Nr. 160 Der Sietzenrr Anzeiger erschein! läßlich, außer SoimtalrS. — Beilagen: viermal wöck^enftich Krehr»er^lmiN«kEt1er; fiirSe« Kreis Gießen (Dienstag und Freitag)- zweimal monatl. La«S- rwrtschofüiche Zeitfrayen Ferujprech - Anschlüsse: sürdleSchristlellung112 Ber1aq.Geschäitsstelle51 Adresse iür Drahtnachrichten: Anzeiger Gletze«. Amrshme von Anzeige« tür die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes matt s66. Zahrgang DiemLag, U- )uü (9(6 SicheiierAMtzer General-Anzeiger für Oberhchen Erfolgreiche deutsche Gegenstöße im Vesten. (DTB.) Trotzes Hauptquartier, 10. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Beiderseits derSomme dauert der schwere Kamps fort. Immer wieder stießen unsere tapferen Truppen den Angreifer in seine Sturmstellungen zurück, und wo sie seinen, sich auffotgenden Angriffswellen vorübergehend Raum geben muhten, haben sie ihn durch raschen Gegenstoß wieder geworfen-, so wurde das Wäldchen von Tranes den dort eingedrungenen Engländern, das Gehöft Lemaissonette nnd das Dorf Barleur den Franzosen im Sturm wieder entrissen und gegen den Feind in Hardeeourt vorgearbeitet. Um O v i l - lers wird ununterbrochen Mann gegen Mann gekämpft. Im Dorfe B i a ch es haben die Franzosen Fuß gesagt. Zwischen Barleux und Belloy sind ihre vielfachen Angriffe unter den größten Verlusten restlos zusammengebrochen. Weiter westlich, hinderte unser Abwehrfeuer sic am Verlassen ihrer Gräben. Zwischen dem Meere und der Ancre. im Gebiet der Aisnc, in der Champagne und östlich der Maas frischten die Feuerkämpfe zeitweise auf. Zu Jnfanterietätigkeit kam es westlich von Warneton, östlich von Armentieres, in der Gegend -von Tahure und am Westrande der Argonnen, wo vorstotzende französische Abteilungen abgewiescn wurden. Bei Hulluch, bei Givcnchy und aus Vauguois sprengten wir mit gutem Erfolge. Der F l u g d i e n st mar beiderseits sehr rege. Unsere Flieger haben fünf feindliche Flugzeuge (eines bei Nieuport- Bad, zwei bei Cambrm, zwei bei Bapaume) und zwei Fesselballons (je einen an der Somme und einen an der Maas) abgeschossen. Die Oberleutnants Walz und Gerl ich haben ihren vierten, Leutnant Leffers seinen fünften, Leutnant Par- schau seinen achten Gegner anher Gefecht gesetzt. Dem letzteren hat Seine Majestät der Kaiser für hervorragerwe Leistungen den Orden Pour le merite verliehen. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Auf dem Nordteilc der Front hat sich, abgesehen von einem vergeblichen russischen Angriff in Gegend von Skro- vowa (östlich von Gorodischtsche), nichts Wesentliches ereignet. Heeresgruppe desGenerals von Linsingen. Der gegen die Stochodlinic vorsühlende Feind wurde überall abgewiesen. Ebenso scheiterten seine Vorstöße westlich und südwestlich von Luck. ... Deutsche Flugzeuggeschwader griffen feindliche Unterkünfte östlich des Swchods erfolgreich an. Armee desGenerals Grasen von Bothmer. Patrouillentätigkeit und erfolgreiche Gefechte im Vorgelände. Balkan-Kriegsschauplatz. Unsere Vorposten südlich des Doiran-Sees schlugen feindliche Abteilungen durch Feuer ab. Oberste Heeresleitung. An den Schlachtenfronten in West und Ost türmt ei wütendes Sturmgebraus die Wogen auf; da wirkt es weni erhebend, baß durch das deutsche Reich noch immer jene müde Wässerlein rinnt, aus dem man sich für unsere Krieg; ziele stärken soll. Wir können uns auch über die letzten Vei ösfentlichungen der amtlichen „Nordd. Allgem. Zeitung nicht recht freuen; so sehr sie damit im Rechte is wenn sie den gegenwärtigen Augenblick nicht für g! eignet erklärt, die großen Zukunftsziele des Kanzler zu enthüllen, so wenig erfrischend' wirkt doch auf de andern Seite ihr Wühlen und Plätschern in dieser Polemi die sie auch gestern- wieder fortgesetzt hat. Kann uns de Reichskanzler nicht tiefer in sein .Herz schauen lassen, w seine Willensziele zu lesen sind, so sollte er seinen am- nchen «Organen ebensowenig erlauben, über kraftvolle Siegeswillen, nüe er sich zeigt, Mehltau zu stänberr. S gefährlich nnd verderblich scheint es uns' doch nicht, daß n deutschen Volke Kräfte sich regen, die nicht nur fürs Dnrck halten sich einsetzen, sondern auch für ermunterndes, freud ges Durchhalten im Hinblick auf Hebung unseres nationale Stvebens. Das sind nicht nur Kreise der Alldeutschen, di diese Stimmung wohlwollend und nachsichtig behaudel wissen mollen. Lesen wir doch heute auch in der „Voffi fischen Zeitung", deren freisinnige Tendenzen bekannt sint eine ähnliche Mahnung an den Kanzler, die ihm vor hält, daß er die Gründung eines neuen Nationalausschusse für die Vorbereitung der Friedensziele habe ankündige lassen, womit auch die Notwendigkeit erwiesen sei, in de Oeffentlichkeit diese großen Dinge in etwas anderer Art z behandeln, als dies bis jetzt geschehen ist. Die Voss. Ztc schreibt: Der Ausschuß will die öffentliche Meinung gegenüber de Elferern von rechts und links darauf vorbereiten, einen ehre, vollen Frieden zu schließen, der wesentlich das berücksichtig was DenNchland für seine Zukunft braucht. Solche Bcarbeitun der öffentlichen Memung wird sich aber natürlich nicht einseiti erzielen lassen. Mit schönen Reden allein, die, je formvollendetc ne sind, nui so größeren Beifall ernten »verden, läßt sich praktisck Politik Nicht treiben. Der Widerhall solcher Reden erst ist e- der die ofsent iche Mermmg aufrütteln und dauernd beeinflusse karm. L-iese Arbeit wdoch vernrag nur die Preise und vermöge nur dieienigcn anderen Vertreter der öffentlichen Meinung z verrichten, denen das Volk gewohnt ist. Vertrauen entgegen jubrrngen. In dem Moment, wo man die Bildung eines solche Ausschusses billigt, mußte man sich auch klar darüber sein, da das Schweigen über die Frage der Kriegsziele auch in der Press nunmehr ein Ende haben muß. Es kann jetzt überhaupt gar nicht mehr darüber gesprochen werden, o b geredet werden darf, sondern nur noch darüber, wie geredet werden muß. Und das zu bestimmen, geht nicht durch Befehle der Kommandogewalt, sondern nur, indem man Vertrauen gegen Vertrauen tauscht. Nach wie vor ist es sicher nicht möglich, das letzte und ins einzelne Gehende zu sagen. Aber es kann vieles gesagt werden, wenn man weiß, was der Kanzler und seine Leute wollen. Es ist jetzt an der Zeck, denen, die der öffentlichen Meinung das sagen sollen, was gesagt werden kann und wirs zu sagen nottut, in vertrauensvoller dauernder 'Fühlung die Sorgen und Absichten des Kanzlers anzuvertrauen und sie über die Chancen und Wechselfälle zu unterrichten. Darauf kommt es an. Und wenn der Kanzler in solcher lFühlungnahme die Annahme als falsch erscheinen läßt, daß die Meinung der Schimpfer und Jroiriker, der Besserwisser und derjenigen, die noch heute sich mit der Tatsache nicht abfinven können, daß der Krieg nun einmal da ist, daß die Meinung dieser Leute seine Meinung sei, er wird sich wundern, wieviele — gleichgültig, ob aus Freundschaft für ihn oder aus klugem Begreifen der Not- wendrgkeiten —mit ihm gehen werden. Ja, es kommt darauf an, w i e etwas gemacht wird. Das bezeugt ja auch die „Nordd. Allgem. Ztg." in der nachstehenden, sich gegen die „Deutsche Tageszeitung" richten- •5 Polemik. Richtig ist es, daß man den Reichskanzler nicht der Schwäche und Flaumacherei bezichtigen darf, aber richtig, allerdings auch ein gewisses Geschick erheischend, ist es auch, daß die Regierung nicht beständig Stimmungs- Ichleier uns um die Stirn legen sollte, die bei solch fortgesetzter Polemik im Volksgemüt allmählich die freudige Zuversicht ankränkeln könnten. Erinnern uns die nachstehenden Aussprüche der „Nordd. Allgem. Ztg." nicht beinahe an Mephistopheles, der dem stabenden Faust die kalte Teusels- faust entgegenhält: „Stell deinen Fuß auf ellenhohe Socken, du bleibst doch immer was du bist." Nnd muß denn so hartnäckig immer wiederholt werden, „daß wir nichts wissen können"? Es ist ja etwas zu weitgehend, wenn der Leip- ziger Historiker Professor Brandenburg, indem er gegen die letzte Veröffentlichung der „Nordd. Allgem. Ztg." sich wendet, im „Deutschen Kurier" erwidert: „Gewiß steht die endgültige Gest-rltung der Friedensbedingun- gen im engsten Zusammenhang mit dem schließlich^ Ausgang des Krreges. 2lber die Kriegslage wechselt, und die Frage ist gerade, der welcher Kriegslage man aufhören soll und darf, zu kämpfen. W^n Friedrich der Große nach der Schlacht bei Kunners- dorf hatte _ Frieden schließen wollen, weil die Kriegslage ungünittg war, so hätte er Schlesien abtreten inüssen. Man kann nur siegen, wenn man entschlossen ist, nicht eher Mieden zu machen, als bis die für die Existenz des eigenen Staates lnotwendigen Forderungen durchgesetzt werden können. „Ihre Feststellung muß von der Kriegslage unabhängig sein/' Nicht nur auf das Was konrmt es an, wenn der Reichskanzler etwas sagt und tut, sondern auch aus das Wie. Mit Recht verweist Prof. Brandenburg darauf, daß Bismarck sich zu freuen pflegte, wenn die öffentliche Meinung mehr verlangte, als er wirklich für dnrchsetzbar hielt; weil er sich dann den Feinden gegenüber darauf berufen konnte, daß seine Forderungen noch sehr maßvoll seien. cjn der „Köln. Ztg." werden die Fortschritte, die uns der neueste Tagesbericht über den Stand der Schlachten im besten gemeldet hat, mit folgenden Sätzen gewürdigt: Mit größter Erbitterung dauern die Kämpfe fort, die sich auf der verengerten Angriffssront der Engländer wie in dem Abschnckt der Franzosen abspielen. Der nördliche britische Flügel wird andauernd verhalten, und Mitkämpfer äußern sich in Zuschriften an nns empört über die Verlogenheit der Londoner Berichte, die Ortschaften als genomnren angaben, die in Wirklichkeit nur von gefangenen Engländern betreten worden sind. Es ist das ein neuer Beweis für die von uns bereits mehrfach gekennzeichnete Unzuver- lässigkeck, die sich häufig in den feindlichen Meldungen breitmacht Wecker südlich dreht sich das Ringen um die Dörfer Ovillers und Gehölz von Böametz, Bazentin-le-Grand und den Wald von Trones. Von Westen und Süden versuchen die Engländer vorwärts zu kommen, um bei einem etwaigen Erfolg unsere Lrmen im Norden von der Flanke her einzudrücken. Es ist für den Gesamtverlauf der Operationen kennzeichnend, daß unsere Truppen sich nicht begnügen, passiven Widerstand zu leisten, sondern überall zn Gegenstößen übergehen, mit denen dem Feind ßkngenblicksgewinne sofort wieder entrissen werden. Die Engländer setzen hier große Massen ein, die immer wieder vorbrechen. In das Wäld- schen von Trones wareii sie eingcdruugen, aber wieder hinansge- worfen worden. Sie treffen hier mit dem innern französischen Flügel zusammen, der aus dem nördlichen Sommeuser das kleine, nur 290 Einwohner zählende Dörfchen Hardeeourt gewonnen hat, das sie letzt gegen unsere Truppen halten nlüssen. Ihre Front verläuft nun nach Südosten, überschreitet bei der Dorfftätte Hem die Somme und hat sich bis Biaches, zwei Kilometer westlich von Poronne vorgeschoben, getrennt von dieser Stadt durch die sumpfige Flußniederung, die von Süden herankommt. Aus dem nicht einen Kilometer südlich liegendeii Guts Hof La Maisonnotte sind sie nach vorübergehendem Besitz berecks wieder vertrieben, ebenso aus dem südwestlich davon gelegenen Dorf Barleux. Von hier springt unsere Front wieder nach Westen vor und ist zwischen Barleux und Belloy- err-Santerre das Ziel heftiger feindlicher Angriffe, die alle scheiterten. Nock) werter westlich gelang es den Franzosen über-Haupt nicht, znm Sturm überzugehen, da die Wirkung unseres Artillerie- seuers ein Heraus treten aus den GrÄen unmöglich machte. * * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 10. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 10. Juli 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Der gestrige Tag verlief verhältmsmäßig ruhig. Vereinzelte Vorstöße des Feindes wurden abgeschlagen Italienischer Kriegsschauplatz. An der Iso nzo front beschränkte sich die Gefechts- tätigkeit auf Artilleriefeuer und Lustkämpfe. Unsere Seeflugzeuge warfen auf die Adrrawerke neuerdings Bomben. Zwischen Brenta und Etsch wurde an mehreren Stellen erbittert gekämpft. Gegen unsere Linien südöstlich der Cima Disci führten starke Alpmi-Kräfte mehrere Altgriffe, die von Abteilungen unserer Infanterie-Regimenter Nr. 17 und 70 unter schwersten Verlusten des Feindes abgeschlagen wurden. Ueber 800 tote Italiener liegen vor unseren Gräben. Nachts scheiterte ein feindlicher Vorstoß im Raume des Monte Jnrcrrotto. Im Abschnitte östlich des Brandtales griffen Alpini den Val Morbin und den Monte Corno an, gelangten auch in den Besitz dieses Berges, verloren ihn aber wieder dank eines Gegenangriffes unserer tapferen Tiroler Landesschützen, denen sich 4 5 5 I t a l i e - n c r ergaben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabs v. Höfer, Feldmarschallentnant. Ereignisse zur See. Bei Tagesanbruch traf unser Kreuzer Novara" in der Otranto-Stratze auf eine Gruppe von vier oder — wie alle dabei gemachten Gefangenen übereinstimmend angeben — von fünf armierten englischen Ueberwach- ungsdampfern und zerstörte sie alle Durch Geschützfeuer. Die Dampfer sanken brennend, davon drei nach Erplosion der Kessel. Von ihren Bemannungen konnte die „Novara" nur 9 Engländer retten. Flottenkommarrdo. Der französische Bericht. Poris, 9. Juli. 3 Uhr nachmittags.' Auf beü>en Setten der somme richige Nacht. Die Gesamtchfl der Gefangenen des gestrigen Tages bei Hardeeourt beträgt 633, darunter zechn OM- ziere. Ans der Front nördlich von Bettmn bombardierten die Deutschen anhaltend die Abschnitte von Chattancoutt und Fleury und der Batterie von Damloup. Westlich des Waldes von Apremonl versuchten die Deutschen gestern zwei Handstreiche gegen unsere Stellungen La Croix—St. Jean. Eine ihrer Abteilungen drang in einen ftanzösischen Graben ein, wurde aber sogleich durch unsere Handgranatenwerfer vertrieben. Eine andere wurde versprengt, bevor sie Misere Linien erreichen konnte. In den Vogesen griffen die Deutschen nach einem lebhaften Bombardement ein Werk südlich des Passes von Markirch an. Ihr Angriff scheiterte m unserem Feuer. Im Laufe der Nacht ist eine kleine franzöftsche Operation nördlich des Hartmannsweilerkopfes vollkommen ge- llmgen. Die Franzosen brachten ein Maschinengewehr und vrerzchn Gefangene ein. Abends 11 Uhr: Nördlich der Srnmne kein Ergebnis zu melden. Südlick, der Somme haben wir im Laufe des Tages östlich von Flaucourt, auf einer Front von etwa 4 Kilo- ,neter vom Flusse bis nördlich von' Bellop-en-Santerre. eine Offensivattion eingeleitet. Ans der ganzen Angriffslinie hen unsere Truppen die feindlichen Stellungen auf eine Tieft von 1 bis 2 Kilometer genommen. Wir haben uns der Ottschaft Biaches be- mächttgt und baben unsere Stellungen aus der Linie eingerichtet, welche von dieser Ortschaft bis zu den Zugängen von Barleux geht. Im Laufe dieser Akttonen haben wir 300 Gefangene gemacht Auf beiden Usern der Maas ziemlich große Tätigkeit der Arttllerie besonders in den Abschnitten von Fleury und beim! Funnn-Walde. Der englische Bericht. L o n d o n, 9. Juli, 12 Uhr nachmittags: Zwischen Ancre und Somme war der Kampf weniger hefttg. Wir haben Fortschritte gemacht in der Umgegend von Ovillers. Wir haben uns eineS wsiteren Abschnittes der feindlichen Berteidigungswerke beftächttgt. Ein deutscher Angriff, dem es gelungen war, in emen unserer Gräben einzudringen, wurde sogleich zurückgewvrfen unter Zurücklassung zahlreicher Toftn. 9 Uhr abends': Die feindliche Artillerie war heute viel tätiger. Inr Lauft des Tages wurden zahlreiche Artillerieduelle erngelecket aus verschiedenen Punkten der Front In der Nachbarschaft von Ovillers, das die Jntmfität des Boni- bardements in einen Haufen zerstörter Gräben, formloser Trümmer und Schmutz gefüllter Aushöhlungen vcrwaridelt hat. haben wir nennenswerte Fortschritte erzielt trotz des erbitterten Widerstandes des Gegners. Zum Zwecke der Wiedernahme eines Teiles des letzte Woche verlorenen Terrains unternahm der Feirid im Lauft des Nachmittags zwei hefttge Gegenangriffe gegen unsere Stellungen und in der Nähe des Waldes von Trones. Wie gestern wurden« seine beiden .Angriffe vollkommen gebrochen dunh das Feuer unserer Artillerie. Aus dem Rest der Front nichts zu melden. Der rnsstsche Bericht. Petersburg, 9. Juli. Westfront: Die Offensive der tapferen Trupperr des Generals Lebcha in der Richtung des uickerei, Stockwd dauett fort. Der Feind hat sich in großer Unordnung zurückgezogen. Südlich der Bahn Sarny—Kolvel haben wir nach dem Kampf die Ortickwft O^ullwitschi-Kaschowka genommen. Weiter südlich in der (^egerrd der Ortschaften Arftnowiffchi-Vanovea, Dujet- chin such häuf,ge Brände ausgebrock^err. Gestern haben nach erbitterten Kämpfen die Truppen des Generals Letsckntzky in Südgalizicn einen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt gegen Deliatyn besetzt. In den Punkten, die der Gegner aUsgab, haben wir dNunittonsdepotts, Kriegsmaterial, besonders Stahlschilde, Handgrcuraten, Pattonen nnd Dr-aht erbeutet. In dem Abschnitt ost - nordöstlich von B a r a n o w i t s ch i dauern die erbitterteii Kämpft gegen den Feind fort, welcher mit wütender Hartnäckigkeit Widerstand leistet. Kaukasusfront: Wir ft,den durch unser Feuer einen Angriff der Türken in der 'Nacht vom 7. zum 8. Juli in der Gegend weltlich der Stadt Plataua abgewicsen. Westlich Meridians der Stadt Erzerum haben sich unsere Truppen einer Reihe türkischer ©feHmtoer benEckftigt imb 67 ttirkische Offiziere, darunter zwei Rogirnent-skonnnarsdairpui und einen Ba t tcriekommandanteu und 799 Soldaten mit sieden Maschinengewehren unb zwei Geschützen yesangan geuornlmen. Die „Times" über das bisherige Ergebnis der Offensive. London, 10. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Berichterstatter der „Times" aß ge>mg Zeit bleibe, um die Stellung so viel als möglich zu befestigen. Die zweite sei die große Wichtigkeit einer unbeschränkten Menge Artillerie von möglichst schwerem Kaliber. Dis Geheimsitzung des französischen Senats. Bassel, 10. Juli. (Zf.) Der Senat beendete am Sonntag die Erörterung der Interpellation über die Landesverteidigung in geheimer Sitzung und nahm seine öffentliche Sitzung um 6 Uhr 40 Min. abends wieder auf. Bri a. nL> erklärte, er nehme die T en! Der türkische Bericht. Konstant iniopel, 10. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptgnartier teilt mit: Atz der Jrakfront keine Veränderung. £>m Abschnitt von Felahie wurde eine berittene feindliche ErkuTÜmngsabteiluug auf 'dem rechten User des Tigris von unserer EMmdungSabteilung Überfallen; sie floh unb ließ ihre Pferde zurück. Bmr derpiersischenFrontist feine Nachricht ein gegangen. An der Kaukasusfront hat sich auf'dem rechten Flügel nichts von Bedeutung ereignet. Südlich des Tschorvk wurden die vom Feinde vorgestern 'in Gruppen im ganzen Abschnitt versuchten Gegenangriffe sLntlich abgewiefen. Die feindlichen. Truppen^ denen es gelungen war, in einigen Abschnitten in unsere vorgeschobenen Schützengräben ^ünzudringen, wurden nach Osten zu verjagt, nachdem wir einen Gegenangriff gemacht hatten, der zu entern blutigen Handgemenge geführt hatte. Nördlich, des Tschorvk fanden aus dem linken 'Flügel Scharmützel statt. Sonst nichts von Bedeutung. DLe angeblichen deutschen GreueltaLen in Belgien. Köln 10. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Kölnische Volks- zeitung" meldet aus der Schweiz vom 9. Juli: Das Blatt ,ch'Jtalia" erfahrt: Die Kongregation der Ordens- Fleute, wirksam unterstützt durch das päpstliche Staats- sekret ariat, erkundigte sich eingehend über die mirtmaß- I liehen Gveueltaten der Deutschen in den belgischen Klöstern und ,lzwar zunächst bei den belgischen, in Rom ansässigen General- .öberinnen, dann bei durchreisenden belgischen Klosterfrauen, die alle einstimmig aussagten, nichts von den er- i ahnten Greueln zuwissen. Bischof Beylon von Namur, der ebenfalls in Rom verhört wurde, erklärte, die diesbezüglichen Gerüchte entbehrten jeglicher Grundlage: vielleicht sei ohne sein IWissen ein Einzelfall vorgekommen, aber sicherlich nichts lveiter. Kardinal Mereier, der gleichfalls befragt wurde, äußerte sich über drei Fälle, die ihm vom Hörensagen bekannt seien. Die Kongregation beklagte die Berbreittrng übertriebener grundloser Gerüchte und äußerte sich über den Erfolg der Untersuchung durchaus befriedigt. England und Holland. Berlin, 10. Juli. Der „Berliner Lokalanzeiger" meldet laus Rotterdam: Der englische Gesandte im Haag erhob jetzt namens seiner Regierung die Forderung, daß die ganze holländische Ausführ von Manufakturwaren nach neutralen Ländern eingestellt Werder, soll. Wenn jener Forderung nicht entsprochen werde, soll feine Baumwolle mehr nach Holland durchgelassen werden. Der Seekrieg. Ein deutsches Unterseeboot in Amerika eingetroffen. L o ndo n, 10. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- 'terschen Bureaus. Die Blätter veröffentlichen ein Telegramm aus New York, in beut gemeldet wird, daß ein deutsches Unterseeboot mit einer wertvollen Ladung Farbstoffe in Baltimore angekonnnen ist. Zwanzig Meilen von der Küste wurde das Unterseeboot von britischen und französischen Kreuzern verfolgt, wodurch seine Andmit um vier Tage verzögert wurde. -Baltimore, 10. Juli. (WTB.) Meldung des Reuterscyen Bureaus. Das hier angekommene deutsche Tauchboot namens „Deutschland" erhebt Anspruch darauf, einunbewafs- netes.Handelsschiffzu sein, das «Fracht führt. Seine Ladung ist an Schumacher & Co. in Baltirrrore konsigniert. Sie besteht aus Farbstoffen und Medizinen. Lake, der Kassierer der Lakc-Torpft>o- Company in Bridgeport (Connecticut) erklärt, er beabsichtige einen Protest gegen die „Deutschland" anzustrengen, da sie die Patente der Lake-Torpedo-Company verletzt habe. Die Offtziere der „Deutschland", stellen in Abrede, dag das Tauchboot von feindlichen Kriegsscküffeu verfolgt wurde und erklären, daß sie weder britische noch französische Kriegsschiffe gesehen haben. Ein Küstenschutzkutter folgte der „Deutschland" auf ihrer Fahrt 'nach der Chesapeake-Bay. Der Grund hierfür wurde nicht angegeben. Aber es verlautet, daß das Tauchboot unter Aufsicht blechen soll. Die Firmta Schumacher ist Agent des' Norddeutschen Äoyd. Berlin, 11. Jnli. Die Ueberfahrtdes ersten d eutsch en Hundelsun terseeboo tes „Deutschland" über den Ozean und seine glückliche Ankunft in Amerika gibt den Blättern unter Würdigung des bahnbrechenden Ereignisses Veranlasftrng, darauf hinzuweisen, daß hierdurch die Legende von der englischen Blockade vollends zerstört sei. Tie „Bossische Zeitung" bringt zur Uebenahrt des deutschen Frachtunterseebootes u. a. noch folgende Einzelheiten: Im Herbst des letzten Jahres wurde in Bremen auf Veranlassung von Herrn Alfred Lohmann, damals Präsident der Bremer Handelskammer, eine besondere Reederei gegründet, die den Verkehr mit Handelstauchbooten mit Uebersee ausnehmen sollte. In das Handelsregister Bremen wurde am 8. November 1915 eingetragen: Deutsche Ozean-Reederei G. m. b. H. Bremen, gegründet durch den Norddeutschen Lloyd, die Deutsche Bank und Herrn Alfred Lohmcurn. Dem Mffichtsrat gehören an Alfred Lohmann als Vorsitzender, Generaldirektor Philipp Heineken vom Norddeutschen Lloyd, Kommerzienrat Paal Millington Herrmann von der Deutschen Bank-Berlin, Geschäftsführer ist Herr Divek- tor Carl Stapelfeldt vom Norddeutschen Lloyd. — Wie wir hören, sind v-erschiedene Unterseeboote im Bau. Die beiden ersten, die „Deutschland" und „Bremen", schwimmen bereits auf dem Ozean. Die Größe der Boote beträgt 2000 Tonnen. Die Erbauerin der „Deutschland" ist die Germaniawerft in Kiel. Tor Führer des ersten Handelsrm terseeboo tes „Deutschland" ist Kapitän König. . , Petersburg, 10. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. Das HosP i- talschiff „Yp erip d e" (835 Tonnen), im Jahre 1898 erbaut und mit 120 Plätzen für Verwundete, befand sich ohne Eskorte auf der Fahrt nach Batum, um Verwundete aufzunehmen. Es trug alle Zeichen des Roten Kreuzes, als es von einem feindlichen Unterseeboot versenkt wurde, ohne daß dieses es angehalten oder durchsucht hätte. Haag, 10. Juli. (WTB. Nichtamtliche Der Dampf- trawler „S ch. 103" wurde, wie aus Ymuiden gemeldet wird, von einem deutschen Unterseeboot versenkt. * Deutsche Flugzeuge an der englischen Südosiküfte. London, 10. Juli. tWTB.) Amtlich wird mit,geteilt: Kurz vor Mitternacht besuchten feindliche Flugzeuge die S.ü d o st - k ü st e. Anscheinende wurden ungefähr fünf Bomben abgewogen. Bisher wurde kein Schaven gemeldet. Die Abwehrkanonen nahmen den Kampf gegen die Flugzeuge auf. All5 dem Reiche. Berlin, 10. Juli. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. M." meldet 1 Tie Kronprinzessin hat bei dem vierzehnten Shnbe des Arbeiters Theodor Kubein in Guben die Patenschaft übernommen. Nach 13 Knaben — bei dem letzten vertrat der Kaiser ^aten- ftelle — übernahm die Kronprinzessin beim vierzehnten Kinde, einen! Mädchen, die Patenschaft. München, 10. Juli. (WTB.) Die Kammer der Reichsräte lehnte bei Beratung des Etats der^ direkten Steuern die Beschlüsse der Abgcordnetenkammer auf Stapelung der Ein kam mensteu erzuschläge von 10 auf 50 Prozent und ebenso den Beschluß der Slbgeordnetenkanimer, die Regierung zu ermächtigen, Ertragssteuern bei nicht mehr als 1500 Mark Gesamteinkommen zuschlagsfrei zu lassen, ab. Dagegen hat di e famnter beschlossen, Einkommen bis LU 2100 Mark zuschlagsfrei zu lassen (die Abgeordnetenkammer beschloß die Freilassung der Steuerstufen bis 1800 Mtark», im übrigen aber dem Vorschläge der Regierung cutspreckiend einen gleichmäßigen Zuschlag ^ von 30 Prozent zu. erheben. Zugeftimmt nmrde ferner dem Gesetzentwurf über Verlängerung der lauf-enden Landta gswahlze it. Bei der Etatsgesetzgebung der Po ft verwalt un g betonte der Referent von Haag den festen 'Willen des Reichsrates, am bayerischen Postreservat und an der eigenen Briefmarke festzuhatten. Bei der Beratung des Militäretats wies der gleiche Referent daraus hin, wie in den großen blutigen Kämpfen die bayerische Armee sich mit Ruhm bedeckt habe. Er sprach ihr den wärmsten Tank des Vaterlandes aus, dem sich der Reichsrat Freiherr von Würtzburg anschloß. Namens der Armee dankte hierfür der Kriegsminister Freiherr Kreß von Kressenstein, indem ^r aussührte: Wie unsere, tapfere Armee sich bisher 'in allen Kriegslagen glänzend bewährt hat, so wird'sie auch in den jetzigen beispielbvsen Kämpfen an» allen Fronten ihre volle Sckmldigkeit tun. Das Bewußtsein, daß auch die Heimat willig die schweren Lasten auf sich nintmt und das Besatzungsheer unter den schwierigsten Verhältnissen seine Arbeit leistet, wird unseren tapferen Truppen das' Turchhaltcn bis zu einem siegreichen Ende des Kriegs erleichtern. Letzte Sitzung des Reichsrates in dieser Tagung Mittwoch. Stuttgart, 10. Juli. (WTB.) Die württembergische Un- terrichtsrx'rwaltung hat die Schulvorstände . angewiesen, _ den Kriegsteilnehmern, die freiwillig oder in Erfüllung ihrer Dienstpflicht von der Schicke weg unter die Waffen oder in den Sanitätsdienst getreten sind, nrmmchr das Zeugnis der Hvch- schnlrei.se ohne besondere Prüfung arck-zustetten, falls sie im Sommer 1914 bedingungslos in die achte, oder im Sommer 1915 bedingungslos in die neunte. Klasse versetzt und dann sofort ausgetreten sind, oder wenn sie beün Älustritt während des Schuljahres 1914 15 ordentliche Schüler der Klasse 8, beim Austtitt während des Schuljahres 1915/16 ordentlickfe Schüler der Klasse 9 waren. Mit diesem Notreifezeugnis werden sie, wie der Staatsanzeiger berichtet, an der: württemöergischen und bayerischen Hochschulen uick> an der Universität Straßburg als ordentliche Studierende ausgenommen und zu den württenck>ergischen Staats- prüftlngen zugelassen. Bezüglich der Zulassung an den anderen deutschen Hochschulen schweben noch Verhandlungen. Bebenhausen (Württemberg), 10. Juli, (WTB.) Ter König hat an den Ministerpräsidenten eine im heutigen Staats- cmzciger veröffentlichte Kundgebung erlassen, in der er in Anbetracht der ernsten Zeiten bittet, an seinem 25jährigenRegie- rnngsjnbiläum von allen öffentlichen .Kundgebungen und festlichen Veranstaltungerc abzusetzen und die öffentliche Feier auf einen etwa am Sonntag den 3. Oktober obzuhaltenden Gottesdienst, sowie auf etwaige Feiern in den Schulen zu beschränken. Alle seiner Person zugedachten Glückwünsche und Geschenke sollen unterlassen werden. Dafür soll einer im Lande geplanten össentlicheü Sammlung nichts im Wege stehen, deren Erträgtris einem wohltätigen zur Linderung von Kriegsschäden bestimmten Zwecke dienen könnte. Reichskanzler und Rriegsziele. Berlin, 10. Juli. (WTB.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die „DeutscheTageszeitung^' meint in einer Entgegnung auf unsere Bentertun- gen vom Samstag, die Behauptung, man wollte im ersten Halbjahr des Krieges den Reichskanzler als Flau- und Schlappmacher hinstellen, durfte unabweisbar sein. Daß man das gar nicht tun konnte, dafür trug schon die Zensur Sorge. Diese Erwiderung nötigt allen Leuten, die die Findigkeit eines gewandten Publizisten zu schätzen wissen, nur ein vergnügtes Lächeltr ab. Man kann das sehr gut, auch trotz der Zensur. Wie man es macht, darüber geben unzählige Artikel der „Deutschett Tageszeitung" einen lehrreichen Aufschluß. Die Zeitung wird sich selbst erinnern, daß sie trotz der Kunst, zwischen den Zeilen lesen zu lassen, gelegentlich' die Zensur zum Einschreiten nötigte. In weiteren Benrerkungen liefert die „Deutsche Tageszeitung" zugleich ein paar Beispiele. Sie nveint, die Ftau- und Schlapp- macher hätten immer den Anschein erwecken dürfen, als teile die Regierung ihren Standpunkt. Wir glauben, daß niemand außer den Lesern der „Deutschen Tageszeitung" an besondere Verbindungen zwischen dem Bund Neues Vaterland und der Regierung glaubt, niemand ohne die versteckten Hinweise der „Deutschen Tageszeitung" den Eindruck haben konnte, der Reichskanzler: sei der Führer oder ein Werkzeug der anglophilen Partei, die nur an einen baldigen Frieden rnit England denke und darum England ja nicht zu nahe treten wolle. Endlich soll der Reichskanzler fväeder in Gefahr sein, als Flaumacher zu gelten, wenn er nicht Gcheidemann abschüttele, weil dieser in einer Breslauer Versammlung behauptete, vom Reichskanzler gehört zu haben, daß er die in der Denkschrift der sechs Verbände ausgestellten Eroberungspläne keineswegs billige. In Besorgnis um das Ansehen des Reichskanzlers in weitesten Volkskreisen beruft sich die „Deutsche Tageszeitung" darauf, daß die Angaben Scheidemanns in vollem Gegensatz zu der Auffassung stehen, welche die Vertreter der sechs Verbände selbst bei ihren Unterredungen mit dem Kanzler imd dessen Aeußevimgen hatten. Ist nun etwa der ein Weichling und ein schwachmütiger Politiker, der anderer Ansicht ist, als die sechs Verbände? Ist die Verkündung von Zielen, die nach Ihrer Möglichkeit ungewiß, nach ihrer Nützlichkeit bestritten mtb zweifelhaft sind, das wahre Zeichen von Mut und überlegener Einsicht? Jedenfalls hat unser Großmeister der Staatskmrst den Wert feiner Friedensschlüsse niemals allein nach der Größe der Gebietserweiterungen bemessen. Er hat deshalb auch niemals darnach getrachtet, selbständige Völker dem Reiche einzuverleiben, sondern der Kern und Sterrl seines Wirkens war immer: Wie mache ich am zweckmäßigsten und dauerhaftester!, mein deutsches Vaterland einig und stark, zur fveien Entwicklung seiner Kräfte unangreifbar. Diese Grund- und Richtlinie der Bismarckschen Praxis darf in dem heroischen Verteidigungstampfe um das Werk, daö er bald mit Blut und Eilen, bald mit weiser Mäßigung schaffen half, auch gegenüber der Forderung nicht vergessen werden, daß wir aus dem Kriege stärker l-ervorgehen als wir hineingegangen sind. Dem nachzusinnen, dünkt uns eine bessere Vorbereitung auf Friedenserörterungen, als das. Hantieren mit groben Kategorien und eingebildeten Kümmernissen. merffo. Berlin, 11. Juli. Dem „Berliner Tageblatt" zufolge meldet der „Nero Uork Herald", daß Villa mit seinen Banden den Vormarsch gegen die A m c r i f a u c r angetreten habe, wodurch ein neuer Konflikt drohe. Rrrs Stadt und Land. Gießen, 11. Juli 1916. Schweinehaltmtg und KartoffelfütLerunsSvervOt. I Das vor einigen Wochen erlassene Verbot der Kartoffel- derfütterung hat schwere Beunrulstgung unter den Schweine-. Haltern hervorgernfen und die Aufzucht und Weitermast der lvorhandenen Schweine erschwert, teckwoise sogar unmöglich gemacht, so daß unreife Schweine aus Futtermangel geschlachtet werden mußten. Diese Wirkrmg wurde bei Erlaß des Bersütterungs- verbotes in vollem Maße voraus gesehen. Der schwere Notstand hinsichtlich der Berssrgrmg der Menschen mit den atternötigsten! Kartofselmengen zwarrg aber zu dieser an sich unerwünschtem irnd bedenklichen Maßregel. Selbstverständlich wird das Kartvsfelverfütterungsverbot ausgehoben wer« Iden, sobald die herarrwachsende neue Ka rtoffelerntLdis Versorgung der Menschen einigermaßen sichergestellt haben wird. Außerdem schweben im Kriegsernährmrgsamt Verhandluugeu, bereu baldiger Beschluß zu erivarten ist. über umfangreiche Lieferungen! von Kraftfutter zu ermäßigten Preisen an die Schweinehalter. Auch die ganz ckleinen Schweiuehcckter sollen hierbei berücksichtigt werden. Es ist also ans den bedauerlichen äugen- JbricFIid>eit Erscstvernisfen der Fütterung keinen Grutw zur Aufgabe der Schweinemast Iher^uleiten, zumal wie schon bekanntgegeben, -die Freigabe der Hausschlachtungen zum eigenen Bedarf unter An- rcchuimg auf die später auszugebenden Fleischkarten, fest beschlossen ist. Die Ferkelpreife haben, nachdem sie bis vor kurzem in manchen Bezirken zu ungesunder Höhe emporgestiegen waren, in den letzteir Wochen eine große Herabsetzrmg erfahren. Solche Schwankungen der Ferkelpreife, die natürlich sehr unerwünscht sind, kommen auch im Frieden vor. Da die gesamte Schweinezahl inf Deutschland immer noch recht niedrig ist, ist mit Sicherheit zu erwarten, daß bei Freiwerden weiterer Futtermittelmengen die Nachfrage nach Ferkeln schon alsbald nneder steigen Unrd, und daß die. Ferkeftireise wieder eine Höhe erreichen werden, die auch dem Züchter einen ausreichenden Verdienst sichert. w ” Amtliche Personalnachrichten. Der Schutzmann Johann Joseph Knust zu Mainz hat am 19.Dezember 1915 zwei Knaben vom Tode in den Flanrmeu gerettet. Als Anerkennung hierfür ist ihm vom Großherzog die Rettungsmedaille verliehen worden. ** Auszeichnung. Oberheizer Fritz Klotz aus Gießen, auf Sr. Maj. Schiff „von der Tann", wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. ** S a in m e l t AI tm a t e r i a l. Zu dem von uns veröffentlichten Ausrufe sei noch mitgeteilt, daß die Wagen zum Einsammeln in der oberen Frankfurter Straße freute beginnen und über Seltersweg, Marktplatz, Marburger Straße kommen werden. ** Unerlau btesSammeln. Den Sammeltag für die deutschen Kriegs- und Zivilgesangenen machten sich zwei aus Frankfurt a. M. stammende Frauenspersonen Kunntze, indem sie in unerlaubter Weise mit Sammellisten in hiesiger Stadt von Haus zu Haus gingen und Geldbeträge angeblich für Kriegswohlfahrtszwecke sammelten. Die Polizei nahm dieselben fest und übergab sie dem Gericht zur Bo- strasung. ' ** Gießener HauSfrauen-Berein. Der Vorstand des Vereins bezieht seit Mitte voriger Woche täglich frisches Obst und gibt es zu Verbraucherhöchslpreisen an die Mitglieder des Vereins ab. Die erforderliche Arbeit leistet eine Anzahl Mitglieder unentgeltlich. Der Verkauf sindet Mäusburg 5 vonnittags uon 10-12 Uhr statt. ** Saccharin zum Früchtesüßen. Wie eine rwrd« deutsche Zeitung schreibt, hat eilte Hausfrau bei bei* Vnwendungl von Saccharin zu Einmach zwecken folgende Erfahrung gemacht: „Um Erdbeeren zu süßen, bediente ich mich des Saccharins. I Die Früchte schmeckten bitter danach. Zu ergänzendei- Beobachtung eMsteinte ich zivci Irschen und legte in jede Hälft« eine Kleinigkeit Saccharin. Hach kurzenr partte der Saft in den gtefiüta, ihr Fleisch lu^nt eine frfmdtcfc Färbung an und schmeckte aockr bitterer äs die Erdbeeren, Da bei dem herrschenden Zucker- mangel die Verwercdmcg von Sacck>arin für uns Hausfrauen lvert- vtvll sein kann, erscheint es angebracht, auf diese Eigenschaft des Zucker-Ersatzmfttels hinzuweisen." "Pakete nad) der Türkei. Aus Verlangen der türkischen Postverwaltung muß die Annahme von Postpaketen nach der Türkei bis aus weiteres eingestellt werden. ** Die Zuckerm arten für die Zeft vom 16. Jüli bis 30. September 1916 werden Samstag, den 15. Juli gleichzeitig mit den Seifenmarken in den Brvtmarkenbezirken entsprechend den geltenden Bestimmungen ausgegeben. ** Düe im Juni 1899 geborenen Land stur m- pflichtigen der Stadt Gießen müssen sich am 15. Juli ds. Js., vormittags von 8—12 Uhr und nachmittags von 2—6 Uhr im alten Rathaus am Marktplatz zur Landstur ncrolle melden. ** Der landwirtschaftliche Verein für die Provinz Oöerheffen HM am Sonntag, den 16. Juli, nachm. 4 Uhr, eine außerordentliche Mitglieder-Versanrmlnng in der Turnhalle der Großh. Augustiner-Schule zu Friedberg ab. Näheres siehe Anzeige. ** Seife. Seife (Feinseife und Waschseide) darf vom 1. Aug. ab nur gegen entsprechende Seifen marken der Stadt Gießen abgegeben werden. Tie Seffenmarken werden in den Brotmarken- bezirken abgegeben. Ein Antrag auf der BrotTnarkenausweiskarte hat nicht mehr zu erfolgen. Näheres siehe amtliche Bekannte machung in unserem Blatte. ** I m heutigen Kreisblatt sind die neuen P a ß - Verordnungen veröffentlicht: ferner die Verordnung über den Handel mit Lebens- und Futtermitteln und zur Bekämpfung des Kettenhandels, uud den O b st s ch m u g g e I über die hessische Grenz«. Landkreis Gießen. u Lang-Göns, 11. Juli. Musketier Heinrich S p i e s , der als vermißt gemeldet wurde, ist, wie seine Eltern gestern benachrichtigt wurden, am 27. Mai gefallen. Musk. Spies ist ein Sohn des Landwirts Heinr. Konrad Spies. Kreis Büdingen. 4. Ortenberg, 11. Juli. Wieder forderte der Krieg ein Opfer aus unserer Gemeinde. In den schweren Kämpfen des Westens starb in der Nacht vom 29. zum 30. Jüni den Heldentod fürs Vaterland der Landstur-nm-ann Ludwig Süß. Während bisher nur Unverheiratete aus unserer Gemeinde fielen, ist mit Süß der erste Familienvater unserer Gemeinde gefallen; er hinterläßt eine Witwe nrit drei Kindern. — Vizefeldwebel der Reserve Hermann Jeckel, der soHo-rt bei Kriegsbeginn eingezogen wurde, in den Rückzugsgefechten an der Marne in französische Gefangenschaft geriet, deren ganze Lsiden er über ein Jahr lang durchzukosten §atte, und schließlich als dlustaapchgefangener nach der Schwerz tat, erhielt jetzt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. — Die Einmachstelle des hiesigen Zweigvereins vom Roten Kreuz und des Frauenvereins, die im vorigen Jahre in so großem Segen orderten durfte, wurde am 9. Juli d. I. wieder eröffnet Und zwar tn dem von Forstmeister Klingelhöfer-Gedern freundlichst zur Verfügung gestellten Hause von Mtuar Jäckel; die Eisenwerke Hrrzenharnj überließen, wie auch im vorigen Jahre, wieder in dankenswerter Weise einen großen Herd: als regelmäßige Einmachtage wurden Mmttag und Donnerstag festgesetzt. Kreis Alsfeld. -Strebendorf, 10. Juli. Der erst seit einem Jahr zum Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1 ausgehobene 20fährige Heinrich 5 t i e l e r erhielt die Hessische Tapferkeits Medaille. oz. Rainrod, 10. Juli. Musketier Gustav Lang I. im aktiven Jnf.-Regt. Nr. 186, Sohn des Landwirts Albert Lang, wurde mit der Hessischen TapferkeitSmedaille ausgezeichnet. Kreis Lauterbach. ~ Ans dem Oberwald. 10. Juli. Aus den ausgedehnten Wäldern des Oöettvaldes werden zurzeit ungeheure Mengen Erdbeeren itad> Hause getragen. Die Eftrwohner aller umliegenden Ortschaften Lassen sich diese günstige Gelegenheft nicht entgehmr, da die Erdbeere« in solch gewalttgen Mengen in diesem Jahre zu finden fino, daß man auf einem kleinen Platze ein großes Gefäß füllen kann. Was die Größe und die Dicke anlangt, stehen sie den Bogelkirschen nicht nach. Leider ist in diesem Jahre der Zuckergehalt, infolge des nicht allzu günstigen Wetters, nicht auf der HÄe; da die Ertcheere Mir Reife unbedingt Sonne, zum wenigsten Dtame bedarf. Marmelade ist meistens die Verwendung der E^beere. — Seit Frühjahr werden alltäglich ebenfalls große Ntageu Tanncw und Fichtenholz aus dem Oberwald an die zunächst liegeachcn Eisenbahnstationen auf Rollfuhrwerken befördert, dort verladen und als Grubenholz versandt. So stellt sich der Oberwald als großes Holzausfuhrgebiet dar, das große Summen abwirft. Wieviel billiger aber wäre das Holz für den Abnehmer, wenn nicht die hohen Fuhrlöhne darauf ruhten. Eine anzulegende Eisenbahn würde dem U ebelstand abhelfen. Kreis Schotten. r Schotten, 10. Juli. Eine gemeinschaftliche .Konferenz von Pfarrern und Lehrern der Bezirkslehververeine Schotten und Gedern findet am nächsten Mittwoch, den 12. ds. Mts., nachmfttags 31/2 Uhr auf dem Lehrerheim statt. Universitätsprofessor Gunkel-Gießen wird einen Vortrag halten über „Das alte Testa-- = Babenhausen II., 10. Juli. Nachdem in anderen tiefer gelegenen Gegenden die Zeit der K i r s ch e n e r n t e fast vorüber ist, beginnt auch hier die Kirschenreife. Auf der Krers- straße von hier nach Ulrichstein rntb Ober-Seibertenrod zeigen die veredelten Kirschbäume einen guten Behang. In der vergangenen! Woche ssird schon Körbe voll gepflückt worden und nach Ulrichstein und Schotten verkauft worden. Ter Preis für das Pfund beträgt -30 Pfennig. Iw vorigen Jahr sind über 400 Mark aus dem Erlös der Kirschen der Kreiskasse Schotten zngeflossen. In diesem Jahre wird der Betrag zwar nicht so hoch sein, denn durch den Hagel schlag wurden viele Früchte abgerissen. Die Kirschen, selbst sind sehr gut enttvickelt, und was Zuckergehalt betrifft, lassen sic nichts zu wünschen übrig. .. r. Ober-Lais, 10. Juli. Die Volksspende für dre deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen, für die am gestrigen Sonntag durch den Ortsausschuß des Roten Kremes gesammelt wurde, ergab in unserer Gemeinde den Betrag von Mk. 101,20. ~ Ober-S eibertenrod, 10. Juli. Der Unteroffizier Heinrich V 0 lp im Landwehr-Jnf.-Rgt. Nr. 87 wurde mit der Hessischen Tavferkeitsmedaille ausgezeichnet. ~ Ulrichstein. 11. Juli. In der Wohnung des Johannes Jost von hier brach, aus bisher noch unaufgeklärte Weise ein Z iM- merbrand aus, dev sehr leicht zu erner umfangreichen Feuer- katasttophe hätte führen können. Aus den Fenstern des Zimmers, in welchem der Sohn schlief, sttömten Rauchwolken aus, die von dcM langsamen Brennen des Bettes herrührten. Erst der spät heim- sabrende Postillion wachte die schlafenden Leute aufmerkiam, die sehr rasch das Feuer, das nun im Zinlmer schnell um' sich gegriffen hatte, mit Wasser und Decken lösclften. §3 fehlte nicht viel, so wäre der schlafende Jimge bei lebendigem' Leibe verbrannt. ^Unter-Seibertenrod, 10. Juli. Ge-tcrn wurde die 15 jährige einzige Tochter des Rechners von hier zu Grabe getragen, die auf höchst scftsame Weise ihr Leben einbüßen nnnfte. Der Knöchel des Fußgelenkes war durch den enganliegenden Sclnch wund gescheuert. Die nicht beachtete Entzündung drang bis zum Knochenmark vor. Innerhalb zwei Tagen war dieses abgestorben; einen Tag danach war das Mädchen tvt. oz. Aus dem Gründchen, lO.Jnli. Die Hei de l beerernt e hat ihreit Anfang genonrmen. Die berechtigte Hofsirung aus einen reiften Segen ist nicht getäuscht worden, sowohl in der Menge als in der Güte. Recht lmoernünftig ist jedock) die Sitte mancher Spaziergänger oder Ausflügler, ganze Strauch« mit Beeren auszureißen, mitzimehmen und nach dem Abessen der wenigen reifen Beeren alles andere ivieder wegzuwerfen. In unserer Zeit heißt es- dock mit allem sparsam umgehen. r. Aus dem nörlichen Vogelsberg, 11. Juli. Der Stand der Winter- und .Sommerfrüchte war seft langem nickst so günstig wie jetzt. Das .Korn, das bei dem Unwetter Ende Mai vielerorts stark gelitten hatte, hat sich wieder aufgerichtet und verspricht sehr reirfjen Ertrag; ebenso Wcazen und Gerste. Die Erdgewächse, insbesondere die Dickwurz, sind prächtig gewachsen. Das feuchte Wetter ist ihnen sehr zustatten gekommen Der Stand der Kartoffeln läßt auch nichts zu wünschen übrig. Allerdings ist zur wefteren gedeihlichen Entwickellrng in Bälde trockene Witterung sehr notwendig. — Eine iveniger gute Ernte stelst bei Obst in Aussicht. Die Aepfelüäume zeigen der weftem nicht den Behang des letzten Erntejahres. Dagegen ist, wenn auch nur vereinzelt, eure günstige Z welschen ernte zu erwarten. Die Heuernte, dre im Augenblick in vollem Gange ist, wird leider durch die ungünstige feuchte Witterung behindert. „Gedenket der Geburtrtagrjpende füt’s Rote Are«;"'- Provinzial-Ausschutz der Provinz LberheFen. Kz. Gießen, den 8. JAli 1^16. Gesuch des Nathan Zimmermann in Oder- men um Erlaubnis zum Kleinhandel mit Kreis Friedberg. F. C. Friedberg, 11. Juli. Das Kreisamt'hat die Ausfuhr von frischem O b st, sowie von verarbeitetem auS dem diesseitigen Kreise vorläufig bis auf weiteres verboten. M. Fried berg, 11. Juli. In der Nähe der Haltestelle Niederhofheim—Oberliederbach steht ein Apfelbaum, der zu gleicher Zeit Blüten und Früchte trägt. oa. Friedberg, 31. Juli. Oberpostassistent Rock begeht heute fein 25jähriges Dienstjubiläum. Q. Bad-Nauheim, 11. Juli. Um die Ernährung unserer Kurgäste und Einwohner sicher zu stellen und gewissenlosen Preistreibereien der Händler entgegenzutreten, hat die S t a d t v e r w a l t u n g in den letzten Wochen große Mengen Nahrungsmittel, vorwiegend Schinken, Speck, Dauerwurst, Fische, Kartoffeln, Obst und Gemüse beschafft, die zu deu vou der Stadt festgesetzten Preisen abgegeben, werden. Bis jetzt funktioniert die städtische Versorgung ausgezeichnet und übt einen sehr erfreulichen Druck auf die Händ- lerpreise aus. — Zwei Veranstaltungen der Großh. Kurverwaltung — die Aufführung der Oper „Barbier von Sevilla" durch Mitglieder des Frankfurter Opernhauses im Knrtheater, und das Gastspiel des Kammersängers Heinrich Hensel-Hamburg im Konzerthaus, der im Wagner-Konzert mitwirkte — hatten ganz außergewöhnliche Erfolge. Trotz wesentlich erhöhter Preise waren beide Veranstaltungen ausverkaust. „ . , r bz. Butzbach, 10. Juli. Dem Kriegsfreiwilligen Heinrich D i e h l aus Hoch-Weisel wurde die Hessische Tapserkeitsdenkmüiize verliehen. • ^ ao. Dortelweil, 11. Juli. Hier ist der erste W i n t e r r a p s geschnitten. So weit zu beurteilen ist, scheint der Korneransatz gut zu sein, es fehlt nur noch gutes Wetter, um ihn einfahren zu können. dz. G r i e d e l, 8. Juli. Dem Pionier-Unteroffizier Heinrich Kops von hier wurde das Eiserne Kreuz verliehen. --Grotz-Karben, 10. Juli. Bei der Einfahrt in die Station entgleiste von dem nachniittags 4.36 Uhr hier fälligen Fraiikfilrt-Gießener Personenzug die Maschine. Menschenleben kamen nicht zu Schaden. Die nachfolgenden Züge.erlitten längere Verspätungen. Der Unfall trug sich genau an der Stelle zu, wo vor 9 Jahren das große Eisenbahnunglück sich ereignete. ao. Hoch-Weisel, 11. Juli. Dem Kriegsfreiwilligen Heinrich D i e h l von hier wurde die Hessische Tapserkeits Medaille verliehen. ^, nt. Nieder-Florstadt, 10. Juli. Pionier Gefreiter Wilhelm Alt, Sohn von Ver. Alt, erhielt die Hessische Tapferkeits- medaille. Starkenburg und Rheinhessen. M. O sf e nba ch a. M., 10. Juli. Am hundertsten Jahrestage des Eintritt Offenbachis in den hessischen Staatsverband (8. Juli 1316—1916) hatte der 0berbitxgeroteiUer folgendes Telegramm an den Großherzvg gesandt; In eherner Zeft gedenkt die Stadt Offenbach in ernster Stille des heutigen Tages, an beirt sie vor hundert Jahren eintrat in den Verband des hessischen Staates nrrd wiederholt in dankbarer Erinnerung vielfach erfahrener Förderung in allen Werken des Friedens Euerer Königlichen Hoheit das Gelöbnis umvandelbarer Hessen- treue. Der Oberbürgermeister, Dr. Dullo. Darauf lief folgende Antwort ein ; Wolfsgarten, Jagdschloß, 8. Juli Aufrichtig dankend für die Worte treuen Gedenkens wünsche ich der Stadt Offenbach an dem heutigen Abschnitt in ihrer Geschichte ferneres Gedeihen und eine günstige Entwicklung im Staatsleben, welchem die nächste Zukunft so wichtige und schwere Ausgaben bringen wird. Meiner besonderen Fürsorge und regsten Förderung kann die Stadt für alle Zeiten versichert fein. Erstst Ludwig. ke. Geisenheim, 11. Juli. Hier stehen bereits die ersten neuen Kartoffeln zum Verkauf. Das Pfund kostet 16 Pfg. Hessen-Nassau. js Marburg, 11. Juli. In hiesiger Gegend wurde mit dem Schnitt der Gerste und des besonders vielfach angebauten Sonrmersamens begonnen. — Ein hiesiger Einwohner, der sich beharrlich weigerte, seinen Hausmüll und Kehricht fortzuschaffen und diesen zu Haufe aufftapelte, wurde gestern früh zwangsweise zu dessen Herausgabe veranlaßt. Beim Müllwagen, der eigens dazu vor dem Hause erschien, befanden sich außer den Fuhrleuten auch rroch zwei PolizeibeaMte. ]f Marburg, 10. Juli. Der 27 Jahre alle Kaufmann Sollt) Marburyer aus Laasphe, der sich wegen eines Nerven leidens zur Erholung bei Verwandten in Neustadt an der Main Weserbahn anfhielt, wurde dort am Sonnabend im Walde beim Ueberschreiten eines Bahndammes vom Schnellzuge ersaßt und getötet. — In der Nacht von Sonnabend zum Sonntag gingen besonders im wesllichen Teile unseres Kreises und dent an- grer^enden Gebiete des Kveises Biedenkopf wolkenbrnch artigeRegengnsse, welche viel Schaden verursachten, nieder. In der Gemarkung Friebertshausen z. B. wurden Bäurne entwurzelt imd im Orte selbst Dächer abgedeckt. Auch heute mittag regnete es wieder kübelartig. ra. Biedenkopf, 13.Juli. Entsprechend dem Vorschlag des Kreisarrsschnsies wurde der Beitritt des Kreffes zum Ostpreußenverein für die Landgemeinden des Kreises Stallupönen mit einem Beitrag von 15 439 Mk. genehmigt. Der Beitrag soll aus den Ueberschüsieu der Kreiskominission gedeckt werden. ra P hi lipw stein, 11. Juli. Lehrer Heinrich D atz tritt am 1. November in Ruhestand. — O b ertiesenbach, 31. Juli. Auf dem Wege nach Bettendorf trug sich ein folgenschweres Unglück zu. Ein An gestellter des Spristerbacher Hoses, Jobaunes Kunz, trieb eine Kuh nach Bettenbach, als das Tier plötzlich wild wurde. Es nahm Kunz ans die Hörner, warf ihn zu Boden und bearbeitete chn dann so lange mit den Hörnern, bis der Unglückliche eine Leiche war. --Griesheim a. M., 10 Juli. Augenblicklich machen sich hier die Feld- und Gartcndiebe in recht lästiger Weise bemerkbar Diese Tatsache ninrmt der Bürgerineister zuni Anlaß einer Be- kannttnachmtg, in der er daraus hinweist, daß hier eine wirkliche Not durchmis nicht besteht, und daß auch Kartofsellt in genügenden Mengen vorhanden sind. Es habe also niemand Beranlaffung, sich an fremdem Eigentum zu vergreifen. Wer dies aber dennoch tut, denr droht der Bürg-erm-eister mft den höchsten Strafen und mit der Entziehung der Brotkarte. ---Aus derRhön, 10. Jnll. Auf dem höchsten Rhön berge, der 950-Meter hohen W-as s>erPuppe, errichteten, Rhönbewohner ein zwölf Meter aufraHendes müchtigetz Eichentreuz als ein Kr i e g s wn h i che n bet Rhön Die am Kreuz angebrachte Inschrift lautet: „Mein Voll, gedenEe derer, die auf deinen Höhen gestorben sind an ihren Wunden." D«s werthin in die Lande leuckftende Malzeichen wurde am Samstag in schlichter Feierstunde geweiht. Später beabsichtigt man, den Fuß des 'Kreuzes mit einer male rischen Felseugruppe zu schmücken. =, Aus dem Rheingau, 10. Jcili. In zwei Nächten shabeu W i l>d s.ch-^e i u e in der Gemarkung Winkel etwa 3000 Kartosselbüsche aufgewühlt und vernichtet. 1 S e c rit %. ii *» „» v Branntwein Kaufmann Zimmermann zu Ober-Seemm halti im Frühjahr 1915 um Erlaubnis zum Betriebe einer schaff mit Branntweinausschank nachgesucht, die seit 188.0 (aber erst 1907 nachträglich genehmigt), von seinem — verswrdenen — Vater Levi Zimmermann betrieben wurde. Da die Lotatttatt« den baupolizeilickien Vorschriften nicht genügten und wert bet Gemeinderat die Bedürfnisfrage zweimal verneint hatte, zog Kaufmann Zimmermann seinen Atttrag zurück, beantragte aberfptar statt dessen die 0>enehntigung zum Kleinhandel mrt Branntwem. Nachdent er zum Militär eingerückt war, tvurde dieser Antrag von seinem Bruder Natlian Zirmnermann für sich persönlich ^ivetter betrieben. Auch hierzu verneinte der Gemeinderat die Bwümns frage mrb der Kreisausschnß des Kreises Schotten, an den sich der Anttagsteller klagend gewandt hatte, versagte die Genehmigung Gegen diese Entscheidung verfolgte Nathan Zftnmermann nrft der Behauptmtg, es handle sich um die Fortftibrnng etne3 a^n Ge schäfts, Berufung, die jÄwch li-eute vom Pwvmzralausschuß ms unbegründet zurückgewiesen wurde, unter Verurteilung des Berufung sklägers in die Kosten des Verfahrens. 2. Klage des Ortsarmenverbandes Danzig gegen den Ortsarmenverband Friedberg wegen Unterstützung der Minna B. aus Eckarts Haufen. Die Unterstützte war in Danzig niedergePommen und dort auch längere Zeit verpflegt worden. Der beklagte Ortsarmenverbmid glaubte nur einen .Xeü der Kosten schuldig zu fein, da er zu einer Zeit die Uebernahnie in eigene Fürsorge verlangt fyabc, als Der. Zustand der Unterstützten deren Uebersührurig nach Friedberg nc>ch gestattet habe. Da die Beweisaufnahme und der Inhalt der gepflogenen Verhandlungen den Standpunkt des Ortsarmenverbands Friedberg rechtftrtigte, wurde er nur zum Ersatz eines Teiles der Pflegekosten verurteilt und da er zu dem Verfahren keftwn Zlnlaß gegeben hatte, wurden die Kosten des Verfahrens dem Kläger zur Last gesetzt. . ^ ^ 3. Klage des Ortsarmenverbands Paderborn gegen den O rts armenverband Schlitz wegen Erstattung von Armenpflegekosten für den Former Paul Hantke aus Königsberg. Hantke hatte rn Schftp in Arbeit und Lohn gestanden und war innerhalb einer Woche feit Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Paderborn erkrankt Und verpflegt worden. Der Ortsarmenverband Schlitz hatte nach vielem Drängen den .Hauptanspruch erledigt. Er wurde nun auch zur Tragung des Restanspruchs, Zinsen und Kosten verurteilt. . 4. Die Klage des Ortsarmenverbands Bingen gegendenLandarmenverbandGießenwegenUn- terstütznng des August Friedrich Bruschke aus Hantm i. W. wurde kostenfällig abgewiesen, da^r^Anlaß der in Bingen hervorgetretenen Ilnterstützungsbedürftigrel t lRrppeu - ellentzündung) als neue Erkrankung und neuer Hilfsbedürftigkeits- sall anzusehen war und nicht als Fortsetzung der wenige Tage vorher in der Gießen er Klinik beendigten Behandlung (auf Tuber- sirlosef erschien. __ UnrVeVfitäts-NscdikrchLen. -- Frankfurt a. M., 11. Juli. Der Ordinarius für indo-' germanische Sprachwissenschaft an der hiesigen l^rversität, Pros. Tr Eduard Hermann, hat einen Ruf nach Göttingen Ms Nachfolger von Professor Wackernagel erhalten. — Pwf. Hermann! war früher Oberlehrer an der Hansaschule in Bergedors bet Hamburg, übernahm 1912 das neubegründete Eyraordrnartat für vergleichende Sprachwissenschaft in Kiel und willt seft Oktober 1914 als ordentlicher Professor an der hiesigen Nniversftät. — Heute trifft der preußische Kultusmärrffter Erz. von Trott zu Sol^z in Begleitung mehrerer Räte zum ersten Besuche der Unrverfitat ^ ^Biebrich a. Rh'., 10. Juli. Der Ehrenbürger der Stadt, Professor Dr. Ludwig Beck, feierte heute fernen 75. Geburtstag Dem greffen Gelehrten, der wegen seines .tiefgründigen über „Tie Geschichte des.Eisens", in der wkffenschaftlu^n Welt als Metallurg hohes Ansehen genießt, wurden reiche Ehrimgen! zu teil. _ Markte. Gießen, 11. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfd. 1,90-0,00. Hühnereier das Stück 20-00 Pfg., Käse das Stück 10-00 Pfg., Käsematte 1 Sttrck 3-0 Pfg., Kartoffeln der Zentner 6,00 bis 0,00 Mark, Diilch das Liter 30 Pfq., Spinat 29-25 Pfg. das Pfd., Gelberüben I5Vig. das Päckchen, Rosenkohl 00-00 Pfg. da? Pfd., rote Rüben 0—0 Big., Zwiebeln das Pfund 00—00 Pfg., Nüffe 100 Stück 00 -00 Pfq., Blumenkohl 00-00 Pfennig, Sellerie 10-40 Pfennig das Stück, 6—10 Pfg. das Stück, Kohlraben 15—20 Pfg., Römisch Kohl 20-00 Psg. das Päckchen. Lauch 5—10 Pfennig das Stück, Erbsen 25—30 Psg. das Md., Johannisbeeren 33 Pfg. da? Pfd. — Marktzeit von 7 bis 1 Uhr. _ Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Vetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 12. Juli Ziemlich heiter, trocken, tagsüber warm. ISIS Letzte Nachrichten. Warum die Russen vor Bagdad zurückgchen. Ha^g, 11. Juli. Der „DaÄY Telegraph-' meldet aus Petersburg; Die Russen sind in der Nähe von Bagdad 130 Kilometer zurückgegangen. Tic Russen würden dem türkischen Druck nicht gewichen sein, wenn nicht bk Hitze unerträglich geworden sei, so daß die russischen Truppen im Gebirge ASkWlung suchen mußten. Die Denunziationen im italienischen Heere. Lu gano , 11. Juli. Wie dem „Refto del CarSno" aus Rom gemeldet wird, haben die Abgeordneten Arca und Sciapvofta cur den Kriegsminffter sowie an den Minffver Bi^olati eine mexthrä> dige und kennzeichnende Jnterpellcrtion über die Beffreiung» vom Militärdienst und die richtige Veapendung der Diensb- wttmcglichen gerichtet. Sie vertagen darin Maßnahmen gegen das Heberhandnebmen der „schändlichen Denuuziattvrrsn, dir dam Geiste der Disziplin und Loyalftät, die die Swundlagen aller miü- tärischen Esiirichtungen sind, völlig wü>ersprechen" und fordern, daß den Behörden verboten lverde, DammKiattonen in diesem Sinne ftgend welche Folge zu geben. FRITZ NOWACS Weisswaren am Stück Hemdentuche, Halbleinen u. Reinleinen in allen Breiten u. Preislagen Flockkfipei* Rohe Messet Hemden-Perkesch farbige Zephir f. Binsen n. Oberhemden Handtuchstoffe Blusen-Flaaelle in Baumwolle u. Wolle Hemden-FlanelSe Schurzenzeuge Kleiderzeuge Schwesternstoffe Knaben-Waschstoffe Tischdeckenstoffe weisse Zephir Schweizer gestickte Mulle WM" ln allen Artikeln grösste Auswahl. -MG Weisse Sommerstoffe glatte Batiste Schleierstoffe, Crepons Panama weiss und elfenbem Ripse, Etamme 5037a Todes-Anzeige. Freunden, Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung daß unsere gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Fra« Marie Christine Schmidt geborene Fett gestern vormittag 3 Uhr im Alter von 68 Jahren nach kurscm, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Johannes Maid VII., Bahnwärter Familie Karl Weiß I. Steinberg, den 11. Juli 1916. 5082D Die Beerdigung findet Mittwoch, den 12. Juli, nachmittags o uhr, statt. Danksagung. Für die rms anlässlich des Hinscheidens unseres lieben Herrn Johannes Appel erwiesene Anteilnahme sagen Freunden und Bekannten herzlichen Dank Im Namen der Hinterbliebenen: Elisabethe Appel, geb. Biedenkapp. / Giessen, den 10. Juli 1916. [5018 Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme, für die vielen Blumenspenden und besonders für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Bernbeck und die liebevolle Pflege der Krankenpflegerin an unserem treusorgenden, lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, dem Weichensteller 1. P. Melchior Eckhardt sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Wioseek, Gießen, Oberlahnstein, den 11. Juli 1916. 5025 Für die wohltuenden Beweise der Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Mutter Frau Stiftspfarrer M. Weber in Lieh sagen wir herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. 5021D Wiedersehn war seine und unsere Hoffnung. Tieferschüttert erhielten wir die schmerzliche Nachricht, dass mein lieber Mann und treusorgender Vater seines Kindes, unser einziger, guter Sohn Unteroffizier der Reserve Philipp Rabenau nach treuester Pflichterfüllung am 15. Mai d. J. nach vollendetem 30. Lebensjahre in Gefangenschaft in dem Herrn entschlafen ist. In tiefem Schmerz: Christine Rabenauieb. Schäfer u. Kind Familie Karl Rabenau Famüie Konrad Schäfer nebst allen Verwandten. Sönigsberger Herbst oder Stoppelrüben § empfiehlt in bekannter Qualität HkisM Hchr ÄffiE. Neustadt 8 fit; 0 * „ Telephon 403 © 1 1 (j CU Bfötfcctaft yjabaUbirfrer* und Damenabteilung E. V. Wir eröffnen Dienstag, den 18. Juli 1916. abends 8V, Uhr. in unterem Vereins lokal ..Bum Gambriuus". Kirch- straffe 11, einen ÄflV-LehkWg LSOibelsberserfcherSteno arapbie für Dame» und Herreu-UnterrichtSgeld6Mk. Anmeldungen an Herrn A. Karnbach, Landgrafen- itraffe 5. oder ga Beginn des Unterrichts erbeten. Beginn des FortbildungS- unterrichts Freitag, den 21. Juli abends 9*/ 2 Uhr. 5016c] Der Vorstand. Danksagung. JSr die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Verlust unserer lieben Emmi sagen wir allen unseren innigsten Dank. Familie Philipp Meininger. Gießen, den 11. Juli 1916. 5030 Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste meiner lieben Frau, unserer guten Mutter sagen wir allen innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Mel und Kinder. Papier-Bindfaden in allen Stärken, erstklassiges süddeutsche Fabrikat, Ia. gezwirnte Ware von grösster Haltbarkeit, gegen Nässe pr&pariert, empfiehlt zum billigsten Tagespreis § Attervag 53 Ludwig Lazarus ™ ,th - ÄZieseck, den 11. Juli 1916. 5026 Sensen und Sicheln in nur bester Qualität. [3776a Scnseubaume aus Holz und Stahlrohr, Wetzsteine. Grasscheeren und Rasenmäher empfiehlt Edgar Borrmann, Eisenhandlung, Giessen. Konsumverein Gießen und Umg. Eintreffend: fst. frische Seefische Verkauf: Schanzen strafte 16, Asterweg 6, Bleichstrafte 10a, Neuen Baue 11, Heuchelheim, Wiftmar, Wieseck. 5023