Nr. M Der L«-ech« erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SietzeaerZawilienblStter; zweimal wöchenll.NreiS' dlattfürdeaNreis Gießen (Dienstag und Freitag): zrveitnal monntl. Landwirtschaftliche Seilfraarn Fernsprech - Anschlüsse: iürdie SchrlitleitmigllL Verlag,Geschält4stelle51 Adresse skr Drahtnachrichten: Anzeiger Siehen. Annahme von Anzeigen ftir bic Tagesnununer I :§ zum Abend vorher. Erster Blatt 166. Jahrgang § Mittwoch, 12. Juli 1916 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oderhessen Hotatt dem Weiler Maisonnette getrommen. Dic Zahl der in diesem Abschnitt gestern unb im Verlauf der Nackt gemachten irnvcrwundeten Gefangenen beträgt 930. Nördlich der Somme ruhige Nacht. In der Champagne gelangen zwei Handstreiche südöstlich unb westlich von Ta hur e. Die Franzosen nahmen außerdem deutsche Schützengräben im Westen der Butte de Mesnil, bauten sie aus einer Front von 500 Meter ans nnd machten etwa 10 Gefangene. In den Argon nen drang eine französische Erkundungs- abteilung im Fvnr de Paris in einen deutschen Graben ein, den sic mittels der Handgranaten säuberte. 2lus der Front nördlich von Berdun nimmt das Bombardement in der Gegend von Chattancourt, von Fleury und von La Laufsc seinen Fortgang. Nordöstlich von Fleury wurde eine starke derttsche Patrouille durch unsere Handgranatenmörscr zerstreut. # In^den Vogesen griffen deutsche Mteiürngen die französischen Stellungen au) fünf verschiedenen Punkten der Gegend von Chapelotte an. Von unseren Mineniversern unter Feuer genommen, wurden sie vollständig zuri'ickgeschlagen. 11 Uhr abends. Nördlich der Sv m me ruhiger Tag. Südlich der Somme machten wir im Lause des Tages einige Fortschritte in der Gegend zwischen Biaches und Barleur und in der Umgebung dieser letzteren Dörfer. Am Rande von Biaches nahmen wir ein kleines Vorwerk. wo sich noch eine feindliche illbieitung dielt. Wir brachten 113 Gefangene ein. dartmter 10 Offiziere. Südöstlich von Biaches konnten wir dank einem glänzenden tum uns unternommenen Angriffe am die Höhe 9 7, die den Fluß beherrscht, diese vom Feinde gehaltene Höhe erobern, sowie die ans dem Gipfel gelegene Ferme M a i s o n e t t c. Wir bemächtigten uns eines kleinen Gehölzes nördlich von Maisonette. Einige sernd- licke Abteilungen leisten noch in einem am Rande dieses Gehölzes gelegenen Vorwerk Widerstand. Im Norden von Verdun bombardierte dic feindliche Artillerie, der die unsrigc energisch erforderte, mit äußerster Heftigkeit die Gegenden von ..Kalte Erde", Fleurv und des Waldes von Fumin. Kein bedeutendes Ereignis au) der übrigen Front. Flugwesen. In der Gegend der Somme griffen unsere Kampfflugzeuge gestern zahlreiche deutsche Flugzeuge an. Vier derselben wurden über den feindlichen Linien zum dlbsturz gebrack):. In der Nacht vom 9. ans 10. Juli warf eines unserer Bombar- dieruugsgeschwadcr zahlreiche Bomben aus die Bahnhöfe virn Ham und Polaneourt ab. Ter englische Bericht. London, 10. Juli. 9 Uhr abends. Den Deutschen gelang es,' nach sechs Gegenangriffen, in den Trvnes-Wald einzudringen um den Preis sehr beträchtlicher Verluste. Der Kampf im Walde dauert fort. Etwas weiter westlich konnten wir Fuß fassen im Walde von Maimetz,, wo uns der Feind bis jetzt einen sehr erbitterten Widerstand entgegengesetzt I>attc. Wir erzielten auch Fortschritte östlich von OvillerS und La Boiselle. Unsere Flieger attachnwten gestern mehrere /Perlade bahn Höfe, mehrere Mnnitionsdepots und einen Flugplatz. Es fanden zahlreiche Luit- kämpfe statt. Ein deutsches Flugzeug wurde abgeschossen. Mehrere andere wurden gezwungen, mit Havarien zu landen. Der russische Bericht. Petersburg 10. Juli. 2Uhr nachmittags: Westfront: Im Süden der Sümpfe von Pinsk treiben utn sere Truppen den Feind zurück und fahren fort, den Stochod an mehreren Punkten kämpfend zu überschreiten. Der Gegner ließ auf seinem Rückzüge dic meisten Brücken in die Luft stiegen. Bei den Ortschaften Swidniki nnd Alt und Neu Moschok,Mosör?' auf dem linken Stochod-Ufer ist ein erbitterter Kampf im Gange. Wir machten hier Deutsche zu Gefangenen. Zwisäien Kisielm und Zubilno schlugen wir den Feind durch einen überraschenden Handstreich in die Flucht. Die Truppen des Generals Caledin nahmen vom 4. bis zum 7. Juli 331 Offiziere imd 914.'» nnver- NUndele Soldaten gefangen. Sie erbmtoten ferner 10 Gesct'üi e. 48 MaschinengeU'ehre, 10 Bvmhmwerscr und Minenivcrfer . > Gewehre, 62 gefüllte Munitionsmagen, Sckieinlverfer und einiges Weniematerial. Dazu kommt noch die tnt Bericht vom 8. Juli erwähnte Beute von 300 Offizieren, 12 000 Soldaten, 45 Feuer- schlüirden usw. Aus der ga l i zi sch cn Frv u t heftiges Artillerieduell im Abschnitte der beiden Ufer des Dnjestr. •opr D ünabur g hat der Feind südlich des Slvem.cn Sees die Offensive ergriffen, Er wurde »uruckgeschlugen und ging in ;feui£»4&r>ab und an den Spielen (um 8 Uhr) ist für die orts anwesenden Jnngnlannen Pflicht. .Heute, Mittwoch abend 8 V 2 Uhr tritt die 1. Kompagnie vor der ' neuen Kaserne, die 2. Kompagnie in der Turnhalle des Realgym nasiums an. ** Z n r W a r n u n g. Gerüchte über ön n: st e r sind in der jetzigen ^eit der Nahrnngsm:ttettnapphe:l an der TagesorLmnng. Me finden nur allzu, bereitwillig Gehör no etfrtge Wetterverbrettung. Jrgenowetcye 2 tstya:tspnntve^ snr die Richtigtcit der Klatschereien sich zu verschaften/- Halter: d:e Erzähler zumeist nicht siir rnilig. Die Gerüchte' nehrnen von Mund zu Mund einen größeren Umfang/« rmd manche Verbreiter bemühen sich, diejenige:: Erzählung gen, die ihner: noch nicht pikant germg erscheinen, an.fi eigene Faust anszuschmncken Dies erfolgt dann :n der'. Weise, daß man erzählt, baß es „zu einen: behördltchens Einschreiten geführt habe, bei dem ungeahnte Vorräte zutage gefördert Worten seien, bie bei Bestandsaufnahmen verheimlicht gewesen wären, so daß der ßNissetäter den ehrenrührigsten Strafen nicht rnehr entgehen törnte" In letzter Zeit wurden vier Personen ermitteht, welche derartige Gerüchte erfimden, verbreitet und in obenerwähnter Weise crusgeschmnckt hatten. Alle vier hätten wohl oder übel vor dem Strafgericht anfmarschicren müssen, wenn nicht der Beleidigte gegen sie mit irnverbienter Milde verfahren rväre und sie'mit ansehnlichen Geldbuße:: zu wohltätigen Zwecke:: hätte dnrchkorrrinen lassen. Verstummt sind die Gerüchte noch immer nicht. Vor Weiterverbreitnng derartiger Klatschereien kann nicht nachdrücklich genug gewarnt werden. Wer glaubt, wirklich etwas zu wissen von Verheimlichungen von Vorräten, sollte auch den Mut haben, sein Wissen bei der Behörde vorzubringen. ** Diebsgnt. Bei einem hiesigen Althändler' wurde ein Teil von einem doppelierten Treibriemen von 12 Zentimeter Breite beschlagnahmt, dessen Eigentümer bisher nicht ermittelt rverder: konrUe. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen. ** Eine neue Bekanntmachung betreffend Be- chlagnahme und Bestan dserhebung von J-lachs- un d H an f stroh M. W. III. 3(XK6. 16. K. R. A. ist am 12. Juli 1916 erschienen. D'urch diese werden die gesamten Menge:: des iml Reiche angebauten Flachses und Hartfes des Jcchrss 1916 mft der Trennung vom Boden, sowie alle vor handelten alten Bestände und etwa noch zur Einfuhr nach Deutschland gelangendes Flachs- und Hanfstroh beschlagnahmt. Es bleibt jedvchl das Rösten des Strohs Und das Ausarbeiter: der Fasern im eigenen Betriebe gesvattet.- Ein Verkauf der beschlagnahmten Gegenstände ist nur an die Kriegs- slachsbau-Gesellschast m. b. H. Berlin W. 56, MorkgrafenstraHe 36, oder an solche Personen gestattet, die einen schriftlichen Ausweis der Kr i e g s - R oh sto f f-Abteilung des Königlich Prenßischen Kriegs- Ministeriums zur Berechtigung des Ankaufs der beschlagnahnsten Gegenstände erhalten haben. Die Bekanntmachung cnthÄt gleichzeitig die Vorschrift, daß die Besitzer von Flachs- und. Hanfstroh ihre Bestände früherer Ernte am I. August 1916 der Kriegs-Rohstoff- Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums zu melden liaben, und daß über die beschlagnahmten Vorräte alter und neuer Ernte ein La garbuch zu führen ist. Der Wortlaut der Bekannte machung, die noch verschiedene Einzelbestilirmm:gen enthält, ist. im heutigen Anzeiger veröffentlicht und am Bürgerm-eisteretgebäudei angeschlagen. ** Betreffend Beschlagnahme und Bestandserhebung der Fahrradbereifungen (Einschränkung des Fahrradvetkchrs) ist eine Bekanutmachuirg am 12. Juli 1916 veröffentlicht worden. Durch, diese Bekanntmachung werden die Beweggründe ersichtlich, die zu dein in fast alle:: Teilen des Deutscher: Reiches vor einiger Zeit ergange 2 ren Verbote der Be- nutzung der Fahrräder zu Vergnügungszwecken geführt haben. Denn die Bekanntmachung beschlagnahmt alle nicht zur ge- iverbsmaßigen Weiterveränßerung vorhandenenFahrraddecken u u d Fahrrad s ck l ä u che, die sich im Gebrauch befinden oder für den Gebrauch bestimmt fmb. 9hrr für bestimmte Falle werden die vom stellvertretenden Generalkommando hiermit beauftragten Polizei-Präsidien, Landrats- oder Kreisamter die Erlaubnis zur weiteren Benutzung der beschlagnahmten Fahrrckb- bereiftmgen erteilen. Diese Erlaubnis wird rrur ßrlchen Personen erteilt werden, die daS Fahrrad in Ermangelung anderer zweckdienlicher Verkehrsmittel als Beförderung zur Arbeitsstelle oder zur Ausübung ihres im allgemeinen Interesse notwendigen Berufes oder Gewerbes oder zrrr Beförderung von Waren #ur Ausrecht- erhaltung ihres Betriebes oder infolge ihres körperlichen Z«- staüdes benötigen. Tie Bekanntmachiirng führt bestimmte Falle an. in denen die Voraussetzungen für die Erteilung der Erlaubnis Veto als gegeben angesehen werden, und in denen die Erlaubnis ohne weiteres zu erteilen ist. Die Personen, welchen dir Verwendung der Fah rradbere: ftmgen weiter gestattet ist, dürfen sie jedoch rrur zu dem bei Erteilung der Erlaubnis bestimmten Zwecke gebrauchen. Um eine Erlarrbnis zur weiteren Benutzung der Fahrradbereifungen zu erhalten, isteinAntragbeider fürden Wohnort des Antragstellers zuständigen Polizeibehörde unter Beifügung der vorgeschriebenen Radfahrkarte auf einem amtlichen Vordruck zu stellen. Dieser ^irck^tg wird vor: der Polizeibehörde an oben genannte Behörden weiter- gegeben werden. Im Falle der Genehmigung des Antrages erhält der .Antragsteller seine Radfahrkarte mit einem entsprechenden Vermerk versehen zurück. Falls der Antragsteller abschlägig be- schieden wird, verbleibt die Radfahrkarte bei der Polizeibehörde. Es muß dringend empföhle:: werden, beabsichtigte Anträge ren- v e r z ü-g l i ch zu stellen, da die Bekanntmachung bereits mit Beginn des 12. August 1916 in Kraft tritt und nach chiefem Tage die Benutzung der Fahrradbereifungen ohne besondere Erlaubnis strafbar^st. Für den Ankaufder beschlagnahmten Fahrraddecken und Sclstäuche, die nicht mehr berrrttzt werden dürfen, werden kommunale Sa mmel st clle n eingerichtet und bekannt- gegeben werden. Die Veräußerung der beschlagnahmten Fahrraddecken ist nur noch an eine derartige Sarnmelstelle für Fahrrad- bereiffmgen zulässig, die in der Bekauntmachung näher bezeichnete Preise für Decken und Schläuche zahlen wird. Soweit die beschlag - nahmten Fahrradbereifungen bis pen 15. September 1916 nicht an eine Sammelstellc abgeliefert sind, srrrd sie, sofern sie nickt weiter benutzt werden dürfen, bis zum Oktober 1916 an die für ihren Lagerort zuständige Ortsbehörde anzumelden: sie werden sodann enteignet werden. Es darf aber angeirommen werden, daß der größte Teil der Besitzer von beschlagnahmten Fahrradbeveifmr- gen diese :reiwill:g an die Samrnelstellen veräußert: ivird, die auch zur Cntgcgennahine von Fahrradbereifungen ermächtigt sind, die unentgeltlich zur Berftrgung gestellt werden. Durch die getroffene:: Maßnahmen wird es nicht rrur möglich sein, den Verbrauch von Gumm: zur Herstellung von Fahrradbeveisungen einzuschrcurken, sondern vor allem werden die ganzen yax Ablieferung gelangenden Fahrradbereifungen nach einer entsprechenden Bearbeitrcng für diejenigen iviedcr als neue Bereifungen Verwendung finden können, denen die Erlcnrbnis zur weiteren Benutzung von ssirhrradbereiffm-' gen erteilt ist. Tie Bekanntmachung enthalt eine Anzahl von Einzelbestiiniunngen. Ihre Kenntnis fft.für alle Personen wichtig. die einen Antrag aus Weiterbenutzung von Fahrradbereisungeck stellen wollen. Ter Wortlaut ist am Bürgerrneistereigebäude angeschlagen und im heutigen Anzeiger veröffentlicht. ** Hollunderbeerenöl. In ivoch nuht weit zurückliegender Zeit wrrrden, wie dic „Tarmst. Ztg." schreibt, im Schwarzwald die Früchte des dort wild svachserrden roten Holunders «SambiHrS racemosa) von^Kindern gesai:mrelt und in den kleinen Oelmuplen der Dörfer aus O e l v c r a r b e 1 1 e t. Mitteilungen zufolge ist das Oel als Speiseöl sehr geschätzt qe- wcseii. Auch noch heute wird nach den dem Kriegsausschuß für Oele u>:d Fette z-iigegangenen Nachrichten diese Oelgewinnung im. Kreise Billingen in: badischen Schwarzrvckld betriebe::. Es handelt sicl: dabei nur um die ölhaltiger: Kerne der Beeren, ähnlich wie bei den Kernen der Weintrauben. Wenn nun auch für die Großindustrie weder die Arrsbentc noch die erfaßbaren Mengen an Holundersamen groß genug sind, so halt der Kriegsansschuß für Oele und Fette cs doch für seine Pfli,cht„ M diese mit Erfotzg öelriebene Oelgewinnung im Hinblick am die allerorts rwrhan- oencu kleineren Oel P ressereien hinzuweisc.n. Durch Neuerschließung dieser in Vergessenheit geratenen heimischen Oelauelle könnte in 'u'it tu Frage kommenden Bezirken dem augenblicklichen Oel- ni a 11 g e 1 ti: nicht zu unterschätzender Weife.abgL- holsen werden^ ** Zuckerverforgung bei uiU) jvt t*' Nach einer "Witiriiimr, her 91cicfc>nic5erftelfc ift bic. Zulage. bte teu Äur* imb Badeorten sür die ZuckerversorgMg der Fremden »ugewieseii werden konnte, so gering, daß daraus der einer d'n.-chschnittlichen Besuchexziffer rrur der allerdnngendste Bedarf .ur .Verstellung der Speisen gedeckt werden kann. Jedenfalls werden d^e \lm " imd Badeorte nicht in -er Lage sein, auf Grund von. Abmeldebescheimg imgen anderer Kommunal verbände oder Gemein- den sür die Fremden Zuckerkarten ausznstcllen, da ihnen Ersatz nicht gewahrt wrrd. Ter Oberbürgermeister wird hiernach 'ür Geineindeangehörige der Stadt Darnrstadt für dre Dauer der Ab- w'senheri Ät'meldcbescheinigungen für Zuckerkarten nicht aus stellen und empfiehlt den Btteftigten. bei vorübergehender Ab Wesenheit Zucker mitzrinehmen oder sich schicken zu lassen. ^ Eisen bahn Überwachungsdienst. Der komnian hieran" General des XVIII. Armeekorps, Freiherr von Galt, gibt tn einer Anordnung im amtlichen Teile unseres heutigen Blattes bekannt dast Militärpersonen, die von ihm mit der Ausübung des Effenba' mberwachimgädienstes beauftragt sind, die Rechte und Pitichfen eines Polizeibeamten lxrben. Tic mit der Uebcrwachung Bmuitrogten üben ihren Dienst in Zivilkleidung aus: sie sind v.u pflichtet, auf Wunsch ihren Ausweis, der von mir oder eurem anderen kommandierenden Genera! ausgestellt ist und mit der ab- gestempelten Photograpl-re des Inhabers versehen fern muß, vvr- ^ i e Z a h l d e r P o sl s ch e ck k u n d e n ist im Reichspost- aediet Ende Juni 1916 auf 123 27b gestiegen (Zugang im Monat Zuni 3045). Auf den Postscheckrech,umgen wurden un Juni ge- t..cht 2319 Millionen Mark Gutschriften und 2313 Millionen Marl Lastschriften. Bargeldlos wurden 2619 Millionen Mark des Umsatzes beglichen. Das Gesamtguthaben der Postscheckkunden betrug i?n Jun' durchschnittlich 324 Millionen Mark. Im Ueberwc'.simgs verkehr mit dem Auslande wurden 5 Millionen Mark umgefetzt. *♦ Hagenbecks Tierschau kommt aut Samstag, den 15 Jul, nach Gießen. Näheres wird noch bekannt gemacht werden. '** f r nächste städtische Seefischmarkt siirdet Donnerstag, den 13. Juli 1916. vormittags 8 Uhr beginnend, in den Marktlauben statt. , ... « ~.. + ** Städtischer Ercrverkauf. Die der Stadt gewiesenen Eier werden Donnerstag, den 13. Juli 1916 cm„bic Bezugsberechtigten der Brotmarken bemerke >. VI, > II und V ili verteilt roerben. Gec^n Dorzeigen der Brotmarkenauswetskarte nnd AWempelung derselben werden 3 Eier zum Preise von 68 Pfennig chbgcgcben. Näheres siele Anzeige. Landkreis Gießen. e Beuern, 11. Juli. Am vergangenen Donnerstag wurde hier ein nicht ganz 4jähr,qes Mädchen mit schweren Kopfwunden blutüberströmt an einent Steinbruch aufgefunden. Em vorbe,- gehender franchstscher Kriegsgefangener, der das Kmd entdeckt hatte, brachte es sorgfältig zu seinen Angehörigen. Nach Aussagen dev Kindes soll es lückischerweise in den Steinbruch gestürzt worden sein. Ter Fall ist noch nicht ganz anfgeklärt. ~a. G tu nberg, 12. Juli. Das Ergebnis der S a mmluNg füv die deutschen Kriegsgefangenen am Sonntag betragt 693,80 JJir. Einige kleinere Beträge stehen noch aus, so daß stch die Endsumme aui ungefähr 700 Mk. belaufen rvird. , . . ga Queckiborn, 12. Juli. Seit Sonntag abend ivurde ein dreijähriger Junge, das einzige Söhnchen emes hiesigen 4riegs- teilnehiners, Heinrich Rau, vermiet. Sofort an gestellte Nach-- forscbunqen in der Umgegend hatten kemen Erfolg. Am Montag morgen' wurde der bedauernsiverte Junge in eurer Zauche- o r n b c tot anfgefundetl. ?Ran nimnrt an, daß er auf emen neben- siedenden Kinebbauni steigen wollte und daN sich dabei dre Bretter ven'ckwben haben. Der Vater befindet sich in Rußland. '* Vil linqen, 11. Juli. Ein schönes Zeichen der Anhang- lichkett haben eine Anzahl aus hiesiger Gemeinde stammende Deutsch-Amerikaner in Rochester gegeben. Sie haben nämlich auf Veranlassung von Adam Graf und Lhristoph L e s ch h o r n 1761 Mark -usammengesteuert, die in den letzten Tagen hier emgettoffen sind Das Geld soll zur Unterstützung von Witwen und Waisen hiesiger Krieger, sowie zur Beschaffung von Tabak für alle im Uelde stehenden Villinger verwandt werden Unsere Gemeinde ;ählt bis jetzt !6 (Gefallene, 5 werden vermißt und 4 sind tn Gefangenschaft. davon zwei in Frankreich, einer in Rußland und emer in Japan. Kreis Budmgen rsff Büdingen. 11. Juli. Das Eiserne Kreuz erhielt der Pionier W ei b l in g er. „ ^ , . FC B i"l dingen, 11. Juli. Der Kreisausschuß hat am geordnet, daß armen Leuten, die fleißig Aehren gelesen haben, erne Menge bis höchstens 50 Pfund Getreide für den Haushalt frei- gegeben und deren Vermahlung zugelassen wird. 4. O r t e n b c r g , 11. Juli. Der Leutnant Hernrich Hebbel von hier, im Frieden Pfarrassistent in Rüsielsheim. der seit Kriegs- beginn im Felde steht und ini Westen und Osten schon die schwersten Kämpfe initgemacht hat. auch bereit? seit langer Zeit un Besitz des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und der Hessischen Tapferkeitsmedaille ist, ivurde jetzt wegen hervorragender Leistung m,t dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet. Kreis Alsfew. 02 . Angenrod, 12. Juli. Karl H ö h l e r von hier, z. Zt. nuterofstzier bei dem Feld-Ärt.-Regt. Nr. 205^ wurde für hervorragende Leistung das E i f e r n e K r e u z 2. Klasse verliehen. ' 02 . Elpenrod. 12. Juli. Seit Kriegsbegmn haben bereits 7 Kriegsteilnehmer den Heldentod gefunden, nun hat sich deren 4ahl wiederum um einen erhöht. . . , . . 02 . Reibertenrod, 12. Juli. Dem Landwirt Heinrich Grein I. von hier wurde vom Großherzog das Hessische KriegSehrenzeicheii verliehen. Kreis Laulerbach. ».Bermuthshain, 12. Julii Die K r i e g « r v er e t n e unserer Umgebung hatteti ihre Vorsitzenden am letzten Sonntag zu einem Bezirkstage nach hier abgeschickt. ^ f r .... ii. ©ungenau, 12. Juli. Ta unser Lehrer K. M u l e r sich im August vor. Js. nach dem nahen Ober-Moos versetzen ließ^war unsere Schule bisher verwaist. Nun haben wir m dem Schulverwalter Hof aus Gedern einen neuen Lehrer erhalten. Kreis Schotten. ^Ruppertsburg, 12. Juli. Mit dem Eisernen Kreuz wurde Gefreiter H o r st im Husaren-Regiment Nr. 7, der bereits die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt, aiisgezeichnet. Kreis Friedberg. dr. Bad-Nauheim, 12. Juli. Der Schütze Johann Pfeffer, Sohn desLalidwirts Johann Pfeffer I. von hier, erhielt daS Eiserne Kreuz 2. Klasse. Q. Bad-Nauheim, 12. Juli. Reichstagsprasident Exzellenz Tr. Kämpf ist zur Kur hier eingetroffen. — Unteroffizier! ^rrtz Reinhardt, Inhaber des Eisernen Kreuze? und der Hessischen Tapferkeitsmedaille, wurde iiät der Basischen Tapferkeits- tnedaille ausgezeichnet. bz. Butzbach, 12. Juli. Der zweite G o l d a n k a u f s t a g ili Butzbach hatte wieder ein schönes Ergebnis: es wurden von 32 Personen für 671,68 Mk. Goldsachen abgesührt. b 2 . B u tz b a ch , 12. Jtili. Am 20. August begeht die F rer w i l l i g e F e u e r w e h r den Gedenktag ihres bGnhrlgen Bestehens in schlichter Weise. , . , Starkenburg und Rhemhcnen. ** Darm st adt, 12. Juli. Am Samstag, den 1ö. Juli, sin det nachmittags im großeii >^>aal des Rathanses am Marktplatz eure Hauptversammlung der Großherzpglicl>en Zentrale für Mutter- und Säugliugsiüriorge in Hessetr statt. Aul der Tagesordnung steht. Die derzeitige Lage der Mutter- und Säuglurgsumorge rm Groß- herzoatuni Hessen (Minister Tr. Braun). Bericht über das Ge- schäftSjahr 1915/16 tGerichtsassessor Dr. Mselior) Berrcht über dre Anstaltsslirsorge: a) Universitäts-Kinderklinik, Gießen (Prostllor Dr Koeppe), bi Eleonvrelcheim, Darmstadt (Dr. Schlivpe,. U^ber- reichung von Anslaltsurkunden. Rechnungsablagc und Voranschlag. Mitteilmigeir der Zweigstelleir. Aenderung der Satzung. Eriatz- wahlen zum Ausschuß. Hessen-Nassau. ba. V i e d e n k o p i, 12. Juli. Jäger zu Pferd Karl U n verzagt wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet [| F: n >ite >lberg, 12. Juli. Um auch den mwder bemittelten KreiSbewo^rern Gelegenheit zu geben, sich em S ch l a ch t s ch tv e i u zu ziehen, hat das Latrdratsamt etwa 100 Ferkel komuien laff'eti und zttm Preise von 35 - 39 Mk. das ^tucr üerfauit. Da der Vorrat bald vergriffen war, soll em weiterer ftnii«»F,i i if f mflvhpn. tut KriL,gMweüe stellt ,rch auo aut nuu> io-UH) gZeichner sind bislang mit dem Eisernen Kreuz 1 - mir dein Kreuz 2 Klasse 6111 Eisenbahnbedrenstele. Eisenbahnbeamten und -Arbeiter, die den Heldentod erlitten yaoen, stellt süd am 7312. _. Waggon Fezkcl angekauft werden. ir rr . Y.C. K: rchhai,l, 11. Juli. Die Bezeichnung ^Kirchhain (Bez. Staffel) /f erhält die hiesige Station vom 1. Ailgust ds. Js. ab. -- Frankfurt a. M.. 11. Julr. Geheimrat Zetß steht. Berliner Meldungen zufolge, m Verhandlungen mit Hermann Vatlentinvom Berliner Lessingtheater, der dem hiesigen -byea- ter verpflichtet 'werden soll. . -- Frankfurt a. M. 11. Juli. Unter der Leitung von Bürgermeister Dr. Lupv Frankfurt a. M. hielt am Montag und'Dienstag der Ausschuß für Hinterbliebenenfürwrge m Bereich des 18.' Armeekorps einen gutbemchten Ausbildungslehrgang zur Schulung ehrenamtlicher und besoldeter Krane «iif dem Gebiete der H i nter b l i eben en s ü r 1 o r g e ab. An beiden Tagen wurden zunächst einleitende Bortrage gehaltm. denen jedesmal eine gemeinsame Aussprache folgte. Dir tcach mittage galten der Besichtigung städtischer Einrichtungen iur Kriegsfürsorgezwecke. Unter den Vorträgen seien olgenoe genannt! Dr. Luppe. Franksutt über,.,Du Aufgaben mid die Organisation der Kriegshinterbliebenensürsorge m Deutschland , Dr. Grosse. Fraukfurt über „Die rechtlichen Grundlageii der staatlichen Rentenfürsorge iür KriegshrnterbllebenL mW ihre Durchführung durch die Militärbehörden". Dr Kraus- Frank- furt über „Tu Rcitmirkung der lokalen amtlichen ^ur,orgelte.len bei der Rentenfürsorge des Reichs" und ,.Gesmrdheitsfürsorge, Berufsberatung und Berufsausbildung von w^dlichen Hinterbliebenen" Geheimrat Dr. Schlosser, Franksutt über „Die Einrichtung für Versorgung der Kinder wahrend der autzerhous- lichen Erwerbsarbeit der Mütter." . , ... * — Idstein. 11. Juli. Ter Arbeiter Konrad Schmidt kam in der Lederfabrik von Laudauer-Donner dein Räderwerk zu nahe und tvitrde von dem Treibriemen mehreremale mit hermw geschleudert. Er erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß er nach kurzer Zeit im städtischen Krankenhause verstarb. = 20 ächtersbach , 11. Juli. Die WachterSbach -Birstemer Kleinbahn, A.-G., erübrigte im letzten Betriebsjahre einen Ueberschub von 3869 Mk. (1914: 537 Mk.). Die Einnahmen aus dem Personenverkehr blieben die gleichen wie sonst ; die Einnahmen aus dem Güterverkehr gingen um 9229 Mk. zurück. oz. B r e i t e n b a ch a. Herzberg, 12. Julu Für die daitschcn Kriegs- und Zivilgefangeneii sammelten die Schulkinder Gehaus den Betrag von 31.30 Matt. — Unter einer Schacherde in Linqelbacb'richteten Hunde eine arge Verwüstung an Wie man uns schrecht. sind 10 Schafe zettssen und 3 fehlen noch, -ue übrige Herde war in die Wälder geflüchtet. Es ist gelungen, sie nach und nach wieder einzufangen. - Für das Alund Heidelbeeren zahlen die Händler 20 Pfennig m unseren Dottern. Da die Ernte zremli'ch gut ist. so verdienen Kinder Mit Pflücken der Beeren oft in einem Nachmittag 2 bis 3 Mark. L. Hofqeisma r, 11. Juli. Auf der bentichdorten S o l l i n q e r H ü t t e imirben gestern durch cut aus der Schuielzbiene springendes glühendes Stahlsiück der Krahnkührer Reinhardt lebensgefährlich und sechs andere Arbeiter schwer verletzt. Das Gietzhaus geriet in Brand und wurde cingeäschert. . ^ < Fe. Aus dem Regierungsbezirk Wiesbaden 11 Juli Die Einnahmen aus der Jagd im diesseitigen Bezirk haben sich fast alljährlich bedeutend schoben. Sie ,md. von 138 807,10 Mark im Jahre 1684 aus .i>30 520,62 Mark im Jahre 1911 gestiegen, iw» 1912 ans 527 234,43 iflUr! flciunfen,_ 191.3 wieder mir 567 229,24 Matt gestiegen und .1914 auf o90 701.21 Mark emporgesckmellt. .. ^ ..... . . _ ch Vom M i t t e l r h e i n . 11. J'-ilt Der Wasserstand des Rheines ist seit gestern am 3.12 Meter gestiegen. Tw Steigerung betrug fest gestern vormitla 15 Zentimeter. Auch am Oberrhnn steigt' das Wasser noch, in Maxau ertrug die Erhöhung seit gestern 89 Zentimeter. Diese Steigerung kommt amu Bodens-ee. der ganz gvaaltig gcslle^n ist. In Ueberlrngen ichlagisn die Wellen m der Sec straffe bereits an die Häuser imd in Langenaraen steht der Landungssteg, der der dem latzren Sturm stark beschädigt wurde, vollständig unter Wasser. Auch der Neckar und der Mam sind ^ch^^Ä-us der Rh ein Pfalz, 11. Jull. Auf dem Obst markte in Freinsheim ist ttn rascher 'Preisrückgwig r»on einem Tage aus deil anderen eriolgt. Wahrend vorgestern der Zentner Birneii noch 40 9Ratt kostete, wurden gestern 35 Mark bezahlt. Aeviel kosteten der Zentner 40 Mark ittid gestern o.iJAark. Reinc- llauden mid Mirabellen 40 bis 45 Mark, gestern So Mark, Psir- siche 45 bis 60 Matt und gestern 25 bis 45 Mark. Nn'rveL^itäts-Notckriehterr. -- Frankfurt a. M.. 12. Juli. An der hiesigen Umvev- sität habilitierte sich in der medizinischen Fakultät vr. wea. iveorg " reyfuß für innere Medizm. ^ < 4 .,.^ Frankiurt a. M„ 11. Juli. Der preußische ^ultuS- m i n i st e r Exzellenz Trott zu Solz ttas heule yjathin*#* gieitnnq des Ministerialdirektors Naumann uiid de» Pcrwna^ dezerneuten Prof. Dr. Becker zu einem zweilagigen Besuch Universität und der ihr angeschlossenen Institute cm. >zn vet Anla der Universität fand ein Empfang statt, zu dem sich autzer dem Lehrtörper auch Oberprä,ident Hengstenberg Kassel und Smr^ bürgermeister 'Voigt eingerunden batten. Ansr-rachm ^ieltenoer Minister, Oberbürgermeister Voigt und Rektor Pohl '... -^m Gmp-' fang, der sich, in schlichtestem Rahmen vollzog, schlosien sich Be^ sichtigilngen der Universitätsräume, des Senckenberg Institut- u des Physikalischen Vereins an. Im Php,. Berem horte der Bttnist« Vorträge pon Proi. Dr. von Laue, dem NobeLpreisrutg« vmd Prof. Dr. Lorenz. Aus Anlatz des MmcherMsuchs wurden Rektor Prof. Dr .P o h l c und Prorektor Pros. Dr, W a ch s mutt, ferner von der Philosophischen Falultät dre Pw,e)soren K autzsch, Panzer und Schorns tuet zu Geh. Regterungsralen crnamrt. Von der Medizinischen Fakultät erwelten Prol^oren Srvlr und Edinger den Titel Geh. Medmnalrat. Außerdem wurde Privatdozent Dr. Stiche r zum Pvosesior ernannt, st ach mittag fanden Besichtigmigwi des Palmengartens und der Klmilln statt. Für Mittwoch hat der Minister 'einen Besuch beim -auwuL- observatottum auf dem Kleinen Fcldbe rg angemeldet. Meteorologische veod achrungen der Station Sietzen. Juli 1916 Sio.2; o*tr — ^ "p. JO c C w 3 O 3 S-» L- 4l W £ W sS 95 S eo ° « -o ^ if -s !o 1 «»> c* c M * 5" n cc« 11.1 3 ,! _ | 10,5 8.7 51 7 ii.Iio" _ 15.6 9,4 I 71 — — 10 12.1 8" — 13,3 8.9 75 — — 10 Wett« Bew. Himmel Bed. Himmel Höchste Temperatur am 10. bis II. Juli 1916. + 20,0" 0. Nwdrigst- . . 10. . 11. . «IS: + .91*0. Niederschlag 0,0 nun. Die Anfänge der Kenenkolonien am Meer. Viele Tausende von schwächlichen Kindern finden in diesen Sommermonaten wieder K'räitignng und Gesundheit in der rermm. Lust unserer Küsten und durch Baden im Meer. Mehr denn ie suhlt man heute dm hohen Wert der Fettenkvlmri-en chr dw Stählung unserer Voltskraft, dre in einer blühenden Jugmd dre bttte Geivahr ür eine glückliche Zukunft Deutschlands findet, lind doch ist ks cttt 4 0 Jahre her, daß die erste dmtsche Fettenkolonw am Meer entstand, ist überhaupt tvenig inehr als eilt Jahrhundert vergangeti, seit die ersten dwitscherr Seebäder gegttindet wurden. 1794 kündigte der Rostocker Professor Vogel die Errichtung emes Seebades an der Ostsee bei Doberan an, und 4797 ging die Insel NVrdermw mit dem erstm Nvrdsecbad voran. Erst seit 100 Jahren sind die Seebäder bet uns in Mode: doch waren es nur die wohlhabenden Klassen, die die beschwerliche ,md teure Reise wagen konnten. Tw Armen blieben von dieser Wohltat ausgeschossen. Wie England für die Seebäder vorbildlich gewesen war, so gab es at^) das Beispiel zur Einrichtung von Seehospizen für unbemittelte Kranke^ indem es 1796 die älteste derartige Anstalt in Margate am Ausfluß der Tl-emse begründete. Gegen 700 Skrofulöse wurden hier jährlich verpflegt: ähnliche Anstaltm eittstmiden . allmählich m, Italien. Eine eigmtliche. Ferienkolonie für Kinder am Meer schuf ^ver zuerst in großem Maßstabe Frankreich, wo das Hwlwz zu Berck ur mer un Jahre 1761 siis Leben gerufen wurde. Tie Kinder wurden hier für mehrere Monate, ja sogar Jahve, mngenommen imo unterttchtt. Das kinderarmc Land erkarmte darin eme wichtige Förderung für die Gesundheit der jungeii Gmeratton. In Deutschland ist bcsoiiders der Göttinger Professor Beneke sur die Einrichtung von Kindett-ospizen an der 9öordsee, welche ihm ficr me Klemm besonders günstige Bedingungen zu bitten schienen, mn- gttrtteii. Er mußte erft statte Vorurteile ii&eritnnben, tne man gegen das ,,rauhe Klima imd die nnndigc Luft an der Nordsee hegte, und es erregte allaanittne Ueberraschung, als er nachwies, daß die Todesfälle an Lmrgmschwindsucht auf der Insel Nor dernetz zu den Seltenheiten gehören. In Nordeniep enpstand denn muh 1876 mit Unterstützung des Grasen zu ,In- und Knhvhausen und des Pfarrers Rodenbaeck das erste Hospiz an der Nordsee die sog. Diakonissenanstatt, die 1677 20 Kinder, 1680 bereit? Kinder verpflegte und in einer Klernkinderschule unterrichtete Eine zweite derartige Ferienkolonie wurde dann aut der Insel Föln von der Tiokonissenanstalt in Flensburg errichtet. 1880 bildete sich ein Komitee zur Errichtung von Seehospizen an den deutschen Nordseeküsten, und seine ^Tätigkeit brach der Bewegung die Dahn „Erschließen wir endlich tue reiche Heilquelle tnt Norden unseres Vaterlandes," sagte Beneke damals m semem Auf ruf ,bcr deutschen Jugend, 'velcbe durch Schwache und Krank heit m ihrer Entwicklung gehemmt Ist,,und lassen wir an die Stelle der Sorge über die Krankheit die Freude über die Genesung treten! Ausgestreut ist nun das Saatkorn einer großen und nationalen Aufgabe Ob der Ward es verweht?. Die Zukunft wird's lehren." Segensreiche ^prucht ist nun rn unseren Ferünikolönien herangewachfen Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wttteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 13. Juli 1916: Wol lig, meist trocken, keine wesentliche Temperaturänderung. Letzte Nachrichten. Die „Deutschland" in Baitiinorc. i Köln, 12. Juli. Die „Köln. Ztg." meldet von der iran- zös'is'chen Grenze: Obgleich die französischen Blatter nur ettt die kurre Nachricht erhielten, daß eilt deutsches T a u ch b o o t an der mexikanischen Küste augelangt sei und nur wenige von rhuett Zeit fanden, sich hierüber zu äußern, spiegeln diese lveiiigen BlatLr, der „Matin" und das „Journal". doch> bereits die ganze Ueberraschung und den imverhohlenen Aerger wider, welche das Ereignis in Frankreich hervorruft. Der „Matm" übernimmt fv- gleich die Führrmg, um das Völkerrecht gegen die deutsche Unverfrorenheit. sich über alle Regeln der internatwnalen^Seefahtt hm- ! weg-usetzQi, anzurufen. Darin, daß das deutsche '^anchbook vmr Norfolk nach Baltimore weiterffuhr, also zwei amerikanisch Hase» anlief, schließt der „Mattn" ganz richtig. daN es sich selbst nu£t als Kriegsschiff, sondern als Handelsfahrzeug ansehe, denn als Kriegsschiff hätte es völkerrechtlich nur einen amettkamschen Hafen für die Daiier von 24 Sttinden müsuchen dürfen. i. Köln. 12. Juli. Laut der „Köln. Ztg." meldtt nn Dn- vattelegramm des „Eorriere della Sera" aus London: Dre lln- I kuntt de? U-Bootes „Deutschland" habe in den BerLMigten Staaten gewaltigen Eindruck gemacht. Die dortigen Zeitungen bttonttm, die Durchquerung des aÜantifchen Ozeans mit einem Uvmtc* boot bedeute em Ereignis, das in der Geschichte des Verkehrs und der Schiffsbaukunde von aufferordentlicher Bedeutung blechen werde Das italienische Blatt crimiert daran, daß Ende Mar cm au? Hamburg zurückkehrender Reeder bettchttt habe. TeutschlMid habe eine Flottille von großen U-Booten hergestellt, die d^u bestimmt seien, kleine wertvolle Ladungen von heimischen Erzeugnissen Postsäcke, sowie ein Dichend Passagiere zu befördern, ^chon damals habe es geheißen, eine Flottille sverde einen regelmaBtgat Fahrdienst zwischen Hamburg und Amerika cmsirehmen. Bremen, 12. Juli. Die Nachricht von der Ankunft der „Deutschland" in Balttmore hat in Bremen die allev- größte Fvöude hervorgerufen. Früh morgens am 11. ds. grüßten vom Turm des Geschäftshauses des Norddeutschen Lloyd die Farben der neuen Reederei, die Bremer Freden mit dem blauen Schlüssel auf dem weißen Felde. gleichzeMg! aber mich die Farben der Vereinigten Staaten, das ferne 3»* das das deutsche Untett'eeboot „Deiüschland" nach glücklicher Fcchrt erreicht hat, um mit ihm wichtige Rohstoffe, deren man diesseits, wie jenseits des Ozeans bedarf, auszutmlschen. Bald prangte die ganze Stadt in bunteni Flaggenlchnmck. Die Blätter weisen auf die Bedeutung dieser ersten Reise emes derrtschen Untetteehandelsdampser hin. — Der F ü hrer des Unterseebootes „D eu ts chl a nd". Kapitän König, stand früher in Diensten des Norddeittschen Lloyd. Er ist weiteren Kreisen als Kapitän des Vergnügungsdampfers „Schleswig von den Nordland reifen her wohlbekannt geworden. König ist m bvt Dienste der neuen Ozean-Reederei übergetreten und hat ^dort jetzt Gelegenheit gehabt, seine hervorragenden seemännischen Fähige leiten in besonderem Maße zu beweisen. Die Verteilung der Nobelpreise. S t o ck b o l m , 12. Juli. lWTB. Nichtamtliche Tie schwedisch< Regieruiiq hat beschlossen, die Verteilung dei' 9Lobelvrttse für Physik Chemie, Medizin und Ltterattlr von 1916 ebenso wie di« der im' vottgen Jahre zuriickgestellren Preise bis zum 1. Juni 191 < zu verschieben. __ Vermischtes. * Po n dem Personal der preußi sch-hesf rschen Staatsbahnen und der Reichs eisenbahnen stehen bis ietzt nmd 108 000 Mann in der Truppe und außerdem unb nach rund 44 000 Zimleisenbahnbttsiensttte für den Ersenbahndienst in den besetzten Gebieten abgegeben. Die gesamte Pettonalabgabe kommt [5057 Z-Z.-Wuhu., L -st. z. vermiet. Näheres Ebelstr. 14 p. 12973 Statt besonderer Anzeige. ^ rwan< ^ ;e °' Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Mitteilung;, daß meine liebe Frau, unsere gute, unvergeßliche, treusorgende Mutter, Schwester und Tante Frau Katharine Nicolai geb. Jung gestern morgen unverhofft infolge eines Schlaganfalles im Alter von ob Jahren sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenem Heinrich Mcolai, Gr. Amtsgerichts di euer Heinrich Nicolai Jan., Postassistent, z. Zt. Leutnant d. Res. im Felde Ernst Nicolai, Finanzaspirant, z. Zt Garn.-Verw.-Insp.-Stellv. Susanne Jang nebst allen Verwandten. Gießen (Großer Steinweg 14), den 12. Juli 1916. [S051 Die Beerdigung findet Freitag, den 14. Juli, nachm. 3 Uhr, auf dem neuen Friedhofe statt Man bittet höflichst von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. 2-Z.-W. an ruh.Leute z. verm Näh. Wetzsteins«?. 40 p. [ 0: <* 79 Beppaeps! am HStaein | schönes Kurstädtchen mit herrlicher Unigebnng. Gebirgs- vunsrückbahn, eine der schönsten Gebirgsbahnen Deutschlands. Pens.z.4,50Mk —SMk. tägL Eiet Frau Förster SlntzWw Cafe Amend Ecwte Mittwoc h, 8 Uhr: Familien-Konzert Zum 1. Oktober ist der II. Stock meines Hauses: 6 Zimmer und Rüche, Badezimmer, grobe Veranda und sonstiges Zubehör, Gas und elektr. Licht in allen Räumen, preiswert zu vermieten. 14943 W, K Elbing er, Löwendrog., Seitersw. 79 a. Kursns ins Konservieren von Früchten er. Gemäßen. Beginn am Freitag, den 14 . d. M. SV, Uhr in der Aliceschule. Dauer 5—6 Nachmittage im Laufe der nächsten 4 Wochen. Material ist von den Teilnehmerinnen mitzubringen. 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