•+K d b‘> Eichener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich HichcncrHLmirimblcittcr; 5 ,vermal ivöchenll.Ureiz- blatt fürden Kreis Eichen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeit fragen Fernsprech - Anschlüsse: sürdieSchriitleilung112 Verlag,Geschäitsstellebl Adresse inr Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnununer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt (66. Jahrgang vounerstag, (3. )u!i (9(6 -ANzezgLr M Rotationröruck uns Verlag der vrühl'schen Unio.-Vuch- unö Steindri-cker-i R. Lange. Schriftleitung. Sefchäftrstelle und vruckerei- Schulstr.7. V c \ u q 3 0 v c i *: inonatl. 90 Pf., viertel- jäh rl. Alk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch diePost Mk.2.^5 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokalloPs., ausw. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Verinischtes und Gerichtssaal: Fr. R. Zen?,; für den Anzeigenteil: H. Beck, sänullch in Gießen er Vorsto Verdun. ^ WTB.) Großes Hauptquartier, 12. Juli. (Amtllch.) W e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Die am 10. Juli nachmittags eingeleiteten Kämpfe bewcrseits der Straße Bapiume—Albert. Contalmaison und am Walde non Mametz. sowie nene Gefechte im Wäldchen von TroneS und südlich davon werden mit erttittert''r Heftigkeit fortgesetzt. Südlich der Somme yav m die Franzosen bei einem groß ungelegten Angriff ans der Front Bellov-Soyccourt e i n e e m p f i n d t i ch e S ch t a p p e erlitten. Der Angriff ist in unserem Feuer vollkommen zusammengebrochen. Ebenso fluteten schwächere, gegen La Marsonette-Barleur ongesetzte Kräfte unter großen blutigen Verlusten in die Ausgangsstellung zurück. - An mehreren Stellen der Ehampagnefront. so östlich und südöstlich von Reims und nordwestlich von Massiges, ferner nordwestlich von Flirey wurden französische Teilangriffe abgeschlagen. Im Maasgebiet spielte;! sich links des Flusses nur kleinere Kämpfe ab. Rechts des Flusses haben wir unsere Stellungen näher an d i eW crke v 0 nS 0 uvi ll c und Laufäc herangeichoben und dabei neu 11 uuddreißigO sfiziere. z w e i t a u s e n d e i n h u n d c r t s e ch s Mann zu Gefangenen gemacht. Starke Gegenangriffe wurden glatt abgewiesen. Deutsche Patrouillenunternehmun- gen südwestlich von Dixmude. südwestlich von Eerny (Aisne- Gebiet) und östlich von Pfettersharrsen hatten Erfolg. Ein englischer Doppeldecker wprde bei Athies (südlich von Peronne) in unseren Linien zur Landung gezwungen. Ein feindliches Flugzeug stürzte bei Sovecourt. eines in unserem Abwehrfeuer bei Chattaneourt ab. Bei Dombasle (westlich der Maas) wurde ein Fesselballon durch unsere Flieger abge schollen. Oecktlicher Kriegsschauolatz. Em Uebergungsversuch schwächerer russischer Kräfte über die Düna westlich von Friedrichstadt und Angriffe südlich des Narocz-Sees wurden vereitelt. An der S t 0 ch 0 d f r 0 n t ist die Lage rm allgemeinen unverändert. Russische Abtei- lungE, die sich bei Janowka auf dem linken Ufer festzufetzen versuchten, wurden angegriffen: kein Mann von ihnen ist auf das Südufer entkommen. Hier und an der Bahn Kowel— Rowuo wurden gestern noch ü b e r a ch t h u n d e r t M a n n gefangen genommen. Die Ausbeute der beiden letzten Tage am Stochod beträgt außer einer Anzahl von Offizieren eintausendneunhundertzweiunddreißig Mann und zwölf Maschinengewehre. . Untere Fliegergeschwader haben ihre Angriffstätigkeit östlich des Stochod fortgesetzt: ein feindlicher Fesselballon vurde abgeschossen. Balkan-Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Oberste Heeresleitung. Die ganze Welt war wohl gespannt darauf, was das neue englische Millionenheer in Frankreich und Belgien aus- richlen würde. Das weiß man in London, und da die allgemeine Anschauung dahingeht, daß es sich an der deutschen Westfront jetzt lrm große Entscheidung stumpfe dreht, handeln die Engländer in Ermangelung von Taten und Erfolgen mit Worten. „Nach zehn Tagen fortgesetzter Kämpfe haben unsere Truppen die methodische Besetzung des gesamten ersten feindlichen Verteidigungs-Systems auf einer Front von 14 000 Yards vervollständigt." So heißt es stolz in der amtlichen englischen Meldung, aber nur aus sehr anspruchslose Gemüter wird diese „Methode" Eitidruck machen. Der Satz sollte kundtun, wie zielbewußt und sicher das englische Heer arbeitet. Allein die bedeutenderen, neutralen Zeitungen haben bereits deutlich darauf hingewiesen, wie überraschend wenig General Haigh erreicht hat, und wenn die britische Heeresleitung wirklich keinen anderen Ehrgeiz besessen hat, als in 10 Tagen großen Aufwandes unter Opferung vieler Tausender ein paar Gräben zu besetzen, ohne strategisch auch nur die kleinste Stufe aufwärts zu klettern umso unrühmlicher für sie. So genügsam der englische Bericht klingt, er ist nicht einmal ganz richtig und wahr. Denn der neueste Tagesbericht sagt ausdrücklich, daß die Kämpfe beiderseits der Straße Bapaume-Albert, in Con- talmaison und im° Walde von Mametz sowie am Wäldchen von Trones fortgesetzt werden. Auch die Franzosen haben bei ihrer Offensive keinerlei ernstlichen Erfolg gehabt. Nördlich der. Somme haben sie seit zwer Tagen eine geringere Tätigkeit entfaltet. Südlich dieses ^Flusses erlitten sie neuerdings, wie der deutsche Heeresbericht verkündet, eine sehr bemerkenswerte Niederlage. Ein groß angelegter Angriff ist im deutschen Feuer Vollständig zuscrmmengebrochen. Wer Augen hat zu sehen, der 'erführt fetzt allmählich, daß trotz vermehrter englischer Hilfe, trotz Aufbietung neuer „Negerfranzosen" unsere Sache im Westen freier steht als die der Feinde. Wir haben nämlich nicht, wre sie, unsere Ziele aufzugeben bra'ucksen. Tie englisch'- französische Offensive hot nicht vermocht, uns im fortschreitenden Angriffe auf Verdun aufzuhalten. Ein neuer kraftvoller schlag ist, wie die oberste Heeresleitung berichret, gegen die Maasfestung geführt worden. Indem unsere Stellungen näher an die Werke von Souville und Lanffee herangeschoben wurden, haben unsere Truppen 39 Offiziere und 2106 Mann gefangen genommen. In französischen Blättern las man, so bemerkt die „Köln. Ztg.", beim Be- ginn der Offensive die Behauptung, sie werde den Verlauf der Ereignisse vor Verdun stark, wenn nicht entscheidend beeinflussen. Unser neuer Erfolg widerlegt diese Ansicht glänzend, und auch die örtlichen Angriffe, die von andern Stellen gemeldet werden, werden ohne Einfluß bleiben, wenn sie auch als Ablenkungsversuche gedacht sein mögen. Tie letzten Meldungen zeigen dazu, daß sich der russische L-toß iw Osten sowohl im Norden wie im Süden gebrochen hat. Der Kampf steht in Wolhynien, wo er am Stochod seit der Zurücknahme der österreichisch-ungarischen Truppen aus dem Winkel von Ezarrorvsk besonders heftig geworden war, wie weiter nach Süden bis in die Bukowina hinein. Vergeblich ist das Anrennen der Italiener gegen die nendezogenen Stellungen unseres Bundesgenossen an der Südttroler Grenze. Die einheitliche Handlung des Vierverbandes, die als große Offenbarung angepriesen wurde, hat bisher ihre zermalmende Laufbahn noch nicht beginnen können. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 12. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 12. Juli 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Die Lage erfuhr auch gestern keine Aenderung. Auf der Hohe Hordie südöstlich von Mikuliczyn schlugen unsere Truppen sieden russische Vorstöße zurück. Auch am unteren Stochod scheiterten abermals mehrere Angriffe des Feindes. Die am Swckwv kämpfenden verbündeten Streitkräste haben in den letzten zwei Tagen 2000 Mann und 12 Maschinengewehre eingebracht. Bei Obertyu in Ostgalizien schoß ein Österreichisch-un- garlscher Flieger ein russisches Farnmn-Flugzeug ao. Italienischer Kriegsschauplatz. Südöstlich des Sugana-Tales schlugen unsere Tropen gestern vormittag einen starken italienischen Angriff gegen den Monte Rasto ab. Die feindliche Infanterie die aus kurze Entfernung liegen blieb, wurde durch unser flankierendes Artillenefeuer gezwungen, in den Abendstunden weiter zurückzugehen, wobei sie über 1000 Mann verlor. An allen anderen Fronten blieb die Gefechtstättgkeit in den gewöhnlichen Grenzen. ‘ Einer unserer Flieger belegte das See-Arsenal von Spezia mit Bomben und kehrte hierauf wohlbehalten zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der untere« Bosnja Gejchützkamvf. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarfchalleulmmt. Ereignisse zur See. Am 11. Juli früh haben drei italienische Zerstörer die ^rtadt Parenza aus sehr großer Entfernung kurze Zeit beschossen. zwei Privathäuser und den Turm des Landtags- gebaudes beschädigt. Sonst kein Schaden. Niemand wurde verletzt. Unsere Abwehrbatterien haben Treffer erzielt wor- anf die Zerstörer sofort absuhren Nachmittags haben einige unserer Seeflugzeuge auf die Stadt Ravenna und die Batterien von Corsini Bomben abgeworfen und sind trotz sehr heftigen Abtvehrfeuers unversehrt zurückgekhrt. Flottenko mma ndo. Der französtsche Bericht. Paris. 11. Juli. 3 Uhr nachmittags. Auf beiden Seiten der Somme max die Nacht ruhig. Die Zahl der von uns südlich der Somwe während der Kämpfe der beiden letzten Tage gemachten Gefangenen übersteigt gegenivättig 1300. Auf dem' linken User der Maas große Tätigkeit der Artillerie in dem Abschnitt von Avocourt I und (kbatlanconrt. Aus dem rechten User hat die gestern vom Feinde eröfsnete Beschießung aus unsere Stellungen von Fleury bis östlich von Chenois sich im Lause der Nacht an Hesligkeit verdoppelt. Um 4 Uhr haben die Deutschen einen Angriss aus die beschossene Front unternommen. Lestlich des Gehölzes von Fumin und im Gehöl', von Chenois hat der Feind in unseren vorgeschobenen Gräben Fuß gefasst. Sofort einsetzen.de Gegenangrisse haben ihn wieder hinausgeworfen. Ueberall sonst hat unser Sperr- und Maschinengewehrfeuer die feindlichen Angriffe geworfen. Die Beschießung dauert m derselben Gebend fort. Westlich von Pom-a-Mouffon ist ein Handstreich des Feindes auf einen unserer Gräben im Gehölz Mort- Mare vollständig gescheitert. In Lothringen haben die Deutschen hach artilleristischer Borvereituug ein Vorsprung unserer Linien oitllch von Reillon (östlich Luneville, angegriffen. Es ist ihnen gelungen, aut einer Front von etwa 200 Metern in die erste Linie e i n z u d r i n g e n. Nordöstlich von Veho haben die Teut- lchen nach Minensvrengungen versucht, uns einen unserer Gräben zu entreißen. Durch unser Feuer ausgehalten, mußten sie sich zurüa - zrehen, indem sic Tote und Verwundece aus dem Terrain zurück- ließeii. Wir haben die Trichter der deutschen Minen besetzt. In den Vogejen ist südlich von Lupe ein seiadlicher Angriff mittelst Handgranaten zuri'.ckgewiesen worden. Nördlich von Fontenelle gestattete uns ein Handstreich aus die feindlichen Stellungen, in die Gräben erjter Linie und in die Unterstützungsgräben einzudringen, die wir säuberten. Wir haben einige Gefangene gemacht. . .. H Hl)r abends: An der So in me wir der Tag hüben und drüben verhältni^kküßig vu h i g. Kleine Einzeloperationen ermög- hcMim Die vollständige Säuberung des Waldes nördlich von La ..caiionetlc und die Besetzung eines Verbindungsgrabens zwischen ^ or - Belloy-en-Santerre. Wir haben einige Gefangene ge- t 10 * ^thten User der Maas erneuerten die Deutschen deute morgen ihre Angriffe auf der Front Stat'on von Fleury— - - W a l 1 1* Ehav i t r e 11 n d E hen 0 i s. ach mehreren trudifloien Versuchen, die ihm starke Verluste kosteten, gelang es dem Feinde, in der Batterie von Damlvup utth in einigen Teilstücken unserer Linie im Fumin- § ' ^ 11 b z u fassen. Das Bombardement behauptet sich mit Hestlgkeit 11 t der ganzen Gegend. Auf dem linken Ufer Mittlere Tätigkeit der Artillerie. Uebliches Geschützseuer auf dem Rest der Front. Flugdienst: -Iu der Gegend der Somme lieferten unsere Flugzeuge wahrend des gestrigen Tages vierzehn Kämpfe. Vier feindliche avparote, die von unseren Maschinengewehren ernstlich getroffen wurden, waren gezwungen, vlotzlich senkrecht niederzugehen. Einem unserer Piloten gelang es, seinen brennenden Apparat in unsere ^inie zurückzubringen und ohne Zwischenfall zu landen Unsere Bombardierungsgeschwader waren in der Nacht vom 10. zum 1 G 9 r . tätig. 220 Granaten wurden aus verschiedene Bahn- Hose abgeworsen, wo man lebhaften Verkehr meldete, besonders auf diesenigen von Ham, La Före und Chauny. Der englische Bericht. London^ 11. Juli. 12 Uhr mittags: Wir eroberten aontalmaiioit im Sturm zurück und machten 189 Gerangene. Wir wiejen einen Gegenangrns ab und fügten dem Gegner Ichwere Verluite zu. Im M a m e tz - W a l d e nahmen wir mehrere Grabenlinien. Wir bemächtigten uns einer schweren Haubitze, dreier ^-eldkanonen und machten 29? Gefangene. Wir verloren vier Flugzeuge. .,?kenbö 8 Uhr: Nach zehn Tagen und zehn Nächten un- aushorlicher Kämpfe haben unsere Truppen die methodisch« Eroberung der gesamten feindlichen Verteidigungsanlage auf einer Front von 13 Kilometers b c e n di g l. Tie Verteidigungs" anlagc umfaßte ein vollständiges System, zahlreiche Schützen- graben erster Linie. Stützpunkte und Reserven. Die Tiefe der ^inie schwankte zwischen zwei und vier Kilometern und umfaßte Mns außerordentlich stark befestigte Dörfer und Gehölze, die mit Drahtverhauen und Schützengräben versehen waren, eine große Anzahl machttg ausgebauter Unrerstände. Die Eroberung eines seden Dieter Werke stellte eine bedeutende Operation dar. Gegenwärtig sind ^jene sänitlich in unseren Händen. Die Deutsl^n, die 'das -vrone-Wäldchen nach sechs blutigen Sturmangriffen tmcder genomnien hatten, behielten es nicht lange. Nur die äußerste Nordspitze i,t noch nicht in unserem Besitz. Diese per- schiedeneil Operationen haben uns, abgesehen von den in den Häujern oder unter den Trümmern verborgenen Kanonen noch eingetragen: 26 Feldgeschütze, ein Marinegeschütz, eine Fliegerabwehrkanone, eine schwere Haubitze und eine Gesamtzahl von 7500 Gefangenen. Die Lage vor Berdun. London, 12. Juli.' (WTB.) Der Vertreter der britt^ schen Presse im ffanzösischen Hauptgnartier meldet vom 9. Juli: Man kann das volle Maß und den Heroäsmns des französischen Widerstandes bei Ver'dnn nur ermesftn wenn man sich die Stärke ver deutschen Artillerie vergegenwärtigt, die !gogen die französische Festung konzentriert ist. Gegen diese beispiellose artilleristische Starke haben die Franzosen Verd-un seit mehr als vier Monaten gehalten. Die Lage der Rnffcn. Berlin^ 12. Juli. (Priv.-Tel.) Der „Berl. Lokalanz" meldet aus Stockholm: „RußttZe Slowo" kommenüert die Lage des russischen Heeres peffimfftrsch. Die russische Daktik erstrebe ^etzt die Einnahme von Kowel um die Armee .Kaledrn aus der schwierigen Lagp zu be- sveien, rn die sie durch die energische deutsche Offensive ae- raten sei. Bis jetzt sei der Angriff aus Kowel wenig vorgerückt. Die ruffischc Front sei sogar an einigen Puatten zurückgeivichen. Si« be«»sichtigter Anschlag an? btn rifftschen Mi«isterpräsidente« ? ^etergbwr'g, 12. Juli. (WTD. NichtaElich.) Mel« -düng der PeterÄbnrger Tele;praphenagentur. Gestern mul)- mittag explodierten ini Keller eines Automobilschuppens -H^use des Ministerpräsidenten, das sedoch nicht von ihm bervohnt wird, Dämpfe von verschutte- teni Benzin. Die Explosion .zerstörte den Fals-rsttchl des Hanfes und die Für Wohnung des Obersten OffrEuross führende Treppe. Die sranMische Lehrerru der KinHer des Jüt>ertteTT, Vre nach dem Unterricht im Fahrstuhl herunter- fahren wollte, wurde getötet. Weitere Opfer gab es nicht. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Eine italienische Munitionsfabrik in die Luft geflogen. Berlin, 13. Juli. Die „Basler Nachrichten" melden nach dem „Berliner Lokalanzeiger" (ms Mailand, daß die in der italienischen Presse nur ganz kurz erwähnte Explo- sionskatastrophe von Spezia viele Hunderte von Opfern gefordert hat. In Wirklichkeit ist nicht eine Kiste Pulver, sondern eine große Munitionsfabrik in die Luft geflogen und von ihren 480 Arbeitern ist kein einziger am Leben geblieben. Außerdem wurden von den am Strande badenden Personen mehr als 300 getötet. Die Beschreibung des Ortes läßt auf Ruggiano bei Spezia schließen. Schwedische Ausfuhrverbote. , Sko ck ho l m , 13. Jüli. (WTB. Nichtamtlich.) Tie schwedische Regierung hat ein Ausfuhrverbot für g et rock ne te n u n d geräucherten Fisch, Fischtonserven und Tee erlassen. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 12.Juli. (WTB.) Das Hauptquartier teilt mit: AnderJrakfront keine Veränderung. Kaukasusfront: Auf dem rechten Flügels kein wichtiges Ereignis. Im Zentrum wiederholte der Feind gestern seine An- . griffe gegen unsere Stellungen südlich des T s ch o r o k, er konnte aber trotz seiner ungeheuren Verluste kein merkliches Ergebnis erzielen. Südlich des Tschorok örtliche FcuerkäMpfe. Ter bulgarische Bericht. Sofia, 12. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bulgarischen Telegraphen-Agentur. Das Hauptquartier berichtet: In der Lage an der mazedonischen Front ist keine Veränderung zu verzeichnen. Die schwache beiderseitige Artillerietätigl- keit und häufige Scharmützel zwischen Patrouillen und E.kundungs- abteilungen dauern fort. Am 9. Juli versuchte eine französische Abteilung einen Beobachtungsvosten im Süden des Toiran-Sees anzugreifen. Ter Posten empfing den Feind aus geringer Entser- nrmg mit heftigem Jnfanteriefeuer und Handgranaten und zwang ihn, in Unordnung die Flucht zu ergreifen unter Zurücklassung von vier Toten, vielen Gelvehren, Ausrüstungs- und Bewaffnungs- gegenstäuden. Der Feind ist hartnäckig darauf erpicht, die^Früchte der Arbeit der friedlichen Bevölkerung in dem unteren Tale des Mesto zu zerstören, indem er täglich Brandbomben wirst, um die schon abgemähterr Felder in Brand zu stecken. Infolge der mm uns ergriffenen wirksamen Maßregeln erzielt er aber kein Qtgefmi3. Die von unseren Fliegern entfaltete Erkundungstätig- fest nimmt täglich zu. Sie legen Proben lobenswerter Rührigkeit ab. Die französische Anleihe in Amerika. New Dort, 7. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Funkspruch von dem Vertreter des WTB. Die bereits gemeldeten Vereinbarungen für die 1 00-Mill io n e n- Anleihe (Dollar) bei amerikanischen Bankfirmen für Frantteich sind .Tmtmvefyv tatsächlich zum Abschluß gekommen, Rach den Ab- iinaämtv^m hat die französische Regierung bei einer Zwecks > Dlurchführung der Anleihe gebildeten amerikanischen Ge- j sellschast ein Unterpfand zum Marktwerte von 125 Millionen Dollars zu Hinperlegen. Dieses Unterpfand hat aus Schuldverschreibungen neutraler Länder zu bestehen, wie Spaniens) der Schweiz, Schwedens, Dänemarks, Norwegens und einiger südanrerikanischer Republiken. Frankreich hat zu allen Zeiten den Marktwert des Unterpfandes fiir die An- beche auf 125 Millionen Dollars aufrechtzuerhalten. Die „Deutschland" in Baltimore. Köln, 12. JNli. (WTB.) Die „Kölnische Zeitung" berichtet -Äus Baltimore vom 10. Juli: Nach dem Bericht des Kapitäns .König hat sich die „Deutschland" 10 Tage bei Helgoland anfgehalten und die Reise am 23. Juni angetreten. Das Schiff nahm seinen Weg durch den Kanal. In der Nacht des...vierten Tages tauchte es wegen nebeligen Wetters unter und blieb die ganze Nacht ans'dem Boden des Kanals. Dann fuhr i-es ohne Zwischenfall in den -Ozean hinaus, ohne von seinem Kurs ; äbzuweichen. Bis zu den Azoren legte es nur 150 Kilometer unter ! Wasser zurück. Das Schiff kann von niemand betreten werden; es wird streng betracht. Bei Lloyds sind viele Anfragen um Farbstoffe zu jedem Preis eingelaufen. Washington, 11. Jüli. (WTB.) Meldung des Reuter- schen Bureaus. Das Schatzdepartement teilte dem Staatsdepartement mit, daß die „Deutschland" ein unbewaffnetes! Frachtschiff sei, das nicht ohne weitgehende Blenderungen in der Konstruktion für Offensivzwecke verwendet werden könne. Britische und französische Vorstellungen. W a s h-im gto n , 12. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung , des Reuterschen Bureaus. Tie britische und die französische Botschaft haben bei dem Staatsdepartement tvegen des Unter- -| seebootes „Deutschland" Vo r st e l l u n ge n erhoben. Sie machen geltend, daß ein Unterseeboot, selbst wenn es für Handels- , zwecke gebaut ist, doch potentiell ein Kriegsschiff sei. Londoii 12. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Daily News" wird aus Washington gemeldet, daß die anrerikanische Regierung die Entscheidung des Zolleinnehmers in Baltimore, daß !die „Deutschland" als ein Handelsschiff zu betrachten sei, vermutlich nicht ohne weiteres annehmen, sondern eine genauere Untersuchung anftellen wird. Die Ente n teregieru-n gen müssen - in dieser Sache sehr ernste Beschwerden erhoben habe» ,nnd namentlich Englano soll sich weigern, das U-Boot als Handelsschiff anzuerkennen. England wartet nur die Entscheidung des Staatssekretärs Lansing ab, ehe es weitere Schritte in dieser Angelegenheit tut. Bon Seiten der Entente wird geltend gemacht, daß das U-Boot, wenn es irgendwie bewaffnet ist. vor den gewöhnlichen Handelsschiffen den Vorteil voraus hat, daß es tauchen, in der Nähe eines feindlichen Schiffes an die Oberfläche kommen und es ohne Warnung versenken kann. Englische Aeußerungen über die Fahrt der „Deutschland". Die „Times" enthält einen 'kurzen Leitaussatz über das Ereignis, das sie als interessant bezeichnet, jedoch fürs erste mehr als geeignet, den Rechtskundigen und Diplomaten Stoff zu geben, als den Kausleuten und Reedern. Das Blatt erwartet nicht, daß ein voller Bericht über die Reise herausgegeben werden werde. Es beschäftigt sich alsdann mit den vorliegenden, einander noch widersprendenden Einzelheiten der Fahrt und hebt besonders hervor, daß die „Deutschland" ein eigenhändiges Schreiben des Kaisers an den Präsidenten Wilson überreicht habe, wovon in dem Telegramm des Washingtoner Berichterstatters der Kölnischen Zeitung allerdings keine Rede sei. Weiter legt die „Times" anscheinend Gewicht daraus, daß eine Anzahl Reisende, deren Name und Ziel nicht angegeben würden, aut der „Deutschland" ein- getroifen seien. Die Deutschen in den Vereinigter: Staaten, erwähnt auch der New Porter Berichterstatter dieses Blattes, legten Gewicht daraut, daß das Tauchboot als Kauffahrteischiff und nicht anders behandelt werde. Gras Bernstorfs habe erklärt, in der ganzen Sachte 'habe er nur düsen Punkt int Auge zu behalten. Tie „Times»" bemerkt dazu, .die Anerkennung des Verhältnisses als Kauffahrteischiff dürfte sich als unmöglich erweisen, wenn man der Sache näher ans den tKrurw gehe und die Folgen erwähne, die sich aus irriger Entscheidung ergebe:: könnten. Auch ivenn der Anspruchs des Tauchbsotes aus Behandlung als Kauffahrteischiff nach nutzen bestehe, dürfe man nicht gläd) annehmen, daß die ganze Frage gelöst sei. Es sei allgemein bekannt, daß heutzutage auch gewöhnlichste Lnriendampfer binnen kürzeper Zeit in Kttiegs- schifse umgewandelt wetten könnten. Schließlich inacht das Blatt die Ansicht des englischer: Bölkerrechtslehrers Holland geltend, der daraus verweist, daß es sich um eine der „zahlreichen geschickten britenfeindlicher: Erfindungen handle"; dies dürfe man der den kommenden Erörterungen nicht vergessen. Tie „Daily Mail" sucht den Eindruck von der Fahrt der „Deutschland" insofern zu dämpfen, als sie tzervorhebt, daß, eine Anzahl britischer Unterseeboote, die in Kanada erbaut worden seien, mit Bemannungen von der britischen Flotte in den ersten Zeiten des Krieges durch den Atlantischen Ozean gefahren seien. Allerdings sei die „Deutschland" das erste aben. So wie die Entwicklung der Luftfahrt die Sicherheit des Landes verminderte, habe der Fortschritt des Tauchbootes sie aus dem Meere beschnitten. Berlin, 12. Juli. sWTB.) Reichstagspräsident Tr. Kämpf hat an Herrn Alfred Lohmann, den Vorsitzenden des Ausfichtsrates der Deutschen Ozean-Reederei, Bremen, folgendes Glückwunschlelegramm gerichtet: __ Sie und Ihre Gesellschaft haben einen grpßen Erfolg errungen. Durch den Bau und die kühne Fahrt des ersten deutschen Handels-Unterseebootes nach Amerika ist dem Vaterland und der ganzen neutralen Welt ein unermeßlicher Dienst geleistet. Deutsche Technik und deutscher Wagemut feiern einen bahnbrechenden Triumph. Herzlichen Tank. Bewunderung und Anerkennung zollt Ihnen und den kühnen Offizieren und Mannschaften Ihrer Handelsflotte das ganze Volk. Tr. Kämpf, Reichslagspräsident. ve? seckrieg. Tauchbooterfolge im Juni. Berlin, 12. Juli. (WTB. Amtlich.) Im Monat Juni wuröen 61 feindliche Handelsschiffe mit rund 101 000 Bruttoregistertonuen durch Unterseeboote der Mittelmächte versenkt, oder sind durch Minen verloren gegangen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. * Haag, 12. Juli, (zs.) Reuter meldet aus London offiziell: Um Vs 11 Uhr erschien gestern ein deutsches Tauchboot vor dem kleinen unbefestigten Hafen Seaham (Grafschaft Turham) rmd feuerte aus einige 100 Meter Abstand 3*0 Sch ü s s e° ab. Eine Frau wurde schwer verwundet und starb heute morgen, während ein Haus durch eine Granate getroffen wurde. Im übrigen keine Verluste und kein Schaden. London, 12.Juli. lWTB.) Lloyds Agentur meldet: Das Fischerboot „Slaffa" ist durch ein deutsches Unterseeboot versenkt worden. Die Besatzung wurde gerettet. Kristiania, 12.Juli. (WTB.) Meldung des Ritzanschen Bureaus. Der de u t s ch e T a m p f e r ,.A n n e L i e s e" ist gestern nachmittag hier angekommen. Der Kapitän erzählte, daß der Dampfer vorgestern in den schwedischen Territorialgewässern von einem englischen Unterseeboot verfolgt worden ist, welches signalisierte, der Dampfer sollte nmkehren, da es sonst schießen ivürde. Da die „Anne Liese" zrvischen zwei schwedische Inseln geriet, gab das Unterseeboot die Verfolgung auf und kehrte um, ohne geschossen zu haben. Stockholm, 12. Juli. (WTB.) Wie die Blätter aus SKellestia melden, hat die Wegnahm'e der deutschen Dampfer „Lissabon" und „Wnrrns" aus schwedischem Seegebiete stvttgefimden. Vergangene Nacht halb 1 Uhr zeigten sich zwei russische Torpedoboote mittlerer Größe.'Es wurde ein Schuß abgegeben. Die „Lissabon" erhielt Befehl, ostwärts zu ltenern. Der Käptdän der „Lissabon" machte energisch daraus aufmerksam, daß der Dampfer sich weit innerhalb der schwedischer: Hoheitsgrenze befand. Die Russen nahmen aber von dem Einspruch keine Notiz. Die „Worms" erhielt ebenfalls den Befehl, ostwärts zu steuern. Die Besatzungen der beiden Dampfer mußten in die Boote gehen, ohne ihr Eigentum mitnehmen zu können. Das größte vor: den zwei Booten der „Worms", in welchem sich 24 Mann befanden, verschwand; es ist wahrscheinlich von den Russen ausgehalten worden. Tie übrigen Boote nmrden von den Torpedobooten beschossen, doch« niemand verletzt. Die Mannschaften sind in DLlleftta eingetrofsen. . Die po!M Spaniens. Bern, 12. Juli. >WTB. Nichtamtlich.) Ter Madrider Berichterstatter der „Hnmanite" hatte eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Graf Romanones. Einleitend sagt der Berichterstatter: Außer der sehr schweren wirtschaftlichen Krise infolge der Teuerung und der beunruhigenden Mißstiminnng in der.Arbeiterschaft machen die Agitation der katalornsch-nationalistischer: Partei sowie gewisse Schwierigkeiten internationaler Art der Regierung ernste Sorgen, lieber Spamiens Neutrali- t ä t sagte Romaniynes, sie stehe außerhalb jeder Debatte. Selbst wenn wir aus ihr l-eranstreten wollten, würden wir nicht können, denn die innere Lage des Landes sowie Fragen anderer' Art, die sofortige Lösung erheischen, würden uns daran ländern. Ich bin vor: der Notwendigkeit unserer Neutralität so überzeugt, daß ich keinen Augenblick im Amte bliebe, lvenn die Politik meines Kabinetts sie in Gefahr brächte." Tie Beziehungen zu Portugal bezeich- nete Romanoncs als vertrauensvoll und von größter Herzlichkeit, ebenso betonte er in den marokkanischen Fragen die hohe Freundschaft m den spanffch-sranzoseschen Beziehungen.. Aus dem Reiche. Die Regelung der Ernährungsfragen. Berlin, 12. Juli. Der Verrat des Kr:egs- ernährn n gs a m t es ist gestern in: Reichstag zu seiner ersten Sitzung zusammeugetteten. Der erste Gegenstand, der ihn beschäftigte, bettas die einheitliche Verteilung der Butter, Fett- und Oeibestände durch das ganze-Reich. Einstimmig wurde die Einführung einer Reichsbntter- t arte verlangt; soweit s:ch übersehen läßt, sollen ungefähr vom September ab für jede Person in der Woche 90 Gramm Bretter, Margarine oder Speisefett in Bettacht kommen. Der Erzeugerpreis für Kartoffeln wird voraussichtlich auf Grund der Besprechungen d gerichtet. Diese llnterrichtsgelegenheiten sind seit Mnfang Dezember im neuen Gewerbehanse. Kirchsttaße lb, in Betrieb und haben in der kurzen Zeit schon sehr erfreulick-e Ergebnisse gezeitigt. Um allen Kreisen einen Einblick in die Tätigkeit der Fürsorge zu geben, ist, wie wir schon berichteten, im rrenen Gewerbehause eine kleine Ausstellung von Arbeiten der Kriegsbeschädigten veranstaltet, die Sonntags vor: 11—6 Uhr, Werktags von 9—12 urtd 3—6 Uhr unentgeltlich geöffnet ist. Die Ausstellung umfaßt zwei Gruppen von Arbeiten: solck>e die die Weitcrblldunq im früheren Beruf, besonders durch theoretische Fortbildung, namentlich Zeichner:, zeigen, und solche, die beim Neuer lerne:: eines! Berufes von den Unterrichtsteilnehmern hergestellt worden sind. Es sind recht gefällige Gegenstände entstanden, die es sich wohl verlohnt, anzusehen, meist Gebrauchsgegenstände: Körbe, Kästen, eisengedrehte Leuchter, Briefbeschwerer usw. Dinge, die käuflich und zu:n großen Teile schon verkauft sind. Spatcmstiele und Rechen wer-den sogar in kleineren Lieferungen für hiesige Firmen angesertigt, wodurch sich die Arbeiten der Kriegsbeschädigter: auch bezahlt machen. Wenn auch nur im Reberrerwerb der eine oder aüdere Teilnehmer für sich Nützliches basteln lernte, so wäre schon viel Gutes erreicht. Die Bestrebungen der Kriegsbeschüdigten-Fürsorge gehen aber weiter, geben den Teilnehmer:: die theoretische und zeichnerische AuÄbiK>rrng zu ihren praktischen Berufen und vereite-n sie Mt gutem Erfolge zur Erwerbstätigkeit in ar.deren Ber»feu 'vor. Es ist daher wirklich lohnend, die in der kleinen Ausstellung vereinigten bisherigen Ergebnisse zu besichtigen. ** Jungwehr. Nächsten Sonntag, den 16. Juli, findet ein M a r s ch Mücke—Schotten statt. Anmeldung Donnerstag uni) Freitag von 6 bis 7 Uhr, bis spätestens Samstag 12 Uhr bei L. Krämer, M'arktstr. 9. Gleichzeitig sind die Kosten der Fahrt (1.30 Mk.) mitzubringen. Näheres wird noch bekannt gegeben. ** Heldengräbe r. In seinem Verbandsorgan hat der Rhein -Mainische Verband für Volksbildung vor einiger Zeit davor gewarnt, in Dorf und Stadt voreilig und unüberlegt au die Errichtung von Den kni äle rn zum Andenken an die imt Krieg Gefallenen zu gehen und sich durch Angebote von Firmen, die sogenannte künstlerische Enllvürse machen, zu irgend rvelct-en Berpftichttmgen verleiten zu lassen oder gar Bestellungen auf Denkmäler zu mack>en, die dutzendweise und schablonenhaft in Denkmalsfabttken hergestellt werden. Vielmehr wurde geraten, zunächst ^durch die Anlagen von Hainen mit Eichen den Helden, die den Tod fürs Vaterland erlitten haben, ein Erinnerungszeichen zu setzen. Die Kunst unserer Tage mutz mehr als je bemüht sein, von den Grotztaten unseres Volkes in dem Riesenkampse, so gewaltig rmd erschütternd, so heldenhaft und opferreich, wie er in der Geschichte der Menschheit unvergleichlich dasteht, in würdigster Weise Zeugnis aöznlegen. Die Erfahrungen nach den Jahren 1876/71 mit ihren zahllosen minderwertigen Kaiserbildnissen^. Germaniafiguren und Kriegerdenkmälern zeigen, wie Land- und Stadtgemeinden, Körperschaften und Vereinen, zwar von edelsten Absichten beseelt, aber künstlerisch meist nicht gnt beraten waren. Diesesmal mutz luroedrngt nach klaren'-Gesichtspunkten gemeinsam gehandelt und Wertvolles geschaffen. werden. Für die Hcldenehrung wird das Volksempsinden einen znm Herzen sprechenden Ausdruck suchen. In der Errichtung von Kriegsdcnkinälcrn sollte nicht jede Stadt ihren Ehrgeiz darein setzen, ein solches! Denkmal ihr eigen zu nennen. Nur die grotzen Bundesstaaten und die bedeutendsten Städte sollten für die Nachwelt ein öffentliches Denkmal errichten. Soll dieses das Gepräge eines nationalen Werkes erhallen, so müssen sich Architekten, Bildhauer und Maler zu einheitlichem Wirken verbinden, um ein vollkommenes Bauwerk entstehen zu lassen. Vor allem aber gilt es, die mannigfachen Vorschläge für die Heldenehrungent sich erst abklären nitt> die Gedanken aus reifen zu lassen, ehe zur Tat geschritten wird. Hier gilt es, die edelsten Absichten des Volks in die richtigen Bahnen zu lenken, damit nirgendwo etwas U n k ü n-st l e r i s-ch e s und Unwürdiges geschaffen werde. ** Eine Pfl sich! t der Zurück ge stellten. Der stellvertretende Ko nunandrer ende Generäl des 15. Armeekorps wendet sich in einem Erlaß an die Zurückgestellten, namentlich mit Bezug auf die Ernte, an die vom Lande. Es heißt in dem Erlaß: Den Zurückgesteslren wird ausdrücklich aufgegeben und zur Pflicht gemacht, den ortsein gesessenen "Kriege rsrauen und sonstigen infolge militärischen (rinztthnngen in Bedrängnis geratenen Familien mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, insbesondere ihnen bei der Bestellung der Felder und bei der Einbringung der Ernte nach! Kräften behilflich zu sein, damit kein Stück Land ungenützt liegen .bleibt und die Ernte rechtzeitig geborgen wird. Zirrückgestellte, die berechtigten Anforderungen der Behörden in dieser Richtung, ohne Grund nicht entsprechen, haben die Aufhebung ihrer Zurück- stellimgen zu gewärtigen. ' ** Eine Konseren z der hessischen Bergwerks-^ betriebsleiter fand ami 10. Juli hier in Gießen statt. In erster Lime handelte es sich dabei um die Sicherstellung der Lebens- mättelversvrgmng der Belegschaften. Tie Versorgung der Bergleute — als besonders schwer arbeitende Klasse — mit Brot, Kartoffeln, Fett, Fleisch, Fisch wurde eingehend eröttert. Ganz besonders wurde die Schaffung und der Ausbau von Werks kan- vtinen und -kucken empfohlen und besprock/en. Daneben erhofft man von weiterer Ausgestaltung des Fischbezugs Nutzen auch für die Leute in ländlichen Gegenden, die sich seither- dem Fffctwcrbrauch gegenüber ablehnend verhalten. — Sodann wurde die dauernde Erhaltung wird Schaffung von Arbeiterersatz besprochen: die verschiedenen MöglichVetten, wie Reklamationen ällcrer Bergleute, ^knlenimg von tkrisgsgesangenau oder anderen Aushilfskräften sind zurzeit söwett anstzestaltet, daß. eine gewisse Stetigkeit in den Ar- 1 -^tterverhällnWen erreicht werden konnte. — Ms dann wurden die ^Neuerungen in der Arbeiterversicherung zur Sprackw gebracht, die ntit Rückfickst aus den Kriegszustand geschaffen worden sind, wie zum Beispiel über den Begriff der Erkrankung im 2lns- 1anl> u. a. Auch die speziell bergmännische Form der Arbeiterpersicherung, das Knapp schaftswesen, wird unter dem Einfluß oes Krieges nicht unverändert bleiben können. Der Plan einer Verschmelzung der lleinen Einzelvereine zu einem größeren Ganzen beginnt greifbare (öestalt anzunehmen. — Die gesamten Verhandlungen gaben reichliche Gelegenlwit zur ?lussprache über alle erwähnten Punkte. Tie Teilnahme war außerordentlich stark, dlnch das Königl. Stellv. General ko nrmando Frankfurt, die Kriegsge- fangenen-Jnspektton und der Berg- und Hüttenmännische Verein Wetzlar waren vertreten. — Die nächste Konferenz wird voraussichtlich am 6 . September in Darmstadt tagen. ** Beerensammeln ist Gewohnheitsrecht. Ans Dillenburg wird mitgeteilt: Der Landrat des Tillkreises erläßt folgende Bekanntmachung: „Das veröffentlichte Verbot des Boerenscimmelns in den Haubergen der Gemeinde Tillbrecht gibt mir Veranlassung, die Herren Bürgermeister auf folgendes hinzuweisen. Bei dem Beevensammeln handell es sich um ein gewohnheitsmäßiges Recht der Bevölkerung, das mit rechtlicher Wirkung nicht durch eine Bekanntmachung in der Zeitung verboten werden kann, da eine formlose Bekanntmachung der Ortsbehörde kein Recht gibt, im Nichtbesolgnngsfalle Sttafen festznsetzcn. Mit dieser rechtlichen Wirkung könnte das Verbot nur im Wege einer den gesetzlichen Vorschriften entsprechend zustandegekommenen Polizeiverordnung erlassen werden, der indessen, soweit das Sammeln reifer Beeren verboten werden soll, die erforderliche Zustimmung des Regierungspräsidenten ohne Frage versagt werden würde. Ich ersuche daher, für die Folge derartige Bekanntmachungen zu unterlassen." ** Gegen die Fremdwörter! Das stellv. Generalkommando des 11. Armeekorps hat einen Himveis ergehn lassen, der unseren Handels- mtb Gewerbekreisen die erstrebte Beseitigung entbehrlicher Fremdwörter weserrtlich erleichtern wird, wirklichen Schwierigkeiten, hohen Kosten usw. aber auch ferner Rechnimg tragen üvill. Bei der schwierigen Verdeutschung zahlreicher Fachausdrücke aus dem Gebiete des Handels und Gewerbes wird nicht mir die Beseitigung der Fremdwörter in öffentlichen Aufschriften, sondern auch die Reinigung der Geschäftssprack-e überhaupt ins 9luge gefaßt. Durch die Tätigkeit einer Reihe von Fach verbänden in Handel und Gewerbe im Zusammenhang mit dem Allgemeinen Deutsck>en, Sprachverein sei Abhilfe für die Schwierigkeiten geschaffen und ^gleich ein einheitliches Vorgehen innerhalb der einzelnen Verbände ermöglicht ivorden. Nach Aufzählung der bereits vorhandenen Hilfsmittel (Vcrdcutschuugshefte usw.) für die einzelnen Zweige wird den beteiligten Behörden und Verttetnngcn empfohlen, bei weiter auftanchenden entsprechenden Fragen den Rat des ft trägt. Polizeipräsidiums in Berlin einzuholen, das sich in Verbindung mit oem Allgemeüren D-eutschen Sprachverein und den Zachverbänden der Beseitigung der in Handel und Gewerbe v irkommenden unentbehrlichen Fremdausdrücke besonders angenommen hat. ** D e r weitere Verkauf von Rinderkraftfleisch (Vüchseusteisch) und Leberwurst in Dosen an die Einwohner der Stadt erfolgt am Donnerstag, den 13.; Freitag, den 14.; Bnmö« ag, den 15. und Montag, den 17. Juli jeweils vormittags von 9—12 und nachmittags von 3 —6 Uhr in dem Städtischen Schlacht- ho', Schweineschlachthalle. ** Frühkartoffeln. Um die benötigte Menge von Frühkartoffeln festüellen zu können, werden die Einwohner der Stadt Gießen in einer Bekanntmachung des Oberbürgermeisters im heutigen Blaue au'geiordert, ihren Bedarf bis zur Spätkartosfelernte, etwa •is Ai Ute oder Ende September, dem städtischen Tiefbauamt, Asterweg Rr. 0, mitzuteilen. Pro Kopf der Bevölkerung ist täglich 1 Pfund cmzunehmen, wobei etwa selbst geerntete Mengen in Abzug- kommen. Die Meldungen erfolgen bezirksweise und zwar jeweils vormittags von 9—12 Uhr. Näheres siehe Anzeige. Landkreis Gießen. —u— Heuchel heim, 13. Juli. Vom Kriegs Ministerium traf in diesen Tagen hier die Nachrirlft ein, durck) die Nachwcisstelle des französischen Knegsministtriums sei ihm die Mitteilung geworden, daß der schon seit .Herbst 1914 als vermißt gemeldete Landwehrmann Willi. Bolkmann von hier. Ins.-Regt. 116, an den Folgen seiner Verwundung sin Gesangen'eulazarett zu Villers in Frankreich am 9. November 1914 verstorben sei. — Tie für unsere in Feindesland lebenden Zivil- und Milttärgefangenen in hiesigem Orte vorgenommenc Hanssammlung ergab bis heute 422 Biark. ^1. Rödgen, 13. Juli. Dem Wehrmann Karl Lücke! von hier wurde am 30. Juni 1916 die Hessische Tapferkeitsmadaille verliehen. Kreis Alsfeld. oz. Alsfeld, 13. Juli. Feldwevel Otto Wo l lrab im Fuß- Llrtillerie-Bataitlou Nr. 21 wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. oz. Eudorf, l 3. Juli. Kanonier K. Decher von hier, bei der Art.-Meßtruppe 66 , wurde mit der Hessischen Tapserkeits- medaille ausgezeichnet. ap. Ruppertenrod, 13. Juli. Wieder hat ein Sohn unserer Gemeinde, der Unteroffizier Otlo R 0 h n , den Heldentod für das Vaterland erlitten. Seiner Verwundung, die er im Kampfe erhalten, ist er jetzt im Lazarett erlegen. Rohn war wohnhaft in Nieder-Gemündeu und hinterläßt eine Witwe mit einem Kinde. up. Aus dein! Ohmtal, 12. Juli. Die Heuernte, die vor 14 Tagen begonnen, ist gut zur .Hälfte unter Dach und Fach gebracht worden. Sie wäre schon beendigt, wenn das Wetter nicht so unbeständig gewesen. Wtznn auch die Qualität des Heues unter dieser Witterung leidet, so hat sie doch einen eigentlichen Schaden nicht genommen, da der Futterwert erhalten bleibt. Aus die Farbe kommt es weniger an. Die Menge übertrisft die vorjährige um das doppelte. Die Preise bei den Heugrasversteigerungen sind trotz der reichen Heuernte nicht niedrig, da der Preis für frischgemachtes Heu hoch ist. 'Kanne sind die Wissen von der Heumahd befreit, so wächst schon das Grummet in wirklich erstaunlicher Ueppigkeit nach. Die Wiesengründe grünen zum zweitenmal wie im Frühjahr. up. Aus dem vorderen Bogelsberg, 13. Juli. Die Hoffnung, die unsere Imker aus den Juli gesetzt, daß er nachhole, was der Juni versäumt, und noch gute Tracht bringe, erfüllt sich nicht. Nur die warnten Tage des Mai brachten gute Vorergebnisse. Der Bienenhonig fehlt zwar in diesem Jahve nicht, ist aber nicht so reichlich vorhanden wie im trockenen Sommer des vorigen Jahres. Wie absonderlich stark die Schwarmlust der Bienen in diesem Jahre ist, erhellt aus dem jetzt noch vorkommenben Schwärmen von Völkern. Kreis Lauterbach. la. U e l l e r s h a u s e u, 13. Juli. Am 2. Juli ist Musketier Friedrich D e ch e r t (in einem Infanterie-Regiment) in Frankreich gefallen. Er war der einzige Sohn der Eheleute Valentin Dechert hier. Kreis Schotten. = Schotten, 13. Juli. Der Heidelb ee r fegen im Vogelsberg ist in diesem Jahre so groß, daß die Bevölkerung bei dem ohnehin schon großen Leutemangel nicht in der Lage ist, die Ernte an Heidelbeeren zu decken. Diesen Umstand haben sich bereits viele Stadtbewohner zunutze gemacht. In großen Scharen treffen sie — besonders Die Frankfurter — täglich hier ein, durchziehen mit Kind und Kegel sammelnd die Wälder und kehren abentÄ mit dichtgesüllteu Körben heim. Mer auch'viele Händler ziehen es schion vor, die Ernte mit Umgehung des Zioischenhandels selbst vorzunehmen, indem sie eine Anzahl Kinder aus der Stadt mitbringen, die für angemessenen Lohn die Beeren pflücken, ein Verfahren, das recht lohnend für beide Teile sein soll. Ia. H a r t m a n n s h a i n, 13. Juli. Das dritte Opfer hat der Krieg aus unserer Gemeinde gefordert, Gefreiter Fritz A h l b r a n d. Ter Gefallene war Inhaber des Eisernen Kreuzes 2 . Klaffe. Kreis Friedberg. -- F r i e d b e r g , 13. Juli. Unter Berücksichtigung der allgemeinen Marktlage lyat das Kreisamt für den Gemüseverkaus im Bereich des Kreises Frredberg besondere Bestimmungen imd Preise festgesetzt. Es dürfen u. a. für folgende Gemüsearten als höchste Preise genommen werden, iür das Pfund bei Römisch Kohl 15 Pfg., junge Erbsen 10 Pfg., gelbe Rüben 10 Pfg., für das Stück Wirsingkohl 30 Pfg., Rotkraut 45 Pfg., Blumenkohl 35—55 Pfg., Oberkohlrabi '5 —8 Pfg., große Salatgurken 25—50 Pfg., Rettig 8 bis 15 Pfg. Tie Höchstpreise dürfen aber irur dann genommen werden, wenn es sich um ausgesuchte große und erlesene Ware handelt; sie gelten auch für den Verkauf in Ladengeschäften und bei der Privatkundschaft. Ter Erwerb von Gemüse im Kettenhandel wird mit den schwersten zulässigen Strafen geahndet. Ebenfalls werden für Preistteibercien auf dem Gemüsemarkt überhaupt Strafverfolgungen angedroht. Ohne Erlaubniskarte vom Kreisamt darf niemand gewerbsmäßigen Gemüse- imd Obsthandel tteiben. Kd. Bad-Nauheim, 13. Juli. Das 6 . Sinfoniekonzert der Kurkapelle findet Donnerstag, den 13. Juli, statt. Die Vortragsordnung des Abends weist als einleitende Nummer Mozarts reizende „Kleine Nachtmusik" für Streichorchester auf, der eine hier noch nicht gehörte Fantasie für Orchester mit obligater Harfe, „Vineta" von Franz Poenitz, folgt. In diesem Stück wird sich der Soloharfenist des Orchesters, Max B ü t t n e r. zum erstenmal im Rahmen der Saalkonzerte als Solist hören laßen. Er ist nach erfolgtem Probespiel vom Herbst ab als erster Harfenist der Königl. Hofkapelle in München verpflichtet. Richard Strauß ist mit seiner berühmten Tondichtung „Tod und Verklärung" vertreten, die ihre erschütternde Wirkung sicher wieder nicht verfehlen wird. Den zweiten Teil des Abends füllt die herrliche 6 -nwU-Sinfonie von Joh. Brahnis aus. Eine intereffante und vielseitige Vortragsordnung liegt also auch wieder diesem Sinfoniekonzert zugrunde. Die Leitung des Abends hat Professor Hans W i n d e r st e i n. — K l 0 v p e n h e i m, 13. Juli. Nach längerer Krankheit starb der hiesige Altbürgermeister Andreas K l i e m. Er stand dem Orte von 1674—1914 als Bürgermeister vor. oz. Rendel, 13. Juli. In voller Gesundheit feierte gestern der hiesige Bürgermeister Georg Beck seinen 30. Geburtstag. Beck versah 37 Jahre in hiesiger Gemeinde den Feldschützendienst. Kreis Wetzlar. Wa. Wetzlar-Niedergirmes, 13. Juli. Musketier Karl Mohr, Jnf.-Ngt. Nr. 88 , 10. Komp., starb den Heldentod. ra. Bechlingen, 13. Juli. Musketier Ernst Rücker (Jnf.- Regt. Nr. 83) starb im Alter von 21 Jahren den Ehrentod. ra. Dornholz hausen, 13. Juli. Anton Bogt, Füsilier im Res.-Jnf.-Rgt. 261, 12. Komp., starb im Alter von 20 Jahren den Ebrentod. VVa. Dutenhofen, 13. Juli. Pionier Gustav Kexel, Pionier°Batl. Nr. 27, wurde mit dein Eisernen Kreuz 2 . Klasse ausgezeichnet. Hessen-Nassau. Marburg, 13. Juli. Am Miontag gelang es der hiesigen Polizei, einen Bettler festzunehmen, der- 180 Mark in seinem Besitz hatte, darunter ein Zwauzigmarkstnck. — Unter großer Beteiligung der Landbevölkerung aus vielen Orten des hiesigen und der umliegenden Kreise lvurde am Dienstag in der Pfarrkirche das diesjährige Missions fest der lutherischen Diözese Oberhesseu abgehalten. Es' predigten Missionar Paul aus Leipzig und Pfarrer Landau aus Fronhaujpn. ra. Biedenkopf, 13. Juli. Die Sammlung für b {c Kriegsgefangenen ergab hier den schönen Betrag von 754,17 Mk. — Jäger Georg Messerschmidt (14. Res.-Bat., delttfches AlpenkorpS) starb am 23. Juni im Alter von 19 Jahren den Ebrentod. bl. Kern b ach, 13. Juli. Zum Bürgernceister der Gemeinde Kernbach wurde der Landwirt Wiegand Hampel gewählt und bestätigt- ra. Beilsteiu (Dill), 13. Juli. Am Sonntag w«de unter großer Beteiligimg der Sohn unseres Bürgerineisters K n e t s ch beerdl^t. Verivnndet am 6 . Juni durch Koplschntz starb er am 5. Juli im Lazarett zu Frankfurt a. M. Er stand im Nes.-Erfag- Jni.-Negt. Nr. 1 , 11 . Komp. --Frankfurt a. M., 12. Juli. Bei dem Abbruch der letzter Reste und Psellerstüm'pfe der Alten Brücke rvurde der Phahlrost freigelegt, auf dem sich einst die Pfeiler der ersten Frauksuttcn- Mainbrücke erhoben. Es sind dies mächtige zu einem gftterattigeir Holzfachwerk zusammen ge fügte Eichen stamme, die wi-ederum aus starken eingeramnttcu Eichenbärimen rnheu. Durch t>en fast tausend jährigen Aufenthalt im Wasser — die erste Holzbrücke wird 1035 urkurrdlich erwähnt — sind die Baumstämme fast versteinerr. Der historische Urkundenbehälter des Baumeister Usfenbach aus der Um bauperiode des 18. Jahrhunderts hat sich in den Resten des Grund Pfeilers leider nicht gefunden. Ueberhaupt war die Auslese an Aller tümern und andern historischen Aierkwürdigketten bei Abbruch des alten Wahrzeichens Frankfurts, „der Brücke zwischen Nvr^- und Süddentschland" wider alle Erwartungen recht kärglich. — V 0 m^ Feldberg 12. Juli. Der Knttnsnsinrster Exz. Trott zu Solz stattete heute nachmittag in Bereitung des Miniftcrialdärektors Naumann und des Prof. Becker dem Taunus-Observatorium und der v. Reinachschen Erdbebenwarte auf dem Klettien Feldberg einen fast zweistündigen Besuch ab. Zu seiner Begrüßung hatten sich aus dem Institute eingefnnden Ober Präsident Hengstenberg -Kassel, Oberbürgermeffter Bürgt- Frankfntt, von der Frankfurter Universität Geheimrat Rektor Pohle und Professor Freund, vom Vorstand des Phpsükbffchen Vereins Ge^eimrat Leo Gans und Professor Bollert ijnd endlich die Sttfterin der Erdbebenwarte, Frau von Reinach. Ter Leiter des Observatoriums, Vwfeffor Tr. L i n k e - Frankfntt, führte seine Gäste durch alle Abteilungen des umfangreichen Geländes, 'wobei er und Abteilungsvorsteher Dr. Re mpp die nötigen Erlänternngen gaben. Während des Rundgcmges wurde auch ein Fesselballon aufgelassen. Der Minister gab zum Schluß der Besichtigung seiner großen Beftiedigung über die vorzüglichen wiffen- schaftlichen Hilfsmittel des Jnstttuts lebhaften Ausdruck, besonders freute es ihn, daß die gesamte Einrichtung aus Stiftungen vop Bürgerkreisen und Freunden der Wissenschaft herrühre. Hieraus begaben sich, die Herren in mehreren Kraftwagen nach der Saalburg, die unter Führung von Baarrat Jacobi-Homburg ern- gehcnd besichtigt wurde. Später kehrten sie nach. Frankfurt zurück. Witlerungsbericht. (Oeffentlicher Wetterdienst.) Gießen, den 14. Juli 1918. Auch in dieser Berichlswoche — 5. bis 11. Juli — hielt das unbeständige Wetter der früheren Wochen weiterhin an. Am Mittwoch gingen unter dem Einfluß von Randwirbeln fast in ganz Deutschland verbrettele Gewitter mit zum Teil heftigen Regenfällen nieder. Trotzdem bereits am Donnerstag ans der Rückseite der nach Westen abziehenden Depression im Süswesteu von Frankreich her der Druck anstieg und sich nach Deutschland hin ausbreitete, blieben wir doch noch aitt der Grenze zwischen diesem Hoch- und Tiefdruckgebiet. Heiterer Himmel wechselte nrtt starker Bewölkung, ja sogar mit zeitweisen Mederschlägen ab. Eine von Nordwesten her schnell heranziehende Depression drängte nunmehr den festländischen hohen Truck wieder zurück und beernflnßte uns wiedeimm durch Randwirbel, die uns zum Teil unter Gewttter- erscheinnngen lokale heftige Regensälle brachten. Die westliche Depression verstärkte sich immer mehr, zog aber im allgemeinere nördlich von uns nach Osten ab. Aus der Südseite herrschte daher bei Winden aus westlichen Richtungen wolkiges, meist tvvckenes Wetter. Die Temperaturen haben sich während dieser, ganzen Berichtswoche nur wenig geändett. Das Temperatnrmaxrmirm in Gießen lag meist über ff- 20 Grad, das Tempercchurminimum bewegte sich von -j- 13 Grad aut -st 16 Grad (außer am Montag, wo es -st 9 Grad betrug) und das Tagesmittel lag um -st 18 Grad herum. Am Montag, den 10. erstreckte sich von der Nordsee her ein Teilties über Westdenttchland bis nach den Alpen, das wiederum stärkere Zunahme der Bewölkung und Regensälle hervorries. Von Südwesten her beginnt nun ans der Rücksette dieses Teiltiess der Truck wieder anzufteigen, so daß nur mtt allmählicher Besserung der Wetterlage rechnen dürfen. Ob allerdings dieses toefifidj*' Hockiwuckgebiet große Ausdehnung besitzt, läßt sich infolge des Fehlens sämtlicher Meldungen der westlichen feindliche Staaten vorläufig noch nicht ersehen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 14. Juli 1916: Vorwiegend trüb, Reaenfälle , kühl. Letzte Nachrichten. Die Kampftage im Westen. i. Köln, 13. Jnli. Ter Sonderberichterstatter der „Köln. Ztg." ans dem lvestllchen Kriegsschauplätze meldet unterm gestrigen Tattim, daß die im höchsten Grade erbitterten Kämpfe im Gebiete der S 0 m m e 0 f f e n i i v e den ganzen Tag andauern und weiter- wtogen. Die Engländer scheinen den Vorhaltungen ihrer Bundesgenossen, daß ihre eigenen Fortschritte wertlos seien, wenn die englische Front weiter zrcrücDleibe, jetzt mtt aller Gewalt Rechnung tragen zu wollen und werfen immer neue Schwarze unserem vernichtenden Feuer entgegen. Was ihren Truppen an militärischer Ausbildung fehlt, suchen sie ähnlich den Russen, durch Massenwirkung zu ersetzen. Nicht minder heftig sind die Anstrengungen nördlich und südlich der Somme. TrG der vereinigten eiwtisch-ftanzösischen Angriffe konnte die deutsche Offensive gegen Verdun fortgesetzt werden. Französische Einberufungen. Genf, 13. Juli. Um gewisse jüngere Jcchresklassen durch 5drlfsinannsck)aften zu ersetzen, ordnete der ftanzösische Kriegs- mttnfter, wie Lyoner Blätter melden, die Einberufung weiterer Teile der Jahresklasse 1888 für den 1. des irächsten Monats an. Vom Zaren. i. Kopenhagen, 13. Juli. Die Köln. Ztg. meldet: Ein Telegramm aus Petersburg berichtet: Der Zar habe den Reichsdumapräsidenten Rodzianko im.Hauptquartier empfangen. Die Unterredung währte zwei Stunden. Riesenverluste der Russen. Haag, 13. Juli. Tein Londoner „Daily E x p r e ß" wird bestatt gl, daß die Russen in den letzten Kämpfen an der Ost front besonders schwere Verluste erlitten haben. Drei Divisionen mit ungefähr 70 000 Mann sollen fast ganz verittchter worden sein. Revolutionäre Umtriebe in Rußland. Wien. 13. Juli. In allen größeren Städten 9ttrßlands wurden Zweigorganisationen der neuen revolutionären Partei entdeckt, deren Zentrale in Petersburg ansgehoben wurde. Die Partei arbeite in geheimen Nügschriften für die Beendig img des >krieges. Verhaftungen sind in größerer Zahl erfolgt. Unter den Verhafteten befinden sich auch 'mehrere Ausländer, die vor dem Militärgericht abgeurtettt werden. Eine Schweizer Abftihr für England. Bern, 13. Juli. Jüngst erhielt die „N eue Zürcher Zeitung" als Mitteilung des brrttsckren GerreraKonftckats eine Schü derung der neuen Fleischkarten Deutschlmrds. Dazu bemerkt das „Berner T a g b l a t t", daß es bisher Sitte war. daß die ftem den Staaten sich durch den Konsul ihrer Bertrettma mir in eigenen. Angelegenheiren vernehmen ließen. Damit habe das brta r d- Generalkonsulat wieder holl gebrochen. Es habe an die Presse, allerdiirgs nur an die nahestehende. Comnrmttguös gesandt, die Nachrichten über Deutschland brachten. Wir müssen gestehen, sag, das Blatt, daß ims dies sehr verwundert. Ms englischen Erfolg oder englische 6 siwßtat können wir in der «chweir in der Tar die wirtschaftliche Bedrängung der deutschen Haus!rau nicht werten, uns darüber freuen schon gar nickü. Für uns ist die Fleischkarte der Beweis der großartigen energischen deutschen Organisation und der bewundernswerten Disziplin des deutschen Volkes. Cvmmnni. gnes De* deutschen Generalkonsulats über dre Höhe der Schifftchrt-> und Frachtpreise in England, dre dortigen LebenSmittelproise nrtt die Allstände in Irland dürfen uns jetzt nicht mchr übervlttwen. zn Hagenbeck ! Das wird in den nächsten Tagen das geflügelte Wort in Giessen sein. Eröffnung: Samstag, den iE* J&aü in Giessen auf dem Oswaldsgarten. Wer die grösste und schönste wandernde Tierschau mit den Prachtexemplaren von Löwen, Tigern, Eisbären, Kragenbären, braunen Bären und so fort sehen will, wer sich an der exotischen Pracht* der Guanacos, Zebus, Lamas, Meharikamele, Dromedare, Elefanten usw. erfreuen, an den urkomischen Menschenaffen ergötzen will, der geht selbstverständlich und ferner: wer den Riesenspielplan der grössten Raubtierdressurschau der Erde gesehen haben möchte, wer Hagenbecks unerschrockene BänM (Höhere Privatschule Sexta — Oberprima) Aufnahme neuer Schüler jederzeit Gute Erfolge. Einjährigen-, Primareife-, Abiturienten- pröfung. Durch den Besuch der Unterstufe genügen Kinder unt 14 Jahren der gesetzlichen Schulpflicht. (Minist Verfügung vom 13. V. 14). Näheres durch 4113 Direktor Brackemann, Ludwig str.70, Fernr. 633 Versteigerungsanjeige. Freitag, 14. Juli 1916, nachmittags 5 Uhr. sollen im Darmstädter Haus Wall- torstr. 6 dahier, öffentlich zwangsweise gegen bar versteigert werden: 1 Schreib' tisch, 1 Glasschrank, 1 Sosa und 1 Spiegelschrank. Saintonges, stellvertr. Gerichtsvollzieher, Gieffen. 3041 Vereine Sfonograpbeiv Gesellschaft ^Gabelsberger 0 Glessen und Damenabteilung E. V. Wir eröffnen Dienstag, den 18. Juli 1916, abends 8 l / 2 Uhr, in unserem Vereinslokal »3um (Üambrinns", Kirch- straffe 11, einen AHM-LehrMlj iGabclsbergerscherStcno- grapkie für Damen und Herren. Uiuerrichtsgeld6Mk. Anmeldungen an Herrn A. Karnbach, Landgrascn- straffe 5, oder zu Beginn des Unterrichts erbeten. Beginn des Fortbildungs- unterrichts Freitag, den 21. Juli abends 9 1 /« Uhr. 5016c] Der Vorstand. V.C.-V.H.C. § Samstag und Sonntag', 15. u. 16 . Juli: 1' -tägige Feldberswanderung.