Erstes Blatt 166. Jahrgang Hr. 158 Der «rtzener Lstzewer erscheint tägÜch, außer Sonntags. - Beilagen: viermal toöcbei'.tlid) Hietzener^anrilienblätter; zweimal wöchenll.Nreis- vlattfür Sen Ureis Giehen (Dienstag imb Freitag); zweimal monatl. Land- wtrtschaflliche Seitfragen Ferilsprech - Anschlüße: sürdieSchriitleitungllL Verlag,GeschäftssteUebl Adresse ü"»r Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen. Annahme von Anzeigen iür die Tagesnuminer bis zum Abend vorher. Samstag, 8. Juli 1916 Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindnickerei R. Lange. Schristleitung, Seschästsstelle und Druckerei: Schuistr.7. Bezu qSveeis: monatl. 90 Bi., viertel- jährl. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch diePost Mck.2.45 Vierteljahrs. ausschl. Bestellq. Zeilenpreis: lokal 15 Pi., ausw. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil nnd das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Verniischtes und Gerichtssaal: Fr. R.Zenz; für den Anzeigenteü: H. Beck, sämtlich m Gießen, Heue Angriffe in West und Ost zuMgewiesen. (WTV.) Grobes Hauptquartier, 7. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Lebhafte, auch nachts fortgesetzte, für uns nicht ungünstigverlaufende Kämpfe beiderseits der Somme. Die Brennpunkte bilden die Gegend südlich von Eontatmaffon, Hem und Estrses. Oestlich der Maas scheiterten in breiter Front angesetzte starke französische Angriffe gegen unsere Stellungen auf dem Höhenrücken Kalte Erde, sowie im Walde südwestlich der Feste Aaux unter empfindlicher Einbuhe für den Feind. Auf der übrigen Front vielfach Patrouillengcfechte. Südwestlich von Valencicnnes erbeuteten wir ein französisches Flugzeug. Bei Peronne und südwestlich von Vauziers wurden feindliche Flugzeuge im Lnftkampf zur Landung gezwungen. Ergebnis der L u s t k ä m p f e im Juni: Deutscher Verlust: ' Im Lnftkampf .2 Flugzeuge Durch Adschuh von der Erde ... 1 Flugzeug Vermißt. 4 Flugzeuge im ganzen 7 Flugzeuge Französischer und englischer Verlust: Im Luftkampf .23 Flugzeuge Durch Abschuh von der Erde ... 10 Flugzeuge Durch unfreiwillige Landung innerhalb unserer Linien .3 Flugzeuge Bei Landungen zwecks Aussetzcn von Spionen . 1 Flugzeug im ganzen 37 Flugzeuge von denen 22 in unserem Besitz sind. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Geyen die Front der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg setzten die Russen ihre Unternehmen forr. Mit starken Kräften griffen ste südlich des Narocz-Sees an: sie wurden hier nwh heftigen Kämpfen ebenso nordöstlich von Smorgon und an anderen Stellen mühelos abgewiesen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Abgesehen von einem schwächlichen feindlichen Vorstoh herrschte an der in den letzten Tagen angegriffenen Front ^m allgemeinen Ruhe. Heeresgruppe desGenerals von Linsingen. Der nach Czartorysk vorspringende Winkel wurde infolge des überlegenen Drucks auf seinem Schenkel bei Kostiuchnowka und westlich von Kolti aufgegeben und eine kürzere Verteidigungslinie gewählt. Beiderseits von S o k u l brachen die russischen Angriffe unter grohen Verlusten zusammen. Westlich und südwestlich von L u ck ist die Lage unverändert. Armee des Generals Grafen von Bothmer. Keine besonderen Ereignisse, auch nicht bei den deutschen Truppen südlich des Dnjestr. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. Der deutsche Tagesbericht druckt sich vorsichtig aus, vermeidet unwahre Ue Vertreibungen und ist sorglich be- '7uüht, sich vor zu günstiger Beleuchtung der Lage zu hüten. Beiderseits der Somme verzeichnet er „für uns nicht ungünstig verlaufene Kämpfe". Würden dies die Russen melden, so dürfte man annehmen, daß sie katastrophal geschlagen wurden, denn ihre Berichte kranken bekanntlich an systematischen uebertreibungen. Wir aber können die Wahrheit der deutschen Angaben an den französischen und englischen Berichten nachprüfen. Diese rühmen sich keiner neuen, größeren Fortschritte. Oestlich der Maas sind wiederum starke, französische Angriffe gescheitert. Ganz besonders kleinlaut klingt der englische Bericht. Herr Haigh meldet die Gefangennahme von 40 Gefangenen und will ein Maschinengewehr erbeutet haben. An dem Maßstab der großen Offensive gemessen, ist es ein spärlicher Erfolg. Wollen die Engländer ihr Heer schonen und die Franzosen auch weiterhin dre Hauptlasten tragen lassen? Dauernd können sie doch nicht die Entschuldigungsgründe anführen, die sie neulich narntten: schlechteres Kamvs ge lande und größerer, feindlicher Widerstand. Es wird wohl viel d a r-a n liegen, daß ihr Mrllwnenheer mangelhaft ausgebildet und schwierig vorzutreiben ist. / Die größte Redseligkeit entwickeln die Russen in ihrem neuesten Bericht, den wir unter unseren „Letzten Nachrichten" im Wortlaut wiedergeben. Wir werden an die Zeiten der früheren rustischen Offensiven erinnert, besonders an die Zeit, da Väterchen Zar selbst sein Glück als Oberkommandierender versuchte und größere Angriffe gegen die deutsche Front ins Werk setzte. Auch damals funkelte das russische Bajonett, säbelten die Kosaken alles nieder. Nnd dann beherrschten die deutschen Feldherrn dennoch die Lage. So wird es wohl auch diesmal werden. Ein Helles, strategisches Bild ist aus dem russischen Bericht nicht zu gewinnen, dagegen lauten die deutschen und österreichisch-ungarischen Berichte in ihrer Beschränkung auf die großen Gesamtereignisse klar und deutlich. Während im Gebiet der ivolhyni- schen Festungen die Lage unverändert ist, mußte 40 bis 50 Kilometer nördlich davon, am SttM-Kuie bei Kolki, ein in die russische Front vorsprüngender Winkel wegen der Gefahr einer Umfassung durch den Feind preisgegeben werden, dats heißt, die Front wurde ent dieser Stelle etwas verkürzt. Natürlich würzt der Petersburger Bericht diesen Vorgan-g nrit Uebertreibnugen aller Art, loobei es ihm auf ein paar tausend Gefangene mehr oder weniger nicht ankommt. Die ersten Tage solcher allgemeinen Angriffe, wie sie unsere Feinde gegenwärtig unternehmen, sind naturgemäß die spannendsten, weil sich dabei zeigen muß, ob das überraschende Moment auf den Ueberfallenen die nötige Wirkung tut. Bald werden die scharfen Augen unserer Heerführer und Generalstäbler die Schwächen der feindlichen Berechnungen entdeckt haben, und dann wird es mit den russischen Lobgesängen und den englisch-französischen Erwartungen ein Ende haben. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 7. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird vcrlautbart: 7. Juli 1916. Russischer Kriegsschauplatz. In der Bukowina haben unsere Truppen in erfolgreichen Gefechten 500 Gefangene und vier Maschinengewehre eltigebracht. In Südostgalizien zwischen Delatyn und Sadza- wtea haben alpcnländische Landwehr-Regimenter in heldenhaftem Widerstand zahlreiche russische Anstürme zum Scheitern gebracht. Weiter nördlich davon bis in die Gegend von Kolki bei unveränderter Lage keine besonderen Ereignisse. Die am Styr Knie nördlich von Kolki kämpfenden k. und k. Truppen, die durch vier Wochen gegen eine auf drei- bis fünffache Ueberlcgenheit angewachsene feindliche Streitmacht standhielten, bekamen gestern den Befehl, ihre vordersten, einer doppelten Umfassung ausgesetzten Linien zurückzunehmen. Begünstigt durch das Eingreifen deutscher Truppen westlich von Kolki und di? aufopfernde Haltung der Polen- legion bei Koladia ging die Bewegung ohne Störung durch den Gegner vonstattcn. Bei den nordöstlich von Baranowitschi stehenden österreichisch-ungarischen Streitkräften verlief der gestrige Tag ruhig. Der Feind hat bei seinen letzten Angriffen «gegen die dortigen Stellungen der Verbündeten außerordentlich schwere Verluste erlitten. Im O.uellgebict der Jkw a beschoß der Feind eines unserer Fcldspitäler trotz deutlichster Kennzeichnung mit Artillerie. Wenn sich diese völkerrechtswidrige Handlung wider- holen sollte, werden wir unsere Geschütze gegen das in diesem Raume liegende, von uns während fast einjähriger Besetzung sorgfältig und pietätvoll geschonte Kloster Nowo-Paczajew richten. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Abschnitt von Doberdo lebte die Artillerietatig- keit wieder auf. Oestlich von Selz kam es auch zu Jnfantcrie- kämpfen, die für unsere Truppen mit der vollen Behauptung ihrer Stellungen abschlossen. Südlich des Sugana-Tnles griffen sehr starke italienische Kräfte unsere Front zwischen der Eima Dicci und dem Monte Zebio an. Der Feind wurde überall, stellenweise im Handgemenge, abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des GeneralstabS v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Der französische Bericht. Poris, 7. Juli. .5 Uhr nachmittags. Nördlich der Somme im Laufe der Nacht einige lokale Aktionen. Ein deutscher Gegenangriff nahm zwm kleine Wälder, einen Kilometer nördlich bon Hem. Die Franzosen bemächtigten sich eines anderen kleinen Waldes am Nordostrande der gleichen Ortschaft. Südlich der Somme ruhige Nacht auf dem «roßten Teile der Front. Ein deutscher Gegenangriff auf Belloh wurde glatt abgennesen. Die Zahl der von den Franzosen erbeuteten Geschütze beträgt 76, die der Maschinengewehre 100. 2luf beiden Ufern der Maas keine Jnsan- terie-Aktion. Die Deutschem bombardieren die zweite französische Linie in der Gegend von Chattancourt. Ziemlich lebhaftes Ar- tiUcricduell in dem Abschnitt von Fleurv und des Fumin-Waldes. Tie Deutschen richten systematische Angriffe auf die Kathedrale von Verdun, die sie heute uaclst mit großkalibriger Artillerie zu treffen versuchten. Ein iverttragendes französisches Geschütz zerstreute einen feindlichen Lonvoi bei Heudicourr, nordöstlich von St. Mihiel. Im Elsaß drang eine französische Abdeckung in einen detst- schen Schützengraben in bex Gegen- von Burnhaupt ein. Sie fand ih« rntt Leichen angefüNt. Belgischer Bericht vom 7. Juli: Die deutsche Artil- l erre w ar an der Front der belgischen Armee wenig tätig, ausgenommen in der Gegend von Steenstrante, wo unser Zerstörungs- fei**, das mit Erfolg fortgesetzt wurde, einen Arrilleriekamps hervorrref, der zu urrserem Vorteile endete. Der englische Bericht. London, 7. Juli. Nachmittags 1 Uhr. Bei Thiepval rückten wir leicht vor. Wir Machten einige Gefangene. Südlich des Kanals von La Bassee führten wir, nachdem wir Gas vorgetrieben hatten. Mehrere glückliche Vorstöße in die erste feindliche Linie aus. Wir brachten 40 Gefangene, ein Maschinengewehr und einen Grabenmörser zurück. Jan Lause eines anderen Vorstoßes bei Hnl- l u ch drangen rvir in die feindlichen Gräben ein und zerstörten einen Mcrfchiuengewehrunterftand, töteten zahlreiche Deutsche und machten effttge Gefangerre. -kikolajewitsch wieder Höchftkommandierender? Berlin, 8. Juli. Dem „Berliner Lokalanzeiger" zufolge finden sich irr russischen Blättern Andeutungen, als ob Großtür st Nikolai Nikolai e witsch wieder Hoch st- kommandierender werden solle. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 7. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: Bon der Front im I r a k und im Iran keine neuen Nachrichten. An der Kautasussront auf dem rechten Flügel kein Ereignis außer Patvouill-engefechten.' Im Zentrum Patvouillengefechte und örtliche Feuerkämpfe. Im Tschorokgebiet griffen unsere Truppen den Feind, dem es gelung-en war, eine in den nach Osten gekcgrnen Stellungen gelegene Höhe zu besetzen, an, nahmen die Höhe wieder, verfolgten den Feind bis in seine alten Stellungen und besetzten einen Teil dieses Geländes. Einen vom Feinde versuchten Ueberfall in dem Abschnitt, der sich nördlich von Tschorok in der Richtung auf das Meer ausdehnt, wiesen wir mühelos ab und nahmen dem Feind Maschinengewehre ab. Aus dein 'linken Flügel erneuerte der Feind seine gewohnten Ueberfälle. Im Laufe dieser Gefechte zerstörten und sprengten wir ein Geschütz und ein Schießbedarfslager des Fenides. ^ In den Gewässern von Smyrna beschossen einige feindliche Schiffe die Küste ohne Wirkung tznd zogen sich wieder zurück. Ein französisches Flugzeugmutterschiff erschien vor Hcrlfa und ließ zwer Flugzeuge mrfsteigen. Eins davon fiel ins Meer, Flieger und Beobachter wurden von dem andern gerettet. Wir aber jwgeit das unbeschädigte Flugzeug ans Land imb erbeutete die darin befindlichen Bomben und Maschinengewehre mtt Schießbedarf. Der Fliegerangriff aus Karlsruhe. Berlin, 7. Juli. (WTB. Amtlich.) Tie Ermittelungen über den letzten Fliegerangriff auf Karlsruhe find nunmehr abgeschlossen. —^ erschütternden Einzelheiten des französischen Verbrechens gegen die friedliche badische Hauptstadt sollen daher dem deutschen Volke nicht länger vorenthalten bleiben. Es war offenbar kein Zufall, daß die Franzosen gerade den Fronleichnamstag für den Ueberfall anserwählten. Sie rckußten genau, daß an diesem hohen katholischen Kirchenseft, das Heller Sonnenschein verschönte, ein Strom von luft- und lichtbedürftigen Menschen über die Straßen und Plätze fluten werde, — und auf Menschenleben hatten sie es abgesehen,— das beweist die Art der benutzten Abwurfgeschosse. Brandbomben wurden gar nicht, schwere zur Sachzerftörung bestimmte Geschosse nur in sehr geringer Zahl verwendet. .Die weitaus meisten Bomben hatten nur ein kleines Kaliber, dafür aber eine Füllung, deren besonders starke Sprengkraft die auf lebende Ziele berechnete Splitterwirkung erhöhen und obendrein auch vergiftete Gase entwickeln sollte. Vorbereitungen Absicht entsprach der Erfolg nur allzusehr. Ans dem Karlsruher Feirplatz, wo Hagenbecks Tierschau die Zelte aufgesch tagen hatte, wogte am Nachmittag des 22. Juni eine festlich gekleidete Menge durcheinander. Fröhliches Krnderlachen mischte sich mit den Klängen der Musik. Da plötzlich traf die Meldung ettk, daß feindliche Flieger nahten. Noch ehe es möglich war, die Bevölkerung in Sicherheit zu bringen, saugen beretts die ersten Geschosse ein. In großer Höhe kreisten, durch den leichten Dunst fast ganz der Sicht entrückt, die verderbenbringenden Sendboten feindlicher Mordlnst über der friedlichen Stadt. Schlag auf Schlag zerbarst ietzl mit dröhnendem Krachen Bombe aus Bombe Ein Teil der Geschosse traf ein Stadtviertel, wo kleine Bürger und Arbetter wohnten. Auch nahe beim Schloß, wo die Königin von Schweden aus dem Krankenbette lag, schlugen einzelne Bomben ein. Tie schlimmsten Verheerungen aber richtete der Feind in der Nähe des Festplatzes unter den kurz vorher noch so fröhlichen, schuldlosen Kindern an. Ms die französischen Flieger nach einer Viertelstunde wieder verschwanden, konnten sie sich des traurigen Erfolges rühmen, daß sie 117 wehrlosen Menschen, darunter 30 Männern, fünf Frauen und 82 Kindern mitten heraus aus dem blühenden Leben einen schrecklichen Tod bereitet hatten und daß wettere 140 Unglückliche, darunter 48 Männer, 20 Frauen und 72 Kinder verwundet in ihrem Blute lagen. Jammernd irrten verzweifelte Mütter unter den schrecklich, verstümmelten Leichen umher, um ihre getöteten Lieblinge zu suchen. Drei blühende Knaben hatte eine von ihnen verloren; eine andere, die Witwe eines gefallenen Kriegers, ihren einzigen Soh. Soldaten selbst, die draußen selbst kein Schrecken des Kampfes erschütterte, besannen. daß ihnen nie zuvor so Furchtbares vor Augen gekommen sei. — Die französische Nation, die sich so gern als ritterlich und vornehm dünkt, kann in ihrer Geschichte ein neues Heldenstück verzeichnen. 154 deutsche Kinder mußten bluten und 82 von ihnen sterben, damit die Flieger des stolzen Frankreich sich eines Triumphes rühmen konnten, der ihnen im Kampf mit den wehrhaften deutschen Beherrschern der Luft versagt geblieben ist. Und das deutsche Volk? Wird lähmender Schreck seinem ferneren Kampfes- mut Eintrag tun? Die Franzosen kennen uns schlecht, wenn sie .das erwarten. Aus dem innigen Mitleid mtt den klagenden Müttern wird unserem festen Willen zum Siege nur neue und zornige .Kraft erstehen. Auch die schuldlosen Opfer, die auf dem Friedas in Karrnlshe frischer Rajen deckt, sind nicht umsonst für das Vaterland gefallen. Wie wir selbst, so wird auch Frankreich ihrer noch lange und schmerzlich gedenken. Die Verpflegung der englischen Zivilgesangenen. London, 7. Juli. (WTB.) Ce eil teilte gestern im Unterhause mtt, daß er durch Pie amerikanische Botschaft einen wetteren Bericht über die Verpflegung im Lager Rühle ben erhalten habe. Der Bericht zeige, daß die Deutschen die Verpflegungsrationen ans weniger als die Hälfte des erforderlichen Bettages absichtlich herabgesetzt hätten, während sie gleichzeitig zwischen 60 000 und 200 000 Mark Geld angesammelt hätten, das für die Rationen hatte verwendet werden sollen. Die britische Regierung habe demzufolge telegraphisch eine Note an die deutsche Regierung durch Vermittelung des amerikanischen Botschafters gerichtet, ttr der betont werde, daß es Pflicht der Deutschen sei, die Gefangenen, wenn sie sie nicht angemessen ernähren könnten, srei zugeben. Wir haben an unteren Vorschlag erinnert, Zivilpersonen über 50 Jahre oder die Kriegsuntauglichen (?) über 45 Jahre freizugeben.oder auKzutauschen (?) und haben zum Schluß vorgeschlagen, daß alle britischen in Ruhleben internierten Zivilpersonen in Austausch gegen eine gleiche Anzahl gefangener deutscher Zivilpersonen ftergegeben werden möchten. Endlich haben wir erklärt, wenn Deutschland diesen Vorschlag nicht binnen einer Woche annehme, würden wir gezwungen sein, zu erwägen, welcher Weg hinsichtlich der Berpslegungsrativnen mit Bezug auf dre hier befindlichen deutschen Zivilpersonen etngeschlagen werden müßte. (Lauter Verfall.) Dazu wird amtlich bemerkt: Die Voraussetzungen Englands sind gänzlich unzuttesfend, da in Deutschland die Zivilgefangenen gmau so wie die .Kriegsgefangenen und zwar nach erprobten Grund- 'ätzen ausreichend ertuttjrt werden. Ter britischen Regierung ist bereits ein dahingehender Bescheid erteilt worden, so daß die eng- Irschen Drohungen dadurch gegenstandslos werden. Der Austausch- Vorschlag ist in der von England angeregten Form sür Deutschland unannehmbar, dagegen schweben zurzeit Verhandlungen, die den Austausch von Zivilgefangenen auf anderer Grundlage zum Ziele haben. Ein englisch-schwedisches Abkommen. _ Kopenhagen, 7. Juli. (WTB.) „Politiken" meldet aus iL>tockyolmn Gestern ist zwischen England und Schweden ein wichtiges Handelsabkommen über die Regelung der schwedischen Ein- Mhr Flitter zeichnet worden. Die englische Negierung hatte sich lange geweigert, die Bürgschaften, die das neue schwedisch Kriegshandelsgesetz gegen die Wiederausfuhr eingeführter Waren bietet, anzuer- kennen, und verlangt, daß die schwedischen Kansleute ähnliche Er- fufrttTtgot abgeben, wie die KNusleute anderer neuttaler Länder. Durch das Abkommen erkennt England nunmehr diese Bürgschaften an. Die unmittelbare Folge des Abkommens ist die Freigabe großer Warenmengen, die in letzter Zeit in Schiveden eingettosfen, aber zurückgehalten worden waren. Ein russisch-japanischer Vertrag. Haag, 7. Juli, (zf.) Reuter berichtet aus Petersburg: Ern russijch-,apanicher politischer Vertrag mtt zwer Artikeln wurde gestern durch Sasonöw urcd Motoiw unterzeichnet. Ter Vertrag hat den Zweck, die Arbeit beider Länder zur Aufrechter Haltung eines dauerhaften Friedens im fernen O st en Zu vereinigen. Ter erste Arttkel bezieht sich aus ein politisches Abkommen oder eine Kombination, die gegen die eine oder andere der verttagschlreßenden Parteien gerichtet ist. Der zweite Artikel lagt, daß, lvenn territoriale Rechte oder besondere Interessen der einen Partei im fernen Osten bedroht sind nnd zwar solche Rechte und besonderen Interessen, die durch die andere Partei anerkannt worden find, Rußland und Japan Übereinkommen, Maßregeln zn treffen, um diese Rechte und Interessen aufrecht zu erhalten und zu verteidigen und sich hierbei gegenseitig zu uitterstützen und Bestand zn verleihen. Der Seekrieg. Berlin, 7. Juli. (WTB. Amtlich.) Nach einer Reutermeldung aus London vom 6. oder 7. Juli soll Admiral Jellieoe in lcrnem Bericht die Ve r l u ste der Deutschen in der Seeschlacht vor dem Skagerak tote folgt geschätzt haben: „Drei Linienschiffe des „Dreadnoughts"-Typs, ein Linienschiff der „Teutsch- taNd"-K1asfe, fünf leichte Kreuzer, 6 Torpedobootsjäger und ein U-Boot, die man sämtlich untergeben sah. Weiter waren zwei Linienschiffe, ein Linienschiff des „Treadnoughts"-Tyvs und drei Torr-edoboote sichtlich so schwer beschädigt, daß es fraglich war, ob sie ihre Häsen erreichen würden/' Am 4. Juni berichtet die englische ^Admiralität dagegen: „Somit waren die britische Verluste schwer, die Verluste des Feindes ernst. Zum minderen ein Schlachtkreuzer wurde vernichtet und eurer ernstlich beschädigt: von einem Schlachtkreuzer wurde berichtet, daß er während des Nachtgefechtes durch unsere Zerstörer versenkt wurde, zwei leichte Kreuzer wurden außer Gefecht gesetzt, sie sind wahrscheinlich gesunken. Tie genaue Zahl der feindlichen Zerstörer, die während der Schlacht außer Gefecht gesetzt wurden, kann mit Sicherheit nicht angegeben werden, aber sie muß groß sein." Tatsächlich betrug der Gesamtverlust der deutschen Hochseestrettkräfte während der Kämpfe am 31. Mai und 1. Juni sowie in der darauf folgenden Zett bekanntlich: ein .Schlachtkreuzer, ein älteres Linienschiff, 4 kleine Kreuzer und 5 Torpedoboote. Berlin, 8.Juli. Der holländische Fifchdampfer „Thery M. 164" hat nach Meldung der „Bossischen Zeittmg" auf 55,55 Grad nördlicher Breite und 6,10 Grad östlicher Länge in der Nordsee im Netz Teile der drahtlosen Telegraph eneinrich- tung und eine Flagge des englischen Kreuzers „C a r y s f o r d" a n fge f i s ch t. Dieser Kreuzer ist 3800 Tonnen groß, seine Besatzuttg etwa 400 Mann stark. Nach den geographischen Angaben würde es sich auch bei diesem Kreuzer um ein Opfer der Seeschlacht am .Skagerak handeln. * London, 7. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds Agentur Meldet aus Sunderland: Das englische Schiff „H e r o m" (885 Bnittoregistertonnerr) ist von einem U-Boot versenkt worden. London, 7. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds Agentur meldet: Der britische rmbewafsnete Dampfer „Gannst" (1127 Tonnen) ist versen kt worden. Stavanger, 7. Juli. (WTB. Nichtamllich.) Der nvr- ivegische Dampfer „Pruhelle" ist am Montag, den 3. Juli, in der Nähe des Kap Lindesnee in der Entfernung von einer Seemeile von der norwegischen Küste von einem U-Boot angegriffen und beschossen worden. Der Dampfer stoppte nicht, weil er sich innerhalb der Territorialgrenze befand. Norwegische Torpedoboote machten Jagd auf das U-Boot, das untertauchenZ nach Westen fortlief. Man nimmt an, daß es sich um ein englisches U-Boot handelt. Roosevelt und die Präsidentenwahl. New Dork, 3. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Funkspruch von dem Vertreter des WTB. Nach einer Meldung aus Chicago tritt Roosevelt in seinen: Briefe an den Nationalausschuß der Fortschrittlichen Partei über seine Gründe für die Ablehnung seiner Aufstellung für die Präsidentenwahl dem Ausspruch Hughes bei, daß unter den augenblicklichen Verhältnissen die Aufstellung eines dritten Wahlbewerbers lediglich eine Schwächung zugunsten der Wahl Wilsons sein würde und sagt: Hughes ist unvergleichlich besser zum Präsidenten geeignet als Wilson, und es würde ein schwerer Schade für das Land sein, wenn letzterer wieder gewählt würde. Ueber die ,.,Bindestrich"-Amerikaner sagt Roosevelt: Man hat gegen Hughes geltend gemacht, daß er durch verschiedene, sogernrnnte deutsch-amerikanische Vereinigungen unterstützt worden sei. Ich glaube aber, daß die Hal- tung dieser gewerbsmäßigen Deutsch-Amerikaner am allerwenigsten ihrer Liebe zu Hughes entsprungen ist, vielmehr allein ihrem Gegensätze gegen mich. Sie waren verpflichtet, mich bei Ernennung der Wahlbewerber zu Fall zu bringen. Diese Lente haben nichts mit dem großen Volks- körper der Amerikaner gemeinsam, gibt es darin doch Leute von unvermischtem oder gemischtem deutschen Blute, welche genau so gute Amerikaner sind, als die von irgend einer anderen Herkunft. Nie und nnmner hat es in unserem Lande bessere Bürger gegeben, als die große Masse von Männern und 'Frauen deutscher Geburt oder Herkunft, welche ganz in unsere gemeinsame amerikanische Nationalität untergetaucht sind, oder noch untertauchen. Kein guter Amerikaner, welches auch seine Herkunft oder Konfession sei, kann etwas anderes für diese gewerbsmäßigen Deutsch-Amerikaner empfinden, welche ihren amerikanischen Präsidenten zum Zwecke des Sieges des deutschen Kaisers auszuwählen suchen, als Verachtung und Abscheu. Die gewerbsmäßigen Deutsch-Ame- rakaner dieser Art handeln lediglich im wohlverstandenen Interesse Deutschlands. Sie haben eine eifrige Bereitschaft gezeigt, das Interesse der Vereinigten Staaten zu opfern, so oft es mit Deutschlands Interessen zusanrmen stößt. Hughes Charakter und die ganze Art seines Wesens in öffentlichen Angelegenherten rechtfertigen die sichere Ueber- Mrgung, daß jene Leute, die ihn ihrer eigenen Interessen wegen unterstützt haben, in keiner Form oder Art seine öfsentlichen Handlungen vor oder nach der Wahl beeinflussen werden. Dafür bürgt sein ganzes öffentliches Leben. Die Lage in Mexito. London, 7. Juli. (WTB.) Daj^Y Telegraph meldet ans New Bork vom 5. Juli: Die Lage inMexiko gewinnt mehr und mehr ein friedliches Aussehen. Die Ursache davon ist zum Teil, daß General Pershing seink Truppen bevettS 200 Meilen näher an die anrerikanische Grenze zurückgezogen hat und daß, wie man ern-artet, er bald in El Paso zurück sein lrnrb, wo er eine dringende Forderung Carranzas erfüllt haben wird. Pershing ist bereits zum Kommandeur der Truppen in Texas ernannt worden. Tie Idee, daß die öffentliche Meinung in den Bereinigten Staaten die Zurückziehung der Tnrppen nicht gestatten würde, ehe sie ihr Ziel erreichten, weir durchaus trügerisch. Außerdem wird man sich immer klarer darüber, daß das Eindringen und die Besetzung Mexikos eine Aufgabe ist. Per die Vereinigten Staaten durchaus Nicht gewachsen sind. Diese Emt^ findung wird durch tägliche neue Enthüllmrgen über den Mangel an Ausrüstmrg und Ausbildung der Milizen bcttächtlich gestärtt. Au§ dem Reiche. ' Der Reichskanzler und das Volksvertrauen. Berlin, 7. Juli. (WTB.) Tie „Norddeutsche Allgemeine :3ettung" schreibt: Ter Vorsitzende der nationalllberalen Landes- organisatton Sachsens, Geheimer Hoftat Professor Brandenburg, veröffentlicht im „Leipziger Tagblatt" eine Erklärung, in der er die Ansicht verttitt, daß es voreilig, vielleicht unheilvoll sei, dem Reichskanzler Vertrauen zu schenken, bevor man lveis, wie er über den künftigen Frieden derrkt. Erst müsse der Reiä-skanzler die Karten anfdecken und klipp und klar verkünden, was er wolle. Tann sei die Zeit, sich zn überlegen, ob man seine Politik imterstützen solle oder nicht. Professor Brandenburg saßt die Vertrauensfrage am* verkehrten Ende an. Wtt beftnden uns im Krieg, und noch ist der endgültige Sieg nicht errungen. Während unsere Söhne und Brüder draußen im Felde und auf dem Meere kämpfen und bluteir, und wir daheim, Mann, Frau und Kind, vom ersten bis . zum letzten, alle physischen und moralischen Kräfte aufs höchste anspannen, um den Krieg zu überwinden, dient es da schon dem Ganzen, gegenüber der polttisckien Leitung des Reiches Vorsicht und krittsche Zurückhaltung zu empfehlen, weil sie nicht tut, was ihr für den Augenblick el-ementarische und politische Klugheit verbietet? Gilt ^sonst der Spruch: Erst wägen, dann wagen!, so heißt es hier: Erst schlagen, dann fragen! Aufs Heute kommt es an, nicht aufs Ncbernrorgen. Wer für heilte nttß- traut, weil er für überuwrgen Vorbehalte hat, schwächt die eigene innere Stärke, und die ist eine Forderung des Tages. * München, 7. Juli. (WTB.) Auf der Reffe durch Deutschland trafen hier am Mittwoch abend di-e Militärattaches der neutralen Staaten ein, nachdem sic vorher den Städten Rorhenburg an der Tauber und Nürnberg einen Besuch abgestattet hatten. Sie werden in München eine Anzahl von industriellen llnternehmungeu besichtigen: außerdem ist die Besichtigung von militärischen Einrichtungen, wie Artilleriewerkstätten, dann von Einrichtungen zur Lebensmittelversorgung und von hervorragenden Sehcnswürdigkeiteii in Aussicht getrommen. Am Sonntag gedenken die Attaches als Abschluß des Münchener Aufenthalts einen Ausflug nach Berchtesgaden zu unternehmen. Dft Militärattachss gehören folgenden Staaten an: Argentinien, Rumänien. Spanien, Schweden, Chile, Vereinigten Staaten von Nordamerika, Dänemark und Peru. Aus rri-d Lsnd. Gießen, 8. Juli 1916. SorrnLagsgedankerr. Bei unseren Gefangenen ttr Feindesland weiten unsere Gedanken in diesen Tagen. — Der Sturm braust in Ost und West. Der Krieg ist auf einenr Höhepunkt angetangt, der alles noch übersteigt, was wir bisher schon an Großem, Erschütterndem erlebt haben. Und dennoch, kein wirkliches Bangen um das Ganze über* kommt uns. Wir wissen es in sicherster Hut. Schöner, reicher, stolzer kann kein Volk seinem Heer Vertrauen be» weisen, als mir es tun. Das Fell>grau, die bescheidene Farbe, die niemand blenden will und kann, hat eianen Jnneu- glanz empfangen. Es wird in die Airgen semhten, wie schimmernde Ritterswehr, solange man von diesem Kriege singen und sagen wird. Wo diese lebendige Rüstung mn oas Reich steht, da kennen wir kein Bangen mn seinen Bestand, kein Zagen um den Krieg, den das mächtige fr'chrt. Mer mn die Einzelnen, die nach Millionen zahlen, kami dennoch Sorge unser Herz beschleichen. Wie werden sie diese Tage und Wocl)en überstehen? Me werde»r sie aus den wildeir Känrpfen hervorgehen, in denen fie jetzt um Entscheidung ringen? Zwei Kriegsjahrc haben uns reich gemacht an schmerzlicher Erfalrrung und Llnschauung, auch-lvenn der unmittelbare Anblick des Kampfes, des Schlachtfeldes, verroüsteten .Kriegsgebiets urrs entzogen blieb. Biele urtter uns haben in das bleiche Angesicht jugerrdlicher Toter geblickt, wir haben an ihren Gräbern gestanden, einen ätzten Gruß ihnen nachgerufen: der Schmerz blieb, aber mn sie sorgen konnten wir nicht mehr. Alle haben wir Verwundete ehrfurchtsvoll gegrüßt, wenn die Heimat sie wieder empfing: wie hat ihre Liebe sie pflegen, ihre Kunst sich glücklich um sie bemühen dürfen. Wir sorgten um sie, aber wie schön war es, daß wir für sie sorgen konnten. Von unseren Gefangenen, die der Uebermacht erlagen, können wir uns am schwersten ein Bild ihres Lebens und Leidens, ihres dauernden inneren Kanrpfes machen. Spärlich ist die Kunde, die von ihnen zu N7rs dringt. Und die spärliche, die die wenigen Ausaetauschten, unsichere Berichte, ihre eignen kurzen Briefe und Karten uns bringen, lautet unerfreulich genug. Wir trösten uns wohl mit der Gewißheit, daß ihr Leben uns erhalten blieb. Auch dieser Trost aber will wankerrd werden, wenn wir der Verwundeten und Kranken unter ihnen gedenken. Und wie Biele, denen ungewohntes Klima und fremde Lebensweise Gefahr für Gesriudheit und Leben briirgt. .Aber was sie innerlich gelitten hab'en und ford- dauernd leiden, davon können sie uns kaum auch nur ein Weniges sagen. Erschütternd, denken wir uns, müssen ihnen die ersten Stunden und Tage der Gefangenschaft gewesen sein. Sie finden sich in der Gewalt des Feindes, den sie bisher siegreich bestanden haben. Sie wissen nicht um den Fortgang des Kampfes. Wie ein schwerer Traum mag es auf ihnen liegen. Aber wenn sie zu erwachen meinen, stehen sie vor der herben Wirklichkeit: wehrlos sie, denen die Waffe zu führen Pflicht und Leben war; verhöhnt und beschimpft sie, denen der letzte Ehrenplatz beim Ab schied aus der Heimat, denen der eigne und der Kameraden sieghafter Kampfruf noch im Ohre klingt! Welchem ungewissen Schicksal gehen sie entgegen? roelches Los unter welchen Vorgesetzten wartet ihrer? Was so in den ersten Tagen durch ihre Seele geht, das legt sich dann dumpf und schwer durch lange, endlos lange Monate auf ihre Seele. Wir nwllen es uns nicht auszumalen suchen. Wir denken, es sind deutsche Jünglinge und deutsche Männer. Sie werden wissen, daß sie auch dies harte Los für ihr geliebtes Vaterland tragen. Dies Bewußtsein wird sie aufrecht erhalten in sclnversten Stunden, ihre Seele vor Verzweiflung beivahrer-. Und ein Himmel leuck,tet dennoch über uns uird ihnen, ein Gott wacht über ihrem wie unserm Leben. Bei unseren Gefangenen weiten uiffcre Gedanken in diesen Tagen. Wenn die wohlbekcmntMi Büchsen sich diesmal fär sie fWI«? wollen. iti&£? jedem w>Mg bte Hmrd sich ö»f tun, etnen Gruß der Heimat, des Vaterlands den Treueri zu bringen, die das l)arte Los' der Gefangenschaft tragen. 4 E ck. Sammelt Altmaterial. In den nächsten Tagen fntbet durch die Einkaufstellc „Hansa" Amn Besten des Noten Kreuzes nochmals eine Haussammlun g statt. Daß durch die Dauer des Krieges dringend alle Materialien gebraucht werden, braucht tcnmt noch hier näher besprochen zu werden. Wir richten daher die Bitte an alle die, welche noch irgendwelches Ättnraterial im Besitze haben, insbesondere auch Altpapier, Früchtekörner, Lumpen usw., uns solches dereitzrchalten, damit die durch Prof. Dr. P s e i f f e r zur Berfngrmg gestellten Wagen und Begleiturannschaft ihre Aufgabe möglichst rasch und gewissenhaft lösen können. Besonders nnichten wir noch darauf aufmerksam machen, daß sich niemand durch falsche Voraussetzungen beirren laffen mochte, denn die Sammlung bat neben ihrem hohen Wert den guten Zweck, daß der Erlös dem Noten Kreuz zufließt. Bcnrerkt sei noch, daß auch kleine Leute auf Wunsch jeden Posten Altmaterial gerne bezahlt erhalten. Die Sachen müssen aber derart verschnürt sein, daß sie nicht ausenranderfallen^ mit der Aufschrift: „Bezahlung er- NTÜnschtt'. » ** In unserm heutigen Familienblatte beginnen wir mit einem neuen Romane „Schicksale"' von Heinrich Kornfeld. Der Roman führt in die Zeit unseres Vormarsches auf Paris zu im Herbste 1914, da die 'Front noch nicht eine zusanimenhängende Reihe von Schützengräben bildete und eine Verbindung zwischen Paris und dem Provinzschlößchen, in dem ein deutscher Generalftab einguartiert ist, wohl noch nröglich ist. Die Handlung ist äußerst spannend und gewinnt noch besonderes Interesse dadurch, daß die Besitzerin des Schlößchens eine geborene Deutsche ist. Es kreuzen sich inmitten und dennoch weitab von Krieg und Kriegslärm Schicksale, die vom Versasser mit !sicherer 5)and und neu verknüpft werden. ** Amtliche Personalnachrichten. Der Großherzog hat den Oberbriefträgern Valentin Liebig in Pfungstadt und Georg Lauth in Eudorf bei Alsfeld das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" verdrehen. — Am 10. Juni ds. Js. imrrde der Weichnisteller Ludwig Weidner zu Bickenbach und am 15. Juni ds. Js. der Zug führer Johannes Büchner zu Alzey, beide in der Hessisch Preußischen Eisenbahngemeinschaft, auf 'ihr Nachsuchen vom 1. Juli ds. Js. ab in den Ruhestand verseht. Büchner wurde das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und W eidner das Allgemeine Ehrenzeick>en mit der Inschrift „Für treue Dienste" verliÄen. *• Auszeichnung. Dem Feldwebel G e n S h e i m e r un ^Jnianterie-Regiment Nr. 116 wurde das Eiserne Kreuz 1. Klasse verlieheu. Er ist bereits Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und der hessischen Tapserkeitsmcdcnlle. ** Prinz Waldemar von Preußen, Komman deur des fteiwilligen Kaiser! AutomobilNubs hat heute Rächt im Hotel Großherzog geweilt. ** DerOber hessische Kunstverein gibt wieder Veranlassung zum Besuch einer neuen Ausstellung. Dies mal sind keine OelgemäDe ausgestellt, sondern größtenteils Arbeiten der graphischen Kunst. Ein bekannter Künstler aus diesem Gebiet,' der Maler und Graphiker Siegfried L ab o sch i n-Breslau, ist mit einer künstlerischen Samm lung der Schwarz-Weiß-Kunst vertreten. Architektur, Städte und Landschastsbilder sowie Poträtkunst hat die Sammlung arrfzuweisen. Auch ein Münchener Graphiker, Alois Wachl an ei er, hat die Ausstellung mit einer vielseitigen Sammlung beschickt. Einige sehr beachtenswerte Arbeiten, Agua rekle, Radierungen und farbige Zeichnungen hat Äisabelh B o n i n - Worms ausgestellt, desgleichen Prof. § o f mann- Chemnitz einige Aquarelle. ** Ter Allgemeine Verein für Armen- und Krankenpfle ge hielt am 7. d. M. seine diesjährige Hmrpt- versammlung ab. Ter Vorsitzende, Pfarrer Schwabe, erstattete ckxnr Jahresbericht über das vergangene Jahr, ans welchem hervorgeht, daß der Verein in allen seinen 2lbteilungen an den Aufgaben der Zeit tätigen Anteil nahm. Da mehrere Diakonissen aus die Kriegsschauplätze abgernsen waren, fiel die Arbeit in dem Schwestern Hans und in den Gemeinden den wenigen zurückbleibenden Schwestern zu, die in dankenswerter Weise von Frau Professor Höhlbaum, Frau Sanitätsrat Schliepbake, Fräulein -Praetvrins, ^iräulern Anneliese und Hedwig von Grvl' mann unterstützt wirrven. Die Helfer-Abteilung (Vorsitzender Pfarrer Ansfeld), welche in ihrer Betätigung eine erwünschte Ergänzung der städtischen Armenpflege und Kriegsfür sorge bildete, hielt 25 Sitzungen und unterstützte durch.Darreichen twn Mahlzeiten (Suppenzetteln), Milch, Kohlen oder barem Geld '155 Personen. In dem Schwesternhaus, das von Kriegs- wrsbruch.an als Lazarett eingerichtet ivar, wurden 569 Kranke darunter 287 verwundete Soldaten, verpflegt. Die Waisen- Ipflege war mit der städtischen Sammel- und Berufsvormnnd schaft unter Leitung des stellvertretenden Armenamtssekretärs Keitzer verbunden, deren Müridelzahl auf 262 gestiegen ist. Die von dem Verein seit Kriegsbeginn eingerickNete Volksküche hat sich bewährt. Dank der hochl?erzigen Unterstützung seitens einiger Gönner konnten täglich durchschnittlich 200 Portionen guter, kräf tiger Suppe gegen ein geringes Entgelt ansgegeben werden. Herrn lund Frau Fabrikant E. Horst und Frarr Rechnnngsrat Kalbfleisch schuldet «der Verein für die Mühe und Arbeit, welcher sie sich im Interesse des Unternehmens unterzogen, besonderen! Dank. Die Volksküche soll im Hinblick.mp die Not der Zeit eine Erweiterung erfahren, über '.velche demnächst Näheres mit- geteilt werden wird. ** Auf den Vortrag ,,U e b e r Konservierung von Früchten und Gemüsen, unter besondere Berücksichtigung der jetzigen Zeitverhältnisfe", der heute nachmittag um 57? Uhr in der Küche der Aliceschule, Stein straße 10, stattfindet, und der allgemein zugänglich ist, machen wir wegen feiner Wichtigkeit für unsere Haus fronen nochmals aufmerksam. ** Kriegs beschädigten-Fürsorge Gießen. Der KreiS- nicd OrtsMlsschuß Gießen für die Kpiegsbeschädigten-Fiir- lorge hat im vergangenen Jahre Werkstätten-Einrichtungen und llnrernchtsgelegenheitcn im neuen Gcwerdehause, Kirchstraße 16 ge- s -.neu für die Weiterbildung und Umschulung Kriegsbeschädigter, si'it Anfang Dezemiber in Betrieb find. Um nun allen Kreisen Einvtick in seine Tätigkeit zu gewähren, hat er rm Gewerbehcruse ine kleine Ausstellung der Arbeiten Kriegsbeschädigter veranstaltet. Diese ist Sonntags von 11 bis 6 Uhr, Werktags " 0 n 9 bis 12 und 3 bis 6 Uhr geöffnet. Der Zutritt ist tMeMgettlich; Kirwer werden nicht Wgelassen. ** Der private Post- und Telegramm verkehr zwischen Deutschland und dem Postgebietdes Oberbefehlshaber Ost ist unter den bekannten Bedingungen jetzt auch auf die im Postgebiet Oft liegenden Orte Bralowres, Brzoftswica, Wielka, Goldingen, Janvw, Lida, Lunno, Rossienie, Rufs. Kvottingen, Swislocz, Talfsen, Telsze und Tucknm ausgedehnt worden. — Nach den Orten Torna Watra, Dorna Kan- dreny, Ja lobenv und Pojana Stampi in der Bukowina ist der gewöhnliche Briefverkthr wieder zugelassen. ** Zur Beförderung der Frühkartoffeln. Die Beförderung der Frühkartoffeln auf der Eisenbahn ordnet ein Erlaß des E i s e n b a h n m i n i st e r s an. Der der außerordentlichen Wichtigkeit der Verwertung.der Frühkartoffeln für die Volks- ernähruna müsse mit der großen Empfindlichkeit und leichten Verderblichkeit dieser Sendungen gerechnet werden. ** „L eher w u r st". Ter Fettwarenhändler Johann Friedrich Keller in Hamburg brachte, Berliner Blättern zufolge, eine „hochfeine Leber,vnrst" zu. 2,20Mark in den Handel, in der nicht d i e "g e r i n g st e Spur von Leber, Fleisch >oder Fett wmc. Sie bestand aus kleingel-ackten Gumnnteilen und gläs«igemdLeimschlamm und Haarteilen. In der Gericlpsvcrl-andlung beantragte der AmtSanwalt für Keller Idrer Monate Gefängnis und 1000 Mk. Geldstrafe. Das Gericht verurteilte ihn zu 2000 Mk. Geldstrafe. ** Die diesjährige Schafbockauktion des Land- wirtschaftskarnmer-Äusschusses für Oberhessen findet Freitag, den 4. August 1916, vormittags 11 Ilhr in Gö tz en (Kr. Schotten) statt. Es gelangen 29 Lanttnlwcke zur VexsteigerrlNg. Für die Tiere, die von oberhefsischcn Gemeinde- oder Gesellschafisschäfereien, sonne zur Landwirtschaftskammer beitrag:-p'lichttge?i Privatschäfereien erworben werden, gewährt der Landwi^ckichattskamMer-Ausschuß 10- bis 20-prozentige Zuschüsse auf den endgültigen Stcigprcrs. Das Nähere ist aus der BekanntiniachuM in der heutigen Nummer dieser Zeiturrg ersichtlich. **Das heutige Kreisblatt bringt eine Bekanntmachung über beu Verkehr mit Obst, worin die H ö ch st v r e i f e f ü r F r ü ly ävfel, Frühbirnen und Fallobst festgesetzt werden Weitere Bekanntmachungen betreffen die Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl, sowie die Versorgung der ärmeren Zivilbevölkerung mit Bodenleder. ** Fleischmarken. Im Hinblick auf vorgekommene Zuwiderhandlungen wird wiederholt daraus hingewiesen, daß Fleisch und Fleischwaren nur gegen solche Fleischmarken abgegeben werden dürfen, d,e nach Maßgabe des Auldruckes zur Zeit der Fleischabgabe Gültigkeit besitzen. ** Au f bit Volksspende für die de ritschen Kriegs - und Ziv il q e f an g e n c n ist in unserem heutigen Blatte in einem kleineren Artikel nnd in den Sonn- tagsbetrachtungen besonders aufmerksam gemacht. Als ein erfreulicher Anfang der Sammlung ist es zu begrüßen, daß in der Liste, biean der Geschäftsstelle des „Gießearer Anzeigers" aufliegt, von Provinzialdirektor Geheimerat Dr. U s i n g e r 100 Mark und von unserem Berlage selbst 100 Mark aus dem Erlös der Sonderblätter bereits eingetragen sind. Es ist zu hoffen, daß trotz der schweren Zeit Herzen und Hände sich aufttin werden, um das traurige Los unserer Kriegs- und Zivilgefangenen zu verbessern. ** Katzen einsperren! Die größten Feinde unserer heimischen Vogelwekt sind jetzt die in Garteir, Feld und Wald unflferstreifenden Katzen. Jetzt, wo so viele flügge junge Vögel das Nest verlassen, auf der Erde, im Gebüsch und auf den Zweigen umherhiipfen und noch von den Alten aefüttert werden, fallen sie massenhaft den wildernden Katzen zur Beute. Man darf wohl behaupten, daß eine Brut junger Vögel, die das Rest verlassen hat und noch einige Tage unbeholfen und jmmm sich in den Gärten aufhält, bis auf das hetzte Sti'ick verloren ist. Zu keiner Zeit richten die Katzen in der Vogelwelt so große Verheerung an als gerade jetzt. Es gehört deshalb jetzt jede Katze ein ge sperrt ins tziaus. Landkreis Gießen. -K G r 0 ß e n - L i n d e n, 7. Juli. Ludwig Keßler, Sohn des Eisenbahners Johs. .Keßler IX., wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Bor Jahresfrist wurde er als Rekrut zu den Pionieren gezogen und steht seit Spätherbst vorigen Jahres bei einer Minenwerfer-Komvagnie. LJ G r n n i n g e n , 7. Juli. Musketier Wilh. Schäfer, Jnl.- Rgt. 129, Sohn des Landwirts Ludwig Schäfer, ist den Heldentod gestorben. Sein Bruder ist früher schon gefallen. ** Lich, 8. Juli. Der Gefreite Otto Wagner vo,c hier wurde für tapseres Verhalten vor dem Feinde mit denc Eiseriien Kreuz 2. Klaffe ausgezeichnet. Er steht seit Beginii des Krieges im Felde. Kreis Büdingen. bz. Nidda, 8. Juli. Karl Vegbrrger, bereits Inhaber deS Eisernen Kreuzes 2. Klasse, erhielt von seinem Konnnandeur die Heff. Tapferkeitsmedaille unter ausdrücklicher An- erkeniiulig seiner Verdieiiste. Kreis Friedberg. nt. Dortelweil, 8. Juli. Hier ist der erste Winter- r a p s geschiiitten. So weit zu beurteilen ist, scheint der Körner- aiisatz g»,t zu sein, es fehlt nur noch gutes Weiter, u»n ihn ein- fahren zu können. Starkenburg und Rhcmhefsen. ma M a i n z, 8. J«li. Der hundertjäh riqeGcdenk- t a g, daß OwofifterMg Ludwig.1. m feierlicher Urkünde Besitz von per Stadt Marnz mit Kastel intb Kostheim ergriff, wird in sämtlichen Schulm der Stadt ^und Vororte mit einem Festakt begangen, nwbei die Schüler mp die Bedeutung des Tages kfingewiesen werden, '.^«h der Schulf-eier haben die Klassen schulfrei. Kreis Wetzlar. . &. Wetzlar, 8. Juli. Die Unteroffiziers ch>ü l c r werden, wie der ,,Wetzlarer Anzeiger" berichtet, in den nächsten Tagen zur Mithilfe bei den Erntearbeiten ins Dilltal abrücken. Rur einige Wachmannschaften bleiben zurück. ru Launsbach, 6. Juli. Arnold Bender, BootmannS- niaat, Teilnehmer an der Seeschlacht am Skagerrak, und Hugo Bender, Uuterwachtmeister in der Landwehr-Feld-Artillerie- Abteilung 255, erchielten das Eiserne Kreuz 2. Klaffe. Beide sind Söhne von Lehrer Bender. a. R 0 dhkim a. d. B., 8. Juli. Oberlehrer Dr. Louis D i e h l. Gefreiter im Jnf.-9igt 22!, ein Sohn des verstorbenen Werkführers W. Diehl, starb bei einem Sturmangriff den Ehrentod. Hessen-Nassau. bl. Marburg, 8. Juli. Ein Geisteskranker, der in der Landes-Heilanstalt nntergebracht ' war, entfernte sich gestern abend aus der Anstalt und machte in deren Näh« seinem Leben durch Erhängen ein Ende. sj M a r b n r g, 8. Juli. Das diesjährige M , s s i 0 n 8 f e st der ltitherischen Diözese Oberhessen wird am nächsten Mittwoch m der lutherischen Pfarrkirche hier abgehalten. ---Frankfurt a. M., 7. Juli Fabelhafte Pretse forder' inan hier fiir die ersten Stangenbohnen. Jir Friedenczeitei kosteten die Bohnen höchstens 30 Pfg. das Pfund, in der Haupterntezeit gar inlr 10—12 Pfg. Jetzt kosten die Bohnen 1 — eme - Mark, also von vornherein schon 300 Prozent mehr gegen sonn. --- Bad Homburg v. d. H., 8. Juli. In der vergangenen Nacht wurde ein neuer Einbruch in die evangeltsche E>edächtn-c- kirche des Vorortes Kirdorf verübt. Der Dieb stöberte alle Raume und Schränke durch, nahm aber nichts mit, da seit dem ersten Einbruch alle Wertsachen diebessicher verwahrt werden. ko. Bad Orb, 7. Jnli. Daß Aktienkapital der Bad-Orbe, Kleinbahn in Höhe von 540 000 Mk. trägt laut Geschästsbench! heiler zum erstenmal 4 Proz. Zinsen. ch. Rüdesheim, a. Rl)., 8. Juli. Die heutige und letzte Früh iahrs-Weinver steig er ung, die Herr WemgutSdeNher Max Broemser hier abhielt, brachte ein Aus gebot von 44 Nummern Weinen der Jahrgänge 1911, 1912, 1913 und 1914 aus Lag^n der Gemarkungen Erbach, H all garten, Wmkel, Mrttelherm und Niidesheim. Bezahlt wurden für 28 Halbitück 1913er /80 bis 1270 M., durchschnittlich 947 M., 8 Haloftück 1912er (natur: 800 bis 1150 M., durchschnittlich 940 M., 3 Halbftück 1911er (na- tur 1030, 1070 und 1150 M., 1 Halbstück 1914er (natur 1220 M.. 2 Halbstück 1915er (natur) 1690, 2.500 M., 1 Viertelstück 1530 M. 2 Nummern gingen zurück. Ter gesamte Erlös betrug 44 240 M. ohne Fässer. , g. Bebra, 8. Juli. Mit dem vorgestern hier niedergegangenen Gewitter war ein solch wolkenbruchartiger Regen verbunden, daß die Flüßchen Solz und Beber aus ihren Ufern traten und den ganzen Ort überschtvemmten. Das Wasser drang teilweise auch in die Gehöfte ein, so daß das Bieh aus den Ställen in Sicherheit gebracht werden mußte. Amtlicher Wetterbericht. Oefsentlicher Wetterdien st. Gieße«. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 9. J»ili 1916 Veränderlicü, noch Regenialle, Temperatur wenig geändert. Letzte Ncrcheichten> Der russische Bericht. Petersburg, 7. Juli, (zf.) 6. Juli, 3 U)hr nachmittags'. ^Westfront: Aus der Front südlich der Sümpfe von Pinsk haben unsere Truppon aestent abend bedeutende Fortschritte erhielt, in der Gegend von Koschiuchnowka haben wir eine feiirdftche Batterie genommen. Wir haben 22 Offiziere und 350 Soldaten zu Gefangenen gemacht. Nordwestlich von Razniczi am Stpr, nördlich von Kolki, haben wir gestern zwei Geschütze, drei Maschinengewehre und über 2300 G'fangrne erbeutet. Nordwestlich vrm GrnZ-iathn haben wir uns auch feindlicher Gräben bemächtigt und über 300 Ge-- sangene gemocht sowie ein Maschinengewehr erbeutet. Ztvischen Styr und Stochod. wesckich von Sokul und weiter südlich eröffwrte der Feind ein Artillerieseiler und unternahm einige fru chtlose Gegenangriffe. In Galizien haben unsere Truppen nach einer intensiven Artillerievorbereitung energisch die Oftenfive westlich der unteren Strypa und auf dem rechten Ufer des Dufteftr ergriffen. Der Feind wurde geworfen wrd zieht sich zurück. Unsere Truppen nähern sich den Flüssen Koropjez und Svchndolek, Nebar- flüssen des Tnjeftr. Wir haben im Laufe des gestrigen Tag^s fast 5000 Gefangene gemacht und 11 Maschiwengewehve erbeutet. Wir haben den tapferen Haupt mann Bogoljut^khj vom Stabe verloren, der im Kampfe siel. Im Laufe d^ Angriffes auf die Ortschaft! Bercniki, ösckich von Monasterzyssa empfingen die Temschen unsere Truppen mit Strahlen brennender Flüssigkeit. Gleich mich der Einnahme der Ortschaft nmrden alle Dcutühen mit dem l!bijm »ett niedergemacht. Wir haben außerdem über 1000 Gegangene gemacht. In einem gewissen Monrent des Gefechts griffen unsere tapferen Krimtataren den Feind an und schlugen ihn in die Ettva 20 kräftige Kosaken durchsckrwarivnen den Dchestr ^befttt D orfe Dolino. Sie machten auf dem r«Äan User fünf OfftMve und 108 Soldaten zu Gefangenen und erbeute teil ein Ges chütz. An der Front in der Gegend von Riga unternahm« d« Deutschen Gegenangriffe in den Absckmitten der Stellungen, bie wir ihnen gestern abgenoTnmen haen. Ubnsere Truppm sich unter Mitnalnne der Gefangenen und der erbeuteten Waffen in ihre früheren Stcllimgen zurück. An der ^ Düna und in den Stellungen von Dünaburg sowie weiter südlich luftiges Artilleriefeuer an vielen Punktew Bei Bojard an der Düna, ooer!hüb Friedrichstadt setzte unsere leichte Artillerie eirce leichte deutsche Batterie außer Gefecht. Ein Versuch der Deutschen, ihre Ge- schütze mitznnehmen, glückte nicht, und ein Artilleriege^pann, das sich einem unbrauchbar gemachten Geschütz zu nähern suchte, wurde samt der Mannschaft abgeschosscn. Bis zur Nachts blieben alle Geschütze von den Deutschen vreisgegeden. In der Richtung Baranvwitschi errtwickeln sich die fortdauernden Kärnpfe zu unserem Vorteile. Der Feind versuchte, um Teile seiner Wellungen, die nur ihm entrissen haben, wieder zu gennniren, wiederholte Gegenangriffe. Wir schlugen ihn jedesmal erfolgreich zurück. Insgesamt erbeuteten wir vom 3. bis 5. Juli 74 Offiziere, 4 Regr- mentsärzte und etwa 1040 Soldaten. K au kasnsfront: In der Gegend von Platana rücken unsere Truppen iveuerdings zwischen dem Taurus und dem Tfchorok vor. Wir schlugen feindliche Gegenangrisie zurück Wir wiesen ferner einen türkischen Gegenangriff südlich von Tfchorok ab. wo imune Truppen ein Rundwerk in der Gegend von Marssif e innahmen. Bei ihren An griffe verwenden die Türken Bomben mit erstickenden 0>asen. Während der Einnahme der Teile einer feindlichen Stellung in der .Gegend von Baiburt erlieuteten wir eine große Menge Waffen, Patronen, Handgt'Mutten und an deres Material. In der Richtrmg Diarbe'kir und im östsichen Euphrot-Tale empfingen unsere Truppen die Türken, die am frühen Morgen die Offensive ergriffen, mit dem Bajonett und warfen sie writ nach Westen zurück Der Gegner ließ mehr als 100 Tote auf dem Platze. 6. Juli, 8 Ilhr abends>i Die Zahl der von uns am 4. und 5. Juli im Laufe der MmUb, die westlich der Schr-Linic unterhalb des Fleckens Ko l k i fortdau-ern. gemachten O^esangenen beläuft sickr aus über 300 Offiziere und 7415 kampffähige Soldaten, sowie eine große AnzM Verwundeter. Wir haben sechs Geschütze. 23 Ntaschiuengewehre, cimge tmcsend G^welwc. zwei R(inenwerfer, 11 Boml'enN'erfer und 77 Caisfvns genommen. Wir liaben heftige Angriffe der Deutschen bei Gruziatyn abgcwiescn. Lbff dem rechten Ufer des T m e st r in der ^legend von Zpwaczow und Eho- eimierz erbitterter Kampf. In za hl reuigen Llbschnittcn der Front nördlich der Sümpfe von .Pinsk heftiger Artillerickamps Oestlich von Baranvwitschi loste der Feind eftrige erlnttevtc Gegenmigrifse ausl, die wir abgewiescn haben. Der Gegner eröff- nete wiederholt ein Tromlmelsener getviestn, der unter Artillerie, Masckstnrngewehr- und Jnfan- teriefeuer genomimrn wurde. LdsLiLkerLs! von bester Zucht, schnellwüchsige Edelrasse, lang- gestreckle. lrrelv iitckcime Tiere,die besten zur 6uch! und Schnellmast. Sehr ^ute Fresser. Kerngesund. 6-8 wöchige. 32-37 Mk. 8-IO möchiae. 3h—4 i Mk. 10—12 rurtttige . 45—52 iülf. 12-11 wöchige. 53-00 Mk. tzürw.ima Schweine lebende ölntunst Garantie. Nach- ighmeoersand. Bavnftanon genau angeben. 4372 4 r. .1 o m. If ocinniann, Eätnitait b. D. .Schr/airer* Hans" Ftrnrn! tfr. 232. 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Juli, nachmittags 3Vs Uhr statt [4953D höchste Bulteraurbeute Statt besonderer Anzeige teilen wir Verwandten und Bekannten mit, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, gestern abend 10 Uhr, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Heute vormittag 7 2 7 Uhr entschlief an den Folgen eines Schlaganfalles unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Herr sichert in bester Weise der bereits von Hunderttausenden deutschen Landwirten benutzte Alsa-Separator, anerkannt bester Milch- Entrahmer. Dieeinträglichst.Maschine 71. Lebensjahr durch einen sanften Tod zu sich zu nehmen. Die trauernden Llinterbliebenen: Auguste Koller geb. Weber Luise Vogel geb, Weber Theodor Weber, Oberleutn., z. Zt. im Felde Heinrich Weber, Pfarrverwaiter Heinrich Koller, Pfarrer Wilhelm Vogel, Pfarrer Emma Weber geb. Rumpf Liesa Weber geb, Haas und 12 Enkelkinder. Lieh, den 7. Juli 1916. Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. Juli, um 4 Uhr nachmittags, in Lieh statt. 49 s 2 d Zivilingenieur im 64. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Beilstein, Staatsbaumeister in Bremen Lilli Schulze geb. Beilstein Gusti Ohnacker geb. Beilstein Emma Beilstein geb. Ohnacker Otto Schulze, Hauptmann, z. Zt. im Felde Karl Ohnacker, Rechtsanwalt, z. Zt. im Felde und 4 Enkelkinder. Butzbach und Bremen, den 6. Juli 1916. 4969D Die Beerdigung findet Samstag, den 8. Juli, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhaus Weiseierstraße Nr. 68 statt. Von Beileidsbesuchen wolle gütigst abgesehen werden. Heber 1000 Höchste Preise, während der Krieges Vorzugsbedingungen. Bestätigte Alfa-Agentur F>df:ar Itorrmann, Eisenhandluna. Gienen, Halte stets ein größeres Lager von 137 SS bärgen ™ in allen Preislagen Oofj faiUjffl wwtaiiraiilGauiles,Ss • DdlrNdllllBIIll Äaar _ Neben der Sprudelapot he ke. | a7a> P Luftkurort Miltenberg a. Main. Mod. Wohnungen, Villen, Bauvlätze. Wasserleitung, Kanalisation, elektr. Licht, Sommer- und Winter-Schwimmbad Schlitlichuhbahn, Sport- und Tennisplätze. 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