ttr. <63 Lrstez Blatt <66. Jahrgang Zreitag. < 4 . Juli <916 Der Sretzaner »nzeiqer erscheint tätlich, außer Sonntags. — Lerlaq«:: viermal ivvebentlieh Sießener^amilitnblätter. zwennai wöcheuU.Nrrir^ d lall füröen Breis Sietzen (Dtenstag und Freitag),- zweinnü inonatl. Lcknd wirlschastliche Zeitfra-en Fernsprech - Anschlüsse: slirtneSchriitleilung112 Verlag,Geschäitsstellebl Adresse iür Drahtnach' richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Abflauen der feindlichen Offensive. (WEB.) Großes Hauptauartier. 13. Juli. (Amtlich.) W e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Nördlich der Somme gelang es Dm Engländern, sich in Eontalmaison festznfetzen. Das Artilleriefeuer wird mit großer Heftigkeit fortgesetzt. Südlich der Somme Hatzen auch gestern die Franzosen mit ihren Angriffen, die mehrmals beiderseits von Barleur. sowie bei und westlich von Eftrees angesetzt wurden, keinen Erfolg gehabt. Sie mußten, meist schon in unserem wirkungsvollen Sperrfeuer, unter s ch w c r st e n blutigen £ p f c r n umkehren. Oestlich der Maas war der Artilleriekampf noch lebhaft. Die gewonnenen Jnfanteriestellungen wurden verbessert, di- Gefangenett- rabl erhöht sich um siebzehn £ffjzicre. zweihundertdreiundvierzig Mann aus sechsundfünfzig Offiziere, zwettausenddrci- hundertneunundvierzig Mann. In Frelinghien. am Kanal von La Basfee. an der Höhe La Kille mortt. östlich von Badonviller und bei Hirzbach gelangen deursche Palrouillenunternehmungen. Nördlich voll Soisso ns wurde ein französischer Doppeldecker in unseren Linien zur Landung gezwungen. O e ft l i ch e r Kriegsschauplatz. Bei der Armee des Generals Grafen von Bothmer wurden durch umfassenden Gegenstoß deutscher Truppen bei und nördlich von Oleeza (nordwestlich von Buczacz) ein- gedrungene Russen zurückgeworfen und dabei über vierhundert Gefangene gemacht. Balkan-Kriegsschauplatz Nichts- Neues. Ober ft e Heeresleitung. Es waren einige bange Tage, in denen wir bei dem gleichzeitigen Losschlagen Brussilows, Josfres und Haigs gelebt haben, aber wir atmen wieder frisch und frei aus. Unsere Heeresleitung selbst geht uns mit der allen Zuversicht voran, indem sie in kurzen Aussätzen aus dein '.Hauptquartier seststeltt. daß der alte Siegeswille der^Deutschen durch nichts getrübt worden sei. Der Erfolg bei Souoille hat, wie uns nochmals amtlich erklärt wird, eine ganz besondere Bedeutung. Ausdrücklich wird hervorgehoben, daß die feindlichen Offensiven nicht imstande waren, eine einzige Kanone oder einen einzigen deutschen Kämpfer aus unserer Angriffsfront um Verdun abzuziehen. Das ist ein stolzes Wort, und es erklingt uns heute doppelt erfreulich, weil wir jeden Tag besser erkennen, wie vergeblich alle Anstürme der Feinde auch in Zukunft sein werden. Die Franzosen haben es vor den Engländern voraus, verschiedene örtliche Erfolge davongetra- gen zu haben. Die halbamtliche französische Meldung vom 10. Juli spricht von einer neuen Taktik, von einem „Borschieben der Schultern", das sich mit einer Sicherheit vollziehe, welche die Herrschaft der Franzosen über ihren Gegner beweise. Diese Taktik ist, so bemerkt der Berner „Bund", keine andere als die von den Deutschen bei Verdun geübte, schmal angesetzte, aber tiefe Staffelangriffe mit gegenseitiger Abstützung der Flanken. „Sie verspricht aber vielleicht nur dort endgültigen Erfolg, wo die Verteidigung an einen unverrückbaren Punkt gebunden ist, dessen Fall eine gewisse strategische und eine große moralische Wirkung haben könnte, nicht aber dort, wo es sich um die Zurücknahme üewegj- licher, in der Tiefe mit starker Elastizität ausgestatleler Fronten bandelt." * Wie ist es heute um den Geist der Deutschen bestellt? Es ist selbstverständlich, daß im Volke Klagen über mancherlei, zum Teil wirklich ernste Beschwerlichkeiten laut werden. Solche Klagen sind ein Sicherheitsventil gegen seelischen Druck, sie gehören gewissermaßen zur GesunMeit, und ohne Klagen gibt es auch kein rechtes Durch halte i^W 0 aber der Geist der Notwendigkeit prüfend nritspricht, wo sich die F ü h r er des Volkes aussprechen, da zeigt sich, daß die beiden Kriegsjahre an unserem Willen zuni Durchhalten nichts geändert haben. Wir «rußten uns in unseren Lebens- gewohnheileil etwas einschränken, gewiß, und inanches Leid ist dadurch verursacht worden. Allein dürfen die Klagen darüber etwa die Vernunft und Erkenntnis für das ''Notwendige abböfen? Die „Deutsche Zeitung" greift ein erlösendes Wort eines süddeutsche): Priesters auf, der seiner Gemeinde am Schluß xiner Predigt zugerufen hat: „Das Maul hatten und durchhalten!" Dieses von'bajiwarischer Derbheit geprägte Wort hat in dem besprochenen Sinne seine volle Richtigkeit und Berechtigung. Die „Deutsche Zeitung" knüpft daran noch folgende Ausführungen und Hinweise auf die uns drohenden Gefahren: Diese etwas derbe aber den Kern treffende Ermahnung fall kürzlich ein bekannter süddeutscher Prälat seiner Gemeinde nach der sonntäglichen Erbauung mit auf den Weg gegeben haben? Es scheint nötig, dieses herzhafte Geleitwort weiteren Kreisen int deutschen Volke zur Ansfrischnng des Gemütes zugänglich zu Aachen Ter hohe Schwung des Kricgsgeistes von 1914 hat allmählich dem allbeliebten Hang zu kleinlicher Nörgelei Platz gemacht. Tie Notwendigen Einschränkungen im Haushalt, die Teuerung der Lebensmittel haben die Pandorabüchse geöffnet. Alle üblen Plagen aus der jahrhuirdertealten Zerstückelung wollen sich wieder unter dem Kirchturmshorizont tummeln. Di'' Topsguckerei, ob der Nachbar sich nicht durch Witz, Geld oder Vettern schaft einen Brocken mehr in den Sonntagstopf gelockt hat. mißgünstige Beargwöhnung der Stände gegeneinander, der üble Bruderneid zwischen Stadt und Land endlich gar — man sollte diese selbstmörderische Kurzsichtigkeit doch längst und gerade jetzt im Weltkriege als greisenhaft überlebt, nichtsnutzig und dreisack) verflucht in die tiefste Vergessenheit cingescharrt haben. Wie liegt denn unser Fall Die große militärische Entscheidung dieses Weltkrieges ist eigentlich heute schon so gut )ric gegeben. Die letzte gewaltige .Kraftanstrengung unserer Feinde, das millionenfache Anrennen ans allen Seite):, das seit Wochen versucht wird, hat nach seinem bisherigen Ergebnis unser uneingeschränktes Vertrauet: zu unseren militärischen Führern und ihren Heldenheeren nur noch selsensestcr verankert. Sic werden uns nicht ):icderringcn! Um so eifriger sind unsere Gegner an: Werke, nach Englands hämischen: Rat uns wirtschaftlich abzuwürgen, den Hungerkrieg au die Stelle des Weltkrieges, zu setzen. Keine Rohstoffe für Deutschland, kein deutscher Gewerbetreibender, kein deutscher Angestellter, kein deutsches Kapital in den Ländern des Vierverbandes und ihren Kolonien jetzt während des Krieges und möglichst auch nach dem Kriege! Deutschlmrd das am wenigsten begünstigte Land! Erschwerung oder Vernichtung der deutschen Ausfuhrwege! Wir tritt#it nicht vergessen, wir hüben einen bitterernste): und zähen Feind, der jahrhundertelange Wüvgearbeit gewohnt ist, England. Tie Herl ätzten Gefühle seines Geldbeutels sieht es nach dem mißlungenen Ansprung in diesem Weltkrieg näher dem Bankrott denn je. Es kann und wird nicht Nachlassen, uns zu verfolgen. Jeder einzelne von uns muß sich immer mid immer wieder klar machen, was das auch für ihn im besonderen bedeutet. Eine Erschwerung seiner Arbeit, eine! Minderung seines Einkommens, eine stetig ivachsendc Verteuerung seiner Ernährung. Die Schuldenlast des Reiches wächst ins Ungeheuerliche. Zweieinhalb Milliarden jährlich sind jetzt bereits nötig, allein, um die Zinsen der Kriegsschuld zu zahlen, ganz abgesehen von bot anderen Ausgabe): und Ausgaben des Reiches, Ocut die freieste Entfaltung unseres Wirtschaftslebens, die fruchtbarste Einsetzung unserer wirtschaftlichen Kräfte kann uns über diese böse Schwierigkeit Hinweghelsen. Dazu aber brauchen wir einen starken Frieden, und keinen in Mattheit hingenommenen faulen! Dieselbe Notwendigkeit predigt, nur in etwas anderem Gewände, der Reichstagsabgeordnete Konrad H a u ß nt a 11 n in der neuesten Nummer des „März". Er-hält den Feinden vor, daß sie sich in ihren Hoffnungen und Zielen verrannt und getäuscht haben, daß die Deutschen dagegen ihre ruhige Gelassenheit und ihr Vertrauen auf den günstigen Frieden sich bewahrten. Mehr für die deutschen Mitbrüder ist das Wort Haußmanns bestimmt, daß die Deutschen zugleich die Zukunft und die Gegenwart spüren und ahnen, was jene von dieser gebieterisch fordert, nicht bloß an Gewalt, sondern auch an Gehalt. Unsere Leser werden diese Gedairkengänge des süddeutsche): Volksvertreters mit besonderem Interesse verfolgen, denn er wirkt nicht durch Gefühffserregnngen, sondern vornehmlich durch klaren Mick aus das Unabänderliche und iliotwendi'ge: Wird der Krieg bis zum Jahre 1918 dauern? Physisch nn- inöglick ist es was die Wiederstaudskraft Deutschlands aulangt - nicht. Vielleicht kann artet) England noch Jahr und Tag Hilfsmittel und Hilssvülker mobilisieren. Die Vernunft aber bat ausgehört, ein Faktor der osjizielkm europäischen PoWk zu sein. Die Ententepolitik wird durch die MMhte der Leidenschaft und Rache noch immer beherrscht. Die Gegner Deutschlands müssen simulieren und dissimulieren. Deutschland nicht. Denn Deutschland hat sich vor Jahresfrist zu Friedensverhandlungen amtlich bereit erklärt. Es wollte den Frieden und will den Krieg nur, weil die Feinde den" Frieden nicht wollen. Dieser Eventualwille der Deutschen in darzun doch eben so stark, wie die Westfront von Verdun bis Ppern und die Ostfront von Hindenburg bis Lin singen und Bothmer. Weil das die psychologische und historische Wahrheit ist, können wir Dinge frei, kraftvoll und gelassen besprechen, welche die Gegner der Wahrheit zuwider leugnen müssen! Der Kriegswille der feindlichen Kri-egSsortsetzer ist kein Muß, er ist teils Zwangsvorstellung und teils „Geilheit", um mit dem Strafgesetzbuch der Carolina zu reden. Wir Deutsche — es ist keine falsche Ruhmredigkeit, wie solche uns von ungeschickten Landsleuten vorgesetzt wird — haben inmitten einer Epoche der Schlachten und Opfer, Entbehrungen und Tate)) eine Gelassenheit, die weder Freund noch Feind in ihrem Charakter verkennen und absprechend beurteilen soll. Tenn diese Gelassenheit ist die ungebrochene Willensfreiheit einer Nation, immer das als richtig erkannte zu tun und morgen die Lehren von gestern auszuführen, ist die Abwehr der rings rasenden Narrheit, ist der Entschluß, zum A u s b a u e n fähig z 11 bleiben trotz aller und wegen aller Verwüstung. Die Deutschen spüren zugleich die Zukunft und die Gegenwart und ahnen, )vas jene von dieser gebieterisch fordert, nicht bloß an Gewalt, sondern ailch an Gehalt. Tresor Zustand wird den Krieg zu Ende führen und wird uns befähigen, auch bei den dereinstigen Friedensverhandlungen, die zum Teil Handelsvertragsverhandlungen fein müssen, einen prinzipiellen und eventuellen Standpunkt mit aller Schärfe zu vertreten. Unsere Vernunft dar: nie kleiner sein als die der ^Gegner und so groß, um auch der Unvernunft der ,Feinde die Stange zu Hallen. Die Entwicklung wird zeigen, daß Deutschland mit dieser intellektuellen Bereitschaft der Entente den Rang ablausen kann, weiru es den Vorteil jenen „inneren Linie", die man politische Vernunft nennt, klar und kraftvoll sich zu Nutzen macht. Das dritte Kriegsjahr wird dazu Gelegenheit geben. Die Helden der Front teilen diese Anpassung uiü) verlangen sie von der Heimat. Sie haben ein ernstes Recht mitzusprechen, sie, die geftrnt haben, von den Männern der französischen Schützengräben mit der ruhigsten und ehrlichsten Hochachtung zu denken und sprechen. »«» Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 13. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 13. Juli 1916. Rusfischer Kriegsschauplatz. In der Bukowina und südlich des Dnjeftr bei unveränderter Lage keine besonderen Ereignisse. Westlich und nordwestlich von Buczacz trieb der Feind erneut starke Kräfte zum Angriff gegen die vom General Grafen von Bothmer befehligten verbündeten Truppen vor. Während ein Teil seiner Sturmkolonnen bereits vor unseren Hindernissen zusammenbrach, gelang es einem anderen, in ein schmales Stück unserer Stellungen cinzudringen, dock warf auch hier ein ungesäumt einsetzender Gegenstoß deutscher und österreichisch-ungarischer Reserven die Russen wieder hinaus, so daß alle Angriffe des Gegners völlig gescheitert sind. Zahlreiche russische Gefangene. Am Stochod schlugen unsere Truppen beiderseits der von Sarny nach Kowcl fiihrenden Bahn einen Angriff ab. Sonst nichts von Belang. Der russische Generalstabsbericht vom l 1. Juli verftciqt sich zu der Behauptung, daß die Streitmacht des Generals Brussilow seit dem Beginn der russischen Offensive 266 606 Gefangene eingebracht habe. Obgleich die Unzuverlässigkeit der russischen Berichterstattung längst zur Genüge bekannt ist. sei doch nochmals darauf verwiesen, daß die von den Russen angegebene Gefangenenzahl nahe an die Gesamtstärke jener Truppen unserer Nordoftfront hcranreicht. die in den vergangenen fünf Wochen in ernstem Kampf gestanden waren. I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz. An der Front zwischen Brenta und Etsch war die fechtstätigkeit gestern wieder lebhafter. Auf dem P a s u-b i 0 wurde ein Nachtangriff der Italiener abgewiesen. Im Po sinatal unter andauernd starkem Geschntzfeuer wiederholte Vorstöße zahlreicher Patrouillen. Bei diesen Gefechten wurden ein Offizier und 163 Mann gefangen genommen. Nach äußerst heftiger Artillerievorbereitung griffen gestern nachmittag starke fein-liche Kräfte unsere Stellungen im Raume Mt. Rasta-Jnterrotto nochmals an. Wie in den Vortagen scheiterten auch diesmal alle Angriffe unter den schwersten Verlusten der Italiener. Auch weiter nördlich waren alle Versuche des Gegners, in unsere Stellungen ein zudringen, vollkommen fruchtlos. S n d ö st l i ch e r Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfcr. Feldmarschalteutnant. * * * Der französische Bericht. Paris. 13 Juli WTB Nichtamtlich., Amtlicher Bericht vom Mittwoch nachmittag: An beider: Ufern der Somme verlier die Nacht ruhig. Zwischen S 0 i s s 0 u s und Reims machten die Franzosen bei kleinen Unternehmungen in Richtung nur Cerno n einige Gefangene. In der E ha m xs a g n e glückten nteijrere ftrewfr gegen deutsche Sck)ützengräben zwischen Maison de Cham- -agne und Cnlvaive. nördlich Ville-fur-Tsurbe. Am linken Maasufer scheiterten zwei deutsche Angriffe gegen französische Gräben bei dem Tvteii Mann völlig im Feuer. Am rechten Ufer gewann -ein französischer Gegenangriff beute nacht einen Teil des von den deutschen gestern im Finnin Wäldchen gewmrnenen Geländes zurück. Tie Franzosen machten 80 Gefangene, darunter einen. Offizier. In Lothringen, im Abschnitt von Peillon, vertrieben die Franzosen die Deutscher nus einigen Grabenstücken, wo sie Fuß gefaßt iyattra. ' . Amtlicher. Bericht vom Mittwoch abend : Bon der Front an der Somme ist nichts zu melden. Im Lause des Tages war auf dem lenken Maasufer der Artilleriekamps im Abschnitte Toter Mann ziemlich lebhaft. Ans dem rechten Ufer machten die Deutschen heute früh in Richtung aus das Fort Souville einen starken Vorstoß. Gegen 10 Uhr brach nach gewaltiger ArtiUerieVorbereitung ein starker Angriff von tt Regimentern aus dem Torfe Fleurp, und ans denr Gehölz von Baux und Chapitre vor. Trotz heftiger Massenstürme auf einer verhältnismäßig engen Front gelang es dem Feinde nur um den Preis gewaltiger Verluste, an den Zugängen zur Kapelle St. Fine und deni Kreuzungspunkt der Straße Fleury-Baux ein wenig Hoden zu gewinnen. Tie Beschießung gebt in der ganzen Gegend von Souville-Chenois und Lauffee sehr lockig weiter. In Lothringen wurde ein Angriffs der such des Feindes östlich Badenweit-er vollkommen abgewiesen. Der englische Bericht. London. 12. Juli. l'WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher englischer Bericht: Heftige örtliche Gefechtstätigkeit an verschiedenen Teilen der Front. Im Gehölz von Mametz getvannen wir das ganze in der letzten Nacht verlorene Terrain zurück und halten das ganze Gehölz. Wir machten auch Fortschritte im Wäldchen von Tron.es. Tie große Anzahl von toten Deutschen im Kamvfgeknet zeigt, wie teuer ihnen der Angriff zu stehen kam. In der letzten Nacht brachen zwei starke deutsche Angriffe gegen Contalinaisvn unter unserem Feuer vollständig zusammen. London, 12. Juli. (WTB.) Amtlicher Bericht des Generals Haig: Seit Beginn, der Schlacht empfing der Feind b*r deute-nde BerstärkÜngen. Während des gestrigen Tages und der letzten Nacht wurden Angriffe gegen verschiedene Punkte unserer neuen Stellungen unternommen. Außer im Wäldchen von Mametz unb im Wäldchen von Tranes, in denen die Deutschen einiges >üelänbc zurückgewannen, wurden alle Angrifte mit Verlusten für den Feind zurückgewiesen. Zwischen dem Haiiptschlachtfeld und der Sec waren wir damit beschäftigt, die feindlichen Stellungen zu beschießen und Ueberfälle auf die Frontlinien zu unternehmen. Bei diesen llckberfällen wurden mehrere stark besetzte Unterstände erfolg- ieiä, mit Bomben beworfen imd viele Deutsche getötet und ver mundet, sowie einige Gefangene gemacht. (Notiz: Dieser britische Bericht kommt zettüch vor dem letzten, ist aber verspätet eingetroften.) Die Bedentung des Erfolges bei Souville. Berlin, 13. Juli. lWTB. Nichtamtlich.) Der im gestrigen Heeresbericht gemeldete Erfolg der deutschen Waffen rechts der Maas bei Souville und Laufee ist ein Ereignis von bemerkenswerter Bedeutung. Diese erste größere Unternehmung vor Verdun seit dem Beginn der ..großen" Offensive unserer Feinde' beweist schlagend, daß die deutsche Heeresleitung ihr ursprüngliches operatives Ziel unbekümmert um alle Angriffe unserer Feinde im Osten und Westen fest lund klar im Auge behalten hat. Kein deutscher Soldat, kein deutsches Geschütz ist vom Kanrpfgelände um Verdun fort gezogen worden. Die Schlacht nimmt nach dem Willen der deutschen Heeresleitung inen blutigen, für die deutschen Waffen erfolgreichen Fortgang. Wem: unsere Feinde jetzt gehofft hatten, durch die Angriffe ihrer Millttmenbeere nun endlich die Initiative der Kriegführung an sich zu reißen und den Deutschen das Gesetz des Handelns vor- fchrerben zu können, so sind sie durch den bisherigen Verlauf der Ereignisse bitter enttäuscht worden. Die Anstürme der feindlichen Massen sind an dem heldenmütigen Widerstande und der zähen Ausdauer der tapferen Verteidiger an der Somme bisher nach kurzen Anfangserfolgen sämtlich' hescheiterl. Die deutsche Heeresleitung beherrscht nach wie vor die operative Lage. Dies ist dies besonderc Bedeutung des Erfolges bei Souville, der umso mehr hervor gehoben zu werden verdient, als er die Stärke und Ueber- legercheit der deutschen Waffen aller Welt von neuem kundtut. Deutschland ist berechtigt, die militärische Lage mit der alten Zuversicht und dem alten Vertrauen anzusehen. Die JahrevLlaffc 1917 in Frankreich. Sern, 13. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Nach dem „Temps" wird nunmehr auf Entschließung des Kriegs- ministers ein Teil der Jahres klaffe 1917, nämlich Infanterie und Minensuppeure, zu den zur Ausbildung bestimmten Heeresteilen gesandt. Zur Beruhigung der Oeffentlichkeit wird hinzugefügt, daß bis zu einem neuen Befehl kein Mann dieser Jahresklaffe in die Ersatz abtei- lungert für die Firomttrupven kommt. Gewinnsteuer 'Finsnznvinister Tele sz kp ba» uwu, niu M'Utcrm::- aett über die bisherigen Krugskosten zu machen. DerKtmilter sagte Der Krieg hat in den abgetan jenen 23 Monaten form- ungarischen Staat monallich durchschnittlich 450 bis 470 Millionen Kronen gekostet. Die Summe ist natürlich im Laufe des Krieges gestiegen. Sie war zu Anfang fleincr und bewegt sich heute zwischen 560 bis 600 Millionen. Dieses Kriegserfordernis schlieft natürlich in erster Linie du Bedürfnisse der Armee, in ziveiter Linie die in sehr großem Maßstabe durchgeführte Unterstützung der FainchenMitglieder der im Kriege Befindlichen und drittens die Unterstützung der im Ausland befindlichen Landsleute, die gleichfalls bedeutende Summen auÄrnäckt, in fid , ferner die Deckung des Zinsenersordernisses der bisher durchgeführten Kreditoperationen und schließlich die Kriegsunterstützung der im öffentlichen Dienste stehenden Angestellten. Was die laufenden Einnahmen und Ausgaben des Staates betrifft, so haben sich die Einnahmen trotz des Krieges sehr günstig gestaltet, so daß ans ihnen die laufenden Ausgaben, ja sogar die Kriegs- Unterstützung der Beamten gedeckt werden konnte. Die Kriegsaus- gabeit mußten imtürtich durch Kreditoperationen gedeckt werden. Hierzu dienten in erster Linie die vier Kriegsanleihen. Tie durch die Anleihen nicht gedeckten Beträge aber wurden teils durch bei einzelnen Finanzinstituten aufgenommene Kontokorrent-Anleihen, teils durch Schatzscheine, teils durch Inanspruchnahme der österreichisch-ungarischen Bank gedeckt. Diese Daten können jedermann davon überzeugen, daß einerseits unsere Kricgsausgaben sehr bedeutend sind, andererseits aber, daß, wenn man die sehr bedeutende militärische Kraftentsaltung des Staates in Betracht zieht, sie mit den Kriegsausgaben der übrigen Staaten im Verhältnis stehen, ja daß sie sich gegenüber den Kriegsausgaben der Entente, soweit wir darüber unterrichtet sind, entschieden günstiger gestalten, und daß unsere Ausgaben auch in einem entsprechenden Verhältnis zu den Ausgaben unseres großen Bundesgenossen Deutschland stehen. Die Angaben können das Haus davon überzeugen, daß wir eine sehr bedeutende Steigerung unserer staatlichen Einnahmen in Zukunft brauchen, um diese Ausgaben, ertragen zu können, und daß die Steuervorlagen, welche die Regierung vorgelegt hat und die wenigstens die Deckung der Zinsenersordernisse der Kriegsanleihen im Rahmen 'der laufenden Einnahmen bezwecken, unbedingt notwendig find. Aus dem bulgarischen Parlament. Sofia, 13. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Vom Prioatkorre- spondenten des Wolffschen Bureaus. Sobranj e. Bei der zweiten Lesung des Budgets kritisierte der Agrarier Torlakow heftig die gesamte innere Politik der Regierung und erklärte, er werde nur ein Budgetzwölftel statt der von der Regierung geforderten sechs bewilligen. Er forderte zahlreiche Aenderungen der wirtschaftlichen Maßnahmen. Der Führer der Demokraten. Mali- now, erklärte, alle Parteien müßten die Regierung unterstützen. Er werde deshalb den Kredit bewilligen, verlange jedoch, daß erst dann die zweite Lesung des Budgets geschlossen und darüber abgesttmmt werde, wenn ein treues Gesetz über die Schaffung einer Zentralstelle für die Lebensmittelversorgung eingebracht und angenommen worden sei. Er fordere deshalb einen ^lusschub der Budgetberatung. Ministerpräsident Ra- doslawow dankte Malinow für die Bereitwilligkeit, das Budget zu bewilligen und erklärte, daß auch er die Mängel des bisherigen Gesetzes über die N ahrun g s mrttelv er so rgu n g anerkenne. Er werde noch in dieser Session ein Gesetz einbringen. Mit einem Aufschub der Budgetberatungen sei er itidit einverstanden, denn das würde den Ausdruck eines Mißtrauens der Kammer gegen die Regierung darstellen. Nachdem Tontschew die Kammer aufgefordert hatte, für das Budget zu Ammen, wurde der Antrag Torlakow gegen die Stimmen der Agrarier und der Anhänger Genadiews abgclehnt. Sodann wurde auch der Antrag Malinow, betreffend einen Aufschub der Budgetberatung gegen einige Demokraten, Narodniakeir und Agrarier abgelehnt. Darauf fand die Abstimmung über die Regierungsvorlage statt, für welche die Regierungsparteien außer den Genadiewisten stimmten. Der Präsident erklärte das Budget für angenommen, wogegen die Agrarier nnd Genadiewisten stürmischen Protest erhoben. Unter allgemeinem Lärm wurde die Sitzung auf Freitag vertagt. Tie Mspaltnng der Genadiewisten macht die Stellung des Ministers Apostolowl,, des Vertreters dieser .Gruvve im Ministerium, unmöglich. Tie 'Stellung RadoslawowS, dessen äußere Politik bei der ganzen Aussprache außer Spiel blieb, ist ungefährdet. AuS Holland. Haag, 13. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) In der Zweiten Kammer i[t eine Vorlage eingebracht worden, in der ein neuer außerordentlicher Kr i e gs k re d i t v o n 7 5 Millionen Gulden angefordert wird. Haag, 13. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird bekanntgegeben: Die Unteroffiziere und Mannschaften des Jahrganges 1 907 der berittenen Waffen, der Festungs- artilterie und des Torpedisvenkorps werden am 28. Juli beurlaubt. üieier Sachlage ei «fruit es nufr cmsgejchlomu, oap e» ,uu imr ur. ten B.'rsuch hmdelt, mtt der aus der Luft geürrNenen Behauptung der Patentverletzung das alle Welt überraschende Erzeugnis deutschen Geiverbesleißes zu Gunsten der amerckaunchen: Industrie herabzusetzen. Berl in, 14.Juli. Nach Meldung des „Berliner Lokalanz. aus Rotterdam-hat sich auch in Holland ein Mann gesunden, der die Priorität der Handels-U-Boot Idee für nch nr Anspruch nimmt Jonker Sandberg, -Offizier der holländttch- indlschen Armee behauptet, den Plan anfangs März 191om einem Brief aufgestellt zu haben, der auch in die Hände von Trrpitz und Ballin gelangt sei. Den Erbauern unserer U-Boote geht es alfo ähnlich wie dem Grasen Zeppelin, dessen Idee ebenfalls viele Erfinder lange vorher gehabt haben wollen. ^ • Berlin, 14. Juli. „Journal" meldet aus New Bork, so teilt der „Berliner Lokalanzerger" mit, daß der Blechkönig Heckscher der Besatzung d e s H a n d e l s - U - B o o t e s „Deutschland" 1 0 0 0 0 Dollars gestiftet hat. London, 13. Juli WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meidet aus Washington: Die Diplomaten der Ententeländer haben die Nachricht erhalten, daß die „Deutschland" von Bremen bis beinahe nach Norfolk lVirginien) von neutralen Handelsschiffen. vermutlich norwegischer, dänischer oder holländischer Nationalität begleitet gewesen sei, die das U-Boot vor Entdeckung sicherten. Aehnliche Berichte seien beim Staalsdeparre- ment eingetroffen. Inzwischen sei beim amerikanischen Konsul in Bremen angefragt worden, lvarnm er nicht Washington pertraulich von der Abreise der „Deutschland" benachrichtigt habe. Allgemeiner Ausland in Spanien. Madrid, 13. Juli -WTB Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Der Ausstand der E ifenb a h cka n g e- stellten dauert an. Der Betrieb wird teilweise aufrecht-' erhalten. Hunderte von Eisenbahnangestellteu sind eingezo- gen oder verhaftet worden. Es verlautet, daß die Kammertr vertagt worden. Der König ist heute von seinem Landsitze zurückgekehrt. Die Zivil- und Militärbehörden hielten heute vormittag eine Beratung ab. Madrid, 13. Juli. (Zf.) Infolge des Eisenbahner- ftveiks sind die V cr f as sun gsgarantie n beute aufgehoben worden. In Stadt und Provinz Madrid wurde der B e l a g e r u n g s z u st a ii d erklärt. Die Arbeiten der Cortes werden hinausigeschoben. (Frkf. Ztg.) Aus dem Reiche. Besprechungen beim Reichskanzler. Wie die „.Franks. Ztg." erfährt, hat der Reichskanzler von den ^Führern der größeren Fraktionen des Reichstages je einen auf den nächsten Samstag zu sich gebeten. Es handelt sich wahrscheinlichj um; eine der Bef prechung en, wie sie der Reichskanzler häufig mit den Fraklionsfühoern har, um auch, wenn der Reichstag nicht versammelt ist, auf diese Weise den Zu^ sammenhang zwischen der Volksverttetting und der Reichsregierung aufrecht zu erhalten. . v ' Reue Bundesratsverordnungen. Berlin 13. Juli. WTB.) Der Bund es rat hat den Entwurf einer Bekanntmachung über den Verkehr mit Dutier, Käse, Schmalz und dereir Ersatzmittel, den Entwurf einer Bekannttnachung über die Geltendmachuiig von Ansprüchen von Personen, die im Auslande wohnen, den Entwurf einer Bekanntmachung betreffend die Fristen des W e ch s e l - nnd S che ckrc ch t s i ü r E lsaß-Loth ringen, die Aenderung der AusführungsF bestimmungen und ÄuSlegungsgrnndiätze zum R e i ä>S sle-m pel- ge setz hinsichtlich des F r a ch tu r kund e 7i st e m pe l S und den Entwurf einer Bekanntmachung belreffend das Verbot dar Ausfuhr von Goldwaren angeTwmnren. * Berlin. 13 Juli. (WTB Amtlich.) Im Interesse de.. Stärkung des GoldnorratS iuiforer ReickfSbank ist es er- wünscht, die Herstellung derjenigen Goldwaren ernzuschränken, bei welchen ein verhältnismäßig kleiner Fasson- nnd Arbeftsweei einem großen ?Naterialwert gegenübersteht. Da diese schweren Goldwaren mit geringer Fasson irr der Hauptsache ftir daS Ausland erzeugt werden, ist das Ziel ziveckniäßig durch ein Ausfuhrverbot zu erreichen. Ein folrfrs hat der Bundes rat am 13.Jüli für Waren erlassen, die ganz oder teilweise auS Gold hergestellt sind, so wett sie nicht lediglich-vergoldet sind. Die Ausführung von Goldwaren mir hoher Fasson.— dazu gehören auch schioere Goldwaren, die mtit Edelsteineii besetzt sind — soll nicht unterbunden wei'den. Die Aus- fuhrerlaubnis wird im Namen des Reichskanzlers von den Vorständen der Reichsbanknebenstellen Hanau und Schwäbisäf-Gnrüich (für ihre Bezirke) und Mörzheim (für daS übrige RerchSgebi^ erteilt. Me „Times" über die Aussichten der englischen Offensive. L.ou>b'on, 13. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Tie „Times" schreibt in einem Lettartikel: Die l r a u t i g-cn Li sten in uIlse r en Spalten geben uns täglich ein Bild unserer Verluste und verstärken die Nation in ihrem Entschluß, daß so große Opfer ihre Früchte tragen muffen. Es ist eine kostspielige Arbeit, Stellungen aiizugreifen, die der Feind seit langer Zeit stark befestigt bat. Es gibt aber keinen anderen Weg zum Siege. Das ganze Gelände, das die Engländer erobett haben, wird harttiäckig iestgehalten nnd man kann nunmehr den Begiwi des 'Angriffes auf die zwette Linie des Feindes erwarten. Vielleicht roird dieser Angriff welliger schwierig sein, aber es sind Anzeichen vorhanden, daß man darauf nicht zu fest bauen darf. Die Deutschen ziehen inrmer mehr Truppen zusammen, um den Angriff der Engländer znm Stehen zu bringen und sie werden uns jeden Zoll Grund! streitig mack>en. Man muß auch mit einer Verstärkung der feindlichen Artillerie rechnen. Tie Boden beschaffen hett gewährt den Deutschen noch immer ungewöhnliche Vorteile und das Wetter hat rn der letzten Zett die Overattonen der Engländer nicht begünstigt. Tie raschen Fortschritte unserer Verbündeten bei Beginn der Offensive loerden sich nicht roiederholen und man muß hier langsame hartnäckige Arbeit erwarten, ehe die Franzosen an einigen Punkten sttomabwärts von Braches über die Somme konmlen. 'itm kann mit Sicherheit erwarten, daß der Feind sich an allen ^drohten Orten längs der ganzen Lrnre, die jetzt angegriffen wird, fest eingräbt. Ein Faktor aber begünstigt die Offensive i>er Verbündeten : Obwohl man Berteidigungswerke schnell improvisieren lann, ist die erstaunliche Stärke der bereits genommenen Stellungen doch das Produkt einer monatetange^l Arbett gewesen. T'. Schlacht cm der Somme wird in ihrer zwetten Phase wahr- ichcinlich noch viel heftiger werden. Die Aussichten sind gut, aber dir Resultate werden nur langsam erzielt werden. Die Beschlüffe der Pariser WirtschaftStsnferenz wieder aufgehoben? Berlin, 14. Juli. Dem Amsterdamer Berichterstatter der „Voss Ztg " meldet sein Londoner Gewährsmann, die auf der Pariser Wirtschaftskonferenz gefaßten Beschlüsse seien auf Ersuchen Frankreichs und Rußlands aufgehoben worden. Die maßgebenden Stellen dieser Lärrder befürchten, daß die Bcrwirt- lichung der Beschlüsse große Gefahren für deri Handel mit den Neutralen nach sich ziehen würde. Da voraus^us-ehen sei, daß dieser Nachricht widersprochen würde, so betont der Berichterstatter besonders, daß sie aus maßgebender zuver- lässiger Quelle stammt. * » * Die ' eigaoausgaven Ungarns. Budapest, 13 Ilüi >WTB. Nichtamtlich.- Im Abgeord- rieLLphause ergriff gestern bei der Aussprache über die Kriegs- Der §eektteg. Haag, 13. Juli. (WTB Nichtamtlich.) DaS Korrespon- denFbureau erfährt, daß die Regierung den niederlmidischeil Gesandten in Bertiu angewiesen hat, bei der deutschen Negierung wegen ver Versenkung des Fischer fahr- zeugeS „Gee'rtruida" und „Sch 103" durch ein deutsches Unterseeboot die nötigen Schritte zu tun. Der Gesandte hat diesen Auftrag bereits crusaeführt. London, 13. ^nli. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Mrniralität teilt mit: Nach Berichten des britischen Wmiralö im M>riattschen Mver traf der österreichische Kreuzer „Novara" auf eine Gruppe von 'britischen Fisch er Fahrzeugen, die DatroutNen- dienst taten. „Astrum", „Spei" und „Clavis" wurden versenkt, „Frigatebird" und „Herbui" beschädigt, konnten aber in den Hafen zurückkehren. Die Bemannung der „Astrum" sei gefangen. Bon der Bemannung der übrigen Boote seien zehn getötet und acht verwundet Der Triumph der „Deutschland". Berlin, 13. Juli. (WTB. Nichtauttlich.) Nach einer Mitteilung des Reuterschen Bureaus hat der Vertreter der Lake Torpedo Boat Go. tn Bridgeport l Verein igle Staaten von Nordamerika) behauptet, die Einrichtungen des Handels tauchbooleS „Deutschland" griffen in dße Patente der genannten Gesellschaft ein, und diese wolle deshalb Klage anstrengen. Im Anschluß hieran drücken die Preßsttmmen des feindlichen Auslandes die Hvfftrung aus, daß aus Grund der angeblichen Patentverletzimgen die Beschlagnahme der „Deutschland" in Amerika erfolge. Hierzu wird uns von berufener Seite folgendes geschrieben: Es ist ein im Patentrecht allgemein anerkannter Grundsatz, daß ein Patent in irgendeinem Lwrve gegen solche Einrichtungen nicht geltend gemacht roerden kann, die sich an Bord von Schiffen befinden oder Teile von Sckftsfen bilden, j)io itair vorübergehend in das betreffende Land gelangen. Ter Sinn dieses Grundsatzes i ftu den .internationalen Verkehr gegen Be lästig imgen, die mtt seinen Bedürfnissen unverträglich sind, zu schützen. Das deritsche Patentgesetz enthält denn auch eine entsprechende Bestimimmg im britteu Absatz des § 5. In der amerikanischen Patentrechtsprechung aber wurde derselbe Grundsatz, lange bevor es ein deutsches Patent gefetz gab, schon im Jahre 1856 aufgestellt unpi ist ftistdem anerkanntes RE. Hiernach ist eS ausgeschlossen, daß der „Deutsche land" auf Grund von anrerrkanrscheu Patenten irgendwelche Schlvie- rigkeiten gemaäfl werden können, insbesondere, daß die Beschlagnahme des Tanchbovtes erfolgt, llcbrigens ist nicht rechts ersichtlich, woher der Vertreter der Lake Torpedo Boat Co, werrn er überhanpt die ihm von Reuter in den Mrpid gelegten Aeußernngen getan hat. wissen will, daß die „Deuffchland" die Patente seiner Gesellschaft verletzt hat, da ihm doch die Emzelhetten der Bauart dieses Frachuauchbootes unmöglich bekannt sem können. — Bei Arrs Hesse«. Höchstpreise für Obstkonierven. In der Zweiten Kammer hat der Abg. Korell- Jngelhcim folgenden dringlichen Antrag gestellt: Ich beantrage: Die Kanimer wolle beschließen, die Großh. Regierung zu ersuchen, für die Festsetzung von neuen Höchstpreisen für O b st kv n s e r v e n, fvelche. denen für Frischobst eiitsprechen, bei der zuständigen ReichSitelle einzuttcten Falls sie für daS Reich rricht zn erreichen ist, soll sie für das Großhcrzogtum erfolgen und eine Ausfuhr frm .Konserven aus Hessen an dieselben Bedingungen geknüpft werden, wie die Ausfuhr von Frischobst. Die Goldankausstelle ist morgen von \0 bis \2 l k Uhr geöffnet! Aus Stadt und Land. Gießen, 14. Juli 1916. BolkSspende für die deutschen Kriegs- und Zivilgesangenen. Die Sammlung am vorigen Samstag und Sonntag har etueMErnnahme von rund 6700 Mark ergeben: sie bleibt hinM der- Sammlung im Oktober vorigen Jahres mit einige 1000 Mark zurück, es ist aber zn hoffen daß die Einnahmen bei den aus vem heutigen Anzeigenteil ersichtlichen S p e n d e n a n n a h m e st e l l e n die Sammlung für unsere unglücklichen Gefangenen aas die Höhe der vorigen bringen; die Listen in der, Spendenannahmesbellen liegen noch während des ganzen Räonats Jüli offen. Welche Wohltat die Gaben des Roten Kreuzes, die aus der Sammlung vom Oktober vorigen Jahres beschafft uno dnrch Vermittlung b'er Angehörigen des Roten Kreuzes in neittralen Ländern unseren in Rußland besiitblicheir Kriegsgefangeiren zugeführt wurden, für diese bedeuten, geht aus zahlreichen hier angelangten Briefen hervor. Erst vor wenigen Tagen ist bei einer hiesigen Iamilie ein Brief angekomnren, in dem der Absender wörtlich schreibt: „Die Rote-Kreuz-Sendungen vom November 1915 1) a t t c n uns aus aller Not g e. h o l s e n." Es ist auch fetzt eine Pflicht der DanLbarreit gegenüber unseren in die Hand unserer F^ernde geratenen Volksgenossen, alles zu tun, was zur Milderung ihres harten Loses beiträgt. ** ^ ef«jrammmcd)i el Bagd ad-Wo^ssgarteu. Nackgtchender Telegrammwechsel wird den bockherzigen Svenbern, deren Opserfreudigll'it die Zusendung der hessischen Schwestern und Einrillung des R oten Kreuz-Lazaretts in Bog d a d ermöglichte,-die (Genugtuung geben, daß durch ihre Hilfe der Menschlichkeit ivertvolle Dienste geleistcr werden kcmnten. Telegramm aus Bagdad vom 12. Juli 1916: .Ihrer Königs. Hoheit der Iran Grvßherzogin von .Hessen. M' labe heute das in Bagdad eingerichtete Lazarett des l>il »l .1 besichtigt lind freue mich von ganzem Herzen über die werktätige Hilfe, die dadurch den Verwundeten meister unrer schwierigen Verhältnissen käinpsenden Armee geleistet ivrrd. Ick danke von Herzen m meinem und im Rainen meiner Armee für die Entsendung der hessischen Schwestern und die tätige Anteilnahme. die Eure Königliche Hoheit dem verbündeten osmanr- schen Reiche dadurch erwiesen l>aben. 'Armeeführer Halil Pascka." Hierauf ging nachstehendes Antworttelegramm ab: „W olfsgarten, 12. Juli 19-16. An Armeesührer Halil Pascha Exzelleiiz, Bagdad. Herzlich dankbar, daß die Opferwilligkeit hochherziger Spender io segensreick-c Früchte getragen und der Erfolg Ihre Anerkennung gefunden hat, bitte ich Gott, den tapferen hessischen Schwestern auch fernerhin beizustehen. Eleonore, Großherzogin von Hessen." ** 21 m 11 i d) c Personal nach richten. Der Groß Herzog hat am 12. Juli den Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Mainz Professor Dr. Jakob Hellwig zum Direktor der Höheren Mädchenschule zu Offenbach a. M. mit Wirkung vom 11. Angu k 1916 ernannt. Auszeichnung. Da« Eiserne Kreuz erster Klasse wurde verliehen dem Leutnant und Kompagnieführer Karl Stein im Jnf.-Rgt. 118, Sohn des verstorbenen Architekten Stein. ** ZUckermarken unb ©eifenmatfett. Die Zuckermarken^ftrr die Zeit vom 16. Fu.lt bis 30. September 1916 werden Samstag, den 15. Juli, gleichzeitig mit den Seifeurmrrkeu in den Brotnlarkenb^iwken entsprechend den geltenden Bestimmungen ansgegeben. Feinseife und Wasch-' seife darf nur gegen entsprechende Seifemnarken der Stadt Gießen abgegeben werden. Ein Eintrag aus der Brotmarken- auswetstarte hat nicht mehr zu erfolgen. ** Törichte Gerüchte. Wie leicht viele in dieser ernsten Zeit immer noch auf dumme Gerüchte hereinfallen, bewies die merkwürdige Erscheinung, daß in den letzten Tagen an manchen Kassen eine auffällige Mehrabhebung von Bargeld stattfand, in der Befürchtung, bei der nächsten Auslage der neuen Reichsanleche lvürden alle Sparer zur Zeichnung gezwungen werden. Es braucht wohl weiter gar nicht versichert zu werden, daß solche Gerüchte jeder tatsächlichen Grundlage entbehren, daß sre allenfalls von feindlichen Agenten erfunden sind, um durch Entziehung des Bargeldes aus dem Verkehr unseren Reichskredit zu schädigen und daß von den Kassen sofort eine entsprechende Aufklärung des Publikums erfolgte. ** Zur Verwertung Her O b st er n t e. Cs kann nicht damit gerechnet werden, daß die Zuckerm enge, die für Herstellung von Marmelade, Gelee, Mus, Obst- und Beerensaft erforderlich ist, zur Verfügung gestellt wird. Zur Süßung dieser Erzeugnisse kann wenigstens teilweise Saccharin verwendet werden. das ungefähr 450mal süßer ist als Zucker und soas nrunmechr für den Verkehr in größerem Umfang freigegeben wird. Die erforderliche Menge hat ledoch keine konservierende Wirkung. Um die Erzeugnisse haltbar zu machen, wird beuzoe'saure-s Natron in der ungefähren Menge von 1 Gramm auf 1 Kilo Masse zugefetzt. Das Mttel wird jetzt auch in der Form von Tabletten in Packungen von je IO Stück in den Handel gebracht, z. B von der Firma'E. Merck in Darmstadt. Für je 1 Kilo Erzeugnis ist eine Tablette zu venoenden. Die erforderliche Zähl von Tabletten wird in Wasser aufgelöst Uiid unter die noch warme Mcrsfe verrührt. Durch die Tablettenform wird der Gebrauch des Mittels in den Haushaltungen wesentlich erleichtert. ** Handel m it Lebens - und Futtermitteln und Bekämpfung des Ketten-handels. Wer im Bezirk der Stadt Gießen Handel mit Lebens^- und Futtermitteln oder mit Erzeugnissen, aus denen Lebens- oder Futtermittel hergestellt werden, treibt oder treiben will, bedarf hierzu vom 1. August 1916 ob der behördlichen Erlaubnis. Anträge Butter sehr knapp geworden. — Die Heuernte, die ihrem Eirde entgogengeht, hat in unserer Gemarkung bei bedeutend ausgedehnten Wiefenflächcn, die bis in den Ober mal d üch erstrecken, groß" Ertrag? gebracht. Aber die Arbeit ist bei der unbeständigen Witterung de» Landwirten besonders schwer geworden. Seit Montag sind Landsturmleute zur Hilfe eingetrosien. — Reiche Erträge werden auch dieses Jahr in Gärten und Wäldern an Beeren eingebracht. — Da ist das dlubleiven des nötigen Zucker- bedarfs zu rechteni Uebelstand geworden. Tie Beeren sind vollständig ausgereist, ttotz aller Klagen der Bevölkeriing ist aus dringende Anfrage von Bürgermeister Ritter bei der Verwaltung in Schotten die Freigabe der nötigen Zucker menge nicht erfolgt. Wenn eine Lieferung nicht bald erfolgt, gehen die Beeren infolge des feuchten Wetters verdorben. Kreis Friedbcrg. oa. F r i e d b e r g, 13. Juli. Dem Oberjäger und Offiziers Aspiranten Hugo G a m b a ch , Sohn des Hausverwalters Otto Gambach von hier, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. nt. Friedberg, 14. Juli. Am letzten Freitag wurden für emgeliewrte G o l d s a ch e n 1254,65 Mark gezahlt. Davon ent- stelen auf Friedberg 682,30 Mark, Bad-Nauheim 194 Mark und Büdingen 378,35 Mark. Die Gesamtsumme beträgt bis jetzt 10 995,62 Mark. dz. K i r ch - G ö n s, 14. Juli. Dem Unterofstzier Karl Wenzel von hier, im Jni.-Regt. Nr. 168, der feit Anfang des Krieges an der Front steht, wurde das Eif-erne Kreuz ver- liehen^ Die Tavferkeitsdenkmünze erhielt er berens im September 1945. Starkcndurg und Rheinhessen. mh. Dtainz, 14. Juli. Ein hiesiges Geschäft hatte eine Sendung Butter zu empfangen. Beim Oefsnen der Verpackung fehlte ein Teil der Butter und der Gewichtsmangel war durch einen Stein ersetzt. Wz. Woruts, 14.Juli. Die Tomatenernte verspricht in diesem Jahre einen sehr guten Ettrag. Die Stöcke zeigen einen, reichen Behang. Dabei sind die!Frückte von erstaunlicher Größe und von durchaus gesundem AuHehen. Die Reise wird allerdings durch die trafst, kühle Witterung sehr verzögert. Für die Tomatenselder wäre, wie für alle Kulttrven in Garten und Feld, der- Eintritt einer- anhaltenden sonnigen Wttternng dringend erwünscht' Für die in Treibhäusern gezogenen Tomaten, die jetzt schon ans den '.Warft gebracht werden, stellt sich der Preis auf 40—50 Pfg. das Pfund. = Ams dem Odenwald, 14. Juli. Im Walde von Lütze-I-Wiebelsbach wurden zahlreiche Frauen und Kinder beim .Heibelöeerpstücken von einem Gewitter überrascht und sülchten nnter Baunren Schtzutz Ein Blitzstrahl traf den Baum, nnter dein die^ Witwe Herrschaft mit ihren drei Kindern stand. Die älteste Tochter wurde auf der Stelle erschlagen, ein zweites Mädchen erlitt am Rücken schwere Brandwunden, das dritte tarn mit leichteren Verletzungen davon. Frau .Herrschaft selbst lvurhe nur betäubt und erhotte sich nach kurzer Zeit wieder. Kreis Wetzlar. ck. G r o ß - R e ch t e n b a ch, 13. Juli. Ein bedauerlccher U n g l ü ck s f a l l ereignete sich hier vorgestern nachmittag. Der Landwirt Wilhelm S e i p p siel von einem mit Heu beladenen Wagen und st a r b auf der Stelle. Verrnutlich ist der Tod durch einen bet dem Fall zugezogenen Schädelbruch eingetreten. cl. Aus der B ü r g e r m e i st e r e i R e ch t e n b a ch, 13. Juli. Die in der Bürger,neisterei veranstaltete Sammlung für die deutschen Kriegs- und Zivilgestmgenen im Auslande ergab den Betrag von 1016,75 Mk. — Der' Bürgermeisterei sind für diese Woche vom Kreiskonnnunalverband 1 Stück Großvieh, 5 Schweine und 2 Kälber überwiesen. Wa. Dutenhofen. 11. Juli Mit der Hessischen Tapfer- kettsmedailte wurde ausgezeichnet Umerrdzier Ludwig Weigel, 'Fuß-Art.-Ball. 9er 50. Wa. Hör ndheim , 14. Juli Vyestldioeixn (Lehreri Heinrich Bepl er , Inf.-Regt. Nr. 116, wurde zum Leutnant ernamtt. Hessen-Nassau. ha. Biedenkopf, 14. Juli. Vizefeldwebel Hermann Kohrina im Res.-Jäger-Bat. Nr. 11 wurde zum Leutnant der Res. befördert. — Der Oberheizer Fritz Wag n w (Ludwlgshütte) auf S. M. S. »Westfalen" und der KrtegsfreuvilUg^. Otto Ruppert im 136. Jnf.-Negt. wurden mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Wa. Ed i n g e n. 11. Juli Unteroffizier Karl T a n re l, Res.-Jnf.-Regt. Nr. 81 und Grenadier Heinrich Conrab, 4. Gardc-Rcgt zu Fuß, erhielten das Eiserne Kreuz zweiter Klane hl. Kirchhain, 14. Jul» Tie starken Regenfälle der letzten Tage stabe» zu einem weiteren Steigen des Hochwassers geführt. Viele Wiesen sind überschwemmt, wodurch viel Heu verdirbt. Die Feldarbeiten sind durch die Witterung sehr erschwert. F. C. Kirchhain, 14. Juli. Auf dem letzten Fohlen- markt herrschte bei gutem Angebot lebhafte Nachfrage. Man notiette beste zweijährige Stutfohlen 2000 bis 2600 Mk. Für die zum Verkauf gestellten Fohle» wurden 71000 All. erlöst. ke. Frank ende rg, 14. Juli. En, Aiutterschwein, dem hiesigen Metzger Schneider gehörig, warf achtzehn lebendige Junge. Wahrlich ein sehr braves Tier, das in der fleischlosen Zeit dieses Einsehen Hai. ke. Treysa, 13. Juli. Ter Preis für das Pfund Kalbfleisch ist von den hiesigen Metzgern von 1,80 Mk. auf 1,60 Mk. herabgesetzt worden. — Frankfurt a. M., 13. Juli. Die Straße n s a m m • lung zugunsten der Vvlksspende für die deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen am 1. und 2. Juli ergab 72 525,81 Mk., eine Summe, die durch etwa 3000 Sammler aufgebracht wurde. X Hanau, 13. Jul,. In der heutigen tlichtöifentlrchcn Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ist Ad- mttal S ch c e r z u m E h r c n b ü r g e r der Stadt Hanau ernannt worden. Als sein Vater im Jahre 1867 von Obcrnkirchen ^Kreis Schoumburg) nach Hanau versetzt tvurde, tvar der junge Sck?eer 4 Jahre alt. Er hat also Jugend und Schulbildungszeit in Hanau verlebt, da sein Vater seinen neuen Wirkungskreis in Hanau als Oberlehrer an der Oberrealfchätle nicht mehr verlassen hat. Ter jetzige Admiral hat sich auch stets 'als Hanauer -gefühlt, und betrachtet. verniischter. = Afchaffenburg, 13. Juli. Zur Erinnerung an die Gefechte von Afchaffenburg und Laufach am 13. und 14. Jul, 1866 fanden heute an den einzelnen Stätten stille ernste Gedenkfeiern statt. Unter Fülzrung von Hauptmann a. T. W a l d c d c u - Darm- städt begaben sich die Vertteter der Kriegerkameradschaft „Hafsia" in Begleitung von Bürgermeister Matt (Afchaffenburg) und dem Bezirksobmann Rung iWürzburg) des bayerischen Krieger- und Veteranenbundes nach dem hiesigen Friedhol, wo auf den Soldatengräbern und am Oesterreicher-Denkmal Kränze niedergelegt wurden. Sodann fuhren die Herren, denen sich zablreickie Veteranen vonj 1866 angeschilossen hatten, nach Lau fach. Hier wurden ebenfalls an den zahlreichen Gräbern hessischer Soldaten Kränze in den hessischen Landesfarben nieder gelegt- An der Ehrung er Gefallenen beteiligten sich neben Vertretern der baperischen Regierung auch Angehörige der hiesigen Garnison, die anwesenden Veteranen inrd die Bewohner der benachbarten Orte Laulach, Frohnhofen, Hein ustv. An^VLVsitätK-Ncrcbvschten. hl. Marburg, 14. Juli. Ter ordentl. Professor an der Universität Prag Tr. v. P r e m e r st e i n ist als Nachfolger von Professor Dr. Otto zum ordentl. Professor an der hiesigen philosophischen Fakultät ernannt worden. Hk. Frankfurt a. M., 14. Juli. Für das Fach der Pharma- Vologie habilitierte sich in Frankfurt a. M. Dr. »,ed et phil. Orw Riesser, bisher Privatdozent an der Universität Königsberg i. Pr. Dr. Messer, ein geborener Frankchrter, promovierte in'Heidelberg znni Tr. phil. 'rat., wurde 1908 Assistent am Institut für medizinische Chemie und experimentelle Pharmakologie in Königsberg, erwarb ebenda im Mai 1911 den medizinischen Doktorgrad und lfabilitterte sich zwei Jahre später in der dorttgen »ledizi nischen Jxikultät für d^s Fach der inedizinischen Chemie. Im Jahre 1915 kam Dr. Riesser cm das Frankfurter vharma- 8ologische Institut, seine ^Arbeiten liegen auf dem Gebiete der physiologischen Chemie. rrUkehliche Nachrichten. Israelrttsche Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, den 15. Juli 1916: Vorabend: 8.30 Uhr. — Morgens: 8.30 Uhr. — Abends: 9.50 und 10.25 Uhr. Israelitische Neligionsgesellschaft. Sabbatseier am 1». Juli 19 16 . Freitag abend 8.30 Uhr. — Samstag vorm. 8.30 Uhr. — Nachm. 4.00 Uhr. — -Labbatausgang 10.25 Uhr. — Wochen- gottesdienst morgens 6.30, abends 8.30 Uhr. — Dienstag: morgens 7.00, abends 9.00 Uhr. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 15. Juli 1916 . Wechselnd bewölkt, zeitweise Regenschauer, kühl. Letzte Uachrrchtem Eine Denkschrift BatockiS. Königsberg i. Pr., 14. Juli. Oberpräsident von Batockl veröffentlicht soeben eine Denkschrift über die Besettigrmg der Kriegs schaben Ostpreußens Die unifangreicke Ärbett bringt auf der Titelseite Dankesworte des Kaisers cm die Ostpreußen vom 27. Jüni 1916. Die Verhandlungen der Entente mit Rumänien. Bukarest, 14 Juli. Ueber die schritte, die die Mächte des Bier Verbandes bei Beginn der allgemeineil Offensive bet der rumänischen Regierung urtternonnnen haben, .erfahre ich. so schreibt ein Mitarbeiter des „B. T.". folgende zimer-lässige Einzelheiten: Unter Vorlage gewisser Erläuterungen ihrer Generalstäbe setzten die Gesandten des Vierverbandes den Mmsterpräsidenten Bra- tiann in Kenntnis, daß die Gesamtoffenffve gegen die Mittelmächte begonnen habe. Sie erinnerten Herrn Brcttimm an seine eigenen Erklärungen, daß er ffn gegebenen Augenblick die nationalen Bestrebungen Rumäniens an der Seite des Vierverbandes vor- wirklichen wolle und forderte den ÄUiristerpräsidenten aus, seine Entschließungen zu treffen, da nach ihrer Meinung der geeignete Augenblick nunmehr gekommen sei, falls Rumänien den Zeitpunkt zur Verwirklichlung seiner Bestrebungen nicht überhaupt versäumen wolle. Temge>genü1>er erklärte der Ministerpräsident, ohne dir Einladung des Vierverbandes grundsätzlich zurmckzwveiscn, daß es müwendig erscheine, zunächst noch gewisse Ergebnisse der begonnenen Offensive äb- zuwarten. Im übrigen aber nrüsse Rumänien vor seinem Eintritt in den Krieg mi der Seite F-rankreichs, Englands und Rußlands ans die in dlmerika bestellten und von Rußland noch nicht ins Laub gebrachten Artillerie- und MunitionSmengen aufmerksam inachen. Die Unterhandlungen über diese Frage bewegten sich zunächst eine Zeitlang ständig un Kreise. Bratiam, erklärte: Wir inarichieren erst dann, wenn wir die Mwntion haben, und die Gesandten stellen sich auf den Standpunkt, wir liefern die Mjunitton erst dann, lvenn die Rumänier marschieren. Schließlich zeigten sich die Gesandten bereit, Rmnänien im Verlause der nächsten 40 Tage wenigstens einen Test der in Rußland lagernden Munition zu liefern. Im übrigen sollen die Unterhandlmige» über den Eintritt ^Üumäniens in den Krieg ihren Fortgang nehmen. * Sechs Arbeiter ertrunken. X Hcrn a u, 14. Juli. «Drahtuachr. ! In der- Frühe des gestrigen Tages hat 'ick aus dem Main bei .Kesselstabt Hanau ein schweres Bootsmiglück z»getragen. Etwa 20 Arbeiter wollten in einem größeren Boot ^von der preußischen auf die hessische Seite übersetzen, um an die Schleusenbaustelle z» gelangen, wo sie beschäftigt sind. Während das Boot etlva in der Mitte des Sttonres angelang: war, blieb der Schlagbaum in der Mainketie hängen Sämtliche Arbaum- sprangen aus dc-m führerlose.» Kahn ins Wiasser. Während der größere Teil schwimmend das Land erreichte, find lechs von Urnen ertrunken. Die Leichen irnd noch rnffa. I Volksspende für die deutschenKriegs-u.Jivilgesangenen Helft unseren deutschen Brüdern in der Gesangenschaft! Auch nach Abschluß der Straßensammlung werden Spenden noch während des ganzen Monats Juli in folgenden hiesigen Geschäften und Banken entgegengenommen: Bezirkssparkasse Gießen, Gewerbebank, Bank für Handel und Industrie, Mitteldeutsche Creditbank. — Sowie die Firmen: Thr. Bieker, Edgar Borrmann, August Frees Nachf., Gießener Anzeiger, C. A. Hartmann, Wilhelm Horn, Gsbr, Imheuser, Jakob Maternus, August Michel, Möser, Fritz Nowack, Pfeiffer, Oberhessische Dolkszeitung, Nicker Nachf., L. Röhr, A. Salomon, Scharmann, Schmucker Nachf., W. G. Schuchardt, Gebr. Stamm, Gg. Todt, Sonntag. Die Vorsitzende des Alice-Frauen-Dereins: Frau V. Gebhardt. Der Vorsitzende des Iweigvereins Bietzen vom Roten Kreuz: Wiener. VSNk 83 gUNg. Fm* di© wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Kranzspenden beim Hinscheiden meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, Schwiegervaters und Grrossvaters Rechnungsrat i. R. Emil Franz sagen aufrichtigen Dank Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen, den 13. Juli 1916. 507 s Die feindliche Kugel hat hinweg ihn gerafft. Den mutigen Jüngling in Blüte und Kraft, Uns beugt es das Herz in unendlichem Weh, Doch Vater im Himmel, Dein Wille gescheh’! Du hast gestrebt in deinem Leben, Drum ruhe sanft, du Edler, Treuer! Hast auch erreicht ein schönes Ziel, Wir müssen gönnen dir die Ruh. Warst, unser Stolz, warst unser Leben. Schlaf wohl! Dich deckt nicht Feindes Erde, Wer dich gekannt, vergißt dich nie! Nein! Die Lieb der Deinen deckt dich zu! Am 3. Juli fiel auf dem Felde der Ehre unser innigstgeliebter, herzensguter, hoffnungsvoller Pflegesohn Christian Schneider Masketier im Infanterie-Regiment 170 im blühenden Alter von 21 Jahren. In tiefem Schmerz: Familie Karl Schmidt II „ ,, nebst Angehörigen. Rodheim a. d. Bieber, den 12. Juli 1916. Wiedersehn war seine und unsere Hoffnung. Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 15. Mai ds. Js. in Gefangenschaft unser treuer Sangesbruder Philipp Mabenaul Unteroffizier der Reserve. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. [5081D Herbst oder Stoppelriiben Z empftehtt in bekannter Qualität Heinrich Hahn „SaSE, Neustadt 8 tö ; « * n Tclevbon 403 G l k st k II Statt besonderer Anzeige. Honte nachmittag entschlief sanft nach langem Leiden unser lieber, treuer Vater und Grossvater Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem langen Leiden und dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen, besonders für die ausdauernde, sorgsame Pflege 'unserer werten Krankenschwester während so vieler Monate, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers am Grabe und für die vielen Kranzspenden sagen wir unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Men-ges I. und Kinder. Grotzen-Linden, den 14. Juli 1916. SftS7 Friedrich Decker in allen Grüften tauch für Ziegenhaltungs vorrätig und sofort lieferbar. f5085 M. KosentSiat, Lffebigstrafte 13. S0T Vertreter gesucht Die Beerdigung findet Samstag, den 15. Juli, nachmittags 2 8 Aühr, auf dem Neuen Friedhof statt. Von Beileidsbesuchen und Blumenspenden bittet man absehen zu wollen. Jäckchen Hemdchen Windeln Einlagen Wickeldecken Wickelschnüre Höschen Windelhosen Kleidchen Höckchen Lätzchen usw - 60 ,: a noch grosses Lager /er/ Tt&iyu 11m! Damen Ahteilnng. Samötaa, 13. Zuli Ver- eindabcnd. Ausgabe der Diplome vvtn Bczirks-Wett. schreiben. l 509J c Dem unersetzlichen Verlust Bringe Samstag Üluiifojen, Pfirsiche, lm- niachkirschen, schwärzt .iohaniiisb.Liis den Markt Anten Schneider, Camp a. üb., Bornhofstrahe 24U 0, “ 5aa Derselbe hat auch eine Cbft u Gemüse Niederlage in Wetniar, Weitzadlcrstr. 4. Salrycringc von Lebensmittel Gutscheinen «Ausweis,- Brot- Mucker-, Butter-, Jett- und Oel, Aeischkartcn usw.i sollte jedermann Vorbeugen durch Anschaffung der in meinem Berlage erschienenen garantiert gesund, preiswerte Delikateste, versendet in Postsäftchen zirka 60 Stück sür Mk. 8.6stPorto und Verpackung frei. Berkaufsolangc Vorrat reicht. Deutl. Adresse und Poststation angeben. Arnald Lcivinski, Danzig Dundegaste Nr. 113. Postschlieftfach Sir. 128. | 40is ss Ausstatn ungen n. Pamenveroln Babelsberger Lamokaa.dcn 15 . Zuli 1 stI (»• abendsst übe i. „Postketter" V c r c i 11 3 n h c 11 b Berteillnlgd.v!ireni»riunüeu vom leiden Bezirls - Weit- schreiben. Alls. Erscheinen erwünscht 5108v Die Vorstände. Breis Ist Pfennig. Muster gegen Einsendung von 15 Pfg. J. Weinert, Gießen r e ™T„ e Ä ?« 5 = Wiederverkäufe! wollen Preisliste verlanaeu. -- 7-—