute einen Kaufmann, der beim Verkauf von einem Viertelpftiich K ä s c anstatt 125 nur 120 Grammgewichte auf die Wage legte, wegen Betrugs zu 25 Mark Geldstrafe. Fc. Bad Orb, 28. Juli. 600 Kreuzottern in einer Woche sollen nach Zeitungsberichten im Borspessart bei Orb zur Strecke gebracht worden sein. Nach polizeilicher Auskunft sind in diesem Jahr nur elf Stück, im Vorjahre zehn Stück abgeliefert worden. — Eine in der Vorstadt dahier wohnhafte Witwe und ihre Töcktcr haben ein ganzes Lager in Wäsche, Kleidungsstücken, Pelzen, Uhren und dergleichen hier zusammengesbohlen. Bei einer Haussuchung wurden die gestohlenen Gegenstände vvrgefunden und die Diebinnen verhaftet. = Obe r u rsel, 27. Juli. Zur Bekämpfung der immer umfangreicher werdenden Felddieb st ähle verbot die Polizeiverwaltung den Aufenthalt im freien Felde von 10 U h r abends bis 4 Uhr früh für jedermann. — Im nächsten Monat wird hier eine Kriegst ü ch e eröffnet, für die sich bisher schon mehr als 600 Teilnehiner meldeten. F. C. O b e r l a h n st ei n, 28. Juli. Nicht allein hier, sonder«: auch in de«: Gemarkungen der Nachbarorte herrscht eine Rattenplage, wie inan sie noch nicht erlebt hat. Die Ratten haben bereits großen Schade«: angerichtet. ra. Aus Nassau, 27. Juli. Der Firma Friedrich Krupp in Essen ist unter den« Nainen Otto das Bergwerkseiqen-- t u in in dein in den Gemeinden Katzenellenbogen, Allendorf, Ebertshausen, Klingelbach belegenen Felde, das einen Flächeninhalt von 2176 399 Quadratmetern hat, zur Geivinuung von Manganerzen verliehen worden. — Ans der Rhön, 27. Juli. Im Felde fiel der Frei- Herr Werner von und zu derTann auf Rathfcunhaus«i> vermischtes. Ein Eisenbahnunfall. Köln, 27. Juli. (WTB. Amtlich.) Heute nachmittag 2 Uhc 32 Minuten entgleiste derPersonenzug 419 Herbes- thal — Köln bei der Durchfahrt durch de«: Bahnhof Köln- Ehrenfeld. Die vier letzten Wagen des Zuges stürzten um. Zwei Reisende wurden getütet und etwa 25 verletzt, darunter einige schwer. Tie Ursache ist noch nicht aufgeklärt. Die Untersuchung ist eingeleitet. Der Zugverkehr wird durch eingleisigen Betrieb anfrechtcrhalten. i. Köln. 28. Juli. Au dem gestrigen schweren Efienbahn- unglück, der Entgleisung! eines Aachener Eilzuges, »vobei 2 Personen getötet und 25 verletzt wurden, wird «roch gemeldet, daß das Unglück weit schlimmer werdei: konnte, da im' Augenblick des' Unglücks ein Güterzug sich der Unfallstelle in schneller Fahrig näherte und unfehlbar in die nmgestürzten Wagen hinerngesahren wäre, «venn nicht der Lokomotivführer die Gefahr rechtzeitig erkannt und den Güterzug durch Bremsen 1 Meter vor den entgleisten Wagen znm Stehe:: gebracht hätte. Ueber die U r s a ch e des Unfalles läßt sich noch nichts Bestimmtes sagen. Bernrutlich sind die Waggons des Personenzuges bei der schnellen Fahrt aus der Kurve heraus- gesprungen. Die Verletzte:: trugen meist Kopf- Arm- und Drust- vcrletzungen davon. Eine Anzahl Personen erlitten einen Nerven- Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 29. Juli 1916: Heiter, trocken, «varm. _ Letzte Nachrichten. Zu Stürmers Erklärung. Berlin, 28. Juli. Ter „Berlin er Lokalanzeiger" schreibt: Daß ein riissischer Minister des Aeußern im Augenblick! keinen anderen Grundsatz aufstellen oder wenigstens' verkünde,: kann. Äs die Fortführung des Krieges bis zum .Siege, ist ,'elbstvcr-s stündlich. Wenn er dabei wieder einem Deutschland die Schuld ent dem Welt brande in die Schuhe schiebt, sv ist das Mich begreiflich, da er andernfalls fein Vaterland ins Unrecht gesetzt hätte. Aber daß ein russischer Minister vom Mrßbrcr>rch der Zivilisation spricht, ist — lächerlich. Wir brcvvchen gar nicht an die russischen Schandtaten während des Krieges zu denken, um den Tiefstand der russischen Zivilisation zu kennzeichnen. Im! Frieden, wie die Menschen nvcb nicht so hatzverblendet waren, hat es niemand gegeben, der nicht in Rußland die rückständigste europäische Großmacht gesehen harte, und das wird, «venn die Welt erst wieder zur Besonnenheit znruckgekehrt sein wird, wieder ebenso sein, bis dahin können «vir ruhig «varten. Ter Vorwurf des Mangels an Zivilisativu aus rufsftchem Munhe aber ist jcd-erzoit belanglos. Der italienische Ministerrat. Lugano, 28. Juli. Der Ministerrat trat am Mittwoch um 9 Uhr 30 Minuten zusammen, und die Sitzung dauerte vier Stunden. Er genehmigte eine Anzahl Dekrete, unter diesen ein solches, das die Form der Kultusausübung der israelittschen Gemeinden von Tripolis bestimntt. Der Ministerrat besprach aum die Art, in welcher der Banca d'Italic Garantien geboten werden können für die den Flüchtlingen aus dem Trenttno und Dalmatien eröffnten .Kredite in Form von Vorschüssen. Die internationale Lage «vurde ausführlich vor« Sonnino be- ^ splvochen, cbm io der aktuelle Stands der italienisch-deutschen Beziehungen, die aktuell gewordene Frage der rumänischen Neutralität und der Wechsel im russischen Ministerium. Mit der Londoner Konferenz befaßte sich der Ministerrat nicht. Man wartet auf die Rückkehr Carcanos. Als Nachfolger Cassis, des bisherigen Präfekten von Mailand, wurde Graf Olgiati bestimntt. Zn:n Schluß beschloß der Ministerrat, das Gedächtnis heg' jüngsten „Märtyrers" zu ehren urrd dem Parlament einen Antrag vorzulegen, für Errichtung eines nationalen Monuments für Battist. Das Schwanken der Rumänen. B lu f ö x c st, 28. Juli. Tie Ernenmrng des Generals Fliesen zum Chef des rumänischen Generalstabes ist für die nächsten Tage zu erwarten. General Zeottu, der provisorisch das Amt versieht, wird wegen seines Mters peiisioniert. Kriegssekretär an Stäle Jliescus «vird General Lupeseu. Jlieseu ist em Äter Intimus des Ministerpräsidenten BratTann.