dl. | 5 T ojcnHq?, u stersral t®odjortiid} «chma-miVeMSü»; LiveinrLlrvöchenLi.Kids» ^krttk»r«LreisHr.rKen t T bendtag unb Freitäg). zroejruat manatl. ^LNv- i ürdieSchrÄllettunsSS VeAag^AejchÄLsft«Ü«51 Adreße hlr Draht,urch- -ichttrn Anzeiger Siehe«. Atmahme von Anzeige« lür die Tagesnurnrner bis zum Abend vorher. Erster Slast tfefe. Zahrgang Stcttas, :. Zllli M« Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Uoiatiottsktua tmd Verlag -er vrShl'schen Umv.-Spch- Md Steinöruderet H. Lange. Zchrjstlettung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulpr. 7 . !Z ezu g svreis: monatl. 90 Pf., viertel- jährl. 2)tf. 2.65; durch Ab hole- u. Zweigstellen nwnatl. 80 Pf.: durch die Post Mk. 2.45 viertel- fährt, ausjchl. Bestettg. Zeilenpreis: total 15 Pf., ausw. 20 Pf. — Haupt- jchriflleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goeg; für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr.R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sänrtlich tu Gießen Die feindlichen Bemühungen auf ihrem Höhepunkte. GKtSB.) Trotzes Hauptquartier. 6 . Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Von der Küste bis zum Ancre-Bach verstärkte sich zeitweilig die Artillerietätigkeit. Zm übrigen keine Veränderung. Zwischen Ancre-Bach und Somme, sowie südlich der-'eGen wurde weitergekämpft. Geringe Fortschritte der der Engländer bei Tb i cp v a l wurden durch Gegenstoßausgeglichen. In einer vorgeschobenen Grabennase weiter südlich vermochten sie sich festzusetzen. Die Dorfstätte Hem im Sommetal wurde von uns geräumt. Belloy-en-San- terre nahmen die Franzosen-, um Cstrees steht das Gefecht. Französische Gasangriffe verpufften ohne Erfolg. Im Gebiete der Aisne versuchte der Feind vergeblich einen Angriff in schmaler Front südlich von Ville-aur-Bois. der ihn ernste Verluste kostete. Links der Maas fanden kleine, für uns günstige Jn- fanteriegefechtc statt. Rechts des Flusses wurden feindliche Vorstöße im Walde südwestlich der Feste Vaur ebenso zurück- gewiesen. wie gestern am frühesten Morgen unternommene Wieöereroberungsversuche an der Hohen Batterie von Dam- loup. — In den Kämpfen in Gegend des Werkes Thiau- mont haben wir vorgestern zweihundertvierundsiebzig Gefangene gemacht. Bei C h a z e l l e s (östlich von L n n 6 v i l l e) kehrte eine deutsche Erkundungsabteilung mit eimrnddreißig Gefangenen und zahlreicher Mute in ihre Stellung zurück. Südlich Ca mb rat griff heute morgen ein feindlicher Flieger aus geringer Höhe durch Bombenabwurf einen haltenden Lazarettzug an. Sechs Verwundete wurden getötet. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfcldmarschalls von Hindenburg. Südöstlich von Riga, sowie an vielen Stetten der Front w sichen Postawy und Wischnew sind wettere russische Teil- augriffe erfolgt und abgewiesen. Südöstlich von Riga wurden im Gegenstoß fünfzig Mann gefangen genommen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Der .Kampf, der besonders in der Gegend östlich von Gorodischtscke und südlich Darowo sehr heftig war. ist über- all zu unseren G unste n entschieden. Die Verluste der Russen sind wieder sehr erheblich. HeeresgruppedesGeneralsvon Linsingen. Die Gefechte bei K o st i u ch n o w k a und in Gegend von Kolkt sind noch nicht zum Stillstand gekommen. Armee des Generals Grafen von Bothmer. Im Frontabschnitt von Barysz ist die Verteidigung nach Abwehr mehrfacher feindlicher Angriffe teilweise in den Koropiec-Abschnitt verlegt worden. Oftmals brach sich der russische Ansturm in den deutschen Linien beiderseits von Ehocimirz (südöstlich von Tlu- macz). Balkan-Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Ober st e Heeresleitung. Mitten im Strudel großer Entscheidungskämpfe ist in der deutschen Reich sh aup r stad t ein Reichsausschuß gebildet worden, der das Volk auf die Bedingungen eines ehrenvollen, die Zukunft des Reiches sichernden Friedens vorbereiten soll und die bisher bei solchen Erörterungen zutage gekommenen „Einseitigkeiten" fernhalten will. An der Spitze dieser Bestrebungen steht Fürst Wedel, und vielleicht wird die Reichsregierung in diesem neuen Bunde einen Helfer und Mittler sehen, der die Besprechung der großen Fraget: in ein ruhiges, schiffbares Fahrwasser ciuleitft Solange der Reichsausschuß nur das angedeutete, allgemeine Ziel angibt. darf man ihm nicht mißtrauen, uitd solange er iwch nichts Praktisches vo-rgebracht und in die Wagschale gelegt hat, darf man ihm nicht zujubeln. Vielleicht wird das Schicksal selber die Führung in die Hand nehmen und nach den Ergebnissen unserer Kriegführung die neue Bereinigung zu einer Aussöhnung der Geister auf bcn Plan führen. Denn weite Volkskreise glauben an das nahe Ende des Krieges. Nicht an ein Ende, wie es die Entente sich denkt. Diese ringt jetzt noch einmal mit Aufbietung aller ihrer Mittel. Neben der militärischen Offensive har sie atlch eine große, allgemeine, wirtschaftliche Offensive gegen uns eingeleitet, den Druck auf die Neutralen verschärft, um uns wirklich auszuhungern. Allein die Kraftprobe hat noch kein Nachlassen der deutschen Widerstandsfähigkeit und Starke gezeigt, und wir. die Angegrisfenen, glauben, daß sich die Engländer und FranLosen die Zahne ausbeißen werden, ohne uns lut^ seren Geländegewinn zu entreißen. Freilich, wer an äußerlichen, oberflächlichen Erscheinungen hängt, der ist versucht, jetzt den Kopf zu senken, in der Kasse seiner vorher zu hochgespannten Erwartungen mit etwas bedrücktem Herzen nachMvechnen. Im vorigen Jahre war uns der Himmel heller. Wir schlugen große Heere, eroberten gepanzerte Festungen, besetzten weite feindliche Gebiete. Der Russe schien uns mit seiner Kraft am Ende zu sein. Aber dursten wir uns vermessen, das gleiche Tempo des Siegeszuges auch im folgenden Jahre vorzufinden? Wenn wir die unermeßlichen Aufgaben und Schwierigkeiten zu überblicken vermocht hätten, mit denen unsere Heeresleitung rechnet, würden wir heute an der strategischen Lage nichts lleberraschendes finden. Wenn in den großen Siegestagen des vergangenen Jahres Hindenburg, Falkenhavn und Mackensen ihr Auge in die Zukunft des folgenden Kriegsjahres richteten, haben sic den heutigen Stand der Dinge in seinen. Umrissen wohl bereits erkannt. Nur dem flüchtig den Er- eignissen Folgenden scheint er neu, allzu spannend und drückend. Man darf aber vertrauen, daß mrsove Zeit den- noch kommen wird, die Zeit, die der Welt die alte Ueber- legenheit des deutschen Schaffens zeigt. Sind vielleicht nicht schon neu-e Kräfte still am Werk? Die Stellung des Deutschen in der Welt liefert heute ein Bild von erschütternder Größe. Dr. v. .Hieb er zeichnet in der Deutsch- Evang. Korrespondenz ein solches Bild mit folgenden Strichen: T«er Krieg ist durch die Mannisialtigkeit seiner Schauplätze, die Größe seiner Entfernungen ins Riesenhafte, Ungehenerliche emporgewachsen. Dorr der Küste des Kanals bis zu den Mündungen der Donau und der Düna, von den Ufern von Nord- und Ostsee bis zu den altersgrauen, sagennnrwobenen Stromländern von Euphrat und Tigris dehnt sich das Kdiegsgefilde. In. denk weiten Ebenen und Hügeln des flandrischen Flachlandes, in den; Dünen der Adeeresküste, in den Bergen der Mpen bis an und über die Grenze des ewigen Schicees, in den dichten UrwÄderni und weiten Sumpf getänden Rlußlaards marschieren und kämpfen masere Soldaten. In Klima und Bodengestalt, Verkehrsarten, Mafferhältnissen und Fruchtbarkeit ein ungeheurer Wechsel, dem sich anzupassen, eine Ucberfchru und Sicherheit der Leitung, eine Elastizität und Biegsamkeit der Mannschaft verlangt, die ohne jedes Beispiel in der Krügegeschichü: ist. Tie Beförderung der gewaltigen Massen von Men chcn und Material, die Gruppierung und Verteilung ber. Kräfte, das Wirtschaften mit den vorhandenen Kräften, ihr Ausgleich, ihr Waffen uu entscheidenden Augenblick, das alles erfordert eine Umsicht und einen Weitblick, eine organisatorische, ordnende Meisterschaft der Verwaltwcg, eine Vorsicht und zugleich eilte Plötzlichkeit der Entschlußfassung, eine Einheitlichkeit und zugleich) Ben-eglichkeit des Willens und der Befehls- führung, eine Biegsamkeit und Vielseitigkeit mich des gemeinen Mannes, daß wir vor dieser geistigen Leistung und Kraft nur immer wieder staunend stille stehen können. Wir erlebten daran, daß deutsche Kraft nicht die Macht der Zahl und Masse, sondern die Macht des Geistes ist, daß deutsche .Kraft ffn deutschen Geist ilfre tiefste Wurzel l-at. Erfordert nicht das zähe dlüshalten und Warten bis zum rechten Augenblick oft größere Kraft als das frische Losstürmen, zumal in einem Heere, das, so wie das deutsche, vom Geist frischer Angriffstraft und -sreude durchflutet ist? Um ungelöste Rätsel streiten die Geister der Krieg- führenden auch in Worten. Joffre richtet das Wort an seine Tapferen in und um Verdun; s i c hätten, so lobt er, erst die große Offensive Brussilows und die mehr versprechende strategische Lage geschaffen. Die Meinung der deutschen Militärkritiker geht dagegen bekanntlich dahin, daß die Einleitung des deutschen Angriffs auf Berdutt bestimmt war, die allgemeine Offensive der Entente zu stören und deren Kräfte abzuzapfen. Es ist sehr wahrscheinlich, daß Joffre in seinem Innern sich selber sagt, um seine Offensive stände es jetzt besser, wenir der Stachel nicht im Fleisch von Verdun festsäße. Dort diktiert der deutsche Wille noch das Gesetz. Die Russeti werden wohl von der Auffassung Joffres, daß die Franzosen erst Brussilows Vorgehen ermöglicht hätten, nicht viel wissen wollen. In einer interessanten Gegenüberstellung kennzeichnet der Berner „Bund" die Unterschiede der westlichen und östlichen Offensive; Vergleicht man die cnglff'ch-ftauzösische Offensive, soweit sie bis jetzt in Erscheinung getreten ist, mit der russischen, so stößt man auf elementare Unterschiede. Brussylow hat, gestützt aus seine Streitermassen, die Durchbruchs-Offensive mü klassischer Rücksichtslosigkeit vor getrieben. Sic ist nicht, wie im Westen, auf 40 Kilometer, sondern ans 350 Kilometer Frontlänge ausgedehnt worden: sie drang an vier Tagen nicht bis zu fünf, sondern bis zu fünfzig Kilometern Tiefe in die österreichischen Stellungen ein, obwohl sie mit ungezähilten Opfern bezahlt wurde. Trotzdem ist sie nicht zum vollen Durchstoß des Gegners gelangt, weil dieser Raum hatte, ansznweichen und zu manöverieren. Ein solcher Raumgewinn wäre im Westen von. elementarer Bedeutung geworden. Es ist merkwürdiges Geschick, daß im Osten gerade die Art der Offensive angewendet worden ist, die im Westen einen vollen Umschwung herbeige führt hätte. Ein Durchbruch von 50 Kilometern Tiefe bei Peronne hätte die Deutschen sofort von Noyon aus Ba1encicnn.es gedrückt. . Heute hat Brussylow die aus der allgemeinen Angriffsbewegung erwachsende Dvppeloffensive im Styrbogcn und zwischen Dnjestr und Pri'th uurgewmidelt, indem er, den. entstandenen Verhälttrffsen entsprechend, größeren Nachdruck ans den Erfolg seines linken Flügels legte, nxo er .BerftäMmgen häuft, um, über Kolomea ins Gefüge der zurückgebogenen österreichischen Front einzndringen und dadurch das unerschi'Merliche Zentrum aus dein Raunte Tanwpol-Buczacz hermrsdrängen. Zugleich hofft er wohl den Jablonikapaß zu gefährden, gegen den vielleicht schon eine Umfassung über Zabie eingelieftet fft, während zirgleich frontal gegen den Verona -Abschnitt und den Tal Mg der Strvpa vor- gegangen wird, nur die Linie Delatin-Nadworrm-StaniÄau zu erreichen. Man muß »ich deu ganzen Raum zwffchen Nadworna und Kolomea bis zum Dnjestr von den heftigsten Kmnpfen um diese Entscheidung erfüllt denken Darüber ist die exzenttische Teiloffensive das Moldawatal abwärts gegen die Pässe von Siebenbürgen beinahe zur Diversion verblaßt. Wie lange die Spanninrg der jetzigen Lage andauern wcrd, wissen'wir nicht. Lallte Meinungskämpfe darf es jetzt ulnerhatv der deutschen Grenzen nrcht geben. Auch die Sorgen im Innern dürfen uns nicht die Köpfe erhitzen. Die hessische Obstmarktwirrnis wird später einmal in den Ge- schichtsbück)ern ein peinliches Zwischenkapitel bilden, aber heute darf ihm im Ernst der ganzen Gesamtlage nur ein Plätz- d;en im Verborgenen cingeränmt iverden. Daß das deutsche Volk, nach den ^Worten des Reichskanzlers, heldenhaft, ge- dnldig uitd opsertvillig ist, muß es auch hier beweisen. Wenn ilirr draußen die deutsche Fahrt alle Hindernisse überwindet, dami wollen wir das Knarren der Räder im Innern und die tlnbeholfenheit mancher Wagenführer gern mnmal überhören und übersehen. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 6. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 6. Juli 1916. RusfischerKriegsfchauplatz. In der Bukowina nichts von Belang. Die Kämpfe südlich des Dnjestr dauern fort. Bei S ad - zawka gelang es dem Feinde mit überlegener Streitmacht in unsere Stellung einzndringen. Wirauf sechs Kilometer Ausdehnung eine 3060 Schrittweitwärts eingerichtete Linie und wiesen hier alle weiteren Angriffe zurück. Südwestlich und nordwestlich von Kolomea behaupteten wir unsere Stellungen gegen alle Anstrengungen des Feindes. Südwestlich von Buczacz nahmen wir unsere Front nach heftigen Kämpfen an den Koropiec-Back zurück. Im Styr-Knic nördlich von Kolli wurde auch gestern erbittert und wrchselvol! gekämpft. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Gescchtstätigkeit ans dem südwestlichen Kriegsschauplatz war gestern gering. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der unteren Vojusa Geplänkel. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnavt Der französtsche Bericht. Paris, 6. Juli. (WTB. Nübtavrttich.) 9CmtHdtrr Bmickst vom MrMvocü nachmittag. Nördlich bec So mme begann die französische Offensive von^ neuem. Wir eroberten während der Nackt eine Lime dcutzscher Sckmtzeiryräbm öülich von Curlu. Weiter südlich eroberte unsere Infanterie unter Ausnützung ihrer Erfolge das Sorr.iont-Geböft. "Aus dem linken Sommeufer, gegenüber Clerv, halten die Franzosen die ganze Gegend^ ztvischcn diesem Gehöft und der Höhe 63 auf deni Wege von Flaucourr nach Barler^r> besetzt. Während der Nacht ^griffen die Deutschen nach einer heftigen Beschießung Bellov-en-Santerre än und besetzten vorüber geltend den östlichen Teil des _ Tories, aber ein Gegenstoß brachte das ganze Torf wieder in französischen Besitz. Die Deutschen halten noch immer einem. Teil vor: Esttöes, wo der Kanu s sehr ttbl-aft ist, aber alle ihre Gegenangriffe gegen die sinnzöfischen Stellungen wlwden durch unser Feuer vereitelt. Die Zahl der von dm Fraiezosen gefangen genommenm unver- wundetcn Deutschen übersteigt styl 9000. Die gcnau.e Zahl der eroberten Geschütze ist nock) ucchr bekaient. Ein einziges Arrnee- korps, tvelches südlich der Somme kämpft, schätzt die von ihn: allein erobertm Geschütze auf 60 L-tück. Ans dein linken Maasufer wurde zu Eirde des Ab-euds ein deurfcher Angriff gegen das Krni- werk Aveeonrt mit Maschinengewehrsener glatt abgcnnescn. An der Höbe 301 nnternahnun die Deutschen einen heftigen Angrift unter Anwendung bvennmder Flüssigkeiten. Der Angriff sck)citer'.e vollständig, die Angreifer erlitten starke»Verluste. Aut dem rechten Ufer dauert die sehr luftige Beschießung in der Gegend des Thiau- monüverkes und im Mschnitr von Cbmois an. Der englische Bericht. London, 5. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Britischer Heeresbericht: Der Kampf dauert an, wewei es sich meistens um örtliche Kämpfe um starke Punkte bandelt. Das Ergebnis ist. daß wir an gewissen Stellet^ leicht vorgerückt sind und keinen Boden verloren yabm. Die Gesamsi'ummc der Gefangmen übersteigt jetzt 6000. An der übrigen Front der gewöhnliche Lausgral>eukrieg, London, 5. Juli. WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Reuterschen Bureaus. Amtlich. Bericht des Gmerals Haig. Zwischen Anere imd Soimne dauern die Gefechte Mann gegen Mann und die Bonrbenkämpfe sott. Seit der zuletzt angegebmm Gefangenenzahl wurden weitere 500 Mann gefangen. Der russtsche Bericht. Petersburg, 6. Jruli. ^WTB.) Amtlicher Bericht vom 5. Juli. W e st f r o li t: Weltlich des unteren Styr, ztvischm Styr und Ltochod und lveiter südlich bis zn die Gegend der unteren Lip.r find erbitterte Känttcke im ('bange. Bei Wolka Löoluzia durchbrachen wir drei Hinternislinien aus Stocheldraht, in die Flatternlineni cffigcbaut lvaren. Am Stvr, westlich Kolli, wurde der Feind nach außerordentlich heftigen Känrpfen geivorfen. Wir machten dabei mehr als .'>000 Gefan^ol'.e, davon 170 Offiziere, ferner umrbcu ^ drei Geschütze, über 17 Maschrnengewehre, zwei Sckninwerür rrnd' einige Taufend Gewehre .erbeutet. In diesm Kämpfen leisteten lmsere Pioniere und Brückenbautrnppen den Kampftruppen ganz anßerordmtlickie Dienste. Sic gingen mit der ersten Lmie vor und arbeiteten eine ganze Zeü ini Jnfanteriefener. Nördlich Zaturce und bei Wola Sadowska ervbewten unsere Truppen die erste Linie der seffldlichm Stellungen. Ein Angriff des Feindes ans Czklin (3 Kilometer lvestlich Ügrrnolv^ wurde durch unser Artillerieseuer angehaltm. An der unteren Lipa griff der Feind sehr energisch, aber erfolglos an. Der Feind, der südlich von dein Zusammen- fluß ^vvn Styr und Lipa bei dem Torfe Persmyl Kilometer: Galizien: An der Front und in den AuÄäufcn der Karpathen Artilleriekämpfc. Unser Imker Flügel wrrft den s>ernd immer weiter zuruck. An der Straße Kolomea—De lach u wurde von ton<5 das Dorf Sadzawka nack- stampf genommen. Nach einem er- frittreten Nshkamp't nehmen wir nnrn Offiziere imo ungefähr 300 Mann gegangen. außerdem wurden zwei Maschinengewehre erobert. Nordtzvestsro.nt: Effr ftiudliches Flugzeug, das auf unsere Kttegssahrzeuge im Rigaer Golf Bomben ab:oan. wurde von unseren Flugzeugen heruntergeholr: Beobachter und Flieger wurden aus dem Wasser geholr und gefangen genommen. Das Ergebnis eines anderen Luftkamp-fcs war, daß ein zweites deutsches Flugzeug abgcschossen wurde,, das inr Tünengebiet niederitürzrc Wir verloren ein Kmnpfpslugzeuq. ^ein Beobachter, Leutnant Izwe boif und der Flieger Nazarow starben den Heldentod Im Raume non Riga und Tünaburg steigerte sich der Anillettekanw''. Nord östlich Goduzischk: <26 Kilometer östlich Sivcnsjanw säuberten unsere Truppen einen Waldrand vom Feinde. Bei dem Dorfe Sgczerienta 16 Kilometer nördlich Smvrgoir eroberten wir Teile einer seind- l>chm Stelttmg. Sieben ländlich Flugzeuge warfen Bomben au den Bahnhof ^Idolodeczno. Oestlich der Beresina wurde ein feindliches Füigzeug abgeschossen. ES sing in der Luff Feuer und ging ff'it westlich der Stadt Waloznn 2 Kilometer östlich Wischnew zur Erde Führer imd Beobaäner sind gerangen. Nördlich und südwestlich Barauomitschi dauert der Kämpf an. Stellenweise tft die erste Verteidigungslinie des Gegners von uns genommen. Ein Luftfahrzeug von :ms überflog den Balmhof „Skobelepski Lggre^^ südwestlich BarMiowitschi. Schwarzes Meer: Am 4. Juli, nachmittags 4 Ufa, Mtfwi? das feindliche.Kriegs st tu zeug „Gäben" Stadt und Hafen Tuepst. 120 Kilometer 'üdöstlüb Noworoffiffk. gleichzeitig beschoß dne „Breslau" Soci. 200 Kilometer südöstlich Noworossffsk. Um etwa 6 Uhr abends kamen die -Schisse nnt südlichem Kurse außer Sicht. Kaukasus: Im Raume östlich Daiburt brachen unsere Truppen de:: starken Widerstand des Feindes, gewannen Gelände und gruben sch dort ein. Türkische Gegenangriffe wurden restlos abgewiesen. Der türkische Bericht. Konstantinsvel, 6. Juli. ^WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier meldet: Bon der Irakfront und aus Persien ist keine Meldung über eine Aenderung eingegangen. Auf der .Kaukasusfront kam .es auf dem rechten Flügel und im Zentrum zu Patrouillenkämpfen. Im Abschnitt von Tschorok mochten wir nach für uns günstigen Kämpfen 100 Gefangene, darunter euren Hauptmann. Unter den Getöteten befindet sich cm feindlicher Major. Nördlich von Tschorok ist die Lage unverändert. Aus dem linken Flügel schlugen wir inr Küstenabschnitt mehrere feindliche Ueberfälle zurück. Sonst nichts von Bedeutung. Aus dem ungarischen Abgeordnetenhaus. Budapest, 6. Juli. (WTB.) Im Abgeordnetenhause richtete Gras Julius Andrassy (Opvositionell) an deu Miinstervräsi- demen eine Anfrage, in der er darauf hinlvtses', daß die Opposition sich während des Krieges irr der kritischen Erörterung der Vorgänge aus höheren Rücksichten die größte S e l b st b es ch r ä n - iimg auferlegt und gewissermaßen ans die Wirksamkeit als Opposition verzichtet lwbe, so daß sie schon durch ihr Stillschweigen und ihre Zurückhaltung an der Verantwortung für sämtliche Reglern ngshandlungen teilnälMC. ohne daß sie eigentlich in der Lage sei,, sich Kenntnisi über die Beweggründe und Ursachen der Regierung shandlun gen zu verschaffen. Der Redner fragte, ob der Ministerpräsident geneigt sei, zu ernröglick>en. daß die von dreOppo- fitton bezeiebneten Bertranenslmänner systematisch über die politische nnd militärische Lage in ihren Grnndzügen in Kenntnis ge- sttzt würden mrd zwar in einer Zeit, wo es noch möglich sei, ihre Bttstnung Mi der entscheidenden Stelle auszudrücken.' Ter Redner fragte werter, ob der Ministerpräsident geneigt sei. darauf hiuzu- wirken, daß die Führer der Opposition vor dem König in Pri - valaudienz erscheinen, um ihren. Standpunkt darzulegen. Ministerpräsident Graf Tis za antwortete, indem er dem patriotischen Verhalten, das die Opposition seit .Kriegsbeginn bekundet habe, volles Lob zollte und sagte, die Regierung fühle sich daher verpflichtet, die Lage der Opposition zu erleichtern, indenr ihr unter Vermeidung von öffentlichen Erörterungen Gelegenheit geboten wreven soll, ihren Anschauungen sowie ihren Einfluß bei der Ent- 'cheidimg wichtiger Fragen rechtzeitig zur Geltung zu bringe,:. Tiiza verwi^ darauf, daß die Regierung schon bisher bei wiederholten Au lassen ^in wichtigen und geheimen Angelegenheiten Fühlung mit den Führern der Opposition genommen. ihnen alle Aufklärungen geboten und versichert habe, daß sie stets bestrebt sein werde, daftrr zu sorgen, daß die Herren stets rechtzeitig unterrichtet würden. Was das Erscheinen der Oppositionsführer vor dem .König betresst, so würde er es für einen verhängnisvollen Fehler halten, wenn ein Regierungsmann die oppositionellen Führer von einer Berührung mit dem Monarchen abzuschließen versuchen würde. Er freue sich, ipeun die Führer der oppositionellen Parteien Gelegen-- bnt erhalten tvürden, 'mit den: König in direkte Berührung zu treten. Grai A n d r a s s y nahm diese loyalen Erklärungen zur Kenntnis, woran: die Anttvort des Ministerpräfidenteit einstimmig genehmigt wurde. Griechenland unter Vormundschaft. Bern 6. IM. (WTB.) Eine Meldung des „Srevlo" ans ck t en befaßt, daß die ZentraKonmrffsion der Alliierten m:r dem -Ätz in Jarrina und Unterabteilungen in Argyrocastro, Eorrtza und Premeti unter Beteiligung griechischer Beamter die Zerteilung von Lebensmitteln überwache. Diese von den ' -Inerten getroffeire Anordnimg verursachte das Ostücht von einer absichtlichen Besetzung des Epirus durch die Ententemächte. Die englische Blockade. .. ^ochdon, 5 Juli.« (WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus, -bunt stellte die Frage, ob die Politik der verschärften Blockade, die jetzt in Kraft getreten sei, die Bedeutung habe, daß alle Schiffe, die von der Marine wegen Verdachts, Güter mit Bestimmung für den Feind zu führen, angehalten worden seien von den engliichen Prisengerichtcu ohne Einspruch seitens A-s Auswärtigen Amtes oder einer anderen Behörde abgeurteilt werden würden, oder ob ein solcher Einspruch in einigen oder vielen wallen noch geübt werde. Lord Robert Eecil antwortete- Ufnter den modernen Bedingungei! der Kriegsführimg ist es unmöglich, das Recht der Durchsuchung aus hoher See befriedigend auszuüben. Es ist folglich notwendig geworden, alle, oder fast alle Schisse, die nach Häfen der an Derttschland angrenzenden neutralen Länder gehen, nach britischen Häfen zur Dirrchluchunq zu schicken, wofern sie nicht freiwillig einen fofeben Hasen anlausen Die Untersnchmig wird dann dort vorgenommen An- gaben für. das Urteil enthalten die Beschaffenlieit der Ladung, der Charakter der Verfrachter und Empfänger und die Summe almlicher Artikel, die in letzter Zeit in dasjenige neutrale Land .nngc'uhrt kmirden, nach dem das Schiff bestimmt war. nnd möglicherweise andere Jnsormattonen geheimer Natur, die in den Besitz der englischen Regierung kommen. All diese Informa- n?u i' werden in London gesammelt, in London wird dal>er die Cuffcheidung getroffen, ob Gründe vorhanden sind, Schiff und Ladung oder einen Teil der Ladung vor das Pttsengre:cht zu bring-?,:. Alle Fahrzeuge aber und Ladungen vor ein Prisen- greicbt zu bringen würde weder gerecht noch klug sein Der §eekrieg. Berlin, 6. Juli. (WTB. Amtlich.) Nachdem bereits am 28.Juni in die Nordsee vorimtotzene deutsche leichte S e e st r e i t k r ü f t e den zwischen Rotterdam und London verkehrenden britischen Dampfer .Brussels' abfiugen und mitsamt seiner Ladung unter sicherem Geleite nach Zeebrügge schickten, wurden gestern früh der aus Livervool kommende britische Dampfer "L E st r i 9 " unweit der englischen Küste in den Hoofden durch Teile unserer Hochseestreitkrüfte aufgebracht und als Prise vereinnahmt. Frieöliche Haudelsoampfer ohne Lurtruog von eure« feiuölicheu U-Bsst «»gegriffen. Berlin, 6. Juli. (WTB. Amtlich, i Sonntag, den 2. Juli, rtürbc cm Geleitzug von nenn deutschen HanoelÄxunpiern auf der Fahr: nach Srvmemünde südlich der Insel Oeland durch cin feind- ckcheS Il-Boot ohne vorherige Warimng unter Wasser angegriffen. 7-^' Laufbahn des Torpedos wurde deutlich gesichtet und auch zwn uorke Wafferstrudcl, die durch das Äusstonen des To.vedos ver- urwch: worden lvaren Der Torpedofchuß ging glüstlicherweif' znnickeu de:: Hondclsdanwfern hindurch. Die armiertm Bcglut- Mhrzeuge^die d:e Dampfer begluteien. drehten sofort auf den ver- muteren ^.rt des U-Bootes zu und verjagten es. Der Geleitzug ist unversehrt :n Swinei.ründe eingelaufen. Es wird hiermit lest ge stellt, daß friedliche deutsche Handels- dampfer von einem feindlichen U-Boot ohne vorherige Warnung unter Wasser angegriffen worden sind. ^.ondon, 6. Juli (WTB. Nichtamtlich. Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Damvftrifter „Pessolay" und ,,Annie Anderson" sind gestern abettd von einem deutschen Unterseeboot in der Nordsee versenkt worden. Den Besatzungen wurde gestattet, in die Boote Mi gehen. Sie wurden später aufgesischt. Lowestoft. 6. Juli. (WTB. Nichtamtl. Ter Dampfer „L.ueen Bee" ist von einem U-Boot versenkt worden Der Kapitän wurde getötet, zwei Mann von der Besatzung wurden verwundet. Das U-Boot schleppte die Besatzung in einem kleinen Bool nach der englischen Küste und gab ihr ^chwarzbroß und Wasser mit. Die Besatzung wurde später von einem Fischdampfer ausgenommen. London, 6. Juli (WTB.» Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Admiralität teilt mit: Einer unserer Minensucher wurde am 4. Juli in der Nordsee von einem Torpedo ge t r o r s e n der von einem feindlichen Unterseeboot abgefeuert wurde. Er wurde leicht beschädigt und ‘ kehrte jetzt in den Hasen zurück. Blissin gen , 6. Juli. (WTB. Nichta:ntlich. Das gestern nach Zeebrügge aufgebrachte Schiss ist die ,^Iarvo Abb ey" der Lancashire Borkshire Company. Es war von Rotterdam nach Hüll mit Lebensmitteln unterwegs. Die Besatzung des Tamofers bestand aus 26 Mann. Stockholm, 6. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Das holländische Schiff „Neerlandia" aus Groningen wurde heute nacht bei Dalaroe in die Stockholmer Schärett eingeführt. Tic Besatzung berichtet, daß das Schiss 15 Minuten von HusvuOskaer von einem r u s f is ch e n Unterseeboot beschossen wurde. Es war auf der Reise nach stiotterdam und hatte Holz geladen. Neben dem .Kapitän mit Frau und Kind hatte es eine BLsatzung von 3 Mann. Tie 'holländische Flagge war gehißt und die Nattonalfarben auf beiden Seiten des Schiffes ausgemalt. Das Schiff wurde schwer beschädigt; Menschen .sind nicht verwundet worden. K r: st i a n i a ^6. Juli. (WTB. Tu' deutsche Regiernng hat der irorwegische»: Regierung ivegen der Versenkung des norwe- gtldjeu Segelschiffes „Glendoou" am 16. flpril durch ein beutiches U-Boot ihr Bedaueru auSsprcäM Taffcii. Die „Glendoon" >var von.Jauwue nach Calais mit Salpeter unterwegs. Die deutsche Rcgierimg hat sich bereit erklärt, eine sack>- verftärtdigL Entscheidung über die Höhe des Schadenersatzes treffen zu lassen. Kristiania, 5. Juli. ,'WTB. Nichtamtlich.) „Soeial- demokraten" meldet aus Stavanger^ Der Dampfer „P «e t r o n e l l e" aus Bergen von Lübeck nach Bergen unterwegs, wurde heute vor FarsUnd von einem U-Boot verfolgt, das drei Schüsse aus das Schiss abgab, ohne es jedock) zu treffen. „Petronelle" erreichte unbeschädigt Far- s'inrd. Das Blatt meint, da „P-elronelle" zwischen Deutschland und Norwegen gefahren sei, sei das U-Boot wahrscheinlich ein englisches gewesen. Kopenhagen, .). Juli. (WTB > Der dänische Dampfer „F l o x a", Dienstag abend mit lMidnurtschMlichen Erzeugnissen von Kopenhagen nach Englmid abg?tz >zuli, vormittags 11 bis 12 Uhr, aitf dem Landgraf- Philipp-Platz und iiachmittags von 4 bis 5 Uhr am Liebig- dcnkmal in der Ost-Anlage, ain Sonntag, den 9. d. Mts , vormittags von ll 1 /* bis 12 1 / 2 in der Sül>-Anlage und uachmittags von 4 bis 5 Uhr auf dem Ludwiasplatz konzertieren. **^lN'chrift zur Hundcrt-Jahrfeier der Pro-' v : n z R h e: n y e ) f c n. Anläßlich der hundertjährigen Zugehörig- :ctt der Provinz Rheinheffen zu dem Großherzogtum Heilen er- icbeiut in .^urze unter ob:ge:n Titel im Auftrag der Provinz- .stycinheNen und der Historischen Kommission für das Groß- Herzogtum Hessen die offizielle Festschrift hreau^- .ist geo-m von Pfarrer B e ch to ls heimer . G : e ß en , Archiv, crret'lor .rr. Dieterich, Darmstadt, und Kreisamtmann Kurt E.r r ^ck e r Mcnnz. Verlag I. Diemer in Mainz 'Vr^s 3 Mark schritt bildet einen wertvollen Beitrag zur Geschichte vou Rhembesten und dürfte infolge ihrer lokalen Bedeutung großem ttntexelle begegne::. In den ersten Kapiteln schildert' Pfarrer Bcchtolsbeimer. der durck: «eine früheren rheinhessischen ^Dritten bestens bekannte Schristftellre, die Geschichte der Pro vutt in dcn beiden ersten Jahrzehnten ihres Bestehens mit nner Ueberlicht über die wichtigsten Ereignisse bis zur Getzenwar: Viele zum Leck noch unbekannte Mitteilungen über die Ereignis''' >md Zustände der Provinz, viele Anekdoten, Familiennamen usw finden Aufnahme.^ In den folgenden Kapiteln schreibt Dr. Dieterich über die diplomatischen Berhandlunge:: des Wiener Kongresses und den Anfall von Rheinhessen an Hessen und die Gründe dazu an Hand von bis letzt zum Teil :wch nicht veröffentlichten Akten und Urkunden, währeiid Kreisamtmann Strecker in einem Schlußkapitel die territoriale Gliederung ber heutigen Provinz an Hand einer historischen Karre beleuchte: Die Schrift, d:e sonnt reiches Material zur Geschichte der Provinz Rhemhesleu bretet. dürfte sich zur Anschaffung nir iedeu. der nur euiigermaßei: für sein Heimatland Interesse hat, empfehlen ** An einem Herzschlag verschied gestern nachmittag i A Uhr an der Ecke Liebig- urtd Bahnhofftraße ein Mann aus Heppenheim. Auf dem Bürgersteig brach er plötzlich zufcnnmeu. Er wurde sofort zur Klimk gebracht, aber dort konnte nur mehr der Tod festgestellt werden. ** Einmachzucker. Zur Versorgung der gesamten Bevölkerung mit Eirrmachzucker stehen in der vorgesehenen Weise genügende Zuckermengen zur Verftigung. Für jedermann ist daher der Bezug von EinmachKucker sichergesdellt Jeder Andrang bei der Ausgabe der Zuckerkarten und des Einmachzuckers ist deshalb zwecklos. Vom 10. d Mts ab findet 'die Ausgabe des Einmack>zuckers in der Verkaufsstelle Neustadt61 an folgenden Tagen statt: M o n ta g s , M i 1 1 wochs und Freitags, vormittags rwn 10 bis 12Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr. ** Bon der 21.Vollversammlung der hessischen Handwerkskammer am 4. Juli 1916 wurde als Ersatz für das verstorbene Vorstandsmitglied Spengler meiner Rockel Darm stadt, Schloffermeistre Karl Kn i p p - Bad-Nauheim zum Vor- stalidsmilglied gewählt. Tie nach der Vollversammlung abgehal- teite Vorpandssitzung ernannte Maurernreisler Hei nach igemes- Darnrstadr zum stellvertretenden Vorsitzenden der Kammer. ** Das heutige Kreisblatt bringt folgende besonders bemerkenswerte Bekcrmttmackpmgen über den Verkehr mit Oel- früch ten, das Auslegen und Feilhalten ausländischer Zeitungen, fetthaltige Zubereitungen, irrefflhrendc Bezeichnung von dcahrungs- u:rd Genußmittelu, Erntevorschätzungen, Fahrpreisermäß:qunq zmn Besuche in der Schweiz interniettre ZivÜgesangener. Aenoerung der Presise für Rindfleisch. Verkehr mit Obst uni) Heulieferung. Landkreis Gießen. tz. Lich, 7. Juli. Infolge des außewrdenllichen Äuffchnucngs. den die Kaninchenzucht seit Frühjahr auch ff: hiesiger Stadt genommen bat, soll am nächsten Sonntag um 4 Uhr im Holländischen Hol dahier zur Gründung eines Kani:uhenzuchtvereins für Lich und Umgegeno geschritten werden. Bildhauer Schmoll aus Gieße:: wird bei dieser Gelegenheit einen Bottrag halten. Bei einer Aditte April vorgenommenen Zählung betrug die Zahl der Tiere bereits 876) davon 200 ZuchtW'innen. lvvvon ^:wch 6b trächtig :vaven. Rechnet mau diese zu erwartenden Wurst durchschnittlich zu 5 Stück, sowie währreid der Zeit je einen weiteren Wurf Mm jeder Häsin, so mach: dies einen Zuwachs rem mindestens 265 x 5= 1325 Stück, so daß der Bestand :m Herbst be: den etwa 120 Züchtern mindeftens 2000 Stück bettägt. Das ergäbe bei einem durchschnittlichen Schlackstgewicht von 6 Pfund etwa 120 Ztt. Fleisch in: Gesanttwett von iveiffgstens 15 000 Mk, oder pro Familie 1 Zentner, ein nicht zu unterschätzender Faktor m der Fleischversorgirng unserer Stadt. n. S l e i n b a ch . 6. Juli. Von unseren tapferen Streitern wurden wieder zwei mit Auszeichnungen bedacht. Der SZetreite Jakob Rens chlrng erwarb sich die Hessische Tapierketis- rnedaille und der Kanonier Karl Keßler erhielt wegen tavseren Verhaltens im Granatenseuer — er war zuletzt allein an seinem Geschütz - das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Beide stehen seit Beainn des Krieges :m Felde. Kreis Büdingen. Ortenberg 6. Juli. Nachdem die sterbliche Hülle des schweren Verwundung im Feldlazarett zu .Kowel erlegene» Mrsten Jost Christian zu Lwi^g^Rowor<)r^Mdery bererls gestern hier cingetrofsen und in der Kirck^e aufge&öfprt menäven hwtr, findet die feierliche Beisetzung morgen nachmittag 2 Uhr statt. Unsere Stadt und Kirche wird hierbei durch Pfarrer Kahn ver- treten sein. Kreis Alsfeld. 02 . Alsfeld» 7. Juli. Dem Gardisten Ludwig Steller im Leibg.--Jns. Rgt. Nr. 115 wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Kreis Lauterdach. ri. Blitzenrod, 6. Juli. In der Kirche zu F r r s ch b o r n fand eine Gedächtnisfeier statt für den fürs Vaterland gefallenen sckrch. Reichel von hier. In ihm verloren feine Eltern bereirS den zweiten Sohn durch den Krieg. ri. Hopfmannsfeld, 6. Juli. Nachdem durch den Krieg zwei Jahre lang die fönst üblichen kirchlichen Feste unterblieben waren, soll am Sonntag, deii 23.. nun wieder zum erstenmal das Dekanats -Missionsfest gefeiert werden, und zwar'diesmal in unserem Dorfe. Als Redner ist Missionar G s e l l von Frankfurt gewonnen worden. Kreis Schotten. sk. Schotten, 7 Juli. Dem Unterossizier Karl Bergen von hier wurde am 28. Juni das Eiserne Kreuz verliehen. Mit der Hessischen Tapserkeitsmedaille war er schon früher ansg^eichnet worden. Kreis Friedberg. ^Bad-Nauheim, 7. Juli. Ein Richard-Wagner- Abend dcr Kurkapelle findet am Samstag, dem 8. Inli, 8»/i Uhr. im Konzert Hans statt. Solist ist Kammersänger Heinrich H e n- sel, der „Parswäl" der Bayrenther Büh-nenfestspiclc von 1914. Der gefeierte Sänget wird Walters Preislied ans den „M e i st e r- s i n g e r n", Siogmnnds Liebeslied ans der „W a l k ür e", die Schmiedelieder ans „Siegfried" und ans ,.Lohengrin". Lohengrins Erzählung „Jnr fernen Land, unnahbar enren Schritten" singen. Das Orchester bringt das Vorspiel zum 1. Alt ans den „Meistersingern", das Vorspiel zum 1. Akt und den Karfreitags zauber aus „Parsival", dos Sregsiied-Jdhll und das Vorspiel znm 3. Akt aus ,Lv Heng rin" zn Gehör. Das hochinteressante Konzert steht unter der künstlerischen Leitung des Kgl. Professors Hans Winderstein. sc. Bad-Nauheim, 6. Inli. Seitdem die Eier hier pro Stück 35 Pfennig kosten und ein weiterer Aufschlag bevorsteht, ist die Ereimot hier überwunden. Ein Eiersegen hat sich geradezu eingcfteUt. Bei dem hiesigen städtischen Oblworkauf beträgt der Preis pro Pfund Stachelbeeren 28 Pfg., Johannisbeeren 33 Pfg. und Kirschen 38 Pfg. Diese Preise sind für den Konsumenten annehmbar. Das Angebot, besonders bei Kirschen, ist leider nicht wie bei Eiern. bz. B «tzb ach , 7. Juli. Dem Landwehrmann, Krankenträger Ernst Heuser im Landw.--Jnf.-Rgt. Nr. 80 wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Starkenlmrg und Rheinhessen. eb. B i n g e n, 6. Juli. Der Drughornkahn, der auf de" Felsbänken des Binger Loches festgefahren war, ist nun von dem Radschleppdampfer „Stadt Stratzburg Nr. 2* nach der hiesigen Reede abgesch!e^»t worden. Der Kahn hat keinen besonderen Schaden erlitten und konnte deshalb seine Bergreise forlsetzen. Zeitweise war auch das Leichterschiff, ein Gutjahrsahrzeug, festgefahren und mußte deshalb abgeschleppt werden, weil es ein Leck davoutrug. Bemerkenswert ist» daß der Drughornkahn einer englischen Schiffahrts-Gefellschaft gehört, zu Beginn des Krieges mit Beschlag belegt und der Reederei Fendel vermietet wurde. eb. Aus dem Kreise Bingen, 7. Juli, lieber den Stand des Getreides ist eigentlich im allgemeinen nur günstiges zu sagen. Die Reife des Korns ist schon soweit voran, daß die Ernte in der alleriiächsten Zeit beginnen wird. Aller Voraussicht iiach fällt sie hinsichtlich des Mengeertrage^ bedeutend bester als die vorigjährige Ernte aus. Man rechnet bereits mrt einem Ertrag an Körnern und Stroh, der die E r n t e v o n 1915 um das Doppelte übersteigt. Anderwärts ist der Stand ebenso gilt; wir dürfen also auf ein hinsichtlich des Mchlerti!ages besseres Er gebnis rechnen. Kreis Detzkar. r*. Wetzlar. 6. Juli. Der Bezirksausschuß für Jugendpflege beabsichtigt, vom 15.—22. Juli in C o b l e n z einen größeren Kurslls zur Ausbildung und Fortbildung von Jugendpflegern und Jugendvflegerinnen zu veranstalten. r». Kinzenbach, 7. Juli. Füsilier August Mandler (Jnf.-Rgt. Nr. 261) aus Kinzenbach wird als vermißt gemeldet. d. Oberkleen, 7. Juli. An Stelle des verstorbenen ' Gern cindevorstehers Reuter wurde bei der am 5. ds. Mts. abgehaltenen Wahl der Landwirt und Sparkassenrendant Karl R e i n e ck zum Gemeindevorsteher gewählt. ä. Aus dem Kreise Wetzlar, 7. Juli. Der Kreis- Ausschuß veröffentlicht eine amtliche Bekanntmachung, wonach die Ausfuhr von Frühkartoffel ii aus dem Kreise Wetzlar nur auf Grund einer von dem Landrar besonders erteilten schriftlichen Erlaubnis zulässig ist. Ais Frühkartoffeln gelten Kartoffeln, die vor dem 1b. August 1016 geerntet werden. F. C. Aus Niederheffen, 7. Juli. In zahlreichen Gemarkungen der hiesigen Gegend ist mit dem Schneiden der Gerste der Anfang gemacht worden Die Gerstenernte fällt sehr gut aus. (] Marburg, 6. Juli. Die Sammlung für die deutschen Kriegsgefangenen brachte hier bis jetzt schon 4606,82 Mk. ein Es stehen noch werter Beiträge in Aussicht. — Das Schöffengericht verurteilte drei Landwirte, die Brotgetreide versüttert hatten, zu je 50 Mk. Geldstrafe. — Dem Müller Boßhammer zu Schönbach wurde wegen Uebertretung der Mahlordnung das Aus* mahlen von Brotgetreide untersagt. ra. Lange nschwalbach, 7. Juli. Das hiesige Landratsamt hat aus der Schweiz 100 Ziegen bezogen, die zum Preise von 100 Mk. abgegeben werden. Minderbemittelte können zum Ankails einer Ziege Zuschüsse erhalten. g. Von der Werra, 7. Juli. Der geplante Weser- Mainkanal wird nach seiner Vollendung eine technische Merkwürdigkeit .rufweiscn, wie sie in solcher Ausdehnung bei Wasserstraßen bisher in Deutschland noch nicht bekamst war. Zur Ueber- wrndung der Wasserscheide zwischen dem Weser- bezw. Werra- und dem Main gebiete soll die Werra nnd der Main durch einen 9 Kilometer langen Tunnel miteinander verbunden werden. Dieser soll südlich von Ritschenhausen bei Römhild beginnen lntb bei Bamberg nt den Nsirrn munden Der Kamalsvisgel wird im Tunnel eine Hohe von 310 Metern über dem Meeresspiegel Habens über rhm erhebt sich ein hauptsächlich ans Wald bestehendes Gelände in Höhe von 565 Metern. X. Fulda, 6. Juli. Um der auch in diesem Jahre ivieder sehr stark in Erscheinung tretenden Kreuzottern plage ent-- gegenzuwirker: hat der Magistrat unserer Stadt Fangprämien ausgesetzt, und zwar für eine Kreuzotter 50 Pfg. — Norderr st adt, 7. Juli. Auf einer hiesigen Wiese wurde ein R i e s e n b o v i st im Gewicht von mehr als 3 Pfund und einem Durchmesser von 2b em aiisgesundeli. X. Gelnhausen. 6. Juli. Gestern abend zog über unsere Gegend ein äußerst heftiges G e w i t t e r. Die Straßen der Stadt, die bergan? führen, wurden im Nu in ganzer Breite von dem abströmenden Wasser bedeckt. Auch in den Dörfern der Umgegend. sowohl diesseits wie jenseits der Kinzig wurde durch das niederströmende Wasser großer Schaden angcrichtet. So in Brcircn- Korn. Gettenbach, Attenhaßlau, ferner im Freigerichter Gebiet, wo das Wasser die Straßen überflutete und manches HauS wie eine Insel in der Hofreite erscheinen sah. Trotzdem es während des Unwetters viel blitzte, ist glücklicherweise Blitzschaden nicht entstanden. Die fortwährenden Mederschläge beginnen die Ernte in hiesiger Gegend zn beeinträchtigen; die Kinzig ist stellenweise über die User getreten. F. C. Wiesbaden, 7. Juli. Im ersten Halbjahr 1916 betrug die Zahl der hier gemeldeten Kursremden insgesamt 57 618, während in der Zeit vom 1. Jan. bis 30. Juni 1915, also in dem gleichen Zeiträume, 46 267 Kursremde gezählt wurdeu. 11351 Fremde beträgt somit die Zunahme gegen das Vorjahr. — Bad Homburg v. d. H., 7. Juli. Am Oberurjelcr Pfad fand eine Frau bei Gartenarbeiten in der Erde einen goldenen Trauring, der gerade 175 Jahre alt ist. Der schmale Reis trägt in feiner Ausführung die Gravierung : J. R. C. - E. A. T 1741. ul. Limburg, 7. Juli. Um eine Verbilligung dcr Schuhsohlen der minderbemittelten Bevölkerung zn ermöglichen, wird der Kreisäusschuß demnächst den Gemeinden des Kreises Sohlleder zur Verfügung stellen zu einem Preise, der' wenig mehr als die Hälfte des Höchstpreises, durchschnittlich also etwas über 4 Mark für das Kilogramm beträgt. — Miltenberg, 7. Juli. Beini Reinigen eines Kohlenlagers im städtischen Elektrizitätswerk stürzte der Arbeiter Otto Trunk in einen Schacht und brach das Genick. Er war auf der Stelle tot. eb. V o m O b e r r h e i u , 5. Juli. Daß ein Ster im Gebiete des Mittelrheines gefangen ivird. ist schon eine sehr große Seltenheit; erst recht aber kommt es selten vor, daß sich dieser hier seltene Fisch, der bekanntlich den Kaviar liefert, bis zum Oberrhein hinauf verirrt. Von Fischern auS Auenheim wurde an der Mündung der Kinzig ein Stör gefangen, der eine Länge von 2,55 Nieter und ein Gewicht von nicht weniger als 20 2 Pfund hatte. Marseiller ttriegsbilüer. „In ganz Europa ist nirgends so wenig und so viel vom Kriege zn sehen wie in Marseille" so beginnt Lanrence Jerrold in der „Contemporary Review" einen interessanten Aufsatz über Marseille im Kriege, und was er danii^ weiter darüber berichtet, bildet eine Bestätigung dieses ersten Satzes. Mag der Mistral auch noch so sehr blasen, immer sind die Marseiller Straßen, besonders die schöne Cannebiörc, von buntestem Treiben erfüllt. Da gehen Araber in Wolldecken gehüllt, neben schwatzenden Negern und Annamtten. Chinesen, Toukine.sen und Madagassen. Dcr englische Unteroffizier trägt sein hochmütiges Gesicht zur Schau, der serbische Offizier genießt seinen _ Erholungsurlaub gründlich, und auch der russische ist stets daraus und dran, das leichtsinnige Marseiller Leben kennen zu lernen. Maharadschahs. die ihren! Khakianzug dadurch Glanz verleihen, daß sie in die weichen Kragen Brillantknöpse stecken, sieht man, wahre Bilder der Würde, in Pen Vorhallen der vornehmen Gasthäuser stundenlang unbeweglich in den Liegestühten ruhen. Immer gibt es etwas zu schauen. Ta marschieren cm Morgen die Russen durch die Stadt, ihnen voran die Fahne, auf der das Gesicht des sterbenden Christus gemalt ist. An der Spitze ihrer neuen französischen Gewehre tragen sic Blumen; unter dem Gesang ihrer tiesdumpsen Lieder^ ziehen sie ab zur Front, und die Annamiten, Araber und Senegalesen starren diesen Kindern einer anderen Welt neugierig nach. Kündet aber das Quikcn der Sackpseisen und das Lärmen der Trommeln die englischen Truppen aus Südafrika an, dann bildet die bunte Marseiller Menge Spalier. Die Truppen ziehen in rhythmischem Marsch hindurch, und die Hände dcr in den beiden äußeren Reihen gehenden Soldaten greifen lachend nach den Händen der Marseiller Mädchen, die sich nur zu gerne greisen lassen. So/ jubelt Marseille den Engländern zu, dasselbe Marseille, daß einst den Präsidenten Krüger yrit dem Ansrnse begrüßtem „Tod den Engländern!" Geht man am Hafen entlang, so bieten die spanischen, holländischen, norwegischen, schwedischen und dänischen Dampfer ein ebenso buntes Bild All diese neutralen Schisse haben ihre Natwnalfarben in ungeheuer großen Flächen ansgemalt in der Hoffnung, daß sie ihnen Unverletzlichkeit verschaffen werden. Da werden am Hafen Fässer mit französischem Mineralwasser nach Rio de Janeiro verladen, engl. Keks noch Buenos Aires, Schweizer Maschinen nach Spanien, französische Klaviere nach den Bereinigten Staaten odiw englischer Stahl nach China. Deutsche Gefangene befördern die mit südlichen Weinen gefüllten Fässer nach den Eisenbahnlag-ern: alte Landstnrmleute bewachen sie, geben sich aber, das Gewehr abgelegt, oft in der Hitze sorgloser Ruhe hin. Die englischen Offiziere, unter denen die Hochländer besonders beliebt sind, und bie reichen Nüssen beherrschen die Lokale. Der russische Offizier setzt sich hin, macht dos Zeichen des .Kreuzes und fängt sofort mit — Champagner cm. Dos Frühstück, das in Marseille früher 5 Franken kostete, ist ans 10 Franken gestiegen und die echte ,,bouillabaisse" ist unerschwinglich. Die 52 Marseiller Kinotheater sind stets überfüllt. Das größte hat eine jährliche Einnahme von annähernd 5 Millionen Mark. Militär- und Zivilpolizisten, Spione, Halbweltdamen, an alle dem ist kein Mangel in Marseille. „Te! Wir lassen leben!" sagt der Marseiller und lebt und genießt mit. Als ernst das Gerücht anftauchte, ein deutsches Unterseeboot sei in der Nähe des Hafens, da erklärte der Journalist des „Petit Marseillais" ganz offen: „Es wäre gar nicht so schlecht für Marseille, wenn eine Granate cm alten Hafen oder aus der Camrebitzre landete! Es würde ihnen allen gut tun!" Vermischtes. * Eine französische H n u d e e i s e n b ahn in den Vogesen. Ein neues Kapitel zur Anteilnahme der Tiere au den mannigfachsten Aufgaben und Arbeiten im Dienste des Krieges liefert eine den französischen Blättern zu entnehmende Schilderung der französischen Huudeeiseubayn, die in den letzten Wintern hinter der feindlichen Schützenlinie betrieben wurde. Da die Franzosen die großen Transporte in den Vogesen wegen der Schneemassen nicht zil bewältigen vermochten, ging die fraiizösische Heeresleitung daran, die schon seit längerer Zeit in Vorschlag gebrachte Idee einer Hundeeisenbahn zur Ausführung zu bringen. Zn diesem Zlvecke wurden mehrere Hunderte dressierter Hunde ans Alaska, dem iiordwestlichen Kanada und Labrador an die Front gebracht. Die Hunde, die zuerst Schlitten zogen, wurden dann ihrer neuen Bestimmung als „Eisenbahiihunde" überantwortet. Alan baute eine ebenso kleine wie leichte Feldeisenbahki, auf der wegen der fortivähienden steilen Steigungen keine Lokomotive zn verkehren vermochte. Die Hunde ,nutzten die Maschinenkraft vertreten, indem sie vor die kleinen Lastwagen gespannt wurden, um dieselben die schroffen Hänge emporzuziehen. Bei dieser Arbeit zeigteri sich die schon früher bei Nordpolexpeditionen mit Vorliebe verwendeten Hunde aus Alaska am brauchbarsten Tie neuartige Kriegs. - einrichtung der Hundeeisenbahu an der Front wurde auch Vertretern des englischen Heeres vorgesührt und gegebenenfalls ziir Nachahmung empfohlen. _ ss Marburg, 7. Juli. Mit Erlaubnis des Kommandeurs feines Truppenteiles habilitiert sich in der philosophischen Fakultät der hiesigen Universität am 12. dss. Mts. Tr. Adolf F r a e u l e l, zurzeit im Felde, mit einer Antrittsvorlesung über „Die Matheinalik in der Versicherungswissenschait". «iVchliche Nachrichten. Israelitische Religlonsgemeinde. Gottesdienst tu der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, den 8. Juli 1916: Vorabend: 8.30 Uhr. — Morgens: 8.30 Uhr. -- — Abends: 10.00 und 10.35 Uhr. Israelitische Religionsgeselljchast. S a b b n i f e i e r am 8. Juli 1916: Freitag abend 8.30 Uhr. — Samstag vorm. 8.30 Uhr. — — Nachm. 4.00 Uhr. — Sabbatausgaug 10.35 Uhr. — Wochen» gottesdieust inorgeiis 6 .00, a bend s 8.30 Uhr. Amtlicher Wetterbericht. Oefsentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 8. Juli 1916: Veränderlich, zeitweise Regenfälle, Temperatur wenig geändert. Letzte Nachrichten. Tie Lage im Westen. i Köln, 7. Juli. Die „Köln. Volksztg." meldet von der westlichen Grenze: Die holländischen Zeitnngen weisen hin aus die Tatsachen: 1. daß die Gefährdung von Verdun keineswegs ausgehört habe. 2. daß die deutschen An- qrisjsträsie an den Ufern der Maas trotz der Offensive der Verbündeten im Gebiet der Svnrme nngeschwächt geblieben seren, 3. daß den englischen Berichten nicht zn trauen sei. Weiter sind folgeirde Aeußerungen der holländischen Presse bemerkenswert: Die Blätter weifen darauf hin, daß die englische Offensive ein großes Fiasko darstelle. Die Engländer hätten die Welt überflutet mit Dutzenden von Namen von Dörfern, die sie erobert haben wollten, und mit ellenlangen Berichten, in denen stz- sich selbst ans Kosten der Franzosen verlierrlicht hätten. Der „Nienve Rotterdamjche Courant" warnt die Leser vor den englischen Berichten, man müsse sich von den Engländern iricht irre leiten lassen. 1 i. Köln. 7. Juli. Tie „Köln. Zeitg." meldet von der französischen Grenze; Nachdem die amtlichen Berichte der sron- zösischen Generalität bis letzt beharrlich behaupten, daß die französischen Truppen das Werk Thianmont zurück- crobert und gegen alle Angriffe der Deutschen in der Hand behalten hätten, gibt jetzt eine in halbamtlicher Fornr gehaltene Mitteilung des „Matin" zu, daß am 4. Juli, nachts 2 Uhr. die Deutschen in das Werk wieder eindrangen und es bisher gehalten haben. Die übrige Presse nimmt aber keine Notiz davon und fährt fort, ihre Leser bei der falschen Darstellung zu halten. Amsterdam, 7. Juli. Im Laufe einer Unterredung mit mehreren Mitgliedern der Zweiten Kammer und einigen holländischen Diplomaten über die voraussiMliche Kriegsdauer !und die Fri.edcnsaussich.ten erklärten die Herren: Die allgemeine Ansicht in holländischen Diplomatenkreisen ginge dahin, daß die letzigcn Anstrengungen der Franzosen vor Verdun und der Engländer an der Westfront der letzte große Versuch seien, eine Entscheidung herbeiznsirhren, und daß man bald nach exhlnß der Offensive damit rechnen könne, daß Friedensvermittter in Tätigkeit treten. Ans der Unterredung ging auch hervor, daß man bestimmt glaubt, der Friedensschlnß werde im Haag ffarttfinben. Unwetter in Frankreich. Bern, 7. Juli. Wie die schweizerische Depefchen-Agenwr aus Genf meldet, verursachten die seit Mvei Tagen in den benachbarten französischen Gemeinden wütenden, mit Hagel schlag verbundenen Gewitter an der Ernte, besonders in den Weinbergen, schweren Schaden. Stellenweise handelt es sich um wahre Katastrophen. Englands wirtschaftliche Offensive. Kristiania, 7. Juli. 2luch die hiesige Zeitung „Vevdens- gang" lyat aus London vertrauliche Mitteilungen erhalten, aus denen heiworgeht, daß die britische Regierung mit allen neu- traten Regierungen über die Einstellung des gesamten Exports ihrer Länder nach 'Deutschland verhandelt. Das WÄ man britischerserts durch den Ankam der gesamten fontte dieser Staaten, soweit sie nicht für den eigenen Bedarf notwendig ist. erreichen 2lber nicht nur den Erwart von Lebensmitteln nam Deutschland will England auf diese Weise rmterdrücken, ionbern durch den Aufkauf aller anderen Waren, für btc Deutfchtand Gebrauch haben könnte, will England jede 'Ausfuhr der Neutralen nach Deutschland unterbinden. Heute nachmittag 1 1 / 2 Uhr entschlief nach kurzem, schweren Leiden unser inniggeliebtes Kind Mo vöü Wandepungeit rand um tm Aller von 2 1 /; Monaten. Die trauernd Hinterbliebenen. Wilhelm Döll II., z. Zt. unHeide Luise Döll geb. Koch Gerhard Korh. Justus Döll Ww. Alten-Buseck, den 6. Juli 1916. Die Beerdigung findet Samstag, den 8. Juli, nachmittags 2 Uhr, statt. 4931 Luftkurort Miltenberg a. Main. Mod. Wohnungen. Billen, Bauplätze, Wasserleitung, Kanalisation, eletlr. Licht, Sommer- und Wimer^-Schwimmbad Schlillschuhbahn, Sport- und Tennisplätze, Progumnaunm, Handelsschule mit emiähr. Berechtigung, Töchter-,zujmui, Forii u. Kolonialschule. Näheres -vausbefitzer-Bereiu. m9 D Preis 1 Mark Das Büchlein kommt einem wirklichen Bedürf nis nach, wie schon eine kurze Einsichtnahme in das Inhaltsverzeichnis auf weist F-s sind zusammengestellt und in knapper Form behandelt: Wanderungen in Gießens nächster Umgehung mit Sonntagsfahrkarten Verzeichnis. Wegebezeichnungen in der Um gebung von Gießen 20 Hauptlinien des V. H. C. Wanderungen Ki Kurhessen, im Vogelsberg, im Westerwald und im Taunus Mehrtägige Wanderungen Schneeschuh Wanderungen im Vogelsberg und W esterwald 4051 = Harte des Wamlernngsgebietes = Verlag derBriihl’scheiiUniversitäts- ßueh- und Steindruckerei • R. Lange Fernsprecher 51 - 0(80611 • Schulstra8e 7 -tUJimliimiW.OiUAI UÜ ■ <• "^LLU ...LU LUJJ,| - 11 ' 111 If*""" "" Union«Theatep ■ Seltersweg 81. Ab Samstag den 8. Juli der große Kriegs film: ICriegspafenkind Eine Eebensgeschichte in 4 Akten. Musik zusammengestellt von Edmund Eyslej. Ort dev Handlung: Wien, Pilsen (Besichtigung der Skodawerke) Kriegsschauplatz. Zeit: Gegenwart. Bn diesem Film wirken mit: Ihre K. u. K. Hoheit Frau Erzherzogin Zita. Ihre K. u. Jv- Hoheit Frau Herzogin Isabella. Frau Baronin v. Skoda. Damen der M iener Gesellschaft, Offiziere, Soldaten. E>ie Hauptrollen spielen: Geor" Reimers, K. u. K. Hofschauspieler vom Hofburgtheater in Wien. Hansi Schopf ... Mitglied des K. u. K. Hofburgtheaters. Poldi Müller . • Kgl. Sftchs. Hofschauspielerin. L otte Medelski K- u. R. Hofschauspielerin. inun^/ " Samstag und Sonntag flndeu mit diasem Film die so beliebten J ngenflvorstoUnuqeE van nachmittags 2 7 Uhr statt. _ Außerdem die neuesten Kriegsberichte und das übrige Beiprogramm r _, __ 1 ®"BfRg«nl®up - Äkääeäwics % ■zn V/ ?$nias%öJiSG jä.• i./t q ..itf ArekltaktM* — (Elaenbetonban und Kultuneclinlk.) .. iien _ j. ^ kAAsaa ... Kinj., Filhnr.. Prim.. Abitur. jlaouaa i. Thttr. Prosp. frei. 39h v volksspende für die deutschen Kriegs- und Iivilgefangenen Der durch Aushang und Anschlag zur Veröffentlichung gelangende Aufruf zur Beisteuer für die Volksspende zugunsten unserer deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen soll in Stadt und Kreis Gießen nicht ungehört verhallen. Wir wollen mithelfen, unfern deutschen Brüdern ihr hartes Los zu erleichtern und ihre Not zu lindern. Darum wenden wir uns an t'ülr mit der herzlichen Bitte um Geldspenden! Der Großh. Kreisrat des Kreises Gießen: Echeimerat Dr. Usinger. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen: Keller. Die Vorsitzende des Alice-Frauen-Dereins. Zweigverein Gießen: Frau B. Gebhardt. Der Vorsitzende des Zweigvereins vom Roten Kreuz Gießen: Wiener. Die Sammlung wird in den Landgemeinden von den Ortsausschüssen für Rotes Kreuz und Kriegshilfe, in den Städten GrSicherg, Hungen und Lich von den dortigen Vereinen vom Roten Kreuz durchgeführt. In der- Stadl Gießen wird am 8. und 9. Juli eine -ammlung in den Häusern und in den Straßen, verbunden mit Postkarten- und Abzeichenverkauf, siattfmden: außerdem werden Ein- zeuhmmgslisten in den Gießener Banken und einzelnen Geschäften, sowie im Gießener Anzeiger und m der Oberhessischen Volkszeitung aufgelegt. Kommt einmal die Kunde heim, daß ich gestorben sei Dann weinet nicht, Ihr meine Lieben, Ich ruh in fernem Lande gut, Und denkt, fürs Vaterland da floß mein Blut. TL 11 nun ^ohl Ihr Eltern und Geschwister mein, ich kehre nicht mehr zu Euch heim, Ich komme vielmehr dorten an, Wo mir eine Schwester ging voran. Tieferschüttert erhielten wir die traurige Nachricht, dass unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Musketier Friedrich Römer im Infanterie-Regiment 223, 2. Kompagnie infolge eines Kopfschusses im Kriegslazarett am 26. Juni im von Alter 21 Jahren den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. In tiefer Trauer: Familie Förster Römer Familie Karl Römer Statt besonderer Anzeige. Heute morgen entschlief mein innigsigeliebter Mann, unser guter Vater, Grossvater, Schwiegervater und Onkel Allertshausen, Hachborn, den 5. Juli 1916. 4909 im Alter von 82 Jahren, was ich Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch mitteile. Ina Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeths Appel ged. Biederrkapp. Giessen (Alicestrasse 25), den 7. Juli 1916. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 4 Uhr von der Kapelie des Neuen Friedhofes aus statt. Von Beileidsbesuchen wolle man gütigst absehea. Todes-Anzeige. Gestern abend 7 Uhr entschlief sanft nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser guter, unvergesslicher Vater, Schwiegervater, Grossvater Schwager und Onkel Ludwig Wagenbach I. im Alter von 73 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen; Katharina Wageubach Familie Damm. Grossen-Buseck, den 7. Juli 1916. eiom Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. Juli, nachmittags 3 Uhr, statt. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 9% Uhr meine innigstgeliebte, unvergessliche Tochter, unsere liebe Nichte Bettchen nach längerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden im Alter von 21 Jahren zu sich zu nehmen. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Elisabethe Rau. Ruttershausen, den 6. Juli 1916. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 3Y 2 Uhr in Ruttershausen statt. iss? Heute nacht entschlief nach kurzem schweren Leiden im Alter von 19 Jahren unsere innigstgeliebte Tochter und Schwester Emilie Die trauernden Hinterbliebenen. Familie Philipp Meininger. Gießen, Rodheim er Str. 23. den 7. Juli 1916. Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. Juli nachmittags 8 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 4935 Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß es dem heben Gott gefallen hat, meine liebe Frau, unsere liebe, gute, treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Lina Fabel geh. Baiser im Alter von 51 Jahren, nach kurzem schweren Leiden in die Ewi^ keit zu sich zu nehmen. Wieseck, Londorf, den 6. Juli 1916. In tiefem Schmerz: Wilhelm Fabel nnd Kinder Familie Kreiling Familie Christoph Rainer Familie Johann Fabel Familie Konrad Lieh. Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. Juli 1916, nachmitta u Uhr statt 6ASK0CH HO?D£~ I Photogr. Apparate grösstes Lager iu allen Preislagen sämtliche Bedarls-Artikel stets vorrätig in der Cenfral-Drogerie.Schülstr. Alle Photo-Arbeiten werden schnell und korrekt ausgeführt. 4760 Salzheringe garantiert gesund, preiswerte Delikatesse, versendet »n Postiätzchen zirka 00 Stuck fut - Mk.S.60 Porto und Verpackung frei. Verkauf solange Vorrat reicht. Deutl. Adresse und Poststation angcben. Aiiivid Lmiiiski. ?anzig _ Hundegasse Nr. 113. 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