Ar. \U Elftes Matt Ter «r nschenrt iäqtüt), archer SorintagH. - Beilagen: ö>er,nal wöchentlich Scktze«rKouckijenbrätter; ».vevnal wöchentl.lttLiL- blaitfvr-caArets Gießen sTienstag u»ü)Freitagl.- zwennal monatl. LoRd- vttrhchaftkche Seckftagen (»emsprech - ^brschlüsst: ssirdieSchricklettruigllL vertag,Geschäitssleiieol Ad reffe lür Drah:Nachrichten: Anzeiger Gieße«. Annahme von Anzeige« tt'ir die Tagesnunimer bis zum Abend vorher. ldü. Jahrgang Mittwoch, 26. Juli <<9*6 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Rotaüoiwönkf uh* Vertag -er Sr»h«',chen llinv. Luch- mb 8tei«*r«rerei B. Lange. Schriftlettnug, Erschastsftette und Drucker«: schulftr.- Mr >-n A„z^geni-ll: & L-czu gs> rei > rnonatl. 90 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.65; durch Abhole- u. Zweigßellen monatl. 80 Pf.; ourch diePost Atk.2.45 viertel- jährt. ausfchl. Befteüg. Zeilenpreis: lokallbPft ausiv. 20 Pf. — Haupt- jchriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feichilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Fr.R.Zenz; Beck, säintlich in Gießen Neue Angriffe der Kinde in West und Oft abgeschlagen. MTB.) Grvtzes Hauptguartier, 25. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich der Somme wurden nach dem gescheiterten englischen Angriff vom 22. Juli gestern die englisch- französischen Kräfte auf der Front Poziöres- Maurepas zu entscheidendem Stotz zusammengepackt. Er ist wieder zusLMmengebrochen. meist schon im Feuer, an einzelnen Stellen nach scharfem Nahkampf, so östlich von Pozieres, am Foureaunvüldchen. vor Longucval und bei Guillenumt. Wiüstr haben sich die brandenburgischen Grenadiere und die tapferen Sachsen vom 104. Reserve-Regiment glänzend bewährt. Südlich der Somme führten gleichzeitig die Franzosen smrke Kräfte im Abschnitt Est re es — Soyecourt zum Sturm, der nur südlich von Eftrses vorübergehend Boden gewann, sonst aber unter schwersten blutigen Vertu sten für den Gegner zerschellte. Im Maasyetnel zeitweise heftige Artitteriekänmse. Links des Flussts kam es zu unbedertteirden Handgranatenkämpfen; rechts desselben wiederholte der Feind mehrmals seine Wie- dererobcrungsversuche am Rücken Kalte Erde. Er rrmrde im Sperrfeuer abgewiestn. Nördlich von Balschweilcr (Elsah) brachte eine unserer Patrouillen dreißig Gefangene aus der französischen Stellung zurück. -a Leutnant Baldamus schotz südlich von Binarvijle einen französischen Doppeldecker ab und hat damit seinen vierten Gegner autzer Gefecht gesetzt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Vorstotze schwächerer russischer Abteilungen südöstlich von Riga und Patrouillen an der Düna winden abgewiesen. Beider Heeresgruppe des Generals von Linsingen sind feindliche Angriffe an der Stonowka-Frortt. südlich von B e r e st e c z k o . in geringer Breite bis in die vorderste Verteidigungslinie gelairgt. Westlich von Burkanow wurde ein russisches Flugzeug rckrge schossen. Balkan-Kriegsschauplatz. Kerne wesentlichen Ereignisse. Oberste Heeresleitung. Es ist immer wieder hervorstechend, daß Englands Krregsleista.na.en so gar nichts Heldenhaftes aufwersen, sondern an die Schlange erinnern, die ihre Gegner und Opfer durch den Druck ihres Körpers zu eravürgen'sucht. Das gibt denn gar oft ein widriges Schauspiel für die Menschheit, deren oberster Vertreter, Präsident Wilson, solche Methoden in gewisser Hinsicht begünstigt hat. Ein schlecht aus- gebildctcs Mittionenheer hat beim Angriff auf unsere Westfront auch noch keine Heldentaten aufzuweisen gehabt. Dagegen gebärden sich die englischen Ringer und Kämpfer gar- laut mit Worten und Reden. Da Herr Churchill, der den Ehrentitel als englischer Oberschwatznreister erhalten sollte, die Regierung, der er mcht mehr-angehört, getadelt hat, sie hätte nickst genug geredet, mährend in Flandern mrd Frankreich ge- tampft wird, hat der jetzige Dekali der englischen Schwatz- fakultat schnell und eifrig das Wort ergriffen. Lobsprüche auf die ,,Erfolge" prasselten hernieder, und wieder, wie so hausig, wird Deutschland in Worten ganz irnd gar auf- gesressen. Schaffung des englischen Heeres war zweifellos ein tüchtiges Stück Arbeit, und es hat.Herrn Churchill gewurmt, das; wegen des Ausbleibens der erhofften Siege zunr Lobe dieses neuen Reises am englischen Baume so gar mchts gesagt werden sollte. Das war auch die Meinung Lloyd Georges. Alle Besorgnisse, so sagte er, die man hegen mußte, ,ind zerstreut. Und die „Helden", die vor unserer Westgrenze keuchend zusammengebrochen fxnb, erhalten die gewünschte und rwtige Aufmunterung. ..Die numerische Ucberlegenheit und alle anderen Hilfsmittel sind auf Seiten Enoland^" Das ist em trügerischer Trost, wie die zweijährige Geschichte der russischen Bemühungen in diesem Kriege dartun. AberLlohd George hat vielleicht mehr Nachdruck auf die „anderenHilfs- gelegt als auf die numerische Ueberlegenheit. Und aus dieje Hilfsmittel kann wirklich garnicht genug hinqcwiesen werden. ' England hat 60 friedliche holländische Fischdampfer ein- fach aus dein Felde ihr^r Tätigkeit fortgenommen und sie an der lchottrschen Küste versteckt, damit die Deutschen vom freren Fuchfang in der Nordsee nichts profitieren. Es hat noch mehr getan. Fünf Millionen Gulden hat es für den ^all angeboren, daß die Holländer auf beu freien Fischfang Verzicht leisten. Aber die Holländer haben dieses Sünden- geld entrüstet zurückgewiesen, und nicht nur die biederen Mcher, sondern auch die holländische Presse kehrt sich mit Ingrimm gegen diese Sceräuberei der Briten und verlangt von der eigenen Regierung geeignete Abwehrmaßregeln. Und rn der Tat, wenn in den bisher im holländischen Hause von englischen Agenten geübten Anmaßungen noch nicht der Gipfel der Dreistigkeit erreicht worden nmre — in jenem Reuterfcheiy Elaborat, das lvir nachstehend mitveröffentlichen, würde er sicherlich erreicht sein. „Die britische Regierung erkennt an, daß ihre MatznaHmen einige Härten enthalten." Und sie will, das wird natürlich in anders gewählte Woaste gesetzt, den Fischern dafür ein Trrrrkgeld airbieten. Auch das System der „schwarzen Listen" Englands in den Vereinigten Staaten Amerikas gehört in das widrige Bild der Schlange, die ihr Opfer erwürgen will. Und diese Schlange hat die besondere Eigentüutlichtett, nicht nur auf ihre Gegner, sondern auch auf andere atemberaubend zu drücken. Liegt es in der rechtlichen Weltordnung, von der Herr Wilson so oft gesprochen hat, wirklich begründet, daß ein solches Ungetüm die Schöpfung verunstaltet? Auch hierzu liegt heute von England eine Beschwichtigungsnote vor. Lord Robert Cecil hat im Unterhause alles, was an geharnischten Protesten vorgebracht worden ist, für „Mißverstand nisie^' erklärt. Wer ungerechteriveise rn die Listen ausgenommen worden sei, der werde wieder davon ab- gesetzt werden. Ob es auch daber stille Provisionen gibt, darüber ließ sich nicht laut rederi. Und es wird wohl zunächst alles beim alten bleiben . . . Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 25. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlauttzan: 25. Juli 1016- Russischer Kriegsschauplatz. Südlich des Dnjestr, westlich vsu Oberthn, brach gestern ein Angriff in unserem Feuer zusammen. Russische Erftrndungsvorstötzc, südwestlich von Lubaczowka. wurden abgewiesen. Sonst verlief der Tag ruhig. Seil heute nwrgen entwickeln sich Kampfe südlich von Beresteczko. Italienischer Kriegsschauplatz. Südlich des Val Sugana setzt der Feind immer wieder zu neuen Vorstößen an. Aus der Gegend der Cima Maora ging vormittags starke italienische Infanterie dreimal vor. Sie wurde jedesmal, zum Teil im Handgemenge, blutig abgewicscn. Im Raume des Monte Zebio erfolgte nachmittags ein neuer starker Angriff. Dem Feinde gelang es, in einen unserer Gräben einzudringen, er wurde jedoch wieder vollständig hinausgcworfen. Zum wiederholten Male greifen die Italiener mit rischen, ausgeruhten Truppen in diesem Gebietsabschnitt des Grazer Korps an. Die schon in den vergangenen Kümpfen unvergleichlich tapfere Haltung der Truppen dieses Korps macht jede feindliche Anstrengung vergebens. Das italienische Artilleriefeuer steigerte sich bei den Angriffen zu ungewöhnlicher Kraft; alles umsonst. Die feindlichen Verluste sind täglich außerordentlich schwer. Am Stilffer Joch wurde der Angriff einer Alpini- kompagnic auf die Nagler-Spitze abgcwiesen. Auf den Höhen südöstlich Borgo scheiterten zwei italienische Nachtangriffe. Im Gebiete des Rolle-Passes flaute die Gefechtsrälig- kcit nach den italienischen Mißerfolgen der letzten Tage merklich ab. An der Jfonzoftont schwerstes Geschützfeuer gegen St. Luzia und die Brückenschanze südlich von Podgora. Feindliche Angriffe gegen unsere Stellungen am Monfalcone- Rücken wurden abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Ter Stellvertreter des Chefs des Generalstabs o. Hofer, Feldmarschalleutnant. Lloyd George über die militärische Lage. London, 25. Juli >WTB.) Im Unterh'ausebemängelte Churchill, daß Asauckh in seiner Rede keinen Ueöerblick über die militärische Lage gegeben habe. Lloyd George bemerkte, da,; cs unmöglich sei, sich n-ährend der Mitte der Schlucht über die militärischen Aussichten zu verbreiten. Diese seien aber gut. Tie englischen Generäle seien mehr als befriedigt mit den erzielten Fortschritten. Tie neuen Bürgerarmeen würden den ge- waltigen Feind zurückdrängen, der seine geistigen Kräfte während zweier Mensrl>enaltcr der Kriegswissenschaft gewidmet habe. Was sich auch in dieser oder auch einer anderen Schlacht ereignen möge, er habe keinen Zweifel und hege volles Vertrauen, daß der Sieg gesichert sei. Ein Umstand habe ihm und den leckenden Männern Besorgnis eingeflößt. *Sie hätten gewußt, daß die Ausrüstrurg in einer Zeitdauer geliefert sei, in der keine Armee der Welt vorher ausgerüstet worden sei. Die Frage sei aber die gewesen, ob Leute mit einer nur sechsmonatigen Ausbildungszeit die i'tusrnstung auzuwcuden wüßten und imstande wären, die vorzüglichen Geschütze ckc solcher Weife zu bedienen, daß sie kleine Ziele aus drei oder vier Meilen Entfernung treffen konnten Und dies haben sie getan. Jetzt sei bewiesen, daß die euglrMm Soldaten ihre gesamten Geistes- und Willenskräfte aufgeboten Ilätten, um ihre ' Geschicklichkeit so zu vervollkowm- nen, daß sie den Sieg für ihr Land erstreiten könnten. Ties sei cs, was ihm Vertrauen einfföße. Tck. Ueberzahl und alle anderen Hilfsquellen seien aus ifrrer Seite. Tie einzige Besorgnis sei gnoesen, daß die Jahre bex Ausbildung und Vorbereitung seitens einer großen Mckitärmacht nicht zu überwinden wären. Tie britischen Soldaten hätten aber gezeigt, daß dies nicht so sei, und daß die britische (Änvaudcheit in der Er'- schließung von Hilfsquellen und geistige Beweglichkeck in wenigen Monaten imstande sein würden, einem Gegner den Sieg .zu entreißen, der zu einem Zeitpunkt iuniberwindlich erschienen wäre. (Beifall, f Tic Lehr ein dieser Schlackst seien, txrß die Engländer mit allem .Hilfsmaterial, das ihnen zu Gebote stehe, «regen den Feiick drücken müssten. Dann loürde der Sieg ihnen gehören. (Beifall.' DerDankdesKaisers an die wirr ttcmbcrgischenTruppen^ Stuttgart, 25. Juli. (Prio.-Tcl.) Dem König von Württemberg ist, wie der „Ltacusanzerger" meldet, aus dem Großen Hauptquartier folgendes Handschreiben des Kaisers vom 23. Juli zugegangen. &szcc Dtachchät württembergisch? Truppen Ixlb«! seit nun* i mA fast uzwei Jahren in heldennm-tigen Kämpfen ans allen Schau - glichen, dieses großen Krieges mir unvcrgceicküicher Tapferkeit und Ester Hingabe für ihren König und ihr schönes Schwabenland gesockten und geblattet, sie haben die Württembergasche Watten ehre überall hochgehalten und sich des Ruhmes ihrer Vater tvürdig gegeig'?. Ick gedenke dieser Leistungen mit hoher Anerkennung iimdchrn gewiß. daß das königlich Württemberg:'che Armeekorps auch rn Zrtkunft seiner: Mann stehen und mit der gleichen Treue und Lähuchett seine siegreichen Waffen Urerder führen wird. Mit freudigen! Stolz stehen Eure Majestät als erhabener Chef an der Spitze solcher Truppen. Ich bitte Euere Majestät daher mit tiefempfundenem Tanke, dein ich hierdurch besonderen Ausdruck Äi geben wünsche, heute die Würde eines Ge ne r a l fc l d ma r - tchalls in meiner Armee anzunehmen, die mit mir stolz daraus sein wird. Euere Majestät nun auch in den Reihen der preußischen Feldmarschälle begrüß«: zu können. Gern ergreife ich diese Gelegenheit. um Euerer Majestät die Versicherung der vollendetsten Hochachtung und wahien Freundschaft %n erneue rar, womit ich verbleibe Euerer Majestät freundwilliger Detter und Bruder Wilhelm. Ein englischer Doppeldecker von einem U- Boot abgeschossen. Berlin, SS. Juli. (WTB. Amtlich.) Am 24. Jul: nachmittags wurde nördlich Zeebrügge ein englischer Doppeldecker von einem unserer Unterseeboote av- gesch offen und zum Niedergehen auf das Wasser ge- Mungen. Die Insassen, zwei Offiziere, würden von einem unserer Flugzeuge gefangen genommen und hierauf mitsamt ihrem Flugzeug an Bord eines Torpedobootes befördert und nach Zeebriigge eingebracht. DaS französische Kontrollspftem. Paris, 25. Juli. (WTB. Nichtmntlichj.) Meldung der „Agence Hävers". Kammer. Nach einer Rede des Ministerpräsidenten Bri and, der die Erörterungen über die Vorschläge für die Kontrolle des Parlaments bei bete Ar- meen zusammenfaßte und sich für die Zusammenarbeit des Parlaments und der Regierung, beider innerhalb ihrer verfassungsmäßigen Rechte, aussprach, hat die Kammer die ersten Artikel eines vermittelnden Entwurfes des Heeresaus- sch-usses angenommen. Danach wird eine Abordnung von 30 Parlamentsmitgliedern eingesetzt, welche alle drei Monate auf Vorschlag der Hilfsausschüsse von der 'Kammer gewählt und mit Ausübung der Kontrolle an Ort und Stelle bei der Armee beauftragt werden, welche die Megierung fordern wird in der Voraussetzung, daß sie sich in Entwurf. Keittlng und dkusfichrnng der Kriegshändlungeu nicht einmischen werden. Türkische Truppen in Galizien. B e r l i n , 25. Juli. (WTB.) Wie verlautet, ist binnen kurzem mit dem Auftreten von türkischen Truppen in den Kämpfen gegen die Russen in Galizien zu rechnen. In dieser Tatsache kann man einen Beweis für die militärische Schlagfertigkeit der Türkei und die Einheitlichkeit der Kampffront bei den Mittelmächten erblicken. Berlin, 26. Juli. Zu dem angekmüngten Erscheine:! türkis cherTruppen in Galizien bemerkt das „Berliner Tageblatt", daß die türkische HeereÄcitung ttotz der angeblichen russischen Siege in Armenien, Truppen nach Galizien zu schicken vermöge. Sic kämpfe auch dort für sich selbst. — Die „Post" sieht darin ein Zeugnis für die ungebrochene Kampfkraft der von Goltz- Pascha so oft gerühntten türkisch«! Armee u'ü> für das gute militärische und politische Einvernehmen der Verbündtten. —.Die „Berliner Neuesten Nachrichten" sagen: dies gleicht einem meisterhaften Sckac^ug 'im rechten Augenblick und eine Oeffnung des Weges nach Konstantinovel für die Russen, nämlich als russische Gefangene. Die türkische Nationalfeier Kon st an tinopel, 25. Juli. (WTB. Nichtamtlich^ Zur Nationalfeier fand die Eröffnung der zweiten Linie der Orientbahnen Konstainiinopel—San Stefano statt. Die Linie ist für den Lokal verkehr bestimmt. Wilson und die polnische Bevölkerung. New Dork, 24. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Funkspruch von dem Vertreter des WTB. Die Presse erfährt aus Washington: Präsident Wilson wird wahrscheinlich an den .König von England, an den Präsidenten von Frankreich und an die Kaiser von Deutschland und Rußland ein Handschreiben senden, in dem sie gebeten wenden, zu gestatten, daß Lebensmittel von Amerika au die hungernde Bevölkerung Polens geschickt werden. Wilson hat das Staatsdepartement gebeten, ihm den besten einzuschlagenden Weg anzugeben. Holländische Ausfuhr. Haag, 25. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Die Ausfuhr von ttbendigen jungen Hähnen über 800 Gramm mit Bewilligung ist gestattet. Eugland und die hslländifche Fischerei. London, 25. Juli. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Umfang der Fischlieferungen durch die holländische Fischflotte nach Deutschland hatte bereits vor einiger Zeit die ernste Aufmerksamkeit der britischen Negierung gefunden. Der britischen Regierung ist es Mt bekannt, daß ungefähr 90 Prozent Heringe und ein beträchtlich«: Teil der anderen Fische, die durch holländische Fischerfahrzeuge gefangen werden, direkt an die deutschen Einkäufer verkauft worden sind. Die britische Regierung hat es daher für notwendig gefunden, eine Zahl holländischer FisäHampfer vor das Prisengericht zu bringen und eine andere Zahl wegen Fischens in verbotenen Gewässern festzuhallen. Die britische Regierung erkennt an, daß diese Maßnahmen einige .Härten enthalten. Sie hat deshalb ihre Bereitschaft ausgedrückt, mit Vertretern der holländischen Fischereiinteressen wegen einer Erleichterung der Lage zu unterhandeln. Amsterdam, 25. Juli. (WTB. Nichtamtlich. Das Organ des Staats Ministers Tr. Küpper „Standaard" stellt in einem Leitartikel die Frage, ob England die Absicht habe, Holland in dLesetbe Lage zu bringen, wie Griechenland. Es trete immer mehr zutage, daß England seine Blockade, wenn es sein Interesse gerade verlange, so einrichte, daß auch die Neutralen mit hungern müssen. Ohne den geringsten Schein von Recht ergriff England gegen die niederländische Fischerei auf der Nordsee Maßregeln, die diesen Betriebsz!veig lahmleqen und Holland eines Volksnahrungsmittels berauben. Viel ärger sei aber noch das kränkende Anabol, die ganze holländische Heringsflotte gegenein Trinkgeld stillegen zu lassen. So weit sei es bereits mit Englands Geringschätzung für die kleinen Staaten gekommen, daß es wage, von den Holländern zu verlangen, daß sie ihr Recht um ein paar Silberlinge vreisgeben. Man muß sich gut einprägen, schreibt das Blatt, daß düs nicht der erste, noch weniger der se^re Schritt auf dem Wege zur Erniedrigung des holländischen Volkes ist. Wenn wir nicht auf kräftige Weise zeigen, daß wir unser Reckt wahren wollen, wird Englairds Anmaßung immer größ«n- m -rr-m Wir werden in die Lage von Mer!scheu g-raten, die hie sv] n r> ’irften, die sie aus schmachvolle Weise schlug. Die nber- mc, jr , h r unseres Volkes wünscht die Würde des Landes zu wähe^- Das Leben ist wichtiger als der Geldsack, die Ehre nichtiger als aas Leben. Deshalb stellen im v mit Nachdruck die Frage, UtftaT' ‘-ui anderes Blatt beretts gestellt hat: Was wird die ReLtMAUg tun? Berlin, 26. Jicki. Nachdem „Verl. LoLcllanz." schreib: der „Nieuwe Rotterdamschc Courant" in einem Bericht aus dem Haag: Wir sind leider Gottes nicht in der Lage, Englands Vorgehen gegen unsere Fischerflotte mit gleicher Alünze heimzuzahlen unht wissen wohl, daß, rvenn England will, es uns alle auslmngern kam:. Deniwch möchte unser Volk zum mindesten wissen, daß alles mögliche getan wird, um die begangene Rechlsschändung rückgängig zu machen. England und die schwarzen Listen. London, 25. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Im Unterhause sagte Lord Robett Cec: 1 aus eine Anfrage, er habe die krittsche Stimmung der amerikanischen Presse gegenüber der Veröffentlichung der, feststehenden schwarzen Listen feindlicher Firmen bemerkt. Diese Stimmung scheine ihn: aber ft: hohem Äiaßc aus einem Miß^ Verständnis zu beruhen. Dieser Schritt der englischen Regierung sei M nicht neu. Das Gcsötz, aus Grund dessen die feststehenden Listen für Amerika neuerlich veröftentlicht worden seien, sei im Dczemberj 1915 angenommen worden und Listen bett. die meisten neutralen Länder seien seitdem veröffentlicht worden. Auch seien' die Vorschriften des Gesetzes nicht ungebührlich streng. Füp französische Untertanen sei es gesetzwidrig, mit dem Feinde Handel! zu treiben. Für England aber seien nur die Personen, die sich ihm feindlich bewiesen 'hätten, auf die Listen derjenigen gesetzt worden, mit denen britische Untertanen nicht verkehren dürften. Auch suche Englaich durch die Listen die Handelsfreiheit neutraler Staatsangehöriger nicht zu beeinträchtigen, sondern nur Sicherheit zu schassen, daß englische Schisse, Güter und Kredit nicht zur Förderung oder Bereicherung derjenigen benützt würden, die Englands Feinden werktätige Hilfe leisteten. Man habe auch bereits gehött, daß die Nameir derjenigen, die etwa u miere chterweise auf die Listen gekommen seien, gelöscht werden sollten und daß bei der Anwendung des Gesetzes auf bereits abgeschlossene Verträge die gleiche Sorgfalt »angewendet werden soll. Die englische Regierung habe Nachricht, daß die deutscl-e Negierung ähnliche Schritte getan habe. Brande in einem russischen Hasen. Berlin, 26. Juli. Nach dem „Berliner Tageblatt" meldet Stockholms „Tidningen", daß Raumo in Finnland, jetzt Rußlands bedeutendster Hasen, brennt. Die großen Sägewerke, die größten und modernsten im ganzen Norden, seien bereits abgebrannt. Serbische Kanorteri. , Der „Berliner Lokalanzeiger" meldet aus Budapest: Serbische Gefangene, die auf den! Araber Gute als Schnitter angestellt falb, baten um die Erlaubnis, in ihre Heimat zurückkehren zu dürfen, und sie erboten sich zu einen: großen Gegendienst. Sic erzählten, die Serben hätten bei ihrem großen Rückzüge 61 Kanonen vergraben. Die Gefangenen wurden darauf dorthin gebracht, wo nach ihren Angaben Kanonen vergraben worden waren. Tatsächlich wurden in Semcndrra fünf und an: Ufer der Morawa 55 Kanonen vergraben gefunden. Auch in Nisch unirbe in einem verschütteten Brunnen ein schweres französisches Geschütz aufgefundcn. Die Kriegsfinanzen der Entente. K o p e n Hagen, 25. Juli. (WTB.) Moskauer Zeitungen von: 18. Juli berichten: Nach einem Tags zuvor von. Finanzminister Bark ans Paris ein getroffenen. Telegramm haben seine Verhandlungen mit dem französischen Finanz- minister Ribot das Ergebnis gehabt, daß Rußlands Kredite für seine Manittonsbestellangen in Frankreich bis zum Ende hes Krieges verlängert wurden. Auch wurde die Zinsenzahlung für alle früheren Kreditoperattonen :stuß- lands in Frankreich geregelt. Bark kündigte in dem Telegramm seine Abreise nach London au, tvo'in einer Finanzkonferenz der Alliierten die Frage der Valutaanleihe )stuß- lands, sowie des in die Kasse des die Anleihe durchführenden Bankenverbandes als Bürgschaft, zu hinterlegenden Goldfonds geregelt werden sollte. Der deutsche Vorstoß gegen die Themsemündung. Haag, 25. Juli, (zf.) Reuter ineldet aus London: Die Admiralität teilt mit: Am 22. ds. um Mitternacht sichteten einige unserer kleinen Kriegsschiffe bei dein Leuchtschiff Noorvhinder drei feindliche Torpedoboote, die sich zurückzogen, bevor ihnen Schaden verursacht werde:: konnte. Später kamen unsere Seestreitkräfte mit einem der Torpedoboote ft: ein laufendes Gefecht. Die feindlichen Schiffe nmrden wiederl-olt getroffen, cs glückte ihnen jedoch, die belgische Küste zu erreichen. Eines unserer Schiffe wurde einmal getroffen. Ein Offizier und ein Manu erlitt«: leichte Verwundungen. Schaden haben wir nicht erlitten. Der Zeekrieg. Hamburg, 25. Juli. WTB. Nichtamtlich.) Der Finkenwärder Hochseefischerkutter „H. F. 26 4 Jonny", Eigentümer Otto Eckert, ist gesunken. Die Besatzung wurde gerettet. Haag, 25. Juli. (WTB.) Meldung der Niederländischen Telegraphenagentur. In Schevenftlgen lies am Abend des 24. Juli der Logger „Sch. 208" mit 28 Schiffbrüchigen von drei norwegischen Ho lz transpo rts chif fen ein, die am 22. Juli 35 Meilen von der englischen Küste durch ein deutschesi Tau chbo ot versenkt wurden. Die Mannschaft !vurde von dem Tauchboot in ihren Booten zn den: Logger geschleppt. Die Bemannung eines viert«: Holztvansportschiffes wurde von einem anderen Schiff ausgenommen. Rotterdam, 24. Juli. (WTB.) lieber die Beschießung des hollärckischen Loggers „Blaardingen 160" wird mit- geteilt: Das Tauchboot löste zwei Schüsse auf den Logger, tvandte sich einem norwegischen Dampfer zu und kehrte zurück, als es sah, daß der Logger nicht untergegcu:gen war. Der Schiffer erhielt Befehl, zu stoppen und die Schiffspapiere zu zeigen. Der Fischer fragte den Kapitän des Tauchbootes, was das bedeuten würde, und erhielt die Arrtwort, das würden die «rglischen Fischdampfer auch immer tun. Das Tauchboot liatte keine Nummer. Amsterdam, 25. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Dem Blatt „Zeepost" zufolge wurde der niederländische Schoner „Dinar" am 15. Juli einige Meilen von der englischen Küste von einem deutschen U.—Boot torpediert. Die Besatzung ivurdc zugleich mit der des norwegische:: Schoners „Berta" dem schwedisch«: Dampfer „Onsala" übergeben. Beide Segler waren mir Grubenholz nach England unterwegs. Kopenhagen, 26. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Wie „National Tidendc" aus Malmoe ineldet, passiert«: gestern wieder 1 0 e n g l: s ch c Dampfer, die von Rußland kamen, mit schwedischer Besatzung an Bord die schwedische Oftküste. Sie hielten sich dicht an Land. Deutsche Torpedoboote folgten ihnen außerlialb der schwedisch«! Hoheitsgr«:ze, um sre abzufmcgen, wenn sie gezwungen sind, die schwedischen Gewässer zu verlassen. Kriegsbrlcfe aus dem Osten. Telegramm unseres zum Ostheer entsaickten Kriegsberubterstalters, (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Der Pour le merjtc fiir einen Regimentskommandeur. Kowel, den 24. Juli. Für die schweren und erfolgreichen Kämpfe, die er an der Spitze seines Regiments in den letzten Juni- und ersten Juli-Tagen mit Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit durchfochten Hai, ist Oberst Hsefer soeben vom Kaiser mit dem Pour le mente ausgezeichnet worden. Als Oberst Hoeser ani 8. Juni das hervorragende Regiment auf dem wolhynijchen K riegsschau platz übernahm, kam er aus der Heimat, wo. man ihiu den rechten Arm stückweise hatte ümputitreu mäßen, nachdem ein Schrapnell ihm beim Weichselübergang aM 29. Juli 1915 den Unterarm sortgerifsen hatte. Vorher war der Oberst, der im Frieden zuletzt ein Regiment in Grau- denz geführt hatte, viermal verwundet worden. Er besaß alle Ordensauszeichnungen, die man im Kriege erhält. Seine tapferen Westfalen führte er zum Siege am 27. Juni, als Kolonie Starp Mosobr gestürmt wurde, am 2. Juli, als im heftigen Kampfe die Linie rveiter gegen Nowi Mosor geschoben wurde, und bei dem blutigen Sturm vom 3. Juli, der schließlich die entscheidende Brückenstellung von Swidniki, südlich des Stochod, erzwang, hatten Regiment und Führer Uebermenschliches geleistet. An dem heißen Tage von Swidniki war das rechte Flügelbataillon in den Nahkämpfen int Sumpf beinahe von der russischen Uebermacht umzingelt, als sich der Oberst an die Spitze des Bataillons setzte, durch die hinreißende Kraft seiner Persönlichkeit die harten Westfalen zum umviderstehlichen Sturmlauf vorwärts führte, der weit über das gesteckte Ziel hinaus die große Straße nach Luck erreichte. Die Russen flohen in dichten Kolonnen aus der starken Hauptstellung bei Swidniki, als der Flankenstoß mit dieser Energie einsetzte. Der Dag vorher, an dem sich auch der Ijunge Leutnant L., der acht Tage später fiel, das Eiserne I. heldenhaft stürmend holte, hatte 500 Gefangene, 7 Offiziere, 3 Maschinengewehre gebracht, eine Beute, die der 3. Juli vermehrte. , Mit ihrem schlesischen Obersten sind die Westfalen stolz aus die Auszeichnung, die auch dem Regimente gilt. Waren doch Mannschaft und Regimentssührer ein Wille und ein Fühlen in diesen schweren, blutheißen Tagen, die von der Größe unerschütterlichen Mannestums durchglüht sind! Wie sich auch die Lage dann Mitte Juli eiltwickelte — die Russen stehen vor der festen und starken Stöchod-Linie. Swidniki blieb unser, und aufopferndes Heldentum hat Sieg und Erfolg gekrönt! Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. »m Stützt ttntz £ant. Gießen, 26, Juli 1916. Gießener Kindcrfürsorge. Die Volksschulen unserer Stadt haben Ferien. Aber nicht ganz so 'frohen Herzens als in ffÄheren Ja1>ren ließ die Lehrerschaft diesmal die Kinder gehen. Lange Beratungen gingen voraus, wie etwas geholfen werden ©rate, einer Anzahl von Kindern während der Ferien einen Landaufenthalt zu ermöglichen. Und zur allgemeinen Freude fanden sich wirklich Wege. Die seit mehr als 10 Jahren segensreich wirkende Bückingsttfürng ermöglichte es mit einem Zuschuß seitens der Stadt auch in diesem Jahre, 15 Knaben und 15 Mädchen für eine Ferienkolonie vorzusehen Diese Zahlen konnten sofort auf 30 Knaben und 25 Mädchen erhöht werden, als der Oberbürgermeister einen namhaften Betrag aus ihm gewordenen' Spenden zur Verfügung stellte und eine Anzahl hochherzige Damen und Herren mehrere hundert Mark zu gleichem Zlvecke beisteuerten. Der Gedanke, an den fiohen Kinderscharen, die am Mittwoch und Donnerstag, den 12. und 13. d. M., ihrem Ferienziel Anfuhren, ein gutes Werk getan ju haben, mag den edlen Gebern reichster Lohn sein für ihre aus- gewandten Mittel. Von der Knabenschule gingen 102 Schüler für Wochen aufs Land zu begüterten Verwandten und Bekannten, die diese Knaben, soweit es möglich ist, so stärken urw kräftigen werden, daß sie bei ihrer Schillentlassung tauglich germg sind, die Lücken, welche der unheilvolle Weltkrieg in Landwirtschaft, Handel und Gewerbe gerissen hat, auszufüllen. Hilfe kam auch von,einigen Lehren: und Pfarrern des Kreises, die sich mit dem Oberbürgermeister und Haupt- lehrer Knauß ins Benehmen setzten, um eine Anzahl Kinder für die Dauer der Ferien und vielleicht auch darüber hinaus auf dem Lande kostenlos in kräftige und ausreichende Kost zu bringen. Von der Knabenschule konnten aus diesem Wege etwa 30 und von der Mädchenschule 10 Kinder untergebracht werden Enre fieiwiltige Ueber- wachung der neuen Stadt-Landkinder ist gesichert. .Herzlichen Dank den Vernrittlern und Landwirten, die sich um dieses menschenfieundliche Werk bemüht haben. « "^Rinister Braun Vorsitzender der Mutter- und S ä u g l i n ci s f ü r s o r g e. Ter Großberzog hat auf Vorschlag des Großh. Ministeriums des Innern den Präsidenten der Oberrechnungskammer, Minister Dr. Ernst Braun, zum Vorsitzenden des Vorstandes der Großh. Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge in Hessen ernannt. ’* Auszeichnung. Dem Gefreiten Willy Gerhard im Jns.-Regt. 84 wurde bei den letzten Kämpfen das Eiserne K r e u z verliehen. — Der Wehrrnänn Marlin H e u ß n e r aus Gießen, Feldart.-Regt. 205, seit Anfang des Krieges im Felde, erhielt dce Hessische Tapferkeitsinedaille. L. U. Von dev Landesuniversität. Dr. iur C. August Ernge aus Hanau, der sich an der Landesuni- v-ersität für Rechtsphilosophie und bürgerliches Recht zu habiliti-eren wünscht, wird Freitag, den 28. Juli, 4 llhr in der kleinen Aula seine Probevorlesung halben über den Entpirismus und die Rechtsphilosophie. ** Vaterländischer Abend der Ludovicianau Etwas abweichend von der Form der bisherig«: Vaterländischen Abende gestaltete sich der letzte Ab«ll> dieser Art am Montag dieser Woche. Die Gießener Freilichtbühne hatte die Dozenten- und Studentenschaft eftmeladen. den dlbend durch eine Anfführimg auf der Waldbühne einzuleiten. woran sich eine gemütliche Zusammenkunft ans der LrevigShöhe anschließen sollt« Die Beteiligung an diesem Abende war nicht so stark wie beim letzten Male, außerdem hatte sich eine größere Anzahl der Teilnehmer gleich zur Liebigshöhc begeben. Auf der Waldbühnc er- ösfnete der Rettor, Professor Dr. Sievers, den Abend mit l/erz- lichen Begrüßungsworten.. Hierauf ttug der künstlerische Leiter der Freilichtbühne, Herr Karl Rotteck, zwei zeitgeniäße Dichtungen! vor, die einen tiefen Eindruck hinterließ«:. Jrn Mittelpunkt des Ab«ws stand die Aufführung des „Grünen Dominos" von Tlwodvr Körner durch die beiden Studentinnen Frl. Frieda Mulch und Frl. Elsa Kühner. Die Aufführung rief freudigen Beifall hervor, den sich die beiden Danien durch ihr gewandtes^ Spiel auch vollauf verdient hatten. Mit zwei weiter«: Gedichtvorträgen von Herrn -.Heinz Schmidt unb Lautenlieder von Frl. Thessa M v l ch fand der erste Teil des Abends seinen Msckflnß. Der Rektor dankte in herzlichen Worten dem Leiter der Freilichtbühne, Pros. Tr Bernd eck ftir dib tiicbenÄvürdige Einladung und dem künst-i lerischen Leiter Karl R o t t e ck sowie den übrigen Mitwirkenden für den genußreichen Abend, und lud die Anwesenden ein. zur Liebigshöhc aufz!ll>rechen, wo sich ein sehr gemütlicher Kommers- abend anschloß. ^ ** Kaffeesatz als Futtermittel. Man schreibt uns; Wollen Sie vielleicht dieGüte l>ab«: und Ihre Leser auf ein Futter^ mittel himveisen, das noch wenig Beachtung findet, sehr wertvoll und in jeder Haushaltung zu finden ist. Es ist die? der« Kaffeesatz. Einerlei ob von Kaffee, Malzender Frucht. Er> läßt sich gut, unter Weich,futter gemischt, für Kleintierzucht:' (Kaninchen und Geflügel) auch für Schüveine venvenden. In Kaninchenzüchiterkreisen findet Katjeesatz schon lauge Berw^wmuz, und^ wird uon^manchen ZüMcyr^ls sehr naprdafi bezcl^chnet^. W' Der Fntlerknappheit darf md)tö unbmr&t M eiben, ivas irrend 6ra::;ifba in Ti? ftteie, mtkfjie doch sehr rar ist, kann zum Teil durch Kas'. esae ersetzt werben. Die Bichbesitzer konnten, sich ihn auch bei .Hlt.l-h:ltunAen, welche kern Viel) besitzen, sammeln. ** D a •; Einsammeln von Altmaterial zu- grinsten des Roten Kreuzes wird Donnerstag, den 27. Juli, vor, mittags 3 Uhr ab fortgesetzt. Befahren werden voraus- sichllich folgende Straßen: Süd-, West-, Nord- und Ost- Anlage, MolLkestraße, Kaiser-Allee, Licher Straße sowie Es'sfenberger Weg. Bemerkt sei nochmals, daß man ohne genügenden Ausweis, irrsbesondere an Kinder, kein Material aus händigen soll Kreis Alsfeld. 02 . Gleimenhain, 26. Juli. Die Sammlung für unsere Kriegsgefangenen Hai in unserer kleinen Gemeinde den Betrag von mehr denn 80 Mark ergeben.. 02 . Zcilbach, 26. Juli. Die heute in unseren! 192 Einwohner zählenden Dorfe vorqenommene Sammlung für die Kriegs- 1 und Zivilgefangenen ergab die Summe von 77 Mk. Kreis Lauterbach. 02 . Schlitz, 26. Juli. Das Eiserne Kreuz erster Klaffe erhielt für hervorragend tapfere Leistungen vor dem Feinde der Leutnant d. R. Fritz N i e p o t h im 6. bayr. Reserve- Feldart.-Regiment. rr. Schlitz, 26. Juli. Fräulein H e n s i n g, die bis dahin an der Volksschule tätig war, erhielt ein Dekret an die hiesige Bürgerschule. Sie tritt an die Stelle von Frätllein Hirschmann, die aus dem Schrildiensi ansscheidet. — Das erste Korn wurde am Montag in den benachbarten Gemarkungen geschnitten und fällt, wie man hört, sehr gut aus. - 2 2 O f s e n b a ch e r F e r i en- linder trafen heute hier ein und fanden Aufnahine in den nahen Dörfern. Kreis Friedberg. dr. B a d-Nauheim, 26. Juli. Frhr. Zorn v. B u l a ch , Weih- bischof von Straßburg, traf gestern abend zu mehrwöchigem Kurgebrauch hier ein und hat im Ketteler-Heim Absteigequartier genommeii. F. C. Bad - Nauheim, 26. Juli. In der hiesigen Boniiatius- klrche wird Dompfarrer Erker, welcher bis 1912 Pfarrer der hiesigen katholischen Gemeinde war und in Mainz, wo er sich einer Operation unterzog, verstorben ist, beigesetzt werden. F. C. Butzbach, 26. Juli. Äm Sonntag wird Pfgrrer Beyrich, dem die Pfarrstelle Münzenberg übertragen würde, sich in der Stadtkirche von seiner Butzbacher Geiiieinde verabschieden. bä. Bu tz bach, 25. JE Unter zahlreicher Beteiligung wurde gestern in seiner Vaterstadt Butzbach, die ihm so manche neuzeitliche Entrichtung üerbcntß, und für deren Emporblühen er stets benllLht gewesen ist und getvttckt Hut, unser früherer Bürgermeister, Lanbtagsabgevndneter Jou tz zur ewigen Rüste gebettet. Pfarrer Beyrich. rntvoKbe in seiner G-väbesrede in tresslcher Weise ein Lebensbild des Verstorbenen. Namens des Vorstandes der Zweiten hessischen Kanmier legte Laridtagsabgeordveter Damm von Friedberg einen LorbeePSomz mit Schleifen in den hessischen Farben nieder; Bürgermeister Dr. Kayser von Bad-dLanhelln sprach namens dieser Stadt dem Verstorbenen den Dank für sein Wirken für bee Badestadt ans und legte gleichfalls eineri Kranz nieder. Die Stadt Butzbach war durch Bürgermeister und Gemeinderat vertreten. bz. Griedel, 26. IM. Der Wehrmann Karl Heß von hier, bei einer Fnßortillorch-Batterie, erhielt das Eiserne Kreutz. naHbem chm vor kurzem bereits auch die Hcsftsche Tapse rkeits- denknrünze verkieheL vLrrde. Re. Reichelsheim, 25. Juli. Leutnant und .Kvmpagnie- fiSjecex Otto SJfre$er von cher. Sohn des früheren Apothekenbe- fftzerS, wurde mit dem Eisernen .Kreuz erster Klasse ausgezeichnet o-o^Bil de l, 26. Juli. Das Eiserne K'reuz 2. Klasse rmrrbc dem Welftmvnn Achmst Trau von hier, Reserve-Infanterie- "Regäment 60 verliehen. — Unsere Schuljugend sammelt fleißig Aren wes fe-ln, deren Faserstoff ein wertvolles Rohprodukt für die BkDeidkmgsrndustrie üefert. — Ebenso wird unter Aufsicht einiger Lehrer dos gemeinschaftliche Aehr en lesen spganisiert. Körner and Stooh werden an den GeflügklMchtverein, an kleine BrchLesrtz^r «bqe^ben. oder auch die Körner geröstet. Die erzielten Geldbeträge sind doM ftefraromt, das Los unserer Kriegsgefangenen ya erleichtern. Mt Rücksicht hievans haben sich einige Landwirte entschlossen, üuf das Mbvechen ihrer Frttchtäcker zu verzichten. — Hoffentlich folgen diesem Beispiel noch mehrere oder alle Landwirte, damit für diesen Zweck Ersprießliches gleistet werden kann. Starkendury mrd Rfteinhrffev. -- Mainz, 26. Juli. Wie der Jahresbericht des Römisch- Germanischen Zentval-Museums für das Geschästsiahr 1915/16 mttteöt, wurde dem hiesigen Museum ein Massenfund von 800 Eisenwerkzeugen römi^her, karolingischer und späterer Zeit in vorzüglicher Erhaltung überwiesen. Dir Werkzeuge wurden vor Jahren bei der römischen RHeinbrücke gefunden, in letzter Zeit aber erst gereinigt. Sie stehen in ihrer Reichhaltigkeit und geschichtlichen Entwicklungsreihc geradezu einzigartig in Deutschland da. Die Gesamtzahl der jetzt im Museum vereinigten Nachbildungen antiker Fun genstände beträgt 27 256 Stück, die der Originale 8839, von erberen kamen 563 Stück, von letzteren 513 im Verlauft des Jahres Hinz«. Kreis Wetziar. Wa. Wetzlar, 26. Juli. Mit dem Schnitt des Roggens ist in den letzten Tagen in unserein Kreise schon vielfach begonnen worden. Wa Wetzlar, 26. Juli. Mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse wknde ausgezeichlnet: Hanptmcmn ( Regierungsbaum elfter) Schö n- feld, Pionier-Regiment Nr. 35. HauptMMin Schonftld gehört in seinem ZivitverhAtnis zu den Betriebsleitern der Buderusschen Eisenwerke. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse anshezeichnet wurden: Gefreiter ?lugust Marx, 3. Reserve Jägerbataillon Nr. 20, Unterofföäter Fritz Pausch. Kaiser-Alexander-Gaide^ Grenadier-Regiment Nr. 1, und Pionier Wilhelm H e e p, Pftmier- Regiment Nr. 25, aus GriedAbach ä. Dornholzhausen, 26. Juli. Der Wehrmann Ant. Bogt von hier wurde leicht verwundet. Bogt steht seit Kriegs- beginn im Felde. ä. Großrechtenbach, 26. Juli. Leutnant der Reserve Lehrer Wilhelm D r e u t h von hier, Ritter des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Klasse, wurde in den Kämpfen in Nordsronkrerch am Kopse und an der Schulter verwundet. Er liegt in einem Lazarett in Hannover. ä. K l e i n r e ch t e n b a ch, 26 Juli. Den Heldentod fürs Vaterland starb in den Kämpfen bei Verdun der Landsturmrekrut Wilh. Z ö r b von hier. Sein einziger Bruder fiel ebenfalls in Frankreich im Dezember 1914. ä. Lützellinden, 26. Juli. Die Vertretung der 3. Lehrerstelle an der hiesigen Volksschule ist von Königl. Regierung dem Schularntsbewerber Filling, bisher in Jsert-Backsen, Kr. Altenkirchen, übertragen worden. Der bisherige Inhaber der Stelle, Lehrer Praß, ist seit Anfang des Krieges eingezogen und inzwischen zum Leutnant d. Res. befördert worden. d. Münchholzhausen, 26. Juli. Seit September 1914 war die Ehefrau des Wehrmannes Michael Damm von hier von 'hrem im Felde stehenden Ehemanne ohne Nachricht geblieben. Nun wurde dev.Frau mitgeteilt, ihr Mann sei in der Marneschlacht im September 1914 verwundet in französische Hände gefallen und an seiner Verwundung am 14. Sept. 1914 auf dem Schlachtfelde verstorben. — Der vom Heeresdienst entlassene Kriegsbeschädigte, ehemalige Grenadier Wilh. Vogt von hier wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Hessen-Nassau. st A u s dem Kreise M a r b u r g , 26. Juli. In einigen Gemarkungen, z. B. in derjenigen der Gemeinde Ockershansen, wurde in den letzter! Tagen bereits mit deni K o r n s ch n i t t begonnen. st Aus dem Kreise Kirchhain, 26. Juli. Bei der Sam m lang für die deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen gingen im hiesigen Kreise insgesamt 6043,25 Mk. em. An der Spitze steht die Stadt Kirchhain mit 747,40 Mk. X Biedenkopf, 25. Juli In den letzten Bocken sind im Kreise Biedenkopf und angvenzenden Teilen des Kreises wiederholt nächtliche Einbruchsdiebstähle auf dem Lande aus- gesührt worden, bei denen hauptsächlich Nahrungsmittel in größerer Menge, aber auch Geld erbeiitet wurde. Wie der Erste Staatsanwalt bei dem Kgl. Landgericht in Marburg mitteitt, kommen erfahrene Einbrecher oder auck Obdachlose (Kriegsgefangene, Anstaltszöglinge.' in Frage, nach denen die Behöicke zurzeit eifrig fahndet. fa Bicden köpf, 26. Juli Hilssförster Stoll wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. — In dem Hause des Anstreichers-August Walther in der Tauwinkelstraße brach am 23. Juli morgens gegen 1 .9 Uhr auf bis jetzt unaufgeklärte Weise Feuer aus, dem der größte Teil des Dachstuhls zum Opfer siel. Die alarmierte Feuerivehr konme in kürzet Zcll das Feuer aus seinen Herd beschränken. — Der Spenglerlehrling Otto Junker aus .Hartenrod hat am vergangenen Samstag die Gesellenprüfung im Spenglerhandwerk vor der Prüfungskommission mit „Gut" bestanden. ha. Br ei den stein, 26. Jul t. Dem Ba taillons -Ta mbour Unteroffizier Jakvb Schwarz von hier wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. = Frankfurt a M , 25. Juli. Als gestern abend der Lokomotivführer Philipp Hegemer wir seiner Ehefrau hermkelffte wurden sie im Flur ihres Hauses. Bergerstraße 239, von einem Einbrecher, der vermutlich dem im gleichen Hause befindlichen Laschaschen Geschäft einen Besuch abstatten wollte, überfallen. Der Räuber stieß Herrn Hegemer zu Boden und gab dann aus dessen Frau einen Revolverschuß ab, der in die Brust eindrang und die Frau lebensgefährlich verletzte. Obwohl sofort die Verfolgung) des Räubers ausgenommen wurde, gelang es doch nicht, seiner habhaft zu werden. Gr konnte bis jetzt nicht ermsttelt werden. — F r a n t f u e t a. M., 26. Juli. Hiesige Aepfelweinwirte kaufe»! gegenwärtig in den Taunusorten alle ihnen erreichbaren A e v f e l w e i n v o r r ä t e auf, die angeblich zu Heereslieiernngen Verwendung finden sollen. Tie Käufer bezahlen für das Liter durchfchnntlich 33—36 Pfg. Aus Köriigstein wurden dieser Tage 33 Hektoliter nach Frankfurt verkauft. X. Hanau, 25. Juli. Aus Furcht vor Strafe hat das 25 Jahre alte Dienstmädchen Minna M o o g k von Stockheiin (Oberhessen) den Tod in der Kinzig gesucht und gefunden. Die Leiche konnte bereits gelandet werden. Fc. Wiesbaden. 25. Juli. Die se ch ste Fl e i s ch v e r - teilung des städtischen Fleischamts, unter Leitung des Ge- säjäftssührers Roffel, wickelte sich heute abermals sehr schnell ab. Die stattliche Quantität von 30 000 Zenttrer Fleisch wurde verteilt. In der Zeit von 8 bis 1 Uhr waren alle hiesigen Metzger mit '-dem ihnen zustehenden Quantum Fleisch ven'orgt. Es kam abermals etwas Gefrierfleisch wieder zur Verteilung. — M a f s e tt h e i in bei Wiesbaden, 25. Juli. Auf dem H a n d e l s - ll - B o o t „Deutschland'" befindet sich auch ein hiesiger Ortsbewohner, der Sohn des Kaufmanns Schivarzschild. Die Schiffahrtsgesellschaft teilte kürzlich den Eltern mit, daß ihr Sohn auf der ^Deutschland^ als Mechaniker weile und sich des besten Wohlseins erfreue. -Kassel, 26. Juli. Bei Vernaivahlshausen stürzten zwei Soldaten in der Schlaftrunkenheit aus einem Zuge. Während der eine mit dem Schrecken davon kam, wurde der andere, ein Oberjäger, überfahren und getötet. — Fnlda, 25. Juli. Große Nahrungsmittelsäl- schunqen ließ sich die hiesige Mehl- und Getreide Handlung M. Birnbaum & Sohn zu schulden kommen. Sie verkauffe an Bäckermeister ein sogenanntes Streumehl, das nach den Untersuchungen des Straßburger Lebensmittelamtes aus 14—15 Prozent Sagemehl und 85—86 Prozent Gips bestand. Die im höchsten Grade gesundheitsschädliche Ware wird zu 26 Mark der Doppel- zetrtner verkauft, der Herstellungswert beträgt höchstens 5—6 Mark. Die Firma vrrkanste das „Mehl" nach allen Gegenden Deutschlands. Lin amerikanischer ttriegrderichterstatter in englischer Gefangenschaft. Me die große Spionenmrckt der Engländer ihre Heeresleitung dazu führen kann, neutrale und selbst befreundete und eigene Kriegsberichterstatter als Kriegsgefangene zu ^handeln, davon weiß der Amerikaner Dr. Max R. Funke ein Lied erzählen. In der ,,Oesterreichisch.en Rundschau" erzählt er von seinen! Abenteuer, nie er trotz gülffger Ausweispaoiere an der flandrischen Front in die Hände der Engländer geriet, und als KriegSgesangetier behandelt NUrde. Man hielt ihn für einen deutschen Spion: vier Tage verbrackste er gxnreinstrm mit bayerischen Gefangenen, wrwei er übrigens nfft der Behatrdlnng und Beköstigung durchaus zufrieden war. Mit drei Berufsgenoffen war er an die Front gegangen: sie hatten rgeliegt, rmd er etcklärve sie! für Fälschungen: offenbar war der Amerikaner ein deuffcher Spion, und als solcher wurde er mit seinen drei Gefährten einstweilen gefangen gesetzt, nachdem man alle vier Männer darauf luntersucht hatte, ob sie Waffen bei sich hätten. Ein englisches Kriegsgericht, aus einem Obersten und einem Leutnant bestehend, verhörte die Kriegsgefangenen zweimal, wollte jedoch die große Verantwortung für ihre Freilassung nicht übernehmen und entschied, sie seien dem englischen Großen Generalstab zu überweisen. Die Gefangenen wurden zu Fuß nach Laventie gebracht, wo der damalige Generalseldmarschall French sein Hauptquartier hatte. Ein Oberst nahm sie in Empfang und behandelte sie ziemlich liebenswürdig: freilich konnte er ihnen fein besseres Nachtlager anweisen, als das Stroh, aus deni schon einige bäuerische Gefangene lagen. Mit diesen kanten die Gefangenen sehr gut Mls. Am folgenden Morgen lud der Oberst die amerikamichen Ge-' fangenen zunr Frühstück mit englischen Osffziieren ein, so daß sie sich schon wieder ffei glaubten: aber plötzlich kam eine Ordonnanz vonr ^großen Generalstab mit der ausdrücklichen Meldung, die Kriegsberichterstatter hätten sich auch weiter als Gefangene zu betrachten ! Der ganze Tag oerging, ebetrso der nächste, und die neutralen Kriegsberichterstatter hatteit immer noch nicht ihre Freiheit wieder. Da verlangte Dr. Funke endlich mit größter Ent- chtedenheit zu French geführt zu ioerden. Das geschah am nächsten Morgen. „Was wollen Sie," sagte French, „ntaat muß sich gedulden. Wir livben wahrlich andere Sachen zu tun. als uns um Kriegsgefangene zu bekümmern." Furchtlos crwiederte Dr. Funke, es sei gegen das Völkerrecht, Berichterstatter neutraler Staaten in Ge- ängenschaft zu setzen, und verlangte die sofortige Jnterventton der amerikanischen Botschafter in London und Paris. Hieraus agte French: „Im Krieg kennen wir Engländer kein Völkerrecht mehr." Die Unterredung mit French »var hiermit beendet. Jin Laufe des «Nachmittags wurde den oöll.'rrechts- widrig sestgehalteneii Amerikanern eine große Ueberraschung zu- teil: es wurden fünf neue „deutsche Spione" als Ktieasgefangeng eingelieiert. die sich als ein russischer Kriegsberichterltatter vom „Rjctsch", die Kriegsberichterstatter des „Gaulois", des .Demos", der „Times" und der „Morning Post" herausstellten! Die Engländer hatünt also ihre eignen Kriegsberichterstatter kriegsgeiangen! Endlich am nächsten Tage konnte der liebenswürdige Oberst die gnte Nachricht bringen, dse „Kriegsgefangenen" würden nach.Havre gebracht und dort freigelassen werden. So geschah es auch: nur ihre Autonwbile bekennen sie nickt wieder, well die englische .Heeresleitung 'sie beschlagnahmt l)atte. In St. Omiei' ergab sich ein heiterer Zwischenfall: die Kriegsgefangenen wurden dort der sran- zösischen'Gendarmerie übergeben und kamen so mit einem douffchen Gardeunterossizier zusannnen, der' unter schwerer Bedeckung beordert wurde. Eine große Menschenmenge hatte sich angesammelt uild ein Gendarm flüsterte dem Anwrikaner zu: „Das ist Prinz Adalbert, ein Sohn des Kaisers . Aber sagen Sie es tnchl weiter." Die Menge jauchzte und stellte fest: „C'est tout le Portrait de son päre!" Da. Funke erfnfn bald von dein Getangeneu selber, daß der vorgebliche Prinz Millbert ein polnischer Metzger- gehllse aus Posen sei. — In Havre endlich erlangten dte „Kriegs-, gefangenen" ihre Freiheit wieder^ Meteoroiogische veobachtungen der Station Sietzerr. F.ii 1916 u o t: 5^ = -/j e a £ S r. "a ““T s« ft w C

e Ministerium des Aeußern hätte von Rumänien als Gegenleistung für die Auslieferung der Munition die Erlaubnis zum Durchmarsch russischer Truppen durch Runränien gefordert, was abgelehnt worden sei. Trotzdem hätte Rußland die falsche Nachricht livn der Freigabe der Munition lanciert. — Im Gegensatz dazu meldet „Az Est" aus Bukarest, in Rumänien sei eine neue Munitionssendung aus Rußland eingetrosfen, deren Herausgabe der neue französische Gesandte in Bukarest, St. Aularie, durchgesetzt habe, um sich einen freundlichen Empfang zu sichern. Heeresvermchrung in Spanien. Berlin, 25. Jiuli. Priv.-Tel?. Tie „Dossische Zeitung" Nieldet aus Madrid: Der sptmische Kriegsminister hat ein Re- sormpnoiett vor gelegt, das eine Heeresvermehrung um 42 000 Mann und 12 000 Pferde rn 18 Divisionen ovrsieht. Das Besayungsheer in Marokko soll auf 50000 '.lltann vermindert werden. Dänisch-Westindien an Amerika verkauft. Washington, 25. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Amtlich wird bekanntgegeben, daß die Vereinigten Staaten Dänisch-Westindien für fünf Millionen Pfund Sterling gekauft haben. Fliegerleutnant Parschau gefallen. Kö n ig s b e r g, 25. Juli. (Priv.-Tel. zf.) Der Köuigs- berger Fliegerleutuant Otto Parschau, Führer einer Fliegerstaffel, der erst kürzlich für seinen Abschuß des.achten feindlichen Flugzeuges nnt dem Orden pour le merite ausgezeichnet wurde, ist im Luftkampf gefallen jttmtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Gesuche von Landwirten um Ueberweisung von Mannschaften zur Hilselerstung in der Landwirtschaft. Tie Gesuche von Landwirten um Ueberweisung von Mannschaften zur Hilfeleistung in der Landwirtschaft entsprechen häuffg nickt den vorgeschriebenen Bestimmungen: hierdurch entsteht durch Rückschriften ustv. vielfach erheblicher Zeitverlust. In erster Linie ist erforderlich, daß die Gesuche von der Bürgermeisterei imd vom Kreisamt begutachtet lind Weller ist unerläßlich, daß den Gesuchen die vollzogene Berpflicktungserklä- rung tvegen der Entsckädigilngsvervfticktung bei Unfällen beiltegt. Wir machen die beteiligten Kreise auf genaue Beobachtung der vorgenannten Besttmmungen im beiderselligen Interesse aufmerksam. Elli EnMwrf der Verpflichtnngserflärung, wie sie tedem Gesuch beigeffigt werden muß, ist nachstehend adgedruckt. Gießen, den 21. Juli 1916. Pcrpflicktungserklärung. Ick verpflichte mick, die zu mir beurlaubten Mannschaften, ivenn sie infolge der für mich geleisteten Arbeiten oder deren Begleitumstände dienstunfähig lnerden sollten, zu entschädigen, sviern ihnen anderweitig ein Recht aus Entschädigimg durch die bestehenden Untallven'icherungsgesetze nickt ziveifelssrei gewährleistet ist Die Entschädigung sott in dem llmiange gewährt werden, wie es nach dem Gesetze vom 31. Mai 1916 der Fall sein würde, wenn der Vlann sich das betreffende Leiden im Dienst zugezogen haben würde. Ort und Datum: Eigenhändrge Unterschrift des Arbeitgebers: Daß der vorstehend Unterzeichnete nach semen Vermögens Verhältnissen Voraussicht Um in der Lage sein wttd. gegedenensalls die übernommene Berpslichrung zu erfüllen, wird hiermit bescheinigt. O.tt imd Datzun : Umexschttft der Am 22. Jali fiel auf dem Felde der Ehre unser lieber Korpsbruder, a. H. Br. med. Karl Emden Stabs- n. Rogimeiitsarzt im FeM-Art.-Regt 51. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 3587DJ In tiefer Trauer: Der C. C. der Hassia. H ii h n e r a a g e b und H>orudaut verschwinden bald nach Gebrauch von Lsrvs Central - Dregerie, Schulstr. Absatz Ferkel von bester Zucht, schnellwucysige Edelraffe, lnng- - gestreckte, breit» buckelige Tiere, die beiten zur Zucht und Schnellmast. Sehr gute Fresser. 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Blödner 'ließen* } Juli 1914 *■ Zt Lorsck (Beccstr.) I JWm£R*RUfc GASKOCHMfRDE™: Cafe Amend Familien-Konzert Seefiscie Pfund 74 Pfennig Schadet Füllgrabe Bahnhosstratze Ludwigsteafte Walttor strafte. [5369a Die Rückzahlung erfolgt am 1. Oktober 1916 und zwar entweder bei der Stadrkaffe Vilbel, bei der Dresdener Bank in Frankfurt a. M. oder bei dem Bankhaus I. Grünewald in Gießen. Die Verzinsung vorstehender Obligationen hört 4m 1. Oktober 1916 auf. Vilbel, den 21. Juli 1916. Großh. BürgerWeisteret Vilbel. Berg. RsrzQfi. Sraunsdw. Eaun&werkschiäie Heizminden. errichtet finrhhail vcrpilegua^s- Tfoffiaff vlretttor 1t3J IjüUJUdU - Uliltzii ~ '’*v|UdU c. Qaarmaw SMunerunUrridjT 2. nprlL Xeifzpcäfuog. «XHfitwunteriicot 13. CKlolwft » > «Ächderechttg« «tt Uvnlgt. Prüft. Beog u p fera fiftalcB« n LimVKaöe Zucker — tntt Himbeere Lirsch-^vö Zttroaen-Lroma - derettet mau kehr richach selbst aus Leicheffs neuen Limmiaden-Süß. 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